Mensch, wo bist Du? Wie neue Medien Menschenhass befördern

Normalerweise sollte man sich als Wissenschaftler freuen, wenn sich empirische Thesen immer wieder bestätigen. Aber als ich die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der Hasskriminalität in meiner Heimat Baden-Württemberg in Händen hielt, spürte ich doch eher Sorge und Trauer.

Denn einerseits geht die Kriminalität in Baden-Württemberg insgesamt weiter zurück, sinkt die Arbeitslosigkeit immer weiter – tatsächlich besteht in immer mehr Branchen massiver Nachwuchsmangel – und steigen die Löhne. Doch ausgerechnet der Bereich der politisch motivierten Hasskriminalität legte auch von 2017 auf 2018 wieder deutlich zu – antisemitische Straftaten sogar von 99 auf 136 und damit auf mehr als 20% aller Hassverbrechen (bei einem jüdischen Bevölkerungsanteil von nicht einmal 0,2 Prozent). Und um es gleich klarzustellen: Der allergrößte Teil dieser Taten ging auf einheimische, vorwiegend rechtsgerichtete Täter zurück.

Was geht hier vor? Wie ich es Sonntag auch in Meersburg formulierte: “Der Hass aus dem Internet kippt auf die Straße.”

Immer dann, wenn in der Entwicklung der Kulturen neue Medien auftraten wie der Buchdruck, die elektronischen Medien Radio und Film und nun die digitalen Medien, traten neben unglaublich positiven Effekten auch neue Spielräume für Extremisten, Hassprediger und Trolle auf. Der Druck machte buchstäblich Feind-Bilder zugänglich, etwa über angeblich mit dem Teufel und Juden verbündete Frauen, die den “Hexensabbat” begehen, oder über angebliche Ritualmorde und Brunnenvergiftungen. Ebenso nutzten Rassisten und Antisemiten gezielt Radio und Filme (“Birth of a Nation”, 1915, “Jud Süß”, 1942 uvm.), um Hass, Entmenschlichung und Gewalt zu verbreiten. Die neuen Medien – auch das Internet – bringen die Verschwörungsmythen nicht hervor, aber sie vernetzen und verstärken, befeuern sie.

Wer dem noch etwas tiefer nachgehen möchte, hier ein aktuelles Interview dazu beim religionswissenschaftlichen Informationsdienst REMID.


Als Festredner bei der christlich-jüdischen, inzwischen auch generell interreligiösen “Woche der Brüderlichkeit” in Karlsruhe sprach ich zu deren Motto 2019 “Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindlichkeit”. Über die Begrüßung durch den Karlsruher OB Dr. Frank Mentrup (SPD) und die Teilnahme von Generalbundesanwalt Dr. Peter Frank und anderer Ehrengäste freute ich mich sehr. Für die Einladung und Organisation gilt mein besonderer Dank Solange Rosenberg, mit der ich nun schon verschiedentlich zusammenarbeiten durfte.

Mir ist dabei völlig klar, dass mit Reden, Schreiben und Aufklären alleine der Hass nicht zu stoppen sein wird. Aber umso mehr Menschen begreifen, worum es in Medienrevolutionen geht, das Frieden, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und damit auch Wohlstand – buchstäblich: Leib und Leben – auf dem Spiel stehen, umso eher werden wir Extremismus, Cybermobbing und Trolling auch wieder zurückdrängen können.

Auch zum “digitalen Entgiften”, zum Lesen, Leben und Reflektieren ziehe auch ich mich mehrfach im Jahr für einige Tage oder wenige Wochen aus Facebook & Co. zurück. Entsprechend kann ich Ihnen über die kommende Festwoche nicht zusagen, täglich Kommentare moderieren und ggf. beantworten zu können.

Ich wünsche Ihnen allen von Herzen gesegnete Ostern, Pessach sameach oder auch einfach schöne, besinnliche und friedvolle Feier- und Urlaubstage. Anfang Mai lesen und hören wir uns wieder.

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger, Landesbeamter und christlich-islamischer Familienvater. Letzte Bücher "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch manches erlebt und überlebt...

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  1. Mensch, wo bist du? Welchen Menschen meinen sie ? In der DDR hat man mir ein Menschenbild vorsetzen wollen, was ideologisch verklärt und Realitätsfremd war. Der “neue Mensch”, der mit der bewussten Einsicht in die Notwendigkeit ausgestattet ist. Ähnliche ideologisch verklärten und falsche Menschenbilder treffe ich heute an. Die Kirche baut sich ihr Menschenbild , die Medien entwerfen ihres usw….Der Mensch ist-und da bin ich ganz bei der Bibel- auch böse und krankhaft egoman. Was ich gelernt habe: Es gibt DEN MENSCHEN nicht. Dieser DDR-Mensch war genau so auf seine eigenen Vorteile bedacht ,getrieben von SozialNeid, Egomanie, Besserwisserei, Spießigkeit, Unterwürfigkeit,Falschheit wie der heutige “Mensch”. Mein heutiges Erlebnis im Einkaufscenter: Mensch regt sich darüber auf, wenn er beschissen wird, freut sich aber, wenn er andere bescheißen kann. Vielleicht hat das auch etwas mit der Verrohung in der Gesellschaft zu tun, denn Wohlstand allein ist kein Kriterium für die Bewertung .

    • @Golzower

      Vielen Dank! Die Frage: „Mensch, wo bist Du?“ bezieht sich tatsächlich auf die biblische Paradiesgeschichte. Adam und Eva verstecken sich vor ihrer Verantwortung, erst Abraham wird antworten: „Hineni – Hier bin ich!“

      Hier zum Hören von Leonard Cohen:
      https://m.youtube.com/watch?v=v0nmHymgM7Y

      Es geht hier also tatsächlich um ein realistisches Menschenbild, dass Bosheit und Feigheit ebenso einschließt wie unsere Würde und die Möglichkeit zur Wahl.

      Freut mich, dass diese Frage Sie angesprochen und angeregt hat. 😊👍

  2. Nun ja. Bis gestern wusste ich nicht, daß Humanist für manchen “progressive” Menschen wie etwa “Joachim Schulz” ein Schimpfwort ist. Sie brauchen nur auf seine Seite auf scilogs (quantenwelt) nachschauen.

    Gruss
    Rudi Knoth

  3. Könnte die stetige Zunahme des Antisemitismus vielleicht daran liegen, dass der Begriff immer weiter ausgedehnt wird? Heutzutage gilt ja selbst eine Diskussionsveranstaltung des BDS oder sogar von linken, besatzungskritischen Juden als Antisemitismus. Wieviel Prozent der Vorfälle beziehen sich denn auf den “klassischen” Antisemitismus?

  4. “Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde Mensch zum Mensch.” (unbek. Anthroposoph)

    Als Mensch aber anfing auch daraus ein Geschäft zu machen, war alles für’n Arsch, war der geistige Stillstand seit der “Vertreibung” im Kreislauf der Dummheit manifestiert. (hto)

    • @hto

      Nur interessehalber: Kommt es auch manchmal vor, dass Sie etwas anderes als Beschimpfungen von sich geben? Es ist ja nett, dass Sie diesen Blogpost direkt bestätigen wollen, aber ich wünsche Ihnen auch Lichtblicke in Ihrem Leben… 🤔🌈

  5. Seit die Griechen Demokratie erfunden haben, hat Mensch nicht dazu gelernt, denn immernoch können imperialistisch-hierarchische Zusammenrottungen, im zeitgeistlich-reformistischen Faschismus, die Freiheiten und Rechte von Mensch erfolgreich antidemokratisch spalten, konfusionieren, einschränken und somit logisch immerwieder komplett unterdrücken, nur weil Mensch seine Vernunftbegabung nicht in gottgefälliges Verantwortungsbewusstsein (wie im Himmel all so auf Erden”) umzusetzen verstehen mag – egozentriertes “Individualbewusstsein”, anstatt die fusionierenden wie befriedenden Möglichkeiten der Kraft des Geistes in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein.

  6. Ich mag den @hto auch nicht sonderlich, da er scheinbar die immer gleichen Textbausteine verwendet. Aber sein Einwurf hat mich diesmal berührt. Es stimmt, das System, in dem wir leben, macht alles zum Geschäft. Auch sie, werter Herr Blume, wollen Ihre Bücher verkaufen. Hier wird alles gekauft und verkauft, hier geht alles auf -und damit unter. Hier (in diesem System) wird alles gekaut -und wiedergekäut, was andere längst verdaut haben. Letztlich eine Schande für uns heutige, die über keine Bildung mehr verfügen, wir erfinden ständig das Rad auf’s neue.

    • @Dietmar Hilsebein

      Klar, auch wenn ich einen Text schreibe, dann wünsche ich natürlich, dass er auch möglichst oft wahrgenommen und gelesen wird. Für Abertausende Stunden des Bloggens – inklusive des Beantwortens von Kommentaren – nahm und nehme ich keinen Cent, sondern freue mich über Aufmerksamkeit. Und dies gilt selbstverständlich genauso für Sie und @hto: Auch Sie schreiben ja Ihre Kommentare, damit andere diese lesen. Und wer zum Beispiel Tote bestattete und bestatten ließ, tat dies von Anfang an auch im Hinblick auf andere und ggf. auch aus Furcht vor den Blicken der Ahnen.

      Den Vorwurf, das Handeln der Anderen sei nur „Geschäft“, halte ich daher für blind gegenüber den je eigenen Motiven. Wenn @hto kommentiert – und dabei leider auch immer wieder mal ausfallend wird – dann verfolgt auch er damit Ziele – wie Aufmerksamkeit und Machtausübung – und betreibt also sein ganz persönliches „Geschäft“. Und dies übrigens mithilfe des Internets und von Buchstaben, die jeweils in „kapitalistischen“ bzw. „feudalen“ Kontexten entwickelt wurden.

      Ihnen und @hto schöne und besinnliche Ostertage! 🙂

  7. “Der allergrößte Teil dieser Taten ging auf einheimische, vorwiegend rechtsgerichtete Täter zurück.”

    Sind Sie sich da so sicher?
    Werden die 3 AfD-Autos, die gerade erst gestern abgebrannt wurden, auch rechten Gruppen zugeordnet, genauso wie wenn ein Islamist den Arm zum Hitlergruß erhebt?

    Und warum wird zwar Antisemitismus erwähnt, die zahlreichen Gewalt- und Terrorakte gegen Menschen christlichen Glaubens aber nicht?

    Denken Sie nicht, dass Ihr Beitrag ein wenig einseitig ist?

  8. man stelle sich vor es gäbe nur ein Hassverbrechen und das wäre anti-semitisch, dann wären das 100% — und das bei einem jüdischen Anteil der Bevölkerung von 0,2%… Auweia!

  9. Menschenhass und andere Aufgeregtheiten entstehen hauptsächlich, wenn die Menschen ihren inneren Frieden verlieren. Aber der wird nicht dadurch zerstört, weil Massenmedial irgendwas “befeuert” wird, sondern weil subtile Mechanismen genau den inneren Frieden in anderen stören sollen, damit man nacher diskreditierend auf solche Menschen(opfer) zeigen kann: seht hin, Sowas kommt von Sowas…

    Wesendlicher Teil der Störung des inneren Friedens ist: Metalsalz (oder modernes Pendant der Atomtechnologie) und Nervengifte. Und naja: Massenmediale Hetze, damit die durch Nervemgifte hinzugewonnene neuronale Aktivität auch einen Gegenstand findet, um sich ins verderben zu aggieren – ganz allein auf geistiger Ebene.

    Und es ist ja kein Geheimnis: Wer wird als das Uropfer im Christentum verherrlicht, sodass man es quasi jederzeit mit einer erwartbaren verlässlichkeit wieder tun kann? Weil gerade Ostern ist…wie alljährlich mit dem ganzen Prozedere:

    Genau: Jesus. Der moderne Jesus ist eine erbärmliche Gestalt, die in den Gotteskrieg gestoßen wird, damit, wie hinlänglich bekannt sein kann, die Sünden aller Menschen dadurch abgegolten werden. Sprich: Weil man wenig gegen die Gotteslast tun kann, muß einer dafür in den Ring der Götter steigen, damit das ganze Konstrukt der Hochkukltur und modernen Zivilisation nicht unterbrochen wird oder gar zusammenbricht, weil Gott sich die Sache doch anders vorgestellt hat.

    Die Stimmung der Christenheit als hinterrücks unterstützender Motivator für all jene, die aus dem inneren Frieden gebracht wurden und sich daher “beschleunigt” ins verderben werfen. Auch dank massenmedialer Konfrontation und, wie es oben beschrieben: Hetze.

    Akzeleration – die Beschleunigung der Kreuzigung. Und in 20 Jahren sind die dadruch Geschädigten eindeutig an ihren Demenzen zu erkennen.

  10. Du erweiterst den Begriff Geschäft leider etwas unzulässig 🙂 Wie er gemeint war ist doch eigentlich klar oder? Alles wird der kapitalistischen Verwertung zugeführt ^^ 🙂

    • @Uli Schoppe

      Oh, es ist das Wesen des digitalen Kapitalismus, dass er um Aufmerksamkeit buhlt und diese monetarisiert: Wenn Sie Google, Facebook oder diesen Blog nutzen, so „bezahlen“ Sie nicht nur mit Ihrer Zeit, sondern auch mit der Werbung, die Ihnen präsentiert wird.

      Es war und ist das große Problem der „Kapitalismuskritiker“, dass sie so gerne auf andere zeigen, aber ihre eigene Position so selten hinterfragen. „Die größten Kritiker der Elche waren und sind meist selber welche.“

      Oder in einem anderen Bild: Auch wer sich für den Schiedsrichter hält, ist doch meistens Teil des Spiels…

      Mein Plädoyer wäre: Das Spiel besser verstehen (Empirische Wissenschaft, v.a. Evolutionsforschung, Philosophie, v.a. Erkenntnistheorie), und dann fairer spielen oder gar Regeln und Strukturen verbessern. 🤗📚🌈

  11. CDU spricht sich für CO2-Steuer aus. Expertin sagt vorraus: Das wird Benzin und Heizung verteuern.

    Tja, das wird den Hass unter den Menschen befeuern, obwohl das mit einem wirklich-wahrhaftigen Systems absolut nicht sein müsste.

    Wenn diese CO2-Steuer mit dem herrschenden System kommt, dann wird es sicher eine schizophrene Mogelpackung, die nichts ausser faule Kompromisse …

  12. @ Blume
    “Es war und ist das große Problem der „Kapitalismuskritiker…”

    Warum sollte man den Kapitalismus nicht kritisieren dürfen? Früher hätte man gesagt: ‘geh doch nach drüben, wenn es dir dort besser gefällt.’ Heute sitzen wir alle in einem Boot. Natürlich weiß heute keiner so genau, wie die Gesellschaft von morgen aussehen könnte. Sieht man den Kapitalismus aber als alternativlos an, so besteht die Gefahr, daß nach Alternativen gar nicht erst gesucht wird.

    • Oh nein, @Dietmar Hilsebein, ich habe mich ganz und gar nicht gegen Kritik ausgesprochen, sondern für besser begründete Kritik.

      Denn da gebe ich Popper Recht: Wer hinter allem Übel immer nur „den Kapitalisten“ erblickt, betreibt nicht seriöse Kritik, sondern Verschwörungsglauben. (Nicht zufällig treffen sich Links- und Rechtsextreme regelmäßig im Antisemitismus.) Und wer mit der These um Aufmerksamkeit wirbt, alle anderen würden nur um Aufmerksamkeit werben, darf und sollte m.E. auf den Selbst-Widerspruch hingewiesen werden. 😊🌷

  13. Ja, das kann ich machen. Aber werden SIE es denn zulassen?

    Als Einstieg mal: Ein System OHNE Wettbewerb, auf der sozialistisch-kommunistischen Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit – besser/realistischer als das BGE!?

    Ein System des Zusammenlebens OHNE … – da gibt es sehr sehr viel!?

    • @hto

      Wie können wir uns „ein System ohne Wettbewerb“ vorstellen? Nur noch eine Brotsorte, nur noch eine Partei, nur noch ein Führer, nur noch eine Zeitung, nur noch ein Kommentar? Kein Wettbewerb der Meinungen, Perspektiven, Systeme, Kandidaten mehr? Waren die Millionenopfer der sozialistisch-kommunistischen Versuche noch nicht genug? 🤔

  14. 1. Wieviel Strom wird wohl erzeugt, für quantitative Produktion / Kommunikationsmüll die/den Mensch nicht braucht, wenn er denn wirklich-wahrhaftig zusammenleben würde???

    • Umso wichtiger wäre es, wenn Sie selbst keinen „Kommunikationsmüll“ produzieren, sondern ernsthafte Fragen beantworten würden, lieber @hto.

      Bedeutet „kein Wettbewerb“ denn nicht notwendig, dass es auch keine Wahlen zwischen verschiedenen Parteien, Kandidaten und Meinungen mehr geben dürfte? Und würden auch die Liebespaare einander zugeteilt, da es ja auch hierbei „keinen Wettbewerb“ mehr geben dürfte? Gerecht verteilter Sex für alle, verordnet von der einzigen, wettbewerbslosen Partei? 🤔

  15. Ohne Wettbewerb bedeutet: Mensch steht nicht mehr in Konkurrenz, alle Arbeit kann beliebig oft geteilt und menschenwürdig in Freiheit und Gerechtigkeit, nach entsprechender Leistung nur für die Gemeinschaft, belohnt werden – da bräuchte sogar niemand mehr eine Krankmeldung, und vom Arbeitsamt bekommt jeder der will garantiert auch Arbeit.

  16. Eine Brotsorte, ein Führer, Sex nach Verordnung – ich sehe schon wieder die Muster die ich hasse und uns wieder vom Sie zum Du führen!?

    • Anstatt zu drohen und auszuweichen könnten Sie doch auch einfach die Fragen beantworten, lieber @hto. Gäbe es in Ihrem „System“ also doch mehrere Brotsorten, die freie Wahl zwischen zeitlich begrenzten Regierungen, Parteien, Kandidaten, die nur gegenseitige, freie Wahl in Liebesfragen – und also doch richtig viel Wettbewerb? 🤔

  17. “Wer hinter allem Übel immer nur „den Kapitalisten“ erblickt, betreibt nicht seriöse Kritik, sondern Verschwörungsglauben.”

    Man muß ja nicht den “Kapitalisten” in den Blick nehmen -hat auch Marx nicht gemacht-, da der “Kapitalist” ein Mensch ist, der nur zu einem kleinen Teil dem System dient. Und hier liegt bereits der Hase im Pfeffer: das System sollte dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Natürlich haben wir aus der Geschichte gelernt, daß der Staatskapitalismus des Ostblocks nicht einmal ein Sozialismus war. Meiner Meinung nach vereinfachte Marx mit der These, daß das gesellschaftliche Sein das Bewußtsein bestimmt. Das stimmt insofern, daß der Massenmensch in der Regel sich sklavisch einem System beugt. Es gibt, bzw muß aber immer Menschen geben, die sich noch aufs offene Meer trauen, um nach neuen Horizonten Ausschau zu halten. Die wären dann in der Lage, daß gesellschaftliche Sein mitzubestimmen. Das darf aber niemals mit Gewalt einhergehen, vielmehr geht es um Reformen der “Denkungsart” (->Kant) des Menschen.

    • Weite Zustimmung, @Dietmar Hilsebein! Tatsächlich versuche ich ja sogar in Erfahrung zu bringen, welche „Alternative“ uns @hto anbieten möchte. Konkrete Fragen dazu scheint er jedoch nicht zu mögen… 🥺

  18. Ja, Roggen-, Weizen-, Gerste-, Dinkel-, Hafer-, Reis-, Toast-, Knäckebrot und …, soweit das ökologisch und ökonomisch vereinbar ist :))

    “zeitlich begrenzte Kandidaten” – wenn damit Führungskräfte gemeint sind, dann werden die sogar schon belohnt wenn sie sich auf dem Bildungsweg für ihre Aufgaben zum Wohle der Gemeinschaft befinden.

    “freie Wahl in Liebesfragen” – ??? Also ich sehe da eine schönere Menschlichkeit sich entwickeln.

    Zufrieden?

    • Nein, @hto, leider haben Sie meine Frage nicht beantwortet, sondern wieder nur „manipulativen Kommunikationsmüll“ angeboten.

      Wer bestimmt, welche Brotsorten „ökologisch und ökonomisch vereinbar sind“? Eine Planbehörde, eine Partei?

      Wer entscheidet über die Berufung der „Führungskräfte“ und ihre „Belohnung“? Wird unter Kandidaten durch das Volk gewählt? Und wenn es Belohnungen gibt, dann also doch Wettbewerb um diese?

      Und entsteht die „schönere Menschlichkeit“ durch die freie Wahl – und also den Wettbewerb – der Beteiligten?

      Versuchen Sie doch bitte einfach, zu sich selbst und zu uns anderen, die Ihnen Aufmerksamkeit schenken (!), ehrlich zu sein und klare Antworten zu geben… 🤔

  19. Herr Hilsebein, ich bin nicht nur Sozialist / Kommunist, ich bin auch Christ, der aber wegen der Unwahrheit nicht in dieser UnGemeischaft lebt!

  20. Die wären dann in der Lage, daß gesellschaftliche Sein mitzubestimmen.
    Korrektur:
    Die wären dann in der Lage, das gesellschaftliche Sein mitzubestimmen.

  21. Was denn sonst, wenn nicht eine “Planbehörde”? Parteien gibt es nicht mehr. Kontrolle durch das Volk. Keine Gespräche hinter verschlossenen Türen. Belohnung ohne Wettbewerb und ohne Angst vor einem Gerichtsvollzieher!

    Schönere Menschlichkeit durch Freiheit von materialistischer Manipulation!

    • @hto

      Also die Diktatur einer Planbehörde. Denn das Volk könnte dessen Führung ja mangels Parteien und also Auswahl gar nicht mehr austauschen.

      Und haben Sie wirklich den Eindruck, die Menschen in der ehemaligen Sowjetunion oder im heutigen Nordkorea wären wirklich geistig und materiell freier? Millionen flohen (und fliehen) in wirklich freiheitliche Systeme. Planwirtschaft hat noch nie funktioniert.

      Aber es ist interessant, dass Ihr „System“ offensichtlich einfach eine Variante mehrfach katastrophal Gescheiterten darstellt… 😳

  22. Keine Diktatur, keine Sowjetbürger, kein Nordkorea, aber vor allem keine Gescheiterten mehr, nicht einmal Jesus muss den Sündenbock darstellen! 😊

    • Tjaja, @hto – die Utopie, der Nicht-Ort, der sich der menschlichen Realität verweigert…

      „Keine Gescheiterten“ wird es mehr geben, da auch Krankheit, Unfalltod und Liebesunglück weggeplant werden. Gesundheit, Sicherheit, Sex für alle, denn die Planungsbehörde ist jetzt Gott gleich und darf durch keine Wahl mehr herausgefordert werden. Sie entscheidet über die alleinige Wahrheit und Brotsorten, über erlaubte und verbotene Kommentare, sie belohnt und bestraft.

      Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht und frohe, freiheitliche Ostern. 🌷🌈

  23. 2. CO2 – Wenn Mensch den “Individualverkehr” nicht mehr braucht, weil …

    Da gibt es verschiedene Möglichkeiten der Regelung, soll ich das erklären?

  24. Zu hto:
    Ich verstehe ihr Ansinnen: Kommunismus = Gleichheit für alle ! Hat in der DDR nicht geklappt, da man von einem idealisierten Menschenbild ausging. Die sozialistische Persönlichkeit mit der Einsicht in die Notwendigkeit und die daraus resultierende Einschränkung der Bedürfnisse. Menschen sind aber in erster Linie materialistisch eingestellt und denken egoman. Wohl an die neunzig Prozent der Migranten aus der DDR in die damalige BRD waren reine Wirtschaftsmigranten, die die “Vorzüge” des Kapitalismus genießen wollten. Das egoistische Denkmodell hat also über das kollektivistische Denkmodell(Kommunismus) gesiegt, weil man mit ALDI/LIDL oder PENNY die Seelen der Menschen schneller erreicht und befriedigt als mit schönen IDEALEN. Gleichheit scheint eine Phrase zu sein und hat nicht einmal in der Französische in Revolution funktioniert.

  25. @Hilsebein: “Reformen der Denkungsart”

    Wir sind alle im SELBEN Maße “durchströmt” vom Geist der “Gott” ist, NICHTS gehört dem “Einzelnen” wirklich-wahrhaftig / allein, sogar / besonders unsere Gedanken nicht, weil diese auch immer abhängig von Geist und Gemeinschaft geprägt wachsen, deshalb darf es “Demokratie” durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck nicht geben!

    Alle Revolutionen waren bisher nur zeitgeistliche Reformen unserer imperialistisch-faschistischen Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein”, das Denken und die Kommunikation zu geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein wurde bisher immer in erpresserischer Ausbeutung und Unterdrückung erstickt.

  26. @ Golzower
    Großartig zusammengefaßt. Daher bevorzuge ich Kant. Ihm war bewußt, daß ein Bewußtseinswandel nur langsam vonstatten geht. Beim Menschen muß man in Äonen denken. Spätestens dann, wenn ihm durch die materialistische Einstellung das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Halse steht (->Klimawandel), wird er wohl umdenken müssen oder eben aussterben -was wohl auch kein Beinbruch ist, schließlich sind die Dinos auch ausgestorben.

    @hto
    Weniger Schlagworte, mehr Inhalt. Versuchen Sie es! Sonst ist es bloße Ideologie.

  27. @Golzower

    Den einzelnen Mensch gibt es nicht, er ist wie alles in dieser Realität eine Illusion, also “einzeln”!?
    Nur nicht aufgeben, der Mensch wird das Schicksal / die Vorsehung / die “göttliche Sicherung” schon noch überwinden und seine Vernunftbegabung in “gottgefälliges” Verantwortungsbewusstsein und Möglichkeiten von und zu geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein wandeln.
    Lenin hatte zwar recht was die Nichtteilnahme von England, Frankreich, Deutschland anging, aber er hatte absolut unrecht, bzw. er hat es völlig falsch eingeschätzt (ist ja auch kein Wunder!), was den Glauben von Mensch betrifft.
    Alles können die Profitler nicht assimilieren, und es ist schon mehr als eine Mauer gefallen!

  28. Hallo an alle,
    im Wesentlichen stimme ich “hto” zu.
    Der Kapitalismus erhält seine schädliche Kraft aus dem menschlichen Egoismus.
    Ich selbst halte den negativen Utilitarismus (die Verringerung von Leid), den Agnostizismus (wir wissen sehr wenig über unser Universum) und die Platin-Regel (behandle andere Menschen so, wie diese behandelt werden wollen) für empfehlenswerte Verhaltensmuster.
    Möglicherweise sättigt unser großer Wohlstand (der hauptsächlich von
    Wissenschaft, Technik und leider auch vom Kapitalismus erzeugt wird), den menschlichen Egoismus so weit ab, dass die Menschen freigiebiger werden.
    Dadurch werden das bedingungslose Grundeinkommen, eine post-scarcity economy, und eine Schenk-Ökonomie überhaupt erst ermöglicht.
    Dabei ist es hilfreich, wenn die gefährlichen, anstrengenden und unangenehmen Arbeiten von Maschinen übernommen werden.
    Die menschliche Abneigung gegenüber von solchen unangenehmen Arbeiten war eine Antriebskraft, die zu der Einführung der Lohnarbeit geführt hat.
    Auf meiner Internetseite (hier oben unter meinem Namen) findet man eine Kurzgeschichte zu diesem Thema, die “Übergangszeit”.
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • @Karl Bednarik

      Interessant! Wobei jetzt nicht ganz klar ist: Würden Sie nur ein Bedingungsloses Grundeinkommen befürworten, oder auch gleich die Abschaffung der Demokratie durch eine „Planungsbehörde“ für alle Lebensbereiche?

      Und würde die konsequente Absage an jeden „Egoismus“ nicht auch logischerweise auch die Öffnung aller Grenzen bzw. massive Umverteilung gen Süd- und Osteuropa, Asien, Afrika, Lateinamerika etc. bedeuten? Da wir doch alle Menschen sind: Warum sollte Post-Egoismus bzw. Post-Kapitalismus denn an konstruierten Grenzen enden? 🤔

  29. Also bitte Herr Blume, wo habe ich die Abschaffung der Demokratie propagiert? Ganz im Gegenteil!
    Ausserdem, jeden Egoismus kann man nicht verhindern. In meiner Vorstellung von Zusammenleben, würde nur die Konfusion so aufgelöst, dass deutlich wird was egoistisch im Sinne von krankhaft- und/oder kriminell-asozial ist, also zweifelsfrei Gerechtigkeit.

    • Nun, @hto – Sie haben eindeutig die Abschaffung freier Wahlen zwischen verschiedenen Parteien und Kandidaten gefordert. Und stattdessen eine Planungsbehörde avisiert, die über die Zulässigkeit von Brotsorten entscheiden wird. Und während Sie selbst für sich in Anspruch nehmen, alles bezweifeln und mitunter auch beschimpfen zu dürfen, wollen Sie umgekehrt festlegen, was „zweifelsfrei Gerechtigkeit“ sei…

      Schauen Sie, ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre auch in einer Demokratie umsetzbar – wenn sich eine Mehrheit dafür fände. Doch viele Menschen – so auch ich – haben Zweifel an dessen Gerechtigkeit. Wird es nicht Fehlanreize setzen und z.B. reiche Immobilienbesitzer zusätzlich alimentieren? Würde es nicht einen weiteren Sog auf europäische und außereuropäische Zuwanderer ausüben? Wie „gerecht“ wäre aber ein Ausschluss von Menschen aufgrund ihrer Herkunft? Gerade auch innerhalb der Linken tun sich da längst Gräben auf.

      Ich möchte nicht beschimpft werden, sondern ggf. überzeugt. Und zwar nicht durch unverständlichen „Kommunikationsmüll“ und die willkürliche Umwertung von Begriffen, sondern durch klare, nachvollziehbare Argumente. Und ich möchte die freie Wahl zwischen verschiedenen Parteien und Kandidaten haben.

      Meine Eltern haben den real existierenden Sozialismus ohne freie Wahlen am eigenen Leib erlebt. Von Stasi-Gefängnis bis zu fehlenden Brotsorten war alles dabei. Demokratie und Rechtsstaat werde ich daher immer verteidigen.

      Ihnen eine gute Woche!

  30. @Populismus

    In modernen Zeiten kann man im Internet auch ohne einen zahlungskräftigen Verlag als Partner alles veröffentlichen, was die Menschen interessiert, und wohl auch Leser finden. Die seit Jahrzehnten gewohnte Kontrolle der Medien durch Staat, Kirchen und die großen Verlagshäuser hat an Einfluss verloren. Das ist unterm Strich wohl eine gute Sache. Das erklärt dann, dass heutzutage rechte Parteien schnell wachsen können, weil sie ihre Öffentlichkeitsarbeit einfach selber machen können. Aber auch ein Macron oder jetzt der Komiker in der Ukraine können offenbar sehr schnell Mehrheiten gewinnen, dass hätte früher 10 mal länger gedauert bzw. wäre unmöglich gewesen, hier gegen die Medienmacht der Etablierten anzukommen.

    Können wir hier aber dennoch eine Andersrum-Verschwörungstheorie konstruieren? Dass den Kapitalisten der Neoliberalismus nicht mehr schnell genug geht, und diese die Befeuerung des Rechtradikalimus via Internet mit dem zur Verfügung stehendem Billionenvermögen fördern. Gerade die Datenklaumonopolisten Google, Facebook, Mikrosoft, Appel und Amazon und damit auch die NSA haben alle Informationen über die Menschen weltweit, die man braucht, was man wissen muss, wie man jeden einzelnen über das Internet an die rechte Szene optimal heranführen kann.

    Milliardär-Oligarchen aus der CO2-Industrie hätten ein Motiv, und auch sonst sieht es nach einem Sieg im Klassenkampf aus, der in Zukunft auch ohne Demokratie weltweit vollendet werden kann.

    Ich hoffe mal, dass diese Andersrum-Verschwörungstheorie nur Fantasie ist, und der Rechtspopulismus nur mit Erfolg die Unzufriedenheiten aufgreift, um politisch mitspielen zu können:

    1. Die Klimaschutz-Perversion wie die EEG-Umlage, die den Kleinverbrauchern aufnötigt, den Industriestrom zu subventionieren, auch aus dem Sozialhilfesatz heraus. Und fette SUVs erlaubt sind und Flugbenzin noch steuerlich gefördert wird. Vor solchen Klimaschutzmaßnahmen haben Geringverdiener begründete Angst.

    2. Eine Einwanderungswelle, die wenig mit Menschlichkeit und viel mit Profiten von Immobilienbesitzern in Zeiten von sinkender Stammbevölkerung zu tun hat. Wieder die Unqualifizierten und Geringverdiener bezahlen dies mit noch mehr Niedriglohnsektor und massiven Problemen bei der Wohnungssuche.

    3. Eine EU wirtschaftlicher Destabilität, die den Euro ohne die nötige gemeinsame Wirtschafts- und Steuerpolitik gegen die Menschen am Rande von Europa und für die Profite der Großkonzerne durchziehen will. Hier überflüssiger Leistungsdruck und einen Sog auf EU-Ausländer in den deutschen Arbeitsmarkt, zum Rand von Europa hin zunehmende Arbeitslosigkeit mit katastrophaler Situation für die kleinen Leute dort.

    Wie wärs denn mal, wenn die Politik hier mal ansetzen würde, und die Ursachen der Verzweiflung der weniger qualifizierten Menschen in Deutschland und ganz Europa ernst nehmen würde? Ich bin ein großer Fan von Ökologie und Klimaschutz. Wenn ich Gutverdiener wäre, könnte ich guten Gewissens die Grünen wählen. Aber als nikotinsuchtkranker Geringverdiener kann ich eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer finanziell nicht mehr verkraften. Das Risiko ist mir einfach zu groß.

    • @Tobias Jeckenburger

      Eine spannende Verschwörungstheorie (!), vielen Dank!

      M.E. lässt sie sich jedoch widerlegen: So konnte bislang kein neues Medium (Schrift, Druck, Telegramm, Radio, Fernsehen etc.) nur durch eine Gruppe kontrolliert werden. Dass dies ausgerechnet beim dezentralen Internet bereits verborgen gelungen wäre, ist also extrem unwahrscheinlich.

      Entsprechend werden die neuen Medien ja von verschiedenen, politischen Bewegungen genutzt – und es wäre tatsächlich auch verwunderlich, wenn finanzstarke Akteure hierbei nicht tätig würden. (Vgl. die AfD-Spendenskandale)

      Blöd für „uns“: Mit Einkauf und Verbrennung von Tabak und Öl finanzieren (auch) Sie ebenjene Oligarchen mit, deren Wirken Sie mit einigem Recht kritisieren…

  31. Und nochmal also bitte, “Herr” Blume, wie sie sehr genau wissen, habe ich auch bei ihnen schon sehr genau erklärt warum das BGE asozial ist und ich es ablehne, allerdings habe ich ja ein sehr viel besseres Konzept zur Kommunikation gestellt!?
    Ihr intrigantes Geschreibsel und … hier ist armselig.

    • Sorry, @hto – ein „sehr viel besseres Konzept“ konnte ich bei Ihnen bisher nicht finden. Wollen Sie es nicht einfach einmal am Stück erklären, möglichst ohne geraunte drei Punkte … und Beschimpfungen? 🤔🌷

  32. Hallo Herr Blume,
    als Österreicher habe ich leider nur wenige Informationen über die DDR.
    Ist es richtig, dass es in der DDR keine Obdachlosen und keine Arbeitslosen gegeben hat?
    Gegen die Obdachlosigkeit könnte eine Verstaatlichung des Wohnungswesens helfen, denn der herrschende Mietwucher ist recht inhuman.
    Zum Beispiel hat die mehrheitlich sozialdemokratische Gemeinde Wien mit ihren Gemeindebauten ein sehr humanes System aufgebaut.
    Möglicherweise war die Mittelschicht in der DDR weniger zufrieden, als es die einfachen Arbeiter waren.
    Die Privatisierung von lebenswichtigen Funktionen stellt immer ein hohes Risiko der Ausbeutung dar.
    Ein Themawechsel:
    Ich vermute, dass niemand Ihre Ablehnung des Antisemitismus verändern kann.
    Vermuten Sie, dass Sie die Meinung der Antisemiten verändern können?
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • @Karl Bednarik

      Die bisherige Forschung zeigt leider, dass sich lange überzeugte Antisemiten selten erreichen und überzeugen lassen. Aufklärung und Prävention können jedoch Menschen davor bewahren, ihrerseits in den Antisemitismus abzurutschen und wiederum anderen Antisemiten zu widerstehen. Zuletzt habe ich so auch sehr ermutigende Reaktionen auf mein Buch aus deutsch-türkischer Perspektive erhalten.

  33. hto
    Für das menschliche Zusammenleben gibt es zwei Klebstoffe, die Liebe und das Geld.
    Eine Familie, die autark ist, braucht kein Geld. So war das während des 2. Weltkrieges, die Bauern waren Selbstversorger und bekamen keine Lebensmittelkarten.
    Wer in der Stadt lebte, der brauchte Lebensmittelkarten. Geld nützte nicht viel, weil es keine Waren gab.
    Warum haben wir jetzt Geld ?
    Überraschende Antwort, weil wir durch ökonomische Arbeitsteilung Überschuss haben. Wie soll der verteilt werden ?
    Dazu dient das Geld. Es ist ein Bezugsschein für die überzählige Ware.
    Und wenn wir einmal die Grundsicherung eingeführt haben, wie das Manuel Macron vorgeschlagen hat, von Frau Merkel, die nichts von Wirtschaft versteht, aber abgelehnt hat, dann entwickeln wir uns in die Richtung, die Sie als richtig empfinden. Und dann wird sich auch unser blogmaster freuen, weil durch die Grundsicherung die Existenzangst verringert wird, der Neid verringert wird und die Übersprungshandlungen, die wir als Judenhass kennen, verringert werden.
    Freuen wir uns auf die Zukunft. !

  34. Ach bote19, mit den Forderungen nach Enteignung und Verstaatlichung bewegen wir uns doch schon in die wahrhaftige Wirklichkeit.
    Die Medien, die damals Adolf Hitler in den Sattel gehoben haben, werden auch noch lernen auf unkorrumpierbaren Beinen …!

  35. Zu K. Bednarek:
    Betrifft Obdachlose/Arbeitslose in der DDR:

    In der DDR gab es weder Arbeitslose noch Obdachlose . Ich kann mich an einen Fall erinnern, als ein Mann aus unserer Firma(Betrieb) eine Woche -einfach unentschuldigt – nicht zur Arbeit gekommen ist. Entlassung war nicht möglich, dafür sind wir als BetriebsDelegation zu ihm nach Hause, um ihn zur Rückkehr an seinen Arbeitsplatz zu bitten. Schlimmstenfalls erfolgte vielleicht eine Versetzung. Obdachlose wurden, falls wirklich mal jemand danach gelebt hat, als Asoziale behandelt und konnten auch strafrechtlich verfolgt werden. Eine Präsenz von Obdachlosen oder Bettlern auf der Straße wäre nie möglich gewesen. Hier zeigte sich der Widerpruch in diesem System: Menschen, die politisch anderer Meinung waren ,diese auch artikulierten, drohte harte Bestrafungen und Gefängnis, während im Arbeitsbereich beinahe “schlampig” verfahren wurde. Viele Werktätige der gepriesenen und herrschenden Arbeiterklasse beklauten zum Bsp. ihre Betriebe an Baumaterial, um ihre Datschen und Häuser zu bauen. LPG-Bauern fütterten mit geklauten Futter aus den staatlichen landwirtschaftlichen Betrieben ihr Viehzeug, um es dann teuer zu verkaufen etc…. Dieses wurde zwar auch bestraft, aber viele schauten darüber hinweg, da eben eine Hand die andere gewaschen hatte.

  36. hto
    der Staat ist nicht nur eine abstrakte Idee, er bekommt erst durch die Menschen in der Verwaltung und in der Regierung ein Gesicht. Und dabei darf man nicht zu optimistisch sein, was die Integrität der beteiligten Politiker betrifft. Die DDR hat das bewiesen, da waren viele gleicher als gleich. In meiner eigenen Verwandschaft gab es da einige, die einen Perserteppich in der Wohnung hatten. Die eigentliche Veränderung kann nur in den Köpfen stattfinden und nicht durch äußeren Zwang.

  37. Hallo Herr Blume,
    soweit ich weiß, war es vor längerer Zeit im Judentum, im Christentum, und im Islam verboten, für das Verleihen von Geld Zinsen zu verlangen.
    Später war es den Juden erlaubt, Zinsen zu verlangen, was zu einem Beginn des Antisemitismus führte.
    Noch später durften dann auch die Christen Zinsen verlangen, was der Beginn des verstärkten Kapitalismus war.
    Der Islam hat das Verbot der Zinsen am längsten durchgehalten.
    Das Verbot der Zinsen ist ethisch richtig, weil es die Armen schützt.
    Daher ist der Kapitalismus etwas weniger ethisch.
    Das erkennt man am Vorhandensein von Obdachlosen und Arbeitslosen in unserer reichen Umgebung.
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • @Karl Bednarik

      Auch dieser antisemitische Topos ist so nicht wahr.

      Kredit gegen Zinsen kann selbstverständlich richtig und hilfreich sein – etwa, um Investitionen zu tätigen, Häuser zu bauen, Notlagen zu überstehen. Genau deswegen haben sich ja (trotz aller Nachteile und Missbräuche) Kredit- und Zinssysteme weltweit durchgesetzt und wurden daher schließlich auch im Christentum gestattet.

      Sie können die Haltbarkeit Ihrer Argumentation einfach daran überprüfen, ob es „ethisch richtig“ war und wäre, wenn Ärmere grundsätzlich von Krediten ausgeschlossen würden. (Vgl. dagegen die Geschichte der Sparkassen, Mikrokreditsysteme – oder auch die Praxis der Fugger)

      Dass Juden und auch Roma und Sinti häufig Berufe verboten und wiederum verbotene Berufe zugewiesen wurden, sollte heute in keiner Weise gegen die Minderheiten verwendet werden. Sie hatten vielmehr – oft gezwungenermaßen – je Anteil an der wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung Europas.

  38. Hallo Herr Blume,
    leider habe ich mich vorhin vermutlich missverständlich ausgedrückt.
    Die Kredite für die Armen sind ethisch durchaus wünschenswert, nur die Zinsen sind eine unethische Ausbeutung der Bedürftigen.
    Ausserdem halte ich meinen vorigen Textbeitrag nicht für antisemitisch, sondern für ganz allgemein antikapitalistisch.
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • @Karl Bednarik

      Erlauben Sie mir bitte zwei einfache Nachfragen:

      1. Zinsen entfallen als Gebühr für die zeitliche Überlassung von Geld plus das Ausfallrisiko. Wie stellen Sie sich ein Kreditsystem – gerade auch für Ärmere – ohne Zinsen vor?

      2. Schon das Vergeben von Krediten, das Sie also manchmal für ethisch halten, setzt Kapital durch den Kreditgeber voraus. Was genau verstehen Sie also als „Kapitalismus“, den – und Juden – zu „kritisieren“ es Sie drängt? 🤔

      Mit wirklich interessierten Grüßen

  39. Da hier offenbar konkrete Kritikpunkte am Kapitalismus benannt werden, möchte ich nicht zurückstehen. Mein Kritikpunkt ist, daß im Kapitalismus niedere Instinkte bedient werden. Konkret: Habgier, Geltungssucht. E. Fromms Haben oder Sein ist noch immer als Buchlektüre zu empfehlen.

    • Vielen Dank, @Dietmar Hilsebein. Mich würde jedoch zunächst einfach mal interessieren, wer oder was dieser „Kapitalismus“ denn nun sein soll? Privateigentum, Geldwirtschaft, (auch soziale?) Marktwirtschaft, Zinsen, Judentum, parlamentarische Demokratie, Liberalismus? Jede/r scheint hier etwas Anderes zu meinen – und zu „kritisieren“…

    • Ein Textfragment von 1955 – vielen Dank, @Dietmar Hilsebein. Können Sie für die Jahrzehnte seitdem erfolgreiche Beispiele für diese Version der „Kapitalismuskritik“ anführen? Die Sowjetunion, Kuba, Nordkorea? Oder doch die soziale Marktwirtschaft (in der Fromm immerhin seine Bücher veröffentlichen konnte, samt deren Digitalisierung nach seinem Tod)? Und immerhin wären nach der Frommschen Logik ja begüterte, deutsche Rentner dem Kapitalismus entkommen, da sie ihre Arbeitskraft nicht mehr verkaufen müssten. Ist eine Rente (ein bedingungsloses Grundeinkommen) also das höchste Ziel dieser „Kapitalismuskritik“?

      Bin ehrlich interessiert! 🤔🌷🌈

  40. @ Blume
    “Die Sowjetunion, Kuba, Nordkorea?”
    Sie schrammen so ziemlich an einem reductio ad Hitlerum vorbei. Die Sowjetunion übte Kapitalismuskritik, ergo: wer den Kapitalismus kritisiert, muß ein Anhänger des Stalinismus sein. Nee, muß man nicht!
    Ihre berühmte soziale Marktwirtschaft ist ein Relikt des kalten Krieges. Man wollte den Menschen im Osten, sonderlich denen, die in der DDR leben mußten, zeigen, daß der Kapitalismus doch gar nicht so schrecklich sei. Heutzutage ist das gar nicht mehr notwendig. Die kalte Fratze des Kapitalismus darf heute wieder ganz offen gezeigt werden. Daß es Kapitalisten gibt, die sozial agieren und sich redlich um das Wohl der Arbeitnehmer mühen, ändert nichts an der Systemkritik. Wir müssen umlernen, da wir uns die Ressourcenverschwendung, die systemimmanent ist, gar nicht mehr leisten können. Das müßte ihnen doch als Empiriker unmittelbar einleuchten.

    P.S.
    Die niederen Instinkte werden auch bei denen angesprochen, die über ein bedingungsloses Grundeinkommen verfügen. Ändert also nichts.

    • @Dietmar Hilsebein

      Als Empiriker reagiere ich skeptisch auf große Entwürfe, die sich gegen Widerlegungen und auch nur Nachfragen abschotten.

      Ja, stimmt, auch Hitler attackierte „das Kapital“ mit antisemitisch-verschwörungsgläubigem Einschlag und führte die Juden als die vermeintlichen Erz-Kapitalisten an. Und auch der Nationalsozialismus scheiterte.

      Und wenn ich bei Ihnen selbst zur Einführung der sozialen Marktwirtschaft Verschwörungskram lesen muss wie „Man wollte den Menschen im Osten…“, dann steigt meine Skepsis. Wer ist dieses übermächtige „Man“?

      Historisch brauchen wir keine Verschwörungsmythen, um zu sehen, dass Demokratien lernfähige Systeme sind und schon Bismarck auch als Reaktion auf das Erstarken der parlamentarischen Sozialdemokratie Sozialsysteme einführen ließ. Ebenso entwickelten sich Varianten der sozialen Marktwirtschaft beispielsweise in Schweden oder Neuseeland, ganz ohne DDR.

      Freie, also marktwirtschaftliche und liberale Systeme, erlauben eben Kritik, Wahlen zwischen unterschiedlichen Parteien und also Weiterentwicklung. Und genau das taten und tun nichtliberale „Kapitalismuskritiker“ (wie z.B. @hto) nicht. Schon bloße Nachfragen nach der konkreten Gestalt des post-kapitalistischen Utopia gelten da als beschimpfenswerte Blasphemie…

      PS: Auch die Ökologiebewegungen entfalteten sich gerade nicht im real existierenden Sozialismus, sondern in liberalen Demokratien. Und werden von Rechtspopulisten als „Klimareligion“ und Verschwörungen bezeichnet. Auch da wird also immer ein böses, verborgenes „Man“ vermutet…

  41. Der Kapitalismus ist das ausbeuterisch-unterdrückerische Machtinstrument im Kreislauf des imperialistischen Faschismus.
    Wenn der imperialistische Faschismus beendet wird, so dass die erarbeiteten Werte eines Lebens gerechterWeise nicht mehr an irgendeinen (imperialen) Nachkommen vererbt werden kann, sondern zurück ins Eigentum der Gemeinschaft fließt, wird Kapitalismus keine Macht mehr haben.

    Macht wird zur menschenwürdigen Gerechtigkeit!

    • @hto

      Das Versprechen des ewigen Paradieses, wenn die Menschen zuvor auf ihre demokratischen Wahlrechte verzichtet haben, hat noch immer in die zeitliche Hölle geführt. Da bleibe ich lieber in der liberalen Demokratie, die zwar nie perfekt, aber dafür frei und entwicklungsfähig bleibt. 🤗👍🌈

  42. Man würde sich geradezu erfrischt wundern, wie schnell sich diese Welt ökologisch zu einem Paradies wandeln würde, wenn die “liberale” Symptomatik von “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” keine Macht mehr hat. 🌄 😍😎🌈☀

    • Eine säkulare Diktatur. Ob sozialistisch oder nationalsozialistish – sie kosteten Millionen das Leben und brachen dann doch zusammen. Rechtsstaatliche Demokratien vermögen sich dagegen zu entwickeln und immer wieder zu erneuern, gerade auch durch Krisen.

  43. @Michael Blume

    “Eine säkulare Diktatur”

    Ja die sind ganz schlimm. Dann doch lieber eine religiöse Diktatur wie bei unseren saudischen Freunden.

    Wussten Sie übrigens, das die amerikanische Vorzeigedemokatie auch Millionen Tote seit 1945 auf dem Kerbholz hat? Aber das waren ja nur irgendwelche Kommunisten oder Moslems ganz weit weg und nicht die eigenen Leute. Also zählen die Opfer nicht.

    • @Peter Müller

      Ja, der Sozialismus begründete sich säkular, die entsprechenden Diktaturen scheiterten. Dass Sie das so erbost, dass Sie mir Sympathien für andere Diktaturen unterstellen…

      Dabei ist es nicht schwer: Ich erkenne an, dass auch Demokratien Schwächen haben, lehne jedoch Diktaturen jeder Ar als sehr viel schlechter ab.

      Interessant, dass Sie Saudi-Arabien als „unsere Freunde“ bezeichnen. Ich spreche mich dagegen auch öffentlich für die Freilassung z.B. von Raif Badawi aus, habe das Regime in „Islam in der Krise“ deutlich kritisiert und werbe auch hier auf den scilogs aktiv darum, endlich von Öl und Gas wegzukommen:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-blut-oel-die-rentierstaatstheorie/

      Und ja, sowohl die Regierungen der USA wie auch Russlands haben viele Menschen auf dem Gewissen. Nur: In Europa und den USA dürfen Sie das auch öffentlich sagen und für Verbesserungen streiten.

      Versuchen Sie das mal in Russland, u.a. Besatzer der Krim, Verbündeter von Erdogan, Assad und Iran, Hort nationalistisch-fundamentalistischer Kirchenpolitik und trotz allem Sehnsuchtsort deutscher Querfront-Autoritärer von weit links bis weit rechts… 🤔

  44. Hallo Herr Blume,
    ich schreibe hier nicht über Anti-xyz-ismen oder xyz-Systeme.
    Ich schreibe hier über Menschen, denen man helfen muss.
    Die erste ethische Pflicht der reichen Menschen ist es, den armen Menschen einen Teil ihres Besitzes zu schenken.
    Das kann man als negativen Utilitarismus oder als christliche Nächstenliebe bezeichnen, die Haupsache ist, man tut es.
    Wenn das Schenken den reichen Menschen zu schwer fällt, dann sollten sie zumindest den armen Menschen einen Teil ihres Besitzes, natürlich ohne Zinsen dafür zu verlangen, leihen.
    Kein wie auch immer geartetes System ist ethisch akzeptabel, in dem reiche Menschen, obdachlose Menschen und arbeitslose Menschen neben einander vorkommen können.
    Derzeit vergrößert sich in vielen Ländern der Abstand zwischen den reichen Menschen und den armen Menschen, gemessen an ihrem Besitz, sogar.
    Hier geht es nicht um Wirtschaftssysteme oder Gruppenzugehörigkeiten, sondern um Menschen und Menschlichkeit.
    Mit Besitz ist hier auch nicht nur der Geldbesitz gemeint.
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

    • Vielen Dank, @Karl Bednarik. Bis gerade ging es doch noch um „Kapitalismuskritik“ und unethisch, zinsnehmende Juden – nun nur noch ums Abgeben – dass übrigens in sozialen Marktwirtschaften etwa durch progressive Steuern ebenso wie Spenden und Stiftungen geschieht.

      Ich stimme Ihnen jedoch zu, dass liberale Demokratien nicht perfekt sind und immer wieder auch im Hinblick auf Veränderungen erneuert werden müssen. Genau das ist in illiberalen Systemen nicht mehr möglich.

      Ihnen lieben Dank für die gute Diskussion und alles Gute!

  45. Karl Bednarik
    “Nächstenliebe lässt sich nicht durch ein Gesetz verorden”, dieser Ausspruch wird Helmut Schmitt zugeschrieben.
    Und deshalb ist Politik eine Kunst, die Kunst des Möglichen.
    Dass man Menschen hasst, das lässt sich auch nicht durch ein Gesetz verhindern, aber man kann Einfluss nehmen.
    Das tun die Kirchen, das tun alle verständigen Politiker auch unser Herr Blume.

    Der kleine Ausflug in die Ökonomie zeigt exemplarisch, dass alle Regelungsysteme sich in der Wirklichkeit bewähren müssen. Der Sozialismus hat sich nicht bewährt, der Freihandel (stellvertretend für Kapitalismus) ist gerade dabei seine Schattenseiten zu zeigen, in der Form von explodierenden Mieten.

    Wer kann helfen ? Die Schulen. Die sind der Ort wo die Zukunft gemacht wird.

  46. Der Hass, der oft irrational angeleitet ist, auch durch Mythen, ist ja da, in aufklärerischen Gesellschaften, in liberalen Demokratien vermutlich am wenigsten, aber auch dort ist er vorhanden.
    Wenn nun Kommunikationsmöglichkeit besteht, die wie im Web gar potentiell global adressiert, wird dieser Hass dann mehr verbreitet als früher.
    Was aber nicht dem Medium anzulasten ist, zudem dieses Medium dem oft irrationalen Hass auch sinnvoll gegenzuarbeiten in der Lage ist.


    Allerdings sollte Meinungsäußerung, die Hass transportiert und zu Hass anleiten könnte, aus liberaler Sicht nicht verboten werden; ein Straftatbestand “Hassrede oder Aufruf zu Hass” wäre ganz fehlgeleitet aufgestellt, würde die für die Liberale Demokratie zentrale Freiheit der individuellen Meinungsäußerung womöglich letztlich killen.
    Vor allem wenn bedacht wird, wer “Hass” feststellt, denn “Hass” liegt oft im Auge des Beobachters (der selbst zu hassen vermag). Es graust einige, wenn sich vorgestellt wird, dass Räte aufgestellt werden, die über das Vorliegen von “Hass” bestimmen dürfen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  47. @ Herr Karl Bednarik :
    Wo haben Sie denn dies her ? :

    Die erste ethische Pflicht der reichen Menschen ist es, den armen Menschen einen Teil ihres Besitzes zu schenken.

    Die ‘erste ethische Pflicht der reichen Menschen’ ist Bedürftigen, die sonst ihren Lebensunterhalt nicht aufrecht halten können, zeitweise auszuhelfen, gar auf Kreditbasis, und eine zweite derartige Pflicht könnte es sein diesen Personen zu helfen selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, ein alter Sinnspruch lautet so :

    Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben. [Konfuzius]

    Nur denjenigen ist beständig zu helfen, die nachweisbar nicht für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen können.
    Es bringt ja nichts Prekariate (vgl. auch mit dem Precarium im alten Rom) aufzustellen und aufrecht zu erhalten. (Außer politisch, dort bringt es gerade Kollektivisten eine ganze Menge, wenn sie ihre reaktionäre Opposition zur Liberalen Demokratie stärken, also ausbauen wollen, ihre eigene Macht stärkend auch durch so erzeugte “Macht auf der Straße” – zynisch, aber wirksam.)

    MFG
    Dr. Webbaer

  48. @Kopfsteuer versus Vermögenssteuer

    Die Tabaksteuer ist eine Kopfsteuer ohne Sozialausgleich. Die Tabakkosten sind erheblich, wenn auch 70% (bei Feinschnitt zum Selberdrehen) für die Bundeskasse sind, bleibt doch noch einiges für die Tabakkonzerne übrig. Wir haben auch schon mal Experimente mit Eigenanbau gemacht, das macht ziemlich viel Arbeit, und braucht eine riesengroßen Garten. 150 m² für einen Raucher, und man kann nur alle 3 Jahre auf dem selben Land Tabak anbauen, weil die Tabakpflanzen Starkzehrer sind. Also braucht man 450 m² Gartenland in sonniger Lage und kann dann auch gleich Gemüse und Kartoffeln anbauen. So große Gärten gibt es nicht in der Großstadt, da müsste ich aufs Land ziehen. Als Plan B für wirtschaftlich finstere Zeiten habe ich das aber im Hinterkopf.

    Das Gegenteil von Kopfsteuern sind Vermögenssteuern. Auf dem Weg in eine wachstumsfreie Wirtschaft sind Vermögenssteuern von 1 – 3% im Jahr wohl eine Grundvoraussetzung. Das wachsende Kapital muss abgeschöpft werden, dann muss es nicht in neuen Märkten reinvestiert werden. Vermögenssteuern machen auch Spielräume für weniger Lohnsteuer, für eine Bürgerversicherung und für ein BGE. Eine nicht mehr wachsende Wirtschaft wird auch den Klimaschutz wesentlich erleichtern.

    Bevor man Vermögenssteuern einführt, müsste man wohl erst mal die Steueroasen zu machen, und man müsste da mindestens Europaweit gemeinsam vorgehen. Sonst wandert das Vermögen schnell in Nachbarländer ab. Vermögenssteuern wären Hauptbestandteil einer gemeinsamen Steuerpolitik, die zu einer funktionierende EU, und erst recht zur gemeinsamen Euro-Währung dazu gehören müssten.

    Wie sieht die Agenda der europäischen Parteien da aus? Offenbar nur eines: Wirtschaftsförderung! Das Ergebnis kann ein Ende der EU sein, und potenziell auch ein Ende der Demokratien in Europa.

    Nur liberale Demokratien können dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg haben? Das hat man im Kalten Krieg immer gesagt, und unter dem Druck der Systemkonkurrenz war das auch so. Wie Herr Hilsebein treffend formuliert hat: „Heutzutage ist das gar nicht mehr notwendig. Die kalte Fratze des Kapitalismus darf heute wieder ganz offen gezeigt werden.“

    Ein unsozialer Kapitalismus, braucht der überhaupt Demokratie? Was macht denn China da gerade vor? Mit den modernen Überwachungsmöglichkeiten und mit voller Kontrolle über das Internet könnte eine Diktatur nun doch dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich sein.
    Die Demokratie brauchte man vielleicht wirklich nur, um den Kommunismus abzuwehren. Und da es den nicht mehr gibt, braucht es also in Zukunft dann eventuell auch keine Demokratie mehr. Weltweit am besten. Dann stört überhaupt keiner mehr.

    • @Tobias Jeckenburger

      Das Wirtschaftswachstum Chinas beginnt schon jetzt aus dem gleichen Grund zu lahmen, der auch den Aufstieg Japans abgewürgt hat: Die Demografie.

      Einstürzende Geburtenraten können kurzfristig zu einem Wirtschaftsboom beitragen, da Eltern Zeit zum Arbeiten und geringe Kosten für den Aufzug der Kinder (öfter: des Kindes) haben. Doch wenn die Generation dann altert, schlägt das Pendel mit voller Macht zurück.

      Die Bevölkerung Chinas wird ab ca. 2027 schrumpfen – das Land wird grau, bevor es wohlhabend & frei wird… 🥺

  49. Was die Befürworter dieser “freiheitlichen” Welt- und “Werteordnung” auch immer ausblenden, ist die Tatsache, dass die “Entwicklungshilfe” stets nur der Tropfen auf dem heißen Stein ist, und so sicher schon sehr viel mehr Menschen für dieses System des “Zusammenlebens” ihr Leben lassen mussten. Die Globalisierung und das Tittitainment ist der Versuch diese menschenverachtende Logik im Verhältnis 1:5 so zu verschleiern, dass niemand mehr sagen kann: Hier der Reichtum, da die Dritte Welt. Profitler aller Länder vereinigt euch, das ist die Parole der Sieger des Kalten Krieges.

    • @hto

      Jene Gesellschaften, die es mit Marktwirtschaft, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit versucht haben, konnten wie Japan, Südkorea, Taiwan etc. inzwischen zu den wohlhabenden Gesellschaften aufschließen. Jene Gesellschaften, die es dagegen mit Planwirtschaft und Sozialismus versucht haben, sind überwiegend heute noch arm. Ein besonders krasses Beispiel ist China, das nach zig Millionen Toten unter der kommunistischen Partei eine brutale, de-facto Marktwirtschaft eingeführt hat…

      Es bringt nun einmal nichts, die Geschichte und Realität zu beschimpfen…

  50. @Michael Blume

    Ein Textfragment von 1955 – vielen Dank, @Dietmar Hilsebein. Können Sie für die Jahrzehnte seitdem erfolgreiche Beispiele für diese Version der „Kapitalismuskritik“ anführen?

    Um mich hier spät auch noch zu melden:

    Ich blicke mit skeptischem Optimismus interessiert nach Rojava. Ein gesellschaftliches Leitbild, das durchaus auch markt- und privatwirtschaftliche Elemente enthält, stark genossenschaftsorientiert ist, ökologisch und feministisch, zumindest der Theorie nach. Keine Ahnung, wie man so etwas realisieren könnte in Ländern mit Giganten wie Apple oder Volkswagen.

  51. @China

    China als Modell einer Diktatur, die aus eigener Kraft wirtschaftlich floriert, finde ich bemerkenswert. Das das mit den modernen Überwachungsmöglichkeiten zusammenhängt, ist möglich. Niemand wagt es, überhaupt kritisch zu denken, geschweige denn Widerstand zu leisten. So kann sich alles ungestört der Wirtschaft zuwenden.

    Das macht mir insofern Angst, dass das weltweit und auch bei uns als Vorbild dienen könnte. Die ganze Demokratielast, ständig die Politik vor dem Wähler zu verkaufen, könnte eingespart werden. Die Mächtigen – wer immer das gerade ist – machen einfach was sie wollen, und im Klima von totaler Überwachung kann es niemand mehr wagen, irgendwie aufzufallen und Widerstand würde komplett wegfallen.

    Weil jeglicher Widerstand sofort erkannt wird, und auch sofortige Konsequenzen haben kann. Man muss niemanden mehr einsperren oder gar foltern. Wer Unerwünschtes kommuniziert, bekommt einfach eine komplette Publikationssperre, erst im Netz, und wenn das nicht reicht auch im privaten offline-Rahmen. Solange, bis er sich wieder beruhigt hat, und sich mit seinen Äußerungen im erlaubten Rahmen bewegt.

    Und das kann niemand mehr unterlaufen, jeder Raum ist verwanzt und alles ist im Blickfeld von Kameras. KI macht dann den Rest.

    Das hört sich irgendwie machbar an. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist die technische Seite dieser Horrorvision Realität. Ob das eine vernünftige Regierung im vollen Ausmaß nutzen will, ist eine andere Frage. Aber unvernünftige Regierungen kommen vor. Auch in Demokratien.

  52. Umsatz und Gewinn, ein „positives“ Ergebnis, macht nur der, der im Rahmen von Angebot und Nachfrage=Markt kooperiert (z.B. Kauf). Wer die Kontrolle (Unternehmer) über den Kooperationszwang und -drang hat, der macht die Gewinne (Gewinne aus Kooperation). Je mehr die Kontrolle über die Kooperationsmöglichkeiten verschwindet, desto freier wird es. Oder umgekehrt, je mehr Kontrolle über die Kooperation herrscht, desto grösser wird mein Gewinn (in einem pyramidialen System – Monopolismus, Autokratie, Totalitarismus, Illiberalismus).
    Das ist kurz gesagt der Unterschied zwischen dem einem „freien Markt“ (mit freien Demokratien mit freier Meinungsäusserung, freier Wahl und freier Entscheidung, mit wem ich kooperiere) und dem chinesischen Modell; sowohl ökonomisch als auch politisch.
    Mir macht es den Eindruck, in der Vergangenheit haben wir zu sehr auf die Konkurrenz (Wettbewerb) geschaut, auch und gerade wegen des alleinigen Wahrheitsanspruches der monotheistischen Religionen.
    Wenn es aber eigentlich auf die Kooperation (möglichst frei) ankommt, dann sollte auch diskutiert werden, wie alle an diesem Kooperations-/Konkurrenzspiel (Verteilungs-/Allokationsgerechtigkeit) human teilhaben.

    • Vielen Dank für den interessanten Kommentar, @Mussi! Tatsächlich gibt es vergleichbare Diskussionen in der Evolutionsforschung und Spieltheorie (vgl. Social Selection, insbesondere „Supercooperators“ von Nowak).

      Unklar ist mir jedoch Ihr Verweis auf den Monotheismus – schließlich erheben Sie ja auch selbst einen Wahrheitsanspruch, mindestens auf „bessere Wahrheit“. Oder würden Sie gar sagen, dass Wahrheitssuche und Wissenschaft erst durch den Monotheismus möglich wurden? 🤔

  53. Zuerst treffe ich mal eine Aussage. Ob sie wahr ist oder nicht, ist halt die Frage mit der Suche nach der Wahrheit. Ich frage eher nach der Relevanz und schaue, ob sie für das Wirkliche/Reale Bedeutung hat oder nicht oder haben kann.
    Grundsätzlich vermute ich, wenn es dann mal um Objektivismus und Neutralismus geht, alles irgendwie Wechselwirkung ist, das meine Zweifel, dass es so etwas wie eine „Einheitlichkeit“ nicht gibt, berechtigt sind. Insofern erzeugt eine Monotonie aus den Grundlagen der Wechselwirkung immer ein „Anderes“, ja. Wenn es Einheitlichkeit nicht gibt, dann kann sich eigentlich nur die Frage stellen, wie ein neben-/miteinander existiert?

    • Vielen Dank, @mussi. Dies klingt nach der klassischen, philosophisch-spirituellen Debatte über Dualität oder Nicht-Dualität. Interessant dabei ist, dass Sie einerseits ein absolutes Sein abzulehnen scheinen, für sich selbst aber in Anspruch nehmen. („ZUERST treffe ICH mal eine Aussage.“) Es gäbe also keine absolute Wahrheit und keine absolute Gottheit, aber ein absolutes Ich? 🤔

      Da will ich jetzt aber gar nicht weiterbohren, es ist Ihr Weg und gutes Recht. Ggf. könnte „Secret Body“ von J. Kripal für Sie sehr interessant zu lesen sein.

  54. Ich habe befürchtet, dass Sie darauf hinaus laufen.
    Aber ich halte das Dilemma und das Paradox für Entitäten, die philosophisch nicht lösbar sind. Sonst wären sie nicht, was sie sind.
    Insofern liegt es meinem Es nicht nahe, zu missionieren.

    • @Mussi

      Sind Sie sicher, dass „Sie“ es befürchtet haben? Oder „Es“ Sie? 😉

      #Dermusstenoch

      Ganz ernsthaft: Sowohl in den empirischen Wissenschaften wie auch in den Philosophien gilt es m.E. nie aufzugeben. Leben ist (auch) Erkennen.

  55. Ach….die Gedanken schweifen ja immer zwischen Monismus,Dualismus und Pluralismus,zwischen Determinismus und Zufall. Wobei der Zufall ja auch irgendwoher kommen sollte.Was stört,ist,das Mikrokosmos und Makrokosmos nicht deckend sind. Und das halte ich für ein für uns nicht lösbares Paradox/Problem. Angelegt,Achtung ich spekuliere,der Selbstzündung im Urknall. Aber was reden wir?Leben kann schön sein,also reden wir.

  56. Wenn wir das Dilemma,das Paradox und auch die Komplementarität als jeweilige ‘Einheit’,also die Wechselwirkung,dass Spannungs-bzw Phasenverhältnis in den Entitäten betrachten,dann kann das als Monismus aufgefasst werden. Als mindestens zwei Teile einer Einheit. Nur,ein Einheitssystem ist damit auch ausgeschlossen.

    • @Mussi

      In den Religionen wird das u.a. als Alleinheit, die „spielt“ oder als sich selbst offenbarender, oder gar sich selbst durch Beziehung „verwundender“ Gott gedeutet. Es ist faszinierend zu sehen, wie ähnlich die Schlüsse, Varianten und auch Paradoxien großer Traditionen werden… 🤔🌍

  57. @Mussi

    Der Monotheismus soll hindeuten auf Einheitlichkeit in Ursprung und Macht von einem Geist ohne Hierarchie!

    Unser unwahrheitliches Paradox / Miteinander / Dilemma ist Illusion selbst(Mensch)konfusionierter “Werte”.

  58. Ja,dieser Faszination kann man sich nicht entziehen. Es wird eng auf dem Planeten und der gemeinsame ‘overview-effect’ bedeutender.

  59. @Mussi overview-effect

    Hoffen wir, dass der freie Austausch im Internet erhalten bleibt. Neben dem Datenklau und der Gefahr, dass der Staat diese Daten gegen seine Untertanen einsetzt, hat das Internet im wesentlichen positive Wirkung. Ich denke, hier ist ein Potential für eine entscheidende Weiterentwicklung der Menschen. Gerade eine planetare Perspektive kann sich hier gut entwickeln.

    @Blume „Es ist faszinierend zu sehen, wie ähnlich die Schlüsse, Varianten und auch Paradoxien großer Traditionen werden…“

    Das wundert mich wenig, da ich vermute, dass hier eine geistige Wirklichkeit am Werke ist, die nicht von den Religionen erzeugt wird, sondern umgekehrt. Die geistige Wirklichkeit erzeugt die spirituellen Erfahrungen der Menschen, und die machen daraus denn ihre Religionen. Zwischendurch wird ständig versucht, in der Konstruktion der Religionen die Interessen der Mächtigen mit zu berücksichtigen, aber wenn sich die Menschen dann doch wirklich mit dem Thema beschäftigen, kommt dann die geistige Wirklichkeit immer wieder durch.

    Ich habe tatsächlich schon Pfaffen kennengelernt, die komplett materialistisch und vollkommen glaubensfrei waren, aber gerade deswegen so überzeugt davon waren, dass ihre Mission für die Menschen so wichtig ist. Wo es keinen Geist gibt, muss man eben die Menschen einen Geist glauben lassen, nur so kann man das im Kern trostlose Leben der Menschen erträglich machen. Ich vermute mal, das Religionsausübung mit dieser Einstellung eher nicht konvergiert. Wenn allein die Tradition existiert, kann die sich sehr wohl immer weiter aufspalten, aber nicht wieder fusionieren.

    Wo die geistige Wirklichkeit das Wesentliche im Glauben von Menschen ist, kann das wirklich auch konvergieren. Heutzutage wechseln dementsprechend auch viele Menschen ihre Konfession, weil sie mit ihren eigenen spirituellen Erfahrungen auf der Suche nach besseren Religionen sind, vermutlich? Was sagt da der Religionswissenschaftler?

    • @Tobias Jeckenburger

      Zwar kann ich auch beim besten Willen keine Online-Einzelseminare leisten, jedoch rückmelden: „Der Religionswissenschaftler“ würde sich sehr wünschen, dass sich noch viel mehr Menschen so ernsthaft mit dem Thema Religion(en) befassen würden! Deswegen lehrt, bloggt, schreibt und spricht er… 👍📚🌈

  60. Ich bin, gerade was China angeht, äußerst skeptisch, was bei uns an Informationen ankommt. Das ist ein Kontinent mit > 1 Mrd. Einwohner. Und wir habe dafür nur ein äußerst begrenztes Maß an Aufmerksamkeit. Wann kommt China mal in der Tagesschau vor – Im Vergleich zu Kandidaten der US-Demokraten für die nächste Präsidentschaftswahl.

    Was man uns über China in Sachen Digitaler Überwachungsstaat berichtet, scheint ja zu stimmen. Aber Richard Stallmann, DER Evangelist der Digitalen Freiheit, ist wiederholt auf Vortragsreisen in China gewesen. Augenscheinlich erfolgreich, beim Googeln sprang mir ins Auge, daß sich die Pekinger Linux-User-Group tatsächlich GNU/Linux-User-Group nennt. Da sind jegliche Nachrichtenauswahl sehr selektiv. Wenn sie den da sowas machen lassen, dann ist China viel vielschichtiger, als man bei uns wahrnimmt. Widersprüchlicher.

    Kommt hinzu, daß mir für die deutsche Berichterstattung auch in den öffentlich-rechtlichen Medien über die rassistischen Pogrome in Tibet 2008 auch kein anderes Wort einfallen will als „Lügenpresse“. Ich bin da sehr vorsichtig mit, aber hier ist das angebracht.

    Ich jedenfalls traue mir kein Urteil zu über China. Ich muß ja auch nicht zu allem eine Meinung haben. Tatsache aber ist, daß China tatsächlich in vielen Bereichen Technologieführer ist. Das ist ja das Problem mit HUWAEI. Wir brauchen sie. Das muß man erst mal schaffen.

  61. Tobias Jeckenburger ,
    Glaube ist keine intellektuelle Tat. Glaube gehört in die Kategorie Selbsterfahrung. Und wer schon einmal Gott begegnet ist, der achtet alle Religionen.

  62. @Alubehüteter

    Und wenn man mal bedenkt, dass die Chinesen die wichtigste Bank in Sachen Technologie gekauft haben, die in England steht, dann bewirkt das Zaudern in Sachen Brexit auch Gedanken über Fragen nach Manipulation!?

  63. @bote19

    Da bist Du aber mächtig auf dem Holzweg, denn Glaube gehört in die Kategorie fusionierte Vernunftbegabung, nachlesbar in der Bibel, wo alles was da geschrieben steht auf Mensch im Sinne von ALLE deutet. Selbsterfahrung ohne Massenbewusstsein, ist Verantwortungsbewusstsein ohne den geistigen Ursprung und den “göttlichen” Willen (“wie im Himmel all so auf Erden”) zu achten, also …!?

  64. Zitat Tobias Jeckenburger 27. April 2019 @ 14:39: „Wo es keinen Geist gibt, muss man eben die Menschen einen Geist glauben lassen, …..
    Wenn allein die Tradition existiert, kann die sich sehr wohl immer weiter aufspalten, aber nicht wieder fusionieren.“

    Ich habe früher im IT Bereich gearbeitet und hatte mit „Information“, letztlich „Geist“, als wirklich real existierendes zu tun.
    Früher konnte man nur „Materielles“ wirklich verkaufen. „Geistiges“ (Religion, Ideologie…) wurde den Menschen eher „aufgezwungen“. Dies führte zwangsweise zu Hass auf „Andersgläubige“.

    Heute werden riesige Umsätze mit „Geistigem“ (SAP, Microsoft, Google, Facebook, Fernsehen, Medien ….) gemacht.

    Es wäre mir, wegen meines früheren Jobs, unmöglich nicht an die eigenständige Existenz von Information zu glauben. Information ist unabhängig davon ob sie in Stein gehauen, auf Papier geschrieben, oder auf einem technischen Speicher „abgebildet“ ist. Hatte selber real mit der Übertragung und der Verarbeitung von „purer“ Information zu tun. Kein Stäubchen, kein Atom wurde z.B. gemeinsam mit der Information mit übertragen.

    Mich würde besonders interessieren, was Sie mit „Wenn allein die Tradition existiert, kann die sich sehr wohl immer weiter aufspalten, aber nicht wieder fusionieren“ meinen?

    Wäre z.B. der „Brexit“ eventuell ein Beispiel?
    Die Wirtschaft (einzelne Betriebsstätten) Englands und der EU haben sich „aufspaltend“ über das ganze EU Gebiet „verteilt“ und jetzt können sie nur mehr schwer auf die ursprünglichen Strukturen zurückgeführt werden, wie die Trümmer einer zerbrochene Vase oder ein Rinderragout.

    Oder wie sehen Sie es.

  65. @ Michael Blume 25. April 2019 20:35

    Ich möchte vorausschicken, das ich Ihren Realitätssinn sehr schätze.

    Das „Experiment China“ sehe ich allerdings anders.

    Zitat: „Das Wirtschaftswachstum Chinas beginnt schon jetzt aus dem gleichen Grund zu lahmen, der auch den Aufstieg Japans abgewürgt hat: Die Demografie.

    Einstürzende Geburtenraten können kurzfristig zu einem Wirtschaftsboom beitragen, da Eltern Zeit zum Arbeiten und geringe Kosten für den Aufzug der Kinder (öfter: des Kindes) haben. Doch wenn die Generation dann altert, schlägt das Pendel mit voller Macht zurück.

    Die Bevölkerung Chinas wird ab ca. 2027 schrumpfen – das Land wird grau, bevor es wohlhabend & frei wird…“

    Die Demografie Chinas hat den extremen Bevölkerungsüberschuss in dieser Region positiv eingebremst. Die Chinesen waren nahe daran, ihre „Weltgegend“ genauso mit ihrer „Geburtenrate“ zu „überschwemmen“ wie die Moslems, die aus den gleichen Gründen nach Europa drängen, weil sie wegen der ungebremsten Geburtenrate letztlich expandieren müssen.

    Die Chinesen haben ihre Geburtenrate selbst und freiwillig eingebremst.
    Die ganze Welt und besonders das bedrohte Russland wird ihnen dankbar sein. Das sinnlose (wenn man vom Darwinismus absieht) „verheizen von Menschen“ im Krieg wird vermieden. Sie werden, falls es nötig ist, die Geburtenrate auch wieder nach oben „regeln“.

    Anders die Japaner. Die haben ihre Geburtenrate nicht eingeschränkt, waren ehemals praktisch gezwungen, von ihrer Insel in die Mandschurei zu expandieren. Das hat man ihnen mit Atombomben „abgedreht“.

    Die Waffentechnik macht es künftig unmöglich, Kriege mit Hinweis auf Darwin zu begründen. Die Menschheit würde sich ausrotten.

    Daher ist der Versuch immer regelnd einzugreifen, nicht nur bei der Geburtenrate, höchst vernünftig und kann die ganze Welt weiterbringen.

    In China sind zwar nach wie vor Kommunisten am Ruder, aber realistisch und nicht streng ideologisch denkende Menschen. Diese „Ideologen“, Stichwort „Kulturrevolution“ haben ehemals ungewöhnlich viel Blödsinn gemacht und wurden von den „Realisten“ kalt gestellt.

    Die Chinesen haben einfach, höchst erfolgreich, auf Kapitalismus „geswitcht“.

    Sie haben zwar jetzt genau das typisch kapitalistische Problem der „Überproduktion“ bestimmter Güter.
    Ich nehme an, sie wurden nicht unvorbereitet von diesem Problem „heimgesucht“ und sie haben alle Chancen, mit planwirtschaftlichen Methoden das Problem zu lösen.
    Ich gehe davon aus, dass sie mit guten Willen alle Probleme, auch die Probleme mit den Menschenrechten, möglichst vernünftig lösen wollen und auch können.

    Die „Planungsbehörde“ in Peking würde die Unternehmer die 100 Brotsorten am Markt erfolgreich unterbringen, beglückwünschen und vor den „Vorhang bitten“.

    Unsere „kakofone Demokratie“ (Brexit… ) wird darauf achten müssen, im Wettbewerb mit bestens geregelten politischen Systemen wirtschaftlich nicht unter die Räder zu kommen.

    In der Technik setzen sich meistens die am besten geregelten Systeme durch.

    • Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre interessanten Kommentare, @elektroniker.

      Tatsächlich waren säkulare Regime immer wieder erfolgreich darin, Geburtenraten zu drücken. Es gelang ihnen aber nie dauerhaft – auch nicht etwas in Rumänien und der ehemaligen DDR – die Kinderzahl wieder über zwei zu bringen. In China (und Indien) kommt die massenhafte Abtreibung von Mädchen hinzu, die sich in der Geburtenrate pro Frau (!) gar nicht abbildet, aber die Geburtenzahlen massiv senkt. China steht am demographischen Abgrund, entsprechend verzweifelt investiert es auch in der sog. „neuen Seidenstraße“. Es wird rapide grau…

  66. @elelektroniker

    Wenn allein die Tradition existiert, kann die sich sehr wohl immer weiter aufspalten, aber nicht wieder fusionieren. Damit meine ich, dass religiöse Akteure ohne eigene spirituelle Erfahrung sich ganz auf ihren speziellen Propheten beziehen müssen. Das kann sich dann nicht mehr bewegen. Wenn ein neuer (Unter-)Prophet auftaucht, kann sich die betroffene Kirche nur noch aufspalten – die Akteure können sich nur entscheiden, wem sie folgen wollen. Eine Integration des alten und neuen Propheten ist nur Menschen möglich, die eigene spirituelle Erfahrungen haben und damit dann auch inhaltlich mitdenken können.

    Das Phänomen der Integrationsunfähigkeit vieler religiöser Akteure ist wohl die Ursache der unzähligen Kirchen und Sekten, die die menschliche Kultur besiedeln. Auch in der Psychologie sind ähnliche Effekte zu beobachten, wo sich immer neue Therapieschulen um immer neue Koryphäen des Fachs bilden.

    Sie schreiben: „Ich habe früher im IT Bereich gearbeitet und hatte mit „Information“, letztlich „Geist“, als wirklich real existierendes zu tun.“
    Im Prinzip kann man die Information in der Computertechnik auch Geist nennen, und dem entsprechend auch die Information, die in unseren Gehirnen zirkuliert.

    Mit meinen spirituellen Erfahrungen muss ich aber auch zusätzlich noch Geist überall in der Wirklichkeit vermuten, der auch eine Art kosmisches Bewusstsein bildet. So verstehe ich mein lokales Bewusstsein als eine Synthese aus meinem lokalem Gehirn mit dem kosmischen Bewusstsein.

    @hto „..Glaube gehört in die Kategorie fusionierte Vernunftbegabung,..“

    Hört sich gut an, warum nicht? Ein individuelles Leben hat man aber auch noch.

    @bote19 „Glaube gehört in die Kategorie Selbsterfahrung.“

    Finde ich auch richtig, vor allem in Abgrenzung zum reinem Buchstabenglauben. Aber die fusionierte Vernunftbegabung sagt noch mehr aus.

  67. @ Tobias Jeckenburger und zu :
    .. Heutzutage wechseln dementsprechend auch viele Menschen ihre Konfession, weil sie mit ihren eigenen spirituellen Erfahrungen auf der Suche nach besseren Religionen sind, vermutlich? Was sagt da der Religionswissenschaftler?..” (Zitatende)

    Wie man an der Antwort auf Ihre Frage oben leicht erkennen kann, hält sich der Religionswissenschaftler da raus, da er nur so viel wie möglich über sie viel wie mögliche Religionen wissen will, um sie zu beschreiben oder zu vergleichen. Weniger interessiert ihn die Frage, welche Religion “wahrer” ist als die andere, oder ob es überhaupt das Anliegen von Religionen ist, etwas Wahres über die Welt zu sagen.

    Oder ob es sich bei diesen Ideologien einfach überwiegend um Psychotechniken von Menschen zur Machtausübung über andere Menschen handeln könnte.

    Wäre die Frage nach dem “Wahrheitsgehalt” von Religionen sein Interesssengebiet, müsste er sich ja überwiegend mit Philosophie und Wissenschaftstheorie beschäftigen.Er wäre also Philosoph, Wissenschaftstheoretiker oder ( Natur -?)- Wissenschaftler geworden, aber kaum Religionswissenschaftler.

    Und deswegen sagt er halt nur (als Antwort auf Ihre Frage oben ) :
    “…. „Der Religionswissenschaftler“ würde sich sehr wünschen, dass sich noch viel mehr Menschen so ernsthaft mit dem Thema Religion(en) befassen würden! Deswegen lehrt, bloggt, schreibt und spricht er… 👍📚🌈….” (Zitatende)

  68. @ little Louis 28. April 2019 15:02

    Dass die Vermittler von Religion nicht (mehr) bei der Suche nach der „absoluten Wahrheit“ übertreiben liegt vermutlich daran, dass dies wegen der „Transzendenz der religiösen Objekte“ nicht wirklich möglich ist. Sie würden sich lächerlich machen.

    Das Streben nach Machtausübung der „Religionsvermittler“ ist ein verständlicher „Nebeneffekt“, wie der meistens unverzichtbare „Nebeneffekt“ von Arbeit der „Lohn“ ist.

    Für mich gehören Religionen/Ideologien zum psychischen „Betriebssystem“ des Menschen.
    Mir ist auch klar, dass es unterschiedliche „Schwerpunkte“ bei der Lehre gibt.

    Für in den extremen Heißgebieten der Welt lebende Menschen, meistens Moslems, hat nun einmal die lebenswichtige Wasserökonomie und die strikteste Einhaltung der Gesetze absoluten Vorrang. Ich kann nachvollziehen dass dort (und nur dort) „Glaubensabweichler“ sofort getötet werden, sofern sie sich an relevanten Regeln „versündigen“.

    Dass das Judentum erstmals „Recht“ geschaffen hat und das „Recht des Stärkeren“ abgelöst hat, war eine großartige Kulturleistung. Auch ist mir klar, dass manche (Urchristen) der Meinung waren dass das „absolute“ Recht (der Juden) mitunter zum Selbstzweck geworden ist, bis hin zur „juristischen Fallenstellerei“.

    Dass Reformer (Christen) auf spektakuläre Art (Nächstenliebe) den Ressourcenverlust durch sinnlose juristische Handlungen eindämmen wollten, scheint mir auch klar.

    Genau so wie es nötig war, dass bei Besiedlung der Heißgebieten der Welt auf das Klima Rücksicht genommen werden musste und deswegen Reformen nötig wurden.

    Ich meine, man kann dies alles ganz sachlich sehen.

    Für mich ist die Suche nach er „optimalen“ Religion nichts anderes, als die Suche nach dem für einen bestimmten Zweck optimalen Computer Betriebssystem, oder der optimalen Software.

  69. Hallo Michael 🙂
    Da Du ja dauernd nach Lösungen fragst wenn jemand Kritik am kapitalistischen System übt würde ich gerne mal von Dir hören / lesen wie Du da bestimmte Dinge mit Deinem Drehen an Stellschrauben lösen willst.
    Das was ich als modernen Kapitalismus bezeichnen würde (der gute Marx hat schon recht gehabt, die Geschichte entwickelt sich) hat andere Selektionsmechanismen als Herkunft und Hautfarbe. Selektiert wird vor allem über das Einkommen bzw. der Verdienst. Ich will jetzt nicht sagen wie an der Rampe, das wäre dreckig ^^. Okay, ich habs gesagt weil ich das genau so niedrig finde, es hat nur nicht die Konsequenz das man ermordet wird. Sieh Dir bitte mal die Hochglanzbroschüren an in denen uns die neue Multikuliwelt nahe gebracht wird (Nein, ich habe nichts gegen Multikulti, das bereichert mich und meine Umwelt) Das sind in der Regel Menschen des gehobenen Mittelstands, aber kaum Menschen mit geringen Einkommen. Die sind in der Welt der Willigen und Marktbeherrscher sowieso eher Störfaktor. So soll die schöne neue Welt sein, alle die nicht rein passen werden drangsaliert (Ist das das was Du meinst wenn Du davon redest keine falschen Anreize zu setzen? 😉 ) und in der Tat auch kapitalisiert. Was machst Du mit einem System das dem Freund meiner Großen nachdem er mit seiner Ausbildungsstelle (mit Ansage meinerseits, ich kann ein Schwein 10km gegen den Wind riechen und ziemlich eindeutig von einem Unternehmer unterscheiden der sich nur innerhalb der Marktregeln bewegt und darin so menschlich wie möglich zu handeln versucht. Und ja ich habe den gerade entmenschlicht, den schützt nur noch mein Glaube an die Richtigkeit des Konzepts Rechtstaat) hart aufgeschlagen ist nachdem er zum Arbeitsamt gegangen ist weil er einen Job wollte bis er, neuer Versuch, eine Ausbildungsstelle hat gesagt bekommt das er doch erst mal an einer Schulung teilzunehmen habe. Der Wille seines Lebens Herr zu sein und zu Arbeiten wird da ganz klar vom System (Du magst den Begriff nicht, gell? 🙂 unterdrückt zu Gunsten einer Industrie die davon lebt viel Geld mit absolut sinnlosen Maßnahmen zu verdienen. Und da wird soviel Geld verdient das das imho keiner mehr abstellen wird. Was meinst Du kann man dagegen tun? Ich bin ja der Meinung wenn das System so bleibt gar nichts, das wird immer nur noch schlimmer. Ich kann Dir aus dem Handgelenk ein Dutzend Biographien nennen wo die MENSCHEN nicht einfach faul sind man aber ein Idiot sein muss um anzunehmen die gehen Jahrzehnte geordnet einer Arbeit nach. Da finde ich ums Verrecken keine Stellschraube mehr mit der man die integrieren könnte ohne Deine falschen Anreize zu setzen…

    • @Uli Schoppe

      Ich halte kein menschliches System für perfekt – aber die liberale Demokratie doch für fähig, sich immer wieder zu erneuern.

      Klar gibt es auch fiese Unternehmer. Aber die meisten sind ok und die Arbeitslosigkeit ist auf Tiefstände gesunken – auch in jenen Regionen, die durch Jahrzehnte Planwirtschaft verarmt waren. Meine (Arbeiter-)Familie entstammt ja selbst der ehemaligen DDR. Und hat auch da eher schlechte Erinnerungen an eingesetzte Parteikader anstelle von Privatunternehmern…

      Konkret würde ich mir Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Energiewende wünschen, eine Phase mutiger Tariflohnerhöhungen und eine Umstellung des Steuerrechts vom Ehegatten- zum Familiensplitting. Solange die Welt sich verändert und entwickelt, werden auch wir dies immer wieder tun müssen. Und so Schritt für Schritt vorankommen – in Freiheit, mit im Durchschnitt wachsenden Einkommen und Lebenserwartung.

  70. @aMichael Blume

    Danke für die Antwort. Ich brauch jetzt erst mal einen Kaffee um in die Gänge zu kommen für die Erwerbsarbeit. Ich mache mir später einen Kopf für meine Antwort. 🙂

  71. @ Uli Schoppe
    28. April 2019 @ 22:20

    Zitat:
    Okay, ich habs gesagt weil ich das genau so niedrig finde, es hat nur nicht die Konsequenz das man ermordet wird.

    -> Doch, du wirst ermordet, wenn du dich der ganzen Erniedrigung und Anmaßunbg nicht willig unterwirfst.
    Die Statistik, die da besagt, das arme Menschen früher sterben, ist ja keine Fälschung.
    Und überall wird dir angeraten, das man besser hochorganisiert und mit straffen Tagesprogramm durch die Welt geht.
    Selbst Autisten redet man sowas ein. “Weil ihnen Abweichung von Gewohnten zuwiderstrebt”…
    Als ehemaliger Autist kann ich berichten, das es nicht der Fall ist. Warum ich Autisten erwähne? Das hat metaphysische Gründe.

    Auf jeden Fall tut keinem Menschen die kontinuierliche Gängelung und Würdigung durch die sogenannten “Bildungssysteme” und, wenns eh schon brenzlig wird, bei Jobcenter, nicht gut. Das ist, wie wenn man jeden Tag, wenn ein Sachbearbeiter deinen Fall bearbeitet, an den Pranger gestellt wird, zum Nichtsnutz abgestempelt und zu unwertem Leben diskreditiert wird, das auch noch Geld kostet.

    Nach über 10 Jahren dieser Art Handhabung meines Falles fühle ich mich dem Tode nahe, weil die Gesundheit erheblich litt. Und viele andere werden die Statistik nicht Lügen Strafen.

    Wer arm ist, ist desintegriert, wird verteufelt und diskreditiert an jedem Tag, wo die Welt von dir Notiz nimmt.
    Das ist die moderne Strategie, wie man Menschen tötet. Die Rampe der Moderne. Massenmedial zum Teufel gejagd zu werden. Und niemand hat auch nur ein bischen Mitleid mit jenen Schicksalen.

    Und weil das noch nicht alles ist:
    Die Psychiatrisierung als Kröhnung der Szenerie. Wobei mutmaßlich alle Erstkontakte mit der Psychiatrie durch Nervengifte ausgelösst werden. Also eine vorsätzliche vergiftung. Was man auch “Bildungsmaßnahme” nennen kann, denn wenn man derartig in die Gehirncchemie eingreift, wird zwingend das Gehirn umgebildet..verändert. Mit fatalen Folgen für die Gesundheit und das Ansehen der Opfer.

    Niemand darf heute positiv über “Bildung” sprechen, wenn missverständlich damit gemeint ist, dass man neuronal manipuliert wird. Freilich meinen wir unter Bildung was anderes.
    Aber das ist nicht kleinlich: Lernen ist nicht Bilden, sondern lernen. “Bildung” ist ein viel radikalerer Begriff und hat viel fundamentalere veränderungen zur Folge.

    Lernen ist schlicht nur das, was in der Schule geschieht…1 und 1 zusammenzählen können. Also einfachste Kulturtechniken erlernen.

    Bildung ist aber extrem übergriffig und Gesundheitsschädlich. Das wird aber geleugnet in der allgemeinen Öffentlichkeit.

  72. Vielen Dank hto, deine Zustimmung bedeutet in diesem Zusammenhang so viel, das ich sofort den Märtyrertod sterben wollte.

    Denke dir jetzt hier den Zwinker-Emogy als Ausdruck der Aussage, die ich sage, aber nicht genau so wörtlich meine.

    Allerdings sollte man solchen Impulsen natürlich nicht nachgehen. Ebenso, wie du deinem Impuls, mir zuzustimmen, auch nicht einfach so nachgehen solltest. Denn du weisst nicht, was du tust. Was weiß schon der Bombenattentäter darüber, was er tut? Im jeweils größerem Zusammenhang. Nicht das, was man sich subjektiv zusammenreimen kann, wenn man auf den Weg ist, sich die Bombe abzuholen, von jenen, die geneigt sind, sie für solchen Zweck herzugeben.

    Wie du, der da mutmaßlich affektiv zustimmt, fragt sich der Märtyrer nicht, wieso er die Bombe bekommt, sondern ist froh, dass er sie bekommt. Kein “qui bono”, keine Hinterfragung, wieso ich tun will, was ich tun werde.

    Du begreifst die Wahrheit nicht, die in deinem Verhalten liegt. Ebenso, wie das der Märtyrer nicht begreift, in welcher Wahrheit er seinen tot entgegen geht.

    Die ganze Welt (oder Gott) will, das beide es tun.
    Und der Rest der Welt ist froh, wenn du es tust, und ist froh, dass der Märtyrer es tat. Weil dadurch ein Streitpunkt/Konfrontation auf Geistesebene/Identitätsebene endgültig geklärt ist. Die (alten) Götter sind dann gestorben (Märtyrertod), oder die alten Gewissheiten wurden vergessen (Zustimmung). Beides hat mit sterbenden Göttern/Identitäten zu tun.

    Du bist wie ein Prophet….ein Erleuchteter, der Wahrheit kündet, ohne genau zu wissen, was er da sagt.
    Andere Menschen tun sowas nicht, weil sie intuitiv wissen, das es in manchen Dingen keinen Grund gibt, ohne besondere Not sich selbst ins Schlachtfeld zu werfen, weshalb sie schweigen, anstatt drauflos zu reden, wie du.

    Das sind die modernen Propheten: psychiatrisch Diagnostizierte. Abgesehen von jenen, die stabil in ihrer Perspektive existrieren. Wobei es wahrscheinlicher ist, dass manche einfach nur bessere Opportunisten sind, und die für sie besseren Entscheidungen treffen, woraufhin sie “integrierter” im Mainstream mitschimmen und daher erfolgreich sind/sein können.

  73. @demolog

    Es ist ja nicht so, dass ich Dir bisher immer zugestimmt habe, aber ich kann es in diesem Zusammenhang weiter!

    Wäre unser Dasein nur die Sinnlosigkeit der zufälligen Einmaligkeit, wie zunehmend mehr Menschen bereit sind zu glauben, dann hätten die Selbstmörder (bewusst und unbewusst) die stärkste / höchste Moral und das ausgeprägteste Verantwortungsbewusstsein unserer Vernunftbegabung (Vernunftillusion). 😄

    Mein Verstand von Wahrheit ist: Ich weiß aufgrund einer speziellen Erfahrung (die noch keine volle Erkenntnis ist / sein durfte) ziemlich genau was Wahrheit / der Weg zur Erleuchtung ist.
    Ich habe soviel Erkenntnis, dass ich ganz genau weiß, dass ich SO sicher nicht zu den “144000 auf dem Berg Zion” gehöre (Zeit ist relativ!).
    Trotzdem würde ich, aufgrund des Stumpf-, Blöd-, Wahn- und Schwachsinns dieser Welt- und “Werteordnung”, den Märtyrertod mit Freude jetzt begehen, wenn ich dadurch den Impuls in die wirklich-wahrhaftige Richtung geben könnte.

    • @hto

      Das ist interessant – wollen Sie uns ein wenig über diese „spezielle Erfahrung“ schreiben? Wo geschah diese, und spontan oder nach langer Vorbereitung? 🤔🤗✅

  74. @Blume

    Nur soviel für Dich: Nach “Vorbereitung” spontan 😎

    Vielleicht schreibe ich darüber mal ein Buch 😫😏👊

    • @hto

      Das hat zuletzt auch Jeffrey Kripal mit „Secret Body“ getan, ein anregendes „enfant terrible“ der Religionswissenschaft. Danke für Ihr Bekenntnis dazu. Einige Ihrer Ausführungen werden dadurch klarer. 📖👍📚

  75. Peter Müller hat meines Erachtens die richtige Frage gestellt.
    Grundsätzlich sind Probleme immer eine Frage des Sichtpunktes, der Warnehmung und zwar egal um welches es handelt.

    Ich bin erst 36 Jahre auf dieser Welt. Doch schon in dieser kurzen Zeit konnte ich miterleben, wie ganze Lebensbereiche in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Nichts zum Problem wurden und umgekehrt zur akzeptierten, machnchmal sogar zur erwünschten Form. Geändert hatte sich ausser des Sichtpunktes jedoch nichts.

    Ein Beispiel sind das Abbrennen von Phyros in Stadien in der Schweiz: Innert wenigen Jahren wurde dieses Ritual von einem erwünschten und als freudig eingestuften Ereignis zu einem Akt des Terrors, welches nur Menschen gut heissen, die völlig dem friedlichem Zusammenleben abgeschworen haben. Diese Entwicklung entstand im Übrigen nicht etwa aus vermehrten Vorkommnissen bei denen Menschen zu Schaden kam, was die Entwicklung nachvollziehbar machen würde. Sondern irgend Jemand erkannte bei diesem Ritual ein Risiko für Leib und Leben. Ihm gelang es andere von der Gefährlichkeit zu überzeugen. Er traff auf fruchtbaren Boden. Denn in der heutigen Zeit existiert ein in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesens Bedürfnis nach absoluter Sicherheit bei dem fast jedes Risiko zum Opfer fällt. Dieses Beispiel ist deutlich zu belegen druch die Kommentare der TV-Kommentatoren. Der selbe Kommentator, die selbe Sitaution. Fünf Jahre dazwischen und komplett gegenteilige Berichterstattung.

    Ein anderes Beispiel wäre die Wahrnehmung über sexuelle Übergriffe. Während früher der Begriff sexueller Übergriff klar eine Tat beschrieb, bei dem das Opfer erhebliches Leid ertragen musste, ist es heute gut möglich, dass es “nur” eine unangenehme Erfahrung war. Heute wird, vorallem in den USA, ein unangebrachter klapps auf den Hintern gleich gestellt wie eine Vergewaltigung. Die Wahrnehmung hat sich verschoben. Konsequenz: Es geschehen viel öfters sexuelle Übergriffe. Was auch nicht zu unterschätzen ist: Durch das Verschieben der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit verschob sich auch das tatsächlich wahrgenommene Leid der Opfer.

    Ohne die Zahlen und Geschehnisse zu kennen, vermute ich auch bei der These zu den sozialen Medien und den “Übergriffen” eher eine Verschiebung der Wahrnehmung. Was früher vielleicht noch als Provokation verstanden wurde, gilt heute als Übergriff. Und entsprechend des niederschwelligeren Tatbestandes, erhöhen sich auch die Vorfälle.

    Was mir auch aufällt in unserer Gesellschaft: Die ungleiche Beurteilung von Geschehnissen abhänig von Täter und Opfer oder Krititikern und Kritisierten.

    Mir fiel ein Text auf, der in einem traditionellen Medium abgedruckt wurde. Es ging um die Gender Frage. Der Text war extrem sexistisch, respektlos und teils sogar hetzerisch. Kritisiert wurde aber die Männerwelt. Kritik am Artikel wurde nicht laut. Hätte man allerings das Wort Mann durch Frau, Ausländer oder Jude ersetzt, wäre ein Skandal vorprogrammiert gewesen. Diese ungleich Beurteilung ist ein Missstand der meines Erachtens zu tiefgreiffendem Hass führen wird. Während bei den einen Bevölkerungsgruppen ein undifferenziertes Bashing toleriert wird, ist es bei anderen nicht erlaubt auch nur schon kritik zu üben.
    Bei der jüdischen Kultur ist dieses Ungleichmass extrem. Es dürfen weder die exestierenden Parallelgesellschaften, die Frauenfeindlichkeit, die Respektlosigkeit gegenüber Andersgläubigen, die hohe Anzahl Verwarlosungsfälle von Kindern, noch die tierquälerischen Praktiken der Jüdisch-Orthodoxen Gemeinschaft thematisiert werden. Während bei anderen Gruppen dies keinerlei Problem darstellt. Was nicht richtig ist, denn es sollten eigentlich alle gleich sein und gleich behandelt werden. Alles andere ist einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig und lässt Gräben entstehen.

    • Vielen Dank, @Gregor Russo. Meines Erachtens beobachten Sie zu Recht, dass Kommunikationsregeln immer auch durch Macht geprägt werden – und sich also verändern.

      Ebenso verstehe ich emotional, dass Sie sich nach Zeiten zurücksehnen, in denen weiße Männer über Frauen, Juden, Muslime, Afrikaner etc. herziehen konnten, ohne ihrerseits attackiert zu werden.

      Aber halten Sie es für wirklich wünschenswert und realistisch, in diese Zeiten zurück zu kehren? Oder haben Sie eine eigene Idee für die Zukunft?

      Bin wirklich interessiert! 🤔🌷

  76. @ Michael Blume

    8. Mai 2019 @ 09:45

    Beim Anblick von Prinz Harry und der Herzogin Sussx und ihrem Kind wird man zwangsweise zum Zweifler, wenn Menschen, wie sie, von “weissen Männern” reden.

    Angesichts der Insel-Weissen aus UK wird der zweifel am Festlandweissen so groß, dass man daran glauben könne, der Festlandweisse sei gar kein Weisser (Mann).

    Und ganz interessant wird es erst, wenn man angesichts des Schicksals der letzten “bürgerlichen” Prinziessin (Lady Diana), bedenkt, warum diese Herzogin nun ausgerechnet schwarze (oder Ebenholz-Farbene) Haare und leicht bräunende Haut hat.

    Der Rassist in mir denkt sich da ganz seltsame politische Taktiken aus, wieso Prinz Harry die Personalisierung des Weissen (Rothaarig und entsprechender Haut, was praktisch eine Stufe Weisser, als der Blonde Germane ist) ist und seine Geehelichte in ihrer Tendenz das Gegenteil. Man ist an strategische Verheiratung in früheren Herrschaftsgeschlechtern erinnert. Und die vorrangegangene angeheiratete Prinzessin hat ja quasi eine Katatsrophe verursacht, als sie dem prinzen untreu wurde.
    Das Resultat aus der Betrachtung ist, dass sich naturblonde Frauen nicht als Ehefrauen (für Prinzen) eignen.
    Solche Ansichten kennt man auch in ähnlichen Erzählungen aus andern Kulturräumen.
    Ausserdem kommen sie mir, Herr Blume, plötzlich viel weniger Weis vor. Ihre Aufmerksamkeit und Kritik am Weissen Mann könnte deswegen vielleicht viel mehr in ihrem Interesse liegen?

    Jedenfalls ist mein Exkurs in die Genetik damit einhergegangen, dass in mir die Rasse wieder ein Faktor ist, der nicht ganz ohne Grund eine Rolle spielt.
    Ausserdem kann man den Daten und Systemen der Genetik auch entnehmen, das der Weisse Mann/Mensch eigendlich ausschliesslich in Europa lebt und Nachfahre oder Vertreter der jeweils jüngsten Haplogruppen ist.

    Möglicherweise hat sich dieses Wissen inzwischen auch global rumgesprochen und das Selbstbewusstsein praktisch verlagert. Weil das Wissen um die ältere Herkunft vielleicht für mehr Recht auf Sein spricht?
    Keine Ahnung.
    Die globale Stimmung würde sich dadurch jedenfalls erklären: Europa ist Schuld – an allem, was gerade so Problem ist in der Welt.

    Was aber auch eine listige Schuldumkehrung ist, die man nur niemanden erklären kann, wenn man uneingeschränkt zur Aufklärung steht.
    Ich kann ja verstehen, das, wenn diese Welt so auf Aufklärung und Gottlosigkeit steht, sie kaum erklären kann, wie sehr diese Welt der Weissen vom Rest der Welt beeinflusst ist…und es war, als die schlimmen Taten geschahen.

    Für allzu viel Selbstkritik (der böse weisse Mann) ist demnach eher kein Anlass,, sondern für eine neue Identität, die einem die Existenz nicht automatisch, wegen den Weltzusammenhängen, abspricht.

    Es sei denn, man gibt sich in das aufgewzungene Schicksal, dass man anerkennt, dass man eben der jüngste Sproß der Schöpfung ist und eben wie ein Kind behandelt werden muß…wie es überall üblich ist – im Verhälntnis zwischen Eltern und ihren Kindern.
    Das aber ist so gar nicht die gute alte Sehnsucht nach Freiheit, die quasi nur in Europa entwickelt werden konnte. Europa war immer der Lebensraum, den Flüchtende aus dem Osten fanden, um zu bleiben. Also nach dem Aussterben der Neandertaler. Vorher wären die alle nie in die Region gekommen.

    Und erst die Idee der Menschenrechte. Europäischen Ursprungs – aus der Not, die Ohmnmacht ertragen zu müssen.

    Zu blöd, dass jetzt alle Welt anhand der Gene herrausfinden können, wie sie politisch gegen unerwünschte vorgehen können. Und das dadurch allzu radikal-autoritäre Politik nicht meh rnötig ist, weil man strategischer gegen typische Eigenschaften vorgehen kann, sodass dieses politische Handeln nun mit anderen Argumenten der Notwendigkeit gerechtfertigt werden kann. So, wie das auch bei der Psychiatrisierung ist… wo man allerhand politische Komplikationen als “Störung” zu einer Krankheit macht, um dann das politische Problem unauffäliger lösen zu können.

    Denn was ist politischer, als jemandem wegen seines Verhaltens (oder auch affektiver Störungen) als Krank zu diagnostizieren?

    Stecken sie einen Wolf ins Löwengehege und sie werden feststellen, dass der Wolf auf der Stelle schwer psychotische Symptomatiken aufweisen wird, weil er den Löwen wittert und daraufhin in Panik gerät. “Affektive Störungen” wären hier typisch zu erwartende Reaktionen auf drohende Gefahren. Und keine Krankheit.

    Und wenn man einem Menschen mit Nervengiften und Metalsalzen vergiftet, hat das den Effekt, dass die äußeren Reize um so aufdringlicher auf den Betroffenen wirken.
    Politisch kann das gewollt sein, weil zum Beispiel manche Menschen einfach nicht freiwillig tun, was man ihnen sagt und stattdessen lieber in Melancholie und Passivität (aka Faulheit) ihr Dasein fristen wollen. Was eben auch Folge der gefühlten Unerwünschtheit ist. Man fühlt sich nicht anerkannt, weswegen man es auch gar nicht erst versucht, um Anerkennung zu werben.

    Aber einen Gefallen tut man solchen Menschen damit, das man ihnen mehr “motivation” auf der affektiven Ebene verschafft, nicht. Man tut das ausschliesslich für die eigene Ideologie und die eigenen Ansprüche an seine Mitmenschen und die Durchsetzung der Idee vom richtigen Leben. Und auch für die Demokratie, was absurd klingt, aber anders gemeint tatsächlich der Fall ist. Kann ja nicht sein, dass diese “freien Radikalen” plötzlich wirklich eine Stimme zugesprochen bekommen. Wo kämen wir denn da hin, nicht wahr? Demokratie ist, wenn die Mitte zustimmt. Sonst ist alles Diktatur.

    Daraus, und aus der neuen Problematik der gene und Genfamilien, schliesst man unweigerlich, das diese Demokratie, wie sie hier praktiziert wird, faktisch nichts mit Demokratie zu tun hat, weil derjenige, der seine Interessen durchsetzt, vorher eh schon feststeht, weil er aufgrund der homogenen Bevölkerung (auf Genfamilienebene) eh in der Mehrzahl ist.
    Das ist auch der Grund, warum den Deutschen misstraut wird. Weil durch Deutschland die Trennlinie zwischen den vorherrschenden Haplogruppen geht.

    Ganz grob kann man daqvon ausgehen, dass Gene Eigenschaften bedeuten. Das ist so, Ein Fisch hat andere Gene, als ein Eichhörnchen. Und deren Eigenschaften und Fähigkeiten sind auch unterschiedlich. Und man kann davon ausgehen, dass beide auch in anderer Weise über ihre zugängliche Welt denken. Was nur einleuchtend ist, wenn man den einen im Wasser leben sieht und den anderen eben überwiegend auf Bäumen.

    Das übertragen auf den Menschen ergibt die Tatsache, dass unterschiedliche Gengruppen(Haplogruppenträger unterschiedlich denken. Und das dies keine Frage der praktischen Vernunft ist, so die Mindestbedürfnisse erfüllt sind, sondern eine Frage der Gruppe, die andere Lebenserfahrungen macht und deswegen anders in ihrem Grunddenken denkt. Die andere Perspektive sich nur aus dem Unterschied der Gengruppe ergibt.

    Da bin ich sicher: Das zukünftig Politik nicht mehr ohne die Kenntnis der Haplogruppe machen werden lässt – wenn sie erfolgreich sein soll. Und auch, das gewisse Gene zu bestimmten Eigenschaften führen, die politisch in Stellung gebracht werden. Per Neuroenhancemend.

  77. Ok, Lady Diana war wohl gar nicht naturblond…also den Teil auf das Wesendliche zurückgesetzt.

    Die meisten Bilder zeigen sie aber Blond.

    Was mich zu der Frage bringt, was einen Menschen dazu bringt, eine andere Haarfarbe haben zu wollen. Etwa mangelndes Selbstbewusstsein? Was meist heisst: hinzunhemen und damit zu leben wie, was und wer man ist.

    Hiesse die Immitierung einer natürlich vorkommenden Haarfarbe eigendlich, das man jemand anders sein wollte? Die Idee eines Vorbildes ist ja gut in unserer Kultur verankert, sodass daraus auch solcherart Üversprungverhalten hervorgehen kann, wie es die Haarfarbenveränderung ist. Übersprungverhalten, weil von der Haarfarbe nach allem guten Willen und besserem Wissen kein zivilisatorischer Vorteil hervorgeht.

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