Was bedeutet Evolution für Sie?

BLOG: Natur des Glaubens

Evolutionsgeschichte der Religion(en)
Natur des Glaubens

Wo Wissenschaft interdisziplinär und auch kontrovers diskutiert wird, zeigt sich immer wieder, wie unterschiedlich selbst die gleichen Begriffe verwendet werden. Dies gilt im besonderen und weitreichenden Maße schon für den Grundbegriff der “Evolution”. Abgeleitet von lateinisch evolvere = ausrollen (einer Buchrolle) wurde es in Charles Darwins “Entstehung der Arten” (1859) nur kurz erwähnt, jedoch bald in all seinen Varianten zum dominierenden Begriff ganzer Forschungsrichtungen.

Mir begegnen Evolutionsbegriffe dabei immer wieder in ganz verschiedenen Reichweiten und weltanschaulichen Deutungen.

Der universale Evolutionsbegriff umschreibt die Annahme einer einzigen, alles Beobachtbare umfassenden Entwicklungsgeschichte. Vom (erst in den 1960er Jahren allgemeiner anerkannten) Urknall aus hätte sich Materie zunächst in physikalischen, dann in chemischen, schließlich biologischen, kulturellen, psychologischen (etc.) Emergenzebenen entfaltet, die wiederum miteinander wechselwirken. Diese eine Evolutionsgeschichte könne im Grundsatz empirisch-historisch und interdisziplinär als eine stetige Annäherung an das reale Geschehen erforscht und beschrieben werden.

Die folgende Buchwerbung für das Buch “Thank God for Evolution” des evangelischen Pastors und evolutionären Theisten Michael Dowd stützt sich auf diese kosmisch-universale Evolutionserzählung.

Eine mittlere Reichweite weisen prozesshafte Evolutionsbegriffe auf, die von Evolution dann sprechen, wenn Sequenzen aus Vielfalt (Variation) und unterschiedlich erfolgreicher Tradition (Reproduktion) erfolgen. Neben der organischen Evolution können damit auch kulturelle Evolutionsprozesse sowie ihre Wechselwirkungen erforscht werden.

Biokulturelle Evolution oder Gen-Kultur-Koevolution (Schaubild, Blume 2009)

Sogar ein wenig älter als die biologische Evolutionsforschung ist beispielsweise die Evolutionsforschung zu Sprachen und Wörtern. In ihr wurden und werden Sprach-Stammbäume erstellt und nach Entwicklungsregeln von Wörtern, Lauten, Redewendungen etc. geforscht. Hier ein kurzer Nature-Bericht aus 2009 zur Evolutionsforschung an Sprachen.

Auch die in diesem Blog im Mittelpunkt stehende Evolutionsforschung zu Religiosität (biologisch) und Religionen (kulturell) zum Homo religiosus steht in diesem Kontext.

Der engste, biologisch reduzierte Evolutionsbegriff versteht unter Evolution (nur) die Veränderung genetisch vererbbarer Merkmale. Dabei geht es also ausdrücklich weder um die Entstehung des ersten Lebens – die Abiogenesis bzw. chemische Evolution – noch um die Emergenz neuer Lebensbereiche wie die kulturelle Evolution. Selbstverständlich leugnen auch Vertreter dieses engen Evolutionsbegriffes meist nicht, dass der biologischen Evolution eine (Selbst-)Organisation von Materie vorausging und die spätere Entwicklung kultureller Fähigkeiten wie Werkzeuggebrauch, Kochen oder Sprache(n) wiederum erhebliche Rückwirkungen auf die biologische Evolution hatte.

Hier ein Einführungsvideo der Videoreihe “Evolution der Lebewesen” von Prof. Ulrich Kutschera:

Neben dieser unterschiedlichen Reichweite von Evolutionsbegriffen werden diese auch weltanschaulich eingefärbt. So lesen evolutionäre Theisten – wie Theodosius Dobzhansky, Teilhard de Chardin oder der oben erwähnte Michael Dowd – das gesamte Evolutionsgeschehen als Selbstoffenbarung Gottes. Andere – sowohl evolutionäre Atheisten wie kreationistische Religiöse – gehen dagegen davon aus, dass sich die Zustimmung zur Evolutionstheorie und der Glauben an eine wirkende Gottheit grundsätzlich ausschlössen. Evolutionäre Pessimisten glauben, dass der Evolutionsprozess letztlich sinn- und ziellos sei und sich am Ende mit dem Erlöschen des Universums unabwendbar wieder erledigen werde. Evolutionäre Optimisten meinen dagegen einen – wenn auch immer wieder gefährdeten und unterbrochenen – Fortschritt im Evolutionsprozess zu erkennen. Evolutionäre Agnostiker betonen schließlich, dass Evolutionsforschung immer nur empirisch und historisch sei – letztentscheidende Aussagen über die Zukunft, Gottes Existenz o.ä. seien daher überhaupt nicht möglich.

Das Angebot ist also groß – und mir dürfte es kaum gelungen sein, alle wesentlichen Varianten des einen Begriffes erfasst zu haben. Daher die offene Frage in die Runde: Was bedeutet Evolution für Sie?

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

71 Kommentare

  1. Evolution in der Technik

    Ich beschäftige mich mit der Entwicklung neuer Produkte. Offensichtlich gibt es auch bei Produktgenres eine Evolution, z.B. von der Traglast über Schlitten, Karren, Kutsche und altem zu modernem Automobil. Neben rein historischem Interesse an der Evolution technischer Systeme ist die große Frage “wie wird es weitergehen?”. Ein Ansatz dazu ist eben die historische Sicht: “warum hatte das Produkt vor 100 Jahren bestimmte Eigenschaften?” und “gab es bestimmte Regeln im evolutionären Ablauf — die man vielleicht extrapolieren kann?”. Nur auf den begrenzten Stand von Wissenschaft und Technik vor 100 Jahren zu verweisen, greift zu kurz, denn es gibt durchaus Produkte, die ihrer Zeit technisch voraus sind und gerade dadurch floppen. Offensichtlich gibt es wie in der Biologie eine Koevolution von Markt und Angebot. Kennt man die äußeren Umwelt- bzw. Marktbedingungen, ist die Produktentwicklung eine reine Ingenieursaufgabe. Es gibt aber auch Theorien, die die Marktentwicklung abschätzen oder die weitere Systementwicklung nach Pauschalregeln / Allgemeintrends.
    Solche gibt es ja auch in der Biologie / Anthropologie, z.B. dass die technische Entwicklungsgeschwindigkeit von der Größe der Population abhängt, dass Inselpopulationen tendenziell kleinwüchsiger sind, dass die Intelligenz zunehme (was wohl nicht stimmt) etc. Übrigens: Weiß jemand ein Beispiel für rückwärtsgerichtete Evolution? Vielleicht die Verjugendlichung beim Axolotl oder der Verlust der Augen bei Höhlenfischen. In der Technik würde dem der Walkman entsprechen, ein technischer Rückschritt, der aber gleichwohl marktangepasster und somit tatsächlich ein Fortschritt war. Vermutlich ist das in der Biologie das Gleiche, so dass eigentlich nicht von einem Trend zur “Höherentwicklung” (wertend), sondern eher von einem zur Zunahme vom Komplexität gesprochen werden kann.

  2. Was bedeutet Evolution für mich?

    Eine schöne Frage! Für mich evolviert alles, das sich verändert, während es sich an der Realität reibt. Ob nun organisierte Materie, Moleküle, Organismen, Gedanken, Moral, Lebensschulen, auch Sonnensysteme, Galaxien. Auch geb ich mir Mühe, zu evolvieren – zumindest im Geiste. Alt werden zählt für mich irgendwie nicht, obwohl es zumindest auch ein Produkt der Evolution ist. Viele kleine Evolutionen ergeben dann die grosse Eine, nie endende.

    Evolution reibt sich an der Realität von heute, um zur Realität von morgen zu werden. Leider schützt Wissen nicht vor Unverständnis. Das gilt auch für die Exponentialfunktion: Viele wissen darüber und können sie anwenden, verstehen aber nicht ihre Bedeutung in der Realität.

    Die Evolution ist wohl nich nicht soweit…

  3. algorithmisch

    Ich sehe die Evolution als einen algorithmischen Prozess, der für menschliche Maßstäbe unüberschaubar lange angedauert hat und noch andauern wird.
    Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass in der Technik bereits evolutionäre Verfahren angewendet werden.

    Daniel C. Dennett hat in seinem Buch “Darwins gefährliches Erbe. Die Evolution und der Sinn des Lebens” die algorithmische Sicht der Evolution deutlich dargestellt.

    Noch ein Beispiel für die algorithmische Sichtweise: http://youtu.be/EJUdGm–Bbw — Video über evolutionäre Algorithmen

  4. Die Evolution ist keine Evolution

    Was Evolution „für mich“ ist, ist doch völlig uninteressant, interessant ist nur, was Evolution ist, d. h. was objektiv unter diesem Wort/Begriff alles an Verschiedenem verstanden wird. Es geht ja nicht um etwas, zu dem ich mich bekennen muß: Ich kann sagen, daß „für mich“ Gott oder Freiheit oder Liebe dies oder jenes ist und daß ich eine andere Vorstellung davon ablehne, also sozusagen mein Leben nicht darauf gründe. Aber bei Begriffen wie Magnetismus, Fortpflanzung oder Gravitation und eben auch Evolution scheint es mir doch anders zu sein, da bekenne ich mich zu nichts, da halte ich höchstens manche Auffassungen von den Begriffen für falsch, aber es berührt mich aber nicht, wenn sie falsch sind. Zunächst jedenfalls sieht es so aus.

    Der wichtigste Unterschied im Hinblick auf den Begriff Evolution ist in dem Artikel nicht angesprochen, obwohl er unter den Evolutionsbiologen immer ein großes Thema war: Evolution bedeutet Entwicklung. Etwas, was vorher schon da ist, ent-wickelt sich, ent-faltet sich. Es entsteht nichts Neues, es wird nur realisiert oder sichtbar, was als „Anlage“ oder „zusammenwickelt“ schon da war. So hat man in der Biologie vor Darwin das gedacht, was man später die Stammesgeschichte der Lebewesen nannte: Die Welt der Lebewesen ent-wickelt sich so, wie sich ein individueller Organismus ent-wickelt. Die darwinistische Theorie hat das völlig umgestoßen. Es gibt kein sich entwickelndes Wesen, keine Anlage, die sich entfaltet, d. h. sich auf ein von Anfang an feststehendes Ziel hin entfaltet wie eine Knospe, sondern durch Mutation und Selektion bedingt gibt es Prozesse, deren Zukunft radikal unbestimmt ist, in denen in keiner Weise ein im Ursprung vorhandenes Wesen sich entfaltet. Daß man das – und sogar vorzugsweise das – später ebenfalls „Evolution“ genannt hat, ist ein historischer Irrtum; „die“ Evolutionstheorie ist gar keine Evolutionstheorie. Bei Ernst Mayr ist das irgendwo ausführlich dargelegt.

    Weil sich aber eine Vorstellung von Evolution im alten, teleologischen, wörtlichen Sinne (und nur diese) mit dem Gedanken der Schöpfung verbinden läßt und die darwinistische, als Weltanschauung genommen, mit dem Atheismus, konnte man wohl auf den Gedanken kommen, daß Evolution „für mich“ etwas bedeutet, d. h. daß man sich zur Evolution „bekennen“ kann.

  5. @Ludwig Trepl: Evolution an sich?

    Lieber Herr Trepl,

    da Sie den obigen Beitrag direkt ansprachen: Dass der Mensch in der Lage sei, ein historisches Geschehen wie die Evolution absolut neutral und sachlich zu beschreiben, halte ich für ausgeschlossen. Schon beim Lesen kurzer Texte haben wir ja Wahrnehmungsfilter. Sie haben das gerade eindrucksvoll demonstriert, als Sie schrieben:

    Der wichtigste Unterschied im Hinblick auf den Begriff Evolution ist in dem Artikel nicht angesprochen, obwohl er unter den Evolutionsbiologen immer ein großes Thema war: Evolution bedeutet Entwicklung. Etwas, was vorher schon da ist, ent-wickelt sich, ent-faltet sich.

    Und nun schauen Sie doch noch einmal, was ich oben schrieb, sogar unter Verwendung der gleichen Worte: Der universale Evolutionsbegriff umschreibt die Annahme einer einzigen, alles Beobachtbare umfassenden Entwicklungsgeschichte. Vom (erst in den 1960er Jahren allgemeiner anerkannten) Urknall aus hätte sich Materie zunächst in physikalischen, dann in chemischen, schließlich biologischen, kulturellen, psychologischen (etc.) Emergenzebenen entfaltet…”

    Nicht angesprochen? Nein, nur nicht wahrgenommen. 😉

    Auch schon vor Darwin gab es Denker, die eine teleologische Entwicklung bezweifelten – zum Beispiel David Hume. Und auch heute noch kann man an sie glauben – denn die Frage ist (wie so viele andere) nicht empirisch-historisch abschließend entscheidbar.

    Schon unsere Wahrnehmung und dann auch unsere Bewertung (z.B. nach Plausibilität) ist immer auch persönlich eingefärbt. Schon in den gleichen Texten nehmen deshalb auch wir beide bisweilen Unterschiedliches wahr – wie sollte es beim großen, universalen Entwicklungsprozess anders sein? Wenn es einen völlig “über den Dingen stehenden” Beobachter geben sollte, so ist es sicher kein Mensch.

  6. Ah ja, das “entfaltet” habe ich übersehen. Aber das lag daran, weil sie es für den “universalen” Evolutionsprozeß reserviert haben und dem Evolutionsprozesse mittlerer Reichweite und einen engen, biologischen Evolutionsbegriff gegenübergestellt haben. Da bringen Sie die entscheidenden Sachen durcheinander. Es ist keine Frage von eng oder weit. eine teleologische Evolution, also eine Evolution im Wortsinne, kann es auch im Kleinen und in Bereich des Lebens geben (bzw. man kann sie hier behaupten), und die nicht-teleologische Vorstellung von Veränderungsprozessen kann universelle Gültigkeit beanspruchen.

    In der Tat – vor Darwin gab es die nicht-teleologische Vorstellung auch schon. Im Rahmen des empiristisch-liberalen Denkens (Hume) ist sie ein Kernpunkt insbesondere für die gesellschaftliche “Entwicklung” (von da her hat sie Darwin), und bei Kant ist sie die für die Naturwissenschaft unumgängliche, die teleologische kann hier nur heuristischen Charakter haben, sie ist aber, das zeigt er, als objektiv gemeinte nicht widerlegbar, und das betonen ja auch Sie. Nur betreibt man dann nicht mehr Naturwissenschaft, wenn man die teleologische Vorstellung als objektive nimmt.

  7. @ Ludwig Trepl

    “Nur betreibt man dann nicht mehr Naturwissenschaft, wenn man die teleologische Vorstellung als objektive nimmt.”

    Gewiß. Michael Blume ist Religionswissenschaftler. Mir wäre neu, wenn es sich dabei um Naturwissenschaft handeln würde. Naturwissenschaft muß per Experiment nachprüfbar und wiederholbar sein. Empirie allein ist zu wenig. Denn Michael Blume sagt zurecht, daß wir das, was wir als Realität definieren, nur wahr nehmen können -sie läuft über unsere Sinne, die sich täuschen und mit einem blinden Fleck behaftet sein können.

  8. @Hilsebein & Trepl

    Lieber @Dietmar Hilsebein, danke für den berechtigten Hinweis. 🙂

    @Ludwig Trepl Ja, die Behauptung einer universalen Teleologie übersteigt die Reichweite der Naturwissenschaft genauso wie ihre Bestreitung. Und wie eine ganze Menge anderer, wichtiger Fragen, die Wissenschaft – wenn überhaupt – nur interdisziplinär erkunden kann. Seien Sie also herzlich-blognachbarlich willkommen. 🙂

  9. Nachtrag

    Nun geht es immer mit einer Mischung einher. Die Vorhersage des Higgs-Bosons ist geisteswissenschaftlich. Erst, wenn am Cern dieses empirisch durch Erweiterung der Sinnesorgane nachgewiesen und durch andere Teilchenbeschleuniger bestätigt werden kann, wird es naturwissenschaftlich, die eine Annäherung an die Realität bedeuten würden. Wir sehen also in einem bedeutenden und großartigem Sinne, wie sehr Kant recht gegeben werden muß. Ein Begriff (Higgs-Boson) wird erst durch die Anschauung uns den Weg zur Erkenntnis ebnen.

  10. Was bedeutet Evolution für Sie?

    @Michael Blume
    Der “evolutionäre Agnostiker” und an das evolutionäre Prinzip [1], wie immer sich dieses auch genau darstellt [2], Glaubende, fragt einfach mal zurück,

    MFG + weiterhin viel Erfolg!
    Dr. Webbaer

    [1] scheint sich ja auch in der Menschheitsgeschichte (vs. Bärengeschichte) immer wieder zu bestätigen
    [2] man ist hier tatsächlich beim Ex Post und beim Betreiben von Statistik, die Stochastiker haben’s richtig schwer

  11. Geschachtelte Hilfssysteme

    Allgemeiner Teil, Evolution:

    Die Mutationen sorgen für Variation und Innovation.
    Die Selektion sorgt für Korrektur und Verbesserung.
    Die Sexualität sorgt für Informationsaustausch.

    Spezieller Teil, geschachtelte Hilfssysteme:

    Bei den Prokaryoten helfen die Moleküle des Zytoplasmas den DNS-Molekülen bei ihrer Vermehrung.
    Bei den Eukaryoten helfen zusätzlich noch Zellorganellen den DNS-Molekülen, die nun innerhalb des Zellkerns liegen, bei ihrer Vermehrung.
    Bei den Mehrzellern helfen die somatischen Zellen, die fast den ganzen Wegwerf-Organismus aufbauen, den Zellen der Keimbahn bei der Vermehrung und Weitergabe der DNS-Moleküle.
    Bei den Mehrzellern helfen das Nervensystem und angeborene Verhaltensweisen bei der Steuerung des Organismus.
    Bei den Mehrzellern mit Nervensystem verhilft das Gehirn zur schnelleren Verbesserung der Verhaltensweisen zum Vorteil der DNS-Moleküle, als das die DNS-Moleküle alleine könnten.
    Bei den Mehrzellern mit Gehirn verhilft die Gemeinschaft und die Kultur zur längerfristigen Bewahrung, Weitergabe, und Korrektur dieser Verhaltensweisen.
    Die Mehrzeller mit Kultur umgeben sich mit technischen Systemen, wie zum Beispiel Feuer, Werkzeuge, Kleidung, Behausung, und Maschinen, um ihr Überleben und ihre Vermehrung zu sichern.
    Die Mehrzeller mit Maschinen verwenden Computer und Programme, um diese Maschinen in ihrem Sinne, und im Sinne ihrer DNS-Moleküle zu steuern.
    Die Mehrzeller mit Computer entwickeln Programme mit mehr Entscheidungsfreiheit, die im Sinne der Mehrzeller schneller Entscheidungen treffen können, als es die Mehrzeller selbst könnten.
    Die Mehrzeller mit Computer entwickeln eine Gemeinschaft von Computern zur längerfristigen Bewahrung, Weitergabe, und Korrektur dieser für die Mehrzeller und ihre DNS-Moleküle nützlichen Informationen.

    Zusammenfasssung:

    Wir haben hier also mehrfach geschachtelte Hilfssysteme in der Art einer russischen Matrjoschka-Puppe, mit den DNS-Molekülen ganz innen, und dem Internet ganz aussen.

    Die derzeit noch rein hypothetischen Robotergesetze beruhen auf den Wünschen der Menschen.
    Die Wünsche der Menschen beruhen auf ihren angeborenen Verhaltensweisen.
    Die angeborenen Verhaltensweisen beruhen auf den Eigenschaften der DNS-Moleküle.

    Alle Menschen, die nicht zum Vorteil ihrer DNS-Moleküle handeln, eliminieren sich selbst aus der Generationenfolge der Evolution.
    Das bedeutet aber keine ethische Wertung der Verhaltensweisen dieser Menschen, denn zum Beispiel Nonnen und Mönche machen das auch.
    Eine der Freiheiten des Menschen ist es, aus der Generationenfolge der Evolution auszuscheiden.
    Die DNS-Moleküle profitieren davon, dass immer einige Menschen dazu bereit sind, sich zu vermehren.

    Die DNS-Moleküle lassen dem Gehirn ein wenig Freiheit, damit es schnell und flexibel entscheiden kann.
    Die Menschen lassen den Computern ein wenig Freiheit, damit letztere schnell und flexibel entscheiden können.

    Die geschachtelten Informationsspeicher sind, vereinfacht ausgedrückt, die DNS-Moleküle, das Gehirn, die Schrift, und der Computer.

  12. Devolution

    Übrigens: Weiß jemand ein Beispiel für rückwärtsgerichtete Evolution?

    Devo und die Flintstones!

    Ansonsten ist auch Devolution immer als Evolution zu betrachten, auch wenn die Aktivierung “alter” Fähigkeiten, in der Biologie soll es hierfür Beispiele geben, also von Gensequenzen, die temporär “abgeschaltet” waren, stattgefunden hat.

    Vgl. auch: http://www.snotr.com/video/128

    HTH
    Dr. Webbaer

  13. Devolution

    Vorsicht! Die Unterscheidung Evolution Devolution oder auch der Begriff “rückwärtsgerichtete Evolution” setzten eine Zielrichtung von Evolution voraus. Zumindest die Evolution in der Biologie ist aber (im Gegensatz zur Tierzucht) nicht zielgerichtet. Sie kann also in alle mögliche Richtungen laufen.

    Natürlich können im Laufe der Evolution nützliche Eigenschaften auch wieder verloren gehen, wenn sie nicht zum Arterhalt unverzichtbar sind. Für Teleologen wäre das ein Rückschritt, für Evolutionsbiologen ein ganz gewöhnlicher Vorgang der natürlichen Auslese.

  14. Inversion of Reasoning

    Evolution ist fuer mich, wie Dan Dennett es beschreibt, Darwins “Bubble-Up-Theory of Creation” die, wie es seiner frueher Kritiker MacKenzie beschreibt, auf einer “strange inversion of reasoning” beruht.

    “In the theory with which we have to deal, Absolute Ignorance is the artificer; so that we may enunciate as the fundamental principle of the whole system, that, IN ORDER TO MAKE A PERFECT AND BEAUTIFUL MACHINE, IT IS NOT REQUISITE TO KNOW HOW TO MAKE IT. This proposition will be found, on careful examination, to express, in condensed form, the essential purport of the Theory, and to express in a few words all Mr. Darwin’s meaning; who, by a strange inversion of reasoning, seems to think Absolute Ignorance fully qualified to take the place of Absolute Wisdom in all of the achievements of creative skill.”

    MacKenzie RB (1868) The Darwinian Theory of the Transmutation of Species Examined (Nisbet & Co, London)

    Wie ist das moeglich? Durch die geschachtelten Hilfsysteme die Karl Bednarik beschrieben hat. Diese Hilfssysteme sind auf entwicklungsbiologischer Ebene durch die Evo-Devo schon gut beschrieben worden und ich bin sicher dass wir in anderen Disziplinen wie z.B der Systembiologie, Kybernetik, Neurobiologie und Oekologie noch einiges Interessantes ueber diese geschachtelten Hilfssysteme lernen werden. Ich denke je mehr wir ueber diese geschachtelten Hilfssysteme wissen desto eher koennen wir Menschen ueberzeugen, dass Evolution nicht nur eine Theorie sondern eine Tatsache ist.

  15. (D)evolution

    @Joachim
    Webbaer ganz bei Ihnen, wollte aber auf die Zeitlichkeit hinaus und auf das Prinzip des ‘Es ist, weil es ist.’ (‘welche Fichte, wann er seine dramatischen Talente auf dem Katheder produzierte, mit tiefem Ernst, imponierendem Nachdruck und überaus studentenverblüffender Miene so auszusprechen pflegte: “es ist, weil es ist; und ist wie es ist, weil es so ist.’ – Quelle)

  16. Nichts läuft “rückwärts”

    Bzgl der rückwärtsgerichteten Evolution kann ich meinem Vorposter nur zustimmen. Die Evolution kennt nur _eine_ Richtung, und das ist die in einen Zustand besserer Angepasstheit an die Umwelt. Augen zu besitzen, die nicht sehen, ist ein erheblicher Nachteil, da durch dieses Organ Energie verschwendet wird, die anderweitig besser genutzt werden kann.
    In einer veränderten Umwelt verändert sich auch gleichzeitig die Effektivität und Effizienz des Phänotyps.

  17. (D)Evolution und meine Haltung

    Sehe ich auch so: Es gibt keine Rückwärts-Evolution, auch der Merkmalsverlust ist wiederum ein Anpassungsvorgang. Und auch ein Teleologe (an die Zielgerichtetheit der Evolution Glaubender) muss den weitgehenden Verlust von Schwanz und Fell bei unseren Vorfahren nicht als Rückschritt deuten. 😉

    Was zu @Webbärs Frage nach meiner persönlichen Position führt: Empirisch-wissenschaftlich arbeite ich methodisch naturalistisch und agnostisch (und finde z.B. “Gottesbeweise” oder auch -widerlegungen albern), lebensweltlich bin ich evolutionärer Theist (evangelischer Christ), evolutionärer Optimist und als inzwischen dreifacher Vater auch auf allen Emergenzebenen glücklich Mitwirkender. 😉

    Theologen wie Hermann Aichele oder den oben erwähnten Michael Dowd finde ich anregend und spannend und ein (zumindest vom Titel her) recht berühmter Essay des bedeutenden Biologen Theodosius Dobzhansky trifft meine Haltung sehr gut:

    * Theodosius Dobzhansky – “Nothing in Biology makes Sense except in the Light of Evolution”, The American Biology Teacher, März 1973, S. 155 ff.
    Essay Nothing in Biology makes Sense except in the Light of Evolution (1973) Download

  18. Für mich ist Evolution…

    Evolution ist für mich wie das Perpetuum mobile: Schön, wenn es funktionieren würde, aber naturwissenschaftlich gesehen leider unmöglich. Was mich bei der Evolutionstheorie jedoch immer wieder erstaunt, ist, dass, im Gegensatz zum Perpetuum mobile, so viele intelligente Menschen fest an sie glauben.

  19. Umweltanpassung

    Die meisten Lebensformen passen sich an ihre Umwelt an.

    Der Technik betreibende Mensch passt seine Umwelt an sich an.

    Das hat natürlich einen grossen Einfluss auf die Richtung des Selektionsdruckes.

    Einige Zwiebelschalen für die DNS:

    Zellkernmembran, Zellmembran, Oberhaut, Kleidung, Hausmauern, Staatsgrenzen.

  20. Feedback-Feedback

    @Michael Blume
    Vielen Dank für Ihre Nachricht, Dr. W wünscht Ihnen alles Gute, Ihre Publikationsarbeit gut, wie auch das Aufgreifen spannender Themata,
    MFG
    Dr. Webbaer

  21. @A.B.

    Danke für Ihre Einschätzung. Sie schrieben u.a.: Was mich bei der Evolutionstheorie jedoch immer wieder erstaunt, ist, dass, im Gegensatz zum Perpetuum mobile, so viele intelligente Menschen fest an sie glauben.

    Das erinnert mich an den Witz, wonach im Radio die Meldung kommt, ein Geisterfahrer sei auf der A8 unterwegs – und der Fahrer empört feststellt: “Ein Geisterfahrer? Ich sehe Hunderte!”

    Klar ist die Evolutionsforschung nicht “fertig” – und wird es wohl auch nie völlig sein. Aber eine empirisch haltbare Alternative gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Und gerade auch als Christ empfinde ich sowohl angesichts der blasphemisch-dünnen Gottesbilder wie auch “Argumentationsstrategien” religiöser Kreationisten oft heftiges Fremdschämen… Wer wirklich auf Gott vertraut (und sich nicht nur an autoritäre Traditionen früherer Gottesbilder klammert) hat m.E. die Leugnung von Wissenschaft als Wissenschaft doch gar nicht nötig.

  22. Was bedeutet Evolution für Sie?

    “Evolution” als Begriff begegnet uns in unterscheidlichen Abstraktionszusammenhängen und muß von daher bzw. aus ihnen heraus verstanden werden bevor man auf die Bedeutung eingehen kann.

    1. Evolution als naturgesetzlich bedingter oder natürlicher Prozess

    Hier ist “Evolution” Forschungsgegenstand, es geht darum ob, warum und wie Evolution abläuft. Hier ist darauf zu achten, daß nicht zirkulär argumentiert wird und Evolution als eingeführter Forschungsgegenstand plötzlich zur Erklärung wird.

    2. Evolution als Leitidee unserer Forschung
    Der Unterschied zu (1) ist nicht trivial. Hier geht man davon aus das “Evolution” Tatsache ist und ordnet alle Forschungsergebnisse im Sinne einer stattgehabten “Evolution”.
    Zum Beispiel Befunde der vergleichenden Anatomie und Physiologie werden als homolog/konvergent/parallel u.d.gl. mehr interprietiert.
    Evolution als “Leitgedanke” unserer modernen Wissenschaftswelt wird viel zu wenig wahrgenommen und thematisiert.

    3. Evolution als philosophische/weltanschauliche Grundüberzeugung, das heißt nicht nur der epistemsiche Zugang zur Welt sondern die ontologische Verfassung ist durch Evolution bestimmt. Da gibt es ein großes Spektrum und Facettenreichtum, besonders wenn man dabei Gott mit integriert oder IHN außen vorläßt oder auf IHN generell verzichtet.

    Zurück zur Ausgangsfrage. Was bedeutet Evolution für mich?
    Im Sinne von (1) ein Prozess, der durch viele Indizien wahrscheinlich gemacht werden kann aber keinesweges als wissenschaftliche Tatsache wie eine Mondfinsternis gelten kann. Alternativen zu diesem Prozess sind möglich und nicht per se auszuschließen.

    Im Sinne von (2) ein erfolgreiches Forschungsprogramm was auf vielen Ebenen zur Vertiefung unseres Wissens beigetragen hat und weiter verfolgt werden muß um die Reichweite, Möglichkeiten und Grenzen des evolutionären Wandels auszuloten.
    Cave: Andere Forschungsprogramme die ohne Evolution als Leitidee auskommen sind prinzipiell möglich.

    Im Sinne von (3)lehne ich Evolution als epistemische und ontologische Basis meines Weltzuganges bzw. meiner Weltsicht ab. Und das aus wissenschaftlichen, philosophischen und theologischen Gründen.

  23. @ Evolution2me

    Als Biologe – grundlegende Hypothese meiner Wissenschaft.

    Als Hobby-Metaphysiker – oh, ich bin ganz im Boot von de Chardin. Ein Selbstoffenbarungsprozess. Aber nicht der eines guten Gottes, sondern der Absurdität des Seins. Gipfelt dann übrigens – hier werd’ ich teleologisch und anthropozentrisch – im Menschen, vor und in dem sich die Absurdität und Nichtigkeit des Seins erst zu voller Bewusstheit ihrer selbst entfaltet, und dem es deshalb obliegt, die ganze Veranstaltung zu einem vernünftigen Ende zu bringen.

    Weswegen er (der Mensch) sich übrigens dauernd Weltuntergangsszenarien ausdenkt.

  24. Ausgetrickst

    Die Evolution wird vom Gehirn manchmal ein wenig ausgetrickst.

    Die Motivation von sich eigenständig fortpflanzenden Säugetieren besteht vorwiegend aus dem Selbsterhaltungstrieb und aus dem Kopulationstrieb.

    Wenn man das genauer betrachtet, dann existieren sowohl hardware- als auch software-gesteuerte Motivationen.

    Zum Beispiel gibt es den software-gesteuerten Kopulationstrieb, aber es gibt nur den hardware-gesteuerten Gebärtrieb.

    Für uns ist nur deshalb eine Anti-Baby-Pille wünschenswert, weil der Gebärtrieb nicht in unsere Software integriert ist.

    Um ein eigenständiges Lebewesen zu erhalten ist ein Selbsterhaltungstrieb erforderlich.

    Weil Lebewesen normalerweise ganz von selbst sterben, ist kein Todestrieb erforderlich.

    Nur weil wir hardware-gesteuert sterben, können wir den Wunsch nach Unsterblichkeit empfinden.

    Resistenzmechanismen in der biologischen Evolution:

    Wenn man eine Lebensform einer Substanz aussetzt, die ihre natürlichen biologischen Funktionen verändert, dann kann diese Lebensform auf verschiedene Arten dagegen resistent werden, zum Beispiel durch:

    A) Veränderung ihrer biochemischen Prozesse,
    B) Veränderung ihrer angeborenen Instinkte,
    C) Veränderung ihres erworbenen Verhaltens.

    (Geordnet von oben nach unten von langsamerer nach schnellerer Anpassung.)

    Bei den lieben Haustieren:

    C) Ratten-Gruppen haben immer einen Vorkoster, um neues Futter auf Gifte zu überprüfen, was den Menschen zur Entwicklung von besonders langsam wirkenden Giften auf der Basis von Gerinnungshemmern gezwungen hat.
    A) Inzwischen haben die meisten Ratten ein genetisch verbessertes Gerinnungssystem, so dass sie wesentlich höhere Dosen dieses Giftes vertragen können.

    Bei der Anti-Baby-Pille wären die Resistenzmechanismen zum Beispiel:

    A) eine Hormon-Konstitution die die Pille unwirksam macht,
    B) ein starker Wunsch Kinder zu bekommen,
    C) das religiöse Verbot die Pille zu nehmen.

    Es ist natürlich klar, dass diese Pillen-Resistenz einen Selektionsvorteil in der biologischen Evolution darstellt, ganz gleich, was das einzelne Individuum von der biologischen Evolution und unerwünschten Kindern hält.

    Beim Unsterblichkeits-Medikament (das kommt bestimmt irgendwann):

    A) genetische Mechanismen, die dieses Medikament unwirksam machen,
    B) das Bedürfnis, in einem bestimmten Alter sterben zu wollen (eventuell über die Altersdepression gesteuert),
    C) naturphilosophischer Biologismus, das Sterben biologisch als sinnvoll anzusehen.

  25. Nachtrag

    Die DNS-Moleküle und die Evolution sind keine Personen, die etwas wollen können.

    Menschen sind schon Personen, die etwas wollen können.

    Es kann deshalb ohne weiteres zu Konflikten zwischen den menschlichen Wünschen und den biologischen Mechanismen der DNS-Moleküle kommen.

    Menschen können zum Beispiel das angeborene Bedürfnis nach Ruhe prioritätsmässig über das angeborene Bedürfnis nach Vermehrung stellen.

    So entstand vermutlich die Idee des Nirvana, der Wunsch keine Wünsche zu haben (ausser diesem natürlich).

  26. A.B.

    offensichtlich kommt die Kommentarfunktion nicht mit spitzen Klammern zurecht? (damit hatte ich Ziate kenntlich gemacht)

  27. @A.B.

    Ja, eckige Klammern werden in Blogs als Auftakt und Abschluss von Layoutbefehlen gelesen. Andere Satzzeichen wie ” oder auch ‘ gehen aber. Nun bleibt zu hoffen, dass Sie Ihren Kommentar abgespeichert haben, ich hätte ihn gerne gelesen.

  28. Hallo Helmut Wicht ,

    Nur jene Menschen, denen ihre DNS-Möleküle die Ablehnung der Absurdität und Nichtigkeit des Seins in ihr Gehirn eingebaut haben, empfinden die Absurdität und Nichtigkeit des Seins als störend.

    Auch die Informationsverarbeitung des Gehirns wird von Trieben, Instinkten oder Wünschen geleitet, wie zum Beispiel Neugier, Nachahmungstrieb, Mitteilungsdrang, Kreativität, Spieltrieb, Ästhetik, Ordnungsliebe, Sinnsuche, Langeweilevermeidung, usw..

    Ich zum Beispiel, empfinde die Absurdität und Nichtigkeit des Seins überhaupt nicht als störend.

    Für mich ist der Sinn des Lebens angenehm zu leben, und eventuell, wenn es ganz leicht geht, anderen Menschen dabei zu helfen, ebenfalls angenehm zu leben.

    Ich empfinde die Konkurrenzkämpfe um den Besitz und die Vermehrung als zu anstrengend und als zu gefährlich.

    Ich habe beschlossen, keine Nachkommen zu haben, und wenn es der wissenschaftliche und biotechnologische Fortschritt zulässt, unbegrenzt lange am Leben zu bleiben.

    Ich bin also ein echter Aussteiger aus der biologischen Evolution, der aber als Individuum biotechnologisch evolvieren möchte.

    Ich möchte gewissermassen den Platz meiner nicht existierenden Nachkommen einnehmen, die darunter bestimmt nicht leiden werden, weil sie ja nicht existieren werden.

  29. Hallo Helmut Wicht , noch ein Nachtrag:

    DNS-Möleküle klingt zwar lustig, aber es waren DNS-Moleküle gemeint.

    Natürlich stammen auch viele Wünsche aus der Erziehung und aus der Umwelt.

    Ich wurde im Jahre 1946 in Wien geboren, und danach atheistisch erzogen.

    Dadurch wurde ich von Anfang an an die objektive Sinnlosigkeit des Lebens gewöhnt, und auch daran, dass es kein Weiterleben nach dem Tode gibt.

    Meine erste Begenung mit der Unsterblichkeit war im Jahre 1957 mit dem Science-Fiction-Roman “Das Geheimnis der Copaner” (Terra Band 5) von Richard Varne (In a Misty light (1955)).

    Der Titel “Blutbad im Weltraum” hätte auch ganz gut dazu gepasst, aber die Idee des Unsterblichkeits-Serums und der damit verbundenen Kinderlosigkeit war genial.

    Viel positiver wurde die Unsterblichkeit in diesem Science-Fiction-Roman beschrieben: “Der Club der Unsterblichen” (Terra Band 299) von Rog Phillips
    (The involuntary immortals (1949)).

    Man kann positive Lebensziele auch aus Schund-Heft-Romanen erwerben, denn ohne die zahlreichen Science-Fiction-Romane meiner Jugend wäre ich nie Chemotechniker geworden. (Perry Rhodan wurde erst viel später (1961) unsterblich.)

    Viele Naturwissenschaftler schreiben selbst auch wieder gute Science-Fiction-Romane.

  30. @ Bednarik

    Sie haben insofern einen Punkt, als mir auch schon aufgefallen ist, dass man bei der “Predigt des Nihilismus” entweder Türen einrennt, die in den Köpfen bereits offen stehen, oder aber gegen platt-positivistische Wände rennt, die, selbst wenn man sie durchlöchert, sofort wieder aufgerichtet werden: “Es ist, wie es ist, und selbst wenn’s Scheisse wäre, ist’s halt so.” Fatalismus. Aber meist ohne “Amor fati”.

    Da kann man – meiner Diskussionserfahrung nach – nichts machen. Da helfen keine historischen Exkurse in die Kritik der Konversionsontologie (“Ens est bonum summum”), keine Verweise auf gescheiterte Theo- und Ontodizeen, kein Verweis auf Eigenleiderfahrung – diese Köpfe sind dicht. Es ist der späte Triumph des Parmenides (“Das Sein ist. Das Nicht nicht. Basta.”).

    Selbst der Verweis auf das Nicht-Sein des Seins im Werden, seine beständige Selbst-Negation (Grüsse an Heraklit) fruchtet wenig. “Wieso – ist doch recht so! Sonst wär’s ja langweilig!”

    Was in diesen Köpfen herrscht, ist ein prinzipieller Mangel an Empathie, an Mitleid, auch an Selbstmitleid. Ich will damit auf gar keinen Fall sagen, dass das schlechte oder dumme Köpfe seien – ganz im Gegenteil, das sind eher die Tatkraftsmenschen, die sich anschicken, die Welt zu retten. Oder aber ihr Qualen zuzufügen, wie sie noch keine sah, sollten sie DOCH böse Menschen sein.

    Genau damit TUN sie aber – in beiden Fällen – das Werk der Evolution.

    Der Nihilist ist im Vergleich dazu recht hilflos. Er muss zugeben, selbst ein Evolutionsprodukt zu sein, aber es fehlen ihm die Mittel, etwas rechtes dagegen zu unternehmen. Zwar kann er sich töten (mancher tat es: Philipp Mainländer), kann darauf verzichten, sich fortzupflanzen, oder kann sich in den Wahnsinn davonmachen, wie Nietzsche es tat.

    Der übrigens, als er noch klar war, den innigsten Wunsch des Nihilisten aussprach (sinngemäss): “Wenn der Philosoph das eine Wort fände, das, wenn ausgesprochen, die Welt vernichtete – meint ihr, er spräche es NICHT aus?”

    But the show goes on. Und das für den Nihilisten WIRKLICH Verstörende ist, dass sie es tut, wiewohl der Buddha angeblich erleuchtet worden ist. Nach meinem Verständnis der ganzen Chose müsste eigentlich mit EINER Erleuchtung ALLES verwehen – denn alles ist eines und eines ist alles.

  31. Begrenzung der Kritikfähigkeit

    Es gibt Vermutlich einen Selektionsdruck zur Begrenzung der Kritikfähigkeit oder der Ablehnung durch das betroffene Gehirn (an) der Teilnahme am Evolutionsvorgang durch Konkurrenzkampf und Vermehrung, weil diese Kritikfähigkeit dann nicht weiter vererbt werden kann.

    Ein Scherzlein von Arthur C. Clarke:

    Die neun Milliarden Namen von Gott (The Nine Billion Names of God).
    Tibetanische Mönche wenden sich an einen westlichen Computerhersteller. Sie wünschen die Installation eines Computers, der aus der Kombination von Buchstaben alle Namen des Höchsten ausdruckt. Ist diese Aufgabe vollendet, hat das Leben und die Welt ihren Zweck erfüllt, so der Glaube der Mönche. Der Computer beginnt seine Arbeit. Als die westlichen Fachleute abreisen, geht just in dem Moment, als vermutlich der letzte Name gedruckt war, das Licht der Sterne am Himmel aus. Diese Geschichte zählt zu den bekanntesten von Arthur C. Clarke, der nach Erscheinen eine persönliche Rückmeldung vom Dalai Lama erhielt.

  32. @ Wicht/Schopenhauer

    “Zwar kann er sich töten (mancher tat es: Philipp Mainländer), kann darauf verzichten, sich fortzupflanzen, oder kann sich in den Wahnsinn davonmachen, wie Nietzsche es tat.”

    Da fehlt noch der Rest. Darf ich es ergänzen?

    Doch wird mit dem Wahnsinn des Einzelnen oder mit dem Selbstmord nur die Objektivierung vernichtet, nicht aber der Wille.

    Ich muß mich bei Dir entschuldigen. Das “immer schön locker bleiben” kam zu flapsig daher.

  33. Ergebnis der Evolution

    Das Ergebnis (nicht das Ziel) der Evolution könnte eine grössere Anzahl von biotechnologisch verbesserten, kinderlosen Unsterblichen sein, die friedlich koexistieren um sich selbst nicht zu gefährden, und die eventuell hilfsbereit sind.

    Im Hinblick auf die Tierwelt verweise ich auf meine Diskussionsbeiträge hier:

    https://scilogs.spektrum.de/…g-mit-den-fleischfressern

    Admiral Graf Frederik von Hombug sagte: “Der Inhalt der Rückmeldung des Dalai Lama an Sir Arthur C. Clarke war vermutlich: ‘Sie haben wohl einen Knall’ “.

  34. @ Hilsebein

    “Doch wird mit dem Wahnsinn des Einzelnen oder mit dem Selbstmord nur die Objektivierung vernichtet, nicht aber der Wille.”

    Das ist doch GENAU der Gedanke, dem ich mit meiner Verwunderung über das “Nicht-Verschwinden der Welt” nach Buddhas Erleutung Ausdruck verleihen wollte. Es gibt eben (*seufz*) womöglich GAR keinen Ausweg. Tragisches Lebensgefühl.

    Dazu gibt’s auch einen Philosophen, den Herrn
    Julius Friedrich August Bahnsen (1830-1881), den ich aber nut aus sekundären und tertiären Quellen kenne.

    “locker bleiben” – kein Grund für Apologesem. Gab mirt Gelegenheit für das Malmot vom Strick.

  35. Unsterbliche mit Kindern

    Wenn der Vermehrungsfaktor kleiner als eins ist, dann kann auch eine unsterbliche Bevölkerung nach unendlich langer Zeit nur eine endliche Anzahl von Menschen umfassen.

    Der Vermehrungsfaktor beträgt in Deutschland derzeit 0,7 (eine Frau hat durchnittlich 1,4 Kinder), und in den meisten anderen Industriestaaten 0,8.

    Zum Beispiel steigt die Bevölkerung bei einem Vermehrungsfaktor von 0,8 nur um den Faktor 5 an.

    Limes-Funktion: L = 1 / ( 1 – 0,8 ) = 1 / 0,2 = 5

  36. @Karl Bednarik

    »Zum Beispiel steigt die Bevölkerung bei einem Vermehrungsfaktor von 0,8 nur um den Faktor 5 an. «

    Echt? Nach meiner Rechnung genügen bei Unsterblichkeit drei Generationen, um die Populationsgröße um den Faktor 5 ansteigen zu lassen.

  37. Limes-Wachstum

    Bevölkerung . . Kinder

    1,000000 . . . 0,800000
    1,800000 . . . 0,640000
    2,440000 . . . 0,512000
    2,952000 . . . 0,409600
    3,361600 . . . 0,327680
    3,689280 . . . 0,262144
    3,951424 . . . 0,209715
    4,161139 . . . 0,167772
    4,328911 . . . 0,134218
    4,463129 . . . 0,107374
    4,570503 . . . 0,085899
    4,656403 . . . 0,068719
    4,725122 . . . 0,054976
    4,780098 . . . 0,043980
    4,824078 . . . 0,035184

    Mit molekularer Nanotechnologie und Weltraum-Habitaten stellen 35 Milliarden Unsterbliche kein Problem dar.

    Animation, Dyson-Scheibe aus dem Material des Planetoiden-Gürtels:

    http://members.chello.at/….bednarik/DYSONSC2.gif

  38. Dalai Lama

    Was der Dalai Lama wirklich geschrieben hat:

    Clarke’s memorable end-line: “Overhead, without any fuss, the stars were going out.”

    When he read the story in 1997, the Dalai Lama wrote to Clarke:

    “Your short story titled ‘The Nine Billion Names of God’ was particularly amusing.”

  39. Evolution, selbst gemacht

    Durch andauerndes gegenseitiges Umbringen und durch hemmungslose Vermehrung kommt man vielleicht irgend wann zu einer Art von Supermensch.

    Viel einfacher, viel schneller, und viel humaner ist es aber, die molekulare Nanotechnologie je nach Wunsch gleich am betreffenden Individuum anzuwenden.

    Sterbliche evolvieren als Spezies,
    Unsterbliche evolvieren als Individuen.

    Evolution, selbst gemacht, der grüne Mensch:

    http://www.e-stories.de/…geschichten.phtml?33842

  40. Aussteiger /@Karl Bednarik

    »Ich bin also ein echter Aussteiger aus der biologischen Evolution,… «

    Sind wir das nicht alle?

    Die bloße Weitergabe von etwas DNA bedeutet nicht, dass man selber im Evolutionsprozess drin bleibt. Und das ist auch gut so… 😉

  41. …und da ich schon mal hier bin ;-):

    Die biologische Evolution, um die es hier vor allem geht, ist ein fundamental anderer Prozess als die ebenfalls mit “Evolution” bezeichneten Prozesse nichtbiologischer Entwicklungen oder der Selbstorganisation. Zur unabdingbaren inneren Logik der biologischen Evolution gehören die fehlende Richtung und das fehlende Ziel.

    Weltanschauliche “einfärbte” Theorien oder Vorstellungen zur biologischen Evolution sind eben das, Metaphysiken, die mit dem wissenschaftlichen Verständnis des Evolutionsgeschehens wenig gemein haben (außer dem Begriff “Evolution”).

    Wenn Theisten, Atheisten, Pessimisten, Optimisten und Agnostiker weltanschaulich Unterschiedliches mit der biologischen Evolution verbinden, so ist das für die Wissenschaftsdisziplin Evolutionsbiologie kaum von Bedeutung.

  42. Aussteiger /@Balanus

    Es handelt sich bei der Teilnahme an der Evolution nicht bloss um die Weitergabe von einigen DNS-Molekülen, die man leicht irgenwie absondern kann.

    Tierische Mehrzeller sind Wegwerf-Organismen, die zur Vermehrung der DNS-Moleküle benutzt werden, und die dann sterbend zurück gelassen werden, wenn sie nicht schon vorher im Kampf getötet wurden, oder schon vorher verhungert sind.

    Aus der Evolution auszusteigen bedeutet, dass man die von den DNS-Molekülen in das eigene Gehirn eingebauten Steuerbefehle zum Konkurrenzkampf und zur Vermehrung nicht befolgt.

    Um diese Steuerbefehle der DNS-Moleküle auszutricksen erhöht man die Prioritäten einiger anderer Steuerbefehle, wie zum Beispiel Ruhebedürfnis, Neugier, Freiheitsdrang, Mitgefühl, und Selbsterhaltungstrieb.

    Ein Gehirn ganz ohne Steuerbefehle würde weder etwas denken, noch etwas tun, denn Intelligenz alleine ist noch kein Grund für irgend ein Verhalten.

  43. Steuerbefehle und Befehlsverweigerung

    @Karl Bednarik

    Ich denke, dass es keine “Steuerbefehle zum Konkurrenzkampf und zur Vermehrung” gibt, zumindest nicht explizit, sondern — in der Regel — lediglich “Steuerbefehle” zum Selbsterhalt und zur Kopulation.

    Diesen kann man folgen oder auch nicht, das gehört zu den evolutionsbedingten Fähigkeiten der Spezies Mensch.

    Wenn für Sie der mehrzellige “Wegwerf-Organismus” per se kein “Evolutionsaussteiger” ist, dann, so fürchte ich, gibt es für das Individuum überhaupt keine Chance, aus der Evolution auszusteigen.

    Einfach deshalb nicht, weil der Evolutionsprozess auf der Ebene der DNA stattfindet und sämtliche Lebensformen umfasst. Ob ein Individuum sich fortpflanzt oder nicht, ob es aktiv die Fortpflanzung anderer verhindert oder im Gegenteil fördert, egal, wie immer sich ein Individuum verhält, es beeinflusst die künftigen Allelfrequenzen in der Population und trägt somit zum Evolutionsprozess bei.

  44. Diversifizierung im Deszendenzbaum

    Die erste Skizze Darwins eines evolutionären Stammbaums enthält das Wesentliche.
    Jedes evolutive System – sei es biologisch, später einmal vom Menschen kreirt oder seien es existierende technische oder kulturelle Systeme die wir als Analogon zur biolog. Evolution sehen – hat einen solchen “Generationen”-baum, dessen Blätter Individuen -also Objekte mit einer gewissen Selbstständigkeit – sind. Gibt es einen Mechanismus der neue Individuen basierend auf den “Originalen” kreirt und zugleich dafür sorgt, dass die Kopien sich etwas von den Originalen unterscheiden, sowie einen Selektionsprozess, so haben wir einen Evolutionsprozess.

    Das spezielle am biologischen Evolutionsprozess ist die Umgebung in der die Individuen sich behaupten können oder müssen. Diese Umgebung – die Erde mit ihren vielen verschiedenen Lebensräuen – ist so vielfältig, dass sich das biologische Leben so stark differenziert hat und so vielfältige Lebensformen hervorgebracht hat.

    Das “Wunder” an der Evolution ist, dass ein solch einfacher Mechanismus so komplexe Geschöpfe hervorbringen kann. Ein wichtiger Grund liegt darin, dass nicht nur ganze Geschöpfe einer Evolution unterliegen, sondern auch Subsysteme bis hinunter auf das molekulare Niveau. Der etwas reisserische Titel von Richard Dawkins Buch “The selfish gene” ist vor diesem Hintergrund gut gewählt. Allerdings ist es problematisch und wahrscheinlich sogar falsch, einzelne Gene als die kleinste Einheit der Evolution zu sehen.
    Es ist schon etwas komplizierter. Wiederum gilt, dass einfache Basismechanismen/Basiskräfte etwas schaffen, das alles andere als simpel ist.

  45. Hallo Balanus, hallo Martin Holzherr,

    ich stimmme weitgehend mit Ihnen überein, denn meine persönliche Darstellungsweise bezieht sich ja auf genau den selben Sachverhalt.

    Tatsächlich gibt es mehrere implizite Steuerbefehle (dein Magen soll voll Nahrung sein, egal, wie du das machst), mehrere explizite Steuerbefehle (baue eine Bienenwabe mit den folgenden Abmessungen), und mehrere kollidierende Steuerbefehle (zum Beispiel Aggression versus Selbsterhaltung).

    Dazu gibt es noch einige vorwiegend von der Hardware gesteuerte Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das Gebären oder das Sterben durch Alterung.

    Für diese Verhaltensweisen gibt es daher keine Steuerbefehle in der Software, und man kann daher ohne weiteres Gegenmassnahmen gegen diese Verhaltensweisen ergreifen.

    Bei einfacheren Lebensformen reicht die aktive Teilnahme an der Evolution nur vom Ausschlüpfen bis zur Eiablage.

    Bei komplizierteren Lebensformen kommt noch die Brutpflege mit allen ihren Konsequenzen dazu, so dass man sagen kann, hier reicht die aktive Teilnahme an der Evolution von der eigenen Selbständigkeit bis zur Selbständigkeit der Nachkommen.

    Auch weise alte Grosseltern begünstigen noch die Weitergabe ihrer DNS-Moleküle, obwohl die Grosseltern selbst eine raumzeitliche Sackgasse für ihre DNS-Moleküle sind.

    Dazu benötigen aber die weisen Alten den Steuerbefehl des Mitteilungsdranges, und die dummen Jungen den Steuerbefehl des Lernverhaltens.

    Man kann alles lernen, aber nicht das primäre Lernen selbst, denn das funktioniert so ähnlich wie ein bootstrap loader.

    Der Mitteilungsdrang, der Nachahmungstrieb, die Neugier, und der Spieltrieb sind eher angeboren als Folgen logischer Überlegungen, also als Steuerbefehle eher explizit als implizit.

  46. Explizit

    Explizit, angeboren und eigenständig ist ein Steuerbefehl, Instinkt, Trieb oder Wunsch immer dann, wenn er immer in der gleichen, deutlich erkennbar abgegrenzten Gehirnregion abläuft.

    Dazu gehören vermutlich Hunger (Glucose?), Durst (NaCl?), Kältevermeidung, Hitzevermeidung, Schmerzvermeidung, Angst oder Furcht oder Selbsterhaltung, Aggression oder Zorn, Sexualität, Faulheit oder Energieeinsparung, Schlafbedürfnis, Blasenentleerung, Darmentleerung und noch viele andere mehr.

    Deshalb können auch beliebige Konflikte zwischen diesen Steuerbefehlen auftreten, wie zum Beispiel zwischen Durst und Angst an einer Wasserstelle mit Raubtieren, oder zwischen Aggression und Angst beim thermonuklearen Gleichgewicht des Schreckens (mutual assured destruction oder guaranteed mutual destruction), oder zwischen Blasenentleerung und Schlafbedürfnis am Morgen, oder zwischen Hunger und Faulheit beim Arbeitsscheuen.

  47. @ Martin Holzherr:

    »Jedes evolutive System – sei es biologisch, später einmal vom Menschen kreirt oder seien es existierende technische oder kulturelle Systeme die wir als Analogon zur biolog. Evolution sehen – hat einen solchen “Generationen”-baum, dessen Blätter Individuen -also Objekte mit einer gewissen Selbstständigkeit – sind. «

    “Technische oder kulturelle Systeme” sind spezielle Hervorbringungen biologischer Systeme. Sie existieren nur durch und in Abhängigkeit von biologischen Systemen. Eine wirklich umfassende Theorie der biologischen Evolution muss diese Hervorbringungen notwendigerweise mit einschließen. Insofern sind technische oder kulturelle Systeme Teil der biologischen Evolution, und es erscheint widersinnig, bei Teilen der biologischen Evolution von Analoga zur biologischen Evolution zu sprechen.

    »Allerdings ist es problematisch und wahrscheinlich sogar falsch, einzelne Gene als die kleinste Einheit der Evolution zu sehen. «

    Es kann nur das als Einheit der Evolution gelten, was die Zeiten überdauern und von Generation zu Generation variiert werden kann. Und das ist zweifelsfrei allein die genetische Information.

    Allerdings ist nicht das einzelne Gen/Allel der Angriffspunkt für die natürliche Selektion, sondern immer nur der ganze Organismus.

    @Karl Bednarik:

    »Bei einfacheren Lebensformen reicht die aktive Teilnahme an der Evolution nur vom Ausschlüpfen bis zur Eiablage. «

    Wenn nach der Eiablage ein anderer Organismus gefressen wird, bevor dieser zur Eiablage kam, dann hat die aktive Teilnahme doch auch länger gedauert, oder nicht?

    Gewiss nehmen immer ALLE Organismen “aktiv” an der Evolution teil, und zwar so lange, wie sie jeweils leben.

    Es ist ein Irrtum zu glauben, nur der-, die- oder dasjenige nehme aktiv teil, der, die oder das sich auch selbst fortpflanzt.

  48. @Balanus: Evolution und Rekursivität

    Analoga zur biologischen Evolution finden sich bei Darwin und Dawkins, denn Evolution ist mehr als Biologie, es ist ein Prinzip. Sie schreiben:

    “Technische oder kulturelle Systeme” sind spezielle Hervorbringungen biologischer Systeme. Sie existieren nur durch und in Abhängigkeit von biologischen Systemen.

    Den Begriff Evolution auch auf Systeme anzuwenden, die nur durch den Menschen existieren, ist durchaus sinnvoll, genau so sinnvoll, wie sie bei einem Nebensatz unserer Sprache die gleiche (oder eine ähnliche) syntaktische Struktur feststellen wie beim Hauptsatz. es war einnmal ein mann, der hatte einen hohlen zahn, in dem hohlen zahn gab es eine kleine schachtel und in der schachtel hatte es einen brief und in dem brief stand, es war einmal ein mann der hatte einen hohlen zahn..

    Abschliessend schreiben sie

    es erscheint widersinnig, bei Teilen der biologischen Evolution von Analoga zur biologischen Evolution zu sprechen.

    Doch Richard Dawkins, ein anerkannter Evolutionstheoretiker, hat genau das gemacht. (Zitat Wikipedia)Er führte den Begriff Mem als hypothetisches kulturelles Analogon zum Gen in der biologischen Evolution ein.

    Die Evolution als universelles Prinzip führte zum Begriff des universellen Darwinismus Ein System, das Variation, Selektion und Vererbung kennt ist in der Auffassung des universellen Darwinismus ein evolvierendes System.
    Am verblüffensten finde ich die Anwendung des universellen Darwinismus in der Quantentheorie.
    Der Quantendarwinismus erklärt die Emergenz der klassichen Welt als ein Resultat eines darwinischen Prozesses, indem er den Übergang von den vielen überlagerten Zuständen der Wellenfunktion zu den stark reduzierten Pointerzuständen der klassischen Sicht als Selektionsprozess erklärt.

  49. Universal Darwinism /@Martin Holzherr

    Gerald E. Edelman sprach mal (oder spricht noch?) von einem neuronalen Darwinismus (Theorie der neuronalen Gruppenselektion), um das Bewusstsein zu erklären. Das fällt wohl auch unter den so genannten “universalen Darwinismus”.

    Mein Eindruck ist, dass alle diese Vorstellungen im Grunde von einer teleologischen oder zumindest teleonomen, durch Selektion zielgerichteten Evolution ausgehen, von einem Evolutionsprozess, der zu immer besseren Evolutionsprodukten führt, zu Einheiten mit neuen, überlegenen Eigenschaften und so fort.

    Das ist natürlich legitim, aber die Analogie zur blinden biologischen Evolution ist, so meine ich, doch arg begrenzt.

    Richard Dawkins Meme hatten m.E. nie eine Chance, Teil einer modernen Evolutionstheorie zu werden. Als intellektuelle Spielerei in Anlehnung an echte evolutionäre Prozesse, okay, kann man machen, aber damit hat es sich auch schon.

    Danke für den Link zum Universellen Darwinismus, mal schauen, ob ich nach der Lektüre meine Meinung ändere 🙂

  50. Hallo Balanus, hallo Martin Holzherr,

    Ich gebe zu, dass diese Aussage richtig ist:

    “Gewiss nehmen immer alle Organismen aktiv an der Evolution teil, und zwar so lange, wie sie jeweils leben.”

    Wenn Teile eines Systems eine ähnliche Struktur wie das gesamte System haben, dann handelt es sich dabei um ein Fraktal.

    Deshalb ist es nicht ganz so widersinnig:

    “Es erscheint widersinnig, bei Teilen der biologischen Evolution von Analoga zur biologischen Evolution zu sprechen.”

    Zu den expliziten und angeborenen Steuerprogrammen:

    Es gibt zum Beispiel Messsysteme für die Kälte oder für den Blasendruck.

    Ein Steuerprogramm muss nun sagen: “Du sollst diese Signale als unangenehm bewerten.”

    Ohne diese Bewertung haben die Messwerte keinerlei motivierende Auswirkungen.

    Ein übergeordnetes Steuerprogramm muss nun sagen: “Du musst unangenehm bewertete Signale vermeiden.”

    Um innere Konflikte zu lösen, gibt es nach Konrad Lorenz das Parlament der Instinkte, das man natürlich auch anders bezeichnen kann.

    Diese Steuerprogramme sind zwar eine logische Konsequenz der Selbsterhaltung, aber diese Logik stammt aus der Evolution der Vorfahren, und wurde nicht von dem individuellen Gehirn entschieden.

  51. Was bedeutet Evolution für mich

    Wenn ich auch auf Deutsch denke, bin ich oft blind für meine Fehler. Daher entschuldige ich voraus.
    Ich möchte zu der anfänglichen Frage zurückkehren: Was bedeutet Evolution für Sie?
    Mein Antwort wäre: die Evolution ist stetige Entstehung des qualitativ Neuen. Im engen Zusammenhang mit dem Begriff der Qualität steht die Variation. Jede Einheit einer Variation beinhaltet gewisse Qualität (z.B. ein Individuum als Teil einer Art), jedoch bleibt sie in den Rahmen des vorhandenen Phänomens. Gerade hat das Leben viele Ebenen der Qualitäten (Systematik des Lebens), von der jede ihrerseits Variationen entwickelt hat.
    Mit anderen Worten bedeutet die Evolution die Entstehung der Phänomene. Das Atom war in der Entwicklung des Universums eine qualitativ neue Einheit, die zur einen Variation entwickelt wurde (durch die Entwicklung des Universums). Die Galaxie war, bzw. ist eine qualitativ neue Einheit, von der unzählige Variationen in Universum entstanden sind.
    Da ich dafür bin, dass biologische Evolution eine Phase der allgemeinen Evolution darstellt, denke ich, dass es ein Fehler ist die wesentliche Merkmale der biologischen Evolution (Reproduktionsfähigkeit, Mutation) auf die andere Evolutionsarten übertragen. Viele Denker, die versuchten die Theorie der allgemeinen Evolution zu entwickeln (u. a. Erich Jantsch, Peter Mersch, Gerhard Schurz), scheiterten daran, dass sie die Perspektive der biologischen Evolution nicht verlassen könnten.
    Man spricht in der Biologie über eine Reproduktion als Kopien-Erstellung. Jedoch habe ich den Eindruck, dass die Natur verträgt keine Kopien. Denken wir nur an die Schwierigkeiten der Klonerstellung. Es zeigt nur, dass nur uns sichtbare Ebene (DNS) ist eine Kopie. Tieferliegenden Ebenen beinhalten den Mechanismus, das sich gegen Vervielfältigung wehrt. Ich denke, dieses Prinzip sich schon bei Zellteilung äußert. Wenn es auch die DNS identisch sind, auf der Zellebene als Ganze sind Abweichungen vorhanden, die sich allmählich in einer Mutation (der Veränderung des DNS) gipfeln.

    Auch anderes Verfahren – das Deklarieren, dass mit den Algorithmen die Evolution erklärt worden ist, finde ich falsch. Die Algorithmen zeigen die Gesetzmäßigkeit der Evolution, sie erklären es nicht. Zudem: sind zwei Äpfel auf meinem Tisch der Folge des Vorhandenseins der Zahlen 2 oder die Zahlen selbst ist der Ausdruck eines Merkmals die eine Menge der Äpfel bilden?

  52. Hallo Irena Pottel,

    Warum ist die Materie des Universums so unzuverlässig bei der Erzeugung von genauen Kopien?

    Das liegt an der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation, an der Maxwellschen Geschwindigkeitsverteilung der Molekularbewegung (einige Moleküle haben immer eine sehr hohe kinetische Energie), an der Hintergrundstrahlung, und an reaktionsfreudigen Verbindungen und Radikalen, die die Lebewesen teilweise selbst erzeugen oder aufnehmen müssen.

    Wenn man nahezu unendlich lange wartet, dann entsteht sogar aus den Quantenfluktuationen des Vakuums ein neues Universum.

    Es hat einen anpassungsfähigen Stoffwechsel, es kann sich gezielt auf seine Nahrung zu bewegen, es kann sich vermehren und es hat eine anpassungsfähige Gestalt:

    Das Feuer.

    Seit einiger Zeit lebt es in Symbiose mit dem Menschen.

  53. @Karl Bednarik

    Der Fakt ist, die Naturgesetze sind gegen die Kopien. Die Natur ist nicht unzuverlässig. Es ist ihr Gebot. Es ist nicht, wie durch Replikationsvorstellung gebeten wird, die Kopien im Rang des Mechanismus der Evolution zu erheben. Der Mechanismus ist eher die Erstellung eines engmaschigen Netzes, das möglich mehr von gültigen (=existenzfähigen) Materiekonfigurationen abgrast (aber auch Raumzeit und die Bedeutungen, bzw. deren Systeme werden „abgegrast“).
    Ich denke nicht, wie Sie, dass alles kann passieren, wenn man nur genug lange wartet. Es gibt viele irreversible Prozesse. Wenn die Augen des Kindes bei Geburt würden infiziert, wenn es bald nicht unternommen wird, spätere Heilung bringt ihm nichts. Es bleibt blind. Also die Zeitmasche des Netzes ist hier etwa auf ein Jahr eingestellt worden ist. Naher können Sie warten, und warten, und warten… Es passiert kein Wunder.
    Übrigens benutze ich, wie Sie, die Vorstellung der verschachtelten Systeme. Sogar den Vergleich mit Matrioschka benutze ich auch. Jedoch in ihrem Mechanismus sehen Sie (mindestens geht es aus Ihren obigen Beträgen) nur einseitige Wirkung: es geht von innen nach außen. Eine fatalistische Haltung. Ich sehe es etwa anders. Jedes neue System, das sich „verschachtelt“, das aus einem Vorhandenem „entspringt“, erwirbt eine neue Freiheitsebene, die das Vorhandene einschränkt. Diese Einschränkung ist die Gegenwirkung, die Rückkoppelung, die Sie nicht achten.
    Ein Teilchen in dem Atom ist durch Atom (als Teilchensystem) eingeschränkt. Das Atom erwirbt eine Funktionsebene – eine Wechselwirkungsebene, auf der er als Ganze agiert. Sicher liegen dem Atom zugrunde die Teilchen und ihre Gesetze. Der Fakt ist aber, dass die Wirkung der Teilchen wird durch das Vorhandensein des neuen Ganzen eingeschränkt.
    Nach Ihrer Vorstellung regiert das Teilchen über das Atom. Nach meiner Vorstellung wird die Wirkung des Teilchens durch Wechselwirkungsnetz des Atoms gelenkt auf die Weise, dass das Ganze existenzfähig bleibt. Diese lenkende Gestaltung ist nichts anders als eine Beschränkung der vorhandenen Freiheit des Teilchens zu interpretieren.
    Auch die DNS des mehrzelligen Körpers erwirbt eine neue Freiheit mit gleichzeitige Beschränkung: die Zellen des Körpers sind nur in einem Verbund überlebensfähig geworden. Somit verlassen sie schon weitgehend abgegrastes Feld der genetischen Konfigurationen der Einzeller und eröffnen neue Ebene der Evolution. Sie können Merkmale festhalten, die auf Ebene des Einzellers keinen Sinn haben, daher auch nicht zu finden sind. Das wesentliche Merkmal der lebenden Zelle – die Teilung – wird in dem Ganzen eingeschränkt, es wird ein Selbstmord initiiert, um das übergeordnete Ganze mit dieser Expansion nicht zu gefährden. Einige Zellen aber bleiben ganzen Leben unverändert. Es ist meisten der neuronalen Zellen. Warum wohl? Für mich gibt es nur eine Antwort: die Funktion des Gehirns stützt sich auf tiefere Ebene als uns sichtbare DNS und die Teilung der Zelle zerstört dieses Fundament.
    Auch die zivilisatorische Evolution bedeutet eine Beschränkung der biologischen Gesetze. Die Beschränkung hebt die vorhandenen Gesetze nicht. Sie gelten nach wie vor. Nur werden sie durch das übergeordnete Ganze (die Gemeinschaft) gelenkt. Es werden die Regeln des Zusammenlebens gefunden, die moralische Gesetze, die Institutionen, die auf kulturellen Weg geerbt wurden. Der Sinn des Ganzen ist nicht den Trieb auszuschalten, man schneidet dann den Ast auf dem man sitzt. Jedoch werden sexuelle Handlungen durch vorhandene Sitten und Traditionen geprägt, gelenkt. Die Nahrungsaufnahme, die bloß Stoffwechsel des Organismus bedient, wird ritualisiert u. s. w.
    Ach ja, die Heisenbergsche Unschärferelation beherbergt in sich die sowohl die Freiheit als die Beschränkung der Materie. Ähnlich verhält sich mit jede neue Ebene, die in der Evolution gebildet wurde. Es entsteht neue Freiheitsebene, die sie von der vorhandenen abgrenzt und somit wird auch von Anfang an beschränkt.

  54. @Karl Bednarik

    »Wenn Teile eines Systems eine ähnliche Struktur wie das gesamte System haben, dann handelt es sich dabei um ein Fraktal. «

    Richtig, und insofern muss ich einräumen, dass das Gesamtsystem Evolution sehr wohl Subsysteme enthalten könnte, die ähnliche Prozessstrukturen aufweisen wie das Gesamtsystem. Bleibt die Frage, ob es solche Subsysteme tatsächlich real gibt oder ob es bloß Konstrukte unseres Geistes sind, eben weil wir gewisse Ähnlichkeiten zu erkennen glauben.

    Wenn wir die biologische Evolution als ein Prozess der Selbsterhaltung und Selbstorganisation verstehen, und nicht als ein Prozess zur Generierung immer komplexerer Strukturen (was nicht ausschließt, dass solche entstehen können), dann passt das Bild mit den Fraktalen ganz gut. Aber technische und kulturelle Entwicklungen zählen, soweit ich weiß, nicht zu den selbstorganisierenden Systemen.

    »Feuer«

    Was dem Feuer zum Leben fehlt, sind der hohe Organisationsgrad und die geregelte Verbrennung, beides ist für Organismen kennzeichnend. Aber immerhin, das Leben hat sich wie ein Flächenbrand über den Globus ausgebreitet, eine Feuer, das sich mit Hilfe der Sonne selbst unterhält.

  55. Hallo Irena Pottel,

    Einige einschränkende Rückwirkungen der von den DNS-Molekülen gebauten und programmierten, aber etwas freieren Gehirne auf eben diese DNS-Moleküle habe ich aber bereits erwähnt.

    Zum Beispiel das buddhistische Nirvana, christliche Nonnen und Mönche, genetische Veränderungen in der Keimbahn (sind derzeit verboten, kommen aber bestimmt), und Personen, die einige Steuerbefehle der DNS-Moleküle nicht befolgen.

    Man kann zwar definitionsmässig nicht aus der Evolution selbst aussteigen, aber man kann die Steuerbefehle der DNS-Moleküle flexibler auslegen, als nur Konkurrenzkampf und Vermehrung zu betreiben.

  56. Balanus: “Aber technische und kulturelle Entwicklungen zählen, soweit ich weiß, nicht zu den selbstorganisierenden Systemen.”
    Sie sind nicht selbstorganisierte Systeme. Sie sind aber ein Teil des selbstorganisierenden Systems „Gemeinschaft“. Wie übrigens DNS sind kein selbstorganisierende System. Sie ist ein Teil des selbstorganisierenden Systems „Zelle“.
    Ich möchte doch noch etwas nachhacken, da ich ein Echo zu meiner Äußerung der Definition der Evolution wünschte. Was hält ihr davon, die Evolution als eine Entstehung des qualitativ Neuen zu definieren? Ich denke die Qualität als ein Ausdruck der Einzigartigkeit ist besser geeignet als z.B. die Komplexität, die auch durch bloße Summierung erreicht werden kann. Dabei neue Qualität muss nicht entstehen. Zudem in biologische Evolution kann gerade eine Qualität durch Verlust der Komplexität erreicht werden (denken wir an DNS-Größe des Kohls).
    Man könnte die Evolution als selbstorganisierenden Prozess beschreiben. Jedoch finde ich das „Selbst“ als Ausdruck einer Autonomie (Wiki) verwirrend, weil es immer eine Interaktion mit der Umwelt benötigt. Wenn man aber das „Selbst“ als eine Wirkung auf die Umwelt, die zurückkoppelt (wie etwa das Anreichen der Atmosphäre mit dem Sauerstoff ließ Mechanismen entstehen, dieses Sauerstoff zu verwerten), versteht, dann dieser Begriff (die Selbstorganisation) ist zutreffend. Dann versteht man die Evolution des Lebens als selbstorganisierend, selbstgestaltend.

  57. @Irena Pottel: Evolution – Neues?

    Liebe Frau Pottel,

    der Diskussion hier folge ich mit gespanntem Interesse und möchte auch gerne auf Ihre Frage eingehen: Was hält ihr davon, die Evolution als eine Entstehung des qualitativ Neuen zu definieren?

    Also, ich halte das für einen hervorragenden Gedanken – mit einer zweifelnden Nachfrage.

    Hervorragend finde ich, dass diese Bestimmung sowohl metaphysisch interessant wie aber auch empirisch haltbar zu sein scheint: So ist ja jeder einzelne Mensch eine einzigartige und damit buchstäblich neuartige Verbindung der elterlichen Gene, biografischen Prägungen, kulturellen Umwelt etc. und damit tatsächlich noch nie dagewesen und realistisch nicht wiederholbar. Und dies gilt dann natürlich auch für jede Generation.

    Meine einzige Nachfrage bezieht sich jedoch auf die Verwendung des Wortes “qualitativ”, die m.E. eine Höherentwicklung oder einen Fortschritt impliziert. Ich halte das durchaus für denkbar (und andere wie Richard Dawkins glauben ja sogar fest daran) – aber es ist m.E. doch eine Annahme außerhalb des empirisch Belegbaren, da wir wissenschaftlich stets nur in die Vergangenheit, nicht – oder nur sehr spekulativ – aber in die Zukunft sehen können. Daher wollte ich noch einmal nachfragen, wie Sie den Begriff der “Qualität” definieren würden?

  58. Hallo Michael Blume,

    Alle wissenschaftlichen Beobachtungen beschreiben ausschliesslich die Vergangenheit.

    In der Vergangenheit haben sich immer kompliziertere Lebensformen entwickelt, die eine immer bessere Kontrolle über die Materie beherrschten.

    Aussagen über die Zukunft sind nur Extrapolationen unter der Annahme, dass keine schweren Veränderungen der Lebensbedingungen stattfinden.

    Einige schwere Veränderungen der Lebensbedingungen, wahlweise einzeln auftretend, oder auch einige davon nacheinander vorkommend:

    Weltweiter Atomkrieg,
    Krieg mit Nanomaschinen-Waffen,
    grey-goo-nano-Katastrophe,
    Einschlag eines Riesenmeteoriten,
    Ausbruch der Yellowstone-Riesencaldera,
    nahe Supernova,
    Erhöhung der Strahlungsleistung der Sonne
    (das geschieht schon lange vor dem Roten-Riesen-Stadium),
    geistiger Rückzug in die virtuelle Welt
    (künstliche Träume im Schutz- und Versorgungs-Bunker),
    Krieg zwischen normalen und genetisch verbesserten Menschen,
    Krieg zwischen Menschen und Maschinen,
    vollsynthetische Nahrung
    (eventuell auch für Tiere),
    molekularbiologisch unsterblich gemachte Menschen
    (ich wäre gerne einer davon),
    Symbiose von Nanomaschinen und menschlichen Zellen,
    Bau von Weltraum-Habitaten,
    Besiedlung des Sonnensystems,
    Besiedlung der Galaxis,
    usw., usf..

  59. Rückwärts

    Natürlich läuft die Evolution genau so wie die Entropie und die Zeit nur vorwärts.

    Der allgemeine Klimawandel geht so langsam vor sich, dass sich die meisten Lebensformen relativ leicht daran anpassen können.

    Ein Anschein einer Rückentwicklung entsteht dann, wenn man die Lebensbedingungen auf der Erde schrittweise deutlich verschlechtert.

    Dann sterben die Lebensformen vermutlich in der folgenden Reihenfolge aus:

    Wirbeltiere,
    Gliederfüsser (die Küchenschabe hat noch Zukunft),
    einzellige Eukaryoten,
    Prokaryoten (Bakterien am Anfang und am Ende des Lebens).

    Zu dieser Zeit bewegen sich die Menschen in Schutzanzügen zwischen ihren gasdichten Kuppelstädten (Arkologien) mit geschlossenem biologischem Kreislaufsystem hin und her.

    Die meisten Menschen wohnen dann aber in Weltraum-Habitaten, und einige im Alpha-Centauri-System.

    Weil der technisch begabte Mensch seine eigene Umwelt bauen kann, evolviert er weniger köperlich als geistig.

    Wenn der Mensch aber will, kann er seinen Körper oder seine DNS-Moleküle nach Wunsch umbauen.

    Nicht alles davon ist Science-Fiction:

    Arkologie:

    http://www.e-stories.de/…geschichten.phtml?23741

    Der grüne Mensch:

    http://www.e-stories.de/…geschichten.phtml?33842

    Todeszonen:

    http://www.e-stories.de/…geschichten.phtml?25475

    Testplanet der Cthulus:

    http://www.e-stories.de/…geschichten.phtml?24316

  60. Hallo Karl Bednarik

    »Weil der technisch begabte Mensch seine eigene Umwelt bauen kann, evolviert er weniger köperlich als geistig. «

    Ich weiß, was Sie meinen, weil Sie kein Dualist sind (oder doch?), aber was meinen Sie mit “evolviert” im Zusammenhang mit den geistigen Fähigkeiten des Gehirns? Nehmen die nun — voraussichtlich — zu oder ab? Evolution bedeutet doch nur Wandel, und zwar ohne jede Richtungsangabe.

    Wie könnte eine evolutive Zunahme der geistigen Fähigkeiten vonstatten gehen, wenn die geistige Elite sich nicht hinreichend fortpflanzt?

    (Vermutlich mit Hilfe der Gentechnik?)

  61. neue Qualität

    Ich würde die Qualität mit der Höherentwicklung nicht gleichsetzen. Es muss von menschliche/ideologische Bewertung sich abgrenzen. Leider Definition „höhere Entwicklung“ lässt es nicht zu. Ich spreche über die Qualität nur im Sinne der Evolution. Es bedeutet, dass die Bühne der Evolution etwas qualitativ Neues betreten würde. Das begriff „Neue“ ist m. E. unabdingbar. Es bedeutet, dass es vorher nicht gab. Das Merkmal „Neue“ verbläst zwar mit der Zeit, die Qualität, die sie von anderen abgrenzt, jedoch bleibt. Es entsteht eine Variation (wie etwa die Menschen sind Variationen der Qualität „Mensch“).
    Sicher können Sie auch jeden einzelnen Menschen als eine Qualität (im Sinne seiner Einzigartigkeit) betrachten. Nur ist es nicht in evolutiven Sinn. Nicht der Mensch evolviert in der zivilisatorischen Evolution, evolviert eine Gemeinschaft samt ihrer Kultur. Sie (die Gemeinschaft) kann die biologische Evolution zwar nicht ganz verhindern, sie setzt ihr aber die Schränke. Die Menschengemeinschaft ist eine qualitativ neue Einheit der Evolution – nicht der Mensch.

  62. Hallo Balanus, hallo Irena Pottel,

    Die Richtungsangabe der Evolution wird zum grösseren Teil vom Selektionsdruck der Umwelt bestimmt (Haie, Thunfische, Ichthyosaurier, und Delphine haben/hatten alle trotz unterschiedlicher Abstammung ähnliche Körperformen).

    Wenn man den Begriff “körperliche Fähigkeiten” auf alle Körperteile mit Ausnahme des Gehirns beschränkt, dann werden diese “körperlichen Fähigkeiten” durch die Verwendung von technischen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Feuer, Werkzeuge, Kleidung, Behausung, Transportmittel, und Maschinen als Richtung des Selektionsdruckes immer weniger wirksam.

    Im Gegensatz dazu, müssen die geistigen Fähigkeiten des Gehirns dazu ausreichen, diese technischen Hilfsmittel zu verwenden, zu erlernen, zu bauen, zu verbessern, zu erfinden, und zu lehren, was nun die hauptsächliche Richtung des Selektionsdruckes vorgibt.

    Durch die Fähigkeiten zu lernen (Neugier, Nachahmungstrieb) und zu lehren (Mitteilungsdrang), die in den DNS-Molekülen codiert sein müssen, evolviert eine menschliche Gemeinschaft und ihre Kultur (geistiges Erbmaterial) wesentlich schneller als die DNS-Moleküle der Menschen, aus denen sie besteht.

    Durch die Erfindung der maschinellen Informationsspeicherung, der maschinellen Informationsübertragung, der maschinellen Informationsverarbeitung, und der informationsgesteuerten Maschinen ändert sich nun wieder die hauptsächliche Richtung des Selektionsdruckes.

    Im allgemeinen ist es so, dass nicht mehr benötigte Fähigkeiten langsam verkümmern und verschwinden, weil kein Selektionsdruck mehr für sie wirktt (das sieht man auch an Parasiten).

    Die DNS-Moleküle von Hominiden verändern sich wesentlich in der zeitlichen Grössenordung von etwa 100.000 bis 10.000 Jahren, und derzeit sind unsere DNS-Moleküle hauptsächlich an die Bedingungen der Jungsteinzeit angepasst.

    Wenn wir dann in etwa 10.000 Jahren eine Raumkugel mit etwa 10 Lichtjahren Radius kolonisiert haben werden (wenn nichts schief geht), dann werden unsere DNS-Moleküle gerade auf die Bedingungen der Neuzeit reagiert haben, falls sie eine Gelegenheit dazu erhalten haben.

    Vermutlich haben unsere DNS-Moleküle diese Gelegenheit aber gar nicht mehr, denn in etwa 50 Jahren können wir uns ohnehin jeden beliebigen Körper und jeden beliebigen Chromosomensatz selbst zusammen bauen (wenn nichts schief geht).

    Die kulturell weiter gegebene Information dominiert dann über die genetisch weiter gegebene Information, und der Selektionsdruck wirkt sich dann zuerst vorwiegend auf die kulturell weiter gegebene Information aus.

  63. Hallo Karl Bednarik, Sie schreiben:

    »Im Gegensatz dazu, müssen die geistigen Fähigkeiten des Gehirns dazu ausreichen, diese technischen Hilfsmittel zu verwenden, zu erlernen, zu bauen, zu verbessern, zu erfinden, und zu lehren, was nun die hauptsächliche Richtung des Selektionsdruckes vorgibt. «

    Was ja dann bedeutet: diejenigen, die das geistig nicht draufhaben, erreichen nicht das fortpflanzungsfähige Alter, und wenn, dann finden sie keinen (ggf. ebenfalls minderbegabten) Sexualpartner.

    Ein solches Szenario kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Zumindest nicht, wenn ich die heutigen Verhältnisse in die Zukunft extrapoliere.

    In der Vergangenheit dürfte es eine Zeit gegeben haben, in der größere kognitive Fähigkeiten einen echten Überlebensvorteil und Reproduktionsvorteil bot (vor allem für Heranwachsende), denn das Gehirn hat relativ schnell an Masse zugelegt. Aber die Zeiten haben sich geändert.

    »Die kulturell weiter gegebene Information dominiert dann über die genetisch weiter gegebene Information, und der Selektionsdruck wirkt sich dann zuerst vorwiegend auf die kulturell weiter gegebene Information aus. «

    Wollen Sie damit andeuten, dass die Kultur im Darwinschen Sinne evolviert? Reden Sie etwa der “Gen-Kultur-Koevolution” das Wort?

  64. Hallo Balanus,

    “Zumindest nicht, wenn ich die heutigen Verhältnisse in die Zukunft extrapoliere.”

    Das ist völlig richtig, denn unsere heutige technische Begabung hat sich in der Steinzeit entwickelt (Phase 1), denn die Anpassung DNS-Moleküle hinkt immer um einige Jahrtausende hinterher.

    Im Maschinen-Schlaraffenland der Neuzeit tritt eher ein Verlust von Fähigkeiten auf (Phase 2), so wie bei den Parasiten, aber natürlich wieder mit starker Verzögerung.

    In der Steinzeit gab es noch Stammeskriege zwischen verschiedenen Sippen oder Dorfgemeinschaften, und danach wurden die Zusammenfassungen zu immer grösseren Staaten entwickelt.

    Wenn zwei Kulturen, Zivilisationen, oder Staaten konkurrieren, dann hat jene Seite einen Vorteil, die wirtschaftlich, wissenschaftlich, technologisch, und/oder militärisch überlegen ist.

    Diese Überlegenheit kommt vorwiegend von der kulturell übermittelten Information, und nur wenig von der genetischen Information.

    Wenn dann nur eine Kultur überlebt, dann wurde die schwächere Kultur zwar weg selektiert, aber am Gen-Pool hat sich dann nur sehr wenig verändert.

    Ein mögliches Beispiel dafür wäre der zweite Weltkrieg.

    Es gibt natürlich dafür auch Ausnahmen, wie zum Beispiel der Konflikt zwischen den Europäern und den amerikanischen Ureinwohnern, wo der kulturelle Unterschied rein zufällig mit einem genetischen Unterschied überlagert war.

    Ob man das nun “Evolution der Kulturen”, oder irgendwie anders nennt, das spielt keine Rolle.

    Sobald aber die Kulturen direkt und gezielt in das genetische Material der Menschen, aus denen sie bestehen, eingreifen können, startet eine künstliche genetische Evolution (Phase 3), die von den kulturellen Informationen gesteuert wird.

    Im Vergleich dazu, war die kulturell bedingte Entwicklung der Laktosetoleranz von Erwachsenen viel langsamer (Phase 1), und der Versuch, reinrassige Arier zu züchten ein wenig zu optimistisch.

  65. Hallo Balanus, ein Nachtrag:

    Es sollte eigentlich heissen:

    “denn die Anpassung der DNS-Moleküle hinkt immer um einige Jahrtausende hinterher”.

    Damit war die Anpassung an die Bedingungen der Steinzeit oder an die Bedingungen der Neuzeit gemeint.

    Eine Auffrischung der genetischen Programmierung könnte auch durch eine globale Katastrophe, durch einen globalen Krieg, durch einen Rückfall in die Barbarei, durch einen Rückfall in die Steinzeit, durch eine grössere Völkerwanderung, durch den Zusammenbruch der Zivilisation, durch den Zusammenbruch der Technologie, oder durch andere chaotische Lebensbedingungen bewirkt werden.

    Natürlich finden solche Ereignisse bei den meisten Menschen keine Zustimmung.

  66. Hallo Karl Bednarik,

    Sie schrieben: »…die Anpassung der DNS-Moleküle hinkt immer um einige Jahrtausende hinterher. «

    Diese Anpassung kann nur erfolgen, wenn es Zufallsmutationen gibt, die den betreffenden Individuen einen Reproduktionsvorteil verschaffen (so wie einst bei der Laktosetoleranz, bei der Sichelzellen-Anämie in Malariagebieten, oder ganz allgemein bei der Entstehung menschlicher Ökotypen).

    Bezogen auf die geistige Entwicklung müsste es also so sein, dass Menschen, die hirnorganisch bedingt besser mit modernen Zivilisationen zurecht kommen, sich stärker reproduzieren als jene, die mental eher in der Steinzeit leben. Doch dafür gibt es derzeit nicht die geringsten Anzeichen, und ich wüsste auch nicht, wie sich das ändern sollte.

    Mag sein, dass die Hirnstrukturen Neugeborener noch steinzeitlich sind. Aber mit zunehmendem Alter wird aus dem Steinzeit- ein Neuzeitgehirn (das betrifft natürlich primär jene Hirnregionen, die für die Kulturfähigkeit, also fürs Lernen, zuständig sind).

    Das heißt, ich spekuliere mal, kulturelle Entwicklungen geschahen und geschehen auch in Zukunft ohne evolutive, selektionsgetriebene Veränderungen der angeborenen Hirnstrukturen, weil Kultur allein epigenetisch (durch Lernen) “vererbt” wird. Das funktioniert so gut, dass da gar kein Selektionsdruck in Richtung “Kulturgene” entstehen kann.

    Wenn das alles so stimmt, dann spielt es schon eine Rolle, “» [o]b man das nun “Evolution der Kulturen”, oder irgendwie anders nennt […].«

    Man kann den Begriff ‘Evolution’ natürlich in der Bedeutung gebrauchen, wie man es bereits vor Darwins Zeiten getan hat (Evolution als Entwicklung, Fortschritt). Die biologische Evolution dürfte dann eigentlich gar nicht ‘Evolution’ heißen, weil sich hier nichts entfaltet und entwickelt, sondern nur aufgrund von (teils selektierten) Zufallsvariationen verändert. Darwins ‘Evolution’ ist also etwas völlig anderes als die so genannte Kulturevolution.

  67. Hallo Balanus,

    das alles ist völlig richtig, ich habe die selben Vorgänge nur mit anderen Worten beschrieben.

    Zwischen der Evolution der DNS-Moleküle, der Evolution der Kulturen, und der Evolution der Technologien bestehen selbstverständlich grosse Unterschiede, und nur die Bezeichnung Entwicklung passt halbwegs.

    Auch die Gesetze der Natur sind etwas ganz anderes als die Gesetze der Menschen, und es gibt auch mehrere Bedeutungen für viele andere Homonyme wie zum Beispiel Kiefer oder Ball.

    Auch wenn man die Evolution “wugga-wugga” nennen würde, würde das nichts an ihren Eigenschaften ändern.

    Die Anpassung der DNS-Moleküle:

    Phase 1, Steinzeit:
    Fähigkeiten werden erzwungen,
    harte Selektion der richtigen Mutationen.

    Phase 2, Neuzeit:
    Fähigkeiten dürfen verloren gehen,
    Degeneration durch ungerichtete Mutationen.

    Phase 3, Zukunft:
    Fähigkeiten können eingebaut werden,
    genetic engineering.

  68. Hallo Karl Bednarik

    Bei anderen Homonymen besteht aber selten Gefahr, dass es zu gravierenden Missverständnissen kommt.

    Ich wäre sehr dafür, die biologische Evolution “Wugga-wugga” zu nennen (oder sonst wie, Hauptsache anders).

    Dann gäbe es keine “Gen-Kultur-Koevolution” mehr, sondern nur noch eine “Gen-Wugga-wugga-Kultur-Evolution”.

    Phase 3 der humanen Evolution (im Sinne von Wugga-wugga) beschreibt eine sehr sehr ferne Zukunft, denke ich. Nicht, weil es ethische Bedenken geben könnte, sondern weil es extrem schwierig ist, festzustellen, welche Gene wie miteinander agieren und interagieren müssen, damit die spezifischen menschlichen Fähigkeiten zustande kommen.

    (Beim Schimpansen bräuchte man wohl nur drei Prozent seiner rund 25000 Gene gegen humane Gene auszutauschen, und schon hätten wir einen … ja was?)

  69. Pingback:Die Biologie der Zehn Gebote und die Natur des Menschen von Wolfang Wickler (Rezension) › Natur des Glaubens › SciLogs - Wissenschaftsblogs

Schreibe einen Kommentar