Nicht zu viel Solarstrom, zu wenig Batteriespeicher! Fossile Desinformation auch zu Pfingsten 2026

Zu Schawuot besuchte ich Donnerstag die jüdische Gemeinde zu Konstanz und deren Rabbiner Avraham Radbil. Heute begehe ich mit meiner Familie Pfingsten (das aus Schawuot hervorgegangen ist, wie auch Ostern aus Pessach). Und Mittwoch begehen wir Blumes mit muslimischen Angehörigen das Opferfest (arab. Eid-e Qurban, türk. Kurban Bayram). Ich freue mich auf diese gemeinsame, religiös-spirituelle Zeit.
Doch leider haben fossile Konzernmedien im deutschen Sprachraum längst jede Zurückhaltung auch gegenüber religiösen Feiertagen aufgegeben und überschütten auch zu Pfingsten 2026 wieder den deutschen Sprachraum mit Desinformation. Also mit fossilen Lügen.
So postete ich bereits gestern auf Mastodon:
Mehrere Konzernmedien berichten wieder über „zuviel Solarstrom“.
Das ist glatt gelogen – wir haben nicht zuviel Ökostrom, sondern zu wenig Batteriespeicher & Elektrolyseure!
„Über das Pfingstwochenende drohen erneut stark negative Börsenpreise für Strom – bedingt durch hohe Wind- und Solareinspeisung bei gleichzeitig niedriger industrieller Nachfrage. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) sieht die Ursache nicht im Überangebot selbst, sondern in ausgebremsten Flexibilitätslösungen. […]
Speicherausbau scheitert am Netzanschluss
Der bne beziffert den Rückstau bei Großspeicherprojekten auf über 100 GW installierter Leistung mit mehr als 200 GWh Speicherkapazität – nach Verbandsangaben allesamt wartend auf Netzanschluss. Der Verband fordert, das geplante Netzanschlusspaket der Bundesregierung explizit auf Genehmigungsbeschleunigung für Speicher auszurichten.“ #Solarboom #Batteriespeicher #Solarpunk #Batteriespeicher #bne #Stromnetz #Deutschland #Ökostrom #Solarstrom
Das Problem fehlender Batteriespeicher und Anlagen zur Gewinnung von grünem Wasserstoff ist dabei gar nicht neu – ich hatte auch schon letzten Sommer dazu gebloggt. Die Behauptung, Ökostrom sei teuer, ist längst ein faktisch falscher Energieglauben. Tatsächlich bilden erneuerbare Wohlstandsenergien längst die günstigste Form der Stromerzeugung überhaupt! Und auch jedes Elektroauto ist ein fahrender Batteriespeicher – dessen Rohstoffe zudem immer besser recycelt werden können.

Fossile Gewaltenergien zerstören Mitwelt und Mitmenschen. Deshalb sagte ich am 11. September (!) 2025 bei Balkonsolar in Freiburg u.a.: „Wer sich pauschal gegen erneuerbare Friedensenergien wie Sonnen- und Windenergie wendet, nimmt die Finanzierung fossiler und antisemitischer Gewalt zumindest in Kauf.“ Fotokachel, Michael Blume als Redner: Balkonsolar e.V.
Und die gute Nachricht ist: „Nur noch“ fossile Konzerne, ihnen nahestehende Medien und deren Lobbyierende vor allem in der deutschen Bundespolitik versuchen den Solar- und Batteriespeicher-Boom zu verzögern.
Die Europäische Union hat längst das Potential der steigenden Unabhängigkeit von fossilen und oft feindseligen Regimen erkannt (erneuerbare Sicherheits- und Friedensenergien).
Und die meisten Bundesländer, Regionen und Kommunen begreifen jeden Tag mehr die volkswirtschaftlichen Potentiale der erneuerbaren Heimat- und Wohlstandsenergien!

Während sich der Fossilist und derzeitige US-Präsident Donald Trump vor der UNO blamierte, überzeugte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (EVP / CDU) am 22.09.2025 mit einer Solarboom-Rede ebenfalls in New York. Screenshot: Michael Blume
Und so konnte der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) auch bereits sieben Maßnahmen zur ökologisch und volkswirtschaftlich sinnvollen Nutzung der Ökostrom-Überschüsse vorstellen:
Sieben Maßnahmen gegen negative Strompreise im Überblick
- Großspeicher – Netzanschlussverfahren beschleunigen
- Heimspeicher – in Markt- und Netzprozesse integrieren
- Elektrofahrzeuge – intelligentes und bidirektionales Laden als Standard
- Smart Meter – Rollout beschleunigen, flexible Tarife ermöglichen
- Dach-PV – Wechsel in die Direktvermarktung erleichtern
- Konventionelle Kraftwerke – konsequente Abregelung bei Überschuss
- Netzentgelte – dynamische Entgelte im AgNes-Prozess verankern
Und so dürfen wir also auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich hoffen, dass wir in naher Zukunft endlich Pfingstwochenenden ohne fossile Lügen genießen dürfen. Auch der Fossilismus insgesamt wird irgendwann nur noch eine peinliche Erinnerung sein.

In Folge 55 von Blume & Ince unterscheiden der BWL-Prof und ich den vorauspreschenden Solarpunk und wirtschaftlich expandierenden Solarboom von der fossilen (Miet-)Falle in der Mitte. Grafik: Prof. Dr. Inan Ince
Allen, die es feiern, wünsche ich von Herzen Chag Schawuot Sameach, Gesegnete Pfingsten & Eid al-Adha Mubarak!
Das Problem scheint mir zu dein, dass diejenigen, die für den Netzausbau zuständig sind auch diejenigen sind, die ein Interesse an möglichst hohen Strompreisen haben. Die wehren sich mit Händen und Füßen gegen den Markteintritt von neuen Wettbewerbern.
Ganz genau so ist es, @Bernd 👍💸🤔
Die fossile Bürokratie aus extraktiven Energiekonzernen und preußisch-zentralistischem Gaslobbyismus verzögert den Aufbau von Batteriespeichern, dezentralen Stromnetzen & Smart-Metern, um noch möglichst lange Profite aus der Karbonblase schöpfen zu können.
Dafür werden Treibhausgas-Schäden sowohl an der Mitwelt wie auch an der deutschen Volkswirtschaft wissentlich in Kauf genommen. Und fossil finanzierte Kriege werden sogar als Chance für weitere Profite bis hin zu US-Insiderhandel begrüßt.
So weit, so klar. Schlimm finde ich, wie viele Journalistinnen und Journalisten sowie auch gewählte Abgeordnete diese offensichtliche Abzocke noch politisch und medial unterstützen. Das ist eine Schande, zumal die fossilen Lügen doch bereits erkennbar zusammenbrechen.
Naja. Mir wird auch das Scheitern des Nationalstaates als das Scheitern von Multikulti verkauft. Europa sieht aus, wie es immer aussah, in jedem Staat und jeder Stadt werden mehrere Sprachen gesprochen, mehrere Gruppen leben nebeneinander nach dem üblichen Pack schlägt sich, Pack verträgt sich…
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
Ein freundliches Nein, @Paul S. – hier liegen Sie einfach sachlich falsch. Die Great Replacement-Verschwörungsmythen zielen gegen die Staatsform der liberalen Demokratien und fordern einen autoritären Ethnonationalismus. Abgelehnt wird also nicht „der Nationalstaat“, sondern die Regierungsform der liberalen und rechtsstaatlichen Demokratie.
Und selbstverständlich sieht Europa mit der Europäischen Union 🇪🇺 heute gänzlich anders aus als jemals zuvor: Viel demokratischer, viel wohlhabender und vor allem in Mitteleuropa – friedlicher. Deutschland 🇩🇪🇪🇺 hatte noch nie eine so lange Friedensperiode wie derzeit.
Ziemlich genau vor 11 Monaten hatte ich übrigens dringend davor gewarnt, die fossilen Regime von Russland & Iran aus Europa weiter zu finanzieren, stattdessen für den schnelleren Ausbau von erneuerbaren Friedensenergien plädiert!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/medien-2025-live-wird-eine-pm-ueber-erneuerbare-friedensenergien-aufgegriffen/
Klar können Sie all diese Fakten ebenso zu leugnen versuchen wie die eskalierenden Solarboom-Überschüsse. Mit der Leugnung von gesichertem Wissen werden aber auch Sie weder auf Wissenschaftsblogs noch in der Realität dauerhaft glücklich. 😌📚🌱
Ich wünsche Ihnen frohe und gerne besinnliche Feiertage! 🙏🙌
@Hauptartikel
„Der bne beziffert den Rückstau bei Großspeicherprojekten auf über 100 GW installierter Leistung mit mehr als 200 GWh Speicherkapazität – nach Verbandsangaben allesamt wartend auf Netzanschluss.“
Das ist ja Wahnsinn. Diese Kapazitäten würden reichen, täglich 3 bis 4 Stunden des aktuellen Stromverbrauchs zu speichern und wieder einzuspeisen. Dann wären im Sommerhalbjahr jede Menge Tage, wenn es auch noch etwas windig ist, eine rein regenerative Versorgung möglich.
Und alle Gas- und Kohlekraftwerke könnten pausieren. Und der Strom wäre billiger für alle.
Dazu kommen dann noch Kleinspeicher und bidirektional angeschlossene E-Autos. So können das bald Wochen werden, indem alle fossilen Kraftwerke abgeschaltet sind.
Und dieser Blockade bremst natürlich auch noch den Zubau von weiterer PV und auch Windrädern. Vielleicht könnte man sich helfen, neue Anlage gleich mit hinreichendem integriertem Speicher auszustatten? Dann spart man ja auch noch die zusätzlichen Durchleitungsgebühren für die reine Speicherfunktion.
Ebenso könnte man bestehende PV-Anlagen und Windräder nachträglich mit eigenem Speicher ausstatten.
Was sich finanziell wirklich immer noch überaus lohnt, sind PV-Anlagen auf dem eigenen Dach, dass man seinen eigenen Strom selber herstellt. Natürlich auch mit Speicher und/oder angeschlossenem E-Auto. Auch die eigene Wärmepumpe könnte einen Teil des selbstproduzierten Stroms verbrauchen.
Und man kann auch einfach die PV-Anlage wie den Speicher etwas größer dimensionieren, und so noch Strom für die Nachbarschaft mitproduzieren. Wenn man schon mal dabei ist.
„Sieben Maßnahmen gegen negative Strompreise im Überblick
Großspeicher – Netzanschlussverfahren beschleunigen
Heimspeicher – in Markt- und Netzprozesse integrieren
Elektrofahrzeuge – intelligentes und bidirektionales Laden als Standard
Smart Meter – Rollout beschleunigen, flexible Tarife ermöglichen
Dach-PV – Wechsel in die Direktvermarktung erleichtern
Konventionelle Kraftwerke – konsequente Abregelung bei Überschuss
Netzentgelte – dynamische Entgelte im AgNes-Prozess verankern“
Kann ich jeden Punkt auch nur unterstützen. Und das macht alles den Strom auch noch günstiger, nicht nur emissionsfrei und mit weniger Abhängigkeiten. Und das macht neue Erdgaskraftwerke wirklich überflüssig.
Und angesichts der aktuellen Weltmarktpreise für Öl und Gas wäre das alles eine wahre Wohltat. Auch für alle, die auf den fossilen Mist noch angewiesen sind.
Ganz genau so ist es, @Tobias 👍 – längst breitet sich ein auch volkswirtschaftlicher, solarer Energie-Überfluss aus, wogegen Millionen Menschen in der fossilen Falle abgezockt und mit der ökonomischen Knappheitslüge getäuscht werden. Wobei wir davon ausgehen dürfen, dass das noch fossil geprägte, ökonomische Denken – der ideologisch verhärtete und sachlich falsche Energieglauben des Fossilismus auch noch Abertausende in Politik und Medien im Gruff hat.
Längst ist Solarpunk auch echte Wirtschaftskompetenz, da erneuerbare Friedensenergien auch zu Wohlstandsenergien werden.
Sinnigerweise gehen wir damit auf eine Blütezeit der solaren, ökologisch-sozialen Marktwirtschaft zu!
Bereits Abertausende wirtschaftlich klug Kalkulierende wollen Batteriespeicher in Deutschland errichten und werden von der fossil-zentralistischen Bürokratie am Gewinnen gehindert!
Entsprechend schnell eskaliert der Solarboom aus wirtschaftlichen Gründen in Regionen mit schwacher Fossil-Staatlichkeit.
Ich bin gespannt, wie viele Jahre wir uns die fossilen Lügen zum Pfingstwochenende noch geben müssen. Aber es besteht aus meiner Sicht kein Zweifel, dass sich in wenigen Jahren jene schämen würden, die bisher daran mitgestrickt haben.
Dir, lieber @Tobias, Dank für Deine dialogische und aufklärende Mitwirkung! 🙏🙌👍
@Bernd 24.05. 09:22
„Das Problem scheint mir zu sein, dass diejenigen, die für den Netzausbau zuständig sind auch diejenigen sind, die ein Interesse an möglichst hohen Strompreisen haben.“
Da gibt es noch nicht mal groß was auszubauen. Außer neuen variablen Stromzählern und sehr wenigen neuen Fernstromleitungen, um Windenergie im Norden mit PV im Süden auszutauschen.
Die Großspeicher siedelt man an ehemaligen Kraftwerkstandorten an, wo man eigentlich auch gleich eine PV-Freiflächenanlage dazu stellen kann. Auch PV mit integriertem Speicher direkt beim Verbraucher kommt mit den vorhandenen Stromanschlüssen aus, nicht nur bei Eigenheimen, auch auf Dächern und Freiflächen in der Innenstadt, wie auch auf dem Gelände von Gewerbe- und Industriebetrieben. Da kann man auch überall eine gute Portion mehr installieren, als man selber verbraucht, das macht der vorhandenen Stromanschluss alles mit.
Windräder und PV-Freiflächenanlagen in der Pampa brauchen freilich wirklich neue Stromleitungen. Vermutlich auch noch Autobahnraststätten und Autobahnparkplätze, wenn die Elektromobilität richtig in Gang kommt.
Soviel gibt es da insgesamt nicht auszubauen. Meistens überhaupt nichts. Aber die haben offenbar die Macht, ihren lukrativen Unsinn durchzuziehen.
„Die wehren sich mit Händen und Füßen gegen den Markteintritt von neuen Wettbewerbern.“
Die wollen sogar den viel billigeren Kohlestrom mit immer noch teurerem Gasstrom ersetzen, und dabei noch gute Kraftwerke abreißen um dann Neue zu bauen. Die allesamt bald nur noch phasenweise Strom liefern müssen. Ein riesiges Milliardengrab. Vermutlich komplett via Subventionen auf Kosten der Steuerzahler und natürlich auf Kosten der privaten Stromkunden.
Wem es besser geht, und ein Eigenheim sein Eigen nennen kann, der kann sich dem ganz gut entziehen, sofern er ein Dach mit genug Sonne hat. Die anderen müssen zahlen, aber richtig.
Und wie gesagt, dass wäre überhaupt nicht teuer, das alles vernünftig zu machen. Es wäre sehr viel billiger, vor allem für Privatkunden, aber auch für Gewerbekunden und Industrie.
Ein wesentlicher Profiteur in diesem Drama scheinen durchaus die Öl- und Gaskonzerne und die Förderländer dabei zu sein. Bei denen bleibt wohl noch sehr viel mehr Profit hängen, als bei den Stromkonzernen, wenn die ihre Strategie tatsächlich weitertreiben können.
Danke & Zustimmung, lieber @Tobias 🙏🙌
Einerseits reden die Fossilisten seit Jahrzehnten davon, wir müssten soziale Leistungen „einsparen“ und könnten uns die Reduktion der fossilen Treibhausgase „leider nicht mehr leisten“: die fossile Knappheitslüge.
Andererseits aber sollen wir an jedem Pfingstwochenende regungslos zuschauen, wie wertvoller Ökostrom „abgeregelt“ wird, während Abertausende wirtschaftlich und klimatisch lohnende (!) Anträge auf Netzanschlüsse und Batteriespeicher von der fossilen Bürokratie blockiert werden.
Ich habe jedes Verständnis dafür, dass Energiewirtschaft und also Wirtschafts- und Sicherheitskompetenz über lange Zeit nur eine Angelegenheit weniger (vorwiegend fossiler) „Experten“ war.
Doch ich erlebe derzeit, dass jeden Tag mehr Menschen auch aufgrund eigener Erfahrungen der Selbstwirksamkeit mit Balkonsolar, Wärmepumpen, Elektroautos usw. die fossile Abzock-Falle durchschauen. Und auch ich werde gerne jedes Pfingsten gegen die fossilen Lügen aufklären – und freue mich über das enorme Interesse gerade auch im Fediverse! ☺️🙌
Meinen vorigen Text habe ich im „harten aber anschaulichen Technikerjargon“ formuliert….
Die Aussage in „Bernds Beitrag“ ist inhaltlich falsch. Netzbetreiber profitieren nicht von hohen Strompreisen, sie dürfen gar nicht am Stromhandel verdienen, und sie können den Markteintritt neuer Anbieter nicht verhindern. Es geht „seriöser“ ab.
Es gibt üblicher Weise eine „Netzregulierung“. Die Netzentgelte sind behördlich festgelegt.
Strompreisbildung: Der Strompreis entsteht am Markt zwischen Erzeugern und Händlern.
Netzbetreiber haben keinen Einfluss auf den “ reinen“ Energiepreis.
Unbundling: In vielen Staaten ist seit Jahren gesetzlich vorgeschrieben, dass Netz, Erzeugung und Vertrieb getrennt sein müssen.
Marktzugang: Jeder neue Anbieter bekommt Zugang zum Netz, und der Netzbetreiber muss ihn diskriminierungsfrei anschließen.
Fixkosten dominieren den Netzbetrieb. Die Infrastruktur muss für den schlimmsten Fall ausgelegt sein (Winterabende, Dunkelflaute).
Ein Blackout hätte Schäden in Milliardenhöhe und strafrechtliche Konsequenzen.
Die Netzentgelte werden über das ganze Jahr verteilt, damit sie bezahlbar bleiben.
Würde man sie nur an den wenigen „kritischen Tagen“ einheben, wären sie 30 – fach höher.
Solange Manager strikt gesetzeskonform handeln, haben sie Chancen und das Risiko ist minimal.
@Realo
Ihren letzten „harten“ Druko gegen @Bernd habe ich gelöscht, da er im Ton unangemessen und in der Sache falsch war.
Ganz konkret für Baden-Württemberg: Hier handelt die EnBW mit immer noch überwiegend fossilem Strom und ist gleichzeitig (!) für den Netzausbau zugunsten der Erneuerbaren Energien sowie der Batteriespeicher zuständig. Und beteuert, es sei nicht ihre Schuld – sondern jene der Bundesnetzagentur -, dass der Netzausbau schleppend verlaufe und Abertausende Anträge von Unternehmenden und ganzen Industriebetrieben noch nicht bearbeitet werden konnten.
Und dann müssen wir Deutschen uns auch noch anhören, es gebe eben „zu viel Solarstrom“ und wir sollten doch lieber weiterhin überteuertes Öl und Gas von oft feindseligen Regimen kaufen.
Sie könnten selbstverständlich fragen, warum sich die EnBW derzeit sogar über Konzernmedien wegen des schleppenden Netzausbaus verteidigt und auf den Bund zeigt. Die Antwort ist: Der aktuelle BW-Koalitionsvertrag zwischen Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) enthält klare Ansagen zum Netzausbau, zu Batteriespeichern und sogar zu Baden-Württemberg als „Wasserstoffland“ – weil sich dies regional- und volkswirtschaftlich sowie ökologisch und föderal-demokratisch längst lohnt!
Dass Ihr Fossilisten uns (Süd-)Deutsche für dumm haltet, muss ja nicht bedeuten, dass wir es mehrheitlich bleiben. Jeden Tag durchschauen mehr von uns die fossilen Fallen und Abzocken.
So eben auch @Bernd – und da hilft auch Ihr Bestreiten nicht mehr! 👍🤔😌
@Michael 24.05. 16:03
„Hier handelt die EnBW mit immer noch überwiegend fossilem Strom und ist gleichzeitig (!) für den Netzausbau zugunsten der Erneuerbaren Energien sowie der Batteriespeicher zuständig. Und beteuert, es sei nicht ihre Schuld – sondern jene der Bundesnetzagentur -, dass der Netzausbau schleppend verlaufe und Abertausende Anträge von Unternehmenden und ganzen Industriebetrieben noch nicht bearbeitet werden konnten.“
Wenn das stimmt, was die EnBW hier sagt, dann scheint der Gaslobbyismus offenbar ganz von der Bundesnetzagentur auszugehen. Entweder in voller Absicht, um eben mehr Gasverbrauch zu ermöglichen. Oder einfach bürokratisches Unvermögen. Oder beides.
Wenn die Bundesnetzagentur auch noch hinter dem geplanten Abriss der letzten verbliebenen Kohlekraftwerke steckt, dann fällt auch dieses Vorhaben unter Förderung von Erdgasverbrauch.
Profitieren tun dann eigentlich die Gaskonzerne und die Förderländer, gar nicht unbedingt die heimischen Stromproduzenten? Und die Kraftwerksbauer freut das auch noch.
Ganz genau so, lieber @Tobias 🙏👍🙌
Und schauen wir uns die Wirtschaftslage historisch an, dann ist doch auch gar nicht überraschend, dass fossile Konzerne des ehemaligen Preußen um die Berliner Hauptstadtblase so lange wie möglich fossile Produkte nach Süddeutschland verkaufen wollen, wogegen die süddeutschen Löwen-Länder Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zunehmend auf erneuerbare Wohlstandsenergien und Batteriespeicher setzen!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-aus-dem-ehemaligen-preussen-warum-deutscher-energieglauben-auch-regional-gepraegt-ist/
Wir sehen das doch analog auch in den USA, wo der Fossilist Trump noch gegen Erneuerbare kämpft, die in Kalifornien UND Texas bereits dynamisch wachsen.
Nationale Politiken sind öfter von internationalen Konzernen durchdrungen, Länder und Kommunen viel näher an mittelständischen und kleinen Betrieben. Sogar die Freien Wähler (FW) in Bayern haben die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende inzwischen begriffen, wogegen sich Teile der Bundesregierung und die meisten Konzernmedien noch im Fossilismus befinden.
Wer das einmal verstanden hat, versteht auch die bundesdeutsche Politik, Wirtschaft und Medienlandschaft sofort viel besser. Beobachte ich.
Hier eine KI-Antwort von Perplexity.ai zum Problem fehlender Großspeicher:
Aktuell bremsen vor allem drei regulatorische Punkte den Bau von Großspeichern in Deutschland:
Netzanschlusskosten, unsichere Auslegung der Regeln und unklare Netzentgeltfragen. [solarwirtschaft](https://www.solarwirtschaft.de/datawall/uploads/2024/11/241122_PM_Bundesnetzagentur-blockiert-Speicher.pdf)
## Wichtigste Hürden
– **Baukostenzuschüsse für Netzanschlüsse.** Die Bundesnetzagentur empfiehlt teils erhebliche Anschlussgebühren für Großspeicher; Branchenvertreter sehen darin eine massive Investitionsbremse, besonders in Süddeutschland. [energiezukunft](https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/stromnetze-speicher/bundesnetzagentur-erschwert-bau-von-grossspeichern)
– **Rechtsunsicherheit.** Für die Berechnung und Erhebung dieser Zuschüsse gibt es laut Kritik keine wirklich einheitlichen, verbindlichen Regeln, wodurch Projekte schwer kalkulierbar werden. [solarwirtschaft](https://www.solarwirtschaft.de/datawall/uploads/2024/11/241122_PM_Bundesnetzagentur-blockiert-Speicher.pdf)
– **Netzentgelt- und Abgabenregeln.** Ob und wie Speicher von Netzentgelten, Abgaben und anderen Umlagen befreit sind, ist nicht immer langfristig verlässlich ausgestaltet; das verschlechtert die Bankability von Projekten. [bdo](https://www.bdo.de/de-de/insights/aktuelles/advisory-service/batteriespeicher-chancen-und-herausforderungen)
## Weitere Bremsen
– **Genehmigungs- und Zulassungsprozesse.** Große Speicher brauchen oft längere Planungs- und Genehmigungszeiten, was die Realisierung verzögert. [ingenieur](https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/batteriegrossspeicher-im-fokus-was-geht-was-nicht/)
– **Netzkapazität und Anschlussverfügbarkeit.** Selbst wenn ein Speicher wirtschaftlich sinnvoll wäre, kann der Zugang zum Netz durch knappe Kapazitäten oder langsame Verfahren begrenzt sein. [windindustrie-in-deutschland](https://www.windindustrie-in-deutschland.de/fachartikel/wenn-die-anderen-auf-der-bremse-stehen)
– **Marktdesign und Erlösunsicherheit.** Speicher müssen oft mehrere Erlösquellen kombinieren; wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen dafür nicht stabil sind, bleibt das Geschäftsmodell riskant. [initiative-klimaneutral](https://initiative-klimaneutral.de/publikationen/deutschlands-speicherpotenzial/)
## Praktische Folge
Für Investoren ist nicht nur wichtig, ob ein Speicher technisch gebaut werden kann, sondern ob die Kosten- und Erlösregeln über Jahre verlässlich bleiben. Genau diese Planbarkeit fehlt derzeit an mehreren Stellen. [bdo](https://www.bdo.de/de-de/insights/aktuelles/advisory-service/batteriespeicher-chancen-und-herausforderungen)
## Kurz gesagt
Der größte Bremsklotz ist weniger die Technik als die Regulierung: zu hohe oder unklare Anschlusskosten, unsichere Netzentgeltregeln und langsame Verfahren machen Großspeicher oft schwer finanzierbar. [solarwirtschaft](https://www.solarwirtschaft.de/datawall/uploads/2024/11/241122_PM_Bundesnetzagentur-blockiert-Speicher.pdf)
@ Michael Blume 24.05.2026, 16:03 Uhr
Ich bin nicht für „fossile Energien“, könnte ich neu anfangen, würde ich die Konzepte der „Erneuerbaren“ voll umsetzen. Die nächste Zukunft gehört den Erneuerbaren. Das bezweifle ich doch nicht.
Ob die Chemieindustrie ohne Gas auskommt, z.B. alles (bis hin zu Medikamenten….) durch im Land vorhandene Kohle und dennoch umweltfreundlich ersetzen könnte, weiß ich nicht….
Es scheint, dass die ehemaligen Stromversorger die „Unvereinbarkeitsregeln“ (z.B. Stromhandel, Netzsparte,…..) ernst nehmen und gerne interne „Trennlinien“ eingeführt haben. Schließlich dürfte es auch neue „Spitzenjobs“ geben…..
Angeblich gibt es neue Finanzierungszusagen, (gesicherte Umwälzung aller Kosten auf die Kunden) so dass die Netzbetreiber sicherlich gerne an die „Arbeit gehen“ werden. Man wird sehen….
Das Management hat offensichtlich nichts dagegen, wenn sie „Überschussstrom“ nicht mehr vergüten müssen, oder der Kunde muss blechen….
Alle Unternehmen müssen ökonomisch agieren, sonst droht der Konkurs. Salopp gesagt, die Verantwortlichen landen im Knast und das Personal auf der Straße….
Es ist Fakt, jeder Meter Hochspannungsleitung, Erdkabel (auch z.B. Grabungsarbeiten), oder jede Trafostation, kosten praktisch gleich viel Geld, egal ob jeden Tag und jede Nacht ununterbrochen z.B. 110 KV bereitstehen müssen, oder nur 10 Tage im Jahr, bei Wind/Sonnenflaute.
Würden die nicht bereitstehen, gäbe es einen Blackout mit riesigen Folgen und Haftungen, wenn keine Supermarktkasse, keine Tankstelle, keine Heizung,….. funktioniert.
Bedeutet, die Durchleitungsgebühren pro Tag wären rund 30 mal so hoch wie derzeit und die sind „normal“ natürlich nicht zu erwirtschaften. Praktisch zahlt der Kunde seine „gewohnten Jahresgebühren“, obwohl er sie nur z.B. 10 Tage nutzt….
@Realo
Wenn auch Sie dich angeblich die fossilen Gewaltenergien bereits emotional hinter sich gelassen haben, können Sie das Geraune gegen die erneuerbaren Friedens-, Heimat- und Wohlstandsenergien doch auch langsam einfach lassen.
Wir verstehen ja hier, dass Sie sich mit Ihrer Ölheizung verzockt haben und weiterhin auf Lieferungen aus anderen Ländern wie Russland, Katar, Iran oder USA hoffen müssen. Abhängigkeit schmerzt, klar.
Wir Solarpunks und Solarboomer finanzieren dagegen lieber die erneuerbare Energieerzeugung und Wertschöpfung in Deutschland und Europa. Wir hätten auch gerne die Solarindustrie selbst erhalten, finanzieren ungerne Tyranneien und Kriege und leben lieber frei, unabhängig und demokratisch. Und wir freuen uns über die inländische Wertschöpfung und Arbeit durch neue Leitungen, Netzanschlüsse, PV-Anlagen und Batteriespeicher. 😌🇩🇪🇪🇺🙌
Bin ich überempfindlich? Zu wenig mag ja okay sein, aber zu viel ist viel zu wenig!
Das Wort in diesem Zusammenhang heisst zuviel! Man sollte Sensibelchen wie mich nicht schon in der Überschrift abschrecken.
Der Mann, der zuviel wusste! Die Batterie, die zuviel Solarstrom abbekam. Eine zuviel im Bett (nicht bei mir, Gottseidank, da könnten’s mehr sein).
Lieben Dank, @schorsch 🙏 – auch ich habe noch in der Schule die „zuviel“-Schreibvariante gelernt. Allerdings wurde diese 1996 außer Dienst gestellt – was nicht bedeutet, dass sie „verboten“ wäre.
Hier eine Erklärung durch Perplexity.ai:
Du schreibst **„zu viel“** (getrennt) fast immer; **„Zuviel“** (zusammen und groß) nur in einem ganz bestimmten Fall. [quillbot](https://quillbot.com/de/blog/getrennt-und-zusammenschreibung/zu-viel/)
### Wann „zu viel“ (getrennt)?
– **„zu viel“** steht immer getrennt, wenn es eine Kombination aus der Präposition **„zu“** und dem Zahlwort/Indefinitpronomen **„viel“** ist und etwas übermäßiges Maß beschreibt.
Beispiele:
– „Er hat **zu viel** gegessen.“
– „Wir haben **zu viel** Zeit damit verbracht.“
– „Das ist **zu viel** für mich.“ [studyflix](https://studyflix.de/deutsch/zuviel-oder-zu-viel-6343)
Dies gilt auch in verwandten Formen: **„zu viel“**, **„zu viele“**, **„zu viel von“** usw. [scribbr](https://www.scribbr.de/getrennt-und-zusammenschreibung/zu-viel/)
### Wann „Zuviel“ (zusammen und groß)?
– **„Zuviel“** schreibt man nur, wenn der Ausdruck als **Nomen** (Substantiv) im Sinne von **„Übermaß“** verwendet wird und ein Artikel davor steht.
Beispiele:
– „Ein **Zuviel** an Zucker ist ungesund.“ (Synonym: „ein Übermaß an Zucker“)
– „Das **Zuviel** an Arbeit macht krank.“ [bachelorprint](https://www.bachelorprint.de/getrennt-zusammenschreibung/zu-viel/)
### Einfache Regel zum Merken
– Ohne Artikel: immer **„zu viel“** (klein und getrennt).
– Mit Artikel (**ein Zuviel**, **das Zuviel**): **„Zuviel“** (groß und zusammen). [yvonnekraus](https://yvonnekraus.de/zuviel-oder-zu-viel/)
Die Schreibweise **„zuviel“** (klein zusammengeschrieben) gilt seit der Rechtschreibreform 1996 als veraltet bzw. falsch, außer eben im substantivierten Fall „Zuviel“. [languagetool](https://languagetool.org/insights/de/beitrag/zuviel-zu-viel/)
@Realo 24.05. 18:10
„Ob die Chemieindustrie ohne Gas auskommt, z.B. alles (bis hin zu Medikamenten….) durch im Land vorhandene Kohle und dennoch umweltfreundlich ersetzen könnte, weiß ich nicht….“
Ich denke mal mit Biogas, also eine Mischung von Methan und CO2, sowie mit Pfanzenöl könnte die Chemieindustrie schon sehr viel anfangen. Dann kann man auch noch Kartoffeln, Stroh oder Holzreste für allerhand Nützliches einsetzen. Man kann mit pflanzlichen Rohstoffen sogar auch Plastik herstellen, das biologisch abbaubar ist. Was nebenbei auch die Lösung für das Plastikmüllproblem wäre.
Und der Rest, der nur mit Erdöl funktioniert, dürfte vernachlässigbar sein. Man müsste natürlich auch die Produktionsprozesse umstellen. Da hat man dann aber auch an die 15 Jahre Zeit für.
„Bedeutet, die Durchleitungsgebühren pro Tag wären rund 30 mal so hoch wie derzeit und die sind „normal“ natürlich nicht zu erwirtschaften. Praktisch zahlt der Kunde seine „gewohnten Jahresgebühren“, obwohl er sie nur z.B. 10 Tage nutzt….“
Ziemlich sinnvoll wären ja Stromzähler, die unterschiedliche aktuelle Strompreise verarbeiten können. Das kann in extremen Dunkelflauten dazu führen, das die Kwh mehr als 1 Euro kostet, worauf dann aber die Stromkunden, insbesondere Gewerbe und Industrie, reagieren, und z.B. einfach die Produktion einstellen und die Belegschaft in den Zwangsurlaub schicken. Wo das möglich ist zumindest.
Das wären meistens nur wenige Tage, maximal 2 Wochen, und das auch nicht jedes Jahr. Zusätzlich können einzelne Industriebetriebe auch sowieso ihre Produktion so organisieren, dass sie auch schon bei moderat teuren Strompreisen pausieren. Insbesondere, wo die Energiekosten sehr wesentlich sind, und nur wenige Mitarbeiter betroffen wären.
Das wäre alles sehr viel billiger, als z.B. die Netze noch mehr auszubauen. Und man kommt dann auch mit deutlich weniger Notbackupkraftwerken aus.
Was dann insgesamt den Stromkunden durch allgemein günstigere Strompreise auch zugute kommt.
Zusätzlich kann man die ohnehin benötigten Kurzfristspeicher wie Lithiumakkus auch überall verteilen, also auch direkt beim Produzenten und direkt beim Konsumenten. So kann man auch noch aktuelle kurzfristige Engpässe in einzelnen Teilen des Stromnetzes auffangen. Und zugleich die Kapazitäten von Fernstromleitungen deutlich besser ausnutzen. Im deutschen Stromnetz insbesondere die Nord-Süd-Verbindungen.
@Michael 24.05. 18:52
„Und wir freuen uns über die inländische Wertschöpfung und Arbeit durch neue Leitungen, Netzanschlüsse, PV-Anlagen und Batteriespeicher.“
Genau. Netzanschlüsse, PV-Anlagen und Batteriespeicher sind jetzt ganz aktuell wirklich gefragt.
Wenn wir aber weniger neue Leitungen dafür brauchen, bleibt uns mehr Geld für die Wasserstofftechnik und die Etablierung von Redox-Flow-Batterieen. Und am Ende auch dafür, die Produktion von PV und Lithiumakkus nach Europa zu holen.
Danke, @Tobias 🙏 – und ich habe gute Nachrichten zu der im Blogpost beobachteten Wohlstandsenergien – Kompetenz der Landesregierungen!
Die Bundesländer dringen auf einen konsequenteren Ausbau der erneuerbaren Energien und stellen sich damit gegen zentrale Reformpläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Bei der Energieministerkonferenz auf Norderney hätten sich die Länder einstimmig zur Energiewende und zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren bekannt, sagte Niedersachsens Energieminister und Gastgeber der Konferenz, Christian Meyer (Grüne). „Wir wollen den Kurs halten und das ist parteiübergreifend der große Konsens.“
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/energieministerkonferenz-laender-stellen-sich-gegen-reiches-energie-reformplaene-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260522-930-113816
Auf Mastodon postete ich dazu u.a.:
Die Berliner Hauptstadtblase um AfD, CDU, SPD und früher auch FDP wird noch immer von fossilen Konzernen, Konzernmedien & deren rechtslibertären Lobbyverbänden geprägt – wogegen die Länder näher bei den mittelständischen Betrieben als dem eigentlichen Rückgrat der deutschen Wirtschaft und von Zukunfts-Investitionen bilden.
So haben die meisten Politikerinnen & Politiker demokratischer Parteien in Ländern und Kommunen längst begriffen, dass Erneuerbare Energien Treibhausgase vermeiden, aber auch Heimat-, Friedens- und Wohlstandsenergien sind, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland schaffen.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116633626975927952
Der Solarpunk und Solarboom stärken die föderale Energiedemokratie statt des preußischen Fossil-Zentralismus und münden in eine stärkere, solare, ökologisch-soziale Marktwirtschaft.
Und diese ist sehr viel besser für Menschen und Mitwelt als der zerfallende Fossilismus.
@ Michael Blume 24.05.2026, 18:52 Uhr
Mit meinem „Geraune“ wollte ich auf Fragen, die auch hier bei den Diskussionen aufgeworfen wurden, ganz sachlich und nüchtern antworten.
Wir hatten im Neubau ca. 1965 zunächst einen Küchenherd und einen Ofen im Wohnzimmer. Mein Vater hat, ich war zur Ausbildung an einer Ingenieursschule in einer größeren Stadt, die Kohlen aus dem Keller geschleppt und in die „Kohlenkiste“ geschüttet. Meine Mutter hat eingeheizt.
Ungefähr 1968 bekamen wir eine Zentralheizung mit einem Gusseisenkessel für alle Brennstoffe. Der Techniker hat, im Scherz gemeint, der hält ewig und noch 5 Jahre….
Ungefähr 1970 wurde ein Ölbrenner eingebaut. Es gab damals nichts moderneres. Und es begann das süße Leben (ohne Kohlenschleppen) für den „kleinen Mann“…. Auch der „Braunkohlemief“ verschwand allmählich aus der Siedlung.
Ca. 2020 wurde ein anderes, gleichartiges Haus in der Siedlung an einen Baufacharbeiter verkauft. Der hat mit seiner Familie eine moderne WP samt Wärmesanierung eingebaut. Praktisch hatte er nur Materialkosten.
Allerdings mir, als nun mehr „einzig übrig gebliebener Alter“, hätte das Abenteuer „Wärmepumpe und Haussanierung“ rund 200 000 Euro gekostet. Alles wäre verloren, falls das Haus nach meinem Tod abgerissen wird. Wobei der Gusskessel, damals und heute noch immer, „seine besten Jahre“ hat. Der Brenner wurde schon öfter erneuert und die Ölkosten für rund 1800 Liter pro Jahr waren recht günstig.
Dass die Wertschöpfung in Deutschland und Europa bleiben sollte, ist doch völlig klar. Nur uns mangelt es an geeigneten Rohstoffen und wir haben auch noch das Pech ein „Hochlohnland“ zu sein….. Eine eigene Solarindustrie wäre nicht Konkurrenz fähig. Den Unternehmern blieb keine realistische Wahl und sie haben aufgegeben.
Es läuft letztlich darauf hinaus, dass Unternehmer den Konkurs fürchten…. Der Benko wäre der reichste Pensionist, hätte er seine Unternehmen, die fast wie ein zuverlässiges „Uhrwerk“ liefen, sagen wir 2015, „ausklingen“ lassen und eingestellt.
Die plötzlichen massiven Zinserhöhungen die nicht mehr erwirtschaftet werden können, Corona das plötzlich aufgetaucht ist, Geschäfte mussten geschlossen bleiben, die beginnende Armut seit dem Ukrainekrieg, viele Käufe über das Internet und nicht mehr im „Luxus Konsumtempel“, haben ihn plötzlich und unerwartet ruiniert. Letztlich Pech und es dürfte auf die „obligatorischen“ 10 Jahre Knast hinauslaufen….
Es hat keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken und „unangenehme Wahrheiten“ zu ignorieren. Die Fragen sind aufgetaucht und ich habe versucht Antworten zu finden…..
Jeder sollte sich über inländische Wertschöpfung und Arbeit freuen können, das ist doch klar.
Danke für die Schilderungen und endlich auch mal wieder inhaltliche Zustimmung, @Realo :
Wir sollten niemandem vorwerfen, noch in der fossilen Falle zu stecken. Und gleichzeitig wo immer möglich den Umstieg auf erneuerbare Friedens- und Heimatenergien fördern, die Wertschöpfung und qualifizierte Arbeit im Inland schaffen, statt oft feindselige Regime & Terrorgruppen zu fördern.
So freue ich mich aktuell sehr über den Erfolg der Elektroauto-Bundesförderung, denn so wird weniger Sprit (Benzin, Diesel, Öl) benötigt, dafür mehr im Inland produzierter Ökostrom nachgefragt & auch gespeichert. Wir Blumes stiegen ja bereits 2017 auf einen 100% solar geladenen Kleinwagen um und wollen nie wieder ins fossile Verbrenner-Zeitalter zurück.
Seit Dienstag können Privatkäuferinnen und Privatkäufer die neue staatliche E-Auto-Prämie beantragen und das Interesse ist riesig: Nach Angaben von Bundesumweltminister Carsten Schneider sind bis Freitag bereits 23.000 Anträge eingegangen. „Wir haben eine sehr gute Resonanz“, sagte der SPD-Politiker. Besonders gefragt seien demnach batterieelektrische Fahrzeuge. Zudem meldeten sich viele Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Die soziale Staffelung funktioniere, so der Minister.
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/run-auf-e-auto-praemie-autohaendler-viele-antraege-100~amp.html
Wichtig wäre zudem, durch erhöhte Rohstoff-Förderung in der EU, Ersatzstoffe und vor allem Recycling die Abhängigkeiten vom Ausland weiter zu reduzieren. Wir alle sollten endlich begreifen, dass Importgüter oft nur deshalb billig wirken, weil die eigentlichen Kosten auf Mitwelt und Mitmenschen externalisiert wurden.
Eine solare, ökologisch-soziale Marktwirtschaft wird eine stärkere Kreislaufwirtschaft und also auch wohlhabender, demokratisch und militärisch sicherer sein als der bisherige Fossilismus.
Nunja die Zölle auf Elektroautos sind uns ja leider erhalten geblieben.
Gut es sind keine Zölle mehr sondern Mindestpreise.Was lustigerweise auch BMW und Cupra trifft wenn ich das richtig im Kopf habe.
Wie irgendjemand auf die Idee kommen kann ich würde ihn trotzdem wählen ist mir schleierhaft. Das macht nämlich glücklich wenn einem jemand in dem Alter noch so ins Leben feuert oder?
Und nein, die anderen Fossilisten fallen auch raus. Was ein Spass..
Aber genug gegrummelt. Lasst Euch die Laune nicht verderben an diesem Feiertag.
Lieben Dank, @Uli Schoppe – und ich lese Deinen Drukos als „treffende“ Beobachtung, dass Menschen jenseits der fossilen Falle besser und vor allem schärfer sehen.
Denn es stimmt ja: Der Fossilismus basiert auf Externalisierung der fossilen Kosten auf Mitwelt und Mitmenschen sowie der fossilen Abzocke der „Kundschaft“. Und auch wenn es nicht unsere Ordnung ist, so wird es doch von autoritären Personen weltweit noch als vermeintlich ewige Hierarchie (griech. Ewige Ordnung) verteidigt.
Im lesenswerten Machiavelli-Kommentar Der Fürst und seine Erben von Peter Sloterdijk, Suhrkamp 2026, finden wir auf Seite 95 den ebenso wahren wie tiefen Dreisatz:
„Die Mittel hierzu finden sich im kleinen Einmaleins des Populismus: die Lähmung der Parlamente, die Umwandlung der Richterschaft in eine Gefolgschaft, die Einschüchterung der freien Meinungsaussprache, die allmähliche Gleichschaltung der Medien und die Aufstachelung des putschistischen Mobs.
Es kann kein Zweifel bestehen, daß Trumps Amerika alle diese Anzeichen der autoritären Transformation aufweist.
Zu ihr trägt bei, daß Trump, der, vulgär wie kaum je ein Vorgänger darauf beharrt, als großer Mann zu gelten, in direkter mimetischer Konkurrenz mit zwei amtierenden Diktatoren steht…“
Machiavelli, Sloterdijk und der Zusammenbruch des Fossilismus, was für 1 Zeit…
@Michael 25.05. 08:14
„Bei der Energieministerkonferenz auf Norderney hätten sich die Länder einstimmig zur Energiewende und zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren bekannt,…“
Statt abregeln, mit oder ohne Entschädigung, wäre sicherlich ein Kurzfristspeicher direkt am Produktionsstandort sinnvoller. Da kann man dann auch bei schlechten Netzpreisen einspeichern und zu besseren Preisen verkaufen. Ohne zusätzliche Netzentgelte.
Mit das Interessanteste an den Lithiumakkus ist ja, dass man die auch in kleinen Einheiten installieren kann, die man dann überall verteilen kann. So holt man aus den Stromnetzen alles raus, und so kann man die schwankenden Angebote der erneuerbaren Anlangen maximal ausnutzen. Räumlich und Zeitlich.
Entschädigungen fürs Abregeln mag dennoch auch sinnvoll sein, aber wo es geht, und oft genug genutzt werden kann, tut es auch der lokale Speicher direkt am Produktionsort.
Aber immerhin gut, dass man hier weiter denkt als Frau Reiche. Und das dann noch einstimmig. Das macht mir Hoffnung.
„Und diese ist sehr viel besser für Menschen und Mitwelt als der zerfallende Fossilismus.“
Das kann was werden, sehe ich auch so.
Vielen Dank & inhaltliche Zustimmung, lieber @Tobias
Leider konnte sich ja die Bundes-Wirtschaftsministerin aufgrund einer Erkrankung nicht der post-fossilen Kritik aller (!) Landes-Energieministerinnen und -minister stellen. Und offensichtlich fand sich auch sonst niemand mit Kabinettsrang, der sie inhaltlich vertreten wollte.
Nun ja, ich wünsche ihr selbstverständlich eine rasche Genesung. Die derzeitige Bundesregierung äußert sich ja sonst eher kritisch zu Krankschreibungen. Ich nicht.
Auf Anregung eines meiner Kinder, das mir seine Kompetenzen mit Claude.ai zeigte, ließ ich Claude.ai einmal eine Erklärgrafik zu meinem Konzept der erneuerbaren Friedensenergien erstellen:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/IMG_2953.jpeg
Mir scheint, hier wurde vor allem meine Rede im Landtag BW am 9.11.2023 ausgewertet. Und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Es geht voran mit dem Solarpunk und Solarboom, mit immer besseren Batteriespeichern und grünem Wasserstoff gehen den Fossilismus und dessen Fallenstellerei.
Ein Religionswissenschaftler erklärt hier wie die sog. Energiewende funktioniert. Offenbar mit viel Glauben. Wir benötigen Strommassensspeicher im mittleren bis oberen zweistelligen TWh-Bereich. Da kommen wir nie hin. Batteriespeicher können bestenfalls über Stunden bis ein zwei Tagen speichern. Die Mangel und Überschussphasen dauern aber viele Tage bis Monate!
Fast richtig, @Stephan Kaula
Korrekt wäre gewesen: Ein gelernter Finanzkaufmann, Politik- und Religionswissenschaftler mit Einsatz-Erfahrungen u.a. im Irak klärt über Mythen, Fakten und Propaganda rund um den Energieglauben auf.
So haben auch Sie – sicherlich unabsichtlich – vergessen zu erwähnen, dass bereits jetzt in Deutschland nicht nur immer mehr Batteeiespeicher, sondern auch Elektrolyseure für grünen Wasserstoff installiert werden. So gilt schon jetzt für den mutigen und auch wirtschaftlich erfolgreichen Landkreis in Bayern: “Keine Dunkelflaute in Wunsiedel“:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-und-solarpopper-wasserstoff-hoffnung-wunsiedel-bayern/
Auch meine Familie und ich leben bereits bewusst in den Solarpunk mit erneuerbaren Friedensenergien: Wärmepumpe seit 2013, Elektroautos seit 2017, Photovoltaik auf dem Dach und Pflanzenkost auf dem (Strom-)Herd.
Am 9. November 2023 plädierte ich auch in der bisher wichtigsten Rede meines Lebens vor dem Landtag von Baden-Württemberg gegen die weitere, fossile Finanzierung von Gewalt und Antisemitismus und also für post-fossile, erneuerbare Friedensenergien.
Auf Anregung eines meiner Kinder hat die KI Claude unlängst ein Schaubild zu meinem Konzept gefertigt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/IMG_2953.jpeg
Ihnen Dank für Ihr hoffentlich ehrliches Interesse und noch eine schöne Pfingstwoche! 🙏🌱🙌
@Realo 24.05. 23:51
„Eine eigene Solarindustrie wäre nicht Konkurrenz fähig. Den Unternehmern blieb keine realistische Wahl und sie haben aufgegeben.“
Ich hab Felo-ai gefragt:
„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der deutsche Außenhandelsüberschuss im Jahr 2025 nach den vorliegenden Hochrechnungen und vorläufigen Daten zwischen etwa 195 und 203 Milliarden Euro lag.“
Ich weiß nicht was wir hier in diesem Umfang exportieren, aber es ist offenbar mehr als genug.
Also können wir doch nach herzenslust PV-Module, Windgeneratoren und Lithiumspeicher wie ganze Elektroautos importieren. Und noch sehr viel mehr davon.
Und noch mal Felo-ai gefragt:
„Die Außenhandelsbilanz der Europäischen Union (EU-27) für das Jahr 2025 wies einen Überschuss im Warenhandel auf. Nach Angaben von Eurostat belief sich dieser Überschuss auf rund 129,3 Milliarden Euro.“
Lange nicht so viel, aber immer noch deutlich positiv. Entsprechend könnte in anderen EU-Ländern eine Produktion von Grüner Technik schon sinnvoll sein. Aber eben keinesfalls im Hochlohnland Deutschland mit ohnehin ausuferndem Außenhandelsüberschuss.
Man könnte auch chinesische Firmen motivieren, in Europa zu produzieren. Die haben ja nun inzwischen echt was drauf. Warum das nicht für uns nutzen?
Wir können uns derweil auf Wasserstofftechnik und Redux-Flow-Batterien konzentrieren. Da ist noch Neuland zu entdecken. China liegt viel weiter südlich, die brauchen da selber nicht so viel von, und kommen mit ihren Kurzfristspeichern schon ganz gut aus.
@Dr. Stephan Kaula 25.05. 14:36
„Wir benötigen Strommassensspeicher im mittleren bis oberen zweistelligen TWh-Bereich. Da kommen wir nie hin. Batteriespeicher können bestenfalls über Stunden bis ein zwei Tagen speichern. Die Mangel und Überschussphasen dauern aber viele Tage bis Monate!“
Die Batteriespeicher leisten aber bei vollem Ausbau schon mehr als die Hälfte des notwendigen Speicherbedarfs. Insbesondere mit täglichen Ladezyklen muss die halbe PV-Produktion zwischengespeichert werden, insbesondere im Sommerhalbjahr. Dieselben Speicher können dann aber auch mithelfen, die Windenergieproduktion im Winter zwischenzuspeichern, auch da fällt einiges an Speichervolumen an, das mit den Batteriespeichern abgedeckt werden kann.
Mit der Saisonalen Speicherung sieht das in der Tat anders aus. Das muss am Ende Wasserstoff liefern, eventuell auch unterstützt von Redux-Flow-Batterieen.
Das ist aber noch etwas entfernt, und kommt erst am Ende der Energiewende. Bis dahin können wir schon mal mit konsequentem Ausbau von PV, Wind und Batteriespeicher mindestens 85 % des Strombedarfs abdecken. Und das inklusive dem zusätzlichem Bedarf für E-Autos und teils auch den Wärmepumpen.
Derweil haben wir noch Biogas, das man für Dunkelflauten speichern kann, Holzkraftwerke und einfache Holzpelletheizungen, die gezielt in Mangelsituationen eingesetzt werden können.
Und natürlich brauchen wir noch länger ein Backup durch die verbliebenen Kraftwerke, insbesondere die Kohlekraftwerke sind dabei auch noch von Erdgasimporten unabhängig. Und relativ kostengünstig noch dabei.
Bis wir dann am Ende mit der Energiewende fertig werden. Es wird immer weniger werden, bis wir gar keine Emissionen mehr verursachen, und auch keine fossilen Importe mehr brauchen.
Michael Blume
24.05.2026, 18:52 Uhr
Verzockt finde ich jetzt ein bisschen hart. Ich glaube nicht dran das er da eine Art Plan hatte.
Ich denke er würde die Situation lieber verändern sieht aber, vermutlich mit Recht, keinen Weg.
Das macht verbittert und verzweifelt.
Ich kann mir aber gut vorstellen das das nervt wenn es immer wieder auf deinem Tisch landet.
Du kannst an der Stelle auch nichts tun.
Keine Gewähr, ich bin nur Schlosser kein Therapeut.
Ich vermute nur.
Die Vermutung halte ich für begründet, @Uli Schoppe
Gleichwohl versucht @Realo immer wieder bei Verhöhnungen erneuerbarer Friedensenergien und bei der Verharmlosung fossiler Tyranneien Entlastung zu finden. Psychologisch interessant, aber aufgrund zigfacher Wiederholungen auch recht langweilig… 🤭🤷♂️🔥
@Dr. Stephan Kaula 25.05. 14:36
„Wir benötigen Strommassensspeicher im mittleren bis oberen zweistelligen TWh-Bereich. Da kommen wir nie hin.“
Das ist eine recht einfache Rechnung. Man nehme die derzeitigen blockierten Speicherkapaziäten von 200 Gwh plus die 100 Gwh, die in Fahrzeugen bereits verbaut sind und nur bidirektional angeschlossen werden müssten. Das wären dann 300 Gwh. Wenn man dann 150 Ladezyklen im Jahr annimmt, kommt man auf 45 Twh im Jahr.
Vermutlich wird das doppelte davon an Kurzfristspeichern in den nächsten 5 oder 10 Jahren zugebaut. Das wären dann 90 Twh. Soweit denn genug Strom da ist, der gespeichert werden müsste.
Klar haben wir damit keinen Saisonalen Speicher. Der wäre aber vorraussichtlich deutlich kleiner als diese 45 bzw. 90 Twh. Dann aber mit dem Ladezyklus von genau 1 im Jahr bei Wasserstoff und ab 5 aufwärts bis vielleicht 50 bei Redox-Flow-Batterien.
Das kann man hier ganz gut sehen:
https://www.agora-energiewende.de/daten-tools/agorameter/live/chart/power_generation/01.05.2025/30.04.2026/monthly
Überhaupt kann man auf dieser Webseite ganz gut studieren, welche Stromumsätze in Deutschland gemacht werden. Und das seit 2012.
Derweil will unsere Bildungsministerin die Klimaziele offenbar am liebsten aufweichen.
„Die Apokalypse fällt aus. Können wir bitte noch mal über das Klimaziel sprechen?“
„Deutschland schlittert immer tiefer in die Deindustrialisierung. Schuld ist ein Klima-Horrorszenario, das Wissenschaftler nun als falsch enttarnt haben. Allerhöchste Zeit, die deutschen Klimaziele zu überdenken.“
Der Text ist leider hinter Bezahlsperre, so dass ich ihn nicht im Detail besprechen kann.
Die Wikipedia gibt an:
„In Reaktion auf die Abschwächung des 2010 erarbeiteten worst-case Szenarios RPC8.5 forderte sie 2026 ein Abrücken der 1,5 bzw. 2,0 Grad-Ziele des Übereinkommen von Paris in Richtung 3 Grad. Dieses charakterisiert sie als „realistisch“ und „abgewogen“.“
de.wikipedia.org/wiki/Kristina_Schröder#Klimawandel
Wir haben offensichtlich eine Ministerin, die nichts von Klimatologie versteht und sich auch nicht informiert. Die Streichung des RCP8.5-Szenarios bedeutet nicht, dass die anderen Szenarien (abgesehen vom Low emission scenario) harmlos wären. Drei Grad Erwärmung wären noch immer katastrophal
Ich bin gespannt, wie der Sommer 2026 verläuft. Global könnte er sehr heiß werden. Ob die Menschen daraus lernen?
http://www.welt.de/debatte/plus6a06d57f4166b8e84c36214e/die-apokalypse-faellt-aus-koennen-wir-bitte-noch-mal-ueber-das-klimaziel-sprechen.html
Lieben Dank für den Beitrag, @Paul Stefan
Aus meiner Sicht hat die globale Deindustrialisierung sehr wenig mit Klimazielen zu tun & sehr viel mit Demografie: Mit der rapiden Abnahme der Zahl junger Menschen wie beispielsweise in China, Japan, Südkorea, aber auch Europa gehen an immer mehr Orten die Nachfrage und Investitionen zurück, werden Exportgüter in einen ruinösen Preiskammpf geschickt. Habe hier bereits dazu gebloggt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-arbeiten-fossilismus-gegen-familien-demografie-deindustrialisierung/
Hinzu kommen die Öl- und Gaspreis-Schocks aufgrund des Irankrieg-Desasters.
Auch für 2026 deutet sich wieder ein heißer Sommer mit Hitzetoten und regionaler Wasserkrise an.
Bei Temperaturen von zeitweise über 45 Grad sind im indischen Bundesstaat Telangana Medienberichten zufolge an einem Tag mindestens 16 Menschen wegen der Auswirkungen der extremen Hitze gestorben. Die Todesfälle seien auf die aktuelle Hitzewelle zurückzuführen, berichteten die Nachrichtenagentur PTI und andere indische Medien unter Berufung auf den Finanzminister des südlichen Unionsstaats, Ponguleti Srinivasa Reddy. Die Toten kämen aus verschiedenen Distrikten Telanganas, sie seien alle am Freitag gemeldet worden.
https://www.rnd.de/panorama/16-hitzetote-an-einem-tag-temperaturen-ueber-45-grad-in-indien-62NHTZRT75CHPAVPXFVNVXFRUE.html
Nach meiner Wahrnehmung produzieren wir also nicht mehr zu wenige, sondern vielerorts eher zu viele Güter. Und im Export-Preiskampf können dann etwa europäische Produzierende immer schlechter mit den subventionierten Exporten aus China & Co. konkurrieren.
Um Arbeitsplätze und Wohlstand in der Europäischen Union zu schützen, empfehle ich daher, den Wachstumsbereich erneuerbarer Heimat- und Wohlstandsenergien inklusive Batteriespeicher und grünem Wasserstoff noch schneller auszubauen, staatlicherseits die Erbschaftssteuern zu erhöhen und mehr in Infrastruktur und Klimaresilienz sowie Familien zu investieren und schließlich unfaire Exportpraktiken durch demografisch bereits implodierende Staaten zu unterbinden. Eine Aufweichung der bereits beschlossenen Klimaziele seitens der Bundesregierung würde dagegen nach meiner Auffassung nur das Vertrauen in demokratische Politik und generell in die Zukunft weiter schwächen.
In Indien gibt es gerade eine Hitzewelle. Bis 46 Grad in Neu Delhi. Vor einigen Jahren hatte mir eine junge Inderin im Zug einen unverhohlenen Heiratsantrag gemacht. Sie ist PostDoc in der Wasserstoffforschung in Chemnitz. Sie sei Christin und der Herr Modi toleriere das Abbrennen auch von Kirchen (Chennai). Außerdem sei die Hitze nicht mehr auszuhalten. Nun gehe ich auf die 70 zu und hatte keine Lust für so einen Rettungsversuch mir jede Menge Schwierigkeiten einzuhandeln.
Ja, @Eckehard Erben – schon jetzt im Mai 2026 haben die Temperaturen in Indien 🇮🇳 und Pakistan 🇵🇰 mit teilweise 45+ Grad-Celsius neue Rekorde erreicht. Menschen und auch Tiere leiden und sterben, Wassermangel und Verzweiflung eskalieren – auch in Riesenstädten wie Delhi.
https://www.dw.com/de/rekordhitze-belastet-millionen-menschen-in-indien/g-77244400
Dass immer mehr Menschen versuchen, aus überhitzenden Regionen in *noch* gemäßigte Klimazonen zu ziehen, sollte niemanden überraschen.
Noch viel zu wenig beachtet wird dabei der wirtschaftliche und psychologische Druck auf junge Menschen, deren Zukunfts- und oft auch Beziehungs- und Familienchancen buchstäblich verbrennen. Landwirtschaftliche Betriebe und damit auch Erbvermögen gehen ein, die Lebenshaltungskosten steigen, modern klimatisierte Wohnungen und sichere Berufe sind noch immer nicht für alle erreichbar. Für Milliarden Menschen wird die fossile Falle zur existenziellen Bedrohung.
So ist in den letzten Tagen in der weltweit zahlenmäßig größten Gesellschaft und Demokratie der Erde mit einer satirischen „Kakerlaken“-Partei ein neues, thymotisch-digitales Phänomen viral gegangen:
Die sogenannte „Kakerlaken-Volkspartei”, die am 16. Mai 2026 ins Leben gerufen wurde, ist eine virale politische Bewegung in Indien, die als direkte Reaktion auf abwertende Äußerungen des indischen Supreme-Court-Richters Surya Kant entstand.
In einer satirisch zugespitzten Kampagne prangerte Abhijeet Deepke, ein 30-jähriger Aktivist, die Diskriminierung von arbeitslosen Jugendlichen an. Innerhalb weniger Tage wuchs die Bewegung auf Instagram rasant an und überschritt 18 Millionen Follower. Damit übertraf sie sowohl die älteste Partei Indiens, den Kongress, als auch die BJP und die Aam Aadmi Party in der digitalen Reichweite.
https://www.focus.de/politik/ausland/indiens-jugend-treibt-die-protest-bewegung-voran_b3f4f9bd-f1bf-4159-ba55-102f43ef1637.html
Und trotz all dem leugnen auch akademisch gebildete, politische, mediale und wirtschaftliche Teile der deutschen Hauptstadtblase in Berlin die Gefahren der Klimakrise und die Chancen des Solarpunk!
All das war – und ist – für mich emotional schwer zu durchsteigen, zumal ja zuletzt auch Teile „meiner“ Bundespartei, der CDU, zum rechtslibertären Fossilismus abgedriftet sind. Ein linearer Erkenntnisfortschritt in einer auf die eigenen Bildungstraditionen stolzen Demokratie sähe wahrlich anders aus…
@ Uli Schoppe 25.05.2026, 20:56 Uhr
Zitat: „Wir verstehen ja hier, dass Sie sich mit Ihrer Ölheizung verzockt haben und weiterhin auf Lieferungen aus anderen Ländern wie Russland, Katar, Iran oder USA hoffen müssen. Abhängigkeit schmerzt, klar.
Verzockt finde ich jetzt ein bisschen hart. Ich glaube nicht dran das er da eine Art Plan hatte.“
Der Ölbrenner wurde ca. 1970 in den fast neuen Gusseisen Universalkessel, selbstverständlich planmäßig, eingebaut. Es war damals die modernste, umweltfreundlichste Heizung und alles war nachhaltig. Bis in die 2000 er Jahre war der Anteil von Wärmepumpen praktisch bei fast 0%.
Die Heizung war bislang wirtschaftlich und hat bestens funktioniert. Bin kein „Snob“ der womöglich bestens funktionierende Technik einfach wegwirft. Ich habe nicht schlecht verdient, bin aber kein Millionär, der sich immer das beste und nur das teuerste leistet.
Verbittert und verzweifelt macht es, wenn „Besserwisser“ einem vorschreiben wollen, man müsse 200 000 Euro aufbringen, um das ganze Heizungssystem, z.B. im Falle eines Kesselaustausch zu erneuern. Wegen der Wärmedämmung und Dachsanierung (Solar), läuft es auf derart viel Geld und praktisch sogar eine „Enteignung“ hinaus……
Wie „abgehoben“ sind diejenigen, die derartige, für den kleinen Mann ruinöse „Heizungsgesetze“ aushecken????
Derartiges zu erkennen, dazu reicht der Hausverstand, man muss kein Psychotherapeut sein…..
Ja, @Realo – hier stimme ich Ihnen sogar mal zu: Es war und ist ein riesiger Fehler, durch schlampige Gesetzentwürfe bei Menschen Ängste zu wecken!
Noch die große Mehrheit der Deutschen befindet sich in fossilen Fallen – und diesen Menschen nicht durch kluge Förderung daraus zu helfen, sondern sie zu verängstigen und arrogant zu belehren hat dem sog. Klimaschutz sehr geschadet!
Sehr bewusst habe ich ja immer wieder formuliert: Das psychologische Problem vieler Rechter heißt Reaktanz, jenes vieler Linker Arroganz.
Und beides hebt sich ja nicht auf, sondern eskaliert aneinander.
In dieser Meldung ist sogar von 67 Hitzetoten in Indien an einem Tag die Rede:
http://www.youtube.com/watch?v=zicXE1DXcz8
Die Hitzetoten auf dem Land werden vermutlich gar nicht registriert.
Oh ja, @Paul Stefan – leider zeichnet sich auch für 2026 ein weiterer Hitzesommer mit massiven Schäden und vielen Toten ab! 😢🔥
Habe bereits 2024 über diese Folge des „fossilen Wahnsinns“ gebloggt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossiler-wahnsinn-2-von-der-hitze-zur-hetze-zu-gewalt-mord-und-flucht/
Immerhin stellen sich in Deutschland inzwischen überparteilich alle (!) Energieministerinnen und -minister der Länder gegen den Fossilismus der derzeitigen Bundes-Wirtschaftsministerin Reiche, vgl.:
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116639266576717337
Aber selbst eine weiter beschleunigte Energiewende kann die globale Erhitzung durch fossile Treibhausgase nur noch bremsen…
Gerade wurde ich auf einen neuen Wissenschaftszweig aufmerksam gemacht: Agnotologie.
„Agnotologie (…) untersucht als Forschungsrichtung die kulturelle Erschaffung und Aufrechterhaltung von Unwissen. Ihr Erkenntnisgegenstand ist, wie Unwissen durch Manipulation, irreführende, falsche oder unterdrückte Informationen, Zensur oder andere Formen absichtlicher oder versehentlicher Selektivität geschaffen oder gesichert werden kann.“
de.wikipedia.org/wiki/Agnotologie
Die fällt bei der Verdrängungsbereitschaft vieler Menschen auf fruchtbaren Boden.
Herzlichen Dank, @Paul Stefan – den Sachverhalt kannte ich bereits, nicht aber den schönen Begriff der „Agnotologie“! 🤓📚👍
Im damaligen Arbeitsfeld der interdisziplinären Evolutionsforschung war mir die „Parental Investment Theory“ (deutsch etwa: Eltern-Investitionstheorie) begegnet. Diese wurde durch die bedeutende Antoinette Brown Blackwell im 19. Jahrhundert entdeckt und in einem starken Buch beschrieben, geriet dann in Vergessenheit – und wurde ein Jahrhundert (!) später von einem Mann neu formuliert und seitdem diesem zugeschrieben!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/antoinette-brown-blackwell-als-starke-frau-entdeckt/
Das zu entdecken und zu verstehen war ein herber Schlag für mein bis dahin eher lineares Verständnis von Erkenntnisfortschritt in den Wissenschaften…
Es geht nicht um Ängste, sondern um die Herrschaft über den Geldbeutel.
Ausgaben verursachen Schmerzen. Es wird, sofern ein Zwang dahinter steht, als Bestrafung empfunden. @Realo beschreibt es doch sehr gut.
Kognitionswissenschaftlich über die wirtschaftswissenschaftliche Verhaltensforschung gut belegt.
Wenn ich mich nicht ganz irre, nennt sich das Negative Reziprozität.
Ich habe etwas, nämlich Geld, und muss es zwangsweise abgeben. Das entspricht dem Gefühl der Enteignung.
Wir haben ja schon mal das Thema Geld angesprochen. Aber es war dann eher Theorie über die Funktion des Geldes.
Aber welche Emotionen mit dem Besitz von Geld verbunden sind, ist noch Gegenstand der Forschung. Aber das emotionale Ursache-Wirkungsprinzip kennt doch jeder im Alltag über Belohnung-Bestrafung/Kosten-Nutzen.
Insofern spielt Angst nur eine Rolle beim Geld verlieren und damit verbundenen Freiheits- und Wohlstandsverlusten.
Was ich gewinne, ist Gegenstand zwischen Fossilismus und Solarpunk.
Und natürlich die Bedingungen des Lebens auf der Erde.
Weitgehende Zustimmung, @Mussi – wobei aus meiner Sicht Geld & Ängste gerade NICHT im Widerspruch zueinander stehen.
So basiert ja die Carbon Bubble / Karbonblasen-Theorie auf der psychologischen These, dass fossil Besitzende aus der Angst heraus agieren, ihr noch nicht gefördertes Eigentum nicht mehr zu Geld machen zu können.
Entsprechend habe ich sinkende Ölpreise befürwortet, weil sie die Karbonblasen-Besitzenden langsam „enteigneten“ und die sozialen Folgen der post-fossilen Transformation linderten.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/niedrige-oelpreise-fuehren-zu-weniger-feuern-des-hasses/
„Dank“ des Irankrieg-Desasters geht es nun schneller und brutaler…
@ Paul Stefan
Unwissen steht im Widerspruch zur Vernunft und Nichtsinnhaftes macht halt häufiger mehr Spass. Im Kern berührt das die Debatte um Elektro- und Verbrenner Autos.
Ein röhrender Hirsch ist halt lustvoller, als einer ohne Geweih.
Es das Verhältniss zwischen Vernunft und Wissen zu Unwissen und Unsinn bemisst aber auch die ständige Debatte um Freiheit-Gebot-Verbot.
Insofern ist der vorsätzlich Gebrauch von Agnotologie zumindest unmoralisch und im Zweifel sogar strafbar.
Nochmal zu Solarpunk: Es bedient aktuell nicht nur den Geldbeutel auf der Kostenseite, sondern auch über die Vernunft das gute Gewissen.
Möglicherweise ist das Verhältniss zwischen Agnotologie und Gewissen nicht ausgereizt. Da dürfte auch die Philosophie noch eine Aufgabe haben.
Insofern berührt das die Auseinandersetzung zwischen @ Blume und @ Realo stellvertretend für die Gesellschaften.
Möglicherweise ist uns das Gewissen, auch und gerade in der Politik, abhanden gekommen.
Es macht auf jeden Fall Sinn, zwischen UnsinnUnwissen und Gewissen nachzudenken.
Durchaus, @Mussi – nachdem ich drastische Erfahrungen und Beobachtungen zur globalen Erhitzung und Wasserkrise 2015/16 gemacht hatte, erwischte mich die sog. Climate Anxiety / Klimafurcht über mehrere Jahre hinweg.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116639713863048412
Unter anderem fragte ich mich damals (innerlich & vor meinem Gewissen), ob es richtig gewesen war, drei Kinder in diese Welt zu setzen. Die „Versuchung des Nichtwissens“, die Agnotologie hatte ich damals durchaus gespürt!
Der Solarpunk war auch für mich selbst psychologisch wirksam, da er Wissenschaft, lebensweltliche Selbstwirksamkeit und Hoffnungsbilder miteinander verband. So fand ich aus bedrückenden Zuständen der Anomie zurück ins praktische und dialogische Tun.
Hoffentlich (!) zu Recht.
Ja, es gibt keinen linearen Erkenntnisfortschritt und dieser kommt bei der Öffentlichkeit auch nicht so an, wie es die Forscher gern hätten. Es wird sowohl von einigen „Wissenschaftsjournalisten“ selektiert, verzerrt und falsch verstanden (Grüße an Axel Bojanowski) und das Publikum vergesst schnell und gerne.
Das Phänomen hinter dem Begriff Agnotologie war mir auch nicht neu, aber der griffige Begriff lässt es einem besser ver- und bearbeiten. Die Mischung aus Unwissen, Nicht-Wissen-Wollen und Unterschätzung der Problematik lässt sich allerdings nur schwer aufbrechen.
@ Michael Blume 26.05.2026, 08:53 Uhr
Auch ich muss die „Grünen“ manchmal verteidigen. Ich unterstelle den meisten Grünen keine Bösartigkeit. Sie meinten einfach, statt einen neuen Ölkessel, legt man sich halt einfach eine Wärmepumpe zu. Die kostet kaum mehr und alles ist gut, auch für die Umwelt.
Auch bin ich eher für Nachhaltigkeit, oder die Friedensdemos die den Grünen früher so wichtig waren. Auch schätze ich, dass sie vorsichtig sind und nur wollen, dass möglichst nur „Gesundes“ in den Kochtopf wandert.
Ein einfacher Wärmepumpentausch war zunächst auch mein erster Gedanke. Nur in meinem Beruf musste ich lernen, „der Teufel steckt im Detail“.
Eine Wärmepumpe erreicht nur ca. 50 Grad „Vorlauftemperatur“. In einem schlecht gedämmten alten Haus hat eine Ölheizung rund 70 Grad geschafft. Das muss mit einer verbesserten, nachträglich sehr teuren Wärmedämmung ausgeglichen werden.
Das ist bei einem Neubau mit sehr geringen Mehrkosten möglich. Etwas dickere moderne Ziegel, eine Fußbodenheizung, ein für Solarplatten geeignetes Dach nach Süden ausgerichtet,…. kosten kaum mehr.
Bei einem alten 1 bis 2 Familienhaus fallen rund 200 000 Euro an.
Darauf hat man zu wenig geachtet und das Gesetz musste verbessert werden. Kaum einer wird bei einem Neubau auf „Erneuerbare“ verzichten. Bei Altbauten wird man die Kosten (für Sanierung und Betrieb) optimieren müssen um wirksam CO2 einzusparen und das ist komplex.
Ja, @Realo – ich bin ja selbst kein Mitglied der Grünen, aber mit vielen befreundet und mit einer verheiratet. 🙂
Und zu dem Wenigen, was ich an dieser ökologisch-demokratischen Psrtei kritisieren würde, gehört das fehlende Bewusstsein für die Privilegien des städtischen Bildungsbürgertums. Wer in größeren Städten lebt, kein eigenes Auto braucht, akademische Titel und Eigentum „geerbt“ sowie ständigen Zugang zu wissenschaftlicher Beratung hat, zudem Investitionen in Neubauten denken kann, kann leicht vergessen, wie sich vergleichbare Optionen etwa für Menschen in ländlichen oder demografisch schrumpfenden Regionen anfühlen. Auch deswegen befinden sich die meisten grünen Hochburgen in westdeutschen Städten:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/bedrohen-demografie-rechtsmimesis-inzwischen-die-republik-auch-ueber-sachsen-anhalt-aus/
Umgekehrt halte ich jedoch auch den parteipolitischen Dualismus für falsch, der nicht etwa fossil finanzierte Tyrannen, sondern die Grünen zu „Hauptgegnern“ erklärte. Das war – und ist – daneben und hat der Demokratie geschadet.
Auch Sie selbst haben sich ja zu dem sachlich falschen und unfairen Vorwurf hinreißen lassen, die demokratischen Parteien der Bundesrepublik in der Amtszeit Angela Merkel (CDU) hätten dem Atomausstieg „der Grünen“ nur zugestimmt, um von ihnen geschürte „Unruhen“ zu verhindern. Dabei lief in Wirklichkeit auch der damalige, bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) nach dem Fukushima-Desaster von Japan schlicht dem massiven Wählendewillen hinterher!
Also auch hier: Ja zur fairen Kritik, aber nein zum externalisierenden Dualismus! 🙌🇩🇪🇪🇺🤔
@ Paul Stefan
…lässt sich nur schwer aufbrechen…
Woran liegt das?
Spätestens seit 1972 denken wir über Wachstum nach und wie wir mit der Erde und der lebenswichtigen Natur umgehen sollten. Die Erkenntnis ist also nicht neu.
Strafrechtlich besteht der Grundsatz, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.
Begehe ich unter Eid vor Gericht eine Lüge, dann begehe ich einen Meineid.
Jetzt kann man fragen, ob Agnotologie nur Unwissen meint oder auch die Lüge betrifft.
Es wird wohl das erwischt werden betreffen.
Ist Klimaleugnung deshalb strafbar?
Dazu gibt es kein Gesetzt, also kann ich es leugnen.
Und mit dieser Lüge wurde die komplette Welt überzogen, sowie Freiheit und Wohlstand nicht nur überzogen, sonder auch erzogen.
Wir lernen also aus Bequemlichkeit uns selbst immer wieder, selbst zu belügen.
Liefern Rechtfertigungen dafür, warum wir Bedürfnisse nach Wärme, Nahrung und Wachstum benötigen.
Nach meinem Verständnis gibt es eine Unmenge an diesen Lebenslügen und wir sind sie gewöhnt und haben uns darin eingerichtet. Bedürfnisbefriedigung durch Gewohnheit und falsche Vorbilder sowie ständige Wiederholungen der Lebenslügen und deren Praktizierung ist halt schwer aufzubrechen.
Befehl und Gehorsam und deren Ableitumgen in Weisung und der Notlagen des Lebenswillen tun ihr Übriges.
@ Blume
Zu den Wirtschaftswissenschaften und Wettbewerb:
Tausch und Arbeitsteilung ist Kooperation. Nur durch diese beiden ist für die Meisten der Erwerb von Geld möglich. Wir sind also gezwungen, in dieses System einzusteigen. Wir konkurrieren um diese Kooperation.
Gepaart mit den Lebenslügen kann man dann durchaus sagen, wir kooperieren die Welt an die Kippunkte.
Es ist ein gemeinsames eingeübtes Verhalten an die Grenzen des Wachstums zu kommen.
Es basiert auf einer Lebenslüge.
Ich nenne es das Kooperationsparadoxon.
Vielen Dank, @Mussi – da kann ich durchaus mitgehen!
Gleichzeitig zeigt die interdisziplinäre Forschung, dass Tausch, Markt und Geld als Medium NICHT naturwüchsig sind, sondern Tempel und Staaten als Regel-Garanten voraussetzen.
https://blumeundince.podigee.io/27-rousseau
Dies würde auch zum mehrfachen Scheitern des ebenso romantischen wie fossilistischen Kommunismus passen, der ernsthaft glaubte, durch die Eliminierung von Markt, Privatbesitz und Geld entstehe eine glückliche, säkular erlöste Gesellschaft.
Doch so einfach war & ist es nicht.
Vielen Dank, @Mussi – da kann ich durchaus mitgehen!
Gleichzeitig zeigt die interdisziplinäre Forschung, dass Tausch, Markt und Geld als Medium NICHT naturwüchsig sind, sondern Tempel und Staaten als Regel-Garanten voraussetzen.
https://blumeundince.podigee.io/27-rousseau
Dies würde auch zum mehrfachen Scheitern des ebenso romantischen wie fossilistischen Kommunismus passen, der ernsthaft glaubte, durch die Eliminierung von Markt, Privatbesitz und Geld entstehe eine glückliche, säkular erlöste Gesellschaft.
Doch so einfach war & ist es nicht.
Aus dem Kooperationsparadoxon ergibt sich auch der Zwang zu Mehrarbeit und Produktivität, welches den Unmut zur Arbeitszeit und Rente betrifft.
Um bei der globalen Systemkonkurrenz mithalten zu können, wird zu Arbeitsteilung und Tausch ‚gezwungen‘, wird also über Zeit und Geld und Kooperation fremdbestimmt.
Schwierig in einer freiheitlich demokratisch verfassten Situation.
Ich persönlich frage mich, wie kommen wir aus diesem ganzen ‚Schlamassel‘ wieder raus?
Danke für Ihre Nachfrage zum von Ihnen klug „Kooperationsparadox“ genannten Problem, @Mussi 🙏
Sie fragten: Ich persönlich frage mich, wie kommen wir aus diesem ganzen ‚Schlamassel‘ wieder raus?
Meine Antwort darauf basiert auf der evolutionären Spieltheorie, die zwischen Kooperation in Nullsummenspielen (wie dem Ultimatum-Gane) und Zugewinnspielen (wie Investitionspool-Spielen) unterscheidet.
Demnach ist der Fossilismus noch immer durch die Knappheitslüge als Nullsummenspiel geprägt: Wer etwa Leistungen für Rentnerinnen und Rentner finanzieren möchte, muss dieses Geld bei Jüngeren „einsparen“.
Dagegen verweist der Solarpunk auf Zugewinnspiele: Wenn etwa erneuerbare Wohlstandsenergien aus Sonne und Wind im Inland geschöpft und in Batteriespeichern und grünem Wasserstoff zwischengelagert werden, profitieren davon alle Generationen!
Gerne und von Herzen möchte ich Ihnen empfehlen, Ihr sog. Kooperationsparadox auf Basis der evolutionären Spieltheorie zu betrachten. Es lohnt sich wirklich! 🤝🤔📚
@Realo 26.05. 08:06
„Verbittert und verzweifelt macht es, wenn „Besserwisser“ einem vorschreiben wollen, man müsse 200 000 Euro aufbringen, um das ganze Heizungssystem, z.B. im Falle eines Kesselaustausch zu erneuern.“
Was natürlich übertrieben sein dürfte. Es war glaube ich so 70% Wärmepumpenanteil vorgesehen, nicht 100%. Und auch nur bei Austausch von Heizungen. Dennoch macht es Sinn, wenn das nicht fest vorgeschrieben wird. Wer eine neue Heizung braucht, kann sich das auch selber überlegen. Und Förderungen gibt es ja.
Man muss die neue reine Gas bzw. Ölheizung ja nicht bis zum Ende nutzen, so teuer sind die ja nicht. Und kann dann, wenn der Strom deutlich günstiger und Gas und Öl sehr viel teurer geworden ist, einfach die Wärmepumpe einbauen und die alte Heizung eben entsorgen, auch wenn sie noch laufen würde.
Zumal auch eine neue Gas oder Ölheizung effektiver ist als ein alte. Das lohnt sich bereits, die einzubauen, wenn man in 15 oder 10 Jahren doch noch die Wärmepumpe einbaut.
So manch einer könnte sich allerdings jetzt schon ärgern, dass er noch keine Wärmepumpe hat, optimalerweise in Verbindung mit einer eigenen PV-Anlage. Zumindest wenn die aktuellen Ölpreise so hoch bleiben und das Gas noch teurer wird.
Als buddhistisch beeinflusster Mensch musste ich bei dem Begriff Agnotologie an avijjā (Nichtwissen, Unwissenheit) denken. Das steht bei der *Bedingten Entstehung* (dem paṭiccasamuppāda) an erster Stelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingtes_Entstehen#Die_zwölfgliedrige_Kette_des_bedingten_Entstehens
Vielen Dank für den dialogischen Hinweis aus dem Buddhismus, @Axel Krüger 🙏
Als ich vor vielen Jahren eine Biografie zu Charles Darwin verfasste, stieß ich darauf, dass (auch) er sich dem Atheismus mit der erkenntnistheoretischen Begründung entzog, er habe über die Gottheit kein sicheres Wissen, sei also a-gnostisch, nicht-wissend.
https://www.herder.de/theologie-pastoral/shop/p2/46233-evolution-und-gottesfrage-ebook-epub/
Umso mehr ich darüber denke und dialogisiere, umso mehr sagt mir der Begriff Agnotologie zu! 🙌
Tausch sowie Angebot und Nachfrage halte ich in der Tat für naturwüchsig. Es geht mit Sex los und betrifft direkt die Evolutionstheorie.
Beim Geld dagegen stimme ich Ihnen zu: Geldschöpfung und Verteilung. Hierbei spielt das Mass der Kontrolle und Freiheit eine Rolle und vor allem über Schulden.
@Mussi
Die Anthropologie unterscheidet den naturwüchsigen Gabentausch wie an Geburtstags- oder Weihnachtfesten oder, ja, in der Liebe vom späteren, kulturwüchsigen Warentausch durch Medien, Verträge und schließlich Geld. Die biokulturelle Evolution der Menschheit ist ohne diese sorgfältige Unterscheiden m.E. nicht zu verstehen.
@Michael 26.05. 11:09
„Der Solarpunk war auch für mich selbst psychologisch wirksam, da er Wissenschaft, lebensweltliche Selbstwirksamkeit und Hoffnungsbilder miteinander verband. So fand ich aus bedrückenden Zuständen der Anomie zurück ins praktische und dialogische Tun.“
Es ging anfangs vor allem um das Klima. Und war teuer. Aber mit der Hoffnung, dass es günstiger wird, wenn es zur Massenware wird.
Da sind wir inzwischen. Und es geht jetzt neben Klimaschutz erst auch um Frieden, dann um Unabhängigkeit und immer mehr werden die Erneuerbaren einfach zur billigsten Energielösung.
Und die Politik u.a. in Form von Frau Reiche versucht das alles nur noch zu bremsen.
Und das Klimaproblem ist eigentlich zumindest konzeptuell längst gelöst? Und die Realisierung wird nur noch von Bürokratie, nicht mehr von technischen Problemen oder fehlendem Geld begrenzt.
Soweit die Lage, die Geschwindigkeit der Realisierung ist nur noch offen. Und entscheidet über die Treibhausgaskonzentrationen, auf denen wir dann erstmal hängen bleiben.
Gar nicht so einfach zu sagen, welches Klima wir dann bekommen, und welche Wirkungen das auf die jeweils lokale Landwirtschaft und die lokale Natur haben wird. Um die reine Bewohnbarkeit mache ich mir eigentlich wenig Sorgen. Gerade in heißen Gegenden bzw bei uns im Sommer kann man Klimaanlagen direkt ohne jede Speicherung und ohne jedes Backup mit sehr billigem PV-Strom versorgen. Das Produktionsmaximum fällt mit dem Kühlbedarf zusammen.
In den oberen Etagen in manchen Stadtteilen ist das finde ich durchaus eine Option. Vor allem aber in den heißen Ländern. Bleibt für die Menschen da zu hoffen, dass sie hinreichend aus der Armut rauskommen, und sich zumindest notdürftige Klimaanlagen leisten können.
Hochwasser ist allerdings durchaus noch eine Bedrohung, mit der wir dann leben müssen. Aber einmal zerstörte Stadtteile kann man ja auch einfach aufgeben, und neue Häuser und Fabriken nur noch auf hochwassersicherem Terrain bauen.
Vielen Dank, lieber @Tobias 🙏
Tatsächlich verlor ich den Glauben an einen linearen, (post-) fossilen Fortschritt im Irak bei Temperaturen von über 50 Grad und brutaler Gewalt, die nur noch auf Erdöl und Wasser zielte. Mir wurde damit deutlich: Menschen werden im direkten Angesicht der Klima- und Wasserkrise nicht etwa „vernünftig“, sondern wütend, thymotisch, gewaltbereit.
Seitdem sehe ich die nach der ersten Ölkrise in Australien entstandene Fernsehserie „Mad Max“ mit anderen Augen. Sie überzeichnet den Zerfall der fossilen Zivilisation(en) mit der bösen und leider zutreffenden Pointe, dass auch die Menschen in der nahen Zukunft fanatisch Öl und Wasser vergeuden, um noch wenige Jahre an der Spitze der Gewaltpyramide zu bestehen. Es gibt keine glücklichen Familien mehr in der Mad Max-Welt, weil die fossile Vergangenheit die Zukunft gefressen hat.
Inzwischen bin ich zwar im Solarpunk angekommen und freue mich mit Dir, dass immer mehr Menschen der fossilen Falle wirtschaftlich und auch psychologisch entkommen. Doch mir ist auch völlig klar, dass wir damit die globale Erhitzung nur noch bremsen, nicht mehr aufhalten können.
Aktuelle Nachrichten von heute (!):
Frankreich wird aktuell von einer starken Hitzewelle getroffen. Wie eine Sprecherin der französischen Regierung am Dienstag dem Sender TF1 erklärte, gibt es bisher sieben Todesfälle, die „direkt oder indirekt“ mit den Temperaturen in Zusammenhang stehen. Zwei Menschen seien beim Sportmachen gestorben, fünf Personen seien ertrunken.
Wie der französische Wetterdienst Météo France meldete, war der Montag der heißeste Maitag seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits am Samstag waren in mehreren Regionen des Landes Hitzerekorde eingestellt worden.
Für den Dienstag werden sogar noch einmal höhere Temperaturen erwartet: Teilweise sollen 36 Grad erreicht werden. Acht Départements aus dem Westen des Landes haben wegen der Hitzewelle die Warnstufe Orange ausgerufen – auch das ein Novum für den Monat Mai.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/wetter/id_101269480/frankreich-hitzewelle-bricht-mai-rekord-meteorologe-mit-wetter-warnung.html
Zwar glaube ich, dass eine post-fossile, kulturell dialogische und wissenschaftlich orientierte Menschheit in einigen Solarpunk-Arche-Religionen überleben wird. Doch weite Regionen der Erde überhitzen bereits jetzt und werden nicht zu halten sein. Der Traum von gleichwertigen Lebensverhältnissen in demokratischen Flächenstaaten nähert sich bereits seinem Ende. Beobachte ich.
@Michael 26.05. 15:47
„Doch weite Regionen der Erde überhitzen bereits jetzt und werden nicht zu halten sein. Der Traum von gleichwertigen Lebensverhältnissen in demokratischen Flächenstaaten nähert sich bereits seinem Ende. Beobachte ich.“
Das muss doch nicht langfristig so bleiben. Ein Ende von Öl und Gas und die weltweit höchsten Erträge von PV, dann noch gleichmäßig über das Jahr verteilt, müsste doch einen gravierenden Unterschied machen.
Man muss ja vor allem nur Wohnen können und Haushaltswasser haben, Landwirtschaft ist entbehrlich. Und läuft da auch längst nur am Rande. Obst, Gemüse und Tierhaltung können genügen, Grundnahrungs- und Futtermittel kann mal importieren.
Eine 30 qm Wohnung auf 30° runterkühlen müsste doch drin sein, wenn überall PV auf den Dächern ist.
Durchaus, @Tobias – auch ich hielte es für möglich, dass Menschen auch in überhitzten Gebieten mit kulturellen und technologischen Anpassungen noch sehr lange überleben könnten.
Nur: Warum sollten sie dies tun? Die Geburtenraten implodieren weltweit und immer mehr Menschen ziehen aus ländlichen Regionen in die verbleibenden Städte – wo die Geburtenraten noch weiter sinken.
So ist die Gesamtgeburtenrate (TFR) im wohlhabenden Stuttgart auf inzwischen kaum noch 1,1 Kinder pro Frau gefallen. Und auch bereits ganze Bundesländer wie etwa Sachsen-Anhalt verlieren trotz erheblicher Finanz-Zuschüsse rapide an Bevölkerung.
„In Sachsen-Anhalt lebten Ende 2024 rund 2,14 Millionen Menschen. Die Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten stark geschrumpft. Allein seit dem Jahr 2000 hat Sachsen-Anhalt fast eine halbe Million Einwohner verloren. Das bedeutet einen Bevölkerungsrückgang von 18 Prozent. Dazu haben sowohl die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung, also dass jedes Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden, als auch Wanderungsverluste an andere Bundesländer beigetragen. Die stetige Zuwanderung aus dem Ausland konnte diese Entwicklung nicht vollständig kompensieren.“
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/bedrohen-demografie-rechtsmimesis-inzwischen-die-republik-auch-ueber-sachsen-anhalt-aus/
Aus meiner Sicht erleben wir also bereits jetzt ein demografisches Auseinanderfallen von immer mehr demografisch verebbenden Gebieten und immer weniger potentiellen Solarpunk-Arche-Regionen. Unter den europäischen Flächenstaaten hält derzeit nur noch Spanien an einer gezielten Legalisierung von Zuwanderung fest – was sich prompt in einer dynamischen Bevölkerungs- und auch Wirtschaftsentwicklung auswirkt. Die meisten EU-Mitgliedsstaaten haben sich dagegen mit ihrer demografischen Unterjüngung bereits abgefunden, beschleunigen diese sogar noch durch Rechtsmimesis.
So sehr ich mich also über jeden post-fossilen Fortschritt im Solarpunk und Solarboom freue – für immer mehr noch von Menschen bewohnte Gebiete der Erde dürfte dieser zu spät kommen. Sie werden verlassen und verebben, auch wenn sie kulturell und technologisch noch lange bewohnbar wären.
@ Blume
Wir haben gerade im Westen immer nach der Natur oder Kultur gefragt. Selten das und zwischen beiden gesehen.
Disjunktion versucht das Bemühen nach Eindeutigkeit. Das bestimmt noch immer die westliche Philosophie und das Denken.
Historisch gebe ich Ihnen recht, dass das zum Verständnis der Menschheitsgeschichte beiträgt.
Die Konjunktion aber nicht zu denken, also das Verhältnis zwischen Natur und Kultur bzw. Konkurrenz und Kooperation, ist eine Vernachlässigung, die jetzt aufgehoben werden kann.
Die östliche Philosophie war mit dem Daoismus schon weiter und die Chinesen haben offensichtlich das und deshalb besser verstanden. Sie nutzen es gnadenlos aus.
Es sind die Gegensätze, die wechselwirken.
Dualismus auf dieser Ebene verstanden, gibt es ein Freund-Feindverhältnis oder Feind-Freund.
Es ist in der Spieltheorie die Frage nach dem ersten Schritt in diesen Verhältnissen, der den nächsten in der Regel bestimmt.
Verhalte ich mich freundlich, fair und gut, dialogisch monistisch innerhalb des Komplementären, dann vermeide ich übermässige Konflikte.
Meistens gibt es eben keine Eindeutigkeit.
Exakt so, @Mussi 🙏🙌 – weswegen ich auch meinen letzten Druko sehr bewusst mit zwei dualen und komplementären, also gerade NICHT dualistischen und konkurrierenden Modellen beschloss:
1. Die evolutionäre Spieltheorie bringt erstmals natürliche und evolutionspsychologische Phänomene mit der strikten Geisteswissenschaft der Mathematik zusammen.
2. Die biokulturelle Evolution verbindet das Verständnis biologischer und kultureller Traditionen wie Sprache(n), Musik(en), Religion(en).
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/biokulturelle-evolution/
Die biokulturelle Evolution wurde früher auch gerne unter dem förmlicheren Begriff der Gen-Kultur-Koevolution erforscht, mit prominenten Beispielen wie der Laktose(in)toleranz.
Sogar die von Ihnen beschworene, chinesische Dualität können Sie auf diesem Blog bereits antreffen, etwa hier:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualitaet-statt-dualismus-rabbi-jesus-und-der-moses-noah-bund/
Ihnen Dank für Ihr dynamisches und dialogisches Interesse, @Mussi! 🙌📚👍
Ich hätte noch eine Aufgabe bzw. Frage an die Gemeinschaft:
Öko-logie/-nomie leitet sich vom griechischen oikos(Haus/Haushalt) ab.
Unter Haus könnte man das jeweilige Heim oder die Erde verstehen. Unter Haushalt die Bilanz.
Wie bringt man also beides wieder in Deckung?
Offene Frage.
@Mussi
Im Hebräischen steht für Haus – auch im Sinne der Welt, des Oikos – das Beth, deutsch B. Und unsere bundesdeutsche Hauptstadt ist Berlin.
Habe deswegen die von Ihnen aufgeworfene Frage auch im eBooklet „B wie Berlin“ zur neuen, deutschen Buchstabiertafel thematisiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/BwieBerlinPreussenFossilerFaschismus050925.pdf
B(!)este Grüße! 🖖
@ Blume
Danke!
@Paul Stefan
Zur Agnotologie gehört es, nicht nur Unwissen als Begriff zu hinterfragen, sondern, wie angedeutet, artverwandte , Synonyme, Begriffe wie Unsinn, Lüge und somit eben Wahrheit.
Mir ist die Kompliziertheit mit dem Wahrheitsbegriff durchaus bewusst.
Wir bestrafen Müll im Wald und akzeptieren PFAS und Mikroplastik im Wasser. Warum?
Im Grundgesetz wird das Recht auf Lebensgrundlagen geschützt.
Es ist die Meinungsfreiheit, die Leugnung möglich macht.
Es ist die Güterabwertung im Grundgesetz, welches Dialog notwendig macht.
Und wie immer geht es um Mehrheit, also Dominanz, von Meinung oder Wahrheit.
Es ist paradox.
Es ist die Güterabwegung, die die globale Welt gerade bewegt.
Nordamerikanisch ist es gerade der Antichrist und die Apokalypse.
Wie ist die Stimmung in 10 Jahren?
@Tobias Jeckenburger
26.05.2026, 12:22 Uhr
Ich denke da machst Du es Dir ein bischen einfach. Was machen denn die Menschen, die sich auch die neue Heizung nicht einfach leisten können? Sondern statt dessen Ihre alte Heizung notgedrungen so desolat weiterfahren bis nichts mehr geht?
Die Argumentation von Realo scheitert in meinen Augen daran, das sie einfach mal alles summa summarum untereinander schreibt und dann sagt „DAS ist ja nicht zu bewältigen!!!“
Man kann ja auch einfach mal anfangen und nicht alles auf einmal wegreissen.
Aber die Lebenssituation vieler Menschen ist ja nun doch so, dass sie nicht mal den ersten Schritt finanziert bekommen.
Um auszurechnen wann sich zB ein Elektroauto rechnet bzw. ab welchem Zeitpunkt man praktisch in die „Gewinnzone“ rutscht ist leicht. Dafür braucht es echt keine höhere Mathematik.
Wenn die Situation aber so ist, das Du Dir den Stromer nicht kaufen kannst, den gebrauchten Verbrenner aber doch, wem gibst Du Deine Stimme:
Dem der Dir sagt „Musste eben zu Fuß gehen oder Rad fahren!“ oder dem der Dir die Mobilität ermöglicht?
Das hat bei Vielen wirklich das Niveau von „Sollen sie doch Kuchen essen!“.
Meine Frage: Was sagst und gibst Du den Menschen, die gar nicht in Reichtum schwelgen wollen sondern nur ein „gewöhnliches“ (ist hier auf keinen Fall abwertend gemeint!) Leben führen möchten? Also auch nicht sich einfach in Verzicht auf alles mögliche „für die gute Sache“ üben möchten? Was ein in meinen Augen nicht völlig überzogener Anspruch ist …
Von Deinem Standpunkt aus vieleicht. Da stehst aber eben Du und nicht alle anderen.
Nein. Einfach einbauen und eben entsorgen ist eben für sehr viele nicht eben mal so zu haben.
Mehrere tausend Euro Förderung sind eine tolle Sache. Ganz im Ernst und ohne Häme. Wenn man den Punkt erreicht hat an dem man die bekommt-
Du ignorierst mit Deiner Argumentation in meinen Augen, das Du die Menschen nur da abholen kannst wo sie stehen.
Denn der Punkt an dem sie stehen legt ohne wenn und aber fest welche Handlungsmöglichkeiten bestehen.
Damit sind die Menschen nicht unfrei, sondern nur determiniert. Handlungsmöglichkeiten gibt es zu Hauf zwischen denen man frei entscheiden kann, aber nicht alle Wege sind offen.
@Michael 26.05. 17:07
„Nur: Warum sollten sie dies tun? Die Geburtenraten implodieren weltweit und immer mehr Menschen ziehen aus ländlichen Regionen in die verbleibenden Städte – wo die Geburtenraten noch weiter sinken.“
Irgendwann kommt doch bestimmt die Trendwende? Noch ist das Problem ja kaum wahrgenommen.
Bis dahin, schrumpft es dann. Mit vor allem auch sozialen Verwerfungen, die auch erst mal wieder irgendwie ausgehalten und überwunden werden müssen.
Derweil dann in der Tat die ohnehin sowieso mobilen Menschen sich in Städten und Regionen niederlassen, in denen es halbwegs funktioniert. Dann werden aber hoffentlich da vernünftige Solarpunkstädte entstehen, wo man dann auch richtig gut leben kann.
So wäre es in den Heißen Gegenden in Küstennähe besser auszuhalten, man hat da auch eher Möglichkeiten für Entsalzungsanlagen.
An sich, wenn es denen wirklich mal besser geht, brauchen die heute noch armen Menschen sowieso viel mehr Wohnfläche. Kein Problem also, wenn die Leute wegziehen, Leerstände hinterlassen und sich in Küstenstädten konzentrieren. Neu gebaut werden muss dann sowieso.
Und wenn das mit der Demografie nicht besser wird, wird es da auch irgendwann eine weitere Schrumpfung geben. Zugleich können wir der Natur große Flächen zurückgeben, wenn wir so geschrumpft sind, dass wir deutlich weniger landwirtschaftliche Flächen brauchen.
„So sehr ich mich also über jeden post-fossilen Fortschritt im Solarpunk und Solarboom freue – für immer mehr noch von Menschen bewohnte Gebiete der Erde dürfte dieser zu spät kommen. Sie werden verlassen und verebben, auch wenn sie kulturell und technologisch noch lange bewohnbar wären.“
Das ist dann ganz klar Verschwendung von menschlichen Lebensmöglichkeiten. Aber macht das denn wirklich was, wenn die Natur vielerorts wieder einziehen kann? Solange wir dabei irgendwie dennoch mit uns selber klarkommen, geht es ja noch.
Wie der Kapitalismus das dann kann, wäre aber noch eine offene Frage. Ob der auch wirkliche Schrumpfung kann, ohne zusammenzubrechen. Ich denke, ja. Aber man kann es sicher auch vermasseln, wenn man vor lauter Panik vor schwindenden Werten mit der Brechstange nach weiterem Wachstum sucht, obwohl das einfach nicht mehr möglich ist.
Wir haben in Deutschland auch 200 Mrd Euro jährlichen Außenhandelsüberschuss, und immer noch sucht man nach mehr Wirtschaftsaufschwung. OK, wir haben auch einen Investitionsstau, an einigen Stellen. Aber klar dürfte auch sein, dass wir mehr importieren können, und zugleich weniger exportieren müssen. Kein Land braucht einen dauerhaften Außenhandelsüberschuss.
Ja, @Tobias – auch ich glaube nicht an lineare oder gar exponentielle Entwicklungslinien. Sondern an evolutionäre Prozesse auf Basis von Vielfalt (Variation), Wettbewerb (Selektion) und schließlich Demografie (Reproduktion).
Was mich jedoch immer wieder überrascht ist die Geschwindigkeit etwa der globalen Erwärmung oder auch der säkularen Geburtenimplosion.
So sei die TFR-Geburtenrate im buddhistisch geprägten und noch ziemlich armen Thailand bereits unter die TFR von Stuttgart (1,1) gefallen. Hier ein Erklärvideo dazu:
https://youtube.com/shorts/NDEqwljfKlY
Die Geschichte der Menschheit ist nach meiner Einschätzung noch lange nicht zu Ende. Doch jede Abkehr vom Fossilismus und jede Hinwendung zum dialogischen Solarpunk eröffnet zukünftigem Leben etwas mehr. Und schon jetzt zeichnet sich ein global brutaler Hitzesommer 2026 ab…
@Uli Schoppe 26.05. 21:57
„Mehrere tausend Euro Förderung sind eine tolle Sache. Ganz im Ernst und ohne Häme. Wenn man den Punkt erreicht hat an dem man die bekommt-“
Klar gibt es auch Hausbesitzer, die ziemlich knapp bei Kasse sind. Wenn aber die Wahl der Heizungsart frei bleibt, wird man doch die Wärmepumpe nur einbauen, wenn man die Kosten über weniger Energiekosten wieder hereinbekommt. Insbesondere wenn Gas und Öl immer teurer werden, Strom aber billiger.
Dann kann man aber auch einfach über eine Finanzierung nachdenken? Wenn man tausende Euros Zuschüsse zahlt, dann kann man wohl auch die Finanzierung mitliefern.
Beim Autokauf sieht es etwas anders aus. Wer immer wieder einen alten Gebrauchten fährt, bis das der TÜV das beendet, kommt natürlich besser weg, als wer sich einen Neuwagen kauft. Hier wird der Kredit alleine nicht reichen, sich ein nagelneues E-Auto zu finanzieren. Man könnte die Raten einfach nicht bezahlen.
Aktuell sind wegen den neuen Elektrofahrzeugen umso mehr gebrauchte Verbrenner zu haben, dass die dann noch günstiger werden. Wer da wenig Geld hat, der wird das nutzen. Sollen die sich die nagelneuen E-Autos kaufen, die sich eben Neuwagen leisten können. Ist doch ok. Ist doch nur vorübergehend, bis eben auch günstige gebrauchte E-Autos auf dem Markt ankommen.
@Tobias Jeckenburger
26.05.2026, 23:45 Uhr
Nicht auch. Sondern einen Haufen. Das mag meine persönliche Blase sein, aber ich kenne nur sehr wenige die NICHT ziemlich knapp bei Kasse sind. Hausbesitzer ist eben nicht gleich irgendwie „reich“…
Ich glaube wir reden aneinander vorbei 🙂 Klar zieht man die Möglichkeit eines Einbaus ziemlich sicher nur in Betracht wenn etwas dabei herum kommt.
Aber weil es sich auf längere Sicht rechnet heißt das doch nicht das ich das überhaupt angeschoben bekomme.
Und das wird zB nicht einfach dadurch besser das man einfach fossile Energie teurer macht so wie manche Linke und Grüne sich das vorstellen (und ich betrachte mich als Linken).
Dadurch wird die persönliche Situation bestimmter Menschen dann einfach nur schlechter. Weil sie an einem Punkt stehen wo sie eben nicht einfach sagen können „Gut, baue ich eben eine Wärmepumpe ein!“.
Es soll tatsächlich Menschen geben die das nur von draußen anschauen können weil sie eben auch durch die Preisentwicklung auf einer Rampe nach unten stehen, es gibt keine Stelle an der sie die Abwärtsspirale verlassen können.
Die wählen dann die bei denen sie sich erhoffen das die Fahrt nach unten nicht zu rasant und schmerzhaft wird.
Und von denen sie sich erhoffen das die Fahrt langsam genug ist um zu ermöglichen das sie auf einem einigermaßen netten Niveau glücklich sind wenn sie sterben.
Nicht das wir uns falsch verstehen: Das ist kein Plädoyer dafür alles so zu lassen wie es ist.
Ich finde nur das man nicht so tun kann als wäre das einfach nur von den Individuen abhängig und die wollen einfach nicht die Bösen dabei ist das alles ganz EINFACH weil RECHNET sich ja IRGENDWANN.
Dabei kommt eine Politik als schwarze Pädagogik heraus die eben nichts löst.
Und bevor die Frage kommt: Ich habe tatsächlich keinen einfachen besseren Vorschlag.
Ich bin einfach der der dafür sorgt das die, die mehr Potential zur Problemlösung an der Stelle haben die Maschinenbauteile bekommen die sie dafür brauchen 🙂
Das ist meine Kompetenz und ich bin darauf angewiesen das andere Menschen, die da wo mir Kompetenzen fehlen welche haben die auch nutzen. Denen fehlt nämlich an der Stelle wahrscheinlich meine Kompetenz.
Ich muss nichts bauen was nur dem fossilen Arm nutzt. Ich baue gerne auch etwas Nützliches, lieber sogar.
Fängt schon beim Recycling an: Da gibt es so tolle pfiffige Maschinen 🙂
Erfreulich! Auch in Deutschland präsentieren nun erste Energie- und Autokonzerne Konzepte für bidirektionales Laden, also die Erweiterung der Stromnetze durch Elektroauto-Batterien.
Lange war alles nur Theorie, jetzt drängen die ersten Angebote auf den Markt: Besitzer eines Elektroautos können Geld verdienen, indem sie ihre Fahrzeugbatterie während des Stillstands des Autos an der La[n]destation dem Stromnetz zur Verfügung stellen, um dieses zu stabilisieren.
https://taz.de/Konzerne-legen-erste-Tarife-fuer-die-Rueckgabe-von-Batterie-Strom-ins-Netz-vor/!6181862/
Fahre selbst seit 2017 solar und Batterie-elektrisch. Schon jetzt laden immer mehr von uns ihre Elektroautos gezielt an sonnenreichen Stunden und tragen damit zur Ablösung fossiler Gewaltenergien durch den Ausbau erneuerbarer Heimat-, Wohlstands- und Friedensenergien bei.
Elektroautos tragen schon jetzt täglich mehr zur Einsparung von Diesel & Benzin und damit auch zu einer Reduzierung von Treibhausgasen und abnehmender Macht des Fossilismus bei.
@ Uli Schoppe 26.05.2026, 21:57 Uhr
Zitat: „Die Argumentation von Realo scheitert in meinen Augen daran, das sie einfach mal alles summa summarum untereinander schreibt und dann sagt „DAS ist ja nicht zu bewältigen!!!“
Man kann ja auch einfach mal anfangen und nicht alles auf einmal wegreissen.“
Bei mir ist die Ausgangslage besonders. Mein Haus ist über 60 und ich bin über 80 Jahre alt.
Vermutlich wird mein Haus eher abgerissen, die Lage ist gut aber der Grundriss „altmodisch“.
Die Erben sind kleine Leute denen es durchaus Probleme bereitet die Erbschaftssteuer aufzubringen.
Die haben mehr davon, wenn einmal nach dem Abzug der Pflegekosten, etwas Geld übrig bleibt, als Investitionen die dem Bagger zum Opfer fallen.
Würde das Haus ein „Bastler“ erwerben, könnte er immer noch Kosten günstig, nach und nach auf „Erneuerbare“ umsteigen….. Ich müsste für jeden Handgriff zahlen…..
Ich bin es gewohnt, ich musste in meinem Techniker Job immer sehr ökonomisch denken….
Das ist das wichtigste in der Wirtschaft.
@Realo
Sie schrieben:
Die Erben sind kleine Leute denen es durchaus Probleme bereitet die Erbschaftssteuer aufzubringen.
Habe Perplexity.ai mal um eine Übersicht der Freibeträge in der deutschen Erbschaftssteuer gebeten:
Die Freibeträge der deutschen Erbschaftsteuer sind gesetzlich festgelegt und hängen vom Verwandtschaftsverhältnis ab. [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
– Ehegatten und eingetragene Lebenspartner: 500.000 Euro [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
– Kinder und Kinder verstorbener Kinder: 400.000 Euro [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
– Kinder der Kinder, also Enkel: 200.000 Euro [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
– Übrige Personen der Steuerklasse I: 100.000 Euro [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
– Personen der Steuerklasse II: 20.000 Euro [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
– Personen der Steuerklasse III: 20.000 Euro [gesetze-im-internet](https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html)
Zusätzlich gibt es bei Erbschaften einen Versorgungsfreibetrag, zum Beispiel 256.000 Euro für Ehegatten und bis zu 52.000 Euro für Kinder, abhängig vom Alter und von anderen Versorgungsbezügen. [finanzamt-bw.fv-bwl](https://finanzamt-bw.fv-bwl.de/,Lde/Startseite/Service/Wie+wird+die+Erbschaft-+und+Schenkungsteuer+berechnet_)
Stimmt das so, @Realo? 🤔🇩🇪🇪🇺💡
@Uli Schoppe 27.05. 01:17
„Aber weil es sich auf längere Sicht rechnet heißt das doch nicht das ich das überhaupt angeschoben bekomme.“
Wie gesagt, einfach eine Finanzierung anbieten. Was freilich nicht ganz so einfach ist, weil man die zukünftigen Energiepreise noch nicht genau kennt.
„Und das wird zB nicht einfach dadurch besser das man einfach fossile Energie teurer macht so wie manche Linke und Grüne sich das vorstellen (und ich betrachte mich als Linken).“
Es wird ja nun immer versprochen, dass zusätzliche Steuern auf fossile Brennstoffe umgehend anderweitig an die Menschen zurückgegeben werden sollen. Die aktuellen höheren Gaspreise sind allerdings extern verursacht, ebenso die aktuellen Benzinpreise.
„Dadurch wird die persönliche Situation bestimmter Menschen dann einfach nur schlechter.“
Bei mir auch. Seit 2022 ist Strom um 50% und Gas um mehr als das doppelte teurer geworden. Und ich kann überhaupt nichts machen. Balkonkraftwerk geht nicht wirklich, mein Vermieter will erst in 10 Jahren PV aufs Dach machen, und die Fernheizung kommt erst in 4 oder 5 Jahren. Wenigstens braucht mein Fahrrad kein Benzin, immerhin.
Derweil muss ich zahlen.
Umso mehr ärgert es mich, wenn die Energiewende bürokratisch ausgebremst wird. Die Preise könnten schon längst fallen, wenn hier alles an Grüner Technik zugebaut wird, was technisch möglich wäre. Die Investoren stehen doch offenbar bereit, daran fehlt es nicht. Und China liefert alle Komponenten, die man dafür braucht.
Wie gesagt, die hohen Gas- und Sprit- und Strompreise sind nicht wegen der Energiewende so teuer geworden. Wenn sie nicht verschleppt würde, ginge es uns sogar deutlich besser.
@ Michael Blume 27.05.2026, 13:38 Uhr
Mein Cousin befürchtet, dass für seinen Sohn 60 000 bis 90 000 Euro Erbschaftssteuer anfallen könnten und der Betrag später beim Verkauf, wegen der Abbruchkosten, nicht zu erlösen wäre.
Lieben Dank, @Realo
Ohne den Einzelfall beurteilen zu können, klingt diese Wahrnehmung für mich tatsächlich nach einem Problem des demografischen Verebbens: In immer mehr Regionen der Welt verfallen die Grundstücks- und Immobilienpreise mangels Nachfrage, so dass die realen Erlöse unsicher werden.
Besonders drastisch ist diese Entwicklung ja bereits in China, wozu ich mich auch heute nochmal äußerte:
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116646881602247935
Auch etwa in Japan lohnt sich der Abbruch vieler Gebäude längst nicht mehr.
Nicht Hass auf den Staat oder Zuwandernde, sondern wieder mehr Unterstützung kommender Generationen wären not-wendig.
Ich hoffe, Ihr Cousin trifft dann die richtigen Entscheidungen! 🙏🙌
Long Duration Energy Storage (LDES) mit hohem Wirkungsgrad
Ganz einfach: Deutschland benötigt hocheffiziente Stromspeicher über ein bis zwei Tage. Dann nämlich könnte ein Überschuss an Strom mit nur geringen Verlusten für ein bis zwei Tage zwischengespeichert werden.
Dazu braucht es 1 bis 2 Terawattstunden Stromspeicherkapazität in Form von 1) konventionellen Grossbatterien 2) Flow-Batterien. 3) Druckluftspeichern 4) eventuell Autobatterien
Die konventionellen Grossbatterien können 4 bis 10 Stunden Strom ökonomisch zwischenspeichern und das mit 80%-iger Effizienz.
Die Flow-Batterien und die Druckluftspeicher können 24 bis 48 Stunden Strom zwischenspeichern und das mit 70-80%-iger Effizienz.
Autobatterien könnten mittels Laden während Stromüberschuss und Stromabgabe bei Strommangel (Vehicle to Grid) ebenfalls dabei helfen, das Stromnetz zu stabilisieren. Dazu bräuchte es allerdings sehr viel mehr Elektromobile als Deutschland jetzt hat.
Übrigens: die grösste Flowbatterie Europas entsteht gerade in Laufenburg (CH). Sie kann 1.2 GW an Leistung abgeben und 2.1
Gigawattstunden Stromenergie speichern. Es handelt sich um eine Redox-Flow-Batterie mit einer Technologie, die es bereits seit mehr als 20 Jahren gibt. Sie soll das Stromnetz im Umfeld von Deutschland, Frankreich und der Schweiz stabilisieren.
Fazit: Deutschland braucht effiziente Stromspeicher. Eine mögliche Realisierung wären 1000 Redox-Flow-Batterien wie sie ab 2029 in Laufenburg zur Verfügung stehen wird.
Problem: Deutschland hat das Speicherproblem komplett verschlafen. Denn nur schon bis 2029 wird das Problem mit dem Stromüberschuss während Phasen von viel Sonne oder viel Wind noch einmal grösser werden und ich kenne kein Projekt in Deutschland, das bis 2030 die nötige Speicherkapazität schafft.
Lieben Dank, @Martin Holzherr 🙏🔋
Ich stimme Ihnen zu, dass angesichts der weiter sinkenden Preise für Solarstrom die Frage der Batteriespeicher zur Zukunftsfrage wird.
Vielen Dank auch für Ihre wertschätzenden Aussage zu den (maßgeblich in Deutschland entwickelten) Redox-Flow-Batterien, die u.a. auch ohne seltene Rohstoffe auskommen.
Auch die Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien ohne das seltene Lithium macht gerade Sprünge!
Experten sehen das Potenzial von Natrium-Akkus daher nicht so sehr bei der Masse von Elektroautos, denn die Natrium-Batterie ist vergleichsweise groß und speichert für lange Fahrstrecken zu wenig Energie. Vielmehr wird sie als ergänzende Lösung, etwa für große stationäre Stromspeicher für Windkraft- und Solaranlagen gesehen. Im Bereich der E-Mobilität seien Natrium-Batterien vor allem für E-Bikes, Stadtbusse und kleinere Elektrofahrzeuge oder Stadt-Elektro-Autos gut einsetzbar, heißt es in der TAB-Analyse.
https://www.n-tv.de/wissen/Steht-alternative-Akku-Technologie-kurz-vor-dem-Durchbruch-id30867892.html
Große Hoffnungen setze ich zudem in grünen Wasserstoff. Schon jetzt können Batteriespeicher Überschuss-Ökostrom aufnehmen, der dann gestaffelt an Elektrolyseure für grünen Wasserstoff abgegeben und gelagert werden kann.
Es bleibt viel zu tun, Deutschland zögert zu lange, aber die Richtung stimmt. Und es ist m.E. nie zu spät für das Richtige! 🙌
#Solarpunk #Solarboom
@Michael Blume (Zitat): „Große Hoffnungen setze ich zudem in grünen Wasserstoff.“
Stromspeicherung über mehr als 3 bis 5 Tage benötigt nach heutigen Kenntnissen Wasserstoff. Zu Wasserstoff gehört ein ganzes Ökosystem etwa mit Elektrolyseuren im Dauerbetrieb (da sonst zu teuer), mit einem Transportsystem zu dem lokal Pipelines und Tanklaster, international Ozeanfrachter gehören, mit einem Speichersystem mit Kavernen. Habe gerade ein paar Vorträge dazu gehört. Da ist noch vieles offen, etwa ob Wasserstoff direkt oder in Form von Ammoniak oder gebunden an Trägersubstanzen transportiert wird und vieles mehr. Es wird also erforscht, was eigentlich bereits im Einsatz sein sollte. Selbst so grundlegende Komponenten wie Elektrolyseure sind heute noch nicht wirklich für den Grosseinsatz optimiert. Zudem kostet grüner Wasserstoff heute eher 8 Euro pro Kilogramm anstatt 2 Euro pro Kilogramm wie es nötig wäre um ihn auf das gleiche Kostenniveau wie Flüssiggas zu bringen.
Fazit: Trotz 30 Jahren Erneuerbaren im Grosseinsatz gibt es immer noch kein rein erneuerbares Energiesystem mit kostengünstigen Langzeitspeichern und nicht fossilem Backup. Deutschland gehört zur geographischen Zone in der ein erneuerbares, auf Sonne und Wind basierendes Energiesystem auf Langzeitspeicher und Backup-Kraftwerke angewiesen ist.
@Michael Blume (Zitat): „Große Hoffnungen setze ich zudem in grünen Wasserstoff.“
Huch, @Martin Holzherr – was hat Sie denn da gepackt?
In Wunsiedel, Bayern funktioniert die Herstellung und Verwendung von grünem Wasserstoff längst:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-und-solarpopper-wasserstoff-hoffnung-wunsiedel-bayern/
Hier ein Film dazu mit dem bezeichnenden Titel „Dunkelflaute? Nicht in Wunsiedel“:
https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html
Auch in Baden-Württemberg erfolgt der Ausbau und laut neuem Koalitionsvertrag will BW „Wasserstoffland“ werden.
Dass das mit den erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien nicht gehe, haben wir ja nun immer und immer wieder gehört – und auch genau deshalb viel zu viel Technologie an China überlassen. Ich plädiere dafür, dass sog. „Wunder von Wunsiedel“ an vielen Stellen zur Entfaltung zu bringen!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116186986516278309
Zur Abhängigkeit von der KP Chinas postete ich heute Morgen:
China implodiert demografisch, bekommt deswegen seine Binnen-Nachfrage nicht mehr in Gang und setzt also massiv auf Exporte. Und ob die offiziellen Daten zur schrumpfenden Bevölkerung noch stimmen, ist unklar.
Nun wurde bekannt, dass die KP-Regierung auch ihre CO2-Angaben plötzlich & willkürlich massiv reduzierte.
Wie ich u.a. 2019 dringend davor warnte, dass sich Europa und insbesondere Deutschland von Russland abhängig machte, so plädiere ich auch seit Jahren dafür, nicht den gleichen Fehler gegenüber der KP-Diktatur zu wiederholen. Ich fand es verstörend, dass Bundesministerin Reiche aus Gesundheitsgründen nicht die Landes-Energieministerkonferenz EnMK, dann aber mehrtägig die KP besuchte.
Das derzeitige China ist m.E. kein fairer Partner, sondern betreibt eine gezielte Strategie der Export – Subventionierung, Technologie – Vereinnahmung & Deindustrialisierung gegenüber Europa.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116672746220386297
Hier auch der Artikel zur CO2-Trickserei des unterjüngenden Regimes:
https://www.t-online.de/finanzen/energie/id_101273096/china-laesst-700-millionen-tonnen-co2-verschwinden-wirtschaft-statt-klima.html
Ihnen von Herzen eine gute Woche! 😌🌱✅
@Michael Blume:
zu Wasserstoff„ In Wunsiedel, Bayern funktioniert die Herstellung und Verwendung von grünem Wasserstoff längst:“
Ich sah ein Video mit dem Ingenieur, der für die Elektrolyseure in Wunsiedel verantwortlich war. Und der hat ein sehr negatives Fazit erstellt. Damals, als alles losging mussten die Elektrolyseure praktisch im Dauerbetrieb arbeiten. Und zwar nicht aus ökonomischen, sondern aus technischen Gründen, weil sie sonst Schaden nahmen. Inzwischen hat sich das scheinbar gebessert, aber dass es sich in letzter Zeit gebessert hat, zeigt doch gerade, dass sich die ganze Wasserstofftechnomogie noch in Besegung befindet. Es ist keine etablierte Technologie mit vielen Jahren Erfahrung, sondern eine Technologie, die sich im Aufbau befindet.
zu China mich verblüfft es ja auch, dass ein führender Kopf im Bereich (deutscher) Wasserstofftechnologie, nämlich Peter Wasserscheid, in seinem Interview sogar sagt, er glaube Wasserstoff setze sich durch, setze sich nur darum durch, weil die chinesische KP der Wasserstofftechnologie höchste Priorität gebe.
Doch die eigentliche Botschaft von Peter Wasserscheider ist doch: Das politische System Deutschlands ist innovationsfeindlich. Und Peter Wasserscheid ist lange nicht der Einzige, der das mindestens indirekt sagt.
Exakt so, @Martin Holzherr: Auch als ich 2017 auf ein erstes Elektroauto umstieg, war noch sehr vieles unausgereift und unklar. Neue, post-fossile Technologien entwickeln sich doch nicht durch Abwarten, sondern durch möglichst frühe und vielfältige Anwendung und Begleitforschung!
Wir könnten sowohl in den Batterie- wie auch in den Wasserstofftechnologien gerade auch in Deutschland und der Europäischen Union bereits viel weiter sein, wenn wir uns nicht ständig durch Bedenkenträger, Fossilismus und ganz konkret fossilen Lobbyismus ausbremsen lassen würden!
Eine ebenso kritische wie leider berechtigte Kritik der Bundes-Strompolitik präsentierte gerade Marc-Uwe Kling auf Funfacts.de:
https://youtu.be/-65AqIgmNCc
Der leider immer noch verbreitete Fossilismus und auch durch große Medien befeuerte fossile Konzernlobbyismus schädigt die deutsche Wirtschaft, Gesellschaft und Mitwelt erheblich!
@Martin Holzherr 31.05. 16:50
„Zudem kostet grüner Wasserstoff heute eher 8 Euro pro Kilogramm anstatt 2 Euro pro Kilogramm wie es nötig wäre um ihn auf das gleiche Kostenniveau wie Flüssiggas zu bringen.“
Der Brennwert von 1 kg Wasserstoff liegt bei etwa 39,6 kWh/kg
Der Brennwert von 1 kg Erdgas H-Gas liegt bei etwa 13,9 kWh/kg.
Wenn dann Wasserstoff 2 Euro pro Kilogramm kosten würde, käme Erdgas mit dem selben Energiegehalt 2 Euro x 13,9 / 39,6 = 0,70 Euro pro Kilogramm Erdgas.
Kostet Erdgas 1,40 Euro pro Kg, kann rein energetisch Wasserstoff mit 4 Euro pro Kg mithalten?
Hier die Antwort von Google-KI zu Wasserstoff-Kosten
@Martin Holzherr 31.05. 16:50
Wasserstoff mit 4 Euro pro Kg würde dann 10 ct/kwh kosten. Das ist für manches zu viel. Aber ich zahle als Kleinkunde für Gas schon bald 20 ct/Kwh, und Strom eher so 40 ct/Kwh.
Von 10 ct kann ich als Privatkunde nur Träumen. Nun gut, vor dem Ukrainekrieg bekam ich die Kwh für 6 ct. Ob das aber je wiederkommt, steht wohl in den Sternen.
@Michael 01.06. 06:50
„so plädiere ich auch seit Jahren dafür, nicht den gleichen Fehler gegenüber der KP-Diktatur zu wiederholen“
Immerhin sind in China gekaufte PV und Batterien im Land, und bleiben das auch, wenn der Handel mit China eingestellt würde. Anders das russische Gas. Ohne dem war auch die eigene Gasinfrastruktur nicht mehr einsatzfähig, und wir mussten für teures Geld LNG-Terminals bauen.
Wir müssten aber dringend gucken, dass wir möglichst alle chinesische Technik mit eigener offenen Software betreiben.
„Das derzeitige China ist m.E. kein fairer Partner, sondern betreibt eine gezielte Strategie der Export – Subventionierung, Technologie – Vereinnahmung & Deindustrialisierung gegenüber Europa.“
Das kann uns doch freuen, wenn wir diese ganzen ziemlich wichtigen Komponenten schön billig in China einkaufen können. Zumindest Deutschland hat dennoch einen Außenhandelsüberschuss von 200 Milliarden im Jahr. Und auch die EU hat noch einen Überschuss von 130 Milliarden. Wenn denn möglich, wäre eine entsprechende Produktion von Grüner Technik zwar in der EU, aber kaum in Deutschland sinnvoll.
Und wenn China das subventioniert, dann machen wir das eben auch. Umso günstiger wird die Grüne Technik. Und wenn es gelingt, dass chinesische Firmen in Europa produzieren, ist auch der Technische Vorsprung Chinas auf diesem Gebiet kein Problem.
Neuentwicklungen bei Redox-Flow-Batterien und Wasserstofftechnik kann die Welt aber brauchen. Zumal China daran weniger Eigenbedarf hat als Mitteleuropa, weil China deutlich weiter südlich liegt und entsprechend gleichmäßigere PV-Erträge hat.
Lieben Dank, @Tobias
Ja, ich sehe die (derzeitigen) Kostenvorteile – aber leider auch, dass Deutschland dadurch u.a. die Solarindustrie mit Zehntausenden hochwertigen Arbeitsplätzen und hoher Wertschöpfung aufgegeben hat.
Und wie brutal China schon jetzt Abhängigkeiten ausnutzt, erleben wir & befreundete Nationen bereits an den Rohstoffen Gallium und Germanium (oh, the irony!):
Angesichts der russischen Bedrohung wird die Bundeswehr in großem Rahmen neu ausgestattet, die Schuldenbremse wurde dafür ausgesetzt. Doch neben den finanziellen Voraussetzungen und technischem Know-how braucht es für die Aufrüstung auch die entsprechenden Rohstoffe. Und an denen mangelt es hierzulande zumindest teilweise.
Grund dafür sind die komplizierten Beziehungen zu China. Denn unter anderem beim Import der seltenen Sondermetalle Gallium und Germanium ist Deutschland stark von der Volksrepublik abhängig. Dort verfolgt man aber einen neuen Kurs. Ausfuhren werden beschränkt, die Exporte schwanken erheblich. Zuletzt kam aus China weltweit fast gar kein Gallium und Germanium an.
https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101270748/china-rohstoffexporte-gallium-und-germanium-werden-in-deutschland-knapp.html
Aus meiner Sicht sollten wir aus dem fossilen Russland-Iran-Katar-Desaster doch gelernt haben, uns als Europäische Union nicht mehr von Diktaturen abhängig zu machen. Genau davor hatte ich ja auch bereits 2019 (also „vor“ dem russischen Angriff auf die Ukraine) gewarnt…
https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
…und etwa 2021, auch als Buchkapitel, auf Folgen der Demografie & Digitalisierung in China hingewiesen:
https://www.theologie-naturwissenschaften.de/startseite/leitartikelarchiv/demografie-und-digitalisierung-in-china
Ich verstehe den Reiz der „Wandel-durch-Handel“-Annahme schon, möchte aber zu bedenken geben, dass Diktaturen nicht einmal die Rechte ihrer eigenen Bevölkerung achten und früher oder später auch außenpolitisch aggressiv werden. Ich sehe da – auch im Hinblick auf Taiwan – durchaus Gefahren durch zu große Nachgiebigkeit.
@Breitengrade
China liegt deutlich weiter südlich und hat entsprechend gleichmäßigere PV-Erträge.
Stockholm 59°
Hamburg 54°
Dortmund 52°
München 48°
Rom 42°
Madrid 40°
Athen 38°
Peking 40°
Shanghai 31°
Taiwan 24°
Hongkong 22°
Im Dezember steht die Mittagssonne in Hongkong 30° höher als in Dortmund. Da hat man deutlich weniger Wasserstoff zu speichern.
@Tobias Jeckenburger(Zitat): „ China liegt deutlich weiter südlich und hat entsprechend gleichmäßigere PV-Erträge.“
Ja. Und zudem gilt ganz allgemein: Je geringer und je kürzer der Speicherbedarf für erneuerbar erzeugte Energie ist, desto profitabler ist ein von Erbeuerbaren Energien dominiertes System.
@Michael 01.06. 13:40
„dass Deutschland dadurch u.a. die Solarindustrie mit Zehntausenden hochwertigen Arbeitsplätzen und hoher Wertschöpfung aufgegeben hat.“
Aber wir haben doch schon 200 Milliarden Außenhandelsüberschuss. In anderen EU-Ländern könnte man aber eine eigene Solarindustrie sehr gut gebrauchen.
„Und wie brutal China schon jetzt Abhängigkeiten ausnutzt, erleben wir & befreundete Nationen bereits an den Rohstoffen Gallium und Germanium.“
Eine Rechtsanspruch auf chinesische Bodenschätze haben wir nicht, klar, gar keinen.
In Nordschweden soll es ja ergiebige Lagerstätten für Seltene Erden geben. Das wäre praktisch wie strategisch ein sehr sinnvolles Projekt. Obwohl das da eine fast menschenleere Gegend ist, leisten da aber noch ein paar Rentierzüchter Widerstand.
Ja, @Tobias – und auch wir Deutschen sollten uns nicht einreden, dass andere, zunehmend auch demografisch schrumpfende Nationen auf Dauer den deutschen Außenhandelsüberschuss hinnehmen. Jede rein angebots- und exportorientierte Wirtschaft wird im 21. Jahrhundert an Grenzen im Sinne von Zöllen und Regulierungen stoßen. Resiliente Volkswirtschaften werden auf Basis technologischer Forschung, erneuerbarer Heimat-, Wohlstands- und Friedensenergien mit mehr Recycling und mit möglichst ortsnahen Rohstoffen arbeiten (müssen). Der Fossilismus der vergangenen beiden Jahrhunderte trägt auch volkswirtschaftlich längst nicht mehr. Beobachte ich.
@Michael 01.06. 13:40
„Ich sehe da – auch im Hinblick auf Taiwan – durchaus Gefahren durch zu große Nachgiebigkeit.“
Als EU scheinen wir allerdings militärisch im Chinesischem Meer rein gar nichts beizutragen haben. Wie können wohl froh sein, mit Russland fertig zu werden. Die chinesische Volkswirtschaft dürfte 20 oder 30 mal größer sein als die russische.
Den Handel mit China einzustellen dürfte für uns absolut dramatisch sein. Die Energiewende dürfte dann erstmal beendet sein. Inwieweit China auf sowas vorbereitet ist, weiß ich nicht.
Danke, @Tobias – doch ich habe nirgendwo jemals gefordert, jeden Handel mit China „einzustellen“.
Was ich von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und auch Medien erwarte, ist jedoch das Erkennen, Benennen, Vermeiden und wo nötig Abregeln strategischer Abhängigkeiten insbesondere in Technologie- und Rohstofffragen. Noch ein „Versagen“ wie gegenüber Putin-Russland, Iran und Katar sollten sich Deutschland 🇩🇪 und die Europäische Union 🇪🇺 nicht erlauben. Diktaturen tendieren dazu, Schwächen anderer auszunutzen. Das sollten wir gelernt haben. Finde ich.
@Michael 01.06. 13:40
„doch ich habe nirgendwo jemals gefordert, jeden Handel mit China „einzustellen“.“
Nein, das wäre ja nur das Maximum an Ärger mit China, das möglich ist. Den uns theoretisch auch Trump ohne unsere Mitwirkung bescheren könnte. Etwa im Fall einer Invasion von Taiwan durch China und entsprechender Reaktion der USA. Unnachgiebigkeit auf beiden Seiten könnten so dann auch für uns fatal werden. Selbst wenn wir da nur zugucken können.
„…ist jedoch das Erkennen, Benennen, Vermeiden und wo nötig Abregeln strategischer Abhängigkeiten insbesondere in Technologie- und Rohstofffragen.“
Das kann ich jetzt auch nur unterstützen. Ein paar Jahre wird das aber brauchen.
Eigene Rohstoffe wie auch eigene Software wäre dabei wohl das wichtigste.
Ich weis noch wie vor etwa 20 Jahren hier 800 chinesische Arbeiter unterwegs waren, die das Dortmunder Stahlwerk Phönix-Ost demontiert, verpackt und über den Dortmunder Kanalhafen nach China verschifft und da wieder aufgebaut haben. Das läuft da wahrscheinlich immer noch.
Man müsste gucken, wo man etwa auch Stahl einkaufen kann, wenn man es nicht aus China beziehen will oder kann. Und vor allem da nach Alternativen suchen, wo wir jetzt ganz von Chinesischen Erzeugnissen abhängig sind.
Die Globalisierung schafft dann schon Synergien, dass man sich weltweit spezialisiert und äußert erfolgreich mit größter Effizienz Waren immer günstiger handeln kann. Das setzt dann aber auch Frieden voraus.
So hat man in Deutschland alles auf billiges russisches Erdgas als Übergangsenergie gesetzt, das es jetzt aber seit über 4 Jahren nicht mehr gibt. Und unsere Ministerin Frau Reiche ist womöglich so perplex, das sie das einfach völlig ignoriert. Und die inzwischen 3 mal billigeren Kohle-Backup-Kraftwerke wie vor 2022 schon geplant stilllegen will.
Selbst die Sperrung der Straße von Hormus, die vermutlich auch bald LNG noch viel teurer werden lässt, löst hier keinerlei Umdenken aus. Ich fass es einfach nicht.
Klar könnten wir selber ins Fracking einsteigen. Aber das kommt zu spät. Neue AKWs auch. Nur die eigene Kohle, die haben wir doch, jede Menge.
Das ist auch kein Argument, dass Kohle doppelt so viel CO2 freisetzt als Erdgas. Bei Umgang mit Erdgas geht Einiges unverbrannt verloren, das den CO2-Vorteil gleich wieder zunichte macht.
Und wir können mit unserer Energiewende auch nicht zaubern. Es wird noch mindestens 15 Jahre dauern, bis wir gar kein fossiles Backup für die Stromproduktion mehr brauchen. Aber dieses Backup wird am Ende erst nur Monate und dann nur Wochen im Jahr im Einsatz sein, aber dennoch wichtig sein, über die letzten Dunkelflauten zu kommen.
Wie können auch gerne sicherheitshalber die bestehenden Gaskraftwerke noch bereit halten. Aber solange das Gas so teuer ist, empfiehlt es sich erst mal alle Kohlekraftwerke auf Maximum laufen zu lassen, und die Gaskraftwerke nur anzuwerfen, wenn das alleine nicht ausreicht.
„Diktaturen tendieren dazu, Schwächen anderer auszunutzen. Das sollten wir gelernt haben. Finde ich.“
Eine wirklich erfolgreiche Globalisierung braucht Frieden. Und der ist mit mehr Demokratie näher dran. Und wo die fehlt, muss man offenbar gucken, sich da möglichst nicht abhängig zu machen. Das heißt ja nicht, dass man gar keinen Handel mehr treibt. Aber man muss aufpassen, dass man sich eben Alternativen verschafft, die man dann nutzen kann, wenn es schief geht.
Vielen Dank, lieber @Tobias – vor allem auch dieser Doppelsatz von Dir hat mich gepackt:
„Die Globalisierung schafft dann schon Synergien, dass man sich weltweit spezialisiert und äußert erfolgreich mit größter Effizienz Waren immer günstiger handeln kann. Das setzt dann aber auch Frieden voraus.“
Denn genau so ist es: Wenn wir versuchen, Wohlstand durch die Finanzierung und Abhängigkeit von Diktaturen zu erreichen, dann beschädigen wir den Frieden.
Habe daher gerade Felo.ai gepromptet: Inwiefern ergänzen sich die Deutungen erneuerbarer Energien als Friedensenergien und als Wohlstandsenergien?
Die Antwort ist m.E. ebenso zutreffend wie deutlich:
Die Deutung erneuerbarer Energien als „Friedensenergien“ und als „Wohlstandsenergien“ beschreibt zwei eng miteinander verflochtene Dimensionen der globalen und nationalen Energiewende. Während der Begriff der Friedensenergien vor allem die geopolitische Sicherheit, Unabhängigkeit und Konfliktvermeidung betont, fokussiert sich das Konzept der Wohlstandsenergien auf wirtschaftliche Stabilität, Zukunftsfähigkeit und Beschäftigung. Beide Perspektiven ergänzen sich wechselseitig und bilden ein stabiles Fundament für eine nachhaltige Entwicklung.
## Geopolitische Unabhängigkeit als Fundament für wirtschaftliche Stabilität
Ein zentrales Bindeglied zwischen beiden Deutungen ist die Verringerung von Importabhängigkeiten. Fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle müssen in vielen Industrieländern fast vollständig importiert werden, was oft zu Abhängigkeiten von politisch instabilen oder autokratisch regierten Exportländern führt[1].
* **Der Friedensaspekt:** Der Übergang zu heimischen Quellen wie Wind- und Solarenergie entzieht geopolitischen Erpressungen und Ressourcenkonflikten den Nährboden[1][4]. Da Sonne, Wind und Wasser überall verfügbar sind und „niemandem gehören“, bieten sie eine friedliche Alternative zu endlichen fossilen Ressourcen, um deren Besitz in der Vergangenheit oft Kriege geführt wurden[2][5].
* **Der Wohlstandsaspekt:** Diese geopolitische Unabhängigkeit schützt die heimische Wirtschaft vor extremen Preisschocks auf den globalen Rohstoffmärkten. Eine verlässliche, im eigenen Land erzeugte Energieversorgung sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und schützt den Wohlstand vor externen geopolitischen Krisen[3][7].
## Inländische Wertschöpfung statt Kapitalabfluss
Die Nutzung fossiler Energien führt zu einem kontinuierlichen Abfluss von Kapital in rohstoffreiche Exportländer. Der Ausbau erneuerbarer Energien kehrt diesen Trend um und stärkt die heimische Wirtschaftskraft.
* **Der Wohlstandsaspekt:** Investitionen fließen direkt in die regionale Infrastruktur, in Forschung und Entwicklung sowie in den Bau und Betrieb von Anlagen. Dies schafft zukunftssichere Arbeitsplätze – allein in Deutschland waren im Jahr 2022 über 387.000 Menschen in diesem Sektor beschäftigt[3]. Weltweit wird durch den Übergang zu regenerativen Energien mit einer enormen Beschäftigungswirkung von über 40 Millionen Arbeitsplätzen gerechnet[13].
* **Der Friedensaspekt:** Ein stabiler Arbeitsmarkt und eine gerechte Verteilung von wirtschaftlichen Chancen stärken den sozialen Frieden im Inneren einer Gesellschaft. Zudem verringert die Dezentralität der erneuerbaren Energien das Stadt-Land-Gefälle und stärkt den ländlichen Raum, was gesellschaftliche Spannungen abbaut[9].
## Globale Ressourcengerechtigkeit und Klimaschutz
Die globale Klimakrise birgt erhebliches Konfliktpotenzial, etwa durch Dürren, Ressourcenknappheit und daraus resultierende Fluchtbewegungen.
* **Der Friedensaspekt:** Der konsequente Klimaschutz durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe trägt maßgeblich dazu bei, die Erderwärmung zu begrenzen und somit klimabedingte Sicherheitsrisiken und Verteilungskämpfe weltweit zu minimieren[6][14].
* **Der Wohlstandsaspekt:** Gleichzeitig ist der Erhalt stabiler Lebensgrundlagen die absolute Grundvoraussetzung für jeglichen zukünftigen Wohlstand. Nur durch eine klimaneutrale Transformation der Wirtschaft können die globalen Märkte der Zukunft gesichert und Wohlstandsverluste durch immense Klimaschäden abgewendet werden[7][8].
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Friedensenergien den notwendigen äußeren und inneren Sicherheitsrahmen schaffen, auf dem Wohlstand überhaupt erst gedeihen kann. Umgekehrt sichert der durch Wohlstandsenergien generierte wirtschaftliche und technologische Fortschritt die Mittel, um die globale Energiewende friedlich, gerecht und nachhaltig zu gestalten.
[1] https://de.linkedin.com/posts/dr-med-eckart-von-hirschhausen-750b69153_erneuerbare-energien-sind-friedensenergien-activity-7461626568147152897-3wlY
[2] https://agenda21-schwarzenbruck.de/3888-2/
[3] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2024/01/20240124-energiewende-sichert-wohlstand-in-deutschland.html
[4] https://blog.misereor.de/2022/03/17/wir-brauchen-friedensenergien-der-krieg-gegen-die-ukraine-und-die-energiewende/
[5] https://www.heimat-info.de/beitraege/72db2695-d459-4f89-8b48-8ad678d54e55
[6] https://www.myclimate.org/de-de/informieren/faq/faq-detail/was-sind-erneuerbare-energien-und-was-haben-sie-mit-klimaschutz-zu-tun/
[7] https://www.gruene.de/artikel/volle-kraft-voraus-fuer-die-energiewende-und-fuer-den-wirtschaftsstandort-deutschland
[8] https://www.irena.org/-/media/Files/IRENA/Agency/Publication/2019/Jul/IRENA_People_Planet_Prosperity_2019_GE.pdf?utm_source
[9] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/argumentarium
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare_Energien
[11] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/erneuerbare-energien.html
[12] https://www.bund.net/energiewende/erneuerbare-energien/
[13] https://www.sonnenseite.com/de/franz-alt/kommentare-interviews/jobs-und-wohlstand-durch-erneuerbare-energien/
[14] https://www.unendlich-viel-energie.de/erneuerbare-energie/gute-gruende/9-wohlstand-heisst-verantwortung
[15] https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen
[16] https://www.welt-sichten.org/artikel/44725/mit-welcher-energie-zu-wohlstand
[17] https://www.springerprofessional.de/wachsende-bedeutung-der-erneuerbaren-energien/26248118
[18] https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/erneuerbare-energien
[19] https://photovoltaikbuero.de/pv-buero-blog/erneuerbare-energien-sind-friedensenergien/
[20] https://de.linkedin.com/posts/matthias-willenbacher_erneuerbare-energien-sind-friedensenergien-activity-7439626691586502656-JrDG
[21] https://www.statkraft.de/explained-by-statkraft/der-anteil-erneuerbarer-energien-weltweit-fakten-trends-und-herausforderungen/
[22] https://www.wirtschaft.nrw/erneuerbare-energien
@Michael 01.06. 23:52
„Wenn wir versuchen, Wohlstand durch die Finanzierung und Abhängigkeit von Diktaturen zu erreichen, dann beschädigen wir den Frieden.“
Rohstoffe und Software wären wohl das Wichtigste, dass wir da nicht von China abhängig bleiben.
Wenn wir auch eigene Elektroautos bauen, sind wir nicht auf chinesische Importe angewiesen. Solange es keine Ärger gibt, importieren wir halt welche, und wenn es zur Krise kommt, dann eben nicht mehr.
Mit PV, Lithiumakkus und Windradgeneratoren ist das schon schwieriger. Wenigstens bleiben aber die einmal eingekauften Anlagen definitiv im Land, und betrieben mit eigener Software auch keinem weiterem Einfluss aus China unterworfen. Wenn da mal nichts mehr kommt, warum auch immer, dann steht die weitere Energiewende recht still. Aber die angeschafften Anlagen laufen wenigstens weiter, und sparen dauerhaft jede Menge Importe von Öl und Gas, die auch öfter aus Diktaturen kommen.
Aber klar finanzieren wir damit auch die chinesische Diktatur.
Was sollen wir machen? Wenn wir chinesische Firmen in Osteuropa produzieren lassen, wird das wenigstens weniger. Und es erlaubt mehr Wertschöpfung in Europa.
Selber nachziehen, und alles selber produzieren, könnte man mal überlegen, ob das praktikabel ist. Sicher nicht in Deutschland, aber gerne woanders in Europa, wo die Löhne niedrig genug sind, dass man das nicht all zu sehr subventionieren muss.
Auch hierfür wäre eine vernünftig gestaltete Energiewende hilfreich, wenn dann die Strompreise möglichst niedrig dabei werden können.
Lieben Dank, @Tobias
Und passend zu unserem Dialog geht die EU-Kommission genau diese Thematik an!
Die EU-Kommission hält die Handelsbeziehungen zu China in ihrer derzeitigen Form für nicht mehr tragfähig und setzt auf eine Strategie zur Verringerung von Abhängigkeiten statt auf eine vollständige Entkopplung. Doch wie realistisch ist dieser Kurs?
EU-Kommissare haben Ende Mai darüber beraten, wie europäische Industrien besser vor einer wachsenden Flut chinesischer Importe geschützt werden können. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass die derzeitigen Handels- und Investitionsbeziehungen mit China in ihrer aktuellen Form nicht dauerhaft tragfähig sind.
https://de.euronews.com/my-europe/2026/06/03/europa-china-falle-abhangigkeit
Und gerade auch Du hast ja immer wieder auf die Bedeutung der Demografie verwiesen, die ja gerade auch in Asien parallel zur digitalen Säkularisierung, Industrialisierung und Urbanisierung geradezu implodiert. Felo.ai hat dazu mal Arbeiten von mir zusammengefasst:
Laut dem Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume führen mehrere miteinander verknüpfte Faktoren dazu, dass säkulare Gesellschaften demografisch schrumpfen und in eine „demografische Sackgasse“ geraten:
## 1. Fehlen von unterstützenden sozialen Netzwerken
Ein entscheidender Faktor ist der Mangel an dichten, gemeinschaftlichen Unterstützungsstrukturen [6][7]. Während vitale Religionsgemeinschaften oft eigene Netzwerke und Institutionen für die Kinderbetreuung, Beschulung und gegenseitige Hilfe bereitstellen, fehlen diese in säkularen Gesellschaften häufig in ausreichendem Maße [6][7]. Solche religiösen Netzwerke entlasten Familien sozial sowie finanziell und belohnen Kinderreichtum aktiv, was in säkularen Strukturen oft nicht im selben Maße aufgefangen werden kann [6].
## 2. Verlust transzendenter und sinnstiftender Zukunftshoffnungen
In säkularen Gesellschaften geht die religiöse Aufladung von Ehe und Familie verloren [6]. Erfolgreiche Religionsgemeinschaften vermitteln den Glauben, dass Kinder ein „Segen“ sind, und verknüpfen die Familiengründung mit existenziellen Zukunftshoffnungen für die Gläubigen und die Welt [3][6]. Fällt dieser religiöse Überbau weg, sinkt die fundamentale Motivation, die Mühen und Kosten von Kindern auf sich zu nehmen, da der Nachwuchs nicht mehr als spirituelle oder evolutionäre Aufgabe verstanden wird [6][7].
## 3. Die säkulare Traditionalismusfalle
In hoch entwickelten, aber zunehmend säkularen Gesellschaften (wie beispielsweise in Südkorea, Japan oder Taiwan) führt das Verharren in starren, traditionellen Familienstrukturen ohne religiösen Rückhalt zu einer Polarisierung zwischen den Geschlechtern [6]. Da die traditionellen Rollenbilder Frauen im Alltag extrem belasten, diese Belastung aber nicht mehr durch religiöse Sinnstiftung oder gemeinschaftliche Netzwerke aufgefangen wird, entziehen sich Frauen in diesen Gesellschaften reihenweise der Familiengründung [6].
## 4. Wohlstand und die Illusion der Unabhängigkeit
Säkularisierungsprozesse setzen meist dort ein, wo es den Menschen wirtschaftlich gut geht und sie das Gefühl haben, Religionen und familiäre Sicherheitsnetze nicht mehr für das eigene Überleben zu brauchen [7]. Dieser Wohlstand führt zu einer starken Individualisierung [7]. Langfristig erweist sich dies jedoch als demografische Sackgasse, da bisher historisch keine säkulare Population über mehrere Generationen hinweg demografisch stabil geblieben ist, sobald die traditionellen und religiösen Bindungen wegbrechen [7].
[1] https://www.researchgate.net/publication/309485312_Religiositat_als_demographischer_Faktor_-_Ein_unterschatzter_Zusammenhang
[2] https://www.kas.de/documents/252038/253252/7_dokument_dok_pdf_13362_1.pdf/a44d3e73-7322-c456-e90a-23f5261c9e1c
[3] https://www.zeit.de/gesellschaft/generationen/2010-02/religion-valentin-kinder
[4] https://hcommons.org/docs/review-of-michael-blume-islam-in-der-krise-islam-in-crisis/
[5] https://www.schulthess.com/de/detail/ISBN-9783843611237/Blume-Michael/Warum-der-Antisemitismus-uns-alle-bedroht?srsltid=AfmBOordTBsoiBRld8n51ukTBtvd0YtbuHV46O1z0Jpoess64MELiwJP
[6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-polarisierende-macht-der-saekularen-demografischen-traditionalismusfalle/
[7] https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-und-demografie
[8] https://relilab.org/dr-michael-blume-religionen-gewalt-im-blick-der-religionswissenschaft/
[9] https://chrismon.de/personen/48664/michael-blume
[10] https://www.rottentomatoes.com/m/michael
[11] https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2018/jun/News_Vortrag_Michael_Blume_Islam_in_der_Krise.shtml
[12] https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_(2026_film)
[13] https://www.imdb.com/title/tt11378946/
[14] https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/GH3C5JNQ7KLABJCUBPRPMKXFHMWY2ARE
[15] https://www.boxofficemojo.com/title/tt11378946/
[16] https://www.michaeljackson.com/
[17] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/alle-beitraege/michael-blume-ueber-die-hintergruende-der-aktuellen-attentate
[18] https://www.boell-bw.de/de/2022/12/05/dr-michael-blume-gegenstrategien-von-seiten-der-politik-und-den-institutionen
@Martin Holzherr 02.06. 12:50
„Je geringer und je kürzer der Speicherbedarf für erneuerbar erzeugte Energie ist, desto profitabler ist ein von Erneuerbaren Energien dominiertes System.“
Dazu kommt auch noch ein wesentlich höherer Jahresertrag, bis zum Faktor 2,5. Und in Mitteleuropa ist sogar der Bedarf im Winter höher. Während in den heißen Ländern, wo man Klimaanlagen gut brauchen kann, der Kühlbedarf dann am größten, wenn auch der Ertrag von PV sein Maximum hat. Dass man dann den meisten Klimaanlagenstrom nicht mal kurz speichern muss, sondern direkt verwenden kann.
Genau deswegen sehe ich wirklich neue Perspektiven für den Globalen Süden. Strom könnte da um den Faktor 3 bis 5 billiger werden als was in Mitteleuropa möglich ist.
Zugleich schlägt da wiederum der Klimawandel besonders ein.
@Martin Holzherr 02.06. 14:25 / Google-KI
„…darf Wasserstoff an der Endverbraucherstelle maximal etwa 0,06 bis 0,09 Euro pro Kilowattstunde kosten. Das bedeutet einen Zielpreis von rund 2,00 bis 3,00 Euro pro Kilogramm.“
Wenn Erdgas aber, wie aktuell bei mir, über 0,20 Euro pro Kilowattstunde kostet, darf dann auch Wasserstoff teurer sein, bis zu 6,00 Euro pro Kilogramm.
„Die reinen Produktionskosten liegen bei ca. 1,50 bis 2,50 Euro pro Kilogramm. In diesem Rahmen ist Wasserstoff mit Erdgas preislich auf Augenhöhe.“
Wie gesagt, das kommt auch auf den Erdgaspreis an, wie teuer Wasserstoff auf Augenhöhe kosten darf.
Ansonsten, der Überschussstrom, aus dem dann Wasserstoff wird, kann recht billig sein. Die Elektrolyseure können ¾ des Jahres durchlaufen, und je nachdem wie nah dran und für welchen Zweck Wasserstoff genutzt werden kann, sind die Preise unterschiedlich, zu denen man Wasserstoff verkaufen könnte.
Wenn man anfängt, wo er am besten genutzt wird, etwa in der Chemieindustrie, die sowieso jetzt schon Wasserstoff braucht und noch aus aktuell sehr teurem Erdgas herstellt, kann der Wasserstoff auch ziemlich teuer sein.
Wenn Wasserstoff am Ende auch direkt zum Heizen, für Fahrzeuge oder zum Strombackup genutzt wird, dann muss er billiger sein.
@Michael 03.06. 17:51 / Felo.ai
„…und sie das Gefühl haben, Religionen und familiäre Sicherheitsnetze nicht mehr für das eigene Überleben zu brauchen.“
Sozusagen eine Spätwirkung der Einführung der Rentenversicherung? Man hat ja echt die Erfahrung gemacht, dass man von der Rente tatsächlich leben kann. Das hat Generationen gebraucht, bis es demografisch richtig wirksam geworden ist.
Gerade wer keine Kinder hat, kann mehr Kapital anhäufen und dem geht es im Alter sehr viel besser, als wer 3 oder 4 Kinder großgezogen hat. Und durch den Verdienstausfall auch noch weniger Rente bekommt. Und es ist absolut unüblich geworden, dass Kinder ihre Eltern im Alter finanziell unterstützen.
Dem kann man natürlich ursächlich entgegenwirken. Und Eltern akut von den Rentenversicherungszahlungen befreien, und dennoch einen Extrarentenbonus zahlen, ja mehr Kinder sie großgezogen haben. Dann rechnen sich Kinder wieder. Und ich meine, dass die das Wert sind.
Aber das wird teuer. Das müssen dann die Kinderlosen und/oder die Vermögenden alles finanzieren. Aber es ist die einzige Zukunft, die wir haben.
Wenn sich dann noch die Väter an der Carearbeit mehr beteiligen, können auch Mütter mit mehreren Kinder auch noch wenigstens eine halbe Stelle arbeiten gehen. Ich habe es in der Verwandtschaft mit einer Tante mit 4 Kindern mitbekommen, dass das auch ganz schön einsam und langweilig ist, nur zum Einkaufen das Haus zu verlassen. Eine kleine Arbeitsstelle reicht schon, dass sich das entscheidend bessert.
Lieben Dank, @Tobias – auch dafür, dass Du hier auf „Natur des Glaubens“ sehr auf das Thema Demografie gedrängt und damit bei mir einiges ausgelöst hast!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-ki-menschenwuerde-enzyklika-von-papst-leo-xiv-und-anthropic-im-dialog/
Inzwischen glaube ich, dass wir auch für die demografische Realität eine neue Sprache brauchen, beispielsweise konkret mit einem Verständnis von Unterjüngung statt dem sachlich falschen und rechtsmimetischen Überalterung.
Sehr hilfreich empfinde ich dabei diesen Aufruf zur Begriffsarbeit in der KI-Enzyklika von Papst Leo XIV.:
Die Worte entwaffnen
214. Der erste Beitrag, den wir zu einer humaneren Zivilisation leisten können, besteht darin, auf unsere Worte zu achten: »Entwaffnen wir die Worte, und wir werden dazu beitragen, die Erde zu entwaffnen.« [188] Die Macht der Worte ist gewaltig, und wir erleben dies im täglichen Umgang miteinander, wenn jemand etwas sagt, das unsere Stimmung verändert, zum Guten oder zum Schlechten. »Der Friede beginnt bei jedem von uns: damit, wie wir auf unsere Mitmenschen blicken, ihnen zuhören, über sie sprechen; und in diesem Sinne ist die Art und Weise wie wir kommunizieren von grundlegender Bedeutung: Wir müssen „Nein“ sagen zum Krieg der Worte und Bilder, wir müssen das Paradigma des Krieges zurückweisen.« [189] Wir müssen daher alle eine Gewissenserforschung hinsichtlich der Worte, die wir verwenden, der Vorurteile, von denen sie durchdrungen sind, und der offenen oder versteckten Aggressivität, die in ihnen steckt, vornehmen. Wir haben eine echte Gelegenheit, zum Guten beizutragen, jedes Mal wenn wir die Wahrheit sagen, einen weisen Ratschlag geben, jemanden unterstützen, der Trost braucht, eine Ungerechtigkeit anprangern und jemandem eine Stimme geben, der keine hat.
Frieden in Gerechtigkeit aufbauen
215. Alle, auf welcher Ebene auch immer, können wir zur Grundlage des Friedens beitragen, die die Gerechtigkeit ist. Wir streben nämlich nicht nach irgendeinem Frieden, nach einer Abwesenheit von Konflikten um jeden Preis, sondern nach jenem wahren Frieden, der aus der Gerechtigkeit entsteht. »Die Gerechtigkeit des einzelnen und der Frieden aller sind miteinander eng verbunden.« [190]
https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html#Die_Kultur_der_Macht_
So, wie wir auch hier zunehmend die fossile Desinformation überwinden, so gilt es auch die demografische Desinformation zu überwinden! Glaube ich.