Rezension einer Bezauberung: Die Wissenschaft von Mittelerde

Das morgendliche Tässle Kaffee gibt es nun nur noch auf Mastodon unter @BlumeEvolution@sueden.social. Und auch sonst hat die deutliche Reduktion der Twitter-Zeit positive Auswirkungen auf das Lebensgefühl: Ich finde wieder mehr Zeit zum Lesen. Und einige hier werden noch wissen, dass Fantasy-, Game- und Tolkien-Studies zu den Arbeitsbereichen gehören, die mich richtig glücklich machen. Hier ein Radiostück zur Mythentheorie des Philologie-Prof. J.R.R. Tolkien, das zu schreiben und im Studio mit Profis zu produzieren für mich eine kostbare Freude war: 

Also nahm ich erfreut ein Rezensionsangebot für einen schmucken Band des wbg-Theiss-Verlages an: “Die Wissenschaft von Mittelerde. Wie J.R.R. Tolkien die größte Fantasy-Welt aller Zeiten schuf”.

Und wie schön und schwer das Buch in Händen lag! Es ist edel gefertigt, droht allerdings an den Enden leicht zu brechen und sollte mit gebotener Sorgfalt behandelt werden.

Die Wissenschaft von Mittelerde“, wbgTheiss, 50 Euro. Foto: Michael Blume

Das Buch ist freilich nicht, wie der zweite Satz des Titels nahelegen könnte, die x-te Biografie Tolkiens, der ein ziemlich geruhsames Gelehrtenleben führte. Es bietet vielmehr buchstäblich eine Karte von Mittelerde, in dem die verschiedenen Regionen mit vor allem naturwissenschaftlichen Disziplinen verbunden werden. Was hat es mit der Botanik von Fangorn, der Vulkanologie von Mordor und der Soziologie des Auenlandes auf sich?

Das Buch eröffnet mit einer wunderschönen Wissenschafts-Karte von Mittelerde. Foto: Michael Blume

Nachdem die Herausgeber Professor Tolkien als “Lord of Sciences” gewürdigt haben, vermittelt Isabelle Pantin mit einer ebenso klugen wie schön geschriebenen und bebilderten Einleitung zwischen Tolkiens Erarbeitung von Mythen und seiner Liebe zu den Wissenschaften. Ihr und auch den nachfolgenden Autor:innen gelingen dabei viele Funde etwa aus Briefen und Skizzen des Weltenschöpfers, die in den “großen” Biografien eher untergehen. Wer hat schon je gelesen, was Tolkien über den Forschergeist und die Ästhetik der Elben schrieb? Oder wie seine jugendliche Liebe zu Atlanten zu intensiven Ausarbeitungen von Landkarten führten – zu denen sich erst später die Mythen und Geschichten gesellten?

Unglaublich & unglaublich schön: Eine Klima- und Vegetationskarte von Mittelerde. Foto: Michael Blume

Und spätestens als dann Vivien Stocker die mir bis dahin neue Verbindung von Numenor und dem Alten Ägypten nachwies, hatte mich das Buch in sich hineingezogen. Kaum jemand wird es chronologisch lesen: Es verführt mit Kapitelüberschriften und teilweise ganzseitigen Zeichnungen sowie Grafiken zum Umherwandern, Erkunden. Haben Sie je über die Legierungen von Tolkiens Ringen und Rüstungen gelesen, oder über seine Vorliebe für Smaragde? Wir dürfen uns das Buch als eine große Messe unter dem Motto “Mittelerde” vorstellen, auf der die verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen Stände voller Fundstücke präsentieren. Warnung, für Sie getestet: Nie unter Zeitdruck anfangen, man(n) findet nicht mehr so schnell hinaus!

Buchseiten wie Schatzkammern. Foto: Michael Blume

Das Buch ist bezaubernd und leidet nur unter einer Schwäche: Während Philosophie und Mythologie immer wieder herangezogen werden, fehlt die Perspektive der Theologien und Religionswissenschaften. Dass Tolkien davon ausging, dass wir fantastische Welten als Sub-Creators, Unterschöpfer des Einen tun, dass jede gute Fantasy-Geschichte aus sich heraus auf das Evangelium zustrebt und dass er das Volk der Zwerge ausdrücklich nach seiner (sich zum Positiven wendenden) Vorstellung von Jüdinnen und Juden gestaltete – diese Aspekte werden allenfalls gestreift, oft nicht einmal erwähnt.

Sowohl für Tolkien- wie für Wissenschafts-Fans ist das jedoch kein Manko – hier zählt das überraschende und gerne auch optisch und sprachlich schöne Entdecken gerade auch des Unbekannten. Und wo die Chemikerin endlich über die Ernährungswege der Ents sinnieren und Evolutionsbiologen den Stammbaum der Hobbits (S. 223, wunderschön!) bestaunen können, da ist der Flow garantiert.

Und so kann ich gestärkt in Fantastik UND Wissenschaft getaucht mit meinem Anwalt Chan-jo Jun und HateAid dem Urteil des LG Frankfurt in “Blume vs. Twitter International” am 14.12. entgegensehen.

So gelte also: Völker von Mittelerde, lasset Euch von keiner Macht unterwerfen! Wir hören, sehen, lesen uns!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

25 Kommentare

  1. Kurz zu: “Das Buch ist bezaubernd und leidet nur unter einer Schwäche: Während Philosophie und Mythologie immer wieder herangezogen werden, fehlt die Perspektive der Theologien und Religionswissenschaften.”

    Ein Buch leidet nicht. Tolkien leidet nicht. Ich leide nicht, weil Bücher nicht leiden können, oder weil Tolkien nicht leidet. Das Buch ist nicht schwach. Tolkien ist nicht schwach, ich bin nicht schwach.

    Sie leiden und sind schwach weil Leid und Schwäche notwendige Bestandteile irrationalen Glaubens sind.

    Frage: Ist ein Glaubenssystem, das ein barbarisches Folterinstrument zu dem Symbol schlechthin, zum davor Niederknien, erkoren hat, nicht per se ein ritualisierter Todeskult?

    • Danke für Ihr typisch-destruktives Mansplaining, @Dirk Freyling. Sie sind sicher superstolz auf Ihren Über-Blick und können überhaupt nicht verstehen, warum nicht mehr Menschen Ihre maskuline Genialität verehren.

      „Todeskult“? Wenn Sie meinen. In meiner Wahrnehmung steht das Kreuz eher für Mit-Leiden. Da ist ein Menschensohn, der mal nicht einen auf Hater macht, sondern sich hingibt für andere.

      Verstehe schon, dass Sie das für lächerlich halten. Sie halten es ja eher für männlich, verbittert belehrende Kommentare unter freundliche Blogposts zu schreiben.

      Sorry, ich kann Ihre Feind-Seligkeit einfach nicht erwidern. Sie tun mir… leid. Ich wünsche Ihnen keinen Tod, sondern eher sehr viel Liebe.

      Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen, frohe Endjahresfeiertage Ihnen!

      • Einfach locker bleiben, lieber Herr Dr. Michael Blume.
        Es wäre eine Möglichkeit gewesen “einfach mal so stehen zu lassen”, ich bewerte die Nachricht von Kommentatorenfreund Dirk Freyling nicht, sehe dafür keinen Nutzen.
        LG
        WB

        • Klar, @Webbaer – ich hätte den Kommentar ja auch einfach nicht freischalten können. Aber dann dachte ich: Warum keine Lernchance daraus machen? Für jeden, der sie nutzen möchte & kann. ☺️🙌

          Zum radikalisierten Freund-Feind-Dualismus verbitterter Männer, aber auch 1 ehem. MdB & Juristin hier übrigens ein aktuelles Interview bei katholisch.de:

          https://www.katholisch.de/artikel/42464-verschwoerungsexperte-reichsbuerger-nutzen-christliche-elemente

          Beste Grüße Ihnen und allen ernsthaft Interessierten! 🙂

          • Schau gleich mal rein.
            Danke für Ihr Re-Feedback.
            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Webbaer

          • Klar, @Webbaer – wer freilich der Bibel (welche genau?) treu sein will, darf sie nicht als Steinbruch für den eigenen Dualismus missbrauchen, sondern hat sie auch auf sich selbst (d.h. monistisch) zu lesen.

    • “In dem verdorbensten Staat gibt es die meisten Gesetze.”

      “Je korrupter der Staat ist, desto mehr Gesetze braucht er.”

      Tacitus

      Michael Blume leidet nicht, er ist auch nicht schwach, denn er nimmt aktiv teil, an der ständigen Konfusionierung des systemrationalen Unglaubens und der daraus resultierenden Symptomatik, er ist ein egozentrierter Surfer auf dem/im Zeitgeist.

      Antwort: Es ist ja nicht nur das Kreuz, sondern vor allem die stumpf- wie blödsinnige Fixierung auf das “Jüngste Gericht” – So läuft Mensch gemeinsam in den wettbewerbsbedingten Illusionen von/für Individualbewusstsein auf die “Gnade Gottes” zu, obwohl dies die Löschung der GESAMTEN “Festplatten und Arbeitsspeicher” bedeutet, denn der offensichtliche Kommunikationsmüll führt nicht zu “gottgefälliger” Vernunft und Verantwortungsbewusstsein im “Freien Willen”.

      Vielleicht kann Michael Blume die Philosophie der Bibel richtig deuten, doch offensichtlich nutzt er lieber die unwahrheitliche Interpretation, vielleicht aber auch nur, weil er denkt er hätte mit Reinkarnation noch Zeit für die Wahrheit???

      Wenn er allerdings entsprechend des Instinktes bewusstseinsschwach und dumm ist, wie Mensch seit der “Vertreibung aus dem Paradies” (Mensch erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung), dann schaufelt er heftig und fortwährend an der Kuhle, wie es ihm das erfolgreiche Profitdenken systemrationaler Bildung zu Suppenkaspermentalität aufträgt.
      🖖🥲👍

      • Danke, lieber @hto. Ihre kleine Fingerübung in ebenso wirrem wie feind-seligem #Trolling ist einfach ZU interessant! Sie präsentieren uns hier Freund-Feind-Dualismus auf dem Präsentierteller! Und dann noch Bibel & Tacitus vermischt, hach!

        Sehr gerne schalte ich diesen, ähem, Kommentar also mal ausnahmsweise frei. Aber gewöhnen Sie sich bitte nicht daran: In meinem Verständnis von “Trollkunde” würde ich Ihre wirren und beschimpfenden Kommentare den Kategorien “Crank” und “Hater” zuordnen:

        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/trollkunde-sockenpuppen-cranks-und-hater/

        Ihnen von Herzen alles Gute, vor allem mehr Liebe und weniger Verbitterung. 🙂

  2. Selbst Daniel Kehlmann beschäftigt sich momentan mit J.R.R. Tolkien, nämlich im Rahmen seines Projekts ein Drehbuch für eine Serie über das Leben Franz Kafkas zu schreiben. Anlass: 2024, der hundertste Todestag Kafkas.

    Im Artikel Was Tolkien mit Kafka verbindet liest man dazu:

    Er sei ein begeisterter Verehrer von Tolkien und dem ‚Herrn der Ringe. Es handle sich um ein „großes literarisches Werk des 20. Jahrhunderts“. Er habe es bisher sechs Mal gelesen. „Ich bin mir ziemlich sicher: Ich habe gar nichts anderes so oft gelesen.“

    Kafka und Tolkien: Fantasie für seltsame Erfindungen
    Zwischen Kafka und Tolkien sieht Kehlmann durchaus Gemeinsamkeiten. „Ja, natürlich, die Fantasie! Und nicht Fantasie im Allgemeinen, sondern die ganz konkrete Fantasie für seltsame Erfindungen.“
    Und noch etwas komme hinzu: „Beide haben erstaunlich viele sprechende Tiere.“ In Kafkas Kurzgeschichten sogar „jede Menge“ – vom Affen in „Ein Bericht für eine Akademie“ bis zur Maus in „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“.

  3. Ah, ja, da kommen Erinnerungen.

    Falls Sie’s noch nicht kennen sollten:
    http://lotrproject.com/map/#zoom=3&lat=-1315.5&lon=1500&layers=BTTTTT
    und
    http://arda-maps.org (bes. http://arda-maps.org/familytree/)

    Interessant ist auch diese russische Fan-Fiction, die die Geschichte aus der Perspektive der Gegenseite erzählt und die einen Konflikt zwischen magisch-imperialistischer Welt und aufkommend rational-industrialisierter Welt zugrundelegt.
    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Last_Ringbearer

    Wikipedia:

    Eskov’s version of the story describes Mordor as a peaceful constitutional monarchy on the verge of an industrial revolution, that poses a threat to the war-mongering and imperialistic faction represented by Gandalf (whose attitude has been described by Saruman as “crafting the Final Solution to the Mordorian problem”) and the racist elves.

    und

    The American journalist Laura Miller praises The Last Ringbearer in Salon as “a well-written, energetic adventure yarn that offers an intriguing gloss on what some critics have described as the overly simplistic morality of Tolkien’s masterpiece.”
    [ … ]
    Benedicte Page, writing in The Guardian, states that the book is well-known to fans in Russia, and that it is based on “the idea that Tolkien’s own text is the romantic legend of the winning party in the War of the Rings, and that a closer examination of it as a historical document reveals an alternate version of the story.”
    Terri Schwartz, writing on MTV, describes the book’s take, with a warmongering Gandalf who seeks only to “crush the scientific and technological initiative of Mordor”, while a forward-thinking Sauron passes a “universal literacy law”, as “certainly a different take on the story, to say the least.”

  4. Merken Sie, wie das Wort Fleisch wird? Es beginnt mit einem Spinner, der willkürlich Ideen zusammenmischt und die Lücken mit Magie kittet. Heute überlegen wir uns schon konkret, wie es funktionieren könnte. Morgen werden wir Zwerge, Orks und Ents im Reagenzglas züchten. Irgendwann ist es bloß eine Frage materieller Ressourcen, bis wir die ganze Tolkien-Welt in beliebigen Variationen nachstellen können. Wir können die ganze Schöpfungsgeschichte inszenieren oder das Ding ab Kapitel 1 von „Der Hobbit“ starten, mit konstruierten Erinnerungen und Relikten der Vergangenheit. Wir können es als Puppenspiel veranstalten, bei denen der Wille, die Entscheidungen und die Gedanken der Akteure vom Tonband kommen, oder sie möglichst originalgetreu rekonstruieren, dann aber ihnen alle Entscheidungen überlassen, mal sehen, ob sie Sauron besiegen ohne die schützende Hand des Drehbuchautors. Wir können ihnen Verstand geben, um eventuelle Logik-Fehler der Story aufzudecken, oder ihre Welt mit einer Logik und Gesetzen versehen, die für uns unlogische Entscheidungen darin vernünftig und sinnvoll machen.

    Was wohl alle Debatten über die wahre Natur der Welt auf einen gemeinsamen Nenner bringt: Alle sind technisch möglich, doch ich weiß nicht, in welcher davon ich lebe.

    Ich nehme an, dass Tolkien eine Karte Europas in seinem Unterbewusstsein hatte, denn die Zwerge erinnern mich an die Deutschen (viele kleine Reiche, Handwerker, groß im Kleinen, klein im Großen), die Mentalität ist mit der jüdischen eng verwandt. Die Reiter wirken wie die Husaria, die polnisch-litauische schwere Reiterei, die einst Osteuropa beherrschte und als beinahe unbesiegbar galt, die deutsch-preußische Mythologisierung des Deutschen Ordens ist im Grunde eine billige Kopie, die später Hitler auf Kettenraupen nachbaute – der weisere Post-Ostpreuße Tolkien könnte Buchstaben genommen haben. Sauron kann für so ziemlich alles stehen, was aus dem Osten kommt, Berlin, Moskau, Karakorum, für Tolkien im Schützengraben dürfte es ein Donnergrollen am selben Horizont gewesen sein – als ich in der Ukraine war, habe ich mit dem gleichen Gefühl über die endlose Ebene nach Osten geschaut. Heute hockt Sauron halt im Kreml und züchtet seine Kreaturen aus Internet-Zombies. Und der Deutsche Orden war es, der den Heiligen Krieg aus Palästina mit all seiner genozidal-fanatischen Schwarzweiß-Schärfe nach Osteuropa transplantiert hatte, wo auch Kreuzritter und Kolonisten auf Heiden trafen, doch die Konflikte eher in Richtung „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ neigten. Ukraine ist so was wie das Westjordanland, wie es ein israelischer Tolkien gern hätte, während Putin die Ukraine gern so hätte, wie das Westjordanland. Ich hätte gerne genug Gulaschkanonen und Wodka, um all die Spinner in einen überfressenen, seligen Schnapsleichenfriedhofsfrieden zu bomben.

    Nun, im Multikulti-Osteuropa gewinnt das Pack, das sich verträgt. Immer und immer und immer wieder. Sie kennen Mittelerde von Tokien, mir wurde so was als Geschichtsbücher verkauft. Nicht, dass der Wahrheitsgehalt größer gewesen wäre, aber solche Mythen zeigen nicht, wie es war, sondern wie es hätte sein sollen, denn wenn wir die Geschichte wiederholen, dann bitte nicht die, die wirklich passiert ist. Rest ist Cultural Genetic Engineering, wir züchten tote Orks zu Engelsseelen, die einen Körper suchen. Und fördern dabei Seelen zutage, die älter sind als Sonne und Erde.

    Twitter ist gefallen, doch Mastodon hält den Ork-Horden stand. Oder Zombie-Horden, wenn wir meine Metaphern verwenden. Ich wünsche Ihnen feste Mauern, genug Land, um Futter anzubauen für Sie, für genug Nachbarn, um von Ackerbau und möglichst auch Handel leben zu können, und für die Soldaten, die das alles bewachen, und einen König, der weise genug ist, nicht zum Zombie King zu werden, der all das für ruhmreiche Beutezüge opfert. Haben Sie doch noch eine Arche gefunden. Zumindest für die Seele, eine für den Leib ist noch in Arbeit. Nur nicht den Ausguck und den Radar vergessen, sind stürmische Zeiten heute, zu Land, zu See und in der virtuellen Welt. Möge die Macht mit Ihnen sein, leben Sie lang und in Frieden, ne, zwei Spitzohren, aber mit Elben nur verwandt. Aber die Message passt schon. Faszinierend.

  5. Guten Morgen, lieber Herr Dr. Michael Blume und vielen Dank für diese Würdigung.
    Der Schreiber dieser Zeilen hat sog. Fantasy-Literatur stets gemieden, außer Terry Pratchett, von dem er fast alles gelesen hat, auch seine Frühwerke und seine Kinderliteratur, weil Pratchett stets auch philosophisch vorhatte.
    Die von Tolkien genannte Herleitung seines Nachnamens könnte stimmen, vergleiche :
    -> https://www.etymonline.com/search?q=kühn
    Bekanntlich sind sog. Angelsachsen in Britannien einstmals eingereist.
    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg
    Dr. Webbaer

  6. @Blume
    Lesen Sie das Zeug tatsächlich, das ich hier anschleppe? Oder sonst wer?
    📖 🤓 😳 🤯

    @Paul S
    Wußten Sie, dass…

    Leonard Nimoy erfand den vulkanischen Gruß für die TOS-Episode Weltraumfieber. Er ist an einen jüdischen Segen (Birkat Kohanim) angelehnt, bei dem ein Rabbi diese Handhaltung mit beiden Händen einnimmt, während die Gemeinde ihm den Rücken zuwendet. Die Geste symbolisiert den hebräischen Buchstaben Shin, welcher der erste des Wortes Shaddai (allmächtig) ist.

    https://memory-alpha.fandom.com/de/wiki/Vulkanischer_Gruß

    Und hier suchte jemand nach östlichem Material in LOTR. Das ist leider schlecht übersetzt, aber man ahnt noch den Sinn; siehe auch die Karte, die in Richtung Ihrer Vermutung bzgl. Osteuropa geht:
    https://iiworks.com/tolkien-is-a-russian-trace-is-there-a-great-slavic-influence-in-the-lord-of-the-rings/

      • Allein meinetwegen müsste Athen im Eulenkot ertrinken…

        Danke, ebenfalls alles Gute!

        P.S.:
        Nicht jeder Kommentator (wie ganz oben) ist tatsächlich böswillig. Ich habe mich lange in einem Forum mit einem Durchschnitts-IQ von >140 (ich bin weit darunter) herumgetrieben, das viele Nicht-Neurotypische frequentierten. Da wurde dann darauf Rücksicht genommen, das zB die “Im [Autismus-]Spektrum” halt Dinge oft sehr wörtlich verstanden, oder dass mal jemand überreagierte, wenn ein persönlicher wunder Knopf gedrückt wurde. Meist reichte es, wenn der nächste Kommentator ein “Less of this, please.” oder “Less snark, please.” oder so äußerte. Die Diskursqualität wurde von allen geschätzt und aktiv hoch gehalten, und das Verständnis für die vielen sehr ideosynkratischen Kognitions- und Diskussionsstile hat dazu beigetragen. Ich will @Freyling nichts unterstellen, aber habe mir angewöhnt, immer erstmal guten Willen und andersartiges Weltauffassen anzunehmen, und lese auch seinen Kommentar eher so.

          • ‘Hater’ sind als Kommentatoren, die Gegenrede beibringen, oft sich wiederholende, und dabei ihren Hass zum Ausdruck bringen, brauchbar definiert?
            ‘Trolle’ sind als Kommentatoren, die sich gerne wiederholen, ihre Steckenpferde haben, und zwar oft ebenfalls Gegenrede beibringen, aber keinen Hass zum Ausdruck bringen, brauchbar definiert?
            ‘Störer’ sind als Kommentatoren, die sozusagen alles Mögliche kommentarisch einreichen, dabei bewusst oder unbewusst auch über die Menge an Kommentar stören, direkt dem Inhalt schaden, brauchbar definiert?

            Bei Störern zur Moderation, manchmal auch zur strengen Moderation greifen, Trolle bestmöglich (sofern es irgendwie geht) ignorieren, bei Hatern möglichst genau hinschauen, in jedem Fall locker bleiben und nur in schwerwiegenden Fällen moderieren?
            Manchmal den Hatern gegenreden, oft also auch nicht?

          • Danke für die Anregungen zur sog. Trollkunde, lieber @Webbaer!

            2012 – also vor 10 Jahren (!), auch damals sollte übrigens lt. einigen Maya-Kalender-Fans die Welt untergehen – gab es hierzu schon einmal einen Blogpost, in dem die Troll-(“Störer”)-Unterkategorien von Sockenpuppen, Cranks und Hatern humorvoll und mit Song diskutiert wurden:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/trollkunde-sockenpuppen-cranks-und-hater/

            Im Grundsatz würde ich auch hierbei weiterhin zwischen Relativismus und Dualismus unterscheiden: Eine Störerin, die immer nur ihre eigenen Sätze lesen will, erlebe ich anders als einen Hater, dem es dualistisch um das Angreifen vermeintlicher “Feinde” geht. Auch in den Troll-Mythologien z.B. von Spielen und Filmen finde ich diese Bandbreite zwischen knuffigen Aufmerksamkeits-Heischern einerseits und aggressiven Angreifern andererseits.

            Vielleicht wäre es ja wirklich an der Zeit, daran mal wieder zu arbeiten, darüber zu schreiben oder zu sprechen…

            Danke für die konstruktiven Anregungen!

  7. Paul S
    08.12.2022, 21:25 Uhr

    Morgen werden wir Zwerge, Orks und Ents im Reagenzglas züchten.

    Hunde und Katzen ohne Fell haben wir ja schon. Das stört allerdings niemanden. Und warum? Ganz einfach, weil sie durch herkömmliche Kreuzung gezüchtet wurden. Wäre Gentechnik im Spiel gewesen, würde die Öffentlichkeit ganz anders reagieren.

  8. Nachtrag: Ich kenne allerdings die Vorgeschichte zwischen Ihnen beiden nicht. Vielleicht liege ich also ganz falsch.

  9. Was sich in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts bereits damals schon abgezeichnet haben mag: das Pöbelnet.
    Nun haben wir es.
    Schlimm?
    Warum?
    Nur, weil wir damit noch nicht umgehen können?

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