Russland, China, Iran et al – Nationalistische Altherren-Wasser-Regime

Ab heute ist es offiziell: Nicht mehr das kommunistisch-autoritäre China, sondern die (angefochtene) Republik Indien gilt fortan als der bevölkerungsreichste Staat der Erde. “Junges Indien überholt China” titelt die Stuttgarter Zeitung mit Berufung auf die Vereinten Nationen.

Die Stuttgarter Zeitung titelt heute zur demografischen Ablösung von China durch Indien. Link zum Demografie-Artikel von Fabian Kretschmer. Foto: Michael Blume

Leserinnen und Leser von “Natur des Glaubens” wissen es bereits seit 2009: Die Überbevölkerung fällt aus – die Weltbevölkerung rast auf eine Schrumpfung zu. Für unsere Mitwelt und insbesondere das Klima ist das eine durchaus gute Nachricht. Es bringt jedoch auch neue Verwerfungen mit sich, die ich als Old Men’s-Water-Regime, Altherren-Wasser-Regime bezeichne.

So warnte der auch in der StZ zitierte Yi Fuxian vor schon länger gefälschten Zahlen und nationalistischen “Fehlkalkulationen” im alternden China. 2021 schrieb ich für einen Blog- und Buchbeitrag:

“Noch schneller und massiver als etwa die europäisch-schrumpfenden Nationen Polen und Ungarn rutscht China daher in die demografische Traditionalismusfalle: Mangels junger, innovativer Kräfte erstarken alternde, fast ausschließlich männliche Nationalisten. Die nun auch digital herrschende Kommunistische Partei hat nüchtern empirisch gerade keinen „neuen Menschen“ hervorgebracht, sondern streng abgeschottete Seilschaften älterer Männer.”

Denn die schreckliche, demografische Tatsache auch für weitere verschwörungsmythologische Autokratien wie Russland und Iran ist: Wer als schnell alternde Gesellschaft nicht (wie das ebenfalls demografisch implodierende Japan) bereits eine Demokratie ist, wird mangels junger Reformkräfte kaum noch eine werden. Mangels junger Menschen triumphieren politisch Reaktanz und Dualismus, die wiederum zu Vertreibungen führen können.

In Rückzug oder Kreuzzug?” (Patmos 2021) hatte ich entsprechend bereits prognostiziert:

Eine Leserin-Empfehlung von “Rückzug oder Kreuzzug?”, Patmos 2021. Screenshot mfG: Michael Blume

Zitat (S. 122/123): “Dagegen werden gerade bildungsorientierte Monistinnen und Monisten die dualistisch und also schlecht regierten Regionen der Welt zunehmend verlassen […]. Die die Realitäten verleugnenden, dualistischen Regime werden durch den Wegzug dieser Reformkräfte eher noch stabilisiert, aber auch immer schlechter befähigt, den Gefahren der Klimakrise zu trotzen. Nach meiner Prognose gehen wir auf eine Welt zu, in der sich regionale, monistische und multireligiöse >Archen< mit kleineren, aber weiseren Kirchen gegenüber zurückfallenden, ja aussterbenden Regionen behaupten.”

In einem Deutschlandfunk-Interview hatte ich auch darüber gesprochen, wie sich antiliberale Dualisten wie Wladimir Putin und Donald Trump verbanden, aktuell auch etwa Lula de Silva (Brasilien) und Xi Jinping (China). Alte Herren und reiche Erben verbünden sich weltweit auf Basis von Reaktanz, Antisemitismus und Tyrannophilie mit dumpf Verschwörungsgläubigen gegen junge Reformkräfte – vor allem gegen progressive Politikerinnen, Wissenschaftler, Medienschaffende, polemisierend gegen Migration und Frauenrechte.

DLF-Interview zum religions- und kulturübergreifenden Dualismus.

Twitter-Kachel zum DLF-Interview: “Christentum im Wandel – Rückzug oder Kreuzzug?”. Screenshot vom eigenen Account: Michael Blume

Klimakrise wird zur Wasserkrise: Wasser wird das neue Öl

Für alternde, dualistische Privilegierte ist es dabei auch naheliegend, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimakatastrophe zu verleugnen. So schrieb der rechtslibertäre Springer-Chef Matthias Döpfner in einem seiner nun von der ZEIT veröffentlichten, üblen Chats:

Umweltpolitik – ich bin sehr für den Klimawandel. Zivilisationsphasen der Wärme waren immer erfolgreicher als solche der Kälte. Wir sollten den Klimawandel nicht bekämpfen, sondern uns darauf einstellen.”

Doch Tatsache ist: Wir leben nicht in einer von uns abgetrennten Umwelt, sondern in einer sich menschengemacht verändernden Mitwelt. Die Klimakatastrophe – die in meinem Heimatland Baden-Württemberg zu einer Erwärmung von 3,0 Grad Celsius schon bis 2040 führen wird! – schlägt bereits um in eine afrikanische, lateinamerikanische, eurasische und zunehmend globale Wasserkrise!

Claudia Pahl-Wostl in Spektrum der Wissenschaft 11/22 zu “Wege aus der Trockenheit” in Deutschland. Foto: Michael Blume

Zumal etwa im alten Ägypten durch Klimaveränderung und Wassermangel das tyrannische Pharaonen-Reich am Nil entstand, lese ich gerade intensiv über die Folgen von Wasser-Herrschaft in der Geschichte. So berichtet die Archäologin Mügü Durusu-Tanriöver (Pennsylvania) in der aktuellen Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft über neue Forschungsergebnisse, nach denen das Hethiter-Reich nicht durch ominöse “Seevölker”, sondern durch eine dreijährige Dürre von 1198 – 1196 vor Christus untergegangen sei. Und gestern erreichte mich das neue “The Earth Transformed” von Peter Frankopan, dessen Seidenstraße-Bücher mich tief beeindruckt haben. “Wasser ist ein Menschenrecht” titelte eine UN-Wasserkonferenz in New York, in der sowohl die Kontrolle von Trinkwasser durch autoritäre Regime wie auch durch internationale Konzerne problematisiert wurde.

Aktuelle Lektüre zu Wasser & Macht. Foto: Michael Blume

Sicher: Eine so dramatische und auch noch global gleichzeitige Umwälzung von Demografie und Klima hat die Menschheit noch nicht erlebt. Ich gehe nicht von einem Aussterben von Homo sapiens aus, aber von einer deutlichen Schrumpfung und dem Rückzug in wenige, vielfältige, vor allem städtische und demokratisch-monistische Arche-Regionen. Dialogische Wissenschaften und monistische Traditionen der Religiosität und Spiritualität werden für unser Überleben wichtiger denn je.

Avatar-Foto

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“ für Wissenschaft und Demokratie, gegen Verschwörungsmythen und Wasserkrise.

88 Kommentare

  1. Angesichts der immer drängenderen weltweiten Probleme sieht es momentan eher so aus, dass die mächtigen Leute den Kopf in den Sand stecken und versuchen, diese Probleme (aus der öffentlichen Wahrnehmung) zu verdrängen, indem sie negative Aufmerksamkeit auf harmlose Minderheiten lenken, die vielen fremd sind.
    Von daher ist eine Zukunftsprognose schwierig, denn die Mächtigen klammern sich bis zum letzten Atemzug an ihre Macht, ohne Rücksicht auf die Folgen.

    • Ja, @Sascha – so ist es. Und wenn wir uns einen Moment in die Rolle alter und reicher Privilegierter versetzen, wird es m.E. auch psychologisch nachvollziehbar: Es ist einfacher, die realen Probleme wie die Klima- und Wasserkrise auszublenden und mit aggressiven Kampagnen davon abzulenken, als den eigenen Reichtum, die Karriere und auch die eigene Lebensführung zu hinterfragen. Wer möchte schon zugeben, zur Zerstörung der eigenen Mitwelt beigetragen zu haben? Es ist doch viel einfacher, auf Migranten, Feminismus, Wissenschaft, Demokratie, vermeintliche jüdische Weltverschwörer wie George Soros usw. loszugehen.

  2. In Deutschland haben Niederschläge in den letzten 100 Jahren leicht zugenommen:
    https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe

    Um mal die richtige Perspektive zu bekommen: Aktuell liegen wir in Deutschland bei etwa 800 mm Niederschlag pro Jahr. Das ist sicher das 20- oder 30-fache dessen, was wir brauchen.

    Mit zielgerichtetem Wassermanagement (etwa Zisternen wie überall am Mittelmeer) werden wir auch häufigere Extremwetterereignisse in den Griff bekommen. Leider gehen wir mit Wasser maximal sorglos um. Das ganze Land ist von Entwässerungsgräben durchzogen, stehendes Wasser nach Regenfällen wird nirgendwo mehr akzeptiert. Und wir haben netto noch immer einen Zuwachs an Bodenversiegelung, völlig idiotisch. Das heißt in Summe: Wenn es regnet, leiten wir alle Niederschläge so schnell wie möglich in den nächsten Fluss (der in der Regel auch noch stark begradigt ist). Und dann sind die Menschen überrascht, dass Grundwasserspiegel sinken?

    So wird es nicht weitergehen können. Wenn es in Deutschland in 100 Jahren Wasserprobleme gibt, dann nur, weil die Bevölkerung es so will.

    • Lieber @Tim,

      ja, die globale Erwärmung führt nicht generell zu „weniger“ Niederschlägen, sondern zu mehr Extremwetterereignissen wie Sturzfluten und Dürren, in denen wiederum die Wasserspeicher kurzfristig geplündert werden. Die ARD bot dazu sogar schon einen Themenschwerpunkt #unserWasser:

      https://youtu.be/cCeCpH95deI

      Und von Wassermanagement-Problemen in 100 Jahren kann keine Rede mehr sein – schon im alpinen Wasserschloss der Schweiz sind bereits erste Siedlungen im Tessin so betroffen, dass drastische Sparmaßnahmen fällig werden:

      https://www.srf.ch/news/schweiz/alarmierende-trockenheit-wassersparen-ist-angesagt-private-pools-im-tessin-vor-dem-aus

      Was glauben Sie, wie republikfeindliche Dualist:innen und antisemitische Verschwörungsgläubige auf solche zunehmend notwendigen Maßnahmen und schnell steigenden Kosten reagieren werden?

      Ja, genau. Auch das hat ja bereits begonnen.

      Bleiben Sie mutig, bleiben Sie mit dran!

      Mit Dank für Ihr Interesse und herzlichen Grüßen!

      • Diese “Trockenheits”-Schlagzeile in Spektrum ist dennoch schlechter Boulevardstil. Wir haben weitaus mehr Wasser in Deutschland, als wir brauchen.

        • @Tim

          Darauf kann ich nur mit dem gleichen Hinweis wie @Noch‘n Wort erwidern: Wir vergeuden unser Grundwasser schon jetzt, gerade auch weil auf jede Dürre mit noch mehr Bewässerung reagiert wird:

          “Für Deutschland insgesamt zeigen Satellitendaten laut Umweltbundesamt einen schon länger bestehenden rückläufigen Trend der Grundwasservorräte. Demnach hat Deutschland in den vergangenen 20 Jahren 2,5 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr aus Böden, Vegetation, Gewässern und Grundwasser verloren – insgesamt etwa so viel wie die Wassermenge des Bodensees. Damit ist Deutschland eine der Weltregionen mit dem höchsten Wasserverlust.”
          https://www1.wdr.de/nachrichten/wassermangel-bericht-duerre-trockenheit-nrw-100.html

          Ich verstehe unsere menschliche Tendenz zur Verdrängung (Blunting) und zum Widerwillen gegen Veränderungen (Reaktanz) – habe selbst lange gebraucht, das geplant positive Sachbuch zu Bergen und Tieren aufzugeben. Aber Wissenschaft bedeutet eben auch, unliebsame Fakten anzuerkennen, statt im „Don‘t look up“ zu verharren.

          • Rechnen wir einfach nach:

            Der Artikel spricht reißerisch von 2,5 Mrd. Kubikmeter Wasserverlust, ohne die Zahl zu irgendwas in Beziehung zu setzen. Klingt natürlich gigantisch viel! Deutschland hat eine Fläche von ca. 350.000 Quadratkilometern. Und der durchschnittliche Niederschlag liegt bei etwa 800 mm. Wir haben also jedes Jahr 280 Mrd. Kubikmeter Niederschlag, vielleicht +/- 20 %. Das ist mehr als genug, wenn wir unsere Grundwasservorräte nur ernsthaft auffüllen wollen.

            50 % der Fläche Deutschlands sind landwirtschaftlich genutzt, etwa 15 % sind Siedlungsfläche. Knapp 2/3 aller Flächen in Deutschland gehören also zu den Flächen, deren konsequente und schnelle Entwässerung (in die Flüsse, also ins Meer) wir über die letzten Jahrzehnte immer mehr ausgebaut haben. Unser aktuelles Wassermanagement besteht verrückterweise darin, Niederschläge möglichst nicht dem Grundwasser zuzuführen!

            Zusammenfassung: Wir haben kein Niederschlags-, sondern ein Entwässerungsproblem. Das ist aber gut lösbar.

          • Wenn es so einfach wäre, @Tim – warum gelingt dann die Bewältigung des Wassermangels nicht in Italien, Frankreich – oder Bayern?

            https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/bayern/klimawandel-in-bayern-ist-es-so-trocken-wie-in-jordanien-und-israel-e564023

            Wollen Sie uns vielleicht einfach mitteilen, welche landwirtschaftlichen oder besiedelten Flächen Sie renaturieren würden? Würden Sie dafür den Verzicht auf Fleisch oder auf Wohnungen vorziehen? Ich frage aus ehrlichem Interesse!

          • Wenn es so einfach wäre, @Tim

            Ich habe von “lösbar” gesprochen, nicht von “einfach”. Die Gesellschaft hat immerhin gerade angefangen, Wasser als Problem zu begreifen. Wenn Medien (insbesondere wissenschaftliche) das Thema etwas sachlicher behandeln, werden wir auch langsam einen Lösungskonsens entwickeln.

            Ich haben unten Israel angesprochen. Die machen beim Wassermanagement sehr vieles sehr richtig.

          • Ja, @Tim – auch deswegen lehne ich die anti-israelische BDS-Kampagne ab und rate dringend allen Staaten gerade auch im eurasischen Gürtel zur Wasser-Zusammenarbeit.

            Wenn Sie doch „die Gesellschaft“ noch als unwillig erfahren, könnten Sie doch diejenigen von uns als Verbündete begreifen, die auf die Wasserkrise und auch die Kompetenzen von Israel hinweisen. Zumal ja ganz offensichtlich auch europäische Nachbarländer sogar oft noch härter mit-betroffen sind. Antideutsche Ressentiments scheinen daher nicht als Erklärung für niedrige Flusspegel, fehlende Maßnahmen etc. zu taugen.

            Hier haben übrigens deutschsprachige Schülerinnen und Schüler einen Film über „Wassermanagenent in Usbekistan“ produziert:

            https://youtu.be/z55o55Zj4ZA

            Mich würde Ihre Einschätzung dazu sehr interessieren.

    • Hier mal der WDR mit einer Größenordnung (meine Hervorhebung):

      “Für Deutschland insgesamt zeigen Satellitendaten laut Umweltbundesamt einen schon länger bestehenden rückläufigen Trend der Grundwasservorräte. Demnach hat Deutschland in den vergangenen 20 Jahren 2,5 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr aus Böden, Vegetation, Gewässern und Grundwasser verloren – insgesamt etwa so viel wie die Wassermenge des Bodensees. Damit ist Deutschland eine der Weltregionen mit dem höchsten Wasserverlust.”
      https://www1.wdr.de/nachrichten/wassermangel-bericht-duerre-trockenheit-nrw-100.html

      • Vielen Dank, @Noch‘n Wort

        In Sainte-Soline, Frankreich 🇫🇷🇪🇺, ist bereits der erste Wasserkonflikt zwischen Bürgern & Bauern gewaltsam eskaliert. Der SPIEGEL betitelt seinen Videobericht mit:

        „Der Kampf ums Wasser hat begonnen – mitten in Europa“

        https://www.spiegel.de/ausland/slug-a-f41721d4-f157-4d76-b93a-da0c5aebbc22

        Lassen Sie uns bitte noch so viele Menschen wie möglich warnen – denn jeder vergeudete Tag trägt zur Eskalation bei.

      • @ Noch’n Wort

        Demnach hat Deutschland in den vergangenen 20 Jahren 2,5 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr aus Böden, Vegetation, Gewässern und Grundwasser verloren

        Das ist etwa 1/100 der jährlichen Niederschlagsmenge. Ein Hundertstel! Und der WDR erwähnt das nicht mal. In Israel (wohl das Land mit dem mit Abstand besten Wassermanagement auf der Welt) würden Bauern wohl über solche Meldungen lachen. Übrigens kommt man dort mit etwa einem Drittel unserer Niederschläge aus.

        Wir Deutschen gönnen uns ein Luxusproblem: Wir machen nichts aus unseren Niederschlägen. Sammeln sie nicht in Zisternen, lassen sie nicht ins Grundwasser absickern, lassen sie auch seit langem nicht mehr auf Feldern stehen. Wir verschwenden sie einfach und leiten sie ins Meer ab. Und dann beklagen wir uns über den sinkenden Grundwasserspiegel. Gaga.

  3. @Blume, @Tim

    Sie sprechen aus unterschiedlichen Referenzrahmen. @Tim hat den Blick des Ingenieurs oder Naturwissenschaftlers auf den Gegenstand, und sieht die Machbarkeit in technischer Hinsicht. @Blume spricht aus der Perspektive des politisch und sozial Tätigen und sieht die wirtschaftliche, politische, soziale Machbarkeit.

    Kein Grund sich als Antagonisten zu fühlen. Also echt jetzt, Leute…

    @Blume: es wäre schon viel gewonnen, wenn Nestlé, Danone, Volvic, … zugunsten unseres Leitungswassers boykottiert würden. Ist besser und billiger zugleich.

    • Naja, @Noch‘n Wort – gerne würde ich ja @Tim glauben, dass alles schon „machbar“ wäre. Aber offensichtlich wird es ja noch nicht gemacht – und ich finde es etwas mühsam, dafür angemacht zu werden, die Probleme zu benennen…

      • Wieso denn “angemacht”? Ich habe lediglich gesagt, wir sehr gute Lösungsmöglichkeiten haben. Das nennt man Diskussion.

        • Wie Sie bei @Noch‘n Wort nachlesen können, macht der Ton die Musik, lieber @Tim. Von mir ein Danke! für Ihren konstruktiven Kommentar zum Konzept der Schwammstadt, dem ich voll zustimme! 💧👍

  4. “Leser von “Natur des Glaubens” wissen es bereits seit 2009…”

    “In “Rückzug oder Kreuzzug?” (Patmos 2021) hatte ich entsprechend bereits prognostiziert:”

    “In einem Deutschlandfunk-Interview hatte ich auch darüber gesprochen”

    “Ich gehe nicht von einem Aussterben von Homo sapiens aus, aber von einer deutlichen Schrumpfung und dem Rückzug in wenige, vielfältige, vor allem städtische und demokratisch-monistische Arche-Regionen.”

    Ach bin ich als kleines Licht froh, daß wir Sie haben. Was wäre die Welt ohne einem solch klugen Kopf, der alles schon vor Äonen wußte. Darf ich Gott zu Ihnen sagen? Hatte Sie nicht neulich geschrieben, daß selbst die KI ihr Haupt vor Ihnen neigt? Heiliger Michael Blume…bitte für uns!

    • Danke, @Dietmar Hilsebein – aber ich bin kein Gott und #Wissenschaft funktioniert auch nicht über Offenbarung. Stattdessen erlaubt das Bloggen die Langzeit-Beobachtung von Trends, so dass sich immer wieder an frühere Prognosen anknüpfen lässt. Vieles bestätigt sich nicht, an Anderem lässt sich weiterbauen.

      Hier habe ich zum Beispiel an langjähriger Begrifflichkeit Zweifel angemeldet: „Ich glaube, ich machte einen Rentier-Ressourcenfluch-Fehler“

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/schwer-von-begriff-ich-glaube-ich-machte-einen-rentier-ressourcenfluch-fehler/

      Sie müssen mich also weder gallig als „allwissend“ ankoffern, noch in toxisch-männliche Rangkämpfe ausbrechen. Sie dürfen auch einfach mit Freude & Interesse an Wissenschaft mitwirken, gerne hier oder z.B. beim erwähnten #unserWasser. Legen Sie gerne los! 😊

  5. @Michael 14:04. 18:55

    „In Sainte-Soline, Frankreich 🇫🇷🇪🇺, ist bereits der erste Wasserkonflikt zwischen Bürgern & Bauern gewaltsam eskaliert.“

    Lokal und Saisonal gibts sicher Schwierigkeiten. Und Anpassungsbedarf, und natürlich Motivation für die Energiewende. Aber wenn überhaupt, dann haben wir in Deutschland eigentlich nur mit Wasserproblemen in der Landwirtschaft zu tun.

    Wie @Tim richtig bemerkt hat, kommen auf die jährlich 2.5 Mrd m³ Wasserverlust 280 Mrd m³ mittlerer Niederschlag. Das sind keine 1%. Dabei kommt unser Wasserverbrauch in den Haushalten von 200 l pro Tag und Einwohner auf eine jährliche Menge von 6 Mrd m³, das sind auch nur gut 2%.

    Dazu passt dann auch, das auch in den letzten 3 so trockenen Jahren für die Haushalte fast überall genug Wasser da war.

    Wenn wir hier ein Problem haben, dann in der Land- und Forstwirtschaft. Hier sind denn auch in den letzten Jahren durchaus Ernterückgänge aufgefallen. Aber wie @Tim bemerkt, kann hier viel unternommen werden, dass mehr Wasser versickern kann, und so die Grundwasserstände nicht nur gehalten werden können, sondern auch wieder aufgefüllt werden können.

    Auch gerade was die Versorgung von Straßenbäumen betrifft, was einem als Stadtbewohner näher liegt, da kann man einiges unternehmen, dass hier mehr Wasser versickern kann. Insgesamt sind wir reich genug, hin und wieder mit weniger landwirtschaftlichen Erträgen klar zu kommen. Was hier wirklich interessiert, das ist die globale Gesamtproduktion. Erst wenn die sinkt, bzw. angesichts globalen Mehrbedarfs nicht weiter steigt, dann sehe ich wirklich ein Problem, indirekt auch für uns hier in Deutschland.

    • Danke für Ihr Interesse am zugegeben auch unangenehmen Thwma, @Tobias Jeckenburger.

      Ich wünschte, @Tim und Sie hätten Recht, dass die Wasserkrise in Deutschland „nur“ (?) Land- und Forstwirtschaft betreffen würde und durch wenige Maßnahmen zu korrigieren wäre. Aber die Niedrigstände etwa des Rhein haben bereits in den vergangenen Jahren wirtschaftliche Schäden verursacht, wegen Schneemangels litt der Tourismus auch in den deutschen Alpen (die einen ihrer letzten Gletscher für immer verloren) und für das Bodensee-Wasser sind bereits erhebliche Preiserhöhungen angekündigt. Dass steigende Wasserpreise und die zunehmende Abhängigkeit von Konzern-privatisiertem Flaschenwasser bereits weltweit Inflation und Armut beflügeln, kommt mir in den bisher beschwichtigenden Debatten leider auch noch zu kurz. Schon in der letzten Dekade sei das entsprechende Geschäft um mehr als 70 Prozent gewachsen und bedrohe laut UN-Wasserinstitut die globalen Nachhaltigkeitsziele:

      https://m.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/trinkwasser-flaschenwasser-untergraebt-nachhaltigkeitsziele-der-un-18754441.amp.html

      Wenn ich Ihnen und @Tim also auch sehr zustimme, dass dringend Maßnahmen erfolgen sollten – so glaube ich doch, dass wir erst beginnen, die Auswirkungen der globalen Erhitzung auf die Wasserkreisläufe und damit das pflanzliche, tierische und menschliche Leben zu erfassen.

    • @ Tobias Jeckenburger

      Für urbane Räume gibt es das übrigens Konzept der Schwammstadt:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Schwammstadt

      Meiner Meinung nach müssen wir ganz allgemein innerstädtisch mindestens 50%, eher 2/3 aller Asphaltflächen zu Grünflächen umwidmen, wenn wir künftig im Sommer noch angenehmes Außenleben in der Stadt haben wollen.

  6. Wenn keine Jungen geboren werden, dominieren halt die Alten. Altherrenherrschaft ist die logische Folge eines Bevölkerungsrückgangs, und sie hat nicht nur angenehme Konsequenzen. Auch die Demokratie bleibt nicht verschont. Und zwischen Dürre und der Invasion der Seevölker könnte durchaus ein ähnlicher Zusammenhang bestehen, wie zwischen Klimakrise, Völkerwanderungen und Krieg. Vielleicht hatten die Hethiter eine Seevölker-Flüchtlingskrise erfolgreich abgewehrt, und die Seevölker kamen dann halt mit einem Z an der Stirn zurück, weil sie einen Sponsoren fanden, der gerade auch Dürre hatte und zu viele Pflüge herumliegen, aus denen sich Schwerter schmieden ließen? Was Wasser angeht, könnte aber das Gleiche passieren, wie mit Öl und Gas – wird durch Erneuerbare wertlos. Wenn Sie billigen Strom haben, können Sie auch billig entsalzen, wenn Sie die Sahara bewässern, wird das ganze CO2 aus der Atmosphäre in Grünzeug gespeichert, und Essen für alle gibt’s auch. Dann hätten wir halt das gleiche Theater, wie bei Solarkraft, und überall sonst auch: Eine Welt, die sterben muss, findet plötzlich heraus, dass man Randale machen muss, um länger zu leben und langlebigere Erinnerungen zu hinterlassen, und stellt sicher, dass etwas, was eigentlich ein Heidenspaß hätte werden können, so hässlich, dreckig und qualvoll wird, wie nur irgendwie möglich.

    Wer im Zug rumbrüllt, wird unfreiwillig belauscht: Ich habe einem polnischen Bankfachmann zuhören müssen/dürfen, der sich in den Beziehungen zwischen Deutschland und Polen auskennt. Natürlich jammerte er über die allgegenwärtige Korruption und Inkompetenz immer und überall, anscheinend war er weder blind noch taub noch tot und unter einer sehr lauten Autobahnbrücke begraben. Dazu noch bei den Polen vor allem darüber, dass die Geschäftsleute sich absolut weigern, etwas übers Business dazu zu lernen, und ihr Ego und Gefühle über Sinn und Zweck stellen. Bei den Deutschen klagte er über den Rassismus, den er immer wieder spüren musste – laut seiner Erfahrung hocken hierzulande an allen Schalthebeln der Macht verkalkte Reichsbürger, sechzigjährige, wilhelminische Mumien, die nicht zwischen EU und Deutschem Kolonialreich unterscheiden können. Und die Kaczynski-Regierung, obwohl sie wohl mehr Schaden angerichtet habe als Nutzen, habe zumindest verhindert, dass aus Polen ein Nebenland des Deutschen Reiches wurde, eine Wirtschaftskolonie, die als Quelle billiger Ressourcen und Arbeitskräfte gedient hätte.

    Demokratie rettet nicht vor Alter. Die Zukunft gehört Indien und Afrika, Regionen, in denen die Jugend dominiert. Alternde Gesellschaften wollen nur Stagnation, sie werden von Mumien regiert, die um ihre Throne und Reichtümern immer dickere Pyramiden ohne Ausweg mauern, um den Tod nicht in die Grabkammer zu lassen. Und weil das Leben eine Hetzjagd ist, bei der Wölfe Sie über Schluchten jagen, kriegen Sie sie unweigerlich, wenn Sie am Abgrund anhalten, weil Ihnen Kraft und Mut zum Springen verloren gegangen sind. Wir werden von Angst regiert, Angst erzeugt Rassismus und Gewalt. Ähnliche Altherren-Effekte, wie in den Diktaturen, sehen Sie auch in Europa. Nur sind sie chaotischer, es fehlt der Führer, der den Irrsinn zu einem zielgerichteten Irrsinn bündelt.

    Taras Bulba, Braveheart – Bandera, Hitler, Trump, Putin, die Armen in den Slums, die blutrünstige Gangster verherrlichen: Das Muster wiederholt sich: Wenn die Sieger arrogant, hochnäsig, rassistisch, rücksichtslos, gierig werden, laufen die Loser nicht zu Helden weg, sondern zu den schlimmsten, brutalsten Verbrechern, die sie finden können. Warum? Erstens, Helden sind ein Unfall der Geschichte, Verbrecher gibt’s zuhauf und der Konkurrenzdruck sichert hohe Qualitätsstandards. Zweitens, es funktioniert. Deutschland ist wohl besser damit gefahren, Hitler zu folgen, als sich in sein von der Entente zugedachtes Schicksal zu fügen, auf der mitteleuropäischen Loser-Deponie entsorgt zu werden, wo es zum Dünger für die Nachbarn verfault wäre. Die Ukraine hat mehr von Kosaken-Massakern und Bandera-Völkermord profitiert, als von Arrangements mit den polnischen Herrenmenschen. Die Polen profitieren mehr vom menschenverachtenden, selbstherrlichen Nationalpopulismus Kaczynskis, als von Arrangements mit den deutschen Herrenmenschen. Madman-Theory: Der Schlachter zögert bei tollwütigen Löwen, nicht bei vernünftig verhandelnden Schafen.

    Sehen Sie die Parallelen? Die Deutschen sind gut im Business, deswegen verachten sie die Polen, die nie dazu lernen wollen. Die Polen denken gar nicht daran, sich auf einem Gebiet herausfordern zu lassen, in dem sie unterlegen sind, sie ziehen den Wettkampf auf ein Feld, in dem sie die Meister sind, und die Deutschen der Kaugummi unter dem Schuh eines Noobs – den politischen Hahnenkampf, die gefühlsduselige Seifenoper der Wrestling-Arena. Wenn die Regeln und Gesetze nur den Reichen dienen, steigern sich die Armen in die Gesetzlosigkeit hinein: Kraft und Gegenkraft. Sie sehen zwei Übel, die man nur gemeinsam loswerden kann, oder gar nicht. Und das Gleiche haben Sie halt global: Der Westen zeigt immer wieder, dass Krieg nicht so sein Ding ist, wir scheitern immer wieder daran, dass uns die nötige Grausamkeit fehlt (ein Grund, Kriege rechtzeitig zu verhindern, nicht, grausam zu werden). Er ist ein Lügner, Falschspieler und Trickbetrüger, kein Raubmörder, er braucht eine Welt ohne Gewalt, in der Betrüger gewinnen können, ohne dass man ihnen deswegen die Zähne einschlägt. Natürlich macht das seine Gegner zu militarisierten Raubmördern, die außer Zähne einschlagen nix können, das aber perfekt. Sie können verschiedene Varianten durchspielen, verschiedene Konstellationen, verschiedene Kräfte – Newton wird Ihnen immer wieder zuwinken. Die Hölle ist ein geteiltes Haus, jedes Übel macht ein größeres Übel für sich zum kleineren Übel für die Gegenseite, und so schaukeln sich zwei Seiten gegenseitig in immer größere Übel hinein.

    Die Altherren der Diktaturen, die Altherren der Demokratien, die Altherren der Wirtschaft, die Altherren der Starken, die Altherren der Schwachen – es ist alles Teil ein und desselben Systems, eines Phänomens, das sich immer wiederholt, in allen möglichen Größenordnungen und Variationen.

    Kürzlich hat eine der Wessi-Altherrenreichsbürgermumien gesagt, die Ostdeutschen würden nie Demokraten werden. Anscheinend ist in seinem Kalkschädel „Demokrat“ gleichbedeutend mit „Arier“. Der Mensch ist des Menschen Wolf, er zieht eine weitere Schicht Pyramiden-Steine um sich, eine weitere Wand, um den Tod lebendig zu begraben. Wie reagieren die Ossis wohl darauf? Was bedeutet für Sie „Demokratie“? Das ist keine Religion, die den Gläubigen Erlösung bringt. Sondern eine unerlässliche Komponente zur Stabilisierung eines politischen Systems durch Gerechtigkeit und Ressourcen-Umverteilung, hier sind die Mittel mit dem Zweck identisch: Wenn ich mir eine schöne, heile Welt baue, hält sie sich dadurch stabil und bleibt heil und schön. Wenn sie jung genug bleibt, um sich immer wieder anzupassen, zu erneuern, verschönern und heilen. Eine, in der Pharaonen in Gärten und Palästen sterben, die von Hecken und Zäunen vor der Veränderung draußen geschützt sind, nicht in finsteren Grabkammern, zermalmt von eigenen Werken.

    Die Alten holt der Tod. Die passende Gegenkraft ist die Unsterblichkeit. Wer sich nicht zu Pyramidenleibern mauern kann, brennt die Tempel nieder, denn die Erinnerung ist die einzige Form der Unsterblichkeit, die dem Menschen offen steht. Leben? Was ist schon das kurze Leben namenloser Sklaven wert, wenn man dafür die Ewigkeit kaufen kann? Wir kämpfen hier gegen den ältesten, mächtigsten Feind der Menschheit, und unser Gott ist mit ihm und verweigert uns seinen Segen. In einem solchen Weltkrieg müssen viele Opfer bringen, damit Wenige überleben können. Im Krieg sind Weiber unwichtig, Kinder unwichtig, Brot ist unwichtig, wenn sie den alten Kriegern im Wege stehen, werden sie gefügig geprügelt, zu ihrem eigenen Schutz. Die Jungen, die die Welt übernehmen, sind die Fremden, die Invasoren aus dem übermächtigen Imperium Zukunft, die Höllenhunde des Sensenmannes, die die Welt verschlingen wollen. Das Lebende ist der Tod des Sterbenden, der Feind muss vernichtet werden. Der Hund ist uns lieber als ein Kind, weil’s weniger Probleme macht. Die Pyramide macht weniger Probleme als beide, da laufen die Steine nicht herum und bleiben nur dort kleben, wo man sie haben will, dann aber für immer.

    Und den Rückgang der Bevölkerungsexplosion zeigt, dieser Kampf geht schon lange. Sie sehen auch, dass die Jungen für den Kampf der Alten eingespannt werden, dass sie ihm Triebkraft verleihen, indem sie ihn ein wenig für sich umdeuten: Hier finden Sie reiche Fischgründe für Paradoxa. Wir alle wollen den Untergang der Welt verhindern, die Alten wollen die Zerstörung retten, die Jungen Erbe für sich retten, und treten deswegen auf ambivalente Bremsen, läuft aufs Selbe hinaus – möge das Sterben ewig leben, denn man kann ja bekanntlich unendlich viel toter werden als tot!

    Keine Pyramide schützt vor Alter und Tod. Auch nicht die Demokratie. Wenn unsere Zeit kommt, kommt sie halt. Sterben ist eine Wahl, kein Zwang, doch wir sind so geschaffen, dass wir immer wieder Wölfe oder Abgrund wählen, wenn es so weit ist: Die Angststarre oder den Sprung mit Verzweiflung als Ersatz für verkümmerte Muskeln.

    Überalterung verursacht mangelnde Anpassungsfähigkeit, mangelnde Anpassungsfähigkeit ruiniert die Wirtschaft, ruinierte Wirtschaft verursacht Verteilungskämpfe, Verteilungskämpfe verursachen Angst und Hass, errichten Mauern und verhärtete Fronten, das verursacht den Wunsch, noch mehr Veränderung zu verhindern, weil sie nur zum Schlimmeren führen kann, deswegen wird Anpassung mit allen Mitteln verhindert, deswegen können sich Sachzwänge nur mit brutaler Gewalt durchsetzen, wenn die Not so weit angewachsen ist, dass sie über uns einstürzt wie das Jüngste Gericht. Und wenn einen Klima, Wirtschaft, Krieg, Korruption, der nahende Tod, von allen Seiten mit dem Vorschlaghammer bearbeiten, wenn man nicht die Kraft hat, zu kämpfen – bleibt nur die Pyramide.

    Die Reiter der Apokalypse trampeln die Opis unter den Hufen ihrer Pferde nieder. Und denen fällt nichts Anderes übrig, als sich lebendig zu begraben. In Reichtum, Macht, verzweifelt und ohne Skrupel. Die Pharaonen bekämpfen die Götter mit harten Bandagen. Doch der Hammer des Hephaistos schmiedet und schmiedet, und was nicht im Höllenfeuer bestehen kann, kann nicht bestehen. Oh Gott, ich werde wieder schwülstig. Ich lerne auch nichts mehr dazu.

    Was hat’s mit Wasser zu tun? Ist Mörtel und Stein, wie Atomwaffen oder Geld, ein Mittel, die Macht zu sichern. Je weniger davon, desto mehr Macht hat derjenige, der es besitzt, und je weniger davon es zum Verteilen gibt, desto weniger Mächtige bekommen wir, die dann aber umso mehr Macht haben. Leider läuft das mit Alter und Jugend anders herum. Oder zumindest bilden wir es uns leider ein.

    Die einen nennen es Pyramide, die anderen Arche. Tja, ein Wikingerbegräbnis auf dem Wasser ist auch für einen Pharao ganz schön. Es ist nichts Falsches daran, alt zu werden, sich einen Ruhesitz schaffen zu wollen, wo man seine Kultur, Ordnung, Gewohnheiten pflegen kann, ein Reservat, wo man vor dem Wandel geschützt ist und Erinnerungen aufbewahrt, die auch dem Wandel nützlich sein können. Aus Gutem wird Schlechtes durch Extreme: Durch Schaukeln kippt das Boot. Newton paddelt halt immer mit.

    Der Mann im Zug sah es richtig: Wir müssen warten, bis der Tod die alte Garde entsorgt. Wenn wir nicht in Würde sterben können, sterben wir halt in Agonie, ist egal. Interessant ist, was die jungen Inder und Afrikaner für die Zukunft planen. Nachdem sie die Pyramiden geplündert und die Mumien auf die Müllkippe geworfen haben, zusammen mit all den vollgekackten Laken vom Sterbebett.

  7. Hm, auch wenn ich die Argumentationslinie nachvollziehen kann muss ich sagen dass der Artikel für „Spektrum“ ungewöhnlich mit Adjektiven saturiert ist. Insbesondere solche Aussagen wie „das tyrannische Pharaonenreich“ stoßen mir dabei auf. Klar, die waren sehr tyrannisch drauf. Aber im Rest der Welt sah’s damals nicht viel besser aus und es kam einiges an beeindruckender Kultur dabei zustande, was durch die negative Formulierung unterschlagen wird. Abgesehen davon, was hatten die Ägypter denn davor für eine Regierungsform?

    Darüber hinaus wollte ich Sie noch fragen, was heißt dualistisch und monistisch in diesem Kontext? Das Internet hat bei einer Quicksearch da leider nicht so viel hergegeben…

  8. @Paul S 15:04. 12:48

    Ja ist denn hier überhaupt das Alter das Problem? Ältere sind doch eigentlich eher informierter, umgänglicher, weiser als Junge, zumindest in ihrer eigenen Zeitlinie. Der Unterschied besteht doch eher in der Zeit, in der der Einzelne lebt, und auf die er sich eingerichtet hat.

    Natürlich sind bezüglich der Energiewende die Alten eher hinterher. In ihrer Zeit, als sie jung waren, war das Klimaproblem noch eher ein Randthema. Und die Folgen des Klimawandels betreffen natürlich die Menschen umso mehr dann auch persönlich, je jünger sie sind.

    @Tim 15.04. 08:04

    „Meiner Meinung nach müssen wir ganz allgemein innerstädtisch mindestens 50%, eher 2/3 aller Asphaltflächen zu Grünflächen umwidmen,…“

    Jede Menge Bäume brauchen wir vor allem, auch weil der Platz dadrunter voll genutzt werden kann. Man muss dann eben noch genug Möglichkeiten schaffen, dass soviel Regenwasser wie möglich versickern kann. Versiegelte Flächen haben wir mehr als genug, man muss das darauf anfallende Wasser nur in den Boden bekommen.

    An heißen Tagen machen Straßenzüge, die ganz unter Bäumen liegen, deutlich mehr als 5° aus, ob man mit dem Fahrrad unterwegs ist, zu Fuss ist oder sich da sitzend länger aufhält. Und auch in Wohnungen, die von großen Bäumen umgeben sind, braucht man noch viel länger keine Klimaanlage, da können noch etliche Grad Klimaerhitzung dazu kommen.

    • So sehe ich es auch, @Tobias Jeckenburger: Auch im Alter können wir uns täglich für dialogischen & wissenschaftlichen Monismus entscheiden. Die These vom Altherren-Regime verweist eher auf Milieus und Strukturen, die Falsifikation und persönliche Weiterbildung gar nicht mehr zulassen. Der aktuelle #Döpfner-#Springer-Skandal zeigt eine solche toxische Selbstabschottung in einer ganzen Konzernspitze. Und da kommt ja noch weiteres raus.

      Also, Alter führt nicht notwendig in Relativismus oder gar Dualismus. Wir bräuchten dringend mehr ältere, mutige Weise, statt noch mehr reaktant pöbelnde Hater. Und fast jede/r hat eine Wahl.

  9. @ Michael Blume 15.04.2023, 18:10 Uhr

    Was Döpfner im Bezug auf die DDR aufgefallen ist wundert mich nicht. Ihr „Glaube“ wurde jedes mal schwer enttäuscht, sie mussten die pure, brutale Realität und lauter Widersprüche, weit mehr als die Menschen im Westen, verkraften….

    Zuerst mussten sie das Hitler Desaster (z.B. Dresden) verdauen, danach waren sie „Versuchskarnickel“ beim kommunistischen „Experiment“, danach vom ausgeflippten Kapitalismus.

    Zwischendurch durften sie ein wenig am süßen Leben „naschen“, sie wurden durch ihre Ölheizungen vom Kohleschleppen und den „Braunkohlen Mief“ befreit. Auch von stinkenden Trabis, allerdings wurden sie auch von vielen „Arbeitsplätzen befreit“.

    Sie wurden fast zu Almosenempfänger und jetzt sollen sie wegen der neuen „grünen Klimareligion“ auch noch ihre geliebten Ölkessel und ihre Autos „opfern“.

    Da wundert sich noch wer bei uns darüber, was sie von allen diesen „Heilsbringern“ halten, sie wünschen sie schlicht und einfach nur noch zum T…..

    • Nach allen Erfahrungen scheinen autoritäre Staatsmodelle mindestens eine Generation nachzuwirken, @Realo – und hinzu kommen im Fall der ehemaligen DDR massive Abwanderungen oft jüngerer und progressiver Menschen.

      Genau deswegen haben die friedliche Revolution und der Mauerfall nach meiner Einschätzung als Wossi großen Respekt verdient – und Herr Döpfner zeigte seine tiefe Verachtung und Unkenntnis.

      Meine Eltern sind in der DDR aufgewachsen und schließlich ausgereist.
      Vgl.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meinem-vater-falko-blume-1950-2012/

      Ich habe im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt bei den Großeltern glückliche Urlaubszeiten erlebt – die mir aber auch den Wert von Demokratie und Freiheit ins Herz gebrannt haben. Der Springer-Chef hat m.E. nicht nur der Deutschen Einheit geschadet, sondern darüber hinaus in seiner Verantwortung gegenüber unserer Republik, den Springer-Mitarbeitenden und auch Geldgebern versagt. Demokratisch gewählte Politiker:innen mussten für weit weniger ihre Hüte nehmen…

  10. Es sind nicht nur die „alten Herren“, die für den Klimawandel und den daraus erfolgten Wassermangel verantwortlich sind. Es mag zwar sein, dass sie unter den Reichen und Mächtigen überproportional vertreten sind, aber es gibt auch sehr viele junge Superreiche, die durch ihren verschwenderischen Lebensstil das Weltklima extrem schädigen. „Während die ärmste Hälfte der Welt weit weniger CO2 ausstößt als ihr zustehen würde, leben die obersten 10 Prozent über ihre Klima-Verhältnisse: Ihr CO2-Ausstoß liegt 9 Mal höher als geboten wäre. Wenn sie ihren CO2-Ausstoß nicht reduzieren, ist das 1,5 Grad Ziel nicht erreichbar. Egal, wie sich die anderen 90 Prozent verhalten.“
    Näheres siehe hier: https://kontrast.at/co2-ausstoss-verursacher/

    Mir ist allerdings nicht klar, was Russland mit dem „Altherren-Wasser-Regime“ zu tun hat. Denn im Gegensatz etwa zu China oder dem Iran verfügt das Land ja über genügend Wasserreserven. Am schlimmsten von der Wasserkrise betroffen sind momentan die Länder in denen es von Hause aus sehr trocken ist, wie der Libanon, Israel oder Katar.

    In Europa sind besonders Spanien, Frankreich und Italien von der Dürre betroffen. In diesen Ländern leiden vor allem die Gemüsebauern unter Wassermangel, weil viele Pflanzen künstlich bewässert werden müssen. Da viele Flüsse ausgetrocknet sind wurden in der Vergangenheit immer tiefere Brunnen gebohrt, um an das Grundwasser zu kommen. Weil es in den letzten Jahren jedoch kaum regnete, reicht das Wasser nun kaum mehr aus, die Obst- und Gemüseplantagen zu bewässern. Mancherorts muss sogar das Trinkwasser rationiert werden, was vor allem die Tourismusgebiete empfindlich treffen dürfte.

    Die durch den Klimawandel erhöhte Temperatur hat auch Einfluss auf das Wetter. Laut Deutschen Wetterdienst kann bei einer Erwärmung um ein Grad, die Luft sieben Prozent mehr Wasser aufnehmen. Das Wasser aus Seen und Flüssen, das durch die Hitze verdunstet, zieht als Wasserdampf in der Atmosphäre weiter und kann anderenorts, als Starkregen, wieder in Erscheinung treten und starke Überschwemmungen verursachen.

    • Danke, @Mona – und klar: Aussagen über Milieu A schließen Aussagen über Milieu B nicht aus. Unstrittig ist, dass sich fast ausschließlich ältere Männer an die autokratische Macht klammern – und dass ich auch das Treiben jüngerer Superreicher kritisch im Blick habe, dürfte mit der Klage gegen Twitter ausreichend belegt sein.

      Und, ja, auch in Russland 🇷🇺 und seinen Nachbarstaaten ist Wasser bereits Macht. Im Krieg um die Krim mit der Ukraine 🇺🇦 spielt es sogar schon eine Schlüsselrolle:

      https://www.spiegel.de/ausland/russland-auf-der-krim-wird-das-trinkwasser-knapp-a-49d1b9e6-c9cc-4d5b-9853-ae650a377ad9

      Danke für das konstruktive Interesse! 🙏🖖

      • Dem Gegner den Zugang zur Wasserversorgung abzuschneiden ist nichts Neues.
        In der Ukraine wird die gesamte Wasserinfrastruktur durch den Krieg massiv gestört. „Militäraktionen verschmutzen Süßwasserressourcen stark, sowohl direkt – etwa durch versenkte Munition und Kriegsgerät, als auch indirekt – etwa durch beschädigte Industrieanlagen.”
        Das ganze Ausmaß der Zerstörungen kann man hier nachlesen.

  11. Mein bester Freund aus Studienzeiten zitierte immer wieder begeistert seinen Deutschlehrer: „Sie müssen Ihre Gedanken klar und abgegrenzt wie ein Spiegelei servieren und nicht durcheinander gerührt wie ein Rührei.“ Leider ist der Beitrag von Herrn Blume mal wieder ein typisches Rührei: zahlreiche Ideen durcheinander gequirlt. Zuerst die bösen alten Männer Putin, Xi Jinping, Trump und, man höre und staune: Lula da Silva! Der wurde vor wenigen Monaten doch noch von unserer Polit-Elite wie Steinmeier, Scholz, sowie Häuptling Robert und Cem als neuer Messias des Regenwaldes hymnisch gefeiert – und mit 200 Millionen Euro deutschem Steuergeld bedacht. Dazu der Klimawandel, pardon, Klimakrise und die Wasserkrise, dazu Verschwörungsmythen, Reaktanz und anderes mehr. Und jetzt kommt noch ein weiterer Bösewicht ins Spiel: der Springer-Chef Matthias Döpfner. Dieser hatte in einigen internen SMS „nur für Dienstgebrauch“ ein paar Dinge gesagt, die z.T. krass und beleidigend waren oder einfach nur durch die FDP-Scheuklappen vernagelt waren. Ich denke, mit der Ausnahme einiger Heiliger hat jeder Mitbürger gelegentlich unter vier Augen oder im kleinen Kreis verbal öfter mal „die Sau rausgelassen“. Aber wenn Herr Döpfner sagt: “Umweltpolitik – ich bin sehr für den Klimawandel. Zivilisationsphasen der Wärme waren immer erfolgreicher als solche der Kälte. Wir sollten den Klimawandel nicht bekämpfen, sondern uns darauf einstellen.”, dann ist das 100 % richtig. Warme Zeiten waren immer gute Zeiten (wie oft habe ich das hier in einigen Blogs schon gepredigt!). Beispiele dafür: mittelalterliche Warmzeit, das Klimaoptimum der römischen Kaiserzeit und auch der Beginn der ägyptischen Hochkultur von ca. 3000 v. Chr. bis zum Zusammenbruch des „Alten Reichs“ (also die Epoche der Pyramidenbauer) um 2200 v. Chr. waren solche warmen Zeiten! Auch die sumerische Hochkultur und das Reich von Akkad auf dem Territorium des heutigen Irak blühten ab 3000 v. Chr. auf. Natürlich gibt es auch immer wieder lokale Abweichungen, aber ich kann hier nicht 5000 Jahre Menschheitsgeschichte ausbreiten. Und kalte Zeiten waren für die Menschheit meist schlechte Zeiten mit Missernten, Hungersnöten, Seuchenzügen, langen Kriegen und Völkerwanderungen. Ach ja, Völkerwanderungen: „Migration“ kann auch schlechte bis katastrophale Auswirkungen haben! Als Beispiele für solche „kalten Zeiten“ seien die kleine Eiszeit, ca. 14. bis Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert genannt. Und nach dem Ende des kaiserzeitlichen Optimums kamen kalte Zeiten und die Völkerwanderung, die auch eine der Ursachen für den Zusammenbruch des römischen Reiches waren. Aber auch mit dem „Alten Reich“ in Ägypten ging es mit dem Abklingen des Klimaoptimums vor mehr als 4000 Jahren bergab.
    Und wenn Döpfner schreibt. „Wir sollten den Klimawandel nicht bekämpfen, sondern uns darauf einstellen.”, dann ist das nichts mehr als ein Anflug von Realismus. Besser wäre es zu sagen: „Wir KÖNNEN den Klimawandel nicht bekämpfen, sondern MÜSSEN uns darauf einstellen.”. Kurzer Blick auf die Zahlen: Deutschland hat ca. 2 % Anteil am globalen CO2-Ausstoß und dieser Anteil sinkt seit mehr als 30 Jahren. Die gesamte EU trägt ca. 9 % bei. Selbst wenn wir ganz Deutschland komplett in die Steinzeit zurückführen würden und den CO2-Ausstoß auf Null senken können, hätte das global keine positiven Auswirkungen, sondern eher negative, warum wohl? Also Freispruch für Herrn Döpfner in diesem Punkt!
    Zitat Blume: „Zumal etwa im alten Ägypten durch Klimaveränderung und Wassermangel das tyrannische Pharaonen-Reich am Nil entstand,…“ Die Sahara-Region war vor ca. 5000-7000 Jahren deutlich feuchter als heute. Eine dramatische Klimaänderung führte zur Austrocknung riesiger Gebiete und machte eine dichtere Besiedlung unmöglich. Haben die Menschen in der Jungsteinzeit zu viel Feuer gemacht und so eine „Klimakrise“ ausgelöst?, Nein, es war eine kältere Zeit, die zu diesen Veränderungen geführt hat!
    Ägypten war ein „Geschenk des Nils“ (Herodot). Hier war eine intensive Landwirtschaft möglich, die immer abhängig war von der jährlichen „Nilschwelle“, der Überflutung des Niltals nach intensiven Regenfällen an den Oberläufen des Nils, tausende km weiter südlich im inneren Afrika. Es gibt Hinweise, dass das „Alte Reich“ zusammenbrach, weil es im Inneren von Afrika zu einer jahrelangen Dürre gekommen war mit der Folge, dass die jährliche „Nilschwelle“ über Jahre ausgeblieben war; mit der Folge von Hungersnöten und Unruhen. P.S.: „Das tyrannische Pharaonenreich“- ALLE Staatengebilde der damaligen Zeit wurden autokratisch und somit mehr oder weniger „tyrannisch regiert“, durch einen König, Gottkönig, König der Könige oder wie auch immer genannt. Die Demokratie wurde erst 2000 Jahre später in Griechenland erfunden, ab ca. 500 v. Chr.
    Es gäbe noch einige weitere Punkte zu kritisieren, vor allem Wunschdenken und Fehleinschätzungen. Vielleicht beim nächsten Mal!

    • Danke für Ihre eindrucksvolle Bestätigung der Altherren-Wasser-These, lieber Herr Dr. Quentmeier! Sogar die Verteidigung der Wissenschaftsfeindlichkeit Ihres Mit-Altherren Döpfner darf nicht fehlen, klar! Und dass ich zwar den Wahlsieg Lulas gegen Bolsonara begrüße, gleichwohl etwa seine Iran- und China-Politik sehr kritisch sehe, passt auch nicht in Ihr einfaches Dualismus-Schema. Ihnen standen in vielem Bolsonaro und Trump näher, klar…

      Und da Sie das Leugnen der Wasserkrise noch nicht geübt haben – es ja auch sehr schwer fällt – weichen Sie wieder in CO2-Verschwörungsmythen zurück.

      Dass Sie dann auch noch (relativierende) Aussagen über „ALLE“ frühen Reiche machen, ohne die jeweilige Rolle des Wassers zu reflektieren – geschenkt. Als ob es etwa zwischen den Regierungssystemen von (nach heutiger Benennung) Ägypten und Island, von Yucatan und Botswana keinerlei Unterschiede gegeben habe… Alles gleich, ja? Tut so viel kognitive Dissonanz und Verdrängung eigentlich weh?

      Auf jeden Fall: Ich danke Ihnen! Unterhalten Sie uns gerne weiter mit Ihrem Gemisch aus Reaktanz, überkommenen Dualismus und Verschwörungsmythen, das gelingt Ihnen wirklich wunderbar!

      Sollten Sie doch einmal ganz mutig sein und sowohl biografische wie auch wissenschaftliche Redlichkeit anstreben, empfehle ich Ihnen diese Dokumentation über die bereits eintretende Wasserkrise in den Alpen (derzeitige Erwärmung bereits über 2 Grad Celsius):

      https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-alpen-in-gefahr-100.html

      Ihnen alles Gute, vor allem Mut! Aber bitte verzichten Sie auf Gejammer – denn Sie sind im Bereich der Verleugnung der Klimakatastrophe nicht Opfer, sondern Mit-Täter. Sie könnten das noch ändern, es liegt an und bei Ihnen…

    • Ich finde es interessiert, wie so manche hier diesem Artikel und dessen Autor Unsachlichkeit vorwerfen, aber selbst ihre Gedanken nicht so sehr zuende denken.
      Da ist z.B. der Ingenieur, der selbstgefällig denkt er könnte die Wasserkrise widerlegen, indem er zeigt dass es “leicht” mehr Niederschlag gegeben hat, und das über Wasserverbrauch nur ein Bruchteil des Niederschlags wäre. Leider vergisst unser Ingenieur, dass es nicht nur auf die Wassermenge ankommt, sondern auch wie gleichmäßig, und wie viel davon in den Böden bleibt. Wenn es innerhalb von zwei Tagen so viel regnet wie sonst in drei Monaten, klingt das nett, davon landete das meiste jedoch in den Flüssen (Stichwort: Flutkatastrophe) und nicht in den Böden. Komischerweise taucht in der Kalkulation auch die Verdunstung nicht auf, welche aufgrund steigender Temperaturen eher zunimmt. Auch nicht mit einberechnet ist das Wasser, dass für die Vegetation an sich verfügbar sein muss, damit diese (über-)leben kann. Alle Berechnungen nur an akuten menschlichen Bedürfnissen auszurichten führt zu mentalen Schüssen ins eigene Knie.

      Da sind Doktoren, die in dem Text eine zusammenhangslose Schlagwortsuppe zu sehen glauben, aber ihrerseits in einem Textabschnitt so viele Schlagworte und Verkürzungen einbauen, dass man Ironie wahrlich als tot bezeichnen kann. Man kann sich natürlich über die Historie und ihre Interpretation streiten. Das liegt ein bisschen in der Natur der Sache, wenn man aus der Gegenwart heraus die Vergangenheit verstehen will. Dass man untergeangene (!) Hochkulturen (“Hochkultur” ist für mich im Űbrigen auch ein eher wackeliges Konstrukt zur Beschreibung eines Volkes, dessen Überreste zufällig Jahrhunderte überlebt haben) als “Beweis” heranzieht, dass wärmere “Zivilisationsphasen” erfolgreicher wären, ist für mich eher ein Beleg, die Rechtmäßigkeit ihres Doktortitels kritisch zu hinterfragen. Ja, plötzliche klimatische Veränderungen können zu politscher Instabilität führen. Tarn aber nicht! Die Frage ist eher, ob es wirklich an der Temperatur liegt, oder an der Stabilität der klimatischen aber z.B. auch politischen, religiösen oder gesellschaftlichen Bedingungen in einer Region. Das römische Reich z.B. ging meines Wissens nicht wegen einer plötzlichen Eiszeit unter. Es ist zudem faszinierend, wie sich der selbe Doktor dann selbst widerspricht, wenn über selbige Hochkulturen sagt, dass diese vor der “Erfindung” der Demokratie, allesamt tyrannisch waren, als wäre das ein Qualitätsmerkmal, anstatt einem Anzeichen für Instabilität.

      Wir stehen gerade global vor massiven Veränderungen; vor allem klimatische, aber eben auch gesellschaftliche (welche derzeit übrigens auch massiv angegriffen werden. Beispiele: Frauenrechte, LGBT-Rechte, Kampf gegen Rassismus), politische (Ukraine-Krieg, Wiederaufflammen diverser anderer Konflikte), und auch religiöse (siehe z.B. Iran und Afghanistan).
      Natürlich ist ein Artikel, der sich für manche wie ein langes “OK Boomer!” liest, nicht die einzige Erklärung für die aktuelle Lage. Es gibt viele verschiedene Erklärungsansätze aus verschiedenen Perspektiven, die parallel existieren und richtig (oder auch falsch) sein können. Fakt ist jedoch, dass viele ältere Menschen, besonders wenn sie in ihrem Leben für ihren Lebensstandard, usw. kämpfen mussten, dazu neigen ihren geschaffenen Status Quo emotional (sich dabei gern nach außen hin “ruhig” präsentierend) mit Händen und Füßen zu verteidigen (wenn es sein muss, auch wider die Realität). Das kann man, so wie Hr. Dr. Blume es tut, auch so beschreiben und versuchen zu belegen.
      Wenn man Gegen”argumente” vorbringt, sollte man diese aber vorher zumindest etwas auf Stichhaltigkeit überprüfen, anstatt sich irgendwas reaktionär aus den Fingern zu saugen, als wäre man bei einer Runde Uno. Dies fällt bei genauerer Betrachtung nämlich schnell wie ein Kartenhaus zusammen.

        • Leider sind mir ein paar falsch Autovervollständigte Wörter wohl durch die Lappen gegangen. Ich hoffe, der Text ist trotzdem verständlich.

  12. Herr Quentmeier und Interessierte,
    (Ihre) Aufklärung ist enorm wichtig. Das Herr Blume als Gläubiger per se keinen analytischen Zugang zur Realität findet, ist wenig überraschend. Dass sich Standardmodell(an)sichten eines Michael Blume und Denkverwandten innerhalb des Glaubensbekenntnisses als »Mindersicht« identifizieren lassen, „berührt“ Gläubige generell nicht. Es gilt: Nichts verwirrt Gläubige und Ideologen mehr als die Realität.

    Interessant sind insbesondere anonyme Blog-Artikel-Kommentarmitleser, denen noch nicht der Zugang zu Informationen und Sach-Argumenten ideologisch verbaut ist.

    Wie auch immer, folgen wir also einmal exemplarisch dem (Blumschen-)GlaubensPostulat: Menschen hätten einen signifikanten globalen Einfluss auf das Klima…, dann gilt folgendes:
    Wenn das menschliche Wirken einen signifikanten Einfluss auf das globale Klima hat, dann ist festzustellen, dass der mit Abstand größte „klimaschädliche“ Aspekt der Mensch selber ist, was grundsätzlich von Blume & Co nicht kommuniziert wird. Tatsache ist: Eine Reduktion der Weltbevölkerung durch stark verminderte Reproduktionsraten ist der effizienteste „Klimaschutz“. Ob im (“westlichen”) Europa jemand mehr oder weniger Auto fährt, mehr oder weniger Strom verbraucht, … ist in Anbetracht der Bevölkerungsexplosion und massiver Industrialisierung insbesondere Asiens und Afrikas (perspektivisch) kaum von Bedeutung.
    Zur Erinnerung: Um 1800 betrug die Weltbevölkerung mal gerade eine Milliarde Menschen.1950 betrug die Weltbevölkerung ca. 2,5 Milliarden, 2010 ca. 7 Milliarden, mittlerweile ~ 8 Milliarden. Die Prognose für 2040 liegt bei 9 Milliarden (!!!). Es wird in den nächsten zwei Jahrzehnten zu einer Industrialisierung mehrerer Milliarden schon existierender und mehrere Milliarden „neuer“ Menschen insbesondere in Asien und Afrika kommen. Auf diese Entwicklungen hat der „Westen“ keinen Einfluss. Viele dieser (neuen) Menschen werden zukünftig motorisiert sein und möchten technische Errungenschaften des Alltags besitzen, die allesamt bei der Herstellung und dem Betrieb Energie benötigen. Derzeit wächst die Erdbevölkerung um ~ 220.000 Menschen pro Tag, meist in sehr ärmlichen Verhältnissen, nahezu ohne Perspektive auf ein „normales“ Leben im Sinne einer existentiellen Grundversorgung. Das macht jährlich weitere ~ 80 Millionen potentielle Energie-Verbraucher.

    …Die arme, ungebildete, sich stetig vermehrende Landbevölkerung Afrikas verbleibt für immer auf dem Land und verzichtet freiwillig auf Mobilität und Konsumgüter, … ist das die (Blumsche) Prognose?
    Wohl kaum!
    All diese Leute wollen konsumieren und in diesem Sinne „industrialisiert“ werden und mobil sein.
    Was wird wohl ein armer Mensch aus dieser Region gegen sein Fahrrad „eintauschen“, wenn er denn eins hat(te) und zu wirtschaftlichen „Erfolg“ gekommen ist? Ein elektrisch betriebenes Zweirad? Wohl kaum. Er wird sich ein benzinbetriebenes Mofa/Moped zulegen. Wogegen wird er sein motorisiertes Zweirad „eintauschen“, wenn er das denn wirtschaftlich kann? Höchst wahrscheinlich gegen ein gebrauchtes Auto, möglicherweise aus importierten europäischen Alt-Beständen. Hier fast verschrottet, wird es auf einer holprigen Strasse irgendwo in Afrika noch lange nicht nur CO2 ausstoßen.

    In Afrika südlich der Sahara kann jede zweite Frau, die eine Schwangerschaft verhindern möchte, nicht verhüten. Dadurch bekommen Frauen dort im Durchschnitt ein Kind mehr, als sie sich wünschen. Dabei ließe sich durch eine andere Verhütungspolitik das rasante Bevölkerungswachstum in der Region deutlich verlangsamen. Plakativ formuliert sieht die Realität so aus: Keine Nahrung, keine Verhütung, „kultur“-religiös motivierte Machos, beschnittene Frauen als Lustobjekt und Gebärmaschine im angeblichen Namen Gottes, verkündet von Christentum und Islam.

    Aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen zufolge wird sich die Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara bis 2050 voraussichtlich verdoppeln und bis 2100 fast vervierfachen…
    Weltweit hat eine Frau im Schnitt 2,5 Geburten, in Afrika sind es 4,4. Hätten diese Frauen die Wahl, wäre das Bevölkerungswachstum um 30% reduziert. Doch wegen Armut, mangelnder Bildung und weil in etlichen Drittweltländern Kinderreichtum ein Statussymbol ist, sind viele Bemühungen vergebens. Während in Großbritannien beispielsweise ~ 93 Prozent aller Frauen Verhütungsmittel benutzen, sind es im Südsudan lediglich 4 Prozent. Tatsache ist: Umso ungebildeter und religionsgläubiger die Bevölkerung ist, umso höher ist die Reproduktionsrate.
    Dass diese Menschen zukünftig nicht nur ihr „nacktes“ Leben praktizieren sondern möglichst „elektrifiziert“, mobil, allgemein konsumorientiert agieren, hat mit dem westlichen Lebensstil nicht primär zu tun. Niemand der „westlichen“ Welt wird diese Entwicklung auch nur im Geringsten aufhalten.

    Hier sitzen Klimajüngerinnen satt und warm irgendwo im „Westen“ rum und kokettieren mit sich selbst. Klimaaktivistinnen und Denkverwandte sind insofern problematisch, da deren reduzierte Sicht bereits jetzt in blinden Aktionismus ausartet. Ihre Vorwürfe und „Ratschläge“ sind Nebelkerzen. Gehen »sie« dahin wo es wehtut.
    Vorschlag: Wenn »sie« etwas Sinnvolles machen wollen, dann pilgern »sie« (Hand in Hand mit ähnlich denkenden) zu Fuß nach Afrika und verkünden »sie« dort, dass das Kinderkriegen derzeit keine so gute Sache ist. Ein Rat: Passen »sie« gut auf, dass »sie« vor Ort auch „richtig“ verstanden werden, denn der ein oder andere Gläubige versteht wenig Spaß, wenn jemand ihnen den Glauben an unkontrollierter Vermehrung nehmen will.

    Halten wir „fest“
    Wer auch immer diesbezüglich „etwas bewegen will“, muss mit vorliegend rational begründeter Meinung „dahin gehen wo es kulturell-religiös wehtut“. Verklickern »sie« den armen, meist irgendwie religiösen Menschen die einfache Parole: Sex ja, Reproduktion nein! Sollten »sie« das nicht ergebnisorientiert erfolgreich schaffen, können »sie« so viel Energie sparen wie »sie« wollen, »ihre« Bemühungen werden milliardenfach überkompensiert.

    • Es ist wirklich beeindruckend, @Dirk Freyling, was Sie alles verleugnen (Blunting, Verdrängung), um jede Verantwortung für Veränderungen abzustreiten (Reaktanz).

      Immerhin scheinen Sie langsam zuzugestehen, dass die globale Erhitzung menschengemacht ist – diesen wenn auch zögerlichen und von Beschimpfungen gegen Wissenschaft begleiteten Erkenntnisfortschritt erkenne ich an.

      Dann aber berufen Sie sich auf veraltete, demografische Daten, um die Klima- und Wasserkrise als das Problem nur nichteuropäischer, vor allem afrikanischer wie auch religiöser Menschen dualistisch abzuschieben. Tenor: Solange „die“ sich vermehren, brauchen „wir“ unsere Ernährung, Wirtschaftsweise, Technologien nicht zu verändern.

      Und das ist selbstverständlich Quatsch: Die Geburtenraten sinken weltweit schnell, wo immer insbesondere Frauen den Zugang zu Bildung und Selbstbestimmung erhalten. Genau dagegen kämpfen Boko Haram, die Taliban und das antisemitische Regime des Iran daher auch an. Auch QAnon und große Teile der US-Republikaner bekämpfen inzwischen Bildung und die Rechte von Frauen und Minderheiten. Nicht „die Religionen“, sondern der feindselige Dualismus quer durch alle Religionen und Weltanschauungen ist das Problem. Vgl. dieses DLF-Interview dazu:

      https://www.deutschlandfunkkultur.de/rueckzug-oder-kreuzzug-100.html

      Es liegt also sehr klar zuerst an uns, den Menschen in den wohlhabenden und bereits schnell schrumpfenden Ländern, mit neuen, dekarbonisierten Lebensweisen, Narrativen und Technologien voranzugehen, Bildung, Integration und fairen Handel zu fördern und damit möglichst allen Menschen sowie Tieren und Pflanzen bessere Überlebenschancen zu eröffnen. Die Weltbevölkerung geht bereits in die globale Schrumpfung über – möglicherweise bereits in der nächsten Dekade -, doch wir können dazu beitragen, dass möglichst viele Arche-Regionen bewohnbar bleiben und Zuwandernde also auch integrieren können.

      Haben Sie schon den Mut gefunden, die Dokumentation zur Klima- und Wasserkrise in den Alpen anzuschauen?

      https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-alpen-in-gefahr-100.html

      Auch Ihnen beste Grüße – vor allem mehr Mut zur Redlichkeit! 😊💧🔥✊

  13. @Quentmeier 17:04. 14:12

    „Warme Zeiten waren immer gute Zeiten (wie oft habe ich das hier in einigen Blogs schon gepredigt!). Beispiele dafür: mittelalterliche Warmzeit, das Klimaoptimum der römischen Kaiserzeit und auch der Beginn der ägyptischen Hochkultur von ca. 3000 v. Chr. bis zum Zusammenbruch des „Alten Reichs“ (also die Epoche der Pyramidenbauer) um 2200 v. Chr. waren solche warmen Zeiten! Auch die sumerische Hochkultur und das Reich von Akkad auf dem Territorium des heutigen Irak blühten ab 3000 v. Chr. Auf.“

    Was im Prinzip sogar stimmt, nur dass diese aufgezählten warmen Zeiten allesamt nicht so warm waren, wie uns die modernen Treibhausgasemissionen inzwischen eingeheizt haben. Und wir steuern darauf zu, das es noch doppelt oder sogar drei mal wärmer wird, als was wir jetzt schon haben.

    Der wichtigste Effekt werden hier auch nicht die Temperaturen selber sein, sondern die Niederschlagverteilung. Und wie sich das dann auf die globalen Landwirtschaftlichen Erträge auswirkt. Der bereits erfolgte und zu erwartende Klimawandel ist ein Experiment, dass wir in den letzten 10.000 Jahren nicht hatten, und die klimawissenschaftlichen Modelle prognostizieren für uns nichts Gutes. Es wäre schlichtweg unvernünftig, hier keine Konsequenzen zu ziehen.

    „Selbst wenn wir ganz Deutschland komplett in die Steinzeit zurückführen würden und den CO2-Ausstoß auf Null senken können, hätte das global keine positiven Auswirkungen, sondern eher negative, warum wohl?“

    Steinzeit brauchen wir schon mal gar nicht, was soll das. Wenn nur wir was unternehmen, und kein anderer, dann wäre es tatsächlich wirkungslos. Wir und einige andere Länder, denen es wirtschaftlich am besten geht, können aber früher anfangen, und die anderen werden letztlich folgen, auch weil im Laufe unserer Investitionen die Preise für regenerative Technik weiter sinken werden. Dass das alles noch sehr lange dauern kann, fürchte ich im Prinzip auch. Aber jedes zehntel Grad, das wir am Ende vermieden haben, wird sich voraussichtlich lohnen.

  14. Sehr geehrter Herr Blume,
    haben Sie vielen Dank, dass Sie meinen Beitrag hochgeladen haben. Es freut mich, wenn Sie sich durch meine Beiträge gut unterhalten fühlen – das beruht auf Gegenseitigkeit! Ich bin auch immer wieder amüsiert und regelrecht gegruselt (warum schauen Menschen Horrorfilme?), wie akademisch gebildete Leute wie Sie auf die Darlegung wissenschaftlicher Erkenntnisse reagieren. Das ist also für uns beide (und hoffentlich noch viele andere geneigte Leser) eine echte win-win-Situation!
    Alle meine Zahlen entsprechen dem Stand der Wissenschaft und kommen aus anerkannten seriösen Quellen: meist ist es „statista“, das Umwelt-Bundesamt, Spektrum der Wissenschaft, „Welt“, „Spiegel“, „Nature“, „Science“ etc.. Dagegen kommen Sie nicht an und daher kommen auch immer wieder entweder abwertende ad hominen-„Argumentationen“ oder zumindest kryptische Antworten; dazu gleich mehr.
    Richtig gefreut habe ich mich über den Beitrag von Herrn Dirk Freyling. Es gibt eben doch noch Menschen, die den Mut haben, „sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen“ und den Ausgang aus der durch viele Medien und Politiker verschuldeten Unmündigkeit finden können (sehr frei nach Kant). Seinem Beitrag ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, trotzdem erlaube ich mir noch eine Anmerkung. Auch wenn in Teilen der Welt wie in China, Russland, Japan und anderen Ländern die Geburtenrate sinkt, ist sie in vielen anderen Ländern immer noch viel zu hoch. Auch wenn in fast allen afrikanischen Ländern oder in vielen Ländern Asiens das Wachstum der Bevölkerung sich abschwächt und kein exponentielles Wachstum mehr zu beobachten ist, so erfolgt immer noch eine zu starke Zunahme der Bevölkerung. Und in den letzten 70 Jahren war die Bevölkerung dort bereits dramatisch angewachsen: In Afrika lebten 1950 230 Millionen Menschen, 1980 483 Millionen, 2010 schon 1,022 Milliarden und gegenwärtig dürften es 1,3 -1,4 Milliarden sein. Literatur dazu: John Bongarts, Slow down population growth. Nature 520, 25. Februar 2016. Der Artikel ist im Internet kostenlos erhältlich. Und, mit Verlaub, einem Artikel in „Nature“ vertraue ich mehr als Ihnen! Essenz des Artikels: selbst bei großen Investitionen in Familienplanung wird die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent bis 2050 auf ca. zwei Milliarden Menschen ansteigen. Falls sich nichts ändert („business as usual“) werden es wohl fast 2,5 Milliarden werden.
    Bei einigen Ihrer Erwiderungen brauche ich etwas Verständnishilfe. Zitat Blume: „Dass Sie dann auch noch (relativierende) Aussagen über „ALLE“ frühen Reiche machen, ohne die jeweilige Rolle des Wassers zu reflektieren – geschenkt. Als ob es etwa zwischen den Regierungssystemen von (nach heutiger Benennung) Ägypten und Island, von Yucatan und Botswana keinerlei Unterschiede gegeben habe… Alles gleich, ja? Tut so viel kognitive Dissonanz und Verdrängung eigentlich weh?“ Es tut mir leid, aber es ging um die Zeit des „Alten Reichs“ in Ägypten: Ägypten und alle umgebenden Reiche wurden von Autokraten regiert, die sich mit verschiedenen Titeln schmückten. Wie gesagt, Demokratie wurde ca. 2000 Jahre später erfunden und auch das von einem König regierte Rom wurde erst zu dieser Zeit eine Republik, für knapp 500 Jahre. Was Island hier zu suchen hat, erschließt sich mir nicht. Die Insel wurde erst im 9. Jahrhundert NACH Chr. besiedelt. Auch die Maya und Azteken waren keine Demokratien. Wie auch immer sich Herrscher wie der bekannte „18 Kaninchen“ alias Waxaklajuun Ub’aah K’awiil sich nannten – es waren Monarchen! Aber auch das war im ersten nachchristlichen Jahrtausend, 3000 Jahre nach dem „Alten Reich“ am schönen blauen Nil. Sicherlich gab es Unterschiede in der Herrschaftsausübung: mancher Herrscher hat sicher auf Berater gehört oder viele Dinge durch mächtige Hofbeamte regeln lassen, während andere wohl eher Kontrollfreaks waren, die alles selbst entscheiden und regeln wollten. Was hat das mit „kognitiver Dissonanz und Verdrängung“ zu tun?
    Und auch folgendes habe ich nicht verstanden: „Und da Sie das Leugnen der Wasserkrise noch nicht geübt haben – es ja auch sehr schwer fällt – weichen Sie wieder in CO2-Verschwörungsmythen zurück.“ Ich wiederhole es gerne: Deutschland hat ca. 2 % Anteil am globalen CO2-Ausstoß und dieser Anteil sinkt seit mehr als 30 Jahren. Die gesamte EU trägt ca. 9 % bei. Das sind die harten Fakten, das ist vielfach belegt. In zahlreichen Ländern findet ein stürmisches Wirtschaftswachstum statt, mit entsprechendem Anstieg der CO2-Emissionen. Mein Lieblingsbeispiel China; s. Bericht über neue Kohlekraftwerke 2022: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/china-ausbau-kohlekraftwerke-101.html Zitat daraus: „Die chinesischen Behörden genehmigten demnach den Bau neuer Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 106 Gigawatt – das entspricht in etwa zwei großen Kraftwerksblöcken pro Woche. Das ist viermal mehr als im Jahr zuvor und so viel wie seit 2015 nicht mehr.“ Das finde ich großartig, auch weil es die Lächerlichkeit der gesamten deutschen Energiewende und auch der EU-Klimaschutzanstrengungen eindrucksvoll bestätigt. Daher ist mein Fazit vollkommen berechtigt: „Wir KÖNNEN den Klimawandel nicht bekämpfen, sondern MÜSSEN uns darauf einstellen.”.

    @Tobias Jeckenburger: 1. „Was im Prinzip sogar stimmt, nur dass diese aufgezählten warmen Zeiten allesamt nicht so warm waren, wie uns die modernen Treibhausgasemissionen inzwischen eingeheizt haben.“ Es gab z. B. zwei holozäne Optima, die offenbar deutlich wärmer waren als heute, vor ca. 6000 bis 8000 Jahren und vor ca. 4000 – 5000 Jahren; bei dem zweiten Optimum blühte das „Alte Reich“ und die ersten mesopotamischem Hochkulturen auf. Die gesamte menschliche Geschichte wurde übrigens immer wieder durch Dürren, Hochwasser und andere Wetterunbilden kräftig durchgerüttelt. Wie viele Hochkulturen sind schon durch Dürren untergegangen! Heute können wir mit technischen Mitteln gegenhalten. Quelle : https://www.science-e-publishing.de/project/lv-twk/002-holozaene-optima-und-pessima.htm

    2. „Wir und einige andere Länder, denen es wirtschaftlich am besten geht, können aber früher anfangen, und die anderen werden letztlich folgen, auch weil im Laufe unserer Investitionen die Preise für regenerative Technik weiter sinken werden.“ Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Deutschland in punkto Energieeffizienz und Bevölkerungsentwicklung ein wahres Musterland ist. Aber eine gewisse Menge an Energie braucht ein moderner Industriestaat nun einmal, wenn das Land nicht in eine vorindustrielle Feudalgesellschaft zurückfallen soll. Und diese Energie kommt eben auch in Deutschland noch immer zu über 80 % aus fossilen Energieträgern – und diese sind auf absehbare Zeit nicht durch „erneuerbare Energien“ zu ersetzen, ohne unsere Wirtschaft komplett zu ruinieren.

    P.S. Die Dokumentation über die Alpen habe ich gesehen. Dazu werde ich mich später äußern, aber ich rate den Klimawandel-Besorgten schon jetzt einmal: „Ziehen Sie sich warm an!“

    • Lieber Herr Quentmeier,

      die einen haben mit Pseudo-Wissenschaft das Covid19-Virus geleugnet und andere (oft die gleichen!) leugnen eben die Klima- und Wasserkrise. Wobei sogar Sie schon nicht mehr ganz so laut zu bestreiten scheinen, dass die Menschheit beides massiv beeinflusst. Und auch Sie dürften noch erleben, dass sich reale Katastrophen nicht auf Dauer wegleugnen lassen.

      Zu Ihren wiederum wirren Auslassungen zum Pharaonenreich, Monarchien und weiteren Regierungssystemen erübrigt sich ja auch jede Debatte. Ich mag Sie da nicht weiter beschämen, Sie haben ja genauere Kenntnisse in Staats- und Rechtsgeschichte auch nie behauptet.

      Ihnen alles Gute, vor allem Mut zur Wirklichkeit. 🙂

  15. @ Michael Blume 18.04.2023, 17:02 Uhr

    Zitat: „…. Klima- und Wasserkrise. Wobei sogar Sie schon nicht mehr ganz so laut zu bestreiten scheinen, dass die Menschheit beides massiv beeinflusst. Und auch Sie dürften noch erleben, dass sich reale Katastrophen nicht auf Dauer wegleugnen lassen.“

    Die drohenden „Katastrophen“ leugnet keiner. Nur wäre eine Risikobewertung gut. Die „Klimakatastrophe“ wäre meine „Lieblingskatastrophe“, wenn ich es mir aussuchen dürfte.

    Ich habe noch die Toten, die Kriegskrüppel und die Kopfschüssler nach 1945 in Erinnerung, was die zu erzählen hatten. Rund 80 Millionen Tote, das waren Katastrophen. Man konnte der Katastrophe nicht ausweichen. Jetzt weiß man wieder einmal nicht wirklich, ob sich die Geschichte wiederholt, Söhne und Enkel womöglich wieder einmal potentielles Kanonenfutter geworden sind. Dazu kommen, abgesehen von der Ukraine, die zusätzlichen Bedrohungen durch A, B, C – Waffen und der Kampf um die künftige Vormachtstellung in der Welt zwischen Amerika und China…..

    Bei der Pandemie hätte es weit schlimmer kommen können, z.B. wie ehemals bei der Maul und Klauenseuche, die rund 30% der Rinder das Leben gekostet hat.

    Wenn wir Pech haben, könnte die Wassernot auch noch durch die Windräder befeuert werden. Wir müssen auch nicht unbedingt wertvolles Trinkwasser für die Klospülung nutzen….

    Gegen die Wassernot und die Klimaerwärmung können wir uns schützen, schwer gegen Seuchen, so gut wie überhaupt nicht gegen die Kriegslüstlinge die uns zum Massenwahn und zum Krieg verführen wollen…..

    • Nach meiner Beobachtung auch im Nahen und Mittleren Osten einschließlich des Irak besteht zwischen unseren Sorgen leider kein Widerspruch, @Realo: Die eskalierende Klima- und Wasserkatastrophe führt zu mehr Landflucht, Extremismus und Hitzemord-Gewalt, auch zu Terrorismus. Kinder und insbesondere Mädchen verlieren den Zugang zu Bildung und werden früh in ungewollte Schwangerschaften gezwungen. Die nur oberflächliche, ärztliche Versorgung in den Flüchtlingslagern begünstigt die Verbreitung von Pandemien und Antibiotika-Resistenzen. Von Flüchtlingsströmen profitieren wiederum rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen, die wiederum antisemitische Verschwörungsmythen auch gegen den Klimawandel verbreiten. Eine Kommentatorin auf Mastodon schrieb nach einer älteren Filmserie vom „Mad Max-Szenario“.

      Aus all diesen Gründen renne ich gegen die Realitätsflucht, den Dualismus und die Verschwörungsmythen an und hoffe, noch möglichst viele rechtzeitig aufklären zu können. Und immer mehr andere tun dies ja auch.

  16. @Dirk Freyling 17:04. 23:23

    „Eine Reduktion der Weltbevölkerung durch stark verminderte Reproduktionsraten ist der effizienteste „Klimaschutz“. Ob im (“westlichen”) Europa jemand mehr oder weniger Auto fährt, mehr oder weniger Strom verbraucht, … ist in Anbetracht der Bevölkerungsexplosion und massiver Industrialisierung insbesondere Asiens und Afrikas (perspektivisch) kaum von Bedeutung.“

    Was ist das denn für eine Logik überhaupt? Natürlich ist weiteres Bevölkerungswachstum so viel wie möglich zu reduzieren. Und ein Wohlstand für alle ist nicht nur zu befürchten, sondern zu begrüßen, zumindest soviel wie wirklich Sinn macht.

    Das sind aber doch gerade Gründe, alles für die Energiewende zu tun, was wirtschaftlich machbar ist. Das wird doch immer heißer, je mehr Menschen dazu kommen und je weiter der Wohlstand sich ausbreitet, soweit es eben nicht gelingt, auf Erneuerbare umzusteigen, und solange nicht die ganze Welt hier umgestiegen ist. Die Emissionen können wirklich noch sehr lange weiter gehen, und in einer richtigen Klimakatastrophe enden.

    Was entsprechend hilfreich wäre, das wäre auch noch eine Konsumüberprüfung unsererseits. Da ist hier sogar einiges einzusparen, und die jetzt noch armen Menschen müssen unsere Verschwendung auch nicht nachmachen. Auch das ist eine reale Möglichkeit, die auch noch sehr hilfreich wirken kann, wenn wir das denn wollen.

    Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass die meisten heute jungen Menschen auch genau dazu bereit sind, einfach weil sie eine Zukunft haben wollen. Fatalismus ist hier nicht akzeptabel, zumal es eben wirkliche Alternativen gibt.

  17. Vielen Dank Herr Blume für den link zum ZDF-Beitrag über die Alpen.

    Für Menschen wie mich (Naturliebhaber und Bergsteiger) ist die Klimakatastrophe schon sehr lange sichtbar. Nachdem wir in der Mikroeiszeit Ende der 70er/Anfang der 80er noch einmal eine kurze Zuckung nach oben hatten geht es seit Ende der 80er abwärts mit den Gletschern und seit Anfang der 2000er rapide. Die letzten 5 Jahre hat sich der Eisverlust noch einmal beschleunigt.
    Am Ausschmelzen von Ötzi 1991 war schon zu erkennen dass eben schon 1991 der Gletschstand geringer war als während des sog. “Römerzeit-Optimums”. Wäre diese Mumie während der Römerzeit schon einmal offen gelegen wäre sie in wenigen Jahren zerfallen. Dasselbe gilt für die Funde am Schnidejoch in den Berner Alpen welche im Jahrtausendsommer 2003 ausgeapert sind. Und von den Gletscherständen 2003 oder gar 1991 können wir heute nur noch träumen. Mir hat schon 2003 das Herz geblutet die dramatisch sterbenden Gletscher, Eiswände und Firngrate sehen zu müssen. Heute erleben wir vergleichbare Schmelzsommer wie 2003 (welches eben damals noch als Jahrtausendereignis bezeichnet wurde) fast jeden Sommer, kulminierend in der größten je gemessenen Gletscherschmelze 2022. Und das gerade einmal 15 Jahre nach 2003. In den 90ern ging man beispielsweise noch davon aus dass die Ötztaler Alpen bis 2100 eisfrei sein würden. Mittlerweile könnte es tatsächlich, wie im Filmbeitrag erwähnt, noch früher sein.
    Für uns Bergsteiger hat die Klimakatastrophe tatsächlich schon seit vielen Jahren dramatische Folgen da sie durch das Schmelzen des Permafrostes und den Verlust der Eispanzer das Bergsteigen immer gefährlicher macht. Viele Klassiker des Alpinismus sind heute nicht mehr begehbar weil es sie entweder gar nicht mehr gibt (Eiswände, abgebrochene Felspfeiler), oder sie durch den Steinschlag zu gefährlich geworden sind. Zurück bleiben trostlose Mondlandschaften aus Schutt und Dreck. Die Alpen verwandeln sich in eine Kiesgrube. Das gilt zwar nicht für die Nördlichen und Südlichen Kalkalpen. Der ästhetische Höhepunkt der Alpen (und Europas) sind bzw. waren aber halt die vergletscherten Zentralalpen.
    Wenn heute noch Klimawandelrelativierer daherkommen und davon fabulieren dass es im Mittelalter oder der Römerzeit schon wärmer gewesen wäre kann ich nur noch den Kopf schüttlen. Davon abgesehen dass diese sog. “Optima” regionale Ereignisse waren, sind diese Leute in der Mitte des 20. Jahrhunderts stehengeblieben. D.h. sie nehmen die Durchschnittstemperatur des 20. Jahrhunderts als Referenz. Heute haben wir global gesehen jedoch alles hinter uns gelassen was es im Holozän an Temperaturausschlägen nach oben gegeben hat. Wir sind mittlerweile in der Eem-Warmzeit angekommen und werden diese bald auch verlassen und damit alles hinter uns lassen was es seit Beginn des Pleistozäns gegeben hat.
    Und es sind nicht nur die Dürren , Starknierschlagsereignisse und Stürme die uns immer mehr Probleme bereiten sondern auch die Hitze selbst. In Europa hat es im letztjährigen Extremhitzesommer ja ca. 100000 Hitzetote gegeben. Zahlen sind hier allerdings naturgemäss nicht leicht eruierbar. Richtig dramatisch wird es aber Richtung 2100, wenn wir uns langsam auch dem Klimaregime des Eozäns nähern:
    https://www.researchgate.net/publication/318173438_Global_risk_of_deadly_heat

    Je nach Umfang unserer Treibhausgasemissionen können wir es dann mit Klimaflüchtligszahlen (allein aufgrund des Temperatur- und Feuchtigkeitsanstiegs!) in gigantischem Maßstab zu tun bekommen.

    • Danke, @Andreas – von mir volle Zustimmung. Zwar hat auch nach meiner Einschätzung @Mona Recht, dass auch eine sofortige Reduktion der CO2-Emissionen auf 0 die globale (!) Erwärmung nur noch abbremsen würde – aber genau deswegen sollten wir uns dringend auf die kommenden Jahrzehnte eskalierender Hitze- und Wasserkrisen vorbereiten. Die Alpen und der EUSALP-Alpenraum sind entscheidend für das europäische Fluss- und Wassersystem, das schon jetzt „zu stottern“ beginnt.

      Im laizistischen Frankreich sind inzwischen wegen der sogenannten „Winterdürre“ sogar wieder katholische Prozessionen um Regen aufgenommen worden, Verzweiflung greift um sich, vgl.

      https://www.blaetter.de/ausgabe/2023/april/wir-koennen-nur-noch-beten-frankreich-nach-der-winterduerre?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

      Leider zeigen die Erfahrungen mit der Evolutionstheorie, der Covid19-Pandemie und leider auch teilweise auf diesem Wissenschaftsblog, dass die unangenehmen Erkenntnisse der Wissenschaft noch immer von vielen verleugnet oder gar mit Verschwörungsmythen überzogen werden. Viele – auch in Medien wie Springer, der sog. „Achse des Guten“ oder FoxNews – haben sich auch bereits so tief in der Wissenschaftsleugnung verstrickt, dass eine ehrliche Bitte um Entschuldigung fällig wäre. Nach meiner bisherigen Erfahrung sind dazu jedoch nur wenige in der Lage.

      Ihnen noch einmal Danke für Ihr Interesse und Ihre Bergsteiger-kundige Ansage!

      • Die Rolle der Medien beim Thema Klimaerwärmung ist ohnehin eine sehr unrühmliche. Ich selber habe mich schon als Kind (nicht Jugendlicher!) für Zeitgeschehen und Politik interessiert. 1986 habe ich in einem populärwissenschaftlichen Buch das erste Mal über eine möglicherweise unmittelbar bevorstehende Klimaerwärmung gelesen. Ich war schockiert. Wieso hatte ich über so etwas wichtiges in den Jahren zuvor nie etwas in den Fernsehnachrichten gesehen oder in der Tageszeitung gelesen? Dann kamen die Supermildwinter 1988-1990 und erst dann tauchte das Thema am Rande mal kurz auf (bezieht sich jetzt alles auf das deutsche Umfeld). Wirklich Fahrt aufgenommen hat das Thema in Politik und Öffentlichkeit aber die ganzen 90er hindurch nicht. Auch von Merkel war ich schwer enttäuscht. Beim Umweltgipfel von Rio 1992 dachte ich das Thema kommt (auch mithilfe von Merkel) groß auf die Agenda. Am Ende gab es wachsweiche Absichtserklärungen und es wurde rein gar nichts beim Klimaschutz verbindlich auf den Weg gebracht. Ich dachte ich krieg die Krise.1997 kam dann endlich das Kyoto-Protokoll, aber jeder wusste das es völlig unzureichend war. All die Jahre haben aber die Medien die Wichtigkeit des Themas völlig verkannt obwohl ihnen die Wissenschaftler die Dringlichkeit des Handelns jedes Mal erklärt haben wenn sie doch einmal gefragt wurden. Dass man von der damaligen neoliberal-konservativen CDU/FDP-Regierung nichts erwarten konnte war ja völlig klar. Aber es wäre die Aufgabe der Medien gewesen diesen Ignoranten Feuer unterm Allerwertesten zu machen. Heute wissen wir dass insbesondere die Ölindustrie seit Jahrzehnten Milliardenbeträge in Desinformation und Lobbyismus steckt um die Wissenschaft beim Thema Klimaerwärmung zu diskreditieren. Teilweise wurden diesselben Agenturen damit beauftragt welche die Tabakindustrie nutzte um Zweifel an der Gefährlichkeit des Rauchens zu schüren. Und damit wurden auch die Medien beeinflusst. Die menschenverachtende, rechtslibertäre Springer-Presse (oder FoxNews in den USA) nehme ich davon aus. Die braucht nicht von der Ölindustrie beeinflusst zu werden da sie ohnehin derselben Ideologie anhängt. Hinzu kommt dass die meisten Journalisten leider einfach immer noch nicht verstehen wie Wissenschaft funktioniert. Dass es in der Wissenschaft keine absoluten Wahrheiten gibt und sie dennoch hervorragend nutzbare Ergebnisse liefert. Wenn die dann also einen Wissenschaftler fragen und er antwortet beispielsweise dass X sehr wahrscheinlich ist aber man Y nicht völlig ausschließen kann folgern sie sofort: Die Wissenschaft weiß es nicht. Und dann natürlich noch das Problem der false balance: Ein Klimatologe bzw. Atmosphärenphysiker stellt den Stand der Wissenschaft vor. Der Journalist denkt zu gutem Journalismus gehört immer auch eine Gegenmeinung. Und dann darf jemand in gleichem Umfang wie der Experte seine Exotenmeinung präsentieren und beim Zuschauer bleibt hängen: Die Wissenschaft ist sich nicht einig.

        • Danke, @Andreas. Als jemand, der praktisch täglich sowohl mit Journalist:innen wie auch Politiker:innen aller demokratischen Lager zu tun hat, darf ich Ihnen versichern: Unabhängig von fossilen Lobby-Interessen (die es auch gibt… & mit viel Gewicht!) unterliegen gerade auch die Engagierten den gleichen psychologischen Zwängen wie alle anderen Menschen: Kaum jemand möchte gerne die Fortschritts- und Wachstumsmythen der eigenen Jugend aufgeben – und kaum jemand möchte das Lesen oder Anschauen.

  18. Wie ich in der Vergangenheit schon schrieb, sehe auch ich das Bevölkerungswachstum als ein großes Problem an. Zwar verzeichnen einige Industrieländer einen Geburtenrückgang, insgesamt wächst die Bevölkerung auf der Erde dennoch weiter, wenn auch etwas langsamer. Und weil all diese Menschen gut leben möchten, werden immer mehr Ressourcen verbraucht und entsprechend mehr Treibhausgase produziert, die unser Klima schädigen. Daneben ist das Bevölkerungswachstum auch eine Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt, weil deren Lebensraum immer mehr zurückgedrängt wird.

    Leider gibt es zur Lösung dieser Probleme kein globales Gesamtkonzept. Auch wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen würde, könnte der Klimawandel nicht generell abgewendet werden. Darum wird es wohl davon abhängen, wie stark sich die jeweiligen Bewohner an den Klimawandel und den damit verbundenen Wassermangel anpassen können. Als positives Beispiel möchte ich mal das Gemeinschaftsprojekt von Agridea und der Schweizer Berghilfe erwähnen, die hier fünf zukunftsgerichtete Wasserprojekte in der Alpwirtschaft vorstellen:
    https://www.berghilfe.ch/was-wir-tun/aktuell/wasser-der-motor-der-alpwirtschaft

  19. @Quentmeier 18:04. 16:06

    „Es gab z. B. zwei holozäne Optima, die offenbar deutlich wärmer waren als heute, vor ca. 6000 bis 8000 Jahren und vor ca. 4000 – 5000 Jahren;“

    Nach Ihrer Quelle ja, nach Wikipedia Stichwort Klimageschichte keinesfalls. Dort war es vor 6500 Jahren zwischen 0.3° und 1.4° wärmer als zu Beginn der Industrialisierung, je nach Rekonstruktionsmodell. Im Schnitt über alle Modelle dann etwa 0.5°. Aktuell werden aber 1.1° definitiv gemessen. Und 2.2° lassen sich kaum noch vermeiden, da sind dann sogar 3.3° denkbar, wenn es zu viele Quentmeiers gibt. In jedem Fall geraten wir in Bereiche, die wir nie hatten, und die entsprechend unsicher sind, was die weltweiten landwirtschaftlichen Erträge betrifft. Was m.E. der wichtigste Faktor für uns Menschen ist.

  20. Sehr geehrter Herr Blume,
    die von Ihnen empfohlene Dokumentation war erträglich, trotz des bombastischen Auftakts: „Die Alpen – Bergwelten für die Ewigkeit“. Nichts ist für die Ewigkeit, die Gletscher schon gar nicht und nicht einmal die Alpen selbst! Deren Alter beträgt maximal 3 % des Alters der Erde; 135 Millionen Jahre gegenüber 4,5 Milliarden Jahre.
    Vor einigen Jahren fand ich auf „Spektrum online“ folgenden Beitrag: https://www.spektrum.de/video/simulation-zeigt-gedeih-und-verderb-der-alpengletscher/1606514
    Diese Simulation zeigt ganz wunderbar, wie sich die Ausdehnung der Alpengletscher manchmal in wenigen Jahrhunderten dramatisch ändert. Allein das Maximum vor 25.000 Jahren ist beeindruckend – und wie schnell diese riesigen Gletscher, die bis München und Zürich reichten, sich wieder zurückgezogen haben. Da dürften die Urmenschen aber gestaunt haben! Vielleicht haben sie zu viel Feuer gemacht! Der Artikel, in dem das Video vorgestellt wurde, ist vom 6.11.2018: Daniel Lingenhöhl, „EISZEITEN Simulation zeigt Gedeih und Verderb der Alpengletscher“. Mit dem Abschmelzen ging ein dramatischer Anstieg des Meeresspiegels einher. Allein im Zeitraum von 14.000 bis 8000 Jahre vor unserer Zeit stieg der Meeresspiegel um ca. 90 m an, das entspricht 1,5 m pro Jahrhundert im Durchschnitt – und das eben 60 Jahrhunderte in Folge. Der Anstieg erfolgte allerdings nicht gleichmäßig, sondern mal schneller durch sogenannte Schmelzwasserpulse und mal langsamer.

    Noch ein paar interessante Informationen über den Rückgang bzw. das weitestgehende Abtauen der Vereisung in den Ostalpen:

    Große Teile der Ostalpen waren vor 6000 Jahren eisfrei:
    https://www.scinexx.de/news/geowissen/alpen-eisfrei-noch-vor-6-000-jahren/
    Zitat daraus: „Das Ergebnis: Das älteste Eis auf diesem Berggipfel stammt aus der Zeit vor rund 5.900 Jahren. Davor jedoch müssen selbst die Gipfel der Ostalpen zumindest zeitweise zu warm für eine dauerhafte Vergletscherung gewesen sein.“
    Mehr Infos dazu, das der Gipfelgletscher der Weissseespitze maximal 5900 Jahre alt ist:
    Bohleber, P., Schwikowski, M., Stocker-Waldhuber, M. et al. New glacier evidence for ice-free summits during the life of the Tyrolean Iceman. Sci Rep 10, 20513 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-77518-9
    https://doi.org/10.1038/s41598-020-77518-9

    Auch die Pasterze, der größte Gletscher in Österreich, muss im holozänen Optimum wesentlich kleiner oder völlig abgeschmolzen gewesen sein:
    https://kaernten.orf.at/v2/news/stories/2718069/
    Zitat daraus: „All diese Funde belegen, dass in den Bereichen, wo es heute nur Eis, Schutt, Sand und Wasser gib, vor 9.000 und auch zwischen 7.000 und 3.500 Jahren alte, teilweise hochstämmige Zirben wuchsen.“
    Alle Links habe ich am Abend des 19. April 2023 überprüft; jeder geneigte Leser kann sich die Artikel runterladen und „genießen“.
    Fazit: Es gibt kein ewiges Eis in den Alpen, sondern ein schnelles Vorrücken der Gletscher ist ebenso wie das vollständige Verschwinden der Normalfall.
    Um auf den zdf-Bericht zurückzukommen: abgesehen von einigen alarmistischen Ausbrüchen eine akzeptable Sendung, zumindest für öffentlich-rechtliche Maßstäbe. Enorm wichtig ist eben die Anpassung an den zu erwartenden Klimawandel, denn eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Die Nutzung fossiler Brennstoffe wird noch auf Jahrzehnte hinaus zunehmen, auch in Ländern, in denen die Bevölkerung nicht mehr wächst wie China. Aber jetzt stehen Indien, Pakistan, Indonesien, Brasilien und viele andere auf dem Sprung. Und ich wiederhole es noch einmal: selbst wenn Deutschland und sogar die gesamte EU tatsächlich 2050 klimaneutral sein sollte, so wird es der Rest der Welt in punkto Klima gar nicht merken. Aber die Selbstzerstörung der deutschen und europäischen Schlüsselindustrien wird die Machthaber, pardon Machthaber*innen, in diesen Ländern jauchzen und frohlocken lassen!

    • Danke, dass Sie sich die ZDF-Dokumentation angeschaut haben, sehr geehrter Herr Dr. Quentmeier.

      Hier auch eine aktuelle Meldung vom Gardasee, der neue Tiefstände verzeichnet, samt Konflikten zwischen Bevölkerung und Landwirtschaft um das Rest-Wasser:

      https://www.suedtirolnews.it/italien/so-wenig-wasser-am-gardasee-wie-nie-zuvor

      Ihre gewundenen Ausführungen dazu lassen es noch offen, deshalb frage ich freundlich nach: Erkennen Sie inzwischen an, dass wir Menschen vor allem durch die Emission von Treibhausgasen wie CO2 und Methan die globale Erhitzung antreiben, deren Wasserkrise-Folgen nun auch die Alpen erfassen?

      • @Armin Quentmeier:
        Das habe ich jetzt erst entdeckt:
        “Es gab z. B. zwei holozäne Optima, die offenbar deutlich wärmer waren als heute, vor ca. 6000 bis 8000 Jahren und vor ca. 4000 – 5000 Jahren; bei dem zweiten Optimum blühte das „Alte Reich“ und die ersten mesopotamischem Hochkulturen auf. Die gesamte menschliche Geschichte wurde übrigens immer wieder durch Dürren, Hochwasser und andere Wetterunbilden kräftig durchgerüttelt. Wie viele Hochkulturen sind schon durch Dürren untergegangen! Heute können wir mit technischen Mitteln gegenhalten. Quelle : https://www.science-e-publishing.de/project/lv-twk/002-holozaene-optima-und-pessima.htm

        Wissen sie eigentlich was sie hier behaupten und verlinken?

        Das Bild von Schönwiese stammt aus dem Jahr 1995 und hat damit nichts mehr mit dem Klima des Jahres 2023 zu tun (sie wissen schon das wir uns in einer galoppierenden Klimaerwärmung befinden?). Es wird aber noch besser: Schönwiese bezieht sich in seiner (handgezeichneten!) Grafik hauptsächlich auf eine Arbeit von Dansgaard aus dem Jahre 1969!
        https://www.science.org/doi/10.1126/science.166.3903.377

        Steht ja sogar bei ihrem Link dabei.
        Bei Dansgaard geht es um die Ergebnisse einer Eiskernbohrung bei Thule auf Grönland. Dieses Punktmessung hat Schönwiese dann auf die Nordhalbkugel (nicht global) extrapoliert und auf eine angenommene Durchschnittstemperatur von 15°C justiert. Seit 1969 ist es in Thule aber um ca. 1.5°C wärmer geworden. Damit endet die Schönwiese-Grafik nicht mehr bei 15.5°C sondern im Moment bei der 17°C-Linie (mit weiter stark steigender Tendenz) und damit deutlich über den Maxima des frühen und mittleren Holozäns.

        Diese Schönwiese-Grafik zirkuliert seit langem im Dunstkreis der Klimawandelrelativierer und Klimalügner. Es zeigt damit dass Sie nicht wissen wovon sie reden und/oder dass Sie sich ihr Weltbild aus ihrem Wunschdenken zusammenzimmern. Das ist unredlich.

      • Unter Berücksichtigung der Daten ab 1950 ist die Behauptung eines saisonalen Rekordtiefs schlicht falsch (https://www.laghi.net/homepage.aspx?tab=3&subtab=2&idlago=5). Vielmehr wird gerade das Rekordtief erreicht. In den Monaten Januar 2023 bis März 2023 war der Pegelstand des Gardasees durchaus deutlich über den jeweils saisonalen Minima. Erst die nächsten Wochen werden zeigen, wie schlimm die Situation wirklich ist bzwl. wird.

        Im Moment irgendetwas Wegweisendes davon ableiten zu wollen ist viel zu früh und kommt Panikmache schon sehr nahe.

    • Ich weiß gar nicht was Kommentator Quentmeier mit der Ausführung von Trivialitäten hier bezwecken will: Dass die Alpen im frühen Holozän noch weniger Eis hatten als im Moment weiß jeder der sich mit dem Thema beschäftigt. Das der Meeresspiegel durch die Eisschmelze am Ende des letzten Glazials stark angestiegen ist: Wer hätte das gedacht? Da kann ich auch noch ein paar Trivialitäten hinzufügen: Damals gab es keine dichtest besiedelten Küstenregionen weltweit. Damals waren nicht hunderte Millionen Menschen von Frischwasserzufuhr aus den Alpen abhängig und die Alpen selbst waren auch nicht bis in den letzten Talwinkel besiedelt.
      Dann kann man sagen: O.K., passen wir uns halt an. Diesen sehr schmerzhaften Anpassungsprozess hätte man sich aber sparen können wenn wir vor 30 Jahren auf die Experten gehört hätten. Denn damals wurde die menschgemachte Klimaerwärmung zum wissenschaftlichen Faktum.
      Und zum Thema “Warmzeit = Gute Zeit”. Wir kommen nicht aus einer Kaltzeit und steuern nun auf eine Warmzeit zu. Wir kommen aus einer Warmzeit und steuern nun auf eine Heißzeit zu. Da sich unsere Zivilisation im Holozän entwickelt hat bezeichnen wir dieses Klima als “gemäßigt”. Was wir nun jedoch kreieren ist ein Klima welches die wenigsten der derzeit auf diesem Planeten existierenden Spezies je erlebt hat. Und das Tempo ist so atemberaubend dass sehr viele Spezies keinerlei Chance haben sich anzupassen. Durch unsrere Lebensweise verursachen wir jetzt schon das größte Artensterben seit dem KT-Impakt. Und die Klimakatastrophe verstärkt dies natürlich noch deutlich.

      Und zum Thema China bzw. fossile Brennstoffe: Ja, in China gehen dieses Jahr 70GW an Kohlekraftwerken ans Netz. Und das ist schlimm. Gleichzeitig gehen aber auch 165GW an Wind- und Solarkraftwerken ans Netz. Mehr als das Doppelte! Damit hat China den gleichen Strommix zw. EE und fossil wie Deutschland. Und weltweit ist es noch extremer:
      2021 bestand der Zubau an elektr. Energieversorgung (ja, elektrischer) zu 85% aus erneuerbaren Quellen! Nur noch 11% waren Erdgas und 4% Kohle. Kernkraft spielt ohnehin keine Rolle mehr. Ich kann das dumme Geschwätz von wegen Deutschland würde seine Industrie kaputtmachen nicht mehr ertragen. Wie heißt es so treffend bei neuen Entwicklungen: Die Verlierer schreien immer am lautesten. Und da diese groß und etabliert sind (im Gegensatz zu den Newcomern) haben sie das meiste Geld und den größten Einfluss auf gesellschaftliche/politische Entscheidungsträger. Und das hat sich in 16 Jahren CDU-geführter Bundesregierungen (und wenn man die Kohl-Zeit dazu nimmt noch länger) verheerend ausgewirkt. Und behindert auch jetzt noch (auf Bundesebene) in Form der FDP Fortschritte wo es nur geht. Letztendlich ist aber natürlich die Bevölkerung hauptverantwortlich welche diese Politiker in Machtpositionen wählt.

  21. “Die globale Erhitzung eskaliert gerade auch in Europa und im EUSALP-Alpenraum. Da gibt es nichts mehr zu Beschönigen. Hier eine weitere Tagesschau-Meldung von heute morgen:”

    Wir werden alle sterben! So sieht’s aus. Daß dabei manche feuchte Träume bekommen, scheint in der Natur des Menschen zu liegen! Der Mensch liebt die Apokalypse schon seit alters her. Der Einzelne stirbt doch auch, wo liegt das Problem? Mir ist es ehrlich gesagt wurscht, ob der Mensch ausstirbt. Was liegt am Menschen? Ein Viech wie jedes andere! Die Insekten sterben auch gerade aus.

    • Danke für die ehrliche Antwort zur sog. Anthropodizee, lieber @Dietmar Hilsebein.

      Ich bekenne, dass mir am Überleben der Menschheit liegt – so habe ich Kinder und hoffe eines Tages auch auf Enkelinnen und Enkel. Und ich bin der Meinung, dass die Menschheit auch deswegen eine Existenzberechtigung hat, weil sie (Selbst-)Erkenntnisse erringen kann. Deswegen schreibe, spreche und blogge ich auch, vgl.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dennoch-liberale-anthropodizee-nach-karl-popper/

      Ihnen herzliche Grüße, alles Gute!

    • Sehr geehrter Herr Blume,
      Ihrem Wunsch will ich gerne nachkommen, auch wenn Sie auf meine Fragen an Sie nicht eingehen. Aber ich will Gleiches nicht mit Gleichem vergelten!
      Ich zitiere Sie: “Erneut versuchen Sie, Ihrer Verantwortung auszuweichen. Denn da die Klimakatastrophe tatsächlich durch menschliche Treibhausgasemissionen verursacht wird und das jetzt schon zu Hunger in ärmeren Ländern führt, sind Reichere zu mehr Solidarität und Sparsamkeit verpflichtet. Auch unser Wohlstand beruht auch auf der Auswertung und Vergiftung der Mitwelt”, Ende des Zitats.
      1. Ich sehe weder eine persönliche Verantwortung noch eine Verantwortung Deutschlands oder der Industrienationen. Die Anteile Deutschlands an den globalen CO2-Emissionen habe ich Ihnen bereits genannt, ebenso die große Effizienz der deutschen Energie- und Rohstoffnutzung. Und mit zahlreichen Erfindungen hat Deutschland dermaßen viel Segensreiches für die Menschheit und eben auch für die Menschen in der Dritten Welt bewirkt, dass allein damit jegliche angebliche historische CO2-Schuld gleich mehrfach abgetragen ist. Ich erwähne nur die Erfindung des Ottomotors und des Dieselmotors, die Erfindung der Kernspaltung, die effiziente Energienutzung und viele andere Verfahren, Medikamente und gesellschaftliche Neuerungen. Ganz wichtig ist aber in meinen Augen die Erfindung des Haber-Bosch Verfahrens zur Synthese von Ammoniak aus Wasserstoff und Luftstickstoff; dadurch wird die Produktion von Düngemitteln im Maßstab von über 100 Millionen Tonnen pro Jahr ermöglicht. Erst diese Erfindung hat die moderne Intensivlandwirtschaft möglich gemacht und sorgt dafür, dass Milliarden Menschen nicht verhungeren müssen. Überhaupt Verantwortung: da kommt ja Rudyard Kiplings “die Bürde des weißen Mannes” im neuen Gewand daher!
      2. Ich weise noch einmal darauf hin: wie erleben eine Klimawandel, aber keine “Klimakatastrophe”, keine “Erderhitzung” und erst recht keine “Hitzemorde” Das ist hysterischer Alarmismus, und dient nur Erzeugung von Angst und Panik. Und Angst ist immer ein schlechter Ratgeber!
      3. Was den Hunger angeht: das größte Problem ist das enorme Bevölkerungswachstum in vielen Ländern der Dritten Welt! Die Zahlen für Afrika hatte ich schon wiederholt genannt, ebenso die Zahlen für andere Entwicklungsländer in Asien. Eine Wiederholung werde ich mir in diesem Beitrag schenken.
      4. Wenn ich das Wort “Solidarität” schon höre, geht mir mittlerweile die Hutschnur hoch. Das ist in unserem Land mittlerweile zu sehr eine Floskel geworden zur Ausbeutung der fleißigen, arbeitsamen und klugen Menschen durch träge und wenig leistungsbereite Menschen oder durch Fanatiker und Verbohrte.
      5. Was die Probleme in Afrika angeht und in vielen anderen Entwicklungsländern, zum Beispiel in Asien: alle Probleme in diesen Ländern sind hausgemacht: Korruption, schlechte Regierung, Aufrüstung, idiotische Kriege, Überbevölkerung. In den letzten Jahrzehnten sind Milliarden, nein Billionen Euro als Entwicklungshilfe in diese Länder geflossen, auch eine Form der Solidarität. Wo ist das Geld geblieben, was würde damit erreicht? Einige Beispiele zeigen doch ganz wunderbar, wie Entwicklungsländer sich aus niedrigstem Niveau und unter schwierigsten Bedingungen emporarbeiten können. In erster Linie möchte ich hier China und Südkorea nennen. Beide Länder waren nach dem Ende der Kolonialherrschaft bitterarm und hatten jahrelange Kriege und Bürgerkriege hinter sich und noch dazu eine furchtbare Ausbeutung durch Kolonialmächte. Welche fantastische Entwicklung haben die beiden genannten Länder seit ca. 1970 genommen! Eine solche Entwicklung ist atemberaubend. Warum kriegen das andere Länder nicht hin? Ganz gleich, wie viel Geld die europäischen Länder, die Vereinigten Staaten oder internationale Institutionen wie die UNO und ihre Unterorganisationen dorthin gepumpt haben-viel ist ja nicht dabei herausgekommen! Genug für heute, auf andere Forumsteilnehmer werde ich später antworten. Besonders “Andreas” braucht wohl ein längeres Privatissimum. PS. Wie wäre es, wenn “Andreas”, “Mussi” und “Mona” sich mal mit ihrem vollen Namen hier zu Wort melden würden? Wenn hier schon verbal die Klingen gekreuzt werden, erwarte ich wenigstens einen Schlagabtausch mit offenem Visier!

      • Herr Quentmeier,
        wenn Teilmehmer im Internet eine konstruktive, offene und zivilsierte Diskussion führen dann gibt es überhaupt keinen Grund dass diese ihren vollen Namen angeben. Dadurch werden keine Argumente stichhaltiger oder Evidenz aussagekräftiger. Mich interessiert es nicht ob ich mit einem Dr. Quentmeier kommuniziere oder mit einem Schnurzel123. Ich verstehe und respektiere hier jeden der seine Privatsphäre gewahrt haben möchte. Da ich Sie nicht google weiß ich auch nicht ob es überhaupt einen “Dr. Achim Quentmeier” gibt. Interessiert mich nicht da es irrelevant ist.
        P.S.: Was ich allerdings immer etwas irritierend/peinlich finde ist, wenn jemand meint bei solchen Diskussionen seinen Doktor-Titel im Namen angeben zu müssen. Hier liegt dann immer der Verdacht sehr nahe diese Person möchte eine Art “argument from authority” einführen.

  22. …weil sie (Selbst-)Erkenntnisse erringen kann? Im Angesichts des Todes ist auch das völlig irrelevant. Das Hirn verrottet mit der gesamten sogenannten “Erkenntnis”. Daher plädiere ich ja immer gegen den Narzißmus. Zunächst verrottet das einzelne Hirn und am Ende das kollektive Hirn. Was ist die Sonne, wenn keiner mehr hinsieht? Wurscht! Der Sonne kann’s egal sein, ob sie einer “erkennt”. Ist das jetzt Nihilismus? Mag sein. Was liegt am Nihilismus? Auch nur eine menschengemachte Weltanschauung. Ich halte es mit Kohelet: alles ist Windhauch und Luftgespinst!

    • Danke, @Dietmar Hilsebein. Die von Ihnen vorgetragene Weltanschauung des Nihilismus gehört m.E. in den Bereich des Relativismus. Und dieser ist, wie Sie wissen, aus meiner Sicht selbst-widersprüchlich: Auch Sie regen sich ja beispielsweise über meine Warnungen und Hoffnungen auf, es ist Ihnen also noch immer “nicht alles egal”. Wer sagt, es gäbe keine Wahrheit, die zu erkennen wert wäre, tätigt selbst eine Aussage mit Wahrheitsanspruch!

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/relativismus-dualismus-und-monismus-auf-twitter-mastodon-chatgpt-und-instalive/

      Aus meiner Sicht spricht sehr vieles dafür, dass es eine Wahrheit gibt, die wir uns durch verschiedene Erkenntniswege wie Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Religion, Musik usw. dialogisch annähern können. Ich denke, dass es zumindest den Versuch wert ist, diese Hoffnung zu leben. Denn wenn ich mich irre und, wie Sie es schreiben, auch “das kollektive Hirn” am Ende nur “verrottet” – dann war es doch ein Leben mit Hoffnung und Sinn. Darauf “wette” ich im erkenntnistheoretischen und pascal’schen Sinne.

      Ihnen Dank für Ihre engagierten und offenherzigen Kommentare zur Philosophie der Anthropodizee!

  23. Wenn man den Nihilismus bis ans Ende durchdenkt und selbst den Nihilismus als menschengemacht ausmacht, der auch keinen Anspruch auf Geltung hat, bleibt die Sehnsucht nach…Liebe? »Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern« Sind wir die letzten Menschen?

    • Ja, @Dietmar Hilsebein – wobei auch Nietzsche selber nach dem „Tod Gottes“ das Suchen und Sehnen nicht aufgab und u.a. „seinen“ Zarathustra (er-)fand. Wie ja auch die Klimakrise-Leugner hier zeigt sich gar noch in der Verneinung eine Ahnung der Bedeutung.

  24. @ Quentmeier

    Die ersten Lektüren,die ich morgens lese sind Capital,manager und das Handelsblatt.
    Sie können mir also nicht vorwerfen,ich verstehe die klassische Ökonomik,die Sie vertreten,nicht. Obwohl vorwerfen kann man alles.
    Gegen 10.30-11 Uhr komme ich dann zu den naturwissenschaftlichen Organen. Und die erzählen mir dann etwas zum Zustand der Erde.
    Anpassung haben wir selbst hervorgerufen,die sowohl qualitativ als auch quantitativ selbst verschuldet ist.
    Fatalistisch kann ich mit Natur umgehen.
    Mir fällt es jedoch schwer, skrupellose Geschöpfe wie Sie,die nichts verschuldet haben wollen,ständig verleugnen, zu akzeptieren.
    Sie haben recht. Wir haben ein demokratisches System, in dem die Freiheit der Persönlichkeitsentwicklung ein nicht unbedeutender Rang eingeräumt wird.
    Also ist die Frage zu stellen,was Persönlichkeit ist.
    Sie sind degradiert,da Sie Leben nicht schützen (GG).

  25. @ Quentmeier

    Erfolg ist die zentrale Vokabel.

    Die einen sehen darin wirtschaftlich-technische Situationen,die anderen den Erhalt und den Genuss an den Lebensgrundlagen.

    Unser ehemaliger Parlamentspräsident und Finanzminister hat es auf den Punkt gebracht: wir haben es mit dem Kapitalismus übertrieben.

    Ihm höre ich eher zu als Ihnen.

  26. @ Quentmeier

    Und zu den von Ihnen belegten Ländern,die Kohle und Kernkraft ausbauen: Sie liegen alle falsch. Es ist lediglich das Eingeständnis,dass schon deren Implementierung falsch war,sie aber Entscheidungen nicht zurückgenommen werden können.

    Es wäre ein Zugeständnis falscher Politik. Das geht natürlich nicht…

  27. @ Quentmeier

    Und letztendlich argumentieren Sie wie die Masse,die Sie erzeugt haben: mit Verlustängsten an Wohlstand,was nichts anderes als Energieeinsparung ist, mittels Energieerzeungung.

    Herje…

  28. @ Quentmeier

    Und im Grunde wissen Sie es,sonst würden sie nicht “gegen”/ für sich argumentieren.

    Das ist das tragische und dramatische.

  29. Sehr geehrter Herr Blume,
    Ihrer Bitte will ich gerne nachkommen: „Erkennen Sie inzwischen an, dass wir Menschen vor allem durch die Emission von Treibhausgasen wie CO2 und Methan die globale Erhitzung antreiben, deren Wasserkrise-Folgen nun auch die Alpen erfassen?“
    Keine Frage, der Mensch beeinflusst das Klima durch seine Aktivitäten und durch seine große Zahl. Angefangen in der griechischen und römischen Antike, in der zahlreiche Wälder von Spanien bis zum Libanon mehr oder weniger vollständig abgeholzt worden sind, für Hausbau, Schiffbau, Heizung, und Verhüttung von Kupfer, Zinn, Blei, Eisen und Kalkbrennen. Das dürfte das Klima im gesamten Mittelmeerraum signifikant verändert haben. Und natürlich trägt heute die Einwirkung von acht Milliarden Menschen zur Beeinflussung des Klimas bei, auch durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, verbunden mit der Emission gewaltiger Mengen an CO2, Methan und anderen Treibhausgasen wie N2O.
    Leider hat sich besonders in Deutschland ein regelrecht hysterischer Umgang mit dieser Problematik entwickelt. Jedes heftige Unwetter, jeder starke Hurricane irgendwo in der Welt wird sofort dem Klimawandel zugeschrieben.
    Hochwasser im Ahrtal: der Klimawandel ist schuld. Dürre in Kalifornien: der Klimawandel ist schuld. Heftige Regenfälle in Kalifornien: der Klimawandel ist schuld. Dürre und Waldbrände in Australien: der Klimawandel ist schuld. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen in Australien: der Klimawandel ist schuld. Aber selbst, wenn alle diese Ereignisse zu 100 % eine direkte Folge der anthropogenen Treibhausgas-Emissionen sein sollten, bliebe uns trotzdem auf Jahrzehnte hinaus nichts anderes übrig, als erst einmal weiterzumachen: „Keep calm and carry on!“ Ein schneller Ausstieg aus fossilen Brennstoffen würde bedeuten, mindestens die Hälfte der Menschheit verhungern zu lassen und den Rest in Armut und Unterentwicklung zurückzuschicken. Wir sind sozusagen zwischen „Skylla und Charybdis“.
    Ich weise darauf hin, dass selbst in Deutschland der EEG-Irrsinn zwar Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe verursacht hat, aber unterm Strich nur eine eher bescheidene CO2-Reduktion bewirkt hat. Die allermeisten Länder können solche Summen gar nicht aufbringen. Und der hochgelobte Erfolg von Wind- und Sonnenstrom („46 % Strom aus Erneuerbaren Energien in 2022“) funktioniert nur, weil fossil betriebene Reservekraftwerke bereitstehen, die jederzeit einspringen können, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.
    Also müssen wir mit dem Klimawandel leben, ganz gleich, ob der zu 0% oder zu 100 % menschengemacht ist.
    Noch ein Wort zum Gardasee und der Dürre in Südeuropa: ich hatte wiederholt darauf hingewiesen, das in den vergangenen 5000 Jahren zahlreiche Zivilisationen und sogar große Reiche durch Dürren untergegangen sind. Mit diesen Klima-Unbilden müssen die Menschen seit der Vertreibung aus dem Paradies leben. Punkt! Heute gibt allerdings technische Möglichkeiten, um Abhilfe zu schaffen. Das wird teuer, keine Frage, aber es ist nicht unmöglich. In zahlreichen ariden Gebieten stehen bereits jetzt Meerwasser-Entsalzungsanlagen. Diese sind kostspielig und der Betrieb energieintensiv, aber die Technik ist ausgereift. Hier könnte auch Solarenergie in großem Umfang eingesetzt werden.
    Knappes Wasser muss effizient genutzt werden. Viele landwirtschaftliche Betriebe in Israel zeigen, das z. B. durch Tröpfchen-Bewässerung auch in trockenen Gebieten effizient Landwirtschaft betrieben werden kann. Es gibt also auch hier Hoffnung!
    Das Austrocknen von Seen ist übrigens kein Problem der Neuzeit, aber hier bitte selbst lesen: „Expedition zu den letzten Seen der Sahara“
    https://www.scinexx.de/service/dossier_print_all.php?dossierID=91507
    Und was an Wetterkatastrophen passieren kann, auch ohne Treibhausgas-Emissionen, zeigt das Jahr 1540: Mitteleuropa hatte sozusagen den Sommer des Jahrtausends erlebt, 10 Monate subtropisches Klima mit minimalen Regenfällen und mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen. Mit einem solchen Sommer würde auch die heutige Technik an ihre Grenzen kommen.
    Zum Schluss noch zwei Literaturempfehlungen (ich hoffe, die führen nicht bei einigen Diskutanten zu Bluthochdruck):
    1. Fritz Vahrenholt, Die große Energiekrise und wie wir sie bewältigen können. LMV 2023.
    2. Björn Lomborg, Klima-Panik. Warum uns eine falsche Klimapolitik Billionen kostet und den Planeten nicht retten wird. FBV 2022.

    • Sehr geehrter Herr Quentmeier,

      erneut versuchen Sie Ihrer Verantwortung auszuweichen und im Ungefähren zu bleiben: Denn da die Klimakatastrophe tatsächlich durch menschliche Treibhausgas-Emissionen verursacht wird und u.a. schon jetzt zu Hunger in ärmeren Ländern führt, sind Reichere weltweit zu mehr Solidarität und Sparsamkeit verpflichtet. Auch unser Wohlstand basiert eben auch auf der Auswertung und Vergiftung der Mitwelt.

      Vor allem @Andreas hat ja bereits aufgezeigt, dass Sie sich noch immer reaktant an Pseudo-Wissenschaft klammern. Ich sehe Ihren Antworten an ihn gespannt entgegen.

    • @Dr. Armin Quentmeier

      Keiner wird bestreiten, dass es auch in der Vergangenheit massive Klimaveränderungen gab. Und selbst wenn man annehmen würde, die momentane Klimaerwärmung hätte natürliche Ursachen, so sollten wir diesen Zustand nicht auch noch mit einem gewaltigen Ausstoß von Treibhausgasen beschleunigen. Ab dem 19. Jahrhundert bescherte die industrielle Revolution vielen Menschen zwar einen höheren Lebensstandard, schuf aber auch ein Industrieproletariat, das in unwürdigen Arbeits- und Lebensverhältnissen dahinvegetierte. Zudem ging die Industrialisierung mit katastrophalen hygienischen Verhältnissen und massiven Umweltproblemen einher.
      Einstmals versuchte man die schlimmsten Auswüchse in den Griff zu bekommen, indem man es beispielsweise unterließ giftige Industrieabfälle neben Trinkwasserbrunnen zu entsorgen. Da sich die fossilen Brennstoffe heute ebenfalls als schädlich herausstellen, sollten wir das weiterführen und langfristig auf alternative Energien setzen. Das gleiche gilt für die Kernkraft, die ist zwar weitgehend CO2-neutral, aber der radioaktive Abfall wird uns noch lange Sorgen bereiten.
      Der Klimawandel lässt sich kaum mehr verleugnen, aber das gegenwärtige ideologische Hickhack bringt uns nicht weiter, weil wir die Zeit nicht zurückdrehen können. Deshalb müssen wir auf zukunftsfähige Technologien setzen, aber auch versuchen uns an den Klimawandel anzupassen. Ich wohne an der Grenze zu Österreich, wo es eine viel pragmatischere Einstellung zum Klimawandel gibt. In diesem Zusammenhang möchte ich zuvorderst die Stadt Wien erwähnen, wo sich die Jahresdurchschnittstemperatur in den letzten vier Jahrzehnten bereits um etwa zwei Grad Celsius erhöht hat. Aus diesem Grund erstellte die Stadt einen umfangreichen Klimafahrplan, der möglichst alle Bewohner mitnehmen soll:
      https://positionen.wienenergie.at/wp-content/uploads/2022/01/Wiener-Klimafahrplan.pdf

      Im Vergleich dazu, die etwas dürftige Strategie des deutschen Umweltbundesamtes:
      https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel-0#was-heisst-anpassung-an-den-klimawandel

  30. @Hilsebein 20:04. 20:44

    „Wenn man den Nihilismus bis ans Ende durchdenkt und selbst den Nihilismus als menschengemacht ausmacht, der auch keinen Anspruch auf Geltung hat, bleibt die Sehnsucht nach…Liebe? »Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern« Sind wir die letzten Menschen?“

    Wie stehts denn mit der Lust auf Leben? Das ist doch auch ein Faktum. Nicht nur selber was erleben und gut essen. Man hat doch auch Freude an Natur, ob nun im Fernsehen, oder draußen und Live.

    Reicht etwa die Vernunft nicht, daraus die Konsequenz zu ziehen, und nicht nur eben für gutes Essen zu sorgen, sondern auch für gute Natur zum Miterleben?

    Oder ist es am Ende nichts weiter, als die uralte geschäftliche Rücksichtslosigkeit, die einen treibt, eigentlich wie ein Parasit zu leben? Daran scheint es ja an Motivation schon mal nicht zu mangeln.

    Rein perspektivisch hat der Mensch und seine Kultur doch immer noch Potenzial. Erstmal selber immer mehr zu erkennen, was uns schon mal sowieso schon Lust macht. Sonst würde hier keiner Lesen und Schreiben. Und dann können wir die Natur nicht nur überlasten, wir können sie perspektivisch auch stabilisieren. Wenn wir dieses Jahrhundert so überstanden haben, dass das Leben noch irgendwie halbwegs weiter geht, so haben wir auch das Potential, die Weltdurchschnittstemperatur auf einem von uns gewählten Wert einzuregeln. Weitere Eiszeiten können wir dann wohl dauerhaft vermeiden, und wohl auch die Folgen von großen Vulkanausbrüchen abmildern.

    Da hat die Natur auch was davon, dann können wir endlich mal auch was zurückgeben.

    Man bedenke ja auch den weiteren Fortschritt der Automatisierung, es wird ja wohl noch möglich sein, einen guten Teil davon in die Erhaltung unserer aller Lebensgrundlagen zu investieren. Die aktuell verkauften PKW sollen durchschnittlich 150 PS haben. Macht das etwa mehr Sinn?

  31. @ Quentmeier

    Wissen Sie,wo der grundlegende fundamentale Unterschied zwischen uns ist/liegt?
    Als Anthropologe halte ich indigene Völker für die wesentlicheren Zivilisationen mit Zivilität als das, was Sie unter Fortschritt verstehen.
    Dirk Steffens,der von terra x,hat,danach befragt,gesagt, dass Intelligenz und Technik im Grunde alle Krisen hervorrufen. Dem stimme ich zu. Wobei ich die das beides fördernde Ökonomie für nicht so intelligent halte. Sie hat Arroganz und Eitelkeit nicht verstanden.

  32. @ Quentmeier

    Der Trick von eigentümlicher Führung ist es, sich und sein Volk als besonders zu halten.
    Als irgendwie besonders bedeutend.

    Das ist ziemlich simpel und abgedroschen,funktioniert aber immer wieder..

    Die Menscheit mit ‘westlichem’ Fortschritt als besonders und bedeutend zu halten ist main stream und Gegenstand der Debatte.

    Aber nur als Folge der Industriealisierung.

    Sie fallen drauf rein und sind nur Synonym einer traurigen drauffolgenden Gegenwart.

    Herje…das Universum schert es nicht.

  33. “Mussi” (wer oder was das auch immer sein mag…),
    der wesentliche Unterschied zwischen emotionaler Irrationalität sprich glaubens-gefühlter Wirklichkeit und Wissen manifestiert sich eher nicht in “Blumeschen”-Fan-Kommentarfeldern.

    Bedeutet u.a.: Um rational und sachorientiert an einer Diskussion teilzunehmen, sind ein gewisses Fachwissen sowie die Fähigkeit, unabhängig vom Thema methodisch sowie authentisch-ergebnisoffen zu recherchieren, wesentliche Voraussetzungen… siehe zum Verständnis, zur Kenntnisnahme und Selbstanalyse einen Gastartikel von mir: WISSEN VS. GLAUBEN: “IST DAS NOCH (KLIMA-)WISSENSCHAFT ODER KANN DAS WEG?”

    • Klar, @Dirk Freyling – um den Konsens der Wissenschaft zur Klimakrise zu leugnen nur auf einen eigenen Text zu verlinken ist ja dermaßen „rational“… 🤭

      Sie haben schlicht Angst, sich der Realität auch wissenschaftlich zu stellen und spalten dies dualistisch auf Feindbilder ab…

    • Herr Freyling, das ist ja herrlich. Sie sprechen hier von glaubens-gefühlter Wirklichkeit vs. methodischer und “authentisch”-ergebnisoffener Recherche und sind selber das Paradebeispiel eines Gläubigen!
      Das sieht man wunderbar im anderen Artikel
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/irak-2015-europa-2023-die-klimakrise-wird-zur-wasserkrise/
      an zwei ihrer Kommentare: Gefühlte Wahrheiten (was sich Menschen angeblich so wünschen)und statistisch-irrelevante Anektoden über ein paar Wetterlagen.
      Und wie ich gerade ihrem ersten Kommentar in DIESEM Artikel entnehmen konnte versuchen Sie ernsthaft die nahezu 100%ige Verantwortung der 1. Welt für die letzten 30 Jahre galoppierender Klimaerwärmung mit dem Bevölkerungswachstum in Afrika kleinzureden. Afrika! Der Kontinent der bis heute keinerlei Rolle spielt bei den CO2-Emissionen.
      Da Sie ja angeblich so eine tolle Recherche betreiben wissen Sie sicherlich dass mittlerweile der weltweite Zubau an elektrischer Energieversorgung zu 85% aus erneuerbaren Energien besteht (u.a. 50% Solar, 25% Wind). Da PV und Wind die billigste Form der Stromproduktion darstellen und Afrika gerade für PV ideal ist kann ich mir mittelfristig (auch für die Mobilität) gerade für diesen Kontinent etwas ganz anderes vorstellen als das was sie hier suggerieren wollen. Aber das ist ohnehin spekulative Zukunftsmusik und kann nicht der Maßstab für unser gegenwärtiges Handeln sein.
      Nein, Sie haben sich ihr Glaubens-Gebäude zusammengezimmert und keine Evidenz der Welt könnte je dieses Gebäude ins Wanken bringen.

  34. Am heutigen Star Wars Day 2024 – dem May the Fourth, 4. Mai – konnten Prof. Inan Ince & ich Folge 21 unseres Pod- und Videocasts veröffentlichen. Da sich die Sturmtruppen-Theorie direkt auf fossil finanzierte Altherren-Regime bezieht, poste ich im folgenden die Antwort der Bing-Copilot-KI auf den Prompt: “Was besagt die fossile Sturmtruppen-Theorie für die Politikwissenschaft?”

    Die KI-generierte Antwort:

    Die fossile Sturmtruppen-Theorie, die von Dr. Michael Blume in Bezug auf die Star Wars-Saga vorgestellt wurde, bietet eine interessante Perspektive für die Politikwissenschaft. Die Theorie besagt, dass Altherren-Diktaturen sich an der Macht halten können, indem sie junge Menschen in die Armeen pressen und in Schlachten schicken, statt sie zu Kritikern werden zu lassen¹.

    Diese Theorie basiert auf einem mythologischen Rätsel aus Star Wars, in dem diskutiert wird, warum Kanzler Palpatine nach der Machtergreifung als Imperator die erfolgreichen republikanischen Klontruppen durch “gepresste” Sturmtruppen ersetzte¹. Dr. Blume nutzt diese Analogie, um zu erklären, wie Diktaturen durch die Ausnutzung junger Menschen und deren Transformation in Soldaten, die ohne zu hinterfragen Befehle ausführen, ihre Macht festigen¹.

    In der Politikwissenschaft kann diese Theorie dazu dienen, das Verhalten autoritärer Regime zu analysieren und zu verstehen, wie diese Regime ihre Machtstrukturen aufrechterhalten, indem sie die Jugend für ihre Zwecke instrumentalisieren und kritische Stimmen unterdrücken¹. Es ist eine Metapher dafür, wie Staaten durch die Ausbeutung ihrer jüngsten und oft vulnerabelsten Bürger ihre eigene Macht sichern und gleichzeitig potenzielle Opposition eliminieren¹.

    Quelle: Unterhaltung mit Bing, 4.5.2024
    (1) Blume & Ince 21: Star Wars Day, Identitäten & fossile Sturmtruppen-Theorie. https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-21-star-wars-day-identitaeten-fossile-sturmtruppen-theorie/.
    (2) Auf den Spuren des Konstruktivismus – Varianten … – Springer. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-02720-9_1.
    (3) Policy-Theorien in der Vergleichenden Politikwissenschaft. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-02338-6_17.

Schreibe einen Kommentar