Warum Kanada Mitglied der Europäischen Union (EU) werden sollte

In 2022 ging auf dem damaligen Twitter eine Flut auch antisemitischer Beschimpfungen (wie „jüdischer Hetzer“) auf mich nieder. Denn ich hatte es „gewagt“, dem zunehmend rechtsmimetischen Milliardär Elon Musk zu widersprechen, als dieser den damaligen Premierminister von Kanada, Justin Trudeau (Liberal Party of Canada) mit Adolf Hitler (NSDAP) gleichgesetzt hatte:
Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume warf Musk auf Twitter „Versagen“ vor. „Der Fall zeigt meines Erachtens, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Millionen stecken noch im Sumpf der Wissens- und Realitätsverleugnung und viele radikalisieren sich dort weiter.“
Denn ich kenne und schätze Kanada und halte es für ein klar europäisches Land.
Wer Elon Musk in Sachen Kanada widerspricht, muss mit digitaler Gewalt und auch mit Antisemitismus rechnen. Tweet auf dem damaligen Twitter (inzwischen X) vom 1. November 2022. Screenshot: Michael Blume
Selbstverständlich ließ ich mich auch von solchem Hate nicht beirren, sondern plädierte weiter für eine Partnerschaft Kanadas mit oder gar eine Mitgliedschaft Kanadas in der Europäischen Union (EU).
Ihr könnt Euch also meine Freude vorstellen, als die große Christdemokratin und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) dem befreundeten Kanada eine „assozierte Mitgliedschaft“ anbot – und der kanadische Premierminister Mark Carney (Liberal Party of Canada) diese Einladung akzeptierte!
Selbstverständlich gab & gibt es zu einer EU-Erweiterung auf Kanada aber auch deutschsprachige Einwände und Anfragen. Bisher am häufigsten wurden mir gegenüber – als Politik- und Religionswissenschaftler – folgende drei Punkte vorgebracht:
- Gehört Kanada geografisch zu Europa?
- Ist die Westminster-Demokratie von Kanada inklusive dem britischen Monarchen als Staatsoberhaupt mit der kontinentaleuropäischen Demokratie der bisherigen EU vereinbar?
- Wäre es nicht besser, den Fossilisten Donald Trump zu besänftigen statt ihn zu verärgern?
Gerne werde ich diese drei Fragen im Folgenden nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

Eine Flagge der Europäischen Union, scherzhaft erweitert um ein kanadisches Ahornblatt. @Friesenloese@mastodon.social, mfG
Frage 1: Gehört Kanada geografisch zu Europa?
Die klare Antwort ist: Ja, denn Europa war immer ein mythologisch-medialer, kein geografischer Begriff.
Der Name „Europa“ geht auf das altgriechisch-jafetitisch alphabetisierte Εὐρώπη zurück. Er wurde als Kompositwort aus εὐρύς, eurýs, „weit, breit“ und ὄψ, óps, „Sicht, Gesicht“ gebildet, woraus sich u.a. die Namensbedeutung „die Weitsichtige“ ergab.
Laut der griechischen (jafetitisch alphabetisierten) Mythologie war Europa eine phönizische Prinzessin aus der Levante, die vom Göttervater Zeus in Stiergestalt über das Meer nach Kreta entführt wurde. Eine Nachwirkung davon finden wir in der Numismatik (Münzkunde): Im horizontalen Doppelstrich der Euro-Währung wie auch im vertikalen Einserstrich des kanadischen Dollars blieben die Hörner der Stiersymbolik bis heute erhalten.
Zunächst auf die griechische Peloponnes bezogen, wurde der Begriff bereits bei Heridot im fünften Jahrhundert vor Christus auf die Dreiteilung der bekannten Welt auf Asien, Libyen (Afrika) und Europa bezogen. In der jüdisch-biblischen Tradition finden wir die gleiche Einteilung mit Erweiterung auf die Alphabete zu den drei Noahsöhnen Sem (Asien, hebräisch, aramäisch, arabisch usw.), Ham (Ägpyten, Afrika) und Jafet (Europa, griechisch, lateinisch, kyrillisch usw.).
Schon die spätere Benennung von Europa als eigener „Sub“-Kontinent gegenüber Eurasien war nicht geografisch, sondern politisch und mythologisch begründet.
Und nicht nur das zu Dänemark gehörende Grönland mit 56.700 Einwohnenden, sondern auch die zu Frankreich zählenden Inseln Saint-Pierre und Miquelon mit 5.700+ Einwohnenden grenzen bereits jetzt direkt an Kanada. Geografisch sind der kanadische Staat und der europäische Staatenbund also bereits direkte Nachbarn.
Übrigens wirken zum Schlüssel- und Hoffnungsthema Musik auch darüber hinaus angelsächsisch und jüdisch geprägte Demokratien wie Kanada selbst, Australien und Israel bereits seit Langem am Eurovision Song Contest (ESC) mit.
Massiv auf die europäisch-jafetitischen Mythologien verweist auch das britisch-kanadische Wappen: vom christlichen Kreuz auf der St. Edwardskrone über das schottische Einhorn (gekettet, weil es nur von einer Jungfrau befreit werden kann) bis hin zum direkt aus der hebräischen Bibel, Psalm 72 abgeleiteten Wahlspruch: „a mari usque ad mare“
Das kanadische Wappen lehnt sich von der Symbolik und den Farben bis zur lateinisch-jafetitischen Alphabetisierung aufs Engste an das britisch-europäische Wappen an. Grafik & Erläuterung: Wikipedia-Commons
Der Wahlspruch bedeutet „von Meer zu Meer“ und zitiert eine lateinisch-alphabetisierte Version von Psalm 72, der auf Gebete zur Krönung der Könige von Juda / Israel zurückgeht:
1 Für Salomo. Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten.
2 Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Elenden durch rechtes Urteil.
3 Dann tragen die Berge Frieden für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit.
4 Er schaffe Recht den Elenden des Volks, / er rette die Kinder der Armen, er zermalme die Unterdrücker.
5 Er soll leben, solange die Sonne bleibt und der Mond – bis zu den fernsten Geschlechtern.
6 Er ströme wie Regen herab auf die Felder, wie Regenschauer, die die Erde benetzen.
7 In seinen Tagen sprosse der Gerechte und Fülle des Friedens, bis der Mond nicht mehr da ist.
8 Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde.
9 Vor seinem Angesicht sollen sich beugen die Bewohner der Wüste, Staub lecken vor ihm seine Feinde.
10 Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Gaben, mit Tribut nahen die Könige von Scheba und Saba.
11 Alle Könige werfen sich vor ihm nieder, es dienen ihm alle Völker.
12 Ja, er befreie den Armen, der um Hilfe schreit, den Elenden und den, der keinen Helfer hat.
13 Er habe Mitleid mit dem Geringen und Armen, er rette das Leben der Armen.
14 Aus Unterdrückung und Gewalt erlöse er ihr Leben, kostbar sei ihr Blut in seinen Augen.
15 Er lebe und Gold von Saba soll man ihm geben! Man soll für ihn allezeit beten, jeden Tag für ihn Segen erflehen.
16 Im Land gebe es Korn in Fülle, es rausche auf dem Gipfel der Berge. Wie der Libanon sei seine Frucht, sie sollen blühen aus der Stadt wie das Gras der Erde.
Aus mythologischer und religiöser Sicht (Griechenland, Philosophie, Jafet, Juden- und Christentum) sowie aus medialer Sicht (lateinisch-jafetitische Alphabetschrift, christlich-europäische Heraldik) spricht also sehr vieles für eine Mitgliedschaft Kanadas in der Europäischen Union, das auch geografisch längst ein direkter Nachbar zur Europäischen Union (EU) ist.
Kommen wir also zu Frage 2: Ist die Westminster-Demokratie von Kanada inklusive dem britischen Monarchen als Staatsoberhaupt mit der kontinentaleuropäischen Demokratie der bisherigen EU vereinbar?
Die Frage ließe sich sehr schnell beantworten: Auch Großbritannien selbst war und Irland ist Mitglied der Europäischen Union (EU). Eine grundsätzliche Unvereinbarkeit wurde also historisch nie gesehen.
Allerdings empfahl schon Winston Churchill (1874 – 1965) bei seiner berühmten Rede vor genau 80 Jahren, am 19. September 1946, an der Universität Zürich in der Schweiz die Gründung von „Vereinigten Staaten von Europa“ – ohne das Vereinigte Königreich selbst.
Schon im Europa von 1444 entwickelten sich das parlamentarisch-monarchische Westminster-System um England zunehmend unabhängig von Kontinentaleuropa. Foto: Michael Blume
Nicht nur die Trennung durch den Ärmelkanal, sondern auch die Reformation der dann anglikanischen Church of England ab 1531 unter König Heinrich / Henry VIII. (1491 – 1547) führten zur Entwicklung einer eigenen, politischen Zivilreligion – dem heute weltweit verbreiteten, parlamentarisch-monarchistischen Westminster-Modell, das heute auch etwa in Kanada und (teilweise) Neuseeland weiterlebt.
In Westminster-geprägten Parlamenten meist auf Basis von Mehrheitswahlrechten stehen sich traditionell liberale (=sozialliberale, Mitte-Linke) und konservative (=wirtschaftsliberale, zunehmend rechtslibertäre) Parteien gegenüber. Das Abdriften in eine dysfunktionale Konkurrenzdemokratie wurde dabei bis ins späte 20. Jahrhundert durch starke, zivilreligiöse Traditionen verhindert. Deswegen macht zum Beispiel der sehr deutsche Begriff „neoliberal“ für den Libertarismus international auch keinen Sinn.
In den Parlamenten Kontinentaleuropas entwickelte sich dagegen öfter Verhältniswahlrechte um sozial- und christdemokratische, aber auch sozialistische, nationalistische, liberale und zuletzt ökologische Parteifamilien. Die meist geschriebenen Verfassungen wie etwa das deutsche Grundgesetz zielen meist auf eine parlamentarische Konsensdemokratie.
So waren denn auch alle sechs „Gründungsväter Europas“, die den europäischen Vertrag von Rom / die Römischen Verträge (1957) zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und später Europäischen Union (EU) auf den Weg gebracht hatten, römisch-katholische Christdemokraten:
- Paul van Zeeland, Christelijke Volkspartij (CVP), Belgien
- Robert Schuman, Mouvement Républicain Populaire (MRP), Frankreich
- Konrad Adenauer, Christlich-Demokratische Union (CDU), Bundesrepublik Deutschland
- Alcide de Gasperi, Democrazia Christiana (DC), Italien
- Joseph Bech, Chrëschtlech-Sozial Vollekspartei (CVP), Luxemburg
- Carl Romme, Katholieke Volkspartij (KVP), Niederlande
Bis heute heißt der Dachverband der europäischen Christdemokratie Europäische Volkspartei (EVP) und nicht etwa „Völkerpartei“, weil die Vielfalt der europäischen Völker gerade nicht aufgehoben, sondern durch ein zivilreligiös-säkulares Gottesvolk ergänzt wird.
Entsprechend stellte der langjährige und erfolgreiche Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Volker Kauder (CDU), gegen die gefährliche Begriffsverwirrung auch in der Christdemokratie selbst am 27. August 2025 im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ fest:
StZ: Kräfte in der Union wollen die Partei zu einer stramm konservativen Partei nach dem Vorbild der Torys in Großbritannien ummodeln.
Kauder: Dagegen habe ich mich immer gewehrt. Die CDU war nie eine konservative Partei. Aus der Erfahrung der Weimarer Zeit und der Nazidiktatur hat sie sich bewusst überkonfessionell unter dem Dach des „C“ versammelt und konservative, liberale und soziale Strömungen vereint. Jetzt einfach zu fordern, dass wir konservativer werden sollten, erfüllt diesen Anspruch nicht.
Dass mit der deutsch-europäischen Christdemokratin und Trägerin des Aachener Karlspreises Ursula von der Leyen (CDU / EVP) und dem kanadischen Liberalen Mark Carney (Liberal Party of Canada) sich nun zwei Mächtige der Mitte vor dem jubelnden Europäischen Parlament in Brüssel die Hände zum kanadisch-europäischen Beitrittsprozess reichten, sehe ich daher nicht als politikwissenschaftlichen Zufall. Es ist aus meiner Sicht eher ein weiterer, starker Beleg dafür, dass eine dialogische Annäherung zwischen den parlamentarischen Zivilreligionen Kontinentaleuropas und Westminsters nicht nur möglich ist, sondern längst geschieht. Zugleich plädiere ich dafür, die absehbaren Dialog- und Integrationsschritte sorgsam und eher im Zeitraum von Jahrzehnten als Jahren zu gehen.
Es wäre nach meiner Einschätzung unklug, die digital thymotisierten Öffentlichkeiten Kanadas und der EU-Mitgliedsländer durch Überbeschleunigung zu überfordern. Mit ausreichend Weisheit und Ausdauer gestaltet, könnte die Annäherung Kanadas an die Europäische Union dagegen auch einen Wiedereintritt von Großbritannien, Schottland, Wales und Nordirland in die EU vorbereiten.
Schließen wir also mit Frage 3: Wäre es nicht besser, den Fossilisten Donald Trump zu besänftigen statt ihn zu verärgern?
Aus meiner Sicht befindet sich das Wirtschafts-, Medien- und Politiksystem des Fossilismus längst im Modus der Selbszerstörung. Sowohl in noch-ärmeren Staaten wie Pakistan wie auch in noch-fossilen Industriestaaten wie Deutschland entkommen jeden Tag mehr Menschen durch Solarboom und Solarpunk der fossilen Falle durch Solarpaneele, Wärmepumpen, Elektroautos und Batteriespeicher. Die massiven Öl-Gas-Preisschocks durch die fossilen Kriegszüge von Wladimir Putin und Donald Trump beschleunigen diesen Zusammenbruch des Fossilismus weiter.
Der fossilen Energie-, Miet-, Heizungs- und Verkehrsfalle entkommen täglich mehr Menschen sowohl vom Solarboom wie auch vom Solarpunk her. Grafik für „Blume & Ince 55“: Prof. Dr. Inan Ince
Daher unterstütze ich den Kurs der EU-Kommissionspräsidentin, die sich bereits am 22. September 2025 in New York, USA für die Weiterführung der solaren Energiewende durch Solarstrom (gerne auch: „Fernfusion“) ausgesprochen hatte. Warum sollten sich die EU und Kanada von Donald Trump und Elon Musk auf dem Weg in die gemeinsame Zukunft mit erneuerbaren Wohlstands- und Friedensenergien aufhalten lassen?
Auch in New York warb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) am 22.09.2025 vor der „Global Renewables Alliance – Globaler Allianz für Erneuerbare“ zu „A New Age Of Renewable Abundance – Ein Neues Zeitalter Erneuerbaren Wohlstands“. Screenshot: Michael Blume
Bei allem Respekt vor deutschen Wahlen – die globale Zukunft wird längst vor allem auf internationaler Ebene gestaltet. Und gemeinsam in der Europäischen Union (EU) haben die Völker Europas überall auf unserem kleinen und kostbaren Planeten eine starke Stimme.


Danke für den Beitrag.
und zu fragen 1 bis 3:
Trump nicht zu reizen, funktioniert sowieso nicht.
Wir haben schon mehrere Monarchien in der EU und verschiedenen Parlamentarische Systeme sind eher hilfreich von wegen Vielfalt.
Zur einzigen tatsächlich berechtigten Frage nach dem Europäisch-Sein:
Nun, dass es bereits Territorien gibt auf dem amerikanischen Kontinent, welches zur EU bzw. Europa gehört, ist ein guter Hinweis. Auch wenn dabei „Kernländer“ auf Europa liegen (= orts-partikel beabsichtigt), mit gewissen kolonialistischen Aspekten…
Allerdings dürfen wir bei diesem Punkt etwas nicht übergehen, was uns wohl …unangenehm ist:
Kanada ist kulturell und in unseren zt rassifizierten Augen e u r o p ä i s c h, eben nicht nur mythologisch oder alphabetisch sprachlich.
Auch wird öfters mal alles sahenwirmal juristisch argumentiert von wegen EU-Verträge sagen eindeutig, dass nur europäische Länder Mitglied werden können.
dabei kann man das natürlich ändern.
Ganz herzlichen Dank für den ersten und dialogisch-konstruktiven Kommentar zum mir so wichtigen Thema, @Cornelia Gliem 🙏🙌
Zur Geografie Europas sah ich erst neulich die wunderschöne ÖRR-Dokumentation „Ein Stück Frankreich in Nordamerika – Die Inseln Saint-Pierre et Miquelon“ (2026), zu der es unter anderem heißt:
Der Archipel Saint-Pierre-et-Miquelon liegt im nordwestlichen Atlantik und direkt neben der kanadischen Provinz Neufundland. Doch wenn man nach eineinhalb Stunden Überfahrt von Kanada im Hafen von Saint-Pierre einfährt, ist Europa plötzlich ganz nah: bunte Holzhäuser mit schmiedeeisernen Balkonen, gemütliche Cafés und Boulangeries.
Eine raue, aber schöne Inselgruppe
Die Inseln sind das letzte Überbleibsel der ehemaligen Kolonie Neufrankreich und das einzige französische Überseegebiet in Nordamerika. Eine raue, aber schöne Inselgruppe, auf der Papageientaucher nisten und in deren Gewässern Wale und Delfine Lebensraum finden. Auf der Hauptinsel Saint-Pierre mit der gleichnamigen Hafenstadt leben die meisten der knapp 6.000 Einwohner.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/laender-menschen-abenteuer/Ein-Stueck-Frankreich-in-Nordamerika-Die-Inseln-Saint-Pierre-et-Miquelon,sendung1343388.html
Und Sie haben m.E. auch politisch und zivilreligiös völlig Recht: In der Europäischen Union (EU) haben wir eine Vielzahl von demokratischen, also parlamentarischen Monarchien und Republiken. Das spricht also klar für, nicht gegen Kanada.
Auch eskaliert gerade wieder der zunehmend scheiternde Fossilist Donald Trump (USA) gegen die republikanische Gewaltenteilung, konkret gegen die Publikative.
Nachdem der Versuch scheiterte, ein Interview von Jimmy Kimmel mit dem texanischen Christ & Demokraten James Talarico zu vereiteln, attackierte Trump heute wieder über sein „Social Media“ eine von fünf Säulen der Gewaltenteilung – die Publikative.
„US-Präsident Donald Trump will CNN, MS Now (früher MSNBC) und »Politico« aufgrund der seiner Meinung nach ungünstigen Berichterstattung aus dem Weißen Haus verbannen. Das verkündete Trump in einer Mitteilung auf seiner Plattform Truth Social . Zudem drohte er, dass weitere solche Verbote für Medien folgen würden.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117293896674210447
Was den gemeinsamen Einsatz für Menschenwürde und gegen Rassismus angeht, so habe ich auch persönlich mit Kanada sehr gute Erfahrungen gemacht:
2015/16 leitete ich im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und mit Unterstützung seines Vizes und Finanzministers Nils Schmid (SPD) ein humanitäres Aufnahmeprogramm („Sonderkontingent“) für 1.100 jesidische Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak, die traumatisierende Gewalt und Verluste durch den sog. Islamischen Staat (IS) erlitten hatten. Habe dem früheren MP dafür unlängst in einem Artikel über „Die Sprache der Empathie“ gedankt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/Empathie-als-Sprache-der-Naechstenliebe-Michael-Blume2026.pdf
Noch während unseres Team-Einsatzes im Irak wandte sich Kanada an uns, weil es auch selbst ein humanitäres Aufnahmeprogramm für die genozidal verfolgten Jesidinnen & Jesiden durchführen wollte. Wir sprachen digital und dann auch in der kanadischen UN-Botschaft in New York.
Radia Canada International berichtete 2017 & das nordamerikanisch-europäische Land wurde tätig!
Over the past two years, Germany has accepted about 1,100 Yazidi refugees, mostly women and girls, survivors of a genocidal campaign of physical extermination and sexual abuse perpetrated by Islamic State militants in Northern Iraq and Syria.
The Yazidis are a Kurdish-speaking religious minority spread across northern Iraq and Syria, southeastern Turkey and Armenia. Their religion, which combines elements of Zoroastrian, Christian and Muslim beliefs, has made them targets of religious discrimination and persecution for centuries.
Denounced as infidels and devil-worshippers, the Yazidis in northern Iraq have been targeted by ISIS militants over the last two years. Thousands of Yazidi men were killed, while thousands of women and girls were carried off, bought and sold in slave markets, forced into sexual slavery, when ISIS forces overran their ancient homeland in the Sinjar province in northern Iraq in 2014.
A pioneering campaign
The pioneering campaign to identify and bring these vulnerable women for treatment and resettlement in Germany was carried out not by the federal government but by the state government of Baden-Württemberg, in southwest Germany.
It now seems, Canadian officials are taking a very close look at Baden-Württemberg’s experience, which could serve as an example for Canada’s own program.
On Nov. 17, the House of Commons Standing Committee on Citizenship and Immigration heard testimony from Dr. Michael Blume, head of the Special Quota Project at State Ministry of Baden-Württemberg, and Dr. Jan Ilhan Kizilhan, head of Department of Mental Health and Addiction, Cooperative State University, who was medical and psychological head of the Special Quota Project.
Between March 2015 and January 2016, the 15-person team led by Dr. Blume and Dr. Kizilhan was able to identify, interview, process and evacuate 1,000 women and children from Northern Iraq Baden-Württemberg. Another 100 more were brought to two other German states, Niedersachsen and Schleswig-Holstein.
https://www.rcinet.ca/en/2016/11/30/what-can-canada-learn-from-germany-yazidi-refugee-relocation-program/
Klar gibt es auch in Kanada Rassismus – aber ich habe das Parlament (Legislative) und die Regierung (Exekutive) von Kanada als klar anti-rassistisch und glaubwürdig für Menschenwürde & Vielfalt erlebt.
Schließlich sehe ich auch gemeinsame Potentiale in der schnelleren Überwindung des Fossilismus: Sowohl Kanada wie auch fast alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erkennen die fossilen Ursachen der Klimakrise offiziell an, arbeiten bereits wissenschaftlich zusammen und könnten wertvolle Technologien und Rohstoffe noch besser untereinander austauschen.
Schließlich geht es mit der Beistandsgarantie der Europäischen Union (EU) auch um eine verbesserte Sicherheit:
Eine um Kanada erweiterte Europäische Union (EU) könnte auch das von Donald Trump (USA) offiziell begehrte Grönland noch besser vor imperialistischen und fossilistischen Bestrebungen schützen.
Aus meiner Sicht sprechen also sehr viele starke Argumente gegen eine EU-Mitgliedschaft von Kanada, die gerne auch erst einmal „assoziiert“ ausgestaltet werden kann.
Eine stärkere Anbindung Kanadas an die EU befürworte ich auch.
Das Kanada aber ein Teil Europas sein soll, ist eine sehr kreative Interpretation der Mytho-Geographie und erinnert mich etwas an die barocke Mythographie, wo jedem europäischem Herrscherhaus eine Abkunft aus Troja angedichtet wurde. 😉
Ich bin kein Jurist, aber vielleicht müsste man doch den Artikel 49 in den europäischen Verträge ändern, z.B. „jeder europäisch gesinnte Staat“. Oder „europäisch“ streichen.
Danke, @Paul Stefan – doch mein Argument geht ja anders herum: Europa war immer eine Mythologie, die auf verschiedene, sich erweiternde Geografie angewandt wurde.
Europa war nie ein „eigener Kontinent“ im geografischen Sinne, sondern eine wesentlich politische Konvention, die schon heute via Dänemark / Grönland & Frankreich / Saint-Pierre-et-Miquelon bis an die kanadische Grenze reicht.
Wie es Terra X schon 2019 richtig formulierte:
„Europa ist ein vergleichsweise kleiner Erdteil. Streng genommen ist es nur ein Teil des größten Kontinents – Eurasien.“
https://www.youtube.com/watch?v=6g–xd8Sdcc
Und die geologischen Überraschungen reichen bis in die Schweiz:
„Die steil aufragende Bergspitze des Matterhorns, mit ihrer charakteristischen Form, besteht aus afrikanischem Gneis.“
Es gibt also keinen über die Reaktanz hinausreichenden Grund, hier post-fossil und demokratisch zu klein zu denken und zu fühlen. 🌞🙌
@Hauptartikel
Wenn Trump mit der Energiewende und der Verteidigung Europas nichts mehr zu tun haben will, macht es Sinn, um ihn herum eben zusammenzuarbeiten.
Zumal sich Trump grundsätzlich unberechenbar verhält, da kann man nichts anderes machen, als auf Distanz zu gehen.
Ein schneller Beitritts Kanadas wäre vermutlich auch so wichtig nicht. Aber Zusammenarbeit gerne sofort schon. Soweit es da Konvergenzen gibt, auf jeden Fall.
Ich hab auch keine Ahnung, was jetzt Trump mit dem Iran weiter vor hat. Und schon gar nicht, was wir in Europa da denn konkret militärisch beitragen sollen. Wir haben doch praktisch keinerlei mobile Kräfte, die da nennenswert mitmischen könnten.
Wir können uns nur selber verteidigen, was Anderes hatten wir schon ziemlich lange nicht mehr vor.
Vielen Dank für Deinen Druko, lieber @Tobias
Bin da ganz bei Dir, zumal der POTUS Trump erst neulich seine fossilistischen und imperialistischen Träume postete:
Mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump einen heftigen Zollstreit, bei Grönland macht er Kontrollansprüche geltend und mit Handelspartner Mexiko lag er auch schon im Clinch. Jetzt provoziert der Republikaner mit einer Nordamerika-Landkarte, die diese Länder und die Arktisinsel in die US-Flagge gehüllt darstellt. Darauf prangt nur ein einziger Ländername: Vereinigte Staaten von Amerika.
In die auf Truth Social veröffentlichten Grafik einbezogen waren unter anderem auch Island und Kuba – dem schwer angeschlagenen Karibikstaat hatte Trump schon offen mit einer Übernahme gedroht. Während Mexiko, Kuba, Kanada und Grönland zu Amerika gehören, gilt dies für Island nicht. Es ist Teil von Europa. Trump kommentierte die Landkarte nicht, sondern ließ sie für sich stehen.
https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-karte-zeigt-kanada-mexiko-und-groenland-als-teil-der-usa-a-350199fd-7ebc-4eda-8dc5-3fc976e83d42
Und zur komplexen Lage kam gerade auch diese Nachricht rein:
Die USA, Dänemark und Grönland haben im Streit um die Arktisinsel einen Durchbruch erreicht. In der kommenden Woche werde voraussichtlich ein Abkommen mit den USA unterzeichnet, teilten die Regierungen von Dänemark und Grönland mit. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor auf der Plattform Truth Social von einem bereits besiegelten Deal zu Grönland geschrieben. […]
»Ich freue mich, dass es Aussicht auf ein gutes Abkommen für Grönland, das Königreich Dänemark und die USA gibt«, wird die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen in einer Pressemitteilung zitiert.
Es handle sich um eine Vereinbarung, die »unsere gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik stärkt und deshalb auch gut für die Nato und Europa ist«. Außerdem erkenne der Deal die Souveränität und territoriale Integrität des dänischen Königreichs und das Recht des grönländischen Volks auf Selbstbestimmung an.
»Das Abkommen erkennt Grönlands Interessen und unseren Platz in der internationalen Zusammenarbeit an«, hieß es von dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen in der Mitteilung. »Es nützt uns allen.«
https://www.spiegel.de/ausland/daenemark-und-usa-verkuenden-einigung-im-groenland-streit-a-3b1862ed-e331-4dde-8265-e5ec805254b6
Auch hier zeigen sich die Vorteile einer klaren und gemeinsamen Haltung der EU – Mitgliedsstaaten. Dabei ist im Hinterkopf zu behalten, dass Trump auch immer wieder Vereinbarungen aufgekündigt hat, wenn es ihm opportun erschien.
Jeder Ausbau von erneuerbaren Friedensenergien, die als Heimatenergien auch Wohlstandsenergien sind stärkt die Unabhängigkeit der Europäischen Union (EU) gegenüber dem katastrophalen Importbedarf für fossile Gewaltenergien (v.a. Erdöl und Erdgas).
Zudem sind dezentrale Energienetze resilienter. Auch der deutsche Bundes-Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sprach daher zu Recht von erneuerbaren Sicherheitsenergien.
Danke, @Michael, für diese Hintergrundinformationen zur aktuellen Entwicklung!
Spannend, dass Bezeichnung „Europa“ für den westlichen Teil Eurasiens kein geografisches, sondern ein kulturelles und historisches Konstrukt ist, wie Du zeigst.
Und dass sich dann Kanada hinzu gesellen könnte in einer neu entstehenden Weltordnung, wäre da nur wünschenswert und stimmig.
Ironie der Geschichte: die gegenwärtigen Verwerfungen (geologischer Begriff!), die der Ausgangspunkt für die aktuellen neuen Perspektiven (Europa und Kanada) sind, resultieren zu einem guten Teil aus einer (für den gesamten Globus) sehr destruktiven amerikanischen Bewegung, die wie in einer Psychose in eine „gute alte Zeit“ zurück will, in der Amerika vermeintlich „great“ war. Wobei, Moment!, die Vereinigten Staaten von Amerika ihren Namen einem italienischen (europäischen) Entdecker (Amerigo Vespucci) verdanken. Schon verrückt, welche Wege die Geschichte findet.
Vielen Dank für Deinen zustimmenden und ergänzenden Druko, lieber @Peter 🙏
Und ich stimme Dir zu und gehe auch noch einen geschichtlichen Schritt weiter: Dass nach Christoph Kolumbus (1451 – 1506) auch Amerigo Vespucci (1454 – 1512) mit Schiffen vom damaligen Europa über den Atlantik in die späteren Amerikas gelangte – und nicht umgekehrt – hat nach meiner Einschätzung im Wesentlichen drei Gründe:
1. Die den Austausch zwischen den Kulturen fördernde Lage des Mittelmeeres (lat. Mare Nostrum, Unser Meer) im Westen des eurasischen Gürtels.
2. Die Schrift-Medienrevolution der Alphabetisierung auf dem Sinai.
3. Die aufgrund der ersten beiden Faktoren beschleunigte kulturelle Evolution auch der Technologien.
Ab dem 20. Jahrhundert verdanken wir Kanada zudem die Entfaltung der kanadischen Medienwissenschaft durch bedeutende Forscher wie Harold Adams Innis (1894 – 1952), Marshall McLuhan (1911 – 1980) und Derrick de Kerckhove (geb. 1944).
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/diesseits-von-zeit-raum-aus-fediversum-und-ki-emergiert-das-erste-perfekte-medium-nach-harold-innis/
Übrigens stammt der jafetitisch-lateinisch alphabetisierte Name Amerigo aus aus dem Altgermanischen (vom Namen Amalric, Emmerich abgeleitet) und bedeutet übersetzt „der Tapfere“, „der Mächtige“ oder „der mächtige Herrscher“. Während der Renaissance war der Vorname in Städten wie Florenz recht beliebt.
Die berühmte „Europa-Rede“ an der Universität Zürich in der Schweiz hielt Winston Churchill (1874 – 1965) heute – on this day – vor 80 Jahren, am 19. September 1946:
https://www.deutschlandfunk.de/zuericher-europa-rede-1946-als-winston-churchill-zur-ikone-100.html
Zwar stimmt es leider, dass nur ein kleiner Teil der Menschen bereit ist, aus der menschlichen Geschichte zu lernen und das Präventions- und Friedensparadox zu vermeiden. Dass wir alle aber dazugehören könnten und mich eine ganze Reihe von Geschichts-Podcasts begeistern, sei hier mal hoffnungsfroh erwähnt. 🌞
Ich finde es ganz interessant das ziemlich viele der Menschen, die Russland gerne als Teil Europas sehen möchten, mit Kanada so Ihre Probleme haben.
Irgendwie bestätigen die doch, das Europe keine geographische Idee ist. Geographische Argumente werden so weit ich das sehen kann immer so zurecht gezimmert, das sie zu einer bestimmten Ideenwelt passen.
Sag mir wen Du als Europäer siehst und ich sage Dir wie Du denkst.
Ja, @Uli Schoppe – wir erkennen hier in der zahlreichen Hinwendung zu Russland & Abwendung von der Ukraine und von Kanada das deutliche, psychologische Muster des feindseligen Dualismus und der Tyrannophilie, die über algorithmische und fossile Konzernmedien gezielt befeuert werden.
Ganze Jahre digitaler Thymotisierung und fossiler Desinformation haben Folgen: In der medial übersteigerten Angst vor vermeintlich bedrohlichen Menschengruppen und der unterwürfigen Hinwendung zu fossilen Autoritären wie Wladimir Putin oder auch Donald Trump zeigen sich die Auswirkungen zerstörter, demokratischer Haltung, einer nicht reflektierten Erkenntnistheorie und von Verschwörungsmythen insbesondere gegen Aktive für die Energiewende. Fossile Gewaltenergien beschädigen auch den menschlichen Geist.
Warum Kanada nicht Mitglied der EU werden sollte.
Kanada gehört zum britischen Commonwealt und GB ghört nicht zur EU.
Das offizielle Saatsoberhaupt ist König Charles.
Frankreich hat dagegen ein Interesse, der französichsprachige Teil Kanadas gehört kulturell auch zu Frankreich.
Deutshland sollte sich dabei heraushalten, was die wirtschaftlichen Beziehungen betrifft, dabei sollten wir entgegenkommend sein, wenn die USA Druck auf Kanada ausüben.
Das alles sollte gründlich überlegt sein, denn Deutschland ist auch von den USA abhängig.
Lieben Dank, @NI, dass Sie Ihre erkenntnistheoretische und tyrannophile Feigheit hier so öffentlich machen.
Ich halte nichts davon, die Gefahren des Fossilismus und des fossilen Faschismus zu verleugnen. Wir alle sahen doch die Geschichte der sog. „Achsenmächte“ von Deutschland, Italien und Japan.
Und wir sehen doch heute live den Absturz sowohl der USA unter Donald Trump wie auch von Wladimir Putin unter Russland. Wer da nur buckelt und sich unterwirft, wird fossil abgezockt oder sogar an die Front geschickt!
Im Übrigen gehören Dänemark und Grönland bereits zur Europäischen Union (EU) und Kanada zur NATO. Ich halte Verrat an Verbündeten nicht nur für feige, sondern auch für ehrlos.
Wenn Sie Abhängigkeiten – etwa in Fragen der Energie oder auch der Medien – als problematisch erkennen, dann lassen Sie uns diese doch schnellstmöglich abbauen! Niemand kann alles, aber alle können etwas dafür tun.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mimetische-abhaengigkeiten-drogen-fossile-gewaltenergien-algorithmische-konzernmedien-verschwoerungsmythen/
Nun bleibt zu hoffen, dass die tapferen Schweizerinnen und Schweizer die sog. „Neutralitätsinitiative“ des überreichen Putinknechtes Christoph Blocher (SVP) ablehnen werden. Eine weitere Demokratie, die sich vor fossilen Tyrannen und Massenmördern in den Staub wirft, wäre schon schmerzhaft. Es ist wirklich schade zu sehen, welche enormen Schäden an Mitwelt und Menschenwürde überreiche, fossile Patriarchen des 20. Jahrhunderts verursacht haben und weiter verursachen.
Im Fall der Schweiz gehört dazu auch eine unterirdisch schlechte Familienpolitik, so dass auch die Alpenrepublik in der demografischen Traditionalismusfalle verebbt und nach rechts rutscht. Wo sich nur noch Reiche „Kinder gönnen können“, da ersterben eben auch Leistungs- und Zukunftswille.
Michael Blume,
Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn jemand ihren Analysen widerspricht.
Ihre Politik ist im Augenblick der Mainstream, „wir buckeln nicht“ wir spielen Alles oder Nichts.
Man kann diese Position vertreten,
Man kann diese Position ablehnen.
Meine Meinung: In einem blog muss man nicht vor dem blogmaster buckeln, es müssen auch Alternativen willkommen sein.
Selbstverständlich, @NI 👍
Deswegen schalte ich ja sogar Drukos frei, die gegen alle historischen und auch aktuellen Erfahrungen schamlos und feige die Unterwerfung unter Wissenschaftsleugnung und fossile Tyrannen propagieren.
Allerdings sehe ich meine Verantwortung dann auch darin, diese Feigheit und Tyrannophilie auch deutlich und freundlich anzusprechen, aufzuklären.
Vorhin habe ich in einem Dialog über die Folgerungen aus der badischen und amerikanischen Revolution gepostet:
Es tut mir Leid, das so deutlich sagen zu müssen, aber ich meine es ernst:
Das säkulare Menschenbild vom Ratio & Erkenntnis verpflichteten „Homo oeconomicus“ war eine mimetische Selbsttäuschung des Bürgertums.
Wir Menschen sind viel eher mimetisch (nachahmend) als vernünftig.
Entsprechend gab und gibt es immer auch negative, gewalttätige „Vor-Bilder“.
Und durch eine feindselige Publikative, algorithmische Konzernmedien gegen Wissenschaft & Demokratien lässt sich dieses Böse leicht bis zur Zerstörungslust befeuern, vervielfältigen.
Dafür braucht es noch nicht einmal Politik oder Religion. Schaut Euch bitte einmal den bizarren „Drachenlord – Hate“ an, der von Tausenden (!) jungen Deutschen sinnfrei und gesetzwidrig bis hin zur Gewalt gegen Menschen und Tiere zelebriert wird.
Wenn wir unsere demokratische Republik retten wollen, dann brauchen wir wieder ein realistisches Bild vom Menschen. Auch, wenn das nicht so schön ausfällt, wie wir es uns gerne einreden.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117303080687549170
Dass ich Sie nicht täusche, sondern ebenso freundlich und klar sage, was ich von Ihren Unterwerfungsgesten gegenüber Wissenschaftsleugnung und Tyrannei halte, ist ein Ausdruck meines Respekts vor Ihrem Potential. Auch Sie könnten sich ja jederzeit zu Mut und Wahrheit wenden. Warum denn auch nicht?
Michael Blume Betreff : Wissenschaftsleugnung
Das ist ihr Hauptargument, wer sich wissenschaftlich richtig verhält, der macht es richtig.
So funktioniert Politik nicht (nur)
Schiller hat es so formuliert:“ Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“
Wir haben nun einmal einen bösen Nachbarn (sogar zwei) und wir müssen mit beiden leben.
Zweitens, sie verdrängen das Argument Angst. Wir gehören der Kriegsgeneration an, unsere Familie und alle Verwandten haben zweimal Haus und Hof verloren, mussten zweimal fliehen.
Wir sind keine Hurrahpatrioten, die hehren Zielen nacheifern.
Etwas mehr Respekt vor der Generation der Älteren.
Vielen Dank, @NI – ich rechne es Ihnen hoch an, dass Sie selbst den Zusammenhang zwischen Krieg, fossilem Faschismus und Wissenschaftsleugnung aus Ängsten herstellen. 🙏👍
Denn Sie haben ja völlig Recht: Der fossile Faschismus hat die Menschen immer mit Verschwörungsmythen und Ängsten in katastrophale Kriege und Massenmorde getrieben. Auch die Generationen vor Ihnen und @Realo haben sich aus Angst eingeordnet – und sehr teuer dafür bezahlt.
Und heute sterben wieder ukrainische und russische Menschen, weil sich die russische Gesellschaft von einem fossilen Faschisten mit Verschwörungsmythen und Ängsten unterwerfen ließ.
Worin wir uns unterscheiden, ist die Lehre, die wir aus diesem Befund ziehen: Sie und @Realo fordern, dass auch wir Heutigen uns wieder (!) fossilen Tyrannen unterwerfen sollen – und hoffen, damit selbst durchzukommen.
Viele andere & auch ich respektieren die Lehren der Geschichte, NIE WIEDER vor fossilen Faschisten und Tyrannen zurück zu weichen.
Es ist nett von Ihnen, dass Sie hier um Respekt vor ängstlicher Tyrannophilie betteln. Meine freundliche Antwort darauf ist: Ich traue Ihnen zu, dass auch Sie sich selbst, Ihre Familie und die Lehren der Geschichte wieder respektieren.
Die Lehren der Geschichte und auch die Verluste Ihrer Familie enthalten eine klare Botschaft: Nie wieder Verschwörungsglauben, nie wieder Faschismus!
Wenn Sie es schaffen, sich und die Lehren der Geschichte wieder selbst zu respektieren, dann würde ich das sogar feiern. 😌🇩🇪🇪🇺🙌
Oh, @NI – jetzt wollen Sie diesen Wissenschaftsblog also auch zur Verbreitung von antidemokratischen Verschwörungsmythen missbrauchen?
Ich habe den Post von Donald Trump mit der Großamerika – Karte inklusive Kanada, Mexiko, Grönland und Island verlinkt. Für Ihre Verschwörungsvorwürfe gegen die Europäische Union (EU) haben Sie doch sicher vergleichbar valide Belege?
Oder halten Sie einen freiwilligen (!) Staatenbund – aus dem etwa auch UK friedlich wieder austreten konnte – ernsthaft für das Gleiche wie ein fossil-kriegführendes Imperium?
Dann hätten Sie sehr drastisch die falschen Schlüsse aus der auch deutschen Geschichte gezogen…
Danke für Ihre sehr lehrreichen Ausführungen und Erklärungen.
Etwas überrascht hat mich die 2. Frage. Denn es sollte doch allgemein bekannt sein, dass das United Kingdom seit 1975 Mitglied der EU war. Demnach kann die damalige Monarchin, Königin Elisabeth II. kein „Hindernis“ zum Beitritt gewesen sein.
Historisch betrachtet, war das Vereinigte Königreich an vielen kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Kontinent beteiligt.
Beispiele sind:
Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688-1697
Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714
(UK von 1701-1707)
Siebenjähriger Krieg 1756-1763
Befreiungskriege 1813-1815
…
Sie zitieren Winston Churchill und seine Rede in Zürich 1946. So unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs wäre es der britischen Öffentlichkeit vermutlich nicht zu erklären gewesen, warum sich das United Kingdom den Vereinigten Staaten von Europa hätte anschließen sollen. Außerdem verfügten die Briten über ein großes Kolonialreich (inkl. Indien!).
Winston Churchills Vorfahr John Churchill, 1. Duke of Marlborough, nannte sein Schloss „Blenheim“ nach dem bayerischen Ort Blindheim.
Der 1. Weltkrieg führte zum Bruch der dynastischen Verbindungen zwischen der königlichen Familie des UK und den nach 1918 nicht mehr regierenden Dynastien auf dem europäischen Festland. 1917 änderte König Georg V. den Namen seiner Familie. Aus Sachsen-Coburg-Gotha wurde Windsor.
Auf ein besonderes historisches Ereignis des Jahres 1913, das die engen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den britischen Royals und den deutschen Dynastien dokumentiert, möchte ich gerne hinweisen.
Im Februar 1913 erschien in britischen und deutschen Zeitungen eine Mitteilung des britischen Königshauses, dass der Prince of Wales (König Edward VIII/Duke of Windsor, 1894-1972) im März desselben Jahres für einen mehrwöchigen Familienbesuch nach Deutschland reisen werde. Am 27.03.1913 traf er in Stuttgart ein, wo er sich die nächsten drei Wochen als Gast des württembergischen Königspaares aufhielt, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Anhand historischer Zeitungen konnte ich einiges über seine Aktivitäten in Württemberg herausfinden.
Sie schreiben, dass Frau von der Leyen Kanada eine assoziierte Mitgliedschaft in der EU angeboten habe. Wäre nicht die Formulierung passender, dass die EU diese angeboten hat?
Im übrigen finde ich diesen Vorschlag großartig, denn ich hoffe, dass damit eine gewisse abschreckende Wirkung auf Trump/Putin verbunden ist.
Marie H. Betreff: Europäische Königshäuser
Sie betonen zurecht , dass das englische Königshaus mit dem deutschen verwandt. ist. Und nicht nur das, die russische Zarenfamilie Romanow hat deutsch-dänische Wurzeln.
So hat man früher durch Heirat die Kriegsgefahr zwischen den europäischen Staaten verringert.
Und weil sie im letzten Satz von der abschreckenden Wirkung auf Trump/Putin zu sprechen kommen,
man sollte auch darauf hinweisen, dass Herr Putin 2008 Zarin Maria Fjodorowna (Frau von Alexander III. und Mutter von Nikolaus II.) eine geborene Prinzessin Dagmar von Dänemark war , gestorben in Dänemark und auch begraben, er sie wieder umbetten lies nach St. Petersburg.
Die Geschichte ist lebendig, man muss sie nur publik machen.
Und was Herr Trump betrifft, der hat deutsche Wurzeln, und das ist positiv zu sehen.
Warum ich das schreibe, wenn man also die Assoziierung oder auch den Beitritt von Kanada zur EU als Drohung an die USA benutzt, dann nenne ich das einen Missbrauch , eine ganz schlechte Form von Diplomatie.
Anmerkung: Keine großartige Idee.
@NI
Bereits in den 1990er Jahren gab es Umbettungen in die Grablege der Romanows in der Peter und Pauls Kathedrale in Sankt Petersburg. Unter anderem den Großfürsten Kyrill Wladimirowitsch Romanow (1876-1938).
Aus dessen Ehe mit Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha gingen drei Kinder hervor. Die Tochter Kira (1909-1967) wurde 1938 die Frau von Louis Ferdinand Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern von 1951-1994.
Zu den Vorfahren sowohl von Kira und Louis Ferdinand gehören Herzog Friedrich Eugen von Württemberg und seine Frau Friederike Sophie Dorothea von Brandenburg-Schwedt. Prinzessin Sophie Dorothee Auguste von Württemberg (1759-1828), eines von 12 Kindern des Paares heiratete 1776 den Sohn von Katharina der Großen, Paul. Sie war Großfürstin dann Kaiserin Maria Fjodorowna.
Dass Putin die von Ihnen genannte Maria Fjodorowna umbetten ließ, war historisch folgerichtig, liegen doch auch ihre Vorgängerinnen dort begraben.
Ich sehe allerdings nicht, wie durch dynastische Hochzeiten die Kriegsgefahr verringert wurde. Die Verwandtschaft zwischen den Monarchen Europas konnte den 1. Weltkrieg nicht verhindern.
Marie H. Betreff Kriegsgefahr verringern durch Hochzeit.
die Kriegsgefahr in Mitteleuropa zwischen 1900 – 1914 war gering, keines der beteiligten Länder hatte ein Kriegsziel.
Tatsache bleibt aber, das Wilhelm II seelisch karank war, er war als Kind vom Wickeltisch gefallen und hatte eine Verletzung an der Wachstumsfuge am Arm. Dadurch bleib der eine Arm kurz.
Zar Nikolaus , genannt Nicki, muss auch krank gewesen sein, er gab zwar nicht den Schießbefehl am Blutsonntag 1905 in St. Petersburg , aber er hatte das Militär allgmein ermächtigt auf Demonstranten zu schießen.
Es geht darum , dass sich Putin der russischen Geschichte verpflichtet fühlt und die heißt Europa.
Welcher Geschichte fühlt sich Kanada mehr verpflichtet, der amerikanischen oder der europäischen ?
Wenn Kanada der EU beitreten sollte, dann werden die Spielregeln neu geschrieben werden.
Die USA sehen die EU als Konkurrenten und als Störenfried bei einem geplanten Deal zwischen Rußland – USA – Ukraine.
Die Ziele der EU bezüglich Ukraine sind absolut, absolute Souveränität für Ukraine.
Die Ziele der USA beinhalten auch einen Kompromiss und ein Verzicht auf absolute Souveränität für Ukraine.
Und ein Bund EU-Kanada wird dann als Bedrohung verstanden.
@NI
Sie schrieben:
„Welcher Geschichte fühlt sich Kanada mehr verpflichtet, der amerikanischen oder der europäischen ?
Wenn Kanada der EU beitreten sollte, dann werden die Spielregeln neu geschrieben werden.“
Die Demokratie-Geschichte von Europa und Nordamerika war seit jeher verbunden. Badische Revolutionäre kämpften nach der (vorläufigen) Niederlage gegen den preußischen Fossilismus als „Forty-Eighters“ wie Gustav Struve und Carl Schurz für die demokratische Republik und gegen die Sklaverei mit den amerikanischen Nord- in den Südstaaten.
Habe dazu heute Morgen gepostet:
Da meine Familie aus Sachsen-Anhalt, damals DDR stammt, hatte ich von klein auf eine zivilreligiöse Überzeugung: Die freiheitliche & rechtsstaatliche Demokratie ist niemals sicher. Sie muss in jeder Generation neu gelebt und auch verteidigt werden.
Inzwischen erleben wir weltweit, dass der Profit-gierige Fossilismus, die digitale Thymotisierung & auch die Demografie Menschen dazu bringen, Freiheit und Zukunftshoffnungen zu verwerfen.
Auch bei den Wahlen heute in Berlin & Mecklenburg-Vorpommern werden leider viele eine faschistische Partei wählen – nicht aus „Protest“, sondern aus Wut, Hass & Zerstörungslust.
Werde morgen in Lörrach bei den „Struve Talks“ über die Bedeutung von Demokratie & Menschenwürde sprechen und mich dabei besonders auf die Badische Revolution von 1848 / 49 beziehen.
Gab zu einem Doku-Film dazu, der ab dem 16. Oktober tatsächlich in die Kinos kommt, auch meine Stimme.
Danke allen, die Demokratie & Freiheit lieben & leben! 🙏🖖
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117301882425402143
Demokratie und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Wissenschaft brauchen Mut, in jeder Generation neu. Finden Sie diesen.
Haben Sie herzlichen Dank für Ihr wieder so starkes Plädoyer für Geschichte, @Marie H. – ich lese Ihre Drukos immer wieder gerne und auch mehrfach.
Denn, ja, wir können die Geschichte der europäischen Monarchien in Kontinentaleuropa auch als eine Geschichte von teilweiser Verdrängung verstehen.
So endete mit der britisch-imperialen Queen Victoria (1819 – 1901) nicht weniger als die Linie des Hauses Hannover in Großbritannien!
Nach ihrem Tod ging die britisch-imperiale Krone an das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, dessen im Vereinigten Königreich bis heute regierender Zweig erst 1917, im ersten Weltkrieg, aus naheliegenden Gründen in Haus Windsor umbenannt wurde.
Auch über die historischen Bezügen zwischen den deutschen Altsachsen und britischen Angelsachsen ließen sich ganze Bücher schreiben!
Doch leider hat sich das Geschichtswissen in Deutschland noch nicht vom digital-thymotischen Einbruch des Lesens erholt. Mit Sorge sehe ich auch rechtsmimetische Umtriebe etwa des „Kollegen“ Andreas Rödder, der auch nach seinem persönlichen Scheitern in der CDU-Grundsatzprogrammkommission und dem offenkundigen Scheitern der politischen Rechtsmimesis unter Friedrich Merz (CDU) weiterhin versucht, die Unionsparteien zur AfD hin zu öffnen. Ich hoffe sehr – und werde weiterhin meinen Teil dafür tun – dass sich die Christdemokratie nicht länger von solchen Brandmauer-Gegnern und Rechtslobbyisten an der Nase herumführen lässt.
Ich meine als seit Jahrzehnten quer durch alle Ebenen der Partei aktives Mitglied: Wer die Christdemokratie weiter ins Konservative oder gar Rechte verschieben will, hat aus der Geschichte von DNVP und Zentrum in der Weimarer Republik nichts gelernt.
Meine konstruktive Betonung der Arbeit unserer gewählten EU-Kommissionspräsidentin findet auch vor dem Hintergrund heftiger Debatten auf Mastodon statt:
Nachdem ich es hier „gewagt“ habe, mit der Kanada – Einladung durch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch eine Christdemokratin zu würdigen, prasselt wieder der übliche, oft parteipolitische Dualismus.
Daher hier nochmal meine freundliche Ansage: Es gibt Politikerinnen auch in der Union wie Katherina Reiche, von denen ich weniger halte & andere wie UvdL, deren Arbeit ich schätze. Und niemand muss das ebenso sehen. Andere Meinungen & Einschätzungen sind völlig ok. ✅️
Wer jedoch nicht in der Lage ist, „Kritik“ zu formulieren, ohne Frauen mit Namens-Verniedlichungen herab zu setzen oder ganze, demokratische Parteien pauschal zu diffamieren – wird von mir stummgeschaltet.
Ich schenke meine Zeit gerne dialogischen Menschen. Aber arroganten Mackern (m/w/d), Sexismus & feindseligem Dualismus bekommen meine Aufmerksamkeit nicht. 😌
Und ich stehe dazu: Frauen können ebenso gute Politik wie Männer und Kanada darf gerne in die EU!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117284624328284652
Sollte nach der ersten Bundeskanzlerin und ersten EU-Kommissionspräsidentin auch noch die erste Bundespräsidentin eine Christdemokratin werden, so rechne ich mit weiteren Fluten aggressiver und sexistischer Anwürfe. Gerade auch für jene Linke (m/w/d), die ihre eigenen Parteien als Spitzen des Fortschritts verstehen wollen, ist es schwer zu akzeptieren, dass die als „konservativ“ und „rechts“ verschrieene Christdemokratie so erfolgreiche Politikerinnen hervorgebracht hat. Also wechseln sie noch viel zu oft zu unsachlichen und persönlichen Abwertungen. Beobachte ich.
Ich habe große Hochachtung vor Frau von der Leyen. Wer als Frau über Jahre hinweg so hohe Ämter innehat, muss über enormes Stehvermögen und Durchsetzungskraft verfügen.
Dass sie Christdemokratin ist, schmälert ihre Arbeit und ihre Verdienste nicht – im Gegenteil!
Da Sie Herrn Rödder erwähnt haben: Wie Sie wahrscheinlich wissen, war er in den 1990er Jahren an der Universität Stuttgart tätig. Er war dort Wissenschaftlicher Assistent von Eberhard Jäckel, Professor für Neuere Geschichte.
Mit dessen Namen verbunden ist die Anregung zu einer zentralen deutschen Holocaust-Gedenkstätte (gemeinsam mit der Publizistin Lea Rosh). 2005 wurde in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas eröffnet.
Der Vorgänger von Prof. Jäckel in Stuttgart war Golo Mann. Dessen Frage nach dem Ende der Demokratie lautete nicht, ob es wieder passieren KANN. Er fragte: WOLLEN wir, dass es wieder passiert? Sein Misstrauen gegenüber den Deutschen hat er nie ganz überwunden, wie er selbst einmal sagte.
Ganz herzlichen Dank, @Marie H.
Ich beobachte, dass Frauen in der Politik und Öffentlichkeit immer noch härter und manchmal unfairer angegangen werden als Männer.
So habe ich 2022 auch die damalige Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) gegen eine unfaire, antimosaische Kampagne verteidigt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-47-die-antisemitischen-moses-verschwoerungsmythen-der-sog-insm-gegen-annalena-baerbock/
Auch in der CDU gab es viele, die nach der erfolgreichen Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) mackerhaft geglaubt haben, sie könnten jetzt „mal Mutti zeigen“, wie man(n) mit „CDU pur“ regiert. Und entsprechend krachend gescheitert sind.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich glaube nicht, dass Frauen grundsätzlich besser in der Politik wären und kritisiere beispielsweise die fossile Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) als rücksichtslose Gaslobbyistin. Aber ich denke, dass es gerade auch starke Demokratinnen und Demokraten quer durch alle Parteien verdient haben, sie fair und mit dem gleichen Respekt zu thematisieren wie ihre männlichen Kollegen.
Deswegen stelle ich auf Mastodon auch konsequent Accounts stumm, die die Namen von Politikerinnen verniedlichen („Uschi“, „Zensursula“, „GasKathi“ usw.) und den mackerhaften Sexismus in dieser Art von dualistischer „Kritik“ überhaupt nicht bemerken (wollen). Wer eine Demokratin, einen Demokraten konstruktiv kritisieren möchte, kann und sollte dies im 21. Jahrhundert endlich ohne sexistische und generell menschenverachtende Herabsetzungen und Demütigungen tun. Meine ich.
Kanada und Dänemark haben am 14. Juni 2022 per Vertrag den Whiskykrieg um die Hans-Insel beendet.
Seitdem haben Kanada und Dänemark eine gemeinsame Landgrenze.
Vielen Dank für den feinen Hinweis und lesenswerten Link, @Naena Taylor 🙏🇨🇦🇬🇱🇩🇰🇪🇺
Anfang der 1980er-Jahre wurde von kanadischer Seite ein Lager für wissenschaftliche Untersuchungen errichtet. Aus Protest schickte Dänemark zur Abschreckung Militärflugzeuge über die Insel.
1984 setzte der dänische Grönlandminister Tom Høyem eine dänische Flagge auf der Insel; Kanada protestierte dagegen. Seither wurde die Insel regelmäßig von Kanadiern und Dänen besucht, wobei jedes Mal die jeweilige Nationalflagge durch die eigene ersetzt wurde und zudem eine Flasche landesüblicher Spirituosen gegen die vorher hinterlegte Flasche getauscht wurde,weshalb dieser Konflikt auch „Whisky War“ genannt wird. […]
Die Arbeitsgruppe beendete 2022 ihre Verhandlungen. Die kanadische Außenministerin Mélanie Joly, der dänische Außenminister Jeppe Kofod und der grönländische Regierungschef Múte B. Egede unterschrieben am 14. Juni 2022 in Ottawa einen Grenzvertrag, durch den die Hans-Insel entlang einer mittig gelegenen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Schlucht aufgeteilt wurde.
Der grönländische Teil östlich der rund 1,2 km langen Grenze ist etwas größer. Durch den Vertrag erhalten Kanada und das Königreich Dänemark jeweils eine zweite Landgrenze (neben der zu den USA bzw. zu Deutschland), Grönland eine erste.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Insel
Geografie und Kartenliebe, Geschichte und Recht – was will mensch mehr!? 😌📚🙌
Lieber Michael,
dieses Mal machst Du es mir mit einem Randaspekt des ansonsten sehr schönen Blogartikels richtig schwer. Einerseits möchtest Du die Debatten nicht an Einzelpersonen ausgerichtet sehen, anderseits schreibst Du von U. V. d. Leyen als große(!) Christdemokratin, die Kanada quasi im Alleingang die Hand gereicht hat. (Hat sie nicht.)
Nenn mich Macker, aber ich halte v. d. Leyen für eine schreckliche Politikerin und einen schlechten Menschen; nur meine Meinung. Daran könnte ich oder könnten wir uns jetzt inhaltlich abarbeiten. Das Fass mag ich aber gar nicht aufmachen. Am meisten stört mich Deine Inkonsequenz. Einerseits monierst Du sehr oft Kritik an und Erhöhung von Personen in politischen Diskussionen, andererseits spielst Du dieses Spiel selbst.
Und ich würde mich bei der Kritik ausdrücklich nur auf sachlicher Ebene bewegen. Sie hat auch einige Sachen gut gemacht, genau wie die (für mich) fatal miese Kanzlerin Merkel (die ich übrigens nicht für einen schlechten Menschen halte). Das würde ich auch niemals in Abrede stellen. Andererseits hat sie viel Unheil verzapft. Das könnte ich sehr genau begründen. Darüber lässt sich streiten.
Ich möchte Dich nur wirklich bitten, selber sachlich zu bleiben, oder Kritik besser zu ertragen. Es nervt mich, wenn Sachen verlangt aber selber nicht eingehalten werden.
Diplomatischer habe ich das nicht formuliert bekommen. Mit diesem Statement mag ich unsere Beziehung trüben, aber das wollte leider raus.
Vielen lieben Dank, @Hui Haunebuh – Du hast wie so oft einen unserer dialogischen Knackpunkte 😉 genau getroffen.
Denn es ist genau, wie Du schreibst: Unmengen auch „linker Macker“ haben sich voller parteipolitischem Dualismus und Sexismus auf die christdemokratische EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) eingeschossen. Auch Du nennst sie „eine schreckliche Politikerin und einen schlechten Menschen“.
Und da sage ich klipp und klar: Nein. Ich bin Ursula von der Leyen unter anderem in Erbil in Kurdistan-Irak begegnet – sie war damals deutsche Verteidigungsministerin und ich Leiter des Sonderkontingentes für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak. Sie kannte das Programm, unterstützte es und bot mir auch Hilfe der Bundeswehr an – die wir als Bundesland damals erfreulicherweise nicht abrufen mussten. Deiner charakterlichen Abwertung dieser großen Politikerin, die übrigens auch den europäischen Karlspreis zu Aachen erhalten hat, kann und will ich nicht folgen.
Bedeutet das, dass sie niemals Fehler gemacht hat und vielleicht auch schwierige Seiten hat? Selbstverständlich nicht. Aber kann das unser Anspruch bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern sein? Warum lese ich keine vergleichbaren Hassausbrüche „linker Macker“ gegen Gerhard Schröder (SPD), der sich vom fossilen Gaskonzern Gazprom & vom tyrannischen Kriegstreiber Wladimir Putin einkaufen ließ?
Ich verstehe psychologisch selbstverständlich, dass es für viele „linke Macker“ (m/w/d) schwer zu akzeptieren ist, dass ausgerechnet die deutsche Christdemokratie mit der ersten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ersten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erfolgreiche Regierungschefinnen hervorgebracht hat. Das ist sicher für viele Leute schwer, die sich selbst für die Spitze des Fortschritts und die Christdemokratie für eine nur konservative Partei halten.
Und derzeit wird ja sogar diskutiert – was ich sehr begrüßen würde -, dass auch die erste Bundespräsidentin der Bundesrepublik Deutschland eine Christdemokratin sein sollte. Und ich ahne schon, wie dann auch auf Mastodon wieder viele „Macker“ gegen sie wüten werden…
Im Selbstbild hätten ja diese Ämter aus linken Parteien besetzt werden sollen – was nicht geschehen ist und den fortwirkenden Sexismus auch auf der säkularen Linken aufzeigt. Und gerade weil uns so viele progressive Anliegen verbinden, werde ich niemals aufhören, auch linken Antisemitismus, Klassismus und Sexismus aufzuzeigen. Linke Milieus, die sich nicht auch selbst aufklären, befeuern damit die Erfolge von Rechtspopulisten.
Übrigens hat mit der Malteserin Roberta Metsola (PN) eine weitere Christdemokratin und amtierende EU-Parlamentspräsidentin die Einladung zu Beitrittsgesprächen gerade auch auf Australien und Neuseeland ausgeweitet. Die Nachrichtenseite Euronews scheint darüber so geschockt, dass sie – womöglich aufgrund eines freudianischen Übersetzungsfehlers – aus der Parlamentspräsidentin einen Präsidenten gemacht hat…
In exklusiven Stellungnahmen bei Euronews hat die australische Regierung auf den Hinweis von *Präsident des Europäischen Parlaments Robert Mestola* reagiert, dass Australien und Neuseeland ebenfalls eine Einladung erhalten könnten, als „assoziierte Mitglieder“ an die Europäische Union heranzurücken.
Ein Sprecher der australischen Regierung betonte, die Beziehungen des Landes zur EU seien „so stark und wichtig wie nie zuvor“. Canberra konzentriere sich jedoch darauf, das Handelsabkommen zwischen der EU und Australien abzuschließen, „das uns noch enger zusammenbringen wird“.
„Dieses einmalige Generationenabkommen verschafft unseren Landwirten, Exporteuren, Produzenten und Unternehmen Zugang zu 27 EU-Staaten sowie 450 Millionen Verbrauchern“, sagte der Sprecher.
„Australien ist eine Handelsnation. In Zeiten weltweiter Unsicherheit ist es wirtschaftlich sinnvoll, unsere Handelspartnerschaften zu vertiefen.“
Nach Kanada: Assoziierte EU-Mitgliedschaft auch für Australien und Neuseeland?
Auch ein Sprecher der neuseeländischen Regierung stellte bei Reuters klar, dass „es keine Gespräche mit der EU über Neuseeland als assoziiertes Mitglied gegeben hat“.
Auslöser der Debatte ist eine Ankündigung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie hatte Kanada bei einer richtungsweisenden Rede zur Lage der Europäischen Union am Mittwoch in Straßburg die Tür zu einem Status als assoziiertes EU-Mitglied geöffnet.
https://de.euronews.com/my-europe/2026/09/18/exklusiv-australien-reagiert-auf-eu-idee-der-assoziierten-mitgliedschaft
Dir herzlichen Dank für unsere engagierten, kritisch-konstruktiven Dialoge! Ich meine wirklich, dass wir Demokratinnen, Demokraten & Solarpunks nur vorankommen, wenn wir auch unsere je eigenen Vorurteile zu hinterfragen üben.
Michel Blume,
Danke für die Informationen zu Ursula von der Leyen. sie vertritt eine klare Linie und verdient damit Respekt und Anerkennung, auch wenn man nicht immer ihrer Meinung sein muss. Wichtig in der Politik bleibt, dass die Personen berechenbar bleiben müssen. Sie leitet die EU. Aber sie wurde nicht direkt vom vom Volke gewählt. Eine Lücke im System, wenn man so will.
Danke, @NI
Auch deutsche Bundeskanzler und deutsche Ministerpräsidenten werden „nicht direkt vom Volk“ gewählt, britische und kanadische Premierminister vom Monarchen ernannt, wenn sie eine parlamentarische Mehrheit vorweisen können. Sogar in den USA wird der Präsident nicht direkt gewählt, sondern über ein „Wahlmänner“-System der Bundesstaaten.
Warum also stößt Ihnen dieser Umstand als vermeintlich „Lücke im System“ so besonders auf, wenn es um die EU-Kommissionspräsidentin geht? 😉
In Frankreich wandte sich die christdemokratische „Mouvement Républicain Populaire (MRP)“ gegen die Einführung des Präsidialsystems unter Charles de Gaulle – und ging daraufhin unter.
Weil ich diesen Prozess für wichtig auch im Hinblick auf die gesamte Geschichte der Christdemokratie halte, hier eine Zusammenfassung durch Felo.ai:
Der Widerstand des MRP gegen de Gaulles Präsidialsystem scheiterte vor allem daran, dass die Partei zwar am parlamentarischen Erbe der Vierten Republik festhielt, aber 1958 weder über ausreichende politische Geschlossenheit noch über eine überzeugende Alternative in der Algerien- und Regierungskrise verfügte. Ihre Führung akzeptierte letztlich de Gaulles Rückkehr an die Macht – und trug damit den institutionellen Bruch selbst mit.
## Ausgangspunkt: Verteidigung des parlamentarischen Modells
Das **Mouvement Républicain Populaire (MRP)** war eine christdemokratische Zentrumspartei und eine tragende Kraft der Vierten Republik. In den späten 1940er Jahren erzielte sie regelmäßig etwa ein Viertel der Stimmen, verlor aber mit der zunehmenden Polarisierung des Kalten Krieges deutlich an Wählerbasis; 1951 kam sie nur noch auf 12,6 Prozent.[5]
Politisch stand das MRP daher grundsätzlich für ein System, in dem Regierung und Parlament im Mittelpunkt standen. De Gaulle dagegen kritisierte die Instabilität der parlamentarischen Regime und wollte eine starke, über den Parteien stehende Exekutive, insbesondere ein mit erheblicher Autorität ausgestattetes Staatsoberhaupt. Der Konflikt hatte eine Vorgeschichte: Bereits 1947 entstand die gaullistische RPF auch als Reaktion auf die Zustimmung des MRP zur damaligen Verfassung, die de Gaulle ablehnte.[4]
## Die Krise von 1958 nahm dem MRP die Handlungsfreiheit
Als der Algerienkrieg und die Regierungskrisen im Mai 1958 die Vierte Republik in eine existenzielle Lage brachten, erschien de Gaulle vielen politischen Akteuren als einzig glaubwürdige Autorität, die einen Staatsstreich der Armee verhindern und die staatliche Ordnung sichern konnte. Das MRP unterstützte seine Rückkehr an die Spitze der Regierung ausdrücklich.[16]
Damit war sein späterer Widerstand gegen die neue Verfassungsordnung strukturell geschwächt:
– Es konnte de Gaulle nicht glaubwürdig als grundsätzlich illegitime oder undemokratische Alternative darstellen, weil es ihn selbst als Krisenlöser akzeptiert hatte.
– Es wollte die Rückkehr des Generals nicht mit einer offenen Staatskrise oder einem institutionellen Vakuum beantworten.
– Die Partei war als geschrumpfte Mittepartei nicht mehr stark genug, um eine stabile parlamentarische Gegenmehrheit zu organisieren.
Der Erfolg de Gaulles beruhte somit nicht allein auf Verfassungsmechanik, sondern auf der politischen Erschöpfung und mangelnden Legitimität der Vierten Republik. Gerade deren Instabilität lieferte das zentrale Argument für eine stärkere Präsidentschaft.
## Niederlage bei der Verfassung der Fünften Republik
Die Verfassung von 1958 begründete die **Fünfte Republik** und stärkte den Präsidenten erheblich: Er erhielt eine herausgehobene Stellung bei der Regierungsbildung, bei der Auflösung der Nationalversammlung und bei der Krisenführung. Das System blieb formal kein rein präsidentielles System nach US-Muster; präziser ist es als **semi-präsidentielles System** zu bezeichnen, weil ein Premierminister und eine vom Parlament abhängige Regierung fortbestanden.
Das MRP konnte diese Umgestaltung nicht verhindern. Sein Einfluss war begrenzt, weil die neue Ordnung in einem Referendum bestätigt wurde und de Gaulle als persönliche Autorität weit über sein eigenes Lager hinaus Unterstützung mobilisierte. Das MRP war damit nicht nur parlamentarisch, sondern auch plebiszitär im Nachteil: De Gaulle konnte seine institutionellen Vorstellungen direkt an das Volk appellieren, während das MRP vor allem über parlamentarische Verfahren und Parteienkompromisse wirkte.
## Der endgültige Bruch: direkte Präsidentenwahl 1962
Besonders deutlich wurde das Scheitern 1962, als de Gaulle die **direkte Wahl des Präsidenten durch allgemeines Wahlrecht** durchsetzen wollte. Dies verstärkte den personalisierten, präsidentenzentrierten Charakter der Fünften Republik erheblich. De Gaulle gewann 1965 die erste Präsidentschaftswahl nach diesem neuen Verfahren gegen François Mitterrand.[6]
Der MRP widersetzte sich der weiteren Aufwertung des Präsidenten, konnte aber keine dauerhafte Mehrheit gegen den General bilden. Selbst ein parlamentarischer Konflikt änderte nichts am Ergebnis: De Gaulle setzte auf das Referendum und auf Neuwahlen, also auf die direkte demokratische Legitimation seiner Linie. Damit erwies sich der Versuch, die Vorrangstellung des Parlaments gegen den Präsidenten zu bewahren, als politisch nicht durchsetzbar.
## Warum das MRP scheiterte
Das Scheitern lässt sich auf vier miteinander verbundene Faktoren zuspitzen:
**Krise der Vierten Republik** | Häufige Regierungswechsel und die Algerienkrise machten die Forderung nach einer handlungsfähigen Exekutive plausibel.
**Zustimmung zu de Gaulles Rückkehr 1958** | Das MRP legitimierte den Mann, der anschließend die institutionelle Neuordnung betrieb.[16]
**Wählerschwund und begrenzte Machtbasis** | Nach dem Einbruch von etwa 25 Prozent in den späten 1940ern auf 12,6 Prozent 1951 war das MRP keine dominante Regierungspartei mehr.[5]
**Plebiszitäre Stärke de Gaulles** | De Gaulle konnte Verfassungsfragen über Referenden und seine persönliche Popularität gegen parteiparlamentarischen Widerstand absichern.
Der MRP scheiterte also nicht daran, dass seine Kritik an einem übermächtigen Präsidenten folgenlos oder unverständlich gewesen wäre. Er scheiterte, weil die Krise des parlamentarischen Systems seine eigene Position entwertete, während de Gaulle eine für breite Teile der Öffentlichkeit überzeugendere Antwort auf die staatliche Instabilität anbot. Die Partei blieb mit ihrer Bindung an die Vierte Republik politisch und institutionell auf der Verliererseite der Gründung der Fünften Republik.
[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Popular_Republican_Movement
[2] https://perspective.usherbrooke.ca/bilan/servlet/BMParti?codePays=FRA&codeParti=mrp
[3] https://entities.oclc.org/worldcat/entity/E39QH7JmpW34MbD89ThTVmrCGR
[4] https://historica.fandom.com/wiki/Popular_Republican_Movement
[5] https://www.britannica.com/topic/Popular-Republican-Movement
[6] https://francearchives.gouv.fr/authorityrecord/FRAN_NP_052592
[7] https://www.pbs.org/wgbh/commandingheights/lo/countries/fr/fr_political.html
[8] https://en.unav.edu/web/bebrave/pensar-grandeza-y-fracaso
[9] https://repository.lsu.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1713&context=gradschool_theses
[10] https://slulibrary.saintleo.edu/c.php?g=368038&p=2487242
[11] https://archives.sciencespo.fr/actualites/retour-sur-un-parti-europhile-le-mouvement-republicain-populaire-mrp-42/n:54
[12] https://books.openedition.org/pur/16288?lang=en
[13] https://www.kas.de/de/laenderberichte/detail/-/content/frankreich-nach-sturz-der-franzoesischen-regierung-in-der-politischen-sackgasse
[14] https://dgap.org/de/forschung/publikationen/frankreichs-system-wirkt-zunehmend-dysfunktional
[15] https://www.britannica.com/topic/history-of-France/France-since-1940
[16] https://www.oxfordreference.com/display/10.1093/oi/authority.20110803100213262
[17] https://de.wikipedia.org/wiki/Mouvement_r%C3%A9publicain_populaire
[18] https://www.swp-berlin.org/publikation/labiles-frankreich-auswirkungen-der-vorgezogenen-parlamentswahlen
[19] https://www.democracy-international.org/de/news/frankreichs-debatte-ueber-direkte-demokratie-eine-gewonnene-und-verlorene-schlacht
[20] https://www.deutschlandfunk.de/macrons-muehsame-suche-nach-mehrheiten-100.html
[21] https://www.vorwaerts.de/international/frankreichs-regierung-reicht-ruecktritt-ein-die-nerven-liegen-blank
[22] https://euractiv.com/de/news/frankreichs-sozialisten-verhindern-macrons-neueste-regierungskrise/
[23] https://www.facebook.com/groups/352181896150872/posts/1323936108975441/
[24] https://www.republik.ch/2025/10/11/binswanger-das-scheitern-der-mitte
[25] https://www.eurotopics.net/de/344904/paris-was-macht-macron-nach-bayrous-scheitern
[26] https://kath-akademie-bayern.de/mediathek-eintrag/charles-de-gaulle-und-die-certaine-idee-de-la-france-charles-de-gaulle-zum-50-todestag/
[27] https://www.jstor.org/stable/2145251
[28] https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Gaulle
[29] https://www.reddit.com/r/AskHistory/comments/1ft51d5/why_is_charles_de_gaulle_such_a_divisive_figure/
Michael Blume Thema Warum wir wählen
Ihr Votum für eine indirekte Wahl
eines Kanzlers, eines Präsidenten muss genauer untersucht werden. Tatsächlich sind die meisten Präsidenten indirekt gewählt, und das Beispiel Hindenburg ist ja eine Warnung vor der Unberechenbarkeit des Volkes.
Herr T. ist indirekt gewählt, und er nutzt seine Befugnisse bis zur Grenze der Legalität aus.
Herr Putin ist direkt gewählt und er nutzt seine Befugnisse über die Grenze der Legalität aus.
Also, direkt oder indirekt, dieses Kriterium reicht noch nicht aus, ein Urteil zu fällen. Erst die Rechte, die einem Staatsoberhaupt eingeräumt werden sind das Qualitätsurteil .
Was bleibt zu kritiesieren. Es ist die Amtszeit eines Kandaten bei mehrstufigen indirekten Wahlen.
Frau von der Leyen wurde das letzte mal 2017 direkt in Deutschland gewählt.. also vor 9 Jahren.
Seitdem leitet sie mit Machtfülle das Amt der EU-Präsidentin, , mit Erfolg.
Trotzdem, die Wurzel als die Berechtigung zur Volksvertetung muss eine direkte Wahl zu einem früheren Zeitpunkt vorhanden sein.
Lieben Dank, @NI – aber ich muss da noch einmal politikwissenschaftlich korrigieren: Auch der Präsident der USA 🇺🇸 (der POTUS) wird nicht direkt, sondern indirekt über das sog. Wahlmänner-System der US-Staaten gewählt. 🗳️
Und das hat Folgen:
2016 gewann die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, im direkten Vergleich mit dem Republikaner Donald Trump deutlich mehr Stimmen (den „Popular Vote“).
Doch Donald Trump wurde mit der Mehrheit der Wahldelegierten zum US-Präsidenten gewählt.
https://abcnews.com/Politics/hillary-clinton-officially-wins-popular-vote-29-million/story?id=44354341
Auch das republikanische Wahlsystem spricht also nicht für die Unterwerfung unter Ihren fossilen Lieblings-Tyrannen.
Für mich ist das keine Frage nach links oder rechts. Gerhard Schröder mag ich noch weniger. Ich kenne eh keinen Menschen, der was auf ihn halten würde; ielleicht Lars Klingbeil.
Michael, Du hast Ursula von der Leyen leider verteidigt. Darum ging es mir gar nicht und ich lasse den Dreck im Kübel.
Gut finde ich, dass Du meinen Beitrag sportlich zu nehmen scheinst. Ich habe mich erst eben getraut, hier wieder reinzugucken.
Vielen Dank, lieber @Hui Haunebuh
Keine Sorge: Ich schätze Deine Drukos hier auf „Natur des Glaubens“ sehr – auch dann, wenn wir mal nicht einer Meinung sind. Denn dafür ist Dialog doch da!
Ich finde es viel schlimmer, wenn z.B. @Realo einfach immer nur wieder Putin-Trump-Tyrannophilie wiederholt und sich auch durch dialogische Einwände mehrerer Mitdiskutierender überhaupt nicht (mehr) in Frage stellen lässt. Du bist hier mit Deinen Kommentaren und auch Anfragen und Einwänden immer herzlich willkommen!
Aus der „Haunebuh“-Benennung hoffe ich zudem ein breites Interesse an Geschichte herauszulesen?
Dann gerne hier entlang:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/sueddeutsche-demokratinnen-gegen-antisemitische-preussen-die-mimetische-rueckkehr-der-geografie-und-revolutionsgeschichte/
Freue mich, noch viel von Dir zu lesen!
Mit Dank und herzlichen Grüßen 🙏🙌
@Michael 19.09. 10:36
„Geografie und Kartenliebe, Geschichte und Recht – was will mensch mehr!?“
Was mir am europäischen Projekt so gefällt, ist dass auch die Bundesländer mehr Gewicht bekommen können, und die Bundespolitik Zuständigkeiten an die EU und die Bundesländer abgeben kann. Ebenso in anderen größeren Mitgliedsstaaten.
Das dürfte helfen, die Lobbykorruption zu reduzieren, aber auch mehr Vielfalt mit sich bringen. Man kann dann auch das Bundesland wechseln, wenn es einem woanders besser gefällt. Und Konkurrenz wiederum fördert bekanntlich die Geschäfte.
So ist dann auch eine funktionierende Flüchtlingspolitik möglich, wenn jede Kommune selber entscheiden darf, wie viele Zuwanderer von außerhalb der EU aufnehmen will, und die EU dafür sorgt, dass auch genau soviele dann auch einreisen können.
Der Bund kann alleine die Zuwanderung nicht hinreichend kontrollieren, und wer wieviele neue Einwanderer gebrauchen kann und will, entscheidet sich m.E. in den Kommunen.
Ganz genau so, @Tobias 🙌👍
In Politikwissenschaft-Fachdeutsch: Der von Fossilisten & fossilen Tyrannen gehasste Erfolg der Europäischen Union (EU) auf der Basis von parlamentarischen Konsensdemokratien, christ- und sozialdemokratischen Parteifamilien dekonstruiert Nationalismus und digitale Thymokratien.
Oder in Alltagsdeutsch: Menschen in der Europäischen Union leben zwar medial noch überwiegend in Nationalstaaten, aber in der politischen Wirklichkeit immer mehr im Rechtsrahmen der Europäischen Union (EU), in Kommunen und Bundesländern / föderalen Regionen. Die nationalen Hauptstadtblasen dröhnen umso lauter, umso weniger sie noch zu sagen haben.
Deswegen setzt ja auch der neue, britische und als Bürgermeister aufgestiegene PM Andrew Burnham (Labour) zu Recht auf mehr Föderalismus, nachdem es seinem Vorgänger Keir Starmer (Labour) über Jahre nicht gelang, sich mimetisch-medial mit dem eigenen Volk zu verbinden.
Auch in den USA organisiert sich der post-fossile „No kings!“-Widerstand vor allem – aber eben nicht nur – aus den Stadtkulturen.
In Berlin fotografierte ich in der Nähe des Hauptbahnhofs an der Spree erst am Montag einen „Solarpunk Cities“-Aufkleber.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/IMG_2291-scaled.jpeg
Deine Meinung dazu würde mich sehr interessieren!
@Michael 19.09. 14:30
„In Berlin fotografierte ich in der Nähe des Hauptbahnhofs an der Spree erst am Montag einen „Solarpunk Cities“-Aufkleber.“
Mit Berlin als Stadt kenne ich mich nicht so aus. Da bin ich nie gewesen. Aber Stuttgart und Dortmund liegen in BW und NRW, jeweils von Grünschwarz und Schwarzgrün regiert. Und das ganz gut, so wie das aussieht. Mehr Länderkompetenzen wären da gut.
Zumal man hier im Ruhrgebiet zwischen den einzelnen Städten recht mobil ist. Die Wohnungsnot hält sich hier in Grenzen, im Gegensatz etwa zu Köln, Düsseldorf oder Münster. Und Neugebaut und Renoviert wird dennoch.
Vielen Dank, @Tobias – und, ja, auch ich habe die begründete Hoffnung, dass die Region Stuttgart & das Ruhrgebiet das post-fossile Zeug dazu haben, zu dynamischen Solarpunk-Arche-Regionen zu werden.
Es wird sicher auch weitere davon in Deutschland geben, aber alle werden es eher nicht schaffen. Das Verebben der jungen Generationen und damit auch der Binnen-Nachfrage und Investitionen sowie die Anstiege an Reaktanz und Rassismus greifen ja schon vielerorts um sich. Ohne nachhaltige Demografie samt Gleichberechtigung von Frauen und der Bereitschaft zur klugen Integration gibt es eben keine gute Zukunft.
Die Folgen der demografischen Traditionalismusfalle manifestieren sich dagegen leider weiterhin in Japan.
Japan ist im weltweiten Vergleich zur Gleichstellung von Frauen und Männern um einen Platz auf Rang 117 von 145 Ländern gestiegen. Unter den sieben großen Industrienationen der G7 liegt das Land damit erneut auf dem letzten Platz. Im Global Gender Gap Report 2026 des Weltwirtschaftsforums erreicht Japan einen Wert von 0,670 nach 0,666 im Vorjahr.
https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/japan-bleibt-bei-der-gleichstellung-von-frauen-und-maennern-schlusslicht-der-g7-staaten-380682/
Ich fürchte, auch einige deutsche Bundesländer werden diesen Irrweg ins demografische, kulturelle und wirtschaftliche Verebben wählen.
@NI
19.09.2026, 08:24 Uhr
Ja und? Die Mitgliedschaft im Commenwealth ist erst mal freiwillig oder? Jeder kann es verlassen. So wie man auch aus der EU raus konnte. Wie es sich gehört.
Der Commonwealth ist ein FREIWILLIGER Zusammenschluß … Das ist nicht das Zarenreich das Putin gerne hätte oder so.
Begründet jetzt was?
Ja, und Kathargo sollte vernichtet werden ^^ Für die Forderung hat aber jemand damals wenigstens Argumente gesucht oder wenigstens so getan…
Eine Begründung warum ist das hier:
irgendwie nicht… Es spircht nur Ängste eben aus.
Uli Schoppe, Ja und ?
Der Sinn von Politik ist, dass die Länder geordnet nebeneinander leben können.
Am Königshof gilt eine Etiquette, das ist ein Ordnungrahmen, der sich bewährt hat.
Staatenbündnisse schaffen einen Sicherheitsrahmen, der über Jahrzehnte und Jahrhunderte Bestand hat.
Und……..das Wichtigste dabei….die Bevölkerung muss sich mit diesen Verhältnissen identifizieren. Wenn sie das nicht macht, dann wird jemand anderes gewählt, der die lten Verhältnisse wieder herstellt.
Kanada gehört zu Nordamerika, und basta
Deutschland gehört zu Europa und nicht zu Asien.
Kapiert ?
Es gibt ein paar Länder, die sich nicht an klare Regeln halten, Türkei z.B.entscheidet in Nahost, wer das Sagen hat und gleichzeitig will es in die EU aus wirtschaftlichen Gründen.
So ein Verhalten ist zwiespältig. Und genauso zwiespältig wäre eine Assoziierung von Kanada mit der EU.
@Michael Blume
19.09.2026, 13:58 Uhr
Aus der Tatsache, das sich schlechte Menschen auf Frau von der Leyen eingeschossen haben folgt allerdings nicht automatisch, dass sie ein guter Mensch und eine gute Politikerin ist 😉
Glaube mir, ich habe mit meiner Meinung über Herrn Schröder von Anfang an nicht zurückgehalten. Er IST der Genosse der Bosse. Und wenn ich auch mal von wahren Schotten reden darf: Alles aber kein Linker…
Er spielt aber im Blogartikel irgendwie keine Rolle. Darum fände ich seine Erwähnung auch etwas am Thema vorbei.
Ich persönlich finde zwar auch das Du Frau von der Leyen überhöhst und finde das mt Deiner normalen und richtigen Argumentation schwer vereinbar. Das darf man wenn man gutmeinend ist auch mal erwähnen, das sollte aber nicht zu weit weg führen.
Ich bewundere eindeutig andere Politikerinnen viel mehr (Linke Politikerinnen bei denen bei mir eben auch die Persönliche Komponente hinzukommt das ich sie persönlich kennenlernen durfte) und bin da bestimmt auch angreifbar ohne das ich annehmen würde es ginge irgendwie um Mackertum.
Unlustigerweise treten „richtige“ Macker auch auf denen herum und das kann ich auch nicht besonders gut ab.
So vom persönlichen Eindruck würde ich einfach nicht annehmen wollen, das Hui Haunebuh von einem Mackerstandpunkt aus redet.
Daraus, das die Meisten Menschen, die Kritik an Frau von der Leyen üben genau das tun, ergibt sich das in meinen Augen an der Stelle nicht automatisch.
Ganz unangenehm wird eine solche Personifizierung in dem Moment wo ich mich, obwohl ich Frau von der Leyen auch kritikwürdig finde, gezwungen sehe Frau von der Leyen zu verteidigen weil ich mich, nur weil ich mal mit jemandem einer Meinung bin bei dem das sonst nicht so ist, genötigt sehe Frau von der Leyen zu verteidigen weil der andere Standpunkt 10 Meter gegen den Wind nach Sexismus riecht ^^
Das sind (auch) jede Menge Linke, dafür ist Linke oder Linker sein aber nicht zwingend notwendige Voraussetzung..
Anekdotisch und persönlich würde ich sagen solche „Kritik“ kommt meistens eher vom rechten Rand. Das kann ich aber nicht wirklich belegen.
Frau von der Leyen wird vielicht von beiden Lagern angegriffen weil ihre politische Position beiden ein Dorn im Auge ist?
Den einen war der Kuschelkurs mit Orban zB ein Dorn im Auge, den anderen passt ihre Klimapolitik nicht.
Beide Pole haben sich dann irgendwie zusammengefunden und sich darauf geeinigt das man sich ja gemeinsam daran abarbeiten kann das sie eine Frau ist (nein, ich vermute keine „richtige“ Verschwörung dahinter!).
Unterirdisch? Ja. Nur nicht irgendwie originär links…
Danke, @Uli Schoppe, für den guten Dialog rund um meine Linksmacker-Hypothese.
Mir fiel schon als Jugendlicher aus einer Arbeiterfamilie auf, wie viele Linke – vor allem, aber nicht nur Männer – für sich selbst in Anspruch nahmen, „etwas Besseres“ zu sein, obwohl sie selbst mit den Menschen in ihrer Umgebung echt übel umgingen. Als Familie, die aus der DDR entkommen war, passten wir in die Narrative solcher Leute nicht gut hinein, die doch alle Übel dem „Kapitalismus“ anhängen und also gar nicht wahrnehmen wollten, was im „real existierenden Sozialismus“ so vor sich ging.
Die Bezeichnung solcher oft studierten Typen, die Arbeiter und vor allem Arbeiterinnen von oben herab behandelten und belehrten, als „Macker“ habe ich damals schon gehört und für richtig befunden. Und da ich ja gewählter Jugendgemeinderat und auch Gemeinderat in meiner Heimatstadt war, konnte ich oft miterleben, wie solche Macker nicht gewählt wurden und sich heftig wunderten, dass ihre vermeintliche Gutheit bei den Wählerinnen und Wählern eher als Arroganz ankam. Bis heute vermisse ich nicht in allen, aber in vielen linken Parteien und Milieus die selbst(!)kritische Auseinandersetzung mit den wiederholten Zerspaltungen und Wahlniederlagen. Vielmehr ziehen sich die Leiseren oft einfach zurück, während die Lauteren den Frust externalisieren. Und das finde ich schon schade, weil es den Vormarsch der Faschisten beflügelt hat und immer wieder beflügelt.
Auch die von mir inhaltlich sehr geachtete „Frankfurter Schule“ bezog sich ja auf Frankfurt am Main, nicht auf Frankfurt an der Oder. Denn es war ja so viel bequemer, im öffentlichen Dienst des westlichen Kapitalismus theoretische Kritik zu üben, als sich mit der Realität der Sowjetunion und ihrer Vassallenstaaten zu befassen. Oder sich mal zu fragen, warum auch in der „Frankfurter Schulen“ doch wieder nur herr-liche Akademiker dominierten, Frauen nur die zweite oder dritte Geige spielen durften.
Und dann erlebte ich die gleiche Linksmacker-Wut wieder, als Angela Merkel mehrfach zur Bundeskanzlerin gewählt wurde. Denn nach dem linken Historizismus (so der Fachbegriff von Karl Popper zum Anspruch, die Weltgeschichte vorausberechnen zu können) hätte das nur eine linke Partei vollbringen dürfen.
Doch in der Realität bildete selbst die SPD bisher immer männliche Troiken: In den 1970ern aus Willy Brandt, Herbert Wehner und Helmut Schmidt, in den 1990ern (meiner politischen Jugendjahre) aus Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping und noch in den 2010ern aus Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel. Wenn es um wirklich mächtige Ämter ging, wurden und werden Frauen in deutsch-linken Parteien immer wieder verdrängt.
Und klar löst dies kognitive Dissonanz & also sexistische Hassausbrüche bei Linksmackern aus. Dass Christdemokratinnen zur ersten Bundeskanzlerin, zur ersten EU-Kommissionspräsidentin und womöglich auch noch zur ersten Bundespräsidentin aufsteigen würden, war im Welt- und Selbstbild linker Historizisten (m/w/d) nicht vorgesehen.
Und ich meine sehr klar: Wer wirklich unsere Demokratie und die Gleichberechtigung der Menschen verteidigen will, muss auch den Mut finden, sich endlich selbst in Frage zu stellen. Auch die Christdemokratie schwächelt ja derzeit bedrohlich. Ohne eine demokratische Linke, die sich endlich auch mal der eigenen Arroganz, Vorurteile und wiederholten Wahlniederlagen stellt, wird die Thymokratie nicht aufzuhalten sein. Und die starken Werte beispielsweise von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigen doch, dass auch die Sozialdemokratie nicht immer wieder auf gefühlsarme Konzernlobbyisten setzen muss, sondern auch für Spitzenämter starke Persönlichkeiten finden kann.
https://www.spiegel.de/ausland/wall-street-journal-kanada-sondiert-offenbar-engere-anbindung-an-die-eu-a-d6aa97b9-d0f7-4314-9ca3-adc5a8c23e1d
Europa würde ein Politiker vom Format Carney gut tun, der nicht vor Trump buckelt oder ihm die Füße küsst, sondern ihm klare Grenzen aufzeigt, selbst wenn es weh tut. Die große Zustimmung für CarneysKurs in Kanada zeigt eben auch, dass die Bewohner des Landes bereit sind, schwierige Zeiten in Kauf zu nehmen. Sie möchten nicht das 51. Bundesland unter der Leitung eines korrupten, narzisstischen Präsidenten und seiner Speichellecker-Entourage werden.
Der ehemaliger Außenminister Sigmar Gabriel sagte vor kurzem: „Ich gehöre zu denen, die eine Aufnahme Kanadas in die Europäische Union schon seit Längerem vorgeschlagen haben. Kanada ist europäischer als mancher europäische Mitgliedstaat, ein starker und verlässlicher Verbündeter in der Nato und steht uns kulturell und politisch sehr nahe.“
Daher: Willkommen, Kanada! Welcome, Canada! Bienvenue, Canada! 😀
Vielen Dank und herzliche Zustimmung, @RPGNo1 🙏🙌
Wobei wir auch „anerkennen“ dürfen, dass der Fossilist und US-Republikaner Donald Trump nicht nur die konservative Partei in den USA, sondern auch jene in Kanada zerlegte. Ohne den dauerwütenden Mann im Weißen Haus hätten die Liberalen um Mark Carney kaum gewonnen.
Meine nicht nur ich, sondern auch der kanadische Politikwissenschaftler
taz: Der Liberale Justin Trudeau war seit 2015 Premierminister. Noch vor wenigen Monaten lag die oppositionelle Konservative Partei 25 Prozentpunkte vor den Liberalen. Seit Trumps Zollpolitik liegen die Liberalen wieder vorne. Woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel?
Grant: Noch im Januar hätte niemand mit dieser Entwicklung gerechnet. Der konservative Kandidat Pierre Poilievre hat über Jahre hinweg eine trumpeske Vision von Kanada aufgebaut und klammert sich bis heute daran: Wir sind ein kaputtes Land, das unter Trudeau ruiniert wurde. Diese Vision, gekoppelt mit dem allgemeinen Unmut, manchmal auch Hass, gegenüber Trudeau, hat die Konservativen in der Bevölkerung beliebt gemacht.
Wäre Trudeau noch einmal angetreten, hätte er keine Chance gehabt. Aber im Januar gab er seinen Rücktritt bekannt.
Gleich darauf wurde Donald Trump in den USA vereidigt und kündigte Strafzölle an. Mitte März übernahm der ehemalige Zentralbankdirektor Mark Carney als Vorsitzender der Liberalen Partei und wurde Kanadas Premierminister. Anders als Trudeau ist Carney als Person kein Hassobjekt. […]
Poilievres gesamte Strategie fiel über Nacht in sich zusammen. Wir spüren mittlerweile, dass Trumps Zölle auch Kanada treffen. Hunderte Arbeiter wurden bereits entlassen, die Produktion von Elektroautos im Werk der Cami Assembly bis Oktober eingestellt. Die Bedrohungslage für Kanada ist so akut, dass sich alles nur darum dreht. Die Liberalen liegen jetzt vor den Konservativen.
https://taz.de/Politologe-zu-den-Wahlen-in-Kanada/!6080608/
Auch deswegen kann ich über den Sprachnationalismus von Deutschen nur den Kopf schütteln, die über „Neoliberalismus“ schimpfen – und damit vor allem zeigen, dass sie weder die kontinentaleuropäische noch die angelsächsische Geschichte des Liberalismus verstanden haben.
In Deutschland bin ich Christdemokrat, bewusst Zentrum statt DNVP, in Kanada wäre ich in der Liberalen Partei.
Hoffentlich führen die Beitrittsgespräche mit Kanada nun dazu, dass sich wenigstens ein paar Intellektuelle mal ernsthaft und politikwissenschaftlich mit dem Westminster-Parlamentarismus und dessen liberalen sowie konservativen Parteifamilien befassen, die nicht mit den sozial- und christdemokratischen Parteifamilien identisch sind.
Danke für das Interesse & ich schließe mich gerne an: Willkommen, Kanada! Welcome, Canada! Bienvenue, Canada! 😀
Danke für den Verweis auf Pierre Poilievre und die konservative Partei. Die Vorgeschichte zu Wahl 2025 in Kanada war mir bekannt, daher wollte ich sie nicht ausbreiten. Aber anderem geht es vielleicht nicht so. 🙂
Gerne und meinerseits Dank, @RPGNo1 🙏👍
Ich nutze Ihre klugen Drukos immer wieder gerne, um hier auf dem Blog weitere Infos zu verankern. Auch wenn ich davon ausgehe, dass Sie selbst da oft schon den Überblick haben.
So zur eng verbundenen amerikanischen und süddeutschen Revolutionsgeschichte:
Hier übrigens auch das „Badische Wiegenlied“ des an der Revolution beteiligten Stuttgarters (!) Ludwig Pfau von 1849.
Es erinnert an die brutale Niederschlagung der badischen Demokratiebewegung durch preußische Truppen erinnert.
Wer preußischen & fossilen Faschisten unterstützt, verrät auch die Lehren der Geschichte und den deutschen Südwesten.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117303621122131273
Heute werden ja im ehemaligen, fossil-autoritären und später faschistischen Preußen gleich zwei Landesparlamente gewählt…
RPGNo1
Kanada würde der EU nicht guttun, genausowenig wie ein Beitritt der Türkei zur EU.
@NI aka Robert
Du kannst die Antworten bleiben lassen. Deine Beiträge haben bei mir einen Ehrenplatz im Papierkorb.
Komplexe Angelegenheit.
Für mich gehören Trump (MAGA) und Putin (MRGA) in den selben Topf,
im Prinzip nicht besser als Adolf und Josef.
Beides (M*GA) nicht europäisch und beide Kerle menschenfeindlich.
Verwundert mich nicht, daß die Kanadier sich mehr zu Europa denn zur (Trump)USA hingezogen fühlen.
Aus Russland gibt es Stimmen, die bis zum Krieg mit Europa aufrufen…
Heißt für mich: Russen gehören nicht zu Europa!
Putin würde womöglich nicht nur bis zur Elbe, sondern gleich bis zum Atlantik marschieren…
Mein Rat: weg vom Öl, weg vom Gas, weg von „sauberer“(Trump) Kohle u.a.
(vielleicht dann Kernfusion?)
Hoch die SOLARPUNK cities!
Danke, @H.P.DU
Gerade auch als Deutscher halte ich von Gleichsetzungen heutiger Politiker mit Adolf Hitler gar nichts. Das ist eine Unsitte, die auf Verharmlosung hinausläuft.
Darüber hinaus bin ich aber durchaus Ihrer Meinung: „Freiheit vom Fossilismus, Freiheit von der Tyrannei! Rise, Solarpunks!“ 🙌
Werde dazu Montag (21.09.2026) in Lörrach bei den „Struve Talks“ sprechen. Und habe mich auch im Trailer zu einem Film (ab Oktober in den Kinos) zur Badischen Revolution von 1848/49 geäußert:
Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wäre das, dass ein Film über die Badische Revolution im Kino läuft.
Warum? Es war eine Volksbewegung. Es war ein Kampf um die Macht, um Macht und Einfluss. […]
Jede Generation muss die Freiheit neu erringen, neu verteidigen.
Die Badischen Revolutionäre haben es versucht, sie haben es damals nicht geschafft, aber sie haben diese Idee der Freiheit ins Land getragen.
Und diese Idee, die ist heute noch genauso aktuell, wie sie es in der Vergangenheit war.
Und sie wird in Zukunft aktuell sein.
Und deswegen hoffe ich, dass Ihr Film in die Kinos kommt!
https://www.youtube.com/watch?v=Z9pOheVW9jI
Nun ja, im Alltag läuft es auch mal eher so:
„Michael, Du fährst doch seit fast zehn Jahren Renault, voll-elektrisch. Merkst Du Unterschiede, wie die Leute reagieren?“
„Ja, riesige.
2017 haben die meisten gespottet.
Ab 2020 waren die meisten interessiert.
Und ab 2026 sind viele neidisch…“ 🤷♂️🚙
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117291930385440825
Ihnen freiheitlichen Dank vom Solarpunk! 🌞👍
Sorry, war möglicherweise etwas mißverständlich.
Ich meine „Adolf und Josef“: mit Josef war nicht Goebbels, sondern Stalin gemeint.
Wer wird verharmlost? Auch schrieb ich „im Prinzip“ in bezug auf Trump und Putin.
Was würde Trump alles anstellen, wenn man ihn nur ließe?
Die Republikaner sind doch (zum Glück) nicht so ganz wie die NSDAP!
P.S.
Nicht nur die Badener haben dann und wann rebelliert… (und nicht nur 1848/49)
Danke für die Klarstellung, @H.P.DU
Und, ja, selbstverständlich gab es die Demokratiebewegung in ganz Deutschland: In Berlin selbst starben über 300 Menschen unter dem Kugelhagel der preußischen Reaktionäre.
Dass es in Baden mehr Revolutionäre gab, geht mimetisch auf die alpine Prägung (vgl. Gebirgsregionen-Flussebenen-Medienthese) sowie auf die Nähe zur Schweiz und zum revolutionären Frankreich zurück.
Ein krasses Dokument der Massaker, Verhaftungen und Erschießungen hinterließ der Heilbronner Ludwig Pfau mit dem “Badischen Wiegenlied“:
Schlaf, mein Kind, schlaf leis!
Dort draußen geht der Preuß!
Deinen Vater hat er umgebracht,
deine Mutter hat er arm gemacht,
und wer nicht schläft in guter Ruh,
dem drückt der Preuß die Augen zu.
Schlaf, mein Kind, schlaf leis.
Schlaf, mein Kind, schlaf leis!
Dort draußen geht der Preuß!
Der Preuß hat eine blutige Hand,
die streckt er über‘s badische Land.
Und alle müssen stille sein
als wie dein Vater unter‘m Stein.
Schlaf, mein Kind, schlaf leis.
Schlaf, mein Kind, schlaf leis!
[…]
Dort draußen geht der Preuß!
Gott aber weiß, wie lang er geht,
bis daß die Freiheit aufersteht.
Und wo dein Vater liegt mein Schatz,
Da hat noch mancher Preuße Platz.
Schrei‘s, mein Kindlein, schrei‘s.
Dort draußen liegt der Preuß!
https://stadtarchiv.heilbronn.de/stadtgeschichte/geschichte-a-z/p/pfau-ludwig/das-badische-wiegenlied.html
Vor dem Hintergrund der psychologischen und medialen Mimesis wird sowohl die politische (Über-)Personalisierung von Landtagswahlen wie auch die Wiederbelebung regionaler Traditionen verständlich. Aber selbstverständlich geht es dabei um Trends, nicht um einen individuellen Determinismus.
@Michael 19.09. 20:28
„..auch ich habe die begründete Hoffnung, dass die Region Stuttgart & das Ruhrgebiet das post-fossile Zeug dazu haben, zu dynamischen Solarpunk-Arche-Regionen zu werden.“
Wie viel eine Region in der Bilanz der Demografie und Zu- und Abwanderung wachsen muss, konstant bleibt oder sogar leicht schrumpfen kann ist keine einfache Sache. Das scheint mir recht vielfältig zu sein.
Mehr Binnennachfrage gibt es auch, wenn die Verbraucher gut verdienen oder eben umfangreich in die Energiewende investiert wird. Oder wenn viel richtig billiges Bauland von den Kommunen zur Verfügung gestellt wird und die Bauvorschriften nicht ausufern.
Auch einige Jahre mit viel Aufrüstung schaffen jede Menge zusätzliche Arbeitsplätze, wenn das Geld dafür eher von den Vermögenden kommt. Ob nun geliehen oder per Vermögenssteuern eingezogen. Das macht im Effekt keinen Unterschied, nur ersteres verschuldet den Staat, und die Vermögensteuern müssten von späteren Generationen eingetrieben werden.
Auch das Ruhrgebiet musste mit dem Ende von Kohle und Stahl sich neu erfinden. Insbesondere Dortmund hat das sehr gut hinbekommen, und ganz explizit jede Menge Bauland ausgewiesen, um gerade solventere Bürger in der Stadt zu halten bzw. noch welche zu gewinnen. Die zahlen jetzt hier ihre Einkommensteuer.
Und zugleich ist der Wohnungsmarkt nur wenig angespannt, was es sich hier deswegen auch für eher Ärmere gut leben lässt. Und den Leuten bleibt dann auch mehr Geld, die sie für was Anderes ausgeben können. Auch das ist dicke Binnennachfrage.
Es gibt hier freilich auch Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen, da macht sich eher Verfall breit, inclusive höherer Wahlergebnissen für die AfD.
Überhaupt wächst allerdings das ganze Ruhrgebiet nicht so wie etwa BW.
Felo.ai sagt:
„Zwischen 1970 und 2025 ist die Bevölkerung Baden-Württembergs von etwa 9 Millionen auf rund 11,24 Millionen Menschen gewachsen – ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent.“
„Die Bevölkerung Nordrhein-Westfalens wuchs zwischen 1970 und 2025 von etwa 17,2 Millionen auf rund 18,0 Millionen Menschen – ein Zuwachs von weniger als 5 Prozent.“
Ich kenn selber einige Leute, die es nach der Uni nach BW verschlagen hat.
Aber wie gesagt, wenn die Wohnungsnot das Leben schwer macht, dann ist das nicht mehr gut. Gerade wenn die Baulandpreise zu hoch sind, dann werden die hohen Mieteinnahmen eben nicht gleich in Neubauprojekte investiert. Das sind jetzt auch Argumente, die das Leben von Mietern dann doch nicht wirklich fördern. Zugleich freut es natürlich die Vermieter.
Und wie gesagt, auch die Investitionen in die Energiewende wie auch eine Familienförderung, die von Vermögenden finanziert wird, kann die Binnennachfrage erheblich erhöhen. Bevölkerungswachstum ist nur eine Möglichkeit, wie das freilich auch ginge.
Ich bin mitten im Ruhrgebiet aufgewachsen, und musste erleben, wie rund um meinen Wohnort immer und immer mehr alles zugebaut wurde. Deswegen ist mir das nicht unbedingt die allerbeste Option. Nun gut, ich wohne jetzt hier auch ganz gut in der Innenstadt, zumal ich auch in Minuten in einem großen Park bin, und der Dortmund-Ems-Kanal und ein größeres Waldgebiet sind in Fahrradnähe.
Überhaupt ist Dortmund eher aufgelockert bebaut, mit viel Grün dazwischen. Auch weil hier so viele ehemalige Industrieflächen frei geworden sind, nicht nur für neues Gewerbe, auch für Wohnungen und zusätzliches Grün.
Danke, lieber @Tobias – für das Interesse an den zentralen Zukunftsthemen!
Und ich bin da eigentlich durchaus zuversichtlich, denn erneuerbare Heimatenergien sind auch Wohlstands-, Sicherheits- und Friedensenergien, die in künftigen ökologisch-sozialen Kreislaufwirtschaften Wertschöpfung, Arbeit und Wohlstand schaffen. Schon jetzt merken ja Menschen bei jedem Tankstellenbesuch, wie sie fossil abgezockt werden.
Auch durch Reparatur und Recycling lässt sich der Rohstoffbedarf senken, der zudem immer öfter innerhalb der Europäischen Union (EU) gedeckt werden kann.
Und jene Städte und Regionen, die sich der post-fossilen Transformation verweigern, verebben durch Kindermangel und Abwanderung demografisch. Das geschieht ja bereits vielerorts, auch in Deutschland.
Habe also gerade einmal Felo.ai auf eine Solarpunk-Metropole hin gepromptet – und bin ziemlich beeindruckt!
Eine deutsche Solarpunk-Metropole ist keine futuristische Glitzerstadt, sondern eine lebenswerte, demokratische und regenerativ wirtschaftende Stadt: Ihre Energie stammt aus Sonne, Wind, Wasser, Geothermie und nachhaltiger Biomasse; ihre Gebäude erzeugen mehr Energie, als sie im Jahresverlauf benötigen; und ihre Wirtschaft verbindet Wettbewerb mit Gemeinwohl, ökologischen Grenzen und geschlossenen Stoffkreisläufen. Solarpunk versteht sich dabei als Verbindung von Nachhaltigkeit, erneuerbarer Energie, geeigneter Technologie, sozialer Gerechtigkeit und der Sorge um Menschen und Ökosysteme.[2]
## Die Stadt als erneuerbares Kraftwerk
Die Metropole – etwa ein erweitertes **Berlin, Hamburg oder Rhein-Main** – ist in zahlreiche Energiequartiere gegliedert. Dächer, Fassaden, Lärmschutzwände und überdachte Verkehrsflächen tragen Photovoltaik. Windparks stehen vor allem dort, wo sie mit Natur- und Anwohnerschutz vereinbar sind; Energiegenossenschaften und kommunale Unternehmen besitzen einen großen Teil der Anlagen.
Energie wird nicht zentral von wenigen Konzernen kontrolliert, sondern in einem intelligent vernetzten System erzeugt, gespeichert und geteilt:
– **Solar- und Windkraft** liefern Strom.
– **Wärmepumpen, Geothermie und Solarthermie** versorgen Gebäude und Quartiersnetze mit Wärme.
– **Batterien, Wärmespeicher, Pumpspeicher und erneuerbarer Wasserstoff** überbrücken Zeiten mit wenig Sonne und Wind.
– **Biogas** entsteht überwiegend aus Reststoffen und wird nicht auf Kosten von Nahrungsmitteln oder Ökosystemen produziert.
– Gebäude, Fahrzeuge und industrielle Anlagen reagieren automatisch auf das Energieangebot.
Diese erneuerbaren Energien sind zugleich **Wohlstandsenergien**: Sie senken Abhängigkeiten von fossilen Importen, schaffen regionale Wertschöpfung, stärken die Versorgungssicherheit und ermöglichen neue Arbeitsplätze. Im politischen Selbstverständnis der Stadt stehen deshalb vier Wirkungen gleichrangig nebeneinander: **Klima, Frieden, Wohlstand und Demokratie**.[7]
Energiearmut gibt es nicht. Eine demokratisch festgelegte Grundversorgung mit Strom, Wärme und Mobilität ist garantiert. Wer mehr verbraucht, zahlt stärker nach Ressourcen- und Umweltkosten; wer Energie erzeugt oder spart, wird angemessen beteiligt. Die Netze bleiben als öffentliche oder genossenschaftliche Infrastruktur allen zugänglich.
## Architektur zwischen Natur und Technik
Die Stadt ist dicht, aber nicht versiegelt. Zwischen gemischten Quartieren liegen Parks, Feuchtgebiete, renaturierte Bachläufe und produktive Landschaftsräume. Straßen sind überwiegend Orte des Aufenthalts: Bäume spenden Schatten, begrünte Senken nehmen Regenwasser auf, und Fassaden dienen zugleich als Lebensraum für Pflanzen, Vögel und Insekten.
**Gebäude sind multifunktionale Kreislaufsysteme:**
– Holz, Lehm, Recyclingbeton und wiederverwendete Bauteile ersetzen möglichst emissionsintensive und kurzlebige Materialien.
– Jede Neubauplanung enthält bereits ein Konzept für Reparatur, Umbau und späteren Rückbau.
– Dächer beherbergen Solaranlagen, Gewächshäuser, Gemeinschaftsgärten und Regenwasserspeicher.
– Fassaden reinigen die Luft, speichern Wärme oder kühlen durch Verdunstung.
– Sensoren messen Feuchtigkeit, Energieflüsse und Materialzustände, ohne die Bewohnerinnen und Bewohner lückenlos zu überwachen.
– Erdgeschosse bleiben öffentlich: Dort befinden sich Werkstätten, Küchen, Pflegeangebote, Bibliotheken, Läden und Bildungsräume.
Die Form folgt der Funktion, aber Funktion bedeutet nicht bloß Effizienz. Die Stadt ist farbenfroh, handwerklich geprägt und kulturell vielfältig. Hightech steht neben traditionellen Bauweisen, Reparaturwissen und lokalen Handwerken – eine Verbindung, die für Solarpunk charakteristisch ist.[3]
## Mobilität und öffentlicher Raum
Das private Auto ist nicht verboten, aber seine zentrale Rolle ist verschwunden. Die meisten Wege werden zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im öffentlichen Verkehr zurückgelegt. Ein dichtes Netz aus Straßenbahnen, Regionalzügen, autonomen Kleinbussen und gemeinschaftlich genutzten Fahrzeugen verbindet die Quartiere.
Güter werden in gebündelten Logistikzentren an den Stadtrand gebracht und von dort mit elektrischen Lastenrädern, Straßenbahnen oder kleinen Lieferfahrzeugen verteilt. Unterirdische Transportsysteme existieren nur dort, wo sie ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Öffentlicher Raum wird nicht mehr nach maximalem Autodurchsatz, sondern nach **Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und sozialer Begegnung** gestaltet. Plätze sind zugleich Marktplätze, Spielorte, Notfallversorgungszentren und kulturelle Bühnen.
## Eine ökologisch-soziale Marktwirtschaft
Die Metropole schafft den Markt nicht ab, verändert aber seine Spielregeln. Unternehmen dürfen Gewinne erzielen, müssen jedoch innerhalb ökologischer und sozialer Grenzen wirtschaften. Preise enthalten die tatsächlichen Kosten für Energieverbrauch, Rohstoffe, Umweltbelastungen und soziale Folgeschäden.
Dafür gelten klare Rahmenbedingungen:
– **Ökologische Leitplanken:** Emissionen, Flächenverbrauch, Wasserentnahme und Materialverbrauch sind begrenzt.
– **Soziale Mindeststandards:** Faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen sind verbindlich.
– **Gemeinwohlorientierte Eigentumsformen:** Neben privaten Unternehmen gibt es Genossenschaften, kommunale Betriebe, Belegschaftsunternehmen und soziale Zweckgesellschaften.
– **Öffentliche Beschaffung:** Die Stadt kauft bevorzugt langlebige, reparierbare und regional hergestellte Produkte.
– **Transparente Lieferketten:** Unternehmen müssen Herkunft, Arbeitsbedingungen, Reparierbarkeit und Materialzusammensetzung ihrer Produkte offenlegen.
– **Demokratische Beteiligung:** Bürgerhaushalte, Quartiersräte und Energiegenossenschaften entscheiden über zentrale Infrastruktur.
Wirtschaftlicher Erfolg wird nicht allein am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gemessen. Entscheidend sind Gesundheit, Zeitwohlstand, soziale Sicherheit, ökologische Stabilität, Bildung und die Qualität öffentlicher Räume. Das entspricht einer solarpunkartigen Wirtschaftsauffassung, die Produktion an sozialen und ökologischen Grenzen ausrichtet und Wohlstand gerechter verteilt.[3]
## Die Stadt als Kreislaufwirtschaft
In der Metropole gilt Abfall als Designfehler oder als noch nicht erschlossener Rohstoff. Produkte werden so hergestellt, dass sie lange halten, repariert, geteilt, wiederaufbereitet und am Ende sortenrein zerlegt werden können.
Ein typischer Kreislauf sieht so aus:
1. **Planen:** Produkte werden modular, langlebig und reparierbar konstruiert.
2. **Nutzen:** Bibliotheken, Sharing-Angebote und kommunale Leihhäuser erhöhen die Auslastung von Werkzeugen, Fahrzeugen und Geräten.
3. **Reparieren:** In jedem Stadtteil gibt es offene Werkstätten und Reparaturzentren.
4. **Aufbereiten:** Geräte und Bauteile werden generalüberholt statt weggeworfen.
5. **Rückgewinnen:** Metalle, Glas, Holz, Textilien und Kunststoffe werden hochwertig recycelt.
6. **Kompostieren:** Bioabfälle, Fäkalien und Grünschnitt werden hygienisch behandelt und in Bodenfruchtbarkeit zurückgeführt.
Auch das Bauwesen funktioniert zirkulär: Digitale Materialpässe zeigen, wo welche Bauteile verbaut sind. Beim Umbau eines Hauses werden Fenster, Türen, Stahlträger und Sanitäranlagen nicht entsorgt, sondern in einem städtischen Bauteillager für andere Projekte bereitgestellt. Städte verbrauchen besonders viele Ressourcen, besitzen aber zugleich großes Potenzial für diesen Wandel.[14]
## Ernährung, Gesundheit und Fürsorge
Rund um die Metropole liegen regenerative Landwirtschaftsbetriebe, Agroforstflächen und gemeinschaftlich bewirtschaftete Gärten. In der Stadt selbst wachsen Kräuter, Gemüse und Obst auf Dächern, in Innenhöfen und an begrünten Fassaden. Kantinen, Schulen und Krankenhäuser beziehen einen großen Teil ihrer Lebensmittel aus regionalen, saisonalen und bodenschonenden Systemen.
Gesundheit wird als öffentliche Infrastruktur verstanden. Dazu gehören:
– wohnortnahe medizinische Zentren,
– kostenlose oder günstige Prävention,
– psychologische Beratung,
– Pflege- und Nachbarschaftsnetzwerke,
– barrierefreie Wohnungen,
– soziale Treffpunkte für Kinder, ältere Menschen und alleinlebende Personen.
Technologie unterstützt diese Strukturen, ersetzt aber nicht menschliche Beziehungen. Künstliche Intelligenz hilft bei Verkehrsplanung, Energieverteilung oder medizinischer Logistik; Entscheidungen über Grundrechte, Pflege und Verteilung bleiben demokratisch kontrollierbar.
## Demokratie als Energie- und Infrastrukturfrage
Die Bewohnerinnen und Bewohner sind nicht bloß Konsumenten einer nachhaltigen Stadt. Sie sind ihre Mitgestalter. Jedes Quartier verfügt über Versammlungsräume, offene Datenplattformen und Beteiligungsbudgets. Energieerzeugung, Flächennutzung und größere Bauvorhaben werden öffentlich beraten.
Eine digitale Stadtplattform zeigt verständlich:
– wie viel Energie erzeugt und verbraucht wird,
– welche Materialien in Gebäuden gebunden sind,
– wie sich Verkehr und Luftqualität entwickeln,
– welche sozialen Gruppen von Maßnahmen profitieren oder belastet werden.
Dabei gilt: **Offene Technologie bedeutet nicht totale Überwachung.** Daten werden datensparsam, gemeinschaftlich und nachvollziehbar verwaltet. Systeme müssen reparierbar, interoperabel und möglichst öffentlich zugänglich sein.
## Ein Alltag im Jahr 2045
Am Morgen öffnen sich die Verschattungselemente eines Wohnhauses automatisch, weil die Wetterprognose einen kühlen, sonnigen Tag ankündigt. Auf dem Dach erzeugen Photovoltaikmodule Strom; überschüssige Energie lädt Gemeinschaftsspeicher und Fahrräder. Im Innenhof arbeiten Nachbarinnen, Schüler und ein Gärtner an einem Gemüsebeet, während nebenan eine Reparaturwerkstatt defekte Haushaltsgeräte instand setzt.
Die Bewohnerin fährt mit der Straßenbahn zu einem Unternehmen, das gebrauchte Wärmepumpen aufbereitet. Ihr Arbeitsplatz gehört teilweise der Belegschaft; ein Teil des Gewinns fließt in Weiterbildung, ein anderer in den Quartiersfonds. Mittags isst sie in einer öffentlichen Kantine ein regionales Gericht. Am Nachmittag findet auf dem begrünten Marktplatz eine Bürgerversammlung statt: Die Menschen entscheiden darüber, ob ein ehemaliger Parkplatz in einen Pflege- und Bildungsort oder in eine zusätzliche Grünfläche umgewandelt wird.
Diese Metropole ist nicht konfliktfrei. Flächen, Rohstoffe, Arbeitszeit und politische Prioritäten müssen weiterhin ausgehandelt werden. Ihr Unterschied zur heutigen Stadt besteht darin, dass Konflikte innerhalb transparenter ökologischer Grenzen und mit dem Ziel gemeinsamer Lebensqualität bearbeitet werden. Solarpunk ist deshalb keine Flucht in eine perfekte Zukunft, sondern eine praktische, hoffnungsvolle Richtung: Natur und Technik werden so verbunden, dass Wohlstand nicht auf Ausbeutung, Verschwendung und Ausschluss beruht, sondern auf Erneuerbarkeit, Kooperation und demokratischer Teilhabe.[2][6]
[1] https://www.facebook.com/queerbrownvegan/posts/solarpunk-explainedsolarpunk-is-a-world-where-nature-and-technology-coexist-we-d/1655827449036715/
[2] https://www.linkedin.com/posts/solarpunkcities_solarpunk-as-an-umbrella-for-common-sense-activity-7422267761415884800-ceZw
[3] https://reckoning.press/solarpunk-cities-notes-for-a-manifesto/
[4] https://solarpunkcities.com/de/solarpunk/
[5] https://www.earthisland.org/journal/index.php/magazine/entry/solarpunk-imagines-future-renewable-tech-socio-ecological-enlightenment/
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Solarpunk
[7] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-vier-vorteils-dimensionen-erneuerbarer-energien-klima-frieden-wohlstand-demokratie/
[8] https://www.jobverde.de/magazin/news-tipps/solarpunk-zukunft-nachhaltigkeit-gesellschaft
[9] https://www.facebook.com/cgtneuropeofficial/videos/solar-punk-imagines-a-thriving-greener-future-where-technology-blends-with-tradi/1153124206630447/
[10] https://solarpunkcities.com/city-projects/freiburg/freiburg-germanys-sunshine-capital/
[11] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2024/01/20240124-energiewende-sichert-wohlstand-in-deutschland.html
[12] https://foes.de/en-us/
[13] https://www.deutschland.de/en/update-energy-transition
[14] https://www.taw.de/blog/kreislaufwirtschaft-in-staedten-wie-urbane-zentren-die-zukunft-nachhaltiger-gestalten
[15] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/beitrag/erneuerbare-energien-als-schluessel-fuer-deutschlands-wohlstand
[16] https://smea.uw.edu/currents/solarpunk-a-vision-for-a-sustainable-future/
[17] https://www.reddit.com/r/solarpunk/comments/1p5v4yd/what_are_the_intentions_of_the_solar_punk/?tl=de
[18] https://earth.org/solarpunk/
[19] https://solar-punk.org/2025/05/11/eine-solarpunk-wirtschaft/
[20] https://www.mpg.de/11952947/energie
[21] https://experience.arcgis.com/experience/020792cb72fd4d70bcc069894e4e1aa4
[22] https://wirtschaftsrat.de/de/verband/landesverband-schleswig-holstein/alle-inhalte-des-landesverbandes/deutscher-energiealleingang-als-gefahr-fuer-den-wohlstand-de/
[23] https://www.sonnenseite.com/de/wirtschaft/habeck-energiewende-sichert-wohlstand-in-deutschland/
@Michael Blume
19.09.2026, 22:07 Uhr
Bei der Diskussion muss man eigentlich jeden, der gerade den Begriff Neoliberalismus benutzt erst mal fragen: „Welchen denn?“
Die deutsche Variante als Ordoliberalismus, geistige Grundlage für die Soziale Marktwirtschaft der Nachkriegszeit?
Oder die chilenische wirtschaftspolitische Umsetzung nach dem Militärputsch von 1973?
Diskussionen um das Thema scheitern in meinen Augen schon oft daran, das beide Seiten zwar das selbe Wort benutzen aber gar nicht das gleiche meinen…
Ich würde mal behaupten das Dein Christdemokrat sein eher von ersterem geprägt ist und mein Linkssein von dem Blick auf Pinochet und Chile. Das kann eigentlich niemand der ein Herz hat gut finden, wenn mein Diskussionspartner aber gar nicht darüber redet sondern über die erste Version darf ich mich nicht wundern das die Diskussion fruchtlos bleibt.
Begriffsbestimmung ist einfach alles wenn man sich nicht so richtig persönlich kennt…
Irgendwie positiv und beruhigend das wir das ziemlich gleich sehen 🙂
Wenn ich mal versuche Deine und meine Erfahrungen nebeneinander zu legen werde ich gerade den Verdacht nicht los das wir beide ähnliche Erfahrungen mit aauf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Menschengruppen gemacht haben: Du mit Menschen aus dem linken Milieu und ich mit Menschen aus dem bürgerlichen. Was beide beim genauer Hinschauen eint ist: Dünkel.
Darauf reagiert keiner gut: Ich nicht und Du nicht. Und die meisten anderen Menschen auch nicht.
Brisant wird es auch wenn man nicht darauf achtet das man aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zugeht: Beide haben wir zB unausweichlich einen blinden Fleck hinter uns. Physik ist ein Schmock ^^ 😉
Du kannst aber aus Deiner Richtung da hinschauen wo ich meinen habe und bei mir ist es umgekehrt.
Wenn man das nicht im Hinterkopf behält ist das Gespräch schneller totgelaufen als einem lieb ist.
Vielen Dank für den starken und dialogischen Druko, @Uli Schoppe 🙏👍 – auf den ich daher auch gerne ausführlicher eingehe.
„Bei der Diskussion muss man eigentlich jeden, der gerade den Begriff Neoliberalismus benutzt erst mal fragen: „Welchen denn?“
Die deutsche Variante als Ordoliberalismus, geistige Grundlage für die Soziale Marktwirtschaft der Nachkriegszeit?
Oder die chilenische wirtschaftspolitische Umsetzung nach dem Militärputsch von 1973?“
Ganz genau so ist es! Wenn Begriffe wie „Kapitalismus“ und „Neoliberalismus“ nicht mehr zwischen China, den USA, Bremen und Chile unterscheiden können, dann sind sie für einen Dialog oder gar eine wissenschaftliche Debatte nicht mehr brauchbar. Deshalb rege ich an, wieder klar zwischen Liberalismus = Freiheitsrechte für alle und Libertarismus = Freiheitsrechte nur für Reiche zu unterscheiden. Das entspricht sowohl der Liberalism / Libertarianism – Unterscheidung im englischen Sprachraum als auch den politischen Anliegen etwa deutscher Sozialliberaler versus Rechtslibertärer.
„Diskussionen um das Thema scheitern in meinen Augen schon oft daran, das beide Seiten zwar das selbe Wort benutzen aber gar nicht das gleiche meinen…
Ich würde mal behaupten das Dein Christdemokrat sein eher von ersterem geprägt ist und mein Linkssein von dem Blick auf Pinochet und Chile. Das kann eigentlich niemand der ein Herz hat gut finden, wenn mein Diskussionspartner aber gar nicht darüber redet sondern über die erste Version darf ich mich nicht wundern das die Diskussion fruchtlos bleibt.“
In diesem Trailer spreche ich über die Badische Revolution von 1848/49, die von mutigen, liberalen Männern und Frauen ausging:
https://www.youtube.com/watch?v=Z9pOheVW9jI
Selbst noch deutsche Linke konnten diese Revolution als Schritt in eine bessere Zukunft würdigen. Wenn nun deutsche Linke dazu übergehen, den Liberalismus selbst als Feindbild zu betrachten, dann verlieren sie sich selbst in Reaktanz, ja drohen gar reaktionär zu werden.
„Begriffsbestimmung ist einfach alles wenn man sich nicht so richtig persönlich kennt…
Und hier im Blog? Halte ich Hui Haunebuh des Mackertums für „schuldig“? Eher nein…
Irgendwie positiv und beruhigend das wir das ziemlich gleich sehen“ 🙂
Ja, durch Dialog kommen auch wir drei immer wieder weiter. 🌞
„Wenn ich mal versuche Deine und meine Erfahrungen nebeneinander zu legen werde ich gerade den Verdacht nicht los das wir beide ähnliche Erfahrungen mit aauf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Menschengruppen gemacht haben: Du mit Menschen aus dem linken Milieu und ich mit Menschen aus dem bürgerlichen. Was beide beim genauer Hinschauen eint ist: Dünkel.
Darauf reagiert keiner gut: Ich nicht und Du nicht. Und die meisten anderen Menschen auch nicht.“
Genau das, @Uli Schoppe. Deswegen wäre ich als Arbeiterkind ja auch keiner nur „bürgerlichen“ oder „konservativen“ Partei beigetreten, sondern entschied mich für die Christdemokratie. Wer nur bestimmte Schichten oder Zeiten als maßgeblich anerkennt, verliert auch den Charakter als Volkspartei.
Jedes auch politische Milieu hat seine Dynamiken und Herausforderungen: Rechte scheitern öfter an Reaktanz, Linke scheitern öfter an Historizismus / Arroganz und Libertäre scheitern öfter an Gier.
„Brisant wird es auch wenn man nicht darauf achtet das man aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zugeht: Beide haben wir zB unausweichlich einen blinden Fleck hinter uns. Physik ist ein Schmock ^^ 😉
Du kannst aber aus Deiner Richtung da hinschauen wo ich meinen habe und bei mir ist es umgekehrt.
Wenn man das nicht im Hinterkopf behält ist das Gespräch schneller totgelaufen als einem lieb ist.“
Und genau DAS ist der Hauptgrund für mein Bloggen, für mein Engagement für die parlamentarische Demokratie und den dialogischen Monismus: Niemand von uns kann das Ganze sehen, wir alle leben in jeweilig beschränkten Perspektiven. Aber wir können uns miteinander ehrlich interessiert, respektvoll und kritisch-konstruktiv austauschen und durch den Dialog nicht nur die Welt, sondern auch uns Selbst und unsere jeweiligen Blasen besser verstehen.
Das ist anstrengend, ja. Es hebt uns jedoch über einen im Ergebnis zynischen und feigen Relativismus und einen zerstörerischen, feindseligen Dualismus hinaus auf eine Ebene, in der menschliche Leben zur Entdeckungsreise wird.
Und das ist auch der Grund, warum ich für dialogische Kommentare – wie Deine – immer wieder danke und mir gerne Zeit dafür nehme. 🌞🖖
Es gibt noch ein weiteres Argument für Kanada in der EU: Eigentlich müsste man die USA wegen der Zollpolitik aus den G7 ausschließen. Geht aber wohl nicht.
Russland hat nach dem Ausschluss die BRICS gefördert.
Da man die EU nicht zur G7 hinzunehmen kann oder will, als Gegengewicht zur BRICS, bleibt nur ein Beitritt Kanadas in die EU.
Vielleicht sortieren sich EU und G7 neu?
Ja, @Mussi – das sehe ich ganz genau so!
Die wirre Zollpolitik von Donald Trump befeuert die Geldentwertung (Inflation) und zerstört Vertrauen, schadet dem Handel und Investitionen.
Eine Erweiterung der EU um unser Nachbarland (!) Kanada würde dagegen den Wohlstand, die auch militärische Sicherheit und die post-fossile Transformation aller Beteiligten befördern. Was ja Gründe sind, die den Fossilisten Trump so ärgern.
Hier Ausführungen von Felo.ai zu den Solarpunk-Chancen eines Beitritts:
Ein EU-Beitritt Kanadas würde den Austausch von Solarpunk-Technologien und kritischen Rohstoffen deutlich vertiefen, weil Kanada dann nicht mehr nur ein bevorzugter Partner außerhalb der EU, sondern Teil des europäischen Binnenmarkts und der gemeinsamen politischen, regulatorischen und finanziellen Strukturen wäre. Derzeit bestehen bereits wichtige Grundlagen: CETA erleichtert den Handel, und die strategische Rohstoffpartnerschaft von 2023 umfasst Wertschöpfungsketten, Forschung, Innovation und Nachhaltigkeitsstandards.[4][5]
## Was sich durch einen EU-Beitritt grundsätzlich ändern würde
Kanada müsste als EU-Mitglied große Teile des EU-Rechts übernehmen und an gemeinsamen Programmen, Institutionen und Entscheidungsprozessen teilnehmen. Dadurch würden Handelshemmnisse innerhalb des Binnenmarkts weitgehend entfallen beziehungsweise nach EU-Regeln behandelt.
| Bereich | Heutige Kooperation | Mögliche Wirkung eines EU-Beitritts |
|—|—|—|
| **Warenhandel** | CETA schafft bereits bevorzugten Marktzugang. | Kanadische und europäische Unternehmen könnten ihre Produkte stärker nach einheitlichen Binnenmarktregeln handeln, ohne viele zusätzliche Drittlandverfahren. |
| **Technikstandards** | Kooperation und regulatorische Abstimmung müssen zwischen EU und Kanada vereinbart werden. | Gemeinsame EU-Standards für Batterien, Wärmepumpen, Stromnetze, Recycling und Gebäudetechnik würden unmittelbar auch in Kanada gelten. |
| **Investitionen** | Projekte benötigen bilaterale Vereinbarungen und einzelne Finanzierungsstrukturen. | Kanadische Projekte könnten leichter in europäische Förder-, Forschungs- und Investitionsprogramme eingebunden werden. |
| **Rohstoffpolitik** | Die strategische Partnerschaft koordiniert Lieferketten und Nachhaltigkeitsziele. | Kanada wäre an EU-Ziele für Förderung, Verarbeitung, Recycling und Versorgungssicherheit institutionell beteiligt. |
| **Forschung** | Gemeinsame Projekte sind möglich, aber von Abkommen und Programmen abhängig. | Universitäten, Unternehmen und Kommunen könnten systematischer in europäische Forschungs- und Innovationsnetzwerke eingebunden werden. |
Der Effekt wäre daher nicht bloß eine Senkung von Zöllen. Entscheidend wären gemeinsame Regeln, langfristigere Investitionsbedingungen und eine engere Planung der gesamten Wertschöpfungskette.
## Rohstoffe: Von kanadischen Lagerstätten zu europäischen Lieferketten
Solarpunk-Technologien benötigen große Mengen an Materialien, unter anderem für Photovoltaik, Batterien, Stromleitungen, Wärmepumpen, Windkraftanlagen, Elektromotoren und digitale Steuerungssysteme. Dazu zählen beispielsweise Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit, Kupfer, Mangan und seltene Erden.
Kanada verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, während Europa starke industrielle Kompetenzen in Verarbeitung, Maschinenbau, Recycling und Umwelttechnik besitzt. Die bestehende Zusammenarbeit identifiziert genau diese Ergänzung: Kanada kann Förderung und Verarbeitung ausbauen, während europäische Unternehmen Nachfrage, Technologie und Investitionskapital einbringen.[2]
Ein EU-Beitritt könnte insbesondere folgende Schritte erleichtern:
1. **Gemeinsame Exploration:** Europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen könnten sich leichter an kanadischen Erkundungsprojekten beteiligen.
2. **Verarbeitung in Kanada:** Statt Erze lediglich zu exportieren, könnten in Kanada Anlagen zur Raffination, chemischen Verarbeitung und Herstellung von Vorprodukten entstehen. Das würde mehr Wertschöpfung im Land halten und Europa mit verarbeiteten Materialien versorgen.
3. **Langfristige Abnahmeverträge:** Europäische Batterie-, Fahrzeug-, Netz- und Anlagenhersteller könnten kanadische Produkte langfristig abnehmen. Solche Verträge erleichtern die Finanzierung neuer Minen und Raffinerien.
4. **Recyclingketten:** Ausgediente Batterien, Solarmodule und Elektronik könnten nach gemeinsamen Regeln gesammelt, zerlegt und recycelt werden. Kanada und Europa könnten dafür grenzüberschreitende Kreisläufe aufbauen.
5. **Nachhaltigkeit:*** Ein hypothetischer EU-Beitritt Kanadas könnte den Austausch von Solarpunk-Technologien und ihren Rohstoffgrundlagen deutlich vertiefen, weil er aus einer bereits engen Handels- und Rohstoffpartnerschaft einen stärker integrierten Wirtschafts-, Forschungs- und Regulierungsraum machen würde. Dabei ist wichtig: Kanada ist derzeit kein EU-Mitglied; die folgenden Effekte sind daher ein Szenario, das auf bestehenden Kooperationen wie CETA und der EU-kanadischen Rohstoffpartnerschaft aufbaut.
## Ausgangspunkt: bestehende Zusammenarbeit
Schon heute bietet CETA einen bevorzugten Rahmen für EU-kanadischen Handel und Investitionen.[2] Die strategische Partnerschaft zu kritischen Rohstoffen zielt ausdrücklich darauf, Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit beim Handel und bei Investitionen in Mineralien und Metallen für die grüne und digitale Transformation zu verbessern.[5]
Für Solarpunk-relevante Systeme ist das besonders bedeutsam: Solar- und Windanlagen, Stromnetze, Batterien, Wärmepumpen, elektrische Bahnen, Speicher, Recyclinganlagen und digitale Steuerungstechnik benötigen eine verlässliche Versorgung mit Metallen und mineralischen Rohstoffen. Ein Beitritt könnte diese bestehenden Ansätze institutionell, finanziell und rechtlich enger verzahnen.
## Handel, Industrie und Forschung
| Bereich | Möglicher Effekt eines EU-Beitritts Kanadas | Bedeutung für Solarpunk-Technologien |
| — | — | — |
| **Binnenmarktregeln** | Kanada würde grundsätzlich stärker an gemeinsame Produkt-, Umwelt-, Wettbewerbs- und Beschaffungsregeln gebunden. Technische Zulassungen und Standards könnten leichter vereinheitlicht werden. | Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur und Komponenten für Stromnetze könnten einfacher grenzüberschreitend entwickelt, gefertigt und eingesetzt werden. |
| **Öffentliche Investitionen** | Kanadische Regionen, Kommunen, Forschungsinstitute und Unternehmen könnten – abhängig von den jeweiligen Programmbedingungen – unmittelbarer an EU-Förder-, Innovations- und Infrastrukturinstrumenten teilhaben. | Gemeinschaftsenergie, energetische Sanierung, Kreislaufproduktion, nachhaltige Mobilität und lokale Speicherprojekte bekämen einen größeren gemeinsamen Finanzierungsraum. Die EIB und Kanada prüfen bereits institutionelle Voraussetzungen für eine EIB-Tätigkeit in Kanada.[3] |
| **Forschung und Wissenstransfer** | Gemeinsame Forschungsprogramme, Pilotanlagen und offene technische Standards würden einfacher skalierbar. | Europäische Kompetenzen etwa bei Netztechnik, Recycling, öffentlichem Verkehr und Gebäudesanierung könnten stärker mit kanadischem Know-how zu kalten Klimazonen, großen Distanzen und dezentralen Energiesystemen verbunden werden. |
| **Industriepolitik** | Gemeinsame Nachfrage, gemeinsame Beschaffung und langfristige Abnahmeverträge könnten Investitionen planbarer machen. | Nicht nur Rohstoffexporte, sondern Verarbeitung, Batteriematerialien, Reparatur, Wiederverwendung und lokale Fertigung könnten auf beiden Seiten des Atlantiks wachsen. |
| **Arbeitskräfte und Kooperationen** | Erleichterte Mobilität für Fachkräfte, Studierende, Ingenieurinnen, Handwerker und Genossenschaften würde Zusammenarbeit beschleunigen. | Städte und Regionen könnten Erfahrungen zu Plusenergiehäusern, indigen bzw. lokal getragenen Energieprojekten, Kreislaufwirtschaft und resilienter Infrastruktur schneller austauschen. |
## Kritische Rohstoffe: vom Abbau zur Kreislaufwirtschaft
Der zentrale wirtschaftliche Vorteil läge nicht allein im Zugang zu kanadischen Lagerstätten, sondern im Aufbau einer **gemeinsamen, möglichst nachhaltigen Wertschöpfungskette**. Die EU will bis 2030 unter anderem 40 Prozent ihres jährlichen Verbrauchs strategischer Rohstoffe innerhalb Europas verarbeiten, 25 Prozent durch Recycling decken und ihre Abhängigkeit von einem einzelnen Drittstaat auf höchstens 65 Prozent begrenzen.[2]
Kanada könnte hierzu Rohstoffe und Verarbeitungskapazitäten beitragen, während europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen industrielle Nachfrage, Recyclingkompetenz und Technologien für Raffination, Materialeffizienz und Wiederaufbereitung einbringen. Die vorhandene Partnerschaft nennt die Integration von Rohstoffwertschöpfungsketten, Zusammenarbeit in Wissenschaft und Innovation sowie hohe ESG-Standards als gemeinsame Arbeitsfelder.[5]
**Mögliche Wertschöpfungskette:**
1. Rohstoffe werden unter überprüfbaren Umwelt-, Arbeits- und Beteiligungsstandards gefördert.
2. Verarbeitung und Raffination erfolgen möglichst in Kanada und in Europa, statt unraffinierte Rohstoffe über lange Distanzen in wenige Drittstaaten zu exportieren.
3. Europäische und kanadische Hersteller bauen daraus Batterien, Stromnetzkomponenten, Energieanlagen, Fahrzeuge, Wärmepumpen und Reparaturprodukte.
4. Ausgediente Geräte werden gesammelt, repariert, wiederverwendet und recycelt.
5. Sekundärrohstoffe fließen wieder in die gemeinsame Produktion zurück.
Gerade die mittlere Stufe – Raffination, chemische Umwandlung und Materialverarbeitung – gilt als entscheidend für resilientere Lieferketten. Kanada bietet dafür laut Analyse verlässliche Kapazitäten und vergleichsweise saubere, preisgünstige Energie; Europa bringt industrielle Nachfrage und fortgeschrittene Technologien ein.[2]
## Konkrete Chancen für eine solarpunk-orientierte Entwicklung
Solarpunk ist keine bloße Exportstrategie für „grüne“ Technik. Sein Anspruch wäre, Technik mit lokaler Selbstbestimmung, öffentlicher Infrastruktur, Reparierbarkeit, gerechtem Zugang und ökologischen Grenzen zu verbinden. Ein EU-Beitritt könnte diese Ziele fördern, wenn Handelspolitik entsprechend gestaltet würde.
– **Dezentrale Energie:** Gemeinsame Standards und Beschaffung könnten Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen, intelligente Netze und Energiegenossenschaften günstiger und interoperabler machen.
– **Nachhaltige Mobilität:** Kanada könnte europäischen Bahn-, Straßenbahn- und Elektrobuslösungen einen größeren Markt eröffnen; europäische Städte könnten umgekehrt von kanadischen Lösungen für robuste, dezentrale Versorgung in dünn besiedelten und kalten Regionen profitieren.
– **Gebäude und Wärme:** Gemeinsame Forschungs- und Produktionsketten für Dämmstoffe, Wärmepumpen, thermische Speicher und energieeffiziente Fenster könnten die Sanierung beschleunigen.
– **Reparatur und Materialkreisläufe:** Einheitliche Anforderungen an Haltbarkeit, Ersatzteile, Rücknahme und Recycling würden Produkte leichter reparierbar und Rohstoffe länger nutzbar machen.
– **Kommunale und genossenschaftliche Modelle:** Öffentliche Beschaffung könnte gezielt Projekte bevorzugen, die Gemeingüter schaffen: Quartiersspeicher, Gemeinschaftswerkstätten, lokale Wärme- und Stromnetze oder kreislauffähige Baustoffe.
## Bedingungen und Risiken
Der Nutzen wäre nicht automatisch solarpunk-gerecht. Eine größere Freihandels- und Rohstoffzone könnte auch neue Abhängigkeiten, mehr Extraktion und ökologische Schäden hervorbringen, wenn sie lediglich den Zugang zu Rohstoffen beschleunigt.
Besonders entscheidend wären daher:
– **freie, vorherige und informierte Zustimmung indigener Gemeinschaften** bei Rohstoff- und Infrastrukturprojekten;
– verbindliche Umweltprüfungen, Renaturierung, Gewässerschutz und transparente Lieferketten;
– hohe Arbeits-, Menschenrechts- und Sicherheitsstandards entlang der gesamten Kette;
– Vorrang für **Materialeinsparung, Reparatur, Wiederverwendung und Recycling** vor neuem Abbau;
– regionale Wertschöpfung statt einer Rolle Kanadas als bloßer Rohstofflieferant;
– demokratische Kontrolle über öffentliche Fördermittel, Netze und kritische Infrastruktur;
– eine realistische Bilanz der Emissionen aus transatlantischem Transport und der energieintensiven Verarbeitung.
## Fazit
Ein EU-Beitritt Kanadas könnte die Versorgung Europas mit kritischen Mineralien diversifizieren, gemeinsame Verarbeitung und Recycling stärken sowie Forschung, Finanzierung und Standards für klimafreundliche Technik enger verbinden. Dafür bestehen mit CETA, der strategischen Rohstoffpartnerschaft und den laufenden Gesprächen zwischen Kanada und der Europäischen Investitionsbank bereits erkennbare Vorstufen.[2][3][5]
Im solarpunk Sinne wäre der größte Gewinn jedoch nicht ein möglichst großer Rohstoffstrom über den Atlantik. Er läge in einer demokratisch kontrollierten, kreislauforientierten Partnerschaft: weniger Abhängigkeit von wenigen Lieferländern, mehr langlebige und reparierbare Technik, faire Beteiligung betroffener Gemeinschaften sowie lokale Energie- und Produktionskapazitäten auf beiden Seiten.
[1] https://www.facebook.com/groups/radiofreecanada/posts/25558061580467124/
[2] https://www.policymagazine.ca/on-critical-minerals-canada-and-europe-meet-in-the-midstream/
[3] https://www.eib.org/en/press/all/2026-077-eib-and-canada-team-up-to-strengthen-critical-raw-material-resilience
[4] https://www.swp-berlin.org/en/publication/critical-raw-materials-partner-canada-an-almost-perfect-match
[5] https://www.canada.ca/en/campaign/critical-minerals-in-canada/our-critical-minerals-strategic-partnerships.html
[6] https://stip.oecd.org/stip/interactive-dashboards/policy-initiatives/2023%2Fdata%2FpolicyInitiatives%2F99995026
[7] https://www.international.gc.ca/world-monde/international_relations-relations_internationales/can-eu_agreement-accord_can-ue-2022.aspx?lang=eng
[8] https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Glossary:European_Union_(EU)
[9] https://en.wikipedia.org/wiki/European_Union
[10] https://www.jdsupra.com/legalnews/the-eu-and-the-united-kingdom-develop-3394728/
[11] https://www.iea.org/policies/16061-canada-eu-strategic-partnership-on-raw-materials
[12] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/en/TXT/?uri=
[13] https://pheur-online.edqm.eu/home/
[14] https://european-union.europa.eu/index_en
[15] https://defence-industry-space.ec.europa.eu/eu-space/eu-space-strategy-security-and-defence_en
[16] https://www.niras.com/projects/eu-canada-critical-raw-materials-partnership-strengthened/
[17] https://european-union.europa.eu/principles-countries-history/eu-countries_en
[18] https://www.biodiversa.eu/
[19] https://www.fi-compass.eu/
[20] https://www.eulisa.europa.eu/
Michael Blume, Thema: Die Außen- wirtschaftspolitik der EU
Für die EU ist eine Assoziierung Kanadas verlockend, Kanada steht unter Druck und t-online meint : „Anfang 2026 hielt der kanadische Regierungschef dann eine viel beachtete Rede, in der er eine Alternative zur Orientierung in Richtung der USA aufzeigte: Carney sprach sich für eine stärkere Zusammenarbeit mittelgroßer Staaten auf der Welt aus. „Denn wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte„, warnte er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Gemeint war damit: Die Zusammenarbeit mittelgroßer Staaten soll verhindern, dass diese zum Spielball von Ländern wie Russland, China oder den USA werden.
Die USA werden als „Spielmacher“ gesehen, die die Welt neu gestalten.
Für Europa sind die USA der Sicherheitsgarant vor Rußland.
Sollte sich die EU in diesen Intgeressenkonflikt begeben ?
Die Mehrheit der Mitkommentatoren meint „JA“
ich meine „Nein“.
Wenn der Streit zwischen Kanada und den USA eskalieren sollte und Kanada die EU- Karte zieht, dann werden die USA die Nato-Exit Karte ziehen und dann ………
Wollen wir nicht hoffen.
@NI
Donald Trump hat bereits eine Karte veröffentlicht, in dem das EU-Gebiet Grönland 🇬🇱, der NATO – Staat Kanada 🇨🇦 und übrigens auch Mexiko 🇲🇽 und Island 🇮🇸 als US-Territorium erscheinen.
https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-karte-zeigt-kanada-mexiko-und-groenland-als-teil-der-usa-a-350199fd-7ebc-4eda-8dc5-3fc976e83d42
Und da hoffen Sie darauf, dass sich die EU 🇪🇺 inklusive Deutschland 🇩🇪 durch feige Unterwerfung heraushalten könnte?
Menschenwürde ist jedem Menschen gegeben. Sie auch mit Würde zu verteidigen ist unsere Aufgabe.
Michael Blume
Sie sprechen von Idealpolitik , ich spreche von Realpolitik.
Indem sie das Verhalten von Herrn T. verdammen, erreichen sie nicht viel. Sie können hier im blog Stimmung machen, das ersetzt
keine konkreten Entscheidungen.
Die Alles oder Nichts Politik gegenüber Rußland führt zu einem sehr langen Krieg mit ungewissem Ausgang,
Kompromisse einzugehen verlangt auch Mut , vorallem ist Intelligenz geforderdert und der Sinn für das Machbare. Politik ist die Kunst für das Machbare.
Die Alles oder Nichts Politik gegenüber den USA zeigt von dem Unverständnis den USA gegenüber.
Herr T. hat mehrfach betont, dass die EU die Gewinne im Handel einstreicht, während die USA den schützenden Schild darüber hält.
Die EU verhält sich wie ein türkischer Junge, der seine Mutter ans Schienbein tritt. Das können sie doch nicht übersehen.
Nö, @NI – feige Entscheidungen sind keine realistischen Entscheidungen, sondern eben einfach nur – feige.
Ich spreche mich hier für die historische Entscheidung unserer EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) aus, Kanada Beitrittsgespräche anzubieten. Die der kanadische Premierminister Mark Carney (Liberal Party of Canada) auch bereits angenommen hat.
Und von „Alles oder Nichts Politik“ kann schon deswegen keine Rede sein, weil gleichzeitig (!) der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in den USA war und auch den Kauf eines US-Kampfflugzeuges besiegelt hat.
Vier Tage war Verteidigungsminister Pistorius in den USA. In Washington, New York und Fort Worth in Texas wird schnell klar, dass sich etwas verändert hat: Das Interesse der USA am Bündnispartner scheint neu erwacht.
Von Christina Nagel, ARD-Hauptstadtstudio
Es ist die erwartet große Show. Dramatische Musik, actionreiche Videos und große Worte. Nach einer halben Stunde ist es soweit: der Vorhang fällt. Und dann steht er da. Der erste deutsche F-35A-Kampfjet. „Danke für die Gänsehaut“, sagt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Der Kampfjet ist, wenn man so will, ein echtes „Zeitenwende-Kind“. 2022, kurz nach Russlands Angriff auf die Ukraine, fiel nach jahrelangen Diskussionen die Entscheidung, das Modell des US-Anbieters Lockheed Martin zu kaufen.Der F-35A-Tarnkappenjet soll die in die Jahre gekommenen Tornados der Bundeswehr ablösen, die im Ernstfall US-Atomwaffen transportieren würden. Sie sind damit wesentlicher Teil des NATO-Abschreckungskonzepts der nuklearen Teilhabe.
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/pistorius-usa-110.html
Der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union gelingt damit derzeit beides: Das Bündnis mit Kanada und jenes mit den USA zu verstärken. Das ist gleichzeitig mutig und klug.
Auf die Angst vor menschlicher Dummheit habe ich heute in der Diskussion um die badische und die amerikanische Republik u.a. geantwortet:
Ja, ich spreche etwas höflicher vom Präventions- und Friedensparadox: Wenn es Menschen lange Zeit gut geht, sehen viele Einsätze für Gesundheit & Demokratie nicht mehr ein.
Und die AfD lässt ja auch im Hinblick auf ihre Gegnerschaft zum Liberalismus der badischen Revolution keinerlei Zweifel:
„Zuvor hatte Florian Ruß, Bundesvorstandsmitglied der Generation Deutschland, die Delegierten in seiner Eröffnungsansprache mit den Worten begrüßt: „Willkommen im Osten, willkommen in Preußen.“ Es sei „kein Zufall“, dass der Bundeskongress in Magdeburg stattfinde, sagte Ruß.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117303544373321338
Lassen Sie uns raten: Sie hätten auch den tapferen Menschen in Baden und in den späteren USA empfohlen, sich je dem preußischen und britischen Monarchen zu unterwerfen, damit es nur ja keinen Ärger gibt?
@ NI / Realo
Schiss?
Mussi Betreff : Schiss
Ich hoffe inständig, dass du kein Hurrahpatriot bist, der den totalen Krieg ins Kalkül zieht. Rallye Fahrer Walter Röhrtl meint sogar, wer keine Angst hat, ist dumm.
Jetzt mal sachlich. Für Herrn Blume sind T. und P. tyranno-Idioten.
Und mit der Erkenntnis fühlt er sich auf der richtigen Seite.
O.k. Das reicht aber nicht aus, um konkrete Lösungen anzubieten.
Er hat gemeint, Herr T. habe schon einen neuen Atlas, auf dem Mexico und Kanada Teil der USA wären. Herr T. träumt von einem geeinten Nordamerika.
Die EU träumt von einem Großeuropäischen Reich von den Kanaren bis zur Krim.
Das ist alles noch nicht konkret . Konkret ist dagegen die Parteien in Deutschland zu unterstützen, die auf Kompromisse setzen.
@NI 20.09. 12:32
„…dann werden die USA die Nato-Exit Karte ziehen und dann ………Wollen wir nicht hoffen.“
Gefühlt hat Trump das doch längst getan. Zumindest kann sich Putin längst die Hoffnung machen, dass er seinen Ukrainekrieg doch noch gewinnt, wenn Trump hier ganz aussteigt.
Wäre Trumps Haltung hier zweifelsfrei proeuropäisch, hätte Putin längst seinen Krieg aufgegeben, vermute ich mal.
Andererseits, wenn es militärtechnisch ganz in Richtung Drohnenstreitmacht geht, dann ist das Problem sogar für uns überschaubar. Wir investieren gerade sowieso neu in unsere Verteidigungsfähigkeiten, hoffentlich eben gleich in hochfunktionale Drohnentechnik.
Die wir praktischerweise gleich von der Ukraine testen lassen können. Und alles, was binnen Monaten zu veralten droht, können wir ebenso komplett der Ukraine liefern.
Für unsere Sicherheit zählen einerseits eigene Drohnenvorräte, und ganz prominent umfangreiche eigene Entwicklungs- und Produktionskapazitäten.
Die USA kann man sich auch ganz wegdenken, es könnte ohne sie gehen.
Insbesondere Drohnen, die feindliche Drohnen kostengünstig abwehren können, wären sehr von Vorteil. Ein Schwerpunkt auf gegenseitige Angriffe bis ins Hinterland eher weniger.
Wer hier leidensfähiger ist, ist dann im Vorteil. Und gegenseitige Angriffe könnte Putin auch mit Atomwaffen fortsetzen. Wenn Putins Drohnen einfach nicht mehr im Ziel ankommen, kann Putin das dann auch ganz sein lassen. Das wäre dann echt naheliegend.
T. Jeckenburger
„Die USA kann man sich auch ganz wegdenken, es könnte ohne sie gehen.“
Die USA sind der Schlüssel von allem. Denk mal an Israel, nur die USA haben deren Überleben garantiert und sie garantieren es weiterhin.
Erst weil die EU die USA wirtschaftlich an die Wand gedrückt hat, hat diese Nation einen Präsidenten gebärt, der „hqndgreiflich wird“.
Schon vergessen, Deutschland hat die EU im KFZ bereich erobert, hat Ford und GM aus Europa verdrängt.
Ist das kluge Zusammenarbeit. ?
@NI
@Michael Blume
20.09.2026, 12:41 Uhr
Meine Musikempfehlung am Sonntag für @NI:
„Keine Angst“ und „Der schwere Mut“:
https://music.youtube.com/watch?v=q67hoCpzPX0&list=OLAK5uy_mVGOZtV54mx4XJr3FlhH5e9sd2L0p_HJg
Uli,
du hast noch keinen Krieg erlebt,
Hast du schon einmal Hunger gehabt,
Hast du schon einmal Schweinefutter essen müssen.
Meine Musikempfehlung.
Nina Hagen das Ave Maria
Marianne Faithfull : the Ballad of Lucy Jordan
@NI & @Realo
Und also sollen wir uns vor lauter Angst vor dem Krieg fossilen Kriegstreibern und Faschisten unterwerfen? Schon wieder?
Das also haben Sie aus der Geschichte – nicht – gelernt.. 🫣
Michael Blume Betreff: angemessenes Verhalten
„Und also sollen wir uns vor lauter Angst… “
Nein wir sollen nicht, zwischen blinder Entschlossenheit und Unterwerfung gibt es noch etwas, das nennt sich Bedachtsamkeit oder Umsicht.
Nur wer bedachtsam und umsichtig agiert, der findet am Ende eine Lösung für beide Seiten, den Verteidiger und den Angreifer. Und das muss das Ziel sein, es gibt auch noch eine Zeit nach dem Krieg.
Konkret: wir müssen auf Zeit spielen, die technische Überlegenheit Westeuropas
wächst, die Wirtschaftskraft Rußlands sinkt, es wird die Zeit kommen, wo der russische Geheimdienst Herrn Putin empfehlen wird einzulenken. (Herr Putin war vorher der Chef dieses Gehimdienstes)
Anmerkung: Sie haben verstanden, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Ukrainekrieg und dem Bestreben von Herr T. Nordamerika zu vereinigen.
@NI
20.09.2026, 17:26 Uhr
Jetzt hätte ich gerne ein paar Argumente warum das nicht auch anders geht. Bzw ob der Sachverhalt wirklich so einfach ist wie Du ihn darstellst.
Ich darf Dich daran erinnern das die USA Wirtschaft genau so will. Wenn man die eigene Medizin an manchen Stellen mal zu schlucken bekommt darf man jemandem
wie Trump Macht in die Hand geben? Ich bitte Dich.
Warum sollte ich Amerikanern das nachsehen und Vertsändnis haben? Ich habe auch kein Verständnis für Deutsche die AfD wählen. Ich bin es eigentlich leid solchen Menschen auch noch über den Kopf zu streicheln…
Die wollten das so. entfesselte Marktwirtschaft gefordert, entfesselte Marktwirtschaft bekommen.
Dazu gehören zwei.
Jimmy Kimmel:
Bitte kein Verständnis für die Verständnislosen.
Und auch keines für die die sie wählen…
Uli Schoppe Betreff: Wirtschaftliche Querelen zwischen Europa und USA.
Du hast es verstenden.
„Ich darf Dich daran erinnern das die USA Wirtschaft genau so will.“
Und….die USA haben diesen „Wirtschaftskrieg“ verloren. Schau dir mal die Stellantis Aktienkurse an.
Wer darauf stolz ist, der denkt zu kurz. Wir brauchen die USA , sie garantieren Israel und sie garantieren Europa.
Kurz zu Jimmy Kimmel, er hat vergessen, dass die USA selbst ein Produkt von Eroberungen ist. Texas hat bis 1836 zu Mexico gehört. Herr T. denkt da ganz praktisch. Die Mexikaner wollen doch zu uns, da können wir ihnen doch gleich anbieten ein Bundesstaat der USA zu werden.
@ Mussi 20.09.2026, 14:42 Uhr
@ NI
Zitat; „Schiss?“
Selbstverständlich und zwar seit es Atomwaffen und Biowaffen gibt. Amerika und Russland jeweils rund 5 000, GB, F rund 500 Atombomben und D Null Atombomben hat.
Ohne A, B, C– Waffen, hätte ich keinen Schiss. Da wäre auch für mich ein Krieg völlig naheliegend, fast selbstverständlich.
Die Nato mit rund 1 Milliarde Menschen würde sich natürlich nach Osten um die rund 150 Millionen Russen, besser gesagt um deren Bodenschätze, erweitern.
Das haben die Russen beendet. Genau deswegen haben sie sich bereits bald nach dem WK2 ihre Atombomben und Atomraketen zugelegt und sie würden sie, wie auch umgekehrt D Trump in einer vergleichbaren Situation, zweifellos einsetzen….
Trump ist klug genug, dass er sich nicht gegenseitig mit den Russen die Atombomben über den Schädel schlägt und war auch fair genug das Selenskyj zu erklären….
In unserem Fall wird „Mut zur Dummheit“. Das sollte einem auffallen…..
@ NI
Ist unter Drohung eine Forderung zu erreichen ein Kompromiss?
Mussi Thema : Taktik
Scharfsinnig erkannt. Die Kanadier “ spielen die EU-Karte“ . Mark Carney ist Herrn T. gewachsen und kann ihn sicher besser einschätzen als wir Europäer. Obwohl……kleiner Ausflug ……Herr T. wollte in Stuttgart einen Wolkenkratzer bauen, der einen Schatten von 400 m geworfen hätte. Zum Glück haben die Stuttgarter abgelehnt.
Wie eine Drohung wirkt, das lernt man beim Schachspiel.
1. Der Gegner deckt die bedrohte Figur.
2. Der Gegner antwortet mit einer Gegendrohung
3. Der Gegner zieht sich zurück.
4. Der Gegner bietet ein Remis an
Alle vier Methoden werden im Schachspiel verwendet, Karpov war ein Verteidigungsspieler, Kasparov war ein Angriffsspieler , alle beide waren Weltmeister.
Im Falle Kanada versus T. ist noch nichts entschieden.
@NI
20.09.2026, 17:33 Uhr
Als erstes: Meine Familie ja. Und ich habe meinem Vater, meiner Mutter, meinen Onkeln und Tanten gut zugehört.
Mein Opa ist nachts losgezogen die Bauern beklauen damit seine Familie nicht hungert. Die haben übrigens voll Mitmenschlichkeit auf ihn geschossen wenn sie das mitbekommen haben. Gewehre gab es damals auch in Zivilistenhand noch genug.
[ironie on]Wie begeistert die Menschen aus den „deutschen Ostgebieten“ hier aufgenommen wurden, einfach unglaublich… Und 6 Jahre in Sibirien waren ein echter Abenteuerurlaub für Betroffene… [/ironie off]. Oder ist das schon Zynismus?
Du tust so, als seien meine Lebensumstände Maßstab für meine moralische Urteilsfähigkeit. Und sprichst mir die implizit ab.
Du versuchst die Legitimität meiner Äußerung über eine Leidenshirarchie zu diskreditieren.
Das finde ich persönlich… also wirklich… nein.
Das ist einfach logisch unzulänglich. Meine Kompetenz mich in diesen Fragen zu äußern ist nicht abhängig von irgenwelcher „Authentizität“ in welcher Form auch immer.
Das ist rhetorisch noch nicht mal geschickt. Neuer Versuch bitte. Auch Menschen ohne Kriegs- und Hungererfahrung sind in der Lage gültige moralische Urteile zu fällen.
@Realo 20.09. 19:37
„Die Nato mit rund 1 Milliarde Menschen würde sich natürlich nach Osten um die rund 150 Millionen Russen, besser gesagt um deren Bodenschätze, erweitern.“
Wir wollten eben nicht tatenlos zusehen, wie Russland die ukrainische Demokratie platt macht. Und dann mit Finnland und dem Baltikum gleich weiter macht.
Wir haben gerne russische Bodenschätze gekauft, auch schön billiges Gas. Und haben genau damit Putins Kriegszug überhaupt erst ermöglicht. Das war unserer Fehler.
Die Gefahr, dass Putin noch Atomwaffen einsetzt, ist in der Tat größer als Null. Aber uns einfach ausliefern ist dennoch für mich keine Option.
Die USA haben auch weder im Vietnamkrieg, noch im Irak und auch nicht in Afghanistan Atomwaffen eingesetzt. Und tun es auch jetzt im Iran auch nicht.
Eine Aufstockung der französischen und britischen Atomwaffen wäre allerdings dennoch inzwischen eine sehr gute Idee. Defensive Drohnentechnik halte ich allerdings als allerwichtigstes militärisches Projekt.
Wenn Putins Drohnen und Raketen erfolgreich abgeschossen werden könnten, dann kann Putin einpacken. Dann kommt hier einfach nicht mehr viel durch. Da geht des lang, würde ich sagen.
Wenn wir das mal haben, können wir das auch an die USA verkaufen. Vielleicht kann ja dann damit die US-Armee den persischen Golf und das Rote Meer wieder freikämpfen. Das würde dann jedenfalls mehr als die halbe Welt sehr begrüßen.
Noch sind wir auf Öl und Gas angewiesen. Entsprechend ist das ein weiteres Argument, die Energiewende so schnell wie es geht fortzusetzen.
Putin kann jeder Zeit diesen Krieg wieder einstellen, so wie das aussieht. Ich denke nicht, dass wir da dann noch nachsetzten werden. Mit Drohnenaufrüstung weitermachen allerdings wäre durchaus angebracht. Von den USA unabhängig sein wäre nebenbei immer eine gute Idee.
Die sollen mal erstmal in die eigene Energiewende investieren, und dafür dann mal weniger Aufrüsten.
Und nach Möglichkeit sollten auch wir nichts mehr in Russland einkaufen, am besten wirklich gar nichts mehr. Sonst geht das Spielchen in 5 Jahren dann doch wieder in die nächste Runde. Wirklich nachhaltig wären dann auch endlich verfallende Öl- und Gasweltmarktpreise, dann verdient auch Putin mit dem Export in Drittländer nicht mehr genug, um hier den Krieg gegen uns in einer neuen Runde wieder aufzunehmen.
@Tobias Jeckenburger
20.09.2026, 23:09 Uhr
Dieser Versuch mit der Tatsache, dass es natürlich Menschen gibt die sich in erzkapitalistischer Gier (die Gier ist halt ein mächtiger Antrieb. Wenn man sich von ihr überwältigen lässt bleibt der soziale Marktwissenschaftler auf der Strecke) an Bodenschätzen bereichern wollen, alle Menschen zu diskreditieren bei denen das eben vieleicht nicht so ist wiederholt sich mit einer ziemlich ermüdenden Konstanz.
Egal wie oft Du oder jemand anderes dagegen anredet, er kommt wieder.
Das ist der Versuch durch Erschöpfen die Diskussion zu „gewinnen“. Der eigene Einsatz ist niedrig (man wirft nur das „Argument“ immer wieder in den Raum), bei jemandem der das wiederlegt hoch. Der gibt sich in der Regel Mühe und sucht noch weitere Argumente dagegen die er noch nicht gebracht hat. Immer und immer wieder bis er nicht mehr kann und aufgibt. So das Muster irgendwie.
Gibt es eine KI Anwendung mit der man auf diesen automatischen Einwurf ebenfalls automatisiert Antworten erstellen kann? DAS wäre mal eine nützliche Anwendung von KI. Das kann die doch gut 😉
@ Tobias Jeckenburger 20.09.2026, 23:09 Uhr
Zitat: „Wir wollten eben nicht tatenlos zusehen, wie Russland die ukrainische Demokratie platt macht. Und dann mit Finnland und dem Baltikum gleich weiter macht.“
Es dürfte den Russen völlig egal sein, mit welchem Vorwand auch immer, dem „deutschen Wesen“, unserer Demokratie, oder womöglich mit dem „einzig wahren Glauben“ wir in ihrem Einflussgebiet „hausieren“ gehen. Die Verfügungsgewalt über ihre Bodenschätze dürften sie niemals aufgeben.
Sie haben die Nato Osterweiterung beendet, weil sie es wegen ihrer Atombomben leicht können. Wegen ihrer dünnen Besiedelung wären sie von einem Atomkrieg auch noch wesentlich weniger betroffen als Europa….
Die A, B, C – Waffentechnik hat die Situation völlig verändert. Wir, atomar aber auch in Sachen moderner Bodenschätze „barfüßigen“, stehen vor einem Abgrund….
Die Russen brauchen ihre Unabhängigkeit und freie internationale Handelswege, alles andere haben sie im Überfluss.
Der Gashandel ehemals, war eine Win – Win Situation für D und Russland. Für uns als Hochlohnland war das Gas extrem billig, die Russen als Niedriglohnland konnten sich über schöne Gewinne freuen…..
Trump will, angesichts der Situation, ehrlich Frieden auf der ganzen Welt und faire Deals. Dafür setzt er sich ein und ich nehme es ihm ab….
Eine moderne „psychologische und technokratische Denke“, verbunden mit bester Roboter- und KI Technik, könnte die ganze Welt in eine bessere Zukunft führen…..
@ Uli Schoppe 21.09.2026, 05:02 Uhr
@Tobias Jeckenburger
Zitat: „Die Nato mit rund 1 Milliarde Menschen würde sich natürlich nach Osten um die rund 150 Millionen Russen, besser gesagt um deren Bodenschätze, erweitern.“
Genau das und auch noch der Kampf um freie Handelswege (gegen Wegelagerei), ist seit „fast ewig“ das wichtigste Grund Muster für die Entstehung von Kriegen…..
Nicht nur „Erzkapitalisten“ geben dieser „Gier“ nach. Der „kleine Mann von der Straße“ will von seinen „Regierenden“ die Bereitstellung von Ressourcen. Genau die Personen die derartiges für ihre Klientel versprechen, werden gewählt. Genau das ist der Grund für die andauernden „Wahltheater“.
Die AfD Wähler wollen lieber selber als die Zuwanderer die benötigten Gelder einsacken. Die CDU Wähler feie Bahn für ihre möglichst guten Geschäfte. Die SPD hohe Löhne und niedrige Preise,….
Auf die möglichst gute Sicherung unserer eigenen Existenz läuft es hinaus. Höchstens Bettler leben von Almosen….
Zitat: „Egal wie oft Du oder jemand anderes dagegen anredet, er kommt wieder.“
Ganz einfach deswegen, weil auch die Konflikt Situation immer wieder kommt, verhält es sich so. Keiner wird das einmal gesagt haben und danach ewig schweigen, wenn sich die Situation ständig wiederholt…..
Im vorigen Beitrag habe ich als eine Problemlösung, eine moderne „psychologische und technokratische Denke“, verbunden mit bester Roboter- und KI Technik angeregt, sie könnte vielleicht die ganze Welt in eine bessere Zukunft führen…..
Aber ob sich tatsächlich was ändern könnte?????
@Realo 21.09. 09:17
„Wegen ihrer dünnen Besiedelung wären sie von einem Atomkrieg auch noch wesentlich weniger betroffen als Europa….“
250 Europäische Atombomben würden dann dennoch alle russischen Städte vernichten können. 500 braucht das noch nicht mal.
„Die Russen brauchen ihre Unabhängigkeit und freie internationale Handelswege, alles andere haben sie im Überfluss.“
Dafür hat doch der Feldzug von 2014 vollkommen ausgereicht. Und genau dafür hatten wir im Westen durchaus Verständnis. Der Aktuelle Krieg zielt aber nur auf die Vernichtung der ukrainischen Demokratie. Und weil das sehr absehbar ist, dass das mit Finnland und dem Baltikum weitergeht, liefern wir eben Waffen.
Und investieren hoffentlich genug in insbesondere defensive Drohnentechnik.
„Trump will, angesichts der Situation, ehrlich Frieden auf der ganzen Welt und faire Deals. Dafür setzt er sich ein und ich nehme es ihm ab….“
Können Sie mir mal helfen, und mir erklären, was diese Pleite am Persischen Golf und inzwischen auch im Roten Meer jetzt werden soll? Was hat hier Trump geplant, was will er erreichen, und wie geht es da jetzt weiter?
@Realo 21.09. 09:17
„verbunden mit bester Roboter- und KI Technik angeregt, sie könnte vielleicht die ganze Welt in eine bessere Zukunft führen…..“
Und ganz akut brauchen wir wohl defensive KI-Drohnen. Mit einem europäischem Budget von 500 Mrd Euro könnte das doch möglich werden.
Dann kann die Ukraine einfach alles abschießen, das aus Russland rüber kommt. Und Putin kann es dann sein lassen, es bringt einfach dann gar nix mehr.
Und sich damit abfinden, dass die Westukraine demokratisch bleibt. Das könnte dann eine Exitstrategie aus diesem so überflüssigem Konflikt sein.
@ Tobias Jeckenburger
Er hört nicht zu. Das hört erst auf wenn Putin endlich weg ist befürchte ich.
@ Tobias Jeckenburger 21.09.2026, 14:37 Uhr
Die Ukrainer und die Nato sind davon ausgegangen, dass aus „traditioneller Sicht“ in Russland eine neue Führungsschicht installiert wird und über die Bodenschätze praktisch das Ukraine- Westkapital verfügt.
Die Russen haben die „Atomkarte“ eiskalt „ausgespielt“ und das Geschehen „umgedreht“…..
Die Ukraine musste, nach derzeitigem Stand, ihre „Träume“ begraben. Sie haben riesige Opferzahlen und ein sehr schlimmen Winter steht ihnen bevor….
Man kann nicht ausschließen, dass es in der Ostsee zu Konflikten mit der „Schattenflotte“ kommt und „deutsches Kanonenfutter“ im Baltikum eine „Rolle spielen“ muss…. ob nur „Drohnenspielzeug“ eine Rolle spielen wird, das ist die Frage?
Zitat: „Können Sie mir mal helfen, und mir erklären, was diese Pleite am Persischen Golf und inzwischen auch im Roten Meer jetzt werden soll? Was hat hier Trump geplant, was will er erreichen, und wie geht es da jetzt weiter?“
Trump will vermutlich, dass sich die Perser die „Vernichtung Israels“ aus dem Kopf schlagen, mit ihren „Vernichtungsdrohungen“ gegen Israel aufhören, auch weil ein Atomschlag gegen Israel praktisch für Persien purer Selbstmord wäre….
Den Persern scheint das klar zu werden, sie brauchen halt etwas länger als die anderen Moslems….
Trump will offensichtlich, dass die Perser ein ehrenwertes Mitglied der Weltgemeinschaft werden und friedlich ihren Geschäften nachgehen….. Andere Moslems kooperieren sogar schon mit Israel!
@ Tobias Jeckenburger 21.09.2026, 14:53 Uhr
Zitat: „Und ganz akut brauchen wir wohl defensive KI-Drohnen. Mit einem europäischem Budget von 500 Mrd Euro könnte das doch möglich werden.“
Vielleicht verhält es sich so, dass manche „Staatslenker“ tatsächlich mit dem „Drohnenspielzeug“ erreichen wollen, dass Kriege „immer milder“, der Schritt Kriege endgültig und allgemein zu ächten, immer größer wird. Psychologisch geschickte und auch sonst wissenschaftlich (Roboter KI,….) orientierte „Spezialisten“ tatsächlich Kriegen vorbeugen und notfalls sogar Frieden stiften können???
@Realo 21.09. 08:55
„Die Ukrainer und die Nato sind davon ausgegangen, dass aus „traditioneller Sicht“ in Russland eine neue Führungsschicht installiert wird und über die Bodenschätze praktisch das Ukraine- Westkapital verfügt.“
Wenn wir jetzt versucht hätten, eine echte Demokratie in Russland zu etablieren, würde Ihre Aussage Sinn machen. Wir haben es aber nicht versucht. Und bis zum aktuellen Angriff 2022 auch noch jede Menge Gas in Russland gerne eingekauft. Unvernünftigerweise, wie es sich leider inzwischen entwickelt hat, hat das diesen Krieg überhaupt erst ermöglicht.
„ob nur „Drohnenspielzeug“ eine Rolle spielen wird, das ist die Frage?“
Bodentruppen muss es leider auch noch geben. Wenn wir aber nur die Ukraine vor Drohnen und Raketen schützen, da reichen offenbar die Drohnen für. Wenn wir sie denn hätten. Es ist derzeit sicherlich noch unklar, wie teuer solche Drohnen dann sind, und nicht sehr viel teurer sind, als die russischen Angriffsdrohnen und Raketen, die sie abschießen sollen.
Aktuell scheinen mit der Drohnentechnik Angriffe auf das Hinterland viel einfacher und damit billiger als Drohnen zu sein, die Drohnen erfolgreich abschießen können. Das provoziert ja gerade zu, hauptsächlich Angriffe zu fliegen und jede Menge zivile Ziele anzugreifen. Auf beiden Seiten.
Der Ideale Krieg der Zukunft wären in der Tat Drohnenschwärme, die effektiv feindliche Drohnen und Raketen so ziemlich komplett abfangen können. Wer diese Drohnenschlachten dann deutlich verliert, muss eben aufgeben. Die Soldaten in den Schützengräben bräuchten dann so viele gar nicht mehr zu sein.
Insbesondere kommt es dann überhaupt nicht mehr auf die Leidensfähigkeit an. Wer sehr viel mehr Geld hat, wird dann gewinnen. Ein ganz dickes Plus für uns in der EU.
Für mich sind das echt auch menschliche Kriegsperspektiven.
„Trump will vermutlich, dass sich die Perser die „Vernichtung Israels“ aus dem Kopf schlagen, mit ihren „Vernichtungsdrohungen“ gegen Israel aufhören, auch weil ein Atomschlag gegen Israel praktisch für Persien purer Selbstmord wäre….“
Der Iran hat aber noch keine Atomwaffen. Offenbar aber genug Billigdrohnen, um den persischen Golf und das Rote Meer zu blockieren. Genug, dass selbst die hochgerüstete US-Armee da derzeit nichts Wirksames dagegen hat. Die Patriotraketen sind zwar durchaus wirksam, nur leider um mehre Größenordnungen viel zu teuer.
Wir brauchen dringend was Billigeres. Das wäre hunderte von Milliarden Euros Wert.
Danke auch für Deine Geduld, @Tobias
Der @Realo verbreitet feige die immergleiche Putin-Propaganda. Dass auch nach Jahren der vermeintlich schnellen Eroberung der Ukraine jeden Tag auch Hunderte junger Russen für Putins Angriffskrieg sterben, kümmert ihn nicht.
Hier ein Bericht dazu:
https://youtu.be/0CwMC3beBTc
Auch seine krassen Widersprüche verleugnet er: Wie oft hat er gegen die post-fossile Energiewende und gegen erneuerbare Friedensenergien gewettert, seine Ölheizung gerühmt – dann aber dem Westen vorgeworfen, russische Rohstoffe zu wollen!
Nach meiner Erfahrung ist @Realo nicht mehr willens und vielleicht auch nicht mehr fähig, sich mit der Realität der russischen Diktatur zu befassen.
Gib mir ein Signal, wenn Du von seiner Täter – Opfer – Umkehr genug hast und wieder echte Dialoge führen willst.
@Realo
21.09.2026, 18:55 Uhr
Der Beitrag ist ein Beleg dafür das man die Mitgliedschaft von Kanada so schnell wie möglich eintüten sollte.
BTT:
Bei der Ukraine haben wir zu lange gezögert weil wir uns zu viele Gedanken um irgendwelche Potentaten und Menschenschlächter gemacht haben.
Bei Kanada sollten wir das nicht wiederholen. Wenn es Putins Bruder im Geiste Trump nicht paßt KANN es eigentlich nur richtig sein.
Bei Kanadas U-Boot Flotte arbeiten wir doch schon mit Kanada zusammen.
Die Gelegenheit sollten wir nicht verpassen, mit der Technik hat die USA schon unangemehme Überraschungen erlebt, da muss man am Ball bleiben.
Hätten wir das bei der Ukraine nicht so lange gezögert hätte das nicht so viele Tote Ukrainer gekostet.
Selbst bei Grönland lassen wir einem Potentaten schon zu viel Spielraum. Das muss aufhören.
Kanada passt besser zu uns als die Trump USA oder gar Zar Putins Russland.
Es würde vieleicht auch den Wechsel zu grüner Technik vereinfachen. Das Land beherbergt 14 der 19 wichtigsten Mineralien, die für saubere und grüne Technologien benötigt werden sagt felo:
https://www.brunel.net/en/blog/mining/greener-mining-canada
@Michael 22.09. 00:13
„Gib mir ein Signal, wenn Du von seiner Täter – Opfer – Umkehr genug hast und wieder echte Dialoge führen willst.“
Wenigstens finde ich das Thema immer wieder interessant. Zumal auch eine atomare Eskalation nun von der Wahrscheinlichkeit her etwas größer ist als Null. Entsprechend fände ich es wesentlich sicherer, wenn wir defensive Drohnenschwärme entwickeln und an die Ukraine liefern. Und keine Riesenmengen von Angriffsdrohnen, die dann ganze Städte verwüsten.
Das setzt natürlich die technische Machbarkeit voraus. Drohnen, die Drohnen und Raketen erfolgreich und nachhaltig abschießen, sind da eine andere Herausforderung.
@Realo
Gerne lesen würde ich von Ihnen öfter mal was wirklich Neues. Lassen Sie sich doch da mal mehr einfallen.
Herzlichen Dank für Dein dialogisches und auch wissenschaftliches Interesse, lieber @Tobias
Ja, auch aufgrund Deiner vielfältigen Nachfragen hoffe ich, in den nächsten Monaten einmal extra zur militärischen Bedeutung von post-fossilen Drohnenschwärmen zu bloggen.
Schon am 18. April 2026 hatte ich zu dem m.E. wichtigen Schlüsselthema gepostet:
Erinnert Ihr Euch noch an die peinlichen Entgleisungen des Rheinmetall-Chefs Papperger, der in den USA die erfolgreichen Drohnen der Ukraine sexistisch als Werk „ukrainischer Hausfrauen“ verhöhnte?
Erstmals hat eine ukrainische Drohnen-Einheit nun eine russische Stellung ausschließlich durch unbemannte Systeme erobert – und dabei auch russische Soldaten als Kriegsgefangene abgeführt. Kein einziger ukrainischer Soldat war in der Gefahrenzone.
Sorry, #Deutschland – dagegen wirkt #Rheinmetall derzeit eher wie fossiles #Altmetall…
Sicher: Es gibt auch bereits gute, deutsche Drohnenschmieden. Die werden aber nicht von altväterlichen Fossilisten geleitet, die weiterhin schwere & zunehmend gefährdete Verbrenner-Panzer verkaufen wollen und Frauen für zweitklassig halten…
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116424851561618913
Sowohl in den – je unterschiedlich zu bewertenden – Kriegen Russlands gegen die Ukraine wie auch der USA gegen den Iran und von Saudi-Arabien gegen die Huthi nehme ich schon jetzt eine deutliche Verschiebung der militärischen Fähigkeiten von größeren und zentralen hin zu kleineren und dezentralen Akteuren wahr. Auch der schnell mögliche Einsatz von Schwärmen aus KI-Agenten in der hybriden Kriegsführung weist m.E. klar in diese Richtung.
Und, ja, dass @Realo immer wieder nur fossile Putin-Propaganda gegen die Ukraine, die NATO und die Europäische Union (EU) wiederholt, ist schon etwas langweilig. Es zeigt halt auch, wie leicht Menschen in Freund – Feind – Dualismus und Tyrannophilie zurückfallen können, wenn sie sich von der Komplexität der realen Welt als überfordert erleben. Ich würde mich auch für ihn freuen, wenn er die Bereitschaft, ja den Mut zu Wissenschaft und Dialog noch finden würde.
Die Stuttgarter Zeitung gibt heute auf Seite 15 („Wissen“) wieder einen hoch interessanten dpa-Artikel zur europäisch geprägten Westminster-Monarchie und Commonwealth-Nation wieder:
Zahl der Aborigines war höher als gedacht
Die indigene Bevölkerung Australiens war vor der europäischen Kolonisierung offenbar deutlich größer als bislang angenommen. Einer neuen Studie zufolge lebten 1788 in Australien rund 2,22 Millionen Aborigines und Torres-Strait-Insulaner (indigene Bewohner der Inseln von der Nordküste).
1861 – nur rund 70 Jahre später – waren demnach 93 Prozent dieser Bevölkerung durch die Folgen der Kolonisierung verschwunden. […]
Nach dem neuen Modell war die indigene Bevölkerung bis 1861 auf rund 155.000 Menschen geschrumpft – etwa sieben Prozent der für 1788 geschätzten Zahl. Gründe für den dramatischen Rückgang waren nach Angaben der Forscher vor allem Krankheiten und Gewalt durch die Siedler, aber auch Vertreibung und die damit verbundene Veränderung der Lebensweise.
Die Aborigines hatten seit jeher eine sehr tiefe Verwurzelung mit dem Land, auf dem sie lebten, auch spirituell. Nun fielen Wanderrouten und Jagdgründe weg, was zum Teil zu Hungersnöten führte. […]
Seit den 1950er Jahren wächst die indigene Bevölkerung Australiens wieder. Einem Zensus zufolge lag sie 2021 bei etwa 813.000 Aborigines und Torres-Strait-Insulanern.
Damit erreichte sie rund 37 Prozent der nun geschätzten Bevölkerungszahl der vorkolonialen Zeit. Wenn das Wachstum anhält, könnte sie nach Berechnung der Forscher um das Jahr 2047 wieder das damalige Niveau erreichen.
Die erwähnte Studie vom 15. September 2026 „Large estimated size of the Australian Indigenous population before its extensive decline following colonial invasion“ von Alan N. Williams, Raymond Tobler, Billy Griffiths et al. findet sich hier:
https://www.nature.com/articles/s41562-026-02571-9
Aus meiner Sicht ist diese Studie nicht nur religionsdemografisch, sondern auch erkenntnistheoretisch relevant: Wir haben uns immer wieder bewusst zu machen, dass hinter den Zahlen der Demografie reale und manchmal auch schreckliche Schicksale von Menschen stehen. Das ist einer der Gründe, warum ich Rassismus, Sexismus und Sozialdarwinismus aus ganzem Herzen ablehne.
@ Michael Blume 22.09.2026, 17:40 Uhr
@ Tobias Jeckenburger 22.09.2026, 14:03 Uhr
Meine „Kriegstexte“ entsprechen den meiner Meinung nach sehr realistischen „Kriegs Mustern“ die uns ein sehr geschätzter Geschichtslehrer um 1960 „eingetrichtert“ hat. Sogar seine für uns Jugendliche „extrem offene, drastische, anschauliche Sprache“ ahme ich nach….. In die vorgegebenen Muster setze ich praktisch nur mehr die passenden Ländernamen ein, alles schon dagewesen, außer das „Drohnenspielzeug“.
Ein Klassenkumpel von uns, dessen Vater bereits in der Nazizeit von ihm unterrichtet wurde, hat gemeint, dass der Geschichtslehrer ehemals schon so argumentiert habe. Wir haben uns gewundert, wie der die Nazizeit überleben konnte……????
Die Sache mit dem „Drohnenspielzeug“ ist neu und könnte sogar positiv gesehen werden. Statt immer tödlichere Waffen, werden sie eher „sanfter“. Einige „schwarze Löcher“ in Hochhäuser, für die Betroffenen sicherlich ein Problem, aber z.B. verglichen mit Gaza, fast nicht der Rede wert….
Die Waffendesigner können sich „austoben“ und die traditionellen Waffenlieferanten und früheren „Kriegsgewinnler“, wie Rheinmetall-Chef Papperger, jammert über „ukrainischen Hausfrauen“, die höchst erfolgreich Billigdrohnen in Heimarbeit herstellen.
Ich habe ein, aus philosophischer Sicht, eher recht begrenztes „technisches Spezialwissen“ (Nachrichtentechnik, Elektronik, Informatik,…). Sicherheit und Ökonomie waren extrem wichtig, philosophische Fragen galten „als nicht zielführend“ und waren eher verpönt….
Die 68er WG hat mich stark psychologisch und auch politisch geprägt.
Philosophische Probleme habe ich früher mit Wikipedia analysiert, jetzt lasse ich sie mir von KI aufbereiten, um allenfalls meinen „Senf“ dazuzugeben….
Als Nutzer technischer Systeme denke ich ähnlich sachlich wie T. Jeckenburger, auch seine Kreativität und Phantasie bewundere ich irgendwie.
Allerdings haben sich bei mir auch Erfordernisse aus meinen früheren Jobs stark eingeprägt…. Da legt man besonderen Wert auf „einheitliche Vorgaben“, auch so etwas wie „Normung“ und „Systematik“ sind wichtig um ein „betriebliches Chaos“ zu vermeiden….
Betriebe die immer wieder „Neues“ (besonders auch Software) entwickeln müssen, damit auch neue Begriffe benötigen, kämpfen immer wieder gegen das Chaos an. Manche haben extra Linguisten beschäftigt um das Chaos in den Griff zu bekommen.
Ja, @Realo – wir haben Sie verstanden: Sie sind von den neuen Entwicklungen überfordert, haben daher eine fossile Ölheizung in Ihr Haus gebaut, einen Hass auf Grüne entwickelt und verehren den fossilen Massenmörder Wladimir Putin, der gerade seinen Angriffskrieg gegen die Drohnenarmee der Ukraine verliert.
Schon klar.
Die Frage ist, ob Sie sich noch in der Lage sehen, etwas Neues zu lernen, oder ob Sie uns anderen hier immer weiter mit Ihrer immergleichen Putin-Propaganda langweilen wollen? Und mit halb verstandenen Theorien aus den 60er Jahren?
Das hier ist ein Wissenschaftsblog und wenn Ihnen Wissenschaft zu kompliziert ist, dann werden Sie sicher woanders im Netz genügend Blasen finden, wo Sie sich mit anderen Putinisten bestätigen können.
Hier nochmal eine Erklärung durch Felo.ai, extra für Sie:
Dr. Michael Blume lehnt fossile Importe aus Russland und dem Iran ab, weil sie nach seiner Analyse autoritäre Regime wirtschaftlich stabilisieren und damit indirekt Krieg, Repression und antidemokratische Politik finanzieren. Sein zentraler Begriff dafür ist der **„Ressourcenfluch“**: Einnahmen aus Öl und Gas machten Regierungen weniger von Steuern und damit von Zustimmung und Kontrolle durch die eigene Bevölkerung abhängig.[8]
## Fossile Einnahmen stärken autoritäre Rentierstaaten
Blume argumentiert, dass große Rohstoffexporte häufig einer kleinen politischen Elite zufließen. Diese kann sich über externe Einnahmen finanzieren, statt auf eine breite, steuerzahlende Bevölkerung angewiesen zu sein. Dadurch entstehe ein „Rentierstaat“, dessen Führung sich leichter vom demokratischen Prozess abkoppele.[8]
Für Russland und Iran bedeutet das aus seiner Sicht: Zahlungen europäischer oder westlicher Abnehmer für Öl, Gas und andere fossile Energieträger erhöhen den finanziellen Handlungsspielraum der jeweiligen Regime. Die Importe seien daher nicht nur ein Energie- oder Handelsgeschäft, sondern hätten politische Folgen.
## Finanzierung von Krieg und Gewalt
Blume verbindet die fossile Abhängigkeit ausdrücklich mit Konflikten. Er verweist darauf, dass Rentierstaaten um Rohstoffquellen konkurrieren und dass fossile Einnahmen autoritäre Machtstrukturen sowie militärische Politik absichern können.[8] Im russischen Fall richtet sich die Kritik insbesondere gegen die fortgesetzte Finanzierung eines Regimes, das Krieg gegen die Ukraine führt.
Er macht zudem darauf aufmerksam, dass die EU ihre fossilen Importe aus Russland nach seiner Auffassung nicht ausreichend reduziert habe.[1][2] Auch wenn einzelne Einfuhren formal legal oder kurzfristig energiepolitisch begründet sein mögen, bewertet er sie deshalb moralisch und sicherheitspolitisch als problematisch.
## Kritik am Glauben an „Wandel durch Handel“
Blume hält die Annahme für widerlegt, dass fossiler Handel autoritäre Staaten automatisch liberalisiere oder demokratisiere. Als Beispiel nennt er Saudi-Arabien: Trotz langjähriger Handelsbeziehungen habe der Ressourcenreichtum nicht zu Demokratisierung geführt.[8] Diese Überlegung überträgt er auf Russland, Iran und andere rohstoffabhängige Autokratien.
## Seine energiepolitische Alternative
Statt fossile Regime durch Importe zu finanzieren, plädiert Blume für einen schnellen Ausbau **dezentraler erneuerbarer Energien**. Er sieht darin eine „Energiedemokratie“: Energie werde lokal und breit verteilt erzeugt, wodurch die Abhängigkeit von autoritären Exportstaaten sinke.[8]
Seine Schlussfolgerung lautet daher: Der Verzicht auf fossile Importe aus Russland und dem Iran soll nicht allein dem Klimaschutz dienen, sondern auch die Finanzbasis repressiver und kriegführender Regime schwächen.
[1] https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117200662395577646
[2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossile-wahnsinn-4-wir-finanzieren-weiterhin-russland-ruesten-dann-dagegen-auf/
[3] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-sorgen-2024-fossile-kriege-propaganda-wahlen-globale-wasserkrise/
[4] https://sueden.social/@BlumeEvolution/116181448753381422
[5] https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVIII/NRSITZ/39/fnameorig_1754594.html
[6] https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
[7] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/kritik-an-deutscher-jesiden-politik-antisemitismusbeauftragter-blume-lehnt-bundesverdienstkreuz-ab-13508167.html
[8] https://chrismon.de/artikel/52494/russland-saudi-arabien-und-der-ukraine-krieg
[9] https://sueden.social/@BlumeEvolution/116071054807738324
[10] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[11] https://www.facebook.com/WSJOpinion/posts/no-matter-what-was-intimated-in-back-channel-talks-the-unwillingness-of-irans-re/1458588819642428/
[12] https://www.kas.de/c/document_library/get_file?uuid=ddf69b87-4075-47b2-7ecc-0898e0e4cbfa&groupId=252038
[13] https://www.cnas.org/publications/reports/sanctions-by-the-numbers-the-russian-energy-sector
[14] https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13563467.2025.2581605
[15] https://www.ameripriseadvisors.com/team/the-starr-blum-group/insights/conflict-iran-investor-takeaways-market-impact/
[16] https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116215196731831317
[17] https://openknowledge.worldbank.org/bitstreams/31d962d1-8599-5581-bd48-fd1e0705c4ca/download
[18] https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116880661531308311
@Michael 22.09. 17:40
„Erstmals hat eine ukrainische Drohnen-Einheit nun eine russische Stellung ausschließlich durch unbemannte Systeme erobert – und dabei auch russische Soldaten als Kriegsgefangene abgeführt. Kein einziger ukrainischer Soldat war in der Gefahrenzone.“
Mir geht es nicht nur ums Gewinnen und wenig eigene Soldaten zu verlieren. Es geht mir auch um weniger zivile Schäden. Solange Angriffsdrohnen sehr viel billiger als Abfangdrohnen sind, lädt das ja nun zu gegenseitigen Übergriffen aufs Hinterland von Militäranlagen, Industriestandorten und am Ende auch Wohngebieten ein.
Hätten wir nicht zu teure Drohnenabwehrschwärme, die mit jeder Angriffstechnik klar kommen, dann könnten diese dafür sorgen, dass da nichts mehr durchkommt. Wer diese Abwehrschlacht dann mangels Masse verliert, verliert auch den Krieg, und kann aufgeben.
So könnte ein Krieg auch mit einer finalen Drohnenschlacht schnell eskalieren und noch viel schneller ein Ende finden. Mit recht wenig menschlichen Opfern und umso mehr Elektroschrott.
Das wäre doch was.
Zumal ein „totalen Krieg“ mit immer umfangreicheren zivilen Zerstörungen recht logisch auch mit ersten Atomwaffeneinsätzen weitergeführt werden könnte.
Wer nun die finale Drohnenschlacht verliert, kann dann nun auch aufgeben. Insbesondere wenn das mit hinnehmbaren Friedensangeboten einhergeht. Und genug Zeit für den Gegner, sich das zu überlegen, ohne auf die Idee zu kommen, es mit Atomwaffen zu probieren.
Wer die Drohnenschlacht gewonnen hat, braucht sich jedenfalls nicht mehr beeilen, und kann entspannt abwarten, bis der Gegner sich entschieden hat. Und der kann dann auch nicht mehr viel machen, nur eben doch noch sehr viel eigene Federn zu lassen, wenn er nicht aufgibt, obwohl er längst verloren hat.
@Realo 22.09. 21:24
„Einige „schwarze Löcher“ in Hochhäuser, für die Betroffenen sicherlich ein Problem, aber z.B. verglichen mit Gaza, fast nicht der Rede wert…. „
Soweit die Fernsehbilder. Gaza ist aber wirklich 100, wenn nicht 1000 mal kleiner als die Ukraine. Entsprechend dichter auch die Zerstörungen. Drohnen sind meist eher von geringer Sprengkraft, dafür aber zuweilen sehr zielgenau. Was Netanjahu in Gaza angerichtet hat, ist dann aber auch extrem. Als wollte er die Palästinenser ganz vertreiben und auf den eigentlich sehr interessanten Küstengrundstücken Hotels bauen lassen.
„Da legt man besonderen Wert auf „einheitliche Vorgaben“, auch so etwas wie „Normung“ und „Systematik“ sind wichtig um ein „betriebliches Chaos“ zu vermeiden….“
Ertmal nur überlegen, was man denn sinnvollerweise bauen könnte, ist natürlich was anderes, als es dann tatsächlich zu bauen. Beides hat da seine Herausforderungen.
Ja, @Tobias – Drohnenschlachten verschieben die militärischen Verhältnisse massiv, zumal zunehmend auch KI zum Einsatz kommt. Und für die nahe Zukunft wohl kombinierte Schwärme aus Drohnen und KI-Agenten, die in kurzer Zeit die Infrastruktur ganzer Regionen ausschalten können.
Umso dringlicher ist es nach meiner Auffassung, neben aller – ja, notwendigen – Aufrüstung endlich auch die fossile Finanzierung der Fossilregime einzustellen. Es ist doch fossiler Wahnsinn, dass sich die mörderischen Regime in Russland, Iran & Co. noch immer durch Exporte und Schmuggel fossiler Gewaltenergien finanzieren können!
Habe dazu gestern immerhin eine gute Nachricht posten können:
Fahre seit 2017 vollelektrisch & gegen alle fossile Desinformation u.a. des AxelSpringer-Konzerns.
Und freue mich:
„Der ADAC hat 1.060 Menschen in Deutschland online befragt, die ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV, also ein reines Elektroauto ohne Verbrenner) im Haushalt haben. Für knapp drei Viertel war das aktuelle Elektroauto das erste E-Auto im Haushalt.
Der Umstieg gelingt dabei meist ohne großen Frust. Über 90 Prozent beschrieben den Wechsel vom Verbrenner auf ein Elektroauto als Erstwagen als einfach oder sehr einfach.
Das erklärt den starken Wert bei der Elektroauto Zufriedenheit: 70 Prozent sind sehr zufrieden, 27 Prozent zufrieden. Unzufrieden ist nur knapp 1 Prozent – das ist ungefähr einer von hundert Befragten.“
97 Prozent Zufriedenheit!
Wer sagt den Verbrennerkäufern, dass sie jahrelang fossil belogen wurden & weiterhin jeden Tag an der Tankstelle abgezockt werden?
Fossilismus tötet, auch den Verstand.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117316619796067645
Gegen vernetzte Waffentechnologien hilft wiederum am Besten vernetztes Denken. Erneuerbare sind längst Friedens-, Sicherheits- und Wohlstandsenergien. Meine ich.
@ Michael Blume 22.09.2026, 21:43 Uhr
Die Ölheizung mit einem Ölkessel allerhöchster Qualität und bester Nachhaltigkeit hat, mein Vater ungefähr 1968 einbauen lassen. Damals gab es so gut wie keine Wärmepumpen. Der Techniker hat uns noch, halb im Spaß versichert, der Kessel hält ewig und noch 5 Jahre länger…..
So ist es noch immer. Nur der Brenner wurde schon öfters, zuletzt um ca. 1500 Euro, ausgewechselt.
Ich habe nicht schlecht verdient, ca. 40% über den Durchschnitt netto. Bin aber kein „Krösus“, der seine einwandfrei funktionierend Heizung, nur weil einem die Politik des Öllieferanten nicht passt, hinaus wirft, womöglich mit über 80 Jahren einen Kredit aufnimmt (den ich ohnehin nicht mehr bekommen würde) um um 200 000 Euro das alte Haus samt Heizung zu sanieren. Noch dazu, wenn voraussichtlich sehr bald, alles abgerissen wird. Man würde mich für geisteskrank halten, zumal ich die Ersparnisse für meine Pflege benötige…..
Ich verehre doch nicht Putin. Allerdings wundert es mich nicht, wenn er als Russlands Staatschef seinem Volk verpflichtet, die nationalen Interessen Russlands wahrnimmt und nicht Russlands Bodenschätze dem Westkapital in den Rachen steckt….
Dass es für die Interessen des „Westkapitals“ besser wäre, wenn in Russland eine Marionette des Westens an der Staatsspitze wäre, ist mir natürlich klar…. Selbstverständlich hat uns der „Supergeschichtslehrer“ auch diese „Ränkespiele“ bestens erklärt und was wir davon halten sollten.
Die Theorien des Geschichtslehrers galten seit „ewig“, sind zeitlos, außer es gäbe tatsächlich ein Umdenken, eine Deeskalation, z.B. zuerst auf „Spielzeugdrohnen“, danach wirklich intelligente, Kriege vorbeugende, „Friedenslösungen“, ausgearbeitet von ehrlichen, professionellen „Friedensstiftern“, wie es D. Trump anstrebt…..
Das wäre dringend zu wünschen, zumal wegen der A, B, C – Waffentechnik unsere „Selbstausrottung“ droht….
Ich bin, besonders in meinem Fachgebiet, für die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse (z.B. KI) zugänglich, es kann mir gar nicht „schnell genug“ gehen…. Komplexe Prozesse der Informatik sind mir nicht fremd.
Aus Unwissenheit im Bezug auf die realen Koste einer realistischen Heizungsumrüstung, haben die Grünen die meisten Bürger hoffnungslos überfordert. Es gibt keine Geldscheisser….
Ich bin, unerwartet, etwas älter geworden als gedacht und so dauert es eben noch wenige Jahre (Monate????) bis bei mir und vielen anderen Menschen in ähnlicher Lage, das Heizungsproblem, vermutlich durch einen modernen Neubau, behoben werden kann….
Nun ja, @Realo – was soll ich dazu noch dialogisch antworten? 🤭
Sie…
1. behaupten, dass Sie nicht genug Geld besäßen hätten, um auf post-fossile Technologien wie Wärmepumpe oder Elektromotoren umzusteigen.
2. prahlen damit, dass Ihr Gehalt deutlich überdurchschnittlich gewesen wäre.
3. beschuldigen „Westkapital“, es auf „die russischen Bodenschätze“ wie Erdöl und Erdgas abgesehen zu haben.
Im Kern erklären Sie aber eigentlich und mit vielen Worten, dass Sie sich nicht mehr in der Lage sehen, diese Widersprüche noch aufzulösen und Ihre Lebensführung nochmal zu hinterfragen. Stattdessen klammern Sie sich – wie es ja auch nicht wenige in den USA tun – an überkommene Tyrannophilie.
Ist okay, ich kann und will Sie da gar nicht mehr ändern. Und finde es auch irgendwie gut, dass Sie all das mal für die Nachwelt dokumentiert haben.
Habe heute morgen lieber ein Tässle Kaffee zum Thema spendiert:
Guten Morgen – heute gibt es mal ein zweites Tässle Kafee ☕️️!
Denn 97 Prozent Zufriedenheit unter Elektroauto (BEV) – Fahrenden in Deutschland ist schon eine Nummer! 🚙👇️
Wie viele Millionen Deutsche sind von fossilen Medien & Lobbyisten belogen worden? Wie viele ließen sich aus Reaktanz & Arroganz auch gerne belügen? 🫣
Jetzt brechen nach Jahrzehnten der Shareholder-Value-Abzocke Zehntausende Arbeitsplätze weg, werden die Ölkriege für absurde Preise & Rekordgewinne der Mineralölkonzerne herangezogen, begreifen jeden Tag mehr Menschen (meist widerwillig), dass Erdöl und Erdgas fossile Gewaltenergien sind.
Für Solarpunk, erneuerbare Friedensenergien & also die post-fossile Transformation ist es zwar nie zu spät. Aber die Schäden an Menschen & Mitwelt sind täglich real und eskalieren noch auf Jahre weiter…
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117318773434752776
Ihnen einen schönen Abend und weiterhin eine gute Zeit!
@Tobias Jeckenburger
22.09.2026, 23:51 Uhr
Das finde ich etwas optimistisch gedacht.
Die Vorstellung es gäbe etwas wie die finale Drohnenschlacht finde ich nicht so wirklich realistisch.
Woher nimmst Du die Gewissheit das jetzt Drohnenschwärme die letzte mögliche Entwicklung sind? Drohnenschwärme sind die Antwort auf militärtechnische Entwichlungen die eine Antwort auf militärtechnische Entwicklungen sind die eine Antwort auf militärtechnische Entwicklung sind…
Im Grunde hat das was von infinitem Regress. Drohnenschwärme überlasten im Grunde das gegenüberstehende System. Also wird jemand nach einer Möglichkeit suchen wiederum dieses System zu überlasten. Umd man wird eine finden. Wenn ich eine Möglichkeit finde (und Menschen sind nun einmal einfallsreich. Das ist ja eines unserer Erfolgsrezepte) wiederum dieses System zu überlasten ist der Angreifer wieder am Drücker. Bis sein Gegenüber wiederum darauf eine Antwort gefunden hat. Das ist ja auch die Schwachstelle der Vorstellung man könne eine atomare Auseinandersetzung durch sowas wie das „Star Wars“ Programm ein für alle Mal unmöglich machen. Entscheidend sind nicht die 99 Atomsprengköpfe die man verloren hat sondern der eine der ankommt. Da ist das Problem das gleiche.
Außerdem gehst Du davon aus, dass es jeder genau wie Du und ich vernünftig findet menschliche Opfer zu vermeiden. Ist das so? Militärische Erfolge beruhen ja oft darauf das man bereit ist die paar hundert gewöhnlichen Leben zu opfern.
Putins verbrecherischer Angriffskrieg wird vieleicht dann doch nicht durch eine technische militärische Lösung gestoppt werden auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht sondern schlicht dadurch das ihm die Produktion ausfällt bzw nicht mehr höher getrieben werden kann.
Darum ist ja die einzige vernünftige Antwort ihm die Ressourcen zu nehmen. Und deswegen ist die Methode ihn nicht mehr fossil zu finanzieren auch in meinen Augen die erfogversprechenste. Wenn jemand die Produktion nicht aufrecht erhalten kann nutzen ihm nämlich die besten Ideen nichts weil er sie nicht umsetzen kann.
Aufrüstung ist immer nur ein Notnagel weil einem gerade nichts besseres einfällt.
Möglicherweise dann erst mal legitim aber sie kann nie Lösung sein. Sie ist in einem schlechten Sinne konservativ.
Und wie schon angedeutet: Gegen Menschen die einfach nur alles verbrennen sehen wollen hilft sie nur bedingt…
@Michael Blume
23.09.2026, 00:19 Uhr
Das ist doch immer der Effekt militärischen Fortschritts? Die Möglichkeit zivie Ziele effektiv zerstören zu können wächst massiv. Und wenn man sich das ansieht waren Kriege früher nicht zivilisierter wie manche „Romantiker“ da glauben, der Zivilisationsbruch war nur schwieriger.
Das ist im Grunde der einzige zivilisierte Hebel den man hat. Militärische Interventionen sind viel zu oft zweischneidig und von anderen Interessen mitbestimmt. Man kann ja auch medial mit „coolen Bildern“ von anderen Interessen ablenken. Krieg ist immer dann wenn einem wirklich nix mehr einfällt zulässig zu denken…
In meinen Augen und wenn ich mal in mich selbst hinein schaue sind in der Hinsicht alle Argumente vorgeschoben.
Der deutlich erhöhte finanzielle Ersteinsatz ist aber halt so wie wir uns im Moment organisieren schon oft für die persönlichen Lebensumstände gefährdend. Natürlich versuchen Menschen das abzuwenden.
Ich kann da nicht böse sein. Wenn man zu viel hin und herrechnen muss und bei ja immer öfter möglichem Arbeitsplatzverlust ohne kurzfristigen Ersatz in eine echte Bedrohungslage kommt ist das ein Szenario das keiner haben möchte.
Dann ist ja unsere gesellschaftliche Antwort hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott.
Und die Häme „Hättest Du Dir mal nicht so einen teuren Stromer gekauft!“, mit der darf Mensch dann auch noch rechnen.
Viele Konservative raunen dann möglicherweise noch vom unnötigen „Luxus“ des E Autos den man sich „gegönnt“ hat. Sag nicht nein, so ähnliches habe ich schon gehört 😉
Vielen Dank, @Uli Schoppe – und, ja, es geht schon zwischen den Post-Fossilen los, auch gegen Elektroautos! 🤭
War es bis vor Kurzem noch „gut genug“, auf einen Verbrennermotor zu verzichten, wird jetzt diskutiert, welches Modell jemandem zustünde und ob nicht generell der ÖPNV besser wäre als nur eine „Antriebswende“.
Habe dazu heute gepostet:
Erinnere mich noch gut, als ich neu auf Mastodon war & mich als Vegetarier gegen industrielle Massentierhaltung gewandt hatte.
Die meisten fanden das ok, aber eine kleine Gruppe agressiver Vegan*x griff brutal an, warf mir vor, z.B. Eier zu essen und schimpfte, dann könnte ich doch „lieber gleich Fleisch fressen“.
Und das ist es, was mich bei (einigen, nicht allen!) Linken so irritiert – dass niemand gut genug sei. Anstatt möglichst viel Unterstützung für gemeinsame Ziele wie die Überwindung des #Fossilismus zu gewinnen, wird Mitstreitenden vermittelt, dass sie mit ihrer Ernährung, ihren Fahrzeugen und ihren Kindern „nicht gut genug“ seien.
Und wer profitiert dann davon?
Genau das finde ich bedrückend. Aber ich kann es ja nicht ändern, bestenfalls aushalten…
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117321460388680717
Persönlich finde ich das jetzt nicht so schlimm, weil es ja nur kleine Blasen betrifft. Die meisten Menschen denken nicht so. Aber ich gebe Dir Recht, dass jeder noch so schöne Erfolg unweigerlich „auf der anderen Seite“ auch wieder „kritisiert“ werden wird – von rechts und links. Denn wenigen geht es um die Sache, vielen aber darum, den je eigenen Status zu inszenieren… 🌞🚘🙌
@ Tobias Jeckenburger 22.09.2026, 23:51 Uhr
Zitat: „Was Netanjahu in Gaza angerichtet hat, ist dann aber auch extrem. Als wollte er die Palästinenser ganz vertreiben und auf den eigentlich sehr interessanten Küstengrundstücken Hotels bauen lassen.“
Das ist ein interessanter Ansatz. Im ersten Moment könnte man es genau so sehen. Aber da muss ich mich doch für die jüdische Seite und für D. Trump einsetzen.
Die Hamas Leute haben extra unterirdische Tunnels gebaut, um die Juden 2023 überraschend überfallen und schnell flüchten zu können. Ich ärgere mich über mich selber, weil mir das nicht eingefallen wäre, wie auch andere Aspekte dieses Problems, z.B. die „Fremdenverkehrslösung“.
Angeblich haben die Juden bei ihren „Antworten“ darauf wert gelegt, dass es möglichst wenige Opfer gibt. Sie haben die Bewohner verständigt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt das Gebäude zerstört wir, sie alle Bewohner in Sicherheit bringen und auch auf die Alten und Behinderten nicht vergessen sollen.
Im Falle, z.B. einer nicht selektiven iranischen Atombombe, würden sie vermutlich brutale, alles ausrottende „Blutrache“ nehmen….
Aber auch die „Fremdenverkehrs Idee“ von D. Trump halte ich für genial. Mich hat interessiert, warum die Griechen, eigentlich völlig unerwartet, ihre Schulden bei der EU zurückzahlen konnten.
Der Grund war, dass sich ihr Fremdenverkehr bestens entwickelt hat. Mit „ehrlicher Arbeit“ und dem Bemühen ihren Kunden „wunderbare Urlaubstage“ bieten zu können.
Da hat offensichtlich auch D. Trump angeknüpft. Fremdenverkehr benötigt eine „Traumlandschaft“, möglichst Küsten wie die Riviera und sehr viel, im Gaza massenhaft zur Verfügung stehendes Personal. Z.B. für die Hamas Leute, die unbedingt Jobs brauchen um ihre alten Jobs als Krieger aufgeben zu können.
D. Trump erkennt und durchschaut frühzeitig Probleme, ehe sie anderen Menschen auch nur auffallen. Wegen seiner kreativen, genialen Geschäfts- und Problemlösungsideen, die er ganz locker aus den Ärmeln schüttelt, seinen Willen Frieden zu schaffen, was niemals wichtiger war als heute, bewundere ich D, Trump so sehr.
@Uli Schoppe 23.09. 01:59
„Drohnenschwärme überlasten im Grunde das gegenüberstehende System. Also wird jemand nach einer Möglichkeit suchen wiederum dieses System zu überlasten. Und man wird eine finden“
Unser Plus sind aber unsere Produktionsressourcen. Einfach 5 oder besser 10 mal mehr, als was Putin aufwenden kann.
„Putins verbrecherischer Angriffskrieg wird vieleicht dann doch nicht durch eine technische militärische Lösung gestoppt werden auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht sondern schlicht dadurch das ihm die Produktion ausfällt bzw nicht mehr höher getrieben werden kann.“
Das soll sich ja auch addieren.
Und je mehr da kaputt geht, desto schwieriger wird Putin das doch, noch mitzuhalten. Und wenn er eben einfach von der Menge an auch defensiven Drohnen unserseits nicht mehr viel ausrichten kann. Und seine Angriffsdrohnen einfach nicht mehr durchkommen und damit wirkungslos werden.
Defensive Drohnenschwärme scheinen mir auch genau das zu sein, was Trump jetzt gegen den Iran und die Huthi braucht, um dort den Schiffsverkehr zu schützen.
@Realo 23.09. 07:48
„D. Trump erkennt und durchschaut frühzeitig Probleme, ehe sie anderen Menschen auch nur auffallen.“
Und fängt sich hier die Sperrung des Schiffsverkehrs des ganzen Nahen Ostens ein. Ich hätte mit diesem Krieg gewartet, bis ich die Mittel hätte, solche Nebenwirkungen zu vermeiden. Und überhaupt erst mal überlegt, welche Folgen das eigene Handeln haben kann.
Die eigene Großartigkeit wird ihm kaum in den Genen liegen. Und aus Unsinn was Vernünftiges machen, nur weil er eben Trump ist. Auch wenn das z.B. bei Ihnen sogar funktionieren kann. Aber der Schiffsverkehr ruht weiterhin, und wer einen Verbrenner fährt und eine Ölheizung hat, der muss jetzt blechen.
Und wo das Gas herkommen soll, das Frau Reiches neue Gaskraftwerke brauchen werden, weiß jetzt vermutlich auch keiner. Da können wir angesichts nur halbvoller Erdgasspeicher nur hoffen, dass wir keinen kalten Winter bekommen. Und dass die alten Kohlekraftwerke noch nicht verschrottet sind.
@Tobias Jeckenburger
23.09.2026, 14:22 Uhr
Ich glaube ich habe meinen Ansatz nicht so richtig deutlich gemacht 🙂 Das ist irgendwie ein Rattenrennen in den Keller.
Und rigendeinen drauflegen kann man immer.
Du weißt doch das Putin (genau wie Trump) kein „kühler überlegener Rechner“ ist wie uns der ein oder andere Mitforent gerne erzählt (und es ist eine Erzählung).
Der technokratische Ansatz im Rattenrennen wäre zB EMP gegen Drohnenschwärme. Aufwändig aber im Sinne normaler Aufrüstungslogik doch folgerichtig oder? Naja, ist halt teuer.
Da Putin nicht bei uns Normalen mitspielt denkt er sich vieleicht: NEMP geht auch, wenn ich nur einen massiven Einsatz von Drohnenschwärmen provoziere und dann zu dem Mittel greife ist erst mal Ruhe im Karton.
Zur Klarstellung:
Das musst Du jetzt nicht im Einzelnen wieder aufgreifen, das soll ja von meiner Seite kein Ermüdungsversuch werden indem ich einfach was in den Raum werfe. Für sowas haben wir hier andere.
Der Ansatz dahinter ist, das zB Putin als momentan neben Trump herausragendes Beispiel nicht in vernünftigen Bahnen bewegt. Jedenfalls in keinen die wir als vernünftig bezeichnen würden. Sonst würde er das mit der Ukraine schon länger lassen.
Aber Atomwaffen hat er halt zB herumliegen, warum nicht mal das versuchen wenn man so schräg ist wie er?
Nit militärischer Eskalation und Aufrüstung kommt man einem Irren nicht bei.
Das taugt nur wenn man kurzfristige Ziele erreichen will weil ein Zustand so schlecht ist das man ihn sofort beenden will und muss.
Das würde ich jetzt als Trollen und als Ermüdungstaktik von Realo bezeichnen. Hat er schon mehrmals in Variationen gebracht, alles was man dagegen ins Feld führt ignoriert er oder vieleicht auch sie und bringt es dann in etwas anderer Form wieder.
Destruktion getarnt als konstruktives miteinander reden…
Und wieder die Erzählung vom kühlen und rationalen Denker wie bei Putin.
Der benutzt uns in meinen Augen rein als Mittel zum Zweck. Das das unethisch ist haben ja schon lange vor mir klügere Menschen als ich dargestellt.
@ Uli Schoppe 24.09.2026, 03:06 Uhr
@Tobias Jeckenburger 23.09.2026, 14:22 Uhr
Zitat Realo: „D. Trump erkennt und durchschaut frühzeitig Probleme, ehe sie anderen Menschen auch nur auffallen.“
Zitat: „Und fängt sich hier die Sperrung des Schiffsverkehrs des ganzen Nahen Ostens ein. Ich hätte mit diesem Krieg gewartet, bis ich die Mittel hätte, solche Nebenwirkungen zu vermeiden. Und überhaupt erst mal überlegt, welche Folgen das eigene Handeln haben kann.“
Das stimmt natürlich. Er hätte einfach warten können bis Persien eine Atombombe auf Israel geworfen hätte….. Mit der Anreicherung radioaktiver Stoffe sollen die Perser schon recht weit gewesen sein?
Was glaubt Ihr, was sich dann abgespielt hätte? Israel würde vermutlich die Perser systematisch ausrotten, auch mit Biowaffen. Das könnte die ganze Welt beeinträchtigen, aber weitaus mehr als nur höhere Benzinpreise…..
Trump könnte immer nur zuwarten (aussitzen) wie es andere Politiker leidenschaftlich gerne tun. Bis die Staatsschulden Amerikas noch weit höher als 40 Billionen sind, die letzten Fabriken die „ehrlich“ Güter produzieren, aus Amerika abgewandert sind, der letzte arbeitslos gewordene Ami drogensüchtig ist,…..
Meine auch, dass es durchaus ungewöhnlich ist, wenn es sich ein Präsident der USA „antut“ z.B. Frieden stiften will, oder tatsächlich etwas positives in der Welt bewirken zu wollen….
Es wäre doch eine wunderbare Idee aus dem Gaza ein Urlaubsparadies zu machen….
Es ist eigentlich ein Kampf gegen Windmühlen. Diesen Kampf würden andere Präsidenten gar nicht erst versuchen. Hauptsache die Amtszeit geht irgendwie vorbei…..
Ich meine, Israel und Amerika haben die „technische“ Möglichkeit genutzt, in der Lage zu sein, die „Hardcore Killer“, die unbedingt Israel vernichten wollen, auf einem Schlag, recht spektakulär auszuschalten….
So eine Chance gibt es nicht alle Tage…. Vielleicht kommt es unter der neuen Führung, auch im Iran zu einem Umdenken. Praktisch haben schon fast alle Moslems und schon etwas früher die Christen „umgedacht“ und lassen das Morden sein…..
Ich sehe eigentlich alles recht realistisch, bemühe mich zu erkennen wie die Welt und auch die Menschen so „richtig ticken“.
Aber ich „träume“ halt so gerne davon und wünschte mir nichts sehnlicher, als dass es D. Trump gelingt „Frieden zu stiften“ und die Welt (auch mit Technik und KI) zu einem „Paradies“ zu machen. Die Weichen dafür zu stellen……
Dafür „trolle und werbe“ ich gerne.
@Realo
Zahlreiche Iranerinnen und Iraner sind tief enttäuscht, dass Donald Trump auf den angekündigten Sturz des iranischen Regimes verzichtet hat und stattdessen immer neue „Deals“ mit ihm versucht. Auch ich hatte ja immer wieder davor gewarnt, dass fossile Revolutionsgarde-Regime des Iran und das Putin-Regime in Russland weiter zu finanzieren, als tyrannophile Wissenschaftsleugner wie Sie noch gegen erneuerbare Friedensenergien gewütet haben.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/medien-2025-live-wird-eine-pm-ueber-erneuerbare-friedensenergien-aufgegriffen/
Und hunderttausende hispanische US-Amerikanerinnen und -Amerikaner erkennen gerade, dass ihr Heimatland vom Fossilisten Donald Trump für Ölprofite verraten wurde.
Damit sind diese Leute bereits schlauer geworden als Sie. 🌞
US-Präsident Donald Trump und Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez haben sich erstmals persönlich getroffen.
«Wir haben ein historisches Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, abgehalten und mit ihm über die Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern gesprochen», schrieb Rodríguez auf der Plattform X. Dazu veröffentlichte sie ein Foto, das sie gemeinsam mit Trump lächelnd zeigt.
Das Gespräch fand am Dienstagabend am Rande der UN-Generaldebatte in New York unter Ausschluss der Presse statt. […]
Rodríguez war zuvor Vizepräsidentin unter Maduro und übernahm danach als geschäftsführende Präsidentin die Führung des südamerikanischen Landes. Seitdem arbeitet Venezuela enger mit den USA zusammen, die die riesigen Ölvorkommen des Landes zu ihren Gunsten nutzen wollen. Ende vergangenen Monats hatte Trump mitgeteilt, dass dazu eine Absprache mit Rodríguez getroffen worden sei: Über ein privates Unternehmen hätten sich die USA die mehrheitliche Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel Ölreserven gesichert. Das entspricht rund einem Fünftel der geschätzten Vorkommen Venezuelas.
https://www.watson.ch/international/usa/238133673-trump-hat-erstmals-venezuelas-praesidentin-getroffen
Fossile Energien wie Erdöl und Erdgas sind Gewaltenergien, deren Förderung und Verbrennung Menschenleben und Mitwelt zerstören. Insofern ist Ihr Festklammern sowohl an diesen Gewaltenergien wie auch den damit verbundenen Gewaltherrschern zwar wissenschaftlich und charakterlich widersinnig, in der ideologischen Verblendung aber konsequent.
Ihre Träume von einem erlösenden Machtpolitiker, der mit Korruption, Gewalt und Rechtsbruch eine Art Weltfrieden bringen soll, haben auch in Deutschland eine ungute Tradition. Aber auch das verdrängen und leugnen Sie, klar.
@ Michael Blume 24.09.2026, 11:12 Uhr
Zitat: „Zahlreiche Iranerinnen und Iraner sind tief enttäuscht, dass Donald Trump auf den angekündigten Sturz des iranischen Regimes verzichtet hat und stattdessen immer neue „Deals“ mit ihm versucht. …….
wie Sie noch gegen erneuerbare Friedensenergien gewütet haben.“
Trump scheint mit einem Minimum an erforderlichen Opfern, Maximalen Erfolg generieren zu wollen.
[Wegen Überlänge und fossiler Desinformation gekürzt, M.B.]
Nein, @Realo – es wird Ihnen auch zukünftig nicht gelingen, diesen Blog für fossile und tyrannophile Desinformation zu missbrauchen.
Wenn Sie hier etwa Donald Trump dafür loben, er habe „Maduro „einkassiert“ und die Situation geschickt „umgedreht“…. ohne die erfahrene Führungsschicht aufwändig durch unerfahrene Leute ersetzen zu müssen“ – dann ist das nicht nur eine brutale Verharmlosung der diktatorischen Verbrechen am venezolanischen Volk, sondern auch eine gezielte Verhöhnung der demokratisch erfolgreichen Oppositionschefin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado.
Immer wieder hatte US-Präsident Donald Trump den Friedensnobelpreis für sich gefordert. Nun hat ihm die Preisträgerin des vergangenen Jahres, die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado, bei einem Treffen im Weißen Haus ihre Nobelpreis-Medaille überreicht. Damit habe sie ihre „Anerkennung für sein einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“ zum Ausdruck bringen wollen, so Machado.
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/machado-trump-friedensnobelpreis-100.html
Klar, das Übergehen und Demütigen von Politikerinnen ist in Ihrem tyrannophilen Weltbild keine Rede wert. Hier auf meinem Blog bleibt es aber nicht unkommentiert stehen.
Felo.ai dazu:
Das Bündnis zwischen Donald Trump und Delcy Rodríguez lässt sich mit der Rentierstaatstheorie als ein Arrangement deuten, in dem **Zugang zu externen Ölrenten gegen politische Anerkennung, Sicherheits- und Herrschaftsstabilisierung** getauscht wird. Es wäre damit kein gleichrangiges Entwicklungsbündnis, sondern ein asymmetrisches Verhältnis um die Kontrolle und Verteilung venezolanischer Rohstofferträge.
## Ausgangspunkt der Theorie
Ein Rentierstaat finanziert sich zu einem erheblichen Teil durch externe Einnahmen, insbesondere durch den Verkauf einheimischer Rohstoffe an ausländische Abnehmer. Politische Macht konzentriert sich dann oft darauf, diese Rentenzuflüsse zu sichern und im Inland zu verteilen. Die Legitimität der Führung kann weniger auf Besteuerung, Repräsentation und Rechenschaft gegenüber Bürgerinnen und Bürgern beruhen als auf der Fähigkeit, materielle Leistungen zu finanzieren und Eliten einzubinden.[1]
Auf Venezuela übertragen ist Öl die entscheidende externe Rente. Das Land besitzt die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven.[2] Die politische Frage lautet daher nicht nur, *wer Öl fördert*, sondern wer über Export, Erlöse, Investitionen und deren Verteilung entscheidet.
## Das Trump–Rodríguez-Arrangement als Rentenpakt
Nach den vorliegenden Berichten knüpft Washington politische Öffnung und Zusammenarbeit an Zugang zu venezolanischen Rohstoffen. Die USA und Venezuela kündigten die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen an; zugleich standen ein stärkerer Öloutput, Zugang zu Mineralvorkommen und Schutzbedingungen für ausländische Rohstoffunternehmen im Zentrum der Gespräche.[2] Trump gestattete Rodríguez demnach, als Interimsführerin aufzurücken, sofern sie den USA Zugang zu natürlichen Ressourcen eröffne.[2]
Aus rentierstaatstheoretischer Sicht ist besonders wichtig, dass die Einnahmen aus Öl zunächst nicht durch produktive, breit besteuerte Wirtschaftsaktivität entstehen, sondern durch den Zugriff auf eine knappe, international handelbare Ressource. Die Partnerschaft kann diesen Mechanismus wiederbeleben, ohne die zugrunde liegende Abhängigkeit zu überwinden.
## Folgen für Rechenschaftspflicht und Macht
Die Kooperation kann Rodríguez kurzfristig stärken, weil höhere Exporterlöse und ausländische Investitionen staatliche Ressourcen vergrößern. Damit erhält die Regierung mehr Möglichkeiten, Eliten, Sicherheitsapparate und gesellschaftliche Gruppen durch Löhne, Subventionen, Aufträge oder Sozialprogramme zu binden. Gerade wenn politische Anerkennung und wirtschaftliche Entlastung von Washington abhängen, verschiebt sich ihre Rechenschaftspflicht jedoch teilweise **nach außen**: zur US-Regierung, zu US-Unternehmen, Gläubigern und Investoren – und nicht zwingend zu venezolanischen Bürgerinnen und Bürgern.
Dass auch eine Umstrukturierung venezolanischer Auslandsschulden besprochen wurde, unterstreicht diesen externen Hebel. Venezuelas Staat und PDVSA haben laut Berichten etwa 60 Milliarden US-Dollar an ausgefallenen Anleihen; die US-Regierung signalisierte Unterstützung bei einer Restrukturierung.[3] Wer über Sanktionserleichterungen, Investitionszugang, Absatzmärkte und Schuldenverhandlungen Einfluss hat, kann indirekt mitbestimmen, unter welchen Bedingungen die Ölrevenue künftig fließt.
Der angekündigte Umbau des staatlich kontrollierten Ölsektors für private Investitionen kann wirtschaftlich sinnvoll sein, etwa um Produktion, Infrastruktur und Know-how wieder aufzubauen. Rentierstaatstheoretisch ist er aber ambivalent: Er diversifiziert nicht automatisch die Gesamtwirtschaft, sondern kann die Rentenbasis effizienter machen und neue Verteilungskoalitionen schaffen – zwischen Regierung, ausländischen Unternehmen und privilegierten inländischen Akteuren.[2]
## Die besondere Asymmetrie
Die Beziehung wäre keine klassische Schutzbeziehung zwischen einem rentenfinanzierten Staat und einer passiven äußeren Wirtschaft. Washington verfügt zusätzlich über erhebliche Zwangs- und Verhandlungsmittel: diplomatische Anerkennung, Sanktionen, Zugang zum US-Finanzsystem sowie politischen und sicherheitspolitischen Druck. Berichte, wonach Trump eine zeitweilige US-„Verwaltung“ Venezuelas reklamierte, verdeutlichen diese ungleiche Machtposition.[8]
Daher lässt sich das Verhältnis genauer als **extern gestützter Rentenpakt** beschreiben:
– Rodríguez erhält die Chance, über einen wieder geöffneten Ölsektor Einnahmen und politische Handlungsressourcen zurückzugewinnen.
– Die USA erhalten bevorzugten Zugang zu den zentralen venezolanischen Rentenquellen und Einfluss auf ihre institutionellen Rahmenbedingungen.
– Die Bevölkerung bleibt in Gefahr, vor allem Empfängerin oder Leidtragende der Verteilung zu sein, statt über transparente Besteuerung, unabhängige Institutionen und demokratische Kontrolle wirksam über die Einnahmen mitzuentscheiden.
[1] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAEScAHrOzAVpjRd0bPfQVu1Q2xFtnUUJcDWaE26dvwASFMiR58J6LXu-BVnafusaLt3FcyZdOrHQJOtHwVdsRt2qeA7Vu6ftHdh3A-pk43bmzrw3wC8yFqAFT0fU_Gj2GXA5b6qSW4zKiTRuYF2WWPIewI&ust=1790259337595495&usg=AOvVaw0gmL-RAAVHB5towDmJYX-J
[2] https://www.theguardian.com/us-news/2026/mar/06/us-venezuela-diplomatic-ties-relations-delcy-rodriguez
[3] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAESrQEB6zswFfYDTYjptPI7Vc5tTsAKVTuWdPoEiE31avlmlGzpqL8KXfRNB5WCPqFtDHoIkM4u4TwXyyFJ0ePNhpBOHG89Qyr6V0O56oeiaa_wIIPUXj-z798-squmB-yotkoohB3pcE0flRu95gBEHDD8ZnvEF3ZqSZ2mzHkWzxBMVlujMhOddgPFD-YjjVFWGACmv_10zAwpmAnxAaKW4tw5Wavl2Q1SrNaueGqojw&ust=1790259337594383&usg=AOvVaw3IOSYP-QxTVjiLjtPKKbwB
[4] https://www.wsj.com/world/americas/venezuelas-new-leader-is-trying-to-run-out-the-clock-on-trump-f5564b52
[5] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAESnAEB6zswFa7yaaFXlu5KHyJVxuRDyK_NpMOs1LCjPKHv69Hj8ooRl-5K1qjklXuR8RBROF49-Fmj9im5HpaZTiKQfJTLq6jJUmhDR2uzU2F7O98Bpr30pwdFdLxoX1EBbA0penNazb1sIVmF8abu65jIVSbrF3v_etcUfzf-AJ6atrJB9qVJMmLYczWytkKmdeT7oEw9uK2dNtT8qhs&ust=1790259337681592&usg=AOvVaw1iQjTgHdt7gQex4CGtiXEc
[6] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAESYwHrOzAVL5C4YhQH1JU4wLEnpgOX3E-GBowlq_0FHiRCfBj8avd157ThuxVGY-ONhRwCdlMo6XKcydgBygMjfrf4yyft_2_LpoBtdB_RumZedHyNNtObZ_51e-Wno-nd6BoR-g&ust=1790259337685946&usg=AOvVaw2Qgnh_ydyfEnMPfR5KbtMI
[7] https://en.wikipedia.org/wiki/United_States%E2%80%93Venezuela_relations
[8] https://www.cfr.org/global-conflict-tracker/conflict/instability-venezuela
[9] https://www.facebook.com/anewztv/posts/venezuelas-interim-leader-delcy-rodr%C3%ADguez-held-talks-with-us-president-donald-tr/122200563002397875/
[10] https://www.facebook.com/firstpostin/posts/trump-says-he-may-meet-venezuelas-delcy-rodriguez-in-new-yorkus-president-donald/1611866704307644/
[11] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossiler-ressourcenfluch-verschwoerungsmythen-auch-venezuela-bestaetigt-die-these/
[12] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAESnQEB6zswFaVObQyN0VjSpYSycxt0tr3UwOAqW0_Z9VBXdKW-nePfZgXUSJ9UjXEl2s0JI9Uz22TSHLumqy36S03-n9RxvMa2wK8FY6m8Jzzjjarhumf1ne-I0-_FEs-_Bf47j_0L3MccqPAAyH098E77QYOva9Hsqzhp5T-1qhKMiLDUsvt_gtLR9UZb_byJYfs_iLVIgOiiEHdEKqVZ&ust=1790259337688217&usg=AOvVaw3Tz4qzYQ07OSWZfSdiCiIK
[13] https://www.recordedfuture.com/research/understanding-and-anticipating-venezuelan-government-actions
[14] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAESpQEB6zswFSGbLKTeWV0PzEWIwN57hEWsfQxBVuCNqHWMQYGzyR6-5DQw6GfPiuC8Sbsz3Ifo9RdVFhqC54bvg2w_HXc_KwVvFyPMAZoO7eWmaiSq4d0sUjrZI_rRHhBffoANYM4nE4vkj_1t12BEX2_H6Fjv4oIDTfBwLTc5R8YpDzKNPLbcrtZaE80cslsPxIKk9DMnrg0_84asHg1T-_r66oa5PFs&ust=1790259337595027&usg=AOvVaw14a2y2ERO8fdPn_9LfPqEl
[15] https://www.pbs.org/newshour/politics/delcy-rodriguez-calls-for-opening-oil-industry-to-foreign-investment-and-warmer-us-ties
[16] https://katu.com/news/nation-world/trump-venezuela-oil-deal-gas-prices-rubio-hegseth-delcyrodriguez-
[17] https://www.google.com.hk/url?sa=p&hl=zh-CN&pref=hkredirect&pval=yes&q=https://www.google.com.hk/goto%3Furl%3DCAEShwEB6zswFWjEZHO-NS8snnk88dyGXuFmfnRB4YXpOCnffBG0hmFXpJRfMAbe6722Hek8IjW3wVMQVnKA7V69-LfInv0ijEmZQ7H4kc-3TiDLgYz0IpB_LT9mE54MwQMt59PoSjCy3BC9pcQ0SF71GU6LfbzYD7PDNyFnvV7viG3hqwIyHaJUSVE&ust=1790259337595778&usg=AOvVaw2tuDgj5gL_hlbtld37wfef
[18] https://www.reuters.com/world/americas/venezuelas-rodriguez-commits-dialogue-message-trump-2026-03-07/
[19] https://carnegieendowment.org/events/2026/01/the-trump-administration-and-venezuela-what-now
@Realo 24.09. 09:39
„Er hätte einfach warten können bis Persien eine Atombombe auf Israel geworfen hätte….. Mit der Anreicherung radioaktiver Stoffe sollen die Perser schon recht weit gewesen sein?“
Der Angriff auf die iranischen Atomanlagen und auf diese Führungspersonen war mir durchaus nicht unsympathisch. Aber wie soll das jetzt weitergehen? Nachhaltig ein Naher Osten ohne Öleinnahmen, und die Welt muss eben ganz viel Öl und Gas sparen?
Ich bin ja sowieso für die Energiewende. Aber ob das so funktionieren kann, ist mir unklar.
„Es wäre doch eine wunderbare Idee aus dem Gaza ein Urlaubsparadies zu machen….“
Und wo bleiben die Palästinenser dabei?
„…als dass es D. Trump gelingt „Frieden zu stiften“ und die Welt (auch mit Technik und KI) zu einem „Paradies“ zu machen“
Ohne Energiewende eskaliert aber die Klima- und Wasserkrise. Wenn da die USA als größter aktueller Verursacher nur noch ein paar Jahre nichts mehr unternimmt, geht es ja noch. Die Chinesischen Produktionskapazitäten von Grüner Technik sollten freilich gerne ausgelastet sein. So geht das weltweit vorwärts.
Die USA kann da ja wieder einsteigen, vielleicht sogar mit einer eigenen Produktion der Komponenten, wenn es die eigene Wirtschaft denn gut gebrauchen kann.
Ein nachhaltiges Ende des Öl- und Gasexports im Nahen Osten kann ich mir aber nicht vorstellen. Naja, wir werden sehen. So macht dann drill,baby drill allerdings dann doch noch Sinn.
Wirtschaftlich recht widersinnig allerdings, die ganzen Produktionsanlagen im Nahen Osten einfach abzuschreiben, und überall auf der Welt neu nach Öl und Gas zu bohren. Aber eine Möglichkeit wäre das.
Unsere europäische Energiewende jedenfalls wird es nicht aufhalten müssen, aber richtig dicke Probleme wird das wohl doch noch machen.
@ Michael Blume 24.09.2026, 16:19 Uhr
Zitat: „Wenn Sie hier etwa Donald Trump dafür loben, er habe „Maduro „einkassiert“ und die Situation geschickt „umgedreht“…. ohne die erfahrene Führungsschicht aufwändig durch unerfahrene Leute ersetzen zu müssen“ – dann ist das nicht nur eine brutale Verharmlosung der diktatorischen Verbrechen am venezolanischen Volk, sondern auch eine gezielte Verhöhnung der demokratisch erfolgreichen Oppositionschefin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado.“
Für ihre unglaublich edle Geste, D. Trump ihren Nobelpreis zu überlassen, bewundere ich María Corina Machado ungemein.
Gewaltsame große politische Umstürze führen eher zu neuen Konflikten und vielen neuen Opfern. Trump, dürfte eher einen friedlichen, behutsamen Übergang zu mehr Wohlstand für das ganze Volk anstreben. Vermutlich nicht nur in Venezuela, auch in Persien.
Eine Sprache die den künftigen Partner „verteufelt“ finde ich nicht angebracht.
Z.B. Formulierungen wie: …..dann ist das nicht nur eine brutale Verharmlosung der diktatorischen Verbrechen am venezolanischen Volk, sondern auch eine gezielte Verhöhnung…. so ist das eine „Kriegsrhetorik“ die dazu dient, die Menschen „Kriegslüstern“ zu machen, aber nicht um Frieden und Kooperation zu fördern….
Die Welt braucht Frieden und Kooperation, gerade in Zeiten wie diesen umso mehr….
@Realo
Sowohl Ihre Vorfahren in Deutschland wie auch Abertausende Russen unter Putin machten den verhängnisvollen Fehler, Unterwerfung für Frieden zu halten.
Frieden entsteht, wo Abhängigkeiten (von Drogen, fossilen Gewaltenergien, Tyrannophilie usw.) ehrlich anerkannt und überwunden werden.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mimetische-abhaengigkeiten-drogen-fossile-gewaltenergien-algorithmische-konzernmedien-verschwoerungsmythen/
Da Sie aber wieder nur starrsinnige Wiederholungen von Putin- und Trump-Propaganda spammen, schließe ich Sie wieder bis Oktober vom Blog aus. Sorry, aber Ihr immergleiches, tyrannophiles Geraune ist nicht nur desinformiert, sondern auch unerträglich repetitiv.
Ihnen eine gute Nacht und Zeit.
Guten Abend, @Michael,
hier eine sehr schöne Ergänzung zu den Gedanken bei diesem Blogpost: die heutige Rede von Papst Leo XIV in Metz.
„Europa versteht sich also in erster Linie als kulturelle und geschichtliche Größe und erst in zweiter Linie als geografische.“
„Der moderne Anspruch, ‚alles sofort haben zu wollen‘, entspricht nicht der europäischen Geschichte und Kultur, die im Gegenteil den Wert von Zeit und Geduld lehren. Durch kleine Schritte lässt sich diese wirksame Solidarität zum Leben erwecken, die bedeutet, dass sich niemand verlassen oder vergessen fühlt.“
Ich bin immer mehr davon angetan, in welchem Maß Papst Leo XIV sich als ein Gegengewicht etabliert zu den derzeitigen mächtigen Strömungen, die die Idee der Menschenwürde zunehmend gefährden.
Nur etwas enttäuschend, dass nicht mehr Vertreter aus Politik und Gesellschaft die heutige Rede des Papstes in Metz durch ihre Anwesenheit gewürdigt haben.
Vielen Dank, lieber @Peter – das erlebe ich ganz ebenso wie Du! Ich fand es bedrückend zu sehen, dass trotz ausdrücklicher Einladung unserer französischen Freunde aus Deutschland nur die Ministerpräsidentin des Saarlandes bei der Papstrede anwesend war. Zwar wurde parallel auch der 75. Jahrestag des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe begangen, dennoch hätte ich mir die Anwesenheit gerade auch führender Christdemokratinnen und Christdemokraten im (historisch schon für sich französisch-deutsch bedeutenden!) Metz gewünscht.
Auch auf Mastodon diskutieren wir derzeit sehr offen die Folgen der Säkularisierung auch auf die (Junge) Union. Ich hatte dazu eingeräumt:
Die digital beschleunigte Säkularisierung hat längst auch die Union erreicht. Es gibt noch Religiöse, aber die heutige JU neigt leider klar zum Säkular-Konservativen. Mein einstiger JU-Kreisverband hat eine schwarzblaue „Konservativ“-Aktion gestartet, in dem das C gar nicht mehr erscheint.
Wir werden darüber sprechen. Aber ich mache mir selbstverständlich keine Illusionen, alleine gesellschaftliche Trends aufhalten zu können.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117352766687002813
@angeldruckt schrieb dazu:
Ich beobachten gerade unter jungen Unionsmitgliedern oder -anhängern einen Switch der Vorstellung was Religionsfreiheit ausmacht, weg von der Freiheit zur vielfältigen Religionsausübung (GG4.2) hin zu einer Freiheit von Religionsausübung, wo sich jede so verhalten soll, dass sich nur ja niemand gestört fühlt, unauffällig, unsichtbar, — neutralisiert.
https://sueden.social/@angeldruckt/117352954604844869
Immerhin hatte ich auch eine gute Nachricht dazu:
Ja, @angeldruckt – diese Diskussion wird ja gerade auch in unserem Nachbarland Frankreich 🇫🇷🇪🇺 & in den USA 🇺🇸 geführt. Sogar „meine“ säkular-bürgerliche Tageszeitung (die Stuttgarter Zeitung) berichtet heute auf Seite 3 über James Talarico als „Der Obama von Texas“, der das Christentum von den MAGA-Dualisten zurückholt.
Und ich meine damit nicht, dass das Christentum oder überhaupt Religionen die einzigen Wertequellen sind. Sondern ich meine, dass jede demokratische Person einen Zugang zu Menschenwürde und Mitweltschutz braucht. Sonst kommt nur Hass und Korruption dabei heraus.
Bonus: Weinthal beschimpfte auch James Talarico als „Antisemiten“, weil dieser die „Forever Wars“ von Donald Trump ablehnt.
Go, James, go for Texas & beyond!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117353097599138927
Du hattest ja damals auch als erster Kommentierender auf den Blogpost zum Dialog von James Talarico mit Ezra Klein reagiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-us-christdemokrat-james-talarico-texas-im-dialog-mit-nyt-blogger-ezra-klein/
Ich wage langsam, auf die Renaissance eines demokratisch aufgeklärten und also dialogischen Christentums sogar bis in die Politik hinein zu hoffen.
hallo @Michael,
„Ich wage langsam, auf die Renaissance eines demokratisch aufgeklärten und also dialogischen Christentums sogar bis in die Politik hinein zu hoffen.“
Und da bin ich – als konfessionsloser Mensch, der Religionen und Spiritualität gegenüber aufgeschlossen ist – ganz auf Deiner Seite.
Herzlichen Dank, lieber @Peter 🙏
Zumal die von Dir dankenswerterweise verlinkte Papstrede sogar im Kontext der Seligsprechung des französischen Christdemokraten Robert Schumann (MRP) zu sehen ist, habe ich sie gleich in den neuen Blogpost aufgenommen und verlinkt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/demokratieformen-parteifamilien-die-menschenwuerde-ist-konsens-und-christdemokratisch-aber-nicht-konservativ/
Das ist erneut eine gute Gelegenheit, Dir für Deine dialogischen und konstruktiven Beiträge auf „Natur des Glaubens“ zu danken! 🙏🙌
Ein Aspekt, der sowohl spirituell als auch säkular mit der Menschenwürde korreliert, wenn nicht gar kausaliert, ist der des Gewissens.
Nicht nur Abgeordnete sollten letztendlich nach Gewissen entscheiden und widerspricht dem Koalitionszwang, sondern es ist eigentlich egal, ob es die Schöpfung oder die Evolution betrifft.
Es ist Blog-übergreifend.
Der Tod, egal ob tierisch oder pflanzlich, macht das Leben absurd. Das heisst aber gleichzeitig klar, das Leben zu schützen ist Lebensaufgabe.
Alle Diskussion über den Lebenswillen und woher er kommt, ist disparat.
So ist es auch mit dem Gewissen. Schützt es elitär oder egalitär?
Ohne Diskurs über das Gewisse wird ein Diskurs über Menschenwürde verwässern.
Vielen lieben Dank, @Mussi – hier freue ich mich über Übereinstimmungen!
So sahen wir ja erst neulich im Blogpost über die bewundernswerte Arbeit der Schweizer Philosophin Jeanne Hersch (1910 – 2000), dass es neben der biblischen auch eine Zeit-philosophische Herleitung von Menschenwürde gibt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/menschenwuerde-freiheit-zeit-jeanne-herschs-begruendung-der-menschenwuerde/
Auch das englische Wort für Gewissen conscience aus dem lateinischen conscientia = Mit-Wissen verdeutlicht die Bedeutung der Gleich-Zeitigkeit für ein gewissenhaftes Erfühlen von Menschenwürde, die auch, aber keineswegs ausschließlich religiös begründet werden kann. Auch hier liegen also gute Gründe für ein dialogisch-komplementäres, ein duales und nicht-dualistisches Verständnis von Menschenwürde vor.
Ihnen Dank und eine gute Nacht!