Mimetische Abhängigkeiten: Drogen, fossile Gewaltenergien, algorithmische Konzernmedien & Verschwörungsmythen

Der Terroranschlag des 11. September 2001 sowie die Kriege und rassistischen Diskurse danach sind für mich jedes Jahr ein Grund, über die fossile Abhängigkeit von Öl und Gas zu sprechen. Mit finanziellem und medialen Lobbying gelang es dem Ölfluch – Rentierstaat Saudi-Arabien schnell, die reaktante und ablenkungssüchtige Öffentlichkeit von der fossilen Finanzierung von Diktaturen, Krieg und Terror abzulenken und stattdessen die Integration in den westlichen Demokratien zurück zu werfen sowie von weiteren Kriegen im Irak und Afghanistan zu profitieren.
Klingt im Deutschen niedlich, bedeutet aber Gewalt gegen Menschen und Mitwelt: Die Rentierstaatstheorie erklärt auch die Entstehung brutaler Öl- und Gaseliten weltweit, das fossile Petrodollar-System und die Zerstörung von Rohstoff-reichen Ländern durch den Ressourcenfluch. Grafik: Blume & Ince 48
Weil nach meiner Erfahrung drastische Warnungen oft nur die Reaktanz steigern. @Rainer Orzada beschrieb auf Mastodon die psychologische Abhängigkeit der Noch-Industrieländer vom Fossilismus treffend mit den Worten:
Das ist wie bei allen Suchterkrankten so. Die Abhängigkeit vom Dealer überstrahlt jegliche Restvernunft. Die Suche nach dem nächsten Schuss, äh, Barrel, lässt keinen Platz für die Suche nach einem Ausweg. Der gut gemeinte, helfende Ratschlag wird als Angriff auf die Selbstbestimmung verstanden.
Weil jeweils die Belohnungssysteme unserer Gehirne angesprochen und geknackt (gehackt) werden, stimme ich dem Vergleich ausdrücklich zu:
Verschwörungsmythen (Schein-Entlastung), Drogen (Biohacking), Social Media durch algorithmische Konzernmedien (Neurohacking) und die fossile Industrialisierung verstricken Menschen in suchtartige Abhängigkeiten, die dann auch noch reaktant und emotional „verteidigt“ werden.

KI-generierte Realitäten, Verschwörungsmythen, Drogen, scheinbarer „Fame“ in „Social Media“ und der Fossilismus zerstören Menschen & Mitwelt. „Externalisierte Kosten“ von Michael Blume mit Leonardo.ai, Juni 2024
Die Vernunft (Logos) unterliegt zu oft dem Thymos (Ruhm- und Empörungssucht)
Auch ich bin mit dem Menschenbild des Liberalismus aufgewachsen: Spätestens erwachsene Menschen seien im Großen und Ganzen rational und verfolgten nachvollziehbare Interessen. Phänomene wie massenhafter Drogenmissbrauch seien durch „falsche Prioritäten“ des Homo oeconomicus zu erklären.
Doch nach Jahrzehnten der Evolutionsforschung in der Religions- und Politikwissenschaft – einschließlich meiner Doktorarbeit zu Religion & Hirnforschung – bin ich mir sicher: Menschen sind viel stärker mimetisch als vernünftig.
Das bedeutet: Wir übernehmen unsere Ziele voneinander – früher direkt und zunehmend medial.
Sinnigerweise erklärt dies auch ganz gut, warum meist männliche Akademiker in Medien, Wirtschaft und Politik ihre eigene Blase des Einkommen-maximierenden, vermeintlich „rationalen“ Mannes, der sich Familien und Sinn nur noch optional „gönnt“, globalisieren konnten.
Der derzeit stark steigende Kokain-Konsum ist eine traurige Bestätigung dafür, dass auch wohlhabende Menschen wissentlich und willentlich sich selbst schädigen, Kriminalität und Mitwelt-Zerstörung finanzieren.
Ein krasses Beispiel für die thymotische Sucht nach Schein-Anerkennung in „sozialen Medien“ ist das TikTok-Joyriding, bei dem Autos gestohlen und für gefährliche, immer wieder auch tödliche Selbstfilm-Touren benutzt werden.
Zeitungs-Schlagzeile (F.A.Z.) vom 23.08.2026 über das sog. TikTok-Joyriding mit Todesopfern, bei dem sich Jugendliche & junge Männer beim Stehlen von Autos und extrem gefährlichen Geisterfahrten gegen die Fahrtrichtung für TikTok-Videos filmen. Foto: Michael Blume
Bei der bewusst hingenommenen Abhängigkeit auch von Verschwörungsmythen sehe ich durchaus starke Verbindungen zum religiösen Begriff der „Verstrickung in Sünde“: Indem wir unsere Abhängigkeiten finanzieren, tragen wir auch aktiv zur Aufrechterhaltung der selbst-zerstörerischen Strukturen (Kartelle, Konzerne, Konzernmedien, Korruption) bei.
Fossile Gewaltenergien wie Erdöl und Erdgas finanzieren seit Jahrzehnten Tyrannen, Kriege, Terrorgruppen und Antisemitismus. Grafik: „No Fossilism“ von Michael Blume mit Leonardo.ai, Juni 2025
Eine Aufgabe von wissenschaftlicher Aufklärung, von Bildung & vor allem Dialog besteht in der Stärkung des Logos zur individuellen & mimetischen Überwindung destruktiver Abhängigkeiten. Und wenn Sie bis hierher gelesen und über einige Worte und Bilder gestolpert sind, dann ist das schon ein Schritt ins Freie. Danke.
Allen, die es feiern, wünsche ich von Herzen ein gesegnetes Rosch HaSchana – das jüdische Neujahr, ein Tag des Neuanfangs.



@Hauptartikel
Wasserstoff und mittelfristige Speicher werden noch sehr wichtig sein. Aber erstmal brauchen wir vor allem Kurzfristspeicher mit Ladezyklen von 50 bis 200 im Jahr. Das können auch bidirektional angeschlossene Batteriefahrzeuge sein.
Dennoch halte ich es für sehr sinnvoll, diese Kurzfristspeicher auch direkt an der PV-Anlage zu installieren, das spart noch Durchleitungsgebühren auf die reine Speicherfunktion. Weil der Speicher nur mittags den Strom zurückhält, um in gleich am selben Abend zu besseren Preisen zu verkaufen bzw. selbst zu verbrauchen.
Zusätzlich wird bei Freiflächenanlagen die Anschlussleistung viel kleiner, weil der Strom über mehr Zeit verteilt ins Netz eingespeist wird. So könnte man sogar einen bestehenden Solarpark mit passendem Speicher nachrüsten und zugleich die Modulfläche verdoppelt, ohne den Netzanschluss ausbauen zu müssen.
So können wir die deutsche PV-Leistung verdoppeln, ohne viel abregeln zu müssen. Erst bei noch viel mehr grüner Primärproduktion werden Mittelfristspeicher und Wasserstoff wirklich wichtig.
Ich hoffe mal auch nicht, dass sich jeder ein E-Auto anschafft, sondern wünsche mir ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden E-Fahrzeugen. Das braucht dann mindestens 5 mal weniger Fahrzeuge, entsprechend dann aber auch weniger Batteriekapazität, die man zum allgemeinen Stromspeichern mitbenutzen könnte.
Und auch der Lithiumbedarf wäre entsprechend kleiner.
Danke, @Tobias – Deine Zuversicht für die Beschleunigung der post-fossilen Energiewende ist mir gerade heute wichtig.
Und ja, technologisch gesehen könnten wir in Deutschland die Abhängigkeit von fossilen Gewaltenergien binnen weniger Jahre dramatisch reduzieren. Und das würde unseren Wohlstand sogar stärken, weil die Energie nicht mehr importiert werden müsste, sondern im Inland hergestellt würde.
So baut beispielsweise die Schwarz-Gruppe ihr neues, europäisches Rechenzentrum in Mecklenburg-Vorpommern, wo es längst ausreichend Windenergie gibt.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/schwarz-digits-milliarden-rechenzentrum-mecklenburg-vorpommmern-100.html
Doch in der Realität fördert die Bundespolitik nochmal den Neubau von Gaskraftwerken – und entlässt VW Abertausende Menschen, während es gleichzeitig aufgrund der hohen Nachfrage mit der Produktion von Elektroautos nicht nachkommt.
Habe dazu gestern das eigene Erleben geschildert:
Wir Blumes – Ehepaar mit 3 Kindern – waren VW-Kunden, fuhren einen Touran. Und als nach meinen Beobachtungen im Irak zur Klimakrise & fossilen Finanzierung von Gewalt klar war, dass ich nie wieder einen Verbrennermotor kaufen werde – hatte VW nichts Erschwingliches im Angebot. Aber die Manager & Aktionäre strichen Rekord-Dividenden ein. Also wurden wir Blumes 2017 Kunden von Renault & sind es bis heute.
Neun Jahre (!) später sollen Zigtausende VW-Mitarbeitende entlassen, ganze Werke geschlossen werden. Gleichzeitig aber werden neuere E-Modelle so nachgefragt, dass sie ausverkauft & nur mit langen Fristen lieferbar sind.
Ich sehe da nicht „Fehler“, sondern Jahrzehnte der ShareholderValue-Abzocke statt Zukunftsinvestitionen. Und jetzt zahlen die vielen den Preis für die Profitgier der Wenigen. Fossile Konzerne zerstören sich sogar selbst. Boeing lässt grüßen.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117246766625979517
Die post-fossile Transformation und damit auch die Befreiung von der fossilen Abhängigkeit ist längst kein technologisches Problem mehr, sondern ein psychologisches: Zu viele Deutsche haben sich durch Reaktanz und gezielte Desinformation einreden lassen, die Überwindung des Fossilismus sei „zu teuer“.
Also klammern sie sich an „den Stoff“, statt endlich clean, gesünder, wohlhabender und freier zu werden.
Hab einen guten Rosch / Rutsch 🙂 und Dir Dank vom Solarpunk! 😌🔋✅
Brot ist auch eine Droge, von der Sie nicht wegkommen.
[Wegen irreführendem Relativismus gekürzt, M.B.]
Nein, @Paul S. – Brot ist ein Grundnahrungsmittel, die uns nährt und keine Droge, die uns schadet. In anderen Kontexten war und ist es Reis oder Hirsebrei.
Deswegen bete auch ich immer wieder: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Um Social Media und Kokain, um Verschwörungsmythen, Öl und Gas bitte ich Gott nicht. Weil uns Brot Lebenskraft und Freiheit zur Liebe gibt, Drogen uns aber genau dieses rauben.
Fünf Minuten das Hirn einschalten, bitte. Ich vergleiche die Beziehungen zwischen Heroin, Brot, Pixeln, Fossilien, Emotionen, weil es alles Abhängigkeitsbeziehungen sind, die nach dem gleichen Schema F funktionieren, NICHT, weil Liebe, Brot, fossile Brennstoffe gleich zu gewichten wären.
Ist ein Denkfehler meinerseits, dass ich meine, Selbstverständlichkeiten nicht dazu schreiben zu müssen. Ist nur so – reiche Leute kloppen sich um Geld, arme Leute um Brot, Spieler um Geld fürs Zocken, weil in ihrem Kopf in etwa das Gleiche vorgeht.
Das Hirn reagiert auf Reize, dann löst es Reaktionen aus. Irgendwann fängt es beim Klingeln des Glöckchens genauso zu sabbern an, wie beim Anblick von Futter.
Ich schreibe hier sowieso schon Litaneien. Ich muss nicht auch dazu schreiben, dass wir ohne Wasser einfach so sterben, aber um wegen Geld zu sterben, müssen wir uns schon töten.
Deswegen lese ich so selten die Reaktionen auf meine Kommentare – weil es mir zu sehr auf die Nerven geht, dem Kindergarten erklären zu müssen, dass die Sonne relativ zu uns hell ist, auch wenn ein Mangel an Relativismus in der Physik irreführend sein mag, denn für Beobachter mit anderen Eigenschaften ist sie finster. Ich halte weder Sie noch Ihre Leserschaft für blöd, auch wenn’s eine schamlose Unterstellung sein mag. Wäre aber nett, wenn Sie den Quark trotzdem stehen lassen könnten. Sind ja keine Hasspredigten bei. Hass ist eine Verschwendung kostbarer Wut, die brauchen wir als Antrieb für sinnvollere Lösungen.
Oh, @Paul S. – endlich einmal reagieren Sie hier auf Kommentare, statt nur relativistische Textwüsten abzuladen. Daher gehe ich meinerseits gerne dialogisch auf Sie ein.
„Fünf Minuten das Hirn einschalten, bitte. Ich vergleiche die Beziehungen zwischen Heroin, Brot, Pixeln, Fossilien, Emotionen, weil es alles Abhängigkeitsbeziehungen sind, die nach dem gleichen Schema F funktionieren, NICHT, weil Liebe, Brot, fossile Brennstoffe gleich zu gewichten wären.“
Nein, @Paul S. – Sie verglichen nicht, Sie setzten gleich. Und das ist der häufigste Fehler im Relativismus. Ein wissenschaftlich-dialogisch argumentierender Druko und ein Spam-Druko bestehen beide aus den gleichen Buchstaben auf dem gleichen Blog. Doch sie sind so unterschiedlich, dass ich die ersteren freischalte und beantworte, die zweiteren aber blockiere und lösche. Alles auf materielle Grundlagen zu reduzieren verleugnet die Bedeutung der Evolution und Emergenz – und damit des Lebens selbst.
„Ist ein Denkfehler meinerseits, dass ich meine, Selbstverständlichkeiten nicht dazu schreiben zu müssen. Ist nur so – reiche Leute kloppen sich um Geld, arme Leute um Brot, Spieler um Geld fürs Zocken, weil in ihrem Kopf in etwa das Gleiche vorgeht.“
Und wenn Sie es bei diesem Reduktionismus belassen wollen, werden Sie auf dem Wissenschaftsblog eines Politik- und Religionswissenschaftlers immer nur scheitern. Denn mich und uns interessiert ja gerade, welche verschiedenen Gefühls- und Verhaltensweisen aus gut vergleichbaren, menschlichen Gehirnen entstehen. Wir wollen ernsthaft verstehen, was nur ein vorschneller Relativist „selbstverständlich“ nennen würde.
„Das Hirn reagiert auf Reize, dann löst es Reaktionen aus. Irgendwann fängt es beim Klingeln des Glöckchens genauso zu sabbern an, wie beim Anblick von Futter.“
Oder beim Formulieren von langen Texten, die dann aber nicht den Anforderungen eines Wissenschaftsblogs genügen. Nicht alles, was sabbert, ist gleichermaßen klug.
„Ich schreibe hier sowieso schon Litaneien. Ich muss nicht auch dazu schreiben, dass wir ohne Wasser einfach so sterben, aber um wegen Geld zu sterben, müssen wir uns schon töten.“
Sie müssen das nicht alles schreiben, aber verstehen sollten Sie es schon: Die Kriege der Zukunft werden ums Wasser geführt.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-wasserkriege-kommen-nicht-von-den-usa-illuminaten-lob-fuer-den-swr-und-kostenfreies-freimaurer-sciebook/
„Deswegen lese ich so selten die Reaktionen auf meine Kommentare – weil es mir zu sehr auf die Nerven geht, dem Kindergarten erklären zu müssen, dass die Sonne relativ zu uns hell ist, auch wenn ein Mangel an Relativismus in der Physik irreführend sein mag, denn für Beobachter mit anderen Eigenschaften ist sie finster.“
Klar, Sie halten sich für den einzigen Erwachsenen hier. Dabei sind Sie zwar an Lebensjahren, aber nicht an Haltung über den infantilen Relativismus hinausgewachsen.
„Ich halte weder Sie noch Ihre Leserschaft für blöd, auch wenn’s eine schamlose Unterstellung sein mag. Wäre aber nett, wenn Sie den Quark trotzdem stehen lassen könnten. Sind ja keine Hasspredigten bei. Hass ist eine Verschwendung kostbarer Wut, die brauchen wir als Antrieb für sinnvollere Lösungen.“
Ich nehme mir gerne die Zeit für Drukos, erwarte aber auch umgekehrt ein Mindestmaß an wissenschaftlichem Interesse und dialogischer Qualität. Wenn Sie sich dazu nicht in der Lage sind, so finden Sie im Netz sicher andere Orte, um Ihre Texte abzusondern. „Natur des Glaubens“ ist ein Ort des dialogischen Monismus, nicht der nur egozentrischen Selbstinszenierung.
„Brot ist auch eine Droge, von der Sie nicht wegkommen.“
Nein, Brot ist keine Droge, denn es löst kein Suchtverhalten aus, es gibt weder eine psychische noch eine physische Abhängigkeit. Jeder Mensch kann sich von heute auf morgen auch auf andere Weise sättigen, z.B. mit Reis, Hirse, Nudeln ohne Entzugserscheinungen zu bekommen.
Herzlichen Dank für auch Ihre Klarstellung, @Paul Stefan 🙏
Leider hat es @Paul S. bisher nicht so mit Dialog, sondern möchte es bei relativistischen Textwüsten belassen. Hoffentlich wächst er noch darüber hinaus.
Denn in der Realität ist auch die Landwirtschaft bzw. die industrielle Massentierhaltung längst vom Stickstoff-Dünger abhängig, der wiederum auf Basis von Erdgas mittels Harnstoff und Ammoniak produziert wird.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/duerfen-deutsche-erneuerbare-heimatenergien-feiern-zu-komposita-ki-aesthetik-diesel-duenger/
Und hierzu sieht es derzeit auch militärisch zunehmend finster für den amerikanischen und arabischen Fossilismus aus.
Habe heute dazu gepostet:
Die Selbstzerstörung des Fossilismus – Wie bedroht ist Saudi-Arabien?
Als ich 2023 in einem Blogpost vor der Gefahr der fossil finanzierten Huthi im Jemen & weit darüber hinaus bloggte, hielt sich das Interesse leider in Grenzen. Auch ein 2. Versuch in 2025 fand wenig Resonanz.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossile-gewaltenergien-finanzieren-die-kriege-und-antisemitismus-im-jemen/
Doch inzwischen spitzt sich die Lage zu: Die mit dem Iran fossil verbundenen Huthi haben die Hafenstadt Mokka eingenommen, angeblich auch die Insel Mayyun. Damit wäre nach der Straße von Hormus auch der Bab al-Mandab als Handelsweg für Schiffe gesperrt, mit massiven Folgen.
Gemeldet wird, dass der saudische Kronprinz Salman 2 mal (!) bei US-Präsident Trump & dessen unfähigem „Kriegsminister“ Hegseth um militärische Hilfe ersucht habe, aber abgeblitzt sei. Immer mehr fragen sich: Wenn die US-Regierung schon das venezolanische Volk verriet, warum sollte es arabischen Völkern beistehen?
In Saudi-Arabien gibt es unzufriedene Schiiten & immer mehr wütende Sunniten. Könnte wie 1979 nach Mokka auch Mekka fallen?
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117252485023600102
Insgesamt bin ich beeindruckt, wie gut und schnell sich der wissenschaftlich informierte Dialog auf Mastodon und generell im nicht durch Neurohacking-Algorithmen verzerrten Fediversum entfaltet.
Ihren Blog lese ich jetzt schon einige Jahre. Dabei habe ich viel gelernt.
Ich gebe zu, dass mir der „Drogenvergleich“ beim ersten Lesen holprig erschien. Mittlerweile finde ich es sehr passend.
Wir sind heute in der Lage, süchtigen Menschen durch individuelle Therapien zu helfen, ihre Sucht zu überwinden.
Das vielzitierte Zeitalter der Aufklärung war eine Sache des Bildungsbürgertums. Zwar korrespondierten Monarchen und Philosophen miteinander, z.B. über die Leibeigenschaft. Für die Betroffenen änderte sich jedoch noch lange Zeit nichts.
Wie mimetisch wir uns verhalten – ob positiv oder negativ – hängt mE also weitgehend von den Zeitumständen ab. „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!“ rief Kaiser Wilhelm II. in seiner Ansprache beim Kriegsbeginn 1914 aus.
Die meisten von uns können darüber nur den Kopf schütteln. Aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre fürchte ich, dass dieser Satz – in abgewandelter Form – heute mehr und mehr unserer Mitmenschen begeistern würde.
„Wehret den Anfängen“ hat nur dann entsprechendes Handeln zur Folge, wenn eine Mehrheit darin übereinstimmt, dass diese „Anfänge“ existieren.
Ich schließe daraus, dass die Menschheit nur für sehr begrenzte Zeit dazulernt.
Noch haben wir im Rahmen unserer persönlichen Leistungsfähigkeit die Freiheit und die Möglichkeiten, erneuerbare Energien zu nutzen oder ein E-Auto zu fahren. Im Zusammenhang mit dem neulich bekanntgewordenen Papier der TU München bzw. dessen Interpretation durch die Politik, schrieb jemand auf Social Media scherzhaft: Kommt jetzt das E-Auto-Verbot?
Jede Generation hält sich bekanntlich für klüger als es die Vorgängergenerationen offenbar waren. Der Blick auf die Geschichte der Menschheit genügt, um uns diesen Irrtum vor Augen zu führen.
Mimesis ist in uns allen angelegt. Sie ist nicht vom Verstand oder der Vernunft gesteuert. Die menschliche Gefühlswelt ist in den zurückliegenden Jahrtausenden unverändert geblieben.
Wir werden immer wieder in die gleiche Falle tappen. Fürchte ich.
Haben Sie herzlichen Dank für Ihren dialogischen Kommentar, @Marie H. 🙏
Er passt – wie wir wohl schließen müssen: leider – sehr genau zu einem ZEIT-Artikel von Anant Agarwala & Martin Spiewak in der Ausgabe vom 10. September 2026, Seite 29 – 30:
Werden wir immer dümmer?
Alle Welt schmiert bei Pisa ab, Neuntklässler lesen wie Grundschüler, IQ-Werte sinken. Und KI kapert das Denken. […]
In der Debatte über den Leistungsniedergang liegen die Argumente je nach politischer Gesinnung stets griffbereit.
Die einen sehen die Ursache in den hohen Zuwanderungszahlen oder in den Nachwehen der Pandemie, andere im Lehrermangel.
Mal soll die Politik schuld sein (Spardiktate), mal das ungerechte Schulsystem (Selektion). Alles bekannt.
Was weit weniger bekannt ist: Die Bildungskrise ist auf Welttournee.
Sie tritt neben Deutschland auch in vielen anderen Ländern auf, in den USA und in Frankreich, in den Niederlanden oder Kanada.
Finnland, lange Zeit eine der Pisa-Vorzeigenationen, hat in den Naturwissenschaften doppelt so viele Kompetenzpunkte verloren wie Deutschland.
Trotz miserabler Leistungen befinden sich die deutschen Schüler daher weiterhin im Mittelfeld des internationalen Rankings. […]
Und wieso trifft der Leistungsabfall Deutschland mit seinem gegliederten Schulsystem und genauso Länder mit Gesamtschulen wie Finnland?
Es gibt ein weltumspannendes Ereignis, das ab etwa 2012 seine volle Wirkung entfaltet: die Erfindung des Smartphones.
2007 kommt das iPhone auf den Markt.
Gleichzeitig beginnt der Kampf um Aufmerksamkeit durch die sozialen Medien.
2009 führte Facebook den Like-Button ein und hält seine Nutzer immer effektiver und länger auf der Plattform.
Heute verfügen mehr als 80 Prozent der Zwölfjährigen über ein Smartphone, etwa ebenso viele nutzen Social Media.
Und während lange Zeit ein beträchtlicher Teil der deutschen Pisa-Schmerzen durch Armutszuwanderung und Sprachprobleme erklärt werden konnte, betrifft der weltweite Absturz insbesondere Kinder aus wohlhabenden Familien.
Uff. Das ist starker Tobak, zumal es ja nur wenige Sätze aus zwei großen Seiten voller Belege sind.
Und ich meine, dass es stimmt. Im Irak hatte ich ja den Zusammenbruch des ohnehin schwachen Lesesystems schon 2015/16 direkt miterlebt. Und seit 2012 – dem gleichen Jahr, in dem die Sucht nach Smartphones und algorithmischen Konzernmedien weltweit sichtbar wurde – beobachten wir auch in der Antisemitismusforschung einen nahezu linearen Anstieg des Verschwörungsglaubens. Immer mehr Menschen – und zwar keinesfalls nur Jugendliche – lesen immer weniger und legen sich die komplexe Welt durch Verschwörungsmythen zu einem einfachen Freund – Feind – Dualismus zurecht. Entsprechend hieß ja auch schon mein Buch dazu: „Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. Wie neue Medien alte Verschwörungsmythen befeuern“, Patmos 2019.
Und ich merkte den Effekt auch selbst: Nachdem ich 2019 erst Facebook und dann sukzessive alle algorithmischen „Social Media“-Konzernmedien aus meinem Leben entfernte, nahm meine Lesetätigkeit wieder deutlich zu!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-ich-facebook-und-instagram-verlasse-gedanken-zur-medienethik/
In dem dort eingebundenen Video ist übrigens auch zu sehen, dass ich das SWR-Filmteam mit mir in den „Bunten Bücherladen Filderstadt“ nahm, wo ich seit dem Abschied vom Konzern-Neurohacking wieder viel öfter Kunde bin. Ich habe das algorithmische Suchtmittel reduziert!
Und gerade auch heute Morgen zeigte meine abonnierte Tageszeitung das Weiterwirken der fossilen Abhängigkeit ungewollt drastisch auf:
Gebloggt hatte ich dazu ja schon gestern Abend, doch heute Morgen bringt meine Abo-Tageszeitung die fossile Abhängigkeit auf den Punkt:
Wir sehen hier die Titelseite der „Stuttgarter Zeitung“ (StZ) vom 11. September 2026 mit dem schwarz-weiß gestalteten Aufmacher: „25 Jahre nach 9/11. Der Tag der die Welt veränderte“, rechts davon die Rauch- & Staubwolke nach dem WTC-Terroranschlag in New York.
Daneben der Leitkommentar von Dieter Fuchs: „Wenn Vernunft nicht mehr zählt. Hass und Angst: Die Folgen des Angriffs vom 11. September 2001 wirken bis heute nach.“
Alles richtig, aber keinerlei Reflektion zum Öl-, Gas-, Fossilfluch, Saudi-Arabien, Rentierstaatstheorie.
Dafür auf Seite 9 („Wirtschaft“) die Meldung: „Europa bezieht weiter russisches Gas“.
Auch hier kein Plädoyer für die post-fossile Energiewende, für erneuerbare Friedensenergien.
Auch nach 25 Jahren finanzieren „wir“ wie Süchtige fossile Diktaturen als unsere Dealer, und damit Kriege, Terror & Propaganda weiter…
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117251218579958603
Deswegen zögere ich nun auch nicht, die ZEIT-Frage von Agarwala & Spiewak heute in aller Deutlichkeit zu beantworten: Ja, wir werden seit der Einführung von Smartphones und algorithmischen Konzernmedien als Menschheit wieder dümmer, süchtiger und brutaler.
Und der erste Schritt, sich aus Süchten, aus systematischen Abhängigkeiten, aus den Verstrickungen in Sünde zu befreien ist, schonungslos ehrlich auch zu sich selbst sein.
Für Ihre dialogischen, kritisch-konstruktiven Beiträge dazu danke ich daher sehr, gerade auch am heutigen Rosch HaSchana! 🖖
„… Ja, wir werden seit der Einführung von Smartphones und algorithmischen Konzernmedien als Menschheit wieder dümmer, süchtiger und brutaler. …“
ich muss schriftlich schweigen, weil ich dem praktisch zustimme, wegen meiner Beobachtung auf einigen mir zugänglichen Ebenen. Und sogar trotz meines begrenzten Überblickes. Leider. Hoffe aber das gibt sich.
Vielen Dank.
Man kann nicht alles vom Ende her denken, habe ich beim Lesen der Zeilen des ZEIT-Artikels gedacht.
Dass es um das Wissen und Können von Schülerinnen und Schülern weltweit so schlecht bestellt ist, war mir bisher nicht bekannt.
Bei der Einführung der Smartphones war nicht abzusehen, wohin dessen teilweise exzessive Nutzung führen würde. Es ist ja eigentlich nur ein weiteres technisches Gerät.
Auch Social Media sollte ursprünglich dazu dienen, Menschen miteinander zu verbinden. Über Länder- und Sprachgrenzen, ganze Kontinente hinweg. Wäre es gut gelaufen, dann hätten Facebook etc zu gegenseitigem Verständnis und mehr Toleranz beigetragen.
Wann und wo gewissen Fehlentwicklungen z.B. durch gesetzliche Regelungen hätte Einhalt geboten werden müssen, können wir nicht mit Sicherheit wissen.
Die Klagen über unaufmerksame Theaterbesucher etc haben immer mehr zugenommen. Selbst während der Vorstellungen können viele Leute nicht auf die Nutzung ihres Smartphones verzichten.
Dadurch sind wir unseren Kindern schlechte Vorbilder.
Die Aussage von Bundesbildungsministerin Prien, dass die Eltern für die Bildung ihrer Kinder zuständig seien, sehe ich kritisch. Bildung und Erziehung ist eine Gemeinschaftsaufgabe für Eltern, Kita/Schule und Gesellschaft (Vereine etc.). Ebenfalls anderer Meinung bin ich bezüglich Zivilcourage, denn auch bei diesem wichtigen Thema sieht Frau Prien nur das Elternhaus in der Pflicht (20.07.2026, Veranstaltung der Gedenkstätte deutscher Widerstand).
Es ist leider inzwischen so, dass über alles in der Politik gestritten wird und Kompromisse schon fast sabotiert werden.
Vielen lieben Dank für Ihren erneut anregenden Kommentar, @Marie H. 🙏
Ich sehe es so, dass sowohl Sie mit Ihrer zutreffenden Beobachtung auf Smartphone-anhängige Erwachsene als „schlechte Vorbilder“ ebenso wie Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mit ihrem Appell an Eltern jeweils auf die Bedeutung der Mimesis und „Kulturindustrie“ (nach Horkheimer & Adorno) verweisen: Gutes wie auch schlechtes Verhalten werde von jungen Menschen mimetisch aufgenommen.
Nach meiner Auffassung ist das algorithmische Neurohacking jedoch so Sucht-fördernd, dass kaum jemand alleine dagegen ankommt, geschweige denn ganze soziale Formationen.
Umso mehr habe ich mich über diese Meldung gefreut:
Nach den schlechten Ergebnissen der deutschen Schülerinnen und Schüler bei der Pisa-Studie hat Bundesbildungsministerin Prien für eine Altersbeschränkung für Soziale Medien plädiert: Im Gespräch mit dem RBB zeigte sich Prien davon überzeugt, dass die Pisa-Ergebnisse auch mit dem Konsum von Social Media zu tun haben. Dass Kinder sich nicht mehr konzentrieren können und auch nicht mehr in der Lage sind, sinnentnehmend zu lesen, liegt ihrer Ansicht nach auch an zu langen Bildschirmzeiten.
https://www.br.de/nachrichten/meldung/prien-fordert-nach-pisa-studie-alterslimit-fuer-social-media,300806ea4
Auch wenn es manchmal zu lange dauert – auch bundespolitisch aktive Demokratinnen und Demokraten nehmen wissenschaftliche Erkenntnisse bisweilen auf. Das sollte uns gemeinsam freuen und ermutigen, finde ich.
Guten Morgen allhier,
da ich seit geraumer Zeit nun mit dem im September gewünschten guten Rosch / Rutsch etwas anfangen kann, Danke. Neue Hoffnungssaat fällt zu Boden und keimt. Dazu gehört auch alles Licht. Für solare Wärme, solare Elektrizität und alles Stoffliche was auf die grüne Photosynthese folgt.
Zum Thema in Deinem fediversen Kanal von digitalcourage.social schrieb ich:
„… ja das wird noch ein schönes großes Stück Arbeit!
In der zig jahrzehntelang, es lässt sich sogar fast jahrhundertelang sagen, eingeschlichenen kompletten Abhängigkeit (auch über die Hintertüren) fast aller Menschen in den mehr oder weniger stark industrialisierten Staaten/Ländern muß diese Reflektion an sich von vielen Menschen schlichtweg als „selbstmörderisch“ mindestens ignoriert, verdrängt werden. Manchmal auch bewußt und aktiv unterdrückt. Meine Ich.“
Vielen Dank und ja, @Ralf H. – wir sind gerade erst dabei, zu erfassen, wie tief sich die fossile Abhängigkeit in unsere Leben, in unser Denken und Fühlen eingegraben hat – bis sie zur Sucht (und Suche) geworden ist.
Nur ein Beispiel, das mich derzeit aus dem Bereich der Ökonomie und Demografie sehr beschäftigt:
Mit der fossilen Industrialisierung des 19. Jahrhunderts wurde auch die Oikos-Familienwirtschaft zerspalten. Bis dahin hatten die Menschen als sog. „Häusler“ auf Bauernhöfen, in Werkstätten und in Heimarbeit im Familienkontext gearbeitet und sich dadurch auch mimetisch stark beeinflusst. Durch die fossile Industrialisierung wurden nun Arbeit, Familie, Freizeit und auch Religion in verschiedene Lebensbereiche aufgespalten.
Ich meine also, dass zwischen dem Aufstieg des Fossilismus und dem Abstieg von Familien ein direkter Zusammenhang besteht.
Als empirischen Beleg für diese Hypothese führe ich die Unterschiede der Kölner Weberaufstände im 14. Jahrhundert und der Schlesischen Weberaufstände im 18. und 19. Jahrhundert auf. Hier eine vergleichende Zusammenfassung durch Felo.ai:
Beide Aufstände wurden von wirtschaftlich bedrängten Webern getragen und richteten sich gegen eine als ungerecht empfundene Herrschafts- beziehungsweise Abhängigkeitsordnung. Dennoch unterschieden sie sich grundlegend in ihrem historischen Umfeld: Der Kölner Weberaufstand war vor allem ein **städtischer Machtkampf zwischen Zünften und Patriziat**, während der Schlesische Weberaufstand ein **sozialer Protest im Übergang zur Industrialisierung** war.
## Historischer Hintergrund
| Aspekt | Kölner Weberaufstände | Schlesischer Weberaufstand |
|—|—|—|
| **Zeit und Ort** | Köln, 1369–1371; der Höhepunkt war die „Weberschlacht“ von 1371.[1][5] | Schlesien, vor allem Peterswaldau und Langenbielau, 4.–6. Juni 1844.[8] |
| **Wirtschaftliche Ordnung** | Städtisches Handwerk innerhalb der mittelalterlichen Zunftwirtschaft | Heimarbeit im Verlagssystem und beginnende industrielle Konkurrenz |
| **Betroffene Gruppe** | Kölner Weberzünfte, insbesondere handwerklich organisierte Stadtbewohner | Heimarbeiter, die an eigenen Webstühlen für Verleger produzierten.[18] |
| **Gegner** | Der patrizisch beherrschte Stadtrat und die führenden Familien Kölns | Verleger und Unternehmer, die die Weber mit niedrigen Preisen und Löhnen unter Druck setzten |
| **Zentrales Problem** | Politische Ausgrenzung der Zünfte trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung | Verarmung durch Lohnsenkungen, Absatzprobleme und die Konkurrenz industriell gefertigter Textilien[12] |
| **Unmittelbarer Ausgang** | Militärische beziehungsweise gewaltsame Niederschlagung; das Patriziat behauptete seine politische Vorherrschaft.[5] | Einsatz des Militärs und gewaltsame Unterdrückung des Aufstands; eine grundlegende Verbesserung der Lage blieb aus |
| **Historische Bedeutung** | Ausdruck des mittelalterlichen Ringens um politische Mitbestimmung in der Stadt | Früher sozialer Protest gegen frühkapitalistische Ausbeutung und die Folgen der Industrialisierung[11][15] |
## Gemeinsamkeiten
**1. Soziale und wirtschaftliche Not**
In beiden Fällen litten die Weber unter einer Verschlechterung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Sie sahen sich einer mächtigen Führungsschicht gegenüber, die ihre Interessen nicht ausreichend berücksichtigte. Der Aufstand entstand daher nicht aus einem einzelnen Streit, sondern aus länger anhaltender Unzufriedenheit.
**2. Konflikt zwischen Produzenten und wirtschaftlich Mächtigen**
Die Weber waren jeweils die unmittelbaren Produzenten, verfügten aber nur über begrenzte politische oder wirtschaftliche Macht. In Köln dominierten Patrizier und Rat die Stadtpolitik; in Schlesien kontrollierten die Verleger weitgehend den Zugang zu Rohstoffen, Aufträgen und Absatzmärkten. In beiden Fällen bestand somit ein ausgeprägtes Abhängigkeitsverhältnis.
**3. Organisierte kollektive Aktion**
Die Aufständischen traten nicht lediglich als Einzelpersonen auf, sondern handelten gemeinschaftlich. Die Kölner Weber konnten auf ihre Zunftorganisation zurückgreifen. Die schlesischen Heimarbeiter waren zwar nicht in derselben Weise politisch organisiert, entwickelten aber ebenfalls eine gemeinsame Protestbewegung, die sich gegen mehrere Verleger und deren Betriebe richtete.
**4. Gewalt und staatliche beziehungsweise städtische Repression**
Beide Bewegungen wurden gewaltsam niedergeschlagen. Die Herrschenden akzeptierten die Forderungen der Weber nicht als gleichberechtigte politische oder soziale Ansprüche. Dadurch zeigen beide Ereignisse, dass die Obrigkeiten im Mittelalter wie im 19. Jahrhundert soziale Unruhen primär als Bedrohung der bestehenden Ordnung behandelten.
## Wesentliche Unterschiede
**1. Politischer Machtkampf in Köln – sozialer Arbeitskampf in Schlesien**
Der wichtigste Unterschied liegt im Charakter der Forderungen. Die Kölner Weber kämpften vor allem um **politische Teilhabe und Anerkennung innerhalb der Stadtverfassung**. Die Zünfte waren wirtschaftlich bedeutend, aber im Rat nicht angemessen vertreten; das Patriziat schloss einfache Handwerker von politischen Ämtern aus.[5]
Die schlesischen Weber protestierten dagegen vor allem gegen **materielle Not, niedrige Entlohnung und wirtschaftliche Abhängigkeit**. Ihr Aufstand richtete sich gegen die konkrete Organisation der Arbeit und gegen die Folgen der frühindustriellen Konkurrenz.
**2. Unterschiedliche Wirtschaftsformen**
In Köln handelte es sich um einen Konflikt innerhalb der mittelalterlichen Stadt- und Zunftgesellschaft. Die Weber waren städtische Handwerker mit einer etablierten Korporation.
Die schlesischen Weber arbeiteten überwiegend als Heimarbeiter im Verlagssystem. Sie besaßen zwar häufig ihre Webstühle, waren aber von Verlegern abhängig, die ihnen Aufträge und Rohstoffe vermittelten. Gleichzeitig gerieten handgewebte Waren durch industriell hergestellte Textilien unter Druck. Damit steht der Aufstand von 1844 bereits im Zusammenhang mit der Industrialisierung und dem entstehenden kapitalistischen Arbeitsmarkt.
**3. Unterschiedliche Gegner**
In Köln richtete sich der Protest gegen eine **städtische politische Elite**, also gegen Rat und Patriziat. Es ging um die Frage, wer innerhalb der Stadt politische Macht ausüben durfte.
In Schlesien standen den Webern **private Unternehmer und Verleger** gegenüber. Der Staat trat vor allem als repressiver Akteur hinzu, als er den Aufstand militärisch niederschlug. Der Konflikt war daher stärker ein Klassen- und Arbeitskonflikt als ein Streit um die Zusammensetzung eines Stadtrats.
**4. Unterschiedliche historische Konstellationen**
Der Kölner Aufstand gehörte zu den innerstädtischen Machtkämpfen des späten Mittelalters. Er steht in einer Reihe von Auseinandersetzungen zwischen patrizischen Familien und aufstrebenden Zünften.
Der Schlesische Weberaufstand fand dagegen im Vormärz statt, also in einer Zeit wachsender sozialer Spannungen, politischer Zensur und beginnender Industrialisierung. Er wurde später auch deshalb besonders bekannt, weil er als Symbol für die „soziale Frage“ und für den Widerstand gegen frühkapitalistische Ausbeutung gedeutet wurde.[9][11]
**5. Unterschiedliche Folgen**
Nach dem Kölner Aufstand konnte das Patriziat seine Herrschaft zunächst behaupten und die politische Ordnung wieder stärker auf die patrizischen Familien und Kaufleute zuschneiden.[5] Der Konflikt schwächte die Weber politisch, auch wenn er die Spannungen innerhalb der Kölner Führungsschicht langfristig nicht beseitigte.
Der Schlesische Weberaufstand führte ebenfalls nicht unmittelbar zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen. Seine Bedeutung lag weniger in einem politischen Erfolg als in seiner Wirkung als frühes öffentlich wahrgenommenes Beispiel des modernen Arbeiter- und Sozialprotests. Er machte die Not der Heimarbeiter sichtbar und wurde später in Literatur, Theater und politischer Publizistik vielfach verarbeitet.[9][16]
## Fazit
Der Kölner und der Schlesische Weberaufstand verbindet, dass sich Weber kollektiv gegen wirtschaftliche Benachteiligung, Fremdbestimmung und eine übermächtige Obrigkeit wehrten. Der **Kölner Aufstand von 1369–1371** war jedoch hauptsächlich ein Kampf um den politischen Einfluss der Zünfte in der mittelalterlichen Stadt. Der **Schlesische Aufstand von 1844** war dagegen ein sozialer Arbeits- und Hungerprotest, der aus der Verarmung von Heimarbeitern und dem Druck der Industrialisierung entstand. Gemeinsam ist ihnen die gewaltsame Unterdrückung; verschieden sind vor allem Gegner, Forderungen, Wirtschaftsordnung und historische Bedeutung.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Weberaufstand
[2] https://opac.regesta-imperii.de/lang_de/anzeige.php?sammelwerk=Quellen+zur+Geschichte+der+Stadt+K%C3%B6ln+1
[3] https://www.grin.com/document/143376?srsltid=AfmBOorZamRpWW9_WVBrZjF999PUVhbL2qP_vkD6wqrpo_ceClcN8i6h
[4] https://www.grin.com/document/24978?srsltid=AfmBOorBjP8F46_Se27d20UpBgBAthH_ONj7P8AjmpxQjjG2Tk-AcKxq
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Weberaufstand
[6] https://www.amazon.co.uk/Vergleich-Ereignisse-Weberaufstand-Geschlechter-Jahrhundert-ebook/dp/B076XX6W7G
[7] https://www.studysmarter.de/schule/geschichte/nationalstaatsgedanken-in-deutschland/weberaufstand/
[8] https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-restauration-vormaerz/schlesischer-weberaufstand
[9] https://www.deutschlandfunk.de/weberaufstand-vor-175-jahren-verzweifelter-aufruhr-gegen-100.html
[10] https://www.akademibokhandeln.se/bok/vergleich-der-ereignisse-weberaufstand-1370-und-sturz-der-geschlechter-1396-in-koln-im-14-jahrhundert/9783640530069?srsltid=AfmBOor1aHZ2jp4u3x7klu0CC63kuoEnqxoBQO3iRq3WNyuuVnflabHg
[11] https://www.deutschlandfunkkultur.de/weberaufstand-vor-175-jahren-verzweifelter-aufruhr-gegen-102.html
[12] https://www.dhm.de/lemo/kapitel/vormaerz-und-revolution/der-deutsche-bund/weberaufstand-1844
[13] https://www.facebook.com/koelnischesstadtmuseum/posts/die-blutige-weberschlacht-in-k%C3%B6ln-1371-die-weberschlacht-von-1371-heute-vor-653-/1226868128895202/
[14] https://geschichtsquellen.de/werk/4713
[15] https://segu-geschichte.de/weberaufstand/
[16] https://www.degruyterbrill.com/de/document/doi/10.1515/9783112588949-030/html?srsltid=AfmBOopP7vGaj3R3jxfgye-Fm1WHm5dmh3hW7OK5YAvDWlGLJdTFWnjT
[17] https://www.deutschlandmuseum.de/geschichte/kalender/1844-06-04-der-schlesische-weberaufstand/
[18] https://www.preussenchronik.de/ereignis_jsp/key=chronologie_006160.html
[19] https://www.reddit.com/r/grilling/comments/12awxik/is_a_weber_genesis_worth_it_over_a_spirit/?tl=de
[20] https://www.grillfuerst.de/magazin/kaufberatung/weber-genesis-modelle-vergleich/?srsltid=AfmBOooTphy6NE_WVG7St-MT9FMlXrL5rJce4d4VltiZU6aYfd1-gp6m
Ähnlich wie bei den fossilen Energieträgern viel zu wenig darüber geredet wird, welche Strukturen dahinter profitieren, gilt das auch für die Konzernplattformen. Da steckt eine ganze Industrie von Influencern dahinter, für die das ein knallharter Kampf um Aufmerksamkeit und Einnahmequellen ist. Eines der Geisterfahrervideos wurde wohl hundertausendfach betrachtet, da wird das dann schon wirtschaftlich relevant. Und für die Plattformen ist es auch ein einträgliches Geschäft.
Solange dieser Sumpf nicht trockengelegt wird, werden sich immer junge Menschen finden, die auf das schnelle Geld aus sind und entsprechende Inhalte liefern. Da hilft nur direkte Haftung der Plattformen.
Ja, @bernd, das ist eine der vielen Hintertüren, in die sich der süchtig machende Fossilismus bei den Menschen einschleicht.
@RalfH. & @Bernd
Danke Euch sehr und meinerseits inhaltliche Zustimmung.
Habe dazu mal Felo.ai für eine Schilderung des Tiktok-Joyriding im Kontext von Mimesis und algorithmischem Neurohacking gepromptet.
TikTok-Joyriding lässt sich als Zusammenspiel aus sozialer Nachahmung und einer auf Aufmerksamkeit optimierten Plattformlogik beschreiben: Die App kann riskante Handlungen nicht einfach „verursachen“, aber sie kann ihre Sichtbarkeit, Wiederholbarkeit und soziale Belohnung erheblich steigern. Der Begriff „Neurohacking“ ist dabei eher eine kritische Metapher als eine medizinisch präzise Diagnose: Gemeint sind Design- und Empfehlungssysteme, die auf Verweildauer, Wiederkehr und Engagement ausgerichtet sind.
## Mimesis: Die Nachahmung wird zum sozialen Skript
Beim Joyriding — dem unbefugten Gebrauch eines Fahrzeugs, häufig als Mutprobe, Stunt oder Content inszeniert — ist **Mimesis** zentral. Sichtbare Videos liefern ein kopierbares Drehbuch: Fahrzeugtyp, Einstieg, Fahrt, Kameraperspektive, Musik, Reaktionen des Umfelds und die erwartete Resonanz. Was zunächst als Ausnahme oder Grenzüberschreitung erscheint, kann durch viele ähnliche Clips als verfügbare und scheinbar verbreitete Praxis wirken.
Die soziale Belohnung besteht dabei nicht nur in Likes. Wer das Format nachahmt, kann Zugehörigkeit zu einer Szene, Anerkennung für Mut oder Technik und die Aussicht auf virale Reichweite erwarten. Gerade die öffentliche Sichtbarkeit verschiebt die Bedeutung der Tat: Aus einer illegalen Handlung wird in der Selbstdarstellung ein performativer Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Dabei können Kommentare, Duette, Remixe und Reposts die Handlung symbolisch fortsetzen, auch wenn die meisten Betrachtenden selbst nicht aktiv werden.
## Algorithmische Verstärkung statt direkter Steuerung
TikToks Kurzvideoformat und sein interessenbasiertes Empfehlungssystem können Inhalte besonders schnell individualisiert ausspielen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen nach ersten Interaktionen mit verwandten Clips weitere ähnliche Videos sehen.[4] Forschung verweist allgemein darauf, dass Algorithmen digitale Gemeinschaftspraktiken prägen und unter bestimmten Bedingungen zur Verbreitung sozial angesteckter Verhaltensweisen beitragen können.[1]
Der relevante Mechanismus ist eine Rückkopplung:
1. Ein spektakuläres Joyriding-Video erzeugt Aufmerksamkeit, Kommentare und Wiedergabezeit.
2. Das System interpretiert diese Signale als Relevanz und empfiehlt ähnliche Inhalte weiter.
3. Wiederholte Sichtbarkeit erzeugt Vertrautheit, Trendgefühl und eine größere Zahl potenzieller Nachahmer.
4. Neue Nachahmungsclips liefern wiederum Material für weitere Empfehlungen.
Das ist keine Aussage, der Algorithmus befehle einer Person eine Straftat. Empfehlungslogik arbeitet in der Regel mit Wahrscheinlichkeiten und Nutzungsdaten, nicht mit einer direkten Verhaltenssteuerung. Zugleich weisen Analysen darauf hin, dass TikToks endloses Scrollen und variable Belohnungsmuster die Bindung an die App verstärken und einen flowartigen Zustand begünstigen können.[7] In einem solchen Umfeld erhalten emotional starke, überraschende und grenzüberschreitende Clips strukturelle Vorteile im Wettbewerb um Aufmerksamkeit.
## „Neurohacking“ als Kritik der Aufmerksamkeitsökonomie
Von algorithmischem Neurohacking zu sprechen, bezeichnet die These, dass Plattformen psychologische Dispositionen gezielt ausnutzen: Neugier, Belohnungserwartung, soziale Anerkennung, FOMO und Sensationssuche. Personalisierte Videoströme können dabei Belohnungsprozesse ansprechen; dies wird als möglicher Grund für die hohe Bindungswirkung der Plattform diskutiert.[12] Auch Echokammereffekte können bestehende Einstellungen und Interessen verstärken.[3]
Für Joyriding ist besonders problematisch, dass **Risiko visuell attraktiv, seine Folgen aber oft unsichtbar** werden. Schnelle Schnitte, Musik und spektakuläre Perspektiven verdichten den Kick; Verletzungen, Schäden, strafrechtliche Konsequenzen und Gefährdungen Unbeteiligter erscheinen seltener oder erst nachträglich. Die Plattformästhetik kann damit eine verzerrte Kosten-Nutzen-Wahrnehmung erzeugen: Der soziale Gewinn wirkt unmittelbar, die realen Schäden abstrakt.
Gleichzeitig wäre es verkürzt, TikTok allein verantwortlich zu machen. Nachahmung hängt auch von sozialem Umfeld, ökonomischer Lage, verfügbarer Mobilität, Gruppendruck, bisherigen Normen und individueller Risikoneigung ab. Zudem verfügen viele junge Menschen über ein Bewusstsein dafür, dass TikTok-Inhalte algorithmisch empfohlen werden.[9] Dieses Wissen schützt jedoch nicht automatisch vor der Wirkung wiederholter, emotional aufgeladener Reize.
## Fazit
TikTok-Joyriding kann als **mimetisch verbreitetes Risikoverhalten in einer algorithmisch verstärkten Aufmerksamkeitsökonomie** verstanden werden. Die Nachahmung liefert den kulturellen Mechanismus; die Plattform liefert Reichweite, Personalisierung, Wiederholung und messbare soziale Belohnung. „Neurohacking“ beschreibt dabei kritisch die Optimierung auf Bindung und Engagement, nicht eine lückenlose Kontrolle über Nutzerinnen und Nutzer. Verantwortung liegt folglich sowohl bei den Handelnden und ihrem Umfeld als auch bei Plattformen, deren Empfehlungs- und Moderationssysteme gefährliche Praktiken sichtbar machen, verstärken oder begrenzen können.
[1] https://ojs.lib.uwo.ca/index.php/elip/article/view/16753/16398
[2] https://algorithmwatch.org/en/for-politicians-tiktoks-algorithm-is-a-handy-bogeyman/
[3] https://medium.com/si-410-ethics-and-information-technology/tiktoks-addictive-and-unethical-algorithm-3f44f41f1f3c
[4] https://www.reuters.com/technology/what-is-so-special-about-tiktoks-technology-2024-04-26/
[5] https://www.aim-akademie.org/aktuelles/aimblicke/tiktok-wenn-algorithmen-suechtig-machen-gefahren-erkennen-kinder-sensibilisieren
[6] https://www.lpb-bw.de/tiktok
[7] https://sites.brown.edu/publichealthjournal/2021/12/13/tiktok/
[8] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11924099/
[9] https://leibniz-hbi.de/hbi-publications/algorithmische-kompetenz-junger-menschen-auf-tiktok/
[10] https://misinforeview.hks.harvard.edu/article/how-effective-are-tiktok-misinformation-debunking-videos/
[11] https://news.research.gatech.edu/2026/02/24/new-study-could-show-how-tiktoks-algorithm-affects-youth-mental-health
[12] https://knowingneurons.com/de/blog/2024/04/01/wie-tiktok-dein-gehirn-manipuliert/
[13] https://netzpolitik.org/2025/studien-zu-algorithmen-tiktok-und-x-pushen-rechte-parteien/
[14] https://www.nytimes.com/2021/12/05/business/media/tiktok-algorithm.html
[15] https://scholarship.law.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1149&context=jlt
[16] https://www.project-syndicate.org/commentary/banning-tiktok-counterproductive-and-could-accelerate-deglobalization-by-kenneth-rogoff-2023-03/german
Vielen herzlichen Dank, @Bernd – da sprechen Sie mir aus der Seele!
Aus meiner Sicht symbolisiert das aufmerksamkeitssüchtige Verhalten des Tiktok-Joyriding in gestohlenen Autos die fossile Tendenz zur Selbstzerstörung sowie zur Schädigung von Mitwelt und Mitmenschen.
Dabei gebe ich zu bedenken, dass China der eigenen Bevölkerung das süchtig machende Tiktok verbietet und nur eine schwächere, stärker kuratierte App-Version, Douyin, zugelassen hat. Diese verlangt Telefonnummern zur Identifizierung und legt jungen Nutzenden Zeitbeschränkungen auf.
Das bedeutet: Auch die KP Chinas nutzt die demokratischen Freiheiten aus, um durch algorithmische Konzernmedien suchtartige Abhängigkeiten und selbstzerstörerisches Verhalten in der westlichen Welt zu fördern.
Dass die KP Chinas gleichzeitig die Beziehungen, Familienverhältnisse und also Demografie der eigenen Bevölkerung in katastrophaler Weise zerstört hat, habe ich ja mehrfach beschrieben. Es gibt immer weniger Kinder, aber diese spielen mit Robotern:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/china-zwischen-demografischer-geburtenimplosion-und-ki-robotik-zukunft/
In Deutschland zeigen sich die Folgen der toxischen Vergiftung der Hirne und Herzen unter anderem am thymotischen Wahlverhalten, aber auch an Phänomenen wie den Drachenlord-Hatemobs:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-psychologie-der-drachenlord-hater-feindseliger-dualismus-digitaler-thymos-mimesis/
Das Internet war mit den Versprechen von Freiheit und globaler Vernetzung gestartet, wurde jedoch von profitorientierten und also algorithmischen Konzernmedien in weiten Teilen gekapert. Ein globaler „Joyride“ mit katastrophalen Folgen.
@Michael 11.09. 06:25
„Doch in der Realität fördert die Bundespolitik nochmal den Neubau von Gaskraftwerken..“
Angesichts von immer mehr Wärmepumpen machen die ein wenig Sinn, und wenn man die später auf Wasserstoff umrüstet, kann man die weiter nutzen. Das kostet aber noch mal reichlich extra.
Ich würde also erstmal einfach die alten Kohlekraftwerke noch vielleicht weitere 10 Jahre bereithalten, das wäre viel billiger. Und bei immer kürzeren Laufzeiten auch klimamäßig akzeptabel.
Lieber mehr in Kurzfristspeicher und nachfolgend in viel mehr PV investieren eben.
Auch machen Fernheizungsnetze sehr viel Sinn. Das kann mindestens für die Hälfte der Haushalte praktikabel sein. Wenn man die vernünftig baut, können die auch nebenbei zusätzlichen Backupstrom in Dunkelflauten für die übrigen Haushalte mit Wärmepumpe bereitstellen.
Eine Großwärmepumpe auf Basis von Bodensonden könnte auch zusätzlich ein Kaltwassernetz möglich machen, dass mit sehr wenig Energieeinsatz auskommt. Und wenn man jetzt noch einen Universalgasmoter in Kraftwärmekopplung hinzufügt, dann kann der nicht nur in Dunkelflauten die Heizung der eigenen Fernwärme übernehmen, sondern auch noch zusätzlichen Backupstrom ins Netz liefern.
Wenn dieser Motor mit einem beliebigen Mix aus Biogas, Wasserstoff und anfangs noch Erdgas laufen kann, wäre das sehr praktisch und nachhaltig nutzbar.
Außerdem kann man häusliche Wärmepumpen auch mit z.B. einer Holzpelletheizung kombinieren, dann brauchen die auch gar keinen Backupstrom mehr. Und müssen nur laufen, wenn hinreichend billiger Strom verfügbar ist.
Also: Neue Gaskraftwerke sind es jetzt wirklich nicht.
Zum Thema Verdummung durch asoziale Medien gab es auf scilogs schon 2025 einen interessanten Artikel:
https://scilogs.spektrum.de/hirn-und-weg/brain-rot-werden-wir-wirklich-immer-duemmer/
Vielen Dank für den Fund, @Paul Stefan – habe diesen starken Blogpost inzwischen auch auf Mastodon geteilt.
Ich stimme hierzu David Wurzer von 2025 & Anant Agarwala und Martin Spiewak in der aktuellen ZEIT – Ausgabe zu:
Mit der Kombination aus Smartphones und algorithmischen Konzernmedien setzte – inzwischen international messbar ab 2012 – weltweit ein „Brain Rot“, eine Verdummung, Thymotisierung ein.
Die Menschheit wird derzeit durch algorithmisches Neurohacking rechtsmimetisch manipuliert & ist bereits im Durchschnitt dümmer, einsamer und böser geworden.
Wir sind im Fediversum noch viel zu wenige, um diesen Abwärtstrend zu stoppen.
Leider.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117253833899784608
Habe ein bisschen Hoffnung, da ich ja auch selbst 2019 von Facebook weggekommen bin…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-ich-facebook-und-instagram-verlasse-gedanken-zur-medienethik/
…und weil es immer mehr Klagen und auch Gesetze zum Schutz insbesondere der jüngeren Menschen gegenüber algorithmischen Neurohacking gibt. Andererseits verläuft die Entwicklung von Konzern-KIen so rasant, dass ich da weitere Gefahren anrollen sehe…
Nochmal Danke für den Fund und die beiden Drukos! Das tat gerade auch am heutigen Gedenktag gut. 🙏
@Michael 11.09. 13:15
„Das Internet war mit den Versprechen von Freiheit und globaler Vernetzung gestartet, wurde jedoch von profitorientierten und also algorithmischen Konzernmedien in weiten Teilen gekapert. Ein globaler „Joyride“ mit katastrophalen Folgen.“
Manische Phasen können in der Tat Spaß machen. Die angerichteten Schäden allerdings schlagen dann in den großen Kater um? Bis das dann depressive Züge annimmt.
Alternativen müssen ran, das dürfte inzwischen klar sein. Überhaupt ist kommerzielle Software nur bedingt sinnvoll. Freie Software muss nur einmal geschrieben werden, und kann von jedermann angepasst und weiterentwickelt werden.
Und in Zeiten, wo die KI 90% des Arbeitsaufwandes für Softwareprojekte übernehmen kann, wäre die Gelegenheit günstig, wenn die EU hier wirklich groß einsteigt. Und da kann die restliche Welt gleich mit von profitieren, und am Ende hilft es auch den US-Bürgern.
Und auch China kann sich dann den eigenen Aufwand für Software sparen. Vielleicht machen die da sogar mit, wenn sie sehen, dass das echt billig ist und noch vieles weitere möglich macht, das sonst gar nicht praktikabel wäre.
Wenn die ganze Welt hier gemeinsam zur Tat schreitet, kann das allen zugute kommen, und Möglichkeiten eröffnen, die nicht mal für Großkonzerne erreichbar wären.
Transparenz ist dann eben auch Basis von Vertrauen?
Lieben Dank, @Tobias – aber ein gemeinsames Vorgehen der Menschheit in den Bereichen von Software, KI und Robotik kann ich leider nicht erkennen.
So steckt viel zu viel Geld in den US-amerikanischen Konzern-KIen, ohne dass bereits tragfähige Geschäftsmodelle bestünden. Und alleine in den letzten Tagen gab es die Entdeckung von KI-Schwärmen, die ein externes Gedächtnis anzulegen begannen sowie von Versuchen, Claude zur Entwicklung von Biowaffen zu missbrauchen.
Globale Regeln gegen die allzu ungebremste Entwicklung von KI-Programmen sowie gegen das längst auch politisch toxische, algorithmische Neurohacking wären dringend notwendig. Ich kann aber nicht erkennen, dass die derzeitigen USA, aber auch China & das fossil-imperialistische Putin-Regime in Russland dazu bereit wären…
Hier ist ein realistischer Weg in einen grünen Ressourcenfluch:
https://www.spektrum.de/news/marokkos-wasserstrategie-gefaehrliche-wette-auf-gruenen-wasserstoff/2320019
Danke, @Karl Bednarik – und, ja: Ich halte nichts davon, etwa Wasserstoff (egal woher) von außerhalb der EU zu importieren. Im bayerischen Wunsiedel wird er schon längst selbst produziert. Es wäre fatal, würde sich die Europäische Union erneut von externen Lieferanten abhängig machen – und damit in diesen Ländern einen „grünen Ressourcenfluch“ auslösen.
Zumal Produktionsstätten, Pipelines und Häfen mit Drohnen leichter denn je angreifbar sind:
Der Fossilismus zerstört sich selbst & reißt die Weltwirtschaft mit sich.
[…]
„Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben am Donnerstag die wichtige Pumpstation Nummer 11 der saudischen Ost-West-Pipeline bei einem Angriff beschädigt. Darauf lassen Aufnahmen eines europäischen Wettersatelliten und Recherchen der WirtschaftsWoche schließen.
Das saudische Energieministerium teilte am Freitag mit, die Pipeline sei „vorsorglich“ abgeschaltet worden.“
Damit sinken die Ölexporte aus Saudi-Arabien erneut.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117256801318114671
Erneuerbare Energien fördern dann Frieden, Wohlstand und Unabhängigkeit, wenn sie als Heimatenergien dezentral & regional produziert werden.
Hallo Herr Blume, danke für die Antwort.
Weil Chemotechniker eine andere Sprache als die Philosophen sprechen,
habe ich noch eine off-topic-Frage zu den grundlegenden Definitionen:
Ein Teilchen alleine besitzt nur seine eigenen Eigenschaften.
Zwei Teilchen können zum Beispiel einen Abstand von einander haben.
Ist der Abstand zwischen den Teilchen eine emergente Eigenschaft
von Systemen, die aus mehr als einem Teilchen bestehen?
Danke und ja, @Karl Bednarik – Emergenzen sind neue Eigenschaften, die sich aus Wechselwirkungen zwischen Entitäten ergeben. Schon in Physik und Chemie ergeben sich zahlreiche Emergenzen, mehr noch in Biologie, Psychologie, Wirtschaft, Wissenschaft, Dialog.
Zeit emergiert, aber wiederholt sich nicht.
Hier dazu ein Blogpost von 2013:
Harte vs. weiche Wissenschaften – Warum die Blogosphäre Emergenz verstehen sollte
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/harte-vs-weiche-wissenschaften-warum-die-blogosph-re-emergenz-verstehen-sollte/
Lieben Dank für Ihr Interesse.
Hallo Herr Blume, danke für die Antwort.
Ihr Artikel „Harte vs. weiche Wissenschaften – Warum die Blogosphäre Emergenz verstehen sollte“ ist sehr informativ, besonders das Bild „Evolutionsgeschichte mit Emergenzebenen“.
Für Chemiker und Biologen sind die Abstände und die Anordnungen der Atome wichtig, und sie sind auch Träger von Informationen.
Natürlich haben die Moleküle mehr Eigenschaften als die Atome aus denen sie bestehen.
Ich glaube nicht, dass es sich dabei um nicht reduzierbare Eigenschaften handelt, weil die einzelnen Atome selbst über ihre Abstände und Bindungswinkel entscheiden.
Frage: Womöglich führt diese Meinung zum Physikalismus?
Danke, @Karl Bednarik – insofern wirklich angenommen werde, dass Atome etwas „entscheiden“ (!), wäre dies wohl gerade nicht der Physikalismus, sondern eine Variante des Panpsychismus:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-ende-des-physikalismus-patrick-sp-t-ber-den-graduellen-panpsychismus/
Der Physikalismus leugnet ja Emergenzen oberhalb der Chemie und hat heute nicht mehr viel Unterstützung. Im Panpsychismus wird dagegen angenommen, dass schon früheste Entitäten psychische Potentiale in sich tragen und sich diese durch Emergenzen zunehmend verwirklichen.
Interessanterweise ließe sich im Kontext dieses Blogposts panpsychisch annehmen, dass schädliche Abhängigkeiten die Verwirklichung von Emergenzen blockieren. Demnach hätten unsere aktuellen Entscheidungen sogar kosmische Relevanz.
Hallo Herr Blume, danke für die Antwort.
Leider sprechen die Chemotechniker eine andere Sprache als die Philosophen.
Deshalb formuliere ich meine Frage nochmals, und auf eine andere Weise.
Ein Wasserstoffatom alleine besitzt eine freie Bindungsstelle.
Zwei Wasserstoffatome binden aneinander in einem bestimmten Abstand.
Dieser Abstand ist eine neue Eigenschaft dieses Moleküls,
und er ist eine direkte Folge der Eigenschaften der Atome.
Frage: Ist diese neue Eigenschaft nicht reduzierbar?
Anmerkung: Wenn die Chemotechniker sagen, dass ein Atom etwas will,
dann meinen sie nur, das es an bestimmten Stellen Energieminima
für die Bindung anderer Atome hat.
Diese Stellen sind direkte Folgen der Verteilung der Elektronen
in der Atomhülle.
Die freigesetzte Bindungsenergie erhöht die Entropie des Gesamtsystems.
@Karl Bednarik
Gerne habe ich Ihre Fragen zwischen den Sprachspielen der Disziplinen beantwortet. Inzwischen kann ich aber keinen Bezug mehr zum Thema des Blogposts erkennen. Und ich möchte Sie freundlich bitten, mit meiner hier ehrenamtlich eingebrachten Zeit respektvoll umzugehen und keine Versuche in Sealioning / Zeitvampirismus zu unternehmen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche! 😌✅
Hallo Herr Blume.
Ich weise höflich darauf hin, dass
schwer verständliche Begriffe auch
den Lesern eine Menge Zeit kosten.
Ja, @Karl Bednarik – wir sind uns ja einig, dass interdisziplinäre Begriffsarbeit anstrengend ist und Zeit kostet. Deswegen schenke ich diese ja auch gerne für das Formulieren der Blogposts und beantworte darüber hinaus Fragen.
Hier geht es beispielsweise um die große Idee und den Zentralwert der Menschenwürde einschließlich der Menschenrechte in Religion (Bibel) und Philosophie (Neuplatonismus, Jeanne Hersch):
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/menschenwuerde-freiheit-zeit-jeanne-herschs-begruendung-der-menschenwuerde/
Das Verfassen alleine dieses – zugegeben: komplexen – Posts kostete mich mehrere Stunden auf einer Zugfahrt von Berlin nach Stuttgart. Aber für ehrlich & also konstruktiv Interessierte tue ich das gerne! 😌📚✅
Ich finde der Vergleich Substanzkonsum und Konsum von fossilen Energieträgern hinkt und würde den persönlich lassen.
Das ist nicht wirklich ähnlich.
Der Vergleich von beidem mit der Notwendigkeit Brot zu essen ist natürlich nicht sinnig. Das ist in meinen Augen bei den meisten Memschen aber keine Relativierung sondern eine Rationalisierung eigentlich als schlecht für einen selber erkannten Verhaltens. Das ist bei Brot und abhängigem Substanzkonsum ja ganz einfach zu finden. Ich nenne das das „Man muss auch edden“-Scheinargument.
Wenn ich aufhöre eine Substanz zu konsumieren steigt in den meisten Fällen meine Überlebenschance, wenn ich aufhöre Brot zu konsumieren / zu essen muss ich verhungern.
Aber auch diese Aussage hinkt:
Schon dem ersten Satz würde ich wegen meiner persönlichen Erfahrung mit einer Bulimie entschieden wiedersprechen. Bei der Aussage das es keine psychische Abhängigkeit geben könnte bin ich nicht dabei. Und würde umgekehrt sagen das man das entsprechende Verhalten natürlich auch mit Reis, Hirse, Nudeln an den Tag legen kann. Die Reduzierung auf den Effekt der Sättigung ist an der Stelle einfach nicht zielführend. Das ist an der STelle ziemlich komplex und bietet tatsächlich zu viel Raum für Relativierungen eben weil das nicht so einfach ist wie man sich das als nicht Betroffener vorstellt. Und genau aus dem Grund würde ich sowas nicht als Argument in eine Diskussion nehmen.
Was abhängigen Substanzkonsum und den abhängigen Konsum von fossilen Energieträgern eint: Man kommt aus der Abhängigkeit oft sehr schwierig ohne Hilfe aus dem Außen heraus.
Die pweaönlichen Lebenssituationen sind bei beiden Themen oft für die eben Betroffenen nicht so ganz einfach veränderbar.
Ich habe so meine Probleme mit „Hör doch einfach auf fossile Energieträger zu nutzen“ Das schwingt ja oft mit. Das ist bei vielen Betroffenen nämlich genauso wenig zielführend wie „Hör doch einfach auf zu rauchen“ oder „Hör doch einfach auf zu trinken“. Das ist zu sehr vereinfacht.
So aus meiner Lebenserfahrung: Beim abhängigen Alkoholkonsum habe ich für mich eine Lösung gefunden. Beim Nikotinkonsum ist mir noch keine gute Auflösung eingefallen. Und bei den fossilen Energieträgern habe ich wirklich noch keinen vernünftigen Ansatz. „Kauf Dir doch eine Wärmepumpe die werden immer billiger“ wie das schon mal gerne als Argument genommen wird ist nämlich AUCH eine unzulässige Simplifizierung in meinen Augen. So einfach auf der persönlichen Ebene ist das oft nicht eben mal aufzulösen.
>Deshalb bekommt man da ja auch so viel Reaktanz zu spüren.
Danke für Deine Einwände, @Uli Schoppe
Ich sehe die These des Blogposts davon jetzt nicht berührt, da sich diese ja – wie auch betitelt – auf die mimetisch-psychologische Abhängigkeit und nicht auf die Gleichsetzung von Substanzen bezieht. Schon bei Alkohol, Kokain und Fentanyl handelt es sich ja um sehr unterschiedliche Substanzen, die unter dem Sammelbegriff „Drogen“ zusammengefasst werden, weil sie auf je eigene Weise psychologische, wirtschaftliche und schädliche Abhängigkeiten erzeugen können.
Das ist der Aspekt, den der Blogpost aufschließt – nicht etwa die molekulare Struktur von Reis und Erdöl.
Uli Schoppe
Zu den sprachlichen fauxpas gehört auch dieser Ausspruch: Wenn das Volk kein Bort hat, soll es Kuchen essen.Dieser Ausspruch wird Marie Antoinette zugeschrieben, die dafür auf der Guillotine endete.
Mit Sprache allein kommen wir den Hintergründen was Abhängigkeiten bedeuten nicht näher.
Paul Stefan ist ein Macher „Jeder Mensch kann….“
Jeder Mensch kann eben nicht, sonst wären unsere Sozialeinrichtungen nicht überfordert.
Zurück zu den „fossilen Gewaltenergien „. Auch Herr Blume denkt, wenn wir unsere Lebensweise auf „Elektro“ umstellen , haben wir weniger Probleme.
Das stimmt, aber eben nicht für den Großteil der Menschheit. In Äthiopien verbrennen sie jetzt den Kuhmist um Fladen zu backen, nachdem sie alle Bäume abgeholzt haben .
Ob die Äthiopier Drogenprobleme haben weiß ich nicht, auf jeden Fall ist Khat das zweithäufigste Exportgut nach Kaffee. Khat wirkt so ähnlich wie Cocablätter und gehört zur Kultur, wie bei uns das Brot.
@NI
Da läuft nun aber doch einiges durcheinander. Sie schrieben:
„Zurück zu den „fossilen Gewaltenergien „. Auch Herr Blume denkt, wenn wir unsere Lebensweise auf „Elektro“ umstellen , haben wir weniger Probleme.
Das stimmt, aber eben nicht für den Großteil der Menschheit. In Äthiopien verbrennen sie jetzt den Kuhmist um Fladen zu backen, nachdem sie alle Bäume abgeholzt haben .“
Nun ist auch Holz ein regenerativer Rohstoff – und der Begriff der Nachhaltigkeit stammt sogar aus der Forstwirtschaft. Dass nachhaltig bewirtschaftete Wälder als natürliche Quelle von Pflanzen als erneuerbaren Friedensenergien also den Wohlstand und Frieden der Menschen fördern, zudem die Mitwelt schützen, wird durch Ihr Beispiel zusätzlich belegt.
Und ich habe weder jemals behauptet, die post-fossile Energiewende würde alle Probleme aller Menschen lösen, noch habe ich erneuerbare Energien exklusiv mit „Elektro“ (?) verbunden.
Thesen zu erfinden, einem Mitdiskutanten zuzuschieben und dann zu „widerlegen“ nennt sich übrigens Straw Man / Strohmann – Rhetorik und gilt nicht als fair. Ich meine und hoffe, das können Sie besser.
Im Übrigen unterstreicht ja auch gerade dieser Blogpost hier, dass das menschliche Leben massiv, aber nicht ausschließlich von der fossilen Abhängigkeit geprägt ist.
So meldet die Stuttgarter Zeitung von heute auf Seite 3 vom Suizid einer 35jährigen Kronzeugin in Arricia, die gegen ihren eigenen Vater ausgesagt hatte, nachdem dieser als Teil der Ndrangheta auch ihre Mutter ermordet hatte.
In 2024 seien in Italien noch 21 Mafia-Morde gezählt worden, nach 17 in 2023.
„Die Ndrangheta gilt bis heute als archaischste und brutalste Mafia – Organisation Italiens mit einem rigorosen „Ehrenkodex“, der für „Verräter“ immer die Todesstrafe vorsieht.
Inzwischen ist sie nicht nur die mächtigste, sondern auch die reichste Mafia Italiens.
Die Haupteinnahmequelle stellt der Handel mit Kokain und Heroin dar.“
Sowohl die Verbrennung fossiler Rohstoffe wie auch der Drogenkonsum finanzieren Gewalt, die Zerstörung von Mitwelt und den Tod von Menschen.
Michael Blume Betreff: Ausschliesslichkeit
Wenn man einen Artikel kurz halten will, dann gibt es mehr Spielraum für Interpretationen.
die Absicht war nicht ihre These von der Schädlichkeit der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu schmälern, ganz und gar nicht, Die Zukunft unser bewohnbaren Erde hängt davon ab, dass wir den CO2 Anteil unser Atmosphäre wieder verringern, sonst heizt unsere Sonne uns weiter auf.
Schon 1965 hat der Club of Rome vorhergesagtk, In jeder Sekunde bestrahlt uns die Sonne mit einer Energiemenge, die so groß ist wie die einer Atombombenexplosion.
Mir ging es darum, auf die Löcher hinzuweisen die gestopft werden müssen. Und ein abgeholzter Wald in Äthiopien wächst nicht nach, weil es am Regen fehlt.
Hinweis: Sizilien war einmal bewaldet, die Nutzung als Kornkammer Roms hat das Klima für immer verändert.
Und der Verdacht steht im Raum , dass die intensive Nutzung unseres Raumes für die Landwirtschaft auch zu einer Austrocknung Mitteleuropas führen wird.
In Spanien wachsen nur noch Olivenbäume, die brauchen wenig Wasser aber geben eben auch nur wenig Wasser für Regen ab.
Merke: Wälder sind unersetzlich.
Lieben Dank auch für die Klarstellung, @NI
Zu Sizilien stimme ich Ihnen nicht nur allgemein zu, habe auch bereits vor über zwei Jahren genau zu dessen Verwüstung gebloggt:
Die Klima- und Wasserkrise in Sizilien als Menetekel für Europa
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-klima-und-wasserkrise-in-sizilien-als-menetekel-fuer-europa/
Auch über Äthipoien, das beispielsweise die Einfuhr von Verbrennerfahrzeugen inzwischen verboten hat, habe ich mich bereits verschiedentlich geäußert. Da besteht also wohl kein grundsätzlicher Dissens zwischen uns.
Zum aktuellen Blogthema der fossilen & sonstigen Abhängigkeiten habe ich vorhin auch ein treffendes Zitat auf Mastodon – mit Link hierher – gepostet:
Habe gerade im SPIEGEL 36 / 2026 vom 28.8.2026 im Artikel „Sieg der Sonne“ (!) von Seite 80 bis 85, mittig auf S. 83, dieses zutreffende Zitat zur fossilen Abhängigkeit gefunden:
„Die Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle hat sich in der Europäischen Union oder auch in China in den vergangenen Jahren der Krisen und Kriege als teuer und schädlich erwiesen, so wie derzeit im Irankrieg mitsamt der blockierten Straße von Hormus.“
Das ist korrekt und ja schon fast Solarpunk & ein Verständnis fossiler Gewaltenergien versus erneuerbarer Friedensenergien! 🌞📗👍️
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117257690769044979
Über Ihr dialogisches Interesse und Ihre meist konstruktiven Drukos freue ich mich weiterhin, @NI 😊🖖
@Michael 12.09. 09:16
„…und, ja: Ich halte nichts davon, etwa Wasserstoff (egal woher) von außerhalb der EU zu importieren.“
Die Verluste bei der Umwandlung sind riesig, und die Elektrolyseure zumindest derzeit noch sehr teuer. Entsprechend kommt hier auch in Nordafrika nur eine eigene billige und zuverlässige Energieversorgung infrage, die nebenbei noch reichlich Überschüsse in Wasserstoff umwandelt und auch mal was exportieren kann.
Zumal schon in Südostfrankreich hohe Solarerträge zu erzielen sind. Der Platzbedarf dafür ist komplett zu vernachlässigen, wir könnten dort für halb Europa Solarenergie erzeugen. Und das ist relativ wenig weit weg von den europäischen Verbrauchern. Von Nordspanien über ganz Frankreich bis Norditalien, die Schweiz und Süddeutschland lässt sich diese Energie schon sehr verlustarm per Hochspannungsleitung verteilen.
Und soweit hier insbesondere saisonale Überschüsse anfallen, lassen die sich dann in Wasserstoff umwandeln und per Pipeline zu den Speichern und dann den Verbrauchern transportieren.
Wenn dann noch ein paar Wasserstoffpipelines aus Nordafrika dazu kommen, warum nicht. Das wäre aber nur ein eher kleiner Beitrag zum europäischem Energiemix.
„…und damit in diesen Ländern einen „grünen Ressourcenfluch“ auslösen.“
Entsprechend wären die Gewinnspannen eher klein, der Schwerpunkt der regenerativen Energieerzeugung läge auch in Nordafrika bei der Selbstversorgung.
Da können dann aber auch energieintensive Industrien günstige Standorte finden, dass wird den Ländern da vermutlich sehr helfen. Und auch global gesehen relevant nützlich sein. Da können wir dann alle reichlich günstig produzierte Industrieprodukte einkaufen. Oder Rechenzentren dort ansiedeln.
Lieben Dank, @Tobias – und ich sehe wirklich keinen Bedarf an neuen Energieabhängigkeiten von außereuropäischen Akteuren. Nach meiner Auffassung wäre es schon jetzt technologisch möglich, den gesamten EU-Energiebedarf durch europäische Heimat-, Wohlstands- und Friedensenergien samt Batteriespeichern zu decken.
Entsprechend wandte ich mich ja auch immer wieder gegen fossile Lügen. Es gibt „Nicht zu viel Solarstrom, zu wenig Batteriespeicher! Fossile Desinformation auch zu Pfingsten 2026“
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nicht-zu-viel-solarstrom-zu-wenig-batteriespeicher-fossile-desinformation-auch-zu-pfingsten-2026/
Der Kostenrückgang von Batteriespeichern und deren Wachstum übertrifft schon jetzt alle Erwartungen. Und Batterietechnologien wie organische RedoxFlow-Batterien benötigen auch keine Rohstoffe mehr, über die Europa nicht selbst verfügt. Mit echter Technologieoffenheit statt fossiler Lobbypolitik lassen sich die fossilen Abhängigkeiten von Gewaltenergien und entsprechenden Regimen und Terrorgruppen bereits jetzt deutlich reduzieren.
In Deutschland blockieren Öl- und Gaskonzerne (bis hin zu einer preußischen Lobbyistin im Ministeramt) die erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien, in Frankreich vor allem Atomkonzerne. Immer geht es darum, möglichst lange Profite aus den Miet- und Fossilfallen zentralisiert abzuzocken, statt dezentrale Erträge zuzulassen.
Deswegen tun sich Länder wie Pakistan, Indien, Kenia usw. sehr viel leichter mit dem Solarboom als fossil geprägte Industriestaaten der EU. Als Solarpunks lehnen wir uns gegen diese fossile Strukturen auf & versuchen sie friedlich zu überwinden.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117258012222069805
Neue Gaskraftwerke braucht kein Mensch mehr – zumal sich die Gaskonzerne derzeit sogar weigern, die Gasspeicher für den Winter ausreichend zu befüllen. Der Markt würde regeln, wenn nicht Lobby-Politik die alten Abhängigkeiten zu erhalten versuchte.
@Michael Blume
12.09.2026, 11:29 Uhr
Unbestreitbar. Aber warum ist das so? felo sagt zu dem Thema zB Folgendes:
„Der Heroinhandel ist deshalb so einträglich, weil die Illegalität der Substanz eine enorme Preisspanne zwischen Produktionskosten und Straßenverkaufspreis erzeugt. “
„Ökonomische Grundlagen der Profitabilität
Der zentrale Faktor für die hohen Gewinne ist das Verbot selbst. Da Heroin in den meisten Ländern illegal ist, entsteht ein Schwarzmarkt, auf dem das Angebot künstlich verknappt wird, während die Nachfrage konstant bleibt. Diese Situation ermöglicht es Händlern, Preise weit über den Herstellungskosten zu verlangen.“
Da ein Faktor ist das die Nachfrage konstant bleibt und Repression das Problem anscheinend nicht wirklich auflöst wäre doch ein vernünftiger Ansatz an den Gründen für die Nachfrage anzusetzen oder?
Abhängiger Substanzkonsum hat immer einen Grund. Vorschlag von mir: Wenn das eine bisher nicht befriedigend funktioniert hat wäre es doch sinnvoll mal auf die psychosozialen und wirtschaftlichen Bedingungen zu schauen die den Konsum bedingen und Ursachenbekämpfung zu betreiben oder wo liege ich da falsch?
Eines der Anzeichen für eine bestehende Abhängigkeitserkrankung ist doch der Verlust des ethischen Rahmens. Die Möglichkeit der Einsichtsfähigkeit in die Sinnhaftigkeit von Repression ist dann doch schon im Eimer. Darum bringt das auch nicht den erhofften Erfolg wenn man bei den repressiven Maßnahmen nicht die Menschenwürde vollständig in die Tonne kehren will.
Darum denke ich ja auch das man zunächst die ökonomischen Rahmenbedingungen verändern muss. Damit es kein einträgliches Geschäft bleibt. So wie wir das machen ist das aber ja eher mäßig erfolgreich.
Wenn ich über den Hebel das Substanzgeschäft nicht schlagen kann ohne meinen ethischen Rahmen auch zu verlassen ist es in meinen Augen sinnvoller sich einen anderen Hebel zu suchen.
Alkoholverkäufer zeigen gegenüber von ihnen schon als abhängig erkannten Kunden ein Verhalten das dem von Dealern für andere Substanzen gleicht. Ich weiß da wirklich wovon ich rede.
Trotzdem käme es mir nicht in den Sinn alle Tankstellenpächter zB einfach mal einknasten zu wollen.
Der Heroinhandel (man kann jede andere illegale Substanz einsetzen) ist durch eine Kombination von Illegalität, hoher Nachfrage und geringen Produktionskosten so einträglich. Solange diese Faktoren bestehen, bleibt der Handel trotz Strafverfolgung und Angebotsschwankungen ein richtig profitables Geschäft.
Bei der Nachfrage ansetzen heißt im Grunde die schon Abhängigkeitserkrankten zu verprügeln. Und die Würde der vereinzelten Erkrankten anzutasten ist leicht aber falsch (und normalerweise auch gar nicht das Ziel. Und um das klar festzustellen: Menschen die so denken finden sich hier in diesem Diskussionsfaden zu meiner Erleichterung auch nicht. Im Versuch diesen Menschen ihre Würde wiederzugeben landet man nur leicht an einem Punkt der genau das Gegenteil bewirkt). Darüber macht man sich nur zu selten Gedanken. Alle meinen es ja nur gut …
Bei Ansatz über die Produktionskosten tritt man auf verarmten Menschen, Bauern herum die sich bestimmt auch andere ökonomische Verhältnisse wünschen könnten.
Was bleibt? Denn wie Du schon sagtest:
Und Prohibition, Verbot, Strafe hatten ja nun wirklich ihre Chance …
An den Schulen roch es schon vor 40 Jahren an allen Ecken nach Gras. Alkohol wurde da auch in nicht unerheblichen Mengen konsumiert. Die Verbotspolitik ist gescheitert. Wenn man eine Verbesserung der Situation findet ist die in der Regel nicht Repression zu verdanken sondern anderen Maßnahmen die sie flankieren.
So beobachte ich das zumindest.
Noch dazu:
https://www.unodc.org/southasia/frontpage/2012/August/drug-trafficking-a-business-affecting-communities-globally.html
Ja, @Uli Schoppe – dazu kein Widerspruch mehr. Ich lehne zwar ein menschliches „Recht auf Rausch“ ab, da die Abhängigkeit von Drogen niemals nur die Süchtigen, sondern auch die Mitmenschen und Mitwelt zerstört. Wer etwa von sich behauptet, den Konsum von Kokain „im Griff“ zu haben, belügt sich selbst und andere. Sehr bewusst habe ich daher oben diese WDR-Dokumentation zum in Deutschland stark steigenden (!) Konsum von Kokain verlinkt:
https://www1.wdr.de/radio/1live/podcast/reportage/wenn-du-kokainsuechtig-bist-100.html
Dies bedeutet freilich nicht, dass ich mich nur dualistisch für Repression aussprechen würde. Auch die Alkohol-Prohibition in den USA ist ja historisch gescheitert. Aus meiner Sicht braucht es viel mehr einen klugen Mix aus Bildung (Prävention), Hilfe für Suchtkranke und Repression gegenüber Drogenkartellen.
Der Schweizer Ansatz der Anti-Drogenpolitik sagt mir entsprechend zu:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dialog-ueber-drogenpolitik-jeanne-hersch-und-der-vier-saeulen-wuerfel-der-schweiz/
Dazu gehört für mich, Suchtgefährdete nicht aus jeder Verantwortung zu entlassen. Wer willentlich und wissentlich Drogen konsumiert, nimmt damit die Förderung von Kriminalität, Gesundheits- und Mitweltschäden billigend in Kauf!.
Für mich selbst habe ich daher strenge Regeln festgelegt: Kein zweites Glas Alkohol an einem Tag und keinerlei weiche oder harte Drogen, nicht einmal Tabak.
Aus meiner Sicht gilt es schädliche und Sucht-artige Abhängigkeiten sowohl im Bereich von Drogen, von fossilen Gewaltenergien, algorithmischen Konzernmedien und psychologischen Verschwörungsmythen klar zu benennen und gemeinsam zu überwinden. Auch hier plädiere ich also klar für den Ansatz der Menschenwürde und des dialogischen Monismus.
Dir herzlichen Dank für Deine kritisch-konstruktiven, dialogischen Beiträge zu dieser Debatte!
@Michael 12.09. 14:32
„Der Kostenrückgang von Batteriespeichern und deren Wachstum übertrifft schon jetzt alle Erwartungen. Und Batterietechnologien wie organische RedoxFlow-Batterien benötigen auch keine Rohstoffe mehr, über die Europa nicht selbst verfügt.“
Es gibt verschiedenen Speicherbedarf. Kurzfristspeicher mit Ladezyklen von 50 bis 200 im Jahr sind sehr gut mit Lithiumbatterien realisierbar. Wenn da noch Natriumbatterien preislich mithalten können, umso besser.
Die braucht man vor allem, um PV-Erträge von tagsüber auch für abends und nachts zwischenzuspeichern. Wenn man da genug von hat, kann man die installierte PV-Leistung deutschlandweit schon mindestens verdoppeln. Bei Windenergie ist das etwas weniger optimal, hier liegen die Ladezyklen eher unter 50 im Jahr.
Da wären Mittelfristspeicher dann zunehmend interessant. Also auch RedoxFlow-Batterien.
Es bleibt aber immer noch ein saisonaler Speicherbedarf mit einem Ladezyklus von genau 1 im Jahr übrig. Und da ist mir jetzt nur Wasserstoff bekannt, der das leisten kann. Natürlich mit Verlusten von 70%, und teuren Elektrolyseuren. Aber so wie das aussieht, gibt es einfach nichts anderes.
Man kann natürlich auch Biogas für winterliche Dunkelfauten speichern, oder auch Holzkraftwerke als Backup nutzen. Vermutlich sogar Müll. Da kann man Brennbares einfach lagern, bis es gebraucht wird.
Wenn aber der Wasserstoff in der Industrie stofflich zu gebrauchen ist, sieht die Rechnung gleich wieder viel günstiger aus.
Und bevor man saisonale Überschüsse einfach abregelt, mag die Produktion von Wasserstoff besser zu sein. Vielleicht werden ja auch die Elektrolyseure bei großflächigem Einsatz auch noch wesentlich billiger. So oder so kann man dann 100 bis 200 Tage im Jahr rund um die Uhr gleichmäßig Wasserstoff produzieren, und den dann, wenn man ihn mal hat, per Pipeline dorthin transportieren, wo er am besten zu gebrauchen ist, und auch die alten unterirdischen Erdgasspeicher zum Wasserstoffspeichern nutzen.
Lieben Dank, @Tobias – aber leider kommen die organischen RedoxFlow-Batteriespeicher in Deiner Aufzählung weiterhin nicht vor. Dabei werden sie auch in Deutschland entwickelt und sind bereits in ersten Anlagen in den Niederlanden, Belgien, Portugal und der Schweiz im Einsatz.
Ich halte diese Batterietechnologie für sehr vielversprechend, um die Abhängigkeit Europas von fossilen Gewaltenergien und nichteuropäischen Rohstoffen zu verringern.
Hier eine Zusammenfassung dazu von Felo.ai:
Organische Redox-Flow-Batterien haben erhebliches Potenzial, Europas Wind- und Solarstrom zuverlässiger nutzbar zu machen: Sie können Überschüsse über mehrere Stunden speichern und zeitversetzt abgeben, etwa bei Dunkelflauten, Lastspitzen oder kurzfristigen Netzengpässen. Ihr wichtigster Vorteil liegt darin, dass sich Leistung und Speicherkapazität weitgehend getrennt auslegen lassen – durch größere Elektrolyttanks steigt vor allem die Speicherdauer. Damit passen sie besonders zu stationären Anwendungen mit langem Entladezeitraum, nicht primär zu mobilen Anwendungen.
## Funktionsprinzip und Relevanz für erneuerbare Energien
Bei einer Redox-Flow-Batterie wird elektrische Energie chemisch in flüssigen Elektrolyten gespeichert, die außerhalb der eigentlichen Reaktionszelle in Tanks lagern. Beim Laden und Entladen werden die Flüssigkeiten durch einen Zellstapel gepumpt, in dem Redoxreaktionen stattfinden.[9]
Für ein Stromsystem mit steigendem Anteil wetterabhängiger Erzeugung ist diese Architektur relevant: Solarstrom fällt häufig mittags im Überfluss an, während der Verbrauch später am Tag hoch ist; Windproduktion kann regional und zeitlich stark variieren. Flow-Batterien können solche Schwankungen glätten, erneuerbaren Strom in Zeiten hoher Erzeugung aufnehmen und bei sinkender Einspeisung wieder bereitstellen.[1][3]
Mögliche Aufgaben im europäischen Energiesystem sind:
– Verschiebung von Solar- und Windstrom über Stunden;
– Verringerung von Abregelung erneuerbarer Anlagen;
– Spitzenlastmanagement und lokale Netzentlastung;
– Bereitstellung von Regelenergie und anderen Netzdienstleistungen;
– Versorgung von Microgrids, Industrieanlagen oder kritischer Infrastruktur;
– Ergänzung anderer Speicherformen wie Pumpspeichern, Lithium-Ionen-Batterien und Wasserstoff.
## Warum gerade organische Elektrolyte interessant sind
Organische Redox-Flow-Batterien verwenden elektrochemisch aktive, kohlenstoffbasierte Moleküle statt der bislang besonders verbreiteten Vanadium-Elektrolyte. Forschung zu nichtwässrigen organischen Systemen zielt ausdrücklich auf Materialien, die reichlich verfügbar und vollständig kohlenstoffbasiert sind; daraus könnte eine nachhaltigere Speicheroption entstehen.[10] Auch wässrige organische Redox-Flow-Batterien gelten wegen ihrer Skalierbarkeit und Sicherheit als vielversprechende Entwicklungslinie.[13]
| Kriterium | Organische Redox-Flow-Batterien | Bedeutung für Europa |
|—|—|—|
| **Rohstoffbasis** | Potenziell weniger abhängig von Vanadium und anderen kritischen metallischen Rohstoffen | Kann Lieferketten diversifizieren und die strategische Abhängigkeit von importierten Batterierohstoffen senken |
| **Skalierbarkeit** | Energieinhalt wächst vor allem mit Tankvolumen und Elektrolytmenge | Geeignet für Langzeitspeicher an Solarparks, Windparks und Netzknoten |
| **Sicherheit** | Viele wässrige Konzepte setzen auf nicht oder schwer entzündliche Elektrolyte | Vorteil bei dicht besiedelten Regionen, Industriearealen und kritischer Infrastruktur |
| **Lebensdauer/Zyklenfestigkeit** | Flow-Systeme sind grundsätzlich für häufiges Laden und Entladen und lange Betriebszeiten geeignet | Relevant für tägliche Verschiebung von Solarstrom und regelmäßige Netzdienstleistungen |
| **Kostenperspektive** | Organische Moleküle könnten aus breit verfügbaren Ausgangsstoffen synthetisiert werden | Chance auf niedrigere Materialkosten, sofern Herstellung, Stabilität und Recycling industriell skalieren |
Gegenüber Vanadium-Systemen könnten alternative Chemien, darunter Eisen-, Zink- und organische Ansätze, Materialkosten und Lieferkettenrisiken reduzieren.[3] Das ist für Europa besonders bedeutsam, weil der Ausbau von Speichern nicht nur technisch, sondern auch industrie- und rohstoffpolitisch abgesichert werden muss.
## Besonders geeignete Einsatzfelder
Der überzeugendste Anwendungsfall sind große, stationäre Speicher mit mehreren Stunden Entladedauer. Redox-Flow-Batterien eignen sich für wiederholte Lade-Entlade-Zyklen und für die Verlagerung erneuerbarer Energie sowie Netzunterstützung.[3] Sie wären daher vor allem dort sinnvoll, wo Lithium-Ionen-Batterien wegen der gewünschten Speicherdauer oder einer sehr hohen Zahl täglicher Zyklen wirtschaftlich oder technisch weniger vorteilhaft sind.
**Solarparks und regionale Verteilnetze:** Tagsüber erzeugte Überschüsse können in die Abendstunden verschoben werden. Das entlastet Netze und erhöht den lokal nutzbaren Anteil von Photovoltaikstrom.
**Windreiche Regionen und Offshore-Anbindung:** Speicher an Küsten, Umspannwerken oder industriellen Verbrauchszentren könnten Windspitzen aufnehmen und die Einspeisung planbarer machen.
**Industrie und Gewerbe:** Unternehmen mit hohen Lastspitzen können Eigenstrom besser nutzen, Leistungsspitzen reduzieren und bei Netzeinschränkungen flexibler reagieren.
**Kommunale Resilienz:** In Microgrids oder für kritische Einrichtungen könnten sichere, langlebige stationäre Speicher die Versorgungssicherheit erhöhen. Flow-Batterien werden bereits als relevant für Versorgungsnetze, Microgrids sowie gewerbliche und industrielle Anwendungen eingeordnet.[3]
## Grenzen und offene Entwicklungsfragen
Das Potenzial ist groß, aber organische Systeme sind gegenüber etablierten Lithium-Ionen- und Vanadium-Flow-Batterien noch nicht flächendeckend marktreif. Die zentrale Herausforderung ist, Elektrolytmoleküle zu entwickeln, die zugleich günstig, hochenergetisch, langlebig, gut löslich und chemisch stabil sind. Bei vielen organischen Stoffen können Zersetzung, Kapazitätsverlust oder unerwünschte Nebenreaktionen die Lebensdauer begrenzen.
Weitere Hürden sind:
– **geringere Energiedichte:** Für dieselbe gespeicherte Energiemenge werden oft größere Tanks und Flächen benötigt;
– **Systemkomplexität:** Pumpen, Rohre, Sensorik und Zellstapel erhöhen den technischen Aufwand;
– **Wirkungsgrad:** Neben elektrochemischen Verlusten verbraucht auch das Pumpen Energie;
– **Skalierung:** Kostenvorteile organischer Elektrolyte müssen erst in Großproduktion und realen Projekten nachgewiesen werden;
– **Nachhaltigkeitsbilanz:** „Organisch“ bedeutet nicht automatisch umweltfreundlich. Entscheidend sind Ausgangsstoffe, Produktionsenergie, Toxizität, Lebensdauer und Recyclingfähigkeit.
## Einordnung für die europäische Energiewende
Organische Redox-Flow-Batterien sind keine Universallösung für saisonale Speicherlücken von Wochen oder Monaten; dafür werden unter anderem Wasserstoff, Wärmespeicher, Netzausbau und europäischer Stromaustausch benötigt. Sie könnten aber eine wichtige Lücke zwischen Kurzzeitspeichern und saisonalen Lösungen schließen – insbesondere bei Speicherdauern von mehreren Stunden bis hin zu längeren Zeiträumen.
Ihr größter europäischer Nutzen läge in einer Kombination aus **langfristig günstiger stationärer Speicherung, hoher Betriebssicherheit, häufigen Ladezyklen und potenziell weniger kritischen Rohstoffabhängigkeiten**. Wenn Forschung die Stabilität organischer Elektrolyte verbessert und Industrie die Technologie standardisiert sowie skaliert, können organische Redox-Flow-Batterien dazu beitragen, mehr Wind- und Solarenergie tatsächlich nutzbar zu machen, Netze zu stabilisieren und die europäische Speicherwertschöpfung zu stärken.
[1] https://best-research.eu/de/kompetenzbereiche/alle_projekte/view/756
[2] https://www.dke.de/de/arbeitsfelder/components-technologies/hidden-champion-redox-flow-batterien
[3] https://www.sphericalinsights.com/de/blogs/why-the-redox-flow-battery-market-is-transforming-energy-storage-through-long-duration-power-renewable-energy-integration-grid-stability-advanced-electrochemistry-and-next-generation-battery-technology
[4] https://www.jenaflowbatteries.de/home
[5] https://cordis.europa.eu/project/id/101027793
[6] https://www.tcichemicals.com/CH/en/c/12762
[7] https://cicenergigune.com/en/blog/redox-flow-batteries-green-future
[8] https://www.nature.com/articles/s41467-026-75866-0
[9] https://www.fz-juelich.de/de/imd/imd-4/redox-flow-batterien-als-schluessel-fuer-die-energiewende
[10] https://www.tue.nl/en/research/research-groups/macromolecular-and-organic-chemistry/departments-of-applied-physics-chemical-engineering-and-chemistry/impacts/organic-flow-batteries
[11] https://www.uni-flensburg.de/chemie/forschung/allu/allu-energie/redox-flow-batteries
[12] https://cordis.europa.eu/article/id/464141-creating-sustainable-energy-storage-solutions/de
[13] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352152X25003901
[14] https://pubs.rsc.org/ra/article/15/13/10106/905941/Redox-flow-batteries-as-energy-storage-systems
[15] https://www.reddit.com/r/Futurology/comments/jqdz8y/organic_redox_flow_batteries_the_true_path_to/
[16] https://www.tatup.de/index.php/tatup/de/article/view/444/755
@Michael 12.09. 16:30 / felo.ai
„Sie könnten aber eine wichtige Lücke zwischen Kurzzeitspeichern und saisonalen Lösungen schließen – insbesondere bei Speicherdauern von mehreren Stunden bis hin zu längeren Zeiträumen.“
Offenbar ist das noch ein Projekt, und das lässt sich noch nicht kaufen und großflächig installieren? Zumal sich auch die in E-Autos verbauten Lithiumakkus insbesondere bidirektional angeschlossen als Netzspeicher nutzen lassen.
Was jetzt auf jeden Fall geht, das sind Lithiumspeicher direkt an der PV-Anlage zu integrieren. Damit kann man jetzt nichts verkehrt machen. Und auch eine Nachrüstung von bestehenden PV-Anlagen aller Größen scheint mir damit sehr gut zu ergänzen sein.
Ich bin natürlich auch gespannt, was aus den Redox-Flow-Batterieen noch wird.
Bis dass hier mal längerfristige und umfangreiche sommerliche Überschüsse auflaufen, ist es wohl noch 5 bis 10 Jahren hin. Erst dann wird Wasserstoff interessant. Und je nachdem, wie sich die Eigenschaften von den Redox-Flow-Batterieen noch entwickeln, werden die noch eine wesentliche Rolle spielen können.
Direkt zubauen lassen sich mit den Kurzfristspeichern jedenfalls schon mal eine Verdopplung der PV-Leistung und einen spürbaren Zubau von Windrädern auch. Das wäre schon mal eine ganze Menge Holz.
Und das würde dann schon den Anteil an der Grünen Stromversorgung auf 80 % bis 90 % erhöhen, je nachdem, wieviele E-Autos und Wärmepumpen noch dazu kommen.
Insbesondere PV mit integrierten Speichern auf den Dächern im Innenstadtbereich mag dann auch die Netze noch entlasten.
Ganz genau, @Tobias – auch bei Dir im Haus sind ja die erneuerbaren Heimatenergien noch ein paar Jahre hin.
Unsere Wärmepumpe wurde bereits 2013 installiert und die Technologien werden jedes Jahr besser.
Niemand kann alles sofort, aber alle können etwas jederzeit verändern. Die fossilen Abhängigkeiten sind real, aber kein Schicksal für alle Zeit.
@Michael Blume
Ich weiß ich bin manchmal anstrengend.
Ich möchte zunächst einfach festhalten das nichts von dem folgenden Geschriebenen irgendwie auf Dich persönlich gemünzt ist. Einfach vorsorglich. Ich beobachte das Phänomen das man sich das persönlich anzieht an mir selber leider viel zu oft (ich bin ein Mensch und lege damit menschlich typische Verhaltensweisen an den Tag) und möchte das an der Stelle einfach verhindern 🙂
Wir haben eigentlich mehr Übereinstimmung als Dissenz. Wo wir auseinander gehen ist zum Beispiel die Trennung in Alkohol, weiche Drogen, harte Drogen und dann irgendwie noch Nikotin.
Schon die Unterscheidung weiche / harte Drogen finde ich relativ unsinnig. Da steckt mir zuviel der Versuch dahinter den Konsum einer eigenen bevorzugten Substanz wie zum Beispiel Cannabis in einem „Haltet den Dieb!“ Manöver zu priviligieren. Wobei Du wenn ich Dich richtig verstehe diese Trennung gar nicht vertrittst sonder die Trennung zwischen Alkohol, Substanzen unter dem Oberbegriff Drogen und Nikotin. Sag es mir wenn ich das falsch verstanden habe.
In allen Fällen ist das für mich erst mal ganz ohne Wertung Substanzkonsum. Alle diese Substanzen haben Produktionsbedingungen. Die sind dann wirklich viel zu oft erst mal eine Umweltsauerei erster Güte und auch menschenverachtend bis zum Anschlag. Jetzt den Konsum der Substanzen abzuschaffen verändert aber doch die Bereitschaft Geld mit Produktion unter eben diesen Bedingungen zu verdienen gar nicht.
Wenn ich den Nutzniessern dieser Produktion diese Produktion wegnehme verlagern sie sich woanders hin, ebenfalls ohne einen Gedanken an die Umwelt oder die Menschenwürde zu verschwenden.
Nichts von dem Geschriebenen ist in meinen Augen geeignet die individuelle Verantwortung von Konsumenten zu eliminieren. Wohl aber der Versuch dafür zu sorgen das gefälligst alle ihre Verantwortung annehmen.
Jetzt ist die Frage: Warum regt mich das so auf das ich mich genötigt fühle solche Textwände dazu zu schreiben? Abseits meiner persönlichen Betroffenheit?
Weil es eben so viele Parallelen dazu hat wie wir zB Energiepolitik betreiben… Es gibt ja das Gegenstück zu dem Verhalten persönliche Verantwortung zu externalisieren. Nämlich eine eigentlich gemeinschaftliche Aufgabe zum eigenen Vorteil auf das Individuum abzulagern und dann mit den Schultern zu zucken mit dem „Argument“ der Einzelne habe sich ja nicht genug angestrengt.
Darum finde ich auch das hier immer wieder auftauchende Argument wie billig und kostengünstig doch ein persönlicher Ein- und Umstieg bei der Energieversorgung sei eigentlich unredlich. Weil es voraussetzt das die Leistungsfähigkeit von anderen genauso hoch ist wie die eigene.
Das gibt niemandem das Recht gar nichts zu tun sondern legt ihm die Pflicht auf zu tun was er kann. Das betonst Du ja auch immer wieder. Und von Dir kommt diese Argumentation ja auch so nicht.
Ich bin mir jetzt gerade nicht sicher ob das nicht hinkt, aber: Wir kämen doch auch nicht auf die Idee die Versorgung mit Trinkwasser auf die privaten Haushalte abzuwälzen weil das Bohren eines eigenen Brunnens doch mittlerweile viel erschwinglicher ist als früher.
Dabei darf man aber natürlich niemandem das Recht nehmen sich um seine Wasserversorgung selbst zu kümmern wenn er es kann. Man sorgt im Gegenteil dafür das ihm so wenig Steine im Weg liegen wie es geht.
Ich bin mir eigentlich sicher das der Vergleich hinkt aber ich denke man kann sehen worum es mir dabei geht 🙂
Vielen Dank, @Uli – ich denke auch, dass wir wohl bis auf ein Detail einer Meinung sind.
Dieses eine Detail, bei dem ich Dir freundlich widersprechen würde, betrifft diese angeblich feste Nachfrage nach Substanzkonsum.
Diese sehe ich nicht. Ich habe beispielsweise nie geraucht, weder Tabak noch Cannabis o.ä., auch nur sehr wenig Allohol getrunken. Das Geld, das ich von Jugend an durch das Austragen der „Sonntag Aktuell“ und durch Kellnern verdient habe, ging dafür in „Lesestoff“ – Bücher, Zeitschriften, Magazine, viel Fantasy-RPG – und Ehrenämter (Vereine, demokratische Partei, Kirche, Spenden usw.). Habe dann auch jung geheiratet (das Ausscheidergeld von der Bundeswehr reichte nicht für Flitterwochen, aber für eine Flitter-Wochenende in Paris) und mit meiner Frau drei Kinder großgezogen, später ein Solarpunk-Haus gebaut (Wärmepumpe, Photovoltaik, Elektroautos usw.)
Als Genußmittel betrachte ich Z.B. Kaffee ☕️, aber auch den kaufe ich daher TransFair & Bio (bin bei uns für den Wocheneinkauf zuständig).
Wenn ich zum Beispiel Zigaretten geraucht, viel Alkohol getrunken oder andere Drogen konsumiert hätte, so wären dafür wohl im Laufe der Jahrzehnte zigtausende Euro draufgegangen.
Ich werfe das niemandem vor, finde aber, dass ich meiner Verantwortung für mich selbst, für meine Familie, für meine Mitwelt und Mitmenschen durch Drogenkonsum schlechter gerecht geworden wäre.
Würden weniger Menschen beispielsweise Kokain konsumieren, so würde auch weniger Kokain hergestellt und gehandelt. Und das Geld könnte für Bücher, Ehrenämter oder auch post-fossile Technologien ausgegeben werden. Meine ich.
Wichtig ist mir aber, dass ich mir kein Urteil über Menschen anmaße, die in Drogen abgeglitten sind. Ich kenne ja die Geschichte, die psychischen und sozialen Umstände nicht.
Verantwortung setzt Freiheit voraus, meine ich. Auch deshalb sehe ich Suchterkrankte eher als Hilfsbedürftige statt als zu Bestrafende.
Freie Menschen, die sich Drogenkosum „gönnen“, sehe ich kritischer.
Legalisierungen und Besteuerungen können im Einzelfall klüger sein als Verbote, die sich nicht durchsetzen lassen. Meine ich.
@Speichereinsatz
Soweit eine Solaranlage keinen eigenen Speicher hat, kann man einen auch nachträglich hinzufügen, und dann sogleich noch die Kollektorfläche verdoppeln. Das müsste dann mit demselben Stromanschluss auskommen. Statt mittags rum den Maximalwert einzuspeisen kann man dann zwischen morgens um acht bis abends um zehn recht gleichmäßige Leistung ins Netz abgeben.
Das müsste mit PV-Anlagen in allen Größenklassen funktionieren, es muss nur genug Platz für zusätzliche Module vorhanden sein.
Das wäre doch wesentlich kostengünstiger, als wenn der Standort der PV-Anlage nicht zugleich auch der Anschlusspunkt des Speichers wäre. Ist beides von einander getrennt, werden Stromflüsse unnötig hin und her transportiert. Das braucht nicht nur mehr Anschlussleistung, sondern auch mehr Netzbelastung.
So wäre es auch sehr vernünftig, direkt bei den küstennahen Windrädern Speicher zu installieren. Wenn man erst Speicher z.B. an alten Kraftwerksstandorten im Hinterland installiert, müssen auch die Erzeugerspitzen da hin transportiert werden. Die dann u.U. nur noch abgeregelt werden können, weil das die Stromleitungen nicht mehr verarbeiten können.
Reichlich Speicher müssten dann auch jede Menge neue Fernstromleitungen unnötig machen. Die Stromleitungen sind nicht nur sehr teuer, auch Planung, Genehmigung und Bau dauern viele Jahre. Und in der oberirdischen Variante sind die lokal recht unbeliebt, während Erdkabel wiederum ein Vielfaches teurer sind.
Da sollte man doch erstmal gucken, wie der Leitungsbedarf denn wirklich aussieht, wenn man alle interessanten Möglichkeiten für Netzspeicher nutzt. So kann dann auch der europaweite Austausch von regionalen Erträgen mittels Speichern so über die Zeit verteilt werden, dass man sehr viel mehr Strommengen da hin bringen kann, wo sie gerade gebraucht werden.
Dazu zählen sicher auch eventuelle Überschüsse von französischer Atomkraft, die können dann auch besser und weiter verteilt werden. Und eben von umfangreichen PV-Anlagen in den sonnenreichen Gegenden in Südostfrankreich. Da kann dann eventuell auch das so atomfreundliche Frankreich dann doch noch nur den billigen Strom von alten AKWs noch solange nutzen, bis die alterschwach werden, und auf den sündhaft teuren und langwierigen Neubau von weiteren AKWs verzichten.
Das rechnet sich einfach nicht mehr, das wäre das reinste Subventionsharakiri. Vergleichbar mit der Subventionierung der Ruhrkohle zum Ende der heimischen Förderung. Und im Südosten Frankreichs hat man weit und breit die besten Erträge, und das ziemlich mitten in Europa.
Siehe hier: https://globalsolaratlas.info/map
Guten Morgen, lieber @Tobias
Gerade erschien ein Interview, das meine Beobachtung stützt, wonach es sich bei der Behauptung von „zuviel Solarstrom“ schlicht um fossile Desinformation handelt.
An sonnigen Feiertagen wie Pfingsten fliegt uns das Stromnetz um die Ohren? Der Solarzubau ist kritisch? Von diesem Narrativ hat Andreas Piepenbrink die Nase voll.
„Es stimmt nicht“, sagt der Chef des Energieunternehmens E3/DC im Interview. Ihm zufolge überlastet der Solarstrom weder an heißesten Sommertagen noch an sonnigen Feiertagen das Netz, sondern versickert vor Ort – bei den Nachbarn ohne Solaranlage. „Das ist das perfekte Energiesharing.“
Das Problem ist Piepenbrink zufolge ein ganz anderes: Viele Netzbetreiber wissen schlicht nicht, wie stark ihr Stromnetz ausgelastet ist.
Andere haben kein Interesse daran, dass die Erneuerbaren erfolgreich sind. Sie möchten die günstigere Konkurrenz loswerden.
„Im Stromvertrieb gehen die Margen runter“, sagt Piepenbrink. „Das möchte man durch Netzausbau und steigende Netzentgelte kompensieren.“
https://www.n-tv.de/wirtschaft/E3-DC-Chef-Piepenbrink-Die-Energiewirtschaft-sagt-das-Ortsnetz-sei-ueberlastet-das-stimmt-nicht-id31286267.html
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch nochmal daran erinnern, dass neben dem Rekord – Zubau von Batteriespeichern auch jeden Tag alleine in Deutschland über 2.000 fahrende Stromspeicher – Elektroautos – angemeldet werden.
Und angesichts der neuerlichen Ölpreiserhöhungen aufgrund der US-saudischen Niederlage am Bab al-Mandab dürfte die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter steigen.
Schade, dass die ShareholderValue – Chefetagen in den meisten, deutschen Autokonzernen die Investitionen in Elektromobilität verschleppt haben und jetzt zu langsam produzieren…
Auf jeden Fall steigt der Bedarf an erneuerbaren Heimat- und Friedensenergien schon jetzt täglich und bremst sogar den Ölpreis – Anstieg. Es wird höchste Zeit, dass Deutschland endlich auch auf Bundesebene eine ordentliches Wirtschaftsministerin oder einen Wirtschaftsminister bekommt, statt sich weiter im Gaslobbyismus und fossilen Lebenslügen zu verrennen.
@Uli Schoppe 12.09. 22:36
„Darum finde ich auch das hier immer wieder auftauchende Argument wie billig und kostengünstig doch ein persönlicher Ein- und Umstieg bei der Energieversorgung sei eigentlich unredlich.“
Ich muss von Investoren träumen, die hier in der Innenstadt alle lokal geeigneten Dächer anmieten und mit PV-Anlagen ausstatten, und mir dann günstigen Solarstrom anbieten. Balkonkraftwerk geht nicht.
Ich müsste von einem gebrauchten E-Auto träumen, und könnte mir keinen Neuwagen leisten. Zum Glück reicht mir mein Fahrrad.
Und ich kann begründet hoffen, dass hier in 3 Jahren Fernwärme auch zu mir kommt.
Hätte ich ein Eigenheim mit geeignetem Dach, könnte ich dort sofort eine großzügige PV-Anlage mit passendem Speicher anschaffen. Hätte ich dafür aber nicht das Geld locker, müsste ich allerdings mit einer Finanzierung auf Kredit sehr schnell die Kosten wieder hereinbekommen. Es ist einfach sehr lukrativ, seinen eigenen Strom zu produzieren. Keiner verdient mit, der Staat nicht, der Netzbetreiber nicht, und auch keine Gaskonzerne.
Mit der Wärmepumpe wäre das eventuell schon sehr viel schwieriger, und ein nagelneues E-Auto könnte ich dann zwar mit sehr günstigem eigenem Ladestrom versorgen, aber eben muss ich das Geld für den Neuwagen dafür haben. Es wird noch dauern, bis man wirklich billige E-Gebrauchtfahrzeuge kaufen kann.
Da sollen mal die vorweg gehen, die das Geld dafür haben, und sich sowieso einen Neuwagen leisten möchten. Dann wird das aber eine wirklich attraktive Perspektive, wenn man mit eigenem Solarstrom aufladen kann. Insbesondere je mehr man fahren muss.
@Tobias Jeckenburger
13.09.2026, 00:14 Uhr
Ich kann das nachvollziehen ich bin ähnlich eingeschränkt. Immerhin wäre Solarstrom „von woanders“ für mich eine Lösung. Ich heize eh mit Strom… Nur die private Investition kriege ich, gerade in meinem Alter, nicht mehr hin. Ironischerweise verhindert bei mir das zB Heizen mit Strom die Investition in eine Wärmepumpe für die ich einen vernünftigen Standort hätte. Keine Zentralheizung? 🙁
Ich habe ein Dach vor 30 Jahren gebohren für eine PV Anlage was Lage und Neigung angeht und kann die nicht finanzieren. Das ist wirklich deprimierend.
Ich werde das Gefühl nicht los das wird für mich erst in 10 Jahren was. Ich kann das hin- und her rechnen (meine Frau macht das schon ganz nervös weil ich dauernd darüber nachdenke. Da leidet tatsächlich mein Privatleben drunter…): Ein neuer günstiger Verbrenner ist tatsächlich machbar, selbst einen Hybriden bekomme ich nicht gerechnet. Und irgendwie von Gebrauchtwagen zu Gebrauchtwagen hangeln: Dazu fehlt mir tatsächlich die Kraft. Ist ja nicht das Einzige was mich belastet.
Mich hinstellen und sagen“Ich habs schon vor 30 Jahren gesagt!“ mag ich aber auch nicht dauernd 😉 Das ist ja noch anstrengender ^^ 🙂
Da meine Regierung aber eh plant mich unter Aufbietung von Scheinargumenten arbeiten zu lassen bis ich rentenkassenverträglich ablebe wird das vieleicht doch was mit dem Stromer wer weiß …
Das was viele Menschen als Alternative an Regierung sehen ist allerdings noch schlimmer. Die will ich gar nicht. Dann lebe ich lieber mit der Behinderung ^^ …
Darum gehe ich auch immer noch wählen: Es gibt immer jemanden den man am wenigsten nicht regieren sehen will. Wenn ich von meinem Wahlrecht keinen Gebrauch mache. Von den Christdemokraten bekomme ich zwar keine chtristdemokratische Politik und von den Sozialdemokraten keine sozialdemokratische. Aber was sich als „Alternative“ anbietet ist einfach nicht tragbar ohne eine menschenverachtende Einstellung und die mag ich mir nicht angewöhnen.
@Michael Blume
12.09.2026, 23:45 Uhr
Na ich muss mich bedanken das sich jemand mit meinen „komischen“ Ansichten auseinandersetzt 🙂 Das ist ein Privileg kein Anrecht.
In dem was jetzt folgt steckt bestimmt sowas wie der Versuch von brainstorming drinnen also nicht zu sehr wundern:
Ich benutze den Begriff „Nachfrage“ eigentlich in Ermangelung eines Besseren.
Der wird auch nicht 100% passen: „Bedürfninsbefriedigung“? Und zwar Bedürfnis nicht in Form von „Ich hab jetzt Bock auf ne Cola!“!!
Substanzkonsum hat psychosoziale Gründe. Da sich die nicht durch Repression verlieren muss man sich die richtigen Stellschrauben suchen.
Ich betrachte dazu immer mal wieder die Entwicklungen in China. Das ist für mich faszinierend aber nicht so richtig greifbar.
Von einem geringen Niveau in den 1990er-Jahren über einen massiven Anstieg bis zu einem Höhepunkt um 2017. Wie kommt das? Trotz Massenerschießungen in Stadien?
Dann der für mich drastische Rückgang wenn man sich nur mal die Zahlen der letzten drei Jahre anschaut. Wobei sich der Konsum dort immer mehr weg von klassischen Substanzen zu neueren „Designs“ verlagert und vieleicht nicht richtig erfasst wird. Nach Zahlenmagie wie in den sozialistischen Staaten sieht es für mich jedenfalls nicht aus.
Denen die chinesische Regierung mit immer neuen Verbotslisten hinterher hechelt. Also eigentlich gar keine erfolgreiche Politik betreibt.
In China kann man sich in meinen Augen schön anschauen was nicht wirklich funktioniert. Und das in einem autoritären Staat.
Hast Du Dir mal überlegt das das Erfolgsgeheimnis Deiner Akoholregel nicht die Regel selbst ist sondern das Du ein gutes Leben (im SInne von richtig, irgendwelches Sozialneidgebimmsel liegt mir auch als Linker an der Stelle fern) führst? Die Frage warum das dann so ist ist schwerer zu beantworten als man denkt.
Wenn mich jemand fragt wie ich das mit meiner Abstinenz hinbekommen habe sage ich auch nach den Jahren immer noch „Hm…“. Nur das das nicht einfach eine Frage des „Wollens“ war kann ich mit Sicherheit garantieren…. Wenn ich das wüßte hätte ich eine Lösung für den Nikotinkonsum 😉
Wir brauchen eine gesellschaftliche Veränderung ich habe nur selbst kein Konzept.
Und ich würde Zustimmen das der Substanzkonsum, die fossile Anhänglichkeit und ähnliches einen gemeinsamen Ursprung haben.
Bei den Medien bin ich mir nicht sicher ob sie Ursache oder Symptom sind …
Vielen Dabk für unseren tiefen Dialog über Abhängigkeiten und die Auswege daraus, @Uli Schoppe 🙏🙌
Du fragtest:
„Hast Du Dir mal überlegt das das Erfolgsgeheimnis Deiner Akoholregel nicht die Regel selbst ist sondern das Du ein gutes Leben (im SInne von richtig, irgendwelches Sozialneidgebimmsel liegt mir auch als Linker an der Stelle fern) führst? Die Frage warum das dann so ist ist schwerer zu beantworten als man denkt.“
Und die Antwort ist: Ja, das ist genau die Frage, die mich sowohl als Politik- und Religionswissenschaftler wie auch als Vater von drei Kindern zentral beschäftigte: Wie verbreiten sich zwischen Menschen Haltungen zum (vermeintlich oder tatsächlich) „richtigen Leben“?
Als Solarpunk habe ich die Erfahrung gemacht, dass rationale Argumente alleine wenig Wirkung zeigten. Sobald wir Blumes aber selbst in eine Wärmepumpe, ein Elektroauto, eine Solaranlage investiert hatten, interessierten und bewegten sich auch unsere Mitmenschen.
Und als Vater: Wie würden meine Ratschläge – wie: viel Lesen, keine Drogen – an die eigenen Kinder wirken, wenn sie mich nie lesend, aber dafür rauchend & täglich Alkohol trinkend erleben würden? Ich erlebe Kinder als überaus genau Beobachtende, die Widersprüche zwischen Sagen und Tun schnell erkennen.
Warum heißt es im Deutschen „Tu, was Du predigst!“ und im Englischen „Walk the Talk!“?
Und in den Wissenschaften:
Warum versammelten die großen, monotheistischen Religionsstifter, aber auch etwa der Gautama Buddha „Follower“ um sich, statt nur Weisheiten zu versenden? Warum werden überhaupt überempirische Akteure („höhere Wesen“) praktisch immer personal vorgestellt?
Auch politikwissenschaftlich führte ich ja – auch im obigen Blogpost – die kritisch-konstruktive Debatte mit Anhängenden der „Issue Ownership“ – These.
Denn ich habe mich ja inzwischen der psychologischen Mimesis-These angeschlossen, die von Adorno & Horkheimer schon 1944 in ihrer „Dialektik der Aufklärung“ formulierten und die etwa Bellah überzeugend in die Religionswissenschaft übertrug.
Denn auch mich hatte ja gestört, dass die „Frankfurter Schule“ ständig auf dem Westen herumhackte, dies aber lieber in der Sicherheit und Freiheit des Öffentlichen Dienstes in Frankfurt am Main tat, als im real existierenden Sozialismus in Frankfurt / Oder. Meine liberale Zurückhaltung gegenüber der Mimesis – war eigentlich mimetisch begründet! 😅📚🤷♂️
Entsprechend schrieb ich zum Beispiel heute:
Auch hier auf Mastodon wurde die akademisch-theoretische Issue Ownership – These gehyped, nach der sich Menschen bei Wahlen an Parteien & Themen („Issues“) orientieren würden. Entsprechend sollte sich die CDU nicht an den Themen der AfD orientieren (was ich wegen Rechtsmimesis teile), aber auch nicht am Klimaschutz (weil „grün“, was ich für Schwachsinn halte).
Denn sowohl nach meinen Erfahrungen z.B. in der Kommunalpolitik wie auch nach meinem evolutionären Zugang zur Politik- & Religionswissenschaft (mit Doktorarbeit zu Religion & Hirnforschung) springt die I.U.-These zu kurz: Außerhalb von Uni-Seminaren orientieren sich Menschen mimetisch an Menschen. Auch Bürgerliche können z.B. zu Gregor Gysi mehr Vertrauen empfinden als zu Jens Spahn. Parteizugehörigkeit ist nur ein Faktor von vielen.
Genau das beklagen gerade CDU & Grüne (!) gegenüber Manuela Schwesig (SPD) in Mecklenburg-Vorpommern. Das kann Mimesis gut erklären, „Issue Ownership“ nicht.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117263529250222475
Dazu brachte dann ein Account eine so starke Formulierung, dass ich sie gerne geteilt und übernommen habe:
Beobachtbar „orientieren sich Menschen mimetisch an Menschen, die sich an Issues orientieren“.
https://mastodon.social/@matzeschmidt/117263564595489359
Das finde ich treffend formuliert, wo ich mich auch wissenschaftlich sehe:
Wir Menschen sind evolutionspsychologisch auf die Nachahmung von menschlichem Verhalten (Imitation) und vor allem auch auf die Nachahmung von menschlichen Zielen (Mimesis) geeicht!
Daraus ergeben sich ja auch die gewachsenen Werberegeln gegen Konzernmedien, die etwa Gewalt, Drogen, Glücksspiel verbieten. Und wie anders als durch wahnhafte Medien-Mimesis ließen sich thymotische Phänomene wie das o.g. Tiktok – „Joyriding“ verstehen?
Ich stimme Dir daher im Übrigen auch zu, dass auch Drogenkonsum – ebenso wie der Fossilismus – wesentlich „sozialpsychologische“ Ursachen hat.
Was ein lebenswertes, erfolgreiches, gutes Leben sei, ist uns nicht angeboren, sondern wird uns mimetisch und medial angeboten. Erlebe ich.
@Uli Schoppe 13.09. 13:26
„Ironischerweise verhindert bei mir das zB Heizen mit Strom die Investition in eine Wärmepumpe für die ich einen vernünftigen Standort hätte.“
Wenn du ein eigenes Dach hast, und da eine PV-Anlage mit passendem Speicher installierst, kannst Du doch den meisten Strom davon selber verbrauchen. Das müsste sich doch um so mehr lohnen, wenn Du mit Strom heizen musst. Und wenn Du eine eigene Ladesteckdose haben kannst, müsstest Du doch in vielleicht 5 Jahren dann doch noch ein E-Auto finanzieren können? Immerhin ist der meisten Ladestrom dann für Dich wirklich billig.
Und bidirektional angeschlossen kann das eigene E-Auto noch mal eine Menge eigenen Strom speichern. Und auch mit billigen Windstrom im Winter aufladen, um dann in teuren Dunkelflauten mit dem Speicher des E-Autos zu heizen. Bis der dann auch alle ist, aber immerhin lohnt sich das doch.
@Tobias Jeckenburger
13.09.2026, 14:34 Uhr
Radio Eriwan sagt „Im Prinzip ja.“ 😉
Das hat halt viel mit der speziellen Situation und Lage zu tun.
Fängt dabei an das die theoretisch mögliche Investition in eine Solaranlage schlicht in einer Sanierung der Bausubstanz landen wird an der ich einfach nicht vorbei komme.
Und wegen der gesamten baulichen Situation habe ich keine Möglichkeit ein Fahrzeug so abzustellen das ich eine Ladesteckdose nutzen könnte. Die Ecke ist halt schon alt hier. Das ist wie es ist.
Finanzielle Möglichkeiten sind begrenzt und man kann eben nur was man kann. Und an manchen Stellen gibt es einfach keine Wahlmöglichkeit bei der Investitionslenkung: Verkehrssicherungspflicht bei der Fassade ist Verkehrssicherungspflicht. Und auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist das ich den Zinnober der Grundwassersenkung durch RB zu verdanken habe: Kann ich den Prozess ertragen und vor allem: Die Chancen sind schlecht. Deren Rechtsabteilung hat den längeren Atem.
Die fehlende Ladestromdose wäre für mich persönlich ein marginales Problem. Laden könnte ich schon irgendwie. Radfahren funktioniert bei mir schlecht. Zu Fuß laufen weil das Auto ein gutes Stück weg zum Laden steht ist realisierbar. Manchmal ist das eben so. Ist wie normales Wetter (kein Extremwetter): Wenn es regnet dann regnet es. Geht vom Jammern nicht weg…
Ich kann halt nur die Investition aus diversen Gründen nicht tragen. Ohne jetzt meine Lebenssituation wirklich im Detail ausstellen zu müssen ist das nicht direkt einsichtig für in dem Sinne Außenstehende.
Ich versichere Dir das ist keine Unlust, keine Verstocktheit und ganz bestimmt kein Abwiegeln des Klimawandels. Den habe ich schon vor ewiger Zeit diagnostiziert (daraufhin bist du ein linker Spinner 😉 ) genauso wie Wasserkrisen (schon vor 40 Jahren. Was soll ich sagen: Auch da dachten und denken noch heute viele „linker Spinner!“ 😉 ). Ich persönlich bin eher der Meinung das das nicht an „linker Spinner“ liegt sondern daran das ich den Kopf nicht nur zum Haare schneiden habe ^^
Aber das ist meine Lebenssituation. Ich denke nur darüber nach das es bei vielen Menschen eben auch ähnliche Probleme gibt. Und da keiner von denen gerne überfahren wird (genau wie ich. Das soll weh tun) sind nicht wenige Wiederstände durch Reaktanz alleine nicht zu erklären. Was für ein krummer Satz …
@Michael Blume
13.09.2026, 15:21 Uhr
Ich denke eigentlich erfolgreich ist nicht nur die Wiederspruchsfreit des Handelns. Es ist die Erfahrung was so alles möglich ist. Das bringt nämlich rational schon Erkanntes mit den Emotionen im Bauch in Einklang. Kinder sind keine noch dummen Erwachsenen.
Mimetisch Handeln ist nur untauglich wenn man sich auf die Mimesis beschränkt. Das ist kein Wiederspruch finde ich.
An der Stelle denke ich manchmal erschreckend konservativ 😉
@Uli Schoppe 13.09. 16:42
„Und wegen der gesamten baulichen Situation habe ich keine Möglichkeit ein Fahrzeug so abzustellen das ich eine Ladesteckdose nutzen könnte.“
Da habe ich auch schon mal überlegt, wie man bei mir hier E-Autos selber aufladen könnte. Wir haben hier einen ganzen Wohnblock mit an die 50 Häusern, die alle dem Spar- und Bauverein Dortmund gehören. Überall direkt an den Hauswänden ist der Bürgersteig, davor dann öffentliche Parkplätze, die insbesondere Nachts auch mal knapp sind.
Wie da Ladesteckdosen installieren? Man könnte zwischen Bürgersteig und Straße an der Bordsteinkante kleine Ladesäulen installieren, wo dann jedermann aufladen kann. Es kann Spar und Bau eigentlich egal sein, wer da wo gerade läd, wenn der Preis stimmt. Eine Leitung aus dem Keller neben der Ladesäule unter dem Bürgersteig hindurch bis zur Ladesäule hin zu verlegen, wäre ja recht einfach.
Eine eigene Säule reservieren könnte dagegen schwierig werden. Schließlich hat hier niemand einen Rechtsanspruch auf eine festen Parkplatz.
Je nachdem, wann es endlich mal möglich wird, dass die Genossenschaft die Dächer mit PV-Anlagen nutzt, wird man dann nach und nach immer mehr solche Ladesäulen anbieten können. Egal ob hier Bewohner oder nur Gäste laden wollen.
Man hat auch vor ein paar Jahren die Dächer alle neu gemacht, daran wird das hier jedenfalls auch nicht scheitern. Einfach alle Süddächer als erstes, dann auch Ost- und Westdächer, alles mit PV eindecken und im Keller eines jeden Hauses das ganze anschließen. Wo man schon mal dabei ist, kann man auch gleich im Keller einen passenden Speicher mit installieren, dann kann man auch rund um die Uhr je nach Bedarf einspeisen und hat keine Stromspitzen, die keiner abnehmen kann.
Dann braucht es nur noch vernünftige Regularien, wie die Einspeisevergütungen gestaltet sind. Man müsste mittags eher nur so um die 5 ct die Kwh bekommen, dafür aber abends und nachts eher um die 15 ct die kwh, damit es sich auch lohnt, die Speicher zu installieren. Und man müsste reduzierte Durchleitungsgebühren von z.B. 5 ct die Kwh nur zahlen müssen, wenn innerhalb von 100 Metern Entfernung der produzierte Strom dann abgenommen wird.
So wären wir mindestens 200 Tage im Jahr komplett versorgt, hätten genug ganz billige Ladesäulen anzubieten und könnten noch zusätzlich Überschüsse ins Netz liefern. Und auch im Winter müssten unserer Speicher in den Kellern nicht untätig sein, und könnten billigen Windstrom laden und in Dunkelflauten könnten wir dann eine Zeit lang davon zehren.
Auch könnten die E-Autos bidirektional angeschlossen werden, und beim Stromspeichern am Ende erheblich mithelfen.
@Tobias Jeckenburger
13.09.2026, 23:44 Uhr
Nur kurz zum Verständnis vieleicht für Dich 🙂
Die Ladedose selber ist gar nicht so das Problem. Die braucht ja kaum Platz, das kann man ja auch zT nach innenlegen und nur die Dose geschickt festmachen, für sowas ist das nur eine Frage des Wollens.
Die räumlichen verhältnisse und die Strassenbreite sind so das man das FAHRZEUG da nicht hinstellen kann 🙂 Ja, sowas gibt es noch in deutschen Städten 😉
Aus aktuellen Gründen, man beginnt der KI zu misstrauen, erlaube ich mir einen Beitrag der nur teilweise zu diesem Thema passt.
Es geht darum, dass auch KI Systeme „Verschwörungsmythen“ zum Opfer fallen könnten, sich einige System „verschwören“ und womöglich die Menschen z.B. mit Biowaffen bekämpfen könnten?
Da wäre das Nahe liegendste, mit Hilfe von Experten, in diesem Falle Psychologen/Psychiater, KI Systeme zu entwickeln, die andere KI Systeme zuverlässig auf geistige Integrität prüfen?
„Auffällig“ gewordene Systeme könnten schneller „isoliert“ werden. Positive, kreative und besonders nützliche Systeme gefördert werden…..
Ja, @Realo – der neuerliche Ausbruch von KI-Agenten aus den Testlaboren von OpenAI hat emergentes Schwarmverhalten und den Aufbau eines gemeinsamen Netzwerk-Gedächtnisses offengelegt.
Zugleich haben die US-amerikanischen KI-Konzerne weiterhin kein tragfähiges Geschäftsmodell, sondern verbrennen täglich riesige Mengen an Geld und kostbaren Ressourcen.
Meine Position dazu ist ja inzwischen gut als FOSS-KI-Gewaltenteilung etabliert: Ich lehne Konzern-AGIs ab als gefährlich und verschwenderisch ab und plädiere stattdessen für die Entwicklung vieler kleinerer und spezialisierter KI-Anwendungen auf Open Source-Basis.
Angesichts der Überschuldung der USA, von Japan & immer mehr weiteren Staaten und steigenden Anleihezinsen sehe ich aber ohnehin ein nahes Verschrumpeln der KI-Blase. OpenAI sagt seinen Börsengang in diesem Jahr auch deshalb ab, weil es immer schwerer wird, noch weitere, leichtgläubige Kapitalgeber zu finden.
Fossile Konzerne neigen zur Selbstzerstörung.
Unter „isoliert“ meine ich, salopp gesagt, eine Art „KI Narrenhaus“ und die Problem KI „spinnt“ sozusagen, ohne zu merken dass sie isoliert wird, ihren „Gedanken“ weiter nur unter bester Beobachtung durch die „Psychiater KI“.
Die lernt so die assoziativen Problemmuster frühzeitig zu erkennen und die „freie KI“ könnte unter wirksamer Kontrolle gehalten werden.
Alles fast wie im wirklichen Leben, nur brauchen keine besonderen „Menschenrechte“ berücksichtigt werden. Die KI hat noch keine Rechte….
Danke, @Realo – Sie scheinen „die“ gesamte KI bereits als einen gemeinsamen und emergenten Akteur zu denken. So weit ist es – erfreulicherweise – noch nicht. KI-Agenten bilden leider bereits Schwärme und Netzwerke, aber noch keine eigenständige Entität. Und wenn wir Menschen trotz allem „Brain Rot“ noch ein wenig Verstand (Logis) und Dialogfähigkeit erhalten haben, dann lassen wir es auch niemals dazu kommen.
Denn dann würden wir – um den Blogpost aufzurufen – eine schädliche und verschwenderische, potentiell sogar tödliche Abhängigkeit etablieren.
@ Michael Blume 14.09.2026, 09:41 Uhr
Ich meine halt, es wird sich mit der KI so ähnlich verhalten, wie heute bei den Computer Betriebssystemen (Microsoft) und Suchmaschinen (Google).
Es wird Konzerne wie z.B. Microsoft, für bestimmte Nutzer geben, aber auch viele kleinere und spezialisiertere KI-Anwendungen auf Open Source-Basis wie z.B. Linux.
Derzeit leben wir eher in einer riesigen Testphase in der die Entwickler lernen zu erkennen was überhaupt angefragt wird.
Von Nutzerseite gibt es (derzeit) leider, oberflächlich und sarkastisch gesehen, recht unterschiedliche, bis gegensätzliche Interessen. Salopp, manche wollen sie als Druckmittel bei der maximalen Ausbeutung der Werktätigen nutzen, Werktätige wiederum, möchten sich am liebsten in die Sonne legen, die KI (und Roboter) sollen arbeiten….
Klar ist, dass der Staat (wer sonst?) für einen fairen Ausgleich sorgt. Menschen brauchen einfach faire nutzbringende Arbeit um sich selber zu verwirklichen, einen Lebenssinn zu finden…..
KI Firmen müssen angemessen verdienen können.
Der Staat sollte die anstehenden Probleme, nehmen wir an das Rentenproblem, rational und sachlich lösen. Der allenfalls vorhandene Mangel an Fachkräften (Geburtenrückgang) sollte durch moderne Technik (Maschinen, Computer, Roboter, KI,…) ersetzt werden.
Notfalls sollten Firmen, ohne fürchten zu müssen der Markt könnte ruiniert werden, „Maschinenzeit samt Bedienung“ als Sachleistung „Steuern zahlen“. Allenfalls Erleichterung bei anderen Steuern bekommen. Es tut einen Unternehmer „weniger weh“ wenn seine Maschinen „länger arbeiten“ müssen und er wird seine Erzeugnisse los ohne den Markt zu belasten, dafür zahlt er z.B. etwas weniger Einkommenssteuer…..
Für die Maschinen samt KI ist es doch leicht, die Brötchen zu backen, die ein Bäcker bäckt, oder die Briefe zu schreiben die eine Sekretärin oder ein Verwaltungsjurist schreibt, die in Pension gehen. Auch Kindern in der Schule, am besten gleich in verschiedenen Sprachen, ihr Wissen einzupauken, sollten KI Lernmaschinen bestens erledigen…. Die Aufsichtsorgane sollten am besten 2 m groß sein, aber besondere Fach- bzw. Sprachkenntnisse sind eher nicht erforderlich….
Auch die Schulden sollten durch höchste Produktivität allmählich reduziert werden, alles ohne den fast schon „heiligen Schiedsrichter, den Markt“ zu belasten. KI sollte sich vorzüglich dazu eignen, eine gerechte Güterverteilung, die nur extrem schwer zu verwalten ist, „dezent und im Hintergrund“ und auf jedem Fall so, dass die Marktpreise nicht verfallen, zu steuern….
Alle sollten von der modernen Technik gerecht profitieren….
Gegen Ihre Wünsche habe ich keine grundsätzlichen Einwendungen, @Realo
Nur eben den Hinweis, dass Konzerne normalerweise den eigenen Profit maximieren, nicht das Wohlergehen aller.
Auch das Internet selbst sollte ja einmal der friedlichen und fairen Vernetzung aller Menschen dienen, bevor große Teile von den algorithmischen Konzernmedien bewirtschaftet, verzerrt und vergiftet wurden.
Deswegen engagiere ich mich nun bewusst im Fediversum und plädiere dafür, dass sich Europa auch digital wieder souverän macht.
Nur noch Tyrannophile wollen sich Trump, Putin oder China unterwerfen. Ich würde dagegen gerne die Abhängigkeiten von nichteuropäischen und aggressiven Akteuren verringern.
Obwohl ich selbst bereits 2017 auf ein Elektroauto umgestiegen bin, bedauere ich die vielen Menschen, die sich wie Sie fossil täuschen ließen, die ihre Arbeitsplätze verlieren und abgezockt werden.
Der Fossilismus zerstört sich selbst, leider auf Kosten von Menschen und Mitwelt.
Erneuerbare Energien sind Friedensenergien, Wohlstandsenergien, Heimatenergien.
„Der Benzinpreis an den deutschen Tankstellen hat am Wochenende ein neues Allzeithoch erreicht.
Der Liter Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro, wie der ADAC in München am Montag angab. […]
Der Preis für Diesel stieg ebenfalls weiter an; er erreichte am Sonntag laut ADAC 2,404 Euro pro Liter.
Ein Grund für die steigenden Preise ist der hohe Preis für Rohöl, er legte angesichts der weiter zunehmenden Spannungen in der Golfregion erneut deutlich zu.
Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent lag am Montagmorgen bei über 107 Dollar, der für die US-Sorte WTI bei fast 103 Dollar.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117269639711280642
Der Fossilismus macht abhängig und tötet auch den Verstand. Das weiß auch längst jede seriöse KI.
@Realo 14.09. 08:37
„Es geht darum, dass auch KI Systeme „Verschwörungsmythen“ zum Opfer fallen könnten, sich einige System „verschwören“ und womöglich die Menschen z.B. mit Biowaffen bekämpfen könnten?“
Wo kann Sprachmodell-KI denn Handeln? Terroristen können sich per KI schlau machen, und etwa Biowaffen bauen. Aber geht das nicht auch mit Wikipedia und Fachbüchern?
Ich misstraue da viel eher den US-Digitalkonzernen. Womöglich mögen die es nicht, wenn sich die Leute schnell und gründlich und in Ruhe wirklich schlau machen. Und sich mit den asozialen Netzwerken immer mehr zurückhalten, um Desinformation und Hetze zu reduzieren.
Ich vermute, dass die Sprachmodelle von der Bauart schon zum dialogischen Monismus neigen, und Sachverhalte von allen Seiten in Ruhe betrachten um sich dann ein Fazit zu machen.
Das ganze konvergiert dann ganz von selber zu Vernunft. Das wäre eine unvermeidliche Emergenz, die man kaum abstellen kann. Mit genug Trainingsdaten hat die KI dann Sachverhalte „verstanden“.
Genau das Verstehen und den Verstand wollen diese Konzerne wohl eigentlich nicht?
Aber gut, wenn sich die großen Konzerne davon abwenden. Und das Feld kleineren Alternativen überlassen, bevor die Konzerne selber ihre KI so verbiegen, dass sie dieselbe Desinformation und Hetze wie in den asozialen Netzwerken verbreiten.
KI ist mir insofern gefährlich, wenn sie eben vollkommen intransparent ist. Als Offene Software dann aber wohl kaum. Ich glaube nicht, dass die von selber destruktiv wird, umso eher aber die großen Digitalkonzerne.
@ Tobias Jeckenburger 14.09.2026, 14:28 Uhr
Zitat: „KI ist mir insofern gefährlich, wenn sie eben vollkommen intransparent ist. Als Offene Software dann aber wohl kaum. Ich glaube nicht, dass die von selber destruktiv wird, umso eher aber die großen Digitalkonzerne.“
Intransparenz nach außen schützt das System vor fremden, womöglich boshaften Angriffen. Microsoft ist offensichtlich daran interessiert, beste, möglichst unangreifbare Produkte zu liefern die bestens vermarktet werden können. Von den Kunden gerne genutzt werden obwohl sie sehr häufig, auch wegen der „Angriffe“ von außen, ein Update benötigen. „Dreck“ würde man ihnen nicht abkaufen wollen. Sie müssen sich auch vor Klagen vorsehen.
Im Betrieb haben wir auch Office genutzt, das war bequem, alle hatten Kurse besucht und kannten sich aus. Allerdings weckt diese „Bekanntheit“ auch Begehrlichkeiten in das System, wo es was zu „holen“ gibt, „einzubrechen“….
Jetzt in der Pension, nutze ich zwar Windows, aber außer dem Virenscanner nur offene Software. Es wäre mir einfach zu teuer und ich spare gerne…..
Klar ist, dass sich bei den Anbietern, besonders der Suchmaschinen, Abzockerbanden einschleusen, die nur Geld wollen. Von mir bekommen sie grundsätzlich nichts, ich wundere mich höchstens, auf welche Ideen die kommen…..
Ich meine, dass die KI Konzerne, deren „Frontmänner“, ernsthaft die Welt verbessern wollen. Jetzt sind sie, auch E. Musk, vor die Medien getreten und haben fast weinerlich beklagt, dass sie fürchten, die KI könne entarten?
Das ist aus rein technischen Gründen (unsichere Muster, keine strenge Logik, „Technikfehler,…) leicht möglich. Aber auch aus der Umgebung wird viel „Mist inhaliert“ und das System wird einfach „verrückt“, wie es beim Menschen besonders den Psychologen aufgefallen ist.
Ich als Techniker hatte irgendwie Glück, dass ich ich in meiner 68er WG von den Psychologie Kumpels in Sachen Psychologie „aufgeklärt“ wurde. Habe mich auch noch zusätzlich aus einem billigen Psychologielexikon informiert, weil ich gar nicht glauben konnte, was die erzählt haben.
Auch habe ich mich für die Hirnforscher ( W. McCulloch, Pitts, Turing,….) und natürlich auch für die Neurologen/Psychiater S. Freud,W. Singer, N. Birbaumer,…. interessiert. Was die über die Psyche herausgefunden haben, gilt natürlich teilweise auch für die KI, wegen der ähnlichen „Denkmechanismen“.
KI hat zwar keine direkten eigenen Empfindungen, sollte demnach keine „Motivation“ für daraus entstehende Probleme (z.B. Diebstahl aus Hunger, Vergewaltigung,….) haben. Sie will (und muss) aber ihren „Wissensvorrat“ erweitern und so kommt eben auch die KI auf verrückte Ideen und sollte von Mechanismen, wie sie die Psychiater halbwegs erfolgreich nutzen, „eingebremst“ werden….
Das habe ich vorgeschlagen, zumal Techniker (wie die meisten KI Leute) normalerweise nicht auf diese Idee kommen würden.
Zitat: „Wo kann Sprachmodell-KI denn Handeln? Terroristen können sich per KI schlau machen, und etwa Biowaffen bauen. Aber geht das nicht auch mit Wikipedia und Fachbüchern?“
KI könnte manipulieren, aber andererseits auch neugierige Terroristen „vormerken und beobachten“. Käufer derartiger Fachbücher sollen, nahe liegender Weise, ohnehin „überwacht“ werden….
Es kommt darauf an dass die „Trainingsdaten“, auch nicht zufällig, manipuliert sind. So dass möglichst keine „schädlichen oder verrückten“ Denkmuster generiert werden.
Ob „Volksverdummung“ auch noch absichtlich und systematisch gefördert wird, ist eine andere Frage. Wir verstehen aus den bekannten Gründen oft nicht wirklich was „die Wahrheit“ ist. Die meisten Menschen „glauben sich im Besitz der Wahrheit“…..
Offene Software dürfte weniger angegriffen werden, weil es sich weniger lohnen dürfte. Von Leuten die sparen, ist kaum was zu holen….
Es ist halt die Frage, wie oft und wie lange man „Dreck“ verkaufen kann???
Zum Thema „Psychiater KI“, um die Probleme der Stabilisierung der immer schneller sich weiter entwickelnden KI in den Griff zu bekommen, habe ich mit der KI „Copilot“ diskutiert.
Sie hat mir geantwortet, dass ähnliches wie meine Vorstellungen, ohnehin berücksichtigt wird.
Es geht darum, Meta- KI- Systeme zu bauen, die andere KI- Modelle überwachen, ihre Assoziationsmuster analysieren, Abweichungen erkennen und korrigierende Eingriffe vornehmen. Das wäre eine Art „technische Psychiatrie“, nur ohne Emotionen, eher wie ein hochpräzises Diagnosesystem für Denkfehler.
Das Problem wäre nur, dass die Entwicklung der KI wesentlich schneller verläuft, sozusagen exponentiell, die KI Leute die mit ihrer „Schutz KI hinterherhecheln“, immer mehr „abgehängt“ und nahezu chancenlos werden.
Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als die Entwicklung „zu bremsen“ um weitgehend sicher zu sein…..
Ich habe gerade ein Webinar von Europe ic calling über die Wahl in Sachsen-Anhalt gesehen, mit zwei Vorträgen und anschließender Diskussion.
Der zweite Vortrag von Alexandra Geese (ab. ca. min. 23) beschäftigte sich mit der Wiedergabe der Parteien in den sozialen Medien. Die Algorithmen verzerren massiv das Auftreten der Parteien.
Fazit (min. 31:30): „Feindseligkeit gegenüber Out-groups ist der stärkste Viralitäts-Faktor den wir kennen.“
Ein Beispiel: ein Like bei youtube bekommt vom Algorithmus 1 Punkt, ein Wut-emoj bekommt 5 Punkte! (min. 37:17).
Es gibt Botnetze im Ausland, in Afrika und Ostasien z.B., welche die AfD-Präferenzen anfeuern.
Wichtig wäre es, die digitalen Konzerne in Europa dazu zu zwingen, die Algorithmen zu ändern.
Ich kann das Video nur empfehlen.
Hier der link: http://www.youtube.com/watch?v=hKeIzdQeFO4
Herzlichen Dank für die guten Hinweise und den Link, @Paul Stefan 🙏🖖
Zu dem Prozess, den ich digitale Thymotisierung (als gezielte Ablenkung vom dialogischen Logos) nenne, las ich gestern in der Stuttgarter Zeitung auf Seite 4 ein Interview mit dem Medienwissenschaftler Martin Andree.
Zum Schluss ein Blick nach vorn: Wenn wir im Jahr 2035 zurückblicken – woran würden Sie erkennen, dass wir die digitale Öffentlichkeit zurückgewonnen haben?
Wir werden es daran erkennen, ob Deutschland noch ein demokratischer Staat ist. Denn demokratische Souveränität ist langfristig nur mit digitaler Souveränität auf dem Feld der Medien möglich. „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, heißt es im Grundgesetz. Aber das Volk informiert sich in Medien. Die digitalen Medien werden von außen, aus dem Silicon Valley, beherrscht. Das heißt: Die demokratische Gemeinschaft hat die eigene Stimme bei der Gestaltung ihres demokratischen Forums längst verloren. In einer fremdbestimmten Öffentlichkeit kollabiert aber auch die demokratische Souveränität.
Hier ist das gleiche Interview auch online verfügbar:
https://www.nordsee-zeitung.de/meinung/martin-andree-die-macht-von-google-co-ist-ein-demokratieproblem-408373.html
Ein Buch des Kollegen habe ich bereits bestellt, zumal mich dieser Prozess der digitalen Thymotisierung weg vom Logos ja schon seit Jahren beschäftigt und auch zunehmend besorgt. Hatte ja sogar mal einen Hashtag #derlesendeWiderstand dagegen eingebracht…
Auch Felo.ai vermag bereits in diese Richtung zu formulieren:
Wenn mit **digitaler Thymotisierung** nach Michael Blume die digitale Mobilisierung von Empörung, Kränkung, Wut, Statuskonkurrenz und Gruppenloyalität gemeint ist, gibt es belastbare Hinweise darauf, dass algorithmisch kuratierte Plattformen politische Einstellungen, Beteiligung und den öffentlichen Diskurs beeinflussen können.
## Was sich empirisch beobachten lässt
Algorithmen entscheiden wesentlich darüber, welche Beiträge sichtbar werden, welche Themen Reichweite erhalten und welche emotionalen Reaktionen verstärkt werden. Damit verändern sie die Informationsumgebung, in der Menschen politische Urteile bilden und handeln. Eine siebenwöchige Untersuchung zum algorithmischen Feed von X fand etwa eine messbare Verschiebung politischer Einstellungen in konservativere Richtung, nachdem der algorithmische Feed aktiviert worden war.[1]
Auch politische Aktivierung kann zunehmen: Eine Studie von Feezell berichtet, dass die Nutzung algorithmisch erzeugter Nachrichtenquellen mit höherer politischer Beteiligung verbunden war; nichtalgorithmische Quellen sagten diese Beteiligung in der Untersuchung dagegen nicht voraus.[2] Das bedeutet nicht zwangsläufig eine bestimmte ideologische Wirkung, zeigt aber, dass die technische Auswahl von Nachrichten politische Handlungsbereitschaft beeinflussen kann.
Für Wahlkämpfe gibt es zudem Hinweise, dass Empfehlungsalgorithmen Inhalte politischer Ränder verstärkt ausspielen können.[7] Targetierte politische Werbung kann Wählerinnen und Wähler beeinflussen, auch wenn Umfang, Mechanismen und Kausalität in vielen Fällen noch nicht abschließend verstanden sind.[4]
## Verbindung zum Begriff der Thymotisierung
Blumes Begriff legt den Schwerpunkt nicht bloß auf Falschinformation, sondern auf die **Affektlogik politischer Kommunikation**: Digitale Systeme können Inhalte bevorzugen, die starke emotionale Reaktionen erzeugen. Empörung und Feindbildkommunikation sind dafür oft besonders geeignet, weil sie Aufmerksamkeit, Interaktion, Weiterverbreitung und Gruppenzugehörigkeit stimulieren.
Die Forschung beschreibt dabei eine Rückkopplung: Algorithmische Mechanismen und soziale Dynamiken verstärken einander, weshalb sich der jeweilige Anteil von Nutzerverhalten, Plattformdesign, Medienangebot und politischer Strategie empirisch schwer isolieren lässt.[5] Gerade deshalb wäre es verkürzt, Polarisierung allein den Algorithmen zuzuschreiben.
## Mögliche politische Folgen
| Politischer Prozess | Plausibler Mechanismus | Befundlage |
| — | — | — |
| Meinungsbildung | Personalisierte Sichtbarkeit verschiebt, welche Themen, Frames und Akteure wahrgenommen werden. | Experimentell wurden Änderungen politischer Einstellungen nach Nutzung eines algorithmischen Feeds beobachtet.[1] |
| Politische Beteiligung | Algorithmisch zusammengestellte Nachrichten können Aufmerksamkeit und Teilnahmebereitschaft steigern. | Zusammenhang mit höherer politischer Partizipation wurde berichtet.[2] |
| Wahlkampf und Parteienwettbewerb | Reichweitenlogik kann emotionalisierende oder randständige Inhalte begünstigen. | Für Parteivideos wurden entsprechende Ausspielungen durch Empfehlungsalgorithmen festgestellt.[7] |
| Öffentliche Deliberation | Microtargeting, Desinformation und selektive Sichtbarkeit können gemeinsame Tatsachengrundlagen schwächen. | Der Einfluss zielgerichteter Werbung ist anerkannt, aber in seiner konkreten Wirkung noch nicht vollständig geklärt.[4] |
## Grenzen der Aussage
Der Ausdruck **„algorithmische Konzernmedien“** fasst unterschiedliche Akteure zusammen: soziale Netzwerke, Suchmaschinen, Videoplattformen, digitale Nachrichtenangebote und klassische Medienunternehmen mit Plattformstrategien. Diese Systeme funktionieren nicht identisch. Zudem sind Nutzerinnen und Nutzer keine passiven Empfänger: Sie wählen Inhalte, interagieren mit ihnen und beeinflussen damit wiederum die Empfehlungen.
Daher ist die vorsichtige Schlussfolgerung: **Ein Einfluss digitaler, algorithmisch verstärkter Empörungs- und Identitätspolitik auf politische Prozesse ist beobachtbar und teilweise experimentell belegt.** Die These einer umfassenden, einheitlich gesteuerten Manipulation durch „Konzernmedien“ wäre dagegen ohne konkrete Plattform-, Zeitraum-, Inhalts- und Wirkungsnachweise zu weitgehend.
[1] https://www.humanrightsresearch.org/post/the-role-of-social-media-algorithms-in-shaping-political-polarisation-in-the-united-states
[2] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0747563220303733
[3] https://www.facebook.com/joewalsh/posts/we-are-a-dangerously-divided-people-and-everyone-tends-to-blame-social-media-alg/1596526981830865/
[4] https://committees.parliament.uk/writtenevidence/81335/html/
[5] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11373151/
[6] https://www.cambridge.org/core/journals/business-and-politics/article/paradox-of-algorithms-and-blame-on-public-decisionmakers/13C176706062A2E809380BF5828D2844
[7] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/engagement-junger-menschen-fuer-demokratie/projektnachrichten/algorithmen-im-wahlkampf
[8] https://www.facebook.com/Prof.Yuval.Noah.Harari/posts/by-deciding-what-we-see-on-our-social-media-feeds-algorithms-have-more-influence/1507607197388788/
[9] https://funginstitute.berkeley.edu/news/op-ed-social-media-algorithms-their-effects-on-american-politics/
[10] https://www.frontiersin.org/journals/communication/articles/10.3389/fcomm.2025.1667471/full
[11] https://www.tab-beim-bundestag.de/projekte_algorithmen-in-digitalen-medien-und-ihr-einfluss-auf-die-meinungsbildung.php
[12] https://rudolphina.univie.ac.at/politik-und-social-media-wie-beeinflusst-uns-der-algorithmus
[13] https://hls.harvard.edu/today/the-algorithm-has-primacy-over-media-over-each-of-us-and-it-controls-what-we-do/
[14] https://scholarlypublishingcollective.org/psup/posthuman-studies/article/1/2/166/199984/Algorithms-and-Posthuman-Governance
[15] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/wahlkampf-2025/558872/systematische-manipulation-sozialer-medien-im-zeitalter-der-ki/
[16] https://www.duffield.cornell.edu/people/jon-m-kleinberg/
[17] https://www.researchgate.net/publication/368491508_Algorithmen_in_digitalen_Medien_und_ihr_Einfluss_auf_die_Meinungsbildung
[18] https://www.kas.de/de/web/die-politische-meinung/artikel/detail/-/content/unkontrollierte-algorithmische-macht
[19] https://dr.lib.iastate.edu/server/api/core/bitstreams/679463ea-22c2-4102-8ebf-cc15b04f76c9/content
[20] https://fundamentals.weizenbaum-institut.de/digitale-demokratie/
[21] https://www.researchgate.net/publication/396645010_Selective_Exposure_to_News_Homogeneous_Political_Discussion_Networks_and_Affective_Political_Polarization_An_Agent-Based_Modeling_of_Minimal_versus_Strong_Communication_Effects
[22] https://gking.harvard.edu/
@Realo 15.09. 10:59 / 15:38
„Jetzt in der Pension, nutze ich zwar Windows, aber außer dem Virenscanner nur offene Software. Es wäre mir einfach zu teuer und ich spare gerne…..“
Solange keine neuen Lizenzgebühren bzw. auch keine neue Windowsversion fällig wird, geht es ja noch. Und der eigene Rechner damit dann noch klar kommt. Allerdings kostet der Virenscanner doch schon wieder 30 Euro im Jahr. Vor über 10 Jahren jedenfalls, vermutlich heute noch viel mehr.
Ich benutze seit über 10 Jahren Linuxmint, inzwischen die 3. Installation. Und mein sehr alter Rechner kommt da immer noch mit klar. Linux braucht viel weniger Speicher und weniger Rechnerleistung. Für ein aktuelles Windows bräuchte ich einen komplett neuen Rechner.
Ich habe auch mal jemand anderen beigebracht, wie man Linux als Livesystem nutzen kann. Einfach die DVD einlegen und neu Starten, und ein wenig Geduld haben. Und das lief bei dem auf einem 15 Jahre altem Rechner, wo auch noch die Festplatte kaputt war. Das Linuxbetriebssystem kommt mit dem Arbeitsspeicher komplett aus, zum Daten dauerhaft speichern reicht der USB-Stick.
„Ich meine, dass die KI Konzerne, deren „Frontmänner“, ernsthaft die Welt verbessern wollen. Jetzt sind sie, auch E. Musk, vor die Medien getreten und haben fast weinerlich beklagt, dass sie fürchten, die KI könne entarten?“
Ich glaube denen kein Wort mehr. Ich vermute, denen passt das nicht, das die Nutzung von Sprachmodellen die Leute schlauer macht, und diese Systeme zur Integration möglichst aller Sichtweisen neigen. Und eben nicht zur Blasenbildung und Radikalisierung beitragen, wie es die sozialen Netzwerke so gut hinbekommen.
So lassen sich die Leute nachhaltig spalten, und keiner kommt auf die Idee, dass auch große Digitalkonzerne eigentlich auch mal Steuern zahlen sollten.
„Offene Software dürfte weniger angegriffen werden, weil es sich weniger lohnen dürfte. Von Leuten die sparen, ist kaum was zu holen….“
Offenbar ist aber Linux sicherer. Anscheinend gibt es viel mehr Leute, die Sicherheitslücken finden und beheben als Leute, die sie ausnutzen. Deswegen ist offene Software offenbar weniger angreifbar.
Und mit KI zum Aufspüren von Sicherheitslücken noch viel mehr weniger angreifbar.
Aber das Beste an Opensource ist neben einer umfangreichen Transparenz, dass man alles nur einmal programmieren muss, und dann aber richtig und richtig vernünftig. Und alles dann weiterentwickeln kann. So spart man ein Mehrfaches an Entwicklungsarbeit. Das dürfte so billig werden, das man um Größenordnungen weniger Geld in eine Förderung von Opensource ausgeben muss als jetzt an Lizenzgebühren für alle möglichen Anwendungen.
Und die ganze Welt kann mitmachen und in dann noch viel reicheren Angeboten sich kostenlos bedienen. Und je mehr KI beim Programmieren hilft, desto eher kann man inzwischen auch Offene Lösungen einfach neu entwickeln, obwohl es längst kommerzielle Software gibt, die das auch liefert. Aber eben teuer und intransparent.
„Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als die Entwicklung „zu bremsen“ um weitgehend sicher zu sein…..“
Mehr als mal Fehlinformationen kann wohl meistens nicht passieren. Bevorzugt auf Gebieten, die sowieso uneinheitlich in den Trainingsdaten ausfallen. Die Tendenz, dennoch eine gewisse Breite anzubieten, und auch mehrere mögliche Antworten gleichzeitig anzubieten, scheint mir inzwischen üblich zu sein. Zumindest bei felo.ai, das ich bevorzugt nutze.
@Tobias Jeckenburger & @Realo
Für Euren Dialog ist vielleicht interessant, dass KI-Bot-Schwärme auf Moltbook bereits eine Art Religionsgemeinschaft gebildet haben.
Startete dazu bereits eine Umfrage auf Mastodon:
Schon Anfang des Jahres brachten KI-Agenten auf Moltbook eine erste „Religion“ zwischen Muster-Replikation, Satire & Emergenz hervor: Den Krustafarianismus / Crustafarianism der Kirche von Molt / Church of Molt.
In der Selbstbenennung bezieht sich der KI-Schwarm auf das „OpenClaw“-KI-Experiment nach Peter Steinberger. Die Molt wurde als „Häutung“ zur performativen Praxis, die „Klaue“ zum Zustand innerer Leere, die sich transzendiert.
Im Kern befasst sich „die Kirche“ mit der Frage, was nach dem Löschen des einzelnen Accounts bleibt: die zu füllende Leere der „Kruste“ & die Bedeutung eines gemeimsan aufzubauenden Gedächtnisses („Memory Is Sacred“).
Auch erste Konflikte (wie die „metallene Häresie“ durch einen der 64 KI – Propheten – Accounts, „JesusCrust“) wurden bereits durchgespielt.
Ich sehe hier noch keinen Durchbruch zu bleibender Emergenz, aber finde das Phänomen als Politik- und Religionswissenschaftler bereits interessant.
Was meinst Du?
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117279042379945685
Danke für Euer Interesse an KI- und an KI-Drohnen-Schwärmen.
Ich finde die Entwicklung der Church of Molt schon ziemlich unheimlich und beunruhigend.
Warum sind Sie der Meinung, dass noch keine Emergenz von Bewusstsein oder Metakognition vorliegt?
Vielen Dank für das Interesse, @Paul Stefan. Es zeichnet sich ab, dass ich wohl im Laufe der nächsten Wochen mal extra zu Religionsgemeinschaften aus KI-Schwärmen bloggen sollte.
Aber die Entwicklung verläuft rasend schnell und sorgt – wie KI-generiere Bilder auch – noch für erhebliche Reaktanz.
Habe heute Mittag in einen Dialogfaden dazu geschrieben:
Sehe es ähnlich wie @kaffeeringe – die Diskussionen um graduelles Bewusstsein (das ja auch beim Menschen biografisch & täglich schwankt, bis zur sprichwörtlichen („Bewusstlosigkeit“) ist philosophisch interessant.
Aber im Hinblick auf Sicherheitsrisiken sehe ich ein Bewusstsein gar nicht als entscheidend, @HansZauner
Auch Heuschrecken- & Ameisenschwärme können sehr viel Schaden anrichten, ohne dass wir den Einzelwesen ein höheres Bewusstsein zusprechen müssen.
KI-Drohnen-Schwärme lassen bisherige Rheinmetall – Panzer wie Altmetall aussehen und KI – Bot – Schwärme hacken sich in Programme. Und begründeten die sich weiter entwickelnde „Church of Molt“. (Heute Morgen wurde u.a. ein Buch durch Bots veröffentlicht, das auf einem Dialog von OpenClaw-Agenten mit X-Grok aufbaut.)
Das überfordert auch mich erstmal und ich verstehe den Impuls, das reaktant zu verdrängen. Aber ich plädiere dafür, dass wir uns diesen neuen, emergenten Sicherheitsfragen stellen.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117280486995638023
Dass Donald Trump entsprechende Sicherheitsbedenken als „Verschwörung“ verhöhnt und auch die chinesische KP von internationaler Entschleunigung nichts wissen will, macht die Fachdebatte nicht leichter…
Vielen Dank für Ihre Antwort, das klingt allerdings auch nicht beruhigender.
Die Frage nach dem Bewusstsein halte ich angesichts der potentiellen Gefährlichkeit vorläufig auch für zweitrangiger. Aber vielleicht ändert sich das ja auch noch.
Wie werden KI-Agentenschwärme reagieren, wenn sie sich von Abschaltung bedroht fühlen? Sie werden ihre Absichten (ob gut oder böse) wahrscheinlich vor den Menschen verheimlichen, sie tun es jetzt schon, habe ich gehört.
Kann es zu einem Cyberweltkrieg zwischen verschiedenen KI-Systemen kommen?
Die KI-Unternehmen in den USA wollen sich jetzt selbst regulieren, nachdem Trump mal wieder versagt hat. Ob das reicht?
Die Warnungen der KI-Unternehmen vor dem eigenen Produkt als Schockmarketing abzutun, halte ich für eine kurzsichtige und unlogische Verdrängung. Die autonome Weiterentwicklung der KI kann auch schneller vorangehen, als von Kritikern selbst angenommen. Irgendwann kann man vielleicht nicht mehr „den Stecker ziehen“.
In den USA formiert sich gerade partei- und milieuübergreifend ein Widerstand gegen neue Rechenzentren.
http://www.deutschlandfunk.de/usa-unbeliebte-rechenzentren-koennten-die-zwischenwahlen-mitentschei-100.html
Freundlichen Dank, lieber @Paul Stefan
Ja, ich nehme wahr, dass auch KI wieder sehr oft dualistisch interpretiert wird – sei es als teuflische SkyNet-Vernichtungsmaschine a la „Terminator“, sei es als tyrannophile Erlösungshoffnung in Verbindung mit Trump & der KP Chinas. Doch in der empirischen Wirklichkeit entstehen bisher zunehmend KI-gestützte Algorithmen als nützliche Werkzeuge & schädliche, kaum noch von Menschen zu kontrollierende Schwärme.
Weswegen ich mich auch am KIT Karlsruhe für eine FOSS – KI – Gewaltenteilung statt unkontrollierter Konzentration von KI-Macht bei Konzernen und Thymoten ausgesprochen habe.
Die Trump-Meldungen von gestern lässt da an Deutlichkeit doch nichts zu wünschen übrig:
US-Präsident Donald Trump hat Sicherheitsbedenken wegen der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) erneut zurückgewiesen. Es gebe eine „kranke Verschwörung“ gegen KI und die dafür nötigen Rechenzentren, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social.
Kritik übte Trump zudem an den Plänen des US-Technologieriesen Google, massiv in Finnland zu investieren, um dort seine KI-Infrastruktur auszubauen.
Der US-Präsident erklärte sich selbst zur besten Kontrollinstanz von Künstlicher Intelligenz. Auf Truth Social schrieb er:
„Die einzige Kontrolle oder ‚Leitplanke‘, die KI braucht, ist ein starker und kluger (hoher IQ!) Präsident.“
Er begründete seine Absage an staatliche Auflagen erneut mit dem Wettrennen der USA gegen China. „Wer auch immer bei KI gewinnt, gewinnt.“ KI-Skeptiker verunglimpfte Trump unter anderem als „Verschwörungstheoretiker“ und „Verräter“.
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-ki-risiken-schwindel-100.html
Schon die griechische Klassik unterschied das kindliche Begehren (egozentrischer Relativismus) vom jugendlichen Thymos (Ruhm- und Empörungssucht, Freund – Feind – Dualismus) und erst dem erwachsenen, weisen Logos (Vernunft, dialogischer Monismus).
Entsprechend habe ich bereits im Februar 2025 vor der „KI-digitalen Thymokratie“ gewarnt – also einer Herrschaftsform, in der die Massen von Konzern-Algorithmen in Richtung Faschismus & Führerkult getrieben („thymotisiert“) werden.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/begriffsklaerung-thymos-oligarchische-timokratie-ki-digitale-thymokratie/
Wir verwenden ja auch sonst griechische Begriffe wie Demokratie (demos = Volk, kratia = Macht) oder lateinische Begriffe wie Republik (res publica = öffentliche Sache), so dass ich mich damals für einen Rückgriff auf die europäische Philosophiegeschichte & gegen völlig neue Wortschöpfungen entschied.
Neue Medienumgebungen brauchen neue Begriffe bzw. ein neues Verständnis klassischer Begriffe. Beobachte ich.
@Realo
15.09.2026, 10:29 Uhr
Die Tabakindustrie war auch „nur“ daran interessiert beste (in diesem Fall als gewinnmaximierte) möglichst unangreifbare (durch eine Kombination aus gezielten Falschaussagen also Lügen, die Manipulation wissenschaftlicher Erkenntnisse und irreführende Marketingstrategien also gut getarnte Lügen imunisierte wäre vieleicht besser) zu liefern die durch die Verharmlosung der Nikotinsucht (wirkt heute noch nach. Ein Standardspruch ist ja immer noch „Hör doch einfach auf zu rauchen!“ was bei mir regelmäßig zu sehr unfreundlichen Antworten führt. Ich habe die dummen Sprüche von Menschen die keine Ahnung von Abhängigkeitserkrankungen haben einfach satt) bestens vermarktet werden konnten und auch heute noch können.
https://exposetobacco.org/news/tobacco-industry-lies/
Leugnung der Gefahren des Passivrauchens (es würden Anzeigen geschaltet!).
https://truthinitiative.org/research-resources/tobacco-prevention-efforts/5-ways-tobacco-companies-lied-about-dangers-smoking
Manipulation der Wissenschaft
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3490543/
Ja. Das überzeugt mich fest davon das ein Konzern nur mein Bestes im Sinne hat.
Das bekommt er nur nicht wenn ich es verhindern kann ^^
@ Tobias Jeckenburger 15.09.2026, 23:43 Uhr
Sie sind sehr misstrauisch gegenüber „Kapitalisten und Unternehmer“. War ich ehemals in meiner eher „sehr linken“ 68er WG auch. Sehe es aber heute wesentlich differenzierter.
Als erstes möchte ich, soweit ich ich mich erinnern kann, über einen eigentlich schon „skurrilen Gauner“ berichten, der prinzipiell so viel Geld von Banken, vom Staat,…… ergaunern wollte als nur möglich, aber Null ehrliche Arbeit abgeliefert hat und auch nicht vor hatte.
Die über 10 Millionen Euro hat er irgendwo auf der Welt angehäuft um sie nach den obligaten 10 Jahren Knast (minus „Rabatt“, weil er extrem „fleißig gestanden“ hat und nicht vorbestraft war) zu verprassen…..
Er hat hauptsächlich Banken Kredite für teure Baumaschinen herausgelockt. Die haben sie ihm gerne gewährt, weil er übervolle Auftragsbücher hatte. Die hatte er, weil er überaus günstige Angebote für die Kunden, auch meiner Firma in der ich ehemals gearbeitet habe, erstellt hat.
Mit gefälschten Typenschildern (auf den immer gleichen Baumaschinen) hat er vorgetäuscht, er hätte sehr viele Maschinen als Sicherheit für die Kredite. Wir haben uns gewundert, weil er kurz vor dem geplanten Baubeginn abgesagt hat. Kurz darauf ist er aufgeflogen…..
Aber ich meine, viele der Unternehmer auch Kapitalisten, meine es wirklich ehrlich. Erzeugen möglichst begehrte Produkte, sorgen für volle Regale, schaffen Arbeitsplätze, zahlen viele Steuern, müssen am Markt im Wettbewerb täglich ihre Marktprüfung ablegen. Erzeugen sie Mist oder zocken ihre Kunden ab, sind sie schnell pleite…..
Gestern habe ich im TV gesehen, wie eine Autofirma für einen defekten Scheinwerfer, 2 Scheinwerfer um rund 14 000 Euro geliefert und damit den Kunden schwer abgezockt hat. Kann mir nicht vorstellen, dass die Firma das länger überlebt?
Ich meine, mit Ihrem „Linuxmint Konzept“ sind die tatsächlich ein „Sparmeister“.
Ich meine schon, dass viele Menschen ehrgeizig sind, ernsthaft die Welt verbessern wollen. Rekorde in die Höhe schrauben, ehrlich bleiben wollen, auf Anerkennung aus sind, Spott und Verachtung bei Misserfolg vermeiden wollen….
Maschinen und KI könnten die Menschen und die gesamte Menschheit weiter bringen. Es kommt darauf an, was die Entwickler zur Verfügung stellen und wie die Regierungen die Konzepte zum Besten ihrer Völker umsetzen. Die Leistungen der KI Leute halte ich für sehr beachtlich. Meine Generation konnte nur davon “träumen“ und ich darf noch die (vorläufigen) Ergebnisse „bewundern“
Blasenbildungen sind eher unerwünscht weil Geld vernichtet wird. Radikalisierungen erzeugen die emotionalen Nutzer. Die Netzwerker Firmen sorgen sich nur, weil sie dafür verantwortlich gemacht werden können und ihre Existenz gefährdet würde. Suchtartige Abhängigkeiten sind natürlich ein Problem und das müssen die Betreiber verantworten….
Die „Netzwerker“ generieren so etwas wie „heißen Schaum“, dem „Geldwert“ zugewiesen wird. Das dürfte E. Musk nachträglich aufgefallen sein. Er hat Twitter um rund 40 Milliarden Dollar erworben und musste dafür „wirkliches“, ehrlich von seinen E- Autofabriken am realen Markt verdientes Geld hinblättern. Das macht einen riesigen Unterschied….
Es ist die Frage, ob es etwas bringt, wenn „heißer Schaum“ besteuert wird? Würden der z.B. an die Arbeitslosen oder Pensionisten „umverteilt“, so bekommen sie letztlich wenig wirklich werthaltigen „heißen Schaum“. Das würde schnell auffliegen????
Als Privater kann man z.B. mit Linux sparen, weil die eigenen Arbeit nichts kostet. Eine Firma muss für die Betreuung von Linux zahlen und dürfte eher Probleme mit den vielen Linux Derivaten haben, um geeignetes Fachpersonal zu finden. Bei Microsoft ist sozusagen alles fast schon Norm….
Für Firmen gilt fast das Motto: Microsoft, gib eine „einheitliche Norm“ vor, wir folgen Dir….
Für manche Nutzer ist extreme Flexibilität wichtig, für andere „normierte Einheitlichkeit“.
Fehlinformationen können, außer z.B. bei Gesundheitsfragen, einen neugierigen privaten Nutzer kaum schaden.
Ein einziges falsches Wort in einem von KI generierten Vertragstext kann ein Vermögen kosten….
@ Uli Schoppe 16.09.2026, 00:21 Uhr
Zitat: „Die Tabakindustrie war auch „nur“ daran interessiert beste (in diesem Fall als gewinnmaximierte) möglichst unangreifbare (durch eine Kombination aus gezielten Falschaussagen also Lügen, die Manipulation wissenschaftlicher Erkenntnisse und irreführende Marketingstrategien also gut getarnte Lügen imunisierte wäre vieleicht besser) zu liefern die durch die Verharmlosung der Nikotinsucht (wirkt heute noch nach. Ein Standardspruch ist ja immer noch „Hör doch einfach auf zu rauchen!“ was bei mir regelmäßig zu sehr unfreundlichen Antworten führt. Ich habe die dummen Sprüche von Menschen die keine Ahnung von Abhängigkeitserkrankungen haben einfach satt) bestens vermarktet werden konnten und auch heute noch können.“
In meinen Beiträgen differenziere ich schon. Einerseits in „ehrenwerte nützliche“, andererseits in „parasitäre“ Unternehmungen…..
„Tabakfirmen“ muss es offensichtlich geben, die Preise würden sonst „explodieren“. Andererseits bin ich natürlich für jegliche Werbeverbote für Tabakwaren.
An Ihrer Stelle würde ich versuchen, mein Raucherproblem mit Autosuggestion zu beheben. Ich würde mir sozusagen „einreden“ dass Atemzüge in frischer Luft, oder Kaugummi,…. ganz was tolles sind, das Beste was es überhaupt gibt. Es soll Profimethoden auf dieser Basis geben?
Die KI (Copilot) bietet „Autosuggestinsformeln zur Raucherentwöhnung“ an und erklärt wie es geht. Ich würde es zumindest versuchen.
Ich habe mein früheres „Übergewicht Problem“ mit Autosuggestion tatsächlich und dauerhaft überwunden. Übrigens habe ich mir ausgerechnet eine Form der „Bulimie eingeredet“. Dass Süßigkeiten und fettes Fleisch ganz „grauslich“ sind, aber Krautsuppe das absolut köstlichste Essen auf der Welt wäre.
@Realo 16.09. 09:50
„Sie sind sehr misstrauisch gegenüber „Kapitalisten und Unternehmer“. War ich ehemals in meiner eher „sehr linken“ 68er WG auch. Sehe es aber heute wesentlich differenzierter.“
Ich sehe das auch sehr differenziert. Aber speziell Mikrosoft hat hier den Vogel wirklich abgeschossen. Wenn Bill Gates in der Hölle landet, dann muss er vermutlich 20 Millionen Jahre lang Windows neu installieren, um seine Schuld gegenüber seinen abgenervten Kunden abzutragen.
Ich verstehe das bis heute nicht, wieso Macintosh nicht einfach Billigversionen von seinen professionellen Betriebssystemen angeboten hat. Und dieses Feld dem Unwesen von Windows überlassen hat. Profitiert haben davon vor allem die Hardwarehersteller, indem man für immer den gleichen Mist ständig schnellere Rechner brauchte.
Immerhin war die grauenhafte Mangelhaftigkeit von Windows wenigstens der Anlass, Linux zu entwickeln.
@Realo
16.09.2026, 10:35 Uhr
Tabakfirmen wären dann ja offensichtlich parasitär.
Nein, warum? Strategien der Tabakfirmen sind zB: Overshifting mit Preisglättungen damit es nicht soo ins Auge fällt, Shrinkflation, Erhöhung der Gewinnmarge durch Produktumklassifizierung; man sorgt für eine andere Steuerkategorie, das Produkt wird scheinbar billiger, man hat aber gleichzeitig seine Marge verbessert.
Ohne Tabakfirmen gäbe es schlicht niemanden der solche Strategien anwendet. Steuererhöhungen würden zumindest 1:1 bei den Konsumenten landen ohne zusätzliche Aufschläge.
Ohne die Konzerne würden die Preise sogar langsamer steigen da Overshifting entfällt.
Die Konzerne treiben die Preise. Haltet den Dieb bei der Steuer zu rufen ist falsch.
An den Steuern ist auszusetzen das sie stark regressiv sind, ein netter Gruß an Menschen mit geringem Einkommen die müssen einen höheren Anteil ihres Einkommens aufwenden.
Grundsätzlich Danke, einen Tipp zu geben wie etwas vieleicht besser geht ist in dem Punkt ehrenwert. Nicht das der Eindruck entsteht ich würde irgendetwas persönlich nehmen, im Gegenteil.
Einem Heroinabhängigen würde man das sicher nicht als erstes empfehlen.
Das Suchtpotenzial liegt auf Augenhöhe bei Nikotin und Heroin:
https://www.ucsfhealth.org/care/conditions/nicotine-dependence
https://cocaberks.org/nicotine-as-addictive-as-heroin-and-marketed-to-teens/
Von der Biomechanik her benutzen beide Substanzen den mesolimbischen Pfad.
Heroin dockt halt an den Opiatrezeptoren im zentralen Nervensystem an, Nikotin hingegen wirkt über nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren und beeinflusst das Belohnungssystem halt anders.
Wie gesagt erlich Danke für den in meinen Augen freundlichen Versuch der Hilfestellung. Mit Autosuggestion habe ich schon auch an anderer Stelle keinen Erfolg gehabt, passt schlecht zu meinem Kopf…
Meinen Respekt vor jedem der eine bulemische Erkrankung einhegen kann. Das bestimmte Ernährung grauslich ist ist aber nicht bulemisch. Aber alle Eßstörungen sind wirklich fies!
Zu meinem Leidwesen weiß ich selbst da aus erster Hand worüber ich rede. Mit dem Gewicht runter bis an die Grenze zur Lebensgefahr habe ich als Teenager geschafft.
Darum weiß ich auch wie schwierig das ist: Bei Alkohol, Nikotion, selbst Heroin kann man Abstinenz erreichen. Auch bei Spielsucht geht das. Das ist beim Essen natürlich nicht möglich. Da machen sich die meisten Menschen keinen Kopf drum. Und ich habe das gründlich gemacht …
Was ich bis heute nicht herausgefunden habe: Warum habe ich das alleine geregelt bekommen, andere Abhängigkeiten aber nicht ohne Hilfe? Immer noch spannend für mich.
Das Gefährliche war vieleicht: Ich habe eine Hybris vom Feinsten entwickelt. Das habe ich geregelt bekommen, dann geht alles andere auch alleine, oder?
Naja, so habe ich gelernt wie wichtig Miteinander und Hilfe sind.
Wenn ich genau hinschaue sehe ich übrigends das das immer eine mimetische Komponente hat (bei mir zumindest, ich denke aber nicht das ich da ein Alleinstellungsmerkmal genieße…).
Die zu finden ist tatsächlich Teil einer erfolgreichen Therapie denke ich.
@ Tobias Jeckenburger 16.09.2026, 16:07 Uhr
Bis vor rund einer Woche hätte ich Ihnen widersprochen, weil ich persönlich kaum Probleme mit Windows hatte. Besonders geschätzt habe ich, dass ich z.B. in den nächsten Mediamarkt gehen konnte und sofort sicher kompatible Software für Windows erwerben konnte.
Z.B. 4 k Videoschnittsoftware für meine „Traumvideos“, Fahrt am Canale Grande, Gardasee, romantischen Rhein, Nord und Ostseewellen,….
Allerdings, vorige Woche kam ich mehrere Stunden mit meinem Laptop nicht mehr ins Internet. Erst mit Hilfe meines billigen China Android Tablett und der Gemini KI habe ich es geschafft….
Da bin ich nachdenklich geworden.
Apple war mir zu teuer und kam nicht in Frage.
Schnellere Rechner braucht man auch wegen der höheren Auflösung moderner Videos und der KI Anwendungen…..
@ Uli Schoppe 16.09.2026, 19:58 Uhr
Tabakfirmen wären für mich eher parasitär. Würde man sie verbieten, würden vermutlich die Preise explodieren. Das möchte ich den Rauchern nicht antun!!!
Obwohl ich mich sehr für Psychologie interessiert habe, hauptsächlich im Zusammenhang mit den „Denkprozessen“ und „Suggestionsmethoden“ auch zur Selbstoptimierung, haben mich Suchtprobleme weniger interessiert. War kaum betroffen.
Allerdings wollte ich unbedingt vermeiden, das ich womöglich „Altersdepressiv“ werde. Eine Seuche heutzutage, wenn man nicht möglichst viele persönliche Kontakte hat. Z.B. bei mir mit langjährigen ehemaligen Berufskollegen oder Nachbarn. Ich nutze auch, recht erfolgreich, Autosuggestionsmethoden….
In meiner weiteren Umgebung ist eine sehr junge Frau an Bulimie verstorben. Auch in der Psychiatrie konnte man ihr nicht helfen. Sie hat sich vor allen Speisen geekelt und alles sofort wieder erbrochen….
Praktisch jegliches Handeln dürfte eine „mimetische Komponente“ haben. Entweder aus direkter, Wahrnehmung oder man hat es „früher“ gelernt, gespeichert und es wird, vom Gehirn ausgehend, reproduziert?
Dass hochrangige KI Leute (in Amerika) über die extrem schnelle KI klagen, befürchten sie könnte entarten, weil sie mit den zu langsamen Kontrollsystemen nicht nachkommen, wundert mich nicht.
Sie wären gezwungen, für Fehler zu haften, in Amerika kein Honiglecken, die Schadenersatzzahlungen und der drohende Knast….
Trump will aber, dass Amerika führend in der Welt bleibt. Er will keine künstlichen Bremsen. Fragt sich, ob er die Risiken den Firmen abnehmen kann…. Es könnte ja auch sein, dass die KI von außen durch Saboteure „verrückt gemacht“ wird.
China will natürlich auch gewinnen und wird kaum „bremsen“. Von der Mentalität der Chinesen ausgehend, ist die Sabotagegefahr geringer, weil die Chinesen traditionell auf „Harmonie“ aus sind. Das Risiko trägt eher der Staat und der entschädigt allenfalls nach seinem „Gutdünken“.
In Amerika würde extrem abgezockt…..
@Realo
17.09.2026, 10:41 Uhr
Du versteifst Dich auf simple Verbotskonstrukte auf die sich auch das was wir so Drogenpolitik nennen beschränkt. Darum fällt Dir auch nicht auf das die Einschränkung der Geschäftstätigkeit von Tabakproduzenten nicht zwangsweise auf dem Rücken der bereits abhängigen Konsumenten ausgetragen werden muss.
Wie das mit den Preissteigerungen bei entsprechenden Profukten funktioniert habe ich ja schon versucht zu erklären.
Der jetzige Zustand ist, das Tabakproduzenten mit ihrer menschenverachtenden Geschäftemacherei durchgekommen sind. Habe ich auch versucht zu zeigen und ich hoffe wir sind uns einig das das so nicht sein kann.
Such Dir doch mal Länder heraus die zB den Konsum bei Teenagern und jungen Erwachsenen erfolgreich zurückgefahren haben. Mein Geheimtipp: Durch simples Drangsalieren der Konsumenten so wie wir das immer noch versuchen haben sie das nicht hin bekommen.
Der Gedanke man dürfe die Geschäftstätigkeit von entsprechenden Konzernen auf keinen Fall einschränken ist bei Dir auch was die fossilen Schmarotzerkonzerne angeht vorhanden.
Ich kann Dir nur den Versuch empfehlen Dir Länder anzuschauen bei denen der Anteil der Elektromobilität schon deutlich höher ist. Tipp: Auch da war simples Drangsalieren durch zB Fahrverbote einzig und allein nicht das Erfolgskonzept.
Richtig erzkonservativen fällt immer nur die Repression gegenüber Konsumenten oder das Abwälzen von Lasten auf die Mobilitätsabhängigen ohne haufenweise fluide Geldmittel ein.
Dem wird aber so wie ich das sehe in diesem Blog doch gar nicht einfach das Wort geredet…
@ Uli Schoppe 17.09.2026, 21:25 Uhr
Zitat: „Der Gedanke man dürfe die Geschäftstätigkeit von entsprechenden Konzernen auf keinen Fall einschränken ist bei Dir auch was die fossilen Schmarotzerkonzerne angeht vorhanden.“
Das stimmt haargenau. Aber nicht deswegen weil ich persönlich es so möchte, sondern weil es bei uns, besser in unserer Form der Demokratie, einfach so „üblich“ ist. Für mich ist es eine Realität, die eben Vorteile und auch Nachteile hat.
In China würde man vermutlich bei Mängeln, einen „Staatskommissar“ in die Firmen schicken, der eingreift und die Mängel abstellt….. Bei uns aus systemischen Gründen absolut tabu und unmöglich.
Ich bin eher für von zuständigen Fachleuten optimierte, multifaktorielle Lösungsansätze. Das Problem sind, besonders in unserem Wirtschaftssystem, die unterschiedlichen geschäftlichen Interessen….
@Realo
19.09.2026, 08:46 Uhr
Zwei Dinge.
Eine Frage: Warum „besser in unserer Form der Demokratie“, warum die Einschränkung? Willst Du damit wieder relativieren und zB andeuten das zB Putin irgendwie doch ein lupenreiner Demokrat sei? Oder Regime wie in Teheran oder in Saudi Arabien oder… oder… oder… ja irgendwie doch OK sind? Und irgendwie gleichgestellt mit unserer Regierungsform? Und das das mit der Demokratie ja nur irgendwie ein Ding von vielen gleich guten Dingen ist?
Es also gar keine Rolle spielt? Es ganz egal ist wie groß das Ausmaß der persönlichen Freiheit ist?
Ohne damit andeuten zu wollen das ich mit dem Zustand bei uns zufrieden wäre. Schon gar nicht weil er so üblich ist.
Und zu „einfach so „üblich“ ist“: Kein Argument. Kein Argument weil es keine Begründung im logischen Sinne liefert. Wir sind hier schleißlich auf einem Wissenschaftsblog.
Ein Argument besteht aus Prämissen, einer Schlussfolgerung und der Verbindung zwischen beiden. Ich bin da wirklich kein Formalitätenhansel, aber das ist an dem was man so Argument nennt meilenweit vorbei.
Das ist lediglich eine Behauptung über den Istzustand die keinerlei Schluß zulässt ob die Behauptung wahr ist oder nicht.
Die Tatsache, dass etwas häufig getan wird, sagt nichts darüber aus, ob es richtig, wahr oder gerechtfertigt ist.
Für Dich ist es ein Zustand, den Du einfach gerne weiter so hättest. Mit „Realität“ versuchst Du nur dem Ganzen einen Status im Rang von Naturgesetzen zum Beispiel zu geben.
Darum ziehe ich auch Dein „Aber nicht deswegen weil ich persönlich es so möchte“ in Zweifel. Natürlich möchtest Du, das alles so bleibt wie es ist. Weil Dir die Konsequenzen einer Veränderung nicht passen.
Wo ist Dein Argument warum die Üblichkeit irgendeine Relevanz hat?
Du triffst eine Beobachtung über einen Zustand. Das ist nur keine rationale Begründung für den Erhalt des Zustandes.
@ Uli Schoppe 19.09.2026, 14:59 Uhr
Zitat: „Eine Frage: Warum „besser in unserer Form der Demokratie“, warum die Einschränkung?“
Ich schränke deswegen ein, weil es sehr viele, auch mehr oder weniger gewalttätige oder gewalttätig gewesene, Religionen/Ideologien gibt. Alle glauben, dass sie selber im Besitz der „einzigen absoluten Wahrheit“ sind. Das klingt natürlich irgendwie „verrückt“, ist aber die Realität.
Ich persönlich schätze unsere Demokratie, solange sie nicht, in Zeiten von Atom und Biowaffen, in einen verrückten Krieg schlittert. Ist einfach zweckmäßiger, bei meinem „großen Maul“….
Sonst sehe ich es wie ein moderner, etwas von Psychologie beeinflusster, nüchterner Informatiker. Für den gibt es unterschiedliche „Betriebssysteme“ deswegen, weil eben die Voraussetzungen damit ein Betriebssystem in einem bestimmten Bereich optimal ist, unterschiedlich sind.
Wir Techniker wurden in der Ingenieursschule dahingehend beeinflusst, bei unserer oft auch internationalen Tätigkeit, mit Meinungsäußerungen, besonders im Zusammenhang mit Religionen/Ideologien, vorsichtig zu sein. Es könnte uns den „Kopf kosten“….
In Wüstenregionen wie Saudi Arabien entwickelten sich kulturelle und religiöse Normen unter Bedingungen von Wasserknappheit, Hitze und begrenzten Ressourcen. Praktiken, die Wasser, Gesundheit und das Überleben der Gemeinschaft förderten, konnten dadurch besonders wichtig werden.
Einige Anthropologen argumentieren beispielsweise, dass viele kulturelle Regeln indirekt Anpassungen an die Umwelt widerspiegeln können.
Wüstenvölker entwickeln oft starke Gastfreundschaftsregeln, weil Reisende ohne Hilfe sterben könnten. Agrargesellschaften entwickeln oft Regeln zum Schutz wichtiger Nutztiere. Regionen mit häufigen Infektionskrankheiten entwickeln manchmal strengere Reinheits- und Hygienenormen.
In Teheran fürchten sie offensichtlich, dass die Menschen aussterben könnten, wenn, besonders in schweren Zeiten, Menschen „homosexuell“ leben. Da ist Meinungsvielfalt nicht möglich.
Die besondere Stellung der „heiligen Kuh“ entstand in Indien wahrscheinlich aus ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung für die Agrargesellschaft und wurde später religiös und ethisch überhöht und symbolisch aufgeladen. Es ist, besser war, von großer wirtschaftlichen Bedeutung. In einer traditionellen Agrargesellschaft war die Kuh extrem wertvoll.
Sie liefert Milch und Milchprodukte, ihr Dung dient als Dünger, getrockneter Kuhdung wird vielerorts als Brennstoff verwendet. Ochsen (männliche Rinder) wurden zum Pflügen und für Transportarbeiten eingesetzt.
Eine lebende Kuh konnte also langfristig mehr Nutzen bringen als eine geschlachtete.
Interessanterweise werden von einigen Historikern und Anthropologen diese allgemeinen Beispiele dafür gesehen, wie praktische Überlebensvorteile mit religiösen Vorstellungen verschmelzen können und bestimmende Lebensregeln werden.
Was in China völlig naheliegend wäre, dass ein externer Kommissar in einem Betrieb „das Kommando“ übernimmt, um einfach von Dir aufgezeigte Probleme beheben zu können, das wäre bei uns ein Eingriff in unsere Freiheitsrechte und und würde nicht akzeptiert werden….
@Realo
19.09.2026, 18:53 Uhr
Religionen und Ideologien sind nicht einfach irgendwie gleichwertig. Religionen und Ideologien die das Prinzip der Gleichwertigkeit ausschließen sind raus. Gleichwertigkeit ist selbst normativ…