Ramadan- und Zuckerfest, die deutsch-islamischen Feiertage

BLOG: Natur des Glaubens

Evolutionsgeschichte der Religion(en)
Natur des Glaubens

In der islamischen Tradition heißt es Id ul-fitr und bezeichnet die ersten zwei bis maximal drei Tage des Monats Schauwal, der auf den Fastenmonat Ramadan folgt. Mit diesen Feiertagen – die wie der islamische Mondkalender insgesamt je um 10-11 Tage durch das christlich-europäische Sonnenjahr “wandern – endet also die Fastenzeit. Viele Muslime besuchen die Moschee für ein Festgebet und sogar sehr viele suchen an diesen Tagen ihre Familien und Freunde auf und beschenken einander mit Süßigkeiten. Im Türkischen werden diese Festtage daher auch Seker Bayrami (gesprochen: Scheker Bairami) – Zuckerfest genannt. Spannend ist aber auch zu sehen, wie gerade dieses Fest längst einen selbstverständlichen, deutsch-islamischen Charakter und Geschmack angenommen hat. Darüber will ich heute bloggend berichten.

Von Plätzchen und Datteln

Fangen wir bei den Speisen an: Süßspeisen hatten in den oft noch vor allem landwirtschaftlich geprägten Kulturen der Türkei eine besondere Bedeutung, sie waren köstlich, kostbar und stärkend. Auch Muslime in Deutschland werden freilich inzwischen mit dem täglichen Überangebot an Zucker und Kalorien konfrontiert – und machen es wie andere Deutsche auch: Sie bewahren sich Süßigkeiten für besondere Zeiten auf. So, wie Plätzchen (fast nur noch) zur Adventszeit gehören, gönnen sich viele muslimische Familien Datteln (fast nur noch) während des Ramadan. Und zu den Iftar-Abenden wie dann auch zum Ramadanfest werden besondere Süßspeisen gereicht wie die türkischen Seker Pare (Zuckerstücke), kleine (köstliche!) süße Kuchen.

Deutsch-islamische Einigung und Hamburger Anerkennung

Dass das Fest Teil des deutschen Alltagslebens wurde, bemerkten islamische Verbände schon früh. Und so gelang es dem damals neu gegründeten Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) 2008, erstmals eine gemeinsame Kalenderberechnung zu vereinbaren. Zu einem schönen Bestandteil der deutschen Tradition ist auch das gegenseitige Grüßen von Kirchen und islamischen Verbänden je zu den Feiertagen geworden – hier finden Sie zum Beispiel die Grußbotschaften der katholischen Diözesen und evangelischen Landeskirchen an die Muslime zum Ramadanfest 2012.

grussworte_der_beiden_grossen_kirchen_zum_ramadan2012.pdf 

Auch die offizielle Anerkennung schreitet voran. In vielen Bundesländern dürfen muslimische Schülerinnen und Schüler den Feiertag begehen – wobei von Schulbefreiungen (wie sie auch für christliche und jüdische Kinder gelten) nur sehr selten Gebrauch gemacht wird.

Zum ersten Mal eine offizielle Anerkennung erfahren drei islamische Feiertage – darunter das Ramadanfest – nun in Hamburg, in dem sie laut Vertrag zwischen Stadt und islamischen Religionsgemeinschaften “kirchliche Feiertage im Sinne des Hamburger Feiertagsgesetzes mit den Rechten aus § 3 des Feiertagsgesetzes” werden. Das bedeutet nicht, dass die Feiertage nun allgemein freie Tage wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten werden, aber doch, dass Muslime an ihnen frei bzw. Urlaub nehmen können wie z.B. Christen am Buß- und Bettag oder Juden an Rosch Ha-Schana (Neujahrstag).

Hier der Text des Vertrages der Stadt Hamburg mit den islamischen Religionsgemeinschaften, der derzeit im Hamburger Landesparlament – der Bürgerschaft – beraten wird.

 hamburg-vertrag-muslim-verbaende.pdf

Neue Vielfalt lässt sich sehen und schmecken

Mir ist völlig klar, dass es wieder Leute geben wird, denen Deutschland ohnehin schon viel zu bunt und vielfältig geworden ist und die sich lieber eine gesichtslose Einheitsgesellschaft wünschen (“Soll doch jeder zu Hause feiern!”). Meist handelt es sich dabei um Menschen, die auch für die Pflege christlicher Traditionen bislang eher wenig geleistet haben. Denen kann ich aber die realistische Feststellung nicht ersparen: Wir werden schon aus demografischen Gründen eher noch bunter werden. Und wenn wir eine freiheitliche Gesellschaft mit Grund- und Menschenrechten bleiben wollen, können wir den bei uns neuen Traditionen die Gleichberechtigung nicht verwehren. Es liegt an uns, ob wir die neue Vielfalt bemäkeln oder als Chance gemeinsam leben.

Allen Musliminnen und Muslimen wünsche ich ein gesegnetes Ramadanfest und auch allen anderen Leserinnen und Lesern schöne Sommertage!

  • Veröffentlicht in: Islam

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

62 Kommentare

  1. @ Danke!

    Danke Michael für diesen schönen Text. Wie ich gelesen habe, wäre das Hamburger Modell auch in Baden-Württemberg denkbar.

    Auch dir und deiner Familie schöne Festtage mit vielen türkischen Süßigkeiten. 😉

    Dein Hussein

  2. @Hussein

    Vielen Dank – und Dir und den Deinen auch ein gesegnetes Fest von uns!

    Du hast ja damals mit Deinem wunderschönen Blogpost “Weihnachten im Islam” auch Chronologs-Geschichte geschrieben. 🙂
    https://scilogs.spektrum.de/…2-22/weihnachten-im-islam

    Tatsächlich scheinen Blogs recht geeignet zu sein, um auch mal Aspekte vorzustellen, die im normalen, interreligiösen Leben längst gewachsen und normal geworden sind. Auf Deinen nächsten Blogpost freue ich mich schon!

  3. Urlaub vom Glauben nehmen

    Viele Menschen sind von Geburt an von Religionen vereinnahmt worden. Religionen vereinnahmen die Menschen von klein auf und prägen sich durch ständige Wiederholung von Texten und Riten tief in das Gehirn ein.

    Streng religiöse Menschen sollten auch einmal Urlaub vom Glauben machen, damit sie den Kopf etwas frei bekommen.

    Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien zum Unterschied zwischen religiöser Weltsicht und rationaler Welterklärung Stellung zu nehmen.

    Joachim Datko – Physiker, Philosoph
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    http://www.monopole.de

  4. Herr Datko

    Sie Armer. Da feiern die religiösen Menschen in ihren Familien mit Kindern viele Feste und Sie sitzen alleine rum und niemand hört Ihrem Grobatheismus zu. Logisch schieben Sie Hate.

    Allen MuslimInnen einen schönen Ramadantag und allen anderen, auch Herrn Datko, einen sonnigen Sonntag!

  5. Vertragt Euch! 🙂

    Das Radiointerview hat wieder viel Freude gemacht, ich stelle es dann wieder ein.

    Gesegneten Sonntag Ihnen/Euch allen!

  6. Ach Kasslerin

    Sie glauben also, nur wenn man GLAUBT, darf man feiern? WISSEN Sie nicht?

    Dass der Datko ein I**** ist, wissen wir alle, nein, ich weiß das, SIE glauben ja nur, wie der BLUME, der weiß ja auch nichts, der GLAUBT ja nur.

    An alle: Nur wer frei denkt, ohne religiöse Schere im Kopf, kann VERSTEHEN, religiöse Menschen müssen immer alles GLAUBEN. Ergo: Religionen machen dumm.

  7. @Joachim Datko

    Falls Ihr Beitrag nicht nur Werbung sein sollte, möchte ich darauf mal antworten:

    Zwar mache ich selbst grade einen langen Urlaub von Glauben, in dem ich mich persönlich mit solchen Themen überhaupt nicht befasse, weder “Ritualen” noch “Predigten” beiwohne und so weiter, aber ich habe zumindest Verständnis dafür, was diese Dinge manchen Menschen bedeuten können.

    Und ich halte es einfach für viel zu kurz gegriffen, hier einen “Urlaub” zu empfehlen. Nimmt man nur die rein emotionale Bedeutung von Religionen, so kommt ein Urlaub von Religion einem Urlaub von Musik oder vom Lesen gleich. Beides Tätigkeiten, die für viele Menschen verzichtbar sind, aber für einige absolute (emotionale) Grundlage ihrer Existenz bilden.

    Abgesehen davon sehe ich nicht, dass Atheisten oder Anhänger anderer “Weltsichten” jemals Urlaub von ihrer Einstellung nehmen würden, um den Kopf frei zu bekommen. Es gibt zwar einige – meist mehr “intellektuelle” – Menschen, die nicht nur in der Lage sind, von ihrer Position Abstand zu nehmen, sondern diesen ab und zu sogar suchen, aber diese Leute stellen doch wohl eher eine kleine Minderheit dar.
    Und es stellt sich die Frage, was ihre Einstellung denn überhaupt bringt in einer Welt, in der die meisten Leute selbstverständlich mit den Anspruch auftreten, die Wahrheit ™ gefunden zu haben und deshalb besondere Autorität zu besitzen.

    In diesem Sinne, hoffe ich euch nun urlaubsreif gelangweilt zu haben und verschwinde dann nun wieder…

  8. @Wegdenker: Don’t feed the Trolls

    Vorsicht, lieber @Wegdenker, bei @Datko handelt es sich um einen Hater, der mangels Aufmerksamkeit durch die Blogs zieht und zu provozieren versucht. Sehr schnell steigert er sich dann in (auch) antisemitische Tiraden hinein und hofft, so weitere Aufmerksamkeit zu erheischen.

    Für Leute wie ihn habe ich vor einiger Zeit mal diesen Blogpost mit einem wundervollen Song darin eingestellt:
    https://scilogs.spektrum.de/…enpuppen-cranks-und-hater

    Ihnen einen schönen, erholsamen & interessanten Urlaub!

  9. Natur der Islamophobie

    Es ist wirklich beeindruckend, dass es ausreicht, einen beschreibenden Text zur Praxis des Islam in Deutschland zu veröffentlichen, um die Islamophoben hervorzulocken. Es darf offenbar nicht sein, was schon längst Realität und unaufgeregter Alltag ist. Dass der bekennende Christ Michael Blume dann auch noch Islamverehrer umgedeutet wird, wirkt auf mich wie das Ergebnis eines Zirkelschlusses, etwa: Kein Nichtmoslem könne mit Moslems dauerhaft friedlich leben (unabhängig aller Randbedingungen). Wer das doch kann, der müsse also selbst irgendwie dem Islam besonders verbunden sein.

    Nichts wirkt auf mich harmloser als die Aufzählung, wie man die Fastengebote mit dem modernen Leben vereinbart. Vor solchen Herausforderungen standen alle Religionen, die in sakulären, westlichen Industrienationen verbreitet waren oder Verbreitung fanden. Wenn die Antwort nicht “Abkehr vom weltlichen Leben” lautet, sondern “Vereinbarkeit von Glauben und Alltag”, ist das ein klares Signal für Maß und Moderne. Dass das für den Islam in Deutschland nichts Neues ist, sondern nur noch einmal erwähnt werden muss, weil es so unbekannt ist, deutet eher darauf hin, dass die wirklichen Probleme sich aus dem Nichtwissen über den Islam speisen.

  10. @Kunar

    Wahr gesprochen, mein Freund. Die Islamophoben fürchten sich, weil es ihnen selbst an Identität mangelt – an haltbaren Beziehungen, an Kindern, an religiösen Traditionen. Doch statt sich der eigenen Ängste und Schwächen zu stellen suchen sie lieber Minderheiten – Muslime, Juden, Roma usw. – gegen die sie hetzen. Dadurch aber beschleunigen sie den moralischen und kulturellen Niedergang nur. Den Mut, sich durch die Vielfalt zum Guten anstacheln zu lassen finden die meisten dieser “Helden” leider nicht…

  11. Einbahnstraße?

    Ich werde manchmal das Gefühl nicht los, daß christlich-muslimische Dialogbereitschaft hierzulande eine Einbahnstraße ist. Täusche ich mich da, oder gibt es zu Weihnachten oder Ostern auch Grüße von muslimischer Seite?

  12. @Kohelet: Grüssen auch Muslime?

    Gut, dass Sie fragen – denn Sie täuschen sich in dieser Sache wirklich. Muslime grüssen und gratulieren ebenso zu Weihnachten wie Christen zu den islamischen Feiertagen. Hier auf den Chronologs bloggte beispielsweise Hussein Hamdan dazu sein “Weihnachten im Islam” bereits 2008:
    https://scilogs.spektrum.de/…2-22/weihnachten-im-islam

    Und er schloss darin: In diesem Sinne: Frohe und besinnliche Weihnachten!

    Und damit Sie sehen, dass er damit auch keine isolierte Ausnahme darstellt, hier die offiziellen Weihnachtsgrüße des Koordinationsrates der Muslime zum letzten Weihnachtsfest 2011:
    http://www.koordinationsrat.de/…d=73&lang=de

    Während sowohl salafistische wie auch islamophobe Splittergruppen jedoch breiteste Medienaufmerksamkeit geniessen, sind diese guten und längst etablierten Traditionen der Mehrheiten leider in der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt. Konflikte und Vorurteile verkaufen sich leider einfach leichter (“Bad news are good news”)…

  13. Und wieder werden die die den Islam in irgend einer Art kritisieren sofort verdammt, gemeinsam angegriffen und in irgentwelche Ecken gestellt. Man will ja unter sich bleiben.
    Wenn man es auch noch wagt auf den Koran hinzuweisen mit seinen zum Teil unmenschlichen Versen ist man entgültig in der rechten bösen Ecke.
    Warum?
    Warum sehen Sie nur das wenig positive an dieser Ideologie?
    Die auf nur auf Unterwerfung und Unterdrückung aufgebaut ist. Viele Länder auf dieser Erde sind ein lebendes Beispiel dafür.
    In den Länder in denen der Islam die Oberhand gewinnt werden die Christen systematisch verfolgt,unterdrückt und angegriffen.
    Informieren Sie sich nicht oder sind Sie (Blume und Freunde) blind auf dem islamischen Auge?

  14. Michael Blume @Kohelet: Grüssen auch ..

    Hussein Hamdan ist soweit ich weiß der einzige der grüßt.
    Als Blutsbruder von M.B.erwartet man das.
    (War nur ein Scherz):-).

  15. Studien und ihre Wahrnehmung

    Nein, ich habe tatsächlich nicht eine ganze Studie und irgendwelche Zeitungsartikel gelesen, bevor ich eine Meinung zu diesem einen konkreten Beitrag in “Natur des Glaubens” hatte. Um über Naschwerk und praktische Lösungen für Glaubensvorschriften zu lesen, reicht mir mein gesunder Menschenverstand.

    Zum Thema “Islam in Deutschland und wie über Studien zum Thema in der Presse berichtet wird” fällt mir noch ein Beispiel jüngeren Datums ein. Das führt aber vom eigentlichen Thema des Artikels weg.

  16. @Kunar

    Wenn Sie den Koran lesen und dann Ihren gesunden Menschenverstand benützen, was sagt Ihnen dann dieser.
    Beispiele Sure 2 Vers 191
    Sure 9:5 47:4 5:33 …
    Gut das sind ausgesuchte Verse aber deshalb stehen diese Verse auch in einem sogenannten heiligen Buch ???
    Die Grundlagen des Islams.

  17. @Kai

    Tja, deshalb sollte man Heilige Schriften nicht nur aus dem Bauch heraus lesen, sondern mit ein wenig Kenntnissen.

    Wenn Sie sich beispielsweise auch die Bibel einmal genauer durchlesen, treffen Sie auch dort auf ganz viele furchtbare und Gewalt gebietende Stellen. Und wenn Sie den Text der französischen Nationalhymne anhören – denken Sie dann auch, dass Ihnen alle Franzosen an die Gurgel wollen?

    Fakt ist: Alle Texte sind Kinder ihrer Zeit und werden von da an interpretiert. Und so entstehen in jeder Weltreligion beständig neue, friedfertige wie auch problematische Deutungen.

    Die Menschen im Dialog und Demokraten insgesamt stärken den Mehrheiten von Musliminnen und Muslimen, Jüdinnen und Juden, Hinduistinnen und Hindus, Christinnen und Christen, Humanistinnen und Humanisten (usw.) den Rücken, die ihre Religion oder Weltanschauung in Frieden und Freiheit auf dem Boden von Grund- und Menschenrechten leben wollen.

    Ihr Extremisten macht Euch dagegen nur immer wieder gegenseitig stark. Ihr wollt keinen Frieden, sondern Ausgrenzung und Hass. Deswegen ärgern Euch die Chronologs so – und deswegen spiele ich mit dem Gedanken, eine eigene Islam-Kategorie einzurichten und noch mehr zu posten. Denn Eure Reflexe zeigen ja, dass diese Blogs ihre Wirkung haben! 🙂

  18. Chronologs

    Deswegen ärgern Euch die Chronologs so – und deswegen spiele ich mit dem Gedanken, eine eigene Islam-Kategorie einzurichten und noch mehr zu posten. Denn Eure Reflexe zeigen ja, dass diese Blogs ihre Wirkung haben! 🙂

    Die ‘Chronologs’ sind eine hiesoge Kategorie und eine Sammlung von Webinhalten, bitte nicht verallgemeinern.

    Was den Schreiber dieser Zeilen aber idT interessiert, wäre die von Ihnen anvisierte Konzentration auf die Kategorie Islam. Hier könnten Sie dann u.a. auch Ihre Sicht auf die dschihadistische / moderat islamistische [1] Gülen-Bewegung präzisieren:
    -> http://www.sueddeutsche.de/…uns-nicht-1.460803-2
    -> http://de.fgulen.com/content/view/37/6/

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1] je nach Sichtweise

  19. @ Blume

    Soll also heißen alle die Moslems die die Schriften des Koran lesen wissen das was da geschrieben steht,eigentlich ganz anders ist !???
    In den Moscheen werden die Suren gepredigt, in den Koranschulen auswendig gelernt !
    Ich hab in den christlichen Predigen (der neueren Zeit) nichts gehört über die gewalttätigen Bibeltexte.
    Gibt es im neuen Testament überhaupt eine erwähnenswerte Anzahl von gewalttätigen Zitaten?
    Soweit man weiß wurde der Koran niemals reformiert (kann auch nicht da die Worte ja angeblich direkt von Gott kamen).
    Herr Blume die Menschen die in islamischen Ländern leben stärken die Minderheiten wie Juden,Christen oder Hindus leider nicht. Im Gegenteil und das wissen Sie genau deshalb wirken Sie immer öfter unglaubwürdig .
    Ihr immer wiederwährender Gerede von Extremisten und Rechtsradikalen zeigt was Sie von Kritik und Meinungsfreiheit halten.
    Vielleicht haben die viele UFO Blogs und Vorträge über Ausserirdische Sie vom Nachdenken abgehalten.

  20. @Kai

    Heute erinnert sich die Republik an die rechtsextremen Ausschreitungen in Rostock, die über Tage andauerten. Und jeden Tag werden mehr und mehr schockierende Details rund um die NSU-Mörder und ihre Sympathisanten bekannt. Und da haben Sie die Chuzpe, so zu tun, als gebe es keinen Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus in Deutschland? Und regen sich stattdessen darüber auf, dass Christen und Muslime einander zu ihren Feiertagen gratulieren?

    Ihr hasst die Demokratie, setzt auf Verschwörungstheorien und habt mit dem Antisemitismus bereits gezeigt, dass Ihr immer Minderheiten sucht, gegen die Ihr hetzen könnt.

    Als ich über den Salafismus und auch die Gefahren des islamistischen Extremismus bloggte, tauchte keiner von Euch auf:
    https://scilogs.spektrum.de/…ten-das-internet-benutzen

    Aber wenn ich über normale, friedliche Muslime, über den Alltag und das wachsende Miteinander schreibe, dann werdet Ihr richtig wütend. Psychologisch SEHR interessant! Ihr habt Euch dem Hassen verschrieben, Jungs – und das macht nicht glücklich.

    PS: In Sachen UFO-Religionen sind Ihre rechtsextremen Freunde übrigens selbstverständlich auch sehr aktiv, googeln Sie mal nach “Reichsflugscheiben”. Vielleicht sollte ich dazu tatsächlich auch mal bloggen… 😉

  21. @Kai: Islamische Theologie

    So, und falls Sie doch an Argumenten interessiert sein sollten, hier eine Antwort auf Ihre Frage:
    Soll also heißen alle die Moslems die die Schriften des Koran lesen wissen das was da geschrieben steht,eigentlich ganz anders ist !???
    In den Moscheen werden die Suren gepredigt, in den Koranschulen auswendig gelernt !

    Nochmal der Hinweis: Religiöse Texte werden “immer” interpretiert, was Sie auch daran erkennen können, dass auch im Islam schnell unterschiedliche Konfessionen und Rechtsschulen entstanden. Die fundamentalistische Fiktion, dass ein Text nur auf eine bestimmte Weise verstanden werden könnte, wird durch die Religionsgeschichte aller Weltreligionen täglich widerlegt.

    Deswegen sind der beste Schutz gegen Extremismus eine vielfältige Theologie und ein Religionsunterricht je auf dem Boden unseres Grundgesetzes und in den Schulen. Wer gelernt hat, mit der eigenen Tradition und der Vielfalt darin kritisch-konstruktiv umzugehen, wird gegenüber Fundamentalisten weniger anfällig. Und dies gilt nicht nur für Muslime, sondern ebenso – man vergleiche z.B. Deutschland mit den USA – für Christen, Juden usw.

  22. Religionsunterricht

    Deswegen sind der beste Schutz gegen Extremismus eine vielfältige Theologie und ein Religionsunterricht je auf dem Boden unseres Grundgesetzes und in den Schulen.

    Man darf gespannt sein, wie der bundesdeutsche Religionsunterricht ausfallen wird beim Islam. Denn die islamischen Konzepte (Dschihad, “Welt des Islam” vs. “Welt der Ungläubigen”-Theorie, die Scharia, Menschenrechte etc.) kollidieren mit allem, was die Europäische Aufklärung zu bieten hat, problematisch auch die Wertezuweisungen für andere. Aber das wissen Sie ja auch, das wissen mittlerweile dem Anschein nach fast alle.

    MFG
    Dr. Webbaer (der den Reli-Unterricht also beobachten wird)

  23. Gewalt in der Bibel vs. Gewalt im Koran

    Einen sehr ausführlichen und differenzierten Text zum Thema habe ich hier gefunden:
    http://www.meforum.org/…m-gewalttaetig-wie-islam

    Die brutalen Stellen der Bibel werden hier nicht etwa geleugnet, sondern als das präsentiert, was sie sind: bereits zum Zeitpunkt ihrer Niederschrift -historisch- und in diesem Kontext bewertet als “zu jenem Zeitpunkt in Bezug auf jene Völker durch Gottes Willen gerechtfertigt” wie z.B. die Landnahme in Kanaan oder auch “leider passiert, ohne daß Gott eingegriffen hätte” wie jene Ereignisse, die beinahe zur Auslöschung des Stammes Benjamin im letzten Kapitel des Buches der Richter geführt hätten.

    Die Frage ist letztlich weder “erzeugt der Islam Gewalt” noch “erzeugen monotheistische Religionen Gewalt” sondern “machen der Koran und die Sunna des Propheten es gewaltsuchenden Jungmännern besonders leicht, ihre Religion als Ausrede zu benutzen?”.

    Ich schrieb schon an anderer Stelle, daß es in der Biographie des Mohamed einen Bruch gibt: vor der Hijra ein Prophet des Friedens und der Toleranz, danach ein Machtpolitiker und Warlord.

    Im Christentum gibt es Leute, die sich bei jeder schwerwiegenden Entscheidung fragen “What Would Jesus Do” (WWJD).

    Ein Muslim, der sich fragt “WWMD” müßte sich zwischen “early Muhammad” und “late Muhammad” entscheiden…

  24. @Störk

    Ein Muslim, der sich fragt “WWMD” müßte sich zwischen “early Muhammad” und “late Muhammad” entscheiden…

    Um dementsprechend aufzulösen, gibt es das Konzept: Naskh (Abrogation)

    MFG
    Dr. Webbaer

  25. @Störk: Anhängerschaften

    Die Frage ist letztlich weder “erzeugt der Islam Gewalt” noch “erzeugen monotheistische Religionen Gewalt” sondern “machen der Koran und die Sunna des Propheten es gewaltsuchenden Jungmännern besonders leicht, ihre Religion als Ausrede zu benutzen?”.

    Sie sind anscheinend Schröderianer (‘Islam ist das, was die Muslime daraus machen.’), sehr krude!

    Könnte statt der bösen empiristischen Erfassung nicht einfach eine Beschäftigung mit den Schriften, mit dem “Geist” der Veranstaltung genügen?

    MFG
    Dr. Webbaer (der sich da mal durchgelesen hat, so um 1994)

  26. @Blume

    Ich weiß nicht wen sie mit “Ihr” meinen?
    Ich bin überzeugter Anhänger der Demokratie und der Meinungsfreiheit.
    Ich kann Kritik gut vertragen und lass mich gerne überzeugen.
    Sie sind anscheinend nur von denen überzeugt die Ihrer Meinung sind.
    P.S. Reichsflugscheiben ??

  27. @Kai

    Das freut mich sehr – da lasse ich mich gerne von überzeugen! Und wenn ich den Austausch von Meinungen nicht genießen würde, würde ich nicht bloggen.

    Zum Thema “Reichsflugscheiben” poste ich dann auch mal gerne etwas extra. Ja, auch UFO-Glauben gibt es in Nazi-Varianten…

  28. Reichsflugscheiben…

    … der Mythos, daß “fliegende Untertassen” keine außerirdischen Fluggeräte sind, sondern höchst irdische Rundflugzeuge, ist ja inzwischen im Film “Iron Sky” auf amüsante Weise verwurstet worden.

    Das krasseste daran ist aber, das es inzwischen tatsächlich “Diskus-Raumschiffe” gibt: man schaue sich nur mal nebenan bei Astra die Mars-Atmosphären-Eintrittsstufe von Curiosity an – eine “fliegende Untertasse”, die von der Erde zum Mars geschickt wurde (allerdings von den Staaten, nicht vom Reich).

    https://scilogs.spektrum.de/…d%202%20Credti%20NASA.jpg

  29. @Kai: Koraninterpretation

    Ich war ja noch eine Antwort schuldig. Kurioserweise hat Michael Blume die beiden Beispiele gebracht, die ich ebenfalls bemüht hätte: Zum einen die Bibel, in der auch jede Menge Gewalt vorkommt und die aus Texten besteht, die ich als Laie größtenteils nicht verstehe. Zum anderen die französische Nationalhymne, die vor Gewalt nur so strotzt und die auch heute noch von vielen gesungen wird – bei der aber nur Menschen jenseits der großen Mehrheit tatsächlich meinen, sie wörtlich nehmen zu müssen.

    Was nun Koransuren und den gesunden Menschenverstand betrifft: Ich habe genug Verstand, um mich daran zu erinnern, dass ich für die Bibel eine Exegese brauche und mir mein Verstand nicht genügt. Daher gehe ich davon aus, dass es mir bei den Büchern anderer Buchreligionen nicht anders ergehen wird. Wer taugt nun am besten, um mir den Koran zu erklären? Am naheliegendsten ist die Moschee in meinem Wohnort. Schließlich gehe ich davon aus, dass ich, wenn ich einen beliebigen Moslem im Alltag treffe, er mit größter Wahrscheinlichkeit in diese Moschee geht (was nicht heißt, dass diese Wahrscheinlichkeit 50% oder mehr beträgt – es ist eben nur eine Schätzung). Daher wird die Interpretation der Koransuren, die in dieser Moschee verbreitet wird, für den Islam in meinem Alltag am wichtigsten sein. Wie ich durch kurze Recherche feststellen musste, gibt es jedoch im ach so katholischen Münster bereits vier Moscheen (Vororte nicht mitgerechnet). Es wären also sinnvollerweise vier Anfragen.

    Übrigens kann gerade die Berichterstattung über UFOs hier wertvolle Impulse geben! Angeregt durch das Interview mit dem Macher von ufo-information.de begann ich ein wenig zu stöbern und stieß auf eine Erklärung der Visionen des Hesekiel (PDF). Dieser Bibeltext wird als “Nachweis” für Besuche von Außerirdischen verwendet. Die Exegese hingegen liefert eine für mich sehr vernünftig klingende, nachvollziehbare Deutung – auf die ich selbst allerdings mangels Hintergrundwissen nie gekommen wäre. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie man einen Text überhaupt nicht verstehen kann, wenn man “nur” den Blick von heute (und eine bestimmte Erwartungshaltung) hat.

  30. @Kunar

    Noch einige Hinweise zum Koran.
    Im Koran kommt das Wort töten 180mal vor dabei 27mal in Befehlsform ?!!
    Im Islam (übersetzt:Unterwerferung, Niederwerfung))
    gibt es keine Religionsfreiheit, keine Toleranz gegen Randgruppen (z.B.Homosexuelle) und einen unendlich tiefen Hass auf Juden.
    (s.Attentat letzte Woche auf einen Rabbiner ausgeführt von arabischen Jugendlichen). Da können die Wohlmeinenden noch soviel diskutieren und labbern es wird sich nichts ändern.

  31. @Kai

    Psychologisch ist es verständlich (wenn auch etwas schwach), dass Sie den Holocaust, die beiden Weltkriege usw. am liebsten verdrängen bzw. den Muslimen in die Schuhe schieben würden. Und dabei ist es eine bittere Ironie, dass die Antisemiten genau so argumentiert haben, wie Sie es jetzt wieder versuchen: Hier sei der friedfertige Jesus, dort der böse, gewalttätige Moses.

    Euch Ängstlichen fällt halt nix Neues ein… Ich wünsche Ihnen die Kraft und den Mut, sich der echten, komplexeren Welt und Weltgeschichte zu stellen.

  32. @Blume

    Das hat bei Ihnen Methode, dass Sie Kritik am Islam in die rechtsradikale Ecke packen und den Holocaust herausholen?

    Sie sollten sich aus Sicht dieses Schreibers dbzgl. bessern, wenn Sie ernst genommen werden wollen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  33. @Webbär

    Sie und Ihre islamophoben Freunde sollten sich halt fragen, ob Sie uns “Gutmenschen” verhöhnen, weil wir angeblich zu weich seien, oder wehleidig darüber wimmern wollen, wenn wir klare Ansagen machen.

    Meint Ihr wirklich, Ihr könnt andere von oben herab “kritisieren”, aber für Euch selbst Watte beanspruchen? Mit selbstgestrickten Koraninterpretationen kommen, aber nicht einmal die jüngere deutsche Geschichte kennen? Sorry, nicht hier.

    Solche Typen habe ich schon auf dem Schulhof verachtet: Stark gegenüber vermeintlich Schwächeren, aber klein mit Hut, wenn ihnen jemand die Schranken zeigt.

    @Webbär – so oft hier jemand mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ankommt, so klar werde ich auch in Zukunft darauf antworten. 🙂

  34. @Blume

    Ihr Verhältnis zur Islamkritik ist nicht OK, Sie kennen doch die Konzepte. Sie entschuldigen bspw. Gülen und sein Verständnis des Dschihad.

    Aber auf solche Einwände erhält man von Ihnen keine Antwort.

    Sie reagieren nur [1], wenn Sie berechtigterweise oder unberechtigerweise Kritik an den Gläubigen erkennen. Diese hat der Schreiber dieser Zeilen immer gemieden, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf das gute Buch und andere gegenständliche Quellen.

    Wobei es natürlich auch mit denjenigen, die die heiligen Stätten des Islam regieren, also mit den Salafiten (Saudi-Arabien, hier herrscht die Sunna) und den Khomeiniisten (Iran, Schia) übel aussieht.

    Warum kommt denn da von Ihnen nichts? Muss erst gewartet werden, wenn der Islam auch in Europa, also nicht nur in Arabien, seine Macht entfaltet? Wenn Juden gehetzt werden?

    Warum haben Sie solche Probleme mit der Islamkritik?

    MFG
    Dr. Webbaer

  35. Interview mit Cem Ülay

    Der Deutsche Buchautor mit türkischen Wurzeln, Cem Ülay in einem Interview des Hessischen Rundfunks Ende August 2012, auf die Frage ob der Rassismus in Deutschland zunehme:

    „Aufsteigender Rassismus kommt oft durch das Verhalten der Migranten selbst. Wenn man das nicht in den Griff bekommt wird es schlimmer werden. Die Zahlen sprechen dafür. Aber du kannst nichts machen, die Ignoranz ist zu gross, man will darüber nicht diskutieren, man will davor die Augen verschliessen. Ich habe immer gedacht, dass die Rechten das Problem wären. Ich habe erlebt, dass die Gutmenschen ein Riesen Problem darstellen, da Sie ideologisch so verblendent sind, dass man nicht mit ihnen Reden kann und dadurch auch keine Veränderungen mit ihnen gestalten kann. „

    http://www.hr-online.de/…/index.jsp?rubrik=47586

    Das Interview mit Cem Ülay wurde im Themen Block “Von iPads, Smartphones und Apps”
    untergebracht, kommt aber gleich zu Anfant.

  36. @Webbär & RD

    Ansage: Ich habe ein Problem mit Leuten, die unter dem Schutz vermeintlicher Anonymität Stimmung gegen Menschengruppen machen. Und ich habe definitiv ein Problem mit Leuten, die allen Ernstes glauben, “Gutmensch” wäre eine Beschimpfung. Was wollt Ihr denn sein – Bösmenschen?

    Hier auf dem Blog gab und gibt es auch Beiträge zu Themen wie Fundamentalismus, Salafismus etc. Wer es aber nicht einmal ertragen kann, dass auf einem Blog an die übergroße Mehrheit friedlicher Muslime einfach mal ein Feiertagsgruss ausgesprochen wird, sondern gleich wieder wirr “Islamkritik” einfordert, hat ein Problem: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

    Ich werde mir auch in Zukunft nicht verbieten lassen, sowohl über kritische wie auch über ermutigende Aspekte aller Weltreligionen zu berichten. Wenn Ihr nicht einmal die Feiertage anderer Religionen ertragen könnt, ohne in Zeterei zu verfallen, tut mir das Leid für Euch.

    Ansage Ende – und Löschankündigung für jede weitere Islamophobie.

  37. Islamkritk

    … geht mit Ihnen zusammen – zumindest wie erhofft oder anvisiert – also nicht, korrekt?

    Einfach nur kurz bestätigen, Sie müssen ja nicht gleich löschen. Der Schreiber dieser Zeilen klinkt sich dann auch gerne aus, sollte Ihre Nachricht dementsprechend ausfallen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  38. Herr Blume,

    Cem Ülay ist keine anonyme sondern eine öffentliche Figur. Ihm zu unterstellen sein Hauptanliegen sei es Stimmung gegen irgendwelche Randruppen zu machen ist weit hergeholt.

    Mit freundlichen Grüssen (ehrlich gemeint)
    Ralph Dihlmann

  39. Dr. Webbaer

    … ist auch keine anonyme Person, sondern eine Person, die konsistent pseudonym unterwegs ist.

    Die Unterschiede sind Herr Blume aber bereits erklärt worden – und warum Pseudonyme im Web akzeptiert werden.

    MFG
    Dr. Webbaer (der immer noch hofft die Hartleibigkeit oder Harthörigkeit erreichen zu können)

  40. @Ralph Dihlmann

    Das lob ich mir und lass ich gelten! 🙂

    Allerdings leuchtet mir nicht ein, warum nicht auch ein Cem Ülay Quark reden kann? Es gab und gibt immer Leute, die sich auf Kosten der eigenen Minderheit profilieren. Wer von “Gutmenschen” schwafelt hat meines Erachtens a) keine Ahnung und b) wohl auch keine Kinder. Denn wenn man welche hat und sie liebt, merkt man schnell, dass es schwer genug ist, Werte zu vermitteln – und töricht, sich über “Gutes” lustig zu machen.

    Auch Ihnen freundliche Grüße!

  41. @Webbär

    Kritik am Islam, am Judentum, am Christentum, an Angela Merkel, an der Fussballnationalmannschaft, am Webbären – das geht alles gerne, wenn es Thema ist. Wenn Sie es aber nicht ertragen können, dass man auch Andersglaubenden einfach mal zu ihren Feiertagen gratuliert, dann ist es vielleicht wirklich besser, wenn Sie sich ausklinken – oder wenigstens soviel Courage zeigen wie Herr Dihlmann. Übrigens: Ich würde auch Sie verteidigen, wenn jemand hier ständig gegen Sie stänkern würde. Dieser Blog ist zur Förderung des Verstehens gedacht, Hass- und Mobbingecken gibt es im Internet doch wahrlich genug…

  42. @Blume

    Sagen Sie dem Webbaeren demnächst am besten klar Bescheid, wenn er Islamkritik üben darf und wenn nicht, wenn er an den islamischen Antisemitismus erinnern darf und wenn nicht.
    Dasselbe gilt für Ihre dbzgl. Verstrickung.

    MFG
    Dr. Webbaer

    PS: Einfach drüberschreiben beim nächsten dbzgl. erlaubten Artikel!

  43. @ Blume

    Der Islam ist das beste das die menschen passieren konnte. Der Islam ist die religion von frieden und gleichheit.Er achtet die meschenrechte und auch die geleichberechtigung.
    Danke an herrn Blume das sie sich auch für uns so einsetzen.

  44. Islamkritik und “Islamkritik”

    Eine Sammelantwort zu diversen Kommentaren, die hier eingingen. (Was habe ich da nur losgetreten mit meiner späten Antwort?)

    Der Mann heißt Cem Gülay. Es lohnt sich, das Interview vollständig anzuhören, dann bekommt die hier wiedergegebene Passage Kontext. Am Anfang erwähnt er, wie man Leuten türkischer Herkunft keine Chance gab oder nichts zutraute.

    Ich werde keine Diskussion über eine Religion führen, die darauf basiert, wie häufig irgendwelche Wörter in ihren Schriften vorkommt. Michael Blume und ich hatten beide darauf hingewiesen, dass man vor Franzosen i.a. keine Angst zu haben braucht, auch wenn sie ihre blutrünstige Hymne singen. Auch sich an der Etymologie von Wörtern aufzuhängen und so zu tun, als sei der Ursprung gleich dem heutigen Sinn, halte ich für Unsinn. Für sprachliche Feinheiten gibt’s das Sprachlog von Anatol Stefanowitsch direkt nebenan.

    Was nun die Islamkritik angeht: Ich erinnere mich an einen Artikel, in dem erwähnt wird, dass es eine problematische Gruppe von Muslimen in Deutschland gibt – “streng Religiöse mit starken Abneigungen gegenüber dem Westen, tendenzieller Gewaltakzeptanz und ohne Integrationstendenz“. Der Autor beruft sich auf eine Studie sowie kritische Anmerkungen zu dieser Studie. Sein Name: Michael Blume.

    Oder der Hinweis auf eine Dokumentation zur Welt des Islam. Da kommen “Menschen, die den Westen verdammen” vor sowie “Terroristen und Unterdrücker”. Bei allem Interesse für das Thema werden auch die schlimmsten Auswüchse nicht ausgespart. Wer hat den Artikel zur Dokumentation geschrieben? Michael Blume.

    Insofern ist man in diesem Blog immer nur wenige Klicks davon entfernt, die Meinung des Hausherrn zu den negativen Seiten des Islam (oder Kulturen, in denen der Islam vorherrschende Religion ist) zu erfahren. Das ist Islamkritik.

    Irgendeine Religionsgemeinschaft mit Bausch und Bogen zu verdammen, ist hingegen nur “Kritik”. In diesem Zusammenhang zitiere ich gerne eine Anleitung für ein Hassblog. Man braucht:

    “1.) eine Faktenbasis – findet sich leicht, denn jede größere und langlebige Menschengruppe hat oder hatte irgendwelche Verbrecher in ihren Reihen.

    2.) eine Pseudotheorie, die erklärt, warum diese verbrecherische Minderheit das Wesen der Gruppe punktgenau repräsentiert, obwohl sich die Mehrheit der Gruppe nicht verbrecherisch verhält.

    3.) einen inneren Feind, der als Erklärung dafür herhält, warum es außerhalb eurer Hasscommunity keiner merkt, dass die Hassgruppe die ganze Menschheit terrorisiert und kurz vor der Weltherrschaft steht.

    4.) eine eigene Sprache, um die Gehassten zu entmenschlichen (Voraussetzung für spätere… hm… Lösungen), …”

  45. @Webbär

    Eine ernsthafte Frage an Sie: Glauben Sie, es bringt etwas, mit eingefleischten Antisemiten über “Judentumskritik” zu diskutieren? Oder ist das Zeitverschwendung, weil diese Leute meist gar nicht an Information interessiert sind, sondern sich nur immer weiter hinein steigern? Was meinen Sie?

  46. @Blume

    Sie sind immer so vorgreifend.

    Man weiß doch meist gar nicht, was die Leutz so antreibt. Der Webbaer hat bei Ihnen nun mehrfach erlebt, dass Sie islamkritische (oder auch: “islamkritische” – es glänzt da ja nicht alles vor Stringenz und man könnte idT mutmaßen…) Nachrichten [1] einfach so wegholzen.

    Muss doch nicht sein.

    Machen Sie sich einfach mal locker, ergänzen überfälligerweise Ihre Kategorisierungen um den ‘Islam’ (der ‘Buddhismus’ und das ‘Judentum’ sind ja schon da, der ‘UFO-Glauben’ (8) sowieso), und schaun, was auf Sie zukommt. – Wenn Sie mal ein wenig islamkritisch werden. Es muss ja nicht viel sein, aber an das eine oder andere Konzept (s.o.) darf oder muss man ran.

    Und Sie stehen auf der sicheren Seite, wenn Sie zumindest ETWAS machen, stehen nicht mehr in Verdacht auf einer bestimmten Empfangsfrequenz harthörig zu sein.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1] vielleicht auch unbedarfte, übertrieben ängstliche oder “ausgrenzende” Meinungen

  47. @Webbär

    Ihre Antwort auf meine Frage lautet also: Um mit Antisemiten zu diskutieren sollte ich selbst auch ein wenig antisemitisch werden? Damit mir Antisemiten nicht mehr länger vorwerfen, ein Judenfreund zu sein? Das ist ernsthaft Ihr Vorschlag?

    Der Versuch, meiner Frage auszuweichen, ging erkennbar daneben, @Webbär.

    Zu Ihrer Anregung: Klar würde ich auch gerne eine Kategorie “Islam” einrichten. Allerdings habe ich keine Lust, mich die ganze Zeit mit Islamophoben herum zu ärgern, die an echten Informationen gar nicht interessiert sind. Sie können hier ja sehen, dass Sie und andere nicht einmal normale Feiertagsgrüße ertragen…

    Versuchen Sie also doch bitte einfach noch einmal, eine ernsthafte Frage zu beantworten: Glauben Sie, es bringt etwas, mit eingefleischten Antisemiten über “Judentumskritik” zu diskutieren? Oder ist das Zeitverschwendung, weil diese Leute meist gar nicht an Information interessiert sind, sondern sich nur immer weiter hinein steigern? Was meinen Sie?

  48. @Blume

    Mit Antisemiten, also Judenhassern, können Sie nicht über das Judentum sinnhaft diskutieren.

    Allerdings unterstellt Dr. W hier eine Ausweichstrategie, die darauf hinaus laufen soll die genannten Problematiken des Islam mit Gegenfragen zu bearbeiten oder gar zu beantworten.

    Es ist völlig egal wie B ist, wenn wir A zu begutachten haben.

    Was in der Folge gefordert werden darf, ist das Anlegen eines Maßstabes für vergleichbare Sachverhalte. Aber eben “in der Folge”. [1]

    Was Sie machen ist die Bearbeitung bekannter Minder-, Mangel-, Fehl- und Minusleistungen des Islam durch Ausweichen auf anderes.

    Das wird Ihnen hier übel genommen.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1] Terror als Gottesdienst etc.

  49. Cem Gülay

    “Es lohnt sich, das Interview vollständig anzuhören”

    Unbedingt!
    Deshalb in meinem Post weiter oben steht der Link zum Interview Mitschnitt.

    @Kunar: demnach sind Sie also auch der
    der Meinung, dass die Integrationspolitik nicht nur Fördern sondern auch Fordern muss und mehr Kante zeigen muss. So verstehe ich Herrn Gülay.
    Schade dass Sie es dabei belassen auf Fehler der Vergangenheit hinzuweisen die längst erkannt, und breiter Konsens sind. Das hilft nicht um die Zukunft zu gestalten. Generell geht mir die einseitige Schuldzuweisung bei Integrationsporblemen an Gesellschaft und Staat gewaltig auf den Keks. Es gibt auch so was wie Eigenverantwortung. Das ist die andere Seite der Medaille.

  50. @Webbär

    Tja, Sie haben das Problem ja benannt: Mit Antisemiten, also Judenhassern, können Sie nicht über das Judentum sinnhaft diskutieren.

    So sehe ich es auch. Und mache die gleichen Erfahrungen mit den völlig vergleichbaren Islamhassern.

    Auch wenn Sie jetzt für sich in Anspruch nehmen wollen, kein solcher zu sein: Die Argumentationsfiguren (Heraussuchen unliebsamer Schriftstellen, Einwerfen aller möglichen Fehlhandlungen, die es bei großen Religionsgemeinschaften immer gibt, Verschwörungsvorwürfe, Abstreiten aller positiven Entwicklungen etc.) gleichen sich so sehr, dass es religionswissenschaftlich schon langweilig wird. Und Sie sehen es ja selbst: Schon ein Blogpost mit Feiertagsgrüßen und dem Bild einer Süßspeise regt Sie und Ihre Freunde gleich wieder so auf, dass Sie mir und anderen alles mögliche an den Kopf werfen. Wie auch Antisemiten keinen deutsch-jüdischen Alltag ertragen konnten.

    Die bittere Ironie: Wären wir z.B. in einem islamischen Land, würden Menschen wie Sie, @Kai und andere mir mit den gleichen “Argumenten” vorwerfen, ein Christen- und Judenfreund zu sein, der die USA und Israel verteidigt… Hass und Angst sind halt recht eintönig…

  51. @Ralph Dihlmann

    Achtung nicht die Schuld auf die die integriert werden sollen schieben.
    Herr Blume kann das schnell als böse Islamkritik auffassen.
    Ausserdem sind unsere Moslem es gewohnt zu fordern so viel es geht uns so oft es geht, sonst beleidigt 🙁 .
    Moslemische Feiertage,keine Schweinefleisch, im Kindergarten, Badetage für Moslima, am liebsten noch die Scharia (s. Umfrage)usw..
    Man hört nichts von Buddisten, Taoisten (überhaupt Asiaten) die derartig fordern immer nur von M..
    Warum ist das so ?
    Ich bin kein Hasser aber irgentwann muss man Tatsachen aussprechen.

  52. @Kai

    Da liegen Sie falsch: Integration in unsere Gesellschafts- und Werteordnung halte ich für absolut notwendig, ob es um Muslime, Atheisten oder Rechtsextreme geht. Dazu gehört freilich auch, jene Juden und Muslime als Teil der Gesellschaft anzuerkennen, die sich längst erfolgreich integriert haben – wozu Antisemiten und Islamophobe nicht in der Lage sind.

    Und was die Forderungen nach Religionsfreiheit angeht: Ich darf nur z.B. an die Amish erinnern, die in Deutschland und Europa mangels Religionsfreiheit nicht bestehen konnten und auch in den USA um viele Rechte (die Pflege ihrer deutschen Sprache, die Befreiung von Wehrpflicht und Sozialversicherung, ihr eigenes Schulsystem etc.) kämpfen mussten. Und das sind Christen mit süddeutschen Wurzeln…
    http://www.amazon.de/…qid=1346884040&sr=8-11

    Also, lieber @Kai – haben Sie keine Angst vor Informationen, die helfen gegen Ängste! 🙂

  53. “in islamischen Ländern”

    Die bittere Ironie: Wären wir z.B. in einem islamischen Land, würden Menschen wie Sie, @Kai und andere mir mit den gleichen “Argumenten” vorwerfen, ein Christen- und Judenfreund zu sein, der die USA und Israel verteidigt… Hass und Angst sind halt recht eintönig…

    Sie benennen das Problem, “in einem islamischen” Land geht Vieles nicht wegen Strafandrohung (oder spontaner Mobbildung). Und deshalb ist man ja auch sehr froh in einem Land zu sein, das den Ideen der Europäischen Aufklärung folgt.

    Obwohl die Konzepte schon recht alt sind, haben sie sich bspw. in D erst kürzlich durchgesetzt, in der BRD 1945 und in der DDR 1989, sie wurden durchgesetzt gegen den Willen Vieler.

    All das steht islamischen Ländern noch bevor, auch und gerade was die Wissenschaft betrifft, die ihre Ergebnisse oder “Ergebnisse” dort immer vor einem relig. Hintergrund zu pflegen hat.

    Die Zustände in den genannten Kulturkreisen so zu vergleichen wie Sie es tun, also so wie Sie sich dem Anschein nach um Gleichsetzung bemühen, kann nicht funktionieren.

    Die hiesige Ablehnung des Islam entspricht nicht der Ausgrenzung/Verfolgung von Juden, Christen und freien Denkern allgemein, wie sie in islamischen Ländern geübt wird, sie ist stattdessen notwendig um hiesige Systeme zu verteidigen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  54. Islamismus vs. Kemalismus

    Dr. Blume und Dr. Bär,

    ich habe den Eindruck, Sie beide sind gar nicht so weit auseinander, wie Sie selbst meinen. Ihr Problem liegt auf einer rein begrifflichen Ebene: Dr. Bär schreibt “Islam” wenn er das meint, was Dr. Blume “Salafismus” nennt.

    In einem anderen ist mir so etwas auch schon passiert: ein Teilnehmer schrieb wiederholt, wie toll er “Kommunismus” fände, meinte damit aber eine friedliche Anarchie. Ich konterte, wie schei… “Kommunismus” in realiter ist, meinte damit aber den Sozialismus.

    Der Begriff “Islam” hat vielleicht tatsächlich etwas mit dem Begriff “Kommunismus” gemeinsam: jeder versteht etwas anderes darunter, und es gibt real existierende Ausprägungen, die einem Angst machen können…

    … übrigens, in demselben Forum tummelten sich auch Antitheisten, mit denen konnte man nicht über das Christentum reden.

  55. @Störk

    Da ist schon was dran. Wer aber “Islam” ständig mit “Salafismus” gleichsetzt, schwächt gerade die Muslime, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wollen – und das sind die meisten.

    Da kann sich @Webbär noch so winden: Von Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und jeder anderen Art gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit kann nichts Gutes kommen.

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