Verschwörungsfrage 7: Das Schicksal des kurdischen Judentums & Ezidentums

1938 verbündete sich deutsche Antisemiten unter Adolf Hitler mit arabischen Antisemiten unter Mufti Amin al-Husseini. 1940 unternahmen sie sogar einen Putsch in Bagdad, der zu den Farhud-Pogromen und dem Beginn der Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus dem Irak führte. Zunehmend griff der antisemitische Hass auch auf andere ethnische und religiöse Minderheiten wie die Kurden und Eziden über. Diese Podcast-Folge schaut in die Geschichte zweier Minderheiten und erinnert an unsere Verantwortung für die Flüchtlinge in Moria, Griechenland.

Wie immer findet sich die Folge als mp4 auf podigee und binnen weniger Stunden auf den einschlägigen Portalen wie Spotify, Deezer, iTunes und auf YouTube.

Den Text der Podcast-Folge finden Sie wie immer hier als pdf und im Folgenden als Blog-Fließtext.

Herzlich willkommen zur 7. Podcast-Folge von „Verschwörungsfragen“.

Wenn Ihr Leben von christlichen oder jüdischen Traditionen berührt wird, so hatten Sie in den vergangenen Tagen sicher mit Festtags-Eiern zu tun. Regelmäßige Hörerinnen und Leser dieses Podcasts kennen auch schon den Hintergrund dazu: Zum jüdischen Frühlingsmonat Nisan gehört das Pessach-Ei als Symbol des Lebens. So ging es auch in das christliche Ostern ein.

Am morgigem, dem „roten Mittwoch“ werden aber auch bis zu 200.000 Ezidinnen und Eziden in Deutschland bemalte Eier verschenken. Sie beziehen sich damit auf die noch älteren, gemeinsamen Wurzeln der drei Religionen im babylonischen Monat Nisannu. Hier galt das Ei als Symbol der Perle, aus der die ganze Welt erschaffen worden sei. Und so berichten es die heiligen Gesänge der Eziden, die Qawls, bis heute.

Doch der Rote Mittwoch des Jahres 2020 wird für die Angehörigen des Ezidentums in Deutschland auch ein trauriger Tag sein. Im Irak, in Syrien und in der Türkei vegetieren noch immer Zehntausende von ihnen in Flüchtlingslagern und -unterkünften, mehrfach bedroht von Armut, Covid19 und Diskriminierungen durch verschwörungsgläubige Mehrheiten, die ihnen vorwerfen, „Teufelsanbeter“ zu sein.

Und gerade erst letzte Woche wurde in Celle, Niedersachsen, der 15jährige Arkan Hussein Khalaf aus dem Irak während einer Fahrradfahrt von einem 29jährigen Deutschen niedergestochen und getötet.

Leider wieder vorschnell teilte die Polizei dazu mit, die Ermittlungen hätten „in keiner Hinsicht Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche oder politisch motivierte Tat“ ergeben. Doch von Henrik Merker publizierte Recherchen von ZEIT ONLINE ergaben schnell ein anderes Bild: Über gleich mehrere Social-Media-Accounts hatte der mutmaßliche Täter antisemitische und rassistische Verschwörungsmythen vor allem der QAnon-Digitalsekte befürwortet. Er bewegte sich damit im gleichen, digitalen Radikalisierungsraum wie zuvor auch der Täter von Hanau.

Es bleibt hier nur zusammen zu fassen, was schon in den Folgen 1 und 5 dieses Podcasts Thema war: Pathologischer Dualismus und Verschwörungsglauben können psychische Probleme – auch aus Drogenkonsum – sowie Rassismus und Gewaltbereitschaft befördern. Ein Bündnis von Celler Organisationen formulierte zur mörderischen Gewalt gegen den Jugendlichen daher meines Erachtens richtig, Zitat: „Psychische Erkrankungen sind kein Widerspruch für ideologische Motive.“

QAnon-Verschwörungsverkünder wie Xavier Naidoo können so einerseits einen fiktiven, weltweiten Teufelskult, der sich an Kindern vergreife, beweinen – und gleichzeitig tatsächlich leidende Flüchtlinge rassistisch herabwürdigen.

Die sogenannten Qultisten nehmen hier die gleiche Abspaltung vor, die mein Kollege und Freund, der Traumapsychologe Jan-Ilhan Kizilhan, auch bereits bei Befragungen von Tätern im Irak in der „Psychologie des IS“ und deren „Logik der Massenmörder“ vorgefunden hatte: Die emotional bekundete Sorgen um die „eigenen“ Familien verstärkt in Kombination mit regelmäßig antisemitischem Verschwörungsmythen den Hass und schließlich die Gewaltbereitschaft auch gegen die Kinder „der Anderen“.

Die in diesen Tagen zu hörende Klage von Ezidinnen und Eziden in Deutschland, sie seien doch vor dem sogenannten „Islamischen Staat“ geflohen und erlebten nun mitten in Europa ähnlichen Hass, enthält daher leider einige Wahrheit.

Denn die enge Verbindung zwischen deutschen und arabischen Verschwörungsmythen ist nicht nur psychologisch, sondern auch historisch verwurzelt: Obwohl nach der Rassenlehre der Nationalsozialisten eigentlich auch Araber zu den „Semiten“ im rassistischen Sinne zu zählen waren, ging Adolf Hitler ab 1938 zynisch auf Bündnisgesuche des antisemitischen, arabisch-sunnitischen Mufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, ein.

Dieser rief nicht nur zur Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sowie gegen politische Konkurrenten in Palästina auf. Er beteiligte sich auch massiv an der Verbreitung der antisemitischen Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“ in der gesamten, arabischen Welt. Al-Husseini unterstützte zudem 1940 in Bagdad den mit dem NS verbündeten, antisemitischen Putsch von Raschid Ali al-Gailani im Irak, bevor er schließlich 1941 vor britischen, kurdischen und monarchistischen Truppen über Rom nach Berlin floh. Als US-Präsident Donald Trump noch im Oktober 2019 seinen Bruch mit kurdischen Verbündeten damit begründete, diese hätten die Alliierten ja auch nicht im zweiten Weltkrieg unterstützt, lag er also auch historisch falsch: Kurden hatten im Irak gegen NS-Verbündete gekämpft.

Doch nicht nur im radikalen Islamismus, sondern auch im säkularen Nationalismus der Baath-Partei im Irak unter Saddam Hussein sowie unter der bis heute herrschenden Familie Assad in Syrien leben antisemitische, antikurdische und antiezidische Vernichtungsfantasien fort.

Auch noch der gegenüber dem Baath-Regime unkritische Besuch einer AfD-Delegation 2018 beim syrischen Großmufti Ahmed Badr al-Din Hassun wurde weithin als Anknüpfung an dieses Bündnis arabischer und deutscher Verschwörungsgläubiger verstanden.

Doch nicht nur der Antisemitismus, auch die Geschichte des Semitismus fordert uns zum Nachdenken auf. So verzweifeln derzeit rund 20.000 Menschen in dem griechisch-europäischen Flüchtlingslager Moria, das ursprünglich für gerade einmal 3.000 Flüchtlinge angelegt worden war. Moria bezeichnet nicht nur ein nahes, griechisches Dort, sondern in der hebräischen Bibel und der jüdischen, christlichen sowie islamischen Tradition genau jenen Berg, auf dem Gott das Kindesopfer von Abraham verhindert und auf dem Salomo den Tempel von Jerusalem errichtet habe.

Es ist schwer, die Zustände in Moria anders zu verstehen als eine direkte Anfrage an alle Religionen und Menschen in Europa: Wie haltet Ihr es wirklich mit den Menschen- und insbesondere Kinderrechten?

Wie steht es zum Beispiel um die Ideale der Bundesrepublik Deutschland, wenn sie in Zeiten von Covid19 Zehntausende Touristinnen und Touristen aus allen Kontinenten nach Hause holen sowie für den Spargel 40.000 Erntehelfer aus Rumänien einfliegen kann – aber bisher nur 50 – fünfzig! – Minderjährige aus Moria?

Müssen wir uns nicht gerade an Pessach, an Ostern und am Roten Mittwoch fragen lassen, ob dies wirklich schon genug sein kann? Und wenn Verschwörungsgläubige das reale, tausendfache Leid auch von geflüchteten Kindern ignorieren, um stattdessen bizarren Verschwörungsfantasien nachzujagen – was sagt dies dann über den Wert ihrer Mythen und Motive aus?

In dieser Podcast-Folge möchte ich daher die Geschichte des kurdischen Judentums und des Ezidentums erzählen. Dies ist auch die Geschichte von Arkan und seiner ezidischen, nach Deutschland geflohenen Familie aus dem von Antisemiten zerstörten Schingal.

Die hier vorgestellten Kenntnisse der Region und Religionsgeschichte stützen sich dabei nicht nur auf akademische Studien. Mein Team und ich konnten 2015/16 im Auftrag des Landes Baden-Württemberg in einem Sonderkontingent über 1.100 vor allem ezidische Überlebende der antisemitischen und antiezidischen Gewalt aus dem Irak evakuieren. Dazu gehörten auch die spätere Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad und weitere IS-Überlebende aus Kocho; dem gleichen Dorf, aus dem auch Arkans Familie stammt.

Von Florian Junne, Jana Denkinger und weiteren Tübinger Forschenden liegt inzwischen auch eine öffentlich zugängliche, wissenschaftliche Beschreibung und Evaluation dieses abgeschlossenen Projektes vor. Neben Landtag und Landesregierung fördert auch ein starkes Spenden- und Hilfsprojekt der Schwäbischen Zeitung aus Baden-Württemberg auch weiterhin humanitäre Projekte in Kurdistan-Irak.

Die wissenschaftliche Evaluation und Beschreibung des Sonderkontingents BW im Beltz-Verlag. Kurzfassung: Es hat funktioniert, kommunale Aufnahme helfen. Buch & Cover: BeltzJuventa

Kaum irgendwo gab es noch bis ins 21. Jahrhundert so viele verschiedene Religionen wie in den kurdischsprachigen Siedlungsgebieten der Region. Khanna Omarkhali nannte das lange Miteinander von Eziden, Juden, Christen, Sunniten, Schiiten und Aleviten, von Yaresan, Shabak und Bahai und weiteren noch 2013 ein „Reservoir der Religionen“. Im gleichen Sammelband zählte Birgit Ammann noch Zehntausende kurdische Jüdinnen und Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die letzte, kurdisch-jüdische Familie soll noch 2007 im kurdischen Sulaimaniyya gelebt haben.

Doch das deutsch-arabische Bündnis der Antisemiten ab 1938 und die folgende Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus dem Irak ab 1941 leitete auch den andauernden Niedergang der anderen religiösen und ethnischen Minderheiten in der Region ein. Einige – wie die Mandäer – sind bereits fast vollständig vertrieben, andere – wie die Christen, Eziden und Schabak – in ihrer jahrtausendealten Existenz bedroht.

Der jahrzehntelange Export von Öl und Gas haben vom Maghreb bis zum Iran und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion autoritäre, korrupte und regelmäßig antisemitische Rentiersregime an die Macht gebracht. Eine echte Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative, Judikative und Publikative gibt es in Ölstaaten kaum, sondern nur gewaltbereite Bündnisse von Ausbeutern, die alle Fehlschläge auf Verschwörungen zurückführen.

Miserable Bildungssysteme sowie immer häufigere Dürren und Wassermangel infolge des voranschreitenden Klimawandels haben seit den 2000er Jahren die Region zusätzlich destabilisiert. Radikale und antisemitische Gruppen vor allem in Syrien, im Irak, im Jemen, in der Türkei und im Iran gewinnen auch deswegen immer neue Anhänger. Angehörige kleinerer ethnischer und religiöser Gruppen werden daher auch nach der oberflächlichen Zerschlagung von Al-Qaida und des IS unter Verschwörungsvorwürfen weiterhin attackiert, vertrieben und ermordet.

Es gilt daher leider auch hier die kundige Warnung von Rabbi Lord Jonathan Sachs vor den Gefahren des antisemitischen Dualismus: „Der Hass, der mit Juden beginnt, endet nie bei Juden.“ Die europäischen Roma und Sinti und die orientalischen, religiösen Minderheiten haben dazu viele Lieder.

Das irakische wie auch das kurdische Judentum gehen bereits auf Deportationen von Jüdinnen und Juden unter Assyrern und Babyloniern zwischen dem 8. und 6. Jahrhundert vor Christus zurück. So erfolgte die erste Zerstörung des Jerusalemer Tempels auf Moria um 586 vor Christus. Auch nach dessen Wiederaufbau durch die Perser kehrte nur ein Teil der Nachfahren nach Israel zurück. So benennt das biblische 2. Buch der Könige, Vers 17,6 die Stadt Gosan am Habor, heute Tell Halaf im kurdischen Teil Syriens, als Siedlungsstätte für die Deportierten.  Der babylonische Talmud berichtet bereits von Arbela, dem heutigen Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan-Irak.

In seinem Buch „Der zerrissene Faden“ über das Schicksal der arabischen Jüdinnen und Juden schrieb Nathan Weinstock über den Irak sogar, Zitat (S. 274): „Im Jahr 1917 belief sich die jüdische Gemeinde Bagdads auf 80.000 der insgesamt 202.000 Einwohner der Metropole. Bagdad ist, wie Saloniki, sozusagen eine jüdische Stadt gewesen.“ – Zitat Ende ­–

Die kurdischen Juden sprechen teilweise noch heute aramäisch, ebenso wie die aramäischen Christen. Allerdings benutzten sie zum Schreiben das hebräische Alphabet, dessen besondere Bedeutung in Folge 2 dieses Podcasts bereits behandelt worden war. Zu ihren besten Zeiten gab es blühende, jüdische Gemeinden und Schulen in der ganzen Region inmitten nichtjüdischer Mehrheiten. Respektvolle Dialoge, Mischehen und gegenseitige Konversionen waren zwar nicht überall akzeptiert, aber auch keine Seltenheit.

Bis heute berufen sich viele Kurdinnen und Kurden stolz auf auch jüdische Vorfahren; andere verschweigen dies angesichts von wachsendem Antisemitismus jedoch lieber.

Auch unter islamischen Herrschenden konnten die jüdisch-kurdischen und jüdisch-arabischen Gemeinden im heutigen Irak lange bestehen. Allerdings wurden sie oft extra besteuert und diskriminiert. So befahl ihnen zum Beispiel Kalif al-Mutawakkil erstmals im 9. Jahrhundert das Tragen eines gelben Stoffstückes; den Vorgänger des Judensterns.

Während der Kreuzzüge kam es Anfang des 12. Jahrhunderts unter kurdischen Juden zu einer eigenen, messianischen Bewegung unter Menachem ben Suleiman al-Ruhi. Trotz des Scheiterns auch dieses Messias-Anwärters blieb er in Erinnerung. Der spätere, britische Premierminister Benjamin Disraeli schrieb 1833 den Roman „Alroy“ zu al-Ruhis Geschichte. Und die von kurdischen Juden gegründete Siedlung Elroy im heutigen Israel zwischen Haifa und Nazareth trägt bis heute seinen Namen.

Zu den Besuchern der Region um Mossul im turbulenten 12. Jahrhundert gehörte auch der jüdische Gelehrte Petachja von Regensburg, dessen Reisenotizen tradiert und ab 1595 in Prag gedruckt wurden.

Seine größte und letzte Blüte erreichte das kurdische Judentum im 17. Jahrhundert, als mit Arsenath Barsani eine kurdische Jüdin Tanna’it, Lehrmeisterin an der Yeshiva von Amadiya wurde. Das Grab der bedeutenden Gelehrten und Poetin blieb lange ein jüdischer Pilgerort. Vielen gilt sie heute als erste Rabbinerin der Geschichte; noch vor der Berlinerin Regina Jonas, die 1935 ordiniert und 1944 von den Nazis im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Und falls Ihnen der Name „Barsani“ etwas sagen sollte, so ist dies tatsächlich kein Zufall: Die sunnitischen Barsanis bilden den führenden, kurdischen Stamm der Region, der derzeit auch den Präsidenten und den Regierungschef von Kurdistan-Irak stellt. Selbstverständlich werfen ihnen Antisemiten gute Beziehungen zum Judentum und zu Israel vor.

Doch die Folgen des Druckverbots arabischer Lettern im Osmanischen Reich ab 1485 betrafen die gesamte arabische und kurdische Welt und alle Religionen. Die großen Stätten der Gelehrsamkeit erstarrten in medialem Traditionalismus. Die Macht der Bildung wanderte aus dem Orient in den Okzident, vom Morgenland in das Abendland, von Asien in die vor allem protestantisch geprägten Regionen Europas und Amerikas. Auch die Alphabetisierung der arabischen und insbesondere kurdischen Juden fiel zurück, viele verarmten.

Noch mit dem Scheitern und Zusammenbruch des NS-verbündeten Putschregimes kam es 1941 in Bagdad zu den mörderischen, antijüdischen Farhud-Pogromen. Obwohl die Mehrheit der Juden im Irak die Gründung des Staates Israel zunächst eigentlich ablehnte, wurden sie danach immer brutaler verfolgt und vertrieben; die letzten paar Tausend unter Saddam Hussein.

Heute berufen sich alleine über 100.000 Israelis auf jüdisch-kurdische Wurzeln, die zu den Mizrachim, den orientalischen Juden, gezählt werden. Einige weitere Tausend zogen nach Europa und in die USA. Auch sunnitische Kurden und Eziden im Irak zeigten mir wehmütig Bilder von Juden, die nach dem Sturz Saddam Husseins in den traditionellen, kurdischen Trachten wieder die Gräber und Stätten ihrer Vorfahren besuchten.

Wie der europäische Antisemitismus mit Verschwörungsmythen gegen die einst aus Indien gekommenen Roma und Sinti – dem Antiziganismus – verbunden wurde, so wenden sich arabische und islamische Antisemiten heute genozidal gegen nichtmuslimische Minderheiten.

Historisch geht das Ezidentum – wie mehrere weitere kleinere, religiöse Minderheiten der Region auch – auf uralte, zoroastrisch beeinflusste Stammesreligionen zurück. Im Laufe der Jahrtausende nahmen diese bis heute vor allem mündlich geprägten Traditionen jüdische, christliche und islamische Elemente auf, ohne ihre eigene Identität aufzugeben.

Der Fachbegriff für diese Aufnahme von Aspekten anderer Traditionen in die eigene Religion heißt „Synkretismus“ – und er ist völlig normal. Auch das Judentum wurde vom Zoroastrismus und den nachfolgenden Religionen beeinflusst, das Christentum entstand aus einer Verschmelzung jüdischer, griechischer und römischer Traditionen, der islamische Koran setzt die Kenntnisse der hebräischen Bibel sogar bereits voraus und so weiter. Wie gut es Religionen und Weltanschauungen schaffen, Gemeinsamkeiten zu finden und dennoch Unterschiede zu respektieren, das ist die Kernfrage des Zusammenlebens.

Viele Deutsche – auch ich – haben vom Ezidentum zuerst von Karl May erfahren, der sein Buch „Durchs wilde Kurdistan“ mit den Sätzen eröffnet, Zitat: „Wir kehrten von dem Besuche des Häuptlings der Badinankurden zurück. Als wir auf der letzten Höhe ankamen und das Thal der Teufelsanbeter überblicken konnten, bemerkten wir ganz in der Nähe des Hauses, welches dem Bey gehörte, einen ungeheuren Haufen von Reisholz, der von einer Anzahl von Dschesidi immer noch vergrößert wurde.“ – Zitat Ende –

Nun hatte Karl May das Heilige Tal Lalisch nie selbst besucht, sondern seine Schilderungen aus beliebten Reisebeschreibungen entnommen. Sein Ich-Erzähler Kara ben Nemsi – von ihm selbst als Karl, Sohn der Deutschen übersetzt – lernte jedoch bei den Jesiden immerhin den mörderischen Verschwörungsvorwurf der „Teufelsanbetung“ zurück zu weisen.

Denn das Ezidentum ist – wie das Judentum auch – streng monotheistisch: Es gibt nur einen Gott – im Ezidischen Ez da, „Gott schuf“ –, der auch über alle Engel gebietet. Entsprechend wird von dem Obersten Engel im Ezidentum, Melek Tausi, erzählt, er habe mit seinen Tränen die Feuer der Hölle ausgelöscht. Dualistisch von einem Teufel als einer Art Gegengott zum Einzigen Gott zu sprechen wird daher von Ezidinnen und Eziden als Beleidigung Gottes und der Engel gemieden.

Während in Mekka den Scheitan symbolisierende Säulen rituell gesteinigt werden, wurden mein Team und ich von Eziden im Tempel von Lalisch zu ihrem Brauch eingeladen, ein seidenes Tuch auf eine Glück bringende Steinsäule zu werfen. Das Böse wird im traditionellen Ezidentum nicht personalisiert, nicht angegriffen und schon gar nicht auf eine bestimmte Menschengruppe bezogen.

Die Verbindung der Religionen zeigt sich in den ezidischen Mythen vor allem im Symbol des Wassers. So sei die Arche Noah nach der Sintflut in Lalisch gelandet; auch schon Adam liege hier begraben. Auf christliche Vorläufer geht die auf die Schöpfung selbst verweisende, von Frauen bewachte „weiße Quelle“ zurück, mit dessen Wassern edizische Kinder getauft werden.

Tief im Berg findet sich die „Zemzem-Quelle“, die nicht zufällig nach jener in Mekka benannt ist: Als islamische Gelehrte ihren Kollegen Scheich Adi ibn Musafir im 12. Jahrhundert besuchten und um Wasser für die Gebetsreinigung baten, habe der Gastgeber mit einem Stock den Felsen berührt – und frisches Wasser aus Mekka sei geströmt.

In der islamischen Tradition gilt Scheich Adi bis heute als rechtgläubiger Sufi-Meister; im Ezidentum aber auch als Inkarnation des Pfauenengels Melek Tausi. Sein von islamischen Fanatikern mehrfach zerstörtes Grab in Lalisch wird bis heute von den Eziden behütet und geehrt.

Eine theologisch-mythologische Verbindung besteht bis heute: Viele islamische Sufis lehnten ebenso wie die Eziden den dualistischen Glauben an einen gefallenen Engel ab. So habe der Iblis des Koran aus guten Gründen den Befehl verweigert, sich vor dem Menschen niederzuwerfen. Klar also, dass arabische und dualistisch-islamische Antisemiten ganz ebenso wie deutsche und „qultistische“ bis heute sowohl Juden, Eziden und anderen Minderheiten der Region wie auch Sufis vorwerfen, sich mit dem Teufel verschworen zu haben.

In der näheren Region hat bisher alleine Armenien dem Ezidentum als eigenständiger Religion mit einem eigenen Tempel Sicherheit bieten können – nicht zuletzt verbunden durch historische, gegenseitige Beistände armenischer Christen und Eziden während der Verfolgungen durch die Osmanen, Jungtürken und auch kurdische Islamisten.

Auch in der Türkei wurde das Ezidentum nie als eigenständige Religion anerkannt und ist heute praktisch erloschen; dennoch werden ihre Grabfelder und Heiligen Stätten immer wieder geschändet. Zehntausende Ezidinnen und Eziden flohen daher vor den Diskriminierungen in den Westen und hier besonders nach Deutschland.

Im niedersächsischen Celle entstand eines ihrer ersten, europäischen Versammlungshäuser. Mit inzwischen rund 200.000 Menschen ezidischer Herkunft beheimatet Deutschland nach dem Irak die größe, ezidische Gruppe.

Denn auch in Syrien eskalierte die Gewalt arabischer, türkischer und teilweise auch kurdischer Antisemiten und führte zu bis heute anhaltenden Vertreibungen.

Im Irak hatte bereits Al-Qaida blutige Terroranschläge auf die religiöse Minderheit verübt. Im August 2014 stürmten schließlich Truppen des selbsternannten „Islamischen Staates“ die dortigen, großen Siedlungsgebiete der Eziden im Schingal und bedrohten sogar Lalisch. Ein besonders grausames Massaker an den Männern sowie die Versklavung von Frauen und Kindern verübten sie in Kocho; jenem Dorf, aus dem sowohl Nadia Murad wie auch der nun in Celle ermordete Arkan Hussein Khalaf stammen. Dass Eziden nun auch in Deutschland von Verschwörungsgläubigen bedroht werden halte ich für einen unerträglichen Gedanken, an den wir uns nicht gewöhnen sollten.

Mithilfe von 3D-Brillen haben Ryan D’Souza und sein Team von „Nobody is listening“ eine virtuelle Darstellung des vom IS zerstörten Dorfes geschaffen, die mich tatsächlich in die Region zurückversetzt hat. Ich hoffe sehr, dass Ryan im Laufe der Jahre viele Menschen erreichen und Kocho zu einem Denkmal der Menschlichkeit werden wird.

Denn kein Verschwörungsglauben richtet sich nur gegen eine ethnische oder religiöse Gruppe. Auch zahlreiche schiitische Muslime sowie der katholische Journalist James Foley und der jüdische Journalist Steven Sotloff wurden vom IS in den gleichen Wochen hingerichtet, in denen die Terrormiliz auch den Genozid gegen die Eziden eröffnete.

Der dualistische, antisemitische Verschwörungsglauben in der Region reicht dabei weit über den IS hinaus und wütet längst auch in Städten und Flüchtlingslagern.

Von den bis zu einer Millionen Ezidinnen und Eziden weltweit lebt nur noch etwa die Hälfte in den kurdischsprachigen Regionen, vor allem in Kurdistan-Irak.

Während es also absolut sinnvoll ist – und von Baden-Württemberg auch gefördert wird –, bestehende kurdische und ezidische Siedlungsgebiete durch humanitäre, wirtschaftliche und vor allem bildungsbezogene Projekte zu stabilisieren, sehe ich leider nur noch geringe Chancen für eine Wiederansiedlung vertriebener Ezidinnen und Eziden im Shingal. Es gibt zwar keine staatliche, sehr wohl aber eine gesellschaftliche Verfolgung auf Basis antisemitischer und antiezidischer Verschwörungsmythen. Und der Klimawandel schreitet vom Maghreb bis nach China bereits rapide fort und verwandelt früher blühende Landstriche in karge Wüsten.

Ich plädiere daher dafür, Ezidinnen und Eziden, die sich nicht strafbar gemacht haben, auch nicht mehr in ihre Herkunftsländer abzuschieben. Es ist humanitär falsch und politisch dumm, Menschen in Situationen zu schicken, in denen sie absehbar unter schlimmen Diskriminierungen leiden, zwangskonvertiert oder gar ermordet werden. Im mangels Nachwuchs bereits schrumpfenden Europa stärken rechtstreue Angehörige religiöser Minderheiten und besonders deren zunehmend gebildeten Kinder und Enkel dagegen die Gesellschaft, die Wirtschaft und nicht zuletzt die demokratische Kultur.

Ich meine: Bei humanitären Aufnahmeprogrammen sollte die Situation verfolgter Minderheiten und wiederum besonders von Frauen und Kindern besonders gewichtet werden. Sie integrieren und bilden sich im Durchschnitt besser und schneller als alleinstehende Männer.

Bereits 2015 haben wir aus dem Irak Bundesbehörden zudem vor dem medizinischen Wahnsinn gewarnt, den wir inzwischen sogar auf europäischem Boden zulassen: Langjährig überfüllte Flüchtlingslager bedrohen nicht nur die Gesundheit der Geflüchteten, sondern letztlich die gesamte Menschheit durch die Verbreitung von Krankheitserregern und Medikamenten-Resistenzen.

Der verbreitete Zynismus gegenüber dem Leid der Flüchtlinge ist daher nicht nur inhuman und politisch kurzsichtig, sondern auch ganz konkret gefährlich.

Deswegen unterstütze ich zum Beispiel die überparteiliche Initiative der Bundestagsabgeordneten Volker Kauder (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Thomas Oppermann (SPD) für die weitere Aufnahme verfolgter Ezidinnen und Kinder aus katastrophalen Flüchtlingssituationen.

Allerdings habe ich vielfach erleben und beobachten müssen, dass nationale Regierungen zu schwerfällig und bürokratisch sind und mit Rücksicht vor Umfragen und Wahlen gegenüber Rassisten und Antisemitinnen oft zu taktischer Feigheit neigen. Daher bin ich inzwischen davon überzeugt: Wenn Europa und konkret Deutschland ihre demokratischen Werte und Lehren aus der Geschichte erneuern wollen, dann müssen sie Regionen, Städten und Kommunen das Recht für die selbstbestimmte, humanitäre Aufnahmen von Flüchtlingen einräumen.

Gemeinderäte und Bürgermeister werden direkt vom Volk gewählt und wissen sehr genau, wieviel Integration und Bildung geleistet werden kann, wo Kindergärten, Schul- und auch Arbeitsplätze frei sind und wie sich bürgerschaftliche Netzwerke der Mitmenschlichkeit aktivieren lassen. Auch das Miteinander der Religionen findet vor allem im Alltag der Menschen vor Ort statt. Tatsächlich ist religiöse Vielfalt statt nur weniger, dominanter Gruppen einer der besten Wege gegen jede Form von Fundamentalismus und Parallelgesellschaften. Wer mit Bekannten, Freundinnen und Angehörigen verschiedener Herkunft und Religionen aufwächst und zudem noch Bildung erwerben kann, wird gegen die Versuchungen von Dualismus und Verschwörungsmythen zunehmend immun.

Der wunderbare, widerwillig anerkennende Reisebericht von Gideon Böss zu den Religionen Deutschlands zeigt, wie weit wir schon gekommen sind.

Die Demokratie selbst hat ihre historischen Wurzeln in der Selbstregierung von Kommunen; und wenn sie dort nicht mehr als wirksam erfahren und gelebt werden kann, scheitert sie. Umgekehrt geraten Rassisten und Antisemiten in jeder Stadt und Gemeinde in die Defensive, in der Bildung, Dialog und Integration beschlossen und gelebt werden.

Fast 30 Städte und Kommunen, die in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Frauen und Kinder aus unserem Sonderkontingent freiwillig aufgenommen haben, haben gezeigt, wie eine kluge, humanitäre Flüchtlings- und Migrationspolitik der Zukunft geht: Jenseits von unkontrolliertem Zustrom einerseits oder zynischer, dummer Generalabschottung andererseits. Sowohl linke wie auch bürgerliche, christliche und liberale Politikerinnen und Politiker sollten die Stärkung der kommunalen und direkt vom Volk ausgehenden Demokratien unterstützen können. Rassisten, Antisemitinnen und fake-besorgte Verschwörungsgläubige würden dagegen – Ort für Ort – in ihrer menschenverachtenden Niedertracht entlarvt.

Daher rufe ich die deutschen und europäischen Gesetzgeber auf, die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, die europäische Flüchtlings- und Migrationspolitik von den Kommunen her zu erneuern und zu steuern. Es liegt jetzt an unseren nationalen und europäischen Volksvertretern, ob Moria auf Dauer ein Schandmal des humanitären, politischen und auch medizinischen Scheiterns der Europäischen Union bleibt, oder ob künftige Generationen anerkennen werden, dass es gelernt hat und auch in der Krise an seinen Werten gewachsen ist.

Das Judentum und das Ezidentum gehören mit jeweils etwa 200.000 Menschen – von denen sich je nur ein Teil in Religionsgemeinschaften organisiert – längst zu Deutschland. Und in einem beeindruckenden Tempo erwerben viele Eziden und vor allem auch Ezidinnen höhere Bildungsabschlüsse, wenden sich gegen Gewalt auch in den eigenen Familien und fordern Reformen der überkommenen Kasten- und Eheregeln ihrer Tradition. Großartig engagierte Menschen ezidischer Herkunft wie die Baden-Württemberger Jan-Ilhan Kizilhan und Farida Abbas, die Saarländerin Adoula Dado, der Niedersachse und Aurora-Preisträger Mirza Dinnayi, die Journalistin und Hawar-Gründerin Düzen Tekkal, der Vorsitzende des Zentralrats Dr. Irfan Ortaç und die UN-Sonderbotschafterin Nadia Murad bereichern schon heute Deutschland und tragen zu einer besseren Zukunft der Menschheit, der Wissenschaften und Religionen bei.

Auch das von Dr. Zeynep Arslan wissenschaftlich beschriebene Beispiel des religionsgeschichtlich eng verwandten Alevitentums, das Traumata, Kastenregeln, erzwungene Endogamie, Patriarchat und Konversionsverbote in europäischen Städten bereits teilweise überwunden hat, darf uns für die weitere Entwicklung des Ezidentums in gebildeten und demokratischen Gesellschaften optimistisch stimmen.

Gerade auch Bildung, Wissenschaften und stärker werdende Frauen können mächtige Verbündete zukunftsorientierter Reformströmungen sein.

Und über seine Geschichte, seine Mythologie und reiche Kultur sowie seine lange Auseinandersetzung mit dem Dualismus hat die ezidische Religion auch Europa noch eigene Beiträge zur Überwindung von Rassismus, Antisemitismus und generell Verschwörungsglauben zu bieten. Ich finde: Wer ernsthaft für Menschen- und auch Kinderrechte eintreten will, sollte sich von der Geschichte auch des kurdischen Judentums und des Ezidentums und ganz konkret von Arkans Schicksal berühren lassen. Ich wünsche mir ein Deutschland, in dem Angehörige verschiedener Herkunft, Religionen und Weltanschauungen sicher leben, sich bilden können und auf der Basis gemeinsamer Werte in eine gemeinsame, friedliche und freie Zukunft gehen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bleiben Sie gesund!

Quellen:

Schreiner, Stefan (1991): Benjamin von Tudela; Petachja von Regensburg: Jüdische Reisende im Mittelalter. Dieterich

Omarkhali, Khanna (2014): Religious Minorities in Kurdistan: Beyond the Mainstream. Harrassowitz Verlag

Weltecke, Dorothea et al. (2015): Religiöse Vielfalt und der Umgang mit Minderheiten. UVK-Verlag

Kizilhan, Jan-Ilhan (2016): Die Psychologie des IS. Die Logik der Massenmörder. Europa-Verlag

Arslan, Zeynep (2016): Eine religiöse Ethnie mit Multi-Identitäten. Die europäisch-anatolischen Alevit_Innen auf dem Weg zur Institutionalisierung ihres Glaubenssystems. LIT Verlag

Atwan, Abdel Bari (2016): Das digitale Kalifat. Die geheime Macht des Islamischen Staates. C.H. Beck

Böss, Gideon (2016): Deutschland, deine Götter. Eine Reise zu Kirchen, Tempeln, Hexenhäuser. Klett-Cotta

Weinstock, Nathan (2019): Der zerrissene Faden. Wie die arabische Welt ihre Juden verlor. Ça Ira-Verlag

Otto, Friederike / Von Brackel, Benjamin (2019): Wütendes Wetter. Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme. Ullstein

Denkinger, Jana / Junne, Florian et al. (2019): Aus der Gewalt des “Islamischen Staates“ nach Baden-Württemberg. Evaluation des Sonderkontingents für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak. Beltz Verlag

 

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) & "Verschwörungsmythen". Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

47 Kommentare

  1. Das zumindest geschmückte Eier deutlich älter sind als das Judentum, sollte bekannt sein. Aus dem Kontext von Babylon kennt man diese schon aus der vordynastischen Zeit, ergo sie sind in Meopotamien so alt wie die ältesten Funde.
    Aus Afrika etc. kenn man ähnliches.

    Ob es spezielle Gerichte mit Ei im Akitu Fest in Mesopotamien gab, konnte ich auf die schnelle nicht herausfinden – halte das aber durchaus für denkbar. Damit wäre das Akitu Fest möglicherweise eine der Vorlagen für das jüdische Passah.

    Vielleicht ist Ihr Text auch nur missverständlich oder ich habe ihn falsch verstanden, aber für das alte Babylon gilt “”Hier galt das Ei als Symbol der Perle, aus der die ganze Welt erschaffen worden sei” sicher nicht!
    Das Ei war da sicher ein Symbol für das Leben, aber eine Theorie für die Erschaffung der Welt (~Universum) hatten weder die alten Mesopotamier noch die jüdisch/christliche Bibel. Diese beziehen sich in der Regel immer nur auf die Erde – vor allem auf die Trennung von Land und Meer oder Himmel und Erde.

    Soweit ich weiß, reicht die Geschichte der Jesiden nicht weit genug zurück, um auf die Anfänge des Judentums oder das Ausklingen der Babylonier zu verweisen – d.h. die Idee der Perle ist vermutlich VIEL neuer als das jüdische Passah und/oder seine babylonischen Vorlagen.

    • Vielen Dank, @einer, sowohl für die Bestätigung wie auch für die Rückfragen!

      Wie im Text geschrieben und gesprochen finden wir die “Perle” in den Schöpfungsmythologien der Region, die sich auch auf den alten, babylonischen Frühlingsmonat “Nisannu” beziehen – über das Ezidentum hinaus zum Beispiel auch in den eng verwandten Mythologien des Alevitentums. Wenn es jedoch gelingen sollte, den Ursprung des Weltenperle-Mythos regional und zeitlich sogar noch genauer einzugrenzen, wäre ich daran sehr interessiert – wegen der v.a. mündlichen Tradierung würde ich das kaum zu hoffen wagen!

      Spannend wäre dies wissenschaftsgeschtlich auch, weil ja u.a. George Lemaitre das Bild des Urknalls vom “kosmischen Ei” (!) herleitete. Woher genau er diese Metapher hatte, habe ich bisher nicht ergünden können.

      Zwischenfazit: Mit solchem Austausch macht Podcasten und Bloggen Freude und Sinn…

      Ihnen von Herzen Dank und alles Gute, bleiben Sie gesund!

  2. Vielen Dank, daß Sie hier auch auf das Flüchtlingslager (nicht nur) in Moira hinweisen. Das ist nicht nur humanitär eine Katastrophe, sondern auch in epidemiologischer Hinsicht Irrsinn, wie Sie richtig betonen.

  3. Arabischer Antisemit klinkt für mich wie jüdischer Nazi.

    Mir ist schon klar, dass der Begriff heute Judenhass bedeutet. Aber rein von der Bedeutung her sind die Araber ja auch Semiten, sogar mehr als die Juden die ja teilweise keine semitische Sprache mehr sprechen.

    • Nein, @Zoran Jovic – dass es sich bei „Semiten“ um eine vermeintliche „Rasse“ aus Juden und Arbarn handele, ist selbst ein rassistischer Mythos. Solange Sie das glauben, drohen Sie im Sumpf zu versinken…

      Die Folgen 2 und 3 gehen explizit auf das Thema ein.

      Ihnen Dank für Ihr Interesse, bitte bleiben Sie gesund!

        • Auch diese Definition halte ich für veraltet und problematisch, @Zoran Jovic – zumal sie auf selbst antisemitische Zuschreibungen zurückgeht. Hier dazu ein eigener Blogpost:
          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/1860-sprach-steinthal-von-antisemitismus/

          Warum nicht einmal hören und bedenken, was die Religionen selbst und hier insbesondere das Judentum zu Schem zu sagen hat? Schon im Talmud wird er als Begründer des alphabetisierten Lehrhauses gewürdigt – und auf Alphabetmedien begründen sich seitdem alle semitischen Religionen und Weltanschauungen.

          • Hallo Herr Blume!

            Spricht eigentlich etwas dagegen, statt “antisemitisch” einfach
            “antijüdisch” zu sagen? Träfe doch genau den Sachverhalt!?

            Ansonsten: Danke für die neue Folge! Ich habe hier schon einiges
            gelernt, über Osterbräuche, Inquisitoren, unseren Kalender …
            aber das Interessanteste an Ihrem Blog ist für mich die Erfahrung,
            jemandem, den ich politisch einem ganz anderen Lager zurechne
            (ich selber verorte mich sehr weit links “Ihrer” Partei), also daß ich
            Ihnen in Allem was Sie schreiben mal so rundheraus zustimmen kann!

            Viele Grüße und viel Erfolg!
            Sven

          • Hallo @Sven,

            vielen Dank für die Rückmeldung und Nachfrage!

            Tatsächlich trifft Antisemitismus – wie oben beschrieben und auch z.B. beim genialischen Jonathan Sacks zitiert – immer auch, aber niemals nur Jüdinnen und Juden. Antisemiten glauben ja praktisch immer an eine Weltverschwörung, zu der sich Juden mit anderen Gruppen – wie z.B. Sinti und Roma, Eziden, Wissenschaftlerinnen, Medien, Ärzten usw. – zusammenschließen. Insofern reicht der Antisemitismus tatsächlich über eine Abneigung gegen jüdisches Leben hinaus.

            Ausführlich dazu ist Folge 2, die auch den Hintergrund des Namens “Sem” und des Begriffes “semitisch” (er-)klärt:
            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-folge-2-warum-immer-die-juden-warum-immer-israel-antisemitismus/

            Ihnen herzlichen Dank für Ihr Interesse, das ist klasse – und bitte bleiben Sie gesund! 🙂

          • Und wie nennen wir ab jetzt die miteinander verwandten Sprachen, die wir bislang als die „semitischen“ bezeichneten? Das Phänomen ist nun mal da.

  4. Antisemitismus ist aber auch ein bescheuertes Wort in diesem Zusammenhang.

    Mir ist aber klar, dass Antisemitismus als Hass auf die Juden definiert ist. Rein von der Wortbedeutung würde dieser Hass die Araber ja mit einschließen. Antijudaismus passt auch wieder nicht, da dort jeder Jude der zum Christentum übertritt kein Problem mehr hat. Weil Jude religiös und nicht rassisch definiert wird.

    Aber arabischer Antisemit klinkt für mich ähnlich bescheuert wie jüdischer Nazi.

    Aber das ist nicht deine Schuld Michael, sondern Schuld der deutschen Sprache.

  5. „Spannend wäre dies wissenschaftsgeschtlich auch, weil ja u.a. George Lemaitre das Bild des Urknalls vom “kosmischen Ei” (!) herleitete. Woher genau er diese Metapher hatte, habe ich bisher nicht ergünden können.“

    Mit der „Theorie für die Erschaffung der Welt (~Universum)“ war @einer schon ziemlich nah dran. Beim Kosmischen Ei (Uratom) handelt es sich nämlich um eine Anspielung auf das Weltenei, das in den Weltentstehungsmythen verschiedener Völker eine Rolle spielt.
    „Nach modernen kosmologischen Modellen war vor 13.8 Milliarden Jahren die gesamte Masse des Universums in einer gravitativen Singularität komprimiert, dem sogenannten Kosmischen Ei, von dem aus sich das Universum bis zu seinem heutigen Zustand entwickelte (durch den Big Bang).“

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltenei

  6. Zu den Yeziden:

    In der Tat ist das kurdische Yezidentum eine alte vor-islamische indoeuropäische Religion, die wohl einerseits auf die alte babylonische Religion mit dem höchsten Gott Marduk zurückgeht (welcher auch religionsgeschichtlich gesehen dem Erzengel Michael entspricht bzw. mit diesem religionshistorisch verwandt ist) und andererseits auch Elemente aus dem Parsentum bzw. Zarathustrismus bzw. Zoroastrismus nach dem monotheistischen persisch-medischen Propheten Zarathustra bzw. Zoroaster aufgenommen hat.
    Und in der Tat ist der Vorwurf des Satanismus in 99 % aller Fälle klar und deutlich zurückzuweisen. Dennoch gibt es leider auch in diesem Bereich und in dieser Religion einige ungute Fehlentwicklungen und dekadenten und degenerierte Abspaltung und Sekten. So gibt es etwa eine spezielle yezidische Gruppe oder Sekte, die als einen der 7 verehrten Engel Gottes bzw. Erzengel oder auch Planeten-Engel den als Dämon im Judentum und Christemtum und Islam geltenden gefallenen Engel Azazel verehrt. Der mythologisch dem Prometheus Mythos verwandt ist – bzw. das negative dämonische und damit destruktiv und dekadent wirkende Gegenstück zu Prometheus oder auch meines Wissens nach dem ägyptischen Gott Thoth bildet oder eventuell auch zu dem griechischen Hephaistos und ägyptischen Ptah. Leider verfallen viele Kulte irgendwann der Dekadenz und Irrationalität und Unvernunft und dem Fanatismus und der Gier nach Macht und Geld und Süchten und degenerieren dann leider ins Negative und Dekadente und Dämonische und werden zu destruktiven Kulten. Siehe dazu etwa auch Klagemauer.TV aus der Schweiz und Pravda.TV oder diverse Aufklärungs-Seiten über Sekten und das internationale Nexus-Magazin zum Pädophilen und Satanisten Aleister Crowley mit seinem rituellen Kindesmissbrauch als Begründer des Ordo Templi Orientes bzw. O.T.O. und zum Dutroux-Kinderschänder-Skandal in Belgien in den 90er Jahren und zu diversen Pädophilen-Netzwerken und auch Menschenopfern im echten Satanismus. Es gibt auch Forschungs-Stellen und Aufklärungs-Seiten und Sekten-Beratungsstellen der Bundesregierung zum organisierten Satanismus und Pädophilie und Päderasten und rituellem Kindesmissbrauch und Kinderschändung und Pädophilen und Opfern von Satanismus und Pädophilen und Pädophilie und Päderasten und rituellem Kindesmissbrauch und so weiter.

    • Also gehen Sie davon aus, @Thomsen, dass „eine spezielle Gruppe“ der Eziden tatsächlich den Teufel anbete – und ihm Kinder opfere, @Thomsen? Ihnen ist schon klar, dass Sie sich hier islamisch verbrämten Verschwörungsmythen sehr dicht angenähert haben? 🤔

    • Wolfgang Thomsen
      14.04.2020, 20:11 Uhr

      Wie Sie jetzt den Bogen schlagen von Marduk und Thot zu Dutroux, das geht mir jetzt zu schnell 🤔

    • Dass Marduk dem Erzengel Michael entsprechen soll oder vice versa, halte ich für ein schwer haltbare Behauptung – eher für Esoterik.

      Marduk war anfangs wohl eher eine lokale Sonnengottheit. Da er aber aus politischen Gründen mit Enki (Ea) verbunden werden musste, verlor er diesen Aspekt. Auch hätte er vermutlich nicht gegen die beliebte Sonnengottheit Shamash / Utu durchgesetzt werden können. Ea/Enki dagegen war anfangs vor allem im Süden (Eridu, Uruk, Ur) bekannt und daher weit weg.
      Ea/Enki hatte neben den Attributen der Weisheit vor allem auch die Rolle des Schöpfergottes – schon bevor Babylon eine signifikante Rolle spielte.
      Der biblische Erzengel Michael ist nur wenig genau beschrieben, erscheint aber eher als Shutz”gott” oder kleinerer Kriegs”gott”, aber ganz sicher kein Schöpfer!
      Michael ist keine andere Ausdrucksweise für Marduk, sondern deutlich als Hebräisch erkennbar. Hebräisch wäre Marduk eher Marodach.

      • Die einzige Stellen, die den bibl. Engel Michael mit Marduk gleichsetzen, kommen aus dem Kontext von Steiner und seiner “Anthroposophischen Geisteswissenschaft”.

        Das ist Esoterik pur! UND auch noch rassistisch uvm.

  7. Guten Tag Herr Blume,

    ich habe leider nicht Ihren kompletten Artikel gelesen. Das tut mir leid. Aber einige Fragen und Kommentare habe ich mir aufgeschrieben. Diese möchte ich mit Ihnen teilen.

    Ich bin diplomierter Physiker und 38 Jahre alt. Tunesischer Abstammung und in Deutschland geboren.

    Extremismus und ganz besonders das verachten vom Fremden und vom Leben allgemein sind doch der eigentliche Skandal in unseren wohlhabenden liberalen Gesellschaften.
    Den Arabern und den Muslimen zu unterstellen das diese per-se antisemitesch sind, ist nicht korrekt. Der Araber/Moslem Sekulär oder radikal aber leider Anti-Semitesch.. Araber SIND semiten nicht Anti-Semitesch.
    Auch den Großmufti der Al-Quds-Moschee im selben Atemzug wie Adolf Hitler zu erwähnen finde ich seltsam..
    Mir stelllt sich auch die Frage warum die Rolle der Briten und der Deutschen als Kolonialmächte in der Region grundsätzlich unerwähnt bleiben. In einer Region in der über Jahrtausende ALLE Religionen friedlich miteinander lebten..

    Zu guter letzt, Das Ei gibt es auch im Islam. Meine Großeltern (Muslime) kochten im Monat Rajab nach dem Mondkalender das Ei als Bote des Monats Ramadan in Wasser und dies wurde dann gegessen (mit Kouskous).

    • Guten Morgen, Herr Medini!

      Vielen Dank, dass Sie zumindest begonnen haben, sich ernsthaft mit dem Thema Antisemitismus zu befassen! Wie Sie sehe ich in Bildung und Wissenschaften eine große Chance.

      Mir scheint, hier bestehen noch zwei wesentliche Mißverständnisse:

      Erstens bin ich selbst Teil einer interreligiösen Familie auch mit muslimischen Angehörigen. Und wenn ich zum Beispiel in Folge 6 ausdrücklich von den langen Traditionen christlichen Antisemitismus schreibe und spreche, so besage ich damit keine Sekunde, dass alle Christinnen und Christen Antisemiten wären. Ganz ebenso verhält es sich mit deutschem, arabischem, islamischem oder linkem Antisemitismus.

      Hier – und an vielen anderen Stellen, auch auf diesem Blog – kläre ich auch gegen antimuslimische Verschwörungsmythen auf:

      https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/meldung/pid/warnung-vor-verschwoerungsmythen-zu-pessach-und-ramadan/

      Ihr Kommentar legt nahe, dass auch Sie noch glauben, bei „Semiten“ handele es sich um eine „Rasse“ aus Juden und Arabern. Das ist aber schlichtweg falsch: Der sowohl in der Thora wie auch im Koran gewürdigte Noahsohn Schem steht symbolisch schon in der jüdischen Auslegung als der erste Gründer eines alphabetisierten Lehrhauses. Alle semitischen Religionen begründen sich auf Heilige Schriften auf Basis des Alphabetes.

      Dazu finden Sie hier eine eigene Folge:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-folge-2-warum-immer-die-juden-warum-immer-israel-antisemitismus/

      Ihnen vielen Dank für Ihr Interesse, bleiben Sie gerne dran und mit Ihren Lieben gesund! 🙂

    • Der Antisemitismus meint eigentlich Antijudaismus oder Judenfeindschaft und ist sehr eng mit dem christlichen Antijudaismus verwandt. Die Trennung ist eher künstlich, denn schon der frühe christliche Antijudaismus hat durchaus mit “Rasse” argumentiert, wenn es z.B. um Judenchristen versus “richtigen” Christen ging.

      So gesehen ist der Ausdruck Antisemitismus sehr unglücklich gewählt. Araber etc. werden keine Opfer des Antisemitismus. Natürlich können Araber aber Opfer von Rassismus werden.

      Im Islam ist der Antisemitismus oder Antijudaismus leider weit verbreitet. Dazu tragen die Regierungen des Iran etc. nicht unerheblich bei.

      Die Ursachen sind auch da vielfältig. Wie in der Bibel findet man auch im Koran abfällige Aussagen über “Falsch”gläubige und auch über Juden. Und genaus wie aus der christlichen Bibel kann man auch aus dem Koran einen religös motivierten Antijudaismus herauslesen. Bei den Christen gipfelte das u.a. in den Aussagen Luthers über die Juden … und den Schrecken des 3. Reichs.

      Aus religiöser Sicht ist das Problem hier einmal, dass die drei Religionen konkurieren und zum Teil auseinander hervorgegangen sind. So ein Shisma oder eine Abtrennung geht in der Regel gerade bei Religionen nie friedlich, sondern wird von Diffamierungen etc. begleitet.

      Ähnliches kennt man z.B. aus dem Mittelalter und den Katholiken versus Reformern / Protestanten. Diese innerchristlichen Konflikte waren sehr blutig, obwohl alle Beteiligten ja dem angeblich liebenden Gott folgen wollten.

      Zusätzlich haben die Allierten im 1. und 2. Weltkrieg noch jede Menge Schaden in der Region angerichtet, was zu der aktuell verfahrenen Situation geführt hat.
      Das hat die Judenfreindschaft zumindest in der Region sicherlich noch deutlich angefacht.

      • Was den Begriff “Antisemitismus” angeht, bin ich ein Stück weit anderer Meinung, @einer. Antisemitismus als Verschwörungsglaube ist eng mit der Expansion von Alphabetschrift und Bildung verbunden – also genau mit jenen Aspekten, mit denen die jüdische Überlieferung “Sem” bzw. Schem verbunden hat und verbindet. In diesem Sinne halte ich den Begriff – wenn er von rassistischen Irrtümern befreit wurde – für sehr geeignet, vgl.
        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-folge-2-warum-immer-die-juden-warum-immer-israel-antisemitismus/

        • Sie meinen ohne den christlichen Antijudaismus hätte es einen “modernen” Antisemitismus geben können?
          Ich denke fast 2000 Jahre Prägung auf Judenhass hat zumindest in Europa ganz sicher Spuren hinterlassen.

          Die innerjüdische Interpretation von Shem halte ich für zumindest historisch für schwierig und für den typischen Antisemiten auch völlig irrelevant – das dürfte in der Regel weit jeseits dessem Horizont liegen.

          Semitismus als eingeständigen Begriff, wie Sie ihn verwenden, kenne ich so nicht und er macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn.
          Antisemitismus ist im Prinzip Judenhass, also muss das Gegenteil die Liebe zu den Juden sein und keine Achtung vor Bildung.

          Das es die Juden so oft trifft hat viele Gründe.
          In der Europäischen Geschichte nach der Christianisierung waren sie die Minderheit, die man religiös (biblisch!) begründet für alles Schlechte verantwortlich machen konnte. Und das tat die Kirche auch. (perfide Juden, Brunnenvergifter usw.)

          Das scheinbar viele Juden in der Wirtschaft viel Einfluss besitzen hat seinen Ursprung in Berufsverboten für Juden. So wurden die Juden gezwungen noch viel mehr für die Bildung zu tun, um so im (Geld)handel Fuss fassen zu können. Auch hier hat die Kirche ganze Arbeit geleistet.

          Durch die zweite “Landnahme” durch die Allierten (Israel) wurden die Juden natürlich neben den christlichen westlichen Ländern ein Hassobjekt für die nichtjüdischen “Nachbarn”.

          Wobei man nicht vergessen sollte, dass die Nächstenlieben in der Bibel in der Regel nur die Liebe zu Religionsbrüdern meint.

          • Ach, @einer – es ist okay, wenn es nicht Ihr Fach ist. Auch andere Gruppen wie Roma und Sinti wurden diskriminiert und verfolgt, ohne „im (Geld)handel Fuss zu fassen“. Hochkulturen wie China erfanden Papier und Buchdruck, konnten es aber wegen der vielen Schriftzeichen nicht vergleichbar nutzen. Und dass Sie die babylonische Mythologie ganz arg wichtig finden, die Selbstaussagen der jüdischen Auslegung aber als irrelevant abtun – okay.

            Ich denke, die Argumente sind ausgetauscht und wünsche Ihnen alles Gute. 🍀👍

          • Wobei man nicht vergessen sollte, dass die Nächstenlieben in der Bibel in der Regel nur die Liebe zu Religionsbrüdern meint.

            Scharfer Einspruch. Jesus wird gefragt „Wer ist mein Nächster?“ Und erzählt als Antwort die Geschichte vom Barmherzigen – Samariter. Ferner konnte einer dem Juden nicht stehen, dem hier geholfen wurde.

  8. @Semiten und Migranten

    Bei Wikipedia steht:
    „Als Semiten werden (historische) Völker bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen und sprachen. …. Der Sammelbegriff „Semiten“ als Bezeichnung einer Völkerfamilie gilt inzwischen als ungenau und überholt, insbesondere auch aufgrund seiner Verwendung in rassistischen Kontexten.“

    Soweit ich Herrn Blume richtig verstehe, geht es beim Semitismus aber vor allem um Bildung. Die alphabetisierten Überlieferungen, das Studium derselben, die Auseinandersetzung mit den Inhalten und ein Bewusstsein von Toleranz im Sinne, dass wir alle am Himmelreich teilnehmen können, unabhängig von den jeweiligen Details des eigenen Glaubens. Das steht eigentlich für Semitismus.

    Und damit richtet sich Antisemitismus nicht gegen eine fremde Rasse, sondern gegen jede Kultur von Bildung, Toleranz und wirklichen menschlichen Fortschritt.

    Entsprechend ist es als Bereicherung zu verstehen, wenn wir hier weltoffene und tolerante Verfolgte bzw. Semiten in Deutschland aufnehmen. Das sehe ich nicht anders. Ich bin angesichts dieses Blogbeitrages positiv überrascht, welche Vielfalt von alten Religionen innerhalb und auch jenseits des Islam im Nahen Osten zuhause ist. Leider sind die auch aktuell von Verfolgung bedroht.

    Nun muss ich aber auch feststellen, dass unter den hier Eingewanderten auch Extremisten und zumindest intolerante Vertreter sind, die mich jetzt persönlich eigentlich als „ungläubiges Arschloch“ betrachten, auch angesichts dessen, dass ich noch nicht mal Christ bin. Über die freue ich mich nicht. Ich wohne hier in der Dortmunder Nordstadt mitten in einem Sozialen Brennpunkt, und bin hier als Deutschstämmiger deutlich in der Minderheit.

    Sehr viel interessanter wäre es darüber hinaus, wenn die Einwanderer hier besser Deutsch könnten. Bei aller Willkommenskultur wird hier Deutschlernen leider kaum gefördert. Bei mir im Haus wohnte eine indische Familie, die richtig gut Deutsch konnte, aber die anderen Nachbarn mit Migrationshintergrund können fast gar kein Deutsch, und ich weiß auch nach 8 Jahren nicht mal, wo die überhaupt herkommen. Vom Aussehen und vom Namen her irgendwie aus dem arabischem Raum jedenfalls.

    Auch wenn man sich hier in der U-Bahn mal unterhalten will, stößt man meistens schnell auf Sprachbarrieren. Meine Mitbürger aus besseren Stadtteilen fahren meist mit dem Auto und nicht mit der U-Bahn, und die wenigen Migranten die da wohnen, sind meist gut gebildete und erfolgreiche Vertreter. Wer in den besseren Stadtteilen wohnt, hat ein ganz anderes Bild von Migration, als wie es sich hier vor Ort präsentiert. Genau dahin ist die indische Familie hier aus dem Haus dann auch hingezogen. Damit die inzwischen bald schulpflichtige Tochter nicht hier in die Grundschule muss, dass wäre bei 90% Mitschülern mit mangelnden Deutschkenntnissen sicher kein guter Start in die Schulkarriere.

    Die Sprachbarrieren fördern dann auch die Subkulturen. Wer sich mit den Deutschen Gastgebern nicht unterhalten kann, sucht sich dann praktischerweise Freunde und Bekannte mit derselben Muttersprache. Insbesondere die türkischen Mitbürger werden da schnell fündig, und haben sich hier eigene Kulturalternativen in fast allen Bereichen aufgebaut. Wenn die auch in der 2. und 3. Generation unter sich bleiben, und den eher intoleranten Glaubensvarianten anhängen, hat das ein gewisses Problempotential, finde ich.

    Ein recht eigenwilliger Bekannter von mir zieht sich gerne Frauenkleider an, und da in dem besseren Stadtteil, wo der wohnt, kann der damit auch rumlaufen. Wenn der sich so hier in der Nordstadt blicken lässt, riskiert er eine Tracht Prügel oder zumindest blöde Sprüche, wenn er den Homophoben hier zu nahe kommt. Naja, man muss hier nicht in Frauenkleidern rumlaufen, aber nett finde ich das nicht mehr.

    Neben den Verfolgten importieren wir teilweise auch die Verursacher der Verfolgung.

    • Ja, @Tobias Jeckenburger – Zugewanderte sind keine schlechteren, aber eben auch keine besseren Menschen – sondern eben Menschen. Auch hier kommt es also auf Bildung, frühkindliche Erfahrungen und Traditionen an und gerade auch unter osteuropäischen und arabischen Zugewanderten begegnen wir oft antisemitischen und anderen menschenfeindlichen Einstellungen. Rechtsgerichtete Parteien “fischen” gezielt auch z.B. unter Russlanddeutschen, die in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion noch häufiger autoritär und rassistisch geprägt wurden. Auch deswegen empfehle ich einerseits eine stärkere Aufnahme von Frauen und Kindern, eine starke Förderung (und Forderung!) von Integration und Bildung sowie auch eine Mischung aus Zugewanderten, damit nicht lokal zu große, abgeschottete Parallelgesellschaften entstehen.

      Der Gegensatz zu Rassismus ist ja keine Abwertung wiederum der Einheimischen, sondern ein realistischer Blick auf alle Menschen – und Chancen für jede/n, Vorurteile auch zu überwinden.

      Ihnen Dank für Ihren wie immer konstruktiven Kommentar und alles, alles Gute!

  9. Sehr gut Herr Blume. Endlich erfahren wir etwas über die kulturelle Vielfalt im Nahen Osten. Und es wird auch deutlich, welchen stabilisierenden Einfluss Israel in diesem Gebiet hat!

    Und es wird klar, welches Unglück der Irakkrieg und jetzt der Syrienkonflikt über die ganze Region gebracht hat.
    Man kann nur hoffen , das die verantwortlichen Weltmächte die kulturellen Gegebenheiten bei ihren Entscheidungen mit berücksichtigen. Und man kann nur hoffen , dass die einzelnen Volksgruppen selbst zu einer Übereinkunft kommen.

    • Vielen Dank, @H.Wied!

      Ich denke, dass wir durch die Reduzierung unserer Öl- und Gasimporte, durch die Förderung von humanitären und vor allem bildungsbezogenen Projekten in der Region und durch die humanitäre Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge tatsächlich mehr als “nur hoffen” können. Aber da sind wir uns ja ggf. einig. 🙂

      Ihnen Dank und einen schönen Abend, bleiben Sie gesund! 🙂

  10. Hier liegt ein Missverständnis vor!

    “Auch andere Gruppen wie Roma und Sinti wurden diskriminiert und verfolgt, ohne „im (Geld)handel Fuss zu fassen“.”
    Natürlich – aber es ging hier um die Juden, oder haben die Sinti und Roma auch die Alphabetschrift voran gebracht?
    Äpfel und Birnen würde ich sagen.

    “Und dass Sie die babylonische Mythologie ganz arg wichtig finden, die Selbstaussagen der jüdischen Auslegung aber als irrelevant abtun – okay.”
    Irrelevant für den typischen Nazi / Faschisten, nicht irrelevant per se.

    Das die Alphanetschrift aus dem Nahen Osten kommt ist richtig, aber ob die Juden via Shem das für sich beanspruchen können (oder wollen) ist alles andere als sicher.
    Auch sehe ich nicht, warum Antisemiten gerade damit ein Problem haben sollten. Alphabetschriften werden ja zumindest heute auch von vielen anderen verwendet und trotzdem nicht zu Zielen der Antisemiten.

    • Es geht doch nicht darum, was Juden „beanspruchen können“, @einer, sondern wie sie ihre Traditionen selbst verstanden haben und verstehen. So hat auch eine heutige Thorarolle genau 304.508 Alphabetschriften und ist nur koscher, wenn jeder Buchstabe stimmt.

      Und selbstverständlich hatten und haben die Antisemiten Probleme mit dem folgenden Bildungserfolg, den Kommunikationsmodi, geschriebenen Geboten, den Nobelpreisen etc. In die folgenden Verschwörungsmythen kann auch jede andere Gruppe einbezogen werden. Bei @Dietrich von Bern ist z.B. neben George Soros auch der Papst mit dem Teufel im Bunde.

      Bitte haben Sie aber Verständnis, dass ich keine Einzelseminare geben kann. Es ist ja alles auch online.

  11. @Michael Koschere Thora 16.04 11:29

    „So hat auch eine heutige Thorarolle genau 304.508 Alphabetschriften und ist nur koscher, wenn jeder Buchstabe stimmt.“

    Mir persönlich ist schon die evangelische Kirche zu dogmatisch. Ich finde, hier wird Tradition übertrieben. Gerade im Zusammenhang mit detaillierten Verhaltensregeln ist das nicht mein Geschmack von Lebensführung. Von daher bin ich froh, wenn mir das nicht aufgezwungen wird. Da sind mir die wohl wesentlich traditionsfixierteren Juden lieber als die chirstlichen Vertreter, die denn nun im wesentlichen davon ausgehen, das man nur durch den christlichen Glauben am Himmelreich teilhaben kann. Ich finde das unverschämt.

    Wobei mir das wiederum ziemlich egal ist, solange hier der Rechtsstaat funktioniert, und mir meine eigene Glaubensfreiheit gewährt.

    Es ist ja nun eine wesentliche Eigenschaft der Alphabetschrift, dass sie eine buchstabengenaue Tradition überhaupt erst ermöglicht. Die keltischen Mythensysteme sind wohl spätestens im Zuge der europäischen Hexenverfolgung im wesentlichen verloren gegangen. Hier freut sich der beobachtende Religionswissenschaftler natürlich besonders über schriftbasierte Religionen.

    Mir erscheint allerdings in der Lebenspraxis zu viel Tradition als suboptimal. Im Zusammenhang mit Verhaltensregeln sorgt die zwar für mehr In-Group-Effekt, was positiv wirksam ist, aber gute Geschäfte sind nicht alles. Es mag sich erhalten und ausbreiten, aber deswegen ist es nicht automatisch eine gute Sache. Genau wie eine höhere Geburtenrate zwar dazu beiträgt, dass sich eine Religionsvariante ausbreitet, was aber dennoch negativ bewertet werden kann. Im Zuge einer ohnehin eher überbevölkerten Erde, wie auch sonst ist Ausbreitung nicht automatisch mit Gut zu verbinden.

    Es mag sein, dass konfessionslose weniger Kinder bekommen, und insbesondere Religionen mit personifizierten Gottheiten mehr In-Group-Effekt und damit bessere Geschäfte und mehr Nachwuchs erzeugen. Das wäre für mich aber kein Anlass, das allein deswegen auch noch zu fördern.

    Sicherlich ist die Weltoffenheit in Sinne des Bewusstseins immer vielfältiger Mythen und immer vorläufigem Wissen zunächst mal das Wichtigste, um sich im Leben und im Miteinander friedlich bewegen zu können. Da ist die uralte jüdische Tradition wohl meistens sehr viel näher dran, als nagelneues rechtsesoterisches Geschwurbel.

    Die Menschheit weltweit als Gemeinschaft zu begreifen, und die Natur der Erde als ein gemeinsames Erbe und Vermächtnis, das man erhalten und pflegen muss, zu betrachten, das erscheint mir hier als wirklich modern und zukunftsweisend. Das findet man in Ansätzen bereits in den sogenannten Naturreligionen, und das scheint mir in der Tradition der Alphabetreligionen zumindest etwas in den Hintergrund getreten zu sein.

    Ganz davon abgesehen glaube ich generell nur, was mich auch überzeugt.

  12. Tobias Jeckenburger,
    machen Sie sich keine Sorgen, ob jemand in den Himmel kommt oder nicht, das entscheiden nicht die Kirchen, sondern nur Gott.
    Was die Kultur betrifft, wir sind Teil der Kultur und wir profitieren von der Kultur.
    Da kann man sich nicht ausklinken und sagen mich geht das nichts an.
    Den Sonntag verdanken Sie den 10 Geboten “am Sabbath sollst du ruhen”.
    Die caritativen Einrichtungen wollen Sie auch nicht missen ?

  13. @H.Wied 18.04. 09:13

    Klar verändern Kirchen nicht die Wirklichkeit der Geisteswelten. Wie sollten die das tun können? Aber mich nervt das schon, wenn man mich des Leben irgendwie für abtrünnig erklärt, wenn ich die Dinge anders sehe. Wenn da einer wirklich glaubt, dass er nur durch Christus was werden kann, ist das ja auch eindeutig innerhalb der Religionsfreiheit – kann aber immer noch nerven.

    Religionsfreiheit bedeutet ja nicht, dass Jeder jede Religionsvariante gut finden muss. Man darf einen Andersgläubigen nicht nur des Glaubens wegen diskriminieren. Aber streiten darf man hier, finde ich.

    Wo der Glauben aufhört und der Wahnsinn anfängt ist aber öfter gar nicht so leicht zu sagen. Unsere uns hier viel beschäftigenden Verschwörungsmythen bewegen sich hier gerne in Grenznähe.

    Ich finde schon, dass man sich durchaus generell von der tradierten Kultur in manchen Bereichen distanzieren kann, um sich Neuem zuzuwenden. Zuweilen ist das sogar richtig wichtig, dass man hier beweglich ist.

    Das mit dem Sonntag ist auch keine schlechte Idee, wobei ich als selbstständig Tätiger tatsächlich den Sonntag ziemlich ignoriere, und meine Pausenzeiten auf die ganze Woche verteile.

    Was die Caritativen Einrichtungen angeht, so verdienen die Kirchen in der Regel sogar Geld damit. Allerdings fassen die Kirchen auch Sachen an, die vom Staat nicht geregelt sind, und leisten hier wirklich wichtige Sozialarbeit, und finanzieren die dann vorerst auch selber. Natürlich ist Caritative Arbeit auch dann wichtiger Dienst am Menschen, wenn er gut bezahlt wird.

  14. @ Michael Blume
    … “Wie steht es zum Beispiel um die Ideale der Bundesrepublik Deutschland, wenn sie in Zeiten von Covid19 Zehntausende Touristinnen und Touristen aus allen Kontinenten nach Hause holen sowie für den Spargel 40.000 Erntehelfer aus Rumänien einfliegen kann – aber bisher nur 50 – fünfzig! – Minderjährige aus Moria?

    Müssen wir uns nicht gerade an Pessach, an Ostern und am Roten Mittwoch fragen lassen, ob dies wirklich schon genug sein kann?”
    ——-
    Tja , lieber Herr Blume, das habe ich mich auch schon des öfteren gefragt.

    Zumal wenn man weiß, dass die Flüchtlingslager in Griechenland nahezu ausschließlich von israelischen Juden geleitet werden.

    “For Syrian refugees in Greece, Israel is no longer the enemy”
    Greek refugee aid centers are mainly operated by Israelis; in Lesbos there is an Israeli school for Syrian, Iranian, Iraqi and Afghan refugees; and it is all part of a joint plan to revolutionize the concept of ‘Tikkun Olam’ and Jewish volunteering around the world

    https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5473381,00.html

    Und das israelische Schleuser Netz IsraAID sorgt dafür – mit freundlicher Untersützung des Staates Israel – das möglichst viele Illegale Landnehmer und Sozialpiraten gut und wohlbehalten in Europa ankommen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass gerade mal 0,7 Prozent der ‘Flüchtlinge’ auch als solche gem. der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt werden.

    IsraAID sends team to help refugees in Europe
    ‘After what we suffered in the Holocaust 70 years ago, how can we not help tens of thousands seeking refuge from wars in the Middle East and Africa?’

    https://www.israel21c.org/israaid-sending-team-to-help-refugees-in-europe/

    Dann stellt sich doch automatisch die Frage, weshalb wir, also die Deutschen, all die Flüchtlinge aufnehmen sollen (müssen) obschon Israel doch quasi ‘gleich um die Ecke liegt’ und an den Konflikten in Syrien und Irak aktiv beteiligt war/ ist. Zumal es ja die auch Aufgabe der Israelis ist, ‘die Welt zu heilen’? Und soweit ich informiert bin hat Israel, das immerhin zur westlichen Wertegemeinschaft gehört, bislang noch keinen einzigen Flüchtling aufgenommen.
    Was keine Schande ist, denn die reichen Bruderländer der muselmanischen Flüchtlinge am arabischen Golf oder ‘die Hüter und Wächter des Islam’, Saudi Arabien, nehmen ja auch nicht einen einzigen ‘Flüchtling’ auf.
    Da stellt sich doch auch die Frage: Warum eigentlich nicht? Zumal sie gem. Koran und den sog. 5 Säulen den Islam (Zakat) dazu verpflichtet wären.

  15. im 2. weltkrieg kämpften jesiden und kurden gg. hitler-deutschland-

    kopie aus wiki.
    Die 11.000 Rekruten, welche in den 1940ern durch die Royal Air Force rekrutiert wurden, waren vorallem Assyrer aber auch Jeziden und eben Kurden.

    Folgende Einheiten trugen im August 1945 den die Bezeichnung kurdisch in ihrem Namen und waren nach dem Krieg an folgenden Orten stationiert:

    “1st Battalion:

    39th Kurdish company less one platoon -Habbaniya
    27th Kurdish company -Majara
    41st Kurdish coy -Karind
    33rd Yizidi coy -Karind
    1 platoon 39th Kurdish coy -Karind

    3rd Battalion

    13th Kurdish coy -Nicosia
    44th Kurdish coy less one platoon -Nicosia
    44th Kurdish coy one platoon – Lakatamia
    40th Kurdish coy -Famagusta

    ehre ihrem angedenken.

    ulli w.

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