Solarpunk statt Detroit: Elektroautos erobern Stuttgart!

Als ich nach den Erfahrungen und Beobachtungen im Irak schon 2017 ein Elektro-Familienfahrzeug kaufte, musste es noch ein Franzose sein – denn die einst so innovative, süddeutsche Autoindustrie hatte noch keine Modelle im Angebot! Noch im Mai 2024 – also sieben Jahre später – kritisierte ich das Shareholder-Value-Verhalten des Mercedes-Managements, das Rekord-Dividenden an die Aktionäre und Boni an die Chefetagen ausschüttete, statt entschlossen in solare Zukunftstechnologien zu investieren.

Ein weißes Renault-Elektroauto auf einem Parkplatz zwischen grünen Bäumen.

Unser erster – inzwischen erfolgreich weiterverkaufter – 100% Batterie-elektrischer Renault Zoë von 2017. Foto: Michael Blume

In all diesen Jahren galt es in einem stetigen Kampf – auch auf diesem Blog – für erneuerbare Friedens- und Wohlstandsenergien sowie gegen fossile Desinformation einzutreten. Alleine über die Lügen gegen solar beladene Batterien ließen sich ganze Bücher schreiben!

Mastodon-Post vom November 2024 gegen fossile Desinformation von Dr. Michael Blume @BlumeEvolution mit dem Text: Guten Morgen - Tässle Kaffee? Wir Blumes fahren seit bald 8 Jahren 100% elektrisch & solar und können bestätigen: Elektroauto-Batterien halten viel länger als gedacht. Die Angstmache der fossilen Lobbyisten schadet Mitwelt & Menschen. #Elektroauto #Batterien #Laufzeit

Mastodon-Post vom November 2024 gegen fossile Desinformation gegen Elektroauto-Batterien. Post & Screenshot: Michael Blume

Und heute, am 13. Februar 2026, eröffnete die Stuttgarter Zeitung mit der Titelgeschichte:

Gewinn bei Mercedes bricht erneut ein – Der Autobauer muss schwache Zahlen verkünden. Im laufenden Jahr sollen neue Modelle das Ergebnis verbessern.

Auf Seite 17, Stuttgart Stadt & Region, folgte jedoch ein überaus erfreulicher Bericht durch Sebastian Steegmüller:

E-Autos erobern Stuttgarts Straßen Knapp jeder vierte Neuwagen, der in Stuttgart zugelassen wird,, fährt vollelektrisch. Bis 2029 könnten es bereits 50 Prozent sein.

Demnach im Jahr 2025 in Stuttgart 34.233 Personenkraftwagen (Pkw) neu zugelassen worden, davon 23,9 Prozent Elektroautos (gegenüber nur 7,2 Prozent in 2020). 25,9 Prozent waren Hybridfahrzeuge, 19,4 Prozent Plug-in-Hybride. Die reinen Verbrennerautos fielen auf nur noch 30,8 Prozent und werden in den nächsten Jahren ihre Vorrangstellung verlieren – sehr spät, aber endlich.

Der schnelle Erfolg der Elektroautos ist gut für unsere globale Mitwelt, unsere europäische Heimat, unseren regionalen Wohlstand – und schlecht für die Fossilisten in Moskau, Teheran, der arabischen Welt, aber auch für jene in Washington und Berlin.

Eine Deutschland-Karte zur "Photovoltaik in Deutschland 2024" verzeichnet den meisten Solarstrom in Bayern (26.588 MWp), Baden-Württemberg (12.441 MWp) und Nordrhein-Westfalen (12.032 MWp).

Schon 2024 verzeichneten auch die süddeutschen Industriestaaten, insbesondere Bayern, einen massiven Solarboom. Die Energie-Debatten im Bundesrat werden spannend! Grafik: Fraunhofer ISE Stand 01/2025

In Stuttgart hatten wir den Niedergang unserer Auto- und Zuliefererindustrie unter dem Stichwort Detroit diskutiert – jener Stadt in den USA, dessen Autoindustrie nach dem arabischen Ölboykott nach der militärischen Niederlage gegen Israel 1973 nicht schnell genug auf Benzin-sparende Modelle umgeschwenkt war.

Demografie und Deindustralisierung – Die Nachfrage nach Autos sinkt sogar in Stuttgart

Aufgrund weiterhin niedriger Kinderzahlen und immer weniger Zuwanderung altert und sinkt die Bevölkerung auch in Stuttgart immer schneller. Und das hat selbstverständlich Folgen auch für die Nachfrage (!) nach Automobilen: Gegenüber 302.740 Pkw am 31. Dezember 2020 sei bereits “ein Rückgang von drei Prozent zu verzeichnen.” – also um die 9.000 Pkw alleine in dieser Auto- und Landeshauptstadt.

Da die Zahl der Kinder bereits seit etwa 2012 (UN-offiziell seit 2017) weltweit sinkt (sog. “Peak Child”), beginnt selbstverständlich auch der Weltmarkt an immer mehr Orten zu schrumpfen. Gleichzeitig produzieren immer mehr – auch etwa chinesische – Autofabriken mit immer mehr Robotern immer mehr Fahrzeuge. So erläuterte es der damals scheidende Porsche-Chef Oliver Blume am 15.12.2025 ebenfalls in der StZ für sprachlich Eingeweihte:

Der europäische Automobilmarkt ist heute um über zwei Millionen Einheiten kleiner als vor fünf Jahren. Hinzu kommt: wir haben viel mehr Wettbewerber im Markt und in einzelnen Segmenten dreimal so viele Produkte.

Diesen geballten Druck spüren wir. Und dafür müssen wir uns in Deutschland intelligent aufstellen.”

Grafik zu den UN World Population Prospects 2024 mit dem Titel: The world has passed "peak child", deutsch: Die Welt hat den Kindergipfel überschritten, d.h. die Zahl der Kinder sinkt weltweit.

Jenseits von Peak Child: Selbst nach den offiziellen und mutmaßlich weit übertriebenen UN-Daten sinkt bereits die Zahl der Unter-5-jährigen, der Unter-15-jährigen und auch der Unter-25-Jährigen weltweit! Und klar verstärkt sich dieser Effekt rapide, so dass ich schon in den 2030er Jahren mit realistischeren Daten und einem weltweiten Bevölkerungsrückgang rechne. Grafik: Our World in Data 2025, CC BY 

Brauchen einen Dialog über Arbeit, Nachfrage & Demografie

Aus meiner Sicht ist es also völlig falsch, Wirtschaftspolitik weiter einseitig fossil, angebots- und produktionsorientiert zu denken. Wohlhabend werden jene Solarpunk-Arche-Regionen bleiben, die solar, nachfrage- und demografieorientiert wirtschaften. Denn KI-Roboter produzieren zwar weitere Roboter (und Moltbook-Bots üben bereits Mimesis), aber Autos kaufen keine Autos.

Mastodon-Umfrage durch Michael Blume @BlumeEvolution vom 12.02.2026: "Auch die deutsche Bevölkerung schrumpft wegen fehlender Geburten & Zuwanderung immer schneller, 2025 schon um 100.000 Menschen, bald 300 pro Tag. Welche Auswirkungen siehst Du?" 337 stimmten ab. 17% hielten "die Schrumpfung für nur schlecht." 8% hielten "die Schrumpfung für nur gut." 70% sahen "gute & schlechte Auswirkungen" und 5% hatten "nie drüber nachgedacht / keine Meinung".
 

Auch die bundesdeutsche Bevölkerung schrumpfte 2025 bereits um 100.000 Menschen, knapp 300 pro Tag. 70% von 337 Abstimmenden auf Mastodon sahen darin “gute & schlechte Auswirkungen”. Post & Screenshot: Michael Blume

Über die Demografie-Deindustrialisierung-Erfahrungen aus Japan, das auf einen dramatischen Bevölkerungsrückgang leider ebenfalls noch mit Rechtsmimesis reagiert, möchte ich schon in den nächsten Tagen mit BWL-Prof. Dr. Inan Ince in der nächsten Folge von “Blume & Ince” sprechen. Danke für Euer bisher schon lebhaftes Interesse!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

68 Kommentare

  1. @Hauptartikel

    „Der europäische Automobilmarkt ist heute um über zwei Millionen Einheiten kleiner als vor fünf Jahren.“

    Einerseits können sich noch immer mehr Menschen in ärmeren Ländern ein eigenes Auto leisten. Das kann noch ein paar Jahre helfen.

    Andererseits träume ich als begeisterter Radfahrer von einem Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Batteriefahrzeugen. Die einen können dann ganz billig Sammeltaxifahren, und wir haben endlich den nötigen Platz für vernünftige Radwege. Und für vieles mehr im urbanen Raum, etwa Schwammstadtmaßnahmen.

    Dazu kommt wohl noch, dass E-Autos länger halten als Verbrenner, insbesondere bei viel Fahrleistung im Jahr.

    Ich bin da aber zuversichtlich, dass wir mit deutlich weniger PKW-Absatz auch klarkommen werden. Die Menschen sparen dann viel Geld, und die allermeisten werden es für was Anderes ausgeben. Unterm Strich ändert das wenig. Auch nicht auf dem Arbeitsmarkt. Und wenn doch, dann schrumpft die Wirtschaft eben ein wenig. Umso eher haben die Menschen Luft für mehr Kinder.

    Länder wie Holland oder Dänemark sind da mehr als 20 Jahre vor uns, was den Fahrradanteil vom Verkehr betrifft. Vermutlich kein Zufall, dass beide Länder keine eigene Autoindustrie haben.

    • Ja, @Tobias – der Trend geht ja schon immer stärker in diese Richtung. Junge Stadtleute – zumal ohne Kinder – und Ältere brauchen immer seltener eigene Autos. Stattdessen wächst der Druck zu besserem ÖPNV, steigt die Nachfrage nach Carsharing und lässt z.B. Hamburg nur noch Elektrotaxis zu.

      Und volkswirtschaftlich macht es selbstverständlich völlig Sinn, die Verkehrsmobilität mit eigener Solarenergie zu betreiben statt mit überteuerten, dreckigen und abhängig machenden Erdöl-Importen! Schon jetzt nimmt auch die Lärmbelästigung durch die lauten Verbrennermotoren merklich ab.

      Ein Problem ist freilich die Nachfrage: Europäische Autokonzerne werden sich etwa in den Bereich der europäischen FOSS weiterentwickeln müssen, um aus den Lizenzgebühren und der Abhängigkeit von US-Konzernen heraus zu finden und selbst bessere Software-Lösungen anbieten zu können. Es dürfte m.E. noch schneller und mutiger gehen, aber die Richtung stimmt.

    • Guten Abend, @Tobias Jeckenburger,

      „Andererseits träume ich als begeisterter Radfahrer von einem Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Batteriefahrzeugen. Die einen können dann ganz billig Sammeltaxifahren, und wir haben endlich den nötigen Platz für vernünftige Radwege. Und für vieles mehr im urbanen Raum, etwa Schwammstadtmaßnahmen.“

      Das spricht mir aus der Seele. Ich fahre zwar Auto, bin aber im Herzen eher auf dem Rad unterwegs und gehöre zu denen, die täglich mit den Risiken des Raumkonflikts zwischen Rad- und Autofahrenden leben müssen. Auch führt die allgemeine Bevorzugung des motorisierten Verkehrs meines Erachtens dazu, dass viele Autofahrer (hier kann ich wohl weitgehend aufs Gendern verzichten), die ohnehin schon rücksichtslos fahren, sich eingeladen fühlen, auf ein sogenanntes „Gewohnheitsrecht“ zu pochen – etwa Gehwege zuzuparken oder Radfahrende mit viel zu geringem Abstand zu überholen.

      Wenn ich als Autofahrer einmal langsamer fahre, um den Radfahrenden vor mir mit angemessenem Abstand überholen zu können, erlebe ich in der Regel wütende Lichthupen ungeduldiger Autofahrer hinter mir. Ich wünsche mir, dass sich das ändert – ohne dass ich komplett aufs Auto verzichten muss. Ich träume von einer Stadtplanung und einem gesellschaftlichen Klima, die andere Prioritäten setzen.

      Und was das Auto betrifft: Wir haben uns ein E-Auto geleast, was nicht ganz billig ist. Wir gehören zu den wenigen, die zur Miete wohnen und trotzdem E-Auto fahren – und daher nicht günstig zu Hause „tanken“ können. Von daher ist es ein etwas teures Vergnügen. Wir überlegen, nach der ersten Leasingperiode wieder auf Carsharing umzusteigen.

      Aber auch das gehört zu meiner Erfahrung: Seit ich E-Auto fahre, will ich nie und nimmer zum Verbrenner zurück. Das Fahren ist so viel angenehmer – kein Lärm, sauber, und ein tolles Fahrgefühl. Ich hoffe nur, dass E-Auto-Fahren in Deutschland in absehbarer Zeit günstiger wird.

  2. Das ist sehr erfreulich! In großen Städten wie Stuttgart oder Nürnberg funktioniert der ÖPNV. Aber auch da gibt es offensichtlich noch Verbesserungsbedarf. So weist Bündnis90/Die Grünen in Nürnberg in einem Kurz-Video zur Kommunalwahl am 08.03.2026 darauf hin, dass nachts nichts fährt.

    Angesichts umkämpfter Parkplätze im innerstädtischen Bereich, aber auch in Stuttgarter Wohngebieten in Degerloch oder Möhringen, bleiben die Themen “Parken” und “Laden” (E-Autos) aktuell.

    Die Anpassung der Städte an die Folgen des Klimawandels (Starkregen, Hitze) muss daher auch das Auto und den entsprechenden Platzbedarf mit einbeziehen. Öffentliche Ladestationen gehören dazu, wenn das E-Auto noch an Zuspruch gewinnen soll.

    Das ist vor allem deshalb wichtig, damit auch die Politik erkennt, dass nicht nur der Verbrenner sondern auch das E-Auto Arbeitsplätze sichert und im besten Fall neue entstehen. Das betrifft die Branche der Zulieferer ebenso.

    Was die “Arche-Regionen” betrifft, die sich mit erneuerbaren Energien und Maßnahmen der Anpassung fitmachen, sehe ich die Zukunft etwas skeptischer. Fossilisten an den Schalthebeln der Macht können solche Bemühungen leicht durch entsprechende gesetzliche Regelungen torpedieren oder verhindern.

    Auto, ÖPNV, Rad- und Gehwege bilden im besten Fall eine ideale Mischung.

    • Vielen Dank, @Marie H. – gerne gehe ich dialogisch auf Ihre ermutigenden Ausführungen ein.

      Sie schrieben:

      Das ist sehr erfreulich! In großen Städten wie Stuttgart oder Nürnberg funktioniert der ÖPNV. Aber auch da gibt es offensichtlich noch Verbesserungsbedarf. So weist Bündnis90/Die Grünen in Nürnberg in einem Kurz-Video zur Kommunalwahl am 08.03.2026 darauf hin, dass nachts nichts fährt.

      Aus meiner Sicht drohen – wie bereits auch in Japan – auch bei uns in Europa städtische und ländliche Räume zunehmend stärker auseinander zu fallen: Wo junge Menschen, Kinder immer knapper werden, schwächelt dann auch die Verkehrs-Infrastruktur. Wo erst einmal Schulen dichtmachen müssen, gibt es kaum noch ein Zurück.

      Auch wirtschaftlich gibt es eine Schwelle zwischen bürgerlichen Schichten mit Eigenheim, die bereits jetzt von Solartechnologie und Elektroautos profitieren können – und ärmeren Menschen, die von den steigenden Kosten durch die zunehmend unwirtschaftlichen, fossilen Heizungen und Motoren getroffen werden. Daher wäre eine stärkere Berücksichtigung von Demografie und eine sozial klügere Ausrichtung der Solar-Förderprogramme aus meiner Sicht schon dringend. Der bayerische Solar-Rekord, auf den ja sogar die Freien Wähler umgeschwenkt sind, macht eben auch Wohlhabende wohlhabender. Immerhin ist die Wertschöpfung dabei regional.

      Angesichts umkämpfter Parkplätze im innerstädtischen Bereich, aber auch in Stuttgarter Wohngebieten in Degerloch oder Möhringen, bleiben die Themen “Parken” und “Laden” (E-Autos) aktuell.

      Die Anpassung der Städte an die Folgen des Klimawandels (Starkregen, Hitze) muss daher auch das Auto und den entsprechenden Platzbedarf mit einbeziehen. Öffentliche Ladestationen gehören dazu, wenn das E-Auto noch an Zuspruch gewinnen soll.

      Ja, bisher werden Elektroautos vor allem von Eigenheimbesitzern erworben, die zuhause laden können. Ich hatte das Glück, schon Jahre kostenpflichtig am Arbeitsplatz in Stuttgart laden zu können, bevor auch wir uns dann eine Solaranlage daheim leisten konnten.

      Auch in Stuttgart fehlt es inzwischen vor allem an Batteriespeichern, da der Solarstrom sommers und über Mittag immer neue Rekorde bricht.

      Das ist vor allem deshalb wichtig, damit auch die Politik erkennt, dass nicht nur der Verbrenner sondern auch das E-Auto Arbeitsplätze sichert und im besten Fall neue entstehen. Das betrifft die Branche der Zulieferer ebenso.

      Wir sehen das ja auch bei der Wärmepumpe, die sich längst am Markt gegenüber den fossilen Alternativen durchgesetzt hat. Den Fossilisten ging es ja nicht wirklich um Technologieoffenheit, sondern um Angstmache und Abzocke. Das hat Deutschland als Industrie- und Technologiestandort geschadet, sinnvolle Investitionen verzögert und Arbeitsplätze vernichtet.

      Was die “Arche-Regionen” betrifft, die sich mit erneuerbaren Energien und Maßnahmen der Anpassung fitmachen, sehe ich die Zukunft etwas skeptischer. Fossilisten an den Schalthebeln der Macht können solche Bemühungen leicht durch entsprechende gesetzliche Regelungen torpedieren oder verhindern.

      Ja, wir erleben gerade weltweit und auch in Deutschland ein Ringen zwischen zentralistischen Nationalstaaten, die ihre fossilen Strukturen und Profite möglichst lange erhalten wollen einerseits und dynamischen Regionen (in Deutschland: Bundesländern) andererseits, die die Energie-Wertschöpfung selbst vornehmen wollen. Deswegen bin ich sehr gespannt zu beobachten, ob und wie es der fossile Konzern-Wunschzettel unserer preußischen Gaslobbyistin im Ministeramt durch die Bundesregierung, den Bundestag und vor allem auch den Bundesrat schafft. 2026 wird noch inhaltlich richtig spannend!

      Auto, ÖPNV, Rad- und Gehwege bilden im besten Fall eine ideale Mischung.

      Exakt, ja. Eine kluge Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik würde vor allem die Kommunalpolitik so stärken, dass sie Verkehr, Bildung und Integration aktiv und regional sinnvoll gestalten kann. Leider widerspricht das jedoch dem preußischen Zentralismus, der derzeit noch die Bundespolitik prägt. Bin gespannt, ob und wie sich der Föderalismus wieder entdecken und stärken lässt.

  3. Wie viele Fliegen wären mit einer Klappe erschlagen, wenn wir unsere Korruption auf ein erträgliches Maß herunterschrauben könnten?

    Eine Grundregel der Evolution: Die Umwelt setzt die Qualitätsstandards, das Lebewesen sucht durch Versuch und Irrtum die dümmste, faulste Möglichkeit, sie gerade noch so zu erfüllen. Das ist eigentlich sehr schlau, denn die faulste, dümmste Weise ist die effizienteste und sparsamste.

    Scheitert aber, wenn Sie genug Hirn haben, um die Zukunft vorauszusehen. Denn dann haben Sie zwar die Möglichkeit, Ihre Qualitätsstandards schon heute so zu setzen, dass Sie auf die Zukunft vorbereitet sind und sie locker meistern können – aber noch lange nicht die Fähigkeiten dazu.

    Die Qualitätswächter Europas verhalten sich wie der Wächter von Ford Knox, der für zehn Dollar das Tor weit aufmacht, damit die Mafia das Gold in Lastwagen abtransportieren kann. Und sind damit so erfolgreich, dass jeder, der kann, sein Türchen und Fensterchen umwirbt, Tunnel gräbt oder Breschen schlägt, um ein Ticket nach El Dorado verkaufen zu können, und der harte Wettbewerb die Ticket-Preise drückt, sodass sie sich verhalten wie verzweifelte Crack-Huren an der Straßenecke, die sich um jeden Freier prügeln.

    In den fetten Jahren gab’s nix zu tun und trotzdem reichlich Futter – also investierten wir in die Umverteilung des Futters, in Dienstleistungen und Luxus, zu denen sowohl Krankenhäuser und Sozialstaat, wie Korruption, Bürokratie und Paläste und Spielplätze für die Reichen gehören.

    Jetzt passieren zwei Dinge gleichzeitig, die zusammenhängen – 1000 Jahre Westen endeten mit der Wiederwahl von Donald Trump, wir sind keine Weltherrscher mehr, Deutschland hat allein weniger Kampfgewicht als Nigeria oder Mexiko, kann vorläufig noch mit dem Tafelsilber aus besseren Zeiten punkten, wie die Russen oder Amis, und mit der Verlust der Platzhirsch-Position wird auch die Futterzufuhr drastisch reduziert. Und – die Verteilungskämpfe entwickelten aus Amateur-Legisten WM-Profis, aus den etablierten Dieben und Trickbetrügern wird die aggressive Bettelei und Schutzgelderpressung der Populisten, bis hin zu den Raubzügen von Putin und Trump.

    Und Deutschland, und Europa? Wir wirtschaften unbekümmert wie bisher: Nach dem Prinzip Stuttgart-21 und Berliner Flughafen. Der Staat schenkt Steuergelder an seine Kumpels von der Wirtschaft, die sie an die Aktionäre umverteilen, der Steuerzahler kriegt irgendwelche billig zusammengepfuschten Attrappen und Potemkischen Flughäfen als Knochen hingeworfen.

    Und weil man dann ja trotzdem den Flughafen, die Waffen, die Windräder in der Nordsee braucht, dient der eigene Pfusch als prima Vorwand, das Ganze noch mal zu machen. Und noch mal. Und noch mal.

    Die Mogelpackungen im Supermarkt entstehen nach dem gleichen Muster – die Firmen stecken die Profite ein, statt sie in Produkte zu investieren, weil sich der Käufer mit jedem Müll abspeisen lässt. Und auch die Staaten wetteifern nach dem Muster – diejenigen, die die billigsten, rechtlosesten Arbeiter haben, kassieren die Investitionen, diejenigen, die auf Sozialstandards, Arbeiterrechte und Menschenrechte achten, haben das Nachsehen.

    Nicht zu vergessen, dass die billigste Art, sich ums Regieren herumzupfuschen, die Tyrannei ist, und die billigste Art, sich um Wirtschaft herumzupfuschen, Krieg. Natürlich sind sie am Ende auch die bei Weitem teuersten.

    Der Endverbraucher achtet vor allem auf den Preis, nicht auf die Qualität. Damit macht er zwar den Job, zu dem ihn die Evolution berufen hat, befeuert aber auch eine Wirtschaft, die billig-billig will, die ihn für kleines Geld mit Pfusch zukleistert, den er dann aber viel, viel öfter bezahlen muss, als wenn er es einmal richtig machen würde. Ohne TÜV und Stiftung Warentest frisst er halb verdautes Rohöl in Pixelsoße, und all seine Arbeitsleistung verpufft in Inflation und Schulden und Plagen von Börsen-Heuschrecken.

    Und die Energiewende folgt dem Muster: Erst mal, „billiges“ Gas aus Russland, das komischerweise teurer war als im Rest Europas, das es woanders kaufte. Dann – die massiven Investitionen in LNG, um sich von Amerika abhängig zu machen. Jetzt – die massiven Investitionen in die Energiewende, Decoupling auch von Amerika – begleitet von massiven Versuchen, sie zu sabotieren und die Kosten noch mehr in die Höhe zu treiben.

    In einem solchen System ist die Forderung nach Kürzungen bei den Schwächsten nicht nur eine bodenlose Frechheit – sie ist auch sinnlos, da diese nur einen geringen Anteil an der Gesamtbeute verfressen. Leider ist es für die Reichsten die dümmste, faulste Art, ihre Profite abzusichern, für den Staat, die Haushaltslöcher zu stopfen, für den Bürger, sich vor seinem Job als Souverän zu drücken, den Mächtigen Feuer unterm Hintern zu machen und deren Qualität so zu erhöhen, dass sie den Härten der dürren Jahre gewachsen sind.

    Wenn Sie den Rechten Konkurrenz machen wollen, kleben Sie sich einen Deutschland- und Europa-Aufkleber auf ihr Auto und verkaufen Sie die Energiewende als patriotische Pflicht. In einem Land ohne eigene Energieträger, das sich für Sprit ausverkaufen muss, ist sie das ja auch, und am besten fährt man, wenn die Wahrheit und die Fakten die ganze Propaganda-Arbeit für einen erledigen, denn die haben Holzhämmer drauf, da kann Trump einpacken. Die Chinesen haben’s begriffen, deswegen investieren sie ja so viel in das Sonnen-Öl. Weil wir hier aber sehr höflich und leicht links sind, brauchen wir einen Euphemismus für „Vaterlandsverräter“, wenn wir die Verbrenner-Lobby beschimpfen – auch wenn das wie immer die Frage aufwirft, ob „Schwein“ auch dann eine Beleidigung ist, wenn es sich auf ein Schwein bezieht, denn es ist ja die sachlich korrekte Bezeichnung.

    Doch ich kann ja weder einem Schwein vorwerfen, dass es grunzt, noch, dass die Menschen versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Die Mächtigen zocken Staat und Gesellschaft ab, weil die es zulassen. Sie machen ihren Job und kassieren ihren Lohn, Staat und Gesellschaft machen den ihren nicht und zahlen deshalb die Zeche. Nur wenn sie zu schwach wären, sich zu wehren, wären sie Opfer.

    Doch sowohl Stuttgart wie Minneapolis zeigen – so schwach sind wir nicht.

    Die Menschheit wird erwachsen. Damit muss sie Verantwortung für Dinge übernehmen, die bislang wie Manna vom Himmel fielen – auch die Kinder. Auch bei Kinder-Anbau ist Sklaverei die einfachste, billigste Lösung, und die sehen wir auch schon in vielen Gesellschaften, die Frauen auf Kinder, Küche, Kirche reduzieren wollen, oder Moschee oder was die da immer haben. Doch auch hier braucht es Qualitätsstandards, die eine höher entwickelte, ergiebigere Wirtschaft erzwingen, die fähig ist, die Familien für ihre hohe Leistung zu entlohnen und den Job attraktiv zu machen.

    Kinder kriegen ist ein Job für Sklaven, die Eltern bluten dafür, eine Dienstleistung für alle zu erbringen. Sie kriegen körpereigene Drogen dafür, doch sobald sie billigere Drogen haben, wären sie ja schön blöd, nicht darauf auszuweichen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung muss stimmen, damit Menschen Opfer bringen.

    Warum bezahle ich Donald Trump, damit er mich schikaniert, warum bezahle ich Putin, damit er mich bombardiert, warum bezahle ich einen Musk, damit er mich belügt, warum bezahle ich Aktienmärkte, damit sie mich ausplündern, warum bezahle ich fossile Industrien, damit sie mich vergiften, aber keine Mütter und Väter, damit sie Kinder aufziehen?

    • Danke, @Paul S. – aber: Nein.

      Sie schrieben m.E. sachlich falsch:

      Eine Grundregel der Evolution: Die Umwelt setzt die Qualitätsstandards, das Lebewesen sucht durch Versuch und Irrtum die dümmste, faulste Möglichkeit, sie gerade noch so zu erfüllen. Das ist eigentlich sehr schlau, denn die faulste, dümmste Weise ist die effizienteste und sparsamste.

      Wenn es so wäre, gäbe es in Europa keine kinderreichen Familien und Religionsgemeinschaften mehr. Doch die biokulturelle Evolution eröffnet eben auch Potentiale, die von wenigen – quer durch alle Weltreligionen – auch erschlossen werden. Das ist anstrengend, aber evolutionär erfolgreich.

      Die Menschheit geht gerade mal wieder durch einen biokulturellen Flaschenhals. Das beschleunigt die evolutionären Prozesse jedoch & muss keineswegs das Ende sein.

  4. @Michael 14.02. 11:10 / 12:25

    „Ja, bisher werden Elektroautos vor allem von Eigenheimbesitzern erworben, die zuhause laden können.“

    Das hat sogar zwei gravierende Gründe. Die öffentliche Ladesäule hier um die Ecke kostet 82 ct die Kwh, das ist nicht billiger als Benzin. Bei der eigenen Solaranlage kann es 8 ct die Kwh sein. Und 11 Kw Ladeleistung dauert auch noch. An der Tankstelle eine Ecke weiter hat man jetzt immerhin 4 Ladeplätze mit je 300 Kw installiert, das geht dann wenigstens schnell.

    Der zweite wichtige Grund dürfte sein, dass sich ärmere Leute grundsätzlich nur ältere Gebrauchtwagen leisten können. Die sind in der E-Version derzeit wohl noch kaum zu haben.

    „Doch die biokulturelle Evolution eröffnet eben auch Potentiale, die von wenigen – quer durch alle Weltreligionen – auch erschlossen werden. Das ist anstrengend, aber evolutionär erfolgreich.“

    In der Tat gehen hier eine Menge Leute eben nicht den Weg des geringsten Widerstandes. Und denen gehört dann auch die Zukunft.

    Faul und dumm geht auch, aber ist eben NICHT evolutionär erfolgreich.

    Das gilt nicht nur für die Demografie, sondern auch für die Energiewende, die eben von Menschen vorangetrieben wird, die ihre eigene Verantwortung klar sehen und entsprechend real umsetzen.

    Destruktivere Kräfte halten dagegen, ja. Aber der Kampf läuft noch, und ist noch nicht entschieden.

    Was am Ende von dem Planeten und der Menschheit übrig bleibt, ist auch der Wissenschaft nur recht ungenau bekannt. Aber wer wirklich was auf sich hält, der will wohl lieber Teil der Lösung, und nicht Teil des Problems sein.

    „Die Menschheit geht gerade mal wieder durch einen biokulturellen Flaschenhals. Das beschleunigt die evolutionären Prozesse jedoch & muss keineswegs das Ende sein.“

    Nur wer dennoch hinreichend Kinder groß zieht pflanzt sich auch fort. Das ist völlig simpel, aber funktioniert zu 100 %. Naturgesetze sind nicht korrumpierbar.

    Offenbar steuert die Welt auf eine Klimakrise und gleichzeitig auf eine erhebliche demografische Schrumpfung zu. Und den Kindern von heute geht es eben dennoch supergut, weil eben ein echt schwieriges erhitztes Klima mit jede Menge Platz zum Leben zusammenfällt.

    Das sind doch auch Perspektiven.

    • Herzlichen Dank, lieber @Tobias – Du sprichst mir aus der Seele!

      Heute Morgen, am 14.02.2026, stand in der Stuttgarter Zeitung, S. 9, Wirtschaft:

      EU kauft noch immer russisches LNG

      Erst in eineinhalb Jahren darf per Verordnung kein Gas aus Russland mehr in die EU importiert werden. Bislang verdient Russland noch Milliarden.

      BRÜSSEL. Die EU hat im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von 7,4 Milliarden Euro importiert. Das sind rund 3 Prozent weniger als 2024 (rund 7,6 Milliarden), wie aus Daten der Eurostat hervorgeht.

      Insgesamt wurde 2025 Flüssigerdgas (LNG, liquefied natural gas) im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro importiert. Das meiste – für rund 24,2 Milliarden Euro – kam aus den USA.

      Wer das Konzept erneuerbarer Friedensenergien & Wohlstandsenergien einmal begriffen hat, kann den „schwereren“, aber strategisch klügeren Weg wählen: Erneuerbare Energien im Inland erzeugen statt die Zerstörung von Mitwelt und Mitmenschen fossil weiter zu finanzieren.

      Künftige Förderung sollte dabei auch die ärmeren Menschen und ländlichen Räume Solarpunk – gewinnen!

  5. @Michael 14.02. 16:02

    „Erneuerbare Energien im Inland erzeugen statt die Zerstörung von Mitwelt und Mitmenschen fossil weiter zu finanzieren.“

    Einmal das. Aber soweit ein fossiles Strombackup wirklich noch nötig ist, kann man auch statt LNG einfach noch die eigene Braunkohle nutzen. Und vor allem jetzt keine neuen reinen Erdgaskraftwerke mehr bauen.

    Was wir dagegen brauchen, das wären Fernheizungsnetze auf Basis von Großwärmepumpe in Kombination mit Kraftwärmekopplung in Form von Universalgasmotoren, die neben Erdgas auch mit Biogas und Wasserstoff laufen können, je nachdem, was gerade verfügbar ist.

    Und wenn die Erdgas-, Biogas- und Wasserstoffreserven z.B. in außergewöhnlich kalten Wintern mal knapp werden, kommt dann in Dunkelflauten die Braunkohle ausnahmsweise auch noch mal zum Einsatz.

    Die Kraftwerke stehen doch, und die nötige Braunkohle ist auch als Wertschöpfung im Inland zu haben. Und lässt sich einfach auf Halde direkt am Kraftwerksstandort lagern.

    Solange, bis wir so viel grüne Primärproduktion haben, dass wir komplett damit auskommen.

  6. Zitat aus dem Beitrag von Michael Blume: Der schnelle Erfolg der Elektroautos ist gut für unsere globale Mitwelt, unsere europäische Heimat, unseren regionalen Wohlstand – und schlecht für die Fossilisten in Moskau, Teheran, der arabischen Welt, aber auch für jene in Washington und Berlin.

    Stimmt alles, aber wirklich schnell ist der Umstieg auf Elektroautos in Deutschland nicht, vor allem ist er gar nicht schnell in der deutschen Autoindustrie, denn es gibt zwar gute deutsche E-Autos, aber sie sind zu teuer. Das meistverkaufte EAuto im Januar 2026 in D war denn auch kein Deutsches, sondern der Škoda Elroq, dessen Preis für einen SUV recht niedrig ist. Überhaupt haben teure Autos nicht nur in D immer mehr Absatzschwierigkeiten, aber die deutschen Autohersteller verkaufen hauptsächlich teure Fahrzeuge. Und hier nun vorab mein Urteil über die heutige deutsche Automobilindustrie: zu teuer, zu langsam in der Entwicklung, zu unflexibel, zu schwach in der Software.

    Ich erinnere mich noch an die Phase kurz vor der Einführung des ID.3, in der der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer voraussagte, mit der ID-Serie beginne die Vorherrschaft der Deutschen in der Welt der Elektroautos. Doch der angekündigte Elefant, war dann doch nur eine Maus, ein teures Auto in Billigbauweise mit fehlerhafter Software und Unfähigkeit eines Over-The-Air-Updates. Und selbst heute noch ist VW ein Software-Analphabet und es gibt keine deutsche EAutos, die preismässig auch nur in die Nähe chinesischer EAutos kommen.

    Jetzt aber kommt das wirklich Entscheidende: die deutsche Automobilindustrie hat viel zu lange Entwicklungszeiten und wird regelrecht überrollt von Technologien, die mit Sicherheit kommen, die aber die deutschen Autofirmen nicht auf dem Schirm haben. Als nächstes kommt das autonome Fahren, also das selbstfahrende Auto, das es auch als Robotaxi geben wird. Es gibt kein deutsches Unternehmen, das hier etwas vorzuweisen hat, aber es gibt US und chinesische Unternehmen, die bereits marktreif sind und die eine Zukunft versprechen, in der man kein Auto mehr braucht um von A nach B zu kommen, weil Robotaxis mit einem Fahrpreis von 1 Euro auf 1 Kilometer oder gar 50 Cents pro Kilometer überall abrufbar sind und man damit besser bedient ist als mit dem eigenen Auto.

    Kurzum: Die Technologie läuft den deutschen Autofirmen davon. Wenn die deutschen Autofirmen die Technologie im Rückspiegel sehen, ist es bereits zu spät, denn im nächsten Augenblick überholt die Technologie ihre Oldtimer und lässt sie für immer zurück. Allerdings gilt das, was ich hier über das Zurückbleiben sage nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Das Video “Europe Is Dying”: Belgian PM’s Brutal Reality Check to Ursula von der Leyen„ unterstreicht diese Aussage.

    • Danke, @Martin Holzherr – und dazu von mir auch kein Einwand. Ich hatte ja bereits seit 2017 und dann auch im oben verlinkten Blogpost deutlich angeprangert, dass die deutsche Autoindustrie die Entwicklung qualitativ guter und zugleich erschwinglicher Elektroautos viel zu lange verschleppt hat, vgl.:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/enge-der-zeit-statt-technologieoffenheit-shareholdervalue-strategien-bei-boeing-und-mercedes/

      Bei der Solarenergie war Deutschland sogar lange führend gewesen, hatte dann aber seinen technologischen Vorsprung für kurzfristige Profite an China abgetreten. Und dieses setzt angesichts der säkularen Geburtenimplosion und also schwacher Inlands-Nachfrage zunehmend aggressiv auf massive Exporte.

      Die richtige Antwort auf das demographische Verebben und die mangels Nachfrage erfolgende Deindustrialisierung läge also nicht am Festklammern am Fossilismus in Richtung eines Industriemuseums – sondern an der konsequenten, post-fossilen Technologieförderung einschließlich von FOSS-KIen. Und das Gute ist: Es ist noch immer nicht zu spät, zumal sowohl Russland wie die USA und auch China ihrerseits technologisch und vor allem demographisch stolpern…

  7. @Michael 14.02. 16:02

    „Künftige Förderung sollte dabei auch die ärmeren Menschen und ländlichen Räume Solarpunk – gewinnen!“

    Was hier fehlt ist offenbar, dass man seinen Solarstrom mit wesentlich reduzierten Durchleitungsgebühren direkt an Nachbarn verkaufen kann. Insbesondere innerhalb städtischer verdichteter Bebauung. Nicht jedes Haus hat ein für PV geeignetes Dach, und wenn sich erst die ganze Hausgemeinschaft auf eine PV-Anlage einigen muss, kann das überwiegend erst mal doch nichts werden.

    Meine Wohnungsbaugenossenschaft plant erst in 9 Jahren hier bei mir PV zu installieren. Wenn hier Investoren auftreten dürften, die auf gut geeigneten Dächern reichlich PV installieren und dann direkt an alle geneigten Nachbarn den erzeugten Strom verkaufen können, würde es wohl sehr schnell gehen können. Auch kann man dann über bidirektionale E-Auto-Steckdosen die lokal geparkten PKW als Stromspeicher nutzen.

    Das hapert jetzt an den Durchleitungsgebühren, obwohl die lokale PV zusammen mit den Fahrzeugspeichern das Netz überhaupt gar nicht belastet, sondern auch noch stabilisieren hilft. Der Eigenheimbesitzer hat dieses Problem nicht, und kann jetzt schon wirklich billigen eigenen Strom ernten.

    Was die ländlichen Räume betrifft, so könnten die ganz besonders von einem selbstfahrenden Sammeltaxisystem profitieren. Kinder, Alte und Betrunkene könnten so endlich auch mal richtig mobil werden, und der Weg zur Arbeit wird viel billiger, und wenn das dann Staus auflöst, dann kommt man auch noch schneller zur Arbeit.

    Das dürfte den ländlichen Raum wesentlich aufwerten, und man könnte bequem deutlich weitere Wege fahren, um zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen. Und damit zugleich auch noch die Mitwelt weniger belasten.

    Und die Investition in ein eigenes Auto kann man sich so komplett sparen. Jede Menge Geld, dass man dann woanders investieren kann.

  8. @Peter Gutsche 14.02. 18:34

    „…und daher nicht günstig zu Hause „tanken“ können. Von daher ist es ein etwas teures Vergnügen. Wir überlegen, nach der ersten Leasingperiode wieder auf Carsharing umzusteigen.“

    Auf dem Weg zu einem Sammeltaxisystem wäre es ein erster Schritt, wenn Carsharingfahrzeuge selbstständig zum Kunden hinfahren könnten. Das muss ja nicht schnell gehen, und auch nicht bei jedem Wetter funktionieren.

    Und man eben überall, wo man laden kann, die Produktion der lokalen PV ohne große Durchleitungsgebühren einkaufen kann. Und noch damit verdienen kann, nebenbei als Stromspeicher auszuhelfen.

    „Ich hoffe nur, dass E-Auto-Fahren in Deutschland in absehbarer Zeit günstiger wird.“

    So sieht es aus. Klar aber, dass es im Sammeltaxibetrieb nochmal 5 mal billiger werden kann.

  9. @Michael 15.02. 00:15

    „…sondern an der konsequenten, post-fossilen Technologieförderung einschließlich von FOSS-Kien.“

    Gerade die Selbstfahrfunktion, ob nun als Einzel- oder als Sammeltaxi, kann sehr schön in Freier Software realisiert werden. Einmal dasselbe System für alle geeigneten Modelle von allen möglichen Herstellern. Transparent, mit Vernetzung unter allen Fahrzeugen, die im Verkehr unterwegs sind und angesichts von Milliarden Kunden in aller Welt so gut wie kostenlos. Nur die Hardware kostet dann noch was und ihr Stromverbrauch.

    • Danke, @Tobias – ich kann mir vorstellen, dass ein KI-gestütztes Sammeltaxisystem einmal entstehen wird. Gleichwohl erfüllt der Privatbesitz von Fahrzeugen ja auch noch weitere Funktionen (Status, Verfügbarkeit, Batterie- & Ladekapazität), so dass der Privatbesitz nicht verschwinden wird. Ich vermute sogar, dass einige ihre KI-gesteuerten Fahrzeuge wiederum für Stunden, Tage, Wochen als Sammeltaxi zur Verfügung stellen werden.

      Danke für Deine anregenden Gedanken & hab einen schönen Sonntag! 🙌

  10. @ Tobias Jeckenburger 14.02.2026, 23:55 Uhr

    Ein besonderes Problem bei privaten PV Anlagen sind die hohen Kosten für das Backup in auch nur seltenen Flautezeiten.

    Die Kosten zur „Vorhaltung“ dauerhaft verfügbarer Leitungskapazitäten und Kraftwerke sind sehr hoch, werden aber nur relativ selten genutzt. Daher müssen die hohen Kosten, besonders der Kabelverlegung (rund 50 000 Euro pro Kilometer, incl. aller Nebenkosten, wie Planung, Vermarkung,….) in den relativ kurzen Flautezeiten hereingebracht werden, sonst gibt es den gefürchteten „Black out“.

    Ähnlich verhält es sich mit den Kraftwerkkapazitäten, die stehen die meiste Zeit nutzlos herum und die Kosten können nur bei Flaute hereingebracht werden und sind demnach entsprechend sehr hoch….

    Besonders die Verlegungskosten der Kabel werden unterschätzt. Riesige Werte liegen unter der Straße (Kanäle, Wasserleitungen, Fernwärme, Strom- Telefon- Glasfaserkabel…) und man sieht und beachtet sie nicht.

    Diese Kosten werden normalerweise stark unterschätzt, sind aber umso höher, je seltener sie genutzt werden…… Dieser Aspekt wird zu wenig beachtet….

    • @Realo & @Tobias Jeckenburger

      Es war und ist ja ein übler Trick der Fossilisten, die enormen Speicher- und Lagerkosten von Erdgas-, Erdöl- und Atomenergie zu verschweigen, diese bei erneuerbaren Energien aber künstlich hochzurechnen.

      Tatsächlich sind die deutschen Gasspeicher fast leer, weil die fossilen Konzerne die enormen Speicherkosten sparen wollen.

      Füllstände der Gasspeicher
      Abgeordnete befassen sich mit sinkenden Gasreserven

      Zu weniger als einem Viertel sind die deutschen Gasspeicher gefüllt. Deshalb kommt der Wirtschaftsausschuss des Bundestags am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammen.

      https://taz.de/Deutsche-Gasspeicher-wenig-gefuellt/!6153955/

      Daneben werden die Kosten fossiler Gewaltenergien massiv auf die Mitwelt und die Mitmenschen externalisiert. Ich habe sowohl auf Mastodon wie auf YouTube ein kurzes Video eingestellt, in dem ich erläutere, dass die EU noch in 2025 an die feindselige Putin-Diktatur 7,4 Milliarden Euro (!) für LNG-Flüssigerdgas überwies:

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116071054807738324

      Werden alle Kostenarten berücksichtigt, so wird sehr schnell deutlich, dass Erneuerbare Energien eben auch Friedensenergien und Wohlstandsenergien sind!

  11. @Realo 15.02. 00:15

    „Diese Kosten werden normalerweise stark unterschätzt, sind aber umso höher, je seltener sie genutzt werden…… Dieser Aspekt wird zu wenig beachtet….“

    Insbesondere PV auf den Dächern samt Kurzfristspeichern wie auch bidirektional angeschlossene E-Autos belasten keine Netze, erzwingen also überhaupt keinen Netzausbau. Im Gegenteil, das kann stabilisierend wirken.

    In der Tat ist das klar, dass die Kosten der bestehenden Stromnetze und der fossilen Kraftwerke längst angefallen sind. Auch wenn sie jetzt von einem Teil der Energiewende kaum noch gebraucht werden.

    Irgendwie muss das ja weiter finanziert werden, eben auch mit Durchleitungsgebühren. Dennoch sollte sich dieses lieber auf Umsätze konzentrieren, die die Netze wirklich belasten oder sogar einen Netzausbau erfordern. Also Windparks und große PV-Freiflächenanlagen etwa.

    Die Altkraftwerke stehen nun mal, und müssen nicht neu gebaut werden, und sind dennoch in Dunkelflauten sehr hilfreich. Entsprechend kostet es wenig extra, sie bereit zu halten. Und entsprechend hoch dürfen dann auch die Preise für den eingespeisten Backupstrom sein. Direkte Zuschüsse nur für das Bereithalten sind dann ja auch noch denkbar.

    Ein ähnliches Problem werden die Erdgaskunden haben. Wenn immer mehr auf Wärmepumpen umsteigen, dann wird immer weniger Erdgas an Privatkunden verkauft, die Netze sind aber sehr teuer gewesen und werden damit nicht billiger. Also dürfte Erdgas langsam aber sicher immer teurer werden, bis es sich gar nicht mehr lohnt, die Netze weiter zu unterhalten.

    So ist es nun mal, es geht einfach nicht anders. Alte fossile Technik ist eben ein Auslaufmodell, auf mehrere Jahrzehnte gerechnet. Kann aber noch in der Übergangszeit sehr hilfreich sein.

    Und entsprechend unsinnig wären jetzt neue Erdgaskraftwerke. Und wenn Teile der Energiewende die Netze überhaupt nicht belasten, dann sollten die auch nicht übermäßig Durchleitungsgebühren zahlen. Dann sollen lieber andere Teile der Energiewende, die sogar einen Netzausbau erfordern, reichlich dafür zahlen.

    PV auf Dächern mit integriertem Kurzfristspeicher ist eben praktisch ohne Netzbelastung nutzbar, ganz im Gegenteil dazu aber große Freiflächenanlagen in ländlichen Gegenden. Dafür sind dann aber die Installationskosten von größeren Anlagen deutlich günstiger.

    Ebenso natürlich Windräder, noch mehr Offshore-Windparks. Die können aber mit hohen Durchleitungsgebühren durchaus leben, weil sie eben billig produzieren, und dann auch noch im Winter, wenn die PV kaum was liefern kann.

  12. @ Michael Blume 15.02.2026, 13:23 Uhr

    Ich bin sehr für den Einsatz von PV Anlagen mit Speicher und Wärmepumpen bei Neubauten. Junge Leute in der Siedlung nutzen recht erfolgreich diese Technologien, die sie in ihren Neubauten realisiert haben.

    Nur ist mir aufgefallen, dass viele Nutzer über die gestiegenen Leitungskosten klagen und die Gründe dafür habe ich zu erklären versucht.

    Noch etwas wird beklagt und zwar dass die PV Flächen zu wenig steil sind und bei der Dachkonstruktion zu wenig die Sonnenstände berücksichtigt wurden. Bedeutet, sie müssen im Winter aufs Dach steigen und den Schnee entfernen und die Stromlieferungen fallen zu gering aus.

    Manche haben sogar beim Hausbau unter dem geplanten Haus Schläuche verlegt um die Erdwärme und die vom Haus nach unten abgegebene Wärme zu nutzen, was ökonomischer ist, als eine Luftwärmepumpe.

    Ich will nichts „schlecht reden“. Alles kann man durch gute Planung verbessern. Darauf wollte ich verweisen.

    • Danke, @Realo – das ist schon okay. Mir war es nur wichtig, Ihre Ausführungen gerade auch angesichts Ihrer häufigen Putin-Propaganda um die externalisierten Kosten von fossilen Gewaltenergien zu ergänzen. Die Zeit dafür scheint mir sinnvoll investiert zu sein.

      Erst gestern, am 14.02.2026, stand in der Stuttgarter Zeitung, S. 9, Wirtschaft:

      EU kauft noch immer russisches LNG

      Erst in eineinhalb Jahren darf per Verordnung kein Gas aus Russland mehr in die EU importiert werden. Bislang verdient Russland noch Milliarden.

      BRÜSSEL. Die EU hat im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von 7,4 Milliarden Euro importiert. Das sind rund 3 Prozent weniger als 2024 (rund 7,6 Milliarden), wie aus Daten der Eurostat hervorgeht.

      Insgesamt wurde 2025 Flüssigerdgas (LNG, liquefied natural gas) im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro importiert. Das meiste – für rund 24,2 Milliarden Euro – kam aus den USA.

      Da Sie sich ja verschiedentlich sehr hoffnungsvoll zu KIen geäußert haben, hier eine Solarpunk-Übersicht meiner Haltung dazu durch Felo.ai:

      Nach der Analyse von Dr. Michael Blume stellen erneuerbare Energien und Energiespeicher weit mehr als nur technische Lösungen für die Klimakrise dar. In seiner Vision von „Solarpunk-Arche-Regionen“ sind sie zentrale Instrumente zur Sicherung von Frieden, Demokratie und langfristigem Wohlstand. Blume argumentiert, dass der Übergang zu einem post-fossilen Zeitalter nicht nur ökologisch notwendig ist, sondern auch geopolitische Abhängigkeiten beendet und die wirtschaftliche Resilienz der EU stärkt.

      Im Folgenden wird dargelegt, wie diese Technologien laut Blume konkret zu Frieden und Wohlstand beitragen.

      ## Erneuerbare Energien als Friedensenergien

      Ein zentraler Pfeiler in Blumes Argumentation ist die Charakterisierung erneuerbarer Energiequellen als „Friedensenergien“. Er stellt diesen Begriff dem „Fossilismus“ gegenüber, den er als eine zerstörerische Weltanschauung beschreibt, die Tyranneien und Kriege begünstigt.

      * **Austrocknung der Kriegsfinanzierung:** Blume betont, dass der globale Hunger nach Erdöl und Erdgas seit Jahrzehnten diktatorische Regime und Terrorgruppen finanziert. Er nennt explizit Länder wie Russland, Iran und Katar sowie Organisationen, die durch fossile Einnahmen ihre militärische Aggression, Propaganda und Unterdrückung aufrechterhalten können[2][4]. Durch den konsequenten Umstieg auf Wind- und Solarenergie entzieht die EU diesen „Ressourcenfluch-Regimen“ die finanzielle Basis und reduziert damit deren geopolitisches Machtpotenzial[4][6].
      * **Stärkung der Demokratie:** Im Gegensatz zu fossilen Energien, die oft zur Zentralisierung von Reichtum und Macht in den Händen weniger Eliten führen (und damit Demokratiebewegungen unterdrücken), fördern erneuerbare Energien laut Blume eine „Energiedemokratie“. Die dezentrale Erzeugung von Energie ermöglicht Bürgerbeteiligung und stärkt demokratische Strukturen, da sie nicht auf monopolisierten Rohstoffen basiert[5][6].

      ## Wohlstand durch Technologieoffenheit und Speicher

      Blume widerspricht der Annahme, dass Klimaschutz Wohlstandsverlust bedeutet. Vielmehr sieht er in der technologischen Führerschaft bei Erneuerbaren und Speichern eine Voraussetzung für zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg und Stabilität.

      * **Wirtschaftliche Technologieführerschaft:** Blume kritisiert, dass durch den Einfluss fossiler Lobbyisten in Deutschland und der EU wichtige Entwicklungen verschlafen wurden, wodurch technologische Vorteile (etwa bei der Batterieentwicklung und Solarindustrie) an China verloren gingen[5]. Eine echte „Technologieoffenheit“, die Solarenergie, Speicher und auch Künstliche Intelligenz umfasst, ist entscheidend, um den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa zu stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern[3][6].
      * **Die Rolle der Energiespeicher:** Die Blockade oder Vernachlässigung von Speichertechnologien bezeichnet Blume als die „letzte Front“ der Fossilisten. Er sieht riesiges Potenzial in modernen Speichern (wie Redox-Flow-Batterien oder grünem Wasserstoff) und argumentiert, dass das Zeitalter der Batteriespeicher gerade erst beginnt. Funktionierende Speicher sind essenziell, um die Volatilität erneuerbarer Energien auszugleichen und die Energieversorgung unabhängig und kostengünstig zu machen[6].
      * **Landwirtschaftliche Synergien:** Wohlstand definiert sich auch über Ernährungssicherheit. Blume verweist auf Studien, wonach Agri-Photovoltaik (Solaranlagen über landwirtschaftlichen Flächen) in Dürrejahren die Ernteerträge steigern kann, indem sie Schatten spendet und die Verdunstung reduziert. Dies ist ein konkretes Beispiel für technologische Anpassung in Solarpunk-Regionen[6].

      ## Solarpunk-Arche-Regionen als Orte der Resilienz

      Die „Solarpunk-Arche-Regionen“ sind in Blumes Konzept lokale und regionale Räume (oft städtisch geprägt), die sich aktiv auf die Realitäten der Klima- und Wasserkrise einstellen und gleichzeitig ein post-fossiles Zusammenleben erproben.

      * **Selbstwirksamkeit und Sinnstiftung:** In diesen Regionen wird der „fossile Dualismus“ (Markt vs. Staat) überwunden. Stattdessen steht die gemeinsame Problemlösung im Vordergrund. Blume argumentiert, dass ab einem Jahreseinkommen von etwa 60.000 bis 70.000 Euro mehr Geld die Lebenszufriedenheit kaum noch steigert. In Solarpunk-Regionen entsteht Wohlbefinden daher primär durch Sinnstiftung, soziale Beziehungen und das Gefühl der Selbstwirksamkeit – etwa durch das Betreiben eigener Solaranlagen oder die Teilnahme an Energiegemeinschaften[3].
      * **Anpassung statt Apokalypse:** Anstatt in Untergangsszenarien zu verharren, nutzen diese Regionen (Blume nennt Beispiele wie Hamburg oder Filderstadt) technologische und soziale Innovationen, um sich gegen Hitzewellen und Hochwasser zu wappnen[4][8]. Sie fungieren als „Arche“, in der das Überleben und ein gutes Leben durch Kooperation und erneuerbare Infrastruktur gesichert werden[2][4].

      Zusammenfassend betrachtet Dr. Michael Blume die Kombination aus erneuerbaren Energien und Speichern als unverzichtbare Basis für eine friedliche und wohlhabende Zukunft. Sie brechen die Macht fossiler Autokratien und ermöglichen in den Solarpunk-Arche-Regionen eine demokratische, widerstandsfähige und ökonomisch sinnvolle Lebensweise.

      [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/
      [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-kann-nicht-alleine-militaerisch-besiegt-werden-er-ist-staerker-als-kapitalismus-und-sozialismus/
      [3] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gegen-wen-und-was-rebelliert-der-post-fossile-solarpunk/
      [4] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
      [5] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
      [6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-vier-vorteils-dimensionen-erneuerbarer-energien-klima-frieden-wohlstand-demokratie/
      [7] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-solarwende-monat-mai-2025-zwischen-wasserkrise-und-hitzesommer/
      [8] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/arche-region-filderstadt-starkregen-und-hochwasserschutz-im-amtsblatt/
      [9] https://www.researchgate.net/publication/397374024_No_91_2025_Ecowitches_Ecofeminism_and_Earth_Repair_Symbiotic_Posthuman_Narratives_in_the_Age_of_the_Symbiocene
      [10] https://www.ecosophia.net/toward-the-breaking-point/
      [11] https://www.fonds-daku.de/projekte/
      [12] https://picclick.de/Sammeln-Seltenes/Science-Fiction/Star-Wars/B%C3%BCcher/

  13. @Michael 15.02. 07:51

    „Ich vermute sogar, dass einige ihre KI-gesteuerten Fahrzeuge wiederum für Stunden, Tage, Wochen als Sammeltaxi zur Verfügung stellen werden.“

    Insbesondere wäre jetzt ja kein alleiniger Anbieter sinnvoll, der alle im Einsatz befindlichen Fahrzeuge besitzt. Sondern einfach jede Menge Anbieter von Fahrzeugen, die dann in das allgemeine System integriert werden.

    Hauptsache alles in Open-Source, sowohl die reine Selbstfahrfunktion wie die Koordinierung der Sammeltaxifunktion. Wir sollten uns bei den gewaltigen Umsätzen nicht von KI-Konzernen, nicht von einzelnen Fahrzeugherstellern, und auch nicht von einem Besitzermonopol für die Fahrzeuge abhängig machen.

    Da können dann in der Tat auch Privatpersonen mit einzelnen Fahrzeugen mitspielen.

    Auch würde man andersherum z.B. für eine Campingtour per PKW ein passendes Fahrzeug für den ganzen Urlaub in Beschlag nehmen.

  14. Symbiotisches Zusammenspiel von Elektroautos, Erneuerbaren und Langzeitbatterien
    Heute fehlen noch kostengünstige Stromspeicher hoher Kapazität und hoher Effizienz für Speicherdauern länger als 10 Stunden.
    Die Altherren der erneuer Orientierten schwören immer noch auf Wasserstoff als Langzeitspeicher für erneuerbar erzeugten Strom. Doch gegen Wasserstoff als Speichermedium spricht allein schon die Roundtripeffizienz von nur etwas mehr als 30%, was bedeutet, das 2/3 des ursprünglich erzeugten Stroms verloren geht, wenn man ihn als Wasserstoff speichert.
    Viel besser wäre der Einsatz von Batterien als Langzeitspeicher, nur sind die heutigen Lithium-Ionen und im Moment auch die Natrium-Ionen-Batterien dafür zu teuer. Und zwar dann zu teuer, wenn man sie als Grossbatterien verwendet um erneuerbar erzeugten Strom wesentlich länger als 10 Stunden zu speichern. Das Bild ändert sich komplett in einem Deutschland mit 40 Millionen Elektrofahrzeugen, denn die vollgeladene Batterie eines einzigen Elektroautos genügt bereits um einen Haushalt für 2 bis 3 Tage ununterbrochen mit Strom zu versorgen. Nur schon, wenn die Batterien jeweils nur bei Stromüberfluss geladen werden anstatt zu beliebigen Zeitpunkten, stabilisiert das das deutsche Stromnetz ungemein. Noch besser für das Stromnetz wird es, wenn Elektrofahrzeuge während einer Strommangellage Strom ins Netz einspeichern können.
    Eine andere Lösung für die Langzeitspeicherung von Strom sind speziell gebaute Batterien, die Strom in billigen, frei verfügbaren Rohstoffen speichern und die sich nur als Netzbatterien, nicht aber als Fahrzeugbatterien eignen. Dazu gehören 1) Flow-Batterien und 2) Eisen-Luft-Batterien.
    Flow-Batterien gleichen normalen Batterien bestehen aber aus zwei Tanks und einer separaten Stromerzeugungseinheit. Eisen-Luft-Batterien dagegen sind sehr ähnlich zu normalen Fahrzeugbatterien verwenden abee lediglich Eisen und Luft als Rohstoffe.
    Zu 1): Kostengünstig sind Flowbatterien, die entweder organische Materialien oder aber Eisen als Speichermaterialien verwenden. Die Firma CMBlu Energy etwa stellt organische Flow-Batterien her, bei denen der Tank und der Verarbeitungsstack (Stromerzeuger) getrennt sind und unabhängig voneinander skaliert werden können. Es können Gigawattstunden an Strom darin für typischerweise bis 24 Stunden gespeichert werden und die Rohstoffe sind frei verfügbar und voll rezyklierbar. Der Wirkungsgrad ist 90%.
    Zu 2) Eisen-Luft-Batterien werden von der Firma Formenergy hergestellt. Sie sind billiger sogar als heutige Flowbatterien, haben aber nur einen Wirkungsgrad von 50%. Dafür können sie Strom bis hin zu 100 Stunden speichern.

    Kurzum: E-Autos passen sehr gut in ein erneuerbares Energiesystem, wo sie als Stromspeicher und zur Balancierung der Stromerzeugung eingesetzt werden können. Dazu kommen noch spezielle Netzbatterien speziell für die Langzeitspeicherung von Strom, die sich nicht für Fahrzeuge eignen, dafür aber für die kostengünstige Langzeitspeicherung von Strom.

  15. @Realo 15.02. 15:42

    „Nur ist mir aufgefallen, dass viele Nutzer über die gestiegenen Leitungskosten klagen und die Gründe dafür habe ich zu erklären versucht.“

    Mein Mitleid mit den Stromkonzernen hat aber schon Grenzen. Immerhin haben die zu Anfang des Ukrainekrieges Milliardenextragewinne im 2-stelligen Bereich eingefahren. Man hatte damals diskutiert, dass die da was von abgeben sollten. Kein Wunder, dass das dann einfach im Sande verlaufen ist. Diese Ex-Monopolisten haben schon immer eine sehr gute Lobby gehabt.

    Wenn jetzt Altkraftwerke nur noch Wochen im Jahr laufen oder Eigenheimbesitzer sich einfach ihren Strom selber aufs Dach holen, ohne dafür jegliche Durchleitungsgebühren zu bezahlen, dann könnten die betroffenen Firmen auch ein wenig von diesen Extragewinnen zehren.

    Nebenbei gibt es ja auch noch die Grundgebühr für den Stromanschluss. Der sollte eigentlich die meisten Netzkosten schon drin haben.

  16. @Martin Holzherr 15.02. 17:11

    „was bedeutet, das 2/3 des ursprünglich erzeugten Stroms verloren geht, wenn man ihn als Wasserstoff speichert.“

    Entsprechend dürfte Wasserstoff nur das letzte Mittel sein, Überschüsse zu verwerten. Offenbar wohl nur bei einem Ladezyklus von 1 im Jahr. Für Zyklen von 2 bis 20 würde man eher Flow-Batterien und Eisen-Luft-Batterien verwenden. Für Zyklen über 20 im Jahr gehen die Lithium- oder Natriumbatterien schon ganz gut.

    Man kann allerdings einen Teil des Wasserstoffs direkt für die Industrie verwenden, soviel sollte auf jeden Fall im Jahr produziert werden, denn dann sieht der Wirkungsgrad sehr viel besser aus. Und auch insgesamt nicht viel mehr im Jahr, als die aktuellen Erdgasspeicher an Wasserstoff aufnehmen können.

    Ob dann noch ein Transport von Wasserstoff z.B. aus Offshorewindparks oder PV aus Südeuropa Sinn macht, muss dann man sehen.

    Wenn die Flow-Batterien und Eisen-Luft-Batterien dann aber doch zu teuer sind, bleibt wohl nur mehr Wasserstoff, vielleicht bei Zyklen von 2 bis 5 im Jahr. Mit durchaus relevanten Mengen, die per Pipeline über weite Strecken transportiert werden.

    Der schlechte Wirkungsgrad wirkt sich ja nun je weniger aus, je billiger die Primärproduktion von PV und Windrädern wird. Und wenn dann noch ein Transport über weite Strecken dazu kommt, relativiert sich das weiter. So könnte der im Winter in Südeuropa produzierter Wasserstoff per Pipeline nach Mitteleuropa transportiert werden und dort ziemlich direkt zur Entschärfung von Dunkelflauten verwendet werden.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „So könnte der im Winter in Südeuropa produzierter Wasserstoff per Pipeline nach Mitteleuropa transportiert werden und dort ziemlich direkt zur Entschärfung von Dunkelflauten verwendet werden.“
      Ja, fast alle Experten meinen, D werde nie völlig energieautark werden, einfach weil dazu viel zu viele Wind- und Solarkraftwerke montiert werden müssten. Im Jahr 1990 importierte Deutschland 80% seiner Energie (also Strom, Brennstoff, Treibstoff, etc) mit 100% Erneuerbaren werden es dann noch 50% sein.
      Meine Prognose bezüglich Erneuerbaren global: Wenn der Ausbau so weitergeht wie in den letzten Jahren, dann werden bereits um 2030 herum massive Rohstoffverknappungen eintreten,
      nicht etwa weil es insgesamt zu wenig Kupfer gibt, sondern weil der Kupferabbau nicht im nötigen Masse gesteigert werden kann. Das bedeutet dann, dass 100% Erneuerbare global eben nicht 2050 realisiert werden sein, sondern eher 2070 oder 2080, denn die Rohstoffverknappungen werden nur langsam aufgelöst werden können durch mehr Förderung und durch Substitution etwa von Kupfer durch Aluminium.

  17. @ Tobias Jeckenburger 15.02.2026, 15:05 Uhr

    Zitat: „Insbesondere PV auf den Dächern samt Kurzfristspeichern wie auch bidirektional angeschlossene E-Autos belasten keine Netze, erzwingen also überhaupt keinen Netzausbau. Im Gegenteil, das kann stabilisierend wirken.“

    Wegen der zusätzlichen neuen E Autos und der neuen Wärmepumpen wird zusätzlich viel Strom benötigt. Den liefern im Sommer teilweise die neuen PV Anlagen. Aber bei Flaute muss plötzlich der Stromversorger liefern….

    E Autos: Eine Ladung dauert ca. 5 Stunden mal 10 kW = 50 kWh von der Wallbox. Damit kann man im Sommer (ohne Autoheizung) rund 250 Kilometer fahren. Im Winter oft wesentlich weniger weit.

    1250 Kilometer (5 Ladungen) fährt ein Auto monatlich im Durchschnitt. Das wären 3 000 kWh pro Jahr und wäre bei mir rund der doppelte Stromverbrauch als bisher. Mit PVA kann man dies etwas kompensieren aber in Flautezeiten im Winter muss alles das Stromnetz liefern.

    Dazu käme der Stromverbrauch der Wärmepumpe. Durchschnittlich 6 000 kWh pro Jahr. Mein Verbrauch im Einfamilienhaus würde von 3 000 kWh auf 12 000 kWh steigen. (Ich bin sehr geizig bei der Heizung und verbrauche nur 1800 lit Öl.)

    Das Stromnetz müsste bei Flaute (besonders im Winter) für eher kurze Zeit mindestens 4 mal soviel Strom bereitstellen als derzeit (ohne E Auto und Wärmepumpe). Ausgelegt wird ein Netz auf maximale Belastung, sonst kracht es zusammen….

    Dazu kommen noch die zusätzlichen Netzkosten durch den Anschluss der neuen PV Parks. Obwohl die Stromversorger kaum mehr eigenen Strom liefern, steigen ihre Netzausbau Kosten stark an, weil, sie „Black outs“ verhindern müssen….

    Auch wegen der Back Up Leistungen müssen die Stromnetze weiter ausgebaut werden. Außer man akzeptiert, das ausgerechnet im Winter kein Strom da ist.

    Zitat: „Die Altkraftwerke stehen nun mal, und müssen nicht neu gebaut werden, und sind dennoch in Dunkelflauten sehr hilfreich.“

    Die bei alten Kraftwerken sehr hohen Personalkosten fallen auch an, wenn die Kraftwerke nur bereit gehalten werden müssen. Je weniger Strom verkauft wird, desto höher der Kostenanteil….

    Es sind hoch komplexe Probleme über die wir uns hier locker unterhalten. In der Wirtschaft stellen hoch spezialisierte Fachleute Überlegungen und Berechnungen an, um möglichst alle Aspekte exakt ökonomisch zu bewerten und optimale Lösungen zu finden. Derzeit scheint das Wichtigste die Vermeidung von Blackouts zu sein.

    Es wird auch genau berechnet, ob eine Planungsvariante mit einem bestehenden Standort, und vorhandenem Personal günstiger ist, oder ein optimiertes modernes Gaskraftwerk am idealen Standort. Geringe Abweichungen vom idealen Standort können, wegen der hohen Leitungskosten extrem teuer werden.

    Örtliche Energieversorger könnten sich möglichst unabhängig von teuren Ausgleichslieferungen machen, indem sie einfach gezielt Großverbraucher vertraglich korrekt, abschalten. Die bekommen z.B. einen sehr günstigen Strompreis wenn sie viel Überschussstrom im Sommer abnehmen und akzeptieren, dass sie im Winter den Betrieb auf minimalen Stromverbrauch umstellen….

    • @Realo & @Tobias

      Möchte zu Eurer wichtigen Diskussion über Energiespeicher-Kosten hier nur ergänzen, dass Deutschland gerade wieder von fossilen Gaskonzernen erpresst wird. Die Gasspeicher und -leitungen sind längst da, aber sie wollen zusätzliches Steuergeld und also noch höhere Profite, um die Speicher dann auch zu füllen…

      Wir diskutieren das auch gerade hier im Fediversum:

      Immer mehr Leute sorgen sich darüber, dass die #Gasspeicher in #Deutschland fast leer sind.

      Der Grund dafür ist: Die multinationalen #Konzerne wollen für die Speicherung möglichst wenig zahlen & verlangen für höhere Speicherquoten – Steuergeld.

      Ja, das darf mensch auch #Erpressung nennen.

      Generell gilt: Fossile #Gewaltenergien begünstigen Abzocker, erneuerbare #Friedensenergien dezentrale #Energiedemokratie.

      Wer es sicher mag, folge dem Beispiel #Wunsiedel. #Solarpunk

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116075731460830693

      Ich finde ja, Deutschland kann sich die Abzocke durch fossile Konzerne eigentlich schon längst nicht mehr leisten…

    • 1250 Kilometer (5 Ladungen) fährt ein Auto monatlich im Durchschnitt. Das wären 3 000 kWh pro Jahr und wäre bei mir rund der doppelte Stromverbrauch als bisher. Mit PVA kann man dies etwas kompensieren aber in Flautezeiten im Winter muss alles das Stromnetz liefern.

      Das Beispiel zeigt nur eines, nämlich dass Sie Geld verschwenden.

      Bei einem angenommenen Benzinpreis von 1,8 € und einem Verbrauch von 6 l auf 100 km würden Sie in Ihrem Beispiel pro Jahr 1620 € für Benzin bezahlen. Aufgrund des schlechten Wirkungsgrads von 20 Prozent bei Benzinern heizen Sie für 1300 € die Umgebung. Wirklich gut investiertes Geld!

      Für Ihre 3000 kWh würden Sie bei 40 Cent pro kWh 1200 € bezahlen, davon wären 1080 € auch für die tatsächlich genutzte Bewegungsenergie. Wenn Sie dann noch eine PV-Anlage hätten…

      Da Sie es tatsächlich gut finden, 1300 € zu verschwenden, muss ich leider davon ausgehen, dass auch Ihre sonstigen Ausführungen zu Stromnetzen nicht so realistisch sind, wie Sie vielleicht glauben und werde diese deswegen auch ignorieren.

  18. @ Tobias Jeckenburger 15.02.2026, 17:31 Uhr

    Am Kapitalistischen Marktsystem möchte ich nicht zu viel Kritik üben. Meine Grenze ist, wo sich „Kapitalisten“ parasitär und funktionslos in Geschäftsprozesse einschalten und rücksichtslos abzocken. Z.B. bei den Coronaschutzmasken, wo sie mit Geldkoffern herumgelaufen sind und für die Preis Exzesse gesorgt haben…..

    Den Stromversorgern brechen Einnahmen weg, andererseits sind sie verantwortlich dafür, dass es keinen Black out gibt. Das Risiko hat durchaus zugenommen. Dass sie damit korrekt umgehen, scheint mir wichtig.

    Der Extragewinn ist irgendwann aufgebracht. Sie müssen mit der Realität von sehr hohen Lastschwankungen umgehen und das ist, wegen der extrem vielen Einspeisepunkte, durchaus anspruchsvoll. Es sollte eine faire Kooperation mit den Verbrauchern geben. Wenn sie z.B. an die Verbrauche appellieren sparsam zu sein, besonders zu bestimmten Zeiten….

    Die Voraussetzungen für die Grundgebühr stammen aus einer wesentlich „einfacheren Zeit“. Die starken „externen“ Angebots und Nachfrageschwankungen, früher hatten sie die Angebotssituation voll im Griff, sind zu einem anspruchsvollen Problem geworden.

  19. @Realo 15.02. 18:30 / 19:19

    „1250 Kilometer (5 Ladungen) fährt ein Auto monatlich im Durchschnitt. Das wären 3 000 kWh pro Jahr und wäre bei mir rund der doppelte Stromverbrauch als bisher.“

    Erstmal hat nur jeder 2. überhaupt ein Auto. Dann gehe ich davon aus, dass wir ein Sammeltaxisystem aufbauen können, dann sinkt auch der Stromverbrauch für Mobilität.

    „Dazu käme der Stromverbrauch der Wärmepumpe. Durchschnittlich 6 000 kWh pro Jahr.“

    Bei mir wären es nur 2000 kWh im Jahr, aber hier kommt Fernheizung. Die hätte dann eine Großwärmepumpe gespeist mit Grubenwasser und praktischerweise einen Universalgasmotor in Kraftwärmekopplung, der sowohl mit Erdgas, Biogas und Wasserstoff laufen kann. Wenn also im Winter der Strom knapp wird, kann die Großwärmepumpe pausieren und der Gasmotor liefert dann nicht nur die Wärme für die Fernheizung, sondern auch den dann dringend gebrauchten Strom für das Stromnetz.

    „Das Stromnetz müsste bei Flaute (besonders im Winter) für eher kurze Zeit mindestens 4 mal soviel Strom bereitstellen als derzeit (ohne E Auto und Wärmepumpe). Ausgelegt wird ein Netz auf maximale Belastung, sonst kracht es zusammen….“

    Offenbar kracht hier dann so schnell nichts zusammen. Die dann überall installierten Kurzfristspeicher können die Lastspitzen optimal ausgleichen und alles aus den vorhandenen Leitungen rausholen. Das macht richtig was aus.

    Auch die E-Autos können in Mangelsituationen auf minimale Ladung heruntergefahren werden, bzw. bei Überschusssituationen stets komplett aufladen.

    „Die bei alten Kraftwerken sehr hohen Personalkosten fallen auch an, wenn die Kraftwerke nur bereit gehalten werden müssen. Je weniger Strom verkauft wird, desto höher der Kostenanteil….“

    Ich denke mal nicht, dass das so viel ausmacht. Teurer muss es werden, klar. Aber viele Backupkraftwerke werden auf die Dauer eher nur Wochen als Monate im Jahr aktiv werden.

    „Die bekommen z.B. einen sehr günstigen Strompreis wenn sie viel Überschussstrom im Sommer abnehmen und akzeptieren, dass sie im Winter den Betrieb auf minimalen Stromverbrauch umstellen….“

    Das ist doch ein Superangebot, dass viele Betriebe sehr gerne annehmen würden. Die Dauer der winterlichen Dunkelflauten liegt sogar in der Nähe des Bereichs der üblichen Urlaubszeiten.

    Ich denke also nicht, dass wir hier in der Stadt mehr Stromleitungen brauchen. Das ist alles fertig verlegt und braucht keine Extrakosten. Nur überall verteilte Kurzfristspeicher, bei den Verbrauchern wie bei den Produzenten, und ein intelligentes Netzmanagement.

    „Der Extragewinn ist irgendwann aufgebracht. Sie müssen mit der Realität von sehr hohen Lastschwankungen umgehen und das ist, wegen der extrem vielen Einspeisepunkte, durchaus anspruchsvoll.“

    Kompliziert muss doch nicht teuer sein. Den Stromversorgern auf die Finger gucken ist dennoch unvermeidlich. Wenn man die lässt, kann es teurer werden als eigentlich nötig. Die wollen meistens so viel wie möglich verdienen. Vielleicht mit Ausnahme von lokalen städtischen Versorgern, die sich auch in erster Linie als Versorger und nicht als Geldmaschine verstehen.

    Natürlich müssen die auch Wirtschaften.

    „Es sollte eine faire Kooperation mit den Verbrauchern geben.“

    Was ja nun auch mit variablen Preisen möglich ist. Obwohl ich persönlich höchstens die Waschzeiten mal verschieben kann. Oder was stromsparendes Kochen. Da müsste ich aber erst einmal überlegen, welche Gerichte viel bzw. wenig Strom verbrauchen. Einen recht neuen Kühlschrank und eine neue Waschmaschine habe ich schon, das bringt auch was. Aber die wöchentlichen Badewannenzeiten an den aktuellen Wärmepreis anpassen wäre schon grenzwertig.

    Naja, am Wochenende ist zumindest der allgemeine Stromverbrauch niedriger, ich könnte mir dann schon angewöhnen, bevorzugt am Wochenende zu baden.

    Oder eben eine weitere Reise flexibler Planen, und den Zeitpunkt einer weiten Autofahrt kurzfristig optimieren. Das kann zukünftig richtig Geld sparen.

  20. @Martin Holzherr 16.02. 01:12

    „Im Jahr 1990 importierte Deutschland 80% seiner Energie (also Strom, Brennstoff, Treibstoff, etc) mit 100% Erneuerbaren werden es dann noch 50% sein.“

    Da die grüne Primärproduktion immer günstiger wird, aber Fernstromleitungen und Wasserstoffpipelines teuer bleiben, schätze ich mal nur 25% Energieimport für die komplette Energiewende. Oder sogar weniger.

    „Das bedeutet dann, dass 100% Erneuerbare global eben nicht 2050 realisiert werden sein, sondern eher 2070 oder 2080, denn die Rohstoffverknappungen werden nur langsam aufgelöst werden können durch mehr Förderung und durch Substitution etwa von Kupfer durch Aluminium.“

    Einerseits steigt der Energiebedarf in vielen ärmeren Ländern, geht aber bei uns seit etlichen Jahren immer weiter zurück. Bis 2050 sind es noch fast 25 Jahre, da kann eine Menge passieren. Ich wäre da nicht so pessimistisch. Deutliche Knappheiten werden schon früh erkannt, und man passt dann die konkrete Technik dann auch zügig an.

    Ich denke mal, die physikalisch-chemischen Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Und der Markt der Erneuerbaren ist so riesig, dass da ganz viele sehr kompetente Entwicklungsabteilungen alles rausholen, was irgend möglich ist.

    Allein ein allgemeines Sammeltaxisystem spart mindestens bis zu 80% der Fahrzeuge ein. Und damit auch Rohstoffmengen, mit denen sich ganz viel weitere Energiewende machen lässt.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „Und der Markt der Erneuerbaren ist so riesig, dass da ganz viele sehr kompetente Entwicklungsabteilungen alles rausholen, was irgend möglich ist.“
      Dass der Markt so riesig ist, ist ja gerade das Problem. Wenn die ganze Welt Erneuerbare einsetzen will und das im gleichen Zeitfenster von nur 25 Jahren, , dann benötigt dass riesige Rohstoffmengen in ganz kurzer Zeit. Diese Rohstoffe sind zwar vorhanden können aber nicht in 25 Jahren mobilisiert werden. 25 Jahre sind überhaupt eine sehr kurze Zeit. Wenn tatsächlich weltweit jedes Jahr mehr als 10% zugebaut wird, dann übersteigt das zwangsläufig bald schon die Fördermengen und diese Fördermengen können nicht beliebig gesteigert werden, weil das Erschliessen einer neuen Mine recht aufwendig ist. Das Problem löst sich allerdings von allein, wenn der Zubau sich weltweit wieder verlangsamt, wofür es ja viele Gründe geben kann.

      Allerdings werden Rohstoffe wie Kupfer nun nicht allein für Energieprojekte nachgefragt, sondern auch für Datenzentren – und die werden ja jetzt gerade im Multipack gebaut. Jedes Datenzentrum hat einen ungemeinen Bedarf an Kupfer. Die Gleichzeitigkeit der Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Energieinfrastruktur weltweit lässt also den Rohstoffbedarf explodieren.

      Die grössten Einsparungen an Rohstoffen werden wohl durch den Einsatz von weniger kritischen Materialien erreicht, was sich mit Natrium-Ionen-Batterien bereits abzeichnet. Schwieriger wird die Bewältigung des gewaltigen Ausbau -Bedarfs der Energienetze, vor allem der Stromnetze.
      Wenn sie schreiben, Deutschland hätte ja kaum einen wachsenden Energiebedarf, so stimmt das, berücksichtigt aber nicht, dass ja das gesamte Energiesystem durch die Umstellung auf Erneuerbare transformiert werden muss. Die google-KI sagt zu den Kosten für den durch EE nötigen Netzausbau folgendes:

      Der Netzausbau für die Energiewende ist mit massiven Investitionen verbunden, die in Deutschland bis 2045 auf über 650 Milliarden Euro geschätzt werden, wobei allein der Verteilnetzausbau bis 2032 mehr als 42 Milliarden Euro kosten könnte.

      Hinter diesen Kosten stehen riesige Infrastrukturen, die erstellt werden müssen und die hochwertige Rohstoffe benötigen. Wenn nur Deutschland das tun würde, bestände kein Problem, wenn es aber weltweit 100 Deutschlande gibt, die genau das gleiche im gleichen Zeitrahmen tun, dann bedeutet das eine geradezu exponentielle Steigerung des Ausbaus von Infrastruktur weltweit.

  21. @ Thorsten P. 16.02.2026, 11:02 Uhr

    Die Benzinkosten für meinen Mini betragen rund 1200 Euro im Jahr. Die Anschaffungskosten lagen 2020 bei rund 25 000 Euro. Ein E Auto hätte wesentlich mehr gekostet. Außerdem muss ich nur rund alle 850 km für 5 Minuten zur Tankstelle und im Winter ist die Heizung inklusive.

    Ich stimme Ihnen natürlich völlig zu. Die Menschen sind, wie man sieht, ganz wild auf E Autos, weil ihnen der Wirkungsgrad beim Antrieb das allerwichtigste ist. Der hohe Anschaffungspreis, die geringe Reichweite, die Tankzeit und die Heizungskosten im Winter extra, sind natürlich nicht der Rede wert.

    Ich bin untröstlich, wenn Sie meinen Ausführungen zu Stromnetzen nicht glauben und ignorieren.

    • Realo Betreff .Wirkungsgrad

      Als ernüchternde Ergänzung:
      1 l Benzin E 5 hat einen Energiegehalt von etwa 9 Kwh.
      1 kg Lithium-Ionen-Akku hat einen Energiegehalt von 0,25 Kwh.

      Ein Verbrennungsmotor nutzt von diesen 9 Kwh etwa 30 % (Wirkungsgrad 0,3), es verbleiben also als nutzbare Energie 3 Kwh pro 1l Benzin.
      Der E-Motor hat einen Wirkungsgrad von 90 %, aber 90 % von 0,25 Kwh sind nur 0,22 Kwh.

      Oder als Gewichtsvergleich. Mit einem 100 kg schweren Akku hat man eine nutzbare Energie von 25 Kwh zur Verfügung.
      Mit einem 100 l Tank Benzin hat man 300 kwh Energie zur Verfügung.
      Man sollte auch mal an den Schwerlastverkehr denken!

      Bei allen Vorteilen von E-autos in der Stadt hat man auf dem Land Vorteile mit Verbrennerfahrzeugen. Einen E-Traktor gibt es noch nicht.

      Die Lösung wird man also in einer Trennung von Stadt-PKW und LKW finden.

    • Mit Ihren Angaben komme ich auf ca 11.000 gefahrene Kilometer/Jahr. Das wären bei 17 kWh/100 km ~ 1800 kWh/Jahr. Bei 0,4 € wären das 720 €. Auf Verivox finde ich auch Strompreise ~ 0,28 €, also nur noch 504 €. Bei einer angenommenen 10-jährigen Haltedauer des Fahrzeugs dürfte ein E-Fahrzeug also 7 000 bis 5 000 € mehr kosten, um zumindest keine Mehrkosten gegenüber einem Benziner aufzuweisen.

      Ihre Abwägung mag 2020 vielleicht sogar richtig gewesen sein, heute ist sie es garantiert nicht mehr.

  22. @ Tobias Jeckenburger 16.02.2026, 00:58 Uhr

    Dass autonom fahrende Sammeltaxis künftig sehr zweckmäßig scheinen, das glaube ich auch. Die holen einfach immer die in der Nähe wartenden Kunden ab und bringen sie ans Ziel. Die Autos sind fast dauernd unterwegs und die Parkplatznot wäre auch behoben. Die Leute werden ohnehin kein Geld mehr haben, sich ein Statussymbol zu halten….

    Fernheizung hat den Vorteil, dass Prozesswärme die einfach entsteht, sinnvoll genutzt werden kann. Die Verluste an Heizenergie über das Rohrnetz betragen rund 20%. Bei Einfamilienhäuser sind sie höher.

    Stromspeicher überwinden relativ kurze Zeitspannen ohne Sonne (Nächte). Für länger Flauten sind sie eher nicht geeignet.

    Techniker die in der Lastverteilung der Stromerzeuger arbeiten, fürchten am meisten Flauten mit Spitzenbelastung und womöglich einen gleichzeitigen Ausfall von Leitungen (z.B. Schneelast, Bäume die auf Leitungen fallen,….)

    Aber es gibt auch weniger bekannte „Lastpendelungen“ die in Südeuropa große Probleme bereitet haben, als es im letzten Sommer Blackouts gab.

    Lastpendelungen sind „schwingende Leistungsflüsse“ zwischen Regionen oder Kraftwerken im internationalen Stromnetz.

    Sie entstehen, wenn Erzeugung und Verbrauch nicht stabil im Gleichgewicht sind, große Strommengen über weite Distanzen fließen, Netzengpässe auftreten, Frequenz oder Spannung lokal instabil werden. Wenn irgendwo starke Schwankungen auftreten, können sie sich über tausende Kilometer ausbreiten.

    Das europäische Netz ist teilweise veraltet und vielerorts überlastet. In Europa wurden 2024 über 7 Milliarden Euro an erneuerbarer Energie verschwendet, weil das Netz nicht genug aufnehmen und verteilen konnte. Es gab bereits Blackouts auf der Iberischen Halbinsel (Spanien/Portugal), die auf Netzengpässe und unzureichende Infrastruktur und auf Lastpendelungen zurückzuführen waren.

    Gründe sind lange Übertragungswege, z.B. von Nord- und Mitteleuropa (Wind, Wasserkraft) nach Süden und hohe Einspeiseschwankungen. Spanien, Italien und Portugal haben viel Solar- und Windstrom, der wetterbedingt stark schwankt. Im Süden ist die Netzinfrastruktur schwächer, das europäische Netz gilt als „veraltet“ und nicht ausreichend für die Energiewende ausgebaut.

    Es kommt auch zu automatischen Abschaltungen von Leitungen und auch regionalen Blackouts.

    Die Lastpendelungen werden demnach häufiger, weil erneuerbare Energien stark schwanken und der Netzausbau hinterherhinkt.

    Die EU schätzt, dass 67 Milliarden Euro pro Jahr nötig wären, um das Netz fit zu machen – derzeit wird zu wenig investiert. Die EU warnt auch vor zunehmender Fragilität des Stromsystems und massiven Investitionslücken.

    (Die genauen Daten, die nicht zum Allgemeinwissen von Elektrotechnikern gehören, habe ich gegoogelt).

    E Autos haben auch den Vorteil, dass sie Stromüberschuss speichern und als Stromreserve für einen Notfall (Blackout) herhalten könnten.

    Die Franzosen mit ihren vielen AKWs, nutzen die Möglichkeit, Firmen die sich im Notfall abschalten lassen, sehr günstige Strompreise anzubieten. Den Mangelstrom verkaufen sie zu guten Preisen an den Strombörsen…. Das ist zwar „Kapitalismus pur“ aber nicht zu beanstanden, weil alle Gewinnen….

    Meine persönliche Idee wäre, Wasserkraftwerke vermehrt als Speicherkraftwerke zu nutzen, wobei man gleichzeitig das Problem der Trockenheit angehen könnte.

    Die Stromversorger schauen sich gegenseitig auf die Finger und versuchen innovativer zu sein, mehr Umsatz zu machen als die Konkurrenz. Das ist ein durchaus gesunder Kapitalismus….

    Ich wurde sehr sparsam erzogen, und die Ökonomie war auch fast mein ganzes Berufsleben als Techniker sehr wichtig. Es geht um jeden Cent ….

  23. @Realo 16.02. 18:47

    „Im Süden ist die Netzinfrastruktur schwächer, das europäische Netz gilt als „veraltet“ und nicht ausreichend für die Energiewende ausgebaut.“

    Stromzähler mit variablen Strompreisen und Kurzfristspeicher bei allen Verbrauchern und Produktionsstandorten dürften sehr viel ausmachen, die Netze zu stabilsieren. Die reagieren in Millisekunden und können Frequenz und Spannung der Netze stabilisieren.

    Außerdem spart man einen Teil der Durchleitungsgebühren ein, wenn Verbraucher sich schnell die Akkus vollmachen wenn der Strom billig ist um den dann in den Stunden danach selbst zu verbrauchen. Oder eben die PV-Anlage, die bei schlechten Einspeisepreisen den eigene Ertrag erst mal speichert um ihn dann Stunden später zu besseren Preisen zu verkaufen.

    „Die Lastpendelungen werden demnach häufiger, weil erneuerbare Energien stark schwanken und der Netzausbau hinterherhinkt.“

    Was sind denn Lastpendelungen?

    „Die EU schätzt, dass 67 Milliarden Euro pro Jahr nötig wären, um das Netz fit zu machen – derzeit wird zu wenig investiert.“

    Ein großer Teil davon kann wohl mit Kurzfristspeichern bei allen Verbrauchern und Produzenten geleistet werden. Und neue Fernstromleitungen könnten teilweise auch mit Wasserstoffpipelines ersetzt werden. Sofern freilich genügend Wasserstoff für die Industrie und als Backup verwendet wird. Das soll pro transportierte Kwh und Km deutlich billiger sein als Hochspannungsleitungen.

    „Die Stromversorger schauen sich gegenseitig auf die Finger und versuchen innovativer zu sein, mehr Umsatz zu machen als die Konkurrenz.“

    Nicht unbedingt ganz. Viele große Stromfirmen waren mal Monopolisten, und hatten zu ihren besten Zeiten nichts anderes im Sinn als möglichst hohe Strompreise insbesondere für Privatkunden zu erzielen. So ganz traue ich denen immer noch nicht.

    Bei unseren Dortmunder Stadtwerken kann ich nur hoffen, dass die möglichst grünen Strom, Gas und Wärme zu möglichst günstigen Preisen im Sinn haben. Wirtschaften und Gewinn machen müssen die auch, das ist unvermeidlich. Und immerhin landen deren Gewinne auch noch in der Stadtkasse, was uns allen hier in der Stadt auch zugute kommt.

    „Stromspeicher überwinden relativ kurze Zeitspannen ohne Sonne (Nächte). Für länger Flauten sind sie eher nicht geeignet.“

    Kurzfristspeicher sind insbesondere geeignet, dass man 3 mal soviel PV-Leistung installieren kann ohne dass groß abgeregelt werden muss. Das ist ja schon viel Holz, würde ich sagen. Bei Wind ist das weniger, aber auch eine Menge, vermutlich etwa das Doppelte.

    Längere Dunkelflauten müssen natürlich mit Backupkraftwerken überbrückt werden. Solange nötig noch mit fossilen Energieträgern, aber später auch mit Biogas, Holz oder eben mit gespeichertem Wasserstoff. Und die dann verbreiteten Hellbrisen können dann den dafür nötigen Wasserstoff produzieren.

    Inwieweit noch andere Speichertechnologien zum Einsatz kommen können und zu welchen Preisen, das ist mir derzeit nicht genau bekannt. Nur Kurzfristspeicher wie z.B. Lithiumbatterien und Wasserstoff neben Biogas und Holz werden aber irgendwann auch reichen. Wenn noch was günstiges z.B. mit 5 bis 20 Ladezyklen im Jahr dazukommt, umso besser.

    Bis das soweit ist, stehen uns ja die ganzen Altkraftwerke als fossiles Backup zur Verfügungen. Ich schätze mal, dass man schon in 10 Jahren damit anfangen kann, die derzeit noch verbliebenen nach und nach endgültig stillzulegen. Ich würde da aber vorsichtig bei bleiben. Hinterher kippt noch der Golfstrom um, und wir kriegen hier sibirisches Winterwetter.

    Was genau die Klimakrise mit uns macht, ist nicht genau bekannt. Die letzten 6 Wochen waren so kalt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und weil die letzten Winter gar nicht kalt waren, hat man im letzten Herbst die Erdgasspeicher nicht richtig aufgefüllt, mit der Folge, dass da jetzt nicht mehr viel drin ist. Und wir haben erste Mitte Februar.

  24. @Martin Holzherr 17.02. 00:19 / google-KI

    „Dass der Markt so riesig ist, ist ja gerade das Problem. Wenn die ganze Welt Erneuerbare einsetzen will und das im gleichen Zeitfenster von nur 25 Jahren, , dann benötigt dass riesige Rohstoffmengen in ganz kurzer Zeit.“

    Wie gesagt, was technisch an Alternativen ohne kritische Rohstoffe möglich ist, wird sich auch zügig durchsetzen, wenn diese Rohstoffe eben echt teuer werden. Vorher natürlich nicht. Und der allgemeine Trend zu weniger Stückkosten dürfte dazu führen, dass es nicht mal teurer dabei wird. Die Größe des Marktes macht es tatsächlich möglich.

    Was derzeit erhältlich ist, ist billig genug, es flächendeckend einzusetzen. Wenn dann in einigen Jahren auf rohstoffsparende Alternativen umgestellt wird, kann der Zubau ohne Unterbrechung weiter gehen.

    „Der Netzausbau für die Energiewende ist mit massiven Investitionen verbunden, die in Deutschland bis 2045 auf über 650 Milliarden Euro geschätzt werden, wobei allein der Verteilnetzausbau bis 2032 mehr als 42 Milliarden Euro kosten könnte.“

    Das wären 33 Milliarden im Jahr. Diese Zahlen kann ich jetzt nicht so leicht nachvollziehen, es sei denn, hier sind auch fest installierte Netzspeicher und Wasserstoffpipelines mit eingerechnet.

    PV direkt beim Verbraucher kombiniert mit Kurzfristspeichern jedenfalls erfordert überhaupt keinen Netzausbau. Und wenn der fest installierte Kurzfristspeicher von einem bidirektional angeschlossenes E-Auto unterstützt wird, müsste auch das noch ohne Netzausbau funktionieren.

    Ein erheblicher Ausbau der Stromanschlüsse insbesondere von Autobahnparkplätzen für Schnellladestationen würde dann in der Tat nötig sein. Aber solange das E-Auto flexibel an der eigenen Steckdose geladen werden kann, dürften die vorhandenen Stromleitungen ausreichen.

    Klar ist auch, dass Windräder und PV-Freiflächenanlagen neue Anschlussleitungen brauchen.

    • @Tobias Jeckenburger zum nötigen Netzausbau und dem Investitionsbedarf bis zur Erreichung der Klimaneutralität
      Die oben genannten Netzausbaukosten von 650 Milliarden Euro bis 2045 gehen auf den Anschluss von Wind (70 GW Offshore, 160 GW Offshore) und Photovoltaik (400 GW Photovoltaik) zurück und auf die Anpassung des Netzes an eine Stromerzeugung, die von 500 Terawattstunden heute auf über 1000 Terawattstunden Strom bei Net Zero ansteigt.
      Die gesamten Investitionskosten für Net Zero liegen zwischen zwischen 3,44 Billionen und 6 Billionen Euro (McKinsey-Studie). Das wäre ein Investitionsbedarf von 255 Milliarden Euro pro Jahr.

    • @Tobias Jeckenburger zur Interpretation des Investitionsbedarf in Deutschland um Klimaneutralität zu erreichen
      Die von McKinsey berechneten 6 Billionen Euro, die an Investitionen, also Anschaffungskosten, zu leisten sind um Klimaneutralität zu erreichen, die bedeuten nicht, dass nun Deutschland 6 Billionen Euro mehr ausgeben müsste für das Klima und dass ein Verzicht auf Klimaschutz Deutschland 6 Billionen Euro einsparen würde. Grund: Die Klimaneutralität wird in Deutschland ja durch Ersatzenergien für die fossilen Energien erreicht. Mit anderen Worten: Mit Erreichen der Klimaneutralität muss Deutschland kein Geld mehr für fossile Energien mehr ausgeben und diese Einsparung wird nach einigen Jahrzehnten so gross sein, dass man die Investition von 6 Billionen Euro wieder wettmacht. Allerdings muss man aufpassen: Es sind ungeheuer grosse Investitionen für das Erreichen von Net Zero notwendig und dabei besteht die Gefahr der Fehlinvestition. Eine Fehlinvestition wäre dann getätigt, wenn etwas realisiert, später aber nicht genutzt wird, etwa, weil es inzwischen etwas besseres gibt. Ein Beispiel könnte etwa eine hohe Investition in eine Wasserstoffinsfrastruktur sein, die später nicht genutzt wird, weil sich beispielsweise eine neue Batterietechnologie durchgesetzt hat, welche Wasserstoff als Speichermittel in den Hintergrund drängt. Leider sind viele EE-Technologien heute noch wenig ausgereift und Fehlinvestitionen sind deswegen eine reale Gefahr, denn man weiss heute noch nicht, was sich in 20 Jahren durchsetzen wird.

      • Die von McKinsey berechneten 6 Billionen Euro, die an Investitionen, also Anschaffungskosten, zu leisten sind um Klimaneutralität zu erreichen, die bedeuten nicht, dass nun Deutschland 6 Billionen Euro mehr ausgeben müsste für das Klima und dass ein Verzicht auf Klimaschutz Deutschland 6 Billionen Euro einsparen würde.

        Eine kleine Ergänzung:

        Wenn das die Studie ist, die ich auch mal gelesen habe, dann meine ich mich zu erinnern, dass diese Studie auch klargestellt hat, dass von diesen 6 Billionen Euro 5 Billionen Euro abgezogen werden müssen, weil das Sowieso-Kosten sind. Im Sinne von: Ich brauche ein neues Fahrzeug und habe die Wahl zwischen Diesel und E-Auto. Der Diesel kostet 30.000 und das E-Auto 35.000 Euro -, dann sind die 30.000 Euro die Sowieso-Kosten.

        • @Thorsten P. sehr gut, genau das wollte ich auch sagen.

          Das einzige Risiko, das ich bei so hohen Investitionen sehe, liegt eben nicht in der Höhe der Investition, sondern in der Gefahr der Fehlallokation: es könnte in Technologien investiert werden, die sich später als obsolet herausstellen.
          Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich zwischen den Investitionsplänen in Grossbritannien und in Deutschland. Obwohl beidesmal Net Zero das Ziel ist, werden andere Technologien verfolgt.

          In D setzt man auf Wind offshore und onshore und Sonne als Stromerzeuger und als Speichertechnologie setzt D stark auf Wasserstoff, der zum Teil importiert, zum Teil selbst hergestellt werden soll. Dazu gehört auch ein Wasserstoff-Pipeline-Netzwerk. Auch Grossbatterien sind in D geplant.

          In Grossbritannien dominiert offshore Wind und für gewisse Industrien ist Carbon Capture and Storage (CCS) geplant, es wird ebenfalls Wasserstoff eingesetzt, aber etwas weniger, Grossbatterien spielen eine grosse Rolle und ab den 2030er Jahren sollen grosse und kleine Atomkraftwerke die 100%-ige Elektrifizierung ermöglichen.

          Nur gerade in Bezug auf Elektromobile und Wärmepumpen entsprechen sich die Pläne in D und GB.

          Grossbritannien will tendenziell eher Wasserstoff exportieren als importieren.

          Beide Dekarbonisierungspläne haben ihre Risiken und es besteht die Gefahr dass Dinge gebaut werden, die sich später als unpraktikabel erweisen.

  25. Tobias Jeckenburger 17.02.2026, 14:49
    @Martin Holzherr
    @ Blume

    In der Frage der Erneuerbaren und der absehbaren Entwicklung, stimme ich sehr stark Herrn Holzherr zu. Der kann das offensichtlich gar nicht fassen, weil wir uns in anderen Fragen früher heftig „gezofft“ haben.

    Das grundsätzliche Problem für unsere Autoindustrie sind die sehr hohen Lohnkosten, zumal wir zu einem anspruchsvollen Hochlohnland geworden sind. Wir haben das Kohle – Stahl – Zeitalter bestens genutzt und sind sehr wohlhabend geworden. Kohle stirbt, der Stahl wird wo anders billiger produziert und unser Knowhow wird zunehmend wertlos. Wir sitzen auf hohen Löhnen und hohen Preisen fest….

    Jetzt sind die Chinesen dran. Sie haben besten Zugang zu den „neuen Rohstoffen“ (z.B. seltene Erden), entwickeln immer mehr und schneller knowhow. Haben (vermutlich) weniger Bürokratiebremsen und auch ehrgeizige Technik affine Menschen.

    Noch dazu dürften wegen der autonom fahrenden Autos, viel weniger Autos gebraucht werden, die Exporte und der Absatz im Inland brechen ein und die Chinesen können weit billiger exportieren….

    Realistisch gesehen, geht es zwingend mit der Autoindustrie bergab. Wegen Mangel an wichtigen Rohstoffen, der neuen nicht fossilen Technologien, der hohen Löhne dem sinkenden Absatz, haben wir kaum eine Chance. Die Manager können die Entwicklung höchstens verzögern, möglichst bis alle in Rente gehen können….

    Würden sie viel Geld aufnehmen, versuchen sich den neuen Entwicklungen zu stellen, würden sie alle wegen fahrlässiger Krida sehr lange im Knast landen….

    Das gilt natürlich auch für die PV Unternehmen die aufgegeben haben. Ohne Rohstoffe im Land keine Chance. Kohle im Land hat uns reich gemacht, keine Rohstoffe im Land und die Folgen unseres Wohlstands (Hochlohnland) drohen uns arm zu machen…

    Stromnetze, besonders wenn sie unter der Straße verlaufen müssen, sind sehr teuer. Die Techniker berücksichtigen bei Berechnungen immer sehr sorgfältig die Preisrelationen zwischen „Technik und Leitungen“. Sie streben an, diese Kosten insgesamt zu minimieren….

    Extrem: Würden die PV Anlagen und die Kurzfristspeicher nichts kosten, fast immer, ohne Flauten Energie liefern, würde man kaum Leitungen benötigen. Die Realität sieht anders aus.

    Bidirektional angeschlossenes E-Autos sind auch nicht gerade billig. Die Synergieeffekte könnten natürlich genutzt werden.

    Würden alle gleichzeitig auf E-Autos und Wärmepumpen umsteigen, flexibel an der eigenen Steckdose geladen werden, wäre das ein Fiasko für die Stromnetze. Die alten Netze sind nicht dafür ausgelegt.

    Ein E Auto „frisst“ zusätzlich 50 kWh. Ich benötige (incl. Heißwasser) ungefähr 8 kWh pro Tag. Bei längeren Flauten müsste diese Energie bereit gehalten und über das Stromnetz geliefert werden….

    Die Leitungen ermöglichen einen gewissen Ausgleich bei der Energieverteilung und sind wichtig um Blackouts zu vermeiden….

    • Ach ja, @Realo – immerhin bejubeln Sie hier inzwischen nicht mehr die russische Diktatur. Aber die chinesische KP wollen Sie uns immer noch als vorbildlich andrehen.

      Tatsache ist, dass die Bevölkerung in China in massiver Unfreiheit implodiert – und Xi Jinping übrigens auch bereits große Teile der Militärspitze absetzen und inhaftieren ließ. Das Land ist auch demografisch bereits hinter Indien zurückgefallen und die säkulare Geburtenimplosion geht weiter – hier eine Meldung vom Januar 2026:

      Bevölkerung schrumpft
      Geburtenrate in China sinkt auf historischen Tiefstand

      Noch nie gab es in China seit der Gründung der Volksrepublik eine so niedrige Geburtenrate. Die Bevölkerung schrumpft ebenfalls seit Jahren. Für die chinesische Wirtschaft ist das ein großes Problem.

      Chinas Geburtenrate ist im vergangenen Jahr auf einen historischen Tiefstand gesunken. Je 1.000 Einwohner kamen nur noch 5,63 Kinder zur Welt, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Damit ist die Rate auf dem tiefsten Stand seit Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949.

      Einige Gründe dafür sind die hohen Kosten für die Kindererziehung, der teure Wohnraum, aber auch die wirtschaftliche Unsicherheit unter jungen Menschen.

      Während es im vergangenen Jahr 7,92 Millionen Neugeborene gab, starben auch 11,31 Millionen Menschen in China. Zudem schrumpfte die chinesische Bevölkerung im vierten Jahr in Folge. Auch die Zahl der Hochzeiten sank weiter.

      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-geburtenrate-tiefstand-100.html

      Und selbst das sind ja nur die offiziellen – und also höchstwahrscheinlich statistisch geschönten – Statistiken.

      China exportiert nicht, weil es so überlegen wäre – sondern es exportiert, weil seine Binnennachfrage mangels Kindern am Boden liegt. Und damit trägt es immerhin zu einem globalen Solarboom bei – durch eigene Produktion und eigene Rohstoffe.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/energieglauben-und-solarpunk-solarboom-in-china-pakistan/

      Bin schon gespannt, welche Diktatur Sie uns nach Russland und China als nächstes propagieren wollen, @Realo. Vielleicht gleich Nordkorea? 🤭

  26. @ Michael Blume 18.02.2026, 10:19 Uhr

    Ich bejuble keine Diktaturen.

    Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Chinesen früher in endlosen und breiten Fahrradkolonnen zur Arbeit gefahren sind und heute fahren sie die modernsten E Autos der Welt.

    Demokratie, wo die Hälfte der Bevölkerung den „Strick“ in die eine Richtung und die andere Hälfte in die andere Richtung zieht, wollten sie sich offensichtlich nicht leisten.

    In kurzer Zeit sind sie zu großem Wohlstand gekommen, ohne andere Länder anzugreifen, oder ihnen ihre Ideologie aufzwingen oder über die Medien „auf manipulieren“ zu wollen, letztlich um sie zu unterjochen.

    Auch Putin juble ich nicht zu. Nur kann ich mir gut vorstellen, dass sich die Russen die Nato Osterweiterung, letztlich auf ihre Bodenschätze, nicht mehr gefallen lassen und beendet haben. Verstehe nicht, wie jemand auf die Idee kommen kann, die Russen (mit 5 000 Atombomben in der Hand) würden sich derartiges gefallen lassen?

    Trump ist aufgefallen, dass sich auch die Amerikaner, wegen der extremen Schulden, einen derartigen teuren Luxus, so wie sich die Demokratie entwickelt hat, nicht ewig leisten können.

    Die absichtlich verringerte Geburtenrate in China hat der ganzen Welt Vorteile gebracht. Man befürchtete, so um 1955, dass wir und die ganze Welt mit Chinesen überrannt werden. In China gab es sogar Hungersnöte.

    Ich kenne die Motivation der Chinesen zur Regelung ihrer Geburtenrate nicht. Sie könnten einfach befürchtet haben, im Falle von gewaltsamer Expansion, wie ehemals die Japaner, mit Atombomben rechnen zu müssen. Ihre Lösung war rational und hilfreich für die ganze Welt. Eine vorsorgliche Maßnahme gegen einen schrecklichen Krieg.

    Zitat: „Einige Gründe dafür sind die hohen Kosten für die Kindererziehung, der teure Wohnraum, aber auch die wirtschaftliche Unsicherheit unter jungen Menschen.“

    Vielleicht entwickeln sie KI gesteuerte Psychotests die nicht „getäuscht“ werden können, um für die Aufzucht von Kindern besonders geeignete Menschen herauszufinden, besonders zu fördern und zu privilegieren?

    Man könnte Familien die vielen überschüssigen Wohnungen zur Verfügung stellen und die Eltern könnten Home Office Jobs übernehmen, wenn in der Nähe keine Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Software kann bestens über Home Office entwickelt werden.

    China exportiert, weil sie Geld, ausländische und zum Wohlstand beitragende Waren importieren wollen. Sie nutzen die Chancen, so wie wir ehemals das „Kohle und Stahl Zeitalter“ genutzt haben.

    Auch für uns ist es gut, wenn wir günstig PV Anlagen erwerben können.

  27. @ Michael Blume 18.02.2026, 13:15 Uhr

    Ist doch ganz einfach. Die Russen nutzen das „Selbstbestimmungsrecht“ der Völker dazu, um selber zu bestimmen, wer ihr Staatschef wird. Ob sie selber über ihre Bodenschätze verfügen wollen, oder ein vom Westen ausgesuchter und von den Medien gepushter (z.B. Nawalny) Staatschef wird und die Politik bestimmt.

    In der Ukraine wurden durch einen, offensichtlich von Westmedien unterstützten Putsch, Leute nach oben gespült, die ihr eigenes Süppchen kochen wollten. Das war eigentlich auch für Belarus geplant, der Putsch ist aber gescheitert.

    Pech war nur, dass Amerika das Treiben mit seinen Atomwaffen hätte decken müssen. Und Trump war klar, dass es den Russen um ihre freie Existenz geht und sie, in die Enge getrieben, mit ihren Atombomben zuschlagen würden. Das hat er Selnskyj zu erklären versucht.

    Russland wird sein eigenes Selbstbestimmungsrecht, über die eigenen Bodenschätze und vermutlich auch die internationalen Handelswege, auch gegen den Einfluss ausländischer Medien, eisern und mit allen Mittel verteidigen…..

    Die Möglichkeiten der extrem manipulierenden (Medien) Propaganda, zuerst von Hitler, später international, haben sich totgelaufen. Trump hat ihnen den Rest gegeben. Die Menschen haben sich von den Medien emanzipiert.

    Die dualistische Täter-Opfer-Umkehr, ist typisch für jeden Krieg. Jeder fühlt sich angegriffen, die Russen, weil z.B. ihre Flotte vom Schwarzen Meer vertrieben werden sollte, die Ukrainer, weil die Russen kurzerhand in der Ukraine einmarschiert sind……

    Mir liegt das Schicksal des “Kanonenfutters” am Herzen und ich bin für eine Friedenspolitik. Ich hätte meine Heimat selbstverständlich (ungefähr 1965, beim Wehrdienst, am eisernen Vorhang) auch unter Einsatz meines Lebens verteidigt. Würde aber niemals bei einem “Raubzug” (wie der Nato Osterweiterung) mitmachen. Ich bin doch kein Räuber…

    • Nein, @Realo – in der Ukraine gab es demokratische Wahlen, in Russland gibt es diese längst nicht mehr. Und für vom Regime unterdrückte Völker wie die Tschetschenen gab es sie nie, dann auch nicht mehr auf der besetzten Krim.

      Dass Sie aber gewalttätige Diktaturen nicht mehr von freiheitlichen Demokratien unterscheiden wollen, zeigt sehr eindrucksvoll, wo Sie stehen.

      Und @Tobias Jeckenburger hat es ja sehr höflich erwähnt: In keiner Diktatur könnten Sie sich so „kritisch“ gegen die Regierung äußern wie Sie es hier gegen die Bundesrepublik und EU tun.

      Wobei ich aber auch nicht glauben, dass Sie den Mumm hätten, echte Tyrannen zu kritisieren. Sie würden, so vermute ich, lieber wieder den fossilen Faschisten nachkriechen und anschließend wieder weinerlich bekunden, Sie hätten doch nur Frieden gewollt und Befehle befolgt…

      Wie gut, dass unsere Demokratie gerade auch am Karneval stabiler ist als jede Tyrannophilie. 😌🇩🇪🇪🇺🖖

  28. @Realo 18.02. 10:04 / 12:36

    „Würden alle gleichzeitig auf E-Autos und Wärmepumpen umsteigen, flexibel an der eigenen Steckdose geladen werden, wäre das ein Fiasko für die Stromnetze. Die alten Netze sind nicht dafür ausgelegt.“

    So simpel ist das nicht. Bei der Hälfte der Verbraucher dürfte in den nächsten 10 Jahren Fernheizung kommen. Eine Kombination von Großwärmepumpe und Universalgasmotor in Kraftwärmekopplung erfordert keinen allgemeinen Netzausbau, nur den Stromanschluss am Produktionsstandort.

    Diese Kraftwärmekopplung kann dann in Dunkelflauten nicht nur die Wärme für das eigene Fernwärmenetz, sondern auch einen Teil des allgemeinen Stroms für die dann überall installierten Wärmepumpen liefern.

    In der Tat könnten allerdings die Siedlungen, wo man keine Fernheizung und dann überall Wärmepumpen hat, an die Grenzen der lokalen Stromnetze kommen. Das ließe sich entschärfen, wenn man dort die Wärmepumpen mit Gas-, Öl oder Holzpelletheizungen kombiniert, die dann einspringen, wenn die Wärmepumpen an ihre Leistungsgrenzen kommen, der Strom zu knapp ist oder eben die lokalen Stromnetze am Limit sind.

    Vor Ort installierte Kurzfristspeicher können aber zusätzlich so eingreifen, dass die Kapazitäten der Stromnetze gleichmäßig voll ausgenutzt werden. Es kann auch sein, das die lokalen Stromnetze so gut dimensioniert sind, dass das gar kein Problem ist. Noch müssen die ja jede Verbrauchsspitze vertragen, ganz ohne die Möglichkeit einer lokalen Pufferung durch Kurzfristspeicher.

    Was die E-Autos betrifft, so können die recht flexibel aufladen, und man kann bei kurzfristig sehr hohen Strompreisen auf Fernfahrten verzichten. Und wenn ein Sammeltaxisystem kommt, dann reduziert sich auch Strombedarf der Fahrzeugflotte um 50% bis 75%. Entsprechend weniger belastet das dann auch die Stromnetze.

    „Man könnte Familien die vielen überschüssigen Wohnungen zur Verfügung stellen und die Eltern könnten Home Office Jobs übernehmen, wenn in der Nähe keine Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.“

    Könnte man, aber macht man es? Hier zeigt sich vielleicht auch die Qualität der chinesischen Diktatur im Vergleich zur europäischen Demokratie. Ich beobachte das mit Interesse. Wobei freilich die Freiheit selbst wirklich viel zählt, nicht nur die Wirtschaftsdaten. Diskussionen wir hier kann man da wohl kaum führen.

    Aber durchaus interessant, wie China wirklich mit der Demografie umgeht.

    Nebenbei exportiert China nicht nur aus Lust und Laune. In China hat man nicht genug eigene Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln, die muss man in erheblichem Umfang weltweit einkaufen. Und das dauerhaft.

  29. @ Michael Blume

    Zitat: „Und @Tobias Jeckenburger hat es ja sehr höflich erwähnt: In keiner Diktatur könnten Sie sich so „kritisch“ gegen die Regierung äußern wie Sie es hier gegen die Bundesrepublik und EU tun.“

    Ich habe nichts gegen D und die EU, auch nichts gegen die Politiker. Weil Politiker die an sich normale politische Intrige aushalten müssen, schätze ich sie sogar, irgendwie. Ich lebe sehr gerne hier. Ich kann es nur nicht ertragen, wenn wir Gefahr laufen, wie Betrunkene in einen verrückten Krieg zu torkeln. Ich bin gegen den Krieg, sonst gegen niemanden….

    Zitat: „Ein Kernpunkt in Blumes Analyse ist der direkte ökonomische und politische Zusammenhang zwischen der Nutzung fossiler Energieträger (Öl, Gas, Kohle) und der Stabilität autoritärer Regime wie in Russland oder dem Iran.“

    Das trifft immer zu, nicht nur bei fossilen Energieträgern. Die Stabilität aller Regierungsformen wird bedroht, wenn die Staats Kassa nicht mehr stimmt. Weil z.B. Exporte einbrechen und Schulden explodieren.

    Die auch als autoritär geltenden Chinesen, liefern genau das Gegenteil von fossilen Energieträgern, PV Anlagen und die modernsten E Autos. Es ist doch ehrenhaft derartiges zu liefern. Wie es ehrenhaft war, als D im Kohle – Stahl Zeitalter Autos exportiert hat.

    Ein Problem ist, dass Exporterfolge praktisch automatisch dazu geführt haben, und auch künftig dazu führen werden, dass man ein Hochlohnland wird. Nach der „Zeitenwende“ praktisch dabei sind, unsere Exportfähigkeit zu verlieren…..

    Wäre neugierig, wie die Chinesen dieses Problem lösen werden. Irgendwann werden auch PV Anlagen und Autos „Auslaufmodelle“ sein, z.B. weil der Markt gesättigt ist, oder ein neue Zeitalter beginnt….

    • Nun, @Realo – wie gesagt: Sie entgehen keinem „verrückten Krieg“ und bewahren auch Ihre Freiheiten nicht, wenn Sie ständig vor Tyrannen kriechen und deren Propaganda verbreiten. Freiheit basiert auf Würde und also dem Mut zur Wahrheit. Diesen wünsche ich Ihnen.

      Ebenso werden Sie die chinesische Exportpolitik nicht verstehen, wenn Sie die Narrative der KP übernehmen – sondern wenn Sie verstehen, dass das riesige Land mangels Kindern und also mangels Binnen-Nachfrage verzweifelt exportiert – auch kostbare Güter und Rohstoffe. Es war ein tragischer Fehler, dass wir Deutschen unsere eigene Solarindustrie so leichtfertig abgaben – fast so schlimm wie unsere fossilen Importe aus der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten.

      Wir sollten uns also EU und als Bundesrepublik Deutschland von gar keiner Diktatur abhängig machen, sondern entschlossen in Ausbau, Forschung und Entwicklung erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien, in Energiespeicher und FOSS-Software investieren.

      Von Feigheit, fossilem Lobbyismus und Reaktanz sollten wir uns nicht aufhalten lassen. Finden Sie nicht auch? 😌🇩🇪🇪🇺🖖

  30. @ Michael Blume 18.02.2026, 19:41 Uhr

    Zitat: „Wir sollten uns also EU und als Bundesrepublik Deutschland von gar keiner Diktatur abhängig machen, sondern entschlossen in Ausbau, Forschung und Entwicklung erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien, in Energiespeicher und FOSS-Software investieren.“

    Da stimme ich gerne zu. Allerdings sollten wir, besonders wegen unserer Erfahrungen in der letzten Zeit, von gar keinem Staat mehr abhängig werden….

  31. @Realo 18.02. 19:28

    „Ich kann es nur nicht ertragen, wenn wir Gefahr laufen, wie Betrunkene in einen verrückten Krieg zu torkeln. Ich bin gegen den Krieg, sonst gegen niemanden….“

    Unser eigentliches Versäumnis war, dass wir nach 2014 nicht daran gedacht haben, dass Putin jetzt aufrüstet um die ganze Ukraine besetzen zu können. Hätten wir reagiert, und die Öl- und Gaslieferungen aus Russland eingestellt, dann wäre unser aktuelles Problem vermutlich sehr viel kleiner.

    Und hätten wir nach 2014 schon mal angefangen aufzurüsten, wären wir jetzt von der USA deutlich weniger abhängig.

    Für mich ist die Sache recht klar: Putin hofft noch, dass die USA ganz aus der Unterstützung Europas aussteigt, deshalb kämpft er immer weiter.

    Ich sehe keine anderen Optionen, als die Ukraine so weit es geht weiterhin mit Waffen und Hilfsgütern zu unterstützen und selber aufzurüsten, und wenn das nur, um Trump bei Laune zu halten. So ist Putin erstmal beschäftigt, und wir können Zeit gewinnen, auch ohne die USA so stark zu werden, dass es Putin gar nicht erst versucht, uns auch noch anzugreifen.

    Wenn man selber friedfertig ist, aber nicht stark genug ist, kann man eben angegriffen werden. Kann man sich aber sehr erfolgreich wehren, wird man meistens von vorn herein in Ruhe gelassen.

    Klar ist, dass man nicht selber Andere angreift, auch keine Diktatoren, wenn man denn wirklich keinen Krieg führen will. Und das haben wir gegen Putin auch wirklich nicht gemacht. Wir tragen hier nur dazu bei, dass Putin es schwer hat, in der Ukraine vorwärts zu kommen. So zu sagen als eine Minimalreaktion, mit der wir selber noch ganz gut leben können, und Grund zur Hoffnung haben, genau so das Risiko einer direkten Konfrontation auf ein Minimum reduzieren zu können.

    Das kann ja auch nicht ewig so weiter gehen. Wenn die globale Energiewende vorwärts kommt, brechen die Öl- und Gaspreise ein, und in der Folge geht dann Putin nachhaltig das Geld aus. Das dürfte in 10 Jahren auf jeden Fall soweit sein, mit etwas Glück schon in 5 Jahren. Dann enden die fossilen Diktaturen ganz von selber, und müssen sich dann eben um die eigene Produktivität kümmern, so wie China das geschafft hat, oder verschwinden vollständig durch eine nachhaltige Pleite in der Bedeutungslosigkeit.

  32. @ Tobias Jeckenburger 19.02.2026, 00:14 Uhr

    Zitat: „Unser eigentliches Versäumnis war, dass wir nach 2014 nicht daran gedacht haben, dass Putin jetzt aufrüstet um die ganze Ukraine besetzen zu können. Hätten wir reagiert, und die Öl- und Gaslieferungen aus Russland eingestellt, dann wäre unser aktuelles Problem vermutlich sehr viel kleiner.“

    Ich vermute, Putin sind Russlands Rohstoffe wichtig und dass er freie internationale Handelswege hat, um Russlands Geschäften nachzugehen. Für nichts anderes dürfte er seine Soldaten „opfern“. Rohstoffe, ob Öl, Gas, (für die Chemie), seltene Erden, Metalle, Uran, Gold, Diamanten,….. werden immer und vermutlich immer mehr gebraucht. Darauf hat Herr @ Holzherr recht sachlich hingewiesen.

    Vermutlich läuft es auch darauf hinaus, dass die praktischen Besitzer des „Atombombenmonopols“, USA, Russland letztlich auch ein weltweites „Rohstoffkartell“ anstreben. Dafür werden sie zumindest für einige Zeit, fossile Staaten, vielleicht auch China (seltene Erden) ins Boot holen….

    Der Rest der Welt darf um Rohstoffe „betteln“ oder versuchen, mit besonderen Strategien über die Runden zu kommen. Z.B. Nutzung von „Friedensenergien“, besonders aber auch mit Recycling (z.B. Autos, oder Kupfer gewinnen, dadurch dass alte Telefonkabel ausgegraben und durch Glasfaser ersetzt werden) und im besten Fall mit der Veredelung von Rohstoffen, eventuell auch durch den Verkauf von Ingenieursleistungen …..

    Wenn das mit den „Trumps Deals“ funktioniert, haben wir vielleicht auch die Chance, dass alles friedlich bleibt.

    Bedeutungslos werden wir so und so sein. Ist aber immer noch besser als „Kanonenfutter“….

  33. @Martin Holzherr 19.02. 02:21

    „Leider sind viele EE-Technologien heute noch wenig ausgereift und Fehlinvestitionen sind deswegen eine reale Gefahr, denn man weiss heute noch nicht, was sich in 20 Jahren durchsetzen wird.“

    Naja, wenn wir jetzt was installieren, dass später billiger wird, ist die Investition dann nicht unbedingt verloren. Die Anlagen werden weiterlaufen, bis sie sowieso irgendwann wieder ausgemustert werden. Und parallel damit wird dann eben die neue günstigere Technik doch noch installiert.

    Etwa neue Erdgaskraftwerke. Da würde ich lieber Kraftwärmekoppplung mit Gasmotoren, die neben Erdgas auch mit Biogas und Wasserstoff laufen können, bauen. Die können dann Fernwärmenetze mit Großwärmepumpen sehr gut ergänzen.

    Und im Zweifelsfall lieber noch die alten Braunkohlekraftwerke als letztes Backup vorhalten. Das erfordert keine Investitionen. Und mit der Zeit wird ja immer klarer, wie es konkret technisch weitergehen wird. Deswegen ist Zeit gewinnen sinnvoll, wenn es um schwierige Entscheidungen geht.

    Wie groß in etwa das Wasserstoffnetz mitsamt Produzenten, Speichern und Konsumenten werden soll, weiß jetzt noch keiner. Das hängt eben auch davon ab, ob noch konkurrenzfähige Großbatterien mit Ladezyklen zwischen 5 und 20 im Jahr möglich werden.

    Ein anderer großer Unsicherheitsfaktor dürfte die Elektromobilität sein. Wenn sich hier in den nächsten 10 Jahren ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Fahrzeugen etabliert, dann reduziert sich auch der benötigte Strom für die komplette Fahrzeugflotte um die Hälfte, oder sogar mehr.

    Entsprechend vorsichtig zu sein, mag da tatsächlich sinnvoll sein. Andererseits, mit noch besserer Technik kann es am Ende nur besser werden, immerhin das schon mal.

    Vieles wird aber sowieso erst nach und nach realisierbar sein. Etwa der Austausch von Heizungen oder die Anschaffung von neuen Fahrzeugen. Das verschafft auch Zeit, um zu sehen, wie es technisch weiter gehen kann.

    • @Tobias Jeckenburger betreffend der richtigen Investition zur richtigen Zeit

      Danke für die Punkte Erdgas-Backup, Wasserstoff, Grossbatterien, EV, die sie hier aufgetischt haben.

      Meine Empfehlung im positiven: EE-Technologien fördern und propagieren, die jetzt schon kurz vor der Profitabilität stehen und wo in wenigen Jahren etwas bewegt werden kann.

      Meine Empfehlung im negativen: Nichts fix entscheiden, was nur in 7 oder mehr Jahren realisiert werden kann

      Gaskraftwerke als Backup sind in meinen Augen nicht in erster Linie schlecht, weil sie fossil sind, sondern sie sind schlecht für Deutschland, weil ihr Bau, ihre Erstellung bis zu 10 Jahre in Anspruch nimmt. In dieser Zeit kann sich ein völlig anderes Bild ergeben, so könnten etwa bis dann billige Langzeitbatterien für das Netz auf den Markt kommen.
      – Eine Wasserstoff-Infrastruktur zum Zweck der Strom-Speicherung und für die Mobilität und das Heizen aufzubauen ist falsch, weil es für die Mobilität und das Heizen bereits kostengünstigere Lösungen gibt und weil es in naher Zukunft auch für die Strom-Speicherung Alternativen geben könnte.
      Grünen Wasserstoff für die Chemie bereitstellen ist dagegen heute schon richtig, weil die Chemie schon immer mit Wasserstoff arbeitete und weiter mit Wasserstoff arbeiten wird und in Zukunft dieser Wasserstoff CO2-neutral sein muss. Die Alternative wäre hier nur gerade, die Chemie, welche Wasserstoff benötigt, ins Ausland zu verlagern. Und genau das passiert ja jetzt.
      – Betreffend Elektromobilität sehe ich keinen grossen Interventionsbedarf, denn Elektromobile sind heute schon kostengünstig und sie haben eine Lebensdauer von 10 bis 20 Jahren, also nicht allzu lange. Wenn schon wäre zu überlegen ob die EU nicht einfach die Strafzölle auf chinesische Elektromobile senkt, denn wenn es sehr kostengünstige EVs gäbe, würden sie auch gekauft. Früher oder später werden hier in Europa auf irgend einem Weg ganz sicher auch EVs mit einem niedrigen Anschaffungspreis zu haben sein, etwa darum, weil,Chinesen in Europa Automobilfabriken bauen.

  34. @Martin Holzherr 20.02. 22:33

    „Grünen Wasserstoff für die Chemie bereitstellen ist dagegen heute schon richtig, weil die Chemie schon immer mit Wasserstoff arbeitete und weiter mit Wasserstoff arbeiten wird und in Zukunft dieser Wasserstoff CO2-neutral sein muss.“

    Das reicht ja sogar erst mal, um die Wasserstofftechnik zu erproben bzw. ein ein Stück weit zu skalieren. Einige wenige Leitungen mit vielleicht einem ehemaligen Erdgasspeicher, von denen es derzeit wohl mehr gibt, als gebraucht werden, dürfte genügen. Wieviel Wasserstoff als Strombackup genutzt wird, kann man sich später überlegen. Da kommt es auch auf mögliche Alternativen an.

    Ein rein saisonales Wasserstoffbackup mit dem Ladezyklus 1 im Jahr kann ich mit schon vorstellen. Aber wir können da erst mal abwarten, auch was eventuelle Wasserstoffpipelines betrifft, etwa um die Energie aus Offshorewindparks oder von PV in Südeuropa neben Hochspannungsleitungen in zusätzlichen Mengen per Pipeline weite Strecken zu transportieren.

    Was auf jeden Fall jetzt günstig wäre, wäre viel mehr PV, Windräder auf dem Festland und überall Kurzfristspeicher bei allen Verbrauchern, bei den Produzenten und als E-Auto. Das kann den Anteil an Erneuerbaren erheblich ausweiten. Und ersten Mehrverbrauch durch E-Mobilität und Wärmepumpen abdecken.

    Ich würde auch die alten Kohlekraftwerke nicht vorzeitig abreißen. Sondern erst, wenn wir dieses Backup wirklich nicht mehr brauchen. Es ist nicht mal klar, wieviel die geplanten Erdgaskraftwerke überhaupt im Jahr laufen werden, wenn sie mal fertig sind. Wenn das dann nur wenige Wochen im Jahr werden, ist es schlichtweg Unsinn, die Kohle mit Erdgas zu ersetzen.

    „oder später werden hier in Europa auf irgend einem Weg ganz sicher auch EVs mit einem niedrigen Anschaffungspreis zu haben sein, etwa darum, weil,Chinesen in Europa Automobilfabriken bauen.“

    Ich denke auch, dass das bald ganz gut laufen wird.

    „Eine Wasserstoff-Infrastruktur zum Zweck der Strom-Speicherung und für die Mobilität und das Heizen aufzubauen ist falsch, weil es für die Mobilität und das Heizen bereits kostengünstigere Lösungen gibt und weil es in naher Zukunft auch für die Strom-Speicherung Alternativen geben könnte.“

    Mobilität und das Heizen mit Wasserstoff dürfte längst vom Tisch sein. Stromspeichern könnte m.E. schon eine Rolle spielen. Wenn die erhofften neuen Batterien erst mit Ladezyklen von vielleicht 5 im Jahr aufwärts wirtschaftlich sind, wäre dann ein Einsatz von Wasserstoff mit einem Zyklus von 1 oder sogar 3 im Jahr denkbar.

    Die derzeitigen Kurzfristspeicher können das jedenfalls auf keinen Fall. So wertvoll sie auch jetzt schon sind, um eben ein Mehrfaches an PV- und Windleistung möglich zu machen. Und nebenbei noch die Netze zu stabilisieren und dabei zu helfen, die Hochspannungsleitungen und überhaupt das ganze Stromnetz voll auszunutzen.

  35. @Realo 20.02. 13:31

    „Rohstoffe, ob Öl, Gas, (für die Chemie), seltene Erden, Metalle, Uran, Gold, Diamanten,….. werden immer und vermutlich immer mehr gebraucht.“

    Wir arbeiten dran, dass Öl und Gas im Boden bleiben. Weltweit mit immer mehr Elan. Weil uns sonst das Klima um die Ohren fliegt. Aber auch um Despoten das Geld weg zu nehmen und uns selbst eine am Ende sogar billigere Energieversorgung gelingen kann. Mit jede Menge neuer Unabhängigkeit.

    Die restlichen Rohstoffe dürften nur einen Bruchteil von dem Geld einbringen, wie derzeit noch mit Öl und Gas verdient werden kann. Und die Kohle läuft auch aus.

    Letztlich reduziert das den ganzen Welthandel erheblich. Auch Deutschland kommt bald mit deutlich weniger Importen aus, ohne Öl und Gas, und kann dann auch gerne nicht mehr so viel exportieren. Was dann nochmal unabhängiger macht.

  36. @ Tobias Jeckenburger 21.02.2026, 00:57 Uhr

    Zitat: „Die restlichen Rohstoffe dürften nur einen Bruchteil von dem Geld einbringen, wie derzeit noch mit Öl und Gas verdient werden kann. Und die Kohle läuft auch aus.“

    An Öl/Kohle und Gas verdient Russland (lt. Internet) derzeit rund 60% seiner Exporte. Da Öl auch für die Chemie gebraucht wird, werden ihnen 50% (der Restexporte incl. Chemie /Öl) bleiben. Das scheint mir kein so schlechter „Bruchteil“.

    Bedeutet, sie werden sich umorientieren. China scheint übrigens für Russland, wegen der kleiner werdenden Bevölkerung, keine Gefahr mehr. Russland wird verstärkt seine begehrten seltenen Erden abbauen und das insgesamt eingesparte Personal hin zur Veredelung der reichlich vorhandenen Rohstoffe umschichten und z.B. KI/Roboterprojekte incl. der Chipfertigung fördern um ihre Produktivität zu pushen.

    Natürlich können sie auch ihre militärischen Möglichkeiten weiter verbessern. Müssen sie auch. Länder mit reichlich Bodenschätzen „unterm Hintern“ sind nun einmal extrem bevorzugt gegenüber den „Habenichtsen“…. und erwecken Begehrlichkeiten. Genau deswegen gibt es den Krieg und für denn Notfall haben die Russen ihre Atombomben….

    Staaten, bei denen die Arbeitslosenzahlen explodieren, werden sich Putin um den Hals werfen, um bei der Veredelung der russischen Rohstoffe mitmachen zu dürfen.

    Getreide haben sie heutzutage mehr als genug und sonst auch alles was die Russen brauchen um höchsten Wohlstand im Land generieren zu können.

  37. @Realo 21.02. 08:30

    „Getreide haben sie heutzutage mehr als genug und sonst auch alles was die Russen brauchen um höchsten Wohlstand im Land generieren zu können.“

    Krim und Donbass waren aber doch dicke genug. Und Putin verschleudert mit diesem Krieg auch den inzwischen bescheidenen Wohlstand der Russen.

    Vermutlich weil die ganze russische Wirtschaft von Korruption so zerfressen ist, dass man trotz guter Voraussetzungen dennoch kaum was Produktives hinbekommt.

    Da können wir nur zugucken und uns selber schützen, indem wir militärisch reagieren. Wenn wir stark genug sind, kann ein Angriff auf uns selbst ausbleiben.

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