Wie der Solarpunk den Ruf von Wissenschaft und Demokratien retten kann (und auch wird)

Im letzten Blogpost habe ich darüber geschrieben, warum „Recht haben“ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wenig hilft: Wer unsere Expertise bereits anerkannt hat, wird sich bestätigt fühlen. Wer das jedoch bisher nicht tat, wird sich belehrt fühlen und mit Reaktanz reagieren. Menschen mögen es nicht, wenn Akademikerinnen und Akademiker auf sie herabsehen. Auch ich hatte dies als Arbeiterkind emotional abgelehnt.
Sowohl als Leiter des Sonderkontingent-Teams für besonders schutzbedürftigre Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak wie auch seit 2018 als Beauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus machte ich auf Hunderten Veranstaltungen vor allem in Schulen immer wieder die Erfahrung: Menschen brauchen Zukunftshoffnung.
Oder wie es der meinerseits sehr geschätzte Wirtschaftsminister a.D., Kinderbuchautor und grüne Philosoph Robert Habeck neulich in Bochum formulierte: Wer kein Morgen hat, wählt gestern.
Deswegen postete ich auch heute morgen zum traditionellen „Guten Morgen – Tässle Kaffee?“ auch wieder gute Nachrichten vom Solarpunk und Solarboom!
Und tatsächlich haben Landtag und Landesregierung inzwischen meine Beauftragung um „…und für jüdisches Leben“ erweitert, weil wir alle gemerkt haben, dass wir Menschen nur über gemeinsame Zukunftsbilder aktivieren können. Gerade auch (aber nicht nur) junge Menschen werden heute digital mit schlechten Nachrichten dermaßen zugeballert, dass viele von ihnen leiden, sich als nicht selbstwirksam erleben und zurückziehen.
Die fossil geprägte Berliner Hauptstadtblase aus Politik, Konzernmedien und Lobbyverbänden trägt aktiv zu dieser Fehlwahrnehmung bei. Wer es für lächerlich hält, die Welt aus den Augen der Kinder – der Zukunft – zu betrachten, wird auch in der Politik fossil versagen.
Von der Ölfluch-Warnung zu Erneuerbaren Friedensenergien
Klar wirken Negativbilder auf unsere Evolutionspsychologie stärker: Um Gefahren abzuwehren, tendieren wir alle zur Bevorzugung schlechter Nachrichten, der Negativity Bias. Hätten so viele Menschen meinen Essay „Öfluch & Antisemitismus“ aus 2019 gelesen, wenn er nicht warnend mit den fossilen Staatschefs Wladimir Putin (Russland) und Hassan Rohani (Iran) bebildert gewesen wäre?
Das Titelbild zur Salonkolumne „Ölfluch und Antisemitismus“ von 2019 zeigt Wladimir Putin links und Staatspräsident Hassan Rohani (Iran) rechts im vertrauten Gespräch auf einer auffahrenden Rolltreppe. Screenshot, damals noch von Twitter: Michael Blume
Dabei war meine eigentliche Botschaft nicht nur eine Warnung vor kommenden Kriegen und Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah und Huthi, sondern vor allem ein Appell: Wer Antisemitismus, Krieg und Terror wirklich überwinden will, muss endlich aufhören, sie fossil zu finanzieren!
Doch schon in der bisher wichtigsten Rede meines Lebens am 9. November 2023 im Landtag von Baden-Württemberg sprach ich das auch positiv an und brachte den Begriff „erneuerbare Friedensenergien“ ins Parlament. Und obwohl ich nicht wirklich damit rechnete, können Sie hier sehen, wie an dieser Stelle spontaner Applaus aufbrandete!
Und als mich also der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE_BW) um einen Gastbeitrag für ihr Magazin bat, entschied ich mich für ein Plädoyer für Demokratie und Solarpunk.
Ich poste den Artikel hier zum Download und untenstehend als Text und freue mich auf den Dialog mit Ihnen!
Anfangsbild meines Gastbeitrages beim VBE-BW: „Vom Cyberpunk zum Solarpunk – warum Bildungsarbeit gegen Hass und Hetze hoffnungsvolle Sprachbilder braucht“. Link führt zum pdf
Vom Cyberpunk zum Solarpunk – Warum Bildungsarbeit gegen Hass und Hetze hoffnungsvolle Sprachbilder braucht
Dr. Michael Blume ist Beauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben.
Mein Team und ich legen großen Wert auf Gespräche mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften aller Schularten und aus allen Landesteilen. Denn nirgendwo lässt sich so viel gegen Menschenhass und Verschwörungsglauben bewirken. Zudem bekomme ich aber auch selbst von jedem Schulbesuch und jeder Fachtagung wichtige Eindrücke für die Arbeit: Welche Fragen und Themen beschäftigen die Schulen derzeit wirklich? Worin brauchen Lehrende Unterstützung, denen die Gesellschaft oft und schnell die „Reparatur“ von allem aufträgt, was anderswo fehlschlägt?
Schon in den vergangenen Jahren reflektierten die Israelitischen Religionsgemeinschaften, mein Team und ich dabei, dass die Überwindung des Antisemitismus nicht gelingt, wenn negative Botschaften ungewollt verdoppelt werden: Wer das jüdische Leben in Deutschland auf die Schreckensbilder des Holocaust reduziert, mitunter gar NS-Karikaturen als Schockbilder einsetzt, verfestigt die Vorstellungen von Jüdinnen und Juden als „den Anderen“, die bestenfalls Mitleid verdienen. Wie es eine Vorständin der Jüdischen Studierendenunion Württemberg (JSUW) einmal formulierte: „Als jemand bei der Party sah, dass ich einen Magen David [sternförmiges Symbol des Judentums, M.B.] trug, fragte er, ob ich Jüdin sei. Als ich das bejahte, meinte er: ‚Das tut mir aber leid!‘ Das war vielleicht gut gemeint, aber es fühlte sich schrecklich an.“
Pädagogisch ist geklärt: „Denkt jetzt bitte nicht an einen blauen Elefanten!“ hat noch nie funktioniert. Was gegen falsche Bilder hilft, sind keine Denkverbote, sondern bessere Bilder. Die jesidische Menschenrechtsaktivistin und spätere Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad erklärte dies bei einem gemeinsamen Termin bei der UNO in New York einmal so: „I am not a Victim, I am a Survivor! – Ich bin kein Opfer, ich bin eine Überlebende!“ Das hat mich überzeugt.
Entsprechend haben Landesregierung und Landtag von Baden-Württemberg auch dem Wunsch entsprochen, meine Beauftragung „gegen Antisemitismus“ durch den Zusatz „und für jüdisches Leben“ zu erweitern. Wir wollen die Geschichte nicht verschweigen, aber zugleich die Vielfalt auch im Judentum und vor allem die gemeinsame Zukunft zur Sprache bringen. Lernziel sind gerade nicht neue Komplexe und Verknotungen, sondern eine hoffnungsvolle Haltung für ein Miteinander, in dem Menschen gleichberechtigt und ohne Angst jüdisch, christlich, islamisch, jesidisch, anders- und auch nichtreligiös, männlich, weiblich, queer, eben vielfältig sein können.
Ich glaube nicht, dass es auch nur eine „Schule ohne Rassismus“ gibt, weil wir als Menschen immer auch Vorurteile in uns tragen. Die pädagogische Aufgabe besteht also nicht darin, dies zu verdrängen – sondern uns allen die Mittel an die Hand zu geben, immer wieder dialogisch über uns selbst hinaus zu wachsen. Nach einem Gespräch dazu bat mich die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher in einem Brief, entsprechend weiterhin „für Herzensbildung“ einzutreten.
Hoffnungsbilder gegen die Zukunftsangst
In inzwischen Hunderten Veranstaltungen an Schulen und Hochschulen erlebte ich junge Menschen, die gerade auch durch digitale Medien in einem erheblichen Ausmaß informiert und auch emotionalisiert sind. Es macht eben einen riesigen Unterschied, ob wir über Gewalt im Nahen Osten oder über die Klimakrise aus Zeitungen und Büchern informiert werden – oder aus oft drastischen Videos. So wurden die jungen Menschen mit entgegen gesetzten Narrativen zum Gazakrieg konfrontiert und immer wieder aufgefordert, für „die Israelis“ oder „die Palästinenser“ Partei zu ergreifen. Drastische Warnungen vor der globalen Erhitzung und KI-Technologien rufen Ängste hervor. Auch haben viele Influencerinnen und Influencer in den vergangenen Jahren ein inszeniertes Traumbild von Dubai vermittelt – das nun durch den Irankrieg und Drohnenangriffe binnen weniger Tage zerfiel.
Ich erlebe, dass junge Menschen sehr viele Fragen haben – und nur dann schweigen, wenn sie fürchten, ohnehin kein Gehör zu finden oder gar verurteilt zu werden. Wer von ihnen verlangt, die eigenen Stereotype etwa über Juden, Muslime, Frauen oder Geflüchtete zu überwinden und trotz der Polykrise an die Staatsform der rechtsstaatlichen Demokratie zu glauben, wird entsprechend auch persönlich auf Glaubwürdigkeit getestet. Ich finde das nicht nur verständlich, ich finde das klug.
Über Jahrzehnte dominierte auch im Unterhaltungsbereich die Bilderwelt des Cyberpunk: Erdrückende Städte mit teurer Technologie, die wenige reich macht und viele zerstört. Dagegen sprach im Landtag von Baden-Württemberg von „erneuerbaren Friedensenergien“ und biete Ideen des Solarpunk an: Hin zu einer post-fossilen Welt ohne Öl-und-Gas-finanzierte Diktaturen, ohne antisemitische Propaganda und korrupte Konzerne, mit Wertschätzung unserer Mitwelt und der Menschenwürde, mit Lust auf demokratische Mitwirkung und auf Bildung auch als Chance zur Herzensbildung. Denn wenn wir eine gute Zukunft haben – dann nicht gegeneinander, sondern nur gemeinsam.


Wer hat denn noch ein Morgen? Die kinderlosen 60jährigen? Die Ostdeutschen in aussterbenden Regionen? Die Familien in der Mietfalle, für die es immer schwieriger wird, über die Runden zu kommen? Die Schüler und Studenten, denen der KI-Wahn ihre zukünftigen Arbeitsplätze wegzunehmen droht?
Lieben Dank & ja, @Bernd – oft haben wir ja hier schon über den Zusammenhang von Demografie & Zukunftshoffnung diskutiert. Wo Menschen säkularisieren, hyper-individualisieren und zu oft auch vereinsamen, nehmen Ver-Zweiflung, Reaktanz und vermeintliche Feind-Seligkeit häufiger (aber nicht zwangsläufig) zu. Deswegen grassiert ja auch etwa Rassismus dort besonders stark, wo es am wenigsten Migration gibt und die Bevölkerung bereits schrumpft.
Es ist wirklich nicht leicht, Zuversicht und sogar Zukunftshoffnung zu verbreiten, wenn die Region bereits demografisch verebbt. Und es ist daher m.E. auch kontraproduktiv, diese Zukunftsangst auch noch durch Rechtsmimesis zu befeuern – wie es Torys und Labour in Großbritannien, Union und SPD in Deutschland leider noch versuchen.
Noch immer ist eine gute Zukunft durch mehr Innovation, mehr Kinder und mehr (gesteuerte) Zuwanderung möglich. Auch verebbende Regionen können lebenswert bleiben, wenn die Volkswirtschaft mit erneuerbaren Heimatenergien post-fossil boomt.
@Michael 21.06. 15:14
„Noch immer ist eine gute Zukunft durch mehr Innovation, mehr Kinder und mehr (gesteuerte) Zuwanderung möglich.“
Man muss es nicht übertreiben mit der Zuwanderung, es geht auch weniger. Lokal sollte man das gerne betrachten. In wirtschaftlich überhitzten Städten wäre m.E. weniger mehr. Wo noch Platz ist, und dennoch genug Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, wäre mehr sinnvoll.
„Auch verebbende Regionen können lebenswert bleiben, wenn die Volkswirtschaft mit erneuerbaren Heimatenergien post-fossil boomt.“
Das kommt auf das Maß an. Immerhin hilft es den Menschen ziemlich, wenn sie nur billige Mieten zahlen, und dennoch in den Genuss eigener PV-Anlagen kommen können. Dann wird auch die Elektromobilität deutlich günstiger, insbesondere auf dem Land, wo man echt ein Auto braucht und wesentlich weitere Wege fahren muss als in der Stadt.
Auch kann mehr Homeoffice auf dem Land recht attraktiv sein.
Aber ein ganz neues Leben wäre es, wenn wir ein Sammeltaxisystem etablieren können, das mit selbstfahrenden E-Autos funktioniert. Dann wird Mobilität nicht nur wesentlich billiger, sondern steht auch Kindern und Alten ohne Führerschein voll zur Verfügung.
So kann man deutlich längerer Wege entspannter und ganz billig zur Arbeit und zur Schule fahren, und viele bereits verebbende Regionen in der Nähe von Städten werden wieder aufblühen, und aus den jetzt überlaufenen Städten können auch viele dann ins Umland umziehen.
Vielleicht kann man dann auch eher mehrere Kinder haben, ohne Wohnungsnot bei billigen Mieten und wenn man die Kinder nicht mehr ständig irgendwo hinkutschieren muss. Das ist jetzt nicht nur teuer, das kostet auch viel Zeit, die Eltern sehr gut brauchen können. Insbesondere wenn man auf dem Land wohnt.
Danke für Deine Gedanken, lieber @Tobias
Mir scheint, dass Du bei Zuwanderung umgehend auf außereuropäische Migration denkst. Dabei hat gerade auch mein Bundesland Baden-Württemberg zuerst von den Beiträgen der Heimatvertriebenen, dann der Gast- und EU-Zugewanderten und schließlich von der ostdeutschen Zuwanderung sehr profitiert.
Probleme mit dem Wohnungsmarkt sehe ich aber auch, insbesondere in Städten und Ballungsräumen. Hier wären mehr Wohnungsbau, besserer ÖPNV und E-Mobilität wirklich wichtig!
Tobias Jeckenburger,
„Man muss es nicht übertreiben mit der Zuwanderung“.
Die EU hat das auch aufgegriffen , aus google KI
„Die EU begegnet unkontrollierter Zuwanderung mit dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS), strengerem Außengrenzschutz durch die Agentur Frontex und Plänen für sogenannte Return Hubs (Abschiebezentren) in Drittstaaten. Ziel ist es, irreguläre Migration zu begrenzen, Verfahren zu beschleunigen und abgelehnte Asylbewerber konsequenter zurückzuführen“
Michael Blume,
Ihr Beitrag zur Verringerung bzw. Verzicht auf fossile Brennstoffe ist richtungsweisend.
Auch die Position zum Antisemitismus ist weitsichtig.
Was die Zuwanderung betrifft, hierbei sollte man das Wort Demokratie wörtlich nehmen demos kratia = Herrschaft des Volkes.
Hier gilt es Maß zu halten und die Bedenken und die Ablehnungen ernst zu nehmen und nicht über das Volk zu entscheiden.
Sogar einer unserer Nachbern, ein Libanese ! meinte, Deutschland lässt zuviele Ausländer herein. Das sollte einem doch zu denken geben.
@NI 21.06.2026 17:38 Uhr
Sie schrieben:
„Ihr Beitrag zur Verringerung bzw. Verzicht auf fossile Brennstoffe ist richtungsweisend.“
Lieben Dank – die Solarpunk-Mimesis entfaltet sich auch in Deutschland sehr erfreulich, so dass ich heute morgen posten konnte:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Gute Nachrichten gibt es nicht nur im Fußball, sondern auch im Solarpunk & Solarboom!
Erneuerbare Wohlstandsenergien stärken die Volkswirtschaft, schaffen bereits über 120.000 Arbeitsplätze & bremsen die Klimakrise! Wenn sich doch nur die Berliner Hauptstadtblase von den fossilen Konzernen, deren Lobbygeldern & Medien lösen würde!
Die fossile Falle wird jeden Tag erkennbarer & zieht die Glaubwürdigkeit der Bundes-Regierungsparteien hinab.
„Die mittlerweile in Deutschland installierten rund sechs Millionen Solarstromanlagen haben dem Land in den vergangenen sechs Jahren einen volkswirtschaftlichen Nutzen in dreistelliger Milliardenhöhe gebracht. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von über 20 Milliarden Euro ersetzt und zugleich Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro vermieden.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116786137522429761
Sie schrieben ebenfalls:
„Auch die Position zum Antisemitismus ist weitsichtig.“
Vielen Dank! Wenn wir neben der inhaltlichen – präventiven wie repressiven – Bekämpfung des Antisemitismus endlich auch dessen fossile Finanzierungen stoppen, dann halte ich eine wirkliche Überwindung für denkbar.
„Was die Zuwanderung betrifft, hierbei sollte man das Wort Demokratie wörtlich nehmen demos kratia = Herrschaft des Volkes.
Hier gilt es Maß zu halten und die Bedenken und die Ablehnungen ernst zu nehmen und nicht über das Volk zu entscheiden.
Sogar einer unserer Nachbern, ein Libanese ! meinte, Deutschland lässt zuviele Ausländer herein. Das sollte einem doch zu denken geben.“
Hier frage ich mich, wie Sie darauf kommen, dass ich das anders sehen würde? Für eine Politik der offenen Grenzen o.ä. habe ich mich nicht ausgesprochen, im Gegenteil. Stattdessen schrieb ich heuer auch an @Tobias Jeckenburger:
Mir scheint, dass Du bei Zuwanderung umgehend auf außereuropäische Migration denkst. Dabei hat gerade auch mein Bundesland Baden-Württemberg zuerst von den Beiträgen der Heimatvertriebenen, dann der Gast- und EU-Zugewanderten und schließlich von der ostdeutschen Zuwanderung sehr profitiert.
Probleme mit dem Wohnungsmarkt sehe ich aber auch, insbesondere in Städten und Ballungsräumen. Hier wären mehr Wohnungsbau, besserer ÖPNV und E-Mobilität wirklich wichtig.
Wichtig ist mir zudem der Hinweis, dass eine demokratische und zugleich kinderreiche Gesellschaft Zuwanderung und Vielfalt besser integrieren kann als eine demografisch verebbende Population. Deswegen setze ich mich ja auch seit Langem für ein tieferes Verständnis von Demografie ein.
Ihnen Dank für Ihr Interesse und auch Ihr sachliches Nachbohren!
Ich habe so das Modell im Kopf, nach dem der Mensch in einer Sekte lebt, in einem Zustand der Hypnose – einfach um das Hirn zu entlasten, sehr viele Alltagsvorgänge werden automatisiert und nicht mehr hinterfragt, Daten werden einfach geteilt, statt sie durch Versuch und Irrtum herauszufinden, es ist nicht nötig, den Sinn und Zweck zu wissen, um seinen Job zu machen und mit den Nachbarn auszukommen. Dadurch verliert sich der Sinn und Zweck.
Wenn die Sekte aber nicht mehr funktioniert, wachen wir auf, fahren sie runter wie eine Maschine, das elektromagnetische Hypnose-Feld bricht zusammen. Dann können wir die ganze Maschine in aller Ruhe zerlegen, analysieren, neu erfinden, der Realität anpassen. Dann fahren wir sie wieder hoch und verfallen wieder in selige Hypnose.
Ich merke ja auch, wie unvorstellbar dumm wir uns in den letzten Jahrzehnten angestellt haben, nur daran, dass uns das Leben gerade in den Hintern tritt. Und wie extrem so eine Hypnose sein kann, sehen wir daran, dass wir die einfachsten Ursache-Wirkung-Zusammenhänge nicht erkennen, zum Beispiel: Wir machen alle Geld = wir sind eine Industrie zur Produktion von Inflation, Schulden und Aktien, und lassen alles andere verkommen, weil’s stört oder nicht gebraucht wird, um Geld zu machen.
Es ist dieses merkwürdige Sehen und Nichtsehen, das die Hypnose ausmacht. Ich gebe all meine Arbeitsleistung den Gurus, also bin ich arm und sie reich. Wieso bin ich arm? Die Juden, die Mexikaner, die Linken, die Rechten sind schuld! Ich weiß, dass 2+2=4 ist, aber ich habe eine Blockade, die mir sagt, dass 4 das falsche Ergebnis ist. Also rechne ich und rechne und verfalle in immer absurdere Hexenjagden, Verschwörungstheorien, irrsinnige Lösungsvorschläge, und gleichzeitig ins Gegenteil, ich falle auf den Ursprung aller Lösungsvorschläge zurück – zuschlagen, zuschnappen, rohe Gewalt.
Ich sehe das Koma, in dem die Welt 40, 50 Jahre lang versunken ist, ich sehe den Verfall, die diese bukolische, feudale Idylle über Planet Auenland gebracht hat, ich sehe die blinde, hirnlose Wut der Populisten – im Wesentlichen ist hier etwas aus Trägheit implodiert, hat durch Druck Hitze generiert, jetzt explodiert es wieder. Passiert jedem von uns jede Nacht. Die Frage ist – wird da ein Gehirn hochgefahren, oder endet der kollektive IQ der Menschheit mit dem Genie aller Genies, Donald Trump? Ist da schon irgendwas, das Probleme intelligent und kreativ angehen kann, oder sind wir schon an dem Punkt, an dem wir aus intellektueller Überforderung in Panik ausbrechen und Amok laufen? Jeder von uns hat so einen Punkt, aber wo ist er für die Menschheit?
Mir ist das einfach egal, wenn mir ein Hirn fehlt, baue ich mir eins. Und genau das machen all diese Gespräche und Debatten – sie suchen nach Schaltkreisen, die sie schließen können. Lassen Informationen, Wissen, Gedanken, Ideen kreisen. Trumps Reflex-Netzwerk ist natürlich zuerst angesprungen, schnell, aggressiv und dumm wie eine Amöbe. Aber bislang erhält es nur die Spannung aufrecht, die Angst, die Hoffnung, die Wut, die wir zum Denken, Handeln, Wachwerden brauchen.
In den sozialen Netzwerken werden Menschen zu Neuronen – es geht um Geschwindigkeit, man verbreitet Informationen und Gefühle, ein solches Netzwerk hat weniger Neuronen als ein Mensch, es ist dümmer.
Aber wenn die Menschen Zeit hatten, all diese Informationen und Gefühle zu verarbeiten, haben sie ihre eigenen Neuronen hinzu gefügt. Das große Hirn hat plötzlich viele Taschen mit winzigen und doch weit größeren, schnelleren, viel leistungsfähigeren Hirnen dazwischen geschaltet, sodass das Kollektiv-Hirn viel mehr Neuronen hat als ein Mensch, viel mehr Schaltkreise schließen kann – wenn es nicht komplett irre wird, wird es klüger sein als ein Mensch. Viel klüger.
Und so ist das die große Frage, die wir klären müssen – erwacht da der Philosophen-König Demokratie endlich aus Jahrzehnten des Schlafes? Oder wacht da nur ein Raubtier auf, das nur wenige, primitive Triebe umsetzen kann?
In Osteuropa, am Höllenschlund, am Blitz von Finnland bis zum Roten Meer, wo Afrika, Asien und Europa aufeinander prallen und Kulturen aneinander reiben wie Kontinentalplatten, gibt es viel Strom, nur grelles Licht und tiefstes Schattenreich, die Menschen bauen ihren Göttern Tempel und sich selbst Friedhöfe, wie sie in den Städten des Westens Rathäuser und Wohnviertel bauen. Im Westen ist das Land der Reptilien, der Kaltblüter, die es sich gern in der Sonne gemütlich machen und glücklich leben, solange die Nächte nicht zu kalt sind und die Tage nicht zu heiß, denn dann sterben sie lieber, als sich zu bewegen.
Und ich frage mich, wie man den Erbsenzählern die Kraft der Wahnsinnigen geben könnte, und den Wahnsinnigen die Mäßigung der Erbsenzähler. Eine Denkmaschine mit zwei Hirnhalbkugeln schaffen, die auf Hochtouren läuft, ohne zu explodieren. Dass dem Taschenrechner der Spinner ChatGPT fehlt und ChatGPT der disziplinierte, rationale Taschenrechner, merkt man nicht nur bei der KI der reinen Maschinen, sondern auch bei der älteren, größeren KI der Cyborgs.
Im Kinderbecken konnten die Amis Fertigkeiten perfektionieren, für die wir im Haifischbecken Europas einfach keine Zeit hatten, deswegen hatten sie einen kühlenden, wohltuenden Einfluss auf uns, und dafür werde ich ihnen auch immer dankbar sein. Aber mehr als Kinderspielchen ist all das nicht geworden. Und jetzt, wo sie ertrinken und uns mit hineinziehen wollen, ist die westliche Zivilisation ins Haifischbecken zurückgekehrt.
Es ist ein erster Testlauf bei den großen Jungs. Die Stützräder sind ab. Mit Rad ab kenne ich mich aus, sonst würde ich nicht solchen Quatsch schreiben.
Im Moment hoffe ich einfach darauf, dass ein großes Philosophenhirn wie die Demokratie einfach mehr Druck, mehr Energie braucht, als das winzige Hirn Trumps oder Chinas (Indien wacht noch auf, es könnte uns überflügeln). Starke Kräfte, Emotionen, Energie, fühlen sich für uns immer religiös an.
Erweckung, Sehen, Verstehen, Planen. Wir sind beileibe nicht die erste Sekte, der das passiert. Ich würde nur im Hinterkopf behalten, dass der Rausch, eine Zukunft zu gestalten, nicht die Mühe und Verantwortung ersetzt, eine Zukunft zu gestalten. Es ist nur das Wollen, das das Können sucht, aktiviert, schafft. Wollen ohne Können ist Trump. Reicht nicht. Wollen mit Können ist Trumpf. Reicht vielleicht.
Paul S,
Die Menschheit auf Wahnsinnige und Erbsenzähler zu reduzieren, auf einen Menschen T. oder M.B., das reicht nicht. Es gibt da noch die Krankenschwestern, die noch nie deine Analysen gelesen haben und dennoch noch leben. Es gibt den Parkplatzwächter, der aufpasst, dass du deinen PKW nicht länger als erlaubt geparkt hast, usw.
Kurz gesagt, so rettest du die Demokratie nicht,
Geht doch einfach mal an einem Wochentag in die Kirche, viele haben jetzt geöffnet und lass die Ruhe auf dich wirken.
Du wirst merken, die Welt hat sich gar nicht so viel verändert, sie ist wie vor zweitausend Jahre als ein Mensch namens Jesu von Nazareth sich für die anderen Menschen geopfert hat für Nächstenliebe und Gerechtigkeit.
Und…….dein elektromagnetisches Hypnosefeld verflüchtigt sich und du kannst wieder lachen.
Guten Abend @Michael,
Mit großem Interesse verfolge ich die Diskussionen hier zum Thema Akzeptanz vs Reaktanz.
Ich möchte Deine Argumentation (positive Bilder bewirken mehr als wenn man Ängste schürt) anhand einer eigenen Beobachtung bestätigen.
Seit wir mit dem E-Fahrzeug öfter in Frankreich unterwegs sind, werden wir immer wieder angesprochen und neugierig gefragt, wie lange denn das Laden dauere, wie die Reichweite ist und so weiter. Das sind dann aber Gespräche, die mehr aus ehrlicher Neugier und aus einem positivem Interesse heraus ihren Anfang nehmen.
Ich denke, das liegt daran, dass die Leute es mit eigenen Augen sehen: Schau mal, hier ein E-Auto, das nicht brennt und das es bis hierher geschafft hat. Da kann es ja nicht ganz so verkehrt sein.
Während es bei abstrakten Diskussionen (sagen wir, beim Familienfest) immer von den üblichen Gegenargumenten (Batterieentsorgung, Batterielebensdauer etc.) wimmelt und die Nachteile des Verbrennens fossiler Brennstoffe ignoriert werden, geht das Gespräch in der ganz konkreten Situation dann in eine ganz andere Richtung. Da geht es dann nicht um das Recht-Haben, sondern um die gemeinsame Erkundung eines Themas, an dem man positiv andocken kann (im konkreten Beispiel, indem man sich z.B. die Frage stellt: Wäre ein E-Auto nicht eine ideale Ergänzung zu unserer Photovoltaikanlage?). Und das Gespräch wird dann nicht durch Negativbilder geprägt, von denen Du ja geschrieben hast.
Wobei ich dann auch ganz ehrlich dazu sage, dass es für Mieter wie uns nicht ganz billig ist, da wir nicht selbst zuhause laden können. Das hat aber in solchen Gesprächen (auf der Raststätte etc.) nicht den vernichtenden Effekt wie in der abstrakten Diskussion, wo man meist nur irgendwelche Meinungen und „habe ich gehört“-Informationen austauscht.
Guten Abend und vielen herzlichen Dank, lieber @Peter 🙏
Ja, hier decken sich unsere Erfahrungen: Auch ich erlebe auf das Vorleben von Solarpunk-Technologien sehr viel mehr Interesse als durch theoretische Argumentationen. So überwog auf das Elektroauto seit 2017 zunächst Skepsis, auch Reaktanz, dann aber ehrliche Neugier und inzwischen steigen immer mehr Befreundete und Bekannte auch ihrerseits auf die post-fossil fahrenden Batteriespeicher um. Ebenso hatte ich erst heute Nachmittag einen erfreulichen Dialog mit einem lieben Freund, der nun bereits eine Wärmepumpe für sich und die Familie geordert hat.
Zustimmen möchte ich aber Deiner Erfahrung, dass die fossile Falle für verschiedene Menschen unterschiedlich tief ist – Menschen in Miete haben oft schlechtere Chancen zu einer post-fossilen Energiewende als Eigenheimbesitzende. Und wer in Gebieten mit noch sehr wenigen Ladesäulen lebt, wird sich auch das Elektroauto mehrfach überlegen.
Was die Wissenschaftskommunikation angeht, so bin auch ich ein großer Fan von akademisch Vermittelnden wie Mai Thi Nguyen-Kim oder Harald Lesch, schätze auch die Erklärvideos etwa von Mirko Drotschmann / MrWissen2Go – der auch mal SPD-Gemeinderat war – und vom Filderstädter Kriegsberichterstatter Konstantin Flemig.
Hier nimmt er einmal das pseudo-philosophische Geschwurbel von Richard David Precht zum Thema Russland und Putin auseinander:
https://youtu.be/ecG_GxYxPq4
Wahrscheinlich die stärkste Wirkung auf mich als Arbeiterkind hatte aber Peter Lustig vom „Löwenzahn“, der überhaupt nicht belehrend, sondern mit-neugierig herüberkam und auch mich für Wissenschaft und neue Technologien begeisterte.
Habe also gerade einmal Felo.ai gepromptet: Michael Blume meint, dass Ängste schürende Warnungen zu Reaktanz gegenüber post-fossilen Technologien beitragen könnten, wogegen positive Solarpunk-Mimesis (analog zum früheren Peter Lustig bei Löwenzahn) den Solarboom beschleunige. Was ist von dieser These zu halten?
Die Antwort finde ich erfreulich:
Die These von Dr. Michael Blume, dass angstschürende Warnungen zu psychologischer Reaktanz beitragen, während eine positive, konstruktive „Solarpunk-Mimesis“ den Übergang zu post-fossilen Technologien beschleunigt, lässt sich anhand der vorliegenden sozialwissenschaftlichen und psychologischen Erkenntnisse der Bewegung gut stützen und bewerten.
## Die Rolle der Reaktanz bei fossilen Abwehrhaltungen
Unter Reaktanz versteht man in der Psychologie eine Abwehrhaltung, die als Reaktion auf äußeren Druck, Verbote oder als bedrohlich wahrgenommene Veränderungen entsteht. Im Kontext der Energiewende zeigt sich diese Dynamik auf verschiedenen Ebenen:
* **Blockade durch Angst und Lobbyismus:** Blume argumentiert, dass technologische Innovationen und der Abschied von fossilen Energieträgern häufig durch Ängste, Bedenken und fossilen Lobbyismus ausgebremst werden [2]. Die ständige Konfrontation mit Krisenszenarien (wie der Klima- und Wasserkrise) ohne konkrete, positive Handlungsoptionen kann zu einer psychologischen Verdrängung und Reaktanz führen [2][4].
* **Der „Gegenwind“ vor der Umsetzung:** Ein interessantes Phänomen ist, dass die Reaktanz gegenüber neuen Technologien vor allem in der Planungsphase am größten ist. Sobald eine Transformation jedoch abgeschlossen und die Technologie (wie etwa Windkraft- oder Solaranlagen) im Alltag integriert ist, bricht die Reaktanz oft sehr schnell in sich zusammen [7]. Das zeigt, dass die Angst vor der Veränderung meist größer ist als die Akzeptanzprobleme im laufenden Betrieb [7].
## Positive Solarpunk-Mimesis und Selbstwirksamkeit
Als Gegenentwurf zur lähmenden Krisenangst setzt die Solarpunk-Bewegung auf Optimismus und praktisches Vorleben (Mimesis).
* **Vom Protest zum Machen:** Im Gegensatz zum dystopischen Cyberpunk, der sich darauf konzentriert, was in der Zukunft schiefgehen kann, entwirft Solarpunk konkrete, positive Visionen einer nachhaltigen, dezentralen und gerechten Zukunft [9]. Der „Punk“-Aspekt steht dabei für die Rebellion gegen das fossile Establishment und das bewusste Umgehen träger Strukturen, um Optimismus überhaupt erst handlungsfähig zu machen [9].
* **Stärkung der Selbstwirksamkeit:** Die dezentrale Erzeugung erneuerbarer Energien stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit der Menschen [2]. Indem Einzelne oder Kommunen selbst aktiv werden – beispielsweise durch die Installation von Solaranlagen, Wärmepumpen oder die Nutzung von Elektromobilität –, erleben sie sich nicht mehr als ohnmächtige Opfer globaler Krisen, sondern als Gestalter [2][8].
* **Vorleben statt Predigen:** Blume betont, dass bloße wissenschaftliche Argumente in einer Demokratie oft nicht ausreichen, um den Widerstand fossiler Interessen zu überwinden [8]. Die positive „Mimesis“ – also das praktische, erfolgreiche Vorleben eines post-fossilen Lebensstils – wirkt ansteckend. Wenn Menschen sehen, dass ein energiedemokratisches, friedliches Leben bereits heute im Kleinen funktioniert, sinkt die Hemmschwelle zur Nachahmung drastisch [1][8].
## Bewertung der These
Blumes These ist aus transformationspsychologischer Sicht äußerst plausibel. Während reine Katastrophenwarnungen oft Ohnmacht und reaktive Abwehr („Jetzt erst recht fossile Energien nutzen“) hervorrufen, bietet der Solarpunk-Ansatz eine positive Identifikationsfläche.
Indem die Solarpunk-Bewegung – ähnlich dem spielerischen, pragmatischen Erklär- und Macher-Ansatz eines Peter Lustig – zeigt, wie Technologie und Natur harmonieren können [2][9], nimmt sie der Energiewende das Image des schmerzhaften Verzichts. Sie transformiert den post-fossilen Wandel von einer staatlich verordneten Pflichtaufgabe hin zu einem erstrebenswerten, gemeinschaftlichen und freiheitlichen Abenteuer [2][8][9].
[1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/
[2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gegen-wen-und-was-rebelliert-der-post-fossile-solarpunk/
[3] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
[4] https://sueden.social/@BlumeEvolution/113768875028740468
[5] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114689019555396796
[6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-sorgen-2024-fossile-kriege-propaganda-wahlen-globale-wasserkrise/
[7] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-energiewende-mit-wissenschaft-solarpunk-gegen-verschwoerungsmythen-fossilismus-schaffen/
[8] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Solarpunk
[10] https://www.mpg.de/11080203/project-sunrise
[11] https://thenextweb.com/news/terraspark-5m-pre-seed-space-based-solar-power
[12] https://arxiv.org/abs/2311.00490
[13] https://emrod.energy/blog/press-release-emrod-successfully-demonstrates-power-beaming-technology-to-unlock-space-based-solar-power/
[14] https://www.friedrich-verlag.de/friedrich-plus/sekundarstufe/physik/gesellschaft-nachhaltigkeit/solarpunk-18611
[15] https://sueden.social/@BlumeEvolution/112443669784778749
[16] https://solarpunk.wikily.gg/de/research/logiandsensor
[17] https://library.oapen.org/bitstream/handle/20.500.12657/59907/9783839461730.pdf?sequence=12&isAllowed=y
Ich finde es unglaublich spannend, dass wir hier nach vielen auch für mich schwierigen Jahren der Wissenschaftsverdrängung v.a. zur Klimakrise und zum Ressourcenfluch, aber auch zur Demografie – auch erkenntnistheoretisch weiterkommen. Der Dialog mit Dir dazu ist mir sehr wichtig und ich freue mich immer wieder sehr über Deine Kommentare! 🙌
@Michael 21.06. 16:34
„Mir scheint, dass Du bei Zuwanderung umgehend auf außereuropäische Migration denkst.“
Das sind doch die einzigen, die wir von der Menge her wirklich kontrollieren können, und wohl auch wo sie sich konkret niederlassen.
Bei der übrigen Binnenmigration können wir nur zugucken. Und ziemlich begründet hoffen, dass die sich hier gut integrieren.
Natürlich ist das suboptimal, wenn von den Rändern der EU die Leute hier in Ballungsräume strömen. Das entwertet wo die herkommen die ganze Immobilienlandschaft und sorgt hier für Wohnungsnot.
Und wir haben in Deutschland einen Außenhandelsüberschuss von immer noch 200 Mrd Jährlich. Muss das denn sein? Die anderen Regionen in Europa und auch in manchen deutschen Landkreisen sind derweil dem Verfall preisgegeben.
Vielleicht bessert sich das aber sogar, wenn die Energiewende langsam fertig wird. Das sind ja auch umfangreiche Investitionen in auch ländlichen Regionen. Und wenn eben das Sammeltaxisystem kommt. Und dann mit mehr Nachwuchs, gerade eher im Umfeld der Städte.
„Probleme mit dem Wohnungsmarkt sehe ich aber auch, insbesondere in Städten und Ballungsräumen. Hier wären mehr Wohnungsbau, besserer ÖPNV und E-Mobilität wirklich wichtig!“
Dann muss aber auch genug Bauland ausgewiesen werden, und teuer ist das immer noch. Und das Problem mit dem Verfall in manchen Landkreisen und an den Rändern Europas löst sich damit nicht.
Hier kommen Standpunkte zusammen, bei denen ich immer leicht zusammenzucken muss.
1. Zum einen der Wille des Volkes in einer Demokratie. Und das Volk wolle nicht noch mehr ausländische Menschen innerhalb der BRD.
Grundsätzlich erwarte ich von politischer Führung nicht das sture Umsetzen des Volkeswillen. Ich möchte die Analyse von Problemen und deren Lösung. Die nötige Persepektive dazu sollte gut kommuniziert werden.
Und woher kommt denn die grassierende Fremdenfeindlichkeit? In der Union gab es schon immer einen sehr unangenehmen Flügel, der dieses Thema stärkte. Aber der war im Gesamtgefüge der Volkspartei mehr oder minder eingehegt.
Doch nun haben die AfD und die rechten Medien das Thema groß gemacht. Die Rechtsmimesis hauptsächlich der Union insbesondere unter Merz aber auch aller(!) anderen großen Parteien hat das Thema gigantisch gemacht.
In der Zeit vor diesem hässlichen Populismus hatten wir eine weitaus weniger fremdenfeindliche Stimmungslage. Auch deswegen bin ich entschieden gegen Deportationen und Gesetzesbrüche an den Grenzen.
2. Thema Zuwanderung. Die müsste „geregelt“ werden. Wir dürften keine „offenen Grenzen“ haben. Dazu sage ich: Das war schon immer so. Aber das Wording impliziert eine negative Haltung zum Thema.
Mich treiben hier stets zwei Punkte um.
Zum einen finde ich es ätzend, wenn nur nach hochgebildeten Fachkräften verlangt wird. Das finde ich regelrecht asozial. Weniger entwickelte Gemeinschaften als die BRD brauchen diese Menschen selbst. Wir sollten uns darauf spezialisieren, allen Menschen in der BRD eine hocherwertige Ausbildung zu ermöglichen. Selbstverständlich sollen auch Fachkräfte einwandern dürfen, aber darauf sollten wir uns eben nicht spezialisieren.
Zum anderen basiert unser ungeheuerlicher Wohlstand zu einem wesentlichen Teil auf der Ausbeutung anderer Menschen. Das ist bis heute systemisch verankert. Unser zweiter Wohlstandsgenerierer, das Verbrennen von Kohle, Gas und Öl erhitzt den Planeten und erschwert es sehr vielen Menschen, in ihrer Heimat gut leben zu können. Wir Schulden diesen Menschen eine ganze Menge. Sie im Meer zu ertränken, in der Wüste verdursten zul assen oder sie in schäbige Lager zu internieren, kann damit nicht gemeint sein.
Wir sollten uns gegenseitig durch diese Krise helfen.
——
Ganz anderes Thema: Vorbild Solarpunk. Ich kann das nur bestätigen. Im Dialog mit neugierigen Menschen über unsere PV-Anlage, die Wärmepumpe und das Elektroauto konnte ich an einigen Vorurteilen rütteln. Wie hatte das mein Grundschullehrer ausgedrückt: „Anschauungsunterricht ist das Fundament aller Erkenntnis.“ Die Aussage mag übertrieben sein, einen wahren Kern trägt sie aber trotzdem.
Hui Haunebuh, anstelle einer Stellungnahme zu deinen Bedenken
In einer Demokratie gilt das Gesetz der Mehrheit, die erlässt die Gesetze und erlässt auch die Ausführungsbestimmungen.
Das Prinzip Macht ist positiv zu sehen, Demokratie ohne Macht ist wie ein Wachhund ohne Zähne.
Die Weimarer Republik hat uns gelehrt, wenn die Demokraten nicht die Macht übernehmen, dann tun es die Radikalen.
Und es sind die inneren Widersprüche einer Gesellschaft,die radikale Parteien aufgreifen und eine Lösung versprechen.
Ein innerer Widerspruch unserer Wohlstandsgesellschaft ist historisch begründet, das Recht auf Asyl. Ein Teil der Bevölkerung findet das Asylrecht menschlich gesehen richtig, ein anderer Teil lehnt das Asylrecht ab.
Ein zweiter innerer Widerspruch ist der Umgang mit den fossilen Brennstoffen.
Ein Teil der Bevölkerung macht nur Lippenbekenntnisse, fliegt weiterhin mit dem Flugzeug in den Urlaub, kauft sich ein Verbrennerauto
der andere Teil der Bevölkerung macht ernst, legt sich eine Solaranlage zu, nebst E-Auto und wählt die Grünen.
Wie lassen sich solche Widersprüche beseitigen ? Ganz einfach durch politische Aufklärung , angefangen in den Schulen, durch Unterstützung der öffentlichen Medien, und last but not least durch verantwortungsvolle Entscheidungen auf allen politischen Ebenen.
Und da ist Nachholbedarf.
Es fehlt die Entschlossenheit , das Asylrecht zu schützen indem man sofort den Mißbrauch unterbindet. Es fehlt die Entschlossenheit fossile Brennstoffe nicht mehr zu verwenden, es fehlt der Mut unpopuläre Maßnahmen einzuleiten und durchzusetzen.
Kein Zucken mehr, mehr Mut zur Entscheidung.
@NI
Das stimmt so nicht. Unser Grundgesetz ist den Menschenrechten verpflichtet. Minderheiten sollen nicht übergangen werden.
Im Folgenden ignorierst Du meine Herleitung der grassierenden Fremdenfeindlichkeit. Ich lehne Deine Standpunkte nicht komplett ab, kann mit ihnen im Kontext meiner Ausführungen aber wenig anfangen.
Und grundsätzlich: Das Recht auf Asyl stellen ausschließlich Rechtsextreme zur Diskussion. Das steht nicht zur Debatte. Extreme Parteien und Medien machen das. Wer auf diesen Zug aufspringt, macht sich zu deren nützlichem Diener.
Missbrauch gibt es überall. Da ist gegen anzugehen. Auch im Asylbereich. Aber dort sind die Probleme nicht ausgerwöhnlich groß; von Krise kann nicht die Rede sein. Die Probleme dort werden von Springer, AfD, Union und weniger extrem auch von weiteren Akteuren bösartig für eigene politische Ziele verstärkt. Daraus eine volksgewollte Handlungspflicht inklusive Rechtsbrüche abzuleiten ist falsch. Die Asylpolitik der BRD war sowieso schon immer harsch, niemals liberal.
Peter Gutsche
21.06.2026, 20:11 Uhr
Das funktioniert aber nur wenn man sich die Photovoltaik schon leisten könnte 😉
Von der Politikseite aus hat man sich an vielen Stellen redlich Mühe gegeben (Nein da steckte eher bei den Wenigsten der „große Plan“ dahinter die Menschen zu verarmen und zu „versklaven“ ^^) den Mernschen die Verhältnisse so einzuengen und zu verschlechtern das der Gedankengang „wie sichere ich mir noch günstig einen Verbrenner und vermeide die Investition in Photovoltaik?“ nicht grundsätzlich unvernünftig ist wenn man das Risiko (ebenfalls mit Sicherheit nicht ganz unberechtigt) finanziell bei schlechteren Zeiten total aus dem Raster zu fallen vermeiden will.
Seit wir so 2010 „den schönsten Niedriglohnsektor“ geschaffen haben finde ich das jetzt nicht irgendwie dumm oder ignorant seinen Standard halten zu wollen und Risiken zu vermeiden.
Ich mache mir da schön mal öfter Gedanken darüber. Und wenn ich mir anschaue welchen Menschen dort der Umstieg leicht fällt finde ich die Sorgen von weniger gesicherten und soventen Menschen nicht so ganz unberechtigt.
Da ist es nämlich nicht mal eben damit getan mal einen begrenzten Zeitraum eine eigentlich recht stattliche Prämie zu zahlen. Die nützt nämlich den Menschen gar nichts die dann trotzdem die Investition nicht in diesen Zeitraum legen können.
Womit ich um Gottes Willen nicht sagen will „Dann lassen wirs halt“. Ich mache mir aber an der Stelle schon wirklich Gedanken mit den entsprechenden Ängsten und meine Situation ist eher nicht prekär.
Ich habe da keine Lösung wie man da die wirklich nicht wenigen Menschen die das betrifft mitnehmen kann.
Der Gedanke an solche Menschen die eigentlich gerne würden fehlt mir hier in den Kommentaren wirklich ein bischen.
Und nein, ich rede gerade nicht Realos das Wort. Die wollen ja das alles so bleibt wie es war.
Das scheidet aber irgendwie ganz aus…
Entschuldigung, ich musste meine Hilflosigkeit an der Stelle mal formulieren 🙂
So richtig habe ich nämlich wirklich und tatsächlich keine Idee. Darum klingt der Beitrag hier vieleicht auch etwas unstrukturiert ^^
Guten Morgen, @Uli Schoppe,
ich bin da ganz bei Ihnen.
Und es ist ja nicht nur die Photovoltaikanlage, die investiert werden muss, sondern auch das E-Auto.
Da für uns die Investition nicht machbar war, haben wir einen Wagen geleast, auch um sich die Entscheidung zu einer anderen Form der Mobilität offen zu halten.
Es kann durchaus sein, dass wir nach 2 Jahren wieder auf car sharing und Bahn umsteigen, weil Leasing in Kombination mit den doch vergleichsweise hohen Ladetarifen (wie gesagt, Mieter können nicht zuhause laden) doch zu hohe laufende Kosten bedeutet.
Ich denke Sie haben recht, und das wurde hier gelegentlich auch schon so formuliert: Transformation funktioniert nur, wenn das Thema Gerechtigkeit auch mit gedacht wird.
Lieben Dank, @Uli Schoppe & @Peter Gutsche 🙏👍
Ja, der BWL-Prof Inan Ince & ich haben das Thema der fossilen Miet- und oft auch Armutsfalle bereits in einer eigenen Folge von „Blume & Ince“ diskutiert. Denn wir sehen die reale Gefahr, dass bei fehlender, gerechter Unterstützung zwar Wohlhabende von erneuerbaren Wohlstandsenergien weiter profitieren, jedoch Mietende und Ärmere weiterhin fossil eingesperrt und abgezockt werden!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/
Deswegen unterscheiden wir auch zwischen Solarpunk – der meist bildungsbürgerlichen Rebellion gegen die fossilen Fallen – und dem Solarboom: Dem Umstieg auf post-fossile Technologien, weil sich dies wirtschaftlich rechnet. So boomt die Solartechnologie plus Batteriespeichern in immer mehr Ländern wie Vietnam und Kenia gerade auch unter Ärmeren, weil Fossilisten Neuanschaffungen etwa von PV-Anlagen und Elektrorollern nicht totregulieren können. In Deutschland prägt dagegen fossiler Konzern-Lobbyismus noch immer die Bundespolitik und Bundes-Bürokratie.
@ Blume: …erfreulich & ermutigend
Im blog vom 24.05. zum Kooperationsparadox war es nahezu eine Symbiose zwischen dem Komplementären und Dialogischen Monismus.
So verhält es sich auch bei der Wechselwirkung zwischen Erfolg und Misserfolg bzw. Misserfolg und Erfolg.
Der Erfolg des Kapitalismus, den die Welt gelernt hat, ist mehr als Gewohnheit. Er überhitzt gerade im wahrsten Sinne.
Wir praktizieren Bilanzdenken in Gewinn und Verlust, Sieg oder Niederlage.
Macht euch die Erde untertan, also Nutz, oder Schutz. Da verlaufen immer noch die Fronten.
Erkenntnis fordert Einsicht. Die haben viele, geht es aber um den Geldbeutel, der für Erfolg steht, dann wird Erkenntnis und Einsicht schon mal beiseite geschoben.
Sie beschreiben das ganze Spiel als reaktant und thymotisch.
Die Frage ist in der Tat, welchen Vorbildern man folgt. Den Kriegerischen oder den Genügsamen?
Den System immanenten oder den Losgelösten?
Alles basiert immer noch auf Natur ODER Kultur und nicht auf Natur UND Kultur: moderne Zivilisation vs indigen.
Meines Erachtens erfordert das eine grundsätzliche und fundamentale Debatte.
Kapitalismus hat Wohlstand gebracht, aber auch Raubbau an der Natur. Diesen Widerspruch gilt es zu lösen.
Lieben Dank, @Mussi 🙏🙌
Für Ihre Überlegungen zwischen Erfolg und Misserfolg, Gewinn und Verlust, Sieg und Niederlage, Nutz und Schutz usw. könnten die Arbeiten der Institutions-Ökonomen Daren Acemoglu & James A. Robinson besonders interessant sein, die dafür auch 2024 den sog. Wirtschaftsnobelpreis erhielten. Denn sie erforschen im Kern zwei unterschiedliche Wirtschaftsmodelle, die sich mit Extraktion (maximaler Entnahme von Rohstoffen, Ausbeutung) und Regeneration (nachhaltiger Kreislaufwirtschaft, Recycling, Bildung, ökologischer und sozialer Marktwirtschaft) bezeichnen lassen. Und damit wird letztlich auch die Frage nach der Enge bzw. Weite der Zeit aufgeworfen.
Hier ihr bislang bekanntestes Buch:
Daron Acemoglu & James A. Robinson
Warum Nationen scheitern
Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut | Ausgezeichnet mit dem Wirtschaftsnobelpreis 2024
https://www.fischerverlage.de/buch/daron-acemoglu-james-a-robinson-warum-nationen-scheitern-9783596195589
Warum sind Nationen reich oder arm?
Starökonom Daron Acemoglu und Harvard-Politologe James Robinson geben eine ebenso schlüssige wie eindrucksvolle Antwort auf diese grundlegende Frage. Anhand zahlreicher, faszinierender Fallbeispiele – von den Conquistadores über die Industrielle Revolution bis zum heutigen China, von Sierra Leone bis Kolumbien – zeigen sie, mit welcher Macht die Eliten mittels repressiver Institutionen sämtliche Regeln zu ihren Gunsten manipulieren – zum Schaden der vielen Einzelnen. Ein spannendes und faszinierendes Plädoyer dafür, dass Geschichte und Geographie kein Schicksal sind. Und ein überzeugendes Beispiel, dass die richtige Analyse der Vergangenheit neue Wege zum Verständnis unserer Gegenwart und neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Ein provokatives, brillantes und einzigartiges Buch.
Ich kann es wirklich nur empfehlen – und es zeigt auf, warum zwischen dem extraktiven Karbonblase-Fossilismus und regenerativen Solarpunk so enorme Unterschiede erkennbar werden!
Schon in den ersten Sätzen Ihres Blogposts wird mE aus dem „wenn,dann“ etwas formuliert, was ich problematisch finde.
Wie ich es verstehe: Wissenschaftler vermitteln Ergebnisse ihrer Forschung – manche Menschen erkennen diese Ergebnisse an – die Menschen, die die Ergebnisse nicht akzeptieren, reagieren sozusagen mit Widerstand.
Ich sehe das anders. Es ist doch keine Reaktanz, wenn die Leute, die die Ergebnisse anzweifeln, möglicherweise anderen Wissenschaftlern glauben. Denn sie nehmen wissenschaftliche Expertise an – wenn auch die falsche.
Die wissenschaftliche Forschung kann auch zum Spielball der Politik werden, sowie der Medien des jeweiligen Lagers. Ich fürchte, dass es den Fossilisten innerhalb kürzester Zeit leider gelingen würde, Solarpunk nahezu komplett zu diskreditieren. Aus meiner Sicht ist der Solarpunk womöglich am wenigsten geeignet, die Wissenschaft zu retten.
Junge Menschen mit Zukunftsangst sind ja nicht nur im Internet mit teilweise bedrohlichen Inhalten konfrontiert. Das beginnt im eigenen Zuhause. Mit Eltern, die sich Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz machen. Mütter und Väter, die ernsthaft rechnen müssen, ob man den Kindern das Studium finanzieren kann oder ob die Beteiligung an den Pflegekosten für Oma und Opa das nicht zulässt. Erwachsene, die mit den Herausforderungen durch KI große Verunsicherung erleben. Die politische Lage in Deutschland und der Welt lasse ich hier ganz außen vor.
Am Samstagabend hat sich gezeigt, wie sehr viele Menschen in unserem Land auf positive Erlebnisse reagieren. Ich meine, dass die beiden Tore von Deniz Undav mehr waren als die Treffer zum Sieg. Mein Eindruck ist, dass damit Hoffnung verbunden ist. Nicht nur auf ein gutes Abschneiden bei der Fußball WM, sondern auch auf ein harmonischeres Miteinander. Ohne das alles überhöhen zu wollen, mir kam dieser Gedanke bei den Szenen des Jubels.
Ob Fußball eine Wissenschaft ist, lasse ich mal offen. Aber Psychologie schon, mit der das alles begründet werden könnte. Vermutlich wären nicht alle davon zu überzeugen.
Vielen Dank für Ihr konstruktives Nachbohren, @Marie H. – und ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich es tatsächlich anders meine: Ich glaube nicht, dass bestimmte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Sie hatten in einem früheren Kommentar die Virologen Drosten und Streeck kontrastiert) je für Wahrheit oder Falschheit stehen, sondern dass sich seriöse Stimmen mehr oder weniger der Wahrheit annähern und dabei auch dialogisch korrigieren. Weil sich Menschen früh dafür entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenken (sie sprechen zu Recht vom „Spielball der Politik“ und den „Medien des jeweiligen Lagers) glaube ich nicht mehr, dass einzelne Stimmen alle erreichen können. Stattdessen braucht es ein miteinander vernetztes Feld vieler, die verschiedene Milieus ansprechen und erreichen.
Deswegen gefällt mir das von Ihnen gewählte Fußball-Undav-Bild auch so gut! Denn genau darum geht es mir auch hier und beim Solarpunk: Um Hoffnung! Diese kann beispielsweise aus der Batterieforschung erschlossen werden, aus der Ökonomie, Geschichtswissenschaft, der Demografie, Kulturwissenschaft, nicht zuletzt aus der Literatur, Kunst, Filmen und Spielen, aus der Musik und Poesie. Mir geht es also nicht darum, hier Räume zu definieren (die von anderen, da gebe ich Ihnen Recht, durch Desinformation angegriffen werden), sondern darum, Räume zu eröffnen. Ich belehre beispielsweise die Schülerinnen und Schüler nicht, sondern ermutige sie, eigene Beiträge auszuprobieren.
Kurz: In meiner Perspektive wird bei interdisziplinären Themen kaum mehr eine Expertin oder ein Experte für die ganze Wahrheit angenommen werden – sondern idealerweise verbundene Netze aus immer mehr verschiedenen Stimmen, die einander ergänzen und auch miteinander im Dialog stehen. Ich denke, dass der wissenschaftliche Dialog der Zukunft weniger Top-Down als vielmehr emergent geführt werden wird. Und darauf setze ich große Hoffnungen!
(Aus meiner Sicht gibt es einen enormen Unterschied zwischen Optimismus und Hoffnung, aber das würde hier vielleicht zu weit führen.)
Ihnen von Herzen Dank für die Anfrage – wenn noch etwas unklar ist, stehe ich gerne weiterhin zur Verfügung!
Vielen Dank für die Erklärung.
Vielleicht bestand mein Verständnisfehler dann, dass meine Beurteilung auf dem Ist-Zustand beruht und eigene Zukunftsperspektiven weniger werden. Das macht nachdenklich.
Danke für diesen Denkanstoß.
Der Dank ist ganz meinerseits, @Marie H. 🙏✅
Ihre kritische Nachfrage hat mir erlaubt, klarer zu formulieren, dass ich nicht denke, auf eine perfekte Lösung gestoßen zu sein – sondern „nur“ auf einen Hoffnungsraum (Solarpunk), in dem sich dialogisch vielfältige Möglichkeiten finden und mimetisch leben lassen.
Ihnen daher auch hier herzlichen Dank! 🙏👍
Neben Mimesis könnte auch der Faktor „gute und nachhaltige Gewohnheiten EINÜBEN“ entscheidend sein. Sehr oft höre ich, wenn überhaupt mal über das Thema diskutiert wird, Einwände, jetzt sei es sowieso zu spät, und bei den ganzen Kriegen, was da alles in die Luft geblasen wird, und jetzt müssen wir uns erstmal um die Verteidigung kümmern…
Zugegeben wird es immer Krisen anderer Art geben (leider heute mehr als noch vor ein paar Jahrzehnten), die uns von der Klimakrise (bzw. -katastrophe) und allgemein den Umwelt- (oder Mitwelt-)katastrophen ablenken. Natürlich dürfen akute Probleme nicht vernachlässigt werden, aber gerade das sollte ein Grund sein, jetzt schon gute Gewohnheiten wie verringerten Fleischkonsum, weniger fliegen, weniger Öl- und Gasverbrauch, Mülltrennung (nein, auch das ist NICHT selbstverständlich!) einzuüben. Falls doch mal wieder bessere Tage kommen, muss man sich dann nicht mehr mühsam rückbesinnen.
Das sehe ich ganz genauso. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere.
Der Lage angemessenere Gewohnheiten einüben.
So funktioniert es seit Jahrmilliarden auf diesem Planeten.
Warum sollte es für homo sapiens andere Regeln geben?
Übrigens schöne Grüße aus einem sehr heißen Büro.
Ganz herzlichen Dank und volle Zustimmung, @jetztreichtsaber 🙏👍
Aus meiner Sicht haben sich die Fühl-, Denk- und Verhaltensweisen des Fossilismus unglaublich tief nicht nur in unsere Kulturen, sondern auch in unsere Biografien eingeprägt. Das zu ändern bedeutet, schrittweise fossilistische Traditionen zu erkennen, zu überwinden und durch neue, post-fossile Formen zu überwinden. Diese einzuüben.
So bin ich beispielsweise 2017 auf ein Elektroauto umgestiegen, seit 2019 Vegetarier (usw.) und fahre seit wenigen Wochen #mdRzA (mit dem Rad zur Arbeit). Dies löst wiederum neue Kaskaden an Schwierigkeiten, Kosten, aber vor allem auch neuen Wahrnehmungen und Chancen aus. Menschliches Leben basiert wesentlich auf Gewohnheiten und also beginnt die post-fossile Transformation immer wieder bei uns selbst. Und wenn wir dann – auch Dank jener, die uns voranschritten – die Veränderungen auslösen, dann bewirken wir damit wiederum bei anderen Solarpunk-Mimesis.
Ich denke, damit wird auch deutlich, warum ich immer wieder betone: Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern. Und zwar am Besten auch bei sich selbst.
Was die beiden analysiert und beschrieben haben, ist sicherlich die gerechtere und vernünftigere Wirtschaftsform.
Sie lösen aber auch nicht das Kooperationsparadoxon, welches zentral mit der Enge der Zeit in Verbindung steht.
Der Grunderbegedanke verbindet dagegen Gesellschafts- mit Wirtschaftsform.
Ich sehe ihn tatsächlich als Lösung. Radikal? Ja, aber Angesichts der Wege der Geldschöpfung und Schuldenproblematik lohnt es sich, das mal auszuspinnen.
Mussi Betreff : Grunderbe als Verbindung von Wirtschaftsform und Sozialpolitik
Betreff: Grunderbegedanke als Ausgangspunkt für eine gerechtere Verteilung des Eigentums.
Wer noch nicht weiß, was damit gemeint ist, beim Grunderbe „erbt“ jeder deutsche Staatsbürger, ab dem 18 .Lebensjahr vom Staat ein Startkapital von z.B. 20 000 €.
Damit kann er machen was er will.
1. in die Rentenkasse einbezahlen
2. in Aktien anlegen (wird Herrn Merz freuen)
3. ein Startup machen
4. sein Studium finanzieren
5. Sonstiges
Praktisch wird das Bundesverfassungsgericht dem einen Strich durch die Rechnung machen, denn was ist mit den Bürgern ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Wie vor 50 Jahren, als das Kindergeld nur an Deutsche gewährt werden sollte, verwarf der BGH diese Regelung , wenn Kindergeld, dann an alle, auch nicht deutschen Mitbürgern.
@PV-Dachanlagen mit integriertem Speicher
Dass PV auch für Mieter funktioniert wäre aktuell die dringlichste Baustelle. Gerade in den Städten braucht das praktisch keinen Ausbau der Stromnetze. Die PV-Anlagen können auch etwas größer dimensioniert sein, letztlich haben die auch E-Autos und zum Teil auch Wärmepumpen zu versorgen. Wenn die Speicher groß genug sind, können sich Siedlungen im Sommer fast ganz mit PV-Strom versorgen.
Und man macht dann natürlich auch die Erfahrung mit der grünen Technik, dass die sehr zuverlässig funktioniert und ziemlich billig dabei ist.
PV-Freiflächenanlagen machen darüber hinaus auch Sinn. Hier müssen zwar Netzanschlüsse gelegt werden und der Strom muss etliche Kilometer zum Kunden transportiert werden. Dafür ist aber die Installation der Module viel billiger. Zusammen mit den Windrädern werden wir dann ziemlich gut versorgt werden können.
Die Saisonalen Überschüsse kann man dann in Wasserstoff verwandeln. Oder anderweitig länger speichern.
Dass jetzt Mieter kaum profitieren ist sicher kein technisches Problem. Auch Vermieter können eine PV-Anlage auf dem Dach installieren und den Strom an die eigenen Mieter verkaufen. Da nun mal nicht jedes Haus ein geeignetes Dach hat, macht es darüber hinaus viel Sinn, seinen Strom auch in der Nachbarschaft zu verkaufen. Soweit ich weiß, ist das aber eben rechtlich schwierig.
Der eine hat ein Süddach, der andere ein West- oder Ostdach, die können sich gut ergänzen. Und einige haben gar kein geeignetes Dach und wollen aber auch versorgt werden.
Ein Haus mit Eigentumswohnungen könnte auch kompliziert werden. Bis die sich alle einig sind und Geld genug flüssig haben, das kann dauern.
Man müsst mal gucken, wie man etwa große Wohnungsbaugesellschaften motivieren kann, überall im Bestand PV mit Speichern zu installieren und den Strom dann an ihre Mieter zu verkaufen. Und praktischerweise darüber hinaus.
Unbedingt auch über eigene E-Autosteckdosen. Wenn man die dann noch bidirektional betreiben kann, wird das noch attraktiver.
Meine Nachbarin hat sich ein E-Auto angeschafft und muss 200 Meter weiter die öffentliche Ladesäule nutzen. Erstmal ist das eine Latscherei, und dann kostet der Strom damit satte 82 ct die Kwh. Mit der eigene PV-Anlage kommt man auf 10 ct bis 20 ct, maximal in der Dunkelflaute 50 ct. Und wenn das bidirektionale Laden auch gut ausgenutzt werden kann, kommt man in guten Jahren praktisch ohne Stromkosten für das E-Auto aus. Zumindest wenn man nicht viel fährt.
Die Dachanlagen mit integriertem Speicher können rund um die Uhr Strom bereitstellen, bei Überangebot im Netz auch gar keinen. Solange genug Sonne scheint, was von März bis September die Regel sein dürfte. Und im Winter wird der integrierte Speicher vor Ort nicht benötigt und kann dann helfen, Windstrom zwischenzuspeichern.
Warten, bis alle ein E-Auto haben würde ich nicht. Dann hätte man zwar so viele bidirektional angeschlossene Autoakkus, dass die PV-Anlage keinen eigenen Speicher mehr braucht. Ich hoffe aber auf ein System von selbstfahrende Sammeltaxis, dann braucht man maximal 20 % der Fahrzeuge, von denen jetzt die meisten die meiste Zeit herumstehen.
Vielen lieben Dank, @Tobias – und ich will Dir nicht nur zustimmen, habe ja auch selbst bewusst am 11. September (!) 2025 bei Balkonsolar Freiburg über erneuerbare Friedensenergien gesprochen!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-rede-gegen-den-fossil-finanzierten-terror-antisemitismus-am-11-september-2025-in-freiburg-im-breisgau/
Denn, ja, theoretisch könnte auch über Freiflächenanlagen und Agri-Photovoltaik genug Strom für Imdustrien, Haushalte, Elektroautos, Batteriespeicher und grünen Wasserstoff zusammenkommen. Aber im Sinne des Solarpunk wäre es weit besser, wenn möglichst viele Menschen die Chance hätten, sich an der Stromproduktion zu beteiligen, Selbstwirksamkeit zu erfahren und auch an den Gewinnen (erneuerbare Energien sind auch Heimat- und Wohlstandsenergien) zu beteiligen.
Auch Mietende sollten die Möglichkeiten bekommen, ihre eigenen Elektrofahrzeuge von Autos bis E-Bikes solar zu beladen! Das spart Geld und entlastet die Netze, übrigens durchaus auch an sonnigen Herbst- und Wintertagen. Auch bikamerales bzw. bidrektionales Laden ermöglicht Einsparungen und mitunter gar Gewinne. Davon Mietende auszuschließen hielte ich für volkswirtschaftlich, ökologisch, kulturell und politisch dumm. Klar, dass die Karbonblase-Abzock-Lobby dagegen vor allem die Bürokratie in Stellung bringt…
Dir lieben Dank für Dein Interesse & Engagement, @Tobias! 🙏✅👍
@ Tobias Jeckenburger 22.06.2026, 23:20 Uhr
Der „Haken“ an Ihrer Argumentation liegt daran, dass sie den Stromversorgern möglichst wenig Energie abkaufen und möglichst alles selber produzieren wollen. Das ist völlig verständlich.
Andererseits stehen dann die teuren Anlagen samt Personal, sagen wir 10 Monate „arbeitslos“ herum, verursachen fast die gleichen Kosten als würden sie im Betrieb sein und ausgerechnet wenn die PV Anlagen samt Speicher „nichts mehr hergeben“, dann „explodiert“ beim Versorger der Verbrauch durch die Kunden. Die Stromversorger könnte praktisch keine „Erneuerbaren“ mehr nutzen, weil dann, wenn der Kunde Strom braucht, die „Erneuerbaren“ nicht bereitstehen, sondern nur fossile oder Akws.
Der Stromversorger verlangt entweder extrem hohe Stromgebühren oder er verweigert einfach die Lieferungen und der „Kunde“ kann selber sehen wie er den Blackout bewältigt.
Eine insgesamt wirtschaftliche und sicher Stromversorgung ist dann optimal, wenn Fachleute den Bedarf und die Erzeugungsmöglichkeiten bestens erkunden, die Übereinstimmung bestens planen und danach für alle optimale Lösungen bereitstellen. Das könnten allenfalls auch genau definierte Einspeisungen von Kunden sein, aber kein völliger „Wildwuchs“ nach Lust und Laune der Kunden.
Handelt jeder nur egoistisch käme letztlich ein Chaos heraus, die Preise würden explodieren und ein Blackout den nächsten Blackout ablösen….
@Realo 23.06. 08:45
„Andererseits stehen dann die teuren Anlagen samt Personal, sagen wir 10 Monate „arbeitslos“ herum, verursachen fast die gleichen Kosten als würden sie im Betrieb sein“
Was nun leider unvermeidlich ist. Insbesondere dürfte man aber gucken können, dass die Backupkraftwerke nur im Betrieb Personal brauchen. Und der Backupstrom wird dann auch mindestens 50 ct die Kwh kosten, was dennoch kostendeckend sein dürfte. Und das kann auch mehr als 1 € werden, wenn das dann nur Tage oder maximal mal eine Woche gebraucht wird. Je kürzer die Laufzeiten sind, desto weniger merkt dann auch der Endkunde davon.
„Das könnten allenfalls auch genau definierte Einspeisungen von Kunden sein, aber kein völliger „Wildwuchs“ nach Lust und Laune der Kunden. „
Wo gibt es hier Wildwuchs? Egal wo die Anlagen stehen, der jeweilige Ertrag ist auf Skalen von einigen 10 Kilometern derselbe. Was das angeht, spielt es keine Rolle, wo genau die PV-Anlage oder das Windrad steht.
Die regionale Verteilung ist aber in der Tat wirklich wichtig. Es macht wenig Sinn, wenn der eine Landkreis massive Überschüsse hat, und der andere wenig produziert. Und auch macht es Sinn, sehr viel mehr Windenergie auch in Süddeutschland zuzubauen, und dafür dann mehr PV im Norden. So verteilen und ergänzen sich die Erträge viel besser. Und desto weniger Transportaufwand braucht das, wie dann auch weniger Backup.
PV direkt am Verbraucher jedenfalls ist immer richtig, insbesondere mit integriertem Speicher. Das bleibt fast automatisch in dem Bereich, der lokal von den Netzen verarbeitet werden kann.
Die Netzbetreiber müssen eben ihre Arbeit machen. So wie jeder Kunde „Wildwuchs“ ist, ist es auch jeder Kleinproduzent. Man kann da in der Tat auch Einfluss nehmen, wenn der dann aber missbraucht wird, z.B. bei der Verschleppung von Genehmigungen für Großspeicher, dann wird es wirklich schräg.
@ Tobias Jeckenburger 23.06.2026, 13:21 Uhr
Zitat: „Was nun leider unvermeidlich ist. Insbesondere dürfte man aber gucken können, dass die Backupkraftwerke nur im Betrieb Personal brauchen. Und der Backupstrom wird dann auch mindestens 50 ct die Kwh kosten, ……“
Sie würden auf diese Art kein spezialisiertes Personal bekommen, dass ausgerechnet dann bereit steht, wenn „Backup Zeit“ anfällt. Die Strompreise je kWh wären rund 5 bis 10 mal so hoch.
Zitat: „Wo gibt es hier Wildwuchs? Egal wo die Anlagen stehen, der jeweilige Ertrag ist auf Skalen von einigen 10 Kilometern derselbe. Was das angeht, spielt es keine Rolle, wo genau die PV-Anlage oder das Windrad steht.“
Den Wildwuchs gibt es in der Realität. Manche Menschen können es nicht erwarten bis sie endlich Erneuerbare erhalten, andere interessiert es aber überhaupt nicht. Sie haben andere Sorgen…..
Im Supermarkt ist Wildwuchs kein größeres Problem mehr. Die Computer kalkulieren heutzutage angeblich ganz gut, allenfalls werden bestimmte Güter noch nachgeliefert bevor sie ausgehen…..
Aber es wäre besonders auch aus Arbeitsgründen, völlig unmöglich, würden, sagen wir innerhalb von 2 Jahren plötzlich in ganz Deutschland die Straßen aufgerissen um alle Kabel zu verlegen. Es würde viel zu wenig Firmen, Bauarbeiter und Planungsleute geben. Auch könnten nicht plötzlich derart viele Kabel und Bauteile produziert werden, wie nötig wäre.
Alles muss sich auf, sagen wir einmal realistisch, 20 bis 30 Jahre verteilen. Wirtschaftlich optimal kann das nur erfolgen, wenn besonders geeignete Bereiche früher ausgebaut werden, andere bei denen der wirtschaftliche Erfolg weniger ausgeprägt ist später, wenn sie Pech haben in 30 Jahren „dran kommen“.
Das war schon immer so bei Infrastruktur Bauten. Wo meine Mutter herkam, dort hatten sie um 1950 nur geschotterte Straßen und kein elektrisches Licht…..
In Süddeutschland, wo der Fremdenverkehr wichtig ist, wollen die Menschen einfach keine Windräder und protestieren eifrig dagegen.
Zitat: „PV direkt am Verbraucher jedenfalls ist immer richtig, insbesondere mit integriertem Speicher. Das bleibt fast automatisch in dem Bereich, der lokal von den Netzen verarbeitet werden kann.“
Das sehe ich auch so. Nur würde ich mich halt um das zusätzliche Backup selber kümmern und keine größeren Stromverbraucher einschalten, wenn die Energie knapp ist…..
Die Netzbetreiber müssen die Realität z.B. der Ausbaumöglichkeiten sehen. Sie können nicht einfach alles „abnicken“ und die Kunden stünden letztlich, aus den genannten Gründen, ohne Backup da…..
Das wäre dann wirklich schräg.
@ NI
So wird es gerade getestet.
So wie Sie kommentieren, so kann man ein brain storming auch abwürgen.
Was wäre, wenn 500.000,- Euro eingebucht werden und dafür das bisherige Rentensystem aufgegeben würde?
Was würde passieren?
Es geht nicht darum, eine Systemveränderung des Marktes (Angebot-Nachfrage) zu verändern, was eh nicht geht, sondern es so zu verändern, dass über Geld Einfluss auf Zeit und Handeln genommen wird, der Zwang zur Kooperation, also die Fremdbestimmung über Zeit, verändert wird. Mehr Freiheit für den Drang zur Kooperation oder auch Musse.
Den Druck aus dem System zu nehmen…
Da kann man durchaus mal die Gedanken fliegen lassen, ohne gleich wieder Grenzen zu sehen.
Was nicht geht oder was geht, ist die Frage, wie wir mit dem Planeten und uns umgehen.
Es sind schon viele Utopien gescheitert. Es lohnt nicht, eine neue zu konstruieren.
Das vorhandene mal überdenken würde schon helfen, denke ich.
Mussi, wie geht es weiter ?
Unser bisheriges Rentensystem ist nicht kapitalbasiert, es finanziert sich selbst, durch die Beiträge der Arbeiter und Angestellten.
Die Beiträge werden nicht gespart, sondern direkt an die Rentner wieder ausgegeben.
Oder salopp formuliert, der Arbeiter bezahlt den Rentner.
Das ist das Optimum, wird leider immer wieder vergessen.
Was Herr Merz vorhat, das ist ein kapitalbasiertes Rentensystem, die Beiträge der Angestellten und Arbeiter werden auf dem Kapitalmarkt angelegt, und die Zinserträge dieses Systems werden als Renten wieder ausgezahlt.
Das funktioniert gut, solange die Aktienkurse steigen. Im Falle eines Börsencrashs sind die Rentner die Leitragenden.
Dazu braucht man kein Brainsstorming, das ist das 1 x 1 eines Sozialstaates.
Herr Blüm hatte das verstanden.
Was im Nebel bleibt, „der Zwang zur Kooperation“, wer mit wem ?
Kommunalpolitiker mit Angestellten, Arbeiter mit Ationären , Wirschaftsökonome mit Parteivorsitzenden ?
Hatten wir doch alles schon, der Eigennutz der Beteiligten“ verhindert optimale Kompromisse. Sogar die Gewerksschaft ist nicht sicher vor Korruption.
zu wie wir mit dem Planeten umgehen. Wer ist wir ??
Die Europäer , wir sind am ehesten fähig und willends einen Kompromiss zwischen Commerz und Ökologie zu finden.
@Mussi 22.06. 10:59
„Der Grunderbegedanke verbindet dagegen Gesellschafts- mit Wirtschaftsform. Ich sehe ihn tatsächlich als Lösung. Radikal? Ja, aber Angesichts der Wege der Geldschöpfung und Schuldenproblematik lohnt es sich, das mal auszuspinnen.“
Insbesondere wenn das mit Erbschaft-. Vermögens- und Kapitalertragssteuern finanziert wird. Das wäre ein Novum in der allgemeinen Steuer- und Abgabengestaltung. Vermutlich fördert das auf der einen Seite die Nachfrage, auf der anderen wird der Druck kleiner, möglichst viel Geld zu verdienen.
Das könnte dann sogar die Nachwuchsraten fördern. Was dann wiederum noch mehr die Nachfrage erhöht.
Angesichts von immer mehr KI und Robotern wäre das auch sowieso eine gute Idee. Letztlich sind diese Maschinen Kapital, das Ertrag abwirft.
@ Marie H
Ihre Bedenken zielen doch darauf, wieso Wissenschaftler widersprechende Auffassungen haben?
In den Naturwissenschaften gilt die Logik und die Widerspruchsfreiheit in den Theorien und das Falsifikationsprinzip.
In den Gesellschafts(Geistes-)wissenschaften erleben wir häufig den Widerspruch, trotz Positivismusgedanken.
Wie hängen nun Natur- und Geisteswissenschaften zusammen bzw. was trenntsie?
Das ist nicht unausgegoren. Logik und Paradox gehören zusammen!
Es gibt Widerspruchsfreiheit und es gibt sie nicht. Deshalb ist das seriöse Argument jenseits von Ad honimen so wichtig.
Naturwissenschaften suchen nach Gesetzen und darauf basierende Vorhersagen. Bei den Geisteswissenschaften ist das nicht möglich. Es herrscht der Widerspruch, zwangsläufig.
Das berührt das Verhältnis zwischen Körper UND Geist.
Sie befinden sich mitten im Diskurs … 😉
@ Blume – Solarpunk und Demokratie
Kern jeglicher Gesellschaftsdebatten und Auseinandersetzungen ist: Wer bestimmt über wen?
Emergenz setzt die Mündigkeit aus Unfreiheit voraus. Da habe ich beim Mitläufertum thymotischer Gewohnheitsmärtyrer meine Zweifel.
Ernst-Ulrich von Weizsäcket meinte, Transistionen dauern mindestens dreißig Jahre. So lange dauert ab jetzt der Verbrauch der fossilen. Bis wir gelernt haben, dass nichts mehr vorhanden sein uns eh zur Elektrifizierung zwingt.
Ja, @Mussi – Ihre Zweifel kann ich sehr gut nachvollziehen. Als ich neulich auf Mastodon eine Umfrage dazu stellte, meinten stabil über 60% Prozent, dass auch nach Monaten des Irankrieg-Desasters die wenigsten in Deutschland die Gefahren des Fossilismus verstanden hätten:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/energieglauben-nach-dem-irankrieg-hilft-rechthaben-in-der-wissenskommunikation/
Ich gehöre zur Minderheit derjenigen, die keine Optimisten mehr sind, aber noch Hoffnung haben.
So hat der neue, baden-württembergische Kultusminister Andreas Jung (CDU) gerade darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der Hitzefrei-Tage seit den 1950er Jahren vervierfacht (!) habe und es also neue Regeln brauche. Andere weisen darauf hin, dass wir die Schulgebäude auf Klima-Resilienz umbauen sollten.
Ich bin nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben, dass mehr und mehr Menschen die Bedeutung der Klimakrise einerseits und der Demografie andererseits zu durchdringen beginnen. Der extraktive Fossilismus bietet keine Zukunft – eine ebenso entschlossene wie pragmatische Friedensenergie-Solarpunk-Transformation dagegen schon.
@ Jeckenburger
mind in space and time… 😉
@Realo 23.06. 15:47
„Die Netzbetreiber müssen die Realität z.B. der Ausbaumöglichkeiten sehen. Sie können nicht einfach alles „abnicken“ und die Kunden stünden letztlich, aus den genannten Gründen, ohne Backup da…..“
Natürlich müssen die das. Aber wieso verschleppen die dann den Zubau von Großspeichern? Wie sollen die ein Problem sein, die können doch nur stabilisierend wirken.
Und warum wollen die dann die alten Kohlekraftwerke abreißen und neue Gaskraftwerke bauen? Die Kohle ist heimisch und kann ganz einfach auf Halde gelagert werden. Wenn die Kohlekraftwerke dann nur noch Monate im Jahr laufen, sind die doch optimal als saisonales Backup. Und finanzieren keinen Putin, kein Katar und keinen Iran.
„Sie würden auf diese Art kein spezialisiertes Personal bekommen, dass ausgerechnet dann bereit steht, wenn „Backup Zeit“ anfällt. „
Die Leute extragut bezahlen und denen einen Ersatzarbeitsplatz woanders im Konzern anbieten, für die Zeiten, in denen das Backupkraftwerk abgeschaltet ist, müsste doch wohl möglich sein.
„Die Strompreise je kWh wären rund 5 bis 10 mal so hoch.“
Na klar kostet der Strom von nur wenig genutzten Kraftwerke Einiges mehr. Das geht ja gar nicht anders. Dafür ist aber auch der Strom in Wind- und Sonnenreichen Zeiten umso billiger. Unterm Strich dürften die Strompreise mittelfristig eher sinken. Ausgehend von einem aktuell wirklich sehr hohem Niveau.
Wir hatten auch vor 40 Jahren schon Spitzenlastkraftwerke, die teils nur Tage im Jahr gebraucht wurden. Deren Strom kostete entsprechend auch 1 DM die Kilowattstunde. Mit den inzwischen zunehmend installierten Lithiumspeichern kann man diese Spitzenlasten ganz einfach auffangen. Werden von den Lithiumspeichern genug installiert, machen eingentlich nur noch Mangelsituationen über mehrere Tage bis zu ganzen Monaten in besonders ungünstigen Wintern Schwierigkeiten.
Dafür brauchen wir noch länger fossiles Backup für. Das auch gerne möglichst nicht so teuer sein sollte.
Die Tage habe ich einen Artikel gelesen, dass man mit einer Wärmepumpenheizung auch kühlen kann. Einfach sogar über die ganz normalen Heizkörper. Solange der kalte Vorlauf unter dem Taupunkt bleibt, geht das. Das würde aktuell wohl Vielen Spaß machen, die in der Innenstadt in den oberen Etagen wohnen. Der Stromverbrauch davon wäre problemlos und billig. Wenn diese Kühlung gebraucht wird, gibt es mehr als genug PV-Strom im Netz.
Lieben Dank, @Tobias
Auch @Realo dürfte inzwischen die Hitze-Folgen der fossil externalisieren Kosten spüren. Habe heute Morgen dazu – und zu einem NdG-Blogpost von 2024 – gepostet:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Hitze verändert übrigens nicht nur die Wasserkreisläufe, sondern führt auch ganz konkret zu mehr zwischenmenschlicher Aggressivität, Schlafmangel und mehr Unfällen.
Wer dennoch weiterhin gegen die post-fossile Energiewende, gegen erneuerbare Friedensenergien wettert, hat Wissenschaft und Zukunftshoffnung gegen Reaktanz und Gier eingetauscht.
Der Fossilismus tötet – auch den Verstand.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116803175131164850
Die wissenschaftlichen Prognosen bestätigen sich auch hier. Fossile Gewaltenergien erschienen nur „billig“, weil die Treibhausgas-Kosten in die Zukunft externalisiert wurden. Und nun kommt die Rechnung stückweise zurück, wobei sich Reiche besseren Schutz kaufen können…
@Michael Blume
24.06.2026, 06:45 Uhr
Ich denke seine Antwort wird sein „Das gabs immer wieder mal, wir müssen uns halt anpassen!“ 😎🙄
Ja, @Uli Schoppe – das ist eine psychologisch leider gut begründete Erwartung. Wir Menschen neigen (alle!) dazu, neue Erkenntnisse als schmerzhaft abzutun (kognitive Dissonanz) und mit reaktanter Verteidigung unserer bisherigen Identitäten abzuwehren. Und notfalls behaupten wir einfach, wir hätten es schon immer gewusst und nur andere wären Schuld.
Sich den oft schmerzhaften Erkenntnissen der Wissenschaften etwa zur Klimakrise oder zur Religionsdemografie zu stellen verlangt mehr Mut und Weisheit, als wir auch von uns selbst erwarten dürfen. Aber die Hoffnung bleibt erlaubt… 🙏☺️✅
@ Tobias Jeckenburger 24.06.2026, 00:25 Uhr
Zitat: „Natürlich müssen die das. Aber wieso verschleppen die dann den Zubau von Großspeichern? Wie sollen die ein Problem sein, die können doch nur stabilisierend wirken.“
Weil sie die Großspeicher dort haben möchten, wo sie günstige Backup Möglichkeiten bereitstellen können. Z.B. in der Nähe von Backup-Kraftwerken, oder geplanten Einspeisepunkten. Die Nutzer der Großspeicher wollen sie aber an für sie optimalen Standorten. Das führt zu Konflikten. Es geht ums Geld, wie immer…..
Zitat: „Und warum wollen die dann die alten Kohlekraftwerke abreißen und neue Gaskraftwerke bauen? Die Kohle ist heimisch und kann ganz einfach auf Halde gelagert werden. Wenn die Kohlekraftwerke dann nur noch Monate im Jahr laufen, sind die doch optimal als saisonales Backup. Und finanzieren keinen Putin, kein Katar und keinen Iran.“
Kohle muss mit schwerster bergmännischer Arbeit gefördert werden. Das will man heutzutage bei uns keinen Menschen mehr zumuten.
Gas Backup Kraftwerke werden möglichst genau am optimalen Standort errichtet. Man ist nicht davon abhängig, wo sie zufällig herumstehen. Dass ein Kraftwerk zufällig an einem heutzutage optimalen Standort steht, kann vorkommen…..
Gaskraftwerke eignen sich besonders als Backup, weil sie viel schneller starten, flexibler regeln und wirtschaftlich sinnvoller im seltenen Einsatz sind. Kohlekraftwerke sind dafür zu langsam, zu träge und zu teuer im Teillastbetrieb.
Gaskraftwerke können sehr schnell in rund 10 Minuten hochfahren, Kohlekraftwerke brauchen mehrere, rund 9 Stunden, um stabil zu laufen. Für Backup zählt jede Minute.
Gas lässt sich wegen der hohen Flexibilität sehr gut regeln, Leistung rauf/runter in Minuten.
Kohle ist träge reagiert langsam.
Backup-Kraftwerke laufen oft nur wenige Stunden im Jahr. Gaskraftwerke haben niedrige Fixkosten, aber höhere Brennstoffkosten, ideal für seltenen Einsatz.
Kohlekraftwerke haben hohe Fixkosten und müssen lange laufen, um wirtschaftlich zu sein.
Gas emittiert pro kWh etwa rund 50% weniger CO2 als Kohle.
Für Backup, das politisch akzeptiert werden muss, ist das entscheidend.
Kohle Kessel müssen langsam aufgeheizt werden, sonst drohen Materialschäden und das dauert lange. Kohlekraftwerke laufen am besten bei Volllast sonst steigen Emissionen und Kosten stark an.
Selbst im „Warmhaltebetrieb“ verbrauchen sie Brennstoff.
Außerdem haben wir Kohleausstiegsgesetze.
Ich bin als Techniker voll für Erneuerbare Energien und eine Abkehr von der Verbrennung fossiler Rohstoffe, die für die Chemie bis hin zur Pharmaindustrie kaum zu ersetzen sind und noch sehr lange gebraucht werden.
Es besteht auch ein großes Entwicklungspotential was die Erneuerbaren betrifft, die noch längst nicht vollständig genutzt werden können.
Alle Komponenten, von PV Modulen, Speicher, bis zu Wärmepumpen, werden immer leistungsfähiger und letztere können sogar, wie Sie angeführt haben, im Sommer für die Kühlung benutzt werden.
Sogar die „Hitze der Sahara“ könnte richtiggehend „geerntet“ werden. Es gibt erstklassige Entwicklungsmöglichkeiten.
Aber Techniker die an der „Front“ der Entwicklungen arbeiten oder gearbeitet haben, denken eher rational, weniger euphorisch, vor allem ist die Ökonomie (abgesehen von der Sicherheit) das Allerwichtigste….
@ Uli Schoppe
@Michael Blume
Zitat: „Ich denke seine Antwort wird sein „Das gabs immer wieder mal, wir müssen uns halt anpassen!““
Uli Schoppe kennt mich halt schon. „Anpassung“ war immer schon das „Zauberwort“ für Elektrotechniker, schon in deren Theorie Ausbildung war sie extrem wichtig, aber sie hat auch philosophische Bedeutung.
In beiden Bereichen, Elektrotechnik und Umwelt/Philosophie, ist Anpassung wichtig, weil sie Verluste, Konflikte und Instabilität verhindern sollte.
In der Elektrotechnik geht es um optimale Energieübertragung, in der Umweltphilosophie um angemessene Reaktionen auf veränderte Bedingungen.
In beiden Fällen ist Anpassung ein Prinzip, das Systeme funktionsfähig, effizient und überlebensfähig hält.
Anpassung in der Elektrotechnik:
Eine elektrische Quelle und eine Last müssen „zueinander passen“, damit Spannung, Strom oder Leistung optimal übertragen werden.
Das ist extrem wichtig. Anpassung verhindert Energieverluste, Fehlfunktionen und Schäden, sie ist ein Grundprinzip für Effizienz und Stabilität technischer Systeme.
Anpassung in Umwelt & Philosophie:
In der Umweltethik bedeutet Anpassung, dass Individuen, Gesellschaften oder Institutionen ihr Verhalten ändern, um auf ökologische Veränderungen zu reagieren, etwa Klimawandel, Artensterben oder Ressourcenknappheit.
Das ist wichtig um unsere Resilienz zu bewahren und unser Überleben möglichst unter allen Umständen zu sichern. Wie z.B. auf Klimawandel und Naturkrisen aber auch auf soziale Konflikte oder Kriege wirksam reagieren zu können.
In der Philosophie wird angeblich betont, dass Anpassung nicht nur „Reparatur“ ist, sondern Teil einer gesellschaftlichen Transformation sein sollte. Wie wir mit der Natur umgehen und welche Werte unser Handeln leiten sollen.
Anpassung wäre ein moralisches und politisches Prinzip, das hilft, gerechte und nachhaltige Reaktionen auf Umweltveränderungen zu entwickeln.
Ich sehe es teilweise, was die Psychologie betrifft, auch wie @ Michael Blume.
Zitat: „…das ist eine psychologisch leider gut begründete Erwartung. Wir Menschen neigen (alle!) dazu, neue Erkenntnisse als schmerzhaft abzutun (kognitive Dissonanz) und mit reaktanter Verteidigung unserer bisherigen Identitäten abzuwehren. Und notfalls behaupten wir einfach, wir hätten es schon immer gewusst und nur andere wären Schuld.“
Ich fürchte, nur „dass andere Schuld wären“, wird von der Klimadiskussion übrig bleiben. Dass dies nicht nur für lange „Palaver“ in Internet reicht, sondern auch als Vorwand dafür, Kriege zu rechtfertigen.
Wenn die Argumente als Vorwand benutzt werden, mit uns „abzurechnen“.
Vorwände für Kriege gibt es immer wieder…… immer schon …. und ich befürchte, da wird sich nichts ändern….
Zitat: „Sich den oft schmerzhaften Erkenntnissen der Wissenschaften etwa zur Klimakrise oder zur Religionsdemografie zu stellen verlangt mehr Mut und Weisheit, als wir auch von uns selbst erwarten dürfen. Aber die Hoffnung bleibt erlaubt…..“
Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als zu versuchen es so zu sehen.
Danke, @Realo – darf ich nachfragen?
Sie schrieben:
„Das ist wichtig um unsere Resilienz zu bewahren und unser Überleben möglichst unter allen Umständen zu sichern. Wie z.B. auf Klimawandel und Naturkrisen aber auch auf soziale Konflikte oder Kriege wirksam reagieren zu können.“
Und genau hier sehe ich als Christ & Vater das Problem: Wenn Anpassung wirklich nur dem eigenen, säkularen „Überleben“ dient und nicht auch künftige Zeiten und die Nachkommen bewusst einschließt, dann erscheint der extraktive Fossilismus völlig rational: Fossile Rohstoffe aus dem Boden reißen, verbrennen, die Kosten externalisieren, die Temperaturen durch Treibhausgase aufheizen, Atommüll und andere Schulden hinterlassen, Zukunftschancen zerstören – who cares, solange es dem eigenen Leben und „Überleben“ nützt?
„Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen.“ – Hans Blumenberg (1920 – 1996)
@Realo 24.06. 10:39
„Die Nutzer der Großspeicher wollen sie aber an für sie optimalen Standorten. Das führt zu Konflikten. Es geht ums Geld, wie immer…..“
Das beißt sich doch gar nicht. Wenn wir einen Netzanschluss z.B. wo mal ein AKW stand mit einem Großspeicher nutzen, dann könnte man doch sogar ein neues Gasbackupkraftwerk da gleich mit anschließen. Das Gaskraftwerk wird sowieso erst hochgefahren, wenn der Großspeicher leer gelaufen ist. Und sobald es was einzuspeichern gibt, haben wir eine Situation, dass das Gaskraftwerk sowieso wieder runtergefahren wird.
Statt der Kombination Backupkraftwerk mit einem Großspeicher kann man auch den Großspeicher mit einer PV-Freiflächenanlage gleich am selben Standort kombinieren. Bei einem GW Leistung bräuchte man aber 4 Km² Kollektorfläche, den Platz muss man vor Ort erst mal haben.
„Kohle muss mit schwerster bergmännischer Arbeit gefördert werden. Das will man heutzutage bei uns keinen Menschen mehr zumuten.“
Die Braunkohletagebaue sind ganz normale Industriearbeit, die Mitarbeiter würden liebend gerne da weiterarbeiten.
„Gas Backup Kraftwerke werden möglichst genau am optimalen Standort errichtet.“
Die Hochspannungsnetze dürften die allermeisten aktiven und ehemaligen Kraftwerksstandorte ganz gut integriert haben. Ob nun Komplettversorgung die Aufgabe der Kraftwerke ist oder eben nur Backup, die dürften schon ganz gut verteilt sein. Da kann man gerne auch Großspeicher mit dranhängen.
Es dürfte sogar Sinn machen, direkt neben einem bestehendem Backupkraftwerk einen Großspeicher an den gleichen Netzanschuss mit anzuschließen, vorausgesetzt dessen Laufzeiten sind kürzer als einige Monate. In einigen Jahren könnte das aktuell werden, wenn weiter PV-Anlagen und Windräder zugebaut sind.
„Gaskraftwerke eignen sich besonders als Backup, weil sie viel schneller starten, flexibler regeln und wirtschaftlich sinnvoller im seltenen Einsatz sind. Kohlekraftwerke sind dafür zu langsam, zu träge und zu teuer im Teillastbetrieb.“
Was sich erübrigt, wenn wir genug Kurzfristspeicher installiert haben. Die übernehmen dann das kurzfristige Stabilisieren, immerhin reagieren die in Millisekunden. So kann dann eben auch ein altes Braunkohlebackupkraftwerk mit einem Großspeicher direkt am gleichen Anschluss problemlos genutzt werden.
„Gaskraftwerke haben niedrige Fixkosten, aber höhere Brennstoffkosten, ideal für seltenen Einsatz. Kohlekraftwerke haben hohe Fixkosten und müssen lange laufen, um wirtschaftlich zu sein.“
Entsprechend können die Kohlekraftwerke in der Tat bei Bedarf noch den ganzen Winter durchlaufen, und die Gaskraftwerke nur kurzfristig zugeschaltet werden. Bis dann in vielleicht 10 Jahren die Kohle nur noch einige Wochen im Jahr gebraucht werden. Und die Gaskraftwerke überhaupt nicht mehr gebraucht werden. Weil genug Erneuerbare und Netzspeicher aktiv sind. Die Gaskraftwerke können wir dann entweder wieder abreißen oder auf Wasserstoff umstellen.
„Gas emittiert pro kWh etwa rund 50% weniger CO2 als Kohle. Für Backup, das politisch akzeptiert werden muss, ist das entscheidend.“
Was jetzt leider faktischer Unsinn seien dürfte. Bei dem Umgang mit Erdgas geht so viel unverbranntes Methan in die Atmosphäre, dass dieser CO2-Vorteil gegenüber Kohle wieder verschwindet.
„Aber Techniker die an der „Front“ der Entwicklungen arbeiten oder gearbeitet haben, denken eher rational, weniger euphorisch, vor allem ist die Ökonomie (abgesehen von der Sicherheit) das Allerwichtigste….“
Wenn Stromkonzerne gerne möglicht viel Umsatz machen und zu möglichst hohen Preisen verkaufen wollen, dann werden die von ihren Technikern genau das als Vorgabe verlangen zu liefern. Ich bin denen gegenüber ziemlich misstrauisch. Meistens wählen die eher die teure Variante, wenn sie damit rechnen können, dass sie sich das Geld beim Verbraucher zurückholen können
Naja. Hauptsache es geht vorwärts, man gewöhnt sich ans Zahlen. Wenn alles doppelt und dreifach gesichert ist, erhöht das wenigstens die Versorgungssicherheit. Und da ist Deutschland in der Tat Weltmeister, meine ich mal gelesen zu haben. Aber ebenso bei den Preisen, insbesondere für die Privatverbraucher.
Wohl dem, der sich mit einer eigenen PV-Anlage dieser Preistreiberei entziehen kann.
Jeckenburger, Realo
Bei der Streitfrage Gaskraftwerke oder nicht
ein kurzer Blick nur einen Tag zurück,
Die Deutsche Bahn musste gestern Nacht ihren Betrieb bundesweit einstellen, wegen eines update Fehlers.
Und damit sind wir bei den Grenzen der Energiewende,
Elektrische Energie wird per KI gesteuert , und KI benötigt Software und Software benötigt updates.
Sehr zerbrechlich diese Technologie !
Fazit: Wir brauchen auch Gaskraftwerke die unabhängig arbeiten in einer elektrifizierten Nation. Bis noch vor einigen Jahren hatte die DB eigene Kraftwerke, jetzt hat sie nur noch Lieferverträge mit anderen Stromerzeugern.
Übrigens, sogar die Kernkraftwerke müssen abgeschaltet werden, wenn das Kühlwasser nicht ausreicht.
Der **Solarpunk** ist weniger eine konkrete Technik als vielmehr eine **utopische Zukunftsvision**, die erneuerbare Energien, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit miteinander verbindet. In dieser Erzählweise werden Wissenschaft und Technologie nicht als Bedrohung dargestellt, sondern als Werkzeuge, um lebenswerte, demokratische und umweltfreundliche Gesellschaften zu gestalten.
Gerade in Zeiten von Klimakrise, Informationsmisstrauen und politischer Polarisierung kann Solarpunk helfen, das Vertrauen in **Wissenschaft und demokratische Prozesse** zu stärken – indem er positive, greifbare Zukunftsbilder bietet. Statt Angst oder Untergangsdenken stehen Kooperation, Transparenz und gemeinschaftliche Lösungen im Vordergrund.
So kann Solarpunk als kulturelles Narrativ dazu beitragen, Wissenschaft wieder als etwas Sinnstiftendes und Gemeinwohlorientiertes zu vermitteln und Demokratien als gestaltbar und zukunftsfähig zu zeigen.
Herzlichen Dank für die wertschätzende Zusammenfassung dieses Blogposts, @Anna Kohn, die ich jedoch an einer Stelle gerne noch ergänzen würde: Am der Solarpunk-Bewegung sagt mir besonders zu, dass sie eben keine nur theoretische Utopie bietet, sondern gelebte Praxis!
Jeden Tag machen mehr Menschen positive Erfahrungen etwa mit Balkonsolar-Anlagen, Elektroautos, Wärmepumpen, Pflanzenkost u.v.m. Niemand kann alles, aber alle können etwas von den neuen, post-fossilen Chancen schon ins eigene Leben übernehmen!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/
Wie wichtig das ist, zeigt auch ein heutiger Artikel der Stuttgarter Zeitung auf Seite 2 („Im Fokus“) zur Wissenschaft der Demografie. Ich zitiere:
Geburtenrate auf historischem Tief
In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren. Die Entwicklung lässt sich auch in anderen europäischen Ländern beobachten. Was dahintersteckt – und welche Optionen die Politik hat. […]
Es gehe überall abwärts, selbst dort, wo eine gleichberechtigte Familienpolitik eine lange Tradition habe, sagt Monika Queisser, Abteilungsleiterin für Sozialpolitik der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Früher habe der Fokus darauf gelegen, Beruf und Familie zu vereinbaren. „Dafür konnte man Lösungen schaffen.“ Doch jetzt würden andere Faktoren dominieren.
Dazu zählen die Krisen der vergangenen Jahre: die Pandemie, der Ukraine-Krieg, ökonomische Belastungen, sagt Demografieforscher Bujard. Durch ein anderes Medienverhalten „sind die Krisen in der Welt permanent präsent. Auch in den 1970ern gab es Kriege, Umweltkatastrophen und wirtschaftliche Unsicherheiten, aber sie tangierten den Alltag nicht so stark.“ Obwohl man in Deutschland vergleichsweise wohlhabend und sicher lebe, überwiege die Krisenmentalität, überschatte die Wahrnehmung die Realität und steige die Verunsicherung junger Menschen.
Ich denke, dass es sowohl utopische Zukunftsbilder wie auch praktische Taten für Solarpunk-Arche-Regionen braucht, wenn Teile der Menschheit durch den Flaschenhals des 21. Jahrhunderts eine neue Zukunftshoffnung begründen wollen.
@ Michael Blume 24.06.2026, 18:23 Uhr
Zitat: „Und genau hier sehe ich als Christ & Vater das Problem: Wenn Anpassung wirklich nur dem eigenen, säkularen „Überleben“ dient und nicht auch künftige Zeiten und die Nachkommen bewusst einschließt,….“
Damit ist natürlich auch die erfolgreiche weitere Existenzsicherung der Nachkommen gemeint, soweit das überhaupt möglich und erkennbar ist. Das ist ein Problem.
Z.B. haben es Kohleheizungen früher ermöglicht, mehr kostengünstige Wärme in den Wohnungen zu erzeugen und die Menschen besser und gesünder über den Winter zu bringen. Holz und Torf hat einfach wegen der zunehmenden Bevölkerung nicht mehr gereicht.
Vermutlich kam damals keiner auf die Idee, dass später die Klimaerwärmung ein Problem werden könnte…. Der Konflikt über die Klimaerwärmung könnte Weltkriege auslösen…..
Ich persönlich bin, besonders wegen der positiven gesundheitlichen Auswirkungen, für erneuerbare Energien wie PV Strom und Wasserstoff. Autoabgase sind z.B. gesundheitsschädlich, beim „Wasserstoffauto“ kommt „warmes Wasser“ aus dem Auspuff….
Fossile Rohstoffe sind für die Chemieindustrie noch lange wichtig und sollten nicht verbrannt werden.
Praktisch alles, auch „Gesundes“ kann Frieden stiftend, oder Kriege finanzierend sein.
Nehmen wir an, Saudi Arabien „erntet die Hitze“ (PV Anlagen, Sonnenöfen,….) und erzeugt für die ganze Welt Strom und Wasserstoff. Sie sind friedlich und finanzieren keine Kriege….
Ein anderes Land macht das Gleiche, finanziert aber Krieg. Dann wäre „Friedensenergie“ gleichzeitig keine „Friedensenergie“, abhängig vom Produzenten.
Oder mit „Heilmittel“, wenn ein Land erfolgreich gleichzeitig Heilmittel erzeugt und mit dem Erlös Kriege finanziert…..
Zitat: „Fossile Rohstoffe aus dem Boden reißen, verbrennen, die Kosten externalisieren, die Temperaturen durch Treibhausgase aufheizen, Atommüll und andere Schulden hinterlassen, Zukunftschancen zerstören – who cares, solange es dem eigenen Leben und „Überleben“ nützt?“
Bekannte haben es praktisch genau so gesehen. Sie haben ganz auf Nachwuchs verzichtet. Weil sie einerseits nicht wollten, dass der sich endlos „selbst kasteien“, aber andererseits sich auch nicht am weiteren „Elend der ganzen Welt“ schuldig machen müsse und womöglich auch noch an großen Kriegen teil zu nehmen hätte…..
Das und das Gegenteil davon, sind die „Eckpunkte“ der Diskussion. Dazu Rechthaberei, auf jedem Fall im Besitz der „einzigen Wahrheit“ zu sein. War schon immer so.
Allein der Konflikt, der bei der Diskussion über den „rechten Weg“, den wir alle einzuschlagen hätten, entstehen kann, kann zu Kriegen führen. Zumal immer bessere Waffentechnik für immer mehr Menschen, auch in sehr kleinen Ländern, verfügbar scheint.
Sozusagen „Atombomben und Biowaffen“ zur Führung von „Glaubenskriegen“ für den „kleinen Mann“.
@Realo
Es ist wirklich bemerkenswert, wie reaktant Sie als „Techniker“ versuchen, technologische Errungenschaften und wissenschaftliche Erkenntnisse so lange wie möglich fern zu halten.
1. Erneuerbare Friedensenergien wirken nicht nur über den geringeren CO2-Ausstoß dämpfend auf die Klima- und Hitzekrise, sondern vor allem auch dezentralisierend in Richtung Energiedemokratie: Viel mehr Menschen können in viel mehr Regionen der Welt erneuerbare Energien als Heimatenergien produzieren, statt sich von zentralistischen Strukturen und Regimen abhängig zu machen.
So haben auch Sie mit Ihrer Ölheizung gerne in Kauf genommen, saudi-arabische und russische Rohstoffe zu verbrennen und damit die dortigen, autoritären Regime zu finanzieren. Das versuchen Sie ja nun immer wieder durch Rassismus und Islamfeindlichkeit vor uns allen zu verschleiern.
Und da Sie dem Fossildiktator und zigfachen Kriegsverbrecher Wladimir Putin ja so unterwürfig zugetan sind, wird Ihnen sicher nicht entgangen sein, dass seine zentralistischen Ölstrukturen bis hinein nach Moskau durch erfolgreiche Drohnenangriffe der auch von Ihnen unterschätzten Ukraine nun schwer getroffen sind:
Die wichtigste Raffinerie für die russische Hauptstadtregion fällt Branchenkreisen zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen wahrscheinlich den Rest des Jahres aus. Die Anlage am südlichen Stadtrand von Moskau sei schwer beschädigt worden, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Reparatur wird mindestens ein halbes Jahr dauern“, erklärte eine der mit den Vorgängen vertrauten Personen. […]
In vielen Regionen des riesigen Landes führte dies bereits zu Engpässen, steigenden Preisen und langen Schlangen an den Tankstellen. Die Raffinerie in Moskau produzierte den jüngsten verfügbaren Daten zufolge im Jahr 2024 fast drei Millionen Tonnen Benzin sowie 3,2 Millionen Tonnen Diesel.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Nach-ukrainischen-Drohnenangriffen-Wichtige-Moskauer-Oelraffinerie-faellt-wohl-monatelang-aus-id31007738.html
Zentralistische Strukturen finanzieren nicht nur Missbrauch und Gewalt, sie sind auch leicht zerstörbar und daher unsicher. Erneuerbare Energien sind dagegen potentielle Friedensenergien und Sicherheitsenergien, da sie sich dezentral, also föderal und energiedemokratisch organisieren lassen.
Falls Sie als „Techniker“ doch nochmal etwas Ernsthaftes dazulernen wollen, habe ich hier auch für Sie sieben Vorteile erneuerbarer Friedensenergien gegenüber den sieben Nachteilen fossiler Gewaltenergien aufgelistet:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/7-vorteile-erneuerbarer-friedensenergien-7-nachteile-fossiler-gewaltenergien/
2. Selbstverständlich kann niemandem Handlungen vorgeworfen werden, solange deren Folgen wissenschaftlich gar nicht bekannt waren. Dass jedoch Tabakkonzerne das Wissen um die Krebsgefahren des Rauchens jahrelang unterdrückt haben und ebenso Fossilkonzerne zum Teil bis heute die Folgen fossiler Gewaltenergien auf Mitwelt und Menschheit zu leugnen versuchen – das ist durchaus böse zu nennen.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie als „Techniker“ so wenig nachgedacht haben, dass Ihnen die Sicherheitsprobleme und fehlenden Endlager für Atomkraftwerke sowie die Öl-Abhängigkeiten auch nach dem arabischen Jom-Kippur-Angriffskrieg gegen Israel und folgenden Öl-Boykott 1973 niemals aufgefallen wären.
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpreiskrise
Ich denke, gerade auch Sie hätten bereits vieles wissen können – versuchen das aber bis heute auch vor sich selbst zu verleugnen.
Dabei verstehe ich durchaus, dass es hart für Sie ist, nun im Lichte der Wissenschaften (Klimawissenschaften, Politikwissenschaft (insbesondere Rentierstaatstheorie), Demografie, Blumenbergs Philosophie usw.) auf Ihr eigenes Leben zurückzublicken. Aber niemand von uns zwingt Sie ja dazu, sich hier immer wieder mit Desinformation zu blamieren. Sie könnten auch einfach mutiger und ehrlicher zu sich und zu uns sein. Das würden wir alle respektieren, zumal das Ringen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen Technologien ja auch für niemanden leicht ist.
@ Tobias Jeckenburger 25.06.2026, 00:16 Uhr
Zitat: „Wenn wir einen Netzanschluss z.B. wo mal ein AKW stand mit einem Großspeicher nutzen, dann ….“
In D gibt es vielleicht 20 geeignete AKW Standorte, aber Tausende Investoren die in private Großspeicher investieren wollen mit Grundflächen die sie verhökern möchten. Da sind die Konflikte vorprogrammiert.
Selbstverständlich möchten alle Investoren bestens verdienen. Philanthropen sind die Wenigsten.
Dass Problem ist nur, dass wegen der oft nicht vernünftig koordinierten Standorte zusätzliche Kosten anfallen, die natürlich der Endverbraucher bezahlen muss.
Zitat: „Die Braunkohletagebaue sind ganz normale Industriearbeit, die Mitarbeiter würden liebend gerne da weiterarbeiten.“
Die Menschen und die Gesetzgeber möchten aber die „Stinker“ loswerden…..
Zitat: „Die Hochspannungsnetze dürften die allermeisten aktiven und ehemaligen Kraftwerksstandorte ganz gut integriert haben. Ob nun Komplettversorgung die Aufgabe der Kraftwerke ist oder eben nur Backup, die dürften schon ganz gut verteilt sein. Da kann man gerne auch Großspeicher mit dranhängen.“
Das ist alles im Bereich der Stromversorger und die werden das alles nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten beachten.
Zitat: „Was sich erübrigt, wenn wir genug Kurzfristspeicher installiert haben. Die übernehmen dann das kurzfristige Stabilisieren, ….“
Im Backupfall bei Flauten, sind die Kurzfristspeicher fast entladen, die können nichts mehr regeln. Das Backupkraftwerk muss schnell „anspringen“ und geregelt werden.
Zitat: „Entsprechend können die Kohlekraftwerke in der Tat bei Bedarf noch den ganzen Winter durchlaufen, und die Gaskraftwerke nur kurzfristig zugeschaltet werden. Bis dann in vielleicht 10 Jahren die Kohle nur noch einige Wochen im Jahr gebraucht werden.“
So könnten es auch die Stromversorger sehen und anstreben. Nur die Nutzer wollen halt als erstes die „Kohlestinker“ los werden…..
Zitat: „Wenn Stromkonzerne gerne möglichst viel Umsatz machen und zu möglichst hohen Preisen verkaufen wollen, dann werden die von ihren Technikern genau das als Vorgabe verlangen zu liefern.“
Sie verlangen von den Technikern optimale Technik zu günstigsten Kosten. Was wirklich zu erlösen ist, das entscheidet der Markt
Die Preise sind bei uns hochgegangen, weil ungeplante Einflüsse von außen immer mehr eine Rolle gespielt haben.
Zuerst wurden den Versorgern die AKWs aus der Hand geschlagen. Die hatten auch noch Glück, weil sofort Putins Gashändler angerannt kamen und Gas, recht günstig wie es heißt, verkauft haben.
Da mussten unsere „Investoren“ mit traurig/gierigen Augen zuschauen, wie Milliardensummen ins Land kamen und sie konnten nicht mitnaschen, eine Frechheit sozusagen.
Die Sache wurde „abgedreht“ und jetzt „naschen“ alle mit und die Preise spiegeln das wieder….
In diesem Sinne sehen Sie es richtig…..
Zitat: „Wohl dem, der sich mit einer eigenen PV-Anlage dieser Preistreiberei entziehen kann.“
Da stimme ich zu.
@ Michael Blume 25.06.2026, 08:59 Uhr
Zitat: „Es ist wirklich bemerkenswert, wie reaktant Sie als „Techniker“ versuchen, technologische Errungenschaften und wissenschaftliche Erkenntnisse so lange wie möglich fern zu halten.“
Verstehe nicht, warum Sie mir immer wieder unterstellen ich würde gegen erneuerbare Energien sein? Besonders aus Gesundheitsgründen finde ich sie höchst positiv. Nur die Realität sollte man nicht ignorieren.
Es ist nun einmal völlig unmöglich, z.B. in D innerhalb von 2 Jahren die meisten Straßen auf zu reißen um die erforderliche Infrastruktur, hauptsächlich neue Kabel und Ersatzkraftwerke für ein sicheres Backup, zu bauen.
Das wäre völlig unmöglich. Abgesehen von den Kosten gäbe es nicht genug Firmen und Bauarbeiter und Planungspersonal die das durchführen können. Derartiges dauert mindestens rund 10 bis 20 Jahre bis zum Vollausbau. Es ist völlig absurd, sich etwas vorzumachen und diesen Sachverhalt einfach zu ignorieren.
Das man weltweit mit relativ unabhängigen „Insellösungen“ anfängt, das begrüße ich ausdrücklich.
Natürlich ärgert auch mich das Geschehen in der Hormusstraße.
Meine Ölheizung wurde ungefähr 1970 eingebaut und war das damals modernste und nachhaltigste was es gibt. Sie funktioniert noch immer bestens. Der Brenner wurde schon öfters ausgetauscht.
Ich würde mich in innere Angelegenheiten anderer Staaten nicht einmischen. Es geht mich nichts an, darüber zu richten, wie sich diese Staaten selber organisieren, welchen „Häuptling“ sie haben….
Einmischungen führen zu Kriegen und da bin ich dagegen.
Islamfeindlich bin ich höchstens dann, wenn ein derartiger Staat immer wieder betont, dass er z.B. Israel vernichten will. Nicht weil mir Israel (die „Siedler“) übermäßig sympathisch wäre, sondern weil sich die Israelis einen Angriff nicht gefallen lassen würden und letztlich mit einem Völkermord „antworten“ würden.
Zu Russland fällt mir nur ein, dass die 5000 Atombomben haben und Amerika angekündigt hat, nicht blöd genug zu sein, sich gegenseitig mit Russland Atombomben um den Schädel zu hauen, was irgendwie naheliegend war.
Nochmals: Ich habe doch nichts gegen die erneuerbaren Energien. Wäre ich 10 Jahre jünger, würde ich mir vermutlich sogar ein E Auto kaufen….
Dass wir von Konzernen im TV und Internet maßlos manipuliert und zu Käufen verführt werden ist mir völlig klar. Das ist eben der Preis der Demokratie. Mir ist auch klar geworden, dass es keinen Sinn hat sich über irgend etwas aufzuregen, was man letztlich nicht ändern kann.
Zitat: „…. so wenig nachgedacht haben, dass Ihnen die Sicherheitsprobleme und fehlenden Endlager für Atomkraftwerke sowie die Öl-Abhängigkeiten auch nach dem arabischen Jom-Kippur-Angriffskrieg gegen Israel und folgenden Öl-Boykott 1973 niemals aufgefallen wären.“
Frankreich oder Japan kennen auch die Sicherheitsprobleme der AKWs, nehmen sie aber nicht so ernst wie wir. Endlager brauchen wir so und so und irgendwann, für den vorhandenen „Dreck“.
Immer und überall, alles was wir täglich einkaufen, kann boykottiert werden z.B. auch Medikamente und das kann Leben kosten.
Das weiß ich auch alles, ich bin „vorsichtiger“ als der Durchschnitt. Damit muss und kann ich ganz gut leben. Man sieht alles „lockerer“ im Alter.
Ich blicke gerne und ohne Groll auf mein Leben zurück. Bin offen gesagt „überglücklich“. Würde praktisch nichts anders machen und hatte auch Glück gehabt.
Wäre neugierig, wie Sie meine heutige „Kernaussage“ dass ein vollständiger Umbau (Insellösungen sind sofort möglich) des Energiesystems auf Erneuerbare länger als 10 Jahre dauert, entkräften wollen…..
Das sind reale Erfahrungen. Mich würde es interessieren, wo ich echt (außer mit Übertreibungen) „daneben“ lag.
Auch wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Computertechnologien umzusetzen, das gehörte zu meinem früheren Job. Das habe ich gelernt und damit hatte ich keine Probleme…..
Zu Klimawissenschaften, Politikwissenschaft (insbesondere Rentierstaatstheorie), Demografie, Blumenbergs Philosophie usw.) äußere ich mich kaum. Nur über sachliche Angelegenheiten, die teilweise zu meiner alltäglichen Arbeit gehörten….
@Realo
Sie schrieben:
„Verstehe nicht, warum Sie mir immer wieder unterstellen ich würde gegen erneuerbare Energien sein? Besonders aus Gesundheitsgründen finde ich sie höchst positiv.“
Selbstverständlich wissen Sie, dass ich mich darüber freue, dass Sie inzwischen (!) für erneuerbare Energien sind. Sie spüren die wirtschaftlichen Auswirkungen des Fossilismus wie auch die Hitze ja inzwischen auch am eigenen Leib. Was Sie hier versuchen zu überspielen ist, dass Sie hier auf „Natur des Glaubens“ noch bis vor Kurzem mal als „Realo“, mal als „Techniker“ und „Elektroniker“ heftige Attacken gegen erneuerbare Energien geritten haben. Und Sie haben bisher nicht den Mut finden können, zu sagen: Okay, ich hatte Unrecht – es tut mir Leid.
Das überrascht und ärgert mich nicht, aber ich finde es durchaus nützlich, es hier zu dokumentieren.
„Nur die Realität sollte man nicht ignorieren.
Es ist nun einmal völlig unmöglich, z.B. in D innerhalb von 2 Jahren die meisten Straßen auf zu reißen um die erforderliche Infrastruktur, hauptsächlich neue Kabel und Ersatzkraftwerke für ein sicheres Backup, zu bauen.“
Ganz genau – deswegen haben Solarpunks wie ich bereits vor Längerem damit angefangen: Wärmepumpe seit 2013, Elektroauto seit 2017, Vegetarismus, Photovoltaik usw. Auch Sie hätten sich ja – gerade auch als „Techniker“ – schon viel früher für erneuerbare Friedensenergien einsetzen, wenigstens aussprechen können! Stattdessen haben Sie dagegen gehetzt und Desinformation verbreitet, auch auf meinem Wissenschaftsblog. Und das ist doch interessant – das wird mensch doch noch sagen dürfen! 🙂
„Das wäre völlig unmöglich. Abgesehen von den Kosten gäbe es nicht genug Firmen und Bauarbeiter und Planungspersonal die das durchführen können. Derartiges dauert mindestens rund 10 bis 20 Jahre bis zum Vollausbau. Es ist völlig absurd, sich etwas vorzumachen und diesen Sachverhalt einfach zu ignorieren.“
Nicht ich habe „diesen Sachverhalt“ ignoriert – sondern Sie. Menschen wie Sie haben leider dazu beigetragen, dass Deutschland inzwischen in der Energiewende nicht mehr in der Spitzengruppe liegt. Sie waren weder realistisch noch technologieoffen, @Realo – sondern einfach nur denkfaul und gierig. Und das wollen Sie sich selbst und uns allen hier nicht eingestehen. Verständlich. Und interessant.
„Das man weltweit mit relativ unabhängigen „Insellösungen“ anfängt, das begrüße ich ausdrücklich.
Natürlich ärgert auch mich das Geschehen in der Hormusstraße.“
Das freut mich zu lesen, denn bis vor Kurzem haben Sie ja auch den Fossilisten Donald Trump noch in den Himmel gelobt. Dabei hat dieser sowohl das israelische wie auch das iranische Volk aufgegeben – aus Angst, wegen der hohen Benzinpreise die Midterm-Wahlen zu verlieren. Immerhin hat er damit ungewollt den Zusammenbruch des Fossilismus beschleunigt!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/
„Meine Ölheizung wurde ungefähr 1970 eingebaut und war das damals modernste und nachhaltigste was es gibt. Sie funktioniert noch immer bestens. Der Brenner wurde schon öfters ausgetauscht.
Ich würde mich in innere Angelegenheiten anderer Staaten nicht einmischen. Es geht mich nichts an, darüber zu richten, wie sich diese Staaten selber organisieren, welchen „Häuptling“ sie haben…. Einmischungen führen zu Kriegen und da bin ich dagegen.“
Sie „haben“ sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten wie Russland, Saudi-Arabien und Iran eingemischt, deren Diktaturen und Waffen direkt fossil mitfinanziert, @Realo. Menschenrechte, Frieden und auch das Schicksal von Israel waren Ihnen ziemlich egal, Sie wollten vor allem möglichst billigen Sprit. Und damit sind Sie selbstverständlich überhaupt nicht alleine. Die meisten anderen Ex-Fossilisten sind jedoch etwas ehrlicher und also demütiger als Sie…
„Islamfeindlich bin ich höchstens dann, wenn ein derartiger Staat immer wieder betont, dass er z.B. Israel vernichten will. Nicht weil mir Israel (die „Siedler“) übermäßig sympathisch wäre, sondern weil sich die Israelis einen Angriff nicht gefallen lassen würden und letztlich mit einem Völkermord „antworten“ würden.“
Noch einmal: Es waren auch Ihre Petrodollars, die die Scheichs und Diktatoren samt ihrer Waffen und Atomwaffen mitfinanziert haben, @Realo. Die Terrortunnel von Hamas und Hisbollah, die Raketen der Huthi u.v.m. wurde auch über Ihre Ölheizung mitfinanziert.
https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
Und noch vor Kurzem haben Sie hier auf „Natur des Glaubens“ den Fossilisten Wladimir Putin gerühmt, obwohl dieser die Ukraine und Jahre zuvor auch das überwiegend muslimische Tschetschenien angegriffen hatte.
„Zu Russland fällt mir nur ein, dass die 5000 Atombomben haben und Amerika angekündigt hat, nicht blöd genug zu sein, sich gegenseitig mit Russland Atombomben um den Schädel zu hauen, was irgendwie naheliegend war.
Nochmals: Ich habe doch nichts gegen die erneuerbaren Energien. Wäre ich 10 Jahre jünger, würde ich mir vermutlich sogar ein E Auto kaufen….“
Als ich 2017 das erste Elektroauto kaufte, waren auch Sie noch neun Jahre jünger, @Realo…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dekarbonisierungskugel-fuer-den-weltfrieden-meine-erste-erfahrungen-mit-dem-elektro-renault-zoe/
„Dass wir von Konzernen im TV und Internet maßlos manipuliert und zu Käufen verführt werden ist mir völlig klar. Das ist eben der Preis der Demokratie. Mir ist auch klar geworden, dass es keinen Sinn hat sich über irgend etwas aufzuregen, was man letztlich nicht ändern kann.“
Sie hätten etwas ändern können, @Realo – „weil“ wir in einer Demokratie leben. Sie hätten bessere Medien konsumieren und bewusster einkaufen, früher gerade auch als „Techniker“ post-fossile Technologien einsetzen können. Sie hätten darauf verzichten können, die fossile Propaganda und Desinformationen auch noch zu verbreiten, auch hier auf dem Blog.
Und wenn Sie wirklich menschliche Größe zeigen wollten, dann könnten Sie all das auch jetzt immer noch tun.
„Frankreich oder Japan kennen auch die Sicherheitsprobleme der AKWs, nehmen sie aber nicht so ernst wie wir. Endlager brauchen wir so und so und irgendwann, für den vorhandenen „Dreck“.“
Ja, @Realo – kein einziges deutsches Bundesland will ein atomares Endlager. Auch Bayern nicht. Atom-Lobbyisten haben über die wahren und externalisierten Kosten des Atomstroms gelogen. Und Sie haben auch als „Techniker“ dabei lautstark mitgemacht…
„Immer und überall, alles was wir täglich einkaufen, kann boykottiert werden z.B. auch Medikamente und das kann Leben kosten.
Das weiß ich auch alles, ich bin „vorsichtiger“ als der Durchschnitt. Damit muss und kann ich ganz gut leben. Man sieht alles „lockerer“ im Alter.“
Das freut mich für Sie. Mir scheint auch, dass Ihnen langsam einige Irrtümer dämmern. Aber zur Vermeidung der kognitiven Dissonanz versuchen Sie noch immer, sich selbst und uns etwas vorzulügen. Ich bin gespannt, ob Sie das noch überwinden.
„Ich blicke gerne und ohne Groll auf mein Leben zurück. Bin offen gesagt „überglücklich“. Würde praktisch nichts anders machen und hatte auch Glück gehabt.“
Ja, das kann ich gut verstehen. Wenige sind bereit, ihr eigenes Leben und ihre früheren Aussagen ehrlich zu überprüfen. Gleichzeitig aber zieht es Sie immer wieder auf diesen Blog, geradezu obsessiv. Mir scheint, ein großer Teil von Ihnen will das Vergangene einfach nur weiter verdrängen. Und ein kleiner Teil will noch, dass Sie sich ehrlich machen. Welcher Teil sich durchsetzt, liegt alleine bei Ihnen.
„Wäre neugierig, wie Sie meine heutige „Kernaussage“ dass ein vollständiger Umbau (Insellösungen sind sofort möglich) des Energiesystems auf Erneuerbare länger als 10 Jahre dauert, entkräften wollen….“
Warum sollte ich das tun? Ich habe mit dem „Umbau“ bereits vor über zehn Jahren angefangen und tapfer auch gegen fossile Desinformation aufgeklärt, wie auch Sie diese hier zu verbreiten versucht haben.
„Das sind reale Erfahrungen. Mich würde es interessieren, wo ich echt (außer mit Übertreibungen) „daneben“ lag.“
Bei Putin, Trump und Ihrer Verleugnung der Folgen fossiler Gewaltenergien noch bis vor Kurzem, auch auf diesem Blog.
„Auch wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Computertechnologien umzusetzen, das gehörte zu meinem früheren Job. Das habe ich gelernt und damit hatte ich keine Probleme…“
Dann hätten Sie ja noch viel leichter als ich post-fossile Technologien aufgreifen und mimetisch vorleben können.
„Zu Klimawissenschaften, Politikwissenschaft (insbesondere Rentierstaatstheorie), Demografie, Blumenbergs Philosophie usw.) äußere ich mich kaum. Nur über sachliche Angelegenheiten, die teilweise zu meiner alltäglichen Arbeit gehörten…“
Auf diesem Blog haben Sie zahlreiche Kommentare zu jedem dieser Themen eingestellt. Und ich finde das auch gut, denn es wird sicher auch zukünftig Lesende interessieren, die die Psychologie und den Zerfall des Fossilismus erforschen wollen.
Im von Ihnen angesprochenen Frankreich versuchen Rechte übrigens auch gerade ein neues Manöver:
Vor Kurzem erst habe ich darüber gebloggt, dass wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie progressive Parteien wenig davon haben, „Recht zu haben“, solange wir nicht wirklich dialogisch präsent sind. Denn die meisten Menschen verändern ihre Meinungen nicht einfach aufgrund neuer Erkenntnisse, sondern tendieren dazu, die Überbringenden unangenehmer Botschaften als überheblich abzutun!
(Und sinnigerweise werden viele von Euch genau die gleiche Erfahrung von #Reaktanz gerade beim Lesen dieser Zeilen gemacht haben!)
In #Frankreich passiert nun leider genau das: Über Jahrzehnte haben die fossil mitfinanzierten Rechtsdualisten die Klimakrise geleugnet, Grüne und Linke verhöhnt. Angesichts der aktuellen Hitzewelle fordern sie nun plötzlich „Klimaanlagen für alle!“ – und lassen die linken Parteien als akademische Snobs dastehen, die sich nicht für die ärmeren Menschen interessieren würden.
Das ist nicht fair, aber politisch wirksam!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116810424935568538
Ihnen Dank für Ihre immer wieder interessanten und anregenden Drukos, @Realo ! 🙂
@Realo 25.06. 10:10
„Dass Problem ist nur, dass wegen der oft nicht vernünftig koordinierten Standorte zusätzliche Kosten anfallen, die natürlich der Endverbraucher bezahlen muss.“
So wie das aussieht, werden einfach die Anträge nicht bearbeitet. Nicht, weil es hier Differenzen über die konkreten Standorte gibt. Wenn die bundesweit gut verteilt sind, haben wir schon ein Optimum. Und man kann eben zugleich Backupkraftwerke oder PV-Freifächenanlagen am selben Standort mit anschließen.
Es geht hier um das Ausbremsen von Speichern, um möglichst hohe Laufzeiten für die Gaskraftwerke heraus zu holen. Und die damit erzielten hohen Strompreise dann verdienen zu können.
Auch die Anschlüsse der aktuellen Backupkraftwerke kann man mit einen Großspeicher ergänzen. Und auch jede PV-Anlage, egal wie groß, und jedem Windrad kann man einen eigenen Kurzfristspeicher spendieren, mit so in etwa mindestens einer halben Tagesleistung Kapazität.
Das alles braucht nirgendwo einen neuen Netzausbau, und erlaubt es, die installierte Solarleistung mehr als zu verdoppeln. Und macht auch mehr Windenergie möglich, insbesondere wenn die auch in Süddeutschland vernünftig ausgebaut wird.
„Die Menschen und die Gesetzgeber möchten aber die „Stinker“ loswerden….“
Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, und erinnere mich noch an den Geruch der mal überall genutzten Kohleheizungen. Insbesondere wenn es im Winter richtig kalt war. Ich finde gar nicht, dass das wirklich stinkt, es soll aber tatsächlich ungesund sein. Nun gut, die noch in Betrieb befindlichen Kohlekraftwerke dürften eine effektive Abgasreinigung haben.
„Im Backupfall bei Flauten, sind die Kurzfristspeicher fast entladen, die können nichts mehr regeln.“
Das braucht auch gar nicht viel Kapazität, man wird immer genug zum Regeln haben. Bevor die Speicher ganz leer sind, kann man die auch problemlos mit dem Strom aus den Backkupkraftwerken selber hinreichend aufladen, dass die eben effektiv regeln können.
Selbst die überhaupt nicht regelbare AKWs kann man mit genug Kurzfristspeichern inzwischen sehr gut in ziemlich wechselnde Situationen im Stromnetz integrieren.
„Zuerst wurden den Versorgern die AKWs aus der Hand geschlagen. Die hatten auch noch Glück, weil sofort Putins Gashändler angerannt kamen und Gas, recht günstig wie es heißt, verkauft haben.“
Das russische Gas war offenbar so richtig schön billig. Auch das hat dazu beigetragen, aus der Kernkraft auszusteigen. Und auch ein Ende der Kohle anzustreben. Dumm nur, dass es dieses billige Gas nicht mehr gibt, seit über 4 Jahren nicht, und wir müssen mehr als 3 mal so teures LNG-Gas dafür einkaufen. Und noch dümmer ist, dass sich die Betreiber der Gaskraftwerke offenbar in diese äußerst lukrative Situation verliebt haben.
Und es wird einfach weiter durchgezogen. Ich war schon 2022 dafür, die letzten AKWs noch zu retten, solange, bis sie von den Erneuerbaren komplett abgelöst werden können. Und bin eben dafür, die alten Kohlekraftwerke nicht mit völlig überteuertem Strom aus Gaskraftwerken zu ersetzen.
Erst wenn wir wirklich gar kein Fossiles Backup mehr brauchen, läuft der Sinn von Kohlekraftwerken endgültig aus. Als letztes wird man hier nur noch ausnahmsweise mal Winter haben, wo die Kohlekraftwerke maximal 2 Monate laufen müssen. Insbesondere wenn wir bis dahin die meisten derzeitigen Erdgasspeicher zum Speichern von Wasserstoff nutzen werden.
Eine zusätzliche eiserne Reserve in Form von Kohle auf Halde wäre eine sehr, sehr billige Notversicherung. Es können nicht nur mal außerordentlich kalte Winter kommen, die Schwankungen der Primärproduktion der Erneuerbaren betreffen auch die Erträge von ganzen Jahren. Selbst europaweit. Gut, wenn man da noch was in der Hinterhand hat.
@Michael 25.06. 15:55
„Angesichts der aktuellen Hitzewelle fordern sie nun plötzlich „Klimaanlagen für alle!““
Dem kann ich mich nur anschließen. Gerade auch für Frankreich. Da ist es nicht nur noch ein paar Grad wärmer als in Deutschland, man kann da auch reichlich mehr PV-Energie ernten, praktischerweise genau dann das meiste, wenn man die Klimaanlagen am dringlichsten braucht.
Diese Hitzewelle hat es echt in sich. Ich wohne seit über 15 Jahren hier in einer günstig gelegenen Erdgeschosswohnung, und was das jetzt für eine Hitze auch in dieser so günstigen Wohnung geworden ist, ist echt nervig. Ich habe noch nicht mal einen Lüfter, den habe ich nie gebraucht in den 15 Jahren, die ich hier wohne.
Ich habe jetzt noch gelesen, dass man eine Wärmepumpenheizung auch auf Kühlen umschalten kann. Solange der kalte Vorlauf über dem Taupunkt liegt, das wären um die 17° oder weniger, kann man die Heizkörper dann zum Kühlen nutzen. Mit der Fussbodenheizung ist es damit so kalt wie man will, aber auch wenn man nur Heizkörper hat, wird es damit reichlich erträglicher.
Und die Wärmepumpe kann das ziemlich unkompliziert mitliefern.
Im Innenstadtbereich, wo man Fernheizungsnetze praktischerweise mit Großwärmepumpe hätte, kann man auch die Großwärmepumpe andersherum laufen lassen und Kaltes Wasser mit zusätzlichen Rohren für alle Wohnungen bereitstellen.
Das würde nicht nur die Wohnungen direkt kühlen, es würde auch insgesamt in der Innenstadt dann auch draußen etwas kühler. Wenn hier jeder seine eigene Wärmepumpe mit Lüfter hätte, würden die dann das Gegenteil tun, und die Innenstadt noch mehr aufheizen.
Gerade bei den Großwärmepumpen hätte man umfangreiche Bodensonden, wo dann die Sommerhitze hintransportiert werden würde, was dann im Winter wieder zurückgewonnen würde und die Heizung einfacher macht.
Es wäre also echt kein Problem, sowas tatsächlich zu installieren. Das verbraucht auch bei umfangreicher Nutzung kaum Energie, und das dann noch zu Zeiten, in denen durchweg die Sommersonne scheint.
Also wenn auch die Rechten auf die Idee kommen, dass es immer heißer wird auf der Welt, ist das doch ein Anfang? Die Wahrnehmung der Wirklichkeit ist ja nun zu begrüßen.
Vielen Dank und Zustimmumg, lieber @Tobias – Wer ärmeren Menschen angesichts der Klima-, Wasser- und Hitzekrise die Klimaanlagen abspricht, wird zu Recht Wahlen verlieren. Wenn die Rechten schon zugeben müssen, dass ihr jahrzehntelanger Flirt mit dem Fossilismus in Gewalt und Hitze führte, dann dürfen sich Mitte und Linke nicht wieder in die Ecke treiben lassen. Klimaresilienz darf nicht nur ein Luxus für Reiche sein – zumal diese Reichen ja die meisten Treibhausgase verursacht haben und immer noch verursachen!
Zudem habe ich eine kleine Hoffnung, dass zumindest einige Progressive nochmal vertieft über die Gefahren akademischer Arroganz und des oft antisemitischen Historizismus nachdenken.
Habe bis vorhin beim Evangelischen Bildungswerk Esslingen vor erstaunlich vollem Haus gesprochen, obwohl gleich der Fußball beginnt.
Dazu hatte ich heute auch gepostet:
Ja, es stimmt: Der deutsche Nationalspieler Deniz Undav wurde am 19.7.1996 in Niedersachsen geboren, spielt beim VfB Stuttgart & ist deutsch-kurdischer Jeside.
Das ist die Religionsgemeinschaft, an der der sog. IS 2014 einen international anerkannten Völkermord beging.
Baden-Württemberg evakuierte 2015 mit einem Sonderkontingent über 1.100 jesidische Frauen & Kinder aus dem Irak, die massive Gewalt durch den IS erfahren hatten. Ich hatte die Ehre, dieses SoKo damals zu leiten.
2023 beschloss dann der deutsche Bundestag einstimmig (!), den IS-Genozid anzuerkennen und den Schutz der verfolgten Minderheit zu sichern.
Doch weder die Ampel noch die jetzige Regierung setzten diesen Beschluss jemals um.
Ich bin Deniz Undav dankbar für seinen Einsatz für Deutschland & hoffe auf weitere Erfolge für unser Team.
Und ich würde mir den gleichen Mut zum Anstand von sehr viel mehr Deutschen auch für verfolgte Minderheiten wünschen…
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116811295696629410
Die Menschenwürde ist unantastbar.
Dir Dank für Dein dialogisches Engagement und viel Freude am Spiel (falls Du es schaust). 🙏🇩🇪🇪🇺✅
@ Tobias Jeckenburger 25.06.2026, 15:25 Uhr
Zitat; „So wie das aussieht, werden einfach die Anträge nicht bearbeitet. Nicht, weil es hier Differenzen über die konkreten Standorte gibt. ……
Es geht hier um das Ausbremsen von Speichern, um möglichst hohe Laufzeiten für die Gaskraftwerke heraus zu holen. Und die damit erzielten hohen Strompreise dann verdienen zu können.“
Das kann man nicht ausschließen.
Aber ich meine, es geht hauptsächlich darum, dass derzeit wenn noch keine „endgültigen“ Planungen für das künftige Energienetz der „Erneuerbaren“ vorliegen, einfach in vielen Fällen keine Aussagen über geeignete Standorte aus Sicht der „Backup Versorger“ gemacht werden können.
Praktisch die schweren ökonomischen Fehler, als Anlagen (PV Anlagen incl. Speicher) dort gebaut wurden, wo ein „Investor“ Grundstücke verwerten will, die aber aus „übergeordneter“ Sicht der „Backup Versorger“ nicht „passen“.
Die optimale Lösung der „Standortfragen“ ist entscheidend für den „Betriebserfolg“. Es wäre auch ein „Optimierungsproblem“ zu ermitteln, ob es besser ist, z.B. Gaskraftwerke länger, allenfalls als Backup-Kraftwerk „laufen“ zu lassen, oder mit Speicher zu ersetzen oder zu erweitern. Besonders auch die mitunter sehr hohen Anschlusskosten (Grabungen und Kabel) der Komponenten gehen in die Optimierungsrechnungen ein…..
Am einfachsten wäre dies, wenn das innerhalb der verschiedenen Fachabteilungen eines Betriebs geklärt wird.
Die Kosten können besonders dann ausufern, wenn längere „Anschlussleitungen“ gebaut werden müssen…
Auch vorhandene Kohlekraftwerke können in die Berechnungen einbezogen werden. Aber die „politische Entscheidung“ kann bedeuten, dass diese Kraftwerke sofort stillgelegt werden müssen….
Zitat: „Das russische Gas war offenbar so richtig schön billig. Auch das hat dazu beigetragen, aus der Kernkraft auszusteigen“
Die „AKW ängstlichen“ wurden offenbar befriedigt. Aber nicht „Kapitalinteressen“ die an der Energie und deren „Durchleitung“ verdienen wollen….
Dass die Betreiber der Gaskraftwerke und auch die Stromkunden den günstigen Preisen „nachweinen“ finde ich nachvollziehbar.
Ich war eigentlich 2022 auch dafür, die letzten AKWs noch zu retten, habe aber wegen der „Hysterie“ Unruhen befürchtet und die Stilllegung schien mir das kleinere Übel.
Zitat: „Erst wenn wir wirklich gar kein Fossiles Backup mehr brauchen, läuft der Sinn von Kohlekraftwerken endgültig aus.“
Würde ich „fast“ auch so sehen, aber Kohle dürfte nicht mehr wirtschaftlich sein und dürfte in der Gesellschaft stark abgelehnt werden….
Sogar ich habe noch Kohle und einen alten Kohleofen als Reserve.
@Michael 25.06. 21:53
„Wer ärmeren Menschen angesichts der Klima-, Wasser- und Hitzekrise die Klimaanlagen abspricht, wird zu Recht Wahlen verlieren.“
Da kann man langsam mal echt drüber nachdenken. Die letzte vergleichbare Hitzewelle war allerdings 2003. Mehrere Tausend Euro ausgeben für ein eigenes Klimagerät wird sich wohl bei mir konkret nicht rechnen. Ein Anschluss an ein mögliches Kaltwassernetz dürfte nicht billiger sein.
Bis Montag werde ich irgendwie durchhalten, dann ist die Hitze wohl erst mal vorbei.
Allerdings läuft die Klimakrise ja weiter. Wenn das hier mal regelmäßig passiert, mit Spitzen von 2° oder 3° mehr, dann brauch ich das auch.
Und die meisten Wohnungen hier in der Innenstadt sind sehr viel mehr betroffen als meine. Entsprechend würde ein Kaltwassernetz tatsächlich sehr viel Sinn machen. Da würde ich mich auch dran beteiligen, wenn die sowieso diese Kaltwasserleitungen hier überall verlegen.
„Ich bin Deniz Undav dankbar für seinen Einsatz für Deutschland & hoffe auf weitere Erfolge für unser Team.“
Die Einwanderer kann man in der Tat auch im Fussball sehr gut brauchen.
„Und ich würde mir den gleichen Mut zum Anstand von sehr viel mehr Deutschen auch für verfolgte Minderheiten wünschen…“
Wenn man die persönlich kennt, sieht man das noch mal ganz anders? Es gibt wohl noch einige Konflikte auf der Welt, wo Minderheiten verfolgt werden. Wenn darüber nur mal in den Medien oberflächlich berichtet wird, bewegt das mitunter wenig. Und wenn darüber praktisch gar nicht berichtet wird, dann weis man davon entsprechend nichts.
Vielen Dank, lieber @Tobias
Wenn wir hier an Hitzetagen über Klimaanlagen diskutieren, dann sehen wir auch den enormen, volkswirtschaftlichen Schaden durch fehlende Batteriespeicher:
Besonders angespannt ist die Lage derzeit in den Abendstunden. Während die Solarstromproduktion tagsüber häufig für sehr niedrige oder sogar negative Börsenpreise sorgt, schnellen die Preise nach Sonnenuntergang in die Höhe. Gegen 20.45 Uhr kostete eine Kilowattstunde Strom an der Börse in den vergangenen Tagen zeitweise mehr als 70 Cent.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/hitzewelle-treibt-strompreise-an-100.html
Habe dazu heute Morgen gepostet:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Heute wieder spannende Solarpunk – News:
Längst ist Solarstrom so günstig, dass Haushalte und auch Unternehmen davon tagsüber profitieren. Weil jedoch die fossile Bundes-Bürokratie den Ausbau von Batteriespeichern & Netzen verschleppt, müssen gerade auch an Hitzetagen nach Sonnenuntergang noch immer teure, fossile Kraftwerke für die Kühlung einspringen. Zur Freude der Karbonblase – Abzocker.
Während fossile Konzernmedien noch immer gegen die Energiewende hetzen, bleibt also festzuhalten:
1. Solarenergie ist Friedens- und längst auch Wohlstandsenergie.
2. Es fehlt schon jetzt nicht an Gaskraftwerken, sondern an Batteriespeichern und Wasserstoff-Elektrolyseuren für den Solarboom.
3. Fossilismus schadet, auch der Wirtschaft.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116820246424180563
Energiewende-Kompetenz ist Wirtschaftskompetenz. Und wird derzeit leider in der Berliner Hauptstadtblase von skrupellosem Fossil-Lobbyismus überlagert.
@Realo 26.06. 18:32
„Aber ich meine, es geht hauptsächlich darum, dass derzeit wenn noch keine „endgültigen“ Planungen für das künftige Energienetz der „Erneuerbaren“ vorliegen, einfach in vielen Fällen keine Aussagen über geeignete Standorte aus Sicht der „Backup Versorger“ gemacht werden können.“
In der Tat ist ein solcher endgültiger Plan nicht machbar. Es gibt noch zu viele Unbekannte. Etwa taugliche Redoxflowbatterien, die praktischen Kosten rund um die Wasserstofftechnik oder einfach wie schnell der Umstieg aufs E-Auto abläuft. Und ob wir ein Sammeltaxisystem bekommen. Ganz aktuell wären die Preise von Natriumbatterien wichtig zu wissen.
Überhaupt die jeweilige Preisentwicklung von Lithiumakkus, PV-Modulen und Windrädern wäre schon ganz entscheidend.
Aktuell ist Solarenergie und Windenergie in Deutschland an den Punkt gekommen, dass an sonnigen Tagen und in windreichen Stunden flächendeckend Überschüsse anfallen. Wenn man hier weiter zubauen will, müssen jetzt möglichst schnell jede Menge Lithiumspeicher angeschafft werden. Wo die genau stehen, ist nicht so wichtig, die werden letztlich im ganzen Land gebraucht.
Hier sind Großspeicher z.B. an ehemaligen Kraftwerksstandorten interessant. Aber auch einfach direkt an der PV-Anlage und am Windrad, letzteres hätten den Vorteil, dass keine zusätzlichen Durchleitungsgebühren anfallen. Man hält ja nur Strom zurück, um ihn eine kurze Zeit später zu besseren Preisen ins Netz einzuspeisen.
Die Batterien von E-Autos können da auch einen Beitrag zu leisten, auf jeden Fall, wenn sie bevorzugt zu Zeiten laden, in denen es viel Strom gibt. Theoretisch kann sich auch ein kleiner Speicher direkt beim Verbraucher rechnen. Auch der vermeidet zusätzliche Durchleitungsgebühren, wenn man nur billigen Strom einspeichert, um ihn später selber zu verbrauchen.
„Praktisch die schweren ökonomischen Fehler, als Anlagen (PV Anlagen incl. Speicher) dort gebaut wurden, wo ein „Investor“ Grundstücke verwerten will, die aber aus „übergeordneter“ Sicht der „Backup Versorger“ nicht „passen“. „
Man muss natürlich gucken, ob man einen konkreten Standort auch wirklich gebrauchen kann. Das Netz ist allerdings auch eigentlich ganz gut ausgebaut, zumal ja auch der aktuelle Stromumsatz seit etlichen Jahren rückläufig ist und wir hier ziemliche Reserverleistungen im vorhandenen Netz haben. Solange die Ansschlusskosten vertretbar sind und die Netze mit einer neuen Anlage klarkommen, sehe ich hier keine Probleme.
Zumal ja gerade mehr Kurzfristspeicher überall verteilt dabei ungemein mithelfen können, die vorhandenen Leitungen voll auszunutzen. Wenn z.B. der Ertrag eines Windparks mit genug integriertem Speicher in der Zeit verzögert eingespeist werden kann, dann kann mit denselben Leitungen deutlich mehr Windstrom in den Süden transportiert werden.
„Würde ich „fast“ auch so sehen, aber Kohle dürfte nicht mehr wirtschaftlich sein und dürfte in der Gesellschaft stark abgelehnt werden….“
Weis ich nicht. Wenn man den Leuten erklärt, dass Kohle die Versorgungssicherheit erheblich erhöht, keinen Iran, kein Katar und keinen Putin finanziert wird, überhaupt reichlich Brennstoffkosten einspart, wie auch den sinnlosen Neubau von Gaskraftwerken erübrigt, dann müsste das doch begrüßt werden. Zumal es eben unpassend ist, nur auf die CO2-Emissionen zu gucken, und das unverbrannt entwichene Erdgas einfach zu ignorieren. Das wird in der Tat nur wenig sein, aber eben mit der 30-fachen Treibhauswirkung.
„Sogar ich habe noch Kohle und einen alten Kohleofen als Reserve.“
Kohle kann man eben sehr gut lagern. Und wenn man den Ofen bzw. das Kohlekraftwerk hat, muss man es nicht auf den Schrott bringen, wenn man es doch noch mal gut brauchen kann.
@ Michael Blume 25.06.2026, 15:55 Uhr
Zitat: „Was Sie hier versuchen zu überspielen ist, dass Sie hier auf „Natur des Glaubens“ noch bis vor Kurzem mal als „Realo“, mal als „Techniker“ und „Elektroniker“ heftige Attacken gegen erneuerbare Energien geritten haben.“
Es geht um 2 Aspekte im Zusammenhang mit den „Erneuerbaren“.
Den Energieaspekt, sie sind vergleichsweise extrem „harmlos“, bei Fossilen entstehen schädliche Nebenprodukte, z.B. stinkende und schädliche Abgase, andererseits gar nichts beim E Auto, oder warmes Wasser bei Wasserstoffautos…..Das ist eine höchst positive Energiewende, die in rund 10….20 Jahren ihren Höhepunkt erreichen wird.
Wenn es sozusagen ein höchst leistungsfähiges elektrisches und auf Wasserstoffbasis wirkendes Energienetz geben wird. Woraus auch die Heizungen und der Verkehr versorgt werden können.
Rohstoff ist sozusagen „Sonnenenergie“ die auf der Welt eher im Übermaß zur Verfügung steht und „geerntet“ werden sollte.
Dieser Meinung war ich schon immer und hat sich nicht geändert. Kann mir aber vorstellen, weil ich das Problem sozusagen als „eigenes Zeitalter“ mit dem Höhepunkt in 20 Jahren sehe, ich würde deswegen so argumentieren, weil ich in Wirklichkeit den „Fossilen“ ein möglichst langes Leben wünsche. Ich bin immer schon der Ansicht, die „Fossilen“ müssen so schnell als ökonomisch sinnvoll, ersetzt werden.
Den „Klimawandelaspekt“.
Der wird meiner Ansicht nach nicht sachlich behandelt. Muster religiöser „Argumentationstechnik“ die das „Schuld und Sühneprinzip“ betonen, sind unverkennbar. Wir sind böse „Energiesünder“ und müssen „Klimabuße“ tun…..
Das COx Problem erledigt sich, wegen der auch aus anderen Gründen zweckmäßigen „Erneuerbaren“, die Sonne schickt keine Stromrechnung, keine schädlichen Abgase, praktisch von selbst.
Aber gegen die Hitzeprobleme müssen wir natürlich direkt und gezielt, angemessen vorgehen. Einfach zu warten und nur auf die „Wunder Wirkungen“ der „Erneuerbaren“ zu vertrauen, reicht nicht….
Mir widerstrebt es, funktionierende und halbwegs wirtschaftliche Strukturen zu zerstören. Auch neige ich dazu, erst dann wenn die Systeme ausreichend entwickelt sind „umzusteigen“.
Trump wird man erst in einigen Jahren korrekt bewerten können, falls sich seine Konzepte, „kein Krieg“, „sinnvolle friedliche Deals“ durchsetzen. Das könnte das Risiko uns gegenseitig mittels moderner Waffentechnik selbst auszurotten, verringern.
Der Spruch „kauf nicht bei Juden“ wurde uns nach dem Krieg vorgehalten. Wir wurden angewiesen ohne Vorurteile zu sein. So habe ich dort eingekauft wo es „am billigsten“ oder zweckmäßig ist.
Sparsamkeit wurde mir nach dem Krieg von meinen Eltern eingetrichtert.
Kriege gibt es eher nicht aus Jux und Tollerei, weil es sich die Kontrahenten „leisten“ können. Sondern deswegen, weil man Schwächen ausnutzen und sich Begehrlichkeiten (z.B. nach Bodenschätzen, oder den Kontrahenten vom Welthandel abzuschneiden) erfüllen will.
Es stimmt, es waren auch meine Petrodollars, die ich mir erst einmal durch Arbeit verdienen musste, die Scheichs und Diktatoren samt ihrer Waffen und Atomwaffen mitfinanziert haben, und die Terrortunnel von Hamas und Hisbollah, die Raketen der Huthi u.v.m. wurde auch über meine Ölheizung mitfinanziert.
Wer arbeitet und konsumiert finanziert immer auch Aufrüstung und Krieg mit. Zumindest im eigenen Land und irgendwann werden die Waffen „schlagend“. Man macht sich in diesem Sinne immer und überall mitschuldig. Man kann höchstens „Aussteigen“ aus diesem Kreislauf. Zunächst dass man den Nachwuchs erst gar nicht zeugt um ihm dieses Dilemma zu ersparen und danach dass man einfach nur mehr die Hand „aufhält“….
Die E Autos sind erst heutzutage relativ leistungsfähig. Schaffen angeblich fast 1000 km, im Winter wegen der Heizung immer noch rund 500 km und das scheint zu reichen. Für meine Einkäufe reicht mein alter Mini.
Habe früher im Kaffeehaus die besten Medien konsumiert: Welt, NZZ, …..
Musste beruflich flexibel sein, weil ich dort eingesetzt wurde, wo ich gebraucht wurde. Habe nicht schlecht verdient, aber nicht so viel, dass ich wie ein Snob „fast Neues“ wegwerfen und ideologisch motiviert teuer neu einkaufen könnte….
„Frankreich oder Japan kennen auch die Sicherheitsprobleme der AKWs, nehmen sie aber nicht so ernst wie wir. Endlager brauchen wir so und so und irgendwann, für den vorhandenen „Dreck“.“
Die Frage der atomaren Endlager wurde genau so durch eine „Verhinderungstaktik“ manipuliert, um die Kosten hochzutreiben und die AKWs zu verhindern. Die Atomgegner lügen und manipulieren genau so, weil sie absichtlich, aus ideologischen Gründen, die Gefahren übertreiben und die Leutchen ihnen auf den Leim gehen. Das gibt es nur in D, sonst fast nirgends auf der Welt….
Ich habe mögliche Irrtümern immer schnell erkannt, habe sie einfach hingenommen wie die meisten Menschen in meiner Umgebung, oder bin ihnen ausgewichen. Würden letzteres alle so tun, würden wir aussterben…..
Es stimmt, ich lüge mir bewusst und absichtlich vieles vor, schaffe mir eine „gute Welt“ im Kopf. Wie sich umgekehrt ein depressiver Mensch seinen „traurigen Gedanken“ hingibt….
Ich schaffe das schon fast wie ein indischer Jogi. Autosuggestionen sind eine hervorragende Möglichkeit. Habe ich von den Psychologie Kumpels meiner ehemaligen 68er WG. Das will ich nicht überwinden sondern immer mehr verbessern.
Mich zieht es auf Blogs, weil ich auf der Flucht vor „Alzheimer“ bin, geistiges Training dringend benötige.
In diesem Blog geht es immer wieder um Angelegenheiten im Bezug auf den Ausbau von Infrastruktur. Da kann ich mitmischen, weil ich in diesem Bereich sehr lange gearbeitet habe und die Probleme, teilweise als Insider, gut kenne. Bei den Gesprächen und Verhandlungen hat man extrem viele vernünftige Sichtweisen kennen gelernt.
Wie es mit den Kriegen weitergeht, wird man sehen. Darüber möchte ich mich nicht mehr äußern.
Ich habe versucht zu erklären, wie sich Technologien entwickeln. „Vorbild“ wollte ich niemals sein.
Lieben Dank, @Realo – ich möchte durchaus anerkennen, dass Sie sich nun auch noch im hohen Alter schrittweise aus dem Fossilismus herausarbeiten. Das ist nicht selbstverständlich, zumal sie offensichtlich autoritär erzogen wurden, noch immer in vielen Drukos antijüdische Ressentiments verbreiten und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Aber ich beobachte doch, dass Sie sich schrittweise der schmerzhaften, kognitiven Dissonanz stellen und zumindest nicht mehr ausschließen, selbst etwas dazulernen zu können. Respekt dafür!
Über Atomstrom hatten wir uns bereits so oft ausgetauscht, dass ich es bei einem Erklärsatz belassen kann: Atomstrom war niemals wirklich billig, weil die enormen Kosten für Sicherheit und Endlager einfach in die Zukunft externalisiert wurden. Und gerade auch in Frankreich will kein Privatunternehmen mehr ohne Staatsgeld in AKWs investieren, weil die Kosten viel zu hoch sind und aufgrund der globalen Erhitzung das Kühlwasser knapp wird.
Zu Ihrer ständigen Schuldabwehr kann ich ebenfalls nur wiederholen, dass es mir um Verantwortung, nicht um Schuld geht: Auch Sie sind nicht schuldig an der globalen Erhitzung und der fossilen Finanzierung von kriegstreibenden, antisemitischen Diktaturen und Terrorgruppen, solange Sie von den Zusammenhängen nichts wissen konnten.
Da Sie sich aber selbst immer wieder als „Techniker“ und „Realo“ rühmen, kann ich Ihnen die bittere Erkenntnis nicht ersparen, dass Sie die Fakten zu Treibhausgasen und zur Rentierstaatstheorie bereits vor vielen Jahren hätten erfassen können. Auch jetzt noch haben Sie die Chance, sich der wissenschaftlichen und technologischen Realität zu stellen und damit wie ein erwachsener Mensch Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen.
Zur fossilen Abzocke an Hitzetagen, die Sie ja auch derzeit selbst am eigenen Leibe spüren, habe ich bereits so viel gebloggt und gepostet, dass ich Felo.ai die Darstellung und Bewertung überlassen kann.
Die Prompt-Frage: Michael Blume kritisiert, dass fossile Bundes-Bürokratie den Ausbau von Batteriespeichern und damit von erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien verhindert. Hat er damit Recht?
Die Antwort:
Dr. Michael Blume hat mit seiner Kritik, dass bürokratische und regulatorische Hürden auf Bundesebene den Ausbau von Batteriespeichern ausbremsen, **in weiten Teilen Recht** [1][6].
Branchenverbände, Marktanalysen und wissenschaftliche Untersuchungen stützen seine Einschätzung, dass der regulatorische Rahmen in Deutschland nicht mit dem technologischen Potenzial und dem Investitionsinteresse Schritt hält [6][9]. Die Verknüpfung dieser Blockade mit dem Begriff der „fossilen Bürokratie“ verdeutlicht, dass bestehende Regeln oft noch auf das alte, zentrale fossile Energiesystem ausgerichtet sind und neue, flexible Lösungen benachteiligen [5][6].
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## Die bürokratischen und regulatorischen Hürden
Die Kritik an den staatlichen Rahmenbedingungen lässt sich durch mehrere konkrete Missstände untermauern:
* **Bevorzugung fossiler Infrastruktur in Ausschreibungen:** Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die geplanten Kapazitätsausschreibungen des Bundes für Back-Up-Kapazitäten [6]. Hier droht eine Bevorzugung von neuen Gaskraftwerken, während Batteriespeicher in den Ausschreibungen nicht gleichgestellt werden [6]. Dies führt dazu, dass der Bedarf an fossilen Gaskraftwerken in den offiziellen Szenarien der Bundesregierung systematisch überschätzt und das Potenzial von Großbatterien unterschätzt wird [9].
* **Komplexe Genehmigungsverfahren:** Projektierer von Großbatteriespeichern kämpfen in Deutschland mit langwierigen und bürokratischen Genehmigungsprozessen [19]. Während der Markt und die Projektpipeline für Großspeicher stark wachsen, verhindert die Bürokratie eine schnelle Inbetriebnahme [6][15].
* **Finanzielle und regulatorische Hemmnisse:** Netzgekoppelte Speicher werden durch unklare oder nachteilige Regelungen – wie etwa die Erhebung von Baukostenzuschüssen (BKZ) – finanziell belastet [18]. Es fehlt an einer konsistenten, langfristigen Speicherstrategie, die Investoren Planungssicherheit bietet [6][9].
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## Die Folgen für Wohlstand und Frieden
Blumes Argumentation, dass diese Bürokratie die Wirkung von „Friedens- und Wohlstandsenergien“ behindert, lässt sich ökonomisch und geopolitisch belegen [4][5]:
**Verlust von Wohlstand durch hohe Kosten**
Weil Speicher fehlen, kann sauberer Strom in Zeiten von Erzeugungsspitzen oft nicht aufgenommen werden und muss abgeregelt werden (sogenannter Redispatch) [6]. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 8 Terawattstunden Wind- und Solarstrom ungenutzt abgeregelt [6]. Die Kosten für diese Ausfallzahlungen sowie für den stattdessen notwendigen Zukauf von fossilem Gas tragen die Verbraucher über die Netzentgelte [6].
Eine Analyse zeigt: Wäre die deutsche Batterie-Projektpipeline bereits vollständig am Netz gewesen, hätte ein Drittel dieser Abregelungen vermieden werden können [6]. Dies hätte den Verbrauchern allein in einem Jahr rund 800 Millionen Euro an Redispatch-Kosten und Gaskäufen erspart [6]. Die Bürokratie verhindert somit direkt eine spürbare Senkung der Stromkosten [6].
**Verzögerung der geopolitischen Unabhängigkeit (Friedensenergien)**
Erneuerbare Energien machen Importe von Kohle, Öl und Gas überflüssig [4]. Da fossile Energieträger weltweit oft autokratische Regime finanzieren und Konflikte anheizen, gilt der Umstieg auf heimische Erneuerbare als friedenssichernd [4]. Indem die Bürokratie den Speicherausbau bremst, verlängert sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und schwächt die geopolitische Resilienz des Landes [6].
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## Fazit
Die Kritik von Dr. Michael Blume ist berechtigt [1][6]. Während die deutsche Wirtschaft und private Haushalte bereit sind, massiv in Speichertechnologien zu investieren, erweist sich der staatliche Ordnungsrahmen als Nadelöhr [6]. Die Einstufung der Hemmnisse als „fossile Bürokratie“ ist insofern treffend, als dass der regulatorische Fokus der Bundespolitik nach wie vor stark auf dem Schutz und dem Neubau fossiler Gaskapazitäten liegt, anstatt flexiblen Batteriespeichern eine faire Marktchance zu bieten [6][9].
[1] https://oekorenta.de/wie-laeuft-der-ausbau-von-batteriespeichern/
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Blume
[3] https://chrismon.de/personen/48664/michael-blume
[4] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[5] https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116639228618947586
[6] https://initiative-klimaneutral.de/publikationen/deutschlands-speicherpotenzial/
[7] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/batteriespeicher-strom-netzausbau-100.html
[8] https://de.linkedin.com/in/michael-blume-b46238209
[9] https://www.bne-online.de/themen/speicher/
[10] https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/michael-blume-im-interview-nur-die-juden-haelt-man-fuer-die-super-verschwoerer/
[11] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/
[12] https://taz.de/Michael-Blume-gegen-Twitter/!5899144/
[13] https://www.solarwirtschaft.de/2025/10/06/solarwirtschaft-fordert-2030-ausbauziel-fuer-batteriespeicher/
[14] https://www.zeit.de/wissenschaft/umwelt/2026-06/batteriespeicher-deutschland-grossspeicher-photovoltaik-bsw-solar-gxe
[15] https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/batterie-speicherboom-solarverband-warnt-vor-buerokratiebremse,VNFc8HP
[16] https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-39617-batteriespeicher-markt-wchst-im-ersten-quartal-2026-bundesregierung-ohne-speicherstrategie
[17] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
[18] https://newsletter.4initia.de/batteriegrossspeicher-in-deutschland-zwischen-boom-und-buerokratie/
[19] https://www.bdew.de/online-magazin-zweitausend50/groesse/batteriespeicher-energie-auf-abruf/
Meine Katastrophen-Warn-App NINA teilt mir mit:
„Am Sonntag wird eine extreme Wärmebelastug … erwartet. Heute ist der 10. Tag der Warnsituation in Folge.“
Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber ich ertrage in dieser Situation nichts Politisches.
Das zarte Pflänzchen Hoffnung auf etwas Abkühlung geht bei mir langsam ein.
Dabei habe ich noch den Vorzug auf dem Land zu wohnen. In den eigenen vier Wänden. Angesichts dessen, was sich zur Zeit in Krankenhäusern und Pflegeheimen abspielt, bin ich darüber sehr froh.
Felo.ai antwortet mir:
„Die Bundesregierung hat die finanzielle Förderung von Maßnahmen zur Klimaanpassung in Kitas und Pflegeheimen gestrichen, weil sich ein entsprechender Vorschlag im Zuge der internen Abstimmungen zum Klimaschutzprogramm nicht durchsetzen konnte.“
Es ist mir unmöglich, dies mit eigenen Worten zu kommentieren und greife deshalb auf einen sehr bekannten Text zurück:
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“
Die Zeit läuft uns davon. Leider besteht die Reaktion auf die immensen Herausforderungen in ignoranter Arroganz.
Hoffnung auf Einsicht habe ich nicht mehr, aber eine größere Bewegung der Solarpunks trägt dazu bei, dass sich eine komplette Klimakatastrophe noch etwas hinauszögern lässt.
Mittlerweile fürchte ich mich vor der nächsten Hitzewelle und hoffe, sie nicht mehr erleben zu müssen.
Vielen Dank, @Marie H. – und ich kann Ihnen da nicht widersprechen. Jahrzehnte des Fossilismus, in denen fossile Regime, Terrorgruppen und Antisemitismus finanziert sowie enorme Kosten auf die Mitwelt, das Klima und die Zukunft externalisiert wurden, schlagen jetzt immer stärker auf uns zurück.
Hier auch zu einer neuen Studie aus der Attributionsforschung um Friederike Otto, die hier auf dem Blog schon vor Jahren Thema war:
https://taz.de/Studie-zur-extremen-Hitze/!6190981/
Inzwischen ist es offensichtlich: Der Fossilismus tötet durch fossile Gewalt und mehr und mehr auch durch die globale Erhitzung. Doch viele reichere Leute glauben noch immer, sich aus den Folgen herauskaufen zu können. Am Zynismus, Wissenschaftsleugnung und fossilen Lobbyismus auch in der Berliner Hauptstadtblase und entsprechenden Konzernmedien gibt es nach meiner Einschätzung nichts mehr zu beschönigen. Umgekehrt können aber auch die Fossilisten nicht mehr verhindern, dass sich immer mehr Solarpunks unabhängig von der Bundespolitik auf den Weg in die post-fossile Zukunft machen. Wenige Arche-Regionen können noch immer bestehen.
Michael Blume
25.06.2026, 08:59 Uhr
Da muss ich der Fairness halber aber mal eine Lanze brechen für Ihn.
Ich denke nicht das da bewusst entschieden worden ist die autoritären Regime zu unterstützen. Das war einfach nicht in der Entscheidungskette mit drinnen.
Ich und auch meine Eltern schon haben in der Hinsicht viele falsche Entscheidungen getroffen, da war aber immer der in dem Moment akute monetäre Faktor entscheidend.
Die meisten Menschen sind lieber „gut“ als „schlecht“. Die (ökonomischen) Verhältnisse sind aber nicht so. Da beisst die Maus keinen Faden ab,
Man kann sich immer über den nun wirklich nicht kleinen staatlichen Zuschuss äußern den man politischerseits aber eher so kurz wie möglich zahlen möchte. Die Leistungsfähigkeit für den Rest der Investition muss aber da sein. Und die herzustellen da sehe ich im Moment eher wenig politischen Willen. Durch die Bank bei allen.
Und die AfD scheidet ganz aus, die sind an der Stelle die Schlimmsten. Aber ziemlich dicht gefolgt von im Gegensatz zu ihr eigentlich demokratischen Parteien.
Wenn Du Dir das Elektroauto leistest ist für die Wärmepumpe nichts mehr übrig. Und da ist es nicht hilfreich den Menschen dafür dann auf der Energieseite finanziell abzustrafen. Das verschlimmert das Problem nur. Dann bekommt man das zurück und nicht mal das Elektroauto ist noch gewünscht.
Du hast vollkommen Recht: Jeder kann etwas tun und muss gar nicht alles. Das ist natürlich grundsätzlich gar nicht zu bestreiten. Es stimmt.
Wenn man sich die Schuhe von den ganzen gewöhnlichen Menschen mal anzieht stellt man in den meisten Fällen fest das es nicht die Schuhe von reaktanten unbelehrbaren Rassisten sind sondern von Menschen die sich in meinen Augen zu Recht das Recht herausnehmen wollen mit dem leben zu müssen was das Beste für sie ist.
Konkret im Hier und Jetzt…
Etwas unstrukturiert einfach mal meine Gedanken dazu. Ohne Anspruch auf Korrektheit.
Da bin ich durchaus bei Dir, @Uli Schoppe – niemand ist für die Konsequenzen von Taten verantwortlich, wenn er oder sie diese beim besten Willen nicht absehen konnte. Und auch Umstellungen brauchen Zeit – auch ich stieg ja mit meiner Familie „erst“ 2013 auf die Wärmepumpe um, 2017 auf Elektromobilität, die Solaranlage war sogar lange bürokratisch blockiert usw.
Warum ich gegenüber @Realo jedoch etwas strenger argumentiere, ist eine freundliche Antwort auf seinen wiederholten Anspruch, als „Techniker“ und „Realo“ es stets besonders gut gewusst zu haben. Und das war ja ganz offensichtlich nicht der Fall – nicht einmal in der Zeit, die er hier auf „Natur des Glaubens“ Pro-Fossilismus-Drukos eingestellt hat. Auch betonte er immer wieder ein angebliches Interesse an Israel – konnte aber angeblich keinen Zusammenhang zwischen dem Angriff der arabischen Öl-Staaten und deren folgenden Ölboykott gegen die westliche Welt erkennen, der wiederum zu mehr Importen aus der Sowjetunion führte.
Knapp gesagt möchte ich im Sinne der Erkenntnistheorie festhalten: Wer für sich selbst höhere, zumal technologische und realistische Kompetenz beansprucht, sollte auch immer wieder bereit sein, neue, wissenschaftliche Erkenntnisse ins eigene Welt- und Selbstbild zu integrieren. Gerade auch dann, wenn dies schmerzt.
Du schriebst zudem:
„Wenn man sich die Schuhe von den ganzen gewöhnlichen Menschen mal anzieht stellt man in den meisten Fällen fest das es nicht die Schuhe von reaktanten unbelehrbaren Rassisten sind sondern von Menschen die sich in meinen Augen zu Recht das Recht herausnehmen wollen mit dem leben zu müssen was das Beste für sie ist.
Konkret im Hier und Jetzt…“
Und auch da stimme ich Dir zu! Nach meiner Auffassung geht es nicht erst in Religionen und Weltanschauungen, sondern bereits ganz konkret in Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur immer wieder um das eigene Verhältnis zur Zeit. „Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen.“ von Blumenberg ist ja auch eine gute Beschreibung von Gier, Hass und Hetze (!), die jeden von uns durch ein gestörtes Verhältnis von Lebens- und Weltzeit betreffen kann.
@Michael 27.06. 20:20
„Umgekehrt können aber auch die Fossilisten nicht mehr verhindern, dass sich immer mehr Solarpunks unabhängig von der Bundespolitik auf den Weg in die post-fossile Zukunft machen.“
Viele Leute wollen das, aber die Möglichkeiten bleiben natürlich begrenzt, wenn z.B. einfach die Genehmigungen für ganz entscheidende Elemente wie Großspeicher verschleppt werden.
„Wenige Arche-Regionen können noch immer bestehen.“
Man muss hier freilich bedenken, dass man zwar die Klimaanpassung regional voll in der Hand hat, aber die Gesamtklimaentwicklung einerseits von den weltweiten Gesamtemissionen abhängt und anderseits auch die konkreten Aussichten auch bei gegebener Treibhausgassituation nur ungenau prognostiziert werden können.
Selbst die konkreten regionalen Auswirkungen bei gegebener globalen Gesamttemperatur sind nur ungenau einschätzbar.
Wenn es also etwa z.B. um die Dimensionierung eines kommunalen Kaltwassernetzes geht, weiß man nicht so genau, wie leistungsfähig das in 30 Jahren sein muss.
Ansonsten sind natürlich lokale gute Taten im Sinne einer Entschärfung des Treibhausgasproblem eine Investition in die Zukunft der ganze Menschheit und darüber hinaus auch in die Naturräume dieses Planeten.
Da hat der Einzelne nur was von, wenn die meisten anderen mitmachen. Aber immer mehr machen auch tatsächlich mit, und sind gerade durchaus dabei, zu gucken, wie denn konkret. Das macht mir richtig Hoffnung.
@Realo 27.06. 10:09
Den „Klimawandelaspekt“. Der wird meiner Ansicht nach nicht sachlich behandelt. Muster religiöser „Argumentationstechnik“ die das „Schuld und Sühneprinzip“ betonen, sind unverkennbar. Wir sind böse „Energiesünder“ und müssen „Klimabuße“ tun…..
Was ist das denn jetzt für ein Quatsch. Für allgemeine Sünden Buße tun im Sinne einer Selbstkasteiung mag es gegeben haben und vereinzelt immer noch geben. Da kann man z.B. auch Fasten. Eine Solaranlage oder ein Elektroauto schafft man sich aber an, weil man billigen Strom haben will, keine Benzin mehr kaufen will und dem Weltklima was gutes tun möchte.
Wenn das dann den jeweiligen Gottheiten, an die man nebenbei sowieso glaubt, auch gefällt, kann man da sogar tatsächlich Punkte mit sammeln.
Unabhängig davon kann man mit vernünftigem eigenem Verhalten durchaus ein Lebensgefühl finden, Teil der Lösung und nicht mehr Teil des Problems zu sein. Das funktioniert mit und ohne Götter.
Buße tun, nur um zu Leiden, um bei den eigenen Göttern besser da zu stehen, entbehrt jeglicher Vernunft. Finde ich jedenfalls.
Sich für wirklich vernünftiges Verhalten göttliche Unterstützung zu erhoffen wäre dagegen durchaus realistisch. Wenn es den Gottheiten auch um die Erhaltung des Planeten geht, kann man da offenbar ganz konkret durchaus produktiv zusammenarbeiten.
Vielen Dank und Zustimmung, @Tobias – und just heute Morgen hat meine Frau auch daran erinnert, dass erst 2023 regulatorisch geklärt wurde, dass wir für unsere Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach keine Gewerbeanmeldung benötigen! Vor diesem zu wenig beachteten Erfolg der Ampel-Bundesregierung blockierte die fossil geprägte Bürokratie aus Berlin eben nicht nur Batteriespeicher, sondern bereits die Installation von Solaranlagen sogar auf den Dächern von Eigenheimbesitzenden.
Insofern empfinde ich es als Heuchelei, wenn Fossilisten in Politik, Medien und Justiz von „Bürokratieabbau“, „Entfesselung der Marktwirtschaft“ und „Technologieoffenheit“ schwadronieren, aber gleichzeitig komplexe Regulierungen erhalten oder gar einführen, um den Solar- und Batteriespeicherboom und damit erneuerbare Heimat-, Friedens- und Wohlstandsenergien gerade auch in Süddeutschland auszubremsen.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-aus-dem-ehemaligen-preussen-warum-deutscher-energieglauben-auch-regional-gepraegt-ist/
Hier dazu auch eine Erläuterung durch Felo.ai:
Es ist korrekt, dass die regulatorischen Anforderungen an Betreiber von Photovoltaikanlagen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gelockert wurden und die Notwendigkeit einer Gewerbeanmeldung früher häufiger oder zumindest rechtlich unklarer war. Die Situation hat sich durch gesetzliche Neuregelungen, insbesondere seit dem Jahr 2023, grundlegend vereinfacht [1][7].
## Der Wandel der Rechtslage
Früher bestand bei Photovoltaikanlagen häufig eine Unklarheit darüber, ob der Betrieb als rein private Tätigkeit oder als gewerbliche Tätigkeit einzustufen ist. Während heute für Anlagen auf Einfamilienhäusern bis zu einer Leistung von 30 kWp (bzw. 15 kWp pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern) gesetzlich klargestellt ist, dass keine Gewerbeanmeldung erforderlich ist, sah dies in der Vergangenheit anders aus [2][4][7].
Vor den jüngsten Reformen wurden Betreiber von PV-Anlagen, die Strom in das öffentliche Netz einspeisten, schneller als Gewerbetreibende eingestuft. Behörden unterstellten bei einer Einspeisung gegen Vergütung oft eine dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht, was nach ordnungsrechtlichen Kriterien eine Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbe- oder Ordnungsamt nach sich ziehen konnte [2][6][9]. Zwar gab es auch in der Vergangenheit Ausnahmen für sehr kleine Anlagen (Bagatellgrenzen), diese waren jedoch oft Auslegungssache der Kommunen oder basierten auf Einzelfallentscheidungen [9].
## Unterscheidung zwischen Gewerbe- und Finanzamt
Es ist wichtig, zwei unterschiedliche Anmeldeverfahren zu unterscheiden, die oft miteinander verwechselt wurden:
* **Die Gewerbeanmeldung:** Diese betraf das örtliche Ordnungs- oder Gewerbeamt. Hier wurden Betreiber aufgrund ihrer Einspeiseaktivität als gewerblich tätig eingestuft, sofern sie bestimmte Leistungsgrenzen überschritten oder die Anlage nicht auf dem eigenen Wohnhaus betrieben wurde [2][9]. Diese Meldepflicht ist für private Anlagen bis 30 kWp mittlerweile entfallen [2][7].
* **Die steuerliche Erfassung:** Unabhängig von der gewerberechtlichen Anmeldung musste (und muss bei einspeisenden Anlagen oft noch) eine Anmeldung beim Finanzamt erfolgen, um die steuerliche Behandlung der Einnahmen zu klären. Auch hier hat sich die Bürokratie stark reduziert: Seit 2023 sind Einnahmen aus dem Betrieb bestimmter PV-Anlagen einkommensteuerbefreit, und für die Anschaffung und Installation fällt unter bestimmten Voraussetzungen keine Umsatzsteuer (0 %) an [1][2][14].
## Warum die Pflicht heute entfällt
Die Politik hat in den letzten Jahren bewusst gegengesteuert, um den Ausbau der Solarenergie zu beschleunigen und die bürokratischen Hürden für Privathaushalte abzubauen [1][2].
Heute gilt: Wenn Sie eine Photovoltaikanlage auf einem privaten Wohngebäude betreiben, wird dies per Gesetz in der Regel nicht mehr als gewerbliche Tätigkeit gewertet, sofern die Leistungsgrenzen (30 kWp) eingehalten werden [2][7]. Die Annahme der „Gewinnerzielungsabsicht“, die früher als Basis für die Forderung nach einer Gewerbeanmeldung diente, wurde für den privaten Bereich gesetzlich nahezu vollständig beseitigt [7][14].
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Verpflichtung zur Gewerbeanmeldung war für viele PV-Betreiber in der Vergangenheit eine reale Hürde oder zumindest ein Unsicherheitsfaktor. Durch die Anhebung der Freigrenzen und die gesetzliche Befreiung von der Gewerbesteuerpflicht für typische Privatanlagen wurde dieser Prozess für Hausbesitzer in den letzten Jahren erheblich entbürokratisiert [2][6][7].
[1] https://www.zolar.de/blog/pv-anlage-anmelden
[2] https://www.gewerbeanmeldung.de/photovoltaikanlage-wann-gewerbe-anmelden
[3] https://www.adac.de/rund-ums-haus/energie/versorgung/solaranlage-anmelden/
[4] https://ennergy.de/photovoltaik-gewerbeanmeldung/
[5] https://www.sfv.de/artikel/keine_gewerbeanmeldung_fuer_pv-anlage_auf_privatem_hausdach
[6] https://checkfox.de/ratgeber/photovoltaikanlage-richtig-anmelden
[7] https://www.sfv.de/gewerbeanmeldung
[8] https://aceflex.ch/magazin/pv-anlage-gewerbe-anmelden/
[9] https://www.vg-westendorf.de/reader/gewerbe-und-photovoltaik
[10] https://www.pro-energy-solutions.de/photovoltaik-gewerbe/
[11] https://photovoltaikbuero.de/pv-know-how-blog/muss-man-als-betreiber-einer-photovoltaikanlage/
[12] https://www.pax-solar.de/unternehmenserklaerungen-steuerkategorien/
[13] https://www.solarwatt.de/ratgeber/photovoltaikanlage-anmeldung
[14] https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/photovoltaik/photovoltaik-dachanlagen
[15] https://heim-watt.de/gewerbekunden/aufdach-photovoltaik/
[16] https://www.energie-experten.org/erneuerbare-energien/photovoltaik/betrieb/photovoltaik-gewerbe
@Michael 28.06. 15:10
„„Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen.“ von Blumenberg ist ja auch eine gute Beschreibung von Gier, Hass und Hetze (!), die jeden von uns durch ein gestörtes Verhältnis von Lebens- und Weltzeit betreffen kann.“
Ein Mangel an Geduld und Genügsamkeit kann eine Menge Stress machen, den man auch vermeiden kann. Gemeinsinn selbst ist noch mal was anderes. Kann aber auch als gemeinsamer unnötiger Stress auftreten.
Auch überflüssige Kriege mögen gemeinsame Anstrengungen sein, die man sich besser spart.
Kann die Energiewende auch zu schnell gehen? Sie macht ja nun auch getätigte Investitionen wertlos. Muss man gucken, finde ich. Hat man eine nagelneue Gasheizung, wird man eher nicht gleich die Wärmepumpe bestellen.
Und bevor man neue Gaskraftwerke baut, lässt man lieber die alten Kohlekraftwerke in Betrieb, und organisiert die nötige kurzfristige Regelung der Stromnetze zunehmend mit den angeschlossenen Lithiumspeichern.
Das Ende auch der Kohlekraftwerke kommt dann früh genug, wenn man das eingesparte Geld von verzichtbarem Aktionismus gleich in mehr PV, Windräder, Lithiumspeicher und später in Wasserstofftechnik investiert.
Und wer wenig Geld und Möglichkeiten hat, kann auch gucken, ob er mit weniger Fleisch auskommen kann. Das spart noch Geld, und ist auch ziemlich klimawirksam.
Lieben Dank, @Tobias 🙏
Konnte Deinen Zeit-philosophischen Ausführungen nur zustimmen und dialogisiere gerade mit vielen auf Mastodon über Timewashing als Unterkategorie des Greenwashing:
Konnte in einem schönen Dialog den Begriff „Timewashing“ als Unterkategorie des „Greenwashing“ vorstellen: Wenn in Politik, Medien & Wirtschaft vermeintlich ehrgeizige Fernziele zum Schutz der Mitwelt, v.a. Reduktion von Treibhausgasen verkündet – und diese dann später doch nur wieder „abgemildert“ werden.
Halte das für einen PR-Trick im Fossilismus, um Tätigkeit vorzutäuschen und in Wirklichkeit weitere Profite aus der Karbonblase zu extrahieren.
Zitiere dazu gerne @colibri 🙏, da wir uns gemeinsam für den Solarpunk engagieren: die ideelle und tätige Überwindung fossiler Gewohnheiten auch im eigenen Leben. ✊ Dazu gehört, sich nicht länger durch Green- und Timewashing täuschen zu lassen!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116828591543825936
Habe zudem heute auch Felo.ai zur „Enge der Zeit“ des Karbonblasen-Fossilismus gepromptet:
Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Karbonblase-Gier des Fossilismus und der „Enge der Zeit“ nach Hans Blumenberg?
Die Antwort ist beeindruckend, finde ich:
## Begriffsklärung (damit der Zusammenhang sichtbar wird)
**Karbonblase und „Karbonblase-Gier“ im Fossilismus**
Mit „Karbonblase“ werden jene Öl‑ und Gasmengen bezeichnet, die aus Klimaschutzgründen *nicht* mehr verbrannt werden dürften; wirtschaftlich sind sie dennoch oft als künftige „verwertbare“ Reserven eingepreist.[11] „Karbonblase-Gier“ meint dann die Dynamik, trotz absehbarer Unverwertbarkeit auf maximale kurzfristige Ausbeutung, Bewertung und Rendite dieser fossilen Vermögenswerte zu drängen – also Gegenwartserträge gegen Zukunftsrisiken auszuspielen (als Strukturmoment dessen, was hier „Fossilismus“ heißt).
**Blumenbergs „Enge der Zeit“**
Blumenberg diagnostiziert in *Lebenszeit und Weltzeit* eine moderne Erfahrungskonstellation, in der **begrenzte Lebenszeit** und eine **übermäßig ausgedehnte Weltzeit** (lange Horizonte, riesige Aufgaben) auseinanderklaffen; daraus entsteht Druck, Zeit „gewinnen“ zu müssen, um Handlungsmacht zu behalten.[2][6] In populären Rekonstruktionen wird das zugespitzt als These, dass „Enge der Zeit“ eine Wurzel destruktiver Dynamiken sein könne.[1][12]
## Der Zusammenhang: Fossilistische Karbonblase als politökonomische Form von „Enge der Zeit“
**1) Zeitdruck wird ökonomisch übersetzt: Maximierung im Jetzt statt Tragfähigkeit im Langhorizont**
Blumenbergs Diagnose beschreibt eine kulturelle Lage, in der Menschen und Institutionen unter dem Eindruck knapper Zeit nach Beschleunigung, Zugewinn und „Zeitgewinn“ streben.[12] Die Karbonblase ist eine ökonomische Zuspitzung genau dieses Musters: Fossile Akteure handeln so, als müsse der Wert der Reserven **möglichst schnell** realisiert werden, bevor Regulierung, technische Substitution oder gesellschaftliche Delegitimierung ihn entwerten. Dass ein Teil der Reserven „in der Erde verbleiben sollte“, markiert ja gerade, dass der langfristige Rahmen den kurzfristigen Verwertungsimpuls begrenzt.[11]
**2) „Enge der Zeit“ erzeugt Gegenwartsbias – die Karbonblase institutionalisiert ihn**
Bei Blumenberg ist die Spannung zwischen Lebenszeit und Weltzeit auch eine Spannung zwischen **endlicher Verfügung** und **überforderndem Problemhorizont**.[2][6] Klimapolitisch ist der Problemhorizont maximal (Jahrzehnte bis Jahrhunderte), während Politik, Unternehmen und Karrieren in kurzen Taktungen operieren. Die Karbonblase funktioniert dann als institutionalisierter Gegenwartsbias: Bilanzen, Marktwerte und Förderentscheidungen belohnen das, was innerhalb kurzer Zeiträume zählt (Cashflow, Wachstum), obwohl die physikalischen Klimagrenzen den langen Horizont erzwingen.[11]
**3) Moralische und politische Nebenfolge: Aus der Zeitnot wird Aggressivität gegenüber Zukunftansprüchen**
Blumenbergs Formel (in der zugespitzten Rezeption) „Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen“ zielt darauf, dass Zeitknappheit destruktive Kurzschlüsse, Schuldverschiebungen und Rücksichtslosigkeit begünstigt.[1] Übertragen auf Fossilismus heißt das: „Karbonblase-Gier“ kann als **Abwehrreaktion** gegen Zukunftsansprüche gelesen werden (Dekarbonisierung, Generationengerechtigkeit). Wo die Zukunft als Enteignung des Gegenwartsvorteils erscheint, wird sie politisch bekämpft oder rhetorisch entwertet—nicht primär aus Unwissen, sondern aus einer Logik der „zu engen Zeit“ (jetzt noch schnell verwerten, bevor es zu spät ist).
## Fazit (präzise formuliert)
Der Zusammenhang besteht darin, dass **die Karbonblase-Gier des Fossilismus** eine **ökonomisch-technische Ausprägung** dessen ist, was Blumenberg als **„Enge der Zeit“** beschreibt: Aus dem Gefühl/der Struktur knapper verfügbarer Zeit gegenüber übergroßen Zukunftsaufgaben entsteht ein Drang zu Beschleunigung und Gegenwartsmaximierung.[2][6][12] Die Karbonblase benennt dabei den objektiven Konfliktpunkt: Fossile Reserven sind als Wert versprochen, sollen aber aus Klimaschutzgründen unverbrannt bleiben—und genau diese Kollision verschärft die Versuchung, *noch schneller* zu verwerten, also „Zeitdruck“ in „Renditedruck“ zu verwandeln.[11][1]
[1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-enge-der-zeit-das-wasser-dann-gnade-uns-gott/
[2] https://geschichtedergegenwart.ch/die-eskalation-der-zeit-hans-blumenberg-als-konservativer-diagnostiker-der-moderne/
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Blumenberg
[4] https://www.suhrkamp.de/rights/book/hans-blumenberg-life-time-and-world-time-fr-9783518291146
[5] https://www.herder.de/hk/hefte/archiv/2020/7-2020/blumenbergs-engel-zum-100-geburtstag-des-philosophen-hans-blumenberg/
[6] https://lexicon.mimesisjournals.com/international_lexicon_of_aesthetics_item_detail.php?item_id=160
[7] https://www.researchgate.net/publication/348721322_Light_as_a_Metaphor_for_Truth_At_the_Preliminary_Stage_of_Philosophical_Concept_Formation_1957At_the_Preliminary_Stage_of_Philosophical_Concept_Formation_1957
[8] https://www.fabula.org/actualites/125174/cfp-distances-and-horizons-perspectives-on-the-philosophy-of-hans.html
[9] https://www.litnet.co.za/hans-blumenbergs-model-for-the-evolution-of-thought-and-its-relevance-for-contemporary-challenges/
[10] https://philpapers.org/rec/BLULUW
[11] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/begriffsarbeit-fossilismus-kolonialismus-proprietarismus/
[12] https://www.geistundgegenwart.de/2018/12/enge-der-zeit.html
[13] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9544621/
[14] https://philpapers.org/rec/BLULAA-2
[15] http://adsabs.harvard.edu/cgi-bin/basic_connect?qsearch=10.1016%2Fj.carbon.2013.07.055
[16] https://de.scribd.com/document/685742460/Hans-Blumenberg-Lebenszeit-Und-Weltzeit-1
[17] https://www.researchgate.net/publication/327169852_Zwischen_Neo-Fossilismus_und_gruner_Okonomie
[18] https://mpt.pbslearningmedia.org/resource/ilsofl18-sci-ilcarbon/the-fate-of-carbon/
[19] https://www.daybreakgame.org/card/1447?locale_override=de
[20] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-schaut-denn-niemand-hin-erkenntnistheorie-fossilismus-und-karbonblase/
[21] https://doi.org/10.1357/0022240933224052
[22] https://www.ifs.uni-frankfurt.de/eventleser/carbon-societies-warum-die-klimakrise-nicht-unausweichlich-war-und-wie-ihr-zu-begegnen-ist.html
@ Tobias Jeckenburger 28.06.2026, 15:34 Uhr
Zitat Realo Ausgangspunkt: „Den „Klimawandelaspekt“. Der wird meiner Ansicht nach nicht sachlich behandelt. Muster religiöser „Argumentationstechnik“ die das „Schuld und Sühneprinzip“ betonen, sind unverkennbar. Wir sind böse „Energiesünder“ und müssen „Klimabuße“ tun…..“
Die „Klima Religiösen“ sehen es ungefähr so: Wir bösen faulen Ölheizungsbetreiber haben es uns leicht gemacht, blasen einfach den „bösen CO2 Teufel“ in die Luft und sind jetzt schuld dass wir in der „Klimahölle“ leben müssen und viele Menschen daran sterben, die z. B. in Frankreich in einer Dachbodenwohnung unter einem Blechdach, fast wie in einem „Kochtopf“ leben müssen.
Wir müssten die böse Ölheizung sofort verschrotten und sofort eine Heizung für „Erneuerbare“ kaufen und uns kasteien damit wir das auch bezahlen können….
Diese „Aktionen“ helfen allenfalls in Jahrzehnten.
Daran, dass z.B. die Blechdächer isoliert werden und PV gespeiste Kühler eingebaut werden, um das Massen Sterben jedes Jahr in diesen Wohnungen zu beenden, wird nicht gedacht….
Ich finde es doch auch positiv, wenn einer sich eine Solaranlage oder ein Elektroauto anschafft, billigen Strom haben will, keine Benzin mehr kaufen will und dem Weltklima was gutes tun möchte.
Zitat: „Buße tun, nur um zu Leiden, um bei den eigenen Göttern besser da zu stehen, entbehrt jeglicher Vernunft. Finde ich jedenfalls.“
Finde ich auch. Man sollte diese alten „Argumentationsmuster“ nicht wieder aufwärmen…..
@Realo
Es geht Ihnen also nur darum, Ihr Selbstbild als Ober-„Realo“ und „Techniker“ aufrecht zu erhalten. Dass Sie sich tatsächlich auch selbst geirrt und viel zu lange an die gierige und also kurzfristige Ideologie des Fossilismus – einschließlich der Propaganda für die fossilen Angriffskrieger Wladimir Putin & Donald Trump – geklammert haben, wollen Sie jetzt nicht mehr wahrhaben. Sie wollen sich weiterhin intellektuell überlegen, also für nichts schuldig und nicht einmal verantwortlich fühlen.
Das Leid der Menschen und der Mitwelt sowohl in der Ukraine wie nun auch in den sich rapide erhitzenden EU-Ländern wehren Sie reaktant mit Beschimpfungen der vermeintlichen „Klimareligiösen“ ab. Währenddessen sind in Frankreich die Leichenhäuser mit vor allem älteren Hitzeopfern überfüllt:
https://www.zdfheute.de/panorama/frankreich-rekordhitze-tote-100.html
Ich kann Ihre Ängste und Aggroganz verstehen, @Realo. Und ich möchte auch nicht mit Ihnen tauschen…
@Realo 30.06. 06:57
„Daran, dass z.B. die Blechdächer isoliert werden und PV gespeiste Kühler eingebaut werden, um das Massen Sterben jedes Jahr in diesen Wohnungen zu beenden, wird nicht gedacht….“
Wir können uns offenbar darauf einigen, dass Hitzeschutz vor allem in den Städten zunehmend mit zunehmend hören Temperaturen und längeren Hitzewellen immer mehr Sinn macht. Also die eigene Wärmepumpe so bauen, dass sie auch kühlen kann, und neben Fernwärmenetzen auch Kaltwassernetze für die Innenstädte bauen.
„Finde ich auch. Man sollte diese alten „Argumentationsmuster“ nicht wieder aufwärmen….“
Es ist ja jetzt aber keine Bußleistung, wenn man seinen Konsum etwas reduziert, um sich die eventuellen Mehrkosten von Grüner Technik leisten zu können. Also z.b. das E-Auto eine Nummer kleiner kaufen, wenn das Geld nicht reicht für den Elektro-SUV.
Vieles an der Grünen Technik ist aber sogar billiger als die alte Fossile Technik. Da braucht es nur die beherzte Investitionsentscheidung, gar nicht unbedingt mehr Geld.
Danke, @Tobias
Dazu möchte ich nur noch ergänzen, dass wir Solarpunks als „Early Adopter / Früheinsteiger“ dazu beigetragen haben, dass die Entwicklungen und Preise etwa von Wärempumpen, Elektroautos und Solaranlagen schnelle Fortschritte gemacht haben.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dekarbonisierungskugel-fuer-den-weltfrieden-meine-erste-erfahrungen-mit-dem-elektro-renault-zoe/
Es geht bei der post-fossilen Transformation eben nicht um „Buße“ in einer angeblichen „Klimareligion“, sondern um wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt gegen Reaktanz, Fossilismus und Wissenschaftsverleugnung.
Lieber Herr Blume,
für mich ist nach 25 Jahren E-Mobil der nächste Schritt das Fahren mit Öffentlichen, so viel es irgend geht. Das wurde für mich erst möglich durch das D-Ticket.
Die heißen Tage habe ich vor allem in Kirchen zu gebracht. Am Freitag ein Konzert mit drum und dran in der Umweltkirche Deutzen. Das ging aber nur mit dem 17 Jahre alten E-Auto ohne Klimaanlage. Da habe ich mir eben viel Zeit genommen und eine Probe in der Kirche Frohburg eingeschoben, um mich abkühlen zu können.
Eine Nacht habe ich in der vor der Braunkohlenabbaggerung geretteten Kirche Pödelwitz verbracht. Am Abend spielte ich für die jungen Leute, die wegen Hambi da aktiv wurden und nun mit einer SoLawi angefangen haben. Schön zu sehen, wie sie kreativ für Wasser zur Bewässerung sorgen.
Ganz herzlichen Dank, @Eckehard Erben 🙏
Ich bin da ganz bei Ihnen, zumal ich Montag zur Verabschiedung meines Bundes-Kollegen Dr. Felix Klein per Bahn nach Berlin gefahren bin. Hitze und üble Verspätungen bis hin zu ganzen Zugausfüllen sowohl bei der Hin- wie Rückfahrt inklusive.
Deutschland hat nach Jahrzehnten der sog. „Privatisierung“ seine einst vorbildliche Infrastruktur kaputtgespart. Und selbst noch in diesem Jahr hat ein – im Grundgesetz gar nicht vorgesehener – Koalitionsausschuss aus Parteivorsitzenden lieber einen weiteren, fossilen Tankrabatt und eine Ermäßigung von Flugtickets „beschlossen“, statt endlich in die zunehmend lebenswichtige Infrastruktur zu investieren!
Habe dazu u.a. auf Mastodon gepostet:
Hier für Dein historisches Solarpunk-Archiv zur Vorherrschaft des Fossilismus die „Beschlüsse“ des Koalitionsausschusses vom 13. April 2026 in der @LegalTribune 👇
Spätere Generationen werden sich fragen, warum sich Demokratinnen & Demokraten so lange ruhigstellen ließen.
Selbst das auf Recht spezialisierte LTO-Medium fand nichts mehr dabei, dass hier 1 Gremium aus Parteivorsitzenden dem Bundestag Vorgaben macht, das es im Grundgesetz überhaupt nicht gibt.
Dafür fände sich im GG aber Artikel 38 zum freien Mandat der Abgeordneten, gegen das sich seit 1961 die Exekutive immer wieder „durchsetzen“ müsse.
So wird unsere Verfassung in der politischen & medialen Realität mimetisch auf den Kopf gestellt – egal, wer gerade regiert. Und ich kann dazu bezeugen, dass dies den wenigsten Medienschaffenden jemals bewusst geworden ist…
#Solarpunk #Fossilismus #Tankrabatt #Koalitionsausschuss #Koalitionsvertrag #Grundgesetz #Bundestag #GG #Deutschland #Politik #Kultur #Mimesis
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116839381804467549
Vielen Dank für Ihr konstruktives und dialogisches Interesse – und vor allem Ihr auch künstlerisches Tun, @Eckehard Erben! 🙌
@Michael 30.06. 14:46
„..dass die Entwicklungen und Preise etwa von Wärempumpen, Elektroautos und Solaranlagen schnelle Fortschritte gemacht haben.“
Die Stromprivatkunden haben das aber über die EEG-Umlage alle mitfinanziert, auch @Realo. Unfreiwillig schon, aber dennoch faktisch.
Kurioserweise wachsen die bürokratischen Widerstände mit den fallenden Preisen für vieles von der Grünen Technik. Angefangen mit Windrädern im Inland über PV-Anlagen und aktuell vor allem mit Netzspeichern.
Hohe Preise kommen sowohl den Stromkonzernen wie dem Fiskus zugute.
Ärgerlich vor allem, weil die günstigen Preise auf der einen Seite die Mehrkosten woanders besser ausgleichen könnten. Also für Wärmepumpen, Fernwärmenetze, Kaltwassernetze und alle Technik rund um Wasserstoff.
Danke, lieber @Tobias
Ich finde es leider längst schlüssig, dass die Fossilkonzerne auch die Bundes-Bürokratie nutzen, um die Energiewende zu verzögern. Und damit noch möglichst lange fossile Profite aus der Karbonblase zu ziehen.
Habe dazu just heute auf Mastodon gepostet:
Mitwelt- und Hitzeschutz statt Konzern-Abzocke durch Tankrabatt. 💸 Eine demokratische Politik, die sich wirklich an den Interessen des Volkes statt an jenen der Fossilkonzerne orientieren würde, hach… 👇🤩
Sorry, geht schon wieder. 🤷♂️
Hatte kurz davon geträumt, in einer repräsentativen Demokratie im Sinne des Grundgesetzes zu leben. Dann wurde mir aber auch gleich wieder bewusst, dass bei uns in Deutschland seit dem ersten Koalitionsvertrag 1961 die Bundespolitik nicht mehr im gewählten Bundestag, sondern in Hinterzimmern von einer Handvoll wechselnder Parteivorsitzender bestimmt wird.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116839294895119315
Im Kern haben sich die demokratischen Parteien in Deutschland seit 1961 nach meiner Beobachtung auf einen technokratischen Deliverism / Lieferantismus eingelassen, der dann auch noch zunehmend durch fossile Konzerne und deren Medien gekapert wurde. Die laut eigenen Angaben auch @Real in den Fossilismus zogen. Und die Folgen dieser verlorenen Jahrzehnte erleben wir jetzt alle gemeinsam…
@Michael 30.06. 16:10
„Und die Folgen dieser verlorenen Jahrzehnte erleben wir jetzt alle gemeinsam…“
Und die Klima- und Wasserkrise kann sich in den nächsten 30 Jahren noch verdoppeln.
Hätten wir es schneller machen können? Sicherlich, aber der Weg war schon erfolgreich. Erst Grundlagenforschung, dann die erste einsatzfähige Grüne Technik, die man aber noch lange Jahre subventionieren musste, bis zur Marktreife und darüber hinaus bis zu einer beispiellos billigen Energieversorgung.
Betrifft aber noch nicht alles, Mittelfristspeicher und Wasserstofftechnik sind noch auf dem Weg zur subventionierten Marktreife. Und hat aber auch noch ein paar Jahre Zeit. Erstmal muss die grüne Primärproduktion mitsamt hinreichend Kurzfristspeichern verdoppelt werden, zugleich kann sich die Elektromobilität auf den Weg machen, sich durchzusetzen. Und auch Wärmepumpen wie auch Fernwärmewärme können ausgebaut werden.
Letzteres praktischerweise auch mit Kaltwassernetz, zumindest gefühlt noch im Eindruck dieser Rekordhitzewelle.
Besonders ärgert es mich allerdings, dass gerade angesichts der aktuellen Preissenkungen für PV, Lithiumspeicher und auch noch Windräder die bürokratischen Verzögerungen anscheinend noch deutlich zunehmen. Jetzt haben wir wirklich lange Jahre in die EEG-Umlage eingezahlt, in der Hoffnung, dass die Grüne Technik wirklich billiger wird, und jetzt läuft es trotzdem nicht richtig, und der Strom wird eher sogar noch teurer. Es fehlt da einfach ganz akut an Netzspeicherkapazität.
Wenigstens in China und anderen Ländern geht man diesen Weg, die Strompreise weiter gezielt hochzuhalten, nicht. Und viele Länder im globalen Süden haben endlich die Gelegenheit, eine verlässliche und leistungsfähige Stromversorgung aufzubauen, die die Menschen dort auch bezahlen können.
PV-Module, gar nicht mal so viele Lithiumspeicher, Wechselrichter und Stromkabel reichen dort für dezentrale und überaus stabile Stromnetze. Auch wo jetzt noch gar nichts ist. Und die haben da um den doppelten Ertrag, der auch noch gleichmäßiger über das Jahr verteilt ist und die Klimaanlagen bzw. Kaltwassernetze braucht man vor allem dann, wenn die meiste Sonne scheint.
Wenn es wenigstens denen besser geht, dann bin ich mit meinem eigenem Beitrag für die deutsche EEG-Umlage an Ende noch zufrieden. Zumal es ja wirklich überhaupt keine Rolle spielt, wo jetzt Treibhausgase eingespart werden. Das verteilt sich sowieso in der Atmosphäre dieses gesamten wunderbaren Planeten.
Ja, @Tobias – genau so ist es. Letztlich werden bisher Mietende gesetzlich gezwungen, selbst noch in der fossilen Falle zu verbleiben, aber aus Steuern und Abgaben die Solaranlagen von Eigenheimbesitzenden zu bezuschussen! Das ist aus meiner Sicht nur dann zu rechtfertigen, wenn damit die Technologie insgesamt gefördert und schließlich auch für Mietende zugänglich gemacht wird.
Würde dagegen jetzt der Plan der Bundeswirtschaftsministerin durchgehen, die Photovoltaik-Förderung für neue Anlagen einzustellen, dann wäre das Ergebnis sowohl ökologisch wie sozial widersinnig: Eigenheimbesitzende würden noch auf Jahrzehnte Zuschüsse erhalten, neu Investierende blieben aber abgeschnitten.
Der Fossilismus tötet, auch die Gerechtigkeit…
@Michael 01.07. 08:45
„Eigenheimbesitzende würden noch auf Jahrzehnte Zuschüsse erhalten, neu Investierende blieben aber abgeschnitten.“
Ich denke mal, dass das tatsächlich keine Subventionen mehr braucht. Wirklich wichtig wäre es aber, dass man billigen PV-Strom zu möglichst niedrigen Durchleitungsgebühren direkt in der eigenen Nachbarschaft verkaufen dürfte.
Wenn die entsprechenden PV-Anlagen schön groß sind, und einen eigenen integrierten Speicher von in etwa einer halben Tagesleistung Kapazität haben, können die im Sommerhalbjahr die fast komplette Versorgung inclusive E-Autos abdecken. Und wo keine Fernwärmenetz kommt, auch zur Stromversorgung der Wärmepumpen was beitragen.
Die E-Autos würden dann insbesondere tagsüber an Wochenenden aufgeladen, wo der allgemeine Verbrauch niedriger ist.
@Tobias
Wie so oft sind die Kommunen am dichtesten auch an der post-fossilen Transformation dran. Hier „Ein gemeinsamer Appell an die Bundesregierung“ der Oberbürgermeister von Konstanz und Tübingen.
Appell aus Konstanz und Tübingen an die Bundesregierung
Oberbürgermeister fordern Nachbesserungen am Gebäudemodernisierungsgesetz
Die Oberbürgermeister der Städte Konstanz und Tübingen, Uli Burchardt und Boris Palmer,
haben sich mit einem gemeinsamen offenen Brief an das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gewandt. Im Zentrum steht ein strukturelles Problem, welches das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz nach Ansicht beider Städte verschärft: die fehlende Verzahnung zwischen kommunaler Wärmeplanung und dem bundesrechtlichen Rahmen – insbesondere im Ordnungs- und Förderrecht.
Beide Städte haben auf Grundlage geltenden Rechts und im Vertrauen auf Planungssicherheit ihre Wärmepläne verabschiedet und gemeinsam mit Stadtwerken, Betrieben und der
Stadtgesellschaft mit der Umsetzung begonnen. Investitionen in Wärmenetze, Großwärmepumpen oder auch Geothermie sind angelaufen.
https://www.konstanz.de/site/Konstanz-Microsites/node/773696/appell_aus_konstanz_und_t_bingen_an_die_bundesregierung.html
Entbürokratisierung statt fossiler Blockaden, ökologisch wie auch sozial sinnvolle Förderungen – das bräuchte es für erneuerbare Friedensenergien wie auch für Energiespeicher.
Habe heute auch angesichts der zunehmend verzweifelten Lage des fossil finanzierten Putin-Regimes gepostet:
Sorry, falls ich manche damit schon nerven sollte, aber die Mehrheit hat es noch nicht verstanden:
Fossile Energien sind Gewaltenergien, Reichtumsenergien & leicht angreifbar, weil sie überwiegend zentralistische, autoritäre & reiche Strukturen finanzieren.
Erneuerbare Energien sind Friedensenergien, Wohlstandsenergien & Sicherheitsenergien, weil sie überwiegend dezentrale, föderale und stärker partizipative sowie nachhaltige Strukturen stärken.
Aktuell aus dem fossil finanzierten Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine:
„Russlands Armee greift in der Ukraine immer mehr Tankstellen an. Mit diesen Vergeltungsschlägen reagiert Moskau auf die ukrainischen Attacken auf Russland und die Krim. Sie zeigen aber vor allem eines: Der Druck auf Wladimir Putin wächst.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116844628420060858
Dir Dank und eine gute Nacht!
@Speicher
Solange es viel zu wenig Netzspeicher gibt, lohnt sich zur Ergänzung von PV-Anlagen auch ein integrierter Speicher von einer ganzen Tagesleistung. Dann kann man tagsüber, wenn überall ein Überangebot von PV-Strom herrscht, nur einspeichern, und den ganzen Ertrag abends und nachts zu guten Preisen verkaufen.
Das gilt für Dachanlagen wie für Freiflächenanlagen. Und es könnte sich auch lohnen, eine bestehende PV-Anlage nachträglich mit einem eigenem Speicher auszustatten. Die Netze wird das eher entlasten, entsprechend könnte theoretisch eine Genehmigung für einen solchen Ausbau nicht zu verweigern sein.
Die Anschlussleistung würde sich damit jedenfalls überhaupt nicht ändern. Nur die Zeiten, zudenen ins Netz eingespeist werden, verschieben sich. Und Extradurchleitungsgebühren dürfte das auch nicht kosten. Die insgesamt eingespeiste Strommenge ändert sich damit ja auch nicht.
@Tobias
Alleine schon der sog. Tankrabatt hat erhebliche Summen gekostet, die eine kluge Bundespolitik in Netzausbau und Energiespeicher investiert hätte. Stattdessen konnten Fossilkonzerne weitere Übergewinne einstreichen und andere Länder reagierten verschnupft darauf, dass Deutschland mitten in einer Ölpreiskrise den Verbrauch auch noch fördert!
Immerhin hat heute morgen ein Unternehmensaccount zur Elektromobilität und dem fahrenden Batteriespeicher gepostet:
Soeben kam die „Stromrechnung“ für unser großes Elektroauto.
Inzwischen zahlen wir hier nur noch 36,9 Cent pro KWh.
Bei einem Durchschnittsverbrauch von 20KWh/100km (Sommer/Winter) fahren wir also für 7,40 € brutto.
Das wäre ein Äquivalent von 3,7 Liter Diesel bei 2,- €/Liter
Also, selbst wenn man „technologieoffen“ denkt, dann ist Elektro einfach deutlich billiger.
Selbst ohne eigene Wallbox.
https://mastodon.de/@neufeldt_kuhnke/116848632040687139
Es geht voran, notfalls auch gegen fossilen Lobbyismus bis in die Politik hinein.
@Michael 02.07. 07:52
„Also, selbst wenn man „technologieoffen“ denkt, dann ist Elektro einfach deutlich billiger. Selbst ohne eigene Wallbox.“
Je mehr man fahren muss, desto mehr lohnt ich das E-Auto. Der Rentner, der nur 2 mal in der Woche zum einkaufen fährt, braucht kein E-Auto. Wer aber jeden Tag 50 km zur Arbeit fahren muss, jeweils hin und zurück, für den lohnt sich das E-Auto ganz besonders.
Noch muss man sich aber auch einen Neuwagen leisten können. Bis reichlich gute E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt ankommen, dürfte es noch einige Jahre dauern.
Und wer die eigene PV-Anlage hat, der spart noch viel mehr Betriebskosten ein. Und kann demnächst sogar das Auto als häuslichen Energiespeicher nutzen. Derweil es auch interessant ist, wenn der Arbeitgeber die PV-Anlage auf dem Dach hat, und man da laden kann.
Überhaupt haben Gewerbeobjekte öfter einen definierten Eigentümer, und geeignete Dächer wie auch eine Menge Eigenbedarf ans Strom. Und eben Mitarbeiter, die da gerne tagsüber ihr E-Auto für kleines Geld aufladen würden. Das kann sogar entscheidend bei der Kaufentscheidung sein. Auch haben Gewerbebetriebe zuweilen jede Menge eigene Fahrzeuge, die dann auch in der E-Version mit sehr billigem Strom fahren können. Wenn man denn genug Platz für PV hat.
Richtige Großbetriebe könnten sich zuweilen zusätzlich sogar eigene Windräder leisten. Dann kann man auch Heizung und Kühlung recht günstig mit der eigenen etwas größeren Wärmepumpe realisieren.
Den Eigenbedarf selber produzieren spart eben überall die meisten Kosten ein. Keine Durchleitungsgebühren, keine Steuern und eben überhaupt keinen, der da mitverdienen will. Die Überschüsse kann man trotzdem Einspeisen. Hat man genug eigenen Speicher, kann man dann sogar auch auf Zeiten mit einer günstige Vergütung warten. Und auch wenn man mal Strom zukaufen muss, kann man mit genug eigenem Speicher auf günstige Zeiten dafür warten.