Tempolimit oder Haustier-Verbot? Klima-Debatte zum Mitwelt-Schutz

“Erstmals in seiner Geschichte hat der britische Wetterdienst eine Warnung vor extremer Hitze herausgegeben.” Als ich heute morgen zu diesem Satz aus der Stuttgarter Zeitung von gestern twitterte, löste dies viele Likes, aber auch heftige Debatten aus. Besonders freute ich mich, dass auch Themen angeschnitten wurden, die ich bei meinem Monismus-Dualismus-Vortrag beim Worthaus Tübingen angesprochen hatte. Der Twitter-Account @Kernbeisser erkannte das sogar und zitierte daher daraus.

Gegen Forderungen nach einem Tempolimit wandte u.a. @Pyronerd um 11:37 Uhr ein:

“Hunde verursachen bis zu 10-15,7 Millionen Tonnen CO2. Mögliche Einsparung durch ein Tempolimit. 0,5-4,5 Millionen Tonnen je nach Quelle. Mit Blick auf den Umweltschutz kann man nur zu einem Schluss kommen was sinnvoller wäre. Alles andere sind rein egoistische Entscheidungen.” Als Quelle führte Pyronerd er u.a. einen GEO-Artikel an

Müssen sich nun also Milliarden Menschen von ihren Haustieren trennen? Hape Kerkeling sein Katzen-Pfoten-Buch einstampfen lassen? SLAPP-Aufklärer Chan Jo-Jun seine “Nelly” aufgeben und die Historikerin Annika Brockschmidt ihr “Müpfel”? Haben wir Blumes eine “rein egoistische Entscheidung” getroffen, als wir nach dem Umstieg auf Elektromobilität die kleine Mayla in unser Leben ließen, die sogar einmal vier Welpen bekommen durfte?

Sollten wir den CO2-Verbrauch von Autos und Haustieren gegeneinander aufrechnen? Fotos: Zehra & Michael Blume

Wie beim Worthaus in Tübingen ausgeführt, sehe ich in der Geistesgeschichte der Menschheit nur drei Weltwahrnehmungen und damit Grundphilosophien ausgeprägt.

In der Haltung des Relativismus gibt es gar keine höchste Wahrheit, aus der sich für Menschen verbindliche Ge- und Verbote ableiten ließen. Es bestünde also auch keine gesicherte Erkenntnis, ob gegen den bereits eskalierenden Hitzemord vorzugehen wäre. Als bislang größter Erfolg des Relativismus gilt die Empfehlung des US-Republikaners Frank Luntz von 2002, wissenschaftliche Erkenntnisse zum “global warming” (Globale Erwärmung) zu relativieren und stattdessen lieber verharmlosend vom “climate change” (Klimawandel) zu sprechen und zu schreiben. Selbst im Deutschen setzte sich das schnell durch – bis heute.

Gemäßigte Relativist:innen würden der Mehrheit noch zugestehen, sich auf eine Pro-Kopf-Grenze des CO2-Verbrauchs zu einigen und bei Überschreitung Strafzahlungen einzuführen. Ob Einzelne dieses CO2 dann aber durch schnelle Autos oder durch Haustiere verbrauchten, sei ihnen alleine zu überlassen.

Die nicht zuletzt aus Gefühlen der Reaktanz gespeiste Haltung des Mensch-Umwelt-Dualismus spaltet die Klimakrise aus dem eigenen Erleben ab: Der (meist männlich, weiß, frei und rational gedachte) Standardmensch wird dabei einer von ihm getrennten Umwelt als Kulisse gegenübergestellt, die er auch – zum Beispiel durch einen Umzug zum Mars – wechseln könne. Die Schuld an den Klimakatastrophen wird anderen (wie “den kinderreichen Afrikanern”, “den Chinesen mit ihren Kohlekraftwerken” usw.) oder gar gleich einer Superverschwörung (“Wettermanipulation”, “Great Reset” usw.”) zugeschrieben.

Entsprechend twitterte auch ein @peterkonrad30 um 11:34 Uhr:

“Herr Blume. Sie sind ein solch mutiger Kämpfer für die Wahrheit. Wenn es jetzt fröhlich auf den Untergang zugeht, möchte ich Ihnen eine neue woke Spruchweisheit anempfehlen: “Bissle Suizid gefällig?”. Damit könnte vielen ein langes Leiden erspart werden. Oder?”    

Obwohl ich mir über das ernsthafte Interesse dieses dualistischen Anti-woke-Accounts selbstverständlich keine Illusionen mache, wies ich ihn freundlich auf meinen Vortrag zur liberalen Anthropodizee nach Karl Popper hin.

  Lässt sich eine positive Antwort auf die Anthropodizee-Frage auch ohne Religion(en) formulieren? Hier der Vortrag auf den Spuren von Popper “Alles Leben ist Problemlösen.” Screenshot: Michael Blume

Meine persönliche, philosophische Haltung gerade auch angesichts der Klimakrise ist – Sie haben es vielleicht schon gelesen / gesehen -, der dialogische Monismus.

Demnach leben wir nicht in einer von uns abgetrennten Umwelt, sondern in einer mit uns stets wechselwirkenden Mitwelt. (Diesen Begriff prägte der Anthropologe Helmuth Plessner mit direktem Bezug zu “Ich und Du” von Martin und Paula Buber.) Menschen seien demnach voll wirkungs- und dialogfähig, damit aber auch für ihr eigenes Handeln verantwortlich. Ebenso seien Tiere und Pflanzen keine unbelebten Verbrauchsgüter, sondern antwortende Lebewesen. Wie es Buber in seinem “Ich und Du” ebenso schön wie präzise formuliert hatte: “Beziehung ist Gegenseitigkeit. […] Wie werden wir von Kindern, wie von Tieren erzogen!”

Demnach wäre es also tatsächlich geboten, auf die Ausbeutung von “Nutztieren” durch industrielle Tierhaltung etwa zur Produktion von Fleisch und Kuhmilch zu verzichten. Auch das Züchten von Tieren etwa zur Gewinnung von Luxuspelzen oder für Stier- und Hahnenkämpfe sollte untersagt werden. Die artgerechte Haltung von (wenigen) Haustieren, mit denen Menschen in einer Ich-Du-Beziehung stehen, wäre dagegen tatsächlich als wertvoller zu bewerten als die Verbrennung fossiler Rohstoffe für Automobile.

Schon in seiner Bar Mitzwa-Rede von 1891 sprach Martin Buber sowohl Menschen- wie Tierschutz an. Gemeinsam mit seiner Partnerin – später Ehefrau – Paula zog er Kinder, Enkelinnen und Katzen im Haus auf. Foto: Zehra Blume

Auch im eigenen Erleben kann ich das so bestätigen: Mayla und ihre Welpen traten eben nicht als “Gebrauchsgegenstände” in unser Leben, sondern haben die gesamte Mitwelt unserer Familie sowie befreundeter Familien sozial und ökologisch positiv verändert. Viel mehr, als es etwa unser erstes Elektroauto ab 2017 getan hat.

Und: Wie so oft hat die immer wieder lesenswerte Twitterin @DonnaCamilla8 gleich verstanden. Sie schrieb um 11:57 Uhr zur Debatte:

Der Hashtag #Mitweltschutz ist großartig, weil inklusiv. Ich werde ihn weiterverwenden. Danke für diesen guten Impuls!” 

Dazu von mir an sie & alle, die bis hierher gelesen haben: Von Herzen Dank.

 

Avatar-Foto

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

61 Kommentare

  1. Nur ergänzend hierzu :

    Wie beim Worthaus in Tübingen ausgeführt, sehe ich in der Geistesgeschichte der Menschheit nur drei Weltwahrnehmungen und damit Grundphilosophien ausgeprägt.

    Dies wäre aus diesseitiger Sicht die soziale Sicht, die idT Monismsus, Dualismus und Pluralismus meint, die idT womöglich zuvörderst sozial zu bearbeiten ist.

    Ansonsten gibt es das Universum, die physikalische Sicht auf die Dinge, die Wirkung, Meister Eckart und so, die sog. Actualitas, die Welt, die Philosophen gerne bearbeiten, sozusagen höchstinstandlich, Dr. Webbaer muss hier auch ein wenig schmunzeln, und sozusagen nackte Actio-Reactio, wie sie Ingenieure mögen [1], wenn sie physikalischer Theorie zumindest nicht umfänglich trauen, daneben noch religiöse Sicht auf die Dinge, seit einiger Zeit pfaffenhaft auch so :

    -> https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-papst-pius-urknall-schoepfung-100.html (so nicht ganz, theologisch, richtig wieder gegeben – das zweite Konzil verriet ja unter anderem die Schöpfungsgeschichte, nicht wahr?)

    … indifferent also – und esoterische Sicht auf die(se) Welt, die nicht selten kohärent ist, manchmal aber doch ins Schamanenhafte abgleitet.

    Es sind sozusagen unendlich viele Sichten auf diese Welt möglich.
    Dr. Webbaer Mag die Zentrierung auf Einfachheit nicht.

    Auch nicht derart mögliche primär sich sozial anbietende Unterscheidung, denn so könnte i.p. “Monismsus, Dualismus und Pluralismus” minderkomplex eingeschätzt worden sein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    • Dass Sie für den Relativismus / Pluralismus Partei ergreifen, hatte ich schon erwartet, lieber @Webbaer.

      Und, ja, die Begrenzung des philosophischen Wildwuchses auf nur noch drei weltanschauliche Grundphilosophien entstammt Erkenntnissen aus der Sozialpsychologie & Religionsphilosophie, v.a. Rabbi Jonathan Sacks, Martin & Paula Buber. Das muss nicht „gefallen“, ich halt es für empirisch überprüfbar.

      Die deutschen Nationalsozialisten setzten übrigens ganz bewusst auf die Selbstbezeichnung als (dualistische) Weltanschauung, um keine kohärente Philosophie vorlegen zu müssen. Sie definierten sich negativ, feind-selig, antisemitisch.

      Sowohl Relativismus wie auch Dualismus haben sich m.E. historisch immer wieder desavouiert. Es wird hohe Zeit, sie endlich beim Namen zu nennen und auch philosophisch (!) zu entlarven. Sie waren, sind und bleiben gerade auch in ihrer Ambivalenz gegenüber Wissenschaft verführerisch und gefährlich.

      • Hier, lieber Herr Dr. Michael Blume :

        Sowohl Relativismus wie auch [strenger, ideologisch so zentrierter, nicht selten falscher] Dualismus haben sich m.E. historisch immer wieder desavouiert. Es wird hohe Zeit, sie endlich beim Namen zu nennen und auch philosophisch (!) zu entlarven. Sie waren, sind und bleiben gerade auch in ihrer Ambivalenz gegenüber Wissenschaft verführerisch und gefährlich. [Ihre Nachricht, im hiesigen Kommentariat]

        … wird gerne (fast) umfänglich zugestimmt.
        Dr. Webbaer hat sich erlaubt im Zitat eine kleine in umschließenden eckigen Klammern vorgenommene Ergänzung beizubringen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer (der immer noch ein wenig aufgeregt ist, ob der Angriffe, die gegen Sie erfolgen, von aus diesseitiger Sicht durchaus freundlicher Seite, dazu abär nichts mehr schreiben wird – nicht einmal andeutungsweise, abgesehen von dieser kleinen Ergänzung natürlich nur)

  2. @Michael Hauptartikel

    „Die artgerechte Haltung von (wenigen) Haustieren, mit denen Menschen in einer Ich-Du-Beziehung stehen, wäre dagegen tatsächlich als wertvoller zu bewerten als die Verbrennung fossiler Rohstoffe für Automobile.“

    Ich denke, wir haben hier gleich 3 verschiedene Problembereiche. Einmal den Klimaschutz, der in erster Linie eine Frage der Technik ist, die zum Einsatz kommt. Die Tierhaltung trägt hier recht wenig zu bei. Insbesondere der Methanausstoß der Tierhaltung wird völlig überschätzt, weil sich Methan binnen 10 bis 20 Jahren von selber wieder auflöst. Sobald wir das Methanproblem reduzieren, sinkt der Effekt schnell auf vorindustrielle Werte. Man braucht das Methan nicht wieder entfernen, es zerfällt von selber. Anders das CO2, sinkt hier die Emission auf Null, dann bleibt die erhöhte Temperatur wie sie dann ist. Wollen wir wieder zurück auf vorindustrielle Temperaturwerte, müssen wir das CO2 wieder aus der Atmosphäre entfernen, was endlos teuer wäre und Jahrhunderte bräuchte.

    Das andere Problem ist die Begrenzung der Ressource Ackerland. Hier ist die Tierhaltung richtig relevant. Solange allerdings viele Menschen sowieso kein Geld haben, sich Fleisch zu leisten, ist dieses Problem noch gar nicht richtig aktuell. Die Erzeugerpreise der Landwirtschaft waren die ganzen letzten Jahre vor der aktuellen kriegsbedingten Krise recht niedrig. Wenn die derzeitigen Preise anhalten, wird man voraussichtlich vor allem in Afrika mehr effektive Landwirtschaft betreiben, was die insgesamt weltweit produzierten Mengen deutlich erhöhen könnte. Und hier gibt es noch andere Möglichkeiten. Ich denke da an weniger wegwerfen, Insektenzucht wie auch die Produktion von hochwertiger Nahrung mit Bakterienkulturen, die mit grünem Wasserstoff gefüttert werden. Ich würde also sagen, dass wir durchaus Lösungsmöglichkeiten haben, doch auch dauerhaft zumindest einen gewissen Fleischkonsum zu praktizieren.

    Und das dritte Problem ist die Grausamkeit der industriellen Massenproduktion. Diese ist nicht nur kaum lebenswert für die Tiere, dies ist auch vollkommen beziehungslos. Wenn man dagegen im kleinerem Maßstab z.B. Hühner züchtet, dann kann man sehr wohl Freude an den Tieren haben, und die Tiere auch an uns und ihrem Leben. Und hier wäre es Unsinn und vor allem krasse Verschwendung, wenn man nur die Eier essen würde, und das Fleisch dann wegwerfen würde, wenn die Tiere an Altersschwäche sterben.

    Ich selbst bin mit diversen richtig gut gehaltenen Nutztieren aufgewachsen, und kann nur sagen, das nebenbei die Fleischqualität um Welten besser ist. Ich habe später auch selber Hühner gehalten, die Eier gegessen und die Tiere auch geschlachtet und verzehrt. Das Schlachten ist schon problematisch und auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig, aber der Gedanke an das fertig gebratene Fleisch ist stark genug, die Hemmung zu überwinden, auch Tiere zu töten, zu denen man eine gewisse Beziehung hat. Nebenbei ermöglicht man letztlich auch den Hühnern das Leben, weil man sie eben gar nicht halten würde, wenn man sie nicht essen wollte. Das macht natürlich nur Sinn, wenn die Hühner ein artgerechtes und vergnügliches Leben haben, auch wenn es nun mal befristet ist.

    • Danke, @Tobias Jeckenburger, für Ihren wie immer konstruktiven Kommentar!

      Leider weisen neuere Studien darauf hin, dass sich genau der von Ihnen erwähnte #Methan-Abbau bei steigenden Temperaturen abschwächt:

      https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/methan-konzentration-steigt-die-selbstreinigung-der-atmosphaere-macht-schlapp-a-623619c3-368f-46d7-bb62-f0a4866c6bcf

      Die industrielle Tierhaltung wäre demnach an der Verschlimmerung der Gesamtsituation gleich mehrfach beteiligt.

      Hinzu kommt der Aspekt der Verschwendung: Um ein Kilo Fleisch aus industrieller Tierhaltung zu gewinnen, müssen gleich mehrere Kilo Futtermittel sowie weitere Mengen an Wasser und Energie eingesetzt werden. Aus meiner Sicht müsste daher der Ausstieg aus dieser Industrieform so schnell wie irgend möglich erfolgen. Industrielle Tierhaltung ist oft grausam gegenüber unseren Mitgeschöpfen, durch sie vergiften wir aber auch unsere Mitwelt…

  3. Dem Bauer Heinrich Gewinnsucht wird das garnicht gefallen, wenn für sein neues ertragsreicheres und bequemeres Geschäftsmodell aus Scheisse Geld/Gold zu machen nicht mehr genügend Tiere zur Verfügung stehen, da wird er wohl noch mehr fruchtbaren Boden für die Energieerzeugung zweckentfremden, ist halt immernoch die “Freiheit” der privatwirtschaftlich-unternehmerischen Abwägungen, geschissen auf den Klimawandel, und zwar mit über 130Kmh!?

    • Wenn es nach mir ginge, hätte der sprichwörtliche „Bauer Heinrich“ u.a. längst die Gelegenheit, mit Agro-Photovoltaik (zunehmend auch: Agri-Photovoltaik) zusätzlich zu seinen pflanzlichen Ernten auch Solarenergie zu produzieren:

      https://youtu.be/Gb5B6KlrwAQ

      Die althergebrachte Agrarpolitik samt der Subventionen in industrieller Tierhaltung, die vor allem in Großbetriebe fließt, gehört m.E. dringend überarbeitet. Beim Bundes-Agrarminister & Vegetarier Cem Özdemir sehe ich dazu gute Ansätze.

  4. Es ist sinnvoll, wenn die Menschen sich von ihren Haustieren trennen. Aber man muss eine Öko-Diktatur vermeiden.
    Wir brauchen eine öko-konservative Politik gemäß Herbert Gruhl. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana

  5. Zur Kenntnisnahme und Selbstanalyse
    Wetter- und Klima-Ereignisse über die man lieber nicht berichtet

    …sonst könnte womöglich der einen oder anderen ein Licht aufgehen, dass es keine menschengemachte Klimaveränderungen gibt, mal abgesehen von lokalen menschlichen Gewaltexzessen gegen die Natur und gegen Tiere, wie Regenwaldabholzungen und Trockenheit durch Windräder…

    Die bislang extremste (dokumentierte) Dürrekatastrophe Mitteleuropas, die die Geschehnisse des 21. Jahrhunderts bei Weitem übertraf, ereignete sich im Jahr 1540. Eine internationale 32-köpfige Forschergruppe um Oliver Wetter von der Universität Bern analysierte mehr als 300 Chroniken.

    Die Autoren der Studie [1] schreiben u.a…

    „Die Megadürre von 1540 zeigt auch auf, dass insbesondere paläoklimatische Naturarchive, wie z. B. Baumringe oder Daten der Weinlese nicht in der Lage sind klimatische Ausreißer zu erkennen, während gesellschaftliche Archive diese in der Regel sehr genau beschreiben.“

    Die zahlreichen Chroniken zeigen das…

    die Hitze von Ende Februar bis Mitte September 1540 dazu führte, dass der Thüringer Wald an etlichen Orten brannte und die Flüsse austrockneten. Selbst große Ströme wie Rhein, Seine und Elbe „waren so klein“, dass man zu Fuß durchging. Insgesamt kam es in großen Teilen Europas zu Waldbränden. Zahlreiche Siedlungen und ganze Städte wurden eingeäschert. Allein in Deutschland brannten 33 Städte. …

    [1] The year-long unprecedented European heat and drought of 1540 – a worst case

    Es werde Licht, sonnige Grüsse

  6. In Deutschland gibt es ca. 10 Mio. Hunde. Wenn jeder auch nur 50 g Fleisch pro Tag frisst, sind dies 500 Tonnen pro Tag bzw. 182500 Tonnen Tierfleisch pro Jahr.
    Rechnet man etwas Knochengewicht dazu – bedeutet dies, dass pro Jahr > 200 000 Tonne Tiere getötet werden müssen um daraus Hundefutter herzustellen.

    Es ist ein sehr wichtiger Unterschied, ob man Tiere für sein Vergnügen tötet (töten lässt) oder als Nahrungsmittel um zu überleben.

    Da die meisten Hunde zum persönlichen Vergnügen gehalten werden – bedeutet dies, dass in Deutschland ca. 200 000 Tonnen Tiere pro Jahr nur für das persönliche Vergnügen ihr Leben lassen müssen. = #Mitwelt ?
    Hinzu kommt die Umweltbelastung, welche die Erzeugung dieser Fleischmenge bedeutet.

  7. @Michael 17.07. 19:02

    “Leider weisen neuere Studien darauf hin, dass sich genau der von Ihnen erwähnte #Methan-Abbau bei steigenden Temperaturen abschwächt:…”

    Bei Wikipedia habe ich gefunden (für das Jahr 2000):
    Die Emissionen von Methan und Stickoxiden aus der Landwirtschaft machen in der Tat 12,5% der jährlich dazukommenden Treibhausgase aus. Aber sie wirken beim Methan nur 10 bis 20 Jahre, und werden in der Atmosphäre von selber wieder abgebaut, während sich das CO2 immer mehr ansammelt. Selbst wenn zukünftig das Methan nur noch halb so schnell abgebaut wird, ist die Langfristwirkung von einmal freigesetztem Methan immer noch fast schon zu vernachlässigen. Man hat hier eine Stellschraube, um kurzfristig die Temperatur zu reduzieren, ganz klar. Aber wenn man sich auf CO2 konzentriert, dann wirkt das 50 mal länger.

    Auch hat das Methan, das aus auftauenden Dauerfrostböden entweicht, zwar dieselbe Wirkung wie das Methan, das Kühe ausrülpsen, aber dennoch nichts damit zu tun. Klar sollten wir langfristig auch Lösungen suchen, das Methan und die Stickoxide aus der Landwirtschaft zu reduzieren, aber dass ist jetzt nicht vorrangig. Teilweise kann man hier einfach das Futter für die Wiederkäuer ändern, oder mehr Schweine und Hühner halten statt Kühe und Schafe. Und Bioanbau senkt die Emission von Stickoxiden.

    Weniger Fleisch ist m.E. eine ganz wichtige Frage der Welternährung, weil Fleisch viel Ackerland verbraucht. Aber noch haben wir die Flächen, die wir dafür brauchen. Weniger ist sicher eine sehr gute Idee, wollen wir aber effektiven Klimaschutz machen, der von den Menschen mitgetragen wird, dann sollten wir uns auf die Energiewende konzentrieren. Und keinen Kulturstreit ums Fleischessen vom Zaun brechen.

    Artgerechte Tierhaltung ist in jedem Fall durchaus zu begrüßen, auch von Fleischessern. Das wird zwar teurer, steigert aber zugleich die Qualität, und das deutlich.

  8. Zum Haustierverbot:
    Fakt ist, dass die Fleischfresser unter den Haustieren in hohem Maße den CO2-Ausstoß befördern. Während man früher seine Hunde und Katzen in der Regel mit Schlachtabfällen fütterte, werden heutzutage oft hochwertige Fleischteile verarbeitet, die auch für den menschlichen Genuss geeignet wären. Um dies zu vermeiden sollte man beim nächsten Einkauf nicht zur Edelfuttervariante greifen, denn auch tierische Nebenerzeugnisse, die von den Menschen in der Regel nicht konsumiert werden, eignen sich noch bestens als Tierfutter.

  9. @Freyling 18.07. 00:08

    “Trockenheit durch Windräder…”

    Da hab ich auch schon dran gedacht, dass das Mäandern des Jetstreams und die Trockenheit in Mitteleuropa die letzten 5 Jahre auch was mit den Windrädern zu tun haben könnte. Man müsste aber doch mit den Wetter- und Klimamodellen diese Frage ziemlich einfach klären können. Hat man wahrscheinlich sogar längst gemacht, vermutlich mit dem Ergebnis, dass die Windräder kaum was am Wetter ändern.

    “Die Megadürre von 1540…”

    Was nützt uns die Erkenntnis von Wetterkapriolen angesichts der systematischen Erwärmung der Atmosphäre durch menschengemachte Treibhausgasemissionen? Wetterkapriolen wird es weiterhin geben, aber auf deutlich wärmerem Niveau, soviel ist klar. Die direkte Wirkung von Treibhausgasen ist nun auch ganz einfach zu berechnen, sehr schwer zu berechnen sind dagegen die Rückkopplungen, die sich im Prozeß der Erwärmung ergeben. Entsprechend ist die Bandbreite der Klimamodelle z.B. für eine Verdopplung des CO2-Gehalts der Atmosphäre zwischen 1,5° und 4,5°. Wir wissen offenbar keineswegs, was wirklich auf uns zu kommt, aber das ist weder ein Argument für noch gegen Klimaschutz. Im Mittel erwarten uns eben 3°, und das müssen wir nach Möglichkeit verhindern.

    Und die 2°, die in Mitteleuropa längst Realität sind, die sind nicht nur eindeutig messbar, sondern sogar direkt erfahrbar. Wer warme Sommer mag, der muss anscheinend längst nicht mehr ans Mittelmeer fahren.

  10. Zu der Perversion bei der Haustierhaltung gehört ja nicht nur das Futter. Spezielle Supermarktketten bieten neben dem Futter in in Alu- und Plastik verpackten Kleinstportionen auch “Kinder”wägen und anderes mehr oder weniger sinnloses Gedöns an. Das ist sicherlich nicht klimaneutral hergestellt.

  11. Fleischfressende Haustiere werden meist mit dem ernährt, was in der Massen-Produktion von Fleisch für die Fleischtheke übrig bleibt, und sich auch nicht anderweitig verkaufen lässt Hühnerfüße und Schweineohren nach China ist ein Riesengeschäft ( https://www.welt.de/wirtschaft/article13572329/Chinas-Lust-auf-Schweineohren-aus-Deutschland.html, s.a. die Angebote bei alibabaDeutschland für China), Hühnerreste nach Afrika, was dort die lokalen Märkte kaputt macht (https://www.zeit.de/wirtschaft/2015-01/exporte-gefluegel-afrika).

    Mittlerweile gibt es viele Tierhalter*innnen, die ihre Hunde und Katzen vegetarisch ernähren, bzw. auf Insektenbasis.
    Vergessen wird auch oft, dass fleischfressende Haustiere ein nicht unerheblicher Teil der Gesundheitsvorsorge sind, körperlich und psychisch, den Urlaub eher flugfrei gestalten lassen, und manches „Event“ ersetzen, das auch nicht CO2 neutral (erreichbar) wäre.

    Die Idee eines festen Budgets, über das hinaus sehr viel mehr für verbrauchtes CO2 gezahlt werden müsste, kombiniert mit gleich hohen Prämien für Unterschreiten dieses Budgets könnte vielleicht eher motivieren, an der CO2-Spar-Challange teilzunehmen, statt sofort an „Verzicht“ denken zu lassen.

  12. Das Tempolimit ist eine vernünftige Maßnahme, weil es den Reifenabrieb verringert und damit die Umwelt weniger belastet. Da die Energie mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zunimmt ist das Tempolimit vernünftig und last but not least fallen die Unfälle weniger schwer aus.
    Was die Haustiere betrifft also auch die Katzen, es wäre eine Erleichterung für die Vogelwelt, wenn man die Anzahl der Katzen begrenzt. Etwa 1 Katze pro 10000 m².
    Und wenn man die sparsam füttert, fressen sie auch die Mäuse weg und greifen auch Ratten an, die ja bekanntermaßen eine richtige Gesundheitsgefährdung der Menschen sind.
    All diese Maßnahmen kosten nichts.

  13. Zur Kenntnisnahme und Selbstanalyse
    In einem größeren Bild helfen zur Orientierung möglicherweise sehr weise Worte des 2008 verstorbenen George Carlin.
    Sofern Interessierte der englischen Sprache mächtig sind (und das sollten alle sein, um die Welt des 21.Jahrhunderts zu verstehen), gibt es eine sehr unterhaltsame „alternative Stimme“ zu hören. Siehe das Video von George CarlinSaving the Planet. Insgesamt sind die acht Minuten von George Carlin ein – aus insbesondere erkenntnisorientierter Sicht – hervorragendes „Theater-Stück“ zur irrationalen Besorgnis einer sich maßlos überschätzenden Menschheit.

    @Tobias Jeckenburger
    Da eine Windkraftanlage Bewegungsenergie aus der Atmosphäre entnimmt, um diese in elektrische Energie umzuwandeln, hat der Wind hinter der Anlage eine wesentlich geringere kinetische Energie. Bei z.B. starkem Westwind weht an der Ostseite eines Windparks nur noch ein vergleichsweise „laues Lüftchen“, so dass sich vor allem bei Sonneneinstrahlung der Boden dahinter stärker erwärmen kann. Weniger Wind bedeutet in der Folge auch weniger Regen und geringere Luftfeuchtigkeit – dafür Dürre und Bodentrockenheit, Wäldersterben, Ernteeinbußen und weniger Verjüngung der Vegetation. Geschwächte atlantische Tiefdruckgebiete machen statischen Hochdruckgebieten Platz und bewirken damit einen drastischen Verlust oder gar ein komplettes Ausbleiben von Niederschlägen über längere Zeiträume – insbesondere während der Wachstumsperiode im Frühjahr. Zu diesem Thema siehe exemplarisch die Ausführungen von Dagmar Jestrzemski: »Wenn „Klimaschutz“ zum Klimakiller wird«

    • @Dirk Freyling

      Habe ich das richtig gelesen? Sie haben gerade Windräder für Dürre, Waldsterben und Missernten verantwortlich gemacht? Aber den menschengemachten Treibhauseffekt bestritten?

      • Lokales und Globales
        Zum Verständnis das (lokale) Beispiel Hispaniola,…
        wenn, wie in Haiti, alles abgeholzt wird, ergeben sich erhebliche Unterschiede im Vergleich zur benachbarten Dominikanischen Republik. Dürre einerseits und üppige Vegetation anderseits, obwohl ursprünglich klimatisch (siehe u.a. Breitengrad) und insgesamt die geografische Lage betreffend, sich alles auf der gleichen Insel abspielt.

        Globale, menschengemachte CO2-Emissionen werden in der Summe aller CO2-Emissionen im Gesamtsystem Erde unter ferner liefen des Gesamt-CO2-Haushalts „verbucht“. Globale Temperaturschwankungen waren und sind inhärent mit der Erdgeschichte verbunden, basierend auf diversen Ursachen und Wechselwirkungen. So genannte Treibhausgase sind lediglich ein Faktor aber nicht der Faktor. Übrigens: Mehr CO2 in der Atmosphäre “folgt” eher der Temperatur als das mehr CO2 zur Temperaturerhöhung führt. Beide Effekte sind wechselwirkend real. Spätestens die globalen Corona-Lockdowns haben gezeigt, dass der globale CO2-Anteil trotz deutlich weniger von Menschen produzierten CO2 (Industrie, Verkehr) anstieg bzw. ansteigt…

        • Möchte Ihnen einfach mal dafür danken, @Dirk Freyling, dass Sie uns den reaktanten Dualismus der Wissenschaftsleugnung hier so eindrucksvoll vorführen…

          Dass längst soviel Treibhausgase wie CO2 & Methan in der Atmosphäre zirkulieren, dass die Erwärmung Jahre weiterläuft, ist längst Schulwissen. Aber wenn man(n) sich ideologisch dagegen festgelegt hat, kickt der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)…

          • Eines stimmt auf jeden Fall, was Dirk Freyling schreibt, nämlich, dass der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre unverändert weiter angestiegen ist, obwohl doch die Daten zur CO2-Emission durch die Menschheit einen Rückgang in den Emissionen zeigten. Man müsste doch dann einen etwas geringeren Anstieg beim CO2 in der Atmosphäre sehen, da es ja anstelle einer Zunahme der menschengemachten Emissionen einen leichten Rückgang gab. Das hat mich auch schon gewundert, dass das nicht sichtbar ist, obwohl doch Jahr für Jahr mit der “berühmten” Keeling-Kurve gezeigt wird, wie die Menschheit den CO2-Gehalt in die Höhe treibt.
            Hier der Link zur Keeling-Kurve:
            https://gml.noaa.gov/ccgg/trends/mlo.html
            die seltsamerweise oder ausgerechnet jetzt im Frühjahr 2020 einen Rückgang verzeichnet. Von 2017 zu 2018 zu 2019 zu 2020 und zu 2021 bis Anfang 2022 steigt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre, wenn man sie pro Jahr linearisiert, gleichmäßig an.
            Das passt nun eben nicht zu den CO2-Emissionen, die man hier in der ersten Grafik von oben sehr gut sehen kann:
            https://ourworldindata.org/co2-emissions#year-on-year-change-in-global-co2-emissions
            Zur besseren Darstellung sollte man in dieser Grafik (hinter der auch eine Tabelle steht, die man anschauen kann) “Annual CO2 Emissions” die Jahre z.B. auf 2000 bis 2020 einstellen. Dann sieht man, dass die Emissionen 2020 auf den Wert von 2017 zurückgingen. Doch das sieht man eben in der Keeling-Kurve nicht.
            Das beweist nun nicht, dass die menschengemachten CO2-Emissionen keinen Einfluss aufs Klima haben, aber es zeigt tatsächlich, dass die natürlichen Emissionen des CO2 viel stärker sind als die menschengemachten – was ja auch gar kein Klimaforscher bestreitet.
            Aber man sieht auch, dass die Keeling-Kurve, also die Meßwerte des CO2 in der Atmosphäre, nicht relevant sind um damit Aussagen zur Globaltemperatur durch menschlichen Einfluss zu treffen.
            Obwohl die menschgemachten CO2-Emissionen so gering sind, dass man sie so nicht sichtbar machen kann, haben sie dennoch einen deutlichen Einfluss aufs Klima.

            Aber es gibt noch ein anderes und stärkeres Treibhausgas, dessen Anteil in der Atmosphäre sehr stark trotz Lockdown gestiegen ist, das CH4 bzw. Methan: das kann man durch einen Klick auf den Link oberhalb der Grafik bei NOAA GML sehen.
            Dann war es wohl des CH4, das die Globaltemperaur trotz Rückgang der Emissionen weiter “angeheizt” hat – meine ich.

          • Lieber Herr Richter,

            zu tatsächlich beunruhigenden, neueren Erkenntnissen rund um Methan habe ich bereits diesen lesenswerten Artikel verlinkt:

            https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/methan-konzentration-steigt-die-selbstreinigung-der-atmosphaere-macht-schlapp-a-623619c3-368f-46d7-bb62-f0a4866c6bcf-amp

            Dass wir in eine menschengemachte, eskalierende Erhitzung und Klimakatastrophe hineingehen, halte ich für wissenschaftlich gesichert. Wir müssten dringend die Emissionen sowohl von CO2 wie von Methan reduzieren, u.a. durch Fleischverzicht.

          • @Michael Blume
            Wir gehen sicher nicht in eine globale Erhitzung, die uns alle in Gefahr bringen könnte, auch wenn einzelne Bereiche auf der Erde sehr heiß werden könnten. Vor allem wir hier in Europa brauchen uns wegen des Klimawandels keine allzugroßen Sorgen machen …. sagt der am letzten IPCC-Bericht als Leitautor beteiligte PRof. Marotzke hier in einem Interview, das er vor ein paar Monaten der Presse gab:
            https://www.moz.de/nachrichten/politik/klimaforscher-jochem-marotzke-warum-uebertriebene-angst-vorm-klimawandel-unbegruendet-ist-63220797.html
            (Für den ersten Monat kostenlos erhält man Zugriff!)

            Hier das Zitat:
            “Diese Angst ist komplett unbegründet. Der Klimawandel ist ein
            ernstes Problem, auf das wir uns einstellen und alles versuchen müssen, ihn zu dämpfen, keine Frage. Dass junge Menschen aber glauben, ihr Überleben sei bedroht, ist entsetzlich, weil es einfach komplett unbegründet ist. Gerade hier in Westeuropa
            sind wir in einer relativ komfortablen Situation. Die Bedrohung für Deutschland ist vor allem eine politische.” (damit meint er Flüchtlingswellen, die er aber auch im Bereich des Spekulativen sieht).
            Außerdem bezeichnet er die Kipppunkte des Klimas, von der manche behaupten sie seien bald erreicht oder schon überschritten, als “Sehr unwahrscheinlich. Da ist wirklich sehr vieles sehr spekulativ. Dass sich diese Kipppunkte so prominent im Bewusstsein festgesetzt haben, führt zu übertriebener
            Sorge und letztlich dazu, dass man falsche Prioritäten setzt.”
            Marotzke geht davon aus, dass wir bis 2100 einen Temperaturanstieg von 2 Grad bekommen und fordert auf, “sich lieber über den nächsten Starkniederschlag Gedanken zu machen, als darüber, dass jetzt das Methan aus dem Permafrostboden entweicht und uns alle umbringt.”
            … womit auch das hier diskutierte Thema Methan angesprochen ist, wenn auch nicht bezogen auf Tierhaltung.

            Folgenden Satz finde ich bei Martotzke besonders wichtig für unsere zukünftige Politik,
            “Es ist bisher viel attraktiver zu fordern, den Klimawandel aufzuhalten, als sich an ihn anzupassen.”
            zumal eine entsprechende Aussage bzgl. Wetterkatastrophen auch schon von der bekannten Attributionsforscherin Frau Otto zusammen mit Katastrophenforschern kam:
            https://www.nature.com/articles/s43247-021-00332-2

          • Lieber @Wolfgang Richter,

            es ist interessant. Nachdem ich freundlich auf die Realität der Klimakrise hinwies und geeignete Gegenmaßnahmen vorschlug, weichen Sie der Mühe nun aus, indem Sie verharmlosende Zitate eines Wissenschaftlers posten. Mir scheint, es geht Ihnen eher um das Abschieben von Ängsten statt um eine mutige Auseinandersetzung mit dem Stand der Forschung und Szenarien.

            Psychologisch verstehe ich das sehr gut (vgl. Dualismus), aber für wissenschaftlich redlich und hilfreich kann ich es kaum halten.

            Also gerne eine erneute, konstruktive Nachfrage: Welche Maßnahmen gegen die Klimakrise würden Sie denn befürworten?

          • @Michael Blume
            Ja, es geht mir um das Überwinden von unbegründeten Ängsten.
            Wenn Prof. Marotzke dazu Ihrer Meinung nach nicht der Richtige ist um sich dazu zu äußern -so interpretiere ich Sie- wer dann?
            Er kommt doch genau aus der “Höhle des Löwen”, der kennt doch alle Einzelheiten des wissenschaftlichen Teils des AR6.
            Er verharmlost doch nichts, er versucht nur anstelle von Ängsten die auf den wissenschaftlichen Aussagen des IPCC beruhenden Prognosen für die Zukunft ins rechte Licht zu rücken. Dass es Gegenden geben kann, die unbewohnbar werden, sagt er ja ausdrücklich, aber er sagt auch, dass uns hier der Klimawandel wenig treffen wird. Er sagt auch wir sollten statt auf die sehr spekulativen Kippelemente besser auf Extremwetterereignisse schauen – und uns gegen diese wappnen. Das ist doch eine “mutige” Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Ergebnissen.
            Ist in ihren Augen ein an leitender Stelle tätiger IPCC-Mitarbeiter nicht glaubwürdig?
            Was ich befürworte: Primär genau das, was nun Marotzke und Frau Otto kürzlich auch forderten, den Katastrophen- und Gesundheitsschutz richtig ankurbeln um uns und unsere Nachkommen vor den jetzt schon eintretenden Klimawandelfolgen, den Extremwettern besser zu schützen und erst sekundär die CO2-Reduzierung, die bekanntlich erst mal in Jahrzehnten anfangen wird zu wirken und in Jahrhunderten gerade mal (deutscher Beitrag) die Globaltemperatur um 1 bis 2 hunderstel Grad reduzieren kann – mehr geben unsere aktuellen Emissionen von 1,8% global nicht her.

          • Lieber Wolfgang Richter,

            zwar halte ich die Position – erstmal nur Klimakatastrophen-Schutz, wenig Anstrengungen für CO2-Reduktion – aus der Perspektive v.a. älterer Männer für nachvollziehbar, aber auch für ziemlich egoistisch: Denn die Folgen – die Sie ja inzwischen auch nicht mehr leugnen – werden dann vor allem nachfolgende Generationen tragen. Und wenn wir in den wohlhabenden Gesellschaften nicht mutig und engagiert einsparen, dann werden es ärmere Gesellschaften auch nicht tun bzw. gar nicht die Technologien dafür haben.

            Ich sehe es daher genau umgekehrt: Wenn wir ohnehin wissen, dass CO2 und Methan noch jahrzehntelang nachwirken, dann ist jede weitere Emission ein Vergehen an der Zukunft. Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit bedeuten demnach, sehr viel mehr und schneller in den Ausstieg aus fossilen Rohstoffen, Plastik und Fleisch zu investieren, zumal damit auch erhebliche Kriegsgefahren verbunden sind.

            Vgl.
            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wird-wissenschaft-beachtet-rentierstaatstheorie-und-russlandkrise/

            Danke für Ihr Interesse – inzwischen scheinen wir in einen Dialog gefunden zu haben.

          • @Michael Blume
            Was die richtigen und hilfreichsten Maßnahmen zum Klimaschutz sind, das sehen Sie und sehr viele Andere die Sache “andersrum” als ich:
            Ihrer Ansicht nach sollte man in erster Linie und mit dem größten Aufwand (es kostet ja extrem viel) die CO2-Reduzierung betreiben. Doch diese wirkt erstmal gar nicht, erst werden trotz Reduzierung die Temperaturen noch eine Weile weiter steigen und dann dauert es laut IPCC mehr als hundert Jahre bis sich ein Rückgang der Temperaturen langsam bemerkbar macht und Jahrhunderte bis die “volle Wirkung” eintritt. Doch inzwischen wird der Klimawandel voll “zugeschlagen” haben und Extremwetter und Klimazonen-Verschiebung werden immensen Schaden angerichtet haben, der deshalb besonders groß gewesen sein wird weil es an Klimaanpassungs-Maßnahmen gefehlt haben wird. Die Gelder wurden ja für die CO2-Reduzierung aufgebraucht, für Klimaanpassung blieb nicht viel, wenn überhaupt.
            Ich bin dafür, dass der größere Teil der Gelder für die Klimaanpassung ausgegeben wird, damit uns selbst und den in den nächsten Jahrzehnten und danach Lebenden möglichst wenig Schaden durch den Klimawandel zugefügt wird.
            Statt vor lauter Angst wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren sollten wir das Naheliegende tun und Maßnahmen ergreifen, die jetzt schon wirken und helfen, beozgen auf die Tierwelt sollten wir Kaninchen mal so schnell wegspringen, dass die Schlange uns nicht fangen kann.
            Und vor Allem: unsere Maßnahmen, egal ob wir uns als Deutsche allein oder zusammen mit der EU als Europäer bei der CO2-Thematik sehen, wir sind doch völlig “machtlos” gegen das, was ganz extrem China und Indien tun und was etwa 100 Schwellenländer ebenfalls tun, nämlich hemmungslos die CO2-Emissionen weiter erhöhen.

          • Danke, @Wolfgang Richter. Ich bin dagege. klar dafür, SOWOHL Emissionen zu reduzieren ALS AUCH die Anpassungen an die Klimakatastrophe zu verstärken. Dies wegen der Generationengerechtigkeit, der Verantwortung der (auch durch Ausbeutung) wohlhabenden Gesellschaften und weil wir durch den Import fossiler Rohstoffe autoritäre und nicht selten demokratiefeindliche, ja antisemitische Regime wie Iran, Russland etc. finanzieren. Dieser multiplen Verantwortung können wir uns nicht entziehen, wenn wir zu uns selbst ehrlich sein wollen.

          • @Michael Blume
            Okay, das war mir bisher nicht klar, dass Sie sowohl für Klimaanpassung als auch für CO2-Reduzierung sind. Da sind wir uns ja dann einig.

            Zum Thema CO2-Reduzierung sind wir allerdings zur Zeit hier in Deutschland in einer Sackgasse: die im Koalitionsvertrag stehenden und schon immer in der Energiewende vorgesehenen aber lange fast vergessenen Gaskraftwerke wird es wohl nicht geben. Es sollten Gaskraftwerke sein, die erstmal mit Erdgas und später dann mit grünem Wasserstoff hätten betrieben werden sollen.
            Wir brauchen diese regelbaren Kraftwerke unbedingt, denn auf Wind und Sonne ist kein Verlass.
            Doch nun geht es zurück zu Kohlekraftwerken und möglicherweise den praktisch CO2-freien Atomkraftwerken, beides sollte “weg” und nun ist brauchen wir beides aus bekannten Gründen dringend, damit wir in den Sommernächten mit Schwachwind oder ohne Wind und im Winter während der tage- und nächtelangen Dunkelflauten keinen Stromausfall bekommen.
            Tempolimit und Haustierverbot sind im Vergleich zu diesem Problem von der möglichen Wirkung her aufs Klima Makulatur.

          • Wie bewerten Sie den zeitweisen Ausfall gleich mehrerer französischer Atomkraftwerke wegen nicht mehr möglicher Kühlung, @Wolfgang Richter? Schon jetzt exportieren wir Strom in unser Nachbarland.

            Der Ausbau Erneuerbarer Energien bis hin zur Produktion von grünem Wasserstoff einerseits und ein mutigeres Energiesparen u.a. durch ein Tempolimit und weniger Fleischkonsum weisen zukunftsfähige Wege.

          • @Michael Blume
            Den Ausfall französischer AKW bewerte ich als sehr kritisch für das europäische Verbundnetz und damit auch für unsere Stromversorgung – sowohl jetzt als auch besonders im nächsten Winter. Dass wir zeitweise Strom exportieren können hängt auch damit zusammen, dass zur Zeit tagsüber für einige Stunden sehr viel PV-Strom produziert wird, den dann z.B. Frankreich wegen seiner AKW-Probleme brauchen kann.
            Wir stehen vor einem ganz großen Problem, dem durchaus im Bereich des Möglichen liegenden Strommangel im Winter. Der Winter mit den worst-case-Stromkapazitäten wird ja gerade mit einem neuen Stresstest durchgerechnet.
            Der Versuch mit Kohlekraftwerken den zu erwarteten Strommangel aufgrund bei Gasmangel abzuschaltender Gaskraftwerke auszugleichen könnte an den fehlenden Transportkapazitäten für Kohle scheitern.

  14. Häufig wird ja auf eine Überbevölkerung bei “den dummen Afrikanern” hingewiesen. (Man beachte die Anführungszeichen). Dies zu tun ist zum einen eh widerlegt und sollte zum zweiten angesichts der während Corona rasant gestiegenen Haustierzahlen in Deutschland nicht verwendet werden. Haustiere gegen Autos auszuspielen ist Quatsch. Aber bei den vielen Haustieren anderen Ländern Überbevölkerung vorzuwerfen ist schon obzön.
    Zumal bei vielen der Hund mit großem Auto und regelmäßiger Fahrt ins Naturschutzgebiet einhergeht.

  15. @Verzicht bitte nicht ohne guten Grund

    Sich rein Vegan zu ernähren ist schwierig, und macht vermutlich schnell Mangelerscheinungen, wenn man nicht aufpasst. Ist man nur Vegetarier, dann ist das sicher problemlos, entsprechende Nährstoffe findet man in Eiern und Milchprodukten reichlich. Wenn wir allerdings Hühner und Kühe halten, dann fällt auch eine gewisse Menge an Fleisch an. Das kann man ja nun dann auch essen. Und solange wir noch genug Anbauflächen haben, dann gerne noch mal ein Stück Fleisch oder einen Fisch mehr.

    In den letzten Jahrzehnten hatte die EU vor allem mit Überschüssen zu kämpfen, und man hat schon Fleischausfuhren nach Afrika subventioniert, und damit dort die Produzenten ruiniert. Aktuell sieht es kriegsbedingt knapper aus, vermutlich zunächst nur vorübergehend. Wenn die Schwellenländer allerdings wirtschaftlich weiter zulegen, dann ändert sich wohl die Situation grundlegend. Aber so weit ist es eben noch nicht.

    Auch Hunde und Katzen kann man ganz gut mit durchfüttern, wir haben wohl genug Reste, die man hier zu Futter verarbeiten kann. Teilweise schon die Reste, die in der eigenen Küche anfallen. Sollten die Anbauflächen tatsächlich knapp werden, kann man aber darüber nachdenken, ob man nicht lieber ein Schwein mit diesen Resten fett macht. Das Schwein kann man dann essen. Ok, den Hund und die Katze eigentlich auch, aber kaum, wenn die 10 oder 20 Jahre alt sind. Das schmeckt einfach nicht mehr.

    Es verlangt ja auch keiner, dass jeder auf ein Auto ganz verzichten soll. Nur klimaneutral reicht. Und in den Urlaub Fliegen kann man auch Klimaneutral, das wird nur teurer, notfalls mit Synthesesprit. Auch wohnen geht letztlich klimaneutral, and auch hier sind große Wohnungen eben teuer, aber wer es mag und das Geld hat, der soll es machen. Das ist schlichtweg individuelle Selbstentscheidung. Für die Mitwelt macht das keinen großen Unterschied.

    Generell würde auch die Energiewende schneller fertig werden, wenn wir unseren gesamten Konsum reduzieren würden. Ebenso werden natürlich Ackerflächen frei, wenn wir kaum noch Fleisch essen würden, man könnte dort dann wieder wilde Natur wachsen lassen. Das wäre nicht schlecht. Aber wir wollen auch gut leben, und das ist uns gar nicht egal.

    Mit weniger Menschen auf der Welt wird vieles einfacher, das wäre ein Argument, den Kindermangel noch ein paar Jahrzehnte so laufen zu lassen. Bis auch Afrikaner sich nicht mehr vermehren, und wir unsere Lebensweise technisch so im Griff haben, dass die Mitwelt auch wieder florieren kann.

  16. @Freyling 18.07. 22:51

    „Bei z.B. starkem Westwind weht an der Ostseite eines Windparks nur noch ein vergleichsweise „laues Lüftchen“, so dass sich vor allem bei Sonneneinstrahlung der Boden dahinter stärker erwärmen kann.“

    Das muss man dann schon quantifizieren und mit den Klimamodellen untersuchen. Mit solcher Logik kann man das nicht beurteilen. So mindert z.B. auch weniger Wind die Verdunstung, und überhaupt können sich Tiefdruckgebiete auch an Windrädern ein wenig aufstauen, was mehr Regen zur Folge haben könnte. Wie gesagt, ohne moderne Klimamodelle und die Rechenzentren, die man dafür braucht, kommen wir hier nicht weiter.

    Der Hauptverdächtige für die Trockenheit in Mitteleuropa in den letzten Jahren bleibt die Konzentration der Treibhausgase, die wir eingebracht haben. Aber wohl auch Wetterkapriolen, die gibts immer auch noch, und die können auch die besten Klimamodelle nicht langfristig konkret vorhersagen, höchstens Wahrscheinlichkeiten z.B. für Hitzewellen liefern. Mehr geht dann auch eben nicht.

  17. @Freyling 19.07. 23:57

    „Spätestens die globalen Corona-Lockdowns haben gezeigt, dass der globale CO2-Anteil trotz deutlich weniger von Menschen produzierten CO2 (Industrie, Verkehr) anstieg bzw. ansteigt…“

    Was ja auch kein Wunder ist, weil die Emissionen nur etwas reduziert waren. Dann steigt eben die Konzentration in der Atmosphäre weiter, mit der Folge weiterer Erwärmung. Selbst wenn die Emission auf null gesunken wäre, wäre es keineswegs wieder kühler geworden, es wäre dann im Mittel auf Jahrhunderte in etwa so warm geblieben, wie es derzeit schon geworden ist.

    „Mehr CO2 in der Atmosphäre “folgt” eher der Temperatur als das mehr CO2 zur Temperaturerhöhung führt. Beide Effekte sind wechselwirkend real.“

    Was eigentlich eine schlechte Nachricht ist. Das verweist dann auf Rückkopplungseffekte, dass wir erst CO2 in die Luft blasen, was unmittelbar zu einer Erwärmung führt, was dann wiederum noch mehr CO2 bzw. Methan aus natürlichen Quellen frei setzt und was dann noch mehr Emissionen bedeutet und noch mehr Erwärmung bewirkt. Genau diese Nichtlinearität des Klimasystems macht auch den Modellen die Schwierigkeiten, dass eben nicht bekannt ist, wie warm es wirklich noch wird. Wobei der unmittelbare Erwärmungseffekt der zusätzlichen Treibhausgase ziemlich leicht berechnet werden kann.

  18. Die Erde wird von der Sonne erwärmt mit 1,4 kW pro 1 m². Und die Erdoberfläche und auch die oberen Luftschichten geben diese Wärme wieder in den Weltraum ab.
    Zwischen der Erdoberfläche und den unteren Wolkenschichten entsteht so etwas wie ein Ping Pong Effekt. Die Luft über der Erdoberfläche wird immer wärmer.
    Das ist das Problem, die Treibhausgase verstärken diesen Ping Pong Effekt.

    Wir müssen also als einzig wirksame Maßnahme die Treibhausgase verringern und wir müssen die Aerosole in den Wolkenschichten verringern. Und die Aerosole werden von den Flugzeugen in die höheren Luftschichten befördert. Je schneller die Flugzeuge fliegen, desto mehr Aerosole kommen in die Lufthülle. Also auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Flugzeuge.

  19. Denke der sinnvollste Weg wäre tatsächlich die CO2 Besteuerung sowohl von Autos als auch Haustieren. Dann kann sich jeder selbst überlegen ob er sich das leisten kann und möchte. Auf der anderen Seite ist Geld da für ökologische Energie und man kommt ohne Zwang aus.

    Es gibt allerdings noch einen 2. Punkt – Nahrungsmittel. Solange Menschen verhungern wegen nicht genug Nahrungsmittel kann man den Punkt nicht außer acht lassen. Ich hab keine Statistik, gefühlt nimmt die Hunde und Katzen Anzahl zu.

    Als Teilveganer bin ich der Meinung Fleisch ist zu billig. Da müsste schleunigst was dran geändert werden. Sowohl wegen Nahrung als auch Klima.

    • M2
      bevor du hier dem Finanzminister einen Vorschlag machst auch die Menschen nach dem CO2 zu besteuern, Dicke bezahlen danach mehr, hier ein anderer Vorschlag wie man CO2 verringern kann.
      CO2 wird durch Regen aus der Luft ausgewaschen, nach der Formel: CO2 + H20=H2CO3. Das nennt sich auch Kohlensäure.
      Eine andere Möglichkeit ist es große Flächen mit Humus zu belegen. Humus nimmt nämlich das CO2 aus der Luft aus und bindet es.
      Und jetzt kommt wieder das Argument mit den Flugzeugen, die befördern CO2 in 10 000 mHöhe, also außerhalb der Wolkengrenze in die Lufthülle, wo es der Regen nicht erreicht.

  20. Zum Klimawandel bzw. zur globalen Erwärmung rät Dr. Webbaer an erst einmal bekannte Datenlagen und Theorien zur Kenntnis zu nehmen :

    1.)
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve (die meint den atmosphärischen Karbon-Anteil, der wie beschrieben zunimmt)

    2.)
    -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/
    -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v4/GLB.Ts+dSST.txt (die passende Datentabelle dazu – eine Erwärmung von ca. 1 K hat es bei den hier gemeinten Oberflächentemperaturen seit 1880 gegeben)

    3.)
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Klimasensitivität (‘Bei ausschließlicher Betrachtung der im Labor messbaren Strahlungswirkung von CO2 ergibt sich bei einer Verdoppelung der Konzentration eine Klimasensitivität von 1,2 °C.’ – sog. positive Feedbacks und sog. Klimasenken, die dann neg. Feedbacks meinen, dürfen ebenfalls zK genommen werden)

    4.)
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffzyklus


    Zudem ist es so, dass das terrestrische Klimasystem hoch komplex (“chaotisch”) ist und weder einfach zu modellieren, noch i.p. absehbarer Erwärmung zu prädiktieren.
    Klimamodelle geben insofern für die Zukunft und die terrestrische Erwärmung meinend sog. Konfidenzintervalle aus – die mit den 95 %, die auch die sog. statistische Signifikanz meint, werden gerne genannt -, Dr. Webbaer könnte einige derartige Prädiktionen, für unterschiedliche Szenarien, an dieser Stelle beibringen, will den hiesigen Inhalt abär keineswegs überlasten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der sich recht intensiv, vor ca. zehn Jahren, immer von sozusagen klimatreuen Klimatologen hat beraten lassen und so sicherlich konsensuell zusammen gefasst hat)

    • Lieber @Webbaer,

      verstehe ich Sie also richtig – Sie bestreiten, dass menschengemachte Emissionen das Klima um mehr als 1,2 Grad Celsius erwärmen könnten?

      #Relativismus 💁‍♂️🧐🔥

      • Nein.

        Es könnte noch viel terrestrisch und die Oberflächentemperatur des hier gemeinten Planeten meinend, wärmer werden, vielleicht von durchschnittlich 288 K hin zu 298 K, vergleiche :

        Temperatur :
        Min. – Mittel – Max :
        184 K (−89 °C)
        288 K (+15 °C)
        330 K (+57 °C) [Quelle : siehe oben]


        Ergänzend diese Visualisierung von Daten :

        -> https://en.wikipedia.org/wiki/Global_temperature_record#/media/File:EPICA_temperature_plot.svg

        Die die sozusagen natürliche Klimavariabilität der Erde meint, sie liegt deutlich höher als +- 10 K und geht bis +- 20 K.

        Hinweis :
        Besonders unterschiedlicher atmosphärischer Karbon-Bestand, äh, bestand in dieser Zeit nicht.
        Es gibt ergo eine sozusagen natürliche Klimavariabilität auf diesem Planeten.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer (der kein sog. Klimaleugner ist, sondern sich schon a bisserl auskennt, so zumindest glaubt, nachdem er sich vie-ele Stunden insbes. von sozusagen klimatreuen Klimatologen hat beraten lassen; Dr. W nennt an dieser Stelle gerne auch Hans von Storch (“Klimazwiebel”) und Georg Hoffmann (“ScienceBlogs.de”))

        • Okay, @Webbaer, Sie leugnen also die globale Erwärmung durch menschengemachte Emissionen nicht – aber sehen wenig Anlass, ihr etwa durch Erneuerbare Energien oder durch Einsparungen von CO2 und Methan entgegen zu wirken? Oder worauf genau wollen Sie denn hinaus?

          • Reaktion auf den sich u.a. auch durch die atmosphärische Lösung von Karbon und anderen sogenannten Treibhausgasen, CO2, CH4 und N2O meinend, ist aus diesseitiger Sicht nicht möglich, sog. Developing Countries können so nicht von ihrem diesbezüglichen (auch : zukünftigen) Ausstoß abgehalten werden.

            Aus diesseitiger Sicht besteht die Hoffnung darin, dass es nicht so-o viel wärmer, die terrestrischen Oberflächentemperaturen meinend, wird.
            Bis vielleicht 2500.


            Von sozusagen protestantischem Sparen am Ausstoß von Karbon und anderen klimarelevanten Gasen rät Dr. Webbaer ab, auch um nicht zivilisatorisch (aktuell in der BRD i.p. Gas ja auch vernehmbar) in eine Art Rückstand zu geraten.


            Es darf auf diesem Planeten bis zu + 10 K (Dr. W bezweifelt hier eine Zwangsläufigkeit) wärmer werden, ohne dass eine Art Temperatur-Diktatur, eine Art Expertokratie einreiten, antidemokratisch, muss, und vgl. auch so :

            -> https://de.wikipedia.org/wiki/Welt_im_Wandel_–_Gesellschaftsvertrag_für_eine_Große_Transformation (Dr. W hat sich u.a. auch mit Kräften des “PIK” auseinander gesetzt)


            Mitigation verbunden mit der Hoffnung, dass es nicht so-o viel wärmer wird, auch die sog. CO2-zentrierte Klimasensitivität meinend, bleibt möglich.

            Und, Hand aufs Herz, in einigen Dekaden wird derartige Problemlage womöglich, vielleicht auch unilateraler Maßnahme folgend, sozusagen weggehüstelt werden können ?!
            Geo-Engineering und so ?


            Bonmot :
            Es ist cooler, wenn es wärmer wird.
            (Statt andersherum.)

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Webbaer

          • @Webbaer: Sie hätten es auch kürzer und ehrlicher formulieren können: „Nach mir die Sintflut.“

            Die negativen Folgen der globalen Erwärmung treten längst auf, im Irak sah ich sie bereits 2015 wüten…

  21. Wasser auf die Mühlen zum Thema Fleischverzicht und Klimawandel:
    https://www.uni-bonn.de/de/neues/082-2022?set_language=de
    Titel:
    “Fleischkonsum muss um mindestens 75 Prozent sinken
    In geringen Mengen kann er dagegen durchaus nachhaltig sein, zeigt eine Studie der Universität Bonn”

    Was ich vor einigen Jahren auf meinen Dienstreisen nach China beobachtet habe: Bei den reichen / reichgewordenen Chinesen in den Küstenstädten steht Fleisch in allen Variationen (von allem, was den Rücken zum Himmel trägt – sagt der passende Spruch) und Fisch in richtig großen Mengen ganz vorne auf dem täglichen “Speiseplan”, zusammen mit viel Gemüse. Aber der Reis, der kommt oft gar nicht mehr auf den Tisch, der gilt als arme-Leute-Essen. Das habe ich in den rein chinesischen Restaurants, wo keiner englisch sprach und die Speisekarten nur chinesisch und mit Bildern aller Speisen waren, erst selbst beobeachtet und haben mir die Chinesen dann als “normal” bestätigt.
    Da Xi Jiping vorhat bis zum Jahr 2045 alle Chinesen aus der Armut zu holen, was bisher bei 2/3 schon geklappt haben soll, verheißt das für die Zukunft des Fleischkonsums wohl, dass dieser global weiter stark zunehmen wird, auch wenn oder falls bei uns der Fleischkonsum deutlich zurückgeht.

    • Danke, @Wolfgang Richter. Sie argumentieren also ernsthaft, wir bräuchten in Deutschland unseren eigenen Konsum von Fleisch aus industrieller Tierhaltung gar nicht reduzieren – weil einige Schichten in China ohnehin mehr Fleisch äßen?

      Dieses Argument scheint mir gerade auch im Hinblick auf kommende Generationen nicht überzeugend zu sein. Wenn die negativen Folgen von Fleisch- und Milchkonsum aus industrieller Tierhaltung offensichtlich sind, so ist jede/r in der Verantwortung, für eine Reduktion einzutreten. Zumal es für Landwirt:innen auch wirtschaftlich immer attraktiver wird – und weiter werden muss – als Energiewirt:innen zukünftig nicht mehr aus Verschwendung, sondern aus der Erzeugung (Erneuerbarer) Energien Gewinne zu erzielen.

      • Sorry Michael Blume, aber Sie interpretieren was in meinen Kommentar hinein, was ich weder geschrieben noch angedeutet noch gemeint habe.
        Ich stelle nur fest, dass eine Reduzierung des Fleischkonsums bei uns wohl durch Steigerung des Fleischkonsums woanders kompensiert oder überkompensiert werden wird.

  22. @Michael 23.07. 20:54

    „Wenn die negativen Folgen von Fleisch- und Milchkonsum aus industrieller Tierhaltung offensichtlich sind, so ist jede/r in der Verantwortung, für eine Reduktion einzutreten.“

    Im Prinzip ist der Weltmarkt für Nahrungsmittel schon relevant. Die derzeitigen Preissteigerungen insbesondere auch für billiges Fleisch wie z.B. Hähnchenschenkel haben bei mir eine weitere Reduktion des Fleischkonsums bewirkt. Im letzten Jahr kam ich auf 20% weniger, inzwischen sind es bald 30%.

    Wenn jetzt nicht der Ukrainekrieg für diese Preissteigerungen verantwortlich wäre, sondern stattdessen eine artgerechtere Tierhaltung, dann wäre das noch viel besser. Aber das kann ja noch werden. Der Krieg geht auch wieder vorbei, und das Problem mit der ungünstigen Situation der Tiere in der industriellen Produktion besteht ja weiterhin.

    Von Energiepflanzen halte ich allerdings nur was, wenn man hiermit eine Überproduktion in der Landwirtschaft entschärfen will. Und in der EU haben wir seit etlichen Jahrzehnten nicht mit Mangel, sondern mit Überfluss zu tun. Das ruiniert die Preise, und die Bauern verdienen ihr Geld nicht mehr so recht.

    Wenn sich mehr Leute auf der Welt Fleisch leisten können, wird sich das empfindlich auf die Erzeugerpreise für Futtermittel auswirken. Das kann dann noch mal erst knapp werden, dann teuer und am Ende wird auch der Verbraucher hierzulande mit Fleisch sparsamer umgehen. Gleichzeitig dürften höhere Weltmarktpreise mittelfristig die Weltproduktion erhöhen, insbesondere in Afrika, wo jetzt auf riesigen Flächen nur sehr ineffektiv produziert wird.

    In so einer Situation sollte man dann aber den Energiepflanzenanbau wieder einstellen. Die höheren Preise führen nicht nur zu einer Reduktion des Fleischkonsums bei uns, sondern auch zu Hungerkrisen in ziemlich vielen Entwicklungsländern.

    Und überhaupt hätte ich wirklich keine Lust, mich in meiner Küche drastisch einzuschränken, damit weiterhin Biogas aus Mais hergestellt werden kann. Ein paar Prozent mehr Photovoltaik würde dieses Biogas ersetzen können. Dafür muss man keine wertvollen Ackerflächen verbrauchen. Dazu kommt auch noch, das ein genereller Umstieg auf Bioanbau sehr zu begrüßen wäre, aber zumindest mittelfristig die Erträge bis zu 20% reduziert.

    „..als Energiewirt:innen zukünftig nicht mehr aus Verschwendung, sondern aus der Erzeugung (Erneuerbarer) Energien Gewinne zu erzielen.“

    Gute Idee. Da stelle ich mir einerseits Windräder vor, andererseits auch Photovoltaikmodule auf Weiden an trockenen Standorten. Dort wo es trocken ist, verursacht die Verschattung durch die Module keinen geringeren Ertrag, weil der vom Wasserangebot begrenzt wird. Praktischerweise lässt man zwischen den Modulen Ziegen, Schafe und Kühe weiden, dann muss man keine großen Maschinen einsetzen, für die das zu eng wäre. Und die Tiere halten gleichzeitig die Anlangen von Verbuschung frei.

    So wichtig ist das jetzt aber auch wieder nicht, selbst bei einer vollständigen Energiewende bräuchte man nur ein paar Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen dafür.

  23. @Platzbedarf Solarmodule in Deutschland

    Bei Wikipedia Stichwort Bedarf_an_elektrische_ Energie ist der Stromverbrauch in Deutschland bei ca. 600 TWh angegeben. Der Anteil Erneuerbarer Energieträger ist für 2020 mit 45% davon angegeben. Wenn die Energiewende komplett ist, dann wird sich der Stromverbrauch in etwa verdoppelt haben, weil der Heizungsbereich, die Mobilität und auch die Industrie nicht mehr Gas und Öl einsetzt, sondern Strom bzw. Wasserstoff und dessen Folgeprodukte.

    Wir hätten dann also ca. 1200 TWh zu produzieren. Davon mag die Hälfte auf Windenergie entfallen, die andere Hälfte auf heimische Photovoltaik. Wir hätten also je 600 Twh zu produzieren.

    Umgerechnet auf jeden Einwohner sind das 600.000.000 MWh / 82.000.000 Menschen = 7,317 MWh = 7317 KWh im Jahr.

    Ein Quadratmeter Solarmodul hat derzeit an die 100 W, das sind in etwa 10% von den 1000 W, die die Sonne pro m² liefert, wenn sie senkrecht auf die Fläche trifft. Bei gut ausgerichtetem Anstellwinkel treffen dort ca. 1000 kWh im Jahr an Solarenergie drauf.

    Wir ernten also pro m² Solarmodul etwa 100 kWh im Jahr.

    Um so 7317 kWh zu erzeugen brauchen wir also ca. 73 m² Solarmodule pro Person. Bekommen wir zukünftig einen höheren Wirkungsgrad hin, dann entsprechend etwas weniger.

    Deutschland hat eine Fläche von 358.000 km², das sind pro Einwohner 4.367 m². Die 73 m² Photovoltaikmodule bräuchten also 73 / 4367 = 1,67 % der Fläche.

    Ein Teil davon wird auf Dächern montiert, und verbraucht dort keinen zusätzlichen Platz.

    Der Rest, der auf der grünen Wiese aufgestellt wird, der braucht dann noch zusätzliche Zwischenräume, die allerdings ganz normal als Weide genutzt werden können, und nicht als verbrauchte Fläche gerechnet werden müssen. Auch die direkte Verschattung der Module wird an trockenen Standorten keine Minderung des Weideertrages kosten, weil dort die zur Verfügung stehende Wassermenge über den Ertrag entscheidet.

    Sind die Zwischenräume 3 mal größer als die Module selbst, und werden die Hälfte der Module auf Weiden installiert, dann kommen wir auf 1,67 % * 4 / 2 = 3,34 % der Gesamtfläche, die wir hierfür brauchen.

    Wenn wir von 20 % allgemeinen Anteil für Weide/Grünlandflächen ausgehen, dann nutzen wir ca. 3,34 % / 0,20 = 16,7 % dieser Flächen, um eine Kombination von Weidewirtschaft mit Photovoltaik zu realisieren. Offenbar haben wir also reichlich geeignete Weide/Grünlandflächen.

    Diese Module wird man einmal an trockenen und sonnenreichen Standorten aufstellen, aber auch möglichst in der Nähe der Verbraucher bzw. mit guter Anbindung an das Stromnetz. So wird dann tatsächlich so mancher Landwirt zum Energiewirt.

    Die Kombination von Solarmodulen und Weidewirtschaft ist einfacher, als wenn die Module mit Ackerflächen kombiniert werden, hier braucht man hohe Gerüste, dass man mit dem Trecker drunter durch fahren kann. Auf der Weide braucht man nur einfache und niedrige Konstruktionen. Auch kann man eine artgerechtere Tierhaltung gut mit den Solarmodulen kombinieren. Dafür bräuchten wir mehr Weideflächen, wo sich die Tiere aufhalten und fressen können. Neben Grasfressern sind auch Hühner durchaus geeignet, um den Bewuchs unter den Modulen kurz zu halten.

    • @Tobias Jeckenburger
      Ihre Rechnung in allen Ehren, aber die Sonne scheint nun mal nachts nicht und im Winter ist der Ertrag von PV durch den niedrigen Sonnenstand, die kurzen Tage und die manchmal tagelang vorhandenen Nebel und dicken Wolken sehr gering.
      Ohne Back-up geht es nicht. Was ist Ihr Vorschlag oder Ihre Meinung zur Realisierung dieses Backup?

  24. @Wolfgang Richter 26.07. 22:28

    „aber die Sonne scheint nun mal nachts nicht…“

    Hier haben wir ja auch noch die Windenergie, die insbesondere im Winter wesentliche Beiträge liefert.

    „Ohne Back-up geht es nicht. Was ist Ihr Vorschlag oder Ihre Meinung zur Realisierung dieses Backup?“

    Solange wir noch sowieso Fossiles im Mix haben, liefern die Altanlagen jederzeit genügend Backup. Erst wenn der Ausbau der Erneuerbaren ein Mehrfaches der derzeitigen Kapazitäten erreicht, werden neue Speichermöglichkeiten akut. Und wir werden wohl auch noch lange Atomstrom aus Frankreich beziehen können. Die können ihre AKWs nachts nicht abschalten, und werden uns gerne öfter mal Nachtstrom verkaufen.

    Wenn es dann soweit ist, werden wir für kurzfristigen Einsatz mit Ladezyklen größer als 50 im Jahr Lithiumbatterien einsetzen. Das meiste davon wird schon in den dann überwiegenden Batteriefahrzeugen verbaut sein, nur ein Teil wird stationär und dann meist direkt im Keller der Verbraucher stehen.

    Für den langfristigen saisonalen Einsatz eignet sich Wasserstoff, der in den Überschussphasen hergestellt wird, und dessen Folgeprodukte. Diese können dann langfristig gespeichert und weltweit per Schiff oder Pipeline verteilt werden, je nachdem wie die Wetterlagen es erfordern. So kann man dann auch überregionale und mehrjährige Mangelsituationen auffangen.

    Im mittleren Bereich von 5 bis 20 Ladezyklen im Jahr könnten wir noch Neuentwicklungen gebrauchen. Theoretisch geht das am einen Ende auch mit Lithiumakkus und am anderen Ende mit Wasserstoff, aber eben nur suboptimal.

    Generell würde man dazu übergehen, den aktuellen Netzpreis minutengenau an alle Verbraucher weiterzugeben. Das kann auch erheblich den Speicherbedarf reduzieren. Wenn man dann z.B. eine elektrische Wärmepumpe mit einer Holzheizung kombiniert, dann läuft die Wärmepumpe nur wenn genug Strom im Netz ist, herrscht dort Mangel, dann spingt die Holzheizung an. Auch in der Industrie gibt es wohl auch viele Prozesse, die man dann einfach nur dann laufen lässt, wenn der aktuelle Strompreis niedrig ist.

    Insgesamt sehe ich hier keine unlösbaren Probleme. Was die Energiewende unterstützen und wesentlich beschleunigen würde, das wäre ein vernünftigerer Konsum und wenn viele Produkte einfach länger halten würden. Wenn hier die Klimafolgen entsprechend eingepreist würden und wenn man längere Garantiezeiten für alle möglichen Waren vorschreiben würde, dann ginge es auch hiermit voran.

Schreibe einen Kommentar