Michail Bakunin (1814 – 1876) – Anarchismus und Antisemitismus

Auch während & nach der Elektroauto-Fahrt mit Prof. Dr. Inan Ince habe ich oft Nachfragen & Diskussionen zum linken Antisemitismus. Daher freute ich mich sehr über die neue SWR-Sendung von Rolf Cantzen zum Anarchismus von Michail Bakunin, die erfreulicherweise auch dessen Antisemitismus thematisierte.
„Porträt zum 150. Todestag. Anarchismus – Wo Michail Bakunins Ideen lebendig sind“, Rolf Cantzen, SWR, 01.07.2026, Screenshot: Michael Blume
Denn nach meiner Auffassung gibt es für den linken Antisemitismus vieler (nicht aller!) Sozialistinnen und Marxisten einen anderen, medienpsychologischen Grund als für jenen einiger (nicht aller!) Anarchisierenden.
So haben wir im Marxismus und auch noch im sogenannten Gen-Z-Sozialismus, der gerade linkspopulistische Parteien mit auch jungen Menschen befüllt, stärker das Problem des Historizismus: Indem jüdische Menschen ihre Religion in verschiedener Weise leben und mit Israel auch noch einen Nationalstaat gegründet haben, widersprechen sie jenen vermeintlichen „Entwicklungsgesetzen“, die ein Verschwinden der Religionen – bei Marx auch schon konkret: des Judentums – und das Schwinden von Nationalstaaten prognostiziert haben. Deswegen arbeiten sich linke Parteitage an keinem anderen, vergleichbar kleinen Staat der Welt so obsessiv ab wie an Israel.
Die bunte – wenn auch überwiegend männliche – Anhängerschaft des Anarchismus wirft dagegen dem Judentum schon die Begründung des patriarchalen Monotheismus und dessen Kinderreichtum vor, oft nach dem Motto: „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“. Manche gehen sogar so weit, sich unter diesem Motto widersinnig etwa mit der Hamas oder dem iranischen Regime zu solidarisieren – solange es eben gegen jüdische und besonders israelische Menschen geht.
Hinzu kommt, dass viele Anarchisten Medien nicht verstehen: Wenn sie von „kollektiver Aktion“ mit Wirkung in „die ganze Gesellschaft“ träumen, wird selten reflektiert, dass jedes Kollektiv und erst Recht jede Gesellschaft erst durch Medien wie Körper, Sprachen, Schriften, Karten, Symbole usw. entsteht. Es gibt kein „Wir“ ohne Medien, dass dieses erst erfahrbar macht. Das Judentum war die erste Religion der Alphabet-Bildung und löst schon deswegen bei trüben Geistern Bildungsneid aus. und wer sich ohne Medienkenntnisse in eine vermeintliche Zukunft der Unmittelbarkeit (Ohne-Medien-Erleben) hineinträumt, knüpft dann auch leider oft zu antisemitschen Verschwörungsmythen.
Noch einmal: Ich behaupte nicht, dass alle Linken antisemitisch wären – sondern erkläre lediglich, warum es unter Linken so oft Antisemitismus gibt. Auch äußere ich mich hier nicht zur innerlinken Debatte, ob der Anarchismus wirklich links oder nicht vielmehr bereits libertär wäre.
Grundsätzlich habe ich es nicht so mit linksautoritären Mackern, die eisern ihre männlichen „Helden“ des 19. Jahrhunderts wie Marx oder Bakunin rühmen, sich aber nie ernsthaft mit der ersten Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom (1933 – 2012) befasst haben.
Wo medienpsychologisch und geschichtlich Interessierte ihre antisemitische und sexistischen Ressentiments noch rechtzeitig aufarbeiten, schützen sie dagegen sich selbst und andere. Die Überwindung von Verschwörungsmythen wäre auch im Hinblick auf die vielen Handlungsfelder wie die Klimakrise, die fossilen Konzernmedien und die fossil finanzierten Diktaturen, Terrorgruppen und Kampagnen wirklich hilfreich.
Eine dialogische Haltung führt in eine bessere Zukunft. Hier für Interessierte „60 Sekunden über G’tt, Liebe, Zukunft“ mit dem befreundeten Gemeinde- und Polizeirabbiner Shneur Trebnik (Ulm).

Bakunins politische Ideen sollten nicht losgelöst von seinen antisemitischen Äußerungen betrachtet werden, denn historische Persönlichkeiten müssen auch kritisch in ihrem gesamten Kontext bewertet werden.
So ist es, @Gary – und dies gilt selbstverständlich für alle Milieus und Weltanschauungen. So will die deutsche AfD am 4. Juli 2026 in Erfurt ihren Bundesparteitag abhalten – auf den Tag genau 100 Jahre nach dem zweiten NSDAP-Reichsparteitag im nahen Weimar!
Ich hatte mich bereits im Januar 2024 vor Tausenden für einen Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht ausgesprochen und hoffe, dass er noch kommt:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-rede-zu-stuttgart-haelt-zusammen-2024-dual-und-monistisch/
Auch die römisch-katholische Kirche hat gerade durch Neuweihen von Bischöfen in der auch judenfeindlichen Piusbruderschaft einen herben Rückschlag erfahren:
Und ich sehe einfach nicht, dass Versuche der #Rechtsmimesis das Anwachsen des rechten Dualismus aufhalten würden 🤷♂️
So hat die katholische Kirche gerade auch unter Papst Benedikt aktiv versucht, durch Gesprächsangebote & Aufhebungen von Exkommunikationen die rechtsdualistischen Piusbrüder zurück in die Kirche zu holen. Das ist nicht nur fehlgeschlagen, sondern hat sie international gestärkt. ⛪️😓👇
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116844396648269107
All dies sollte jedoch im Selbstverständnis aufgeklärte, progressive, linke und freiheitliche Menschen erst Recht dazu ermutigen, sich kritisch mit eigenen Traditionen des Antisemitismus zu befassen. Hier ein Bericht von Michael Thaidigsmann in der Jüdischen Allgemeinen zum Bundesparteitag der Linken:
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/sie-nennen-es-jetzt-einen-genozid/
Schon 2021 hatte ich zudem eine Folge des Podcasts-Verschwörungsfragen zu internationalem, rechtem, linken und Querfront-Antisemitismus veröffentlicht:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-44-islamischer-rechter-und-linker-querfront-antisemitismus/
Mit Dank an alle, die sich interessieren!
Mein erster Akt als organisierter Anarchist war es, eine Zeitschrift zu gründen.
Das ist natürlich mega-19.Jahrhundert.
Ich hätte besser einen Fernsehsender & eine mailbox gründen sollen.
Für das erste fehlte das Kapital, das zweite scheiterte an meinem damaligen Luddismus.
Lieben Dank, @wereatheist
Aus meiner Sicht war Ihr erster Impuls als „organisierter Anarchist“, Medien aufzusetzen, durchaus richtig. Aber, ja, ein Fernsehsender & eine Mailbox wären effektiver gewesen.
Das Fernsehen ist dabei ein gutes Beispiel für die Entstehung von Konzernmedien: Umso mehr Kapital in Menschen und Maschinen investiert werden muss, damit druckfrische Publikationen, Filme usw. entstehen, umso mehr sammelte sich die Medienmacht in Medienkonzernen. Heute sind die algorithmische Konzernmedien sehr viel mächtiger als Staaten. Auch deswegen und dagegen fühle ich mich im selbstorganisierten Fediversum so wohl. Selbstorganisation ist zwar keine Anarchie, begünstigt jedoch Freiheit und stärkt auch die Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und Würde.
Was ich bei Nazis und Linken gleich finde, ist die Gleichsetzung von Juden mit Bankern. Während die Nazis aber die Juden als Sündenbock benutzten, um die eigenen Banker zu entschuldigen und das Eigentum der jüdischen Banker an die deutschen transferierten, sehen die Linken im internationalen Banken-System den Buhmann schlechthin – weil er die Internationale besser hinkriegt als sie.
Wir haben ja schon seit Jahrhunderten die Internationale der Milliardäre. Europas Adel betrachtete die Staaten eher wie Aktiengesellschaften und machte Geschäfte kreuz und quer durch Europa und darüber hinaus, was eben durch Geld und Finanzen ermöglicht und beschleunigt wurde. Heute machen Konzerne und die Reichen das Gleiche – und beweisen den Linken, dass sie Recht haben, denn diese Internationalisierung bringt die Nationalstaaten in arge Bedrängnis.
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
Nein, @Paul S. – da kann ich leider nicht mit. Schon die Gleichsetzung von „Nazis und Linken“ finde ich unerträglich, unterscheide ja auch selbst zwischen demokratischen Rechten und Rechtsdualisten. Das politikwissenschaftliche Hufeisen lehne ich ab, plädiere dagegen für die These vom in jedem Milieu unterschiedlich anzutreffende Dualismus-These nach Rabbi Jonathan Sacks, sel. Ang.:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/freund-feind-dualismus-statt-rinks-lechts-hufeisen-theorie-eine-wuerdigung-von-rabbi-sacks-sel-ang/
Auch Ihre Gleichsetzung von Milliardären, Adel und Aktiengesellschaften wirft die Jahrhunderte durcheinander. Die erste Aktiengesellschaft, die Eerste Vereinigde Compagnie op Oost-Indie entstand um 1600 in Amsterdam.
In der Analyse der gegenseitigen Befeuerung rechter und linker Populismen bin ich nahe bei Ihnen, sehe jedoch nicht nur die Inhalte, sondern auch das Verfahren der Gesetzgebungen zunehmend kritisch.
Mein Punkt sowohl bei der von Parteivorsitzenden eingesetzten „Rentenkommission“ wie auch beim heutigen „Beschluss“ des Koalitionsausschusses besteht nicht nur aus der Skepsis gegenüber einzelnen Maßnahmen. Ich glaube „wirklich“, dass Gesetze besser ausfallen würden & auch breiter akzeptiert würden, wenn sie ordentlich im Parlament ausgearbeitet und diskutiert würden! Wieso sollten Parteivorsitzende über Krankschreibungen entscheiden, ohne etwa die Hausärztinnen und -ärzte überhaupt anzuhören?
Ich finde, unser #Grundgesetz ist besser durchdacht als die Parteichef-Vorherrschaft seit 1961. Diese hat in der Zeitungs- und Fernsehdemokratie noch einigermaßen funktioniert, geht in der digitalen Zeit aber einfach nicht mehr auf.
Meine ich, als Demokrat und Politikwissenschaftler.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116852125964137829
Schade, dass Sie sich bisher nicht auf Dialog einlassen und damit auch Chancen verpassen, Ihre Textfluten inhaltlich weiter zu entwickeln…
Die Organisation hieß „anarchistische föderation südbayern“ (AFSB). Und die habe ich auch (mit)begründet.
@ wereatheist
@ Michael Blume
Es geht mir darum, dass Menschen, nahe liegender Weise, Sozialabgaben (z.B. Lohnsteuern, Pensionsbeiträge,…) zahlen müssen, Roboter aber nicht.
Ein Backautomat schafft z.B. 3 000 bis 9 000 Brötchen pro Stunde, ein Bäcker nur 200 bis 400.
Das sind ungefähr 20 mal soviel als ein Mensch produziert….
Das stört mich, obwohl ich ehemals Techniker war und natürlich voll hinter dem technischen Fortschritt stehe.
Auch völlig klar, dass es Blödsinn wäre, müsste ein Roboter pro Stück (z.B. Brötchen) genau soviel Abgaben zahlen wie ein Mensch, aber praktisch fast „ungeschoren“ davonkommen (Mehrwertsteuer), dürfen Maschinen, Computer, Roboter, KI,.…. alle meine „absoluten Lieblinge“, natürlich nicht.
Letztlich werden Maschinen bis zur KI als „Schmutzkonkurrenz“ empfunden, eigentlich sollten sie unsere „besten Freunde“ sein….
Ja, @Realo – an dieser Stelle bin ich durchaus bei Ihnen.
Roboter und generell Maschinen zahlen keine Steuern und Abgaben, weil sie selbst (bisher) keine Personen sind. Sie gehören jedoch als Kapital wiederum Menschen, die damit Geld verdienen – Kapitalisten.
Und da in Deutschland & auch etwa in den USA Arbeit mit hohen Steuern und Abgaben belegt ist, auf Kapitalvermögen aber sehr wenig bezahlt wird, wird die Schere zwischen Kapitalreichen (Kapitalisten) und Arbeitenden immer größer.
Das ist ein Unrecht, das Sie korrekt „spüren“, das aber im noch vorherrschenden Fossilismus mit dem Argument verteidigt wird, dass Kapitalisten ihre Maschinen und Roboter in andere Länder schaffen würden, würden sie mehr Steuern und Abgaben zahlen müssen…
Michael Blume Betreff: Steuern
Macht eine Maschinensteuer Sinn ?
Der Einsatz von Maschinen macht eine Firma erst wettbewerbsfähig.
Sie zu besteuern wäre eine betriebswirtschaftlich falsch.
Bei den Mittel und Großbetrieben sind die Kapitalgesellschaften der Standard.
Kapital ist die Voraussetzung, dass eine Firma expandieren kann, dass sie in Neukonstruktionen investieren kann. Volkswirtschaftlich gesehen ist eine Kapitalbesteuerung falsch.
Wie auch schon im Mittelalter kann der Staat nur den Mehrwert besteuern, den Kapitalertrag.
In Deutschland beträgt die Kapitalertragssteuer übrigens 25 %.
Wenn sich die Schere zwischen reich und arm immer mehr öffnet, dann ist etwas anderes die Ursache. In Deutschland wohnen über 50 % der Bürger in Miete. Und der Anteil der Mietausgaben an den Ausgaben beträgt schon 30 %.
@NI
Danke für Ihr thematisches und hoffentlich auch dialogisches Interesse.
Eine „Maschinensteuer“ habe ich nirgendwo gefordert und die zu starke Belastung von Arbeitseinkommen sowie die fossile Armuts- und Mietfalle habe ich mit Prof. Dr. Inan Ince hier ausführlich erörtert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/
Einem Gegenüber erfundene Positionen zuzuschreiben, um diese dann zu „widerlegen“, wird in der Rhetorik als Straw Man / Strohpuppen – Manöver bezeichnet. Es gilt als nicht sehr elegant und vor allem nicht als dialogisch. Falls Sie darüber hinaus aber noch inhaltliche Fragen oder Themen zum jeweiligen Blogpost haben sollten, gerne.
Michael Blume Thema: Strohpuppen und andere Argumente.
Wenn man eine Antwort kurz halten will, greift man gern zu Strohpuppen, denn die stellen argumentativ nur die logische Schlussfolgerung einer Denkrichtung dar.
Sie schreiben : „Roboter und generell Maschinen zahlen keine Steuern und Abgaben, weil sie selbst (bisher) keine Personen sind. Sie gehören jedoch als Kapital wiederum Menschen, die damit Geld verdienen – Kapitalisten.“
Und da man keine bestimmte Maschine einem bestimmten Eigentümer zu ordnen kann ist ihr Argument mit dem „Kapitalisten“
ebenso eine Strohpuppenverallgemeinerung.
Die Kapitalisten werden immer reicher, weil sie am Mehrwert partizipieren, bis jetzt. Schauen sie sich die Börsenkurse von BMW, Mercedes und Volkswagen an, 30 % Kursrückgang.
Bei Stellantis ist es schon katastrophal.
Das soll heißen, unser ganzes Wirschaftssystem steht auf dem Prüfstand. Und es gibt keine Patentlösung.
Nachtrag: Zugegeben, sehr einfühlsam war meine Rhetorik nicht,
ich hoffe, beim nächsten Male wird es besser.
Vielen lieben Dank, @NI – gerade auch für Ihren letzten Satz:
„Zugegeben, sehr einfühlsam war meine Rhetorik nicht,
ich hoffe, beim nächsten Male wird es besser.“
Das ist mir wichtig, denn selbstverständlich kann ich medienpsychologisch verstehen, dass es reizvoll ist, sich per Internet und sogar noch unter einem Pseudonym an einer Person des öffentlichen Lebens abzuarbeiten, Aufmerksamkeit zu provozieren. Zumal wir uns ja nicht persönlich sehen und es sich also wie ein Computerspiel anfühlen mag. Und mir stünde es selbstverständlich frei, solche Drukos dann einfach nicht mehr freizuschalten.
Aber mir ist und bleibt das dialogische Bloggen so wichtig, dass ich viel Freizeit und aktuell auch eine Mittagspause drangebe. Sie müssen in keiner Frage meiner Meinung sein. Aber es wäre wirklich schön, wenn Sie das rein ehrenamtliche Bemühen für Wissenschaft und Dialog, Demokratie und Aufklärung anerkennen könnten.
Ihnen daher Dank für diesen freundlichen, konstruktive Druko!
@ Michael Blume 03.07.2026, 07:59 Uhr
Zitat: „Und da in Deutschland & auch etwa in den USA Arbeit mit hohen Steuern und Abgaben belegt ist, auf Kapitalvermögen aber sehr wenig bezahlt wird, wird die Schere zwischen Kapitalreichen (Kapitalisten) und Arbeitenden immer größer.“
Die meisten Unternehmer, teilweise die beteiligten Kapitalgeber, halte ich für höchst ehrenwerte Menschen.
Sie erzeugen oder verteilen höchst begehrenswerte Güter, sorgen für volle Läden, schaffen viele Arbeitsplätze, zahlen viele Steuern, müssen jeden Tag ihre „Marktprüfung“ bestehen.
Kapitalgeber müssen (sollten) auch „wirkliches Risikokapital“ bereitstellen. Z.B. VW / Bosch haben angeblich rund 1,5 Mrd in KI Konzepten (Autonome Autos) „verbraten“ und das war vermutlich einfach Pech.
Ich vermute, dass es Menschen mit besonderen „Instinkten“ gibt, ökonomisch erfolgreiche „Handlungsmuster“ besser zu erkennen, als „Normalos“. Auch das hätte „seinen Preis“.
Aber auf keinem Fall sollten sie sich funktionslos und parasitär in Handelsprozesse einbinden, wo sie nicht gebraucht werden. Womöglich auch noch drauf aus sind, Staaten, die Steuerzahler, zu „melken“. Z.B. besonders auffällig bei den angestrebten Mauteinnahmen des Iran in der Hormusstraße.
Kapitalanleger verdienen auch bedenklich viel an Energielieferungen, sowohl an fossilen als auch an erneuerbaren Energien.
Die Gewinne der Energieunternehmen sind in den letzten Jahren explodiert, und ein erheblicher Teil dieser Gewinne fließt direkt an Aktionäre, Fonds und andere Kapitalanleger, wird wenig versteuert und dient kaum als echtes Risikokapital.
Ja, @Realo – über die Gefahren des autoritären und oft korrupten Fossilismus hatten auch wir hier ja immer wieder diskutiert.
Habe es neulich nochmal so formuliert:
Fossile Energien sind Gewaltenergien, Reichtumsenergien & leicht angreifbar, weil sie überwiegend zentralistische, autoritäre & reiche Strukturen finanzieren.
Erneuerbare Energien sind Friedensenergien, Wohlstandsenergien & Sicherheitsenergien, weil sie überwiegend dezentrale, föderale und stärker partizipative sowie nachhaltige Strukturen stärken.
Aktuell aus dem fossil finanzierten Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine:
„Russlands Armee greift in der Ukraine immer mehr Tankstellen an. Mit diesen Vergeltungsschlägen reagiert Moskau auf die ukrainischen Attacken auf Russland und die Krim. Sie zeigen aber vor allem eines: Der Druck auf Wladimir Putin wächst.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116844628420060858
Tyrannophilie und Fossilismus brechen Anfang des 21. Jahrhunderts endlich zusammen, aber die Opfer an Menschen und Mitwelt sind ungeheuerlich…
Realo,
dein Hohes Lied auf die Kapitalageber hebt sich wohltuend ab von der Vorstellung hi Werktätiger, hi Kapitalist.
Wenn man also einen Schuldigen ausmachen möchte, dann ist es der Gesetzgeber, bzw. die Länder selbst, denen Energieunternehmen gehören.
Michael Blume,
Die menschliche Seite der Politik und der Wirtschaft
Der Begriff Tyrannophilie ist zutreffend, obwohl man sich unter einem Tyrannen etwas anderes vorstellt.
wir haben hier im „Westen“ die Musks, die Taylor Swifts, sogar die Königshäuser gibt es, die den Menschen als Vorbilder präsentiert werden und die die Menschen als positiv wahrnehmen.
In Cetinje, besuchen die Schulklassen den ehemaligen Königsgpalast mit der Zarenfamilie an den Wänden.Vorallem die Familie von Zar Alexander III mit seiner deutsch/dänischen Ehefrau Dagmar ist zu sehen.
Und dabei muss man konstatieren, die Menschen am Rande Europas haben die gleiche Sehnsucht nach der „heilen Welt“, wie wir hier in Deutschland uns nach Gerechtigkeit und Ruhe sehnen.
Und das macht Hoffnung. Die Putins sind eine Zeiterscheinung, die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden ist dagegen beständig.
Was jetzt den Antisemitismus betrifft, da bin ich sprachlos ……..und trau mir keine Prognose zu…..
Ja, @NI – wie andere Säugetiere auch suchen Menschen instinktiv nach schützenden Machtverhältnissen. Und gerade auch unter den Bedingungen medialer Überlastung mit Negativinhalten kann die Unterordnung unter vermeintlich wohlwollende Anführer – die Tyrannophilie – evolutionspsychologisch nachvollzogen werden.
Allerdings haben Menschen eben auch eine Vernunft und also eine Verantwortung. Dazu gehört, dass Millionen Menschen weiterhin für geringe Preisvorteile bereit waren, fossile Diktaturen und Tyrannen durch Importe von Öl und Gas zu finanzieren. Das galt schon für die Sowjetunion, den Iran oder auch das Hamas & Taliban Hauptquartier-Katar, von dem sich Donald Trump gerade erst ein Flugzeug schenken ließ.
Schon 2015 hatte ich in „Öl- und Glaubenskriege“, 2019 dann noch expliziter in „Vom Ölfluch und Antisemitismus“ auch im Hinblick auf Wladimir Putin genau davor gewarnt:
https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
Ich verstehe, dass die kritische Auseinandersetzung mit Fossilismus und Tyrannophilie gerade auch bei vielen Männern erhebliche kognitive Dissonanz (Schmerz) sowie Reaktanz (Wut, Thymos) auslöst. Umso mehr bewundere ich all jene, die die charakterliche und intellektuelle Größe haben, sich den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu stellen und weder Tyrannophilie noch Anarchie und niemals Antisemitismus zuzulassen.
Wer glaubwürdig gegen Hass, Krieg, Terror und antisemitische Propaganda einstehen möchte, darf gerne damit beginnen, deren fossile Finanzierung deutlich zu reduzieren.
Felo.ai hat das Thema bereits umfänglich drauf:
Der Begriff der „erneuerbaren Friedensenergien“ verdeutlicht, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas nicht nur eine ökologische Notwendigkeit ist, sondern auch tiefgreifende geopolitische und gesellschaftliche Dimensionen besitzt [4][21]. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie in Kombination mit modernen Batteriespeichern leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, die finanziellen Strukturen autoritärer Regime zu schwächen, die globale Gewalt und antisemitische Ideologien stützen.
## Der Zusammenhang zwischen fossilen Ressourcen, Gewalt und Antisemitismus
In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die sogenannte Ressourcenfluchtheorie (auch Rentierstaatstheorie), wie Staaten mit immensen Einnahmen aus dem Export fossiler Rohstoffe diese Mittel systematisch zur Unterdrückung der eigenen Bevölkerung und zur Finanzierung externer Konflikte nutzen [4]. Da sich diese Regime nicht durch Steuern, sondern durch den Verkauf von Öl und Gas finanzieren, sind sie kaum auf die Zustimmung oder das Wohlergehen ihrer Bürger angewiesen [4].
Um ihre Macht intern und extern zu legitimieren, greifen solche autoritären Systeme und „Timokratien“ (Herrschaftssysteme der Reichen) häufig auf Verschwörungsmythen zurück [4]. Diese Mythen weisen in der Regel einen antisemitischen Kern auf, indem sie beispielsweise geopolitische Entwicklungen oder Oppositionelle als Teil angeblicher internationaler Verschwörungen diffamieren [4]. Die Einnahmen aus dem fossilen Sektor finanzieren somit direkt oder indirekt Kriege, extremistische Gruppierungen und die weltweite Verbreitung antisemitischer Propaganda [4][9].
## Erneuerbare Energien als Friedensprojekt
Der rasche Ausbau von Solar- und Windenergie entzieht diesen fossilen Regimen schrittweise die finanzielle Grundlage [4][15]. Indem demokratische Staaten ihre Energieversorgung auf dezentrale, heimische Quellen umstellen, reduzieren sie ihre geopolitische Erpressbarkeit und erhöhen ihre eigene Resilienz in Krisenzeiten [16][30].
Dieser Strukturwandel sendet ein klares Signal an autokratische Staaten, dass die Ära der fossilen Rentierstaaten dem Ende zugeht [4]. Dies zwingt diese Länder mittelfristig dazu, ihre Wirtschaft zu reformieren und in zukunftsfähige, post-fossile Sektoren wie Bildung, Infrastruktur und gesellschaftliche Teilhabe zu investieren, anstatt Ressourcen in militärische Konflikte zu leiten [4][12]. Der Übergang zu 100 % erneuerbaren Energien wirkt somit als struktureller Katalysator für globalen Frieden, Stabilität und soziale Gerechtigkeit [26].
## Die Schlüsselrolle von Batteriespeichern
Damit der Übergang zu einem vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Stromsystem gelingt, ist der parallele Ausbau von Batteriespeichern (Battery Energy Storage Systems, BESS) unerlässlich [2][11]. Da Wind- und Solarenergie wetterbedingt schwanken, sichern Batteriespeicher die Netzstabilität, indem sie Überschüsse zwischenspeichern und bei geringem Stromangebot wieder einspeisen [1][2].
**Vermeidung fossiler Abhängigkeiten**
* Ohne ausreichende Speicherkapazitäten besteht die Gefahr, dass neue fossile Gaskraftwerke gebaut werden müssen, um Netzschwankungen auszugleichen [8]. Dies würde bestehende Abhängigkeiten von autokratischen Lieferanten zementieren [8]. Batteriespeicher bieten hierzu eine direkte, klimaneutrale Alternative [8].
* Der gezielte Einsatz von Heim- und Großspeichern entlastet die Stromnetze und senkt die Systemkosten erheblich, was die wirtschaftliche Attraktivität der Energiewende weiter steigert [1][3].
* Eine schnellere Integration von Speichern reduziert den Bedarf an fossiler Backup-Leistung und beschleunigt den vollständigen Kohle- und Gasausstieg [3][19].
Durch die Kombination aus erneuerbarer Erzeugung und leistungsfähigen Batteriespeichern wird ein stabiles, autarkes Energiesystem möglich. Dies entzieht den Akteuren fossil finanzierter Gewalt und des damit verbundenen Antisemitismus langfristig ihre wichtigste Macht- und Finanzquelle.
[1] https://www.iwkoeln.de/studien/dennis-bakalis-sarah-lichtenthaeler-mit-preissignalen-und-flexibilitaetszielen-zur-energiewende.html
[2] https://www.strom.ch/de/perspective/zukunft-braucht-flexibilitaet-batterien-als-schluessel-zur-energiewende
[3] https://w3.windmesse.de/windenergie/news/49195-batteriespeicher-stromsystem-fraunhofer-analyse-flexibilitat-eeg-forderkosten-marktwerte-erneuerbarer-energien-strompreise-energiespeicher-bundeshaushalt-energiewende
[4] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[5] https://www.facebook.com/RussellSimmons/posts/just-spent-an-hour-with-theyoungturks-owner-cenkuygur-i-dont-believe-he-has-any-/1487255316093590/
[6] https://www.facebook.com/israeliamericancouncil/posts/she-leads-one-of-the-worlds-most-powerful-tech-giants-but-her-greatest-strength-/1396379859193243/
[7] https://stanleycenter.org/events/powering-peace-charting-a-future-for-peace-and-renewable-energy/
[8] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/gaskraftwerke-batteriespeicher-erneuerbare-energie-strompreise-100.html
[9] https://jewishphilly.org/get-involved/affinity-groups/jfre/our-projects/
[10] https://ltg.ca.gov/2024/05/04/april-2024-round-up/
[11] https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-39757-iea-batteriespeicher-werden-zur-tragenden-saeule-moderner-stromsysteme
[12] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0960148122011004
[13] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/beitrag/vorschlaege-fuer-buerokratieabbau-und-den-beschleunigten-ausbau-erneuerbarer-energien
[14] https://ecobnb.com/blog/2026/04/renewable-energy-peace-goodbye-fossil-fuels/
[15] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/7-vorteile-erneuerbarer-friedensenergien-7-nachteile-fossiler-gewaltenergien/
[16] https://www.bundesumweltministerium.de/rede/carsten-schneider-die-erneuerbaren-energien-sind-sicherheitsenergien
[17] https://en.wikipedia.org/wiki/Henry_Ford
[18] https://www.nature.com/articles/s44168-023-00045-6
[19] https://www.researchgate.net/publication/312951377_Der_positive_Beitrag_dezentraler_Batteriespeicher_fur_eine_stabile_Stromversorgung_Kurzstudie_im_Auftrag_des_BEE_eV_und_der_Hannover_Messe
[20] https://www.sonnenseite.com/de/politik/solarwirtschaft-fordert-2030-ausbauziel-fuer-batteriespeicher/
[21] https://blog.misereor.de/2022/03/17/wir-brauchen-friedensenergien-der-krieg-gegen-die-ukraine-und-die-energiewende/
[22] https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/erneuerbare-energien/
[23] https://www.energypeacepartners.com/blog/re-as-a-tool-for-peace
[24] https://www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/detail/eckpunktepapier-zum-naturvertraeglichen-ausbau-der-windenergie-blockaden-noch-nicht-abgeraeumt/
[25] https://www.peacejusticestudies.org/chronicle/9-renewable-energy-and-the-war-of-progress/
[26] https://medium.com/thebeammagazine/100-renewable-energy-as-catalyst-for-achieving-peace-and-justice-50ebab79e10d
[27] https://taz.de/Ausbau-von-Stromspeichern/!6144948/
[28] https://www.roedl.com/insights/batteriespeicher-schluessel-energiewende/
[29] https://www.solarserver.de/2024/04/25/iea-rascher-ausbau-von-batteriespeichern-erforderlich/
[30] https://www.next-kraftwerke.de/energie-blog/energiewende-friedensprojekt
[31] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/reform-ausbau-erneuerbare-energien-100.html
@ NI 03.07.2026, 11:13 Uhr
Zitat: „Macht eine Maschinensteuer Sinn ?
Der Einsatz von Maschinen macht eine Firma erst wettbewerbsfähig.
Sie zu besteuern wäre eine betriebswirtschaftlich falsch.“
Das sehe ich anders. Für mich hat nur etwas einen „wirklichen inneren Wert“, was „benötigt“ wird. Also z.B. Brötchen, Autos, Dienstleistungen (Ärzte, Krankenschwestern,….).
Aber Geld hat bekanntlich keinen Wert, wenn z.B. der Genosse „Bankdirektor“, den Genossen „Druckereidirektor“ im Keller der Bank anruft, er möge schnell 10 LKW voll mit Papiergeld zusätzlich drucken und unter die „Leutchen“ bringen.
Hat aber auch nicht wirklich einen Wert, wie z.B. bei Twitter. Vermutlich ist das E. Musk aufgefallen, nachdem er Twitter um viel „ehrliches Geld“ aus seinen E Auto Fabriken „zusammengekratzt“ hat, um Twitter zu kaufen. Wie viel Geld aus ehrlicher Arbeit er aufwenden muss um „heiße Luft“ zu kaufen. Dann wollte man ihn auch noch haftbar für den Dreck machen, der dort so „verzapft“ wurde.
Die normalen „wirklichen Steuergelder“ werden aus „wirklicher Arbeit“, weniger aus „heißem Schaum“ generiert. Sonst wären sie nur heißer Schaum. Dafür würde kein Beamter und kein Polizist arbeiten….
Besonders der Einsatz von Maschinen (und natürlich auch menschlicher „Arbeitssklaven“) macht eine Firma erst wettbewerbsfähig.
Wenn alle Firmen gleichmäßig über die gleichen Lohnsteuer/Rentensätze oder mittels bestens ausgeklügelte Maschinensteuern „geschröpft“ werden, dann hat normalerweise keine Firma ernsthafte Vorteile/Nachteile, bzw. gleicht sich alles schnell und fair aus, wenn z.B. menschliche Arbeitskraft leicht im Vorteil sein würde.
Das Konzept hauptsächlich menschliche Arbeit zu besteuern ist uralt. Auf die Entwicklungen der Technik wurde zu wenig geachtet.
Eine Maschinensteuer könnte die Sozialversicherung stabilisieren, wenn weniger Menschen arbeiten, die Steuerbasis verbreitern, statt nur menschliche Arbeit zu belasten, den Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine fairer machen, verhindern, dass Firmen nur deshalb automatisieren, weil Arbeit künstlich verteuert ist.
Ich sehe das so, wie Leute um Bill Gates, die eine Robotersteuer vorgeschlagen haben sollen.
Maschinen und Roboter sind derart etabliert, dass man auf sie ohnehin nicht mehr verzichten könnte.
Übliche Risiken wären, dass eine Maschinensteuer Innovation bremsen, allenfalls Firmen ins Ausland ausweichen könnten.
Zitat: „Wenn sich die Schere zwischen reich und arm immer mehr öffnet, dann ist etwas anderes die Ursache. In Deutschland wohnen über 50 % der Bürger in Miete. Und der Anteil der Mietausgaben an den Ausgaben schon 30 %.“
Ich meine, der Grund ist, dass man beruflich flexibler ist, wenn man kein Haus oder eine Eigentumswohnung „am Hals“ hat. Oder die Probleme bei der Vererbung, Pflege und wenn die „Auszahlungen“ an die Geschwister fällig werden…..
Realo, Betreff: innerer Wert der Arbeit
Keine Frage, Seelsorge z.B. kann keine Maschine übernehmen, eine Kindergärtnerin kann kein Roboter ersetzen,
Im Niedriglohnsektor, da haben die Maschinen den Menschen ersetzt, der elektrische Laubbläser hat den Behinderten arbeitslos gemacht.
Man muss also die Gemeinden verpflichten, einen bestimmten Prozentanteil von einfachen Arbeiten für Menschen bereit zu halten. Könnte man auch auf die Privatwirtschaft übertragen.
Im High Tech Bereich dagegen hat die Maschine den Menschen zu 100 % ersetzt.
Mini-Platinen kann nur noch ein Lötroboter bearbeiten.
Selbstorganisation (oder freie Assoziation) ist genau das, worauf der (soziale) Anarchismus zustrebt.
Versuchen Sie mal, Max Stirner „Der Einzige und sein Eigentum“ zu lesen (ist nicht allzu umfangreich). Sie werden nie verstehen, was für eine Gesellschaft der sich letztendlich so vorstellt.
Danke, @wereatheist – aber ich hatte in meiner Jugend in der Kommunalpolitik und später in Shadowrun mehr als genug mit dem Anarchosyndikalismus zu tun. Aus meiner Sicht ist es kein Wunder, dass das vor allem ein Männer-Ding ist: Ein brachialer Individualismus, der sich zu oft jeder Verbindlichkeit für die Gesellschaft und sogar für die Familie verweigert.
Und an den (Konzern-)Medien vorbei gibt es eben keine „Unmittelbarkeit“.
Sehr klug beleuchteten schon Adorno und Horkheimer in ihrer „Dialektik der Aufklärung“ von 1944, dass so etwas nicht gut gehen würde:
Schönheit, die ans Geschlecht erinnert, das als widerwärtig verfemte Tier, das an Promiskuität gemahnt, zieht die Zerstörungslust der Zivilisierten auf sich, die den schmerzlichen Prozess der Zivilisation nie ganz vollziehen konnten.
Denen, die Natur krampfhaft beherrschen, spiegelt die gequälte [Natur] aufreizend den Schein von ohnmächtigem Glück wider.
Der Gedanke an Glück ohne Macht ist unerträglich, weil es überhaupt erst Glück wäre.
Das Hirngespinst von der Verschwörung lüsterner jüdischer Bankiers, die den Bolschewismus finanzieren, steht als Zeichen eingeborener Ohnmacht, das gute Leben als Zeichen von Glück.
Zitiert nach: Marx Horkheimer & Theodor W. Adorno, Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung, Reclam 2025, S. 13
Selbstverständlich ist die vermeintliche, mediale Unmittelbarkeit nicht nur ein Problem des Anarchismus und schon gar nicht aller Anarchisierenden. Aber viele linksdualistische Macker pflegen eben leider doch antijüdische und vor allem anti-israelische Ressentiments.
@Kapitalsteuern
Kapitalerstrags- Vermögens- und Erbschaftssteuern kann man praktischerweise in der ganzen EU gemeinsam in vergleichbarer Höhe eintreiben. Dann kann man zumindest auf unserem Binnenmarkt denen nicht mehr ausweichen.
Und gegenüber China und den USA kann man mit Zollschranken dafür sorgen, dass die Kapitalsteuern nur begrenzt vermieden werden können. Man wird dann günstiger in der EU produzieren können, was mehr Kapitalsteuern möglich macht.
Erbschaftsteuern, insbesondere von Immobilien innerhalb der EU, kann man auch kaum vermeiden.
Da ist also eine Menge Luft. Nur der politische Wille fehlt bei dem Thema.
In der Tat muss man aber genau gucken, dass hier durch Vermeidung keine unguten Situationen eintreten.
Wenn es gelingt, weltweit dieselben Steuersätze hinzubekommen, wäre es wohl am einfachsten. In Ländern, wo die Wirtschaft sowieso überhitzt ist, kann man damit praktischerweise anfangen. Dann können die anderen Ländern da nach und nach gleich ziehen, bis es überall angekommen ist.
Es wäre auch generell ein Faktum von Freiheit, wenn das Kapital nicht sehr viel weniger Steuern zahlen muss als die Arbeitnehmer.
Tobias Jeckenburger
Das Kapital zu besteuern ist schwierig. Mit Kapital meint man Vermögenswerte, darunter auch Grund und Boden, Wertpapiere, und ganze Firmen.
Und Vermögenswerte, die auch bilanziert werden, die müssen bewertet werden. Und die Bewertung entscheidet, ob die Bilanz ausgeglichen ist, ob die Firma kreditwürdig ist.
Ein Sägewerk, das auch Wald besitzt, das kann nicht so hoch besteuert werden, als eine Versicherung, die die Versicherungsbeiträge ihrer Versicherten in Wertpapieren angelegt hat.
Übrigens: Es gibt zwei Arten von Bilanzen.,Die Steuerbilanz, nach der das Finanzamt das Unternehmen besteuert und die Handelsbilanz, die die Öffentlichkeit zu sehen bekommt.
Mit dem Begriff „Freiheit“ kommt man der Steuergerechtigkeit nicht näher.
wereatheist
du toppst alles mit Max Stirner, ein Wunder, dass es Deutschland noch gibt.
Gegen ihn ist Michail Bakunin als Moralist zu bezeichnen.
Und um die Brücke zur Neuzeit zu schlagen, was sich gerade in Osteuropa abspielt oder im Nahen Osten, das erscheint im Vergleich zu den Irrtümern des 19. und 20. Jahrhundert geradezu zu als moderat.
@NI 03.07. 18:35
„Mit dem Begriff „Freiheit“ kommt man der Steuergerechtigkeit nicht näher.“
Ich denke aber doch. Wenn man auch mit weniger Qualifikation und nicht allzu langen Arbeitszeiten ein erträgliches Auskommen finden kann, und insbesondere auch mit Kindern so gefördert wird, dass das Leben funktionieren kann, dann ist das Freiheit.
Und bietet echte Perspektiven. Zusätzlich zu einem Ende der externalisierten Kosten durch ein möglichst baldiges Ende fossiler Irrwege.
Lieben Dank und Zustimmung, @Tobias
Gerade entdeckt, dass Umweltminister Carsten Schneider (SPD) Erneuerbare Energien in einer Rede vom Januar zwar nicht als Friedens-, aber immerhin als Sicherheitsenergien bezeichnet hat. Respekt!
Hoffen wir nun, dass der #Bundestag seiner Verantwortung als Gesetzgeber nachkommt & nicht zulässt, dass fossiler Lobbyismus das #EEG zum Jahresende „auslaufen“ lässt!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116856845431840583
Die Rede von Umweltminister Schneider zu erneuerbaren Sicherheitsenergien auch direkt hier:
https://www.bundesumweltministerium.de/rede/carsten-schneider-die-erneuerbaren-energien-sind-sicherheitsenergien
Das Wissen ist da und verfügbar. Und immer mehr Menschen finden auch zur Solarpunk – Tat! 🌞🙏👍
Tobias Jeckenburger Thema: Freiheit der Lebensgestaltung
Die Freiheit sein Leben selbstbestimmt zu gestalten, das ist ein Ziel , dass viele haben.
Und dieses Ziel kollidiert mit dem Ziel eines KFZ-Zubehörlieferers, z.B.der ein anderes Ziel anstrebt, nämlich durch Senkung der Produktionskosten andere Mitkonkurrenten zu verdrängen.
Unser Wirtschaftssystem basiert auf dem Konkurrenzprinzip, nur durch den Konkurrenzdruck werden die Produkte schneller und preisgünstiger produziert.
Unsere Gewerkschaften verteten die Interessen der Arbeitnehmer, also deine, und die Firmenleitung ist an die Gesetze der Betriebswirtschaft gebunden, nur wer wettbewerbsfähig bleibt, der kann die Arbeitsplätze garantieren.
Da gilt es einen Kompromiss zu schließen.
VW steht aktuell vor dem Problem, Mitarbeiter zu entlassen oder seine Preise erhöhen zu müssen. Und die CDU will sogar wieder die 40-Stunden-Woche einführen.
@NI 04.07. 11:10
„…nur wer wettbewerbsfähig bleibt, der kann die Arbeitsplätze garantieren.“
Wenn die Mitbewerber die selben Kapitalsteuern zahlen müssen, ändert das rein gar nichts an der Wettbewerbssituation einzelner Betriebe.
Nur der Kapitalertrag wird kleiner, derweil bei den Arbeitnehmern mehr ankommt. Das hilft nicht nur den Arbeitern, das hilft auch gegen einen generellen Überschuss von Kapital.
Und das fördert auch noch die Nachfrage. Und macht vielleicht sogar noch bei Vielen die entscheidende Luft, mehr Kinder zu bekommen.
„Und die CDU will sogar wieder die 40-Stunden-Woche einführen.“
Kapitalisten im handfesten Geldrausch?
Tobias Jeckenburger,
„Wenn die Mitbewerber die selben Kapitalsteuern zahlen müssen, ändert das rein gar nichts an der Wettbewerbssituation einzelner Betriebe.“
Du vergisst die Werbung. Nicht das beste Produkt verkauft sich am besten, sondern das um best umworbene Produkt.
Und wir stehen im europäischen Wettbewerb.
Und du vergisst die Gerichte. Die halten sich nicht an die Parteiphilosophie sondern haben ihre eigenen Regeln.
Sogar der BGH hat die Mietpreisdeckelung in Berlin verworfen. (Eigentlich ein Skandal)
die derzeitige Entwicklung geht in Richtung nackter Kapitalismus.
Dein Idealismus in Ehren, das ist keine Realpolitik mehr.
@NI 04.07. 15:36
„Und wir stehen im europäischen Wettbewerb.“
Deutschland setzt hier doch die ganze EU unter Druck. Wir haben einen Außenhandelsüberschuss von 200 Mrd Euro, die ganze EU nur 80 Mrd Euro. Wofür ist das?
Unsere Wirtschaft kann man durchaus als überhitzt einstufen. Entsprechend wären wir in der komfortablen Lage, mit Kapitalsteuern ein gutes Stück vorweg zu gehen. Die anderen müssen dann aber nachziehen wollen.
Am Ende funktioniert das nur EU-weit gemeinsam, keine Frage.
„..die derzeitige Entwicklung geht in Richtung nackter Kapitalismus.“
Natürlich. Der Geldrausch findet nie ein freiwilliges Ende. Aber wir leben in einer Demokratie. Wenn die Menschen das wirklich wollen, dann können wir das auch alles sehr vernünftig machen.
Letztlich sowohl mit einer ausgeglichenen Demografie, einer funktionierenden Energiewende, einer allgemeinen Offenen-Software-Initiative und einer militärischen Selbstbehauptung.
Tobias Jeckenburger Betreff: Außenhandelsüberschuss
Du triffst damit ins Schwarze.
Hinter dem Exportüberschuss verbirgt sich ein ruinöser Wettbewerb, bei dem die deutschen Exporteure als Sieger hervorgegangen sind.
Volkswagen hat Fiat verdrängt, Mercedes hat Peugeot verdrängt, alle zusammen haben GM verdrängt, das dabei Opel an Peugeot/Citroen verkauft hat, damit zusammenhängend der Dieselskandal, Eine bekannte Autozeitschrift, die dominierend im EU Raum ist , die bildet meistens nur deutsche Fabrkate auf der Titelseite ab .Und…….Autotests……..da drängt sich der Verdacht auf, die Tests dienen der Werbung, es kommt selten vor, dass ein nicht deutsches Fabrikat gewinnt.
Und jetzt……jetzt kommen die Chinesen , Hauptkonkurrenten sind Mercedes, dort haben sie sich schon einen großen Aktienanteil gesichert und gegen den VW-Konzern gehen sie mit Dumpingpreisen bei den E-Autos vor. Mit Erfolg.
VW will /muss jetzt Tausende von Arbeitskräften entlassen.
Bosch und andere KFZ-Zulieferer wackeln, die EU steckt in der Klemme und einer der Hauptverursacher,…. diese Einsicht sollte jetzt der Leser selbst vornehmen.
@Tobias Jeckenburger
04.07.2026, 22:01 Uhr
In allen Bereichen. Das hat aber System. Alleine schon die neue „Kapitalrente“ wird dafür sorgen, dass ettliche Milliarden nich mehr für Lebensunterhalt, Lebensfreude geschweige denn! einen Umbau unseres Energiewirtschaftens zur Verfügung stehen. Genauso sieht es bei der Pflege und im Gesundheitsbereich aus.
Die Gerüchte WER daran schuld ist werden nicht abreissen solang man den Menschen das Leben zerbomt.
Vor einer solchen Politik schützt ganz offensichtlich weder ein „S“ noch ein „C“ …
@NI
03.07.2026, 12:07 Uhr
Du wir haben aber gerade keine anarchistische Gesellschaft erreichtund man kann diese Zuordnung recht leicht vornehmen 🙂 . Grundsätzlich lehnt ja der Anarchismus privateigentumsrechtliche Verfügungsgewalt über Produktionsmittel ab (wenn diese dazu dient, Einkommen ohne eigene Arbeit zu erzielen).
Klassisch antisemitisch wird ja diese Verfügungsgewalt immer gerne Juden zugeordnet.
Das ist aber im Artikel eher nicht der Punkt oder ich habe ihn nicht verstanden. Da steht:
Für viele (nicht alle) Anarchsiten besteht also die „jüdische Unverschämtheit“ darin ihre Religion nicht auf den Schrotthaufen geworfen zu haben und obendrein noch einen Staat zu gründen.
Weil sie damit nicht zurecht kommen tummeln sich viele Anarchisten bei den Antisemiten… Und belegen ziemlich eindeutig das sie das mit der Abschaffung aller Formen von Herrschaft noch nicht so richtig verstanden haben…
Ja, @Uli Schoppe – genau so.
So schrieb Bakunin in einem Brief an die Pariser Zeitung „Le Réveil“:
„Ich weiß wohl, dass ich mich einer ungeheuren Gefahr aussetze, wenn ich so offen meine intimen Gedanken über die Juden ausspreche. Viele Leute teilen dieselben, aber sehr wenige wagen es, sie öffentlich auszusprechen, denn die jüdische Sekte, wie furchtbarer als die der katholischen und protestantischen Jesuiten, bildet heute in Europa eine wahre Macht. Sie herrscht despotisch im Handel, in der Bank, und sie ist in drei Viertel des deutschen Journalismus und einen sehr beträchtlichen Teil des Journalismus der übrigen Länder eingedrungen.“
Diese Auffassung verknüpfte Bakunin auch mit seiner Marx-Kritik, wie folgende Stelle aus dem Text „Persönliche Beziehungen zu Marx“ von 1876 zeigt:
„Nun, diese ganze jüdische Welt, die eine ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk, einen einzigen fressenden Parasiten bildet, eng und intim nicht nur über die Staatsgrenzen hin, sondern auch über alle Verschiedenheiten der politischen Meinungen hinweg, – diese jüdische Welt steht heute zum großen Teil einerseits Marx, andererseits Rothschild zur Verfügung. Ich bin sicher, dass die Rothschild auf der einen Seite die Verdienste von Marx schätzen, und dass Marx auf der anderen Seite intensive Anziehung und großen Respekt für die Rothschild empfindet.“
Und weiter: „ … der Kommunismus von Marx will die mächtige staatliche Zentralisation, und wo es eine solche gibt, muss heutzutage unvermeidlich eine zentrale Staatsbank bestehen, und wo seine solche Bank besteht, wird die parasitische jüdische Nation, die in der Arbeit des Volkes spekuliert, immer ein Mittel zu bestehen finden …“.
https://www.hagalil.com/2020/07/bakunin/
Bis heute haben viele Marxistinnen wie auch Anarchisten ein massives Problem mit dem Fortbestehen, ja gar demografischen Wachstum der jüdischen Religion und des jüdischen Staates Israel. Dieser Erfolg war so nicht vorgesehen und kränkt negativ-mimetisch die Halbgebildeten.
Uli Schoppe,
die Strohpuppenerweiterung war keine gute Idee, die wird missverstanden.
Genauso war die Anarchie keine gute Idee, vorallem wenn man sie auf die Volkswirtschaft anwendet.
„Grundsätzlich lehnt ja der Anarchismus privateigentumsrechtliche Verfügungsgewalt über Produktionsmittel ab “
Und wie steht es mit der öffentlich-rechtlichem-Verfügungsgewalt ??
Die hat während der Bankenkrise versagt, weil die Aufsichtsräte aus abgehalfterten Politikern besteht, die versagt gerade bei der „Modernisierung des Gesundheitssystems“
Ein gangbarer Zwischenweg ist die direkte Demokratie durch Volksentscheid, wie es die Schweiz uns vormacht.
Um jetzt auf M. Bakunin zurück zu kommen, der hielt sich für klug und weise und das, gepaart mit revolutionären Ansprüchen, das führt direkt zum Antisemitismus.
@NI
06.07.2026, 10:02 Uhr
Ich glaube da hast Du etwas fundamental mißverstanden. Anarchismus ist eben gerade kein irgendwie geartetes Reförmchen das man irgendwie auf eine bestehende Volkswirtschaft anwendet.
Auch da bist Du einfach auf dem Holzweg. Die Verfügungsgewalt liegt einfach weder bei einer privaten Minderheit noch bei einem Staat. Das jetzt hier im Blog auszuführen führt zu weit ab vom Thema und wäre auch zu lang. Die Modelle der Verfügungsgewalt im Anarchismus findet google für Dich aber doch leicht…
Das ist irgendwie Unsinn. Es ist historisch belegt, dass Bakunin, wie auch andere Frühsozialisten und Anarchisten (Proudhon oder Fourier zm Beispiel), antisemitische Ressentiments von sich gegeben hat.
Die Frage ist: Ist dieser Antisemitismus eine direkte Konsequenz aus anarchistischer Einstellung?
Wer den Kapitalismus nicht als systemisches, apersonales Herrschaftsverhältnis, sondern als bewusstes Machwerk eines ausgewählten Kreises versteht ist in dem Sinne eigentlich schon verloren und befindet sich praktisch mitten drin in der Verschwörungserzählung.
Anders als für die extreme Rechte ist Antisemitismus aber für die politische Linke und den Anarchismus nicht konstitutiv. In dem Moment wo die Kapitalismuskritik aber in eine personalisierte Form abgleitet ist man mit dabei.
Es gibt genug Angriffspunkte gegen den Anarchismus. Das der Antisemitismus NOTWENDIGER Bestandteil des Anarchismus ist ist eigentlich keiner.Der Kampf gegen Antisemitismus wurde historisch oft von linken und anarchistischen Bewegungen getragen, deshalb ist es wirklich spannend herauszufinden warum dann so viele Anarchisten und Linke Antisemiten sind.
Schon einfach damit man als Linker nicht selbst die falsche Abbiegung nimmt. Beim Antisemitismus handelt es sich um ein historisch belegtes, aber ideologisch inkonsistentes Element linker Vorstellunswelt.
Kapitalismuskritik muss sich von personalisierten und verschwörungstheoretischen Vorstellungen fernhalten (passend zum Blog vieleicht: Meiden wie der Teufel das Weihwasser)…
Gerade wenn man sich als Linker irgendwie für intellektuell überlegen hält ist Antsemitismus eine Todsünde wenn wir beim Thema bleiben wollen.
Intelligenz schützt nicht automatisch vor dämlichen Handlungen und menschenverachtenden Ansichten. Das war ja hier im Blog schon Thema.
Uli Schoppe Betreff :Anarchismus
Als Idee war der Anarchismus die Antwort auf den Adel und die Bourgeoisie.
Karl Marx war von der Idee des Sieges des Proletariats über die Bourgeoisie überzeugt. Der real existierende Sozialismus hat die Diktatur der Partei hervorgebracht, der Kapitalismus dagegen konzentriert die Macht in den Kapitalgesellschaften bzw. den Staaten denen das meiste Kapital zur Verfügung steht.
Einen Zwischenweg zwischen Macht und Geld gehen die Genossenschaften.
Hier schließen sich Menschen zusammen, die gleiche Ziele haben, die ganz konkret sind. Und es gibt auch Genossenschaftsbanken.
Was jetzt den direkten Zusammenhang von „überlegener“ Doktrin und Machtmissbrauch angeht, erleben wir gerade in Nah Ost und bei Iran.
Und wer ist dabei beteiligt ?
Nach Herrn Blume beginnt der „Antisemitismus“ mit der (kulturellen) Überlegenheit in der Schrift und im Eingottglauben. Und dieser Eingottglaube schützte sie vor der Assimilierung durch die Ägypter und den Sumerern.
Damit war ein Feindbild geschaffen über die Juden , für alle Länder die die Juden aufnahmen nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer.
Und…..diese überlegene Kultur brachte als Ergebnis auch eine überlegene wirtschaftliche Position mit sich.
Ja und das passt ja nun gar nicht zur Vorstellung des Michail Bakunin über die Gleichheit der Menschen.
Den Rest erspare ich mir.
Herzlichen Dank, dass Sie hier auf meine Grundthesen zum Antisemitismus auch bei Bakunin eingehen, @NI 🙏
Bewusst habe ich auch in diesem Blogpost darauf verwiesen, dass nach den oft sehr dualistischen Äußerungen etwa von Karl Marx, Michael Bakunin & Max Stirner wegweisende Entdeckungen in der Ökonomie erfolgten, beispielsweise durch die beachtenswerte Elinor Ostrom (1933 – 2012). Vgl.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/elinor-ostrom-und-diskussionen-mit-marxismus-glaeubigen/
Die erste Frau, die mit einem sog. Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde, verwies zu Recht auf die gewachsene Selbstorganisation von Eigentumsverhältnissen quer durch die Kulturen der Menschheit und schlug statt der gängigen Zwei- eine Vierteilung der Güterklassen vor:
Gemeinressourcen wie Wasser, Luft, Sonnenlicht, Wälder usw., die vorgefunden wurden und deren Nutzung zu regeln ist.
Öffentliche Güter wie Verteidigung, Wettervorhersagen oder Wissenschaft, die von einigen erstellt, aber möglichst allen Menschen zugänglich werden sollten.
Privatgüter wie Obst oder Fleisch, Kleidung, Häuser, Autos, Schallplatten usw.
Mautgüter, zu denen mehrere Zahlende Zugang haben wie Vereinssport, Theateraufführungen, Kinderbetreuung, Musik und Filme von Streaming-Anbietern.
Der BWL-Prof. Dr. Inan Ince und ich haben dazu bewusst auch eine eigene, frühe Folge von „Blume & Ince“ aufgenommen:
https://blumeundince.podigee.io/10-elinor-ostrom
Wie bereits formuliert sehe ich bei den (nicht zufällig männlich dominieren) Diskursen über den Anarchismus eine schroffe Vernachlässigung der evolutionären Selbstorganisationen in Familien und Religionsgemeinschaften. Aus meiner Sicht sollten wir im 21. Jahrhundert nicht länger die Beiträge von Denkerinnen wie Antoinette Brown Blackwell (1825 – 1921) zur Evolutionsforschung und Elinor Ostrom zur Ökonomie in unseren Diskussionen ignorieren. Der dialogische Monismus besteht ja auf der Einbeziehung von Perspektiven, die zu lange ignoriert wurden.
@Uli Schoppe 06.07. 20:36
„Kapitalismuskritik muss sich von personalisierten und verschwörungstheoretischen Vorstellungen fernhalten (passend zum Blog vieleicht: Meiden wie der Teufel das Weihwasser)“
Eine ziemlich gute Idee. Zumal ja meistens nur weiterhilft, was auch wirklich stimmt.
Anarchie an sich muss ja auch nicht jegliche Hierarchie überall ablehnen. Wenn man sich auf die unguten Formen von Herrschaft konzentriert, kann das doch erst mal reichen.
Viele Aufgaben bekommt eine gute Organisation auch gut hin. Auch wenn da einer die Leitung innehat.
Als Kapitalismuskritik wäre es schon ziemlich hilfreich, wenn man da einfach mal reichlich Steuern ins Auge nimmt. Die sollen ruhig gut verdienen, aber davon halt auch wieder genug abgeben.
Letztlich lebt jede Firma auch von einem funktionierendem Gemeinwesen, und sollte im eigenen Interesse dieses wiederum auch hinreichend unterstützen.
Wenn man denn den Geldrausch zwischendurch mal ausblenden könnte.
Mir fällt es schwer, Antisemitismus in „links“ und „rechts“ einzuteilen.
Antisemitismus muss bekämpft werden, ganz gleich aus welcher Ecke er kommt.
Politische Richtungen und Antisemitismus in den Vordergrund zu stellen, trägt die Gefahr in sich, dass dieses Übel gar nicht mehr bekämpft wird.
Seit der Verleihung des Leo-Baeck-Preises an DN sehe ich noch nicht wieder klar. Offenbar hält er sich ja jetzt über jede sachliche Kritik an seinen öffentlichen Äußerungen, nicht seine Auftritte als Kabarettist, erhaben.
Antisemitismus einzudämmen, ist die gemeinsame Aufgabe aller Menschen. Dazu gehört natürlich auch, sich mit dem Antisemitismus eines Michail Bakunin auseinanderzusetzen.
Wir sind als Gesellschaft doch schon extrem gespalten. Müssen wir da ausgerechnet auch noch in den gemeinsamen Kampf gegen den Antisemitismus einen Keil treiben?
Von den Ideen Bakunins halte ich gar nichts. Sie sind in einer anderen Zeit entstanden. Europa in der Zeit der Revolution.
Der Marxismus hat sich als Sackgasse erwiesen. Aber gleichzeitig führt die Schwäche dieser Illusion zu den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zuständen, die bei uns heute herrschen.
So las ich gestern in einem Artikel des Deutschlandfunks, dass die Hauptgeschäftsführerin des BDI, Tanja Gönner (CDU) von der Bundesregierung weitere Maßnahmen zugunsten der Unternehmen erwartet.
Die SPD interessiert sich nicht mehr für die Belange der Arbeitnehmer. Lars Klingbeil erzählte neulich in einem Podcast von seiner Freundschaft mit Unternehmern. Der SPD-Vorsitzende!
Woher soll die Hoffnung kommen, dass unsere Kinder von denen da oben noch als Menschen und nicht nur als Verfügungsmasse nach Lust und Laune betrachtet werden?
Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – und ich bin da ganz bei Ihnen!
Schon in der Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Querdenken“ oder dem inzwischen gespaltenen Podcast „Hoss & Hopf“ verwies ich immer wieder darauf, dass sich in der digitalen Zeit die antisemitischen Ressentiments und Verschwörungsmythen quer über alle Milieus zu hybriden Formen vernetzten. Auch etwa die terroristische Hamas verquickt antisemitische Traditionen aus der Religion und der ursprünglich russischen Fälschung der „Protokollen der Weisen von Zion“.
Deswegen halte ich es für unerlässlich, einerseits die historische Genese antisemitischer Verschwörungsmythen zu verstehen und diese andererseits quer durch alle (!) Milieus ehrlich zu überwinden. Wenn etwa Parteien, Konzerne, Religionsgemeinschaften usw. ihre jeweilige Verantwortung nur externalisieren, werden wir nicht weiterkommen. Vgl.:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-44-islamischer-rechter-und-linker-querfront-antisemitismus/
Die aktuelle Überforderung des Systems der Parteivorsitzenden – Exekutive auf Basis von Koalitionsausschüssen überrascht mich nicht. Ich hatte sie ja bereits vor über einem Jahr in einem eigenen Blogpost politikwissenschaftlich & zivilreligiös analysiert, der derzeit wieder sehr stark abgerufen wird:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-bundes-koalitionsvertrag-von-1961-als-abweg-vom-grundgesetz/
Aus meiner Sicht überfordert dieses System, das in der Zeitungs- und Fernsehdemokratie noch leidlich funktionierte, angesichts der digitalen Thymotisierung inzwischen alle Beteiligten. Heute Morgen habe ich daher genau dazu gepostet:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Ein Grund für die Gewaltenteilung ist die kluge Arbeitsteilung: Jedes Gesetz im ordentlichen Verfahren im deutschen Bundestag würde intensiv & durch mehrere Lesungen debattiert, Verbände & Expertinnen angehört, die Wahlkreise inklusive der Parteibasen einbezogen.
Schon der antike Römer Cicero rühmte die langsame Weisheit der Republik gegenüber den hitzigen Redeschlachten und Sofort-Abstimmungen der griechischen Demokratie.
Dass die deutschen Parteivorsitzenden seit dem ersten Koalitionsvertrag & Koalitionsausschuss von 1961 die Gesetzgebung an sich gezogen haben, führt dagegen zu immer mehr Chaos & Unmut.
Abgeordnete sollen nun unter überzogener Fraktionsdisziplin einem verpfuschten Heizungsgesetz, unklaren Regelungen über Minijobs & auch noch einem wirren Kompromiss über Krankschreibungen zustimmen.
Ich bleibe dabei: Die gewaltenteilige Demokratie des Grundgesetzes wäre transparenter, dialogischer & besser als jede Parteivorsitzenden – Exekutive.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116876809804960437
Selbstverständlich hoffe ich noch, dass endlich Verständige die mimetische Überformung des Grundgesetzes erkennen und wieder zu den klugen Praktiken der parlamentarischen Republik unserer Verfassung zurückkehren.
In einem bei FOCUS veröffentlichten Interview erklärte ich dazu auf die mich überraschende, letzte Frage:
Eine letzte Frage: Was würden Sie als Bundeskanzler von Deutschland als Erstes machen?
Michael Blume: Ich würde die Rechte der Parlamente wieder stärken. Ich bin seit über 30 Jahren engagierter Christdemokrat. Aber dass Konrad Adenauer 1961 eine überzogene Fraktionsdisziplin eingeführt hat, die die Freiheit von Abgeordneten einschränkte, finde ich für das 21. Jahrhundert falsch. Wir brauchen wieder einen starken Bundestag und lebendige Landtage. Wir sollten wieder mehr Grundgesetz, Menschenwürde und Dialog wagen.
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Ob Politiker, Kabarettisten oder Verbandsvertreterinnen – ich glaube nicht, dass wir die digitale Überbeschleunigung mit all ihren negativen Folgen über die Performance einzelner Personen beheben können.
Michael Blume Betreff: Fraktionszwang
„Aber dass Konrad Adenauer 1961 eine überzogene Fraktionsdisziplin eingeführt hat, die die Freiheit von Abgeordneten einschränkte, finde ich für das 21. Jahrhundert falsch.“
Der Fraktionszwang ist undemokratisch, für Abgeordnete, die ein Direktmandat haben, sollte man ihn abschaffen. Und…..wenn man schon die Arbeitszeit für Arbeiter und Angestellte wieder erhöhen will, sollte man die Anzahl der offiziellen Sitzungswochen mit Anwesenheitspflicht im Bundestag von derzeit 22 auf 26 erhöhen.
Lieben Dank, @NI
In der Politikwissenschaft wird meist unterschieden zwischen den Begriffen Fraktionszwang – dem Druck, sich als gewählter Abgeordneter einer Parlamentsfraktion anzuschließen – und der Fraktionsdisziplin – dem Druck, nicht anders als von der Fraktionsführung vorgegeben abzustimmen.
Aus meiner Sicht haben sich die meisten Abgeordneten des deutschen Bundestages viel zu viel Fraktionsdisziplin durch ihre Parteivorsitzenden gefallen lassen, zumal diese oft noch die Fraktionsvorsitzenden zur Wahl „vorschlagen“.
Dabei heißt es in Artikel 38 (1) des deutschen Grundgesetzes ausdrücklich:
(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
Entsprechend habe ich mich geärgert, als etwa der Parteivorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem Bundestag allen Ernstes verordnen konnte, nicht mehr den mir bekannten und geschätzten Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU) in ein Kontrollgremium der Geheimdienste zu wählen:
https://www.youtube.com/shorts/wEWScC_6AI0
Für mich als begeisterten Anhänger der Gewaltenteilung und parlamentarischen Demokratie stellt sich die Frage, warum wir über sechshundert Abgeordnete wählen, wenn diese weder ihre Gesetzgebungs- noch Kontrollaufgaben erfüllen dürfen. Ich wünsche mir hier dringend mehr bundes-republikanische Ernsthaftigkeit, mehr Treue gegenüber unserer Verfassung und ihren Werten.
Michael Blume
Danke für den Begriff Fraktionsdisziplin.
Dabei sind wir zu 100 % gleicher Meinung.
@NI
07.07.2026, 10:13 Uhr
Und für andere ist er demokratisch und sollte existieren? Mal davon ab das die Sachlage etwas komplex ist. 23 Wahlkreissieger ohne Mandat, Wahlkreise ohne eigene Vertetung …