Wie die fossile Industrialisierung Familien spaltete – und HomeOffice heute zu mehr Kindern führt

Noch bevor ich die gute Nachricht selber entdeckt hatte, hatte der wunderbare @Hui Haunebuh sie bereits zu einer Folge von Blume & Ince kommentiert:

Homeoffice steigert die Geburtenrate? Wie cool ist das denn! 😀

Der Link führte zu einem SPIEGEL-Artikel „Homeoffice steigert die Geburtenrate“, über den ich wiederum das (inhaltlich hervorragende) Arbeitspapier des Ifo-Institutes München fand:

Aksoy, Barrero et al. (2026): Work from Home and Fertility. CESIfo Working Papers, 5.3.2026

Screenshot aus Blume & Ince Folge 51: Dr. Michael Blume links und Prof. Dr. Inan Ince rechts diskutieren Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte) gegen "Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche".

Ist nur Erwerbsarbeit „echte Arbeit“? In Folge 51 von „Blume & Ince“ diskutierten der Prof und ich am Beispiel Japan „die Frage nach Arbeit als Lifestyle“. Screenshot: Michael Blume

Nach starken Auswertungen einer breiten und international vergleichenden Datenbasis konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überzeugend auf Seite 22 feststellen:

Individuals who work from home (WFH) at least one day a week have higher realized and expected fertility in the post-pandemic era. Fertility is higher yet if their partner also works from home at least one day a week. These patterns hold in our U.S. Survey of Working Arrangements and Attitudes and in our 38-country Global Survey of Working Arrangements.
Using G-SWA data, we estimate that lifetime fertility is greater by 0.32 children per woman when both partners WFH one or more days per week as compared to the case where neither does.

In deutscher Übersetzung:

Personen, die mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeiten (Homeoffice), haben in der Zeit nach der Pandemie eine höhere realisierte und erwartete Fertilität. Die Fertilität ist noch höher, wenn auch ihr Partner / ihre Partnerin mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeitet. Diese Muster zeigen sich sowohl in unserer US-Umfrage zu Arbeitsarrangements und Einstellungen als auch in unserer Globalen Umfrage zu Arbeitsarrangements in 38 Ländern. Mithilfe der G-SWA-Daten schätzen wir, dass die lebenslange Fertilität um 0,32 Kinder pro Frau höher ist, wenn beide Partner mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten, verglichen mit der Situation, in der keiner von beiden dies tut.

Diese Studie halte ich für so gut gemacht, dass sie uns auch dazu hilft, die demografische Zerspaltung der europäischen Familien durch die fossile Industrialisierung im späten 18. und 19. Jahrhundert zu verstehen.

Damals wurde die bis dahin überwiegende Wirtschaftsform des familieneigenen Hofes und Hauses (griechisch Oikos, daher der Begriff der Ökonomie, aber auch der Ökologie und Ökumene) abgelöst durch die Lohn- und Fabrikarbeit: Familien- und Pflegearbeit, die vor allem durch Frauen geleistet wurde, wird seitdem kaum noch bezahlt und nur noch Lohnarbeit gilt als „eigentliche“ Arbeit.

BWL-Prof. Dr. Inan Ince und besprachen dies in Folge 28 von Blume & Ince anhand eines wichtigen Artikels von Prof. Dr. Ulrike Knobloch: Wer zuhause Kinder erzieht oder Angehörige pflegt, arbeitet in der industriellen Definition „nicht“ und wird also auch nicht (oder kaum) bezahlt. Wer dagegen die Kinder anderer Leute in einem Kindergarten erzieht oder als Pflegekraft in einem Seniorenheim tätig ist, arbeitet und wird dafür bezahlt.

Dieser Prozess der anfangs Kohle-befeuerten Industrialisierung eskalierte zuerst in Großbritannien und griff dann über Frankreich nach Preußen, in die USA, nach Japan und den Rest der Welt aus – bis heute. 

In seinem großen Werk „Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution“ (Rowohlt 2025) führte Sven Beckert diese „industrielle Revolution“ auf vier Faktoren zurück: 

  1. Die Zunahme von Lohnarbeit statt der bisherigen Naturallöhne
  2. Die Einrichtung von Fabriken außerhalb des „Oikos“
  3. Der Einsatz fossiler Brennstoffe, anfangs v.a. Kohle, später Erdöl und Erdgas
  4. Stetiges, säkulares Wirtschaftswachstum (unterbrochen von Krisen und Rezessionen)

Auf Seite 368 („Der große Sprung“) heißt es präzise:

„Als die Kapitalbesitzer fossile Brennstoffe mit Lohnarbeit und Fabrikproduktion kombinierten, lösten sie in einigen Teilen der Welt ein beschleunigtes und nahezu kontinuierliches Wirtschaftswachstum aus – das vierte Charakteristikum der Industriellen Revolution.

Technische Verbesserungen steigerten die Produktivität der menschlichen Arbeitskraft, und das oftmals drastisch, die Menschen arbeiteten länger und härter, und alles zusammen sorgte für eine größere Menge an Produkten und Dienstleistungen – für immer noch mehr Baumwollstoffe, Eisenträger, Eisenbahnreisen sowie Häuser und Wohnungen. Dieses Wirtschaftswachstum hat, abgesehen von ein paar vorübergehenden Unterbrechungen, bis zum heutigen Tag angehalten.“

Selbstverständlich gab es gegen diese brutale Zerspaltung der Oikos-Familien auch Widerstände – etwa die Maschinenstürmer-Ludditen in Großbritannien, der Aufstand der Schlesischen Weber 1844 in Preußen und schließlich die Arbeiterbewegung mit Gewerkschaften, kommunistischen und sozialdemokratischen Parteien. In vielen industrialisierten Staaten steigerten sich „Eisen-und-Blut“-Ideologien zum fossilen Faschismus.

Und in Deutschland verbündeten sich fossile Konzernbosse um den DNVP-Preußen Alfred Hugenberg (1865 – 1941) mit dem antisemitischen „Führer“ Adolf Hitler (1889 – 1945) der Nationalsozialistischen „Arbeiter“-Partei Deutschlands, NSDAP. Dieser stürzte die Welt in den zweiten Weltkrieg und die Massenmorde des Holocaust an Abertausenden Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen, an Hunderttausenden Sinti und Roma und an Millionen Jüdinnen und Juden.

Der als Jude NS-verfolgte SPD-Wirtschaftsjurist Franz Neumann (1900 – 1954) analysierte den fossilen und Öl-gierigen Nationalsozialismus nach dem biblischen Ungeheuer des „Behemoth. Foto einer US-Neuauflage des Buches: Michael Blume

Bis heute behaupten Stimmen des Fossilismus, dass die fossilen Gewaltenergien Kohle, Erdöl, Erdgas und Atomkraft „billig“ wären. Doch sie erschienen nur günstig, da ihre Kosten auf die Zukunft, die Mitwelt (Treibhausgase, Sondermüll) und die Mitmenschen (Gewaltregime, fossil finanzierte Kriege) externalisiert wurden.

Zudem blieben im eskalierenden Fossilismus die Familien auf der Strecke – sowohl in kapitalistischen wie in kommunistischen Systemen wurden Männer und Frauen in die Erwerbsarbeit gepresst, während die Geburtenraten immer schneller einbrachen. Wenige wurden überreich, wogegen die meisten relativ verarmten.

Heute höre ich von jungen Menschen: Unsere Großeltern konnten sich ein Haus mit einem Gehalt leisten, meine Eltern mit zwei Gehältern – wir werden niemals eines bauen können. Das hält fossile Konzernlobbyist:innen in der Politik – auch in der derzeitigen Bundespolitik – nicht davon ab, von den Menschen noch mehr Erwerbsarbeit zu fordern und mit rechtslibertären Begriffen wie „Lifestyle-Teilzeit“ die Familien- und Pflegearbeit, aber auch das demokratische und religiöse Ehrenamt weiter zu verhöhnen.

In den 2010er Jahren überschritten wir so schließlich auch den Peak Child-Kindergipfel – seitdem sinkt die Zahl der Kinder weltweit. Zu den Ergebnissen der säkularen Geburtenimplosion gehört eine um sich greifende Nachfragekrise: Immer mehr Staaten wie China, Japan und auch Deutschland „müssen“ exportieren, weil die Binnen-Nachfrage im eigenen Land auch mangels junger Menschen längst schwindet. Das vermeintlich ewige, fossile Wachstum stößt an sein planetarisches und auch demografisches Ende, an immer mehr Orten der Welt setzt Deindustrialisierung ein. Autos kaufen keine Autos.

Die Datengrafik zeigt auf Basis von UN-Daten das Abknicken der Kinderzahl in den 2010er Jahren (unten grün), das schnell auch auf die Unter-15-Jährigen (rot) und die Unter-25-Jährigen (blau) übergreifen wird.

Auch nach den offiziellen und mutmaßlich überschätzten Zahlen der Vereinten Nationen (UN) überschritt die Weltbevölkerung zwischen 2012 und 2017 den Peak-Child-Kindergipfel, seitdem sinkt die Zahl der Kinder weltweit. Screenshot: Michael Blume

Schon jetzt beginnen immer mehr Regionen der Welt demografisch zu schrumpfen – beschleunigt noch durch die Abertausenden Getöteten in fossil finanzierten Kriegen von Putin-Russland gegen die Ukraine, im Libanon, Iran, im Sudan usw. Um so lange wie möglich von der fossilen Karbonblase zu profitieren, befördern Öl-, Gas- und Waffenkonzerne Reaktanz, Desinformation, Verschwörungsmythen und Gewalt.

Das weiße Cover des Buches "Verschwörungsmythen. Woher sie kommen, was sie anrichten, wie wir ihnen begegnen können" von Dr. Michael Blume mit dem roten Aufkleber "SPIEGEL Bestseller-Autor".

Auch in der Neuausgabe von „Verschwörungsmythen“ (2025) warne ich vor dem gezielten Einsatz antisemitischer und antidemokratischer Verschwörungserzählungen für die Zwecke von Fossilismus, Spaltung und Gewalt. Foto: Michael Blume

Bereits jetzt hat auch ein Kampf um die Verteilung der Produktivitätsgewinne durch KI (sog. Künstliche Intelligenz) begonnen. Milliardäre wie Elon Musk und „Katechon“-Peter Thiel versuchen mit oft brutalen Mitteln, ihren Überreichtum abzusichern und auszubauen.

Doch in der aktuellen, sehr lesenswerten Ausgabe 04/2026 von „Gehirn & Geist“ findet sich auch ein sehr lesenswertes Interview von Corinna Hartmann mit dem Soziologen Prof. Dr. Florian Butollo zu den Gefahren und auch Chancen der KI-Revolution: „Wir könnten halb soviel arbeiten“.

Seitenanfang der Gehirn & Geist-Ausgabe 04/2026 mit dem Interview "KI-Revolution: Wir könnten halb so viel arbeiten" von Corinna Hartmann mit Florian Butollo. Gezeigt wird, wie sich die Zeigefinger eines Roboters und eines Menschen berühren.

In Gehirn & Geist 04/2026 findet sich auf den Seiten 28 bis 31 das lesenswerte Interview von Corinna Hartmann mit Florian Butollo: KI-Revolution „Wir könnten halb so viel arbeiten“. Foto: Michael Blume

Darin sagt dieser unter anderem (und nach meiner Einschätzung völlig zu Recht), Seite 29:

„Wenn die Prognose also stimmt, dass das Arbeitsvolumen nicht radikal einbricht und infolge des demografischen Wandels immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, müssten wir uns eher vor einer Überlastung fürchten.

Deshalb sollten wir uns weniger fragen, ob Arbeit verschwindet, sondern darüber reden, welche Arbeit wir als Gesellschaft überhaupt brauchen.

Wir müssten entscheiden, was wirklich systemrelevant ist – und wo wir unbedingt menschliche Fähigkeiten einsetzen wollen, etwa in Pflege, Bildung, Dekarbonisierung oder sozialer Infrastruktur. Das ist die zentrale Frage der kommenden Jahre.“

Ich stimme zu und gehe weiter: In den wenigen Solarpunk-Arche-Regionen, die im 21. Jahrhundert blühendes, menschliches Leben gewährleisten können, werden sich neue, post-fossile und besser kombinierbare Formen von Produktions- und Familienarbeit, von demokratischem und religiösem Ehrenamt entwickeln. 

Aus meiner Sicht gilt es dabei, auch bei der wohl erst in einigen Jahrzehnten erfolgreichen Stabilisierung der Geburtenraten ohne Wenn und Aber die Freiheiten und Menschenwürde von Mädchen und Frauen zu bewahren. Die Unterstützung und Förderung von Familien halte ich für klug, lehne jedoch jede Form von Druck oder gar Zwang gegen Menschen ab, die wenige oder keine Kinder haben wollen.

Bei der chinesischen Neujahrsgala 2026 ins "Jahr des Feuerpferdes" führten Kinder und Roboter eine gemeinsame Kung-Fu-Darbietung auf. Ein humanoider Roboter mit Schwert reicht einem Jungen die Hand.

Freiheit & Menschenwürde. Bei der chinesischen Neujahrsgala 2026 ins „Jahr des Feuerpferdes“ führten Kinder und Roboter eine gemeinsame Kung-Fu-Darbietung auf. Screenshot: Michael Blume

In einem Interview mit Studentinnen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg beschrieb ich meine an dieser Stelle kompromisslose Haltung dazu wie folgt:

„Die Menschenwürde ist unantastbar, dafür will ich kämpfen. Es geht darum, dass man in unserem Land in Frieden vielfältig und ohne Angst jüdisch, christlich, muslimisch, jesidisch oder nicht religiös sein kann. Auch schwarz oder weiß, Mann oder Frau, kinderlos oder kinderreich.“

Dr. Michael Blume im Bild und Gespräch mit drei Studentinnen der EH Ludwigsburg, deren Gesichter nicht zu sehen sind. Darunter das Interview-Zitat "Es gibt keine glücklichen Hater" auf focus.de

Das Interview mit drei Studierenden der EH Ludwigsburg erschien im März 2026 bei focus.de unter der Überschrift: „Es gibt keine glücklichen Hater“. Screenshot: Michael Blume

Nach aller Erfahrungen auch in der interdisziplinären Evolutionsforschung und Arbeiten zu erneuerbaren Friedensenergien auch im Kontext des Irankrieges ist mir völlig klar, dass sich Wissen nur sehr langsam verbreitet. Aber wenn Sie bis hierher gelesen haben, vielleicht gar bereits dialogisch mitdiskutieren – dann sind Sie bereits dabei!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

71 Kommentare

  1. Migranten zu integrieren kostet vielleicht die Hälfte dessen, was es kostet, eigene Kinder aufzuziehen. Wenn uns sogar die halbfertige Adoptivware zu mühselig und zu teuer ist, können wir eigene Kids vergessen. Ist eher so ein gefühlter Wert, müsste mal jemand ausrechnen, komplett mit Schulen, Kitas, Milupa, Windeln, Ärzten, Spielzeug, Erziehungsheimen, Misserfolgen, Jugendkriminalität, Schwund durch Unfälle und so. Und das schon, bevor man in ihnen mehr sieht als ein Hobby der Eltern, für die die arme, arme Wirtschaft sooo viele Opfer bringt, obwohl sie den Hals nie voll kriegen.

    [Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]

    • Nun ja, @Paul S. – die Erfahrung belegt auch hier, dass sich menschliches Leben nicht auf wirtschaftliche Motive beschränken lässt. Die Angst vor Zuwanderung, Rassismus und Rechtsmimesis sind dort am stärksten ausgeprägt, wo die wenigsten Zugewanderten leben. Und nicht wenige von diesen lehnen wiederum weitere Zuwanderung ab.

      Aus meiner Sicht werden also post-fossile und demokratische Solarpunk-Arche-Regionen – inklusive deutscher Bundesländer – sowohl auf mehr Kinder als auch auf erfolgreiche Integration und ein vielfältiges Miteinander setzen müssen. Sowohl die Vorstellungen eines pronatalen Ethnonationalismus wie auch einer ökonomischen „Ersetzung“ von Einheimischen halte ich für ebenso unrealistisch wie menschenunwürdig. Demokratie & Vielfalt, Dialog & Wissenschaft sind und bleiben nach meiner Auffassung der bessere Weg.

  2. Beim Lesen des letzten Absatzes fallen mir Parallelen zu anderen subversiven Bewegungen auf, wie u.a. das Christentum in manchen Ländern heute, oder in den ersten Jahrhunderten seiner Existenz im Römischen Reich.

    Immer wieder haben ja Menschen darüber nachgedacht, was diesen Bewegungen geholfen hat, diese Kraft zur Multiplikation zum effektiven Teilen des Wissens zu haben. Und das macht vermutlich für manche Impulse auch heute einen Unterschied.

    Viel geschieht da ja wohl in überschaubaren Vergemeinschaftungen, durch ein miteinander und aneinander lernen.

    Gibt es noch weitere wichtige Eigenschaften, die zur Multiplikation beitragen?

    Eine Frage, die mich in diesem Zusammenhang mit den Oikos-orientiertem Wirtschaften vergangener Jahrhunderte auch schon seit vielen Jahrzehnten beschäftigt, ist die heute mögliche Spezialisierung in der eigenen Ausrichtung der Arbeit. Dadurch sind ja Dinge möglich, die sonst vermutlich gar nicht in den Blick kommen.

    Diese Arbeitsweise hat auch attraktive Seiten, die nicht notwendig materiell geframed werden müssen – Erkenntnisgewinn, Problemlösungen von Fragestellungen, die z.B. im Kontext der Solartechnik nur sehr hilfreich für einen nachhaltigen Lebensstil sind, brauchen ja auch ein entsprechendes forschungsfreundliches Umfeld (anders gewendet gewisse Produktivität in der gesamten Gesellschaft)

    • Vielen Dank für den dialogischen und durchdachten Kommentar, @HG Unckell 🙏

      Denn ja, in seinem soziologisch-historischen Werk Cities of God (2006) kam Rodney Stark (1934 – 2022) zu passenden Befunden: Schon das rabbinische Judentum hatte in vielen Städten des Mittelmeeres kinderreiche und sozial aktive Gemeinden gegründet. Das frühe Christentum fügte aktive Missionsarbeit auf Basis griechischer, dann auch lateinischer, koptischer, kyrillischer und weiterer Bibeln hinzu und wuchs also sehr schnell durch a) Kinderreichtum und b) Konversionen, insbesondere von Frauen.

      An die Stelle des oft brutalen Patriarchats, in dem Kinder und auch Frauen verstoßen, in die Sklaverei verkauft, ja gar getötet werden konnten, trat zunehmend der christliche Oikos, der wiederum in Kirchengemeinden und deren bald ausgreifende Netzwerke eingebunden war. Das Christentum wuchs religionsdemografisch und missionarisch inmitten der Städte. Bis heute werden daher Angehörige vorchristlicher Stammesreligionen gerne als pagan = Heide = Landbewohner bezeichnet.

      Dass die auch selbstgewählten Arbeiten im Kontext des Oikos und von post-fossilen Technologien immer wichtiger wird, möchte ich ebenfalls unterstützen. So geht es am Besten voran – und ich bin mir sehr sicher, dass die neuen Eskalationen des Irankrieges die Transformation beschleunigen werden.

      Israel hat nach iranischen Angaben eine Förderanlage mit Verbindung zu einem großen Gasfeld im Persischen Golf angegriffen und einen Brand verursacht. Die iranische Nachrichtenagentur Pars meldete, Gastanks und Teile einer Raffinerie seien beschädigt worden. […]

      Das iranische Militär drohte, seinerseits Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar zu attackieren. Die Staaten, die US-Stützpunkte und -Einrichtungen beherbergen, sind schon jetzt Ziel iranischer Angriffe im Krieg mit Israel und den USA. Nach den Angriffen auf Irans Gasindustrie stiegen auch die Ölpreise am Mittwoch deutlich. Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Vortag.

      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-angriff-gasanlagen-100.html

      Ihnen Dank für das dialogische Interesse, ich freue mich immer wieder sehr darüber! 🙏🙌

  3. @HG Unckell 18.03. 22:00

    „Erkenntnisgewinn, Problemlösungen von Fragestellungen, die z.B. im Kontext der Solartechnik nur sehr hilfreich für einen nachhaltigen Lebensstil sind,..“

    Eben, das Zeitalter von Kapitalismus und Fossilismus war aber wichtig, um aus dem Mittelalter wieder heraus zu kommen. Aber genauso müssen wir jetzt gucken, wie wir wirklich aus dem Fossilismus wieder heraus kommen. Nicht zurück, sondern vorwärts zu ganz neuen Ufern.

    @Hauptartikel

    „In den wenigen Solarpunk-Arche-Regionen, die im 21. Jahrhundert blühendes, menschliches Leben gewährleisten können, werden sich neue, post-fossile und besser kombinierbare Formen von Produktions- und Familienarbeit, von demokratischem und religiösem Ehrenamt entwickeln.“

    Ich will es einfach nicht glauben, dass das nur wenige Regionen sind, während der Rest nachhaltig den Bach runter geht. Große Regionen, wo die Leute nachhaltig verebben und dann auch noch wegziehen, klar. Das freut dann aber die Natur, die Landwirtschaft und auch den Tourismus. Nur doof für die Immobilienwerte.

    Dass Einige vorweggehen, und sich was Funktionierendes aufbauen, ist dabei aber wohl klar. Aber wenn andere sehen, dass es und wie es gehen kann, werden die das auch selber wollen.

    Es würde auch z.B. dem Klima rein gar nichts helfen, wenn nur Archen Klimaschutz machen würden. Das muss so ziemlich die ganze Welt machen. Aus der Nummer kommen wir jetzt wirklich nicht raus.

    Auch sind die Perspektiven in den meisten jetzt sehr armen Ländern eigentlich besser als unsere. Dort kostet Grüne Energie 3 mal weniger als bei uns in Mitteleuropa, weil mehr Sonne scheint und kein dunkler Winter zu überbrücken ist. Da könnte eine Menge an Produktion von uns weg dahin verlagert werden.

    Von dem auch noch, was uns KI und Roboter übrig lassen.

    Wobei mir jetzt durchaus klar ist, dass wir keine weiter wachsende Verschwendung brauchen, und das wirklich auch global. Und praktizierte Genügsamkeit mit weit weniger Stress und Arbeit wären auch eine Grundlage für mehr Kindersegen.

    Wobei mehr Zeit wohl auch wirklich mit mehr Beschäftigung mit Wissenschaft und mit Religion einher gehen könnte. Und auf diesem Wege sich ganz neue Kultur etablieren könnte. Völlig weg von jeglicher Produktivität, hin zu Miteinander, mit Kindern, mit Alten, mit Natur, mit diesem wunderbaren Planeten und letztlich wirklich erwachsener Philosophie, Spiritualität und Religion.

    Und wir Menschen uns einer eventuellen galaktischen Gemeinschaft auch würdig erweisen könnten. Welche selbst wiederum eine ziemlich Spirituelle sein dürfte.

    Das mit größte Hindernis auf diesem Weg wären wohl die unseligen Milliardäre, deren Erfolg wohl überwiegend aus einem Vorsprung durch kommerzielle Softwaremonopole gründet. Und die einzige Konsequenz, die das abstellen kann, wäre eben Freie Software für eine rundherum Freie Welt.

    Und wenn die KI das bald fast von selber kann, dann müsste das doch eigentlich was werden können? Selbst für den Rüstungssektor und für Kriege, die mehr Elektroschrott produzieren als sie Menschen töten.

    • Vielen Dank für Deinen tiefen und hoffnungsvollen Kommentar, lieber @Tobias 🙏

      Selbstverständlich hoffe auch ich, dass es möglichst viele Solarpunk-Arche-Regionen geben wird. Wäre es nicht wunderbar, wenn der größte Teil der Europäischen Union (EU) dazu gehörte?

      Doch derzeit sehe ich weder bei der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen, noch bei der Stabilisierung der Demografie globale Fortschritte. Stattdessen eskalieren Kriege – insbesondere um Erdöl und Erdgas – verlieren sich immer noch auch Menschen im Verantwortung in rechtsmimetischen Blasen.

      Auch die derzeit einzige Demokratie mit einer Geburtenrate über der Bestandserhaltungsgrenze – Israel – befindet sich im Kriegszustand.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/israel-thymotische-religionsdemografie-und-das-saekulare-verebben/

      Von großer Bedeutung wird sein, ob die KP in China bereit ist, auf Taiwan zu verzichten – oder ob ein weiterer Krieg auch die KI-Blase platzen lässt und die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft in den Abgrund reißt.

      In Deutschland nehme ich wahr, dass jeden Tag mehr Menschen begreifen, dass das Festklammern an Öl- und Gaskonzernen schadet. In Teilen der Bundespolitik scheint diese Erkenntnis jedoch noch immer abgeblockt zu werden. Manche wirken gar, als würden sie eher für Konzerne als für das deutsche Volk arbeiten.

  4. Guten Morgen @ alle hier,

    auch das Aufkommen der Kleingartenbewegung geht in das Zeitfenster. Auch die Verschönerungsvereine der Städte kamen da auf.

    Das wäre nach dem langjährigen Nachlassen wieder ein Betätigungsfeld in neuen Zeiten.
    Oder Mittun in Solawi oder gleichgearteten Feldern zum Wohnen, Leben und Erholen.
    Ich denke da besonders an das fast allumfassende Nachlassen der Aufmerksamkeit zu den Werten von öffentlichen Grünanlagen – besonders den älteren davon, Umgang mit Bäumen, Respekt zur Mitwelt im täglichen öffentlichen Raum (sogenannte Pflegearbeiten in der urbanen und freien Landschaft).

    Jedoch geht alles nur in Eintracht und gemeinsam. Dualismus ist überholt!
    Dualismus ist moralisch verschlissen.

    Viele Grüße
    Ralf H.

    • Vielen Dank & @Zustimmung, @Ralf H. 🙏👍

      Es ist für uns Heutige kaum vorstellbar, was der Wechsel von selbst bewirtschafteten Oikos-Familienhöfen in überfüllte Städte und brutal getaktete Fabriken für Millionen Familien bedeutete (und zum Teil immer noch bedeutet).

      Noch 1952 wurde London durch „The Great Smog“ zur fossilen Kohle-Todeszone gerade auch für Ärmere.

      Pea Soup – Erbsensuppe – so bezeichnen die Engländer ihren berühmten Londoner Nebel. Im Dezember 1952 wird diese Brühe aber nicht nur ungenießbar, sondern auch zur Todesfalle.

      https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-the-great-smog-in-london-am–100.amp

      Ich denke also wirklich, dass wir weit über die Fixierung auf Produktionszahlen hinaus schauen sollten, um menschenwürdige und körperlich wie geistig gesunde Mitwelten zu gestalten.

      Vielen Dank für Deine dialogischen und wichtigen Beiträge, @Ralf H.! 🙏🙌🌱

  5. Zur Arbeiterbewegung möchte ich noch die Gesellenvereine als Keimzelle des heutigen Kolpingwerks und die Arbeitervereine, die sich zur heutigen KAB zusammengeschlossen haben, ergänzen.

    • Herzlichen Dank & volle Zustimmung, @Thomas Jansen 🙏

      Bewusst habe ich der christlichen Bildungs- und Arbeiterbewegung bis hin noch zum katholischen „Zentrum“ in der Weimarer Republik viel Raum in „B wie Berlin“ eingeräumt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/b-wie-berlin-babylon-preussen-und-der-fossile-faschismus/

      Die katholische Soziallehre zähle ich zum geistigen Weltkulturerbe der Menschheit. Auch deswegen habe ich immer wieder betont, dass CDU und CSU in dieser Tradition stehen – und gerade nicht in jener des Rechtsdualismus der preußisch-nationalistischen DNVP, dessen Vorsitzender Hugenberg Adolf Hitler die medialen und politischen Tore nach Berlin öffnete!

      Entsprechend besorgt und verärgert bin ich über die fortlaufende, rechtslibertäre Engführung auch „meiner“ Union, die von Adenauer bis Merkel immer darauf geachtet hat, die christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft in die Regierungsarbeit einzubinden, vgl.:

      Heute lese ich auf der Seite der CDA Deutschlands, m.E. völlig zu Recht:

      Die Diskussion um die richtige Gestaltung von Arbeitszeit ist so alt wie die moderne Arbeitsgesellschaft selbst. Seit der Industrialisierung haben Arbeitnehmerschutzbewegungen, Gewerkschaften und die christliche Sozialbewegung große Fortschritte erkämpft: von der Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit, über die Einführung des Acht-Stunden-Tages und der Fünf-Tage- Woche bis hin zu bezahltem Urlaub und Teilzeitrechten. Was heute als selbstverständlich gilt, wurde mühsam erkämpft – stets im Ringen um die Balance zwischen ökonomischen Erfordernissen und dem berechtigten Anspruch der Menschen auf Zeit für Familie, Erholung und gesellschaftlicher Teilhabe.

      Die Debatte um Mehrarbeit ist keineswegs neu: Immer wieder wird über die Streichung von Feierta¬gen oder eine Stunde Mehrarbeit diskutiert. Insbesondere die wirtschaftliche Stagnation der letzten Jahre wirft diese Fragen in Teilen der Partei neu auf. Nach Forderungen des Bundeskanzlers „Wir müssen alle mehr Arbeiten“ und dem Vorstoß des Wirtschaftsflügels nach einer Einschränkung von so genannter „Lifestyle-Teilzeit“ zeigt sich immer stärker das Bild: Arbeitszeit wird mit Produktivität gleichgesetzt. […]

      Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist das Arbeitszeitvolumen von 47 Milliarden in 2005 auf 61,4 Milliarden Stunden 2024 gestiegen.

      Tatsächlich sind es gerade Familien, die heute schon besonders hohe Gesamtarbeitszeiten schultern – in Form bezahlter wie unbezahlter Arbeit. Während in den 1970er Jahren häufig ein Elternteil einer Vollzeit-Erwerbsarbeit nachging und der andere die Sorgearbeit übernahm, tragen heute in den meisten Partnerschaften beide Eltern Erwerbs- und Familienverantwortung gleichzeitig. Laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung summieren sich Erwerbs- und Sorgearbeitszeit bei Elternpaaren heute im Schnitt auf über 60 bis 70 Wochenstunden pro Haushalt – mit Spitzen genau in der sogenannten „Rushhour des Lebens“ zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

      https://www.cda-bund.de/aktuelles/teilzeit-vollzeit-wirklichkeit/

      Ich wünsche mir daher dringend, dass sich gerade auch christliche Stimmen einschließlich der Kolpingwerke noch sehr viel lauter in die aktuellen Debatten um eine lebenswerte Zukunft für Familien einbringen. Die fossile und im Kern menschenverachtende sowie gewalttätige Ideologie des Fossilismus steht quer zur christlichen Botschaft, wie in den USA auch gerade James Talarico im jüdisch-christlichen Dialog mit Ezra Klein aufzeigte:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-us-christdemokrat-james-talarico-texas-im-dialog-mit-nyt-blogger-ezra-klein/

      Ihnen ganz herzlichen Dank für den wichtigen und dialogischen Hinweis! 🙏🙌

  6. Kinder waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland Teil des Erwerbslebens. Kindheit wie wir sie kennen, gab es nicht.

    Es wurden mehr Kinder geboren, weil sie beispielsweise in der Landwirtschaft schon von kleinauf mithelfen mussten. Während der Erntezeit wurde selbst die eigentlich geltende Schulpflicht des öfteren nicht eingehalten. Betreut wurden nur die Kleinsten, die noch nicht mitarbeiten konnten. Nicht selten erfolgte die Beaufsichtigung (etwas anderes war es nicht) durch ältere oder aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeitsfähige Angehörige, die auf diese Art ihren Beitrag leisteten.

    Die großen Vermögen, die von Industriellen, Fabrikanten etc angehäuft wurden, beruhen auch auf der Ausbeutung von Kindern.

    „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ bedeutet etwas anderes, als was unsere Politiker heute daraus machen. Erben allein stellt keine eigene Leistung dar! Die Bedeutung dieser Zeilen von Johann Wolfgang von Goethe (Faust I) wird in unserer Zeit mE falsch interpretiert.

    Die Kinder- und Frauensterblichkeit waren in früheren Jahrhunderten hoch. Viele Kinder zu haben, muss nicht nur in bezug auf die Arbeit im Kindesalter betrachtet werden, sondern spielte auch eine Rolle, wenn Eltern im Alter gepflegt oder betreut werden mussten.

    „Seid fruchtbar und mehret euch“ war für unsere frommen Vorfahren eine Verpflichtung. Frauen war darüber hinaus keine eigene Entscheidung über ihren Körper erlaubt.

    Dass es in Deutschland heute weitgehend anders ist, bleibt das Verdienst der Vorkämpferinnen für die Gleichberechtigung.

    Ich finde die Erkenntnisse zur Arbeit im Homeoffice und der Fertilität unglaublich. Sie werden von den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland vermutlich ignoriert werden.

    Der Fossilismus spaltet, macht die meisten Menschen, die in Deutschland leben, derzeit eher arm und ein paar wenige nationale und internationale Player reich. Über Krieg und Frieden entscheiden die Fossilisten leider auch.

    Friedens- und Freiheitsenergien auszubauen wäre das Gebot der Stunde. Um zwei Begriffe von Max Weber zu zitieren, meine ich, dass wir zu viel „Gesinnungsethik“ und zu wenig „Verantwortungsethik“ haben. Wo ein Wille dazu ist, wäre auch ein Weg. Der Wille fehlt.

    Stattdessen befinden wir uns in einer Situation, in der „die Freiheit“ des/der Einzelnen an deren politische Einstellung geknüpft zu sein scheint und Kunst und Kultur unter Druck geraten wie kaum jemals zuvor seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die Worte, die der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Sebastian Guggolz, gestern in seiner Rede in Leipzig(!) direkt an den Kulturstaatsminister richtete, lassen an Klarheit und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig!

    Aber ob Literatur, Kunstfreiheit oder die Erneuerbaren Energien: Ich befürchte, es wird auf taube Ohren stossen.

    • Vielen herzlichen Dank, @Marie H. 🙏🙌

      Ich kann Ihre Sorgen nachvollziehen – denn nicht nur demografisch, auch wirtschaftlich und politisch scheinen auch wir Deutschen in Richtung Traditionalismusfalle zu taumeln, wie ich sie u.a. auch am Beispiel Südkorea beschrieben hatte:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-deep-state-verschwoerungsmythos-fossilismus-und-verfassungskrise-in-suedkorea/

      Andererseits sehe ich jedoch auch viele Fortschritte. So war es in den Anfangsjahren des Wissenschaftsblogs „Natur des Glaubens“ oft sehr mühsam, über Demografie zu diskutieren:

      Viele Rechte wollten einfach nur eine anti-islamische Reaktion in ein reaktionäres Familienbild, viele Linke begrüßten den Niedergang von Religionen und Familien, von Völkern und manchmal gar der ganzen Menschheit. Auch die zahlreichen und nicht selten persönlich herabwürdigenden Attacken gegen die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) etwa wegen der Einführung der Elternzeit habe ich in sehr unguter Erinnerung. Auch heute noch gibt es solche Stimmen, es sind aber weniger geworden.

      Und, ja, dass die selbsternannte „Fortschrittskoalition“ aus Grünen, SPD und FDP krachend gescheitert ist und Neuwahlen ausrufen musste, wirkt bis heute ungut in die politische Landschaft nach. Während es mir für Abertausende liberale Engagierte gerade auch in der Kommunal- und teilweise Landespolitik Leid tut, so sehe ich doch in der rechtslibertären und zunehmend destruktiven Rechtsmimesis der FDP-Bundespartei einen wesentlichen Grund für ihren Niedergang. Schon 2017 (!) hatte ich hier ausdrücklich vor der Überpersonalisierung in Parteiblasen gewarnt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/parteien-die-keine-regierungen-mehr-bilden-hat-das-demokratieversagen-durch-neue-medien-nun-auch-deutschland-erreicht/

      Ich verstehe, dass Sie Ihre Ängste gerne auf christdemokratische Politiker wie Friedrich Merz, Markus Söder, Katherina Reiche und jetzt Wolfram Weimer beziehen und von mir dann immer wieder implizit Stellungnahmen oder wenigstens Beruhigungen einfordern. Aber das ist nicht meine Dauer-Aufgabe und bringt uns alle auch nicht weiter. Die Kommunalwahlen in Bayern scheinen mir nicht weniger interessant als noch ein Berliner Politiker zu sein. Mit großem Interesse verfolge ich aktuell die OB-Wahl in München und die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz!

      Ich möchte hier auf „Natur des Glaubens“ lieber über thematische Inhalte als immer wieder über Bundes-Parteipolitik diskutieren, lieber über föderale Zukunftsentwürfe, erneuerbare Friedensenergien, Solarpunk oder Demografie als über fossile Engführungen und Ängste in zerbröselnden Nationalstaaten dialogisieren.

      Denn dass es für noch fossil orientierte Nationalstaaten weltweit gerade nicht wirklich gut läuft, dürfte auch zwischen uns beiden wohl doch Konsens sein. Dies gilt ja auch etwa für Frankreich, Polen, Tschechien u.v.m. Und es entspricht meiner These, dass für die Zukunft die Regionen immer wichtiger werden.

      Ihnen herzlichen Dank für Ihr großes und vielseitiges, dialogisches Engagement! 🙏🙌

      • Zunächst will ich etwas klarstellen: Ich bin in einem Alter, in dem meine „Restlaufzeit“ nicht mehr in Jahrzehnten zu rechnen ist. Ängste vor Politikern gleich welcher Couleur würden mir zu viel meiner Zeit rauben. Außerdem kann ich absolut nichts ändern. Meine Kinder sind auf ihrem eigenen Weg. Wohin dieser sie führen wird, liegt auch nicht in meiner Hand. Für die beiden kann ich nur das Beste hoffen und wünschen.

        Die Kommunalwahl in Bayern wird mit den Stichwahlen bei den OBs in München und Nürnberg am Sonntag noch einmal interessant. Zu den Vorgängen in München kann und will ich mich nicht äußern. In Nürnberg gehe ich stark davon aus, dass der Amtsinhaber von der CSU wiedergewählt wird. Das wird dann sicher auch den MP freuen. Er konnte bereits heute einen weiteren Erfolg verbuchen. Mit der Bekanntgabe des Kaders für die bevorstehenden Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft durch Bundestrainer Julian Nagelsmann hat dieser dem Wunsch des bayerischen Ministerpräsidenten entsprochen, viele Spieler von Bayern München zu nominieren.

        Zukunft des Föderalismus in Deutschland: Wenn es nach den Vorstellungen Bayerns geht, dann muss die Zahl der Bundesländer durch Fusionen verringert werden. An der Demografie wird das nichts verändern. Am Länderfinanzausgleich schon.

        Wir alle müssen mit dem klarkommen, was vor uns liegt. Zu welchem Maß an Respekt und Menschlichkeit die Gesellschaften künftig fähig sein werden? Ich weiß es nicht.

        • Vielen Dank & Zustimmung, @Marie H. – ich hatte heute mit einem Parteifreund aus München ein sehr interessantes Gespräch über die dortige OB-Wahl. Wir dürfen alle sehr gespannt sein, was (auch) da gerade passiert.

          Und was die fossile Tragik der Nationalstaaten angeht, so kam es heute zu einer Meldung, bei der auch ich nicht mehr weiß, ob ich noch lachen oder schon weinen soll:

          Hohe Benzinpreise:
          Union und SPD werfen Mineralölwirtschaft Erpressung vor

          Führende Politiker von Union und SPD haben das Verhalten der Mineralölwirtschaft gegenüber der deutschen Politik stark kritisiert. Die Drohung der Mineralölkonzerne mit Verknappung sei „reine Erpressung“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, der Bild-Zeitung. „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“

          Müller reagierte damit auch auf eine Aussage des Branchenverbandschefs Christian Küchen. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Fuels und Energie hatte gesagt, sollte die schwarz-rote Koalition die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geplanten Gesetzesänderungen beschließen, drohe ein Versorgungsengpass.

          https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/hohe-benzinpreise-union-spd-mineraloelwirtschaft-erpressung-gxe

          Wenn der (von den Parteivorsitzenden ohnehin weitgehend gleichgeschaltete) deutsche Bundestag also Gesetze beschließt, die den fossilen Konzernen nicht passen, dann drohen diese kaum noch verklausuliert mit Lieferstopps. Eindrucksvoller lässt sich die Abwehrschlacht des Fossilismus kaum noch auf den Punkt bringen!

          Nun dürfen wir alle wirklich gespannt sein, wie lange sich demokratische Parteien, Parlamentsabgeordnete und Demokratien insgesamt noch von Fossilisten, Überreichen und deren Medienkampagnen herumschubsen lassen. Davon wird m.E. auch wesentlich abhängen, welches „Maß an Respekt und Menschlichkeit“ wir erhoffen dürfen.

          Auch unsere kritisch-konstruktiven Dialoge tragen bei mir persönlich einiges zu mehr Hoffnung bei, liebe @Marie H.! Herzlichen Dank auch dafür! 🙏🙌

          • https://youtu.be/XK3Q0qkCUtQ?is=NSC8j70JNebmIo_w

            Bei dem Streit zwischen Regierung und den Mineralölkonzernen muss ich an dieses Wienerlied denken.

            Man kann alles bis ins kleinste Detail durchdenken und planen. Man meint, alles im Griff zu haben. Man fühlt sich allen anderen total überlegen. Dann kommt ein unberechenbarer Typ wie Trump, und alle Pläne sind nur noch Makulatur. Wenn der Herrgott ned will…

            Nein, ich empfinde keine Schadenfreude. Denn die Leidtragenden dieser Situation sind wir alle.

          • Genau so, @Marie H. 👍🙏

            Selbstverständlich versuchen Konzerne und Überreiche den Eindruck zu erwecken, sie dienten dem Gemeinwohl. Auch beeinflussen sie Politik durch Konzernmedien, Parteispenden, Lobbyismus und auch Karriereversprechen. Und dieser schlimme Einfluss des sog. „Corporate Money“ wirkt eben nicht nur in den USA 🇺🇸 (Erdöl & Erdgas) und Japan 🇯🇵 (Atom), sondern auch in Deutschland 🇩🇪🇪🇺.

            Dennoch & deswegen erwarte (!) ich, dass Demokratinnen und Demokraten diese Einflüsse erkennen, reflektieren und niemals den Eindruck erwecken, sie dienten eher dem Geld als dem Volk. Deswegen stört und verstört mich auch der massive Fossilismus der derzeitigen Bundesregierung – und ich hoffe im Interesse von CDU, CSU und SPD, dass sie sich davon noch rechtzeitig lösen. Denn glaubwürdig ist das nicht und beschädigt das Engagement der Abertausenden, die in Ländern, Regionen und Kommunen für Demokratie, Dialog und Wissenschaft, für soziale Gerechtigkeit und für Familien einstehen. Beobachte ich.

            Das ist auch ein Hauptgrund, warum ich zur derzeitigen „Berliner Blase“ eher Distanz halte. Ich verstehe schon, dass die klassischen Nationalstaaten und parlamentarischen Demokratien weltweit unter Druck stehen. Aber auch deswegen halte ich fossilen Konzernlobbyismus für moralisch und inhaltlich falsch, ja für zerstörerisch und unanständig.

  7. @Michael 19.03. 12:18

    „Viele Rechte wollten einfach nur eine anti-islamische Reaktion in ein reaktionäres Familienbild, viele Linke begrüßten den Niedergang von Religionen und Familien, von Völkern und manchmal gar der ganzen Menschheit.“

    Die Beobachtung, dass der Großteil der Welt in eine Schrumpfung übergeht ist zumindest mir recht neu. Es macht dann deutlich weniger Sinn, wenn Leute hier einwandern, die dann da fehlen, wo sie herkommen. Da denke ich schon länger drüber nach, wie wir einerseits mit weniger neuer Zuwanderung auskommen, und anderseits einfach selber wieder mehr Kinder bekommen.

    Ich meine, man kann dieser Entwicklung auch seine Zeit geben. Es muss erstmal überhaupt realisiert werden, dass wir gar kein Problem mehr mit eine Überbevölkerung haben, und andererseits erstmal überlegen, wie man denn unter modernen Zuständen zu hinreichen Kindern kommen kann.

    So kann ich mir auch eine entscheidende Aufwertung von ländlichen Räumen vorstellen, wenn wir mal ein sehr kostengünstiges Sammeltaxisystem auf Basis von Selbstfahrenden E-Fahrzeugen bekommen. Dann kann man seine Kinder zur Kita, zum Kindergarten oder zur Schule einfach abholen lassen, und auch Ältere ohne Fahrtüchtigkeit wären weiter voll mobil – zu deutlich weniger Kosten, als ein eigenes Fahrzeug jetzt verursacht.

    Auch weiterer Wege zum Arbeitsplatz wären so möglich, einmal viel billiger, wenn die Sammeltaxis gut ausgelastet sind, und mit dann weniger Staus auch noch schneller.

    Das würde die Wohnungsnot in vielen Städten entschärfen, und zugleich den Verfall von Immobilien in derzeitigen Abwanderungslandkreisen aufhalten können. Was das Stadtleben wegen weniger Mieten billiger macht, und das Landleben eben deutlich aufwertet, weil auch Alte und Kinder voll selber mobil sind.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass einfach schon so ein Sammeltaxisystem reicht, die Geburtenraten deutlich zu erhöhen. Und noch mehr Homeoffice auch noch.

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar, lieber @Tobias – ich denke, Du hast da einen sehr guten Punkt:

      Die Beobachtung, dass der Großteil der Welt in eine Schrumpfung übergeht ist zumindest mir recht neu. Es macht dann deutlich weniger Sinn, wenn Leute hier einwandern, die dann da fehlen, wo sie herkommen. Da denke ich schon länger drüber nach, wie wir einerseits mit weniger neuer Zuwanderung auskommen, und anderseits einfach selber wieder mehr Kinder bekommen.

      Denn, ja, das sind ja die beiden Extrempositionen, denen ich immer wieder begegne: Manche glauben, wir könnten einfach so viele Zugewanderte wie wirtschaftlich notwendig „importieren“ und wollen die komplexen Herausforderungen von Integration, Bildung und Miteinander einfach nicht wahrhaben. Andere huldigen einem Ethnonationalismus, der sich schon mit dem Slogan „Kinder statt Inder“ ad absurdum geführt hat. Denn selbstverständlich gibt es in jeder freiheitlichen Gesellschaft immer auch Abwanderung und jede demokratische Solarpunk-Arche-Region wird sowohl kinderreiche Familien wie auch Aufnahme- und Integrationsbereitschaft benötigen. Viele Regionen scheitern schon heute an einem oder beiden Ansätzen und beschleunigen damit ihren demografischen Niedergang samt Rechtsmimesis.

      Auch im Hinblick auf die wirtschaftlichen Vorteile von erneuerbaren Wohlstandsenergien – bis hin zu einem post-fossilen KI-ÖPNV-Sammeltaxisystem – sehe ich große Überschneidungen. Vom Vorsitzenden der KlimaUnion, Thomas Heilmann (CDU), las ich gerade in der Wirtschaftswoche die Ansage:

      „In der Herstellung von Strom führen erneuerbare Energien zu sinkenden Preisen, Gas verteuert sie. Um die Kosten-Vorteile von Sonne und Wind nutzen zu können, müssen Netze ausgebaut und vor allem digitalisiert werden.“

      Das sehe ich ganz genau so, wobei ich eben mit den Widerständen durch fossilen Lobbyismus und vor allem in der Wahrnehmung (!) zu kämpfen habe. Sowohl die globale Erhitzung wie auch die säkulare Geburtenimplosion sind für die meisten Menschen unangenehme Themen, die auch Teile der eigenen Biografie hinterfragen – und daher oft verdrängt und abgetan werden.

      Immerhin konnte ich mich auch heute über eine schöne Nachricht freuen:

      Freue mich gerade sehr über diese Zuschrift eines deutsch-israelischen Freundes:

      „Lieber Michael,

      deine These über die aktuelle Interdependenz zwischen der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen und dem Antisemitismus hatte mich bisher eher irritiert.

      Im Blick auf die aktuelle Entwicklung – Straße von Hormuz, Angriffe auf Fördergebiete, Preisentwicklung von Öl und Gas in Europa – ist allerdings evident, dass deine Analyse sehr bedenkenswert ist.

      Herzliche Grüße“

      #Politikwissenschaft #Religionswissenschaft
      #Fossilismus #Antisemitismus #Erneuerbare #Friedensenergien #Irankrieg #USA #Iran #Israel #Katar #Gas #Öl #Preise

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116256041260662446

      So mache ich also einfach dialogisch weiter – auch hier auf dem Wissenschaftsblog – und freue mich über jeden Menschen, den ich Solarpunk-erreichen kann. 🤭

      Dir alles Liebe und gerne bis bald wieder!

  8. Schon interessant:
    Als von progressiver Seite – gegen den Widerstand der Konservativen – die volle Gleichberechtigung von Frauen im Beruf gefordert wurde, hatte doch eigentlich niemand – weder Progressive noch Konservative – im Sinn, dass dann beide Eltern Vollzeit arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen.
    Wenn 1970 ein Vollzeit-Gehalt für eine Durchschnittsfamilie ausreichte – wieso reichen dann 2026 zwei halbe Gehälter bei den meisten nicht, um über die Runden zu kommen?
    Irgendwie haben wir uns über den Tisch ziehen lassen, kommt mir vor…

    • Ja, @Hans – das ist so! Denn einerseits wurde ein Großteil der zusätzlichen Wertschöpfung an ohnehin schon Überreiche sowie an die demografisch mächtigen Lobbys von Rentnern und Pensionären abgegeben (ich erinnere an die kurze Panik um die Partei „Die Grauen“). Und andererseits wurden durch erhöhte Standards – etwa beim Bauen – sowie durch mimetische, zunehmend auch digitale Vergleiche die Kosten für ein inszenierbares Leben immer weiter nach oben geschraubt. Die Bedeutung von relativem Status für die menschliche Evolutionspsychologie brauche ich Dir ja nicht zu erläutern.

      Das Gesamtergebnis zeigte sich u.a. im Februar 2026:

      Eine Mehrheit der Deutschen hält Kinder aus finanziellen Gründen für kaum noch bezahlbar. Die Gründe sind vielfältig.

      In einer aktuellen repräsentativen Insa-Blitzumfrage für „Bild am Sonntag“ stimmten 55 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass man sich in Deutschland keine Kinder mehr leisten könne. 34 Prozent widersprachen, elf Prozent sind unentschieden.

      Hohe Belastung durch Lebenshaltungskosten und Steuern

      Als Hauptgrund nannten 81 Prozent der Befragten hohe Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel und Energie. 59 Prozent sehen zudem Steuern und Abgaben als wesentliche Belastung. 48 Prozent halten die staatliche Unterstützung für Familien für nicht ausreichend. 58 Prozent der Befragten beklagten darüber hinaus fehlende Kita- und Betreuungsplätze. Während in Westdeutschland weiterhin Betreuungsplätze für rund 15 Prozent der unter Dreijährigen fehlen, werden in Ostdeutschland wegen sinkender Geburtenzahlen vereinzelt Einrichtungen geschlossen.

      https://www.focus.de/finanzen/insa-umfrage-kinder-fuer-mehrheit-der-deutschen-nicht-mehr-bezahlbar_db92d366-9db5-4593-b97a-fdeeca08822c.html

      Das Ganze führt also dazu, dass wir immer mehr Industriegüter produzieren – während die Nachfrage danach jedoch auch mangels junger Familien und nachlassender Investitionen bereits immer stärker einbricht. Die demografische Nachfragekrise führt erst zu einer übersteigerten Exportorientierung, dann zu einer Deindustrialisierung – weltweit.

      Insofern beschleunigt das Irankrieg-Desaster derzeit den Zusammenbruch der ohnehin bereits niedergehenden, fossilen Industrialisierung in Nationalstaaten. Weitere blutige Kriege wie im Sudan oder zwischen Pakistan und Afghanistan werden dabei derzeit kaum mehr beachtet. Wo es hilfreiche, also post-fossile und demokratische Solarpunk-Erneuerungsbewegungen gibt, entfalten sie sich fast immer regional und kommunal im Prinzip der „hidden Champions“.

  9. Gerade fiel mir dazu wieder Bertrand Russels Essay „In Praise of Idleness“ ein:
    https://harpers.org/archive/1932/10/in-praise-of-idleness/

    Es ist faszinierend, wie aktuell viele seiner Punkte sind – z.B., dass es durch Organisation und Automatisierung gar nicht mehr nötig wäre, dass wir mehr als vier Stunden pro Tag arbeiten. Oder dass das existierende ungleiche Wirtschaftssystem immer wieder zu Kriegen führt.

    We have no attempt at economic justice, so that a large proportion of the total produce goes to a small minority of the population, many of whom do no work at all. Owing to the absence of any central control over production, we produce hosts of things that are not wanted. We keep a large percentage of the working population idle because we can dispense with their labor by making others overwork. When all these methods prove inadequate we have a war: we cause a number of people to manufacture high explosives, and a number of others to explode them, as if we were children who had just discovered fireworks. By a combination of all these devices we manage, though with difficulty, to keep alive the notion that a great deal of manual work must be the lot of the average man.

    An Russels brilliant geschriebenen Essays gefällt mir vor allem, dass er einerseits scharfzüngig-polemisch sein kann (Beispiel oben), er aber immer Optimist bleibt. Weniger Arbeit würde uns alle glücklicher und die Welt friedlicher machen – das ist übrigens ein wichtiger Punkt, der in der ganzen „Lifestyle-Teilzeit“-Debatte bisher gar nicht zur Sprache kam.

    Ordinary men and women, having the opportunity of a happy life, will become more kindly and less persecuting and less inclined to view others with suspicion. The taste for war will die out, partly for this reason, and partly because it will involve long and severe work for all. Good nature is, of all moral qualities, the one that the world needs most, and good nature is the result of ease and security, not of a life of arduous struggle. Modern methods of production have given us the possibility of ease and security for all; we have chosen instead to have overwork for some and starvation for others. Hitherto we have continued to be as energetic as we were before there were machines. In this we have been foolish, but there is no reason to go on being foolish for ever.

  10. @Michael 19.03. 16:57

    „Denn selbstverständlich gibt es in jeder freiheitlichen Gesellschaft immer auch Abwanderung und jede demokratische Solarpunk-Arche-Region wird sowohl kinderreiche Familien wie auch Aufnahme- und Integrationsbereitschaft benötigen.“

    Es ist allerdings auch alles in jeder Kommune und jedem Landkreis verschieden. Eine Überhitzung mit teurem Wohnraum wünsche ich mir nicht, aber auch möglichst keinen Verfall mit Leerständen.

    In Dortmund läuft es eigentlich recht ausgeglichen. Ein paar weniger z.B. Ukrainer, die vielleicht wieder die Stadt verlassen, wenn der Ukrainekrieg ein Ende findet, fände ich aber praktisch.

    Überhaupt wären m.E. tragfähige Lösungen mit einer moderaten Schrumpfung durchaus attraktiv. Solange es eben nicht in Verfall umkippt. Vor allem vor einem Hintergrund allgemein schrumpfender Bevölkerungen mehr oder weniger weltweit.

    Wobei ich durchaus den Eindruck habe, das es ein recht sensibles Gleichgewicht gibt, dass schnell in Wohnungsnot einerseits, aber auch schnell in Abwanderung und Verfall kippen kann. Hier müsste man recht lokal aufpassen und gezielt gegensteuern?

    Städte wie Münster oder Düsseldorf sind kaum noch bezahlbar, während in Duisburg oder Gelsenkirchen reichlich leersteht und allgemeiner Verfall zu beklagen ist. Fällt mir hier in NRW so auf.

    Die Erkenntnis, dass mehr Kinder doch vielfältig vorteilhaft wären, steht da dann noch mal für sich. Wie man da wirklich hinkommt, wäre entsprechend interessant.

    • Ja, @Tobias – während sich die Nationalstaaten bereits immer schwerer tun, wird sich der Erfolg von Solarpunk-Arche-Regionen vor allem an der Regional- und Kommunalpolitik entscheiden. Es wäre also weise, wenn die vom Volk direkt Gewählten in den Kommunen und Regionen mehr Kompetenzen (auch in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik) und Ressourcen erhalten könnten.

      Hier drei positive Beispiele für die Energiewende hin zu erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien aus Deutschland per Perplexity.ai:

      Wunsiedel, Feldheim und Wildpoldsried haben die Energiewende jeweils über **lokale Wertschöpfung, Bürgerbeteiligung und dezentrale Anlagen** geschafft, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. [carmen-ev](https://www.carmen-ev.de/2023/07/01/wildpoldsried-modelldorf-der-energiewende/)

      ## Wunsiedel

      Wunsiedel setzte seit 2001 konsequent auf eine regionale, klimaverträgliche Energieversorgung, getragen vor allem vom städtischen Stadtwerk. Die Kommune baute Wind-, Solar- und Bioenergie aus, sodass sie ihr Klimaschutzziel für 2020 schon 2016 erreichte und bilanziell mehr Strom aus Erneuerbaren erzeugte, als sie verbrauchte. Für die Wärmewende setzte Wunsiedel auf ein Biomasse-Heizkraftwerk, Pelletproduktion und angeschlossene Nahwärmelösungen, die auch kommunale Gebäude und Wohnquartiere versorgen. Wichtig war dabei die Bürgerbeteiligung über kleinere Einstiege und die regionale Vermarktung des Stroms, damit Wertschöpfung vor Ort blieb. [solarbranche](https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-39391-leuchtturmprojekt-fr-die-kommunale-energiewende-feldheim-in-brandenburg-zeigt-wie-gemeinden-strom-und-wrmeversorgung-selbst-gestalten)

      ## Feldheim

      Feldheim wurde durch ein sehr konsequent lokal organisiertes Modell zur energieautarken Kommune. Der Ort nutzt einen großen Windpark in der Nähe, dessen Strom über ein eigenes Netz und zusammen mit Wärme aus einer Biomasseanlage ins Dorf kommt. Entscheidend war der Bau einer eigenen Strom-, Wärme-, Wasser- und Internetinfrastruktur, weil der Ort sich nicht vom bestehenden Monopolnetz abhängig machen wollte. Die Einwohner profitierten von niedrigeren Energiepreisen, gemeinsamer Eigentümerschaft und einer starken lokalen Beteiligung, die das Projekt sozial tragfähig machte. [unendlich-viel-energie](https://www.unendlich-viel-energie.de/projekte/energie-kommunen/energie-kommune-des-monats-wunsiedel)

      ## Wildpoldsried

      Wildpoldsried vollzog die Energiewende vor allem über früh begonnene Bürgerbeteiligung und viele dezentrale Projekte mit Wind, Sonne, Biomasse und Kleinwasser. Seit 1999 wurde ein ökologisches Profil gemeinsam mit der Bürgerschaft aufgebaut; daraus entstanden zahlreiche Bürgerwind- und PV-Anlagen, an denen viele Haushalte beteiligt sind. Die Gemeinde erzeugt heute ein Mehrfaches ihres eigenen Strombedarfs und deckt auch einen großen Teil ihres Wärmebedarfs erneuerbar. Der politische und soziale Schlüssel war, dass die Anlagen als **eigene** Projekte der Dorfgemeinschaft wahrgenommen wurden, nicht als von außen aufgedrängte Infrastruktur. [wildpoldsried](https://www.wildpoldsried.de/exkursionen.html)

      ## Gemeinsames Muster

      Alle drei Orte zeigen, dass die Energiewende dann besonders gut gelingt, wenn Kommune, Bürgerschaft und lokale Akteure gemeinsam handeln. Erfolgsfaktoren waren jeweils dezentrale Erzeugung, lokale Beteiligung, sichtbare wirtschaftliche Vorteile und eine klare politische Steuerung vor Ort. In diesem Sinn sind sie weniger bloß „Ökostrom-Orte“ als Modelle dafür, wie erneuerbare Energien zu regionaler **Wohlstandsenergie** werden können. [caritas](https://www.caritas.de/magazin/zeitschriften/sozialcourage/archiv/jahrgang-2023/artikel/ein-dorf-das-zeigt-wie-die-energiewende-)

  11. Für meine Meinung zum Irankrieg und meiner Begeisterung für Trump werde ich kaum Zustimmung ernten.

    Für mich strebt Trump eine friedlichere und bessere Welt an, dass sozusagen endlich „was weitergeht“. Mit dem Irankrieg könnte er beides „weiter bringen.“

    Der Schiitischen Geistlichkeit des Iran wollte er klar machen, dass sie sich die „Vernichtung Israels“ aus dem Kopf schlagen sollten, es würde mit der eigenen Vernichtung enden….

    Der Welt auch klar zu machen, dass sie auf E Autos umsteigen und erneuerbare Energien stärker einbinden sollten.

    Vermutlich wollte er auch noch E Musk seinen Dank abstatten, weil der einen Teil des Schuldenproblems von Amerika, Aktivitäten die Amerika nichts genutzt haben, aber riesige Kosten verursacht haben, „aufgeräumt“ hat. Das ist E Musk bekanntlich gar nicht gut bekommen…..

    So hat er die Iraner „eingespannt“, dafür zu sorgen, dass rund 20 % des Öls für einige Zeit vom Markt genommen werden. So dass jedem klar wird, in welchen Abhängigkeiten wir uns mit dem „Fossilismus“ befinden. Eine realistische Entwicklung hin zu moderneren Technologien angestrebt werden sollte.

    Könnte mir gut vorstellen, dass so mancher wütend ein E Auto bestellt und sein Dach mit PV Anlagen voll pflastert. Die Ölheizung nur noch einschaltet, wenn es sehr kalt ist.

    Diese Möglichkeiten könnte das neue Heizungsgesetz offen lassen und das finde ich zweckmäßig…

    • Lieben Dank, @Realo – wie Sie wissen, schätze ich es, dass Sie mit Ihrer Tyrannophilie gegenüber Putin und Trump recht offen umgehen! Das ist für viele von uns interessant.

      Und, klar, mit dem Irankrieg-Desaster enthüllt Donald Trump die lange externalisierten Kosten fossiler Gewaltenergien. Jeden Tag steigen mehr Menschen dahinter, dass sie fossil abgezockt werden und also auf erneuerbare Friedensenergien um.

      Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass Trump die Energiewende zu erneuerbaren Wohlstandsenergien fördern wollte – im Gegenteil. Selbst jetzt noch vergeudet er Steuergelder, um den Ausbau von Windkraft zu verzögern!

      Nach fünf juristischen Niederlagen setzt die Trump-Regierung auf Geld statt Gericht: Fast 1 Milliarde Dollar sollen den französischen Energiekonzern TotalEnergies überzeugen, zwei Windparks an der Ostküste nie zu bauen.

      https://www.focus.de/earth/us-praesident-trump-bietet-franzoesischem-konzern-eine-milliarde-damit-windparks-scheitern_2d39ad91-e0cc-4ca7-86d3-6eb2df214fe4.html

      So sehr ich also Ihre Sehnsucht nach vermeintlich wohlmeinenden Tyrannen psychologisch verstehen kann – die Faktenlage spricht klar dagegen. Sie nennen sich zwar @Realo, wollen aber noch immer an rechtsdualistische Lügen glauben.

      Schade, aber immerhin interessant…

  12. @ Michael Blume 21.03.2026, 12:11 Uhr

    Genau so wie D Trump, schätze ich E Musk. Er ist zwar hauptsächlich wegen seiner Teslas bekannt, mischt aber im Bereich der „Erneuerbaren“ extrem mit.

    Kurzer Auszug aus dem „Copiloten“: Elon Musk ist weit mehr als „nur“ E – Autos. Er mischt massiv bei Solarenergie, Batteriespeichern, Stromnetzen und Rohstoffen für die Energiewende mit. Seine Aktivitäten reichen von SolarCity über Tesla Energy bis hin zu globalen Großspeicherprojekten und Lithium – Strategien. (Bei mehr Interesse, bitte bei KI nachfragen).

    Weniger (oder gar nicht?) bei der Windenergie, die vergleichsweise mehr Probleme macht, (z.B. Platzbedarf, Lärm, zu weit von den „Verbraucherschwerpunkten“ entfernt, Bodenerwärmung, Vogelschutz,….), als die Ausbeutung der PV Energien.

    Es ist völlig klar, dass die Umstellung auf Erneuerbare realistisch nicht von Heute auf Morgen möglich ist. Aber die Prozesse, etwas „anzuschieben“ auf „dezente kluge Art“, Trump hat sogar indirekt, mit seiner „Friedensarbeit“, die schiitische Geistlichkeit „eingespannt“ um das zu fördern.

    Die spielen auch noch „brav“ mit“, machen gerne die „Dreckarbeit“, ohne zu wissen worum es in Wirklichkeit geht, das nenne ich kreativ. Trumps „Friedensarbeit“ haben die Anführer des Iran zu einer Werbung für die Erneuerbaren „umfunktioniert“. Damit schlagen sie sich mit dem Hammer selber auf den Kopf…

    Immer mehr Menschen im Westen haben es satt, von den Fossilisten abhängig zu sein. Sie werden sich bemühen, sich sobald als möglich unabhängig davon zu machen….

    Für mich strebt Trump eine „friedlichere und bessere Welt an“, dass endlich „was weitergeht“. Mit dem Frieden, mit Deals und der Wirtschaft, den Jobs und in der Technik.

    Andere Politiker denken auf 4 Jahre im Voraus und nach mir die „Sintflut“. Trump will in die Geschichtsbücher eingehen.

  13. @Realo 21.03. 14:27

    „Andere Politiker denken auf 4 Jahre im Voraus und nach mir die „Sintflut“. Trump will in die Geschichtsbücher eingehen.“

    Bei Trump habe ich eher den Eindruck,, dass der nicht mal für 4 Wochen plant.

    Möglicherweise war Trump gar nicht klar, dass jetzt die Straße von Hormus dicht ist, und die Ölanlagen im ganzen Golf auf der Abschussliste stehen.

    Er kommt natürlich aus der Nummer wieder raus, wenn er die Angriffe auf Iran wieder einstellt, vermute ich mal.

    Freuen tun sich freilich alle anderen Förderländer, inclusive der US-Öl-Firmen. Kurzfrstig. Die USA selbst sind zwar der größte Produzent von Öl und Gas, sie sind aber zugleich auch Verbrauchsweltmeister.

    Es ist natürlich eine Folge des Irankrieges, dass die globale Energiewende gefördert wird, mittelfristig. Ein Ziel von Trump dürfte das allerdings wirklich nicht sein.

  14. @ Michael Blume 21.03.2026, 14:37 Uhr

    Sie bezogen sich auch auf Windenergie, die nicht gut genug ist, die Trump und offensichtlich auch E Musk ablehnen. Dies habe ich zu begründen versucht

    Trump war auch gegen „farmer destroying solar“, bedeutet er war gegen riesige Solarfelder, wenn irgend ein Farmer auf die Idee kam, irgendwo in der Pampa, weit wegen vom Netz, riesige Solarfelder zu bauen, wobei für die hohen Anschlusskosten der Stromkunde oder der Steuerzahler aufkommen muss. Wenn der Strom gar nicht gebraucht wird, musste der Steuerzahler (Kunde) auch noch dafür aufkommen, den Strom irgendwie mit hohen Kosten zu vermarkten.

    Das ist natürlich auch E Musk aufgefallen und der fährt einen für Techniker völlig plausiblen, vermutlich sogar optimalen Kurs. Offensichtlich hat er Trump die Realität klar gemacht. Es muss alles sorgfältig geplant werden und nichts darf dem Zufall überlassen werden. Das gilt für kleine private Solaranlagen, als auch den industriellen Einsatz.

    Es scheint, dass Trump heute die Zusammenhänge noch besser versteht. Er ist auch extrem flexibel. Nutzt jede Chance sehr schnell, noch ehe der Mainstream drauf kommt, was eigentlich wirklich „gespielt“ wird.

    Trump sieht offenbar, aus den bekannten Gründen, die Windenergie eher kritisch, aber nicht eine „Solarpolitik“ im Sinne des Realisten und Fachmannes E Musk. Der ist für die wirklich nützlichen Erneuerbaren…..

    Bei Kriegen geht es fast immer um Ressourcenkonflikte.

    Dass das auf fossilen Brennstoffen basierende Systeme zunehmend unter Druck geraten ist naheliegend.

    Trump hat offensichtlich aus den strategischen Muster wie dem Vietnam-Krieg, dem Afghanistan Abenteuer, …. die für die USA in einem Debakel endeten, gelernt. Er schnappt sich, oder tötet einfach Anführer, die das „Blut von Amerikanern“ an den Fingern haben, schickt nur Bomben, kaum Soldaten….

    Irans Entscheidung, die Straße von Hormus für den Öltransport zu schließen, wird als Rohrkrepierer enden. Die Welt wird sich umso schneller vom Fossilismus verabschieden und E Musks Pläne werden umso schneller Realität werden….

    Zitat: „Der Irankrieg lässt sich tatsächlich als Ausdruck des fossilistischen Abwehrkampfes interpretieren: Ein auf fossilen Energien basierendes geopolitisches System versucht verzweifelt, seine Macht zu erhalten, während gleichzeitig die Transformation zu erneuerbaren Energien an Dynamik gewinnt. Das militärische Scheitern und die ökonomischen Verwerfungen durch Ölschocks[14] können als Symptome eines Systems gedeutet werden, das sich in seiner Endphase befindet und dessen Abwehrkämpfe zunehmend kontraproduktiv werden.“

    So ist es. Nur verhält es sich anders, als es die Iranischen Führung haben möchte. Dem „Westen“ wird eingetrichtert, sich die „fossilistische Dominanz“ nicht mehr gefallen zu lassen. Sie durch den Einsatz der Erneuerbaren abzuschütteln.

    In diesem Sinne dürften Trump/Musk den Irankrieg „umfunktionieren“….

    • Es ist wirklich rührend, wie Sie sich die Realität pro Donald Trump hinzubiegen versuchen, @Realo – dass dieser erneuerbare Friedensenergien wie Wind- und Solarenergie beschimpft und bekämpft, blenden Sie kontrafaktisch aus. 🤭

      Dabei hätten Sie auf diesem Wissenschaftsblog schon längst anerkennen können, wer sich auch in New York „für“ den schnelleren Ausbau der Solarenergie aussprach:

      Am 22.09.2025 sprach die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) beim Global Renewables Summit in New York mit starken Argumenten für einen post-fossilen Energieglauben, für erneuerbare Friedens-, Sicherheits- und Wohlstandsenergien. Das Skript von „A New Age Of Renewable Abundance“ findet sich hier auf Englisch und als „Ein neues Zeitalter der der Fülle an erneuerbaren Energien“ finden Sie hier auf Deutsch.

      So eröffnete die Präsidentin:

      „Es ist mir eine Freude, diese Sitzung zur Fülle der erneuerbaren Energien zu eröffnen. Unsere Diskussion ist sehr aktuell. Denn die Energiewende ist in vollem Gange. 2024 wurden weltweit beinahe 2 Billionen EUR in saubere Energien investiert.

      Auf jeden Euro, der für fossile Brennstoffe ausgegeben wurde, kamen mehr als zwei Euro für saubere Energien. Die wirtschaftlichen Daten sind eindeutig. 90 % der neuen Projekte zu erneuerbaren Energien erzeugen Strom kostengünstiger als fossile Brennstoffe. Solarenergie ist jetzt 41 % billiger als die kostengünstigste fossile Alternative.“

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-der-eu-kommissionspraesidentin-ursula-von-der-leyen-cdu-evp-fuer-den-globalen-ausbau-erneuerbarer-friedensenergien/

      Ich danke Ihnen herzlich, @Realo, dass Sie uns mit Ihrem tyrannophilen Dualismus psychologisch informieren und auch durchaus unterhalten. 👍

  15. @ Tobias Jeckenburger 21.03.2026, 15:03 Uhr

    Zitat: „Bei Trump habe ich eher den Eindruck,, dass der nicht mal für 4 Wochen plant.“

    Wegen Trumps „Flexibilität“ könnte man diesen Eindruck gewinnen.

    Die Bedeutung der Straße von Hormus dürfte allgemein bekannt sein. Es betrifft rund 20% des internationalen Ölhandels. Es könnte uns einen (heilsamen) Schrecken einjagen, ok. Der Iran und die typischen Ölstaaten sind zu 100 % betroffen. Für die geht es um die Existenz.

    Sicherlich war es nicht gerade Trumps „lange geplantes Ziel“. Aber er nutzt offenbar jede Chance ehe sie seinen Kontrahenten überhaupt aufgefallen ist. Dieser Instinkt war schon in der „Schlangengrube“ der Immobilienhändler wichtig, wo er sich früher durchsetzen musste.

    Für den Iran und die Ölstaaten geht es jedenfalls um die eigene Existenz…. Bei uns würde die Wirtschaft vom schnellen Umstieg auf Erneuerbare eher profitieren.

    • Danke für die prächtige Unterhaltung, @Realo 🤓

      Zu Ihren tyrannophilen und dualistischen These passt auch nicht, dass der von Ihnen so gläubig verehrte US-Präsident Donald Trump gerade einem Minister erlaubte, Öl-Sanktionen gegen das fossile Regime des Iran in Frage zu stellen, um den für die US-Republikaner bedrohlichen Anstieg des Ölpreises zu begrenzen.

      Dabei räume ich freimütig ein, dass auch die Äußerungen der (früheren?) Gas-Lobbyisten und zuständigen Ministerin Katherina Reiche (CDU) nicht einer unfreiwilligen Komik entbehren…

      Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Überlegungen von US-Finanzminister Scott Bessent über eine mögliche Lockerung der Sanktionen für iranisches Öl kritisiert.

      „Jeder Dollar für Öl aus dem Iran stabilisiert ein Regime, das unseren Werten fundamental entgegensteht“, sagte Reiche der „Bild“-Zeitung.

      Hintergrund der Äußerungen sind Äußerungen Bessents, der die Möglichkeit ins Spiel gebracht hatte, die Handelsbeschränkungen für rund 140 Millionen Barrel iranisches Öl, die sich derzeit auf See befinden, aufzuheben. Zuvor hatte die US-Regierung bereits Sanktionen auf russisches Öl gelockert.

      Reiche sagte dazu der „Bild“, es könne „nicht in unserem Interesse sein, durch Lockerung von Ölsanktionen Regimes zu stärken, die für Unterdrückung und Terror im Inneren stehen oder einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach außen führen“. Jeder Dollar für russisches Öl speise „auch die Kriegskasse“, gleiches gelte für die Stabilisierung der Islamischen Republik in Teheran.

      Als Konsequenz kündigte die Wirtschaftsministerin an, die deutsche Energiepolitik weiter auf Eigenständigkeit auszurichten. „Deshalb halten wir konsequent Kurs: hin zu mehr Unabhängigkeit, mehr Diversifizierung von Energieimporten und einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien“, sagte Reiche.

      https://www.n-tv.de/ticker/Reiche-bemaengelt-US-Plaene-zur-Lockerung-von-Sanktionen-fuer-iranisches-Oel-id30492057.html

      Indem Sie sich entschieden haben, sich den fossilen Thymoten Putin & Trump zu unterwerfen, gaben Sie einen weiteren Zugang zur empirischen Realität und zur Falsifikation Ihrer Thesen auf, lieber @Realo…

  16. @ Michael Blume 21.03.2026, 16:26 Uhr

    Ich bin halt bei der Umsetzung der Energiewende für eine möglichst sachliche Techniker Sicht, für eine differenzierte Sicht, so dass kein Geld und keine Ressourcen sinnlos verschwendet werden.

    Begeisterte Euphorie kommt letztlich teuer, was auch unseren Politikern allmählich auffällt.

    Nachteile von Lösungsvarianten sollten möglichst bald erkannt und berücksichtigt werden. Z.B. bei der Windenergie, oder wenn Solarparks einfach in der „Pampa“ errichtet werden, nur weil es ein Investor so will. Genau diese Fälle hat Trump sogar explizit angesprochen…. Die Zölle verfolgen die Absicht, dass ausländische Firmen in den USA investieren, sie richten sich nicht gegen „gute Erneuerbare“.

    Windenergie ist nicht gut genug und Solartechnik muss sorgfältig geplant und eingesetzt werden.

    Man sollte aus Erfahrungen lernen…. sonst droht ein wirtschaftliches Chaos, wie es die „Grünen“ aus ideologischen, fast religiösen Gründen, hinterlassen haben…..

  17. @ Michael Blume 21.03.2026, 16:54 Uhr

    Zitat: „…US-Präsident Donald Trump gerade einem Minister erlaubte, Öl-Sanktionen gegen das fossile Regime des Iran in Frage zu stellen, um den für die US-Republikaner bedrohlichen Anstieg des Ölpreises zu begrenzen.“

    Das ist ganz einfach zu erklären. Trump geht es um die „große Show“ und dass die „Geldverluste“ möglichst gering sind. Da ergeben sich nun einmal Widersprüche.

    Dass Widersprüche, z.B. „der (früheren?) Gas-Lobbyisten und zuständigen Ministerin Katherina Reiche (CDU) nicht einer unfreiwilligen Komik entbehren…“ ist naheliegend.

    Der Grund ist ganz einfach, Politiker, außer Trump, sind gezwungen, sich an die jeweiligen geltenden „Sprachregelungen“ zu halten. Auf keinem Fall darf Putin Öl abgekauft werden, andererseits kostet uns das viel Geld…..

    Trump denkt, wie schon oft erwähnt, recht flexibel. Einerseits droht er mit Bomben, andererseits winkt er mit Geldscheinen, wie eben im Iran. Das ist seine eigentlich recht erfolgreiche Art….
    Seine Gegner werden durch diese Methoden stark irritiert….

    Zitat: „Als Konsequenz kündigte die Wirtschaftsministerin an, die deutsche Energiepolitik weiter auf Eigenständigkeit auszurichten. „Deshalb halten wir konsequent Kurs: hin zu mehr Unabhängigkeit, mehr Diversifizierung von Energieimporten und einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien“, sagte Reiche.“

    Man könnte es so sehen.

    Mir imponieren eben Trumps neue, „ungewöhnliche“ aber vermutlich eher erfolgreiche Strategien und seine offensichtliche „Friedenssehnsucht“, seine „Samtpfötigkeit“ (möglichst wenige Opfer).

    Eine abschließende Bewertung ist erst in mehreren Jahren möglich, dann kann man die Thesen einer „Falsifikation“ unterziehen….

    • Erneut ein freundliches Nein, @Realo 🤭

      Sie behaupteten gerade in Ihrer bizarr tyrannophilen Verteidigung von Trump:

      Der Grund ist ganz einfach, Politiker, außer Trump, sind gezwungen, sich an die jeweiligen geltenden „Sprachregelungen“ zu halten. Auf keinem Fall darf Putin Öl abgekauft werden, andererseits kostet uns das viel Geld…

      […]

      Eine abschließende Bewertung ist erst in mehreren Jahren möglich, dann kann man die Thesen einer „Falsifikation“ unterziehen…

      Auch das ist nachweisbar falsch, lieber @Realo: Trump „hat“ die Ölsanktionen gegenüber Putin bereits gelockert, weil ihm selbst die Öl- und Gaspreise in den USA um die Ohren fliegen…

      Die Trump-Regierung erteilt eine 30-tägige Lizenz für den Kauf von festsitzendem russischem Öl, um die Energiemärkte angesichts des Iran-Kriegs zu beruhigen.

      Die Vereinigten Staaten haben Sanktionen auf bereits auf See befindliches russisches Öl vorübergehend aufgehoben, um die durch den Iran-Krieg erschütterten globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Das Finanzministerium unter Präsident Donald Trump erließ die Ausnahmen am Donnerstagabend und erlaubte den Transport von Käufen festsitzenden russischen Öls in Länder weltweit bis zum 11. April. Die Entscheidung dürfte Hunderte Millionen Barrel Rohöl auf die globalen Märkte bringen und damit Preise dämpfen, die seit Beginn des Konflikts bei nahezu 100 US-Dollar pro Barrel verharren.

      https://www.fr.de/politik/trump-hebt-russland-sanktionen-auf-und-gibt-putin-freibrief-wegen-iran-krieg-zr-94215753.html

      Sie haben sich in Ihrer auch emotionalen Verlustaversion und im tyrannophilen Dualismus verrannt, @Realo. Immerhin aber auf eine informative und sogar unterhaltsame Weise! 🤓👍

  18. @ Michael Blume 21.03.2026, 17:42 Uhr

    Ich konnte nicht voraussehen, dass ich so alt werde. Ich wollte keine Experimente mehr eingehen und mein Leben in Ruhe zu Ende bringen.

    Der Grund ist relativ wertvoll, mein Erbe wird vermutlich verkaufen. Der Gedanke, meine Investitionen werden einfach zerstört, damit will ich mich nicht abfinden.

    Wäre ich jung, wäre jetzt ungefähr der richtige Zeitpunkt für einen Umstieg. Die PV Anlagen und die Wärmepumpen und auch die E Autos, sind halbwegs entwickelt und günstig. Die Ölkosten steigen. Aber eine Nachfüllung (2 000 Liter), selbst mit 100% Aufpreis, sind ein Klax im Vergleich mit den Investitionen.

    Jedenfalls, „lange“ werde ich von den fossilen Erdöl- und Erdgas-Konzernen nicht abgezockt werden. Die meisten meiner Kumpels wurden keine 85 Jahre.

    Die psychologischen Grundlagen für Motivationen und Entscheidungen sind auch mir bekannt. Psychologie war für mich immer wichtig. Ich habe mein ganzes Leben lang, nach einigen „Erfahrungen“, sehr „rational und vorsichtig“ gedacht, ich habe nichts zu bereuen. Andererseits ist mir aufgefallen, wie andere Menschen unter falschen, voreiligen Entscheidungen ihr ganzes Leben schwer gelitten haben. Einige haben sich umgebracht….

    Für einen 50…60 Jährigen wäre es ein Problem, wie er sich entscheidet, für mich nicht mehr….

    • Herzlichen Dank für Ihre ehrliche Rückmeldung und Einschätzung, @Realo 🙏

      Gemeinsam mit immer mehr Mitlesenden und Mit-Diskutierenden möchte ich durchaus anerkennen, dass Ihre tyrannophilen, dualistischen und Verlust-aversen Drukos viel zum psychologischen Verständnis des Fossilismus beitragen. Das Menschenbild des rationalen „Homo oeconomicus“ hatte mich schon an der Universität Tübingen nicht überzeugt – und dazu geführt, dass ich vom Studium der Volkswirtschaftslehre (VWL) zur Politik- und Religionswissenschaft gewechselt bin. Psychologische Konzepte wie die Sunk Costs-Verlustaversion betrachte ich als hilfreich und weiterführend.

      Über den Wert des dialogischen Bloggens und den Blog-Wagenheber-Effekt habe ich parallel zu unserer heutigen Diskussion gebloggt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hoffnung-fuer-die-wissenschaft-der-dialogische-blog-wagenheber-effekt-im-fediversum/

      Ihnen herzlichen Dank für Ihre durchaus interessanten, oft unterhaltsamen und immer wieder auch nachdenklichen Beiträge zu „Natur des Glaubens“, @Realo! 🙏🙌

  19. @ Michael Blume 21.03.2026, 18:42 Uhr

    Trump hat offensichtlich „Leitlinien, eine friedlichere und besser Welt“.

    Sonst versucht er die Kosten für Amerika zu minimieren.

    Selbstverständlich schert er sich nicht um die Ölsanktionen gegenüber Putin, weil ihm offensichtlich die Öl- und Gaspreise in den USA wichtige sind. Sein „Geschwätz von Gestern“ interessiert ihn nicht…..

    Aber bei uns „quält“ man sich, will sich konsequent an „Sprachregelungen“ halten……

    • Sehen Sie, @Realo – nachdem Sie gerade noch behauptet hatten, Trump wolle Öleinnahmen von Putin einschränken, behaupten Sie nun, dass „ihm offensichtlich die Öl- und Gaspreise in den USA wichtige(r) sind.“ Sie versuchen, Ihren tyrannophilen Dualismus nachträglich zu rationalisieren.

      Doch ein weiteres Beispiel für die auch militärische und wirtschaftliche Irankrieg-Fehlkalkulation Trumps, besteht in den Preisen von Drohnen und Raketen:

      „Eine iranische Shahed-Drohne kostet umgerechnet 20.000 bis 50.000 Dollar, eine amerikanische Patriot-Abfangrakete dagegen bis zu fünf Millionen. […] Am 1. März traf ein Drohnenangriff zwei Rechenzentren von Amazon Web Services in den VAE – nach Einschätzung von Branchenanalysten der erste bekannt gewordene militärische Treffer auf die Cloud-Infrastruktur eines großen Technologiekonzerns.“

      – Dunja Ramadan im SPIEGEL 13 / 2026, „Dubai: Krieg in der Glitzermetropole“, S. 51 & 52

      Habe ich gerade im neuen Blogpost zitiert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hoffnung-fuer-die-wissenschaft-der-dialogische-blog-wagenheber-effekt-im-fediversum/

      Ihre wirtschaftlichen Investitionen sind zum Teil verloren, ja. Aber ob Sie es noch einmal schaffen, geistig wieder etwas flexibler zu werden, @Realo?

    • @Realo

      Einzelne Blogposts auf „Natur des Glaubens“ wurden bereits Hunderttausendfach abgerufen. Hinzu kommen zunehmend KI-Crawler, die die Blogtexte und auch Kommentare gerade auch von Wissenschaftsblogs aufgreifen, speichern und unabsehbar oft neu ausgeben.

      Deswegen sehe ich im Fediversum und dem dialogischen Blog-Wagenheber-Effekt die derzeit wichtigste Alternative zu den Konzern- und Massenmedien.

  20. @ Michael Blume 21.03.2026, 19:45 Uhr

    Es ist doch d i e Besonderheit, das „Markenzeichen“ von Trump, dass er sich „unberechenbar“ verhält.

    Ein „unberechenbarer“ Politiker wirkt auf den ersten Blick chaotisch, aber genau dieses Verhalten kann strategische Vorteile bringen. Politikwissenschaft und Verhandlungstheorie kennen das als „Madman Theory“ oder „strategische Unvorhersehbarkeit“.

    Trump wollte die Öleinnahmen von Putin einschränken, um den Ukrainern einen Gefallen zu tun. Allerdings schert ihn dieses „Geschwätz von Gestern“ überhaupt nicht, weil ihm offensichtlich bei anderen Voraussetzungen, die günstigen Öl- und Gaspreise in den USA wichtiger sind. „Amerika first“….

    Das ist doch kein Geheimnis, nach diesen Muster hat er seit Beginn seiner Amtszeit gehandelt….

    Die Sache mit der extrem ungünstigen Kostenrelation zwischen spottbilligen Drohnen und derzeit sehr teuren Abwehrraketen, ist natürlich ein Problem für den Westen. Man wird es als „Lehrgeld“ abschreiben müssen….

    Vermutlich gibt es bald ebenfalls „spottbillige“ Abwehrdrohnen.

    Ich verstehe nicht, welche meiner „wirtschaftlichen Investitionen“ zum Teil verloren sein sollen, außer eventuell die 2 000 Liter Heizöl??? Ich werde jedenfalls abwarten bis Öl wieder billiger ist, hätte dazu 2 Jahre Zeit….

  21. @Realo 21.03. 21:31

    „Ein „unberechenbarer“ Politiker wirkt auf den ersten Blick chaotisch, aber genau dieses Verhalten kann strategische Vorteile bringen. Politikwissenschaft und Verhandlungstheorie kennen das als „Madman Theory“ oder „strategische Unvorhersehbarkeit“.“

    Meist aber eher Nachteile. So kann sich Putin Hoffnungen machen, ohne dem hätte er den Ukrainekrieg vielleicht längst beendet.

    Auch die Ölmärkte reagieren auf Unsicherheiten nervös. Und Investoren halten sich zurück, wenn die Lage unübersichtlich ist.

    Das hin und her mit den Öl- und Gaspreisen ist auch nicht zielführend. Auch Trump ist völlig klar, dass möglichst niedrige Marktpreise Russland und Iran das Leben schwerer macht. Gleichzeitig freut das Trumps Wähler, wenn es an der Tanksäule billiger wird. Und die Energiewende lässt sich so auch etwas bremsen, und da bin ich mir sicher, das Trump das auch anstrebt.

    Mit der Sperrung der Straße von Hormus und den Angriffen auf Ölanlagen im ganzen Persichen Golf geht es aber in die andere Richtung. Die Welt braucht das Öl und das Gas, und die Preise explodieren. Und die verbliebenen russischen und auch Irans Exporte bringen auf einmal wider richtig Profit.

    Jetzt denen dann doch wieder sogar Exporte in den Westen zu erlauben ist doch längst blanke Verzweiflung. Keine Strategie.

    Ich vermute mal stark, dass sich Trump einfach nicht klar war, dass sein Angriff auf den Iran solche Folgen mit sich bringt. Zumal er vermutlich kaum noch Berater hat, die es wagen, ihm zu widersprechen. So kann dann seine Unberechenbarkeit auch wirken.

    Vielleicht kommt er aber aus der Nummer wieder raus, wenn er ein Ende weitere Bombardierungen anbietet gegen eine Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus und allen Drohnenangriffen. Hier könnte Trump mal wirkliche Flexibilität zeigen?

    Die Unberechenbarkeit hilft ihm gerade gegen dieses Mullahregime wenig. Die stehen mit dem Rücken zur Wand. Das Einzige was die jetzt überhaupt machen können, sind eben Gegenangriffe und die Blockade. Vermutlich würden die sogar US-Atomwaffeneinsätze riskieren und mit fliegenden Fahnen weiter kämpfen bis zur letzten Drohne.

  22. @ Guten Tag Peter Gutsche 21.03.2026, 16:30 Uhr

    Es tut mir leid, dass ich Ihre Antwort übersehen habe.

    Sie bevorzugen, im Gegensatz zu mir, einen besonders „würdevollen“ Umgang mit den Diskutanten.

    Ich entschuldige mich auch, dass ich dazu neige, „recht kontrovers“ zu diskutieren. Habe ich ehemals in einer 68er WG, mit Psychologie Studenten so „gelernt“. Die 68 er Generation, ich bin ein übrig gebliebenes Fossil dieser Zeit, war nun einmal so. Diese Generation hat sich von den „Maulkörben“ befreit, die früher alle tragen mussten….

    Zitat: „Elon Musk hat m.E. gefährlich viel Geld und Macht. Er hat es nicht nur geschafft, einen etablierten Kurznachrichtendienst in eine Hetz- und Wutschleuder zu verwandeln.“

    Die Geschichte wiederholt sich offensichtlich. Wir haben uns (als 68er), von den Zwängen emanzipiert. Danach gab es einen Schub an Wohlstand. Den Kindern ist es besser gegangen als den Eltern. Das hat sich umgekehrt. Obwohl beide Partner arbeiten gehen müssen, kommen sie gerade einmal so durch…..

    Heutzutage gibt es viele zusätzlich „Enttäuschte“, die ihre Pläne und Hoffnungen begraben mussten, womöglich ihre Arbeit verloren haben. Es werden immer mehr. Daraus sind „moderne Desperados“ geworden, Menschen die nichts mehr zu verlieren haben…..

    Es ist für mich völlig naheliegend, dass diese Menschen zu „Hetz- und Wutschleudern“ wurden und X als Plattform gewählt haben. Zumal E Musk kontrollierendes Personal freigesetzt hat. Es ist ihm einfach zu teuer geworden. Er ist für brutale Meinungsfreiheit, aus Kosten Gründen.

    Zitat: „Zu Donald Trump möchte ich mich nicht äußern, außer dass ich nur einem einzigen Satz in Ihrem Kommentars zustimme:

    „Trump will in die Geschichtsbücher eingehen.“

    Ja, das will er offenbar. Möglicherweise wird er das auch, aber vielleicht nicht so, wie er es sich wünscht.“

    Das kann man nicht ausschließen. Aber ich vermute, der Ukrainekrieg wäre unter Biden, oder Kamala Harris zum WK3 entartet. Zumal Putin prinzipiell auf den Erhalt seines lange Zeit genutzten Schwarzmeerzuganges (Flottenhafen) bestehen dürfte und den mit allen Mitteln, auch Atombomben, verteidigt hätte…..

    Das scheint Trump aufgefallen zu sein. Auch er würde sich keinen Kriegshafen abnehmen lassen….

    Zitat: „Ich hoffe, dass die meisten Wählerinnen und Wähler irgendwann mal zu dem Punkt (zurück)finden, an dem Anstand, Integrität und (selbst-)kritisches Denken als Massstab für die Wählbarkeit von Politikern an erster Stelle stehen. Diese Eigenschaften vermisse ich beim derzeitigen Präsidenten der USA.“

    Das kann man sich gerne wünschen. Nur die Zeiten sind „brutal“ geworden. Amerika hat riesige Schuldenberge angehäuft. Das kann nicht ohne Folgen bleiben.

    Zitat: „Als ob ein weiterer Beweis für die charakterliche Fragwürdigkeit des amtierenden US-Präsidenten nötig gewesen wäre, sollte sein „Nachruf“ auf den gerade verstorbenen Robert Mueller alle Zweifel ausräumen, mit wem man es hier zu tun hat.“

    Man kann es so sehen wie Sie. Eine gewisse „Verlogenheit“ war früher ganz selbstverständlich. Allerdings „schert“ sich der „unkonventionelle“ Trump um „Konventionen“.

    In Fällen wo früher hemmungslos gelogen wurde, ist er für brutale Offenheit.

    Ein neuer Stil, aber er scheint in die neue Zeit zu passen.

    WK3 oder kein WK3 unter Trump, das ist für mich die Frage…..

    • Guten Morgen, @Realo,

      danke für die ausführliche Antwort!

      Für’s kontrovers Diskutieren brauchen Sie sich doch nicht zu entschuldigen. Das tue ich ja auch.

      Ich finde, dass Sie bei Musk und Trump Meinungsfreiheit und Offenheit verwechseln mit etwas ganz anderem: hemmungsloser Manipulation und intellektueller Verrohung.

      Musk aus Ihrer Sicht:

      „Er ist für brutale Meinungsfreiheit, aus Kosten Gründen.“

      Trump aus Ihrer Sicht:

      „In Fällen wo früher hemmungslos gelogen wurde, ist er für brutale Offenheit.“

      Was Trump kennzeichnet hat nichts mit Offenheit zu tun, sondern mit Manipulation und Ablehnung von Wissenschaft und kritischem Diskurs.

      Beide, Musk und Trump, sind übrigens nicht zimperlich, die Meinungsfreiheit einzuschränken, wenn ihnen widersprochen wird. Das beweist z.B. Trump ja jeden Tag im Umgang mit der Presse oder mit Universitäten.

      „Ein neuer Stil, aber er scheint in die neue Zeit zu passen.“

      Das hat nichts mit Stil zu tun, sondern mit Dummheit und Bösartigkeit.

      Wir leben in einer Welt, in der die Gang von Halbstarken, die den Schulhof terrorisiert hat, nun die Klassenzimmer und die Direktion übernommen hat. Und leider fallen viele auf deren Rhetorik herein und bewundern sie noch dafür. Und weit und breit ist niemand, der sie auffhält.

      „Aber ich vermute, der Ukrainekrieg wäre unter Biden, oder Kamala Harris zum WK3 entartet.“

      Ich befürchte eher, dass sich die Abkehr von jeder regelbasierten Ordnung, die Trump mit einleitet, zu einem weltweiten Krieg führt.

  23. @ Guten Tag Peter Gutsche 22.03.2026, 07:41 Uhr

    Ich bedanke mich, auch für Ihre besonders kultivierte Sprache.
    Es wäre eine bessere Welt, würden alle so würdevoll miteinander umgehen.

    Hemmungslose Manipulation und intellektuelle Verrohung sind das besondere „Übel“ unserer Zeit.

    Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass es schon ungewöhnlich lange bei uns keinen Krieg mehr gab. Der Krieg war stets der Höhepunkt der Verrohung. Ich vermute, der Krieg fördert auch „Ausleseprozesse“. Die Verlierer mussten mit der Niederlage fertig werden. Sie waren alle mit dem Wiederaufbau beschäftigt, es dämmerte allen, was angerichtet wurde. Das ermöglichte auch einen moralischen Neustart.

    Welche (allenfalls massenpsychologischen) Möglichkeiten, einen „würdevollen Umgang“ der Menschen untereinander zu fördern, ohne Krieg, würden Sie sehen????

    Meine Vermutung ist, Twitter wurde E Musk „angedreht“, um von Musk „ehrlich“ in der Realwirtschaft erwirtschaftetes Geld einzusacken. Die sozialen Netzwerke haben keinen wirklichen „Geldwert“, „twittern“ war kostenlos, man könnte fast argumentieren, ihr realer Wert ist nur „heißer Schaum“….

    Musk ist offenbar aufgefallen, dass für die Kontrolltätigkeiten derart viel Personal gebraucht wurde, mit dem er viele Autos bauen und „wirklich verkaufen“ könnte. Er hat viel Personal einfach entsorgt. …

    So setzt er einfach auf „pure Demokratie“, keiner schert sich mehr darum was geschrieben wird, der Kurznachrichtendienst ist zu einer „Hetz- und Wutschleuder“ verkommen. Jetzt versucht er offensichtlich KI einzusetzen. Die ehemaligen Aktionäre wollen jetzt sogar noch einen „Nachschlag“ für das überteuert verkaufte Unternehmen einklagen. Bin neugierig, ob sich ein „passender“ Richter findet….

    Manipulation und der Versuch von Leuten die es sich leisten können, sich ihr „eigenes Recht“ nach „eigenem Maß Zuschneiden“ zu lassen, ist heutzutage sozusagen „Salonfähig“ geworden.

    Es geht um so etwas wie „behutsamer Offenheit“ und „brutaler Wahrheit“ im Zusammenhang mit „Lüge“.

    In der Sache „Nachruf Robert Mueller“, der Trump praktisch als „Staatsfeind“ angeklagt hat, hätte man erwartet, dass Trump, ausgerechnet seinen größten „Feind“, mit „Lobhudelei“ überschüttet. Das ist pure Heuchelei, das ersparte sich Trump, weil er heutzutage ausgelacht würde…..

    Als Gag und um für sich zu werben, nutzt Trump die Möglichkeiten der „brutalen Offenheit“ und ignoriert alte Konventionen.

    Zitat: „Beide, Musk und Trump, sind übrigens nicht zimperlich, die Meinungsfreiheit einzuschränken, wenn ihnen widersprochen wird. Das beweist z.B. Trump ja jeden Tag im Umgang mit der Presse oder mit Universitäten.“

    Stimmt. Aber es geschieht umgekehrt genau so. Man versucht auch Trump, z.B. einfach mittels konstruierter Unterstellungen, einen „Maulkorb“ zu verpassen…..

    Man kann die neuartigen „politischen Spiele“ nennen wie man will. Der Amerikanischen „Juristerei“ ist alles zuzutrauen…..

    Wie gesagt, wir könnten unter Biden oder Kamala Harris längst im WK3 „leben oder schon tot sein“ die ja nur unsere „edlen Werte“ vertreten wollen, an denen bekanntlich die Welt genesen solle….

    Wie Trump über den WK3 denkt, das hat er im Februar 2025 Selenskyj zu erklären versucht….

    Bislang war Trump sehr „samtpfötig“, man kann nur hoffen dass es so bleibt….

    • Hallo @Realo,

      danke für Ihren ausführlichen Kommentar!

      Weil Sie ja direkt fragen …

      „Welche (allenfalls massenpsychologischen) Möglichkeiten, einen „würdevollen Umgang“ der Menschen untereinander zu fördern, ohne Krieg, würden Sie sehen????“

      … will ich versuchen zu antworten. Das ist eine nicht leicht zu beantwortende Frage, oder? Aber ich denke, das was wir hier gerade tun, uns zivilisiert (auch bei mitunter gegensätzlichen Positionen) zu unterhalten ist doch schon ein Schritt in Richtung einer besseren Welt. Verzeihen Sie, das klingt vielleicht jetzt pathetisch und sehr optimistisch. Aber ich denke, jeder Dialog mehr, der auf anständige Weise geführt wird, hilft, dass wir (wieder) zu einer Gesellschaft zurückkehren, in der mit Argumenten statt mit Hass oder Waffen gestritten wird. Ich weiß nicht, was Sie mit „massenpsychologisch“ meinen. Ich denke, steuern lässt sich sich eine solche Transformation zum Besseren nicht wirklich. Daran sind ja viele gescheitert, die meinten, man können die Entwicklung von Gesellschaften am Reissbrett planen (Stichwort: Historizismus).

      Ich verstehe eines nicht: Aus Ihren Ausführungen lese ich heraus, dass Sie – wie vermutlich die meisten, die hier mitlesen und mitkommentieren – ein großes Unbehagen an der derzeitigen Entwicklung in Richtung Polarisierung („Hetz- und Wutschleuder“) verspüren. Umso weniger verstehe ich, dass Sie andererseits Verständnis gegenüber den Hauptakteuren durchblicken lassen, die unsere Welt gerade noch weiter in diese Richtung stoßen (dazu gehören zweifellos Trump und Musk).

      Und auch hier muss ich noch eine Anmerkung loswerden:

      „In der Sache „Nachruf Robert Mueller“, der Trump praktisch als „Staatsfeind“ angeklagt hat, hätte man erwartet, dass Trump, ausgerechnet seinen größten „Feind“, mit „Lobhudelei“ überschüttet. Das ist pure Heuchelei, das ersparte sich Trump, weil er heutzutage ausgelacht würde….. “

      Ich denke, es hat nichts mit „Lobhudelei“ oder „Heuchelei“ zu tun, wenn man auch gegenüber politischen Gegnern – gerade im Angesicht des Todes – einfach Anstand walten lässt. Wie Trump sich verhält, hat meines Erachtens nichts mit Offenheit oder Ehrlichkeit zu tun, sondern ist schlichtweg bösartig und menschenverachtend und zeigt, an welchen Spektrum der Möglichkeiten des Menschseins dieser Mann zu positionieren ist.

      Und auch hier frage ich mich, wer Trump je einen „Maulkorb“ verpasst hat:

      „Stimmt. Aber es geschieht umgekehrt genau so. Man versucht auch Trump, z.B. einfach mittels konstruierter Unterstellungen, einen „Maulkorb“ zu verpassen….. “

      Ich finde es im Gegenteil bemerkenswert, dass Trump mit seiner Rücksichtslosigkeit und Unanständigkeit so weit kommen konnte. Da kann ich weit und breit keinen Maulkorb sehen, sondern es erinnert mich wieder an die Analogie mit der Gang von Halbstarken auf dem Schulhof, die die Schule übernommen haben ohne große Gegenwehr.

      Wie gesagt, ich lese aus Ihren Texten eine gewisse Ambivalenz heraus, die ich zu verstehen versuche.

  24. @Realo 22.03. 01:11

    „Aber ich vermute, der Ukrainekrieg wäre unter Biden, oder Kamala Harris zum WK3 entartet. Zumal Putin prinzipiell auf den Erhalt seines lange Zeit genutzten Schwarzmeerzuganges (Flottenhafen) bestehen dürfte und den mit allen Mitteln, auch Atombomben, verteidigt hätte…“

    Die ersten 3 Jahre Ukrainekrieg waren doch noch zu Bidens Amtszeit. Ohne WK3.

    Und Trump hat zwar die Krim und den Donbass Putin angeboten, aber Putin hat es ausgeschlagen. Was soll man da noch machen?

    Im mühseliger Kleinarbeit dagegenhalten und die Drohnentechnologie vorantreiben, was anderes fällt mir da auch nicht mehr ein. Unselig könnte gerade Trumps Unberechenbarkeit sein, da kann Putin wirklich hoffen, dass Trump doch noch komplett aus der Nato aussteigt.

    @Peter Gutsche 22.03. 07:41

    „Ich befürchte eher, dass sich die Abkehr von jeder regelbasierten Ordnung, die Trump mit einleitet, zu einem weltweiten Krieg führt.“

    Konkret wäre ein ernster Konflikt mit China ein wirklich ernstes Problem. Ich kann jetzt allerdings so viel Regelbasiertes in der real praktizierten Außenpolitik auch nicht mehr erkennen. In der Vergangenheit nicht, heute nicht, und zukünftig auch nicht.

    Vernünftiges und verantwortungsbewusstes Handeln wäre nebenbei durchaus auch erfolgversprechend? Das muss nicht dem Völkerrecht entgegenstehen, klar. Ist aber selber dennoch auch ein Faktum.

    Was nützt ein Recht, das weder klar definiert werden kann, weil es kein allseits anerkanntes Gericht gibt, noch verbindlich wirken kann, weil es eben kein Gewaltmonopol gibt, das es durchsetzen könnte?

    Aber jedem ist es ja erlaubt, dennoch vernünftige Außenpolitik zu betreiben. Das macht mir durchaus Hoffnung.

  25. @ Tobias Jeckenburger 22.03.2026, 14:31 Uhr

    Zitat: „Die ersten 3 Jahre Ukrainekrieg waren doch noch zu Bidens Amtszeit. Ohne WK3.“

    Das ist ein starkes Argument. Aber ich meine, Selenskyj hatte im Februar 2025 von Trump einfach zu viel „Rückendeckung“ verlangt und deswegen seine „Abfuhr“ erhalten.

    Die Russen wollen weltweit ihren Geschäften nachgehen, anders als früher, keine Ideologie mehr verbreiten.

    Zitat: „Und Trump hat zwar die Krim und den Donbass Putin angeboten, aber Putin hat es ausgeschlagen. Was soll man da noch machen?“

    Ich nehme an, das war von Selenskyj höchstens als „vorübergehend“ gesehen. Nach dem Nato Beitritt wäre es unter Natoschutz weiter gegangen….

    Selenskyj würde es vermutlich auch physisch nicht überleben, würde er einlenken.

    Die Lage im Iran macht die Situation so komplex, dass man kaum Aussagen machen kann, wie es weiter geht. Für die Russen wäre es ein riesiger Gewinn, würden die Öltransporte über die Straße von Hormus beendet.

    Die günstigen Energieprise, Strom, Öl, Gas, Kohle, haben wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg und zum Wohlstand in D beigetragen. Das scheint beendet. Dazu kommen die Belastungen durch die Ukraine dazu.

    D kann sich nicht ordentlich bewaffnen, es würde nur die Rolle als Kanonenfutters übernehmen müssen und wer will das schon…..

    Höchstens Drohnen und Abwehrdrohnen könnten im Land produziert werden.

  26. @Realo 22.03. 18:50

    „Das ist ein starkes Argument. Aber ich meine, Selenskyj hatte im Februar 2025 von Trump einfach zu viel „Rückendeckung“ verlangt und deswegen seine „Abfuhr“ erhalten.“

    Ergebnis dieser Abfuhr waren ja Friedenspläne auf Basis der aktuellen Frontlinie. Die dann aber Putin doch ausgeschlagen hat, warum auch immer. Ganz zu Beginn des Angriffs direkt auf Kiew hatte Selenskyj eine von der Nato durchgesetzte Flugverbotszone gefordert. Was uns als Nato aber nun zu heiß war.

    „Die Russen wollen weltweit ihren Geschäften nachgehen, anders als früher, keine Ideologie mehr verbreiten.“

    Das geht jetzt aber über mein Verständnis weit hinaus. Ich verstehe schon länger nicht mehr, was Putin wirklich will. Vielleicht einfach nur gewinnen.

    Manche nehmen an, das Putin Angst vor dem eigenen Volk hat, und unsere Demokratien in der Nachbarschaft für ihn insofern gefährlich sind, das die Russen das irgendwann für sich auch einfordern.

    „Ich nehme an, das war von Selenskyj höchstens als „vorübergehend“ gesehen. Nach dem Nato Beitritt wäre es unter Natoschutz weiter gegangen….“

    Wir sind doch auch nicht doof, und machen keine Friedenspläne, die in eine direkte Konfrontation von Nato und Russland führen. Wenn wir das wollen, hätten wir das längst getan. Also wäre auch klar, das die Ukraine solange nicht von uns in der Nato aufgenommen wird, wie dieses Problem besteht. Egal, was ukrainische Politiker sich diesbezüglich wünschen.

    „D kann sich nicht ordentlich bewaffnen, es würde nur die Rolle als Kanonenfutters übernehmen müssen und wer will das schon…..“

    Wir können hier nichts anderes machen, als es zu versuchen. Gemeinsam in ganz Europa und mit Unterstützung der Briten. Immerhin haben wir zusammen bald 15 mal mehr Geld als Russland.

    „Höchstens Drohnen und Abwehrdrohnen könnten im Land produziert werden.“

    Was heißt hier höchstens. Das scheint mir tatsächlich die Zukunft des Krieges zu werden. Gerade eine enge Zusammenarbeit mit der kampferprobten Ukrainischen Armee dürfte uns hier sehr helfen können. Allein das wäre doch schon genug Grund, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen. Das bringt uns doch selber wirklich weiter.

    „Für die Russen wäre es ein riesiger Gewinn, würden die Öltransporte über die Straße von Hormus beendet.“

    Ich bin da auch entsetzt, gerade sah es schon sehr danach aus, dass Putin endlich das Geld ausgeht.

    „Die günstigen Energieprise, Strom, Öl, Gas, Kohle, haben wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg und zum Wohlstand in D beigetragen.“

    Wir können froh sein, dass wir schon ein gutes Stück von unserer Energiewende geschafft haben. Und noch ein paar Kohlekraftwerke in Betrieb haben.

    „Das scheint beendet. Dazu kommen die Belastungen durch die Ukraine dazu.“

    Und ich sehe keinen Weg, was wir dagegen hätten tun können. Außer klar, mehr Energiewende, und weniger Förderung fossiler Kostenexternalisierungen. Und wirklich einsatzfähige Aufrüstung, die nicht nur nationale Rüstungsfirmen bedient, sondern ganz auf tatsächliche gemeinsame europäische Kampfkraft ausgerichtet ist.

    • Vielen Dank für das geduldige Erklären, @Tobias 🙏👍

      @Realo, in Ihrer Tyrannophilie schreiben Sie immer wieder über Putin und „die Russen“, als würde der fossil finanzierte Diktator 1. nicht auch nichtrussische Völker wie die Tschetschenen und Krim-Tataren unterdrücken und 2. die Gesamtheit der russischen Menschen repräsentieren.

      Dass beides nicht stimmt, wird auch dadurch belegt, dass das fossile Regime in Moskau wie zuvor dessen Verbündete in Teheran das Internet abschaltet, um Aufstände zu verhindern:

      Seit dem 6. März existiert dieses [modern digitalisierte] Moskau nicht mehr. Russlands Regierung blockiert das mobile Internet massiv. Begründet wird der Schritt mit „Sicherheitsmaßnahmen“ im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine. Das Resultat: Die digitale Stadt ist tot.

      Das Taxi ist bestellt, aber nicht mehr auffindbar. Das Navigationsgerät hängt. Die Kassen streiken. Das Parken ist unmöglich. Denn hier ist die Zahlung bislang fast ausschließlich über Apps und QR-Codes erfolgt.

      Die Einschränkungen des mobilen Internets greifen inzwischen so tief in den Tagesablauf ein, dass nicht nur gewöhnliche Nutzer betroffen sind, sondern auch Geschäfte, Dienstleister und Behörden. Eine Hauptstadt, die sich über Jahre an digitale Abläufe gewöhnt hat, fällt plötzlich zurück in ein analoges Dasein.

      https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/gesellschaft/id_101178782/russland-ploetzlich-ist-putins-hauptstadt-wie-gelaehmt.html

      Da Sie selbst, @Realo, nicht nur Ihre Freiheitsrechte, sondern auch das Internet sehr gerne nutzen, könnten Sie die Chance nutzen, Ihre Putin-Verehrung noch einmal zu überdenken. Zwar verstehen wir alle hier längst die Psychologie der dualistischen Tyrannophilie – diese muss aber ja nicht Ihr Schicksal bleiben…

  27. @ Michael Blume 23.03.2026, 05:00 Uhr

    Zitat: „….als würde der fossil finanzierte Diktator 1. nicht auch nichtrussische Völker wie die Tschetschenen und Krim-Tataren unterdrücken und 2. die Gesamtheit der russischen Menschen repräsentieren.“

    Selbstverständlich gibt es auch in Europa mehrere Regionen, in denen bedeutende Teile der Bevölkerung nach mehr Autonomie oder sogar Unabhängigkeit streben. Die Regierungen nicht jeweils den ganzen Staat repräsentieren.

    Besonders aktiv sind Bewegungen in Spanien, Großbritannien, Belgien und Italien.

    Ich habe mir den Spaß erlaubt zu „googeln“:

    In Spanien ist in Katalonien die vermutlich bekannteste und auch aktivste Unabhängigkeitsbewegung Europas, die einem als erstes einfällt. Auch im Baskenland gibt es „chronische Autonomiebestrebungen“.

    Sogar im Vereinigten Königreich gibt es in Schottland starke nationale Bewegungen.

    Natürlich Nordirland nicht zu vergessen, da sind mir die verrückten Terroranschläge selbst noch in guter Erinnerung….

    In Belgien setzen sich in Flandern bedeutende politische Kräfte für mehr Autonomie oder Unabhängigkeit ein.

    Italien mit dem chronischen „Südtirol Problem“ nicht zu vergessen. Da gab es aus meiner Erinnerung nach, Anschläge auf Strommasten….

    In der Lombardei & Venetien stimmten angeblich 2017 Bürger in Referenden für mehr Autonomie.

    Frankreich hat Probleme mit Korsika, auch dort fordern Teile der Bevölkerung mehr Autonomie oder Unabhängigkeit.

    In Dänemark haben zwar die Färöer Inseln und Grönland weitreichende Autonomie, aber Unabhängigkeitsbestrebungen sind präsent.

    Zugegeben, in Europa geht es weniger „hart zu“ weil n o c h keine Moslems beteiligt sind, wie z.B. in Israel oder Russland. Da geht es immer recht „blutrünstig“ zu.

    Außer in China, was mich sehr verwundert, dort singen die „Uiguren“ nach einem „Umschulungspraktikum“ artig alte chinesische Volkslieder…..

    Auch bei uns ist angeblich der russische Propagandasender „RT“ nicht mehr zu hören….

    Auch wir könnten bei Energiemangel noch allerhand Probleme mit der Infrastruktur bekommen….

    Z.B. nicht mehr funktionierende Navigationsgeräte, Kassen die streiken, nicht funktionierende Parkautomaten oder Tankstellen, Ampeln, ….. nichts ist unmöglich.

    Ich verehre doch keinen Mann, natürlich auch nicht Putin. Aber es ist doch naheliegend, dass er eben die Interessen der Russen vertritt, von denen er gewählt ist und was seine Pflicht ist.

    Er kann doch nicht, z.B. Russlands Bodenschätze, dem westlichen und Ukrainischen Kapital einfach zu Füßen legen….

  28. @ Tobias Jeckenburger 23.03.2026, 00:14 Uhr

    Ich meine, für die Menschen der Ukraine ist nach dem Krieg ein positives und würdevolles Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen wichtiger, als etwas mehr oder weniger Gebiet.

    Beide Bevölkerungsgruppen sollten zum gemeinsamen Vorteil wieder kooperieren, wie früher. Psychologen sollten die Friedensarbeit anstoßen, dass die Probleme schnellstens überwunden werden….

    Jedem Menschen, jedem Volk ist ist es wichtig, ungestört seine Aufgaben erfüllen zu dürfen um die Existenz zu sichern. Keiner mag es, wenn er dabei „abgestiert“ wird….

    Früher wollten die Russen das „Arbeiterparadies“ weltweit errichten. Mag gut gemeint gewesen sein, sie sind aber selber dabei gescheitert. Das haben sie offenbar aufgegeben.

    Zitat: „Das geht jetzt aber über mein Verständnis weit hinaus. Ich verstehe schon länger nicht mehr, was Putin wirklich will. Vielleicht einfach nur gewinnen.“

    Gewinnen, das stimmt. Würden die Russen verlieren, müssten sie für alle Güter (nicht nur den Gastransit) von und zu den Krimhäfen fest „Maut“ blechen, bis sie „schwarz“ werden….
    Letztlich würden die Bodenschätze nicht mehr ihnen, sondern dem Ukraine/Westkapital gehören…

    Klar ist es auch für die Ukraine/Westen schwer, sie hatten sich den „Braten“ (mit Völkerrechtstricks) schon halb ins „Maul geschoben“ und jetzt soll alles nur ein „süßer Traum“ gewesen sein????

    Natürlich haben Sie recht, klar ist, dass das Volk Putin in die Wüste schicken würde, würde die Ukrainer ihre Träume verwirklichen, das Gebiet geht verloren und die Russen dürften künftig die Bodenschätze in Sklavenarbeit fördern….
    Die Demokratie kann man nicht essen, oder damit die Wohnung heizen…

    Bei uns wählen viele AfD, die Demokratie ist ihnen egal, die Leute wollen Sicherheit, den Erhalt des Wohlstandes und ihrer Jobs,….

    Zitat: „Wir sind doch auch nicht doof, und machen keine Friedenspläne, die in eine direkte Konfrontation von Nato und Russland führen. Wenn wir das wollen, hätten wir das längst getan.“

    Um „Dummheiten“ zu begehen ist es „nie zu spät“…

    Zitat: „Immerhin haben wir zusammen bald 15 mal mehr Geld als Russland.“

    Das kann man nicht gut vergleichen. In Russland ist letztlich alles billiger….. Uns könnte eben genau das auf den Kopf fallen, dass wir eben ein „Hochlohnland“ sind und unsere Erzeugnisse weltweit nur schwer verkaufen können….

    Dass wir ukrainische Spezialisten für Drohnen gut gebrauchen könnten, das finde ich auch. Da möchte ich übrigens nachfragen, warum sie gewisse Vorbehalte gegen ukrainische Flüchtlinge haben?

    Für mich sind es die „angenehmsten Flüchtlinge“ die wir je hatten. Sie haben unsere Mentalität, passen sich bestens an, machen ihre Jobs (für die sie oft auch noch überqualifiziert sind), machen uns keine Vorschriften, wollen kein Kalifat,……

    Was ausdrücklich bedeutet, dass ich es positiv finde, dass z.B. die Kanzlerin Merkel aus humanitären Gründen die Türkei bei der Aufnahme moslemischer „Glaubensbrüder“ unterstützt hat. Dann sind die „Glaubensbrüder unter sich und müssen sich nicht darüber ärgern, dass wir Schweinefleisch essen und einen anderen Glauben/Ideologie haben.

    Die Ukraine Flüchtlinge kann man nicht gut moslemische Staaten „aufbürden“, die müssen wir aufnehmen….

  29. @Realo 23.03. 12:53 / 10:10

    „Ich meine, für die Menschen der Ukraine ist nach dem Krieg ein positives und würdevolles Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen wichtiger, als etwas mehr oder weniger Gebiet.“

    Dass hier die Lust auf Zusammenarbeit begrenzt ist, dürfte nach 4 Jahren Krieg und Frieren im Winter aber auch klar sein. Ein Ende des Krieges wäre allerdings in der Tat wichtiger als die Krim und der Donbass. Zumal da sowieso alles ziemlich kaputt sein dürfte.

    „Würden die Russen verlieren, müssten sie für alle Güter (nicht nur den Gastransit) von und zu den Krimhäfen fest „Maut“ blechen, bis sie „schwarz“ werden….“

    Die aktuellen Friedenspläne orientieren sich doch längst an der aktuellen Frontlinie. Russland hätte alle Gelegenheit, seine Exporte uneingeschränkt zu verschiffen. Nur ob wir noch Lust haben, das meiste Gas von Russland zu beziehen, das müssten wir uns noch mal überlegen. Nicht dass mit praller Kriegskasse in 10 Jahren das nächste Theater los geht.

    Nebenbei schreitet unsere Energiewende trotz aller Krisen fleißig voran, da wird russisches Gas immer weniger für uns überhaupt noch gebraucht.

    „Das kann man nicht gut vergleichen. In Russland ist letztlich alles billiger…..“

    Ja, in der Tat. Aber unsere Wirtschaftskraft in der EU ist dennoch auch erheblich.

    „Dass wir ukrainische Spezialisten für Drohnen gut gebrauchen könnten, das finde ich auch. Da möchte ich übrigens nachfragen, warum sie gewisse Vorbehalte gegen ukrainische Flüchtlinge haben?“

    Eigentlich nur wegen der Lage auf dem Wohnungsmarkt. Das ist im Moment alles ganz schön voll.

    „Für mich sind es die „angenehmsten Flüchtlinge“ die wir je hatten. Sie haben unsere Mentalität, passen sich bestens an, machen ihre Jobs (für die sie oft auch noch überqualifiziert sind), machen uns keine Vorschriften, wollen kein Kalifat,……“

    Dem kann ich dann nur zustimmen. Die dürften in der Tat verträglicher sein als manche Muslime. Es gibt aber durchaus auch eine Menge vernünftige Muslime. Die ich hier eigentlich auch gerne sehe.

    „Aber es ist doch naheliegend, dass er eben die Interessen der Russen vertritt, von denen er gewählt ist und was seine Pflicht ist. „

    Und doch fährt Putin doch eher das eigene Land vor die Wand. Nach meiner Einschätzung zumindest. Die Krim und den Donbass hat er längst gehabt, und einfach nur Geduld hätte gereicht, das auch dauerhaft zu behalten. Russland nützt dieser Krieg rein gar nichts.

  30. @ Tobias Jeckenburger 23.03.2026, 14:59 Uhr

    Zitat: „Dass hier die Lust auf Zusammenarbeit begrenzt ist, dürfte nach 4 Jahren Krieg und Frieren im Winter aber auch klar sein. Ein Ende des Krieges wäre allerdings in der Tat wichtiger als die Krim und der Donbass. Zumal da sowieso alles ziemlich kaputt sein dürfte.“

    So ist es. Aber etwas gegenseitiges Verständnis und Einfühlungsvermögen für die psychologische Situation, sollten beiden Seiten helfen, die traurige Situation schnell zu überwinden.

    Die Ukrainer, die früher die „Kornkammer“ für ganz Russland waren, durften an den Gaslieferungen der Russen nach Westen mitverdienen. Auch noch als die Russen genug eigenes Getreide hatten. Die Russen haben damit ihre „Dankbarkeit“ erwiesen.

    Dann wurden die Pipelines gebaut, die Ukrainer wurden einfach „umgangen“. Aus psychologischer Sicht hat das die Ukrainer „beleidigt und verbittert gemacht“, was natürlich naheliegend ist….

    Dann hat sich die Ukraine, ich kann die völkerrechtliche Situation nicht beurteilen, von Russland unabhängig gemacht, ohne den Russen der Ostukraine auch die Unabhängigkeit von der Ukraine zu gestatten.

    Weiteres wurden die Verträge über den Flottenhafen praktisch gekündigt. Als die Russen faktisch vom Flottenhafen hinaus geworfen wurden, war das wiederum eine „unermessliche Beleidigung“ der Russen.

    Es kam, so traurig das ist, wie es kommen musste.

    Dieses offensichtlich zugrunde liegende Problem, sollten beide Seiten aufarbeiten können. Viel schneller als ehemals Deutschland und Frankreich ihre Probleme, die so genannte „Deutsch-französische Erbfeindschaft“ lösen mussten.

    Je schneller und trotzdem möglichst gut, sie die Probleme lösen, desto eher können sie wieder friedlich und kooperativ zusammenleben.

    Die Ukrainer könnten, auch in Russland vorhanden Bodenschätze „veredeln“ und weltweit vermarkten. Sie würden moderne Industriearbeitsplätze schaffen. Das ist normalerweise ertragreicher als die Landwirtschaft….

    „Verkäufer“ brauchen alle Möglichkeiten, „verkaufen“ zu können. Dass ein (launenhafter) Kunde aus irgendwelchen, rationalen oder irrationalen Gründen, nicht bei ihm kaufen will, das ist und war schon immer so….

    Hauptsächlich die „Gebietsfragen“, ein sicherer „Schwarzmeer Zugang“, dürfte den Russen wichtig sein und müssen dauerhaft geklärt werden. Die sind oft umstritten und das kann zu Kriegen führen….

    Die Russen dürften auf einen gesicherten Schwarzmeer Zugang aus sein. Die Kertschbrücke, die ihnen früher möglicherweise gereicht hätte, reicht ihnen offensichtlich nicht mehr. Die Brücke wurde bereits einmal angegriffen.

    Friede, Ressourcen, faire Deals und eine florierende Wirtschaft, nichts wäre in Zeiten wie diesen wichtiger….

  31. @Realo 23.03. 20:12

    Als die Russen faktisch vom Flottenhafen hinaus geworfen wurden, war das wiederum eine „unermessliche Beleidigung“ der Russen.

    Mit der Besetzung der Krim und dem Donbass war das eigentliche Problem doch vom Tisch. Die Beleidigung Putins eventuell aber nicht. Das wäre eine Erklärung für den aktuellen Krieg.

    Ich tipp aber eher auf unermessliche Gier nach Macht, ganz im Sinne früherer Zaren, die stets auf mehr beherrschte Völker aus waren, einfach um sich noch größere Paläste bauen zu können.

    So oder so. Wir helfen anscheinend nur soweit aus, dass Putins Truppen nicht vorwärts kommen, und erlauben Putin jeder Zeit, diesen Krieg sein zu lassen, wenn ihm an seinem eigenen Russland wirklich was gelegen ist.

    „Die Russen dürften auf einen gesicherten Schwarzmeer Zugang aus sein. Die Kertschbrücke, die ihnen früher möglicherweise gereicht hätte, reicht ihnen offensichtlich nicht mehr. Die Brücke wurde bereits einmal angegriffen.“

    Erst nach diesem 2. Versuch, die ganze Ukraine zu erobern zu versuchen. Und nach einem eventuellen Frieden wird das vermutlich auch alles frei bleiben.

    „Friede, Ressourcen, faire Deals und eine florierende Wirtschaft, nichts wäre in Zeiten wie diesen wichtiger….“

    Ja das ist doch das Dilemma. Wem es wirklich nur um Macht geht, und einfach von den fossilen Exporten leben kann, der handelt auch nicht mehr im Interesse der Menschen, die von ihm beherrscht werden. Was letztlich eine Verachtung der eigenen Untertanen einschließen kann.

  32. @ Tobias Jeckenburger 24.03.2026, 01:11 Uhr

    Zitat: „Mit der Besetzung der Krim und dem Donbass war das eigentliche Problem doch vom Tisch. Die Beleidigung Putins eventuell aber nicht. Das wäre eine Erklärung für den aktuellen Krieg.“

    Der Donbas hat nicht gereicht. Sie brauchten auch den Süden der Ostukraine, die Gegend Mariupol – Melitopol, um eine durchgehende sichere Landverbindung zu den Krimhäfen zu haben.

    In diesem Gebiet wurde erbittert gekämpft. Für die Russen ist nur der Transit wichtig, die Leute können sie wo anders ansiedeln. Die Ukrainer/Westeuropa wollen natürlich genau den Transit verhindern, um irgendwann die Russen zu zwingen, ihre Bodenschätze heraus zu rücken…..

    Das ist das Gefährliche an der Situation. Die Russen könnten sich auch andere Transitwege (Ostsee, Mittelmeer….) „freikämpfen“….

    Zuerst wurde versucht, diese Verbindung (mit Russland) durch den sehr schnellen Bau der „Kertschbrücke“ zu erreichen. Das war aber sehr unsicher, weil einige Bomben reichen und die Verbindung ist zerstört. Was ja bald darauf auch geschehen ist.

    Die „Gier“ nach den Russischen Bodenschätzen ist tatsächlich sehr groß. Als auch die Bestrebungen Russlands, dies mit „allen Mitteln“ zu verhindern.

    Genau das, letztlich der Kampf um Ressourcen, war schon immer der Grund für Kriege….

    Wenn keine „gegenseitige Ausrottung durch A, B, C – Waffen drohen würde, wäre das für mich völlig normal, eben der Darwinismus, mit „fressen und gefressen“ werden. Ich „versündige“ mich doch nicht gegen den Darwinismus!!! Was soll man sich da schon aufregen? Vielleicht bleibt es wirklich „nur“ ein Krieg mit „Spielzeugdrohnen“…..

    Ich würde lieber auf der „faulen Haut“ herumliegen, mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und natürlich auch keine „Blogbeiträge“ in die Computertasten hämmern….

    Würde Putin „locker“ lassen, wäre Russland irgendwann seine Bodenschätze los….. Das scheint den meisten Russen einzuleuchten….

    Dass der Angriff kommt, da war ich mit ganz sicher. Ich habe nur vermutet, Russland würde im Osten angreifen. Der Angriff auf Kiew war eher nicht ernst gemeint. Vermutlich wollte man den Ukrainern eine Chance geben, die Kämpfe zu vermeiden.

    Ich kann mich noch an die absurde Szene im TV erinnern, als ein Ukrainer sich gegen einen Panzer gestemmt hat und der Panzer hat umgedreht….

    Zitat: „Ja das ist doch das Dilemma. Wem es wirklich nur um Macht geht, und einfach von den fossilen Exporten leben kann, der handelt auch nicht mehr im Interesse der Menschen, die von ihm beherrscht werden. Was letztlich eine Verachtung der eigenen Untertanen einschließen kann.“

    Jeder vernünftige Staatslenker und Kaufmann, wird mit dem vorhandenen Personal die Güter produzieren, die er brauchen und gut verkaufen kann.

    Die Bodenschätze werden den Russen „aus der Hand gerissen“. Bei der dünnen Besiedelung spielen die Umweltstandards nicht die Rolle wie bei uns. Die Förderung ist in Russland wirtschaftlicher.

    Die Russen könnten z.B. die Chinesen ersuchen, einige super moderne Autofabriken in Russland zu bauen, dann bauen die Arbeiter eben Autos. Wäre bequemer als in Bergbau zu schuften. Außerdem würden die Erlöse aus den Bodenschätzen wegen der höheren Preise vermutlich gesteigert?

    Es geht um eine rationale und ökonomische Denke. Wenn die „Ideologie“ ins Spiel kommt, drohen „Verrücktheiten“, z.B. bestens funktionierende Atomkraftwerke abzuschalten….

    • @Realo

      Es ist „beeindruckend“, wie deutlich Sie den tyrannophilen Dualismus sowohl zu Putin wie zu Trump ausbuchstabieren.

      So drehen Sie die Rolle der Angreifer (Putin – Russland) und Verteidiger (Ukraine – EU) hier faktenwidrig um:

      „Die „Gier“ nach den Russischen Bodenschätzen ist tatsächlich sehr groß. Als auch die Bestrebungen Russlands, dies mit „allen Mitteln“ zu verhindern.“

      Das Ganze wäre unterhaltsam, wenn es nicht so menschenverachtend und fossil-faschistisch wäre. Sie verehren und verteidigen fossile Tyrannen und Kriegstreiber…

  33. @ Michael Blume 24.03.2026, 09:53 Uhr

    Meine Sicht zum Krieg habe ich nicht selber ausgeheckt, sie stammt letztlich von einem ehemaligen Studienrat für Geschichte, so um 1960. Der hat uns, auch als Rückblick auf dem WK2 und darauf was unserer Elterngeneration „eingeredet“ wurde aufgetragen, dem Mainstream („Regierungsfunk“) kein Wort zu glauben, es ist alles Manipulation um uns „Kriegs geil“ zu machen….

    Natürlich wurde ich auch von den meisten „Kriegsteilnehmern geimpft“ und stark „immunisiert“, wie man so sagt.

    Als Kuriosum gab es auch einen Lehrer, der sich im Krieg einen „Holzfuß“ aufgerissen hat. Der hat sich gelegentlich so in seinem früheren Wahn hinein gesteigert, dass er am liebsten aufgesprungen wäre, um sofort wieder gegen Russland zu kämpfen….. Die große Mehrheit hatte mehr als genug vom Krieg.

    Diese Sichtweisen wurden in meiner 68er WG zusätzlich extrem verstärkt…. wie man sich denken kann….

    Selbstverständlich hat uns der Studienrat auch empfohlen, wenn es „kritisch“ wird, dann müssten wir an den „manipulierten Mainstream“ glauben, weil wir sonst „dran glauben müssen“, wie der Volksmund so sagt….

    Das einzige was sich geändert hat, ist der Trump mit seinen „Sagern“. Es hat ein Politiker noch nie so offen gesagt, was Sache und teilweise auch meine Sicht ist.

    Er will sich z.B. Grönland schnappen, damit es die Chinesen oder Russen nicht bekommen und wegen der Rohstoffe. Das ist offensichtlich die pure Wahrheit….. Und genau an derartige „Wahrheitsmuster“ müssten wir glauben.

    Klar ist, dass bei Trumps „Achterbahn Strategie“ kaum einer mehr mitkommt…..

    Jeder andere Politiker würde ungefähr erklären, wir müssten die Eskimos von unseren „einzig wahren Werten“ überzeugen, damit sie daran „genesen“ sollen….. Auch den Eisbären tun wir nur Gutes….

    Grönland ist eigentlich „das „Vorgärtchen“ (der „Wintergarten“) Amerikas, wenn man auf die Landkarte schaut….. Da wundert mich Trumps Sicht weniger….

    Ich glaube eher an den „Osterhasen“, als daran, dass im Ukrainekrieg der Kampf um die Russischen Bodenschätze keine Rolle spielt……

    Krieg und Kriegslüsternheit ist tatsächlich menschenverachtend und alles was dazu führen könnte, darauf sollte man verzichten.

    Kann mich nur wiederholen, Ein Staat mit 5 000 Atombomben in der Hinterhand, lässt sich seinen Flottenhafen nicht abnehmen….

    Nochmals: Ich verehre keine Männer…..

    • Nun ja, @Realo – Sie kriechen mit einer unterwürfigen Schleimspur hinter fossilen Tyrannen her und haben ja schon selbst zugegeben, „feige, feige, feige“ zu sein. Sorry, dass mich das zwar psychologisch interessiert, aber weder charakterlich noch inhaltlich beeindruckt… 🤔🤷‍♂️🤭

      Gleichwohl hoffe ich ehrlich, dass Sie auch ein paar gute und anständige Jahre hatten. Da ich Sie mehrfach darauf hingewiesen habe, dass ich auf meinem Blog keine menschenverachtende Putin-Propaganda haben möchte, empfehle und verordne ich Ihnen eine kleine Pause. 😌

  34. @Realo 24.03. 09:37

    „Der Donbas hat nicht gereicht. Sie brauchten auch den Süden der Ostukraine, die Gegend Mariupol – Melitopol, um eine durchgehende sichere Landverbindung zu den Krimhäfen zu haben.“

    Das liegt aber doch alles längst in den von Russland besetzten Gebieten, die in den aktuellen Friedensplänen Russland zugestanden werden. Sagt mir Googlemaps. Aber Putin reicht das eben nicht. Der will offensichtlich mehr.

    „Das ist das Gefährliche an der Situation. Die Russen könnten sich auch andere Transitwege (Ostsee, Mittelmeer….) „freikämpfen“….“

    Ich wüsste jetzt nicht, dass die irgendwelchen Hafenmangel hätten. Murmansk, Wladiwostok, Sankt Petersburg, Kaliningrad, die Krim und noch andere Schwarzmeerhäfen. Und dann noch Eisenbahnlinien, Straßen und Pipelines. Nach China, Richtung Iran und in den Westen.

    Eine produktivere Wirtschaft könnte Russland aber sehr gut brauchen. Dem Wohlstand der Menschen hilft das wenig, wenn alle Ressourcen in völlig überflüssige Kriege investiert werden.

    Ich meine, das Putin letztendlich sein eigenes Land ruiniert.

    „Es geht um eine rationale und ökonomische Denke. Wenn die „Ideologie“ ins Spiel kommt, drohen „Verrücktheiten“, z.B. bestens funktionierende Atomkraftwerke abzuschalten….“

    Das hat man beschlossen, als es noch billiges Russengas gab. Die vorzeitige Abschaltung unserer letzten Atomkraftwerke war in der Tat wohl ein Fehlgriff, was aber so auch nicht geplant gewesen ist. Erst der Umstieg auf teures LNG, und jetzt noch der Irankrieg, das konnte man nicht wissen.

    Inzwischen gibt es zudem immer mehr Netzspeicher, dass man den Atomstrom besser mit den erneuerbaren Energien vereinbaren kann. Unsere Abhängigkeit von ohnehin teuren LNG-Lieferungen wäre jetzt deutlich kleiner, hätten wir unsere AKWs bis zum technisch bedingten Ende laufen lassen.

    Und der Strom der Altkraftwerke war dazu vermutlich auch noch recht billig. Anders könnte sich das mit neuen AKWs verhalten. Da erwarte ich, dass die viel zu teuer sind. Aber sollen die das mal probieren mit den Mini-AKWs, die angeblich billiger sein sollen. Dann zeigt sich ja, wie teuer das dann wirklich wird.

    Auch wäre ich dafür, unsere letzten Kohlekraftwerke auf keinen Fall ganz stillzulegen, sondern als Notbackup bereit zu halten. Wenn die nur Wochen im Jahr laufen, kann man mit den CO2-Emmissionen gut leben. Aber das schafft echte Alternativen, z.B. wenn LNG noch viel teurer wird und wegen unbezahlbarem Gas ein Wärmepumpenboom ausbricht.

  35. @Peter Gutsche 22.03.2026, 19:32 Uhr

    Ich habe Ihre Homepage besucht und war beeindruckt von der Tiefe und Sensibilität Ihrer Landschaftsbilder. Man spürt sofort, dass hier jemand mit besonderem Blick und großer Hingabe arbeitet.

    Eine eigene Homepage besitze ich nicht, aber auch ich habe „traumhafte Landschaften eingefangen“, in meinem Fall Videos. Das Filmen ist zu meinem liebsten Hobby geworden. Es hat etwas Beruhigendes, auf dem TV Bildschirm in „Traumlandschaften“ einzutauchen.

    Die wunderbare Landschaft in Stralsund an der Ostsee zu sehen, gleichzeitig den sanften Wellenschlag zu hören, die Hektik Hamburgs aus dem fahrenden Auto heraus zu erleben oder über den Canal Grande in Venedig zu gleiten. Auch der romantische Rhein, der Großglockner oder der wunderschöne Gardasee gehören zu meinen bevorzugten Motiven.

    Moderne Amateur Videokameras sind erstaunlich hochwertig und zugleich erschwinglich geworden. Ich dringe weniger in die Tiefen der Bildkomposition vor als Sie, meine Herangehensweise ist eher intuitiv. Was ich mir im Berufsleben nur erträumen konnte, konnte ich mir in der Pension erfüllen.

    Zitat: „Aber ich denke, das was wir hier gerade tun, uns zivilisiert (auch bei mitunter gegensätzlichen Positionen) zu unterhalten ist doch schon ein Schritt in Richtung einer besseren Welt. Verzeihen Sie, das klingt vielleicht jetzt pathetisch und sehr optimistisch. Aber ich denke, jeder Dialog mehr, der auf anständige Weise geführt wird, hilft, dass wir (wieder) zu einer Gesellschaft zurückkehren, in der mit Argumenten statt mit Hass oder Waffen gestritten wird.“

    Das ist mir aufgefallen, und ich sehe es ähnlich wie Sie. Innerhalb Ihres kleinen „Biotops“, mir fällt kein besserer Begriff ein, pflegen Sie und Ihre Diskussionspartner eine bemerkenswert heile Welt mit höchster Diskussionskultur. Wie rücksichtsvoll und zuvorkommend Sie miteinander argumentieren, hat fast etwas Beruhigendes. Eine kleine, bessere Welt im Miniaturformat. Vielleicht beginnt Veränderung tatsächlich genau dort.

    Ich selbst komme aus einer ganz anderen prägenden Umgebung. Meine frühere Studenten WG bestand aus „rauhen, großmäuligen 68ern“, ein Umfeld, in dem alles in der Gesellschaft in Frage gestellt wurde….

    Wenn ich das einmal großzügig hochrechne, könnte man fast einen Vergleich zu D. Trump ziehen, der aus der berüchtigten „Schlangengrube“, der Immobilienbranche kommt.

    Und dann wäre da noch E. Musk, der aus Südafrika kommt. Ich vermute, Nationalismus bleibt Nationalismus – unabhängig davon, welche Farbe er trägt. Auch der dort dominante „schwarze Nationalismus“ prägt Menschen tief. Solche Prägungen legt man nicht einfach ab wie eine alte Jacke.

    Unter „massenpsychologisch“ meine ich, zunächst eine Analyse der Gesellschaft, nach hauptsächlich psychologischen Gesichtspunkten und danach eine „Synthese“.

    Warum werden Menschen zu „Desperados“, die es eigentlich schon immer gab. Hauptgründe dürften heutzutage Jobverluste sein. Ich finde es wichtig und höchst positiv, dass sich z.B. die SPD (Bürgergeld) darum kümmert und möchte, dass die Arbeitnehmer „abgefedert“ sind, wenn sie ihren Job verlieren. Das wird immer schlimmer werden (KI).

    Kannte einen stolzen, gut verdienenden Handelsvertreter, der hat gegen „Nichtstuer“ gewettert…. bis er selber wegen dem Internet seinen Job verlor und gejammert hat, warum ihm keiner hilft. Die Kunden haben einfach auf seine Dienste verzichtet und direkt, ohne teure Provisionen, bestellt.

    Das sollte die SPD ihrer noch arbeitenden Klientel vermitteln. Dass sie für die arbeitenden Menschen da ist, in guten und in schlechten Zeiten….

    Ich meine, man sollte würdevoll, trostvoll und mit Verständnis auf diese Leute zugehen. Könnte mir vorstellen, dass diese Leute eine besondere Ausbildung erhalten, so dass sie möglichst flexibel, auch kurzfristig anfallende Aufgaben für die Gesellschaft wahrnehmen können.

    Die Leute werden „verrückt“ wenn sie von Massenentlassungen hören, sie sollen aber womöglich bis 70 arbeiten, machen aber die Erfahrung, der Chef will sie längst los werden und durch billigere und gesündere Jüngere ersetzen.

    Man sollte froh sein, wenn Menschen es sich leisten können und sich mit einem „halben Arbeitsplatz“ begnügen können, und ein anderer mit der 2. Hälfte glücklich wäre.

    „Spin Doktoren“ könnten ja auch einmal zum Nutzen der kleinen Leute eingesetzt werden…. „Anders herum“ funktionieren die Manipulationen meistens auch….

    Ich verspüre tatsächlich ein großes Unbehagen an der derzeitigen Entwicklung in Richtung Polarisierung („Hetz- und Wutschleuder“). Nur sehe ich die Ursachen wie oben angeführt.

    Trump hat offensichtlich Fehlentwicklungen (z.B. Verschuldung, Arbeitslose, ungesteuerte Zuwanderung, Drogen, ….), richtig erkannt. Obwohl „rechte Ideologien“ einfach alles „dem freien Markt“ überlassen möchten, ist ausgerechnet dem Milliardär Trump aufgefallen, dass es ohne „planerische und fachliche Kompetenz“ und auch Kapital, das ausländische Firmen ins Land bringen sollten „nicht geht“.

    Mit Zöllen will er sie ins Land „locken“, damit der verhängnisvolle Kreislauf aus Jobverlust, Drogensucht Niedergang der Wirtschaft endlich gestoppt wird.

    Einige Beispiele schwerer Fehlentwicklungen:

    Ursache der Verschuldung z.B. sind, dass einfach unaufhörlich Forderungen und Ansprüche unter irgend einem Vorwand gestellt werden, die viel Geld kosten, aber Amerika hat nichts davon. Z.B. WHO Programme, sinnlose Forschung,….

    Zuwanderer werden ins Land gelockt, die brauchen Wohnungen, Betreuung, Beratungen,…. daran verdienen einige, Zahlen muss der Steuerzahler….

    Arbeitsplätze sind abgewandert, Anleger wollten Pensionsgelder nach Amerika holen, das ist gescheitert (My money lies over the ocean,…..)

    Trump nutzt sein Talent (und seine Erfahrungen) als „Showman“ kombiniert mit seiner unberechenbaren „Achterbahnpolitik“. Er will „Krieg“ offensichtlich vermeiden, versucht es mit „Sticheleien“….

    Er konnte sich schon einige, zumindest Teilerfolge, ans Revers heften, ich wünsche ihm, es bleibt dabei…

    E Musk imponiert mir als Techniker. Einfach eine neue E Autogeneration, eigentlich aus dem Nichts, aus dem Boden zu stampfen, ist eine tolle Leistung.

    Oder leicht skurril: Eine Konkurrenzfirma hat Weltraumtouristen „für ein Wochenende“ ins Weltall „geflogen“ und sie sind dort für einige Monate gestrandet. E Musks SpaceX hat sie zurückgeholt…

    E Musk ist auch Antreiber bei den Erneuerbaren: Solarenergie, Energiespeicher, Elektromobilität, globales, vollständig elektrifiziertes Energiesystem, Er strebt eine Welt ohne fossile Brennstoffe an.

    Der „Nachruf Robert Mueller“, behagt mir persönlich auch nicht, aber er zieht eben sein Konzept „eisern“ durch….

    Letztlich ist alles was er macht eine „Show“, um möglichst viele seiner wichtigen Ziele zu erreichen.

    Ich bin Ambivalent, weil ich nicht in die Zukunft sehen kann….

    Endgültig beurteilen wird man Trumps Amtszeit erst in einigen Jahren können. Hat er eine „friedlichere Welt“ hinterlassen, oder nicht, diese Frage wird sich stellen???

  36. In einem Interview für die ZEIT vom 26. März 2026, S. 4 („Politik“) antwortete Bundes-Familienministerin Karin Prien (CDU) auf die Frage „Sie haben gesagt, die Fortschritte der Frau sorgen für ein Unbehagen bei den Männern. Warum sind Männer eigentlich so in der Krise?“ wie folgt:

    „Die Krise der Männlichkeit ist nicht neu. Manche sagen, sie beginne bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung. Noch nie hat es so viele Männer gegeben, auch in unserer Gesellschaft, die so partnerschaftlich denken wie heute.

    Und trotzdem nimmt sexualisierte und häusliche Gewalt zu. Oder gerade deswegen? Ich frage mich, ob man einen Zusammenhang zwischen mehr Gleichstellung und zunehmendem Maskulinismus annehmen muss.“

    Die Interview-Fragen stellten Elisabeth Raether und Bernd Ulrich.

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