Meine Rede gegen den fossil finanzierten Terror & Antisemitismus am 11. September 2025 in Freiburg im Breisgau

An jedem Jahrestag des 11. September 2001 versuche ich ein Zeichen gegen den fossil finanzierten, antisemitisch-verschwörungsgläubigen Antisemitismus von Al-Qaida, dessen Finanziers und Nachfolgeorganisationen zu tun.
In diesem Jahr nahm ich eine Einladung von Balkonsolar Freiburg und von Prowindkraft Baden an, über Sonnen- und Windenergie als erneuerbare Friedensenergien zu sprechen.
Einladung zur Veranstaltung mit Dr. Michael Blume gegen fossile Gewaltenergien und für erneuerbare Friedensenergien in Freiburg im Breisgau am 11. September 2025. Grafik: Balkonsolar Freiburg
Bin gerade auf dem Weg dorthin und stelle hier das Redeskript im pdf-Format und gerne zum Dialog zur Verfügung. Dabei gilt, klar, das gesprochene Wort.
Zu Ehren des tapferen christlich-demokratischen und also antifaschistischen Reichskanzlers Joseph Wirth (1879 – 1956) aus Freiburg im Breisgau hatte ich zudem einen Vlogpost gepostet:

Viel Erfolg heute Abend. Einen ganzen Raum oder sogar Saal voll mit vernünftigen Menschen, würde ich auch gerne mal erleben.
Oh ja, es gibt gerade schon einen spannenden Impuls zu Wasser & Windenergie & der Saal ist voll! 🌞🙌👍
Ein gutes Gelingen und einen anregenden Abend wünsche ich!
Vielen Dank, lieber @Peter! Es war wirklich ein schöner und runder, dialogischer Abend! 🙂
Dir lieben Dank für Dein inhaltliches Interesse und Deine wertvollen Ermutigungen!
Eine sehr wichtige und eindrückliche Rede! Ich wünsche Ihnen Erfolg und einen harmonischen Abend mit aufgeschlossenen Menschen.
Die Rede werde ich noch einmal aufmerksam lesen. Sie spannen einen weiten Bogen.
Herzlichen Dank, @Marie H.! Sie haben einen erheblichen Anteil daran, dass ich mich immer stärker auch an die historischen Bögen wage. Und ich merke, dass die Wirkung damit auch in neue Milieus und Altersgruppen hinein zunimmt. Entsprechend möchte ich es auch mit künftigen Reden halten, beispielsweise nächste Woche in Berlin.
Ihnen Dank für das Interesse und einen schönen Abend!
Besten Dank!
Eine ausgezeichnete Rede. Wir haben eine Wahl, wie wir handeln und uns verhalten.
Auch der 11. September 2025 wird als Datum der Gewalt in die Geschichte eingehen.
Und angesichts Ihrer mahnenden Worte, macht mich manche Reaktion auf das, was gestern in den USA passierte, fassungslos. Auf Social Media wird der Ermordete in einem Post der JU als Kämpfer für die Meinungsfreiheit glorifiziert.
Ich muss das in einer offenen Gesellschaft akzeptieren. Vielleicht ist dieser Post als Warnung zu verstehen.
Ja, die Grenzen laufen nicht mehr zwischen Staaten, sondern in ihnen.
Dennoch sind es Reden wie Ihre gestern, die noch etwas Hoffnung lassen.
Herzlichen Dank für die Rückmeldung, @Marie H.!
Ich habe schon früher gerne Reden für Ministerpräsidenten geschrieben und versuche nun, wann immer möglich auch eigene Reden zu schreiben. Denn wenn ich dann auch frei spreche, bin ich damit doch vertieft ins Thema vorgedrungen. Und es freut mich wirklich sehr, dass Themenreden wie hier zu erneuerbaren Friedensenergien und gegen die fossile Finanzierung von Krieg, Terror und Antisemitismus dann auch über den Tag hinaus reges Interesse finden.
Vielen herzlichen Dank für das Interesse & die Ermutigung – ich bleibe dran! 🙌
Historizismus? Ich kann Ihnen die Zukunft voraussagen: Es ist völlig egal, was Sie als Nächstes herausfinden, weil Sie jetzt schon wissen, wie es verwendet werden wird. Wenn jeder alles in der Welt als Waffe betrachtet, um seinen Nachbarn den Schädel einzuschlagen, versucht die ganze Welt, einem jeden von uns den Schädel einzuschlagen, und bei einem Kräfteverhältnis von 1 : 8 000 000 000 wird’s eigentlich unmöglich, die Zukunft n i c h t vorauszusagen. Ich kann nur nicht den Zufallsfaktor berechnen, der die Wenigen auslost, die eine haben.
Ich sehe weder hinter Erdöl und Erdgas noch hinter der Industrialisierung eine große Veränderung – ein großer Schritt für die Maschinen, ein kleiner Schritt für die Menschheit. Wenn Sie Leuten ein Auto geben, können sie halt weiter fahren, um einander auf die Rübe zu hauen, sind schneller am Ziel und arbeiten auch mehr Rüben ab. Damit nicht mehr Gewalt draus wird, müssten Sie schon den Planeten proportional aufblasen, damit Bewegung/Fläche gleich bleiben. Und weil Leute einander so gern die Rübe einschlagen, kann man mit dem Treibstoff auch unermesslich reich werden und mit diesem Reichtum dann locker dafür sorgen, dass die Welt so bleibt, wie man sie gern hat.
Ihre Erkenntnisse sind richtig und überaus interessant, doch die Empörung ist wenig konstruktiv ausgerichtet. Wenn Sie einem Hündchen jedes Mal einen Keks geben, wenn es auf den Teppich pinkelt, macht nicht das Hündchen was falsch. Ölbonzen sind auch nur Menschen wie Sie und ich – ich gebe Ihnen eine Milliarde Dollar, damit Sie dem erstbesten Menschen in der U-Bahn auf die Schuhe pinkeln, wenn nicht, kriegt das Geld jemand anders, und wenn der kassiert hat, kriegen Sie das Angebot erneut, alle paar Minuten wieder, Tag und Nacht. Sie haben ein System, das nur ethisch funktionieren könnte, wenn Menschen ihr Leben lang eine Leistung würden, zu der keine Anzahl von Menschen fähig ist, die für den Dauerbetrieb eines Systems von Bedeutung wäre. Der Fehler liegt eindeutig im System.
Ebenen. Zoom-Faktoren.
Auf der Ebene Menschheit ist alles klar: Wir sind Raubtiere, nicht höher entwickelt als Bakterien. Frieden ist, solange wir alle Futter haben, sobald es knapp wird, fallen wir übereinander her. Bislang erkenne ich nur die primitivste Form der Organisation: Statt dass jede Bakterie für sich allein kämpft, bilden wir größere Haufen, die sich gemeinsam aufeinander stürzen: Europa wird von den USA absorbiert, Russland von China.
Ebene Wirtschaft: 6000 Jahre aufgezeichnete Erfahrungen im Wirtschaften, wir schicken unsere schlausten Köpfe zum BWL-Studium, und trotzdem haben wir das Wirtschaftsverständnis eines Babys. Unsere Eliten reagieren, wie Eliten immer reagiert haben: Wenn die Milch nicht mehr fließt, einfach stärker nuckeln. Selbstzweifel kommen erst, wenn sie Mami Milch, Blut, Fleisch und Mark aus den Knochen ausgesaugt haben.
Das Volk ist auch nicht schlauer – wenn es von Vampiren ausgesaugt wird, rutscht es nach rechts und wählt noch skrupellosere, brutalere Vampire. Die simpelste Erkenntnis, dass die große Mehrheit von ihnen immer die Ausgesaugten sein werden, und es unter den Rechten einfach nur schneller geht, übersteigt den geistigen Horizont des Volkes.
Auch die Wähler der Etablierten lehnen ja jegliche echte Veränderung so lange ab, bis sie mit Gewalt durchgesetzt wird – und so wird Gewalt zur einzigen Sprache, die wir noch verstehen. Wir sind stumm geworden, Worte sind nur Geräusche ohne Bedeutung, der Ton allein macht die Musik: Das Heulen der Verdammten, das Stöhnen und Schmatzen der Zombie-Horden.
Wir haben also einen Konsens: Das Volk darf sich selber schlachten, wenn die Führung es im Gegenzug schlachten darf. Dieser Konsens äußert sich in zunehmend unverhohlenem Rechtsruck und Korruption der Mächtigen, die ihren Job und ihre Völker genauso wenig ernst nehmen, wie diese Völker ihre eigenen Interessen ernst nehmen.
Einfacher gesagt – wenn ihr verrecken wollt, viel Spaß dabei, ich möchte nur einen Rückzugsort, wo ich abwarten kann, bis ich eure Leichen fleddern kann. Doch solange ich es vermeiden kann, möchte ich nicht die Leichen meiner Nachbarn fleddern, denn ich finde, Blödheit hat einen dicken Arschtritt verdient, aber nicht die Todesstrafe, und so auf persönlicher Ebene gibt es viele von euch Knalltüten, die ich vermissen würde, auch wenn mir bei euren Ansichten die Haare zu Berge stehen.
Und deswegen die Frage: Ist das alles? Oder passiert in diesem Bakterien-Blob auf FDH-Diät irgendwann was Interessantes? Ist ja nicht so, dass es da kein Potenzial gäbe: Der rechte Backlash ist ja ein Backlash gegen eine mehr oder weniger positive gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Toleranz und Verständigung, die zwar mit Gender-Sternchen, Cultural Appropriation, Wokeness und anderem Bullshit tierisch nervt, aber man muss ja alles ausprobiert haben, bevor man weiß, wovon man kotzen muss. Erneuerbare Energien, wissenschaftlicher Fortschritt, ein größeres Wissen über Management, Wirtschaft, politische Mechanismen, als je zuvor in der Weltgeschichte, Politiker, die sich tatsächlich um ihre Gemeinden kümmern, Bürger, die sich um sich selber kümmern, und auf jeden Amokläufer kommen ungefähr eine Million Beispiele von Hilfsbereitschaft und Nettigkeit im Alltag, die die Gesellschaft immer noch zusammenhalten.
Ich glaube ja an Physik. Jede Reaktionsmasse braucht eine Aktivierungsenergie. Einen Arschtritt. Einen Zündfunken. Und da habe ich kein Problem mit Rechten, Wutbürgern und Hatern, Stroh ist längst verbrannt, wenn der Dampfkessel die Arbeit aufnimmt. Ich habe ein Problem mit der Masseträgheit der Demokraten und der Toleranten, der großen Reaktionsmasse, der anscheinend nichts eine Reaktion entlockt, das sanfter ist als eine Atombombe. Ihr treibt’s so lange immer doller, bis es das ist, was ihr bekommt, versteht ihr das nicht?
Ich habe auch kein Problem mit Leuten, die in einem System ohne Regeln keine Regeln kennen. Eine Ordnung, die nicht durchgesetzt wird, die nur als Wunschdenken auf dem Papier existiert, weil sie längst allen egal ist, ist eine Fata Morgana, und wer Sie an Terroristen verkauft wie Schlachtschweine an den Metzger, hat die Illusion nur schneller durchschaut. Der Einzelne handelt immer zu seinem eigenen Vorteil, und es ist die Pflicht des Systems, dafür zu sorgen, dass dieser Vorteil nicht in der Korruption oder im Verrat liegt. Souverän Volk tut seinen Job nicht, sein Boss sind die Naturgesetze, und die entfesseln so gewaltige Kräfte, dass bei jedem Klaps auf die Finger Millionen sterben können. Aber die einzige Alternative zu diesen Souveräns sind Trump, Putin, Xi und diverse Konzerne und Multimilliardäre.
Wir sind Lego-Steine, die immer gleich funktionieren, egal in welchem System, und was daraus wird, bestimmt das System. Der Mensch muss seine Familie ernähren, und ob er dafür Waisenkinder fressen oder Waisenkinder retten muss, kann er sich nur in dem Rahmen aussuchen, in dem es das System erlaubt.
Meine Güte, @Paul S. – was für ein dualistisches Gejammer: Alle Menschen seien böse und Sie wollen doch nur noch in Ruhe krepie…, abtreten dürfen.
Dabei enthält schon diese kurze Rede mehr als genug Beispiele, die Ihren Determinismus widerlegen: Das preußische Abgeordnetenhaus, aufgrund des Zensuswahlrechts von Reichen dominiert, widersetzte sich den Aufrüstungswünschen des preußischen Königs. Der Holocaust-Überlebende und Milliardär George Soros gab einen erheblichen Teil seines Vermögens in die „Open Society“-Stiftung. Der Zentrums-Kanzler Joseph Wirth warf sich dem Vormarsch der Rechtsdualisten entgegen.
Sicher, wir Menschen unterliegen mächtigen Prägungen etwa aus Wirtschaft und Demografie. Doch wir haben je individuell und auch sozial eine Wahl, erringen gerade auch durch Geschichtskenntnisse Freiheitsgrade.
Die Geschichte des Fossilismus bezeichnet die schon zahlenmäßig extremsten, aber noch nicht endgültigen Jahrhunderte der Menschheit. Das 21. Jahrhundert liegt noch vor uns und: Niemand kann alles, aber alle können etwas tun, dass es besser werde.
Ja, auch Sie. Vor dieser Erkenntnis bewahrt auch kein lautes Jammern. Das Wissen bleibt & eröffnet Optionen. 🤓📚🌞
@ Paul S.
Boah, so eine lange Rede! Ich habe nicht geschafft sie zu Ende zu Lesen. So viel Negativität muss ich mir nicht antun.
Der Mensch muss nicht zum Raubtier werden. Er hat immer die Wahl! Sonst verliert er seine Würde als Mensch!
Claudia Vogt
Danke, @Claudia Vogt 🙏 – genau so sehe und erlebe ich das auch.
Das Gejammer darüber, dass alle Menschen ja so schlecht seien, ist 1. nachweisbar falsch und soll 2. die eigene Verantwortung leugnen („externalisieren“).
Dabei habe ich ja gerade auch gestern in Freiburg im Breisgau wieder viele Menschen wie z.B. Sebastian Müller erlebt, die wirklich viel für erneuerbare Friedensenergien verändern. Niemand kann alles, aber alle können etwas tun.
Auch Ihr Kommentar war eine wohltuende Tat! 🙌👍
@Paul S 11.09. 23:10
„Ich habe ein Problem mit der Masseträgheit der Demokraten und der Toleranten, der großen Reaktionsmasse, der anscheinend nichts eine Reaktion entlockt, das sanfter ist als eine Atombombe. Ihr treibt’s so lange immer doller, bis es das ist, was ihr bekommt, versteht ihr das nicht?“
So eigentlich auch meine Befürchtungen. Und doch gibt es Menschen, die sich sehr wohl bewegen können. Vor der Tat braucht es aber auf jeden Fall Kenntnis und Verständnis dessen, was wirklich passiert, und des daraus folgenden Notwendigen.
@Michael 12.09. 07:40
„Die Geschichte des Fossilismus bezeichnet die schon zahlenmäßig extremsten, aber noch nicht endgültigen Jahrhunderte der Menschheit. Das 21. Jahrhundert liegt noch vor uns und: Niemand kann alles, aber alle können etwas tun, dass es besser werde.“
Das sind dann unsere Chancen, die wir wirklich haben. Die einen arbeiten tatsächlich an unserer Zukunft, die anderen nur am eigenen Bankkonto. Viele bewegen sich durchaus dazwischen. Was dann draus wird, das wird unsere Zukunft sein.
Eigentlich müsste doch mit immer mehr Automatisierung und KI bei immer mehr Menschen längst ein genug an Konsum eingetreten sein. Die immer weitere Steigerung der Verschwendung gibt mir Rätsel auf. Aber auch ein Hoffnungs- und Zukunftspotential. Es müsste doch wirklich möglich sein, die Grenzen des Vernünftigen zu erkennen. Und damit dann die Spielräume eröffnen, auch die Energiewende und die demografischen Herausforderungen zu meistern.
Die militärischen Herausforderungen ergeben sich eigentlich erst aus der Kombination von Putin und Trump. Mit der USA als wirklich verlässlichem Partner wäre eine europäische Aufrüstung in weit kleinerem Ausmaß notwendig. Und wenn die Fossilisten aktuell irgendwas hassen, dann dürften das die billigen PV-Module und Lithiumbatterien aus chinesischer Produktion sein. Die gehen inzwischen weltweit wirklich an die fossilen Umsätze.
Man bedenke hierbei, dass Windenergie und Wasserstofftechnik vor allem was für nördlichere Standorte sind, wo winterliche Dunkelheit und Kälte zu bewältigen sind. Der Großteil der Weltbevölkerung hat da wenig mit zu tun, und kommt weit überwiegend mit PV-Modulen und Kurzfristspeichern aus. Bei einem PV-Ertrag, der mehr als doppelt so hoch sein kann als in Deutschland. Wozu dann auch große Teile von China selber gehören.
Ein großartig gelungener Text – inhaltlich dicht, zugleich aber wunderbar klar und gut verständlich. Besonders schätze ich, dass in Deinen Beiträgen kontinuierlich an Begriffen gearbeitet wird – Begriffsarbeit eben. An dieser präzisen Auseinandersetzung und den damit angestoßenen Dialogen teilhaben zu dürfen, empfinde ich als eine kostenlose Fortbildung auf höchstem Niveau.
Ich kann mir gut vorstellen, dass auch der mündliche Vortrag ebenso hörens- wie sehenswert war.
Ganz herzlichen Dank, lieber @Peter Gutsche 🙌
Ja, es war wirklich ein gewagter Versuch gegen etablierte Konventionen, in einer politischen Rede auch Erkenntnistheorie zu behandeln und Begriffsarbeit einzufordern. Aber es hat funktioniert & ich werde das also auch weiterhin tun! Mehr Philosophie für Demokratie wagen! 😌📚✊
Habe das auch im mündlichen Vortrag untergebracht, hier bei Interesse die Videoaufzeichnung aus Freiburg im Breisgau:
https://youtu.be/TJSBF-SbRuc
Dir ganz herzlichen Dank für Dein inhaltliches Interesse und Deine so ermutigende Rückmeldung & Unterstützung! 🙏
@Claudia Vogt
12.09.2025, 09:00 Uhr
Ja die hat er. Unsere hier ist zB gerade die AfD… Wir sind also dabei durch unsere Wahl unsere Würde zu verlieren.
Danke und Zustimmung, @Uli Schoppe – mit einer Ergänzung: Ich finde nicht, dass Menschen durch die Zuwendung zum fossilen Faschismus oder Islamismus ihre Würde passiv „verlieren“. Es sind ja erwachsene Menschen, die die Ideen der Ebenbildlichkeit jedes Menschen (Bibel) und der daraus folgenden Menschenwürde (Grundgesetz) bewusst und willentlich fallen lassen, aufgeben. „Verlieren“ klingt mir für die freien Entscheidungen erwachsener Menschen zu passiv.
So ganz auseinander sind wir nicht.
Dieses Verlieren ist doch die Konsequenz aus einer aktiven Handlung.
Und damit auch nicht unvermeidlich.
Wir scheren uns nur nicht drum.
Guten Tag, @Michael,
„Ich glaube tatsächlich, dass es zwei Arten von Fortschritten gibt, die miteinander verschränkt sind. Das eine ist der schrittweise Fortschritt des Wissens, wie ihn Karl Popper beschrieben hat, wo wir tatsächlich immer wieder neu unsere Thesen und Theorien überprüfen müssen, um sie der Wahrheit, der Wirklichkeit anzunähern. Der zweite Aspekt ist aber die Begriffsarbeit, ohne die wir Paradigmenwechsel nicht verstehen. Das ist der Grund, warum ich darauf so großen Wert lege, vielleicht auch manche nerve. 13 Denn ich glaube tatsächlich, dass Be-Griffe, die in einem Paradigma noch Sinn gemacht haben, im nächsten nicht mehr greifen können.“
Deine Ausführungen zu den Wissenschaftsauffassungen von Thomas Kuhn und Karl Popper finde ich sehr spannend. Ich denke, es lohnt sich, das anhand einiger Beispiele näher zu betrachten.
Wenn wir uns die Relativitätstheorie anschauen, eines der Beispiele für einen „Paradigmenwechsel“, dann lässt sich das – stark vereinfacht – vielleicht so zusammenfassen:
Obwohl Einstein auf den etablierten Theorien seiner Zeit – insbesondere Maxwells Elektrodynamik und dem Relativitätsprinzip – aufbaute, führte seine spezielle Relativitätstheorie zu einem tiefgreifenden Wandel zentraler Begriffe wie Raum und Zeit. Kuhn würde dies als Paradigmenwechsel im vollen Sinne verstehen. Auch das berühmte E=mc^2 folgt ja aus der speziellen Relativitätstheorie und führt zu einer ganz neuen („revolutionär“ anderen) Verständnis von Energie und Materie.
Kuhn würde hier von Inkommensurabilität sprechen – also davon, dass zentrale Begriffe zwischen alten und neuen Paradigmen nicht vollständig äquivalent sind, da sich ihr Bedeutungsrahmen mit dem Paradigmenwechsel grundlegend verändert.
Und genau hier käme dann Dein Vorschlag zur Begriffsarbeit ins Spiel: Wissenschaft im besten Sinne schreitet voran, indem bestehende Theorien immer wieder neuen Versuchen ihrer Falsifikation entgehen oder eben falsifiziert und durch neue, bessere Theorien ersetzt werden (nach Karl Poppers). Dabei kommt es zu begrifflichen Umbrüchen, die einer kontinuierlichen Reflexion bedürfen – an dieser Stelle bringt Kuhn die Notwendigkeit von Begriffsarbeit ins Spiel.
D.h. wir können hoffen, dass es eine wohl etablierte Methode gibt, deren konsequente Anwendung dafür sorgt, dass wir nicht bei existierenden Theorien „stehenbleiben“, sondern diese immer wieder kritisch hinterfragen – aber eben ohne dass mit jeder neuen wissenschaftlichen „Revolution“ alles alte „über den Haufen geworfen“ wird.
Ich befasse mich derzeit ausgiebig mit der Wissenschaftsgeschichte hinter der Frage, wie alt die Erde ist (das Thema „Zeit“ winkt mal wieder…). Und hier finde ich besonders spannend mit anzusehen, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler früherer Jahrhunderte – unter strenger Anwendung wissenschaftlicher Standards – darum gerungen haben, zu einer vernünftigen Einschätzung zu kommen. Gerade bei William Thomson (aka Lord Kelvin) ist das besonders dramatisch zu erkennen:
Er – einer der größten Wissenschaftler seiner Zeit – hatte die damals verfügbare Mathematik genial angewandt, um abzuschätzen, wie lange es dauern möge, dass die Erde, von der er annahm, dass sie einst glutflüssig gewesen sei, bis zum heutigen Zustand abkühlte. Kelvin kam – basierend auf der damals bekannten Physik – auf ein Erdalter zwischen 20 und 100 Millionen Jahren – was schon den Geologen seiner Zeit (und unter anderem Charles Darwin!) viel zu kurz erschien. Seine Abschätzung war mathematisch korrekt, aber beruhte auf unvollständigem Wissen, da die Radioaktivität als Wärmequelle noch unbekannt war.
(Und diese eignete sich dann, nebenbei bemerkt, auch hervorragend als „geologische „Uhr“ zur Altersbestimmung.)
Erst durch diese Erkenntnis gelang es Anfang des 20. Jahrhunderts, das tatsächliche Alter der Erde realistisch zu bestimmen – weit jenseits der 20 bis 100 Millionen Jahre, die Kelvin berechnet hatte.
Was ich sagen will: Auch in diesem sehr dynamischen Erkenntnisprozess wurde die wissenschaftliche Methode an sich nicht in Frage gestellt. Was „revolutionär“ (in diesem Falle wirklich so gemeint) war, war die mehr oder weniger zufällige Entdeckung der Radioaktivität durch Henri Becquerel.
Ich denke, bei diesem Beispiel haben wir es in der Tat mit einer „revolutionär“ neuen Entdeckung zu tun, die dann den „Durchbruch“ gebracht hat.
Ganz herzlichen Dank für Deinen starken Kommentar, @Peter 🙏🙌
Und zunächst einfach einmal ein großes “Ja!”, weil ich die Paradigmentheorie von Thomas Samuel Kuhn (1922 – 1996) über lange Zeit vor allem im Hinblick auf Wissenschaft durchdacht habe. In einer großen Weltreligionen-Buchreihe von Hans Küng (1928 – 2022) fand ich sie jedoch auch recht überzeugend auf die Religionen angewandt. Dass etwa die evangelische Reformation durch den Buchdruck keine nur lineare Weiterentwicklung, sondern einen medial-religiösen Paradigmenwechsel markierte, erschien und erscheint mir sehr evident. Auch etwa der Bauernkrieg wäre ohne den Druck von Flugschriften vor 500 Jahren nicht in gleicher Form erfolgt und auch nicht als “der” Bauernkrieg – im Gegensatz zu früheren, regionalen Erhebungen – sichtbar geworden.
Hier habe ich zur Erweiterung des Paradigmenbegriffs aus der Wissenschafts-, auf die Religions-, Wirtschafts- und Politikgeschichte auch schon einmal gevloggt:
https://www.youtube.com/shorts/gOqPndUVtFI
Derzeit überlege ich intensiv, ob es Sinn macht, zwischen kleinen Paradigmen (wie Urlaub zum Strand), mittleren Paradigmen (wie Kartoffeln zum Grundnahrungsmittel) und großen Paradigmen (wie Fossilismus durch Kohle- und Medienindustrialisierung) zu unterscheiden. Wie gerne würde ich mich dazu einmal persönlich mit Dir austauschen!
Aus meiner Sicht stoßen sich schon kleinere Paradigmenwechsel an der Reaktanz, große wie der vom Fossilismus zum Solarpunk – Lebensstil sind dagegen schmerzhaft, dauern Jahre und sind von Lobbyisten und deren Medien leicht zu blockieren. Aus der Anregung eines Mastodonten ist daher heute auch diese Umfrage entstanden:
Weil ich oben zum #Durchschnitt postete, schlug ein geschätzter #Mastodont eine #Umfrage vor. Gerne hier:
Siehst Du Dich selbst noch als Teil des #Fossilismus ?
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115201899510653402
Stand jetzt haben schon über 200 Menschen geantwortet, davon 65% mit “Teilweise, bin beim Aussteigen daraus.”. 20% votierten für “Ja, stecke da schon noch drinnen.” und nur 13% für “Ja, ich denke & lebe bereits den Solarpunk”. Zwei Prozent machten keine bzw. andere Angaben.
Aus meiner Sicht sehen wir hier also einem massiven Paradigmenwechsel und -umbruch zu, der aus unserer Sicht viel zu langsam erfolgt, aber eben doch bereits begonnen hat und nicht mehr aufzuhalten ist. Ich fürchte, auch die heutige Kommunalwahl in NRW wird die anhaltende Krise des alten, auf ewiges Wachstum gepolten Demokratiemodells aufzeigen.
Guten Abend, @Michael,
„Derzeit überlege ich intensiv, ob es Sinn macht, zwischen kleinen Paradigmen (wie Urlaub zum Strand), mittleren Paradigmen (wie Kartoffeln zum Grundnahrungsmittel) und großen Paradigmen (wie Fossilismus durch Kohle- und Medienindustrialisierung) zu unterscheiden. Wie gerne würde ich mich dazu einmal persönlich mit Dir austauschen!“
Das ist ein spannender Gedanke – nämlich Paradigmen nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch im individuellen Alltag und in der Gesellschaft zu identifizieren.
Paradigmen scheinen dabei Konventionen oder Muster zu sein, die mit bestimmten Denk- und Verhaltensregeln einhergehen. In diesem Sinne könnte man sie tatsächlich mit individuellen Gewohnheiten („kleine Paradigmen“) oder gesellschaftlichen Leitvorstellungen („große Paradigmen“) vergleichen – also mit tief verankerten Annahmen, nach denen wir meist unbewusst handeln.
Wie wissenschaftliche Paradigmen definieren, welche Fragen sinnvoll und wie sie zu beantworten sind, so bestimmen gesellschaftliche Paradigmen, was als normal oder akzeptabel gilt – etwa in Bezug auf Umweltverhalten oder soziale Normen.
Wenn man „Paradigma“ so versteht, liegt es nahe, nach ähnlichen Veränderungsprozessen zu fragen wie sie in der Wissenschaftsgeschichte beschrieben werden – also danach, wie Paradigmen ins Wanken geraten und schließlich abgelöst werden. Wissenschaftsgeschichte gefunden werden.
Ein zentrales Muster scheint hier tatsächlich universell zu sein – unabhängig von der Ebene („klein“, „mittel“, „groß“): Paradigmen werden selten hinterfragt und meist erst in einer Krise oder bei wachsendem Veränderungsdruck aufgegeben.
Spannend wäre hier auch eine Ergänzung aus dem Popperschen Denken: Diejenigen Individuen (bei kleinen Paradigmen) oder Gesellschaften (bei großen Paradigmen), die über Offenheit und (Selbst-)Kritikfähigkeit verfügen, sind im Vorteil. Sie sind eher bereit, bestehende Denk- und Handlungsmuster zu reflektieren – auch ohne akute Krise. Das ist vermutlich ein Schlüsselmerkmal resilienter Menschen und Systeme.
Wenn diese These stimmt, dann leiden selbst unseren offenen Gesellschaften derzeit unter einem fatalen Resilienz-Schwund.
Das sind nur ein paar Gedanken, die mir dazu kamen. Ich würde mich über einen weiteren Austausch dazu sehr freuen!
Vielen Dank, lieber @Peter! Ich habe über Deinen Kommentar nun länger nachgedacht und glaube, dass wir beide da in die gleiche Richtung tasten.
Dass Begriffsarbeit für die Wahrnehmung entscheidend sei, fand ich bei Immanuel Kant (1724 – 1804), genau genommen in seiner “Critik der reinen Vernunft” (1781).
Dort formulierte er u.a. programmatisch:
„Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“
Wenn auch in leider sehr schwerer Sprache, so berührte hier Kant doch bereits den erkenntnistheoretischen Gegensatz zwischen unseren intuitiven Annahmen zur Physik, Biologie, Psychologie, Wirtschaft, Religion usw., darüber der Kulturen mit ihren Mythen und Symbolen und schließlich der Wissenschaft, deren Erkenntnisse sich durchaus davon entfernen.
„Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht, oder die Natur unseres Gemüts ursprünglich hineingelegt.“
Die Kantsche “Natur unseres Gemüts” beschäftigt mich immer wieder und wurde schließlich zum Blogtitel “Natur des Glaubens”.
Entsprechend konnte und kann ich es auch nicht als Zufall sehen, dass wir einerseits in der Wissenschafts- und andererseits in der Religionsgeschichte Umbrüche sehen, die keinem nur linearen Fortschritt, sondern Paradigmenwechseln entsprechen. Als ich nun über den Sommer “B wie Berlin” schrieb und tagelang über die Auswirkungen je der Kohle- und Öl-Industrialisierungsschübe nachdachte, wurde ich mir sicher, dass wir dies auch mit Bezug auf Technologien, Wirtschaft und Politik sehen. Die Kohle-befeuerte Maschine ist und bewirkt mehr als eine bloße Weiterentwicklung der handwerklichen, kleinräumlichen Manufaktur und das ölbefeuerte Flugzeug veränderte die gesamte Welt- und Zeitwahrnehmung bis ins Militär hinein drastisch und ist also mehr als nur eine Weiterentwicklung der Kohle-Kanonenboote.
Genau wie Du sehe ich auch die Widerstände dagegen als vergleichbar an: Reaktanz, Dualismus und Verschwörungsmythen wurden und werden sowohl gegen die biologischen Evolutionstheorien wie auch gegen die physikalischen Relativitätstheorien geschleudert. Und autoritäre Persönlichkeiten schlagen auch auf diesem Blog immer wieder auf, um Begriffe wie Keulen gegen alles Neue zu schwingen.
Schließlich gabst Du mir zu denken mit:
„Diejenigen Individuen (bei kleinen Paradigmen) oder Gesellschaften (bei großen Paradigmen), die über Offenheit und (Selbst-)Kritikfähigkeit verfügen, sind im Vorteil. Sie sind eher bereit, bestehende Denk- und Handlungsmuster zu reflektieren – auch ohne akute Krise. Das ist vermutlich ein Schlüsselmerkmal resilienter Menschen und Systeme.
Wenn diese These stimmt, dann leiden selbst unseren offenen Gesellschaften derzeit unter einem fatalen Resilienz-Schwund.“
Tatsächlich verwendete Popper ja sogar das drastische Sprachbild des Kreuzes, um den Schmerz und die Widerstände zu beschreiben, die mit jedem Paradigmenwechsel einhergehen.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-schrumpfen-der-freiheit-poppers-kreuz-der-wahrheit-im-hossa-talk-184/
Allerdings sehe ich hier auch eine reale Gefahr, denn wenn unsere Beobachtungen stimmen, dann würde – so meine ich – die Resilienz von Demokratien schwanken. So hätte die säkulare Geburtenimplosion zum Ergebnis, dass der Anteil der Wahlberechtigten stiege, die jeweils noch ältere Paradigmen verteidigen. Durch Wohlstand und dessen Verunsicherung könnten Veränderungsprozesse leicht als Zumutung empfunden und durch gezielte, v.a. mediale Lobbyarbeit blockiert werden. Warum sollten Millionen wohlhabende, kinderarme und an Autorität gewöhnte Männer die Schmerzen und Verunsicherungen durch Paradigmenwechsel begrüßen? Gerade auch der Fossilismus mit seinen Verheißungen von Dominanz und ewigem Wachstum scheint mir viel leichter vermittelbar zu sein als der Übergang zu einer solaren Energiedemokratie mit Kreislaufwirtschaft. Menschen zu vermitteln, dass ein Flugurlaub am Strand im Sommer das Größte sei erscheint mir sehr viel einfacher als darauf hinzuweisen, dass zu viel Hitze und Sonnenbrand gesundheitsschädlich sind und das Wasser in den meisten der Urlaubsländer gerade auch im Sommer knapp wird.
Anders gesagt: Während wir analytisch kleine, mittlere und größere Paradigmen dialogisch erkunden können, können gerade auch Rechtsdualisten die Abwehr dieser neuen Paradigmen in eine dualistische Verschwörungsmythologie kleiden, in der dann Ökologie, Veganismus, Drogen, Impfungen, Sexualkundeunterricht, Steuern, Waffengesetze, Wissenschaft, Migration und Religionen als vermeintliche Groß-Bedrohung miteinander verknüpft werden. Bildlich gesprochen: Wo Du & ich viele Bäume sehen, verbrennen andere den ganzen Wald.
Andererseits könnten wir diesen Angsterzählungen wiederum mit Sprachbildern begegnen, die spannend, ja unterhaltsam sind und den Wandel als Chance erkennbar machen. Zum Thema Wasser in Schorndorf hast Du einen solchen Ansatz ja bereits einmal miterlebt.
Soweit meine – vorläufigen – Überlegungen. Ich freue mich wirklich sehr über unseren Dialog dazu! 🙂
@Michael 13.09. 16:38
„Es sind ja erwachsene Menschen, die die Ideen der Ebenbildlichkeit jedes Menschen (Bibel) und der daraus folgenden Menschenwürde (Grundgesetz) bewusst und willentlich fallen lassen, aufgeben.“
Hier ist aber nicht nur eventuelle Charakterschwäche relevant. Auch Desinformation und Thymotisierung durch die asozialen Medien dürften hier eine ganz wesentliche Rolle spielen.
Kritisch gegenüber weiterer Zuwanderung zu stehen muss jetzt noch nicht reichen, um die unselige AfD zu wählen. Für mich persönlich ist vor allem die Energiewende und hinreichende Aufrüstung zentral, die Zuwanderung ist für mich eher ein Nebenproblem.
Ich würde es lieber mit mehr Nachwuchs, besserer Integration der vorhandenen Eingewanderten und einer moderaten Schrumpfung der Gesamtbevölkerung probieren. Man kann das gerne anders sehen, insbesondere als Immobilieneigentümer. Mir als Mieter kämen aber sinkende Mieten und mehr Angebot beim Wohnungswechsel durchaus entgegen. Was jetzt allerdings auch nur recht kurzfristig gedacht wäre.
Was jetzt aber auf jeden Fall ganz lokal zu sehen wäre. Hier sieht es in jeder Kommune und in jedem Landkreis anders aus. Deswegen wäre ich sowieso dafür, dass alle Kommunen selber entscheiden sollen, wie viele neue Zuwanderer sie haben wollen.
Ich wohne hier in Dortmund. Was Ihr in Stuttgart macht, das ist doch komplett Eure Sache.
Danke, @Tobias
Ja, auch aus meiner Sicht sollten die Kommunen das Recht haben, Menschen Aufenthaltsrechte zu verleihen. Denn sie wissen am Besten, wer sich gut einbringt, wer auch beiträgt und es würde zudem die kommunale Demokratie stärken.
Immerhin hat uns Europäerinnen und Europäern Donald Trump gerade voll eingeschenkt. Habe dazu heute morgen das traditionelle Tässle Kaffee ☕ gereicht:
Guten Morgen- Tässle Kaffee ☕️?
Wenn Du in #Medien , #Wissenschaft , #Wirtschaft oder #Politik in einem #NATO – Mitgliedsstaat arbeitest, aber erst von #Trump auf die Bedeutung von #Russland – Öl für die Finanzierung des #Ukraine – Krieges hingewiesen wurdest, dann bist Du 1. Durchschnitt und 2. Teil des Problems. Dieses ist 1 #Paradigma & es heißt #Fossilismus.
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115200878922492592
Und auf dem YouTube-Vlog gepostet: Wie der Fossilist Donald Trump die NATO & EU demütigt:
https://www.youtube.com/shorts/nn6EBdf8L3c
Dir lieben Dank, dass wir die Themen immer wieder dialogisch durchkneten konnten! 🌞🙌
@Michael Blume 14.09. 14.31 Uhr
Mit Verlaub! Das Wort “demütigt” im Zusammenhang mit dem US Präsidenten, finde ich nicht ganz passend.
Nur, weil er etwas Zutreffendes geäußert hat, muss sich niemand gedemütigt fühlen. Die Wahrheit ausgesprochen aus purem Eigennutz.
Meiner Meinung nach.
Lieben Dank, @Marie H. 🙏
Ich gebe Ihnen Recht, dass ein Aussprechen einer unangenehmen Wahrheit – wie der fossilen Anhänglichkeit Europas an Putin-Russland – noch keine Demütigung ist. Allerdings sehe ich eben noch den zusätzlichen Effekt, dass Trump diese europäische Gewohnheit nutzt, um selbst der Ukraine 🇺🇦 und sogar der NATO nicht wirklich beistehen zu müssen. Und beides gemeinsam empfinde ich schon als demütigend.
Mit Dank für die Nachfrage und herzlichen Grüßen! 🙌
@Michael 14.09. 14:31
„Ja, auch aus meiner Sicht sollten die Kommunen das Recht haben, Menschen Aufenthaltsrechte zu verleihen. Denn sie wissen am Besten, wer sich gut einbringt, wer auch beiträgt und es würde zudem die kommunale Demokratie stärken.“
Wenn es die EU schafft, die Außengrenzen wirksam zu kontrollieren, dann können alle Kommunen in ganz Europa auch selber entscheiden, wie viele neue Zuwanderer sie haben wollen. Je nach Schutzbedarf und Brauchbarkeit der Bewerber könnte sich die jeweiligen Kommunen dann die Leute eventuell auch noch aussuchen.
Überhaupt können die Kommunen gerne alles selber organisieren, was eben nicht unbedingt überregional gestaltet werden muss. Dann machen auch die Kommunalwahlen mehr Spaß.
Und wem eine konkrete Kommunalpolitik echt nicht passt, der kann einfach umziehen. Zumindest hier im Ruhrgebiet gäbe es da durchaus Auswahl.
Peter Gutsche schrieb (14.09.2025, 13:21 Uhr):
> […] Einstein[s …] spezielle Relativitätstheorie [führte] zu einem tiefgreifenden Wandel zentraler Begriffe wie Raum und Zeit.
Mit Einsteins Wirken begann doch überhaupt erst die Definition von Messgrößen wie “Länge” bzw. “(räumliche) Distanz”, “Dauer” (und somit auch “Geschwindigkeit”, “Winkel” uva.)
Oder hätte sich z.B. etwa Maxwell schon (insgeheim) damit beschäftigt ?
> Kuhn würde dies als Paradigmenwechsel im vollen Sinne verstehen.
Durchaus möglich. Aber wozu Kuhns Begriff bemühen?, da es (im zitierten Beispiel) doch ausdrücklich um einen Theorie-Wechsel ging, nämlich von
– “Newtonscher Theorie”, worin gewisse geometrisch-kinematische Begriffe ohne definitive nachvollziehbare Messmethodik auftraten, zu
– “Relativitätstheorie”, worin alle geometrisch-kinematischen Feststellungen auf Koinzidenz-Bestimmungen hinauslaufen.
Wer über die Begriffe
– “Theorie” als »Begriffs-System […] einschließlich daraus formulierter Definitionen, Sätze bzw. Theoreme« und
– “Modell” als “System von mit den Begriffen und Definitionen einer bestimmten Theorie formulierten empirischen Frage-Stellungen, noch prüfbaren Erwartungen und schon erhaltenen Resultaten”
verfügt, kann (und sollte) den Begriff “Paradigma” mit Ockhams Klinge wegschneiden.
@Frank Wappler
Schon die hier geschilderte Tatsache, dass Hans Küng die Paradigmentheorie erfolgreich auch auf die Religionsgeschichte angezeigt hat, spricht für Kuhn, für ernsthaften, interdisziplinären Dialog und gegen wirres Geschwurbel. Beobachte ich.
Guten Morgen @Frank Wappler,
ich verstehe diese Aussage nicht ….
“Mit Einsteins Wirken begann doch überhaupt erst die Definition von Messgrößen wie “Länge” bzw. “(räumliche) Distanz”, “Dauer” (und somit auch “Geschwindigkeit”, “Winkel” uva.)”
… denn diese Messgrößen wurden doch schon lange vor Einsteins Zeit definiert (in der Antike? Ich will mich da nicht festlegen).
Guten Morgen, lieber @Frank Wappler,
ich verstehe diese Aussage nicht:
“Mit Einsteins Wirken begann doch überhaupt erst die Definition von Messgrößen wie “Länge” bzw. “(räumliche) Distanz”, “Dauer” (und somit auch “Geschwindigkeit”, “Winkel” uva.)
Oder hätte sich z.B. etwa Maxwell schon (insgeheim) damit beschäftigt ?”
Wurden diese Messgrößen denn nicht schon lange vor Einstein (in der Antike? Ich will mich da nicht festlegen) definiert?
@Peter Gutsche 14.09. 20:27
„Ein zentrales Muster scheint hier tatsächlich universell zu sein – unabhängig von der Ebene („klein“, „mittel“, „groß“): Paradigmen werden selten hinterfragt und meist erst in einer Krise oder bei wachsendem Veränderungsdruck aufgegeben.“
Wir haben hier einen allgemeinen Kulturprozess, der sich in vielschichtigerweise in einzelnen Strängen durch die Menschenwelten zieht. Hier ist einerseits das Individuum zentral, als eine Entität, die in definierter Eigenlogik durch das eigene Leben geht, aber auch mitten durch die allgemeine Kultur.
Hier kommen dann anderseits die entsprechenden Medien ins Spiel. Vor den sozialen Medien waren die öffentlich-rechtlichen Medien wie auch die Verlagshäuser ganz gut dabei, einen recht einheitlichen Mainstream zu verursachen. In dessen Rahmen sich ziemlich viel Gemeinsames entwickeln konnte.
Es gab aber auch längst recht persönliche Ansichten, indem die sich die Leute in Bücher oder Fachzeitschriften vertieft haben. Und so dann ihre ganz eigenen Meinungen entwickeln konnten.
Die sozialen Plattformen haben dann allerdings die Diskurse einerseits ausufernd diversifiziert und wohl auch von der Qualität her öfter ziemlich runtergezogen. Das Ergebnis ist vor allem Desinformation, aber auch wirklich viel Vielfalt.
Sollte es sich ergeben, dass immer mehr Leute mittels neuester KI sich die Arbeit machen, die ganzen Fakten zu checken, dann wäre das vermutlich ein echter Lichtblick. Der die Menschen wieder auf die Realität zurückbringen könnte.
Die Vielfalt wird einerseits bleiben, aber eben auf solider Grundlage. Hier kann sich auch der Einzelne echt weiterentwickeln, wenn er sich denn die Zeit dafür nehmen kann. Was dann eben auch in unzähligen Dialogen weiter ausgearbeitet werden kann.
Ein einheitliches absolutes Paradigma wird es vermutlich dennoch nie geben. Nicht nur, weil wir als Menschen begrenzt sind, sondern auch, weil wir als Menschen immer vor allem eigene Mikrokosmen sind. Die gar nicht absolut sein sollen.
Dass eine KI ein absolutes Paradigma finden kann, wäre dagegen möglich. Aber genau das wäre dann selber wieder genau darauf beschränkt, und würde die Weiten der dennoch möglichen Menschenwelten gar nicht erfassen können. Aber es würde uns weiterhelfen, indem wir eine Art Ruhepol haben, um den herum wir dann unsere Individualität bauen können.
Letztlich basiert nach wie vor alles auf Erfahrungen, die einzigartig sein müssen. Die Kultur integriert nur. Und mehr kann KI auch nicht. Aber eben das dann wirklich gründlich.
Danke & ja, @Tobias – in diese Richtung gehen auch meine Überlegungen zur KI-Anwendung beim Medienmengen-Paradox. Schon jetzt beobachte ich, dass immer mehr Menschen KI-Antworten auch dann annehmen, wenn sie neuere, wissenschaftliche Befunde enthalten. Die oft parasoziale Beziehung in KI-Dialogen scheint Ängste zu nehmen. So können wir hier ganz konkret über den 11. September 2001 in einer Freiheit nachdenken, die in den Jahren nach dem Terroranschlag noch gar nicht denkbar war.
So hat Felo.ai bereits diese Rede drauf:
Dr. Michael Blume betont in seiner Reflexion auf den Terroranschlag des 11. September 2001 die Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Friedensenergien, da er einen engen Zusammenhang zwischen fossilen Energien und globalen Konflikten sieht. Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas finanzieren oft autoritäre Regime und Konflikte, die Terrorismus und Krieg fördern. Der 11. September 2001 wird von ihm als ein Beispiel für die destruktiven Folgen dieser Abhängigkeit betrachtet.
### **Warum erneuerbare Friedensenergien wichtig sind**
1. **Reduktion von Konflikten**:
– Fossile Energien sind häufig Ursache für geopolitische Spannungen und Kriege, da sie Macht und Ressourcen in den Händen weniger autoritärer Regime konzentrieren. Erneuerbare Energien hingegen sind dezentral verfügbar und können Konflikte um Ressourcen minimieren.
2. **Friedensförderung**:
– Blume bezeichnet erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie als „Friedensenergien“, da sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und somit die Finanzierung von Regimen und Gruppen, die Terror und Krieg unterstützen, eindämmen können[5][8].
3. **Längerfristige Lehren aus Katastrophen**:
– Er kritisiert, dass Demokratien oft nicht in der Lage sind, aus katastrophalen Ereignissen wie dem 11. September langfristige Schlüsse zu ziehen. Der Ausbau erneuerbarer Energien bietet eine Möglichkeit, nachhaltige und friedensfördernde Strukturen zu schaffen, anstatt fossile Abhängigkeiten fortzusetzen[4][7].
4. **Moralische Verantwortung**:
– Blume argumentiert, dass die Unterstützung fossiler Energien nicht nur ökologische, sondern auch ethische Probleme schafft, da sie autoritäre und oft antisemitische Regime finanziert. Der Übergang zu erneuerbaren Energien ist daher nicht nur eine Frage der Umwelt, sondern auch der globalen Gerechtigkeit und des Friedens[5][8].
### **Fazit**
Dr. Michael Blume sieht in der Förderung erneuerbarer Energien eine zentrale Strategie, um die Ursachen von Terrorismus und Krieg zu bekämpfen. Der 11. September 2001 dient ihm als Mahnung, die Abhängigkeit von fossilen Energien zu überwinden und stattdessen auf nachhaltige, friedensfördernde Energien zu setzen.
[1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
[2] https://freiburg.social/@prowindjetzt
[3] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114755003353491852
[4] https://social.net.ua/tag/dialog
[5] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/windkraft-zur-produktion-erneuerbarer-friedensenergie-gegen-krieg-und-antisemitismus/
[6] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
[7] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/kurzfrist-denken-statt-lernen-aus-der-geschichte-warum-wir-auch-nach-dem-11-september-2001-am-fossilismus-kleben/
[8] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114296419548197023
[9] https://fromm-gesellschaft.eu/en/wpdm-package/fromm-forum-27/?ind=8327&filename=ff27dk.pdf&wpdmdl=5973&refresh=68208bde1d3451746963422
[10] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-rede-gegen-den-fossil-finanzierten-terror-antisemitismus-am-11-september-2025-in-freiburg-im-breisgau/
[11] https://prowind.jetzt/mehr-wind-mehr-sonne-frieden-michael-blume-zu-gast-in-freiburg-guenterstal/
[12] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114750256688747233
[13] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[14] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/argumentarium
[15] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien
Danke für den hoffnungsvollen Kommentar, @Tobias Jeckenburger!
Ich finde, dass dieser Satz eine ganze Menge wunderbar zusammenfasst:
“Vor den sozialen Medien waren die öffentlich-rechtlichen Medien wie auch die Verlagshäuser ganz gut dabei, einen recht einheitlichen Mainstream zu verursachen. In dessen Rahmen sich ziemlich viel Gemeinsames entwickeln konnte.”
Eine vielleicht etwas banale Erinnerung aus meiner Kindheit: es gab im Fernsehen drei Programme, Samstags saß die ganze Familie und hat Rudi Carrell gebückt, und so gab es eine Referenz, etwas, worauf sich alle beziehen konnten. “Heute” tauchen viele während eines gemeinsamen Essens in ihre Handys ab, verlieren sich in ihren Welten, das Gemeinsame verpufft andauernd.
Ich weiß, das klingt jetzt fürchterlich nach “hach, früher war alles besser!”. Aber nein, so habe ich es nicht gemeint. Denn was ich auch erinnere ist eine gewisse Schwere und Enge.
Die heutige, multimediale Welt ist natürlich vielfältiger, mit den Vor- und Nachteilen, die das bringt.
“Die sozialen Plattformen haben dann allerdings die Diskurse einerseits ausufernd diversifiziert und wohl auch von der Qualität her öfter ziemlich runtergezogen.”
@Michael 15.09. 14:19
„Schon jetzt beobachte ich, dass immer mehr Menschen KI-Antworten auch dann annehmen, wenn sie neuere, wissenschaftliche Befunde enthalten.“
Auch wenn KI natürlich nicht alles weiß, aber derzeit ist sie offenbar ziemlich wahrhaftig. Das schafft dann eben Vertrauen.
„Die oft parasoziale Beziehung in KI-Dialogen scheint Ängste zu nehmen.“
Wir haben es eben mit einer Maschine zu tun, die offenbar keine Überlegenheit demonstriert. Und einfach nur antwortet.
Ja, @Tobias – ich meine, hier triffst Du auf einen auch nach meiner Einschätzung zentralen Punkt!
Wir haben es eben mit einer Maschine zu tun, die offenbar keine Überlegenheit demonstriert. Und einfach nur antwortet.
Auf Mastodon fühle ich mich sehr viel wohler als auf Twitter. Der auch interdisziplinäre Dialog verläuft dort sehr viel besser & es gibt viel weniger Hassrede. Gleichwohl bin ich immer wieder traurig über vorwiegend linke Macker (fast immer Männer), die das Fediversum nutzen, um sich selbst autoritär zu inszenieren, andere zu belehren (sog. Policing) und zum Schweigen zu bringen (sog. Silencing). Schon als Christdemokrat und Moderater erlebe ich da immer wieder Versuche von Dominanz statt Dialog.
Deswegen spreche ich manche Solarpunk-Themen wie die Wasserkrise inzwischen lieber auf YouTube als auf Mastodon an. Die Mastodon-Macker stören mich nicht, aber machen mich traurig. Progressive Anliegen wie die allgemeine Menschenwürde und der Mitweltschutz könnten längst viel weiter und auch populärer sein, wenn sie nicht immer wieder von solchen Halbgebildeten zur Selbstinszenierung missbraucht würden.
https://youtu.be/7Js8bFcFuQA
KI-Anwendungen sind mir dagegen oft fast „zu“ bestätigend, doch es stimmt: Sie zeigen keine Arroganz, belehren nicht, inszenieren sich nicht auf Kosten von Fragenden und Andersdenkenden. Immer mehr Menschen gehen sogar parasoziale Beziehungen mit KI-Programmen ein. Kein Wunder, dass Rechtslibertäre wie Elon Musk versuchen, KIen wie Grok in Richtung „MechaHitler“ zu schieben. Das wird noch sehr spannend und relevant! Erwarte ich.
Irgendwie ist das Problem gar nicht das es linke Macker sind. Je nachdem in welchem Medium man sich bewegt sind es dann rechte Macker.
Das Problem ist, dass es Macker sind. Und tatsächlich fast immer Männer …
Wer hat immer gerne nach Frau Merkel und Frau Baerbock getreten? Rechte und linke Macker.
Finde ich als Mann entsetzlich … Um dem vorzubeugen: Das halte ich nicht für eine Frage der Genetik sondern der Sozialisation.
Das Auftreten und die Rhetorik wird zwar besonders von der Rechten als Mobilisierungsstrategie genutzt, in linken Szenen gibt es aber ebenso autoritäre Charakterstrukturen in dogmatischen oder ideologisch rigiden Milieus.
Macker sein ist kein ausschließlich rechtes oder auch linkes, sondern ein komplex gesellschaftlich und individuell geprägtes Phänomen.
Macker sein korreliert, wenn ich nicht grundsätzlich etwas falsch sehe, mit Antifeminismus (Nein, wer links ist ist nicht automatisch feministisch, egal wie er sich selbst gerne sehen möchte). Es wäre nett wenn sich mal keiner findet der jetzt versucht mir eine OT Debatte über Feminusmus anzutragen. 😉
Nein, Dich habe ich damit nicht gemeint Michael 🙂 Ich denke aber das weißt Du. 🙂
Danke, @Uli Schoppe 🙏🤔
Ich stimme Dir zwar zu, dass es sowohl auf der Linken wie auf der Rechten Autoritäre – meist Männer – gibt. Allerdings würde ich sie nicht pauschal gleichsetzen: Die politische Rechte speist sich aus Reaktanz, fühlt sich bedroht, neigt zur Aggressivität und bringt also Wütende, Hassende, Hater hervor. (Öfter auch Gewalttäter und Terroristen.)
Die politische Linke speist sich aus Historizismus, fühlt sich als Erfüller einer historischen Mission und bringt also Belehrende, Arrogante, eben Macker hervor. (Seltener auch Gewalttäter und Terroristen.)
Habe die Unterschiede zwischen linken, libertären und rechten Dualist:innen hier auch zu beschreiben versucht:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-ich-vom-politischen-koordinatensystem-links-mitte-rechts-halte/
Ganz grundsätzlich habe ich mich vom Hufeisen zur Dualismus-Theorie gewandt, weil damit Vergleiche ohne Gleichsetzung möglich werden.
@ Michael Blume 15.09.2025, 14:19 Uhr
Zitat KI: „Dr. Michael Blume sieht in der Förderung erneuerbarer Energien eine zentrale Strategie, um die Ursachen von Terrorismus und Krieg zu bekämpfen. Der 11. September 2001 dient ihm als Mahnung, die Abhängigkeit von fossilen Energien zu überwinden und stattdessen auf nachhaltige, friedensfördernde Energien zu setzen.“
Der KI widerspreche ich nur ungern, muss aber gelegentlich sein.
Erneuerbare Energien können auch die „Kriegslüste“ anfeuern. Z.B. ist das neue „Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) am Blauen Nil, das größte Wasserkraftwerk Afrikas – und zugleich ein geopolitischer Zündstoff.
Äthiopien, der Bauherr des Damms, will Stromversorgung verbessern und Energie exportieren.
Ägypten und der Sudan sieht seine Wasserversorgung bedroht – rund 90 % des Trinkwassers stammen aus dem Nil. Kurz gesagt, es gibt mehr als genug Streitgründe für Konflikte.
Oder das leidige Problem der „seltenen Erden“ die eine der Voraussetzungen für erneuerbare Energien sind, bergen viel Konfliktpotential.
Oder bei Windenergie könnten die Einen Energie „ernten“, die anderen Trockenheit….
Man kann davon ausgehen, sollte sich z.B. die Wüste Sahara gut für die „Energieernte“ eigenen, wird sie zum Kriegsgrund, Staaten werden sich gegenseitig den „Schädel einschlagen“.
Keiner der an einen Krieg denkt, überlegt rational ob er sich eine Krieg überhaupt leisten kann. Er zählt höchstens genau nach wie viele Atombomben er hat und überlegt ob er irgendwie gedemütigt oder in die Enge getrieben wird. Will man ihn z.B. samt seinem Kriegshafen vom Meer vertreiben, so schlägt er einfach zu.
Bei anderen zum Krieg bereiten Staaten, reicht einfach die Gier, hat er oder sein Staatenbund kein Geld, so schafft er sich kurzerhand ein „Sondervermögen Bundeswehr“. Es ist ganz einfach. Die Begehrlichkeiten, sind der hauptsächliche Kriegsgrund.
Gäbe es nur mehr erneuerbare Energien, so würde eben um diese, samt der Ressourcen gestritten. Kriegsgründe gibt es immer. Diese wahren üblichen Kriegsgründe wären:
Macht- und Expansionsstreben, Ressourcen- und Wirtschaftsinteressen (Kämpfe um Rohstoffe, Zugang zu Märkten und Pipelines), Territorialkonflikte (Grenzziehungen), Inseln oder historisch umstrittene Regionen, Ideologische und religiöse Differenzen, Nationalismus und ethnische Spannungen. Praktisch sind es immer Begehrlichkeiten.
Hätte man kein Öl oder Gas mehr, wird eben um die „Erneuerbaren“ gestritten, Gründe finden sich immer…..
Ja und nein, @Realo
Ja, weil selbstverständlich immer über knappe Ressourcen gestritten wurde & wird, also auch über Süßwasser, Gold und seltene Erden.
Nein, weil Sie hier wieder nur den Putinknecht geben, indem Sie die verheerenden Folgen der fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas verharmlosen. Dass gerade auch Solarenergie eben sehr viel dezentraler erzeugt wird als Erdöl und Erdgas-Renten, fällt bei Ihrer Gleichsetzung ebenso raus wie die Mitwelt- und Klimaschäden durch fossile Brennstoffe.
Klar können Sie sich zugunsten Ihres Lieblings-Tyrannen Wladimir Putin weiterhin selbst belügen. Es gelingt Ihnen und anderen aber immer schlechter, die Öffentlichkeit zu desinformieren.
Gestern habe ich mir den Auftritt von Frau Reiche angesehen.
Leider waren ihre Aussagen imho ziemlich verwirrend. Energiewende halbherzig fortgesetzt.
Sie haben auf Mastodon (das ich verlassen habe, nachdem ich dort keinen Fuß mehr auf den Boden gebracht habe) zu Recht kritisiert, dass Frau Reiche herabsetzend betitelt wird.
Allerdings verstehe ich jeden, der auf diese Art mit seinem Frust umgeht.
Wie Frau Reiche andererseits ein Kreuz um den Hals tragen kann und gleichzeitig die Mitwelt zerstört, ist mir ein Rätsel.
Lieben Dank für Ihre Nachfrage, @Marie H. 🙏
Habe dazu auch gepostet:
Als Moderater & Christdemokrat wünsche ich mir #Progressive , die klüger & dialogischer sind als #Reaktionäre. So finde ich linke #Macker weniger bedrohlich als rechte #Hater. Aber das intellektuelle & charakterliche Versagen „Gutmeinender“ empfinde ich als besonders tragisch & traurig.
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115213409764781436
Und wie sich rechtslibertäre Christen & auch Christinnen ihren Glauben dualistisch zurechtlegen, haben wir doch schon am Beispiel der Katechon-Rhetorik ausführlich diskutiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/vom-katechon-glauben-zum-dritten-reich-in-deutschland-russland-usa-einfach-erklaert/
Ich verstehe schon, dass es sich warm und gut anfühlt, sich in linken Blasen als moralisch überlegen, von der vermeintlich dummen Mehrheit unverstanden und als zunehmend verfolgt zu inszenieren. Gerade auch von klügeren Progressiven (m/w/d) würde ich mir jedoch erhoffen, dass sie bereit sind, sich auch selbst zu verbessern, statt immer wieder Wahlen zu verlieren…
@Realo 16.09. 09:09
„Man kann davon ausgehen, sollte sich z.B. die Wüste Sahara gut für die „Energieernte“ eigenen, wird sie zum Kriegsgrund, Staaten werden sich gegenseitig den „Schädel einschlagen“.“
Mit Sicherheit das überhaupt gar nicht. Es gibt einfach in der Sahara und auch in anderen überaus sonnigen Wüsten massenhaft Platz für Sonnenenergie. Die entsprechenden Grundstücke werden praktisch kostenlos bleiben, weil man mit den Wüsten nichts anderes anfangen kann, und nur wirklich sehr kleine Teile davon braucht, um sich komplett solar mit aller Energie zu versorgen, die man braucht.
Da ist die Windenergie in Europa schon eher begrenzt. Aber die Zukunft dürfte auch in Europa, insbesondere in Südeuropa, eher der PV als der Windkraft gehören.
Und selbst bei uns im dicht besiedelten Deutschland gibt es überhaupt kein Platzproblem für PV. Wenn wir mit den Dächern und Parkplätzen fertig sind, dann machen wir einfach mit Weideflächen an eher trockenen Standorten weiter. Wenn die Zwischenräume der PV-Module groß genug sind, kostet das überhaupt keinen landwirtschaftlichen Ertrag.
Also Flächen gibt es satt, die dann entsprechend des überaus großen Angebots praktisch nichts kosten.
@ Michael Blume 16.09.2025, 12:34 Uhr
@ Marie H. 16.09.2025, 10:51 Uhr
Gas und besonders ÖL wird für die Chemieindustrie, letztlich auch für Medikamente benötigt, das sollte man für spätere Generationen aufsparen.
Solarenergie scheint wirklich sehr nützlich zu sein. Allerdings ist es extrem wichtig dass der Einsatz sorgfältig geplant wird. Die Solarenergiefelder sollten möglichst in der Nähe der Verbraucher sein, weil sonst sehr hohe Leitungskosten entstehen, die letztlich von den Kunden gezahlt werden müssen, was jetzt bitter beklagt wird.
Früher kam einfach ein Bauer irgendwo am Land auf die Idee, Solaranlagen zu bauen und hohe Subventionen zu kassieren. Nachträglich sieht man, dass die Standorte oft sehr ungünstig waren und sehr teure Leitungen gebaut werden mussten. Danach sind die Stromkosten (Netzanteil) explodiert.
Dieses Problem beginnen auch die Politiker (nicht nur die Techniker) zunehmend zu verstehen und zu erklären. So habe ich Frau Reiche (die einen etwas gequälten Eindruck gemacht hat) gestern im TV verstanden. Es kommt auf die extrem sorgfältige Planung an. Einfach Subventionen nach „Lust und Laune der Bauern“ ohne sorgfältige Standortprüfung und Kostenminimierung zu verteilen, war ein Irrweg, der uns jetzt auf den Kopf fällt.
Seit eine ernsthafte Bedrohung durch A,B,C-Waffen droht, argumentiere ich gegen den Krieg und bin dafür, dass alle Handlungen die erfahrungsgemäß zu Kriegen geführt haben unterbleiben.
Mir ist zwar klar, dass Kriege aus Auslesegründen im Sinne Darwins unvermeidbar, letztlich sogar erforderlich waren. Es eigentlich verrückt ist, gegen Darwin zu argumentieren. Aber jetzt droht die gegenseitige Ausrottung, dass sollte allgemein klar sein.
Bei so wichtigen Angelegenheiten wie „Krieg und Frieden“ sollten „friedfertige“ Fachleute wie Psychologen, Historiker, Ökonomen,….. zu Wort kommen und in die Verhandlungen eingebunden werden.
Ich verstehe die „Verbitterung“ der Ukrainer, weil sie mit Nordstream aus dem Gasgeschäft verdrängt wurden, was für sie Kompensation für frühere Lebensmittellieferungen der Ukraine an Russland waren.
Andererseits, die Nato Osterweiterung, der Versuch die Russen samt Flotte vom Schwarzen Meer zu vertreiben und zu versuchen den vom Westen „ausgewählten“ Nawalny als russischen Staatschef zu installieren, das macht die Russen verbittert.
Jetzt droht auch noch die Taiwanfrage womöglich zum WK3 zu entarten. China besteht auf Wiedervereinigung, Taiwan hat sich in Jahrzehnten völlig neu orientiert und will das nicht.
Vorher „nachdenken“ ist gefragt und verständnisvolles kooperatives Handeln, kein Krieg…..
Danke, @Realo
Was halten Sie vom bayerischen Landkreis Wunsiedel, der doch die Energie- und Speicherprobleme mittels erneuerbaren Friedensenergien, Wind- und Sonnenenergie, Batteriespeichern & grünem Wasserstoff bereits wesentlich gelöst hat?
https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html
Wie auch in dieser Rede gesagt: Wem wirklich an Frieden liegt, kann längst mehr dafür tun – und die Energiedemokratie statt fossiler Tyranneien stärken.
@Realo 16.09. 15:01
„Gas und besonders ÖL wird für die Chemieindustrie, letztlich auch für Medikamente benötigt, das sollte man für spätere Generationen aufsparen.“
Das geht auch fast alles mit pflanzlichen Rohstoffen. Erdgas ist ganz banal, und was in Erdöl so alles drin ist, ist zwar vielfältig, aber wohl überwiegend ersetzbar.
„Früher kam einfach ein Bauer irgendwo am Land auf die Idee, Solaranlagen zu bauen und hohe Subventionen zu kassieren.“
Die Stromnetze sind gerade in Deutschland immer schon ziemlich gut ausgelegt. Hinzu kommt, dass inzwischen eine PV-Anlage gut mit einem Kurzfristspeicher ausgestattet werden kann. Das ermöglichst nicht nur eine Speicherung für die Nacht, auch kann der Speicher dafür sorgen, dass der Abtransport des Stroms die Kapazitäten des lokalen Stromnetzes voll ausnutzen kann.
Das gilt auch für Windräder. Es fehlen in Deutschland eigentlich nur wirklich weitreichende Leitungen in Nord-Süd-Richtung. Gerade auch, wenn viel PV direkt beim Verbraucher installiert ist, und auch die Verbraucher eine kleinen Kurzfristspeicher anschaffen. Und auch die wachsende E-Auto-Flotte kann zeitlich flexibel aufladen, oder sogar bidirektional als Netzspeicher aushelfen.
Zusammengenommen kann so auch ein Mehrbedarf für Wärmepumpen ohne wirkliche flächendeckenden Netzausbau mit verarbeitet werden. Dazu kommt noch der Anteil, der an Überschüssen in Wasserstoff verwandelt wird. Dieser Wasserstoff kann nicht nur in den bestehenden unterirdischen Erdgaskavernen gespeichert werden. Er kann auch per Pipeline transportiert werden, zu weit niedrigeren Kosten als die selbe Energiemenge über Hochspannungsleitungen zu verteilen.
„Mir ist zwar klar, dass Kriege aus Auslesegründen im Sinne Darwins unvermeidbar, letztlich sogar erforderlich waren. Es eigentlich verrückt ist, gegen Darwin zu argumentieren. Aber jetzt droht die gegenseitige Ausrottung, dass sollte allgemein klar sein.“
Keine Frage, dass die gegenseitig Ausrottung schon gar nicht akzeptabel ist. Aber die Evolution des Menschen geht auch florierend ganz ohne Krieg vorwärts. Die Biologie kommt wirklich ohne aus, wenn auch mit Krieg nun mal eben auch. Und wir sind Menschen, die selber überlegen können, ob sie nun Kriege anzetteln, oder sich aber einfach auf eine eigene florierende Wirtschaft konzentrieren. Das bringt einen eigentlich immer weiter, als sich gegenseitig umzubringen.
Ich finde es eher verrückt, mit Darwin zu argumentieren. Auslese gibts genug auch ohne Krieg. Alle müssen sterben, und tun das auch.
Peter Gutsche schrieb (15.09.2025, 13:18 Uhr):
> [… {»Messgrößen wie “Länge” bzw. “(räumliche) Distanz”, “Dauer” (und somit auch “Geschwindigkeit”, “Winkel” uva.)« …] Wurden diese Messgrößen denn nicht schon lange vor Einstein (in der Antike? Ich will mich da nicht festlegen) definiert?
Falls das so gewesen wäre, dann: Wie denn konkret ??
Bestimmt gab es schon seit Langem gewisse individuelle Gegenstände, von denen jeweils gesagt wurde, dass “er seine Länge” behalte und repräsentiere (so lange er vorhanden war).
Auch gewisse (sich zumindest ungefähr wiederholende) Vorgänge, denen sogenannte “Gleichmäßigkeit (der Wiederholung)” zugeschrieben wurde.
In wie fern eine einzelne solche Sache aber jeweils Maß-haltig geblieben wäre (beim “schlichten Dasein”, und erst recht “bei Gebrauch” oder gar “beim Transport”), oder
ob je zwei solcher vorhandener Sachen jeweils in bestimmtem Maße gleich gewesen wären, bzw. welches reell-wertige Verhältnis ihre individuellen Werte einer bestimmten Messgröße (“Länge”, “Periodendauer” …) gehabt hätten,
(und hinsichtlich “Länge” insbesondere auch, falls sich die betreffenden “Enden” gar nicht, oder nicht hinreichend durchgehend trafen, sondern “voneinander getrennt” waren oder sogar “sich gegenüber einander bewegten”;
oder hinsichtlich “Dauer” insbesondere such, falls die betreffenden Vorgänge nicht “gemeinsam, kontemporär, nebenläufig” auftraten) —
— ist durch die Gedanken-Experimente der RT (insbesondere vermittels der “Marzke-Wheeler clock”-Konstruktion) überhaupt erst als Problem nachvollziehbar und akut.
(Während es einem Henri Poincaré seinerzeit durchaus noch fraglich war.)
Und das beschriebene Problem ist übrigens auch mit den Mitteln der RT lösbar, d.h. ohne — wie R. F. Märzke — Erkennbarkeit oder gar Vorhandensein von “freien” Teilchen schon voraussetzen zu müssen.
@ Michael Blume 16.09.2025, 15:19 Uhr
Ich halte „Wunsiedel“ für ein interessantes und auch zweckmäßiges Experiment. Es können im echten Einsatz wichtige Erkenntnisse und Daten gewonnen werden die uns weiterbringen.
Man kann längerfristige Vergleiche ziehen, zwischen theoretischen Annahmen und wie es sich in der Realität verhält.
@ Tobias Jeckenburger 16.09.2025, 14:25 Uhr
In der Realität verhält es sich so, dass scheinbar „wertloses“ sofort „werthaltig“ wird, wenn eine Möglichkeit zur (realistischen) wirtschaftlichen Verwertung besteht. Die „Sahara“ ist wertlos solange sie nicht genutzt werden kann. Könnte sie z.B. realistisch und nicht nur spekulativ, zur Wasserstoffgewinnung genutzt werden, würde sich das schlagartig ändern.
Sofort entstehen „Begehrlichkeiten“ beim „Kapital“ und damit, gemäß der „aktuellen Denke“ sofort ein Wettbewerb mit akuter Kriegsgefahr. Die Nato Osterweiterung samt Ukrainekonflikt würde es nicht geben, würde in Russland nur „Sauerkraut“ wachsen.
Begrenzte PV Anlagen mit Speicher in Wohnhäusern haben den Vorteil, das bei Stromausfällen (aus welche Gründen immer) ein „Notbetrieb“ möglich ist. Man muss ja nicht unbedingt Wäsche waschen, wenn kein Strom da ist….
Im „Großen“ wären Wasserspeicherkraftwerke zweckmäßig. Das wäre gleichzeitig eine Vorbeugung gegen Trockenheit.
PV Anlagen lassen sich eventuell in große „Sonnensegel“ einbauen, damit zusätzlich ein künstlicher Schatten erzeugt werden kann.
Öl für die Chemie wäre allenfalls durch Kohle ersetzbar und die gäbe es in D genug.
Stromnetze sind in der Nähe der Kraftwerke sehr stark ausgebaut. Aber irgendwo endet der Versorgungsbereich, meistens bei Bauern „weit weg“, weil dort sozusagen der „elektrische Widerstand“ zu groß werden würde und die Spannung (z.B. 230Volt) „zusammenbrechen“ würde, wie die Techniker sagen.
Dort in der Nähe endet übrigens auch der Versorgungsbereich des benachbarten Kraftwerks (bzw. Trafostation). Eine Haus PV Anlage wäre kein Problem, aber wenn der Bauer ausgerechnet dort eine große PV Anlage mit mehreren 1000 m² bauen will, reicht das Netz nicht aus und muss verstärkt werden. Genau dieses Problem ist der Grund für die hohen Netzpreise und die immer kleiner werdenden Einspeisevergütungen. Stromnetze müssen sorgfältig und zukunftssicher geplant werden, sonst explodieren die Kosten. Das hat Frau Reiche gestern im TV gemeint……
Die Stromnetze sind gut ausgelegt um immer mehr absehbare Verbraucher anschließen zu können, aber nicht für größere Stromeinspeisungen ausgelegt. Auch die „Kurzfristspeicher“ brauchen ein kleines Kabelnetz. Zu den Kosten für das Grundstück kommen die Kosten für die Container, die Speicher, Kabel, Montagearbeiten und auch noch teure Grabarbeiten dazu und natürlich die Wartungskosten.
@ Tobias Jeckenburger 16.09.2025, 16:05 Uhr
Ich fürchte, Sie unterschätzen Darwins Auslesekonzept.
Darwins Prinzip der natürlichen Auslese, Variation, Selektion und Vererbung wirkt sich in verschiedener Hinsicht positiv aus. Aber auch im Rahmen von Konflikten führte sie zu erheblichen Fortschritten, die weit über das Schlachtfeld hinausreichen.
Das wären z.B. beschleunigte technologische Innovationen, weil der Wettbewerbsdruck zwischen Nationen die Entwicklung neuer technischer, allerdings auch von Waffensystemen, fördert.
Effizientere Kommunikationstechnik, auch für den zivilen Bereich (z. B. GPS, Internetprotokolle).
Fortschritte in Militärmedizin und Gesundheitswesen. Penicillin und andere Antibiotika wurden im Zweiten Weltkrieg massenweise produziert und retteten Millionen Leben.
Chirurgische Techniken (Plastische Rekonstruktion, Gefäßchirurgie) entwickelten sich durch kriegsbedingte Notwendigkeit rasant weiter.
Optimierung von Organisation und Logistik auch für die Friedenswirtschaft. Personal Selektion für die verschiedenen Verwendungsebenen wurden auf den zivilen Bereich übertragen. Infrastrukturinvestitionen (Straßen, Eisenbahnen, Flughäfen) für militärische Zwecke ermöglichten nach Kriegsende wirtschaftlichen Aufschwung.
Wegen des großen äußeren Drucks trug das Darwinsche Auslesekonzept in Kriegszeiten dazu bei, dass aus der „Survival of the Fittest“ Dynamik, technische, medizinische und organisatorische Neuerungen hervorgingen, wobei viele dieser Entwicklungen unser heutiges ziviles Leben nachhaltig prägen.
Im Krieg wird eine intensive Dynamik erzwungen, die die Evolution rasant vorwärts bringt. Im Krieg können Sie nicht mehr überlegen ob Sie mitmachen oder nicht, es herrscht Zwang, ob Sie wollen oder nicht…. Die Vernunft bleibt auf der Strecke.
An Darwin sollte man eigentlich nicht mehr zweifeln. Ich persönlich zweifle nur wegen der schrecklichen „modernen Alternativen“, der alles ausrottenden A,B,C- Waffentechnik…..
Lieber @Realo,
auch mit Vulgär-Sozialdarwinismus können Sie hier auf “Natur des Glaubens” nicht mehr punkten.
Fakt ist, dass weltweit immer mehr Erwachsene im Wohlstand darauf verzichten, sich fortzupflanzen. Gesellschaften wie China, Japan und die größten Teile der Europäischen Union befinden sich in der demografischen Implosion, ohne dass dazu Kriege nötig wären. Stattdessen pflanzen sich zum Beispiel Religiöse im Durchschnitt erfolgreicher fort, ganz besonders kinderreich sind strikt pazifistische Religionsgemeinschaften wie die Old Order Amish, die Hutterer und die jüdischen Haredim (sog. Ultraorthodoxe).
Hier, schon von 2009:
https://www.spektrum.de/magazin/homo-religiosus/982255
Ich wäre Ihnen also dankbar, wenn Sie sich auch im Hinblick auf die längst interdisziplinäre Evolutionsforschung zum Menschen etwas kundiger machen könnten und uns hier weiteren, sozialdarwinistischen Quark ersparen.
Freundliche Grüße von einem 3-fachen Vater!
@Michael
Ich denke man kann festhalten das wir beide das Wort Macker normalerweise einfach mit einem anderen Inhalt gebrauchen (und beide meinen nicht den kastrierten Hauseselhengst 😉 ). Ich lese das in Zukunft einfach mal mit. Sprache ist manchmal schwierig: Ich bin mal mit “Spielchen spielen” richtig auf die Nase gefallen weil ich das an der Stelle passend herabsetzend gemeint habe und das als verharmlosende Wortwahl angekommen ist. Sprache hat so ihre Tücken …
Was mir einfach nicht in den Kopf will ist das es so viele Menschen gibt, die gerne von Putin, Saudi-Arabien und Co. abhängig bleiben wollen.
Die Abhängigkeit bezüglich der seltenen Erdeb von China wäre nämlich beherrschbar.
Für seltene Erden sind mit neuen Technologien nahe 100% Rückgewinnung möglich, aber der praktische Stand des PV-Modul-Recyclings für seltene Erden liegt deutlich darunter.
Das das so bleibt dient einfach nur ganz bestimmten Profitinteressen. Und Der konservative Teil unserer Regierung arbeitet fleißig daran das das so bleibt.
Ja, als Mensch neige ich auch schon mal zu Verschwöeungstheorien ^^.
Wenn wir so gedacht hätten als die Verbrenner aufkamen würden wir heute noch Pferdekutschen fahren und würden uns auf einem ganz anderen niedrigen Niveau unterhalten.
WIE BLIND KANN MAN SEIN?
Ich habe mir wie Marie H. den Auftritt von Frau Reiche angesehen.
Auch wenn manche Menschen gerade nicht so angesagt sind und sich auch zurecht Kritik gefallen lassen müssen kann ich an der Stelle wirklich nur sagen:
„HOW DARE YOU!“
Meine Politiker und meine Regierung (es sind meine aus ziemlich offensichtlichen Gründen ^^) reden lieber über Geld und unbegrenztes Wachstum.
Mit ihrer Verzweiflung und Wut steht sie jedenfalls nicht alleine da trotz ihrer Fehler, das kann ich versichern.
@Realo
16.09.2025, 20:47 Uhr
Es ist nicht “Darwins Prinzip”. Darwin stellte die natürliche Auslese als naturwissenschaftliches Prinzip fest.
Er propagierte sie nicht als Grundlage menschlichen Handelns oder moralischer Regeln.
Seine Theorie beschreibt den Mechanismus. Sie macht keine normativen Aussagen. Darwin stellte ziemlich offensichtlich keine ethischen Grundlagen für unser Handeln auf.
Alle die so etwas annehmen kann man wirklich auch nur sagen: “How dare you!” ^^
Darwin sah den Menschen als ein soziales Wesen mit angeborenen moralischen Instinkten. Wenn man sich mit seinen Ansichten beschäftigt sah er Sympathie und Mitgefühl als Grundlage für eine bessere Gesellschaft.
Man darf sich mit ihm ruhig mal näher beschäftigen: Er hatte einen sehr kritischen Blick auf den Sozialdarwinismus. Er sah in seiner Theorie eine Grundlage für eine Ethik, die auf Kooperation beruht.
Man darf sich mit “Die Abstammung des Menschen” ruhig mal näher beschäftigen ehe man es wagt (Schon wieder How dare you! 😉 ) solchen Unsinn in die Welt zu posaunen …
@Realo 16.09. 20:44 / 20:47
„Könnte sie z.B. realistisch und nicht nur spekulativ, zur Wasserstoffgewinnung genutzt werden, würde sich das schlagartig ändern. „
Wie ich schon sagte, es braucht vielleicht 2%, eher nur 1% der Fläche der Sahara, der Platz für die PV-Module wird praktisch kostenlos bleiben. Dasselbe gilt für Dächer oder Weideflächen, die muss man nicht extra kaufen. Wenn der Bauer seine Weide zusätzlich zur Weidenutzung zum Aufstellen von PV-Modulen zur Verfügung stellt, kostet ihn das rein gar nichts. Wenn die Abstände zwischen den Modulen groß genug sind, verringert sich der landwirtschaftliche Ertrag überhaupt nicht.
„Aber wenn der Bauer ausgerechnet dort eine große PV Anlage mit mehreren 1000 m² bauen will, reicht das Netz nicht aus und muss verstärkt werden.“
Unbedingt, deshalb lohnt es auch nicht überall, PV aufzustellen. Müssen erst etliche Kilometer zusätzliche Stromleitungen installiert werden, lohnt sich so mancher Standort wirklich nicht mehr. Aber angesichts des geringen Platzbedarfs kann man PV eben einfach da aufstellen, wo das Stromnetz das problemlos verarbeiten kann.
Insbesondere PV auf Dächern und im urbanen Raum entlasten die Stromnetze doch sogar noch, erst recht wenn sie mit Kurzfristspeichern kombiniert werden und irgendwann reichlich E-Auto-Anteil angeschafft wurde.
„Das wären z.B. beschleunigte technologische Innovationen, weil der Wettbewerbsdruck zwischen Nationen die Entwicklung neuer technischer, allerdings auch von Waffensystemen, fördert.“
Ja, dass ist sicher schon vorgekommen. Aber in moderneren Zeiten wird auch ohne Kriegsanstrengungen fleißig genug in Innovationen investiert. Außerdem sind weniger Zerstörung auch ziviler Werte ein dicker Wohlstandfaktor. Die USA z.B. konnten in ihren Kriegen bisher immer eigene zivile Schäden fast vollständig vermeiden. Und haben dadurch vermutlich auch zivilwirtschaftlich einen gewissen Vorsprung gegenüber Europa aufbauen können.
„Im Krieg wird eine intensive Dynamik erzwungen, die die Evolution rasant vorwärts bringt.“
Es sterben nur Soldaten, bevorzugt die, die weniger vorsichtig waren, oder auch wenn man einfach Pech hatte oder man den Krieg ganz übel verloren hat. Rein biologisch betrachtet ist dies ziemlich wirkungslos. Die Leute kriegen wieder Kinder, und die Menschen wachsen einfach nach. Genetisch gesehen praktisch fast dieselben, als die, die auf dem Schlachtfeld ihr Leben ließen. Vielleicht einen kleinen Vorteil bei von Natur aus vorsichtigen Menschen, das wäre denkbar. Wer ganz schlau ist, setzt sich rechtzeitig ins Ausland ab. Das wäre dann wirklich eine auch genetische Auswahl als Kriegsfolge.
Wer es persönlich schafft, den Kriegen aus dem Weg zu gehen, der hat immer noch die besten Überlebenschancen. Derweil das Leid aller Beteiligten auf Generationen hinweg nachwirkt, und selbst epigenetische Schäden noch einige Generationen weiter als Traumafolgen spürbar sind.
Wobei ich gar nicht gegen reichlich Aufrüstung bin, auch mit innovativen Waffensystemen. Die beste Voraussetzung, keinen Krieg führen zu müssen, ist eine Kombination von eigener Stärke, prinzipieller Friedfertigkeit und einer wirklich guten Bündnispolitik.
@ Michael Blume 16.09.2025, 21:04 Uhr
Meine Sicht habe ich hauptsächlich von einem Evolutionsbiologen. Er hat sie als „ernsthafte Vermutung“ vor vielen Jahren im TV geäußert.
Er geht davon aus, dass Tiere in einer Fresskette (fressen und gefressen werden) leben müssen. Zusätzlich zum normalen Selektionsdruck (Umweltgefahren, Fortpflanzung,…), sind sie auch noch besonderen Gefahren von „höherrangigen Tieren“ in der Fresskette ausgesetzt, die eine zusätzliche Auslese bewirken.
Der Mensch steht an der Spitze der Fresskette, daher würde dieser Druck entfallen. Menschen haben allerdings die Eigenschaft, sich immer wieder zusammen zu rotten und unter bestimmten Vorwänden übereinander herzufallen. Dadurch entsteht ebenfalls ein Selektionsdruck, den eher die „Schwächeren“, wie in der Tierwelt, zum Opfer fallen.
@ Uli Schoppe
Ich habe doch Darwin nicht unterstellt, er wäre auf die Idee gekommen, sozusagen den Selektionsdruck und den Krieg zu etablieren. Er hat nur natürliche Mechanismen frühzeitig erkannt und vermutlich richtig interpretiert.
Ja, klar kenne ich die falschen Narrative des Sozialdarwinismus, @Realo. Denn, nochmal: Auch die deutsche Bevölkerung schrumpft ganz ohne Krieg, einfach aufgrund der Demografie. Schon der Mitentdecker der Evolutionstheorie, Alfred Russel Wallace verwies vor über einem Jahrhundert darauf, dass bei freien Menschen wesentlich die Damenwahl entscheidet, ob & mit wem Reproduktion stattfindet. Es ist also nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch faktenwidrig, Krieg als Notwendigkeit der menschlichen Evolution hinzustellen. Freiheit und Bindung entscheiden.
@Realo 17.09. 14:37
„Der Mensch steht an der Spitze der Fresskette, daher würde dieser Druck entfallen.“
Was nun keinesfalls zutrifft. Wir werden auch von Parasiten und Krankheiten „gefressen“. Und spätestens seit wir Ackerbau betreiben, sind wir auch noch von Missernten bedroht.
„Menschen haben allerdings die Eigenschaft, sich immer wieder zusammen zu rotten und unter bestimmten Vorwänden übereinander herzufallen. Dadurch entsteht ebenfalls ein Selektionsdruck, den eher die „Schwächeren“, wie in der Tierwelt, zum Opfer fallen.“
In der Tat machen wir hier uns doch selbst das eigenen Leben schwerer, als es ohnehin schon ist. Macht uns das stärker? Oder doch eher kaputt? Und inzwischen die Mitwelt gleich mit. Wer es aber eben schafft, Kriege zu vermeiden, der floriert dann aber auch. Und das dann nachhaltig, wenn er die ökologischen Zusammenhänge erkennt und konsequent berücksichtigt.
Michael Blume schrieb (15.09.2025, 13:00 Uhr):
> Schon die hier geschilderte
… bezieht sich vermutlich auf den Kommentar Michael Blume, 14.09.2025, 14:57 Uhr …
> Tatsache, dass Hans Küng die Paradigmentheorie […]
Wie sehr sich Hans Küng (von dem sogar ich immerhin schon mal gehört hatte — Danke, ÖRR-“West-Fernsehen”! — allerdings, soweit mir erinnerlich, damals überhaupt nicht im Zusammenhang mit “Paradigmen”) zunächst mal mit dem Begriff “Theorie” auseinandergesetzt hat und dabei insbesondere mit der Auffassung K. Poppers von “(seriöser) Theorie” als falsifizierbar,
ist z.B. hiermit Barriere-frei zugänglich und (wohl auch für Nicht-Theologen) einigermaßen abschätzbar.
(Von “pruefen”/”messen”/”testen” findet sich — auf diesem Wege– in Küngs Hauptwerk ohnehin (so gut wie?): nichts.)
Wenn nun bei Küng (und Kuhn (und Lichtenberg ?)) der Begriff “Paradigma”
– sowohl schriftlich niedergelegte (somit les- und übersetzbare) Festsetzungen,
– als auch (Kultur-spezifisch jeweils) überlieferte und populäre Handlungsweisen/Praktiken
einschließen soll,
sehe ich ein,
dass der zweite Punkt davon kaum als “Theorie” zu bezeichnen ist;
und der erste Punkt zwar sehr wohl als “Theorie”, aber eben nicht unbedingt im Sinne Poppers.
Die Ermahnung Bohrs, »{… dass} wir {(Natur-)Wissenschaftler} in der lage sein müssen, auszudrücken und einander mitzuteilen, was wir {jeweils der Einzelne} {gefragt,} vorgefunden und ermittelt {hat}«, finde ich mit dem ersten Punkt weitgehend befolgt.
Den zweiten Punkt hake ich mir bis auf Weiteres als “soziologisches Anhängsel” ab.
(Weil aber das “in-der-Lage-Sein” im Zweifelsfalle nicht ohne hinreichend wirksames “Gelassen-Werden” geht, berufe ich mich dabei gelegentlich auf das Prinzip der praktischen Konkordanz — und nicht etwa auf (vermeintliche) Popularität.)
p.s.
Im Übrigen sollte sich gerade auch ein Hans Küng bis auf Weiteres schämen, oder ggf. ärgern, wie wenige SciLogs-Kommentare er bisher beigetragen hat. Mein ich.
Ja, nun @Frank Wappler – hoffentlich lassen Sie die Entschuldigung für den wirklich lesenswerten Hans Küng gelten, dass er 2021 verstarb…
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hans_K%C3%BCng
Wenn der Blogpost dazu beigetragen hat, dass Sie über Kuhns Paradigmenbegriff und die Weiterungen in die Religionsgeschichte mal wenigstens kurz nachgedacht haben, dann will ich schon froh sein. Und @Peter Gutsche hat es eindeutig verstanden! ☺️📚☕️🖖
@ Tobias Jeckenburger 17.09.2025, 18:26 Uhr
Zitat: „Der Mensch steht an der Spitze der Fresskette, daher würde dieser Druck entfallen.
Was nun keinesfalls zutrifft. Wir werden auch von Parasiten und Krankheiten „gefressen“. Und spätestens seit wir Ackerbau betreiben, sind wir auch noch von Missernten bedroht.“
Alle Tiere, auch Menschen, werden von Parasiten und Krankheiten irgendwann „gefressen“, Für die Menschen entfällt allerdings das Risiko, wie es z.B. die Mäuse (wegen der Katzen) haben. Die Mäuse sind einen hohen „zusätzlichen Selektionsdruck“ ausgesetzt und das könnte der Mäuse Population gut tun.
Hat eine Maus z.B. nur „mangelnde Instinkte“, zieht sich nicht in ihr „Mauseloch“ zurück wenn eine Katze auftaucht, oder ist schlampig bei der „Körperhygiene“ und läuft herum wie ein „Stinktier“, dann riecht das sofort die Katze und sie lässt sich die leckere Maus schmecken. Eine „unangepasste Maus“ weniger, mehr Ressourcen für die angepassten (instinktsicheren) Mäuse.
Menschen essen zwar Tiere, werden aber selber nicht gefressen. Sie stehen „oben in der Fresspyramide“.
Meine Überlegungen stammen vom theoretischen Evolutionsbiologe Prof. Rupert Riedl. Der vermutet, dass bei Menschen Kriege die Rolle übernehmen könnten, dass Menschen mit evolutionär „mangelhaften Instinkten“ aus der Evolution befördert werden.
Von Kriegskrüppeln habe ich ehemals erfahren, dass z.B. jungen „instinktlosen Soldaten“ nicht aufgefallen ist, dass sie im Kriegseinsatz nicht gegen den Krieg sein können, weil sie sofort umgebracht würden.
Instinkte wie angemessene Vorsicht, Empfindsamkeit für drohende Gefahren und diesen auszuweichen, eine gewisse Intelligenz, Gesundheit, …. alles kann wichtig sein um zu überleben.
Ende des verlorenen Krieges sollen ehemalige Vorgesetzte (die eigene Soldaten „ans Messer“ geliefert haben) durch eine „verirrte Kugel“ umgekommen sein…..
Der Krieg hat auch Frauen besondere Instinkte (Ernährung und Sicherheit für Kinder im Krieg) abverlangt.
Nach dem Krieg sind relativ instinktsichere Menschen beiderlei Geschlechts übrig geblieben und haben offensichtlich für den „Babyboom“ gesorgt.
Heutzutage ist die „Instinktlage“ wieder schlechter geworden. Manche wissen nicht einmal welchem Geschlecht sie angehören. Da hilft es auch nicht wirklich weiter, wenn „Damenwahl“ gilt.
Aus Sicht der Evolution hat sich zu viel „Instinktmüll“ angesammelt. Wobei auch, weltweit gesehen, derzeit noch Überbevölkerung droht. Dort gibt es übrigens auch noch mehr konventionelle Kriege als bei uns.
In diesem Sinne ist Prof. Riedls Vermutung, dass Kriege die Evolution fördern könnten, bedenkenswert.
Überdacht werden sollte dieses Konzept wegen der drohenden Ausrottung der Menschheit wegen der modernen Waffentechnik….
Fragt sich ob die Menschen klug genug dafür sind?????
@Realo
Aus Sicht der Evolution hat sich zu viel „Instinktmüll“ angesammelt
Die Evolution ist keine Person – sie kann keine An-Sichten haben. Und wenn sie eine Person wäre, müsste man sie als blind und planlos bezeichnen. Uns sie wäre dann am ehesten vergleichbar mit einem bisweilen genialen, aber andereseits größtenteils schlampigen Flickschuster.
Als Biologe mach ich mir gerne den Spaß, in solchen Texten die menschliche Gesellschaft betreffend den Begriff “Evolution” durch “Schwerkraft” zu ersetzen. Das erklärt dann so ziemlich immer noch genauso viel (und die Physiker haben zur Abwechslung mal den Schwarzen Peter).
Vielen Dank für die hilfreiche Intervention, @Kyllyeti 🙏🤓🖖
Sinnigerweise verknüpft die neurobiologische / kognitiobspsychologische Tendenz zur Mentalisierung (Theory of Mind, TOM) Biologie 🧬 und Mythologie 🤔. Aber es ist schon arg mühsam, die Unterschiede immer wieder zu erklären. Daher: Thanks a lot! 🤓
@Realo 18.09. 08:32
„Aus Sicht der Evolution hat sich zu viel „Instinktmüll“ angesammelt.“
Wirklich notwendige Instinkte dürften immer erhalten bleiben. Nur eben die Instinkte, die einen im Krieg helfen, werden mit Kriegen ja gefördert. Das stimmt wohl dann tatsächlich.
Aber wollen wir das denn? Zumal Kriege auch traumatisieren, und so tatsächlich noch Jahrzehnte nachwirken und nicht nur langanhaltendes Leid bedeuten, sondern auch z.B. die Arbeitsfähigkeit einschränken können.
„Wobei auch, weltweit gesehen, derzeit noch Überbevölkerung droht.“
Das Thema löst sich derzeit wohl langsam auf. Nur noch in Afrika wächst die Bevölkerung, und genau da ist auch noch Platz dafür.
„Dort gibt es übrigens auch noch mehr konventionelle Kriege als bei uns.“
Eher soviel Krieg dann auch wieder nicht.
„In diesem Sinne ist Prof. Riedls Vermutung, dass Kriege die Evolution fördern könnten, bedenkenswert.“
Die Frage ist doch, in welche Richtung sich die Evolution dann bewegt. Eben vor allem in Richtung Kriegstüchtigkeit selber, dem muss ich nun zustimmen. Aber jenseits davon scheinen mir ganz klar die Schäden zu überwiegen. Da wir nun seit 80 Jahren in Deutschland keinen Krieg mehr hatten, dann müssen wir eben mit Waffentechnik punkten, mit stabilen großen Bündnissen und eben einfach mit eigener Friedfertigkeit.
Es wäre absurd, jetzt Kriege zur führen, nur um unsere Kriegstüchtigkeit zu fördern. Angesichts atomarer Waffen sowieso, es wäre schlichtweg Selbstmord. Tod wäre das Ergebnis, auch der Kriegstüchtigen. Nicht Fitness der Überlebenden, keine Überlebenden eben.
Gegen wen soll es denn gehen, wer hat noch keine Atomwaffen? Um unseren „Instinktmüll“ loszuwerden, ohne alle dabei drauf zu gehen?
Oder Gentests mit Euthanasie? Oder wenigstens Sterilisierung. Brauchen wir das, oder reicht denn nicht der normale, friedliche Lebenskampf? Der ist doch eigentlich auch schon ganz schön hart. Krieg mal erst mal Kinder in modernen Zeiten. Das ist gar nicht so einfach. Wir schrumpfen hier gerade nachhaltig und flächendeckend. Da wollen Sie noch Krieg?
@ Jeckenburger
Der Krieg ist das härteste Training.
Ausrottung durch A,B,C Waffen ist aus meiner Sicht kein Training mehr….
@Kyllyeti 18.09. 13:24
„Uns sie wäre dann am ehesten vergleichbar mit einem bisweilen genialen, aber andereseits größtenteils schlampigen Flickschuster.“
Die Evolution ist vor allem damit beschäftigt, unermüdlich schädliche genetische Mutationen immer wieder auszusortieren. Das ist ein Prozess, der sicherlich im Krieg beschleunigt abläuft, aber der läuft auch im Normalbetrieb. Wer vermehrt schädliche Mutationen abbekommen hat, hat dann meistens auch einfach weniger Fortpflanzungserfolg.
Die physiologischen Systeme sind dann entsprechend belastet. Was sich auf vieles im Leben auswirkt.
Dann ist die Evolution aber auch dabei, wirklich hilfreiche Innovationen zu produzieren. Diese können sich mit mehr Fortpflanzungserfolg dann auf Dauer im ganzen Genpool ausbreiten. Auch das braucht keine Kriege. Könnte aber mit Kriegen hier und da mal etwas schneller gehen.
Unterm Strich dürfte klar sein, das die Menschheit rein biologisch auch ohne Krieg klarkommen kann.
Und wir wollen wohl auch gerne in Frieden und florierendem Leben existieren. Das beflügelt doch sogar die Lebenslust? Mehr Kinder bräuchte es, es ist schon ein Phänomen, dass hier weltweit die Geburtenraten einbrechen. Zuwenig Krieg ist hier kaum die Ursache.
Aber vielleicht zu viel wirtschaftlicher Leistungsdruck, zu viel Leistungsbereitschaft und zu viel Karriereorientierung. Einhergehend mit immer mehr Verschwendung. Wobei überflüssige Kriege wohl die Verschwendung auf die Spitze treiben.
Was sich wiederum auf die ökologischen Systeme auswirkt, und sogar den Planeten insgesamt belastet. Und der ist und bleibt auch die Grundlage aller menschlichen Existenz. Im Prinzip hilft die verbreitete Bevölkerungsschrumpfung angesichts immer weiter zunehmender Verschwendung der Menschen sogar weiter?
Da würde Genügsamkeit und doch wieder mehr Kinderreichtum sogar gut zusammenpassen. Und grüne Technik könnte Beides dann noch fördern.
@Realo 19.09. 11:53
„Der Krieg ist das härteste Training.“
Das ist vielleicht das grundlegende Missverständnis. Gene kann man nicht trainieren, wie etwa physiologische Fähigkeiten.
Im Gegenteil. Die Traumatisierungen, die Kriege mit sich bringen, machen dann nachhaltig kaputt. Was sich epigenetisch noch auf weitere Generationen auswirkt. Zu viel ist zu viel, Kriegserfahrungen bringen selten die Soldaten persönlich weiter.
Obwohl der Mensch seit jeher immer wieder Kriege führt, macht es uns dennoch immer noch mehr kaputt als es uns trainiert. Je länger die Friedensphasen, desto florierender ist das zivile Leben. Auch und vor allem biologisch.