Von Heizungsgesetz bis Zuckersteuer – Das exekutive & publikative Desaster der Bundesrepublik

Sicher erinnern Sie sich noch an das Heizungsgesetz-Desaster, das den Absturz des grünen Abgeordneten, Ministers und Hoffnungsträgers Robert Habeck und dann auch der ganzen Ampel-Bundesregierung einleitete.
Der Fehler lag damals wie auch heute noch im Verfahren: Das Gesetz wurde nicht in den vorgesehenen, parlamentarischen und öffentlichen Beratungen und Anhörungen mit Fachleuten aus Verbänden, Scientikative (Wissenschaft) und auch Ministerien (Exekutive) erarbeitet, sondern als sog. „Referentenentwurf“ in Hinterzimmern von Parteien und Regierung.
Dies erlaubte es politischen Konkurrenten von Habeck, frühe und noch gar nicht beratene Texte an fossile und also skrupellose Konzernmedien (Publikative) durchzustechen, die sofort schrille Schlagzeilen („Heizungshammer“, „Skandal“, „Angst“, „Sorge“ usw.) heraushauen konnten. Schon war die Bundesregierung diskreditiert und das politische Vertrauen zerstört.
Und leider haben weder der Bundestag als eigentlich zuständige Legislative noch die neue (und bereits gehetzt wirkende) Bundesregierung aus den Fehlern von damals gelernt: Gerade rasen Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) mit der mit großer Mehrheit gestarteten Zuckersteuer in exakt die gleiche, exekutiv-publikative Falle:
Der vom Volk gewählte Bundestag (Legislative) wird von der Bundesregierung (Exekutive) umgangen und damit vorgeführt. Statt eines ordentlichen und öffentlichen, parlamentarischen Verfahrens werden „geheim“ erstellte Gesetzestexte und Briefe „durchgestochen“ und von bereitwilligen Medien skandalisiert.
Geradezu höhnisch können nun der (Elon Musk– und Peter Thiel in mancherlei Hinsicht verbundene) Berliner AxelSpringer-Konzern via WELT titeln „Heizungsgesetz ist nichts gegen die Zuckersteuer“. Und auch mal auch eine grüne Politikerin zitieren: „Ricarda Lang: Wenn Cola Light besteuert wird, werd‘ ich zur Wutbürgerin“.
Ebenso darf der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) u.a. bei der dpa und in der ZEIT gegen die von ihm so bezeichnete „Teuer – Steuer“ austeilen. Dabei weiß der geschätzte Landespolitiker aus seiner eigenen Arbeit selbstverständlich genau, dass der Bund, die Länder und insbesondere die Kommunen bedrohlich unterfinanziert sind. Aber da die Bundespolitik schon wieder taumelt, werden die Ministerpräsidenten lauter.
In der Parteien – Konkurrenzdemokratie zählen schnelle, taktische Profilierungen mehr als längerfristige Probleme. Die Aufmerksamkeitsökonomie eskaliert und wird dabei nicht mehr durch den eigentlichen Ort bundesgesetzlicher Debatten – das Parlament – eingehegt.
Niemand gewinnt mehr dauerhaftes Vertrauen bei diesen unwürdigen Inszenierungen statt parlamentarischer Diskurse – außer den wachsenden, thymotischen Medienblasen jener, die auch die zweite, deutsche Republik zer-stören wollen. Wo die Vernunft (griech. Logos) nicht mehr zu hören ist, brüllen Ruhm- und Empörungssucht (griech. Thymos).

Die griechische Demokratie, die römische Republik und die drohende „Enge der Zeit“ (Blumenberg) als Hetze
Wer verstehen will, warum der mimetische Lieferantismus der letzten beiden Bundesregierungen in digitalen Zeiten nicht mehr funktioniert, wird in der Geschichte fündig: Schon die direkten Demokratien griechischer Stadtstaaten (Poleis) wie vor allem Athen scheiterten an aufhetzenden Reden und sofortigen, kurz-schlüssigen Abstimmungen.
Dies führte zu überhasteten Gesetzen, zu katastrophalen Kriegen und zu der an nur einem Tag von einer Volksversammlung von 500 Männern verhängten Todesstrafe gegen Sokrates.
Immer mehr Nachdenkenden wurde klar: Jede Demokratie ohne kluge Entschleunigung überhetzt sich und geht am Populismus zugrunde.
Also entwickelten die Römer die erfolgreichste Staatsform aller Zeiten: die Republik von res publica = öffentliche Angelegenheit mit zunehmender Ämter- und Gewaltenteilung.
Reden wurden verkürzt (auf dem Forum Romanum durfte nur gestanden werden), mehrere Ämter und Lesungen entschleunigten (!) die Abstimmungen von Volk und Senat von Rom, S.P.Q.R.
Bis heute hat sich mit San Marion die weltweit älteste, über 1700jährige Republik als Stadt- und Zwergstaat in Italien mit dem schönen Ehrennamen La Serenissima ‚die Allerdurchlauchteste‘ gehalten.
Dieser schöne Erfolg verweist jedoch zugleich auf die Schwäche jeder demokratischen Republik – das Mediensystem, die Publikative. Hier können Überreiche und Konzern-Lobbyisten finanziell und legal ansetzen, um die demokratischen Republiken zu beeinflussen, zu erschüttern, vorzuführen, sogar zu zerstören.
Denn die Menschen können ja nicht mehr wirklich an den Beratungen und Abstimmungen der Hauptstadt beteiligen, sondern müssen sich auf die Bilder & Nachrichten verlassen, die ihnen über Medien vermittelt werden. Bis unsere Bundespolitik die neue Medienwelt und die klassische Gewaltenteilung verstanden hat.
Und so ging schon die erste, demokratische – die Weimarer – Republik an fossilen Berliner Konzernmedien zugrunde, ebenso wie derzeit nach der digitalen Medienrevolution die Bundesrepublik des Grundgesetzes medial und politisch angegriffen wird.
Noch am Tag seiner Vereidigung wurde der erste und letzte, demokratische Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) mit dem „Badefoto“ vor der Öffentlichkeit nach Jahren strenger Pressezensur beschämt und erholte sich von diesem Versagen der Publikative nie wieder. Der DNVP-Vorsitzende und fossile Medienmogul Alfred Hugenberg brachte dann Adolf Hitler von kläglichen 2,6 Prozent bei den Reichstagswahlen 1928 in kaum fünf Jahren bis 1933 an die Macht. Ein ausführlicher Deep Dive dazu im Podcast „Verschwörungsfragen“, Folge 70. Titelbild 21.9.1919: B.I.Z.
Warum fallen heutige Bundes-Politikerinnen & Politiker aller demokratischen Parteien immer wieder in die exekutiv-publikative Falle?
Seit 1961 werden der deutsche Bundestag (Legislative) und die mediale Berichterstattung (Publikative) von Gremien dominiert, die im deutschen Grundgesetz aus guten Gründen nicht vorkommen und sogar direkt Artikel 38 GG widersprechen: Den Koalitionsausschüssen der regierenden Parteivorsitzenden. Aus Pressekonferenzen erfahren dann die gewählten Abgeordneten, wann sie worüber und wie abzustimmen haben. De jure ist die Bundesrepublik Deutschland weiterhin eine parlamentarische Konsensdemokratie. De facto hat sie sich mimetisch und medial zu einer Konkurrenzdemokratie der Parteivorsitzenden gewandelt. Diese müssen, wie derzeit Markus Söder (CSU) noch nicht einmal in den Bundestag gewählt worden sein. Screenshot: Michael Blume
Dieser Prozess der Parteivorsitzenden – Exekutive setzte direkt nach dem Berliner Mauerbau ein und breitete sich mimetisch aus. Die gravierenden Nachteile blieben lange verborgen, denn in einer Zeitungs-, Radio- und Fernsehdemokratie funktionierte die Beschränkung der realen Macht auf eine Handvoll älterer Männer in Parteien und Chefredaktionen noch ganz gut. Wer brauchte schon Gedanken an Gewaltenteilung, wenn sich die hohen Herren – und sehr wenigen Damen – der Nachkriegsgeneration doch weitgehend einig waren?
Erst mit der Verbreitung „sozialer Medien“ (gerne als vermeintlich neutrale „Plattformen“ geframed, eigentlich aber algorithmisch-manipulative Konzernmedien) und der Smartphones ab 2007 begann der Niedergang der parlamentarischen Republiken – vor allem jener mit mehr als 20 Millionen Einwohner.
Und warum sollten gewählte Politikerinnen und Politiker soviel schlauer reagieren als die hochbezahlten Manager fossiler Industrien wie Ernährung, Fotografie, Automobil, Gesundheit oder Energie? In den meisten Fällen versuchen sie so lange wie möglich das Spiel zu spielen, das sie mimetisch gelernt haben. Eher wird noch beschleunigt als vor-gedacht.
In Leitungspositionen in Politik, Medien und Wirtschaft kommt die Psychologie der Selbstbestätigung in Medienblasen hinzu: Wichtige Leute spiegeln sich in wenigen, erfolgreichen Posts in den algorithmischen Konzernmedien und sind auch in ihrem Alltag mit oft extrem langen Arbeitszeiten von Mitarbeitenden und Verbündeten umgeben. Wer kommt da auf den Gedanken, dass es so nicht weitergehen kann und wird?
Ich gehe wirklich davon aus, dass keinesfalls nur Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) damit ringt, diese Diskrepanz zwischen täglichem Erleben einerseits und katastrophalen Umfragewerten andererseits zu erfassen.
Wer hat noch Zeit für die Lehren der Geschichte und die ehrwürdigen Tempel der demokratisch-republikanischen Zivilreligionen? Das Fünf-Säulen-Modell der Gewaltenteilung in einer Variante von Prof. Dr. Inan Ince, mfG
Auch kluge, liebe und demokratisch engagierte Freundinnen und Freunde versicherten mir immer wieder, die mimetische Entmachtung der Legislative durch die Parteivorsitzenden – Exekutive müsse sein, da „der Bundestag diese ganzen Gesetze doch gar nicht mehr bewältigen kann“.
Ich halte diese oft gut gemeinte Aussage aber nicht nur für sachlich falsch, sondern auch für gefährlich. Denn wenn die Abgeordneten ihre Hauptaufgabe der Gesetzgebung überhaupt nicht mehr erfüllen könnten – warum wählen wir dann so viele von ihnen? Und: In der Bundesrepublik sind unsere MdB die einzigen Ämter, die wir überhaupt direkt wählen!
Im Kern haben wir seit 1961 die klug konzipierte Konsensdemokratie unseres Grundgesetzes gegen eine dysfunktionale Parteien – Konkurrenzdemokratie eingetauscht.
Und ich fürchte, es wird noch eine Weile abwärts gehen – wie derzeit mit der Zuckersteuer -, bis es an den Spitzen von Politik und Medien zu einer wirklichen Besinnung kommt.
Allerdings erlebe ich schon jetzt als Mitwirkender der Scientikative auch reges Interesse an den Themen von Menschenwürde, Demokratie und Gewaltenteilung. Wer dialogisch unterwegs ist, erlebt auch viele dialogische Menschen!
Und im Gegensatz zu vielen anderen Republiken brauchen wir ja auch keine neu geschriebene Verfassung – sondern müssten „nur“ unser immer noch hervorragendes Grundgesetz wiederentdecken.
Daher habe ich auch damit begonnen, einmal die Artikel unseres Grundgesetzes auf meinem YouTube-Solarpunk-Kanal zu lesen. Es geht dabei eben zivilreligiös um so viel mehr als um Heizungen oder Zucker.



Guten Morgen, @Michael,
eben lese ich Deinen neuen Blogpost und bin die ganze Zeit am Nicken.
Ich finde das Folgende ein ganz wunderbar treffendes Sprachbild:
„Jede Demokratie ohne kluge Entschleunigung überhetzt sich und geht am Populismus zugrunde.“
Beides, Hetze und Hitze, schaffen Beschleunigung und dadurch eine Dynamik (Überhetzung/Überhitzung), die das ganze System zusammenbrechen lässt. Dieses Sprachbild bekommt gerade jetzt im Hitzesommer noch eine weitere Dimension.
Es ist eine gute Idee, das Grundgesetz abschnittsweise, langsam (Entschleunigung!) zu lesen!
Vielleicht hilft es, dazu beizutragen, als Gesellschaft zur Besinnung zu kommen.
Vielen Dank, lieber @Peter – auch für Deine ermutigende Zustimmung! 🙏📚✅
Denn Du hast mein Anliegen richtig erfasst: Ich halte es für überhaupt keinen Zufall, dass mit dem Kohle-Fossilismus des 19. Jahrhunderts auch Konzernmedien und Rohstoff-Imperialismus eskalierten, bis es dann im 20. Jahrhundert mit der Verbrennung von Öl und Gas bis zu Weltkriegen und Massenmoden eskalierte!
Und nun, da die fossil befeuerte Beschleunigung auch die Moleküle unserer planetaren Atmosphäre erfasst hat, widersetzen sich die Konzerne und Überreichen von gestern den erneuerbaren Friedensenergien, indem sie Dialoge und demokratische Republiken stören, ja zer-stören.
Vielleicht erinnerst Du Dich, dass ich nach meiner Rede vom 9.11.2023 im Landtag von Baden-Württemberg gegen jeden Antisemitismus auf einem rechtsdrehenden Blog sogar mit einem gelben Judenstern auf der Brust „karikiert“ wurde?
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mit-gelbem-juden-stern-markiert-als-superman-bildmontage-im-filmmengen-paradox/
Demokratische und wissenschaftliche Dialoge werden nicht deswegen mit Hass und Hetze (!) überzogen, weil sie wirkungslos wären – sondern weil sie der bedrohlichen Überbeschleunigung entgegen wirken.
Die Bundespolitik hätte mit dem deutschen Grundgesetz und dem darin zentralen Bundestag die besten Mittel, den exekutiv-publikativen Fallen zu entgehen und wieder zu einer entschleunigteren, ruhigeren, themenorientierten Konsensdemokratie zurück zu finden.
Mut zu diesem Blogpost machte mir das enorm große und überwiegend konstruktive Interesse auf Mastodon, vgl.:
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117159467860191795
Digitaler Dialog gelingt deutlich häufiger, wenn auf die beschleunigenden & thymotisierenden Algorithmen der fossilen Konzernmedien verzichtet wird.
Wir alle haben die Wahl, uns zwischen Medien zu entscheiden, die je ent-schleunigende Dialoge oder feurig hetzende Dualismen befördern.
Sehr klug finde ich auch den Satz:
„Das aktuelle System, welches konzeptionell auf Wachstum ausgelegt ist, wurde durch die Scientikative vor über 50 Jahren als nicht zukunftsfähig entlarvt.“
Hier sehen wir nach meiner Auffassung die enge Verknüpfung von Nationalismus und Fossilismus seit dem 19. Jahrhundert. Kleinere Republiken wie San Marino oder Kantone der Schweiz konnten auch über Generationen hinweg ohne massives Wirtschaftswachstum gewaltenteilig bestehen. Wird dies auch größeren und in ihren fossilen Traditionen imperialen Zentralstaaten gelingen? Oder wird es – wie ich mit dem Konzept der Solarpunk-Arche-Regionen beobachte – zukünftig immer stärker auf demografisch noch dynamische Regionen und Kommunen ankommen?
Dir von Herzen Dank, dass Du Dich in den richtigen Medien für den Dialog und damit für unsere gemeinsame Demokratie einbringst! 🙏🇩🇪🇪🇺🙌
Durch die sich auch etwas wiederholenden Beiträge in diesem Diskursraum ist mir diese Dreiteilung von Gesetzgebung, Regierung und Gerichtsbarkeit natürlich stärker bewusst geworden und auch das es eine systemisch verständliche Tendenz gibt, dass die Regierung Gesetze formuliert, die ihr hilft, die eigene Aufgabe zu erfüllen.
Wenn ich die Gedanken des heutigen Posts auf mich wirken lasse, dann bleibe ich an den direkt gewählten Ämtern hängen. Die Kandidaten dafür stammen ja aus einem Kontext, der deutlich weniger öffentlich ist, den Parteien.
Und diese bilden auch die Klammer zwischen Legislative und Exekutive, d.h. hier gibt es Beziehungen, die sicher wirksam sind, die auch mitbedacht gehören.
In Umbrüchen, wie sie aktuell in unserer Gesellschaft anstehen, müsste die Exekutive (ähnlich wie es ja in der Pandemie schon passierte) zugeben, wir wissen nicht genau, wie es gehen kann, wir probieren einen Schritt und schauen dann, d.h. ein genaues Gegenteil von der beobachteten Beschleunigung wäre wichtig. Hartmut Rosa hat da einiges vorgedacht.
Im Buch von Lewis Caroll, welches einige Grundmuster systemischer Phänomene sichtbar macht, Alice in Wonderland, gibt es die rote Königin – sie läuft so schnell wie sie kann, um auf der Stelle zu bleiben.
Das aktuelle System, welches konzeptionell auf Wachstum ausgelegt ist, wurde durch die Scientikative vor über 50 Jahren als nicht zukunftsfähig entlarvt.
Ob Regierungen / Parlamente / Gerichte die angemessenen Orte sind, die Ausrichtung als Gesellschaft auf etwas zu finden, was sich als lebens- und zukunftsfähig erweisen kann, ist meiner Meinung nach unklar.
Vielen Dank und Zustimmung zu Ihrem tiefen Druko, @HG Unckell 🙏✅
Und, ja, ich versuche hier inzwischen auch als Teil der Scientikative durch Vertiefungen und dialogische Wiederholungen selbst der Über-Beschleunigung entgegenzuwirken.
Das überraschend breite Interesse vieler Menschen am politikwissenschaftlichen und zivilreligiösen Thema der Gewaltenteilung sowie am deutschen Grundgesetz empfinde ich als sehr ermutigend. Und durfte mir sagen lassen, dass „Natur des Glaubens“ längst auch in der Berliner Hauptstadtblase wahrgenommen wird, vor allem auf Ebene von Mitarbeitenden.
Denn dass die spät-fossilen Mechanismen heute nicht mehr greifen, wird jeden Tag mehr Menschen bewusst. Und so, wie religiöse Menschen bisweilen in Zeiten des Umbruchs ihre Heiligen Schriften durch neue Fragen neu ent-decken, so halte ich auch ein Wieder-Finden des deutschen Grundgesetzes für durchaus denkbar.
Was würden auch Bundesminister verlieren, wenn sie zukünftig wieder stärker mit den Fachausschüssen des deutschen Bundestages als mit Zulieferern fossiler Konzernmedien arbeiten würden?
Es ist doch so, wie auch Sie schreiben: Die Parteien sind zu mächtig geworden und haben das nach Artikel 38 GG freie Mandat der Abgeordneten des deutschen Bundestages mimetisch abgewürgt.
Deswegen kann ja auch die Judikative kaum helfen – de jure gelten die Regeln einer parlamentarischen Demokratie ja noch. Aber de facto hat sich mimetisch eine Parteivorsitzenden – Exekutive verfestigt, die der digitalen Medienwelt nicht mehr gewachsen ist und derzeit medial gehetzt und vorgeführt wird.
Dass jeden Tag mehr Menschen die Bedeutung der Publikative für jede größere, demokratische Republik erkennen, gibt mir Hoffnung.
Ihnen von Herzen Dank für Ihre starken und tiefen, im besten Sinne dialogischen Beiträge! 🙏🇩🇪🇪🇺🌈
Unterfinanzierung hat heute und in Weimar in etwa den gleichen Grund – der Verlust des Ressourcenzugriffs auf Kolonien im Ausland.
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
Nun, @Paul S. – den imperialistischen und kolonialistischen Zugriff auf Rohstoffe halte ich für eine Funktion des Fossilismus, nicht für ein Naturgesetz. Das alte Nil-Pharaonenreich Ägypten sandte beispielsweise eher Handelsexpeditionen – bis ins legendäre „Punt“ – als Kolonisten aus.
Doch Baumwolle, Kohle und, ja, lange auch Zucker mussten importiert werden. Und auch in Deutschland gehörte Zucker lange zu den „Kolonialwaren“, bevor endlich Industriezucker auf Basis von Zuckerrüben verfügbar wurde.
Heute übt die Zuckerindustrie einen enormen und oft destruktiven Einfluss auch auf die europäischen Menschen aus. Ich hatte in einem KIT Seminar mal die Über-Flüsse an Zucker und digitalen News zueinander in Beziehung gesetzt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/sind-digitale-news-der-neue-industriezucker-zum-kit-seminar-medienethik/
Insofern begrüße ich den Ansatz einer klugen Zuckersteuer und hätte mir wirklich gewünscht, der SPD-Bundesvorsitzende und Finanzminister Lars Klingbeil hätte sich mit Fach-MdBs zusammengetan, statt wieder in die exekutiv-publikative Falle der Lobby-Konzernmedien zu laufen. Dies würde das Parlament (die Legislative), aber auch das Ansehen der Regierung (die Exekutive) stärken.
Und so wurde leider durch eine überschießende Exekutive ohne Not auch noch die Scientikative verärgert:
„Die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit sind relativ klar und basieren auf wissenschaftlicher Evidenz – und davon wird im Entwurf abgewichen“, sagt Karl Emmert-Fees, der an der Professur für Public Health und Prävention der TU München den Forschungsbereich „Ökonomie von Prävention und Gesundheit“ leitet. Welche Folgen die veränderte Staffelung haben würde, lässt sich nach seiner Einschätzung nur schwer vorhersagen. „Eine Gefahr wäre bei einem niedrigeren Grenzwert, dass es für Hersteller schwieriger wird, diesen zu erreichen.“ Damit würde der Anreiz entfallen, durch eine neue Rezeptur entwickeln.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/wer-profitiert-wirklich-von-der-zuckersteuer-forscher-kritisieren-wie-der-entwurf-die-wissenschaft-ignoriert-15985096.html
So sollte es bundespolitisch nicht weitergehen, meine ich.
Das Grundgesetz repräsentiert die Schauseite der Bundesrepublik analog den Statements von Unternehmen. Gemeinsam ist beiden, dass diese Machtmissbrauch aus sich selbst heraus nicht nachhaltig verhindern können. Gewaltenteilung verstehe ich, als den Versuch Machtmissbrauch durch gleichwertiges Verteilen von Macht zu unterbinden. Anders beschrieben, es wird versucht Macht mit Macht auszugleichen. Wenn es funktioniert und alles im Gleichgewicht ist erzeugt es einen statischen Zustand, in dem sich nichts ändert.
Änderungen können dann nur entstehen, wenn das Machtsystem gestört bzw. aus dem Gleichgewicht gebraucht werden kann. Machtkämpfe sind somit Teil des Systems. Was es braucht, ist ein System, das Macht systematisch neutralisiert. Das ist aber etwas ganz anderes als Machtgleichgewicht.
Herzlichen Dank für die systemischen Überlegungen, @Peter Madlener 🙏
Für mich bildet die Gewaltenteilung nur den staatlichen Bereich menschlicher Machtausübung ab. Sehr viel ältere und auch evolutionär bedeutendere Bereiche wie Familien, Religionen und Wirtschaftsbetriebe werden deswegen gar nicht davon erfasst – sondern sollen durch die „Balance of Powers“ vor übergriffiger Staatlichkeit geschützt werden!
In Deutschland hat der Verfassungsrechtler und -richter Ernst-Wolfgang Böckenförde (1930 – 2019) diese aufeinander bezogene Dualität von Staaten und Zivilgesellschaften zum klugen Diktum verdichtet:
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“
Für mich drückt der Respekt vor der Gewaltenteilung also Respekt vor dem evolutionär und vielfältig gewachsenen Leben selbst aus. Ich finde es interessant, dass die erste, damals noch „Große Koalition“ genannte Koalitionsregierung aus CDU, CSU und SPD daher nach 1961 auf einen schriftlichen Koalitionsvertrag verzichtete und den Koalitionsausschuss in einem wunderbaren Ort am Bodensee mit maximaler Entfernung von Bonn und Berlin versteckte: Dem Kressbronner Kreis.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kressbronner_Kreis
Anfang des Jahres interviewten mich drei Studentinnen der EH Ludwigsburg für den FOCUS.
Dabei erwarteten sie auf
“Eine letzte Frage:“ erkennbar irgendeine Machtausübung. “Was würden Sie als Bundeskanzler von Deutschland als Erstes machen?“
Doch zur allgemeinen Überraschung im Raum sagte ich spontan, dass ich die mir übertragene Gewalt umgehend entlang des Grundgesetzes teilen würde:
Michael Blume: Ich würde die Rechte der Parlamente wieder stärken. Ich bin seit über 30 Jahren engagierter Christdemokrat. Aber dass Konrad Adenauer 1961 eine überzogene Fraktionsdisziplin eingeführt hat, die die Freiheit von Abgeordneten einschränkte, finde ich für das 21. Jahrhundert falsch. Wir brauchen wieder einen starken Bundestag und lebendige Landtage. Wir sollten wieder mehr Grundgesetz, Menschenwürde und Dialog wagen.
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Nach meiner Auffassung hätte dies auch Lars Klingbeil (SPD) tun können: Hätte er die Ausarbeitung der Zuckersteuer zwei Fach-MdBs von Union und SPD angetragen, so hätte er Respekt vor dem gewählten Parlament gezeigt und sich selbst sowie die Bundesregierung vor weiteren „Durchstechereien“ an Lobby-Konzernmedien geschützt. Eine ordentliche, dialogische und transparente Gesetz-Ersrbeitung im Bundestag lässt sich schlecht skandalisieren.
Im chinesischen Taoismus gilt nur jener Regent als mächtig, der „dem Weg“ (das Tao) erkennt und die Institutionen so darauf eingerichtet hat, dass die Gewalt gar nicht mehr ausgeübt werden muss.
@Michael 27.08. 11:34
„Eine ordentliche, dialogische und transparente Gesetz-Erarbeitung im Bundestag lässt sich schlecht skandalisieren.“
Man sollte da seinen Job ernst nehmen. Und sachorientiert und öffentlich die jeweiligen Projekte bearbeiten. Notfalls lieber mit auch mal mit wechselnden Mehrheiten, als mit reiner Parteipolitik.
Die Parlamentarier selber können dann konkret von der Publikative angegriffen werden, wenn da was auf Kritik stößt, ja. Aber die können dazu auch stehen, wenn es wirklich ihre eigene Agenda auch ausmacht. Wahrhaftige Mehrheiten werden dann aber entscheiden.
Es kommt doch primär gar nicht darauf an, mit der Brechstange bei den nächsten Wahlen möglichst viel rauszuholen, sondern auf eine vernünftige Politik. Und da bin ich durchaus davon überzeugt, dass das langfristig sogar hilft, Wahlergebnisse zu erzielen, die Grundlage weiterer erfolgreicher Politik werden können.
Ich selber gebe auch meine Stimme abwechselnd den Grünen oder der Linke, weil ich beide fördern will, und ich mir eine ökologische und soziale Marktwirtschaft wünsche. Und wenn da noch SPD- und CDU-Parlamentarier mitmachen, dann kann ich ab und an mal auch diese wählen.
Die demokratischen Abgeordneten sollten mal wirklich gucken, was jetzt wirklich gebraucht wird. Und das dann öffentlich erklären und begründen, und genau das sollte eine vernünftige Publikative dann aufgreifen. Und wer sich da unpopulär macht, der hat es wenigstens versucht, im wirklich eigenem Sinne und der eigenen Überzeugung nach. Soviel Streit braucht es einfach, und den darf man auch mal verlieren. Man muss es probieren, und wenn es nicht klappt, einfach in der nächsten Legislaturperiode nochmals versuchen.
Und der Bürger, der hat dann wirklich die Wahl. Und weis im besten Fall, wer wozu steht.
Herzlichen Dank und volle Zustimmung, @Tobias 🙏🇩🇪🇪🇺
Zu meinen großen Vorbildern gehört der legendäre Bundestagsabgeordnete Franz Böhm (CDU), der u.a. im jüdisch-christlichen Dialog und im Brückenbau zwischen Freiburger und Frankfurter Schule Wegweisendes leistete – und in Eigenitiative große Gesetzesvorhaben Anschub, darunter das bedeutende Kartellrecht!
Aus meiner Sicht würde jede demokratische Partei gewinnen, die ihren gewählten Abgeordneten wieder den ihnen laut Grundgesetz zustehenden Frei- und Gestaltungsraum zugestehen würde.
Stattdessen musste ich mit Trauer und Grimm mit anschauen, wie der kluge MdB Roderich Kiesewetter (CDU) von unserem Parteivorsitzenden öffentlich gedemütigt wurde!
https://youtube.com/shorts/wEWScC_6AI0
Dass sich der Bundestag diesen Übergriff gefallen ließ und auch die Publikative kaum darüber berichtete, hat mir gezeigt, wie tief das mimetische Niveau unserer politischen Kultur bereits gesunken ist.
Kein Wunder, dass Ent-Täuschung und Wut brodeln und leichter denn je fossil angezapft werden können.
In der Ausweitung der Zuckersteuer kommen zwei völlig unterschiedliche Probleme Deutschland aufs Tapet:
1) Die neuen Medien geben in demokratischen Prozessen plötzlich den Ton an und die Politik reagiert tendenziell in dem sie „schneller“ und populistischer wird.
2) Deutschland hat trotz Rekordeinnahmen zu wenig Geld
Fazit: Deutschland ist in mehrfacher Hinsicht am Scheideweg und gleichzeitig scheint vieles in D blockiert. So sehen das einige prominente Stimmen gerade auch in Deutschland selbst.
Ja, @Martin Holzherr – dieser treffenden Analyse möchte ich nicht widersprechen, sondern sie lediglich um einen dritten und m.E. wichtigen Punkt erweitern:
3. Mangels Kindern und Zuwanderung altert und schrumpft die deutsche Bevölkerung. Entsprechend müssen immer weniger Steuer- und Beitragszahlende immer höhere Zinslasten, Energie-, Verteidigungs-, Sozial-, Gesundheits-, Renten- und Pensionsausgaben.
Ein Vorteil einer Zuckersteuer wäre demnach, dass sie von allen Generationen getragen wird und sich auf die Gesundheit positiv auswirken kann. Zu den Nachteilen gehört, dass durch Verteuerungen von Lebens- und Genussmitteln erneut ärmere Menschen und kinderreiche Familien überproportional belastet werden.
In einer wirklich parlamentarischen Republik dürften wir uns nun auf die Federführung von Mitgliedern des Bundestages freuen, die das Vorhaben vorstellen, öffentliche Anhörungen und Diskussionen (etwa in Fachausschüssen) organisieren und auf Basis der Rückmeldungen einen oder gar mehrere Gesetzesvorschläge zur Abstimmung bringen.
Es wäre dies ein wahrhaft republikanisches Verfahren (lat. res publica = öffentliche Sache), in der sich alle Interessierten informieren und einbringen könnten, bevor dann unsere von uns allen, vom Volk gewählten Abgeordneten entscheiden.
Klar würde dies etwas länger dauern, wäre von Konzern-Lobbyisten schwerer zu beeinflussen und von Konzernmedien schwerer zu skandalisieren.
Doch ich glaube, dass es für Wählende & Gewählte erfolgreich, demokratisch und entschleunigend wäre, dieses parlamentarisch-republikanische Verfahren wieder zum Regelfall zu erheben.
Denn was haben wir jetzt? Parteivorsitzende beschließen in nichtöffentlichen Sitzungen Formelkompromisse, oft unter Lobby-Einfluss (z.B. Parteispenden).
Dann werden die Gesetzestexte in Ministerien (Exekutive) nichtöffentlich ausgearbeitet, in Rohform an Konzernmedien durchgestochen, skandalisiert und schließlich mit Fraktionsdisziplin ohne echte Dialoge im Bundestag „durchgesetzt“.
Dass dies Misstrauen, Frust und Wut vergrößert und die Mitglieder des Bundrstages – die einzigen Ämter der Bundespolitik die wir direkt wählen! – hilflos und inkompetent wirken lässt, liegt meines Erachtens auf der Hand. Und so setzt sich der Absturz fort…
Sehr interessante (und Besorgnis erregende) Ausführungen, Herr Blume.
Zu der Zuckersteuer wurde ich heute auch schon befragt, weil ich in einem Umfrageportal registriert bin. Konkret wollte man wissen, ob ich dafür bin, dass auch auf zuckerfreie Getränke und auf Milchersatzgetränke eine Zuckersteuer erhoben wird. Ich staune generell manchmal darüber, was für blöde Fragen einem da gestellt werden.
Wenn ich über den Hintergrund der „Zucker-Debatte“ etwas mehr gewusst hätte, hätte ich diese Frage vielleicht gar nicht beantwortet.
Danke, @jetztreichtsaber – das ist wirklich ein starkes und vielsagendes Beispiel! 👍
In Bundesministerien (Exekutive) wird unter Missachtung des Gesetze beschließenden Bundestages (Legislative) an Gesetzestexten gefeilt, deren Rohformen dann an Konzernmedien (Publikative) durchgestochen werden. Dann werden schnell Umfragen durchgeführt, deren Ergebnis ist: „Die da oben“ sind doch nur blöde Abzocker ohne echten Kontakt zum Volk.
Und morgen (bzw. da, wo ich gerade bin, auch heute) wird dann wieder gefragt: Warum nur wachsen Wut und rechtspopulistische Parteien so schnell an?
Und so bleibt uns allen, die es verstanden haben, die bange Frage: Wie lange wird die Bundespolitik brauchen, um diese mimetisch-mediale Abwärtsspirale der Parteivorsitzenden-Exekutive zu erkennen und zu verlassen?
Ich fürchte als Teil der Scientikative: Zu lange…
Womit muss man anfangen, damit sich etwas ändert? Wenn das „man“ durch „wir“ diese Frage deutlicher und schärfer macht, dann bedenke ich zunächst das „Wir“. „Ich“ als Teil von „wir“ ist doch bereits das erste Hindernis, etwas verändern zu wollen. Viele Menschen definieren höchstens, zu welchem „Wir“ sie nicht gehören wollen.
Bevor Forderungen an die Politik gestellt werden, muss jeder und jede bei sich selbst anfangen. Es besteht kein Zwang, die Bildzeitung oder ein anderes Printmedium zu lesen. Für mich ist ganz klar, dass ich keine Medien unterstütze, die ein übergeordnetes gesellschaftliches „Wir“ (zer)stören wollen.
Eine Gesellschaft lebt von ihrer Vielfalt. In politischer, wirtschaftlicher, kultureller Hinsicht. Es wäre mE schlimm, müssten wir alle die gleichen Ansichten haben. Aber über die Grundlage unseres „Wir“ – das Grundgesetz – müssen wir uns einig sein.
Daher sehe ich es kritisch, momentan Veränderungen am Grundgesetz anzubringen.
Es mag resigniert klingen, aber wir müssen die Abgeordneten(der demokratischen Parteien), die uns im Deutschen Bundestag vertreten, nehmen wie sie sind. Wir alle haben schließlich einen Beitrag zur aktuellen Situation geleistet.
Jeden Tag trifft der Mensch Entscheidungen, die auf den ersten Blick nichts mit der Allgemeinheit zu tun haben. Dabei ist es ein Anfang, Medien bewusst zu meiden, die mir nicht gut tun. Beispielsweise gerade solche Artikel auf Social Media nicht zu teilen! Keine Talkshow mehr einzuschalten, die denen eine Plattform geben, die die Demokratie zerstören wollen.
Ruprecht Polenz hat ein Buch mit dem Titel „Tu was“ geschrieben. Ich finde es sehr gut. Lesenswert, weil gut verständlich.
So sehr ich es bedaure, bringt „Nie wieder“, das mir sehr wichtig und Auftrag ist, in unserer Zeit kein Nachdenken und keine Veränderung bei denen, die die „Alternative“ wählen. Auf das Leiden jüdischer, homosexueller/lesbischer, politisch andersdenkender oder zur Zwangsarbeit im 3. Reich verschleppter Menschen hinzuweisen, führt bei den Wählern der „Alternative“ womöglich eher dazu, sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit wieder vorstellen zu können.
Um das zu verhindern, ist das Prüfverfahren unabdingbar. Leider sind dem Einzelnen die Hände gebunden.
Vielen lieben Dank für Ihre vor allem medienethischen Ausführungen, @Marie H., denen ich mich aus ganzem Herzen anschließen möchte!
Bekräftigend zu Ihnen möchte ich ergänzen, dass jedes „Wir“ und in gewisser Weise sogar jedes „Ich“ medial & mimetisch inszeniert wird: Durch Sprache, Symbole, Schriften, Musik und Filme!
Deswegen ist jede größere, demokratische Republik auf eine funktionierende Publikative angewiesen – und nirgendwo anders kann sie so leicht manipuliert, auch angegriffen und zer-stört werden!
Marie H.
„Aber über die Grundlage unseres „Wir“ – das Grundgesetz – müssen wir uns einig sein.
Daher sehe ich es kritisch, momentan Veränderungen am Grundgesetz anzubringen.
Das GG ist nicht dafür gedacht, direkte Grundlage für Gerichtsurteile zu sein, d. h. das Gericht darf nur bestehende Gesetze aus dem BGB, HGB , StGB usw. anwenden.
Das GG ist die Kontrollinstanz für Veränderungen bestehender Gesetze oder den Erlass neuer Gesetze.
Wenn man die KI dazu befragt, bekommt man die Antwort: Ja das GG ist unmittelbar geltendes Gesetz. (aber eben nicht in der aktuellen Wirklichkeit.)
Widerspruch ist erlaubt !
@NI & @Marie H.
Auch Gesetzestexte sind Texte & müssen also immer wieder neu ausgelegt werden.
Die seit 1961 in der Bundesrepublik Deutschland mimetisch praktizierte Parteivorsitzenden-Vorherrschaft zeigt genau das : De jure (also: dem Text des Grundgesetzes nach) haben die Abgeordneten des deutschen Bundestages noch alle Rechte, auch nach Artikel 38 GG:
De facto (also: in der politischen Praxis) werden die Mitglieder des Bundestages jedoch von der Exekutive und der Publikative täglich vorgeführt und oft auch gedemütigt. Und das wirkt sich auf Dauer eben auch als sinkendes Vertrauen in unsere Demokratie als parlamentarische Republik aus.
Auch ich als seit Jugend engagierter Demokrat, der noch nie eine Bundestagswahl verpasst hat, empfinde es als unbefriedigend, dass das einzige Bundesgremium ständig kleingemacht wird, das ich als Staatsbürger direkt wählen kann!
Immerhin konnte ich heute Morgen auf Mastodon mal wieder eine der mutigeren Abgeordneten des deutschen Bundestages würdigen:
Als Politikwissenschaftler und ebenfalls gebürtiger Filderstädter begrüße ich die ehrenvolle Klarstellung der grünen Bundestagsabgeordneten Ricarda Lang zur entgleisten Zuckersteuer – Debatte sehr! 👇️🙌
Denn damit steigt auch die Hoffnung, dass sich der demokratische Teil der Bundespolitik langsam wieder auf die kluge Gewaltenteilung unseres Grundgesetzes besinnt. Niemand muss immer wieder in die gleiche, exekutiv – publikative Falle laufen.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117177230282647120
Und: Ich erlebe überall ein überaus reges Interesse an der Politikwissenschaft zu Gewaltenteilung, auch zur Geschichte der Republik(en)! Ich habe durchaus die Hoffnung, dass sich künftige Bundespolitik wieder am Geist und nicht nur am mimetisch überformten Text des Grundgesetzes orientiert. 😌🇩🇪🇪🇺📖👍
Michael Blume…..Gott war es vor dem Internet schön …..
Erst mal Anerkennung , dass sie sich in den Dschungel begeben , der sich öffentliche Meinung nennt.
Für viele Gemeinden finden sich aus diesem Grunde kaum noch Bewerber für das Bürgermeisteramt. Die werden öffentlich angefeindet und auch bedroht.
Hier wäre Nachholungsbedarf, Amtsträger müssten erhöhten gesetzlichen Schutz erhalten auch finanziell , für body guards und für Sekretäre, die sie im web verteidigen !
Nur mal so angedacht.
Vielen Dank, @NI – leider gehören digital befeuerte Hass und Hetze inzwischen zur Lebensrealität von Millionen Menschen, darunter fast aller Personen des öffentlichen Lebens.
Doch wir sind den fossilen und den algorithmischen Konzernmedien ja auch nicht hilflos ausgeliefert – meine Lebensqualität hat sich deutlich verbessert, seitdem ich Facebook, Instagram und X den Rücken gekehrt habe. Und im Fediversum, auf Mastodon, via Podcasts und hier auf dem Blog, erlebe ich eine viel bessere, weil dialogische Reichweite!
Auch die demokratische Politik könnte und sollte die Risiken wie auch Chancen der digitalen Medienrevolution begreifen – deswegen auch dieser Blogpost!
Habe auf eine Nachfrage dazu auch vorhin gepostet:
Wäre ich Bundesminister, so hätte ich längst für jedes Gesetzesvorhaben in meinem Ressort je eine(n) Fach-MdB der Regierungsfraktionen ausgewählt & ihnen die Federführung der Gesetzgebung angetragen – selbstverständlich mit vollem Zugriff auf die Fachleute auch meines Hauses.
Gemeinsam hätten wir das parlamentarische Verfahren, öffentliche Anhörungen, Podcasts & schließlich die Termine der Bundestags-Beschlüsse avisiert & die interessierten Menschen und Verbände öffentlich und transparent (eben gut republikanisch!) beteiligt.
Robert Habeck (Grüne) hätten mit dem Heizungsgesetz & Lars Klingbeil (SPD) mit der Zuckersteuer den Bundestag & Dialog beleben, dabei selbst an Statur und Zustimmung gewinnen können.
Stattdessen haben sie sich von den gleichen, fossilen Konzernmedien vorführen lassen & damit auch ihren Anliegen, Regierungen, Parteien und Ministerien Schaden zugefügt. Wie oft noch? 🤷♂️🇩🇪🇪🇺🤔
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117178885515781817
Auch die bisherigen Medienrevolutionen – den alphabetisierten Buchdruck, das Telegram, Radio und Fernsehen – hat die Menschheit bewältigt, wenn auch leider erst unter millionenfachen Opfern. Ich tue, was ich kann, damit wir diesmal nicht so tief sinken. Diesmal nicht.
Und dafür nehme ich dann eben auch Hass und Hetze auf mich. Denn Geschichte reimt sich, aber wiederholt sich nicht.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse und unsere Blog-Dialoge! 🙏✅🙌
@NI und @Michael Blume
Gesetze sind ständiger Veränderung unterworfen. Durch aktuelle Rechtsprechung ist das notwendig.
Das GG ist die Basis der Gesetze.
Man kann und muss auch über das GG diskutieren. Selbstverständlich!
Ich vertrete den Standpunkt, dass beispielsweise die Würde des Menschen, wie im GG beschrieben, unantastbar ist. Darüber sollte in unserer Gesellschaft kein Zweifel bestehen.
So lange die meisten Menschen darüber einig sind, ist alles in Ordnung.
Angesichts der Wahlergebnisse der „Alternative“ bin ich geneigt anzunehmen, dass deren Wähler und Unterstützer das womöglich anders sehen.
Genau so sehe ich das auch, @Marie H. ✅
In einer Diskussion über die Abschiebungen unbescholtener, jesidischer Menschen und der Ignoranz gegenüber dem diesbezüglichen Bundestagsbeschluss vom Januar 2023 postete ich gerade:
Ja, die (zivilreligiöse) Mitte jeder demokratischen Republik bildet die Menschenwürde mit Gewaltenteilung.
Große Teile der Bundespolitik haben sich davon mimetisch entfernt, kennen diese Mitte oft inhaltlich gar nicht mehr. Und wo das Vertrauen in unser Grundgesetz erodiert & von Teilen der Publikative auch gezielt angegriffen wird, setzt sich der Vertrauensverlust weiter fort.
Ich kläre dagegen nicht auf, weil ich mir sicher wäre, das noch stoppen zu können. Sondern weil ich den Niedergang nicht schweigend hinnehmen & stattdessen kämpfen will.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117183586912346808
Lassen Sie uns niemals aufgeben.
Guten Tag, @Michael,
„Daher habe ich auch damit begonnen, einmal die Artikel unseres Grundgesetzes auf meinem YouTube-Solarpunk-Kanal zu lesen.“
In diesem Kontext:
Zu Artikel 1 unseres Grundgesetzes liefert dieser Artikel von Cem Özdemir und Boris Pistorius in der FAZ einen hervorragenden Beitrag.
Ich habe dazu heute auf Mastodon gepostet:
Starker Beitrag von Cem Özdemir und Boris Pistorius, der auf den Punkt bringt, wie sehr der völkische Teil der AFD den Schutz der Menschenwürde und damit den Kern unserer Verfassung gefährdet.
„Der völkische Teil der AfD macht diese Würde von der kulturellen Prägung einer Person oder von ihrer ethnischen Herkunft abhängig. Er spaltet unsere Gesellschaft in ein ‚wir‘ und ‚die anderen‘.“
Ganz herzlichen Dank, lieber @Peter – ich freue mich sehr! 🙌
Wie Du ja ggf. weißt, hatte ich mich bereits 2024 vor Abertausenden bei „Stuttgart hält zusammen“ für ein Parteiverbotsverfahren gegen die AfD sowie für einen kritischen Blick auf publikative Akteure wie Reichelt ausgesprochen!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-rede-zu-stuttgart-haelt-zusammen-2024-dual-und-monistisch/
Und neulich habe ich auch zugesagt, zur nächsten PRÜF-Demo am 10.10.2026 in Stuttgart zu sprechen! Vielleicht sehen wir uns ja wieder? 😌🙌
Hallo @Michael,
ein Hinweis zu meinem letzten (derzeit noch nicht freigegebenen) Kommentar: der dort verlinkte FAZ-Artikel von Cem Özdemir und Boris Pistorius ist mittlerweile leider hinter der Paywall verschwunden. Daher evtl. meinen Kommentar und diesen Zusatz am besten ignorieren. Ganz wie Du es für richtig hältst.
Vielen Dank für Deinen wunderbaren Hinweis, lieber @Peter – den ich hier im Kontext eines politikwissenschaftlichen Seminars auch gleich unterbringen konnte.
Und nach meinem Lob für die Selbst-Korrektur durch MdB Ricarda Lang (Grüne) & für ein Buch zur deutsch-israelischen Freundschaft ist ein seit Jahren scheiternder Troll mal wieder voll ausgerastet… 😌
Aktuell rastet der antideutsche Ben-Gvir-Helfershelfer Weinthal wieder mit Dutzenden Hassmails & X-Posts aus, weil ich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Cadenabbia ein hervorragendes Buch über die deutsch-israelische Freundschaft von Konrad Adenauer (CDU) & David Ben-Gurion (Mapai) empfohlen habe. Beide mussten sich schon damals gegen sogar gewalttätige Rechtsdualisten in beiden Ländern durchsetzen.
Lasse ich mich vom Trolling bremsen? Im Gegenteil! 😌🇩🇪🇪🇺🇮🇱📖✅️
Deutsch-israelische Buchempfehlung: „Eine unmögliche Freundschaft“
„Michael Borchard erzählt die Lebenswege von Ben-Gurion und Konrad Adenauer als Parallelgeschichte, berichtet von ihrer nahezu unmöglichen Freundschaft und fragt danach, was sich von diesen beiden großen Männern für heute lernen lässt.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117179015327954534
Aus meiner Sicht ist es wirklich interessant auch selbst zu erleben, dass Hass und Hetze im Fediversum viel weniger Verbreitung finden als in algorithmischen Konzernmedien wie X.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/empoerungssucht-nach-dem-x-odus-trolle-scheitern-an-den-mastodon-instanzen/
Dir daher auch Dank für den gemeinsamen Einsatz für eine bessere Publikative, lieber @Peter! 🙏🙌
Danke für den Artikel, mal wieder 🙂
Entschleunigung ist auf so vielen Ebenen klug, sinnvoll und notwendig. Mir kommt es so ähnlich vor, wie der wahnhafte Glauben vom unendlichen Wachstums. Wider besseren Wissens wird da von der Regierung, egal welcher Zusammensetzung, auf konkurrierenden Wettbewerb mit Verlierern und Gewinnern gesetzt. Ohne sogennanten Verlierer gibt es auch keinen Wachstum mehr, wo soll der denn herkommen, wenn Niemand etws verliert?
Wobei Gewinner und Verlierer solle es meines Erachtens nur beim Spielen oder im Krieg geben. Im Alltag und im Parlament hoffte ich bisher vergebens auf eine wohlollende Kooperationsbereitschaft, in denen der Starke dem Schwachen hilft und nicht noch auf seinem Rücken noch stärker wird. Aber wenn ich schon beim Träumen bin, ich hätte gerne ein Pferd.
Aber sollte einmal entschleunigt und besonnen gehandelt werden, würde, davon bin ich überzeugt, die thymotische Publikative auch dies nutzen und ausschlachten. Erklärungen helfen ja leider nicht mehr, Transparenz ist anscheinend nur für Gebildete und Suchende ausreichend. Wer aber seine eigenen Meinungen als Fakten präsentiert kann auch die Entschleunigung als Stilstand und etwas ganz schlechtes vermarkten. Der Zustand unseres Landes braucht doch eine schnelle Lösung, höre ich diese fossilen Medien rufen…und so würden diese Medien auch dann die Regierung vor sich hin treiben.
Wo sind die Staatsmänner, die besonnen und souverän agieren, die auch noch schlagfertig sind und die keine Angst vor den Lauten haben?
Vielen lieben Dank und volle Zustimmung, @Thorte 🙏
Denn ich stimme auch in der Hoffnung völlig zu: Durch mediale Über-Beschleunigung werden auch parlamentarische Konsensdemokratien zu Parteien-Konkurrenzdemokratien polarisiert, die vor allem durch die Publikative leicht zu manipulieren und auch zu zer-stören sind.
Und leider hat die deutsche Bundespolitik seit 1961 sogar ihre eigene Gewaltenteilung nach dem Grundgesetz aus den Augen verloren. Und lässt sich nun durch eine überzogene Parteivorsitzenden – Exekutive von überwiegend fossilen Konzernmedien (Publikative) wieder und wieder durch die Arena treiben.
Nicht mal die klare, scientikative Empfehlung für eine Zuckersteuer gelingt auf diese Weise!
Wie lange wird es wohl noch brauchen, dass die Klugheit des Grundgesetzes auch in der Berliner Hauptstadtblase wieder entdeckt wird?
@ Peter Gutsche 28.08.2026, 14:02 Uhr
Zitat: „Der völkische Teil der AfD macht diese Würde von der kulturellen Prägung einer Person oder von ihrer ethnischen Herkunft abhängig. Er spaltet unsere Gesellschaft in ein ‚wir‘ und ‚die anderen‘.“
Nicht der, dem die schwere Spaltung in unserer Gesellschaft auffällt, ist Schuld an der Spaltung, sondern der, der sie, allenfalls aus „Nichtstun“, zulässt. Sie führt letztlich dazu, dass die Kontrahenten irgendwann übereinander herfallen werden. Wir holen uns den Bürgerkrieg ins Land.
Die eine Gruppe fördert die Homosexualität, was immerhin ein „sehr humaner Weg“ der Geburtenbeschränkung wäre, die andere will Homosexuelle „vertilgen wie einen räudigen Schakal“ um das Bevölkerungswachstum nicht zu behindern.
Beides können „ehrenwerte“ Sichtweisen sein. Wenn sie in weit entfernten Ländern mit unterschiedlichen Gegebenheiten z.B. in Arabien oder bei uns in Europa „Staatsräson“ sind.
Aber absichtlich, auf begrenztem Territorium, derart unterschiedliche Gruppen zusammenführen zu wollen, ist verrückt. Als würde ein Zoodirektor Löwen und Antilopen im gleichen Gehege unterbringen wollen.
@Realo
Und wieder versuchen Sie als tyrannophiler Putin-Knecht – erfolglos – einen guten Dialog über die Gewaltenteilung in unserer parlamentarischen Republik mit Hass und Hetze zu trollen.
Dabei ist längst wissenschaftlicher Konsens:
– Homo- und auch Heterosexualität sind menschliche Veranlagungen und treten in allen Kulturen und Völkern der Menschheit auf. Entsprechend finden Sie diese auch in den Spitzen der Bundespolitik, in allen Parteien.
– Die Behauptung, Homosexualität werde zur „Geburtenbeschränkung“ gezielt „gefördert“, ist ein rechtsdualistischer Verschwörungsmythos.
– Auch Sie selbst sind ja kinderlos geblieben, ebenso wie Millionen anderer Deutsche.
Die Menschenwürde und Gewaltenteilung des Grundgesetzes dient dem Schutz aller & damit auch von homosexuellen Menschen. Ebenso etwa von Kinderlosen und alternden, um Aufmerksamkeit bettelnden Putin-Fans.
Deswegen stellen sich meine Ehefrau – eine deutsche Muslimin türkischer Herkunft – und ich auch gemeinsam gegen Queerfeindlichkeit:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/queerfeindlichkeit-als-dualismus-gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit/
Wir haben übrigens drei wunderbar bildungs-erfolgreiche und engagierte Kinder.
Sie, @Realo, versuchen diese gute, demokratische Ordnung – von der Sie selbst noch gerne profitieren – zugunsten Ihres fossilen & faschistischen Lieblingstyrannen zu untergraben, indem Sie in Deutschland verschiedene Menschengruppen gegeneinander zu hetzen versuchen. Aber nicht einmal mehr das gelingt Ihnen. Denn dieser Wissenschaftsblog dient der wissenschaftlichen Aufklärung über Politik- und Religionswissenschaft, über Frieden und auch über unser Grundgesetz. Und mit all dem insbesondere auch der menschlichen Vielfalt & der Menschenwürde.
Gerne.
PS: Ein wie Sie, aber im großen Maßstab agierender Rechtstroll sitzt gerade in ICE – Abschiebehaft:
Der für seine provokanten Äußerungen bekannte britische rechtsgerichtete Kommentator Milo Yiannopoulos ist von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden. Nach seiner Festnahme am Internationalen Flughafen in New Orleans am Donnerstag drohe dem 41-Jährigen nun die Abschiebung aus den Vereinigten Staaten, teilte das US-Heimatschutzministerium im Onlinedienst X mit. Der Brite werde als „illegaler Ausländer“ betrachtet.
https://www.n-tv.de/politik/Rechtsextremer-Blogger-Yiannopoulos-in-US-Abschiebehaft-id31245278.html
Denken Sie also bei Gelegenheit gerne nochmal drüber nach, @Realo : Die Gewaltenteilung schützt auch Ihre Freiheit.
Guten Morgen @Realo,
(29.08.2026, 05:38 Uhr)
„Aber absichtlich, auf begrenztem Territorium, derart unterschiedliche Gruppen zusammenführen zu wollen, ist verrückt. Als würde ein Zoodirektor Löwen und Antilopen im gleichen Gehege unterbringen wollen.“
Dieser Kommentar ist zutiefst menschenverachtend. Sie vergleichen Homosexualität mit einer Tierart, stellen deren „Bekämpfung“ und „Förderung“ auf eine Stufe und konstruieren daraus ein Verschwörungsnarrativ, als ob es sich um feindliche Gruppen handelte, die sich zwangsläufig bekämpfen müssten.
Der Tiervergleich ist unerträglich, denn er spricht einer Gruppe von Menschen ihre Menschlichkeit ab. Von dort ist es nur ein kurzer Weg, Gewalt gegen diese Gruppe zu legitimieren. Ich bemerke zwar, dass Sie einige Anführungszeichen verwenden, vermutlich um sich von Ihren eigenen Aussagen zu distanzieren. Doch insgesamt läuft es mir kalt den Rücken hinunter, je öfter ich den Text lese.
Vielen Dank für den Beistand gegen die menschenverachtende Putin-Trump-Tyrannophilie des sog. @Realo, lieber Peter! 🙏
Und die heutigen Nachrichten sehen für die verbleibenden Anhängerschaften von Putin und Trump auch nicht gut aus…
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️️?
Es gibt heute nicht nur gute, sondern sehr gute #SolarPunk – News!
„Um einmal zu verdeutlichen, was für eine gigantische Veränderung das ist: Das Wirtschaftsministerium unter dem Grünen Robert Habeck prognostizierte noch im Frühjahr 2024 Großspeicher mit 43 bis 54 Gigawatt Leistung – für das Jahr 2045! Im Jahr 2026 sind nun 80 Gigawatt genehmigt.
Mit anderen Worten: Selbst Leute, die an diese Technologie glauben, haben ihr rasantes Wachstum dramatisch unterschätzt.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117188436479710567
Verlinkt ist der zitierte SPIEGEL – Artikel von Christian Stöcker. Der Zusammenbruch des Fossilismus ist real und wird durch die widersinnigen Kriege der Fossilisten weiter beschleunigt.
Diese Klarstellug von Ricarda Lang (Grüne) zu ihrer o.g. Wut-Aussage gegen das exekutive Zuckersteuer – Papier ist beispielhaft und ehrenvoll:
Was sie ändern wolle, sei vielmehr der Umgang mit politischen Debatten. Lang beschreibt eine Entwicklung, bei der es immer stärker darum gehe, sich möglichst schnell und möglichst eindeutig zu positionieren. Verstärkt werde das durch soziale Medien und eine „Aufmerksamkeitsökonomie“.
Sie sei überzeugt, dass die Art, wie solche Auseinandersetzungen geführt würden, „nicht nur dem politischen Geschäft schadet und wie Gesetze entstehen“. Sie schade am Ende „uns allen als ganzer Gesellschaft und unserer Fähigkeit, überhaupt noch gemeinsam Lösungen zu finden“.
Es gehe um Debatten, „wo man dem anderen immer das Schlimmste unterstellt, wo man sich möglichst schnell einem Lager zuordnet und wenig Raum für Differenzierung, Grautöne lässt“.
Lang schließt daraus eine persönliche Konsequenz: „Ich bin aber auch zutiefst überzeugt davon: Wir können das besser und ich für meinen Teil will es auch besser machen.“
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a90827ce81f5682a712e249/zuckersteuer-debatte-ich-habe-einen-fehler-gemacht-ricarda-lang-geht-mit-sich-selbst-hart-ins-gericht.html
Ich hoffe wirklich, dass sich die Bundespolitik bald wieder auf die kluge Gewaltenteilung unseres Grundgesetzes besinnt, statt immer wieder destruktiven Teilen der Publikative in die Falle zu gehen. Das exekutive und also medial leicht angreifbare Zuckersteuer – Verfahren ist – wie zuvor auch schon das Heizungsgesetz – ein politikwissenschaftliches, rechts- & mediengeschichtliches Lehrstück.
@ Michael Blume 29.08.2026, 07:21 Uhr
Zitat: „Und wieder versuchen Sie als tyrannophiler Putin-Knecht – erfolglos – einen guten Dialog über die Gewaltenteilung in unserer parlamentarischen Republik mit Hass und Hetze zu trollen.“
Diese „Sprache“ und auch die Unterstellungen, auf die man erst einmal kommen muss, ausgerechnet von einem Religionswissenschaftler, faszinieren mich immer wieder.
Es geht mir nicht um die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Homo- und auch Heterosexualität sondern darum dass diese Veranlagungen natürlich ausgenutzt werden. Für einen Arbeitgeber brauchen die „Homos“ z.B. weniger freie Tage um kranke Kinder zu betreuen als „Heteros“ und das ist natürlich ein Anreiz…..
Ich bin doch auch für die Menschenwürde und Gewaltenteilung des Grundgesetzes. Allerdings bin ich auch gegen, noch dazu gefährliche, sich auch nur anbahnende Konflikte. Denen gehe ich, Sie würden sagen „feige“, aus dem Weg…. Habe einfach in meinem Leben zu viele „Tapfere“ gesehen, die umgekommen oder im „Elend gelandet“ sind….
Es kann doch nicht gut gehen, wenn Menschen die von ihrem muslimischen Glauben absolut überzeugt sind, uns „ungläubige Teufeln“ in der „einzig wahren Religion“ unterweisen, ein Kalifat errichten wollen und von uns ewige Dankbarkeit erwarten.
Wie auch so manche unserer „Demokratie gläubigen mit heiligem Ernst“ unsere Werte anderen Menschen aufzwingen wollen…..
Spätestens seit den Nazis ist klar, dass dies alles nur Vorwände sind, um andere Gruppen beherrschen und ausbeuten zu können.
Man kann nur vorher vorsichtig Entwicklungen beobachten und reagieren. Wenn erst einmal Blut fließt, ist es zu spät.
Nun, @Realo – als Politik- und Religionswissenschaftler sehe ich es als meine Aufgabe, Desinformation, Tyrannophilie und Fossilismus aufzuklären, wie auch Sie diese hier zu propagieren versuchen.
Und „feige“ nenne ich Ihre mangelnde Bereitschaft, sich auch den nachweisbaren Wirkung erneuerbarer Friedensenergien und damit Ihren eigenen Lebenslügen als Putinknecht zu stellen.
Sie, @Realo, finanzieren durch Ihr Festklammern an Öl und Gas das Putin-Regime samt Ukrainekrieg und Atomwaffen mit. Und nun hoffen Sie, verschont zu werden, wenn auch Sie sich dem fossilen Tyrannen unterwerfen. Wie feige kann man(n) sein?
Das Schicksal jüdischer und islamischer, homosexueller und vor allem junger Menschen interessiert Sie nur insofern, als dass Sie diese Menschengruppen gegeneinander auszuspielen versuchen. Ihre Bekenntnisse zu Menschenwürde und Gewaltenteilung reichen bisher nicht über Ihren eigenen Relativismus hinaus.
Und zu all dem verbreiten Sie immer noch die Desinformation, erneuerbare Heimatenergien wären teurer als die Importe von Öl und Gas etwa aus Russland.
Dabei zeigt sich gerade auch heute: Der Fossilismus tötet nicht nur den Verstand.
Die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Baden-Württemberg baut nun ihr europäisches Rechenzentrum in Mecklenburg-Vorpommern, weil der Ausbau erneuerbarer Wohlstandsenergien und von Stromleitungen in Süddeutschland noch immer fossil blockiert wird.
Als Baden-Württemberger blutet mir das Herz. Aber Fossilisten & Gas-Lobbyistinnen auch in der Bundes – CDU wollen es ja bis heute nicht wahrhaben: Erneuerbare Energien sind Friedens-, Heimat- & Wohlstandsenergien. Fossilismus schadet auch der Wirtschaft.
„Schwarz-Gruppe: Rostock statt Baden-Württemberg
Rechenzentren dieser Größenordnung sind gigantische Stromverbraucher. Im regulären Betrieb will die Schwarz Gruppe ausschließlich grünen Strom nutzen. Energiewende & Ausbau der Windkraft waren mit ein Grund für die Auswahl des Standorts in Küstennähe. Ein möglicher Anschluss an das Höchstspannungsnetz verspricht zudem niedrigere Netzentgelte für die riesigen Strommengen.
Derzeit produziert Mecklenburg-Vorpommern mehr Windstrom als das Land verbrauchen kann. Die großen Stromautobahnen, die Windstrom von den Küsten in den Süden bringen sollen, sind aber noch im Bau.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117177891954499831
Mutig wäre es, @Realo, mal Ihre eigene Weltanschauung auf Widersprüche zu checken. Wissenschaftsblogs sind eine hervorragende Gelegenheit dazu.
Es gibt hin und wieder auch noch einzelne Hoffnungsschimmer aus der Presse: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/waehlerschaft-afd-typen-forschung-merkmale?freebie=b7998714#flexible-toc
Leider ist es selten, dass Presseartikel politikwissenschaftliche Erkenntnisse derart klar vermitteln.
Herzlichen Dank, @Bernd – das ist wirklich mal ein hervorragender, politikwissenschaftlicher ZEIT – Artikel, der endlich auch den Zusammenhang zwischen Demografie & Rechtsdualismus, also zwischen säkularer Geburtenimplosion, nachlassenden Investitionen und Abwanderung präzise beschreibt:
Die Soziologin Katja Salomo etwa wies bereits 2019 anhand einer Fallstudie über Thüringen darauf hin, dass die ostdeutsche Kombination aus vielen Alten, wenigen Frauen und wenigen Geburten weltweit einmalig negativ für die Lebensumstände in einer Region sei.
Vom DIW wird dieser Faktor nun als entscheidend markiert: »Dort, wo besonders viele Menschen über 60 Jahre leben und junge, gut ausgebildete Leute wegziehen – wodurch auch die Abiturquote der Zurückbleibenden deutlich sinkt –, erzielt die AfD deutlich mehr Stimmen«, heißt es in der Auswertung vom Juli 2026.
Der Zusammenhang zwischen Demografie und AfD-Zustimmung ist mehrschichtig und gut erforscht.
Eine schrumpfende, alternde Bevölkerung lässt Regionen immer strukturschwächer werden.
Es wird dem Bedarf entsprechend weniger investiert: in den Nahverkehr, in Kitas und Schulen, in Bibliotheken und Schwimmbäder.
Die Folge ist das viel beschriebene Gefühl des Abgehängtseins, das empfänglich für Populismus und Extremismus macht.
Aus dieser Dynamik entsteht ein Teufelskreis. Strukturschwäche und steigende AfD-Wahlergebnisse führen dazu, dass noch mehr Menschen abwandern, insbesondere die Jungen, Gebildeten – und die Frauen.
Die Forschung zeigt, dass mittlerweile gerade in ländlichen ostdeutschen Gegenden ein Männerüberschuss vorherrscht, wobei die AfD auch diesen Aspekt mit Erzählungen über Migranten, die den Deutschen die Frauen wegnähmen, gezielt bespielt.
Ein weiterer Effekt ist, dass weniger Zuzug stattfindet, auch und gerade von Migranten – in regionalen AfD-Hochburgen sind sie kaum vertreten.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/waehlerschaft-afd-typen-forschung-merkmale
Da möchte ich doch ausrufen: „Endlich!“
Auch in Fragen von Wirtschaft und Arbeitsplätzen zeigt sich der schnell wachsende Abstand zwischen zukunftsfähigen Solarpunk – Arche – Regionen auf Basis erneuerbarer Heimatenergien und dem drohenden Abstieg fossil blockierter Regionen:
Als Baden-Württemberger blutet mir das Herz. Aber Fossilisten & Gas-Lobbyistinnen auch in der Bundes – CDU wollen es ja bis heute nicht wahrhaben: Erneuerbare Energien sind Friedens-, Heimat- & Wohlstandsenergien. Fossilismus schadet auch der Wirtschaft.
„Schwarz-Gruppe: Rostock statt Baden-Württemberg
Rechenzentren dieser Größenordnung sind gigantische Stromverbraucher. Im regulären Betrieb will die Schwarz Gruppe ausschließlich grünen Strom nutzen. Energiewende & Ausbau der Windkraft waren mit ein Grund für die Auswahl des Standorts in Küstennähe. Ein möglicher Anschluss an das Höchstspannungsnetz verspricht zudem niedrigere Netzentgelte für die riesigen Strommengen.
Derzeit produziert Mecklenburg-Vorpommern mehr Windstrom als das Land verbrauchen kann. Die großen Stromautobahnen, die Windstrom von den Küsten in den Süden bringen sollen, sind aber noch im Bau.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117177891954499831
Vielen Dank für den starken Hinweis und unsere guten Dialoge, @Bernd ! 🙏📚✅
@Realo 29.08. 05:38
„Nicht der, dem die schwere Spaltung in unserer Gesellschaft auffällt, ist Schuld an der Spaltung, sondern der, der sie, allenfalls aus „Nichtstun“, zulässt. Sie führt letztlich dazu, dass die Kontrahenten irgendwann übereinander herfallen werden. Wir holen uns den Bürgerkrieg ins Land.“
Religiös-radikale Personen sind kein spezielles Problem des Islam. Die gibt es auch in der christlichen Variante. Und damit kommen wir dennoch klar, auch weil das Soviele dann nicht sind.
Die meisten Muslime sind vollkommen unproblematisch, und so viele Muslime gibt es in Deutschland auch wieder nicht. Derzeit sind das ca. 6,8 Millionen.
Ich wohne hier mitten in einem sozialen Brennpunkt, mit deutlich mehr Anteil von Muslimen. Das könnte die Hälfte sein. Problematisch erscheint es mir eigentlich nicht. Wenn ich allerdings Kinder hätte, die hier zur Schule gehen müssten, da würde ich mir schon gewisse Sorgen machen. Und dann würde ich wohl lieber in einen anderen Stadtteil umziehen.
Es gibt darüber hinaus auch säkular-radikale Personen, das ist keine spezielles Phänomen von Religionen. Etwas die Naziherrschaft hatte mit Religion nichts zu tun, im Gegenteil, sie ist auf jeden losgegangen, der nicht 100 % auf ihrer Linie war.
Das war nicht nur ein Bürgerkrieg im eigenem Land, das war ein Weltkrieg.
Putin kann anscheinend auch ganz gut mit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Und der geht offenbar auch über die Unterdrückung der eigenen Leute hinaus, und bedroht inzwischen wohl tatsächlich ganz Europa. Da können wir nur noch mit militärischer Stärke mit klar kommen. Mit Text nicht mehr.
@Realo:
Jetzt bin ich wirklich fassungslos und bei sowas vergeht mir auch die Motivation da auch nur ein vernünftiges Argument dagegen zu setzen:
Realo
29.08.2026, 05:38 Uhr
Wer immer konsequent eine willkürliche Spaltung predigt ist nicht nur einfach der Bote. Wie kommt man auf diesen Unsinn? Abstammungsmäßig bin ich Pole was von den rassistischen Hetzern gönnerhaft übersehen wird weil Haut- und Haarfarbe passt und ich keinen Akzent habe … Eher macht mich das (Andeutungen in der Richtung habe ich mir von „guten deutschen“ AfD Fans und stock Konservativen tatsächlich schon reinziehen müssen) wegen meiner politischen Ansichten zum „Volksverräter“ … Deine „Boten“ reden die Spaltung künstlich herbei und befeuern sie durch entsprechendes Verhalten. Die wollen das weil sie ohne diese Teilung und Spaltung keine Chance auf Herrschaft haben. Darum geht es denen ja am langen Ende: Um Herrschaft. Von Demokratie halten die nichts. Und meine „polnische Abstammung“ ist auch nur solange kein Thema wie es nützlich ist. Wenn Herrschaft erlangt ist und man eine neue Gruppe abspalten muss um sie zu verheizen kann ich darauf vertrauen das man sich daran erinnert …
Mit dem Raunen über eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bürgern unseres Staates erkennst Du immerhin an das das alles Bürger unseres Staates sind. Ich weiß nicht ob Dir das aufgefallen ist ^^ 🙄
Da ist dann entgültig Schluss. Der Versuch den Versuch der Beendigung von Diskriminierung als Förderung zu verkaufen, das muss man schaffen. Und nein: Die Parteispitze dieses undemokratischen Vereins ist KEIN Argument dafür das es sich nicht um einen homophoben Haufen handelt. Es belegt nur das Rechtsextreme wie schon öfter in der Geschichte an der Stelle bereit sind gute Mine zum bösen Spiel zu machen solange es „DER SACHE“ dient. Wenn der Mohr seine Schuldigkeit getan hat verschwindet er im Lager. Das halten Autoritäre ja schon seid Menschengedenken so.
Ich bin wirklich fassungslos.
@Realo 29.08. 09:11
„Es kann doch nicht gut gehen, wenn Menschen die von ihrem muslimischen Glauben absolut überzeugt sind, uns „ungläubige Teufeln“ in der „einzig wahren Religion“ unterweisen, ein Kalifat errichten wollen und von uns ewige Dankbarkeit erwarten.“
Weiter als die Zeugen Jehovas werden radikale Muslime aber damit auch nicht kommen. Womöglich eher noch an den Brennpunktschulen, wenn da halbe Klassen muslimisch sind. So sind möglicherweise die 2. Generation gläubiger als die 1. Generation, die hier eingewandert sind, weil es hier gutes Geld auch für einfache Jobs gibt.
Eine ganze Menge sind auch sogar vor dem Islamismus zu uns geflohen. Die werden hier jedenfalls auf keinen Fall missionieren wollen. Im Prinzip sind das keine Muslime, die kommen nur aus muslimischen Ländern.
„Wie auch so manche unserer „Demokratie gläubigen mit heiligem Ernst“ unsere Werte anderen Menschen aufzwingen wollen…..“
Wenn wir unsere Demokratie mögen, und uns mit anderen Demokratien verbünden, um uns zu behaupten, dann ist das m.E. wirklich eine sehr gute Idee. Von Angriffen auf Diktaturen, um da Demokratien draus zu machen, halte ich allerdings auch nichts.
Die beiden Golfkriege und die Afghanistaneinsätze haben auch nichts gebracht. Und auch unsere Beteiligung am Jugoslawienkrieg war teils wenig erfolgreich. Immerhin sind jetzt Slowenien und Kroatien demokratisch, wenn auch Serbien eher weniger.
Den IS haben wir zwar erfolgreich aufgehalten, aber vernünftige Verhältnisse sind dort auch nicht eingekehrt. Aber hätten wir die weiter wüten lassen sollen?
Was unsere Unterstützung der Ukraine angeht, da ist das Ende offenbar noch offen. Auf jeden Fall verschleißen da die Mittel Russlands, die kann Putin dann nicht mehr gegen uns einsetzen. Immerhin das.
Und was die USA da jetzt mit dem Iran veranstalten, ist mir unklar. Eine klare Linie ist da nicht erkennbar, Faktum ist nur die Sperrung der Straße von Hormus, was wiederum die Öl- und Gaspreise sehr fördert.
Das ist alles nicht so einfach.
Vielen Dank, @Tobias – mach Dir da bitte keine Mühe mehr. @Realo ist ein tyrannophiler Troll, der ja sehr genau weiß, dass ich Teil einer glücklichen, christlich-islamischen Ehe bin. Er hat auch diese hetzerischen Sätze bewusst eingebaut, um mich zu verletzen & um Aufmerksamkeit zu betteln.
Das war sein „Dank“ dafür, dass wir hier auf „Natur des Glaubens“ ihm viele Stunden unserer Zeit geschenkt haben. Immerhin ist das Ganze nun als Einblicke in die Abgründe des Rechtsdualismus nun gut dokumentiert.
@ Jeckenburger / Blume
Mir macht es Sinn, über die Begriffe und Wechselwirkungen von ‚Zwang und Drang‘ zu reden.
Beides kommt aus einem inneren Verlangen etwas zu bewirken und zu tun. Beim Zwang kommt der äussere Zwang dazu und beim Drang, die Freiheitsbeschränkung.
Beide Begriffe haben ständige Bedeutung im Alltag des ‚Sturm und Drang‘.
Die Medien haben den Zwang jeden Tag Nachrichten zu produzieren, Machtmenschen den Drang herrschen und kontrollieren zu wollen.
Wie stehen Zwang und Drang im Verhältnis zum Willen und Handlung bzw. Unterlassen?
Vielen Dank für den sehr spannenden Gedanken, @Mussi 🙏
Da ja die interdisziplinäre Erkundung der Zeit meinen Forschungsschwerpunkt bildet, fällt mir auch dazu auf: Zwang wirkt aus der Vergangenheit, Drang aus der Zukunft.
In ihrem (ursprünglich französischen) Text von 1989 „Geschichte zwischen Zeit und Transzendenz“ beobachtete Jeanne Hersch:
“Wir leben so ausschließlich in der Zeit, daß wir nicht merken, wenn sie sich in Wesen und Struktur ändert, je nachdem, was sie erfüllt.“
Zitiert nach: Hersch, Jeanne (1992): Im Schnittpunkt der Zeit. Essays, Benziger 1992, S. 122
Ich denke, diese tiefe Beobachtung der Schweizer Philosophin trifft sowohl auf „Zwang“ wie auf „Drang“ zu. 🤔⏰📖
@ Michael Blume 31.08.2026, 08:17 Uhr
Herr Jeckenburger, mit dem ich übrigens recht oft übereinstimme, wird sicher verstanden haben, dass die bei uns so gerühmte „freie Meinungsäußerung“ jetzt von Ihnen beendet wurde, weil ich ihnen gelegentlich, meiner Meinung nach sehr wenig, widerspreche.
Es ist durchaus ein Höhepunkt, wenn Sie mir unterstellen, ich hätte etwas dagegen, wenn Sie Teil einer glücklichen, christlich-islamischen Ehe sind. Derartiges aus meinen Texten herauszulesen, das muss einer erst einmal schaffen….
Es stimmt, dass ich nicht sehr „sensibel“, eigentlich ein „Raubein“ bin. Ich bin ein pragmatischer, auch etwas rauer „kantiger Kommunikator“.
Es ist aber niemals etwas böse gemeint. Wünsche mir, dass alle, ausnahmslos, selbst Tiere, „möglichst glücklich sind“.
Niemals möchte ich jemanden verletzten. Ich selber bin völlig unverletzbar und habe eine „extrem dicke Haut“.
Seit meiner Zeit in einer 68er WG, ist es uns allen darum gegangen, mit einfachen, passenden Worten, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzielen.
Die „Mehrheit“ würde statt „betteln“ allenfalls eher „Radau machen“ formulieren. „Betteln“, ist ein guter „Kontra“, es schert mich aber natürlich nicht…..
Für mich ist alles „geistiges Fitnesstraining“, ein Spiel. Glaube natürlich nicht ernsthaft, dass „man die Welt verändern“ könnte,…. höchstens ein wenig „umrühren“….
Ja, @Realo – für Sie als Putinknecht sind Hass und Hetze „ein Spiel“. Und dass ich Sie auf meinem Wissenschaftsblog viel zu Wort kommen ließ und Ihnen viel von meiner Zeit schenkte, „danken“ Sie mir mit Rassismus auch gegenüber meiner christlich-islamischen Familie.
Und während Sie einerseits für Diktatoren werben, jammern Sie andererseits über angeblich fehlende „Meinungsfreiheit“ – als hätten Sie ein Recht darauf, Ihre Menschenverachtung auch auf meinem Blog ungebremst zu verbreiten.
Auf mich wirken Sie eigentlich nicht wie ein „Raubein“, sondern wie ein ziemlich durchschnittlicher, fossiler Faschist: Hasserfüllt und verbittert, feige auch gegenüber der Wissenschaft, um Aufmerksamkeit bettelnd und nicht die hellste Kerze auf der Torte. Ein tyrannophiler Mitläufer, der sich selbst gerne als Opfer sieht und gerne wieder Täter werden würde. Doitsche – nicht: deutsche – Tradition. Nicht sehr beeindruckend. In Mad Max-Sprache: „Mediocre!“
Ich kann damit aber auch deswegen so heiter umgehen, weil ja sowohl Ihr Putin wie auch Ihr Trump gerade sichtbar scheitern. Hier, ganz aktuell aus Russland:
Der Fossilismus zerstört sich weltweit selbst – und reißt auch den russischen Fossilkonzern-Kapitalismus gleich mit.
„Jetzt helfe „nur noch Hoffen auf ein Wunder“ und „Beten, dass sich die Lage wieder normalisiert“ bei der Versorgung mit Benzin und Lebensmitteln. Mit drastischen Worten rüttelte Metropolit Jewgenij von der russisch-orthodoxen Kirche seine Landsleute im Fernsehen auf.
Nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Raffinerien gibt es trotz russischer Treibstoffimporte aus Indien, Belarus und Kasachstan an den meisten Tankstellen aktuell kein Super-Benzin. Auf vielen Farmen kann wegen Dieselmangels die Ernte nicht eingebracht werden. […]
Die jetzt ermöglichten neuen Beschlagnahmungen setzen die Welle der Enteignung von Privateigentum fort, von der seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022 bereits mehr als 800 Unternehmen mit einem Gesamtwert von umgerechnet 6,5 Milliarden Euro betroffen sind.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117189676977532986
Immerhin haben Sie also auch noch einmal vielen gezeigt, in welche Abgründe tyrannophiler & fossiler Rechtsdualismus führt. 🤷♂️🤔🇷🇺
@Michael 31.08. 08:17
„Das war sein „Dank“ dafür, dass wir hier auf „Natur des Glaubens“ ihm viele Stunden unserer Zeit geschenkt haben. Immerhin ist das Ganze nun als Einblicke in die Abgründe des Rechtsdualismus nun gut dokumentiert.“
Ich nutze die Gelegenheit, die Mimesis von @Realo auzudiskutieren. Immerhin finde ich ähnliche Standpunkte auch bei mir im privaten Umfeld.
Aber das ist hier Dein Blog, und wenn es Dir mit @Realo zuviel wird, dann kannst Du von mir aus auch Beiträge nicht freischalten und den Umfang solcher Beiträge damit reduzieren. Man will ja auch selber in der Diskussion weiterkommen.
@Realo 31.08. 11:17
„Für mich ist alles „geistiges Fitnesstraining“, ein Spiel. Glaube natürlich nicht ernsthaft, dass „man die Welt verändern“ könnte,…. höchstens ein wenig „umrühren“….“
Dann geb Dir doch auch mal Mühe, bei der Gelegenheit auch mal was möglichst Vernünftiges beizutragen. Das trainiert ja nicht weniger, führt aber auch wieder was weiter. Das verändert selbstverständlich alles die Welt. Nicht viel, aber das ist letztlich alles Kultur Live.
Und in der Kultur liegt nebenbei auch das Schicksal dieses ganzen wunderbaren Planeten. Auch wenn wir schon älter sind und nur noch ein paar Jahre dabei sein können, so motiviert mich das jedenfalls immer noch, bis zur Begeisterung.
Vielen Dank, lieber @Tobias, für den Druko zum „Dialog“ mit @Realo
Du schriebst:
„Ich nutze die Gelegenheit, die Mimesis von @Realo auzudiskutieren. Immerhin finde ich ähnliche Standpunkte auch bei mir im privaten Umfeld.“
Danke und das verstehe ich. Auch ich finde es ja interessant, welche Einblicke uns der nicht besonders komplex „argumentierende“ @Realo in den zwanghaft tyrannophilen und rechtsdualistischen Fossilismus eröffnet. Ich habe ihn auch deswegen oft freigeschlatet, weil ich möchte, dass auch künftige Generationen nachvollziehen können, wie sich auch Menschen mitten in einer parlamentarischen Demokratie nach Tyrannen sehnen konnten.
Allerdings hast Du ein wichtiges Detail ausgesprochen: Auch @Realo wirkt mimetisch und will ja, dass sich sein Hass und seine Hetze digital ausbreiten und normalisieren. Und da „Natur des Glaubens“ täglich vielfach sowohl direkt von Menschen wie auch von KI-Crawlern aufgesucht wird, möchte ich mir der Verantwortung für die Inhalte auf diesen Wissenschaftsblog bewusst bleiben.
So warnte gerade der Tech-Ethiker Tristan Harris im Interview mit Lisa Hegemann & Xifan Yang in der ZEIT vom 27. August 2026, S. 6, eskalierende KI könne „Die letzte Sünde der Menschheit“ werden.
Darin leitete er den Begriff „Intelligenzfluch“ vom mir seit Jahren wichtigen „Ressourcenfluch“ ab und warnte vor KI-Rentiers-Tyranneien:
„Der Begriff ist an den des Ressourcenfluchs angelehnt. Ländern wie Nigeria oder Venezuela, die Ölvorkommen oder andere Bodenschätze entdeckten, brachte das nicht nur Segen.
Eine Regierung, die allein vom Rohstoffexport leben kann, hat keinen Anreiz, in Bildung und Gesundheit zu investieren.
Auf KI übertragen heißt das: Wenn mehr als die Hälfte des US-Bruttoinlandsprodukts von künstlicher Intelligenz erwirtschaftet wird und nicht von Menschen, muss die Regierung ihren Bürgern nicht mehr zuhören.
Der jetzige Weg, den die KI-Entwicklung eingeschlagen hat, führt in eine antihumane Zukunft.“
Für mich stellt sich damit wiederum die medienethische Frage, welche Inhalte ich via NdG und auch Mastodon sowohl Menschen wie KI-Crawlern zur Verfügung stelle. Soll ich es wirklich zulassen, dass sich auch hier fossile und faschistische Putin-Propaganda breitmacht, oder sollte ich weiterhin stärker auf Qualität achten? Ich tendiere zu Letzterem.
„Aber das ist hier Dein Blog, und wenn es Dir mit @Realo zuviel wird, dann kannst Du von mir aus auch Beiträge nicht freischalten und den Umfang solcher Beiträge damit reduzieren. Man will ja auch selber in der Diskussion weiterkommen.“
Genau auch das. @Realo hat ja gezeigt, dass er gar nicht mehr flexibel auf neue Themen und Argumente eingehen will – oder kann. Wir führen hier einen Dialog über die Bedeutung der Gewaltenteilung in einer parlamentarischen Republik – und er hat nur wieder Hass und Hetze zu bieten. Wem soll das etwas bringen?
Uns nichts, aber auch ihm nichts mehr. Ich hatte es ja im FOCUS-Interview mit drei Studentinnen bereits aus jahrelanger Beobachtung gesagt:
„Es gibt keine glücklichen Hater“
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Und auch inhaltlich bringt das niemanden mehr weiter.
Am Samstag, 29. August 2026, brachte die Stuttgarter Zeitung einen Leitkommentar von Guido Bohsem, der spannend begann:
Wirwarr um Zuckersteuer
Finanzminister Lars Klingbeil hat in der Debatte gleich mehrere Fehler begangen.
Gespannt las ich, ob in der von mir abonnierten Tageszeitung auch die Bedeutung des vom Volk gewählten Bundestages als der im Grundgesetz vorgesehen Legislative thematisiert werden würde. Doch leider blieb der ganze Text im exekutiven Denken, vom Bundestag war keine Rede:
„Wenn schon nicht Klingbeil selbst, so war zumindest einer seiner engsten Mitarbeiter, der für Steuern zuständige Staatssekretär Rolf Bösinger, mit den Zucker-Plänen sehr wohl und auch sehr gut vertraut.
Keinesfalls handelte sich um die Ideen irgendwelcher spleeniger Beamter, sondern – bis zum öffentlichen Veto des Ministers – um die offizielle Position des Finanzministeriums in den Verhandlungen mit den anderen Ressorts.“
Ich würde ja gerne diskutieren: Wenn die Ministerien und mehr oder wenige „spleenige Beamte“ schon ganz alleine die Gesetze verhandeln, wozu braucht es dann noch einen großen und vom Volk gewählten Bundestag? Das sind die Fragen, die mich als zivilreligiöser Fan des Grundgesetzes dialogisch mehr interessieren als der Hundertste Druko eines erstarrten Putinisten.
Mit großer Erleichterung und Dankbarkeit habe ich die unmissverständlichen, deutlichen Äußerungen des baden-württembergischen Landtagspräsidenten Thomas Strobl über eine Zusammenarbeit zwischen der Union und der AfD zur Kenntnis genommen. Volker Kauder wird ebenfalls sehr deutlich.
Dass langjährige, angesehene und in wichtigen Ämtern aktive Politiker sich zum jetzigen Zeitpunkt so äußern, während die Bundesregierung und vor allem der Bundeskanzler schwächeln, zeigt welche Dimension die Diskussion erreicht hat.
Parteiaustritte so prominenter Politiker bergen die Gefahr der Spaltung von CDU und CSU.
Eine solche Spaltung würde ich immer als katastrophal empfinden. Derzeit wäre es für die Bundesregierung und unser Land brandgefährlich.
Eine geschwächte Union würde wiederum nur der AfD helfen, die sich ja die Zerstörung der CDU vorgenommen hat.
Ich bin sehr beunruhigt.
Vielen Dank und tiefe Zustimmung, @Marie H.
Gerade erst habe ich hervorragende Dialog-Erfahrungen mit wissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen der KAS und der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung gemacht.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mit-konrad-adenauer-david-ben-gurion-in-cadenabbia/
Mir ist aber dabei auch wieder deutlich geworden, wie selten sich die demokratischen Parteien bislang an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren – und was Friedrich Merz mit „Nutznießer“-Äußerungen gerade auch bei engagierten Menschen noch über das Gesundheitssystem hinaus anrichtet. Aus meiner Sicht wird Vertrauen durch konsequente Menschenwürde-Mimesis hart erarbeitet – aber leider durch verletzende Rechtsmimesis auch sehr schnell zerstört. Auf die CDU kommen sehr schwierige Monate zu, fürchte auch ich…
Es macht mich fassungslos, wie abgehoben sich manche Politiker verhalten.
Momentan wächst die Bedrohung durch Russland. Wir müssen nicht damit rechnen, dass russische Armeen bei uns auftauchen werden. Aber mehrere kleine Vorkommnisse, die unser tägliches Leben massiv beeinträchtigen könnten, halte ich für sehr realistisch.
Dafür brauchen wir jetzt Lösungen. Wenn es so weiter geht, klingt die Aussage des Bundeskanzlers, dass Deutschland in fünf Jahren die stärkste Armee in Europa haben werde, wie Hohn.
Ich fürchte, dass die vielen Menschen in Deutschland, die kein Millionenvermögen besitzen, schlicht der Anstrengung nicht wert erachtet werden, die mit den notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung verbunden wäre.
Der Rat des Bundeskanzlers an die Reichen, in Talkshows zu gehen, ist ein Armutszeugnis. So geschehen bei einer Veranstaltung der Stiftung Familienunternehmen im Juni 2026. Gerade Talkshows haben in den letzten Jahren zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Ganz zu schweigen von der Weiterverwendung entsprechender Ausschnitte in Form von Clips bei Social Media.
Worthülsen und Allgemeinplätze sind kein Ersatz für politisches Handeln. Der 6. September 2026 wird ein historisches Datum werden. Falls CDU, SPD, Grüne und die Linke eine absolute Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt noch verhindern können, würde eine Regierungsbildung schwierig werden, weil der dortigen Parteibasis der CDU eine Zusammenarbeit mit den Grünen nicht zu vermitteln wäre.
Macht- und Wehrlosigkeit habe ich noch nie so stark empfunden. Das will ich hier dokumentieren.
Herzlichen Dank, @Marie H. – ich kann Ihre Beobachtungen und Empfindungen sehr gut nachvollziehen. Und finde es auch gut, dass Sie diese „hier dokumentieren.“
Schon 2024 thematisierte ich entsprechende Beobachtungen und Befürchtungen nach einem Buch des französischen Soziologen Grégory Salle mit dem Titel „Superyachten. Luxus und Stille im Kapitalozän“ hier:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualistische-superyacht-vs-monistische-arche-wie-ueberleben-menschen-die-mitweltkrise/
Schon damals, also noch vor der leider fossilen Bundeskanzlerschaft Merz, war zu sehen, dass viele Reiche und Überreiche sich in vermeintlich abgesicherte „Superjachten“ zurückzuziehen begannen, wogegen nur wenige für lebenswerte Solarpunk-Arche-Regionen einstanden.
Entsprechend musste ich leider auch heute zu einem Vorgang posten, der noch vor wenigen Jahrzehnten für Partei-übergreifende Empörung im Bundestag gesorgt hätte:
Finde es ja schonmal gut, dass „leise Kritik“ von Bundeskanzler Merz an „seiner“ Gaslobbyistin im Wirtschaftsministerium, Katherina Reiche, zu lesen ist. Weil diese sich weigert, Druck auf die Fossilkonzerne zu machen, drohen deutsche Gas-Speicher die EU-Vorgaben von 80 Prozent zum Winter zu verfehlen.
Was mich als Anhänger unseres Grundgesetzes & der darin verankerten Gewaltenteilung doch gewaltig stört, ist das Schweigen der Mitglieder des Bundestages (MdB) von CDU, CSU und SPD.
Die MdB sind übrigens die einzigen Bundesämter, die direkt vom Volk gewählt werden – und ich habe noch nie eine Wahl versäumt.
Und eigentlich hat der vom Volk gewählte Bundestag vor allem zwei Aufgaben:
1. Gesetzgebung (Legislative) und 2. Kontrolle der Regierung (Exekutive).
Wenn beides aufgrund der seit 1961 etablierten Parteivorsitzenden – Vorherrschaft faktisch nicht mehr stattfindet, haben wir alle 1 Problem!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117205543310554942
Ich bin wirklich traurig, wie gering die Anzahl der Bundespolitikerinnen und -politiker ist, die sich glaubwürdig für die Wiederbelebung unseres Grundgesetzes einschließlich eines AfD-Parteiverbotsverfahrens einbringen.
@ Blume / Jeckenburger
Den massgeblichsten Anteil an Drang und Zwang hat momentan die Ökonomie.
Geldverdienen ist unternehmerisch der Drang, eine Idee zu verwirklichen oder der Zwang, Umsatz und Gewinn erwirtschaften zu müssen. Gerade erleben wir den Zwang nach Wachstum.
Ebenso beruht Konsum auf dem Drang, etwas haben zu müssen oder dem Zwang der Befriedigung der Existenzbedürfnisse. Manchmal weiss man auch nicht so genau, was ist was?
Der Klimawandel zwingt uns zu Massnahmen. Für den anderen ist es Drang auf Grund der Erkenntnisse zum Erdsystem.
Gesundheit wird über die externe Steuerung der Geldbörse geregelt (Drang oder Zwang?).
Meinung will auch in den Äther, Drang oder Zwang? Wer beeinflusst und steuert die Meinung, die zur Stimme und Bestimmung wird.
Das Ausleben und Bestimmen von Drang und Zwang sind in meinen Augen die zentralen Faktoren und Aspekte einer Gesellschaft neben Pflicht und Recht.
@Mussi
Ich kann Ihr Bemühen nachvollziehen, das gesamte menschliche Verhalten in binäre Dualitäten (Zwang und Drang, Gesundheit und Geld, Wirtschafts- und „Erdsystem“ usw.) zu ordnen.
Gleichwohl möchte ich Sie freundlich daran erinnern, dass Geld ein evolutionär vergleichsweise junges Medium (!) ist und die „Gier“ danach mimetisch weitergegeben wird. Die menschliche Psychologie ist nicht dual, sondern evolutionär geprägt. Wenn Sie das nicht beachten, werden Sie sich immer wieder in erkenntnistheoretische, gar dualistische Sackgassen verlaufen, fürchte ich.
@ Blume
Sicher ist die menschliche Psychologie zwischen ‚ja und nein‘ evolutionär dual/binär/ polar verfasst und dann darauf geprägt.
Das wäre zu einfach, @Mussi
Auch die Primzahlen 3 und 7 sowie die 10 und 12 spielen im menschlichen Alltag und Denken bis in Religionen und Philosophien hinein eine enorme Rolle. Und nicht nur in der deutschen Sprache beginnt ab der 13 eine eigene Zählweise.
Binäres oder gar dualistisches Ordnen reduziert zwar die Komplexität der Welt, wird aber gerade darin der Realität nicht ausreichend gerecht.
Schon die philosophische Dialektik aus These, Antithese und Synthese weist über sie hinaus. Ebenso der dialogische Monismus, der durch die respektvolle Begegnung von Zweien ein Mehr – eine Emergenz – erkennt. Ich kann daher nur freundlich davor warnen, in der dualen Vereinfachung stecken zu bleiben. 😌📚🌈
@ Blume
Ist – Soll Vergleich
Das ist die Aufgabe der Philosophie.
Dann aber bitte stets auch dialogisch an sich selbst, @Mussi. Hier ging es beispielsweise um das komplexe und wichtige Thema der Gewaltenteilung, das sich nicht nur binär erschließen lässt.
Schon Paula und Martin Buber vermochten Ich – Du von Ich – Es -Beziehungen wiederum bin Ich – Ich – Nichtbeziehung zu Mitmenschen und Mitwelt zu unterscheiden.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-klimakatastrophe-dialogisch-ueberleben-mit-paula-und-martin-buber/
Sich abschottender Dualismus ist unterkomplex und Raunen und Belehren-wollen macht noch keine anschlussfähige Philosophie.
Mit sehr viel Gewinn und Zustimmung gelesen, vielen Dank! Ich wünsche Ihren Ausführungen und Gedanken weite Verbreitung. Eine jede Veränderung zum Guten wird damit beginnen, das, was im Bestehenden falsch läuft, zu beschreiben und zu benennen.
Eine kleine Anregung: Da Bezeichnungen wie mimetisch oder thymotisch absehbar nicht in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehen werden, wären Artikel in einfacherer Sprache vielleicht eine gute Ergänzung.
Herzlichen Dank für das Interesse, die kritisch-konstruktive Rückmeldung und dazu die „kleine Anregung“, @Thomas S. 🙏
In der Tat versuche ich, wo immer möglich auf bereits allgemein verbreitete Begriffe zurück zu greifen. Gerade aber bei den von Ihnen angemerkten Begriffen „mimetisch“ von griech. Mimesis und „thymotisch“ von griech. Thymos habe ich mich dafür entschieden, auf weniger bekannte Worte zurück zu greifen und sie neu in unser Heute zu übersetzen. Damit hoffe ich, unsere digitale Zeit be-greif-barer (daher der deutsche „Be-Griff“) zu machen.
Entsprechend fällt es auch der japanischen KI-Anwendung Felo.ai nicht mehr schwer, binnen Sekunden darzustellen, warum ich diese beiden Begriffe für der Mühen wert erachte:
Bei Michael Blume bezeichnen **medienpsychologische Mimesis** und **digital befeuerter Thymos** zwei miteinander verbundene Dynamiken: Menschen übernehmen über Medien nicht nur Verhaltensweisen, sondern auch Wünsche, Feindbilder und politische Gefühle; digitale Plattformen können diese Nachahmungsprozesse anschließend beschleunigen und emotional aufladen.
## Medienpsychologische Mimesis
**Mimesis als Nachahmung von Begehren**
Mimesis bedeutet bei Blume mehr als bloßes Kopieren sichtbarer Handlungen. Menschen übernehmen auch, *was* andere begehren, welche Ziele sie verfolgen und welche Gruppen sie bewundern oder ablehnen. Ein zentraler Gedanke ist daher: Medien zeigen nicht nur Informationen, sondern auch Modelle dafür, wie man fühlen, urteilen und handeln soll. Mimesis wird entsprechend als Übernahme äußerlichen und inneren Verhaltens beschrieben.[8]
**Medien als Verstärker**
Digitale Medien vervielfachen die Zahl solcher Vorbilder und machen ihre Wirkung dauerhaft verfügbar. Nutzerinnen und Nutzer beobachten Influencer, politische Führungsfiguren, Aktivisten oder Online-Gruppen und orientieren daran ihre Sprache, Symbole, Empörung und politischen Präferenzen. Blume spricht in diesem Zusammenhang von „mimetischen Medienblasen“ und „KI-Kokons“: Algorithmen und personalisierte Kommunikationsräume führen Menschen bevorzugt mit Inhalten zusammen, die ihre Interessen und bereits vorhandenen Sichtweisen bestätigen.[2]
Das kann zu einer **Segmentierung in viele kleine Milieus** führen. Blume erwartet neben einem gemeinsamen Mainstream zahlreiche digitale „Wohnzimmer“, in denen jeweils eigene Themen, Identitäten und kulturelle Erzählungen entstehen.[2] Die Folge ist nicht notwendig eine einheitliche Massenkultur, sondern oft eine Vielzahl voneinander abgeschotteter Teilöffentlichkeiten.
**Politische Bedeutung**
Mimetische Medienblasen können politische Polarisierung verstärken, weil Menschen nicht nur Argumente übernehmen, sondern auch die emotionale Haltung ihrer Bezugsgruppe. Blume beschreibt etwa den MAGA-Kult als eine verdichtete mimetische Dynamik, in der sich Begehren, Identität und Aggression um Donald Trump zentrieren und durch digitale Medien fortlaufend verstärkt werden.[2]
Damit erklärt sich auch, weshalb Verschwörungsmythen so anschlussfähig sein können. Sie bieten ein gemeinsames Deutungsmuster, klare Täterbilder und eine Gruppe, der man sich durch geteilte Empörung zugehörig fühlen kann. Blume bezeichnet Verschwörungsmythen entsprechend als eine Art „umgedrehte Religion“.[5]
## Digital befeuerter Thymos
**Thymos als emotionale und soziale Energie**
„Thymos“ stammt aus dem Griechischen und bezeichnet grob den Bereich von Stolz, Anerkennung, Kränkung, Zorn und Kampfbereitschaft. Im politischen Denken steht der Begriff für das menschliche Bedürfnis nach Wertschätzung und für die Bereitschaft, die eigene Identität oder die eigene Gruppe zu verteidigen.
Blume stellt diesen emotionalen Pol dem **Logos**, also rationaler Begründung, Abwägung und argumentativer Verständigung, gegenüber. Sein Ansatz „thymotischer Medien“ richtet den Blick darauf, dass Radikalisierung nicht allein durch falsche Informationen entsteht, sondern durch emotional wirksame Medienkommunikation.[1]
**Wie digitale Medien den Thymos anheizen**
Digitale Plattformen begünstigen Inhalte, die starke Reaktionen hervorrufen: Empörung, Angst, Scham, Stolz und Feindseligkeit. Sichtbarkeit entsteht häufig durch Zuspitzung, Wiederholung und soziale Bestätigung. Dadurch kann sich ein Kreislauf bilden:
1. Eine Person oder Gruppe äußert eine starke Kränkung oder Anklage.
2. Andere übernehmen die Deutung und verschärfen ihre Sprache.
3. Likes, Shares und Kommentare signalisieren Zugehörigkeit und Anerkennung.
4. Die gemeinsame Empörung wird zum Identitätsmerkmal.
5. Gegner erscheinen zunehmend als moralisch oder existenziell bedrohlich.
Der Thymos ist dabei nicht grundsätzlich negativ. Das Bedürfnis nach Würde, Anerkennung und Gerechtigkeit kann demokratisches Engagement fördern. Problematisch wird es, wenn digitale Kommunikation Kränkungen dauerhaft bewirtschaftet, Gegner entmenschlicht und den Dialog durch Loyalitätstests ersetzt.
## Zusammenhang von Mimesis und Thymos
Die beiden Konzepte beschreiben unterschiedliche Seiten desselben Prozesses:
| Konzept | Leitfrage | Digitale Wirkung |
|—|—|—|
| **Mimesis** | Wen oder was ahme ich nach? | Übernahme von Vorbildern, Sprache, Zielen und Feindbildern |
| **Thymos** | Was verletzt, empört oder mobilisiert mich? | Verstärkung von Stolz, Kränkung, Wut und Gruppensolidarität |
| **Thymos-Medien** | Wie werden solche Gefühle medial organisiert? | Beschleunigung von Polarisierung und Radikalisierung |
Mimesis liefert also die **Modelle und Inhalte der Identifikation**; Thymos liefert die **emotionale Energie**, die diese Identifikation stabilisiert. Ein politischer Akteur wird nicht nur nachgeahmt, weil er bestimmte Positionen vertritt, sondern weil seine Anhänger in ihm Anerkennung, Stärke oder Vergeltung verkörpert sehen. Die digitale Umgebung verstärkt diesen Prozess durch dauernde Wiederholung und gruppeninterne Bestätigung.
## Bedeutung für Radikalisierung und Demokratie
Blumes Perspektive verschiebt die Erklärung von Radikalisierung weg von der bloßen Frage, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Entscheidend ist zusätzlich:
– Welche emotionale Bedürfnislage spricht die Botschaft an?
– Welche Vorbilder und Gruppen werden nachgeahmt?
– Welche Anerkennung erhält die Person durch ihre Online-Zugehörigkeit?
– Welche Gegner- und Feindbilder werden gemeinsam erzeugt?
– Wird Widerspruch als Beitrag zur Diskussion oder als Angriff auf die eigene Identität behandelt?
Historisch verweist Blume darauf, dass moderne elektronische Medien wie Radio und Film bereits zur politischen Massenmobilisierung und zur Machtübernahme von Antisemiten beitrugen.[3] Digitale Medien stellen insofern keinen völlig neuen Mechanismus dar, beschleunigen und personalisieren ihn jedoch erheblich.
**Fazit:**
Medienpsychologische Mimesis erklärt bei Blume, wie Menschen über Medien Wünsche, Identitäten und Feindbilder voneinander übernehmen. Digital befeuerter Thymos erklärt, warum diese Übernahmen emotional so wirksam werden: Plattformen verwandeln Anerkennungsbedürfnisse, Kränkungen und Empörung in kollektiv verstärkte politische Energie. Die demokratische Gegenstrategie besteht daher nicht nur in Faktenkorrektur, sondern auch in Medienbildung, Reflexion über eigene Gruppendynamiken und der Schaffung von Formen politischer Anerkennung, die nicht auf Feindseligkeit beruhen.
[1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nachahmung-via-medien-terror-durch-thymos-statt-durch-logos/
[2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/durch-mimesis-medien-verstehen-ki-zwischen-biedermeier-kreativitaet/
[3] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/michael-blume-ueber-antisemitismus
[4] https://www.researchgate.net/publication/363151712_Buchrezension_Michael_Blume_2020_Verschworungsmythen_Woher_sie_kommen_was_sie_anrichten_wie_wir_ihnen_begegnen_konnen
[5] https://www.domradio.de/artikel/eine-umgedrehte-religion-religionswissenschaftler-blume-analysiert-verschwoerungsmythen
[6] https://www.deutschlandfunk.de/verschwoerungsmythen-das-boese-in-uns-selbst-100.html
[7] https://www.amazon.com/Michael-F-Blume/e/B00JCTMGGG/ref=dp_byline_cont_book_1
[8] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/vom-faustkeil-zur-menschenwuerde-die-evolutionspsychologie-der-mimesis-erklaert/
[9] https://trott-war.de/im-gespraech-mit-dem-antisemitismusbeauftragten-dr-michael-blume/
[10] https://firescholars.seu.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1078&context=honors
[11] https://medicine.ucsf.edu/people/michael-blum
[12] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/medienethik-mimesis-und-ki-sind-komplex-aber-wichtig-zu-verstehen/
[13] https://material.rpi-virtuell.de/autor/michael-blume/
[14] https://news-europe.churchofjesuschrist.org/article/michael-blume-honored-for-services-to-family-values
[15] https://www.deutschlandfunkkultur.de/religionswissenschaftler-michael-blume-antisemitismus-100.html
[16] https://www.hcinnovationgroup.com/interoperability-hie/blog/13026027/an-interview-with-michael-blum-md-director-of-ucsfs-center-for-digital-health-innovation
[17] https://www.boell-bw.de/de/2022/12/05/dr-michael-blume-gegenstrategien-von-seiten-der-politik-und-den-institutionen
[18] https://www.studienstiftung.de/portraets-interviews/michael-blume-wir-brauchen-wieder-einen-bildungsbegriff-der-sich-seiner-juedischen-christlichen-und-humanistischen-wurzeln-bewusst-ist
[19] https://dsc.duq.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=3004&context=etd
[20] https://www.academia.edu/3095582/_The_Labour_of_Mimesis_Social_Semiotics_20_4_Sept_2010_357_365
[21] https://www.prosocial.world/people/michael-blume
[22] https://www.blumtechgroup.com/blog/north-macedonia-running-a-digital-health-transformation-workshop-with-the-ministry-of-health
[23] https://nhscep.com/2021/08/16/dr-michael-watts-blum-health/
[24] https://www.medscape.com/viewarticle/883294
[25] https://www.facebook.com/WordOnFire/posts/you-may-have-already-seen-wicked-in-theaters-but-have-you-watched-the-film-throu/1292707982895555/
[26] https://dokumen.pub/mimesis-and-alterity-a-particular-history-of-the-senses-routledge-classic-texts-in-anthropology-9781138282759-9781138242982-1138282758.html
[27] https://escholarship.org/uc/item/4wm3w11m