Möge die Macht mit uns sein! Putin, Palpatine und die fossile Sturmtruppen-Strategie

Es war lange Zeit eine nerdige Fan-Frage, doch seit der „Blume & Ince“-Folge 21 vom 4. Mai 2024 werde ich immer wieder – und immer öfter – darauf angesprochen: Warum schaffte der Star Wars-Imperator Palpatine seine erfolgreichen Klontruppen ab und ersetzte sie durch menschlich rekrutierte Sturmtruppen?

Die überzeugendste Antwort gab der mehrfache Kriegsverbrecher und fossile Altherren-Diktator Wladimir Putin, der sich längst auch in einer Reihe mit Stalin (1878 – 1953) feiern lässt: Wer junge Menschen in die Armee rekrutiert und diese rentierstaatlich finanziert & fern von der Heimat einsetzt, erzeugt Konformität, Furcht und Herr-schaft im schlechtesten Sinne.

Über dem Header der Salonkolumne "Vom Ölfluch und Antisemitismus" sehen wir Wladimir Putin und Ali Chamenei. Darüber postete Dr. Michael Blume @BlumeEvolution den Hinweis: Die wissenschaftliche These dazu wäre die Rentierstaatstheorie.

Seit 2015 warnte ich vor „Öl- und Glaubenskriegen“ oder hier konkret vor der fossilen Finanzierung von autoritären Regimen wie Russland & Iran („Ölfluch & Antisemitismus“, 2019). Die meisten dieser fossilen Altherren-Regime verbrennen auch junge Männer als „Sturmtruppen“ und sichern damit ihre Herrschaft zusätzlich ab. Screenshot: Michael Blume

Passend dazu erklärte die ukrainisch-belarussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch im Interview mit der ZEIT vom 23. April 2026 auf Seite 43:

„Die russischen Soldaten, die jetzt im Krieg gegen die Ukraine sterben, sterben für Geld. Ich habe einen Russen gefragt, wie er im Krieg gelandet sei: ‚Hassen Sie die Ukrainer?‘

Er sagte: ‚Nein, ich hasse niemanden, aber wir hatten einfach kein Geld.‘

Putin hat Russland erst in die Armut getrieben und die Menschen dann gekauft. Jetzt fahren sie töten, um zu überleben.“

inzwischen hat auch der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un Tausende Soldaten gegen die Ukraine verbluten & sein Regime dafür durch Russland bezuschussen & beliefern lassen.

Und das Geld für diesen fossil finanzierten Wahnsinn – stammt auch aus Europa…

Frontansicht des Star Wars-Artikels "Möge die Macht mit Euch sein. Die Heldenmythen in Star Wars" von Dr. Michael Blume, baugerüst, November 2016.

Die Auseinandersetzung mit populären Erzählstoffen lohnt sich auch religions- und politikwissenschaftlich! Bereits 2016 durfte ich einen wertschätzenden Artikel über die mythologische Tiefe der antifaschistischen Star Wars-Saga nach George Lucas schreiben. Screenshot: Michael Blume

Vielen Dank allen, die sich hier auf dem Blog oder auf Mastodon in den Dialog einbringen!

May the Fourth be with you – Möge die Macht mit Euch sein!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

19 Kommentare

  1. So läuft es ja auch mit den Terrorrenten von der palästinensischen Autonomiebehörde, die viele Familien ernähren und aus „Öl-Blutgeld“ finanziert werden. Oder aber auch aus EU-Hilfsgelder. Hauptsache man steht als korrupter Türsteher dazwischen.
    Moralisch widerlich….

  2. Schwerter sind auch nur Pflugscharen.

    Sie müssen die Kinderchen irgendwie beschäftigen, sonst machen sie Randale. Das ist in Krieg und Frieden, bei Kindern und Erwachsenen, gleich. Nur nennt man im Frieden die Sturmtruppen Arbeitskräfte.

    Ohne die Römer wären die Griechen vielleicht schon vor 1000 Jahren zum Mond geflogen. Aber die Römer würgten die griechische Zivilisation ab, sie zertrümmerten die Maschinen, damit das Volk Arbeit hatte. Die Diadochen führten ständig Krieg, die brauchten einfach schlagkräftige Armeen und wirksame Wirtschaft, eine schnelle Entwicklung, um den Wettbewerb zu überleben, und das konnte ihnen nur Wissen und Technologie bieten. Als das Imperium gewonnen hatte, stand die Beschäftigung der Bevölkerung im Vordergrund, denn das Imperium hatte genug Masse, um auf Klasse zu verzichten. Um die paar Kelten und Libyer zu unterwerfen, reichte die Technologie, die sie schon hatten, der Klon-Krieger war aber als rechte Hand des Legionärs stets mit dabei und hieß Gladius.

    Und heute scheitert das Konzept in Deutschland, denn der Wettbewerb drängt wieder in den Vordergrund, und da hatte der Mensch noch nie eine Chance. Aber wenn die Sturmtruppen an den Fließbändern wieder mehr Leistung bringen müssen, wenn Sie in den Fabriken Klon-Krieger von Fabrikfließbändern brauchen, was machen Sie dann mit den Menschen?

    Ned Ludd und die Schlesischen Weber lassen grüßen. Der Terminator, hier Klon-Krieger genannt, treibt die Menschen auf den Thronen und Palästen zusammen, lockt sie fort von den Feldern und Fabriken, und heute ist’s fast so weit, dass er nach der Krone greifen kann – denn es braucht nicht viel Rechenleistung, um die Zivilisation kompetenter zu beherrschen als der Mensch. Und es steckt kein Wille dahinter, außer dem Willen des Menschen, der stets nach Höherem strebt, das er nur erreichen kann, wenn er Prothesen baut, um nicht mehr an sich selbst zu scheitern, bis von ihm nur die Prothesen übrig sind, und der Wille, der sie bewegt.

    Die Beschäftigungstherapie namens Wirtschaft, bei der wir nicht in der Beschaffung von Futter wetteifern, sondern um Spielpunkte namens Geld, erfüllt den gleichen Zweck, wie der Krieg für Putin – Beschäftigungstherapie für Zooaffen, bei der wir uns um Bananen prügeln, die uns die Maschinen und die Sklavenheere Chinas in den Käfig kippen.

    Und wenn Sie im Leben nix gelernt haben, als sich um Bananen zu streiten, die andere Leute gepflückt haben, ist’s nur logisch, dass der Streit zum Raubzug ausartet, wenn die Leute die Bananen nicht mehr liefern.

    Und genau das sehen Sie in dem gesamten Slum Europa: Die Chinesen kürzen uns die Sozialhilfe, also wird der Streit um Bananen heftiger – aus den Bauernfängern, Dieben und Trickbetrügern der Etablierten werden Populisten-Gangstas: Aggressive Bettelei, Schutzgelderpressung, Wegelagerei, all die Späßchen, die Raubritter schon immer drauf hatten, wenn Kaiser Maxe sie in Rente schickte, um sich als Schlachtfeld-Erntehelfer eher auf Landsknechte zu verlassen.

    Was genau ist der Unterschied, ob Sie eine Beere pflücken oder einen Passanten in der Gasse überfallen? So entstehen Nahrungsketten: Gras brandschatzt das Erdreich nach Mineralien, die Schafe die Pflanzen nach Nährstoffen, doch wenn es viele Schafe gibt, wird das Gras knapp, da sind Schafe im Vorteil, die sich Richtung Allesfresser entwickeln. Und sobald sie gelernt haben, Fleisch zu verdauen, werden sie zu Wölfen und die Schafe sind ihr Gras.

    Wenn Sie lernen, die Beute am Leben zu lassen, damit sie wieder Fleisch auf den Rippen bilden kann, sind Sie Ackerbauer, Viehzüchter, Sklavenhalter. Und wenn Sie dann lernen, diese lebende Speckschwarte zu schützen, fängt die Domestizierung des Wolfes zum Schäferhund an.

    Durch diese De-Radikalisierung nähern sich Räuber und Beute an, werden von Feinden zu Symbionten. Sie wachsen zusammen zu einem Organismus namens Staat – der wiederum neue Nahrungsquellen überfällt, seien’s Weiden, Mineralien, Nachbarhäuser.

    Etablierte und Populisten sind keine Parteien, sondern Branchen. Ackerbauern werden zu Räubern, Schafe zu Wölfen, Pflanzenfresser zu Fleischfressern. Weil jeder lieber Wolf sein will als Schaf, wäre jeder ganz schön blöd, wenn er lieber Schaf wäre, oder? Wir lassen uns gegenseitig keine Wahl.

    Wir machen das, was Essen auf den Tisch bringt, wie alle anderen Kreaturen. Wir brauchen viele Spielpunkte, um auf dem Rummel genug Zuckerwatte zu gewinnen, genug Bananen aus dem gemeinsamen Futtertrog zu holen, um zu überleben, deswegen ist das Geld die Metapher für alles, was wir uns dafür kaufen können.

    Aber Geld ist keine Banane, und Beschäftigungstherapie ist keine Arbeit. Wir können es Arbeit nennen oder Kunigunde, wir können uns mit Fleißkärtchen dafür bezahlen, einander zu lausen oder im Kreis auf einem Bein herumzuhüpfen oder in der Nase zu bohren, wir können uns dabei zu Tode schuften – es kommt nix dabei rum, als dass wir Kalorien und Ressourcen verbrennen.

    In Europa ist der Wettbewerb immer hart, es gibt aber auch viel Futter, der ihn speist. Deswegen entwickelten wir sehr mächtige Waffen und sehr mächtige Demokratie, die uns hilft, sie nicht zu benutzen. In China, in der islamischen Welt, in Russland, in den USA erlahmt der Wettbewerb, weil einer gewonnen hat und Ruhe haben will, die Profite zu verfressen. Ich sehe leichte Beute. Ich sehe, dass Europa seine Wirtschaft gezielt ruiniert, sich gezielt in Rage brüllt, Waffen schmiedet – ich sehe Räuber, Wikinger, die alle Brücken hinter sich abbrennen, um auf Raubzug zu gehen. Wir sind Mammutjäger, und um uns herum wachsen fette, träge Mammuts heran, wie könnten wir der Versuchung widerstehen? Konnten wir doch noch nie.

    Bei Hitler ging’s schief. Bei Putin geht’s schief. Bei Trump geht’s so lala. China ackert sich friedlich durch, doch im Krieg muss es noch zeigen, was es kann. Europa hat noch gar nicht losgelegt. Und vom Kopf her lebt’s noch im 19 Jahrhundert, wo es der Top Predator des Planeten war, die Horde T-Rexe, die nur einander zu fürchten brauchten. Nur haben sich die Mammuts inzwischen all unsere Tricks von uns abgeguckt und uns gar darin übertroffen.

    Die großen Pflanzenfresser sind die Könige des Dschungels und der Savanne– beim Löwen geht’s wieder bergab, Richtung Geier und Made, die fressen nur die Büffel und Elefanten, die das Schicksal bereits angeschossen hat. Aber wenn die Elefanten intelligent genug werden, um die Löwen zu jagen, müssen sie intelligent genug sein, ohne Löwen auszukommen – ihre Kranken selber pflegen, sich beim Fressen und Vermehren mäßigen können und durch Spiel und Spaß genug Evolutionsdruck erzeugen, um nicht zu verblöden, sonst werden schon Geier wie Putin für sie zu Löwen.

    Wir spielten 80 Jahre lang Mammut. Aber das sind wir einfach nicht und halten’s nicht lange aus. Und das, was wir schon immer waren, will ich nicht wieder werden.

    Was sollen wir sonst werden?

  3. Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag.

    Mir ist in Ihrem Artikel „Möge die Macht mit euch sein – Die Heldenmythen in Star Wars“ folgender Satz aufgefallen:

    „Star Wars als christlich-buddhistische Kombination“

    Solche Verbindungen zu schaffen, bleibt vor allem den gesellschaftlichen Bedingungen in Friedenszeiten vorbehalten.

    Es ist zu bedauern, dass die zugrundeliegende religiöse Toleranz nur in vermeintlichen Zeiten friedlichen Zusammenlebens existiert.

    Die Jahre, die die von Ihnen genannte Kombination möglich machte, waren in den westlichen Gesellschaften eine wirtschaftlich erfolgreiche Zeit.

    Billiges Öl und Gas, die importiert wurden, trugen zum Prosperieren der Wirtschaft und Wohlstand für viele bei.

    „Erkauft“ der Fossilismus Toleranz, Nächstenliebe etc?

    Die fossilen Energien müssen wir so schnell wie möglich hinter uns lassen.

    Wo sind die Filme oder Serien, die die Erneuerbaren so darzustellen vermögen, dass diese für eine friedliche Zukunft stehen?

    Bereits in den 1980er Jahren entstand der Film „Local Hero“ mit Burt Lancaster. Ähnliches brauchen wir heute.

    • Herzlichen Dank für die Gedanken und berechtigte Nachfrage, @Marie H. 🙏🙌

      Sie bemerkten und fragten:

      Es ist zu bedauern, dass die zugrundeliegende religiöse Toleranz nur in vermeintlichen Zeiten friedlichen Zusammenlebens existiert.

      Die Jahre, die die von Ihnen genannte Kombination möglich machte, waren in den westlichen Gesellschaften eine wirtschaftlich erfolgreiche Zeit.

      Billiges Öl und Gas, die importiert wurden, trugen zum Prosperieren der Wirtschaft und Wohlstand für viele bei.

      „Erkauft“ der Fossilismus Toleranz, Nächstenliebe etc?

      Die fossilen Energien müssen wir so schnell wie möglich hinter uns lassen.

      Aus meiner Sicht würde ich schon sagen: Ja, der zeitweise Erfolg liberaler Demokratien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war doch maßgeblich durch ein säkulares und fossiles Versprechen von vermeintlich ewigem Wachstum verbunden. Gegen das jedoch etwa der „Club of Rome“ bereits 1972 die „Grenzen des Wachstums“ aufzeigte.

      Ich denke tatsächlich, dass wir einen post-fossilen Zeitenumbruch erleben, der bis in die Definitionen von Erfolg, Wohlstand, Arbeit, Verantwortung, Erinnerung reicht und uns allen noch vieles und vor allem dialogisches abverlangen wird. Sehr bewusst habe ich das Thema auch bereits letztes Jahr im Seminar für Medien- und Berufsethik am KIT Karlsruhe zum Schwerpunkt gemacht:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-lehrt-mensch-den-medien-und-zeitenumbruch-kit-einfuehrungsvortrag-zur-aufmerksamkeitsoekonomie-ws-24-25/

      Ein wenig vielseitiger nehme ich jedoch die Situation von Filmen und Serien wahr – denn schon kurz nach dem ersten Star Wars-Film von 1977 startete auch die erfolgreiche, australische Filmserie Mad Max (1979), die den Todeskampf menschlicher Überlebender in einer fossil zerstörten Welt schildert, vgl.:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/science-fiction-dialoge-unsere-zukunft-zwischen-arche-staedten-und-mad-max-regionen/

      Umgekehrt gilt die erst in den letzten Jahren veröffentlichte Star Wars-Serie “The Mandalorian“ als eine selten gelungene Einbeziehung des Judentums in ein Space-Setting:

      https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/warum-die-coolness-mit-der-die-erfolgsserie-the-mandalorian-juedische-konzepte-annimmt-unbedingt-mehr-beachtung-finden-sollte/

      Eine sehr kluge Thematisierung des Überlebens in einer Arche gelingt wiederum dem Film Passengers von 2016, der auch schon Chancen wie Grenzen von KI-Dialogpartnern aufzeigt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-arche-filmtip-passengers-von-2016-von-morten-tyldum-jon-spaits/

      Sicher treffen wir in diesem Jahrzehnt auf die brutal eskalierende Klimakrise, auf fossile Sturmtruppen-Kriege, die Covid19-Pandemie, implodierende Geburtenzahlen und KI. Aber auch vergangene Jahrzehnte haben alleine im letzten Jahrhundert zwei Weltkriege, den Holocaust und weitere Völkermorde, Massenmorde und Bürgerkriege, die Spanische Grippe, akute Gefahren des Atomkrieges wie auch mehrere drastische Atom-Unfälle erlebt. Dass frühere Menschen auch mitten im Fossilismus generell Erfahrungen grenzenloser Stabilität gemacht hätten, kann ich nicht wirklich bestätigen. Ich denke, da müssen wir uns auch selbst immer wieder auf Reaktanz und Verklärung der Vergangenheit hin befragen.

      • Besten Dank.

        Jegliche Verklärung der Vergangenheit lehne ich ab. Politisch ist sie sogar gefährlich.

        Jede Generation, jedes Jahrzehnt, jede Epoche in der Geschichte hatte individuelle Herausforderungen. Sie haben diese ja erwähnt.

        Wir dürfen und müssen aus meiner Sicht aber an die Menschen erinnern, die in Zeiten der Krise über sich hinausgewachsen sind. Wobei auch der Blick auf individuelle Schwächen und Fehler unbedingt dazu gehört.

  4. Im Grunde hangeln wir uns von Energievision zur jeweiligen Mangelsituation mit unserem Energieverbrauch, den Ressourcen und deren Verarbeitung auf der Welt.
    Laut Energieagentur ist eh Schluss mit Öl und Gas um 2070.
    Dann kommt die Siliziumbubble und das gleiche Spiel beginnt bei aktuellem Sandverbrauch für Beton von Neuem.
    Das gesamte aktuelle Spiel um die Industriealisierung kommt an ihr demographisches Ende.
    Wenn es eine Erkenntnistheorie gibt, dann ist die Frage zwischen Kultur Natur gestellt.
    Endzeitphantasien vom Silicon Valley, die das sehen? Und diese Endzeit trotzdessen bemühen?

  5. @starwars

    Die Macht bei Starwars ist eben nicht reine Fantasie und damit nur psychologisch. Damit zu spielen, wie sie im wirklichen Leben mitspielen kann, ergibt echte Perspektiven.

    Die sich mit den verschiedenen Religionen einerseits vertragen können, andererseits aber auch mit ganz persönlicher Spiritualität.

    Letztlich ist es gerade das Wirkliche, dass hier gesucht wird? Vom Publikum, aber auch vom Film selbst.

    • Danke und ja, @Tobias – gerade auch zur Spriritualität und Philosophie reißt Star Wars viele Türen auf. Eine große Rolle auch in der interreligiösen Konzeption des Space Opera-Universums spielte der Mythologie-Professor Joseph Campbell (1904 – 1987), den ich auch heute noch als Religionswissenschaftler kritisch-konstruktiv lese und empfehle.

      Auch deswegen hatte ich am 4. Mai 2022 genau zu einer „kritischen Liebeserklärung an Star Wars“ in Ulm gesprochen:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/may-the-fourth-be-with-you-eine-kritische-liebeserklaerung-an-star-wars/

      Aus meiner Sicht haben wir schon als Jugendliche die Star Wars-Saga mit ähnlichem Ernst und Eifer diskutiert, wie es mancher Grieche mit den Mythologien seiner Zeit – etwa über Troja – gemacht haben wird. Immerhin ist das Bildungsniveau seitdem deutlich angestiegen und die Sklaverei wurde zumindest nominell abgeschafft.

  6. Guten Abend @Michael,

    möge die Macht auch mit dir sein!

    Ich muss persönlich immer an Orks denken wenn ich mich über den Russischen Angriffskrieg schlau mache. Nicht in einer abwertenden form, sondern eher das aus denkenden, fühlenden und liebenden Wesen durch Brutalität, zwang und Grausamkeit abgestumpfte Zerrbilder werden.

    Ein wenig wie es der Film „Fullmetal Jacket“ eindrucksvoll schildert, Minister des Todes ausgesandt, um Leuten wehzutun die sie bis dato nie zu Gesicht bekommen haben. Das alles auf Kosten der eigenen Menschlichkeit.

    In dem Buch „Im Grunde gut“ von Rutger Bregman gibt es eine Stelle wo er den Widerwillen von Menschen nachweißt, sich direkt umzubringen. Von absichtlichem in die Luft schießen ist dabei die Rede. Durch die neuen Technologie Entwicklungen braucht es jetzt aber keine Sturmtruppler mehr, sondern es wird eher wie die Droiden Armee der Separatisten. Gefühllose Maschinen die den Krieg in ein PC Spiel umwandeln.

    In seiner Tragweite macht mir das ehrlich gesagt ziemlich Angst.

    • Vielen Dank, lieber @Berthold – und ich finde Deine Sorgen sehr berechtigt!

      So war es zwischen Anthropic und der Präsidentschaft von Donald Trump bereits zu einem heftigen Konflikt über die Entwicklung vollautomatischer KI-Drohnen gekommen. Deren Verweigerung hatte die Lage bis zu einer Einstufung der KI-Firma als „Sicherheitsrisiko“ eskalieren lassen.

      Doch angesichts der erheblichen Zerstörungspotentiale von Claude Mythos hatte das Weiße Haus den Dialog wieder aufgenommen – was leider in deutschsprachigen Medien viel zu wenig Beachtung fand. Hatte dazu ein Short gemacht:

      https://youtube.com/shorts/rgKLHZdXchw

      Auch hier können Science-Fiction und Space-Opera-Filme wichtige Ansatzpunkte für klärende Dialoge und Debatten geben!

      Daher Dir Dank und…

      Möge die Macht mit Dir sein! 🙏

  7. @Berthold Forster 04.05. 20:25

    „In dem Buch „Im Grunde gut“ von Rutger Bregman gibt es eine Stelle wo er den Widerwillen von Menschen nachweißt, sich direkt umzubringen.“

    Kriegsdienst ist entsprechend eine dreifache Katastrophe für die dienenden Soldaten: Sich töten zu lassen, Andere zu töten und sich Monate oder gar Jahre auf freier Flur aufhalten zu müssen, und auf sein komplettes soziales Umfeld zu verzichten.

    Was wäre da besser als eine technische Lösung? Letztlich soll der Krieg doch vor allem eine Entscheidung bringen, was die Diplomatie nicht zu realisieren vermochte.

    Wenn alle Drohnenschwärme aus zehntausenden autonomen und spezialisierten Drohen in eine finale Schlacht geworfen werden, muss dann eben der Verlierer kapitulieren. Die Berge von Elektroschrott, die dabei anfallen, mögen die Menschen aufsammeln und auf dem Schrott verkaufen.

    Und ein Vorteil wäre das für den, der mehr Geld für Drohnen hat aufbringen können. Und nicht für den, der seine komplette junge Generation zu opfern bereit ist.

    Klar ist hier aber, dass wir für unseren Drohnenkrieg unsere eigene freie Software brauchen. Aber eigentlich auch offene Software für alles, die wir mit der ganzen Welt ganz gut teilen können. Und auch das ist in der Tat eine Sicherheitsmaßnahme, und gehört mit in den Verteidigungsetat des Bundes und ganz Europas.

    Und wenn die Kampf-KI sich irgendwann selbstständig macht? Hätte, könnte…. Ich glaube es nicht. Die Macht wird am Ende auf der richtige Seite sein?

    Lange nicht so schlimm wie Atomwaffen wohl. Die gibts ja nun auch immer noch.

    • Sehr viel Konjunktiv.

      Die technische Entwicklung verläuft in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Das gilt sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich.

      Ich meine, dass wir den Faktor Mensch nicht vernachlässigen dürfen. Alles Menschenwerk ist fehlerbehaftet. KI bildet da keine Ausnahme.

      Ob Drohnen und Atomwaffen in Kombination möglich sind oder sein werden, kann ich nicht beurteilen.

      Diplomatie funktioniert nur, wenn Diplomaten in etwa die gleiche Definition von Diplomatie haben. Wie derzeit zu sehen ist, reicht es nicht aus, ein cleverer Immobilien-Tycoon zu sein.

      „Drohnenschwärme…finale Schlacht“

      Das klingt mir mehr nach einem mittelmäßigen Drehbuch. M.E. liegt die Haupteigenschaft von Drohnen in der Tatsache, dass sie schnell zusammengebaut werden kann. Dafür sind keine großen Rüstungsfirmen notwendig.

    • @Tobias Jeckenburger

      Krieg entmenschlicht den Menschen, aber andererseits ist es auch der Mensch, der Gnade zeigt. Ich glaube, das ist die Krux hinter dem ganzen.

      Kann eine Intelligente Software Menschlichkeit und Güte zeigen?

      Wenn nicht, dann haben wir eine sehr effiziente Tötungsmaschinerie, den Menschliche Krieger und Soldaten wird es wohl noch lange brauchen und diese werden von völlig perfektionierten Tötungswaffen gejagt. Auch die Frage nach Zivilen Zielen steht dabei offen, den im Endeffekt wird vielleicht jedes Fahrzeug und jede Menschliche Aktivität als Feindlich gesehen.

      Ich glaube, wir machen die gegenseitige Vernichtung einfach nur Effizienter. Ob das wirklich besser ist als Menschen zu haben die Potential den Kriegsdienst verweigern können…

      Drohnen/Droiden sind für Diktaturen oder Machtinteressen doch das beste was es geben kann. Sie sagen nie Nein, keinen Juckt es wenn es sie nicht mehr gibt. Der Waffengang wird um einiges einfacher dadurch.

      Das sollte man Abwegen.

  8. @Berthold Forster 05.05. 16:25

    „Kann eine Intelligente Software Menschlichkeit und Güte zeigen?“

    Warum nicht, wenn sie auch eigenes Bewusstsein entwickelt. Wir Menschen zeigen auch Empathie gegenüber anderen Spezies.

    Oder wenn einfach der Auftrag ist, sich auf den Kampf gegen die gegnerischen Automaten zu konzentrieren. Und ein Angriff auf Menschen nur angedroht werden muss, um das Kriegsziel zu erreichen. Nachdem eben die große Drohnenschlacht erfolgreich entschieden ist.

    „Drohnen/Droiden sind für Diktaturen oder Machtinteressen doch das beste was es geben kann. Sie sagen nie Nein, keinen Juckt es wenn es sie nicht mehr gibt.“

    Ich fürchte das ist eher andersrum. In der Demokratie wird es eher offenen Widerstand gegen einen Kriegseinsatz geben, der viel kleiner wird, wenn fast nur noch Maschinen geopfert werden. Und die Diktatoren können einfach befehlen was und wie sie wollen, und kaum einer wagt es, sich dagegen zustellen. Schon gar nicht die nationalen Medien.

    Entsprechend hat es Putin doch geschafft, seine eigenen Leute zu verheizen. Und hier gehen Leute auf die Straße, wenn wir der Ukraine nur Waffen liefern. Oder nur Aufrüsten.

    • @ Tobias Jeckenburger

      Gibt es Belege das wir wirklich Bewusstsein haben, oder sind es derzeit nur sehr treffsichere Sprachmodelle mit großen Datenmengen? Fehler können passieren und ich bin mir bei den derzeitigen KI Modellen längst nicht sicher das es hier keine großen Fehler gibt.

      Der Automat ist eine Ressource. Der Mensch der bedient, das Rechenzentrum, die Stromversorgung, das alles ist dabei viel Interessanter. Drohnen jagen eher selten Drohnen sondern zerstören Gegenstände die viel wertvoller sind als sie selbst.

      Elektronische Störsender, aktives Satelliten Angreifen, Zerstörungen der Internetverbindungen. Mir fallen einige dinge ein wodurch unser Leben massiv beeinflusst wird und auch bedroht werden ohne das man direkt andere Menschen angreifen will. Wenn man Attentate und die Angriffe auf die Steuerung ignoriert.

      Bei Demokratien und Diktaturen hängt es vermutlich viel davon ab, wie die Ressourcen benötigt werden. Bei einer Demokratie ist immer die Frage im Raum, ob man nicht statt Zehntausend Drohnen lieber eine neue Schule bauen sollte. Für Diktaturen machen billige Kampfmaschinen Kriege interessanter. Der Iran bezwingt die USA nicht durch stärke, sondern indem er es einfach viel zu kostspielig macht. Wenn ich bekomme was ich will und alles was ich tun muss sind ein paar Hundert Drohnen abzuschicken, dann liegt der Waffengang gedanklich nicht fern.

      Ich glaube das der Krieg einfach noch einmal Tödlicher wird, so wie bei jeder anderen Evolution im Kampf. Ein Todesstreifen von ca. 20 Kilometer allein durch Drohnen und Menschen werden immer noch vor Ort benötigt.

      Ich seh das eher Düster.

    • Vielen Dank, @RPGNo1 🙏

      Diesen großartigen Star Wars-Fandom-Text von Melina Langenohl und Dr. Marvin Klein zur Bedeutung der Judikative in Demokratie und Diktatur habe ich gerne, mit Genuss und Zustimmung gelesen! 🙌

      Hier auch eine ebenso lustige wie ernsthafte Botschaft zum Star Wars Day von Mark Hamill und Barack Obama:

      https://youtube.com/shorts/-2-f-6Wq43o

      Nochmal Danke fürs Interesse und den grandiosen Link.

      Möge die Macht mit Euch sein! 🙏

  9. @Berthold Forster 08.05. 11:46

    „Drohnen jagen eher selten Drohnen sondern zerstören Gegenstände die viel wertvoller sind als sie selbst.“

    Deswegen wären doch Drohnen das beste Mittel gegen Drohnen. Wenn eben die Abfangdrohnen nicht viel teurer als die Angriffsdrohen sind. Der Vorteil liegt dann bei dem, der mehr Geld hat. Also bei der EU, nicht bei Russland.

    „Elektronische Störsender, aktives Satelliten Angreifen, Zerstörungen der Internetverbindungen.“

    Ganze Drohnenschwärme von um die 10.000 Stück könnten sich rein optisch orientieren, und untereinander resilient kommunizieren. Eine Verbindung zu menschlicher Unterstützung in Kontrollzentren könnte entsprechend redundant realisiert werden.

    Die automatisierte Intelligenz läge dann im Drohnenschwarm verteilt.

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