Schluss mit dem Jahrhundert des Blut für Öl auch in Syrien und Irak. Rede bei Hawar.help

Nachdem ich Montag eine gelungene, jüdisch-christliche Veranstaltung mit Professorin Barbara Traub auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Chemnitz mitgestalten durfte, melde ich mich heute aus unserer Bundeshauptstadt Berlin.
Dort werde ich (unter anderem) auf Einladung der Pforzheimer Friedenspreis-Trägerin Düzen Tekkal zu einem international besetzten Hawar.help-Kongress zu Syrien und Irak sprechen.
Tezcan und Düzen Tekkal im Gespräch mit einer jesidischen Dame im Mittleren Osten. Screenshot von Hawar.help mfG: Michael Blume
In meiner Rede mit dem Titel “Du kannst keinen Feind besiegen, den Du weiterhin fossil finanzierst.” baue ich auf die Paradigmenanalyse nach Hans Küng und historische Tiefenbohrungen u.a. durch Dan Diner auf. Das Redeskript steht hier wieder online zur Verfügung und ich freue mich auf konstruktive Dialoge dazu!
Links “Das Judentum” von Hans Küng, rechts “Ein anderer Krieg” von Dan Diner als Beispiel für Lektüre, die Perspektiven verändert. Foto: Michael Blume
Auch eine englischsprachige, inhaltlich zutreffende Ton-Bild-KI-Interpretation meines Buches “Öl- und Glaubenskriege” (Irak 2015) steht Ihnen hier kostenfrei und unverbindlich zur Verfügung:

Wunderbare Rede, @Michael!
Mir gefallen auch augenzwinkernde Anspielungen und Zuspitzungen wie die folgende:
“Und unser vorerst letzter „Kaiser“, Franz Beckenbauer, wirkte beim Verkauf des deutschen Allerheiligsten, des Fußballs, an Katar mit.”
Und bei …
“Es ist das gleiche, fossile Spiel nur mit neuer Besetzung.”
…. dachte ich gleich an das Spiel Monopoli, das ja jeder als Kind kennen gelernt hat. Nur dass es da – scheinbar ganz harmlos – ums Geld allein ging, während das jahrhundertealte “Spiel mit dem (fossilen) Feuer” unzählige Menschenleben und Wohlstand gekostet hat. Genau das bringst Du ja in dieser Rede und auch in Deinem “B wie Berlin”-Büchlein so wunderbar zusammen!
Ich denke, das wird eine denkwürdige Rede und ein Gewinn für alle Anwesenden heute!
Vielen herzlichen Dank, lieber @Peter 🙏
Einstmals dachte ich – wohl reichlich naiv -, dass Wissenschaft nur einmal publiziert werden müsste, um sich durchzusetzen. Doch gerade auch die Geschichte der Rentierstaatstheorie und Ressourcenfluch-Theorie einschließlich ihrer Verdrängung auch nach dem Terroranschlag des 11. September 2001 ließ mich verstehen, dass ein Paradigmenwechsel weg vom Fossilismus eine unglaubliche Langstrecke ist.
Danke, dass Du auf diesem Weg konstruktiv und dialogisch mitgehst! 🙏🙌
Nachtrag zum vorherigen Kommentar:
Beim Stichwort „Spiel (mit dem Feuer)“ fiel mir ein ganz besonderes Kunstprojekt ein, das wir diesen Sommer erleben durften.
Das Projekt Industrietempel inszenierte eine eindrucksvolle Veranstaltung – Final Coal Sparkling.
Das Setup: In einer nicht allzu fernen Zukunft leben die meisten Menschen aufgrund der fortgeschrittenen Erderwärmung auf Kreuzfahrtschiffen und müssen ständig Unwettern ausweichen. Wir, die Zuschauenden, schlüpften in die Rolle zukünftiger Touristinnen und Touristen, die die wenigen verbliebenen Inseln auf dem deutschen Festland besuchen. Dort treffen wir auf „Ureinwohner“, die uns – auf dem „legendären“ Hockenheimring, der von zukünftigen Historikerinnen und Historikern wiederentdeckt und rekonstruiert wurde – ein altes Ritual näherbringen: das archaische Verbrennen von Öl.
Ich habe ein Foto davon auf Mastodon gepostet.
Vielen herzlichen Dank, lieber @Peter – das ist ja spannend! Das entspricht ja auch den Superyacht-Narrativen!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualistische-superyacht-vs-monistische-arche-wie-ueberleben-menschen-die-mitweltkrise/
Tatsächlich könnte für einen Paradigmenwechsel Kunst entscheidend sein!
Dieser Gedanke überzeugt mich umso mehr, als dass bei der hervorragenden Konferenz auch enorme Spannungen auftraten und etwa Tobias Tunkel vom Auswärtigen Amt sehr gut, aber auch nachdenklich heftige Fragen von Menschenrechts-Aktivistinnen und Vertretern von Minderheiten zur Positionen der Bundesregierung beantwortete. Da hatte ich viel Sympathie & fragte mich zugleich wieder, wie sich kurzfristige Erwartungen und langfristige Ziele in der Politik verhalten. Vielleicht kann Kunst ein Weg sein, Menschen in die Reflexion zu bringen!?
Danke für den anregenden Kommentar und Hinweis auf die Installation & Fotos! 🙏🙌
Es ist ja beschämend und peinlich für die EU, dass sie sich erst von dem Fossilisten Trump sagen lassen muss, dass Sanktionen gegen und der Kauf von Gas und Öl von Russland nicht zusammen passen. Dabei ist die Ressourcenfluch-Theorie seit Jahrzehnten bekannt.
Ja, @Tilmann – das erlebe ich auch so und habe auch einen Vlogpost zu Donald Trump, NATO & EU gemacht:
https://youtube.com/shorts/nn6EBdf8L3c
Staune immer wieder darüber, dass in deutschen Diskursen die Energiewende fast ausschließlich auf Klimakrise & Kosten fixiert ist, aber nur sehr wenige die Auswirkungen von Erdöl und Erdgas auf Politik (Rentierstaatstheorie), Wirtschaft (Ressourcenfluch-Theorie) und vor allem Sicherheit (Abhängigkeiten, Kriege, Terror, Antisemitismus) im Blick haben. Auch bei sehr kundigen, klugen und engagierten Menschen muss ich da immer erst eine unsichtbare Barriere durchbrechen.
Inzwischen gehe ich daher erkenntnistheoretisch davon aus, dass es ein Paradigmenwechsel ist & sprach dies in meiner Rede zum 11. September in Freiburg auch so an.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-rede-gegen-den-fossil-finanzierten-terror-antisemitismus-am-11-september-2025-in-freiburg-im-breisgau/
Dir herzlichen Dank für Dein Interesse & Deine Unterstützung! 🇩🇪🇪🇺🙌
Ich weiß nicht, ob die Gleichsetzung von fossilen Energieträgern mit Gewalt und erneuerbaren Energien mit Frieden so zielführend ist, oder ob da nicht auch eine Art von Dualismus versteckt ist. Wenn ein sonnenreicher Staat mit viel Fläche (z.B. Algerien*) großflächig Wüsten mit Solarpanels zupflastert und uns den daraus gewonnenen Wasserstoff statt Öl und Gas verkauft, was würde sich dann ändern?
Es gibt schließlich auch demokratische Staaten wie Norwegen oder Australien, die reich an fossilen Energieträgern sind. Selbst in Deutschland gibt es ja einiges an Braunkohle.
Ich würde eher argumentieren, dass ein Staat durch fossile Rohstoffe in seiner Entwicklung gehemmt wird, weil mit dem eingenommenen Geld alle Reformversuche abgewehrt werden können. Und weil historisch sämtliche Staaten von einem viel höheren Maß an Gewalttätigkeit herkommen, erscheinen uns fossil finanzierte Staaten als besonders gewalttätig. Das ist eine Korrelation, aber nicht notwendigerweise ein Kausalzusammenhang.
Wenn der Staat aber so weit entwickelt ist, dass die Einnahmen der gesamten Gesellschaft zugute kommen, dann sehe ich den Zusammenhang zu Gewalttätigkeiten nicht wirklich. Norwegen und Australien sind jetzt bisher nicht großartig als Terrorismusfinanzierer in Erscheinung getreten.
* oder Mauretanien, wenn es ein Staat sein soll, der bisher nicht fossil finanziert ist
Danke, @Bernd
Ich war schon gespannt, ob Sie sich auch hier wieder in fossiler Desinformation versuchen würden und wurde nicht enttäuscht! 🙂
Sie fragten:
“Wenn ein sonnenreicher Staat mit viel Fläche (z.B. Algerien*) großflächig Wüsten mit Solarpanels zupflastert und uns den daraus gewonnenen Wasserstoff statt Öl und Gas verkauft, was würde sich dann ändern?”
Alles, denn auch ein solcher Solarstrom-Exporteur könnte ja den anderen Ländern und Menschen nicht verbieten, selbst Solarstrom zu produzieren. Womöglich entstünden gegenseitig nützliche Handelsbeziehungen, aber eben keine einseitige Abhängigkeit wie bei Erdöl und Erdgas.
Hier habe ich als Beispiele für einen schnellen Aufwuchs dezentraler (!) Solarenergie mal Pakistan und die süddeutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg gebloggt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/energieglauben-und-solarpunk-solarboom-in-china-pakistan/
“Es gibt schließlich auch demokratische Staaten wie Norwegen oder Australien, die reich an fossilen Energieträgern sind. Selbst in Deutschland gibt es ja einiges an Braunkohle.”
Ja, die Rentierstaatstheorie sagt ja “nur”, dass noch nicht demokratische Öl-Rentierstaaten kaum bzw. nicht zu Demokratien werden. Bereits bestehende Demokratien können dem Fossilismus mitunter widerstehen – wobei Sie (zufällig?) die USA “vergessen” haben, in der der Fossilist Donald Trump im offenen Bündnis mit den Ölkonzernen Demokratinnen und Demokraten attackiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-externalisierung-fossiler-dualistischer-hoffnungen-auf-donald-trump/
Zur Kohle-Industrialisierung in Deutschland hatte ich ja gerade auch im Redeskript einige, knappe Ausführungen. Dazu legte ich gerade das eBooklet “B wie Berlin” vor:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/b-wie-berlin-babylon-preussen-und-der-fossile-faschismus/
“Ich würde eher argumentieren, dass ein Staat durch fossile Rohstoffe in seiner Entwicklung gehemmt wird, weil mit dem eingenommenen Geld alle Reformversuche abgewehrt werden können. Und weil historisch sämtliche Staaten von einem viel höheren Maß an Gewalttätigkeit herkommen, erscheinen uns fossil finanzierte Staaten als besonders gewalttätig. Das ist eine Korrelation, aber nicht notwendigerweise ein Kausalzusammenhang.
Wenn der Staat aber so weit entwickelt ist, dass die Einnahmen der gesamten Gesellschaft zugute kommen, dann sehe ich den Zusammenhang zu Gewalttätigkeiten nicht wirklich.”
Nun, ich verstehe dieses einfache Fortschrittsmodell schon – es entspricht nur leider nicht den Fakten. Welcher ölreiche Golfstaat hat sich denn durch Jahrzehnte der Öleinnahmen zu einer rechtsstaatlichen und liberalen Demokratie entwickelt? Genau, keiner. Stattdessen gingen aus Saudi-Arabien u.a. der Wahhabismus und Al-Qaida hervor, Katar beherbergt und finanzierte Hamas und Taliban usw. Auch christlich bzw. links geprägte Ölstaaten wie Russland und Venezuela stürzten zurück in brutale Diktaturen.
Es wäre ja schön, wenn sich für Ihr Wunschbild starke und viele Beispiele finden würden. Das ist aber leider nicht der Fall.
Danke, dass Sie auf Ihre ganz eigene Art zur Aufklärung über Fossilismus, Derailung und Desinformation im Unterschied zu kritischem Rationalismus beitragen! 🙂
Das freut mich, dass ich Sie nicht enttäuscht habe!
Aber im Ernst, ich bin von Ihrer Argumentation noch nicht ganz überzeugt. Sie haben natürlich schon recht, dass andere Staaten auch Solarkraftwerke bauen können, aber wie wettbewerbsfähig wären die? Wir haben in Deutschland offensichtliche Standortnachteile was Sonneneinstrahlung und Flächenverfügbarkeit angeht. Das größte Solarkraftwerk der Welt steht auf einer Fläche von 420 km². Wo soll so etwas hierzulande gebaut werden können? Das ist fast das Zehnfache der Fläche von Garzweiler II! Und Sie können sich sicher erinnern, was das für Diskussionen gab.
Von daher wird es sicherlich wirtschaftlicher sein, Wasserstoff zu importieren als ihn selbst herzustellen. Und was haben wir dann bezüglich Abhängigkeiten von gewalttätigen Diktaturen gewonnen? Also ist die Art des Energieträgers doch nicht so entscheidend, oder?
Bei den USA muss man sagen, dass die auch schon nicht besonders friedlich waren als sie noch kein Nettoexporteur fossiler Rohstoffe waren. Ich glaube auch nicht, dass Trump besonders erfolgreich sein wird, aber das ist ein anderes Thema.
Und zum Schluss haben Sie mich nicht richtig verstanden: ich sehe fossile Ressourcen durchaus als Hemmnis zu einer Demokratisierung. Habe ich aber auch klar so benannt, insofern verfängt Ihre Unterstellung eines zu einfachen Fortschrittsmodells nicht.
Ja, @Bernd – ich habe Sie schon richtig gerne gewonnen! ☺️
Und über die Potentiale erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien auch in Deutschland brauchen wir gar nicht mehr skeptisch zu spekulieren: Der Landkreis Wunsiedel,Bayern hat die Energiewende mit Sonnen- & Windenergie, mit Batteriespeichern und grünem Wasserstoff bereits vollzogen! Dunkelflaute? Nicht in Wunsiedel
https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html
Und dabei entwickeln sich die so lange verzögerten, post-fossilen Technologien sogar noch weiter!
Das ist auch der Grund, warum ich mich mit der fehlenden Bereitschaft nicht abfinde, erneuerbare Energien auszubauen.
Bin gerade bei der 75. Jubiläumsfeier des Zentralrats der Juden in Deutschland und höre gerade Bundeskanzler Friedrich Merz mit starken Worten gegen den Antisemitismus. Doch ich kann erst zufrieden sein, wenn wir aufhören, aus purer Bequemlichkeit und Reaktanz fossile Gewaltenergien zu importieren und damit Diktaturen, Kriege, Terror und auch Antisemitismus zu finanzieren.
Wunsiedel ist mir bekannt, das hatten Sie ja schon öfters im Blog. Ich denke aber, dass sie den Weg von vielen Early Adoptern gehen werden. Visionäre, die ihrer Zeit voraus sind, aber dann wenn es so weit ist von der Macht des Marktes überrollt werden.
In Indien bauen sie gerade Solaranlagen für etwa 300-400 Euro pro kW. Damit lässt sich grüner Wasserstoff günstiger produzieren als aus fossilen Quellen.
Ich denke, in ein paar Jahren redet niemand mehr von Wärmepumpen, dafür sind Wasserstoffheizungen der letzte Schrei. Hyundai baut schon einen Wasserstoffpanzer.
Was das für die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung bedeutet? Schwer zu sagen, aber es wird nicht notwendigerweise besser. Deswegen finde ich etwas vorschnell, von erneuerbaren Energien als Friedensenergien zu reden. Umstellen sollte man natürlich trotzdem, dann gibt es wenigstens die Chance, dass sich etwas bessert.
Tja, @Bernd – da ging die Lust an der Ablehnung erneuerbarer Energielösungen mal wieder mit Ihnen durch.
Wunsiedel funktioniert und spart also schon jetzt täglich den Import fossiler Gewaltenergien Erdöl und Erdgas ein, die das Klima und die Menschheit belasten. Damit erfüllen die erneuerbaren Friedensenergien bereits die meinerseits beschriebene Funktion.
Zusätzlich noch ausschließen zu wollen, daß in einer unbestimmten Zukunft grüner Wasserstoff nicht auch importiert werden könnte, setzt die Anforderungen absurd hoch. Zumal selbst dann, wenn etwa Indien zum Exporteur werden sollte, die lokale und dezentrale Erzeugung Abhängigkeiten vermeiden könnte. Vor der Sie zuletzt noch „gewarnt“ hatten… 🤭🤷♂️💡
Auch in Wunsiedel wird das Konsequenzen haben, wenn wir mit grünem Wasserstoff überschwemmt werden. Dort wird dann sicher auch hinterfragt werden, warum es solche teuren Insellösungen noch braucht.
Ich sage nicht, dass man keinen Wasserstoff importieren sollte. Ich sage nur, dass die Gewalttätigkeit eines Energieträgers nicht von dessen Farbe abhängt sondern welche Werte man durch deren Kauf finanziell unterstützt.
Die Thematik mit der Abhängigkeit von China ist natürlich auch ein wichtiger Aspekt. Allerdings fehlen mir da die Einsichten, ob bei großindustriellen Anlagen dieselben Abhängigkeiten vorliegen wie im häuslichen Bereich. Gerade erst hat mir ein Installateur geschrieben, dass es bei Balkonkraftwerken keine Alternative zu chinesischen Cloud-Diensten gibt. Es ist so frustrierend, dass Solarpunk und Cyberpunk nicht miteinander vereinbar sind, obwohl es doch eigentlich nur verschiedene Ausprägungen derselben Idee sind.
Danke, @Bernd
Solarpunk als gesellschaftlich-utopische und Cyberpunk als individualistisch-dystopische Erzählung stehen sich in der Tat diametral gegenüber. Allerdings sehe ich eine Entsprechung zwischen solarer und digitaler Souveränität. So reichte ich just heute Morgen ein erfreutes Tässle Kaffee ☕️:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Gerade beeindruckt von #Österreich 🇦🇹🇪🇺: „#Microsoft raus, #OpenSource rein – so lautet die Devise beim Österreichischen #Bundesheer. Statt auf die bekannten Office-Programme aus Redmond, #USA will es in Zukunft mit dem frei verfügbaren, quelloffenen #LibreOffice arbeiten.“
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115223648308020370
Hier auch die hörenswerte Radio-Meldung dazu:
https://oe1.orf.at/programm/20250916/807304/Freie-Software-fuer-das-Bundesheer
Aus meiner Sicht ergibt sich gerade auch am Beispiel China und Solarenergie der Unterschied in unser beider Denken: Sie behaupten, erneuerbare Friedensenergien müssten stets kostengünstiger sein. Ich halte dagegen, dass sowohl bei Energie- wie bei IT-Kosten auch strategische Kosten mitzudenken sind. Wer sich von fossilen Gewaltenergien, Hard- und Software aus dem nichteuropäischen Ausland abhängig macht, schwächt für kurzfristige Profite die eigene Verhandlungsposition. Und das halte ich für Kurzfrist-fehlschlüssig.
Ich sehe das schon so, dass wir sowohl was die Energieversorgung als auch die Informationstechnologie angeht, in einer ziemlich dystopischen Welt leben. Aber gleichzeitig gibt es in beiden Bereichen Möglichkeiten, sich als Individuum oder als Gemeinschaft von der Dystopie loszusagen und Teil einer Revolution von unten zu sein. Die Kontrolle über die eigene Existenz wiederzuerlangen ist ein zentrales Thema des Cyberpunks, so zum Beispiel in der Matrix-Trilogie zu beobachten.
Nur Cyberpunk und Solarpunk zusammen, das geht nicht. Das ist wirklich schade.
Auch wenn Sie mir das jetzt vielleicht nicht glauben werden: Ich würde mir liebend gerne ein Balkonkraftwerk zulegen. Aber dafür mich von einem chinesischer Cloud abhängig machen und zudem einen Google-Account erstellen müssen? Da mache ich nicht mit. Dann bezahle ich lieber weiter meinen Ökostromanbieter.
Ja, @Bernd – und gerne nochmal: Solarpunk und Cyberpunk passen tatsächlich nicht zueinander, Solarpunk und digitale Souveränität aber schon. Dafür wäre es notwendig, strategisch vorausschauend zu planen.
In der aktuellen ZEIT vom 18. September 2025 finden Sie auf S. 8 („Politik“) den Artikel: Sonne oder Öl? Die Energieversorgung wird zum Schauplatz der Großmachtpolitik: China lockt mit grünem Strom, die USA halten dagegen – nur Europa sucht noch nach einer Strategie.
Aus meiner Sicht wäre es jetzt an der Zeit, wie im erwähnten Wunsiedel in Batteriespeicher und grüne Wasserstoffanlagen zu investieren, um die schnell wachsenden Überschüsse (!) an Ökostrom sinnvoll zu speichern. Das würde die Abhängigkeit von fossilen Gewaltenergien deutlich reduzieren und die volkswirtschaftliche Wertschöpfung im Inland stärken. Aber stattdessen sieht es derzeit wieder nach fossiler Unterwerfung aus – aktuell eben unter den Fossilismus von Donald Trump…
Aber in der Realität passen Solarpunk und digitale Souveränität (wenn Sie den Begriff “Cyberpunk” in dem Kontext nicht mögen) eben nicht zusammen! Wer bietet denn eine digital souveräne Solaranlage an?
@Bernd
Nun, bei Balkonsolar Freiburg schienen mir sehr datenbewusste Engagierte zu sein, die auch dabei helfen würden:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-rede-gegen-den-fossil-finanzierten-terror-antisemitismus-am-11-september-2025-in-freiburg-im-breisgau/
Und ich darf Sie erneut daran erinnern, dass die vermeintlich „kostensparende“ Reduzierung der Solarstrom-Förderung ab 2012 auch das Ende der bis dahin florierenden, deutsch-europäischen Solarindustrie einleitete:
Altmaier freut sich
Einbruch bei der Photovoltaik
11.09.(!)2012
https://www.n-tv.de/politik/Einbruch-bei-der-Photovoltaik-article7193576.html
Einerseits sofort niedrige Kosten zu verlangen und dann aber andererseits die energetische und technologische Abhängigkeiten vom Ausland zu beklagen ist nur ein scheinbar „eleganter“ Weg, um die Energiewende zu blockieren. Eine kluge Strategie schaut voraus und investiert. Es bleibt mir eine Freude, diese reaktante und in sich widersprüchliche Kurzfrist-Rhetorik immer wieder aufzuklären. 😌🙌💡
Auch zu dieser Rede kann ich Sie nur beglückwünschen.
Wieder einmal zeigen Sie die historischen und aktuellen Geschehnisse auf.
Vieles, was gerade in der Geschichte der Ölförderstaaten passiert ist, hatte seine Ursache auch in einer gewissen Überheblichkeit der Europäer und später der Amerikaner. Eingriffe wie die Ereignisse im Iran 1951 oder das “Spiel” der europäischen Staaten mit den Arabern im Zuge des 1. Weltkriegs fallen mir hierzu ein. Es waren ja keine Beziehungen auf Augenhöhe.
Heute sind vor allem viele Sportveranstaltungen und Organisationen vom Öl-Geld abhängig.
Messen will ich unsere Politiker an ihrem Handeln, nicht an ihren Worten.
“Wir verteidigen die Menschenwürde nicht durch Feigheit, sondern durch Mut.”
Ein starker Satz in einer Zeit, in der manche Politiker Wert und Würde eines Menschen an dessen materiellen Besitztümern festmachen.
Deutsche Politik muss vor allem von Menschen gemacht werden, die über eine eigene Meinung verfügen. Die das Grundgesetz ernst nehmen und nicht nur den eigenen, vor allem finanziellen Vorteil sehen. In den letzten 80 Jahren wurde in Reden immer wieder die deutsche Verantwortung vor der Geschichte bemüht. Lippenbekenntnisse helfen da nicht.
Von daher: Herzlichen Dank für Ihre Arbeit!
Vielen herzlichen Dank, @Marie H.
Aus meiner Sicht wird es leider noch Jahre und Jahrzehnte brauchen, die Problematik des Fossilismus in der fachlich interessierten und dann auch breiteren Öffentlichkeit zu verankern. Ich mache gute Erfahrungen mit historischen Beispielen und Wiederholungen aus je unterschiedlichen Perspektiven – wenn das auch sehr anstrengend ist. Und Schritt für Schritt, Mensch für Mensch möchte ich für den notwendigen Paradigmenwechsel und die Energiewende zu erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien eintreten.
Die Wege sind weit, doch ich gehe sie bewusst. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Ermutigung! 🙌
Das Buch von Dan Diner kenne ich nicht.
Beim Lesen Ihrer Rede musste ich an ein anderes Buch denken, dessen Veröffentlichung schon ein paar Jahre zurückliegt.
“Der 30jährige Krieg” von Herfried Münkler. Da klingt manches aktuell. Ich finde die Frage der Finanzierung der Kriege interessant. Spaniens Silber aus Übersee zum Beispiel.
Aus der Wallenstein Literatur ist mir noch erinnerlich, dass Albrecht von Waldstein die Entscheidungsschlacht vermied.
Ich werde doch noch einmal einen Blick in das Buch von Münkler werfen.
Vielen Dank, @Marie H. – und ein großes Ja! Ich denke wirklich, dass ein Paradigmenwechsel auf die wirtschaftlichen und technologischen Hintergründe von Kriegen und vor allem Kriegsverläufen und -folgen von großem Wert ist, um heutige Konflikte und Gefahren zu erfassen. Systeme neigen ja dazu, sich auf ihren letzten Erfolgen auszuruhen und schmerzhafte Erkenntnisse zu meiden. Das finde ich sozialpsychologisch ebenso verständlich wie auch gefährlich. Herfried Münkler lese ich gerne und sicher wird sich an einem künftigen Buchstaben auch der 30jährige Krieg thematisieren lassen.
Vielen Dank also sowohl für die Ermutigung wie auch den Hinweis! 🙌
Thanks a lot, @lowes
Felo.ai got the ideas, too:
## Concept of Renewable Peace Energies According to Dr. Michael Blume
Dr. Michael Blume emphasizes the idea of “Renewable Peace Energies” as a transformative approach to energy production that not only addresses environmental concerns but also promotes peace and social stability. His perspective can be summarized through the following key points:
– **Energies of Freedom and Peace**: Dr. Blume argues that renewable energies, such as solar and wind power, are not just alternatives to fossil fuels but are also integral to fostering freedom and peace. By reducing dependence on fossil fuels, societies can diminish conflicts over resources and geopolitical tensions associated with oil and gas[1][2].
– **Social and Economic Benefits**: The transition to renewable energy sources is seen as a pathway to economic development and social equity. By investing in renewable technologies, communities can create jobs, enhance energy security, and improve public health, thereby contributing to a more peaceful society. This shift can empower local populations and reduce inequalities that often lead to conflict[1][2].
– **Environmental Sustainability**: Dr. Blume highlights that renewable energies contribute to environmental sustainability, which is crucial for long-term peace. By mitigating climate change and reducing pollution, renewable energy can help prevent resource scarcity and environmental degradation, factors that often exacerbate social tensions and conflicts[1][2].
In summary, Dr. Michael Blume’s concept of Renewable Peace Energies encapsulates a holistic approach that intertwines energy production with social justice, environmental sustainability, and peacebuilding, advocating for a future where energy systems contribute positively to global stability.
@Michael 17.09. 15:41
„Alles, denn auch ein solcher Solarstrom-Exporteur könnte ja den anderen Ländern und Menschen nicht verbieten, selbst Solarstrom zu produzieren.“
Der ganze Raum zwischen Marokko und Pakistan hat diese immensen Solarerträge. Natürlich haben die dann alle gewichtige Standortvorteile. Und haben neben eigenem billigen Solarstrom auch reichlich Möglichkeiten, Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen. Und Wasserstoff zu verkaufen oder auch manche Energieintensive Industrie ins eigene Land zu holen.
Aber die konkurrieren eben auch miteinander, und können deswegen eben nicht von fast nichts reich werden, und mit diesem Geld autokratische Verhältnisse konservieren. Dafür dann aber eine florierende Wirtschaft hinbekommen. Und sich mit Klimaanlagen gegen die weiter zunehmende Hitze schützen. Und im Gegenzug zu Energieexporten Grundnahrungsmittel und Futtermittel importieren.
Das braucht dann aber auch wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Fortschritte. Genug eigener billiger Strom könnte dabei durchaus helfen. Das scheint mir durchaus eine Perspektive für die ganze islamische Welt werden zu können. Zufällig wohnen die meisten davon in Wüstengegenden mit ausgiebigen Solarerträgen.
Ob das aber wirklich reicht, und die Menschen in hinreichend Freiheit leben können, das wird sich wohl erst zeigen. Ich weiß es nicht. Der Fossilismus könnte nicht das einzige Problem sein, was man da jetzt hat.
Danke & ja, @Tobias Jeckenburger: Der Fossilismus ist sicher nicht das einzige Problem der islamischen Welt – aber das unsererseits finanzierte. Und dann tragen fossile Gewaltenergien auch noch zur globalen Erhitzung und Wasserkrise bei!
Mehr als genug Gründe, endlich damit aufzuhören. Meine ich.
@Michael 17.09. 15:44
„Und Schritt für Schritt, Mensch für Mensch möchte ich für den notwendigen Paradigmenwechsel und die Energiewende zu erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien eintreten.“
Versuchen wir es. Und mit etwas Glück überholt uns hier die Technik, und wenn sie als Erstes aus dem autokratischem China kommt.
Das Reichweitenproblem bei E-Autos löst sich gerade mit Schnellladestationen, die in 5 Minuten 400 Km Reichweite laden können. Und die chinesischen E-Automodelle sind billig wie Verbrenner, derweil chinesische PV-Module und Lithiumbatterien zusammen wirklich günstigen Strom liefern können.
Das braucht alles keine Förderungen mehr, aber es braucht auch keine Behinderungen. So müsste man unbedingt seinen grünen Strom zu ermäßigten Durchleitungsgebühren direkt an Nachbarn verkaufen dürfen. Und sein E-Auto mit bidirektionalen Anschluss als Netzspeicher zur Verfügung stellen dürfen, eher ganz ohne Durchleitungsgebühren. Das dient dann ganz dem Netz, und man kann damit so viel Geld verdienen, dass man unterm Strich kaum noch Energiekosten für sein E-Auto hat.
Und in den südlicheren Ländern sind die Solarerträge noch mal doppelt so hoch wie in Mitteleuropa. Und es braucht keine winterliche Heizung. Aber Klimaanlagen, und die brauchen genau dann den meisten Strom, wenn die PV-Module am meisten leisten.
Es stellt sich dann wohl bald nicht mehr die Frage, wie man persönlich Mehrkosten für Grüne Technik finanzieren soll. Es wird Stück für Stück billiger werden als die alte fossile Technik. Zumindest wenn man bestehende Behinderungen abbauen kann.
Das freut dann alles nicht nur den Verbraucher. Es hilft auch der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.
Ja, @Tobias – an der Ansage von Katherina Reiche, dass sich Solarstrom zunehmend auch ohne Subventionen lohnt, ist ja etwas dran!
Das Problem ist doch vielmehr, dass wir an immer mehr Hitzebrise-Tagen im Jahr zuviel (!) Ökostrom haben, der teuer bezahlt, aber abgeregelt werden muss!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hellbrise-dunkelflaute-und-wohlstand-durch-energiespeicher/
Entsprechend wäre der kluge, nächste Schritt der schnelle Aufbau von Batteriespeichern und grünem Wasserstoff wie in Wunsiedel. Das würde den Bedarf an fossilen Importen unmittelbar verringern.
Überschüssigen Ökostrom abzuregeln und gleichzeitig Gaskraftwerke zu bauen halte ich dagegen für strategisch, ökologisch und auch wirtschaftlich schädlichen Fossilismus.
@Michael 18.09. 23:11
„Entsprechend wäre der kluge, nächste Schritt der schnelle Aufbau von Batteriespeichern und grünem Wasserstoff wie in Wunsiedel. Das würde den Bedarf an fossilen Importen unmittelbar verringern.“
Als Erstes die schnellen Speicher, beim Produzenten, beim Verbraucher und als biderektional angeschlossene E-Fahrzeuge. Damit lassen sich schon mal für einige Tage alle Überschüsse verwerten, und man braucht dann öfter für Wochen gar keine fossile Backupleistung mehr, insbesondere im Sommerhalbjahr.
So kann man die PV-Leistung bestimmt schon verdreifachen, bis hier Wasserstoff in großem Ausmaß nötig wird. Wir können aber gerne jetzt schon mit dem Wasserstoff anfangen. Eine Verdopplung der PV-Leistung in Deutschland könnte schon in 5 Jahren erreicht sein.
Den Wasserstoff nutzt man praktischerweise erst direkt in der Industrie, und erst später in Backupkraftwerken. Das können dann gerne Fernheizungsnetze mit Großwärmepumpe kombiniert mit Kraftwärmekopplung sein, die flexibel sowohl mit Erdgas, Biogas und mit Wasserstoff laufen können. Speichern kann man in den bestehenden unterirdischen Kavernen neben Erdgas dann auch Biogas und Wasserstoff, vor allem um die winterliche Heizperiode abdecken zu können.
„Überschüssigen Ökostrom abzuregeln und gleichzeitig Gaskraftwerke zu bauen halte ich dagegen für strategisch, ökologisch und auch wirtschaftlich schädlichen Fossilismus.“
Das gilt es offenbar jetzt zu vermeiden. Zusätzliche Gaskraftwerke machen vor allem eben Sinn, wenn sie als Kraftwärmekopplung realisiert werden. Man wird die vor allem im Winter brauchen, wenn der Ertrag schwach ist und der Heizbedarf dabei auch noch hoch ist.
Da können dann auch noch länger die alten Kohlekraftwerke aushelfen, bis wir wirklich gar kein fossiles Backup mehr brauchen. Jetzt extra neue reine Kraftwerke zu bauen, die bald nur noch wenige Wochen im Jahr im Einsatz sind, das lohnt sich doch nicht. Dann lieber das Geld gleich in Wasserstofftechnik investieren.
Danke, @Tobias
Und so schließt sich der Kreis auch zu Syrien und Irak: Wieder sinkende Öl- und Gaspreise signalisieren auch den arabischen Regierungen, dass im Aufbau zentralistischer Öl-Rentiersregime keine Zukunft mehr liegt. Stattdessen würden wirtschaftliche, rechtsstaatliche, föderale Reformen ermutigt. Sowohl Iran wie Saudi-Arabien würden dann über weniger Mittel für Stellvertreterkonflikte wie in den beiden genannten Ländern, aber auch etwa im Jemen oder Libanon verfügen. Katar müsste seine Unterstützung für Hamas und Taliban reduzieren, die VAE für die „Rebellen“ im Sudan.
Innerhalb des Islams gewännen liberale und dialogische Bewegungen gegenüber dualistischen und gewaltbereiten Strömungen an Gewicht. Die lebensbedrohliche Klima- als Wasserkrise würde wenigstens noch abgebremst, statt weiter befeuert.
Es gibt derzeit keinen besseren Weg, um unmittelbar den Frieden zwischen den Menschen und den Schutz der Mitwelt zu fördern, als den möglichst schnellen und breiten Solarpunk – Weg in die Überwindung des Fossilismus.
As oil and gas prices decline, it’s becoming clear that the future for many Arab nations lies beyond centralized, fossil-fuel-dependent economies. This shift could open the door to much-needed economic, political, and social reforms, encouraging more stability and cooperation across the region.
At the same time, moving away from fossil fuels would help reduce environmental pressures, like climate change and water scarcity, supporting both peace and sustainability.
A faster transition toward renewable energy and solarpunk solutions offers one of the most effective paths forward.
@Rernd 18.09. 15:39
„Auch in Wunsiedel wird das Konsequenzen haben, wenn wir mit grünem Wasserstoff überschwemmt werden. Dort wird dann sicher auch hinterfragt werden, warum es solche teuren Insellösungen noch braucht.“
Man hat in Nordafrika mehr als doppelt soviel PV-Ertrag wie in Mitteleuropa. Aber so billig wird der Wasserstoffferntransport nicht werden. Den werden wir sicher als maßgebliche zusätzliche Energiequelle nutzen, aber dennoch macht es Sinn, hier den saisonalen Sommerüberschuss in Wasserstoff zu verwandeln und in den bestehenden unterirdischen Erdgasspeichern für den Winter zu lagern.
Auch sollen wohl die Elektrolyseure, die den Strom in Wasserstoff verwandeln, recht teuer sein. Und dieser Kostenfaktor wird dann bei höheren Primärerträgen eben nicht billiger.
Billig genug, dass man einfach direkt damit heizen kann, wird Wasserstoff entsprechend so schnell nicht werden. Wärmepumpen, Kraftwärmekopplung und Heißwasserspeicher werden zum Heizen sinnvoll bleiben, insbesondere für urbane Fernheizungssysteme.
„Ich sage nicht, dass man keinen Wasserstoff importieren sollte. Ich sage nur, dass die Gewalttätigkeit eines Energieträgers nicht von dessen Farbe abhängt sondern welche Werte man durch deren Kauf finanziell unterstützt.“
Solange die Weltwirtschaft so verflochten ist, können wir an vielen Stellen nur da einkaufen, wo wir das Nachgefragte auch beziehen können. Die zugehörige Software von Importware selber mit offener Software zu ersetzen könnte aber attraktiv sein. Dann haben wir wenigstens keine weiteren Abhängigkeiten, wenn wir z.B. aus handfesten Gründen aus China nicht mehr so viel einkaufen wollen.
PV-Module und Lithiumbatterien auch in Europa zu produzieren könnte mittelfristig dennoch auch ein gute Idee sein. Möglicherweise steigt auch der Wechselkurs der Chinesischen Währung durch Chinas erheblichen Außenhandelsüberschuss derart, dass China in vielen Bereichen seinen Kostenvorteil verliert. Zumindest teilweise.
Zumal die Maschinen, mit denen China seine Kollektoren produziert, teilweise aus deutscher Produktion sind. So verdienen wir am chinesischen Solarboom sogar jetzt schon mit.
Ja, die Wasserstoff-Revolution wird bei uns noch etwas dauern, auch wenn sich das z.B. in Indien bei den heutigen Preisen schon lohnt. Die werden natürlich auch zuerst einen Elektrolyseur und einen Wasserstofftank neben das Solarkraftwerk stellen, um jahreszeitliche Schwankungen auszugleichen und sich die Kosten für den Transport sparen. Indien ist aber noch dichter besiedelt als Deutschland, insofern ist das vielleicht ohnehin nicht das Land mit dem größten Solarpotenzial.
Ihr Vorschlag, Abhängigkeiten bei der Hardware zur Energieerzeugung durch Souveränität bei der Software auszugleichen, wird in der Realität nicht funktionieren. Wer die Hardware kontrolliert, kann auch kontrollieren, welche Software darauf läuft, zur Not durch in Hardware realisierte kryptographische Schutzmechanismen. Gerade unsere fossilen Freunde von der Autoindustrie sind groß darin, solche zu verbauen, auch wenn die Autos von Elektrohitler Musk das nochmal auf die Spitze treiben.
Heute hat Cory Doctorow einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht, der viele der hier in der Diskussion bereits genannten Punkte aufgreift: https://pluralistic.net/2025/09/23/our-friend-the-electron/#to-every-man-his-castle
@Bernd 23.09. 21:23
„Die werden natürlich auch zuerst einen Elektrolyseur und einen Wasserstofftank neben das Solarkraftwerk stellen, um jahreszeitliche Schwankungen auszugleichen und sich die Kosten für den Transport sparen.“
In südlicheren Breiten sind die saisonalen Ertragsschwankungen viel kleiner als in Mitteleuropa. Und gerade Klimaanlagen brauchen den meisten Strom, wenn die Sonne knallt. Kurzfristspeicher werden z.B. in Indien die meiste Speicherkapazität liefern können. Auch winterliche Heizung braucht man eigentlich nur im Norden, der Großteil der Welt kommt ohne dem aus.
„Indien ist aber noch dichter besiedelt als Deutschland, insofern ist das vielleicht ohnehin nicht das Land mit dem größten Solarpotenzial.“
Wir brauchen in Deutschland auch bei einem Vollausbau von Solarenergie deutlich weniger als 2% der Landesfläche. In Indien ist zudem der Ertrag pro Quadratmeter an die doppelt so hoch wie bei uns. An Flächen wird es auch in Indien nicht fehlen. Zumal Dächer und überbaute Parkplätze keinen Flächenverbrauch bedeuten, und auch eine Kombination von PV-Modulen und Landwirtschaft keine Ertragseinbußen bedeutet, wenn die Abstände zwischen den Modulen nicht zu kurz sind.
„Wer die Hardware kontrolliert, kann auch kontrollieren, welche Software darauf läuft, zur Not durch in Hardware realisierte kryptographische Schutzmechanismen.“
Mittelfristig sollte man eben von nach Europa importierter KI aller Art verlangen, dass man diese mit eigener freien Software betreiben kann. Zumal auch der Rest der Welt außer China und den USA da ein überaus handfestes Interesse dran hat.
Aus für Verbrenner-Autos: BW-CDU drängt Grüne zu Kurswechsel – SWR Aktuell https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/cdu-gruene-bw-streit-verbrenneraus-102.html?at_medium=social&at_campaign=info%40swr.de&at_source=webshare
Mir ist klar, dass dies die Vorboten des Wahlkampfs sind.
Ja, @Marie H. – als Landesbeauftragter unterliege ich dabei einer gesetzlichen Karenzpflicht zur Zurückhaltung ein halbes Jahr vor der Landtagswahl, an die ich mich auch halten werde. Hier auf dem Wissenschaftsblog sowieso. Ich bin gerne aktives Mitglied einer demokratischen Partei, aber Parteipolitik sollte m.E. niemals die Sachthemen überlagern. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis! 🙏🙌
Dafür haben Sie mein volles Verständnis, meine Zustimmung und meine Achtung.
Vielen Dank, @Marie H. 🙏
Die früheren CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer und Erwin Huber haben sich gerade außerordentlich deutlich gegen parteipolitischen Dualismus zwischen Demokratinnen & Demokraten geäußert:
Huber sagte, die demokratischen Parteien müssten angesichts des Ansturms von rechts prinzipiell für eine Zusammenarbeit offen sein. „Es muss für die Union gelten: Die Brandmauer zur AfD muss betonhart stehen. Die Tür zu den Grünen darf nicht durch populistisches Bashing verschlossen bleiben, sondern muss für politische Optionen geöffnet werden, um in Bund und Land unsere Regierungsfähigkeit zu erhalten.“ Eine grüne Brandmauer sei deshalb politisch kurzsichtig und damit falsch.
https://www.rnd.de/politik/ex-csu-chefs-seehofer-und-huber-kritisieren-soeders-gruene-brandmauer-2MZSOKDE5JJCDLYHJFLFY7FFOY.html
Auch Volker Kauder hat ja neulich einer Umdeutung der CDU von einer christdemokratischen zu einer konservativen Partei eine klare Absage erteilt. Und Mastodon gewann einen Grimme-Online-Award! ☺️🙌
Vielen Dank, aus persönlichen Gründen bin ich immer wachsam, wenn sich der bayerische MP über die Grünen äußert.
Um so mehr habe ich mich über die deutliche Kritik gefreut. Nicht mit Häme, sondern mit Erleichterung.
Bei den Kommunalwahlen in Bayern wird eines meiner Kinder voraussichtlich kandidieren.
I found that very interesting. I can’t wait to read more of your work.
Thanks a lot, @cracker barrel
I am sorry that most informations on this blog have to be translated into other Languages by A.I. such as Felo.ai:
The **Special Quota Project** was a humanitarian initiative led by Dr. Michael Blume under the government of Baden-Württemberg, Germany, between 2015 and 2016. This project aimed to rescue and provide support to Yazidi women and children who had suffered extreme violence and trauma under the Islamic State (IS) in northern Iraq.
### **Background and Purpose**
– In August 2014, IS launched a genocidal attack on the Yazidi community in the Sinjar region of Iraq. Thousands of Yazidi men were killed, and women and children were abducted, enslaved, and subjected to horrific abuse, including sexual violence.
– The project was initiated after the German state of Baden-Württemberg, led by Minister-President Winfried Kretschmann, decided to take action in response to the atrocities.
### **Implementation**
– Dr. Michael Blume, an expert in minority issues and religious studies, was appointed to lead the project. He collaborated with a team of experts, including psychologists like Dr. Jan Ilhan Kizilhan, who specialized in trauma and transcultural psychiatry.
– The project involved **14 missions to refugee camps in northern Iraq**, where the team identified and interviewed survivors. Out of 1,400 women and children assessed, 1,100 were selected based on their need for psychological and medical support.
– The survivors, primarily Yazidis, were brought to Germany, where they received comprehensive care, including trauma therapy, medical treatment, and safe housing.
### **Key Features**
1. **Focus on the Most Vulnerable**: The project prioritized women and children who had endured severe trauma and were unlikely to survive without specialized support.
2. **Holistic Support**: Survivors were provided with psychological care, medical treatment, and a safe environment to rebuild their lives.
3. **International Recognition**: The program gained global attention and inspired similar initiatives in countries like Canada, France, and Australia.
### **Impact**
– The project offered a lifeline to survivors like **Nadia Murad**, a Yazidi woman who later became a Nobel Peace Prize laureate for her advocacy against sexual violence and genocide.
– Survivors were able to find safety and begin the process of healing in Germany. However, the trauma they endured remains a significant challenge, as highlighted by the ongoing psychological support provided to them.
### **Significance**
The Special Quota Project is considered a landmark example of humanitarian policy, demonstrating how targeted efforts can address the needs of the most vulnerable. Dr. Michael Blume and his team showed that even in the face of overwhelming tragedy, focused action can save lives and restore hope.
[1] https://ijm-deutschland.de/predigt-1-blume
[2] https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/nachrichten/73872
[3] https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/169720/remid_0162.pdf?sequence=1&isAllowed=y
[4] http://christinalamb.net/articles/they-have-suffered-something-so-terrible-their-eyes-will-always-haunt-you/
[5] https://www.ksl.com/article/41196135/raped-and-tortured-by-is-yazidi-women-recover-in-germany
[6] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
[7] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-schmerz-der-bleibt-der-fossile-ressourcenfluch-finanziert-die-gewalt-gegen-juedinnen-kurden-ezidinnen/
[8] https://www.aljazeera.com/features/2016/6/23/the-german-village-helping-yazidi-women-raped-by-isil
[9] https://remid.de/2015/12/23/als-religionswissenschaftler-ein-projekt-in-kurdistan-irak-leiten-remid-interview-mit-dr-michael-blume/
[10] https://www.studienstiftung.de/portraets-interviews/michael-blume-wir-brauchen-wieder-einen-bildungsbegriff-der-sich-seiner-juedischen-christlichen-und-humanistischen-wurzeln-bewusst-ist
[11] https://time.com/5878967/yazidi-woman-germany-program/
[12] https://www.theguardian.com/global-development/2016/mar/02/germany-opens-doors-yazidi-women-children-northern-iraq-enslaved-isis
[13] https://www.nwaonline.com/news/2016/aug/28/long-after-abuse-trauma-remains-2016082/?news-world
[14] https://openparliament.ca/committees/immigration/42-1/39/dr-michael-blume-1/only/
[15] https://www.ourcommons.ca/documentviewer/en/42-1/cimm/meeting-40/evidence
[16] https://www.parallelparliament.co.uk/mp/kirsten-oswald/debate/2016-11-15/commons/westminster-hall/yazidi-former-sex-slaves-uk
[17] https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2018.00562/full