Schwer von Begriff. Ich glaube, ich machte einen Rentier-Ressourcenfluch-Fehler

In den letzten Wochen habe ich mich natürlich oft gefragt, warum die seit Jahrzehnten bekannte Rentier State Theory & Ressource Course Theory im deutschen Sprachraum wenig durchdrangen & auch mein sciebook “Öl- und Glaubenskriege” dazu schon von 2015 erst nach der Invasion von Putin in die Ukraine als kostenloser Download neue Aufmerksamkeit fand.

Im sciebook “Öl- und Glaubensfragen” von 2015 sowie in “Islam in der Krise” (Patmos 2017) stellte ich die Thesen zu Rentierstaaten und Ressourcenfluch vor. Foto: Michael Blume

Und es sind ja nicht nur die Politikwissenschaft – aus der die Rentierstaatstheorie stammt – und die Ökonomie – die die Ressourcenfluch-Theorie entwickelte – , die auf massive Widerstände treffen: Auch die Virologie und Impfstoffe schon vor Covid19, auch die Klimaforschung, die Evolutionstheorie und sogar die physikalischen Relativitätstheorien von Albert Einstein wurden und werden selbst von formal gebildeten Menschen dualistisch und verschwörungsmythologisch abgewehrt.

Um das besser zu verstehen, befasse ich mich gerade mit dem psychologischen Konzept der Reaktanz, des Trotzes, des Widerwillens gegen den gefühlten Verzicht von Wahlmöglichkeiten.

Ich frage mich allerdings auch, was ich selbst falsch gemacht habe – und lese dazu Rückmeldungen gerade auch Wohlmeinender wie Tommy Krappweis et al. Er schrieb mir, dass er bei der deutschen Übersetzung von “Rentier State” immer wieder an Rentiere denken müsse. Auch @TomWochnig twitterte dazu heute: “Verdammt, auch wenn ich es besser weiß, ich lese im Erstversuch immer wieder Ren-Tier-staaten.” Und @angeldruckt antwortete darauf: “Bei der Schlüssigkeit der Thesen einerseits und der Jahrzehnte langen Ignoranz andererseits könnt man auch sagen: “Da wirst zum Hirsch!”” 

Tatsächlich denke ich heute, dass ich über Jahre hinweg “schwer von Begriff war”, indem ich auf der unglücklichen, deutschen Übersetzung der Theorie beharrte. Das quer-Team vom Bayerischen Rundfunk machte es besser und wählte den ursprünglich volkswirtschaftlichen Begriff des Ressourcenfluches einfach als Oberbegriff über eine Verschmelzung “beider” Theorien! Dabei beriefen sie sich einfach auf einen Wikipedia-Artikel und ein Papier der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ich meine: Mutig & gut!

Die kluge Erklärkachel (als Teil einer ganzen Serie) von Quer beim BR integriert die Rentierstaatstheorie in den besseren Begriff der Ressourcenfluch-Theorie. Screenshot mfG: Dr. Michael Blume

Zwar würde ich bei obiger Kachel lieber von “politischer Hand” als von “staatlicher Hand” schreiben, da sich die Rentierseliten häufig als Mischung aus politisch-bürokratischen und privatwirtschaftlich-oligarchischen Netzwerken organisieren. Der deutsche Begriff “Ressourcenfluch” vermeidet aber tatsächlich nicht nur die Ablenkung auf Huftiere, sondern verweist auch mythologisch auf Volksgeschichten, nach denen großer Reichtum als vermeintlicher “Segen” auch ins Verderben führen könne.

Ein ganz aktuelles Beispiel dafür ist der FC Chelsea, der durch die Anti-Putin-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch in Schwierigkeiten gerät. Und ganz von selbst diskutieren Fans und “Conan” von Sport 1 dazu, dass zukünftig auch saudi-arabische Ölscheichs ein “politisches Risiko” darstellen würden. Womit lassen sich solche politisch-ökonomisch-sportlichen Phänomene wohl begrifflich besser fassen – mit Rentierstaat oder Ressourcenfluch?

Aber ist es denn erlaubt, wissenschaftliche Begriffe neu zu fassen und auch wissenschaftliche “Arbeit am Mythos” zu leisten? Nun, ich meine sogar, wir müssen! Immerhin habe ich doch auch selbst etwas dazu beigetragen, dass im Deutschen endlich der sachlich falsche Begriff der “Verschwörungstheorie” durch das präzisere “Verschwörungsmythen” ersetzt wird. Irgendwann wird sich dann ggf. auch im Englischen Conspiracy Myths gegenüber dem schlechteren Conspiracy Theories durchsetzen.

In “Islam in der Krise”, “Verschwörungsmythen” & “Warum der Antisemitismus uns alle bedroht” versuchte ich bereits stärkere Begriffe zu etablieren. Foto: Michael Blume

Erst vor wenigen Wochen diskutierte ich mit Musiker:innen meiner Lieblings-Musikband “Rahi”, ob sich ein so komplexes Thema auch in Songs gießen ließe. Und heute denke ich, dass ich selbst womöglich mehr Interessierte hätte erreichen und informieren können, wenn ich Rentierstaatstheorie & Ressourcenfluch nicht als getrennte Theorien vermittelt, sondern unter dem gemeinsamen Oberbegriff zusammengefasst hätte. Dies hätte ich – wie ja gerade im Blogpost online niederschwellig getan – ja auch transparent kommunizieren können.

Also habe ich meine jahrealte, “geliebte” Rentierstaat-Folie nun zu einer Ressourcenfluch-Grafik umgearbeitet und hoffe, dieser Schritt findet auch Ihre Zustimmung.

Die Ressourcenfluch-Theorie, formerly known as Rentierstaatstheorie. Grafik: Michael Blume

Meine Empfehlung dazu wird also zukünftig leisten: “Wenn Sie in Ihrem Leben nur eine einzige Theorie aus der Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft kennenlernen wollen, dann empfehle ich Ihnen die integrierte Ressourcenfluch-Theorie! Wer die verstanden hat, versteht Politik, Wirtschaft und sogar den Fußball-Sport besser!”

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

54 Kommentare

  1. Öl-Kriege?

    Na das sind ja ganz schöne Schwurbeleien die sie da vertreten. Beispiel:

    “Ebenso bildete sich in den USA eine milliardenschwere
    Rohstoffoligarchie, die sich mit evangelikalen Christen verbündete
    und zum Schaden der amerikanischen Demokratie
    Einfluss auf Politik und Medien, Wirtschaft
    Religion(en) in den Vereinigten Staaten gewann.”

    “Oligarchen” gibt es in Amerika nicht sondern nur “Philanthropen”. “Verbünden zum Schaden anderer” ist eine klassische Verschwörungsthorie. So etwas gibt es gar nicht. Die Medien sind völlig frei und unabhängig, also kann da niemand Einfluß gewinnen. Politiker sind nur Politiker, weil sie von den Menschen gewählt wurden, also sind auch diese natürlich nur ihren Wählern verpflichtet. Das ganze passiert, wenn überhaupt, nur rein zufällig. Alles andere ist Verschwörungsdenken.

    • Tja, @Peter Müller, wenn Sie sich statt mit Antisemitismus mehr mit seriöser Wissenschaft befasst hätten, dann hätten Sie z.B. mein Kapitel über den Monopolisten & dann Philanthropen Rockefeller in „Öl- und Glaubenskriege“ längst wahrgenommen.

      Klar, Wissenschaft ist anspruchsvoller als es Verschwörungsmythen sind. Dafür erklärt sie mehr, genauer und übrigens auch kritischer als jeder Freund-Feind-Dualismus.

      Es ist immer noch nicht zu spät, sich in wissenschaftlichem Denken zu bilden, lieber @Peter Müller! 💁‍♂️📚🖖

    • @Peter Müller, was die “Verschwörung” betrifft, es gibt da eine interessante Dokumentaion: “Das Geheimnis der sieben Schwestern” lief oder läuft bei Arte.
      Dazu kommen ua. die Tabakfirmen, wenigstens ein Teil der Pharmabranche und der Automobilsektor.

      • @KeineAhnungDavonViel

        Mein Beitrag war sowieso ironisch gemeint. Ich finde es nur immer amüsant, wenn solche Kämpfer gegen “Verschwörungstheorien” wie Herr Blume selbst “Verschwörungstheorien” aufstellen.

        • Tja, @Peter Müller – solange Sie den Unterschied zwischen Theorien und Mythen und also auch zwischen „Verschwörungstheorien“ und Verschwörungsmythen per Reaktanz abblocken, werden Sie es auch nicht verstehen. Take your time. 😌

  2. Michael Blume schrieb (16. Mrz 2022):
    > […] dass ich über Jahre hinweg “schwer von Begriff war” […]

    Danke jedenfalls für die Klarstellung.
    (Mein Groschen fiel (erst), nachdem ich in Betrachtung des seltenen Begriffes “Rentierseliten” im obigen SciLog-Beitrag in Erwägung zog nachzuschauen, wie groß denn der Anteil dieser vermeintlich durch die Hirtenkultur geprägten Seliten an der Gesamtbevölkerung Selits sein mochte.)

    > Aber ist es denn erlaubt, wissenschaftliche Begriffe neu zu fassen […] ? Nun, ich meine sogar, wir müssen! […]

    Sehr richtig!
    MBMN vorrangig den metrologisch-wissenschaftlichen Begriff “Dauer” bzw. “duration”, den es aus anderen Deutungen längst verblichener Philosophen (Bergson, Newton) zu entreißen gilt.

    Mag es sogar erlaubt sein, wissenschaftliche Begriffe zu prägen, deren Gebrauch (z.B. von durchaus gebildet wirkenden Metrologen) ansonsten “aus der Fassung” bringt ? …

  3. Machen Sie das Rentier zur Werbefigur für Ihre Theorie, wenn Sie sie popularisieren wollen. Verkaufsmasche ist Verkaufsmasche, Sie können damit Weihnachtsfilme verkaufen, hässliche Pullis oder halt Ansichten. Und am leichtesten macht man sich lächerlich, wenn man zu krampfhaft ernst genommen werden möchte. Ja, die Welt geht unter, wenn man nicht auf mich hört, na und? Das ist sie schon oft und tut’s wahrscheinlich auch, wenn man es tut. Ich meine, ich kenne jetzt die Rentierstaat-Theorie, wäre ich an der Börse und in der Politik, würde ich sie trotzdem herzhaft ignorieren und das tun, was Geld bringt und Karriere fördert, hier und jetzt, nach uns die Sintflut. Denn alle anderen tun’s auch – alle zusammen könnten wir die Sintflut aufhalten, doch wir können nicht zusammenarbeiten, also prügeln wir uns um die größten Archen, wer keine abkriegt, darf Seepferdchen-Abzeichen machen oder sich Kiemen wachsen lassen, Ersaufen ist natürlich auch eine beliebte Option. Wird die Rentierstaat-Theorie die menschliche Natur verändern? Wenn alle Lemminge über die Klippe springen, weil alle anderen Lemminge über die Klippe springen, was nützt es, wenn Newton ihnen die Beule auf seinem Kopf zeigt und die Gravitation erklärt? Es sind Lemminge, nicht mal einen Fallschirm könnte man ihnen aufschwatzen.

    Am Ende ist es einfach eine logische Folge des Universalgesetzes: „Macht macht Regeln“. Wenn zwei oder mehr Mächte aufeinander stoßen, sind die Regeln halt ein Kompromiss. Manchmal sieht der Kompromiss so aus, dass zwei Sklavenhändler gleichberechtigt über die Firma bestimmen und den Erlös fair aufteilen. Der Kompromiss zwischen Katze und Maus sieht vor, dass gewisse Proteine und Ballaststoffe der Maus in der Katze weiterleben dürfen wie bisher. Alles eine Frage des Machtgefälles, der Kraft, die jede Seite der Auflösung des Interessenkonflikts hinzufügt.

    Es ist verflucht schwer, unter acht Milliarden Stimmen gehört zu werden. Recht haben reicht da noch lange nicht. Sie brauchen irgendeine Stromquelle: Eine Gefolgschaft, die Ihre Stimme weiterträgt, einen Mega-Lautsprecher, man kann sich auch in den Wald setzten und Bomben verschicken, auch wenn da, wie der UNA-Bomber herausfand, die Botschaft eher ist, „Ich bin ein Irrer, sperrt mich wo ein!“ Die Botschaft, die er eigentlich meinte, die von Öko und so, hallt erst heute nach, wenn das Klima zum bombenwerfenden Lautsprecher wird. Im gewissen Sinne sind die Grünen auch ein Rentierstaat, sie beziehen ihre Macht aus natürlichen Ressourcen und brauchen sich nicht darum zu scheren, was das Volk denkt oder will. Die Wirklichkeit ist einer, deswegen verleiht einem Recht haben – der Wirklichkeit nach dem Mund zu reden – durchaus ein wenig Power. Allerdings nützt das erst was, wenn die Wirklichkeit so laut zustimmt, dass es alle anderen Stimmen übertönt. Auch die der Lautsprecher mit einer anderen Kraftquelle, wie Volk, Gefolgschaften, Gesetzen, Geld, Bomben. Ich selbst bin nur ein Internet-Schwätzer, ich hab keine Kraftquelle, also versuche ich, meinen Graffiti hier keine allzu große Bedeutung beizumessen. Ich bin nicht in der Position, gehört zu werden, wenn Sie es doch tun – vielen Dank. Ich hoffe, es nützt Ihnen was, aber Dummschwätzer im Internet gibt’s genug und jeder glaubt, er hätte was Wichtiges zu melden, es wäre schon ein unwahrscheinlicher Zufall, wenn ausgerechnet ich es tatsächlich hätte.

    Eigentlich entstand die westliche Demokratie, als sich der Wille der Steuerzahlenden nach Mitbestimmung mit dem Willen der Herrschenden verband, ganz doll viele Leute mit Musketen aufeinander zu hetzen. Denn ein Steuerzahlender, dem man eine Muskete in die Hand drücken muss, die sich nicht von der unterscheidet, die man selber hat, hat mehr Power auf dem Lautsprecher als einer, der mit der Sense auf einem Ritter mit Rüstung, Pferd und Lanze losstürmt. Umgekehrt war es für Steuerzahler oft vorteilhafter, Leibeigener oder Sklave zu sein, nicht nur wegen des Kündigungsschutzes: Denn wenn die Herren die Ernte verkauft, sich Paläste gebaut, hübsche Klamotten gegönnt und wilde Orgien gefeiert hatten, kauften sie von dem Rest Rüstungen, Pferde und Lanzen und bezahlten Soldaten, die ihr Eigentum schützten und so nebenbei verhinderten, dass die Steuerzahler mehr verloren, als die Herren ihnen abknöpften – die Freien wurden weder durchgefüttert noch geschützt. Als die Ukrainer noch Kosaken hießen, waren sie sehr stolz auf ihre Freiheit, doch sie verloren jeden Krieg, in denen sie nicht mit Sklavenhaltern verbündet waren, und so wurden die Kosaken (Saporoger und Donzen) hochspezialisierte Profis und weltberühmt als Slaver’s Little Helpers.

    Natürlich kann Demokratie noch andere Ursachen haben. Doch sie ist stets Folge eines Gleichgewichts der Kräfte und der vorläufig mangelnden Notwendigkeit, einen Herrscher zu ernennen, der alle Kräfte bündelt und den Staat auf Kurs hält. Wird das notwendig, neigt man dazu, sich vorläufig einem zu unterordnen, was meist schiefgeht, denn der Herrscher kann a) inkompetent sein oder b) die Zeit seiner Herrschaft nützen, um Macht zu akkumulieren und sich damit auf dem Thron festzutackern. Trotzdem schafft das Leben weiter Notwendigkeiten, unbekümmert von unserer Unfähigkeit, Lösungen zu finden. Dann gehen wir halt drauf, dem Leben kann’s egal sein, Biomasse ist Biomasse, was nicht leben kann, wird recycelt und lebt trotzdem. Demokratie ist der erträglichste bekannte Ort zwischen Diktatur und Anarchie, deswegen möchte ich unbedingt Bedingungen schaffen, unter denen sie möglich ist, doch ob sie möglich ist, liegt an so Sachen wie Wirtschaft, Technologie, also im Grunde – Macht.

    Mein frei erfundener Kitsch-Bösewicht, Dr. Akula, hat eine sogenannte Slave Gun: Sie verschießt einen Chip, der dem Opfer unerträgliche Schmerzen zufügen kann. Eine seiner Mitarbeiterinnen neigt dazu, sich in jeder Stadt eine kleine Schar aus Dienern zu schießen – von Freiem zum Sklaven in zwei Minuten radikalem Unterricht, denn wer nicht pariert, leidet halt bis zum Tode. Demokratie gerät auch durch Ersetzbarkeit der Arbeitnehmer in Gefahr, wer einzigartige und begehrte Fähigkeiten hat, wird geschont und gepflegt, wer einfach nur zwei Hände zum Arbeiten bietet, ist Überschuss, nutzloser Fresser und wird im Mittelmeer ertränkt.

    Es fahren viele Schlitten zum Quasi-Rentierstaat: Technologie kann die totale Kontrolle über die Bevölkerung wiederherstellen, die schon mal das Schwert über die Sense hatte. Oder die Bevölkerung wird gezwungen, sich bei Rechten, Freiheiten und Forderungen gegenseitig zu unterbieten, weil Jobs knapp sind und der idealste Maschine-Sklave-Imitator ihn kriegt. Was wird mit den (dann nicht mehr) arbeitenden Massen passieren, wenn sie weder an den Fließbändern, noch als Konsumenten gebraucht werden, weil die Roboter sie verdrängt haben und die Mächtigen auch ohne Geldverdienen mit allem Luxus versorgen? Neo-Luddismus ist jedenfalls keine Antword, denn irgendeiner macht nie mit, und hat dann die Maschinen, den Menschen alles zu nehmen, was ihm gefällt.

    Es geht immer um Macht. Kraftquellen, Lautstärke, Futter. Auch wenn ein Diktator seine Macht aus Öl bezieht, Öl will von Feuer ferngehalten werden, es will raffiniert werden, wenn Asphalt, Benzin und Kerosin daraus werden wollen, es will fließen und der Schwerkraft folgen. Und diesen Forderungen muss sich der Diktator fügen, wenn er seine Macht erhalten will. Bräuchte er das Öl nicht, wäre es ihm nützlicher, würde es in der Erde verrotten.

    Die Wirklichkeit hat so eine Art, Herolds vorauszuschicken, die den tauben Ohren ihre Meinung offenbaren, denn wenn sie selbst spricht, ist das Erste oft das Letzte, das diese Ohren hören. Manche Ohren erlauben halt nur Stimmen, die zu laut sind, sie zu überleben. Meist sind sie mit den Leichen toter Wirklichkeiten verstopft, wie Geld, Macht, Ansehen, den ganzen Dingen, die die Wirklichkeit einem geschenkt hat, als man diese Dinge noch nicht hatte und hören konnte. Die Echos der Vergangenheit hallen lauter als die Echos der Zukunft. Wir steigen, bis unser Hochmut uns zum Fall bringt, und erst die Demut ermöglicht es uns, uns erneut zu erheben. Ist es jemals anders gewesen?

    Nehmen Sie es nicht zu schwer, dass Sie die Welt nicht im Alleingang ändern können. Sie sind nicht Gott. Wenn es Sie wundert, bedeutet das nur, dass Sie sich ein wenig zu sehr dafür halten. Es tut weh, einen Gang zurückzuschalten und zu erkennen, dass man nur ein winziges Zahnrädchen in einer gigantischen Maschine ist, die ihre eigenen Regeln hat und sich mit oder ohne einen weiter dreht. Sie können’s nur weiter versuchen und, wider alle Wahrscheinlichkeit, hoffen, dass Sie die Ameise sind, die die Maus kitzelt, die das Pferd erschreckt, das den Ritter abwirft, der dem König die Nachricht bringt, die den Ausgang der Schlacht entschieden hätte, die das Schicksal der Reiche entschieden hätte, die dann behütete Zahnrädchen im Getriebe einer Welt geworden wären, die ihrem eigenen Schicksal folgt und Ameisen und Reiche nur gewähren lässt, solange sie ihren Zahnrädchen-Dienst darin tun. Doch am Ende liegt in der Erkenntnis der eigenen Bedeutungslosigkeit auch eine gewisse Befreiung.

    • Danke, @Paul S. Dafür, dass Sie über „Bedeutungslosigkeit“ und „krampfhaft ernst genommen werden“ spotten, produzieren Sie aber selbst jede Menge Text. 😉😌

      Ein Religionswissenschafts-Witz dazu: „Was macht eine Kombination aus einer Zeugin Jehovas und einer Atheistin?“ – „Sie missioniert massiv, aber weiß nicht, wofür.“ 💁‍♂️

    • Es gibt da ja diese Weisheit im Kapitalismus: Was nix kostet, will sich aufdrängen und manipulieren. Sein Werk über die Rentierstaatstheorie kostet nix. Also… Zweck des Werkes ist eine Neudefinition von Wirklichkeit…oder, wie er immer wieder erwähnt, das es seit Ewigkeiten “bekannt” ist: es lancieren und neu aufwärmen.

      Das Ding ist das:
      Der ehemalige Uruguaische Präsident fuhr damals noch mit nem VW-Käfer herum. Und war ein sehr bescheidener Mensch. Warum? Weil Uruguay schlicht ein bischen Land in der Pampa Südamerikas ist, das weder Rohstoffe, noch andere Recourcen hat.
      Der Päsident der Vereinigten Staaten dagegen haust in einem historischen Gebäude, das angeblich die meist beschützte und sicherste Immobilie der Welt sei. Inklusive Atombumker darunter.

      Deutsche Kanzler(innen) residieren in einem Amtssitz, der nur oberflächelich betrachtet nach modernistischer, futuristischer Architektur aussieht, aber eigendlich eine taktisch entwickelte Festung ist, die keinen “Einblick” ermöglicht (750 Meter Luftlinien-Achse, die nicht betreten werden kann, was die übliche Entfernung ist, die mit einer Waffe noch zielgenau beschiessbar ist) und wo man nicht hinsehen kann, kann man auch nicht hinschiessen oder sonstwas tun, was immer die moderne Technologie so ermöglichen könnte – Stichwort MK-Ultra-Waffen).

      Wenn denn im demokratischen Westen alles so nach Freiheit und geregelten Wahlen und Zustimmungspolitik gestaltet sein soll, wieso benötigt ein Präsident einen Atombunker oder einen exklusiven Zugang zur U-Bahn oder Unbeschiessbare Amtsräume, oder all das Zeugs, das man gar nicht so leicht erkennt, obwohl es direkt vor einem sichtbar ist?

      Wieso braucht das ein Präsident oder Kanzler, wenn die Demokratie das Volk so viel besser behandelt und alles so gerecht sei?

      Gute Frage, oder? Womöglich laufen im Westen einfach viel mehr Verrückte herrum, sodass man das schlicht tun muß.

      Für Uruguay interessiert sich die Welt so überhaupt nicht. Also kann ein Präsident des Landes ganz ohne den Sicherheits-Aufwand in seinem Land herumlaufen. Und sowieso ein bescheidener und unscheinbarer Mensch sein.

      Was eine Festung aus einem Menschen macht, die einem vollkommen von der realen Welt abkapselt, ist dann nochmal eine andere Frage/Dimension der Situation.

      Der Recourcenfluch ist da womöglich wirklich ein Faktor. Aber vielleicht nicht, wie alle hier denken oder Blume bschreibt. Es ist alles noch viel größer, das ganze Szenario.

      • Danke, @Sublimal_ego…

        Verstehe ich Sie also richtig, dass Sie es für einen plausiblen Hinweis auf eine Weltverschwörung halten, dass ich ein (damals recht erfolgreiches) sciebook von 2015 angesichts der russischen Invasion gegen Ukraine 🇺🇦 als pdf kostenfrei gestellt habe? 💁‍♂️

        Aha. 😆

  4. Jetzt braucht es noch ein Wort für die Rentierstaaten. Damit wir nicht immer über “Seit wann ist Lappland unabhängig?” stolpern…

    • Ja, könnte es umschreiben: Autoritäre Rohstoff-Staaten? Dann kommt die Frage nach Kohle und Seltenen Erden. Es müsste halt ebenso präzise wie Rentierstaat sein… 💁‍♂️📚

      • Also, … wenn Sie schon am renovieren sind …

        Aber caveat emptor, ich habe mich nicht tief eingelesen, also Folgendes unbedingt auf Richtigkeit filtern!

        Die Ressourcen die ausgebeutet werden sind zumindest theoretisch auch außerhalb von Bodenschätzen zu finden. Bodenfruchtbarkeit (Regenwald) oder Kapitalgewinne (Steueroasen, Finanzplätze) z.B. liefern ebenfalls Geld und Macht. Möglicherweise nur begrenzt (Regenwald ist irgendwann aufgebraucht, Kapital zieht weiter zu lukrativeren Plätzen), aber bis dahin und eine Weile danach wirkt der Fluch.

        Die Macht muss nicht an formal Herrschende gebunden sein, sondern kann sich verdeckter auswirken, durch eine starke soziale Ungleichheit (Finanz-Neofeudalismus, Oligarchen).

        Da die Graphik als einprägsames ‘visual’ besonders oft weiterverbreitet werden dürfte (stimmt’s? Was sagt die Web-Bildersuche?), sollte sie diese Punkte unbedingt bereits enthalten, durch ein oder zwei Fußzeilen vielleicht. Ansonsten wird die Botschaft verkürzt und das tiefere Verständnis nicht angeregt.

        Zur Nomenklatur: Wie wäre es mit “Füllhorn-Fluch” (‘Cornucopia Calamity’ für die Übersetzer)?
        Pro:
        + eingängige Alliteration
        + Attribut von mythologischen Entitäten, der Segen kommt von außer-/oberhalb der Sphäre der Normalsterblichen
        Contra:
        – das Füllhorn-Symbol geht ganz ursprünglich auf Arbeit zurück (Ernte, Weinlese)
        – im Mythos wird der erste Empfänger seiner Gaben selbst mächtig (Amaltheia – Zeus), in anderer Version entsteht es durch Kampf (Herakles – Achelous), also nicht anstrengungslos.
        Beides ist aber im heutigen Sprachgebrauch verschwunden — ist es unbekannt genug, um das Füllhorn für den Fluchnamen zu wählen?

        Die Graphik vergleicht eine Regierungsform (Demokratie) mit einem Staatenkollektiv (Rentier*staaten*). Vergleich in gleicher Katgorie wäre besser, braucht aber deutliche Bezeichnungen. Wie wäre es mit:
        ‘Demokratie’ versus: ‘Renten-Autoritarismus’/’Rent[-based] Authoritarian’ (mein Favorit), vielleicht auch ‘Erkaufter Autoritarismus’ oder ‘Versorgungs-Autoritarismus’.
        (Schade, dass eine Abfindung im deutschen Recht eine *einmalige* Leistung ist; ‘Abfindungs-Autoritarismus’ wäre schön: die Bürger finden sich damit ab keine Macht zu haben und werden mit Wohlstand abgefunden.)
        Und für Polemik im Englischen: ‘Sucker State’ (https://dict.leo.org/englisch-deutsch/sucker). 🙂

        Die Gleichsetzung von ‘Taxation’ und ‘Representation’ passt nicht. Besser die Kausalität hervorheben, oder als Autoritäre Regelsetzung formulieren: “No Taxation => No Representation!” oder “No Taxation: No Representation!”
        Die ‘Taxation’- und ‘Representation’-Slogans könnten in kleinerer Schrift vertikal in die Pfeile geschrieben werden, dies betont, in welche Richtung ihre Forderungen gestellt werden. Zumindest in Printmedien dürfte das noch gut lesbar sein.

        Und als letztes: Die Pyramide könnte die Anzahlen von Menschen auf unterschiedlichen Höhen verdeutlichen, ähnlich https://www.istockphoto.com/de/vektor/piramid-aus-menschlichen-gleichnissymbolen-gm1325228274-410317153 (für Printmedien mit mehr Etagen, für Präsentationsfolien weniger da sonst zu unruhiges Bild).

        HTH!

    • Seit wann ist Lappland …

      Der war gut. Und mir vertraut die Assoziation mit Nordskandinavien. Vielleicht auch ein Grund, warum der “Rentierstaat” schlicht auf Abwehrreaktion trifft.

      Aber man soll ja “Unscheinbarkeit” nicht ohne Not Freisprechen, oder? Das würde auch für Uruguay gelten… sic.

  5. Ein ganz aktuelles Beispiel dafür ist der FC Chelsea Liverpool, der durch die Anti-Putin-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch in Schwierigkeiten gerät.

    Oje, lassen Sie das bloß keinen Anhänger des FC Liverpool lesen. Chelsea ist natürlich in London.

  6. Die Rentier-Staats-Theorie: Als der Weihnachtsmann Reichtum & Macht brachte.
    Und der Weihnachtsmann hat irgendwas mit Gott zu tun. Also sind Reichtum & Macht gottgegeben.

  7. Wenn Daten (und daraus abgeleitete Informationen) das Öl des 21. Jahrhunderts sind, dann wäre es sicher wert, darüber nachzudenken, was das im Kontext dieser Theorie bedeutet. Vor hundert Jahren war die Montanindustrie bestimmend und einflussreich und heutzutage ist es die Datenindustrie. Eine gute Theorie zeichnet sich dadurch aus, dass sie solche Veränderungen (Änderung des Rohstoffs) robust abbilden kann. Bei den Rohstoffen Öl, Gas oder Diamanten funktioniert das, aber beim Rohstoff Daten!?

    • Ja, @Graf Cagliostro – ich halte zwar die Gleichung Daten = Öl für unzutreffend, da sich Daten kostengünstig vervielfältigen lassen. Aber die Sorge vor einer Machtkonzentration etwa bei wenigen Datenkonzernen oder in autoritären Staaten teile ich.

      • Mit Daten meine ich nicht eine CD, die man duplizieren kann. Daten in diesem Kontext sind Informationen über das Verhalten komplexer Systeme (Märkte, Populationen) und daraus abgeleitet Wahrscheinlichkeiten über das Verhalten in der Zukunft dieser Systeme oder auch Gruppen und bis zu singulären Entinitäten in diesen Systemen.

        • Spannend, @Graf Cagliostro. Demnach erbrächte doch gerade die Ressourcenfluch-Theorie prognostisch verwertbare Prozess-„Daten“. Und wir können sie hier frei teilen & diskutieren…

        • Daten sind Feststellung (auch : Messung) über die Natur oder im Metaphorischen Feststellungen der Tautologie, der Mathematik beispielsweise, sind erst einmal als nackte Daten sozusagen verfügbar.
          (Es kann in diesem Sinne auch Maschinenbeweise für bspw. mathematische Probleme geben; dem Schreiber dieser Zeilen ist die Abgrenzung zwischen dem Tautologischen und dem Weltllichen wichtich (mittelniederdeutsch).)

          Daten werden zu Information, Inhalte meinend, abstrahiert oder kodiert für ihre Versendung, in der immer ein wenig vagen Hoffnung, dass die Erstellung von Daten in etwa dem gleicht, was beim Empfänger, dem Dekodierer von Daten inhaltlich entsteht.
          Wichtich hier sog. Kodierungsvorschriften, die bestmöglich geteilt werden, in der deutschen Sprache beispielsweise ist man nicht fern daran, wobei Misinterpretationen stets möglich bleiben,
          Kommuniziert werden muss schon.

          Wichtich (s.o.) insofern auch die Empathie, die aber nie ins Gefühlige abgleiten soll, wie einige finden, die Nachricht versenden oder erhalten.

          Tatsächlich dient der Erhalt von Nachricht nicht selten auch der Prädiktion, der Vorhersage, dies liegt auch daran, dass hier gemeinte Hominide (vs. Webbaeren, kleiner Gag an dieser Stelle) die Welt ausschnittsartig, näherungsweise und an Interessen (!) gebunden, erfassen, im idF die Welt ausschnittsartig, näherungsweise und an Interessen (!) gebunden zu theoretisieren suchen.

          Die “Wahrscheinlichkeit”, die Probablity, meint letztlich den guten alten Versuch und Irrtum, sucht hier nach Maß und Zahl.
          Die Stochastik, die Ratelehre, bemüht sich intensiv um die Sicht in die Zukunft, korrekt.

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Webbaer

    • Das sozusagen Übermaß bereit stehender Daten ist sicherlich neben der Chance auch ein Problem, denn es kann im Web für jede noch so abwegige Meinung Stoff gefunden werden, der vielleicht sogar halbwegs nachvollziehbar, plausibel erscheint, so dass eine Art Fluch vorliegen könnte, korrekt.
      (Abhilfe schafft aus diesseitiger Sicht hier nicht die Zensur von Inhalt, sondern die Ausprägung eigener, gerne auch : besonderer sog. Webkompetenz – kA, ob an den bekannten Bildungsstätten so gelehrt und gelernt wird, so wäre abär eine Idee.)
      Verallgemeinern lässt sich hier vielleicht mit dem Mangel und mit dem Übermaß, wobei beides Probleme mit sich bringen kann.

      MFG
      WB

  8. “Freund-Feind Dualismus…”
    Der Mensch ist doch wohl so gestrickt, Herr Blume. Wenn sie sich selbst betrachten, erkennen sie das sie die anderen zuerst beurteilen um sie dann gegebenenfalls zu verurteilen, falls sie nicht ihren Vorstellungen entsprechen.
    Gewisse gläubige Christen sollen ja ., da sie Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit haben, hier Toleranz walten lassen in dem sie keinen Hass oder Wut empfinden und den Ausgleich suchen. Letztere Eigenschaften (Hass) sind ein Produkt von Angst, nämlich nicht Recht zu haben bzw. das eigene Gesicht zu verlieren. So gesehen funktioniert der Freund-Feind Dualismus immer und besonders gut in den Medien da man damit Emotionen schürt, was Umsatz verspricht, also Gewinne. Die Psychologie der Werbung ist doch wohl ihnen etwas zu verkaufen, was sie eigentlich gar nicht brauchen., was sie aber besitzen möchten weil sie dann glauben dass sie damit eine Befriedigung ihres
    Glücksgefühls (Haben wollen) bekommen. Man verkauft ihnen also Ilusionen die, da dieses System immer weiter wachsen muss um zu bestehen, letztlich nur die ewige Spirale der Ausbeutung der Umwelt beschleunigen da immer mehr Rohstoffe benötigt werden. Dieses System zerstört sich somit langsam aber sicher selbst, siehe Paul S. Wir beurteilen andere Menschen um sie danach zu verurteilen. So ist der Mensch gestrickt.

    • Ja, @Golzower – so (dualistisch) ist der Mensch emotional (& medial verstärkt) gestrickt, aber wir haben auch immer wieder die Wahl zum Monismus. Ein recht bekannter Jude, nach dem wir unseren Kalender ausrichten, lehrte sogar „Feindesliebe“.

      Gelingt mir das immer? Selbstverständlich nicht. Doch wenn wir die Resultate des Dualismus gestern und heute (ja, auch innerhalb der Religionen und Weltanschauungen) betrachten, so ergibt sich für mich die klare Bejahung monistischer Traditionen – ebenfalls quer durch alle Kulturen, Gesellschaften, Religionen und Weltanschauungen.

    • So gesehen funktioniert der Freund-Feind Dualismus immer und besonders gut in den Medien da man damit Emotionen schürt, was Umsatz verspricht, also Gewinne.

      Womöglich macht es genau deshalb bereits Sinn Medien grundsätzlich (ein wenig?) zu misstrauen, denn Medien stellen tendenziell “reißerisch” dar, um des Verkaufs willen, Zustimmung also.
      MFG
      WB (der gerade auch bei der Kriegsberichterstattung so seit fünf Jahrzehnten kennt, die Abwägung bleibt da gerne zu Hause, stattdessen kommt es zu klarer Parteilichkeit, doch viele Konflikte sind so klar minderkomplex bearbeitet – der von einer ‘Selbstzerstörung des Systems’ abär nicht ausgeht)

  9. Rentiere als bildhafte Beschreibung der Abhängigkeit eines Volkes von nur einer Lebensgrundlage oder Einkommensquelle zu nehmen ist auch passend.

  10. Lieber Herr Blume,
    Danke für den guten Beitrag. Auch meine Wahrnehmung war, es handelt sich hier irgendeinen Vergleich aus der Tierwelt. Wobei ich die Theorie sehr gut nachvollziehen kann. Aber eine Bitte habe ich. Können Sie den FC Chelsea bitte in London verorten und nicht in Liverpool? Vielen Dank und viele Grüße
    Michael Witt

    • Danke für die Rückmeldung, @Michael Witt – und die Korrektur müsste längst erfolgt sein, oder? Schließlich „gehören“ Oligarchen ja leider häufiger zu London…

  11. Guten Tag Herr Blume,
    wenn ich das Wort Rentierstaat richtig im Deutschen lese, geht es um das Rentieren, also der Gewinnerzielung aus etwas, es rentiert sich, es gibt einen Vorteil. Aber was gewinnt der Staat als solcher, welchen Vorteil hat der Staat? Es gibt eine herrschende Schicht, die, wie auch immer, eine wertvolle Resource kontrolliert und damit läßt sich das Gemeinwesen ganz oder zum wesentlichen Teil finanzieren. Wieso nehmen Sie an, dass eine demokratische Struktur der Gesellschaft von dieser a) erwünscht und b) die Sache besser regelt? (Norwegen ist mir aus der Presse auch nicht unbedingt als das Technikinnovationsland bekannt).
    Andererseits versuchen zZ zahlreiche Autokraten ihre Gesellschaften von dieser Droge “Resource finanziert Gemeinwesen” zu entwöhnen, bevor diese Resource wertlos oder komplett erschöpft ist – würde es unsere Demokratie hinbekommen, bei den aktuellen Diskussionen zu Corona, Russlands Krieg, Umweltkatastrophen, ich bezweifle es – in dem die Gesellschaft dort zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft hin verändert wird.
    Ich kann das Wort Rentieren im Zusammenhang mit einer solchen Resourcenausbeute in keinen für mich im Moment sinnvollen Zusammenhang bringen, zwar mag die Übersetzung wörtlich stimmen, ob sie aber sinngemäß dem Verständnis nach richtig ist, das kommt mir nicht so vor.

    • Danke für Ihre Nachfragen, die im kostenfrei verlinkten „Öl- und Glaubenskriege“ auch tief erklärt werden.

      In knapper Form: Im englischen Begriff Rentier steckt die „rent“, das Einkommen ohne Arbeit. Die von Ihnen geschilderten „herrschenden Schichten“ agieren in öl- und gasreichen Staaten wie Russland, Saudi-Arabien, Venezuela etc. als „rent seekers“ und treffen auch auf keine Parteien und Parlamente der Steuerzahlenden.

      Autokratische Systeme generell und also alle Rentierstaaten weisen Korruption, schlechte Regierungsführung und verschwörungsmythologische Gewaltbereitschaft auf. Sowohl Russland wie China implodieren zudem demografisch durch Geburtenmangel und Abwanderung. Demokratien entsprechen also nicht nur besser der Menschenwürde, sondern erbringen auch insgesamt bessere (nicht: fehlerfreie) Resultate.

      Die von Ihnen zu Recht vermutete Angst vor dem Wertverlust der Ressourcen wird unter dem Begriff „Carbon Bubble – Karbonblase“ erforscht.

      Bleiben Sie gerne mit lebendigem Interesse dabei, das Thema bleibt spannend!

      • Autokratische Systeme generell und also alle Rentierstaaten weisen Korruption, schlechte Regierungsführung und verschwörungsmythologische Gewaltbereitschaft auf.

        Nein, Augenblick, da waren wir schon mal weiter. Das ist die Gefahr, in der Rentierstaaten stehen; Menschen sind frei, dieser Gefahr zu begegnen. (Diese Gefahr zu erkennen hilft dabei natürlich ungemein.) Norwegen und die Niederlande sind dieser Gefahr eben nicht erlegen.

        • Ja, @Alubehüteter – denn bereits gefestigte Demokratien konnten und können auf die Erkenntnisse der Rentierstaatstheorie / der Reasourcenfluch-Theorie reagieren – und also die Falle vermeiden oder im Falle Niederlande (sog. „Holländische Krankheit“ nach Erdgasförderung) minimieren.

          Und, ja, auch wir könn(t)en das. Super, oder? 💁‍♂️

  12. @Michael 17.03. 21:02

    „Autokratische Systeme generell und also alle Rentierstaaten weisen Korruption, schlechte Regierungsführung und verschwörungsmythologische Gewaltbereitschaft auf.“

    Was den westlichen Einfluss im Nahen Osten betrifft, so habe ich den Eindruck, dass man hier Kleinstaaterei und Kriege gegeneinander doch eher bei jeder Gelegenheit gefördert hat. Eine Horrorvision könnte dahinter stehen: Was wenn die ihre Öleinnahmen gezielt dazu nutzen, eben eine eigene florierende Produktivwirtschaft aufzubauen und so zu einer Weltmacht werden, in etwa so wie es die Chinesen inzwischen tatsächlich geschafft haben?

    Das fing mit den wahnwitzigen Grenzziehungen zum Ende der Kolonialzeit an, ging über Konflikte um Israel und die drei Irakkriege weiter und endete in einem Fallenlassen von Afghanistan, wobei wir es noch nicht mal geschafft haben, bei unserem Abzug alle Ortskräfte mitzunehmen.

    „Demokratien entsprechen also nicht nur besser der Menschenwürde, sondern erbringen auch insgesamt bessere (nicht: fehlerfreie) Resultate.“

    Genau in diesem Sinne sind die Menschen im Nahen Osten auch selber Schuld, dass sie sich eben nicht zusammengetan haben, sondern offenbar zu sehr damit beschäftigt waren, recht kurzfristige Profite mitzunehmen.

    Auch Russland sollte sich fragen, wofür es einen Zugriff auf die Ukraine überhaupt braucht, und die Energien und Kosten dieses Krieges besser in die eigene Wirtschaft investieren. Was nebenbei auch eine zufriedenere Bevölkerung mit sich bringen würde, der man dann auch ihre Freiheit lassen kann. Wenn der eigene Laden entsprechend gut läuft, kann man sich auch freien Wahlen einfach stellen.

    Naja, hoffen können wir auf bessere Zeiten mit weltweit installierten regenerativen Energien und Regierungen, die sich auf die eigene Wirtschaft und die eigenen Menschen konzentrieren. Wenn bis dahin nicht ein in die Enge getriebener Putin dann doch noch versucht, sein nun mal immer noch supermächtiges Atomwaffenpotential zu nutzen. Das lässt sich offenbar auch mit der Wirtschaftskraft von Italien noch in Bereitschaft halten.

  13. Klingt gut, ‘Verschwörungsmythen’ statt ‘Verschwörungstheorie’ (denn Verschwörungen kann es geben und Theorien setzen sich möglicher Falfikation aus) und ‘Ressourcenfluch’ statt ‘Rentiertheorie’ (Dr. Webbaer schreibt meist von ‘Rentier(-State) Theory’, muss auch immer an die vglw. netten Rentiere denken)!
    (Allerdings bedeutet geringes fossiles Ressourcen-Vorkommen für einen Staat gegensätzlich keinen Segen.)

    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin (auch beim Buchverkauf) viel Erfolg
    Dr. Webbaer

  14. Heute beim neuerlichen Nachdenken ist mir endlich aufgefallen, was mein Problem mit der Theorie vom “Ressourcenfluch” ist.
    So gut sie ist, verfehlt sie das Ziel m.E. um nur einen Millimeter. Das Problem ist nicht die Besteuerung, sondern die Arbeitskraft. Bei natürlichen Ressourcen wie z.B. Öl kann man mit dem Einsatz von relativ wenig Arbeitskraft verhältnismäßig hohe “Renten” erzielen. Der Grundbedarf an Arbeitskraft einer verfluchten Volkswirtschaft ist somit relativ gering, es gibt insgesamt einen “Überschuss” an selbiger und die Arbeitskräfte müssen zu großen Teilen auch nicht übermäßig gebildet sein (von Ingenieuren für den Maschinenpark abgesehen). Letzteres deutet auch darauf hin, warum “Daten” nicht mit Öl/Erzen vergleichbar sind: um sie zu heben, braucht es (noch) extrem hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die schwer zu “produzieren” und “warten” sind. Für sie ist der polit-ökomonomischer Kompromiss des (Pseudo-)Mitspracherechts geboten.
    Wir werden sehen, welchen Beitrag KI in diesem Zusammenhang leistet. Es steht m.E. zu erwarten, dass diese mittelfristig immer mehr in der Lage sein wird, auch qualifzierte Arbeitskräfte zu ersetzen.
    Sie werden aber in den Händen einiger weniger Großkonzerne sein, die dadurch letztendlich die Kontrolle über Daten und Wertschöpfungsprozesse haben während nur wenige Arbeitskräfte benötigt werden. Das Ende der Demokratien naht…

    • Danke, @Manuel. Der stärkere Fokus auf Arbeitskräfte (& also Demografie!) passt auch tatsächlich besser zur Geschichte der Kohle samt Gewerkschaften und Sozialdemokratie.

      • In der Tat, bekomme ich noch nicht so richtig zusammen, wie Deutschland den Ressourcenfluch überwunden hat.
        Jedenfalls konnte das Problem insofern gelöst werden, dass es eben nicht bei der Ausbeutung von Ressourcen (Kohle, Stahl) geblieben ist, sondern eine Industrie entstanden ist, die eben mehr und spezialisiertere Arbeitskräfte benötigte, was wiederum auch den Kumpels zugute gekommen ist.
        Aber warum?
        Hat der grassierende Marxismus zu einem höheren Organisationsgrad der Arbeiter geführt, der zu höheren Löhnen und damit zu höheren Druck Richtung Automatisierung?

        • Aber gerade im Land des Kommunismus, wo die Kommunisten immerhin noch als (wenn auch kleine) politische Partei relevant sind (im Gegensatz zu Deutschland), würde ich erwarten, dass derlei Ideen sogar noch wirkmächtiger sind…

  15. Verstehe ich die Theorie richtig: autokratische Staaten, die in den Besitz von Rohstoffen kommen, bleiben autokratisch, demokratische Staaten, die in den Besitz von Rohstoffen kommen, bleiben demokratisch. Der Erklärungswert dieser Theorie wäre gleich Null.
    Was wäre, wenn Russland nach Putin eine echte Demokratie würde, wäre die Theorie dann widerlegt?

    • Nein, @Wolfgang Stegmann, die Ressourcenfluch-Theorie schaut nicht auf Statik, sondern auf Prozesse: Staaten unter dem Ressourcenfluch entwickeln sich autokratisch, nur Demokratien können dieser Tendenz widerstehen.

      Es geht also um die Prognose von politischem Handeln (siehe meine Warnungen vor Ressourcenfluch-Putinismus & Islamismus) und Eingriffsmöglichkeiten (Abschwächung der Effekte, Wehrhaftigkeit, Energiedemokratie). Also sehr relevant.

      • “Staaten unter dem Ressourcenfluch entwickeln sich autokratisch, nur Demokratien können dieser Tendenz widerstehen.”

        Welche Staaten entwickeln sich autokratisch, wenn nicht demokratische? Also autokratische. Sag ich doch. Wo ist da ein Erkenntnisgewinn?

        • Tja, wenn Sie immer noch statisch denken, @Wolfgang Stegemann, dann erbringt Ihnen auch zum Beispiel der historische Vergleich der Staatsbildung der Schweiz, der USA, des Habsburger und des Russischen Reiches keinen Gewinn. Geschichtliche Pfade sind viel komplexer als eine statische Entgegensetzung von Autokratie-Demokratie aufzeigen könnte.

          Ihre Reaktanz blockiert Ihr Verstehen. Your choice.

  16. Graf Cagliostro schrieb (17.03.2022, 10:54 Uhr):
    > […] Eine gute Theorie zeichnet sich dadurch aus, dass sie solche Veränderungen (Änderung des Rohstoffs) robust abbilden kann.

    Sehr richtig!
    Hast’e das gelesen, Dr. Webbaer ?!?

    Eine gute, brauchbare, haltbare Theorie zeichnet sich dadurch aus, dass sich mit den von ihr, in ihr, definierten Begriffen verschiedene Modelle ausdrücken lassen;
    einschließlich falscher Modelle, überholter Modelle, oder Modelle, die sich (zwar im Prinzip) testen lassen, aber längst noch nicht in der Praxis.

    Die Theorie an sich bleibt, wie sie ist, egal welche ihrer Modelle sich schon als falsch herausgestellt haben. Ihre Begriffe bleiben nachvollziehbar.

    p.s.
    Dr. Webbaer schrieb (18.03.2022, 07:17 Uhr):
    > […] die Ausprägung eigener, gerne auch : besonderer sog. Webkompetenz

    Die (durch Angebot und Nachfrage zunehmende) Ausprägung des Prinzips der praktischen Konkordanz in Webangeboten;
    d.h. die Präsentation einer Auffassung jeweils verbunden zumindest mit Hinweisen (und sogar auffindbaren Links) auf Darstellungen gegenteilige Auffassungen.

  17. @ Kommentatorenfreund Herr Dr. Frank Wappler :

    Eine “gute” Theorie ist nicht starr, sondern sie antizipiert Veränderung und baut sie über geeignete Variabilisierung ein.
    Eine “gute” Theorie ist insofern eine Sicht auf Daten, so dass sich die Ergebnisse der Theorie auch ändern können, wenn sich der betrachtete Datenbestand ändert. (Konsequenz sozusagen keine Tugend ist.)
    Die Theorie natürlich nicht.

    ‘Robust’ würde Dr. Webbaer derartige Eigenschaft von Theorie nicht nennen, sondern ‘flexibel’.
    Vgl. bspw. i.p. Daten(bank)design auch so :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Sicht_(Datenbank)


    Hier konnte Dr. Webbaer ein wenig aufgrunzen :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Konkordanz

    Denn es gilt allgemein zu einem (erörterten) Begriff den Gegenbegriff zu finden, zu einer Meinung die komplementäre (Gegen-)Meinung, und nicht selten sind auch Güter abzuwägen.
    Der Begriff der ‘Konkordanz’ wird hier allerdings nicht geschätzt, denn er trägt sozial hinein, dorthin, wo zuvörderst Sacharbeit (vs. “Personenarbeit”) stattzufinden hat.


    Kleiner Tipp vielleicht noch :
    Wer der Theorienbildung eines Anderen stark gegenreden, sie sozusagen killen möchte, macht die Theorie des Anderen am besten anfänglich sozusagen ganz besonders stark, versucht sozusagen alle möglichen Pro-Argumente zu finden, um erst dann mit gewichtigen Gegenargumenten sozusagen zuzubeißen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    PS:
    So schaut’s besser aus, ein EM-Tag ist nicht korrekt geschlossen worden.

  18. Dr. Webbaer schrieb (21.03.2022, 09:05 Uhr):
    > […] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Sicht_(Datenbank) […]

    Oh! — Das Wort “Sicht” nutzen manche ja öfters; aber auf die Idee, dahinter einen bestimmten technischen Begriff zu vermuten und zu suchen (tatsächlich auch entsprechend: [[View_(SQL)]]), war ich bisher nicht gekommen.

    Jedenfalls erinnern (mich) solche SQL-Sichten sehr an Messoperatoren:
    Für jede einzelne sind die beabsichtigte/richtige Funktion (vollständig) und die programmier-sprachliche Implementierung (weitgehend) von vorherein “theoretisch” festgesetzt;
    aber das Ergebnis jeder einzelnen “Anwendung” (“Abfrage der DB, durch Aufruf einer bestimmten SQL-Sicht”) wird auch vom jeweiligen Dateninhalt der Datenbank bestimmt, und kann entsprechend variieren.

    > Eine “gute” Theorie ist insofern eine Sicht auf Daten,

    O.k.
    (Oder, etwas weiter gefasst: ein ganzes System von SQL-Sichten; im Zusammenhang; einschl. daraus herleitbarer Theoreme.)

    > Eine “gute” Theorie […] antizipiert Veränderung und baut sie über geeignete Variabilisierung ein. […] wenn sich der betrachtete Datenbestand ändert. (

    O.k. — nämlich konkret: indem die “gute” Theorie bestimmte SQL-Sichten bzw. Messoperatoren definiert und festsetzt, deren Anwendung variable Ergebnisse (im jeweils festsetzten Wertebereich) haben kann wenn sich der gegebene, auszuwertende Datenbestand ändert.

    > Eine “gute” Theorie ist nicht starr

    Doch: die betreffenden SQL-Sichten bzw. Messoperatoren einer bestimmten Theorie sind und bleiben festgesetzt.
    (Falls von anderen SQL-Sichten bzw. Messoperatoren die Rede sein soll, dann damit auch von einer anderen Theorie.)

    > […] die Ergebnisse der Theorie […]

    Das ist ein Kategoriefehler.
    Die Theorie legt die SQL-Sichten fest (d.h., so weit ich verstehe und es ansonsten ausdrücke: die “möglichen Arten von Abfragen”); aber nicht den damit auswertbaren Inhalt der DB.
    Bzw.: Die Theorie legt Messoperatoren fest, aber nicht die damit auswertbaren Daten (Wahrnehmungen, Beobachtungsdaten).

    Somit beinhaltet die Theorie keine konkreten Ergebnisse an sich, die “Ergebnis-offen” erst durch Anwendung/Messung zu ermitteln wären.
    (Die zwischen den SQL-Sichten bzw. Messoperatoren bestehenden Theoreme können allerdings bestimmte zwangsläufige Resultate betreffen, die gerade nicht “Ergebnis-offen” vom auswertbaren Inhalt der DB etc. abhängen.)

    p.s.
    > [ https://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Konkordanz ]
    > Denn es gilt allgemein zu einem (erörterten) Begriff den Gegenbegriff zu finden, zu einer Meinung die komplementäre (Gegen-)Meinung, und nicht selten sind auch Güter abzuwägen.

    Es geht um die mögliche, gemeinsame, gegenseitig tolerierbare, wenigstens jeweils anteilige Verwirklichung von einander (im Extremfall) ausschließenden oder (jedenfalls) begrenzenden Freiheiten;
    um die praktische Auflösung des leider allzu häufig eskalierenden Widerspruchs zwischen “meiner Äußerung” (oder gar: “unserer Korrespondenz”) und “deren Resourcen” (vor allem hinsichtlich der allerknappsten Resource: Aufmerksamkeit).

    > Der Begriff der ‘Konkordanz’ […] trägt sozial hinein, dorthin, wo zuvörderst Sacharbeit (vs. “Personenarbeit”) stattzufinden hat.

    Die Unterscheidung fällt mir im gegebenen Zusammenhang schwer (bitte um Erläuterung).

    p.p.s.
    > Kleiner Tipp vielleicht noch : […]

    Danke, aber. (Debattier-Strategien, wie Workarounds, sind natürlich ein ganzer SciLogs-Beitrag für sich.)

  19. Wichtige Theorie, total bescheuerter Name…
    Glückwunsch zur längst fälligen “Umtaufung”….
    u.s.w.

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