Manuskript fertig – “Warum der Antisemitismus uns alle bedroht” ist unterwegs :-)

Nachdem ich als Kind während einer heftigen Krankenhaus-Zeit zum Vielleser geworden war, entwickelte ich früh den Traum, einmal “Schriftsteller” zu werden. Noch als Jugendlicher entwarf ich Fantasy-Romane und trage bis heute Ideen für Groschenromane mit mir herum. 😉

Doch mehr und mehr fesselte mich das echte, fast unendlich komplexe und doch so interessante Leben der Menschen – und also die Wissenschaft. Nach einer Banklehre fand ich dann doch den Mut, dieser Berufung nachzugehen und wurde als Religionswissenschaftler sehr glücklich.

Das Schreiben eines wissenschaftlichen und insbesondere religionswissenschaftlichen Sachbuches unterscheidet sich jedoch fundamental von jeder Romanform. Daten und Aussagen müssen belegt und auch eigene Beobachtungen und Erfahrungen überprüft werden. Und wenn man sie gut machen möchte, ist Religionswissenschaft zudem extrem interdisziplinär und umfasst immer auch Aspekte der Sozialpsychologie, Medien-, Umwelt-, Politik- und Wirtschaftsgeschichte, Demografie u.v.m.

Vor und neben dem Schreiben eines religionswissenschaftlichen Buches steht daher immer auch das intensive Lesen. Als ich nun das Manuskript für mein neues Antisemitismus-Buch (soll bis März 2019 erscheinen) versandt hatte, stapelte ich einmal eine Auswahl der Bücher zusammen, die ich für dieses Projekt gelesen und ausgewertet hatte.

Auswahl an Büchern, die ich für das kommende Buch zum Antisemitismus gelesen & ausgewertet habe. Foto: Zehra Blume

Obwohl ich natürlich auch Bibliotheken nutze, muss ich einen Großteil der spezialisierten und englischsprachigen Literatur selbst kaufen. Das teuerste Buch zu diesem Projekt – das sich aber absolut gelohnt hat und über das ich auch auf dem Blog extra berichten möchte – hatte 130 Euro gekostet.

Zu beurteilen, ob das Buch gut geworden ist, liegt nun nicht mehr in meiner Hand – der gefühlte “Kontrollverlust” direkt nach der Abgabe des Manuskripts gehört zu den typischen Gefühlen beim Bücherschreiben.

Sem ist ein mythologischer Vorfahr und Schriftlehrer, kein Begründer einer “Menschenrasse” oder Sprachgruppe

Aber ich hoffe schon, dass es mir gelungen ist, eine neue Forschungsperspektive mit dem Doppelschwerpunkt Medien und Mythen zu eröffnen. So glauben leider immer noch sehr viele Menschen irrtümlich, der Noahsohn “Sem” – wie in Anti-Sem-itismus – wäre ein biologischer Vorfahr und “Semiten” wären also eine “Menschenrasse” oder Sprachgruppe. Wissenschaftlich gesehen ist beides aber selbstverständlich längst wiederholt: Noah, Sem, Japheth und Ham sind keine historisch feststellbaren Personen und ganz sicher nicht die Urväter aller heute lebenden Menschen – sie sind vielmehr mythologische Vorfahren, auf die sich zahlreiche Religionen und Weltanschauungen in unterschiedlichen Varianten berufen. So gilt Sem – wie hier von Rabbi Elischa Portnoy in der Jüdischen Allgemeinen beschrieben – als Begründer des ersten Lehrhauses und als Ur-Schriftgelehrter, der Religion und Recht auf Basis von Alphabetschriften ausgelegt und vermittelt hat.

Die Verlagsankündigung von “Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. Wie neue Medien alte Verschwörungsmythen befeuern”. Das Buch soll im Frühjahr 2019 erscheinen. Foto: Zehra Blume

Symbolisch gesehen begann also mit Sem die Praxis, Wissen zu lesen, anzureichern und wiederum zu verschriften. Insofern war es natürlich auch etwas Besonderes, einerseits über Semitismus und Antisemitismus zu forschen, zu lehren und zu schreiben – und dies andererseits genau in dem Medium zu tun, das ihm zugeschrieben worden ist…

Ja, das Schreiben von Sachbüchern ist überaus anstrengend, die Grundlagen sind zeitlich und finanziell teuer, es verlangt auch der Familie viel ab und ist nicht immer nur schön. Und dennoch ist es eben auch die Erfüllung eines Traumes, den ein kleiner Junge einst in einem Krankenhaus zu träumen begann…

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger, Landesbeamter und christlich-islamischer Familienvater. Letzte Bücher "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch manches erlebt und überlebt...

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden”
    Heute am 6. Januar , dem Weihnachsfest der Orthodoxen, ist der richtige Zeitpunkt Ihrem Anliegen den Segen zu geben.
    Konrad Adenauer hatte auch so einen Roman, der einen Ehrenplatz in seinem Bücherregal hatte. Die Geschichte von einem Kapitän , der allen Stürmen trotzte.
    Trotzen Sie auch allen Anfeindungen und geben Sie den Mythen ein Gesicht, damit die Wahrheiten der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten. Und rücken Sie auch , wenn notwendig, falsche Vorstellungen zurecht, aber das tun Sie ja bereits und mit großem Erfolg. Ein gutes Neues Jahr 2019 !

  2. Die wahren Juden und Christen fürchten weder Antisemitismus noch andere Bedrohungen, nur den Heuchlern und Lügnern ist das Fürchten … 😎

    • Aha, @hto – dann waren also wohl NS-Regime und IS-Terror, antisemitische Übergriffe zum Beispiel in Chemnitz oder das Massaker in der Tree of Life-Synagoge in Pittsburgh vor wenigen Wochen nicht zum Fürchten?

      Danke, dass Sie uns allen demonstrieren, wie wichtig es ist, weiterhin – und mehr denn je – gegen den Hass und die Geschichtsvergessenheit aufzuklären…

  3. Siehe Wikipedia zur geflissentlichen Kenntnisnahme:

    “……….Als Semiten werden (historische) Völker bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen.
    Der deutsche Historiker August Ludwig von Schlözer prägte 1781 den Begriff mit Bezug auf die Völkertafel der Genesis – siehe dazu Semitismus. Die Bibel führt die Abstammung Abrahams auf Sem, den Sohn Noahs, zurück. In Anlehnung daran bezeichnete man in biblischer Zeit alle Völker des Nahen Ostens, die sich als Nachkommen Abrahams betrachteten, als „Söhne des Sem“. Demnach gehören zu den Semiten die Amharen, Tigrinya, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Amoriter, Ammoniter, Akkader/Babylonier/Assyrer/Aramäer, Hebräer, Kanaaniter, Moabiter, Nabatäer, Phönizier und Samaritaner.[1]

    Die Semiten im sprachwissenschaftlichen Sinne sind mit den Nachkommen Sems der Bibel nicht völlig identisch. So sprachen die Kanaaniter zwar eine semitische Sprache, der biblische Stammvater Kanaan wird jedoch als Sohn des Noah-Sohnes Ham beschrieben.
    Heutige semitischsprachige Völker sind insbesondere Araber, Israelis, Aramäer, Malteser und mehrere Sprachgruppen in Äthiopien/Eritrea. Der Sammelbegriff „Semiten“ als Bezeichnung einer Völkerfamilie gilt inzwischen als ungenau und überholt, insbesondere auch aufgrund seiner Verwendung in rassistischen Kontexten (siehe unten). …………..(Ende Zitation aus Wikipedia, Hervorhebungen durch den Zitierenden))

    Quelle:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Semiten

    • Oh ja, @little Louis: Früher hat man in Sem den Begründer einer “Rasse” vermutet, dann auch als Gründer einer Sprachgruppe. Beides ist natürlich wissenschaftlich gesehen völliger Quatsch und führt bis heute zu Verwirrung im Sprechen, Denken und Fühlen. Noah, Sem, Abraham etc. sind mythologische Vorfahren und auch wer zum Beispiel im 3. Jahrhundert zum Judentum übertrat, wurde selbstverständlich (mythologisch) zu einem Nachfahren Abrahams und Sems, völlig unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Muttersprache. Hierüber religionswissenschaftlich aufzuklären habe ich mir sehr vorgenommen.

    • Oh, danke, @hto – die Umschreibung “profitorientierter Teil der systemrationalen Konfusion” klingt doch gleich viel intellektueller als “gekaufter Knecht der semitischen Weltverschwörung”. Und das nur, weil ich Ihnen eine freundliche Frage gestellt habe! #Klassiker

      Das kommt in meine Sammlung der schönsten Beschimpfungen, danke! 🙂

  4. Leider muss ich feststellen das viel über Judenfeindlichkeit diskutiert wird, aber selten über feindliche Juden.

    Mir sind im Grunde Religion völlig egal. Will man einer angehören kann man es tun. Ich hindere und werde auch in zukunft keinen daran hindern. Aber man muss schon sagen, das Israel schon irgendwie mit NS-Regime und/oder IS-Terror vergleichbar ist. Oder wie sonst soll man über den landraub und die unterdrückung von Bevölkerungsgruppen denken?

    Es würde mich freuen, wenn Juden aus der ganzen Welt sich für die Bevölkerung im Gaza einsetzen und ihnen öffetlich solidarität zusprechen würden. Weil als nicht Jude wird man gleich als feind aller Juden abgestempelt. Genau so wie mein Beitrag hier mit sicherheit wahrgenommen wird.

    • @molys

      Wie geschrieben: Wenige Monate vor der Staatsgründung Israels trennten sich auch Indien und Pakistan, es entstanden neue Nationalstaaten mit je muslimischer und hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Dabei kam es zu blutigen Vertreibungen mit rund 20 Millionen Fliehenden (Muslime, Hindus, Sikhs, Christen usw.) und rund einer Millionen Toten. Auch die Territorialkonflikte – etwa um Kaschmir – sind bis heute ungelöst und werden teilweise mit Gewalt ausgetragen. Ebenso das mehrheitlich buddhistische Burma, das derzeit u.a. muslimische Rohinga vertreibt.

      Würden Sie aus diesen politischen Vorgängen auf alle Hindus, Buddhisten und Muslime verallgemeinern, Boykotte gegen diese Länder fordern und das Existenzrecht dieser Staaten in Frage stellen?

      Nein, selbstverständlich nicht. Das Feind- und Verschwörungsbild (Zitat) “über feindliche Juden” hat eben leider eine besondere, mythologische Tradition.

      Ich erwarte also von Ihnen gar nicht, dass Sie Jüdinnen und Juden für bessere Menschen halten als Christen, Agnostikerinnen, Buddhisten, Musliminnen, Atheisten, Hinduistinnen o.ä. Im Gegenteil: Ich würde mir wünschen, dass die doppelten Standards einfach unterblieben und Sie Jüdinnen und Juden ebenso fair, respektvoll und ggf. auch neugierig in den Blick nehmen könnten wie Menschen aller anderen Religionen auch. Und wenn Ihnen das Ganze hilft, auch mal die eigenen Gefühle und (buchstäblichen) Feind-Bilder zu durchdenken, umso besser. Ängste und Verschwörungsmythen machen ja auch innerlich unfrei.

  5. Ja, bitte @Blume, obwohl das nicht meine Umschreibung ist 😁

    Übrigens gibt es in Israel Juden die frei im Kopf sind, die ganz und garnicht so denken wie du – allerdings denken die anderen höchstwahrscheinlich auch nicht so wie 😎

    “gekaufter Knecht der semitischen Weltverschwörung” 😂 gefällt mir 👍

    • Lieben Dank, @hto! Nun kann ich Ihre wiederkehrenden Beschimpfungen gleich viel besser einordnen.

      Interessant auch, dass Sie es besonders wichtig finden, darauf hinzuweisen, dass es auch extremistische Juden („frei im Kopf“) gäbe. Dass Jüdinnen und Juden ganz normale Menschen mit entsprechend vielfältigen Einstellungen sind, kriegen Antisemiten einfach nicht in ihre Köpfe…

      Nun ja, nun will ich fast gar nicht mehr wissen, wann und wer denn den von Ihnen angedeuteten und gefeierten, nie aber konkretisierten, letzten „geistigen Evolutionssprung“ durchgeführt hat. Man kann es sich fast denken…

  6. @ M.Blume und zu seiner Frage:

    “…Würden Sie aus diesen politischen Vorgängen auf alle Hindus, Buddhisten und Muslime verallgemeinern, Boykotte gegen diese Länder fordern und das Existenzrecht dieser Staaten in Frage stellen?…..” (Zitatende)

    Meine Antwort lautet : Ja.

    Und damit habe ich bewiesen, dass ihre Verweise auf moralische Doppelstandards schlichte Ausweichstrategien sind.
    Zumal Auch Sie die restlichen “Kolonialverbrechen” einschließlich derer der superchristlichen “Weißen ” in “Amerika” gegenüber den dortigen “Nativs” schlicht “vergessen”. Das passt halt wohl nicht so ganz in die eigene politische Agenda?
    Ja, ja, “Doppelstandards. Wohl eher “multiple Standards”, gell?

    • @little Louis

      Oha, die Bewegung, die alle in den 1940er Jahren entstandenen Nationalstaaten boykottieren und auflösen will, die will ich sehen! 😁

      Wobei: Auch die Bundesrepublik entstand ja in diesen Jahren… Lassen Sie mich raten: Deren Existenz bestreiten Sie auch? 🙄✅

  7. Nun denn, jetzt mal Butter bei die Fische, was denkt der Fachmann, was ich bezüglich “wann und wer hat den letzten geistigen Evolutionssprung durchgeführt?” konkret …, auch wenn es nur fast …

    • @hto

      Oh, ich hatte Sie danach gefragt, Sie dürfen das jederzeit erklären (sofern es Ihnen gelingt, Kommentare ohne Beschimpfungen zu formulieren). Um Ihr Ego durch Ratespiele zu streicheln, fehlt mir und sicher auch den anderen Lesenden leider die Zeit. ☺️

  8. Also, so einfach ist das ja nun aber auch nicht.

    Selbstredend, „Geschichte“ im Sinne von „Historie“, im Sinne von „wie es eigentlich gewesen“ ist ein Konzept, das wir exklusiv in unseren Breitengraden verbinden mit den Griechen, mit Herodot. Die Bibel ist kein Geschichtsbuch. Die Könige David und Salomon haben mit den historischen Provinzfürsten gleichen Namens so viel zu tun wie König Etzel aus dem Nibelungenlied mit Attila, dem Hunnenkönig.

    Die Bibel ist aber ein Buch mit Geschichten, Erzählungen, Narrativen. Die uns die Welt sinnvoll deuten oder abbilden wollen. Und da stehen Sem, Ham und Japhet sehr wohl stellvertretend als mythologische Urväter für die Orientalen, Schwarzen und Bleichgesichter, die sich am Mittelmeer begegnen.

    Und sie sprechen nun einmal Sprachen, die miteinander verwandt und von den je anderen Sprachfamilien sehr verschieden sind. Zumindest bei indogermanischen Sprachen liegt das dabei tatsächlich daran, daß sie zurückgehen auf eine Ursprache, die um 4000 vor Christus in der Steppe nördlich des Schwarzen Meeres von Bleichgesichtern gesprochen worden ist und sich durch Zuwanderung ausbreitete, in Dialekte und dann Sprachen zerfielen, die sich wiederum in Einzelsprachen weiter auffächerten (die romanischen Sprachen Spanisch, Italienisch usw. entstammen dem Lateinischen etc.) (Vorsicht: die blondesten und blauäugigsten Europäer sind die Finnen, und die sprechen keine indogermanische Sprache!). Und, ja, ursprünglich nannte man sie in der Sprachforschung tatsächlich „japhetisch“. Wobei es Grund zur Vermutung gibt, daß sich die ersten Bleichgesichter, die am Mittelmeer aufgeschlagen sind, tatsächlich nach ihrer obersten Gottheit, dem Vater Himmel (nicht dem himmlischen Vater!), Jupiter genannt haben könnten. Nur fällt die Entdeckung des Japhetischen nun mal zusammen mit anderen Entdeckungen (Zarathustra, Rigveda), die der Bibel ihre Monopolstellung für die Frühgeschichtsschreibung nahm, so daß man sich von ihr distanzieren wollte (nachzulesen im Esch&Gruber, Vorläufer des Brockhaus-Lexikons).

    Und Schrift ist tatsächlich von Orientalen, von „Semiten“ erfunden worden :p

    • Zustimmung, @Alubehüteter – genau so muss man eben zwischen Mythen und Geschichte unterscheiden. Es ist ein riesiger Unterschied, zu sagen: Laut Bibel sind alle Menschen mythologisch Kinder Noahs – oder zu behaupten, alle Menschen stammten biologisch vom biblischen Noah ab. Die erste Aussage ist richtig, die zweite falsch.

      Eine kleine Korrektur: Hebräer entwickelten nicht „die Schrift“, sondern die Alphabetschrift. Andere Schriftsysteme wie Keilschriften und Hieroglyphen gingen dem voraus.

  9. Ich finde den Antirussismus ehrlich gesagt bedrohlicher, da er zu einem 3.Weltkrieg führen kann, der den Untergang der Menschheit bedeuten würde. Aber ich weis ja, dass das nicht das Spezialgebiet von Herrn Blume ist.

    • @Peter Müller

      Wenn ich Sie richtig verstehe, plädieren Sie also dafür, Konflikten mit militärisch stärkeren Diktaturen zu vermeiden und sich diesen lieber vorbeugend zu unterwerfen, statt auch eigene Werte zu vertreten?

      Nun ja, ich denke, dass Feigheit Diktatoren eher anspornt. Aber viele 68er haben ja die Sowjetunion, Mao etc. gefeiert und gleichzeitig gegen Deutschland, die USA etc. Stellung bezogen. Diese Lust an der Unterwerfung vereint ja auch traditionell weit rechts und weit links…

      Meiner Auffassung nach sollte es gegenüber keinem Land und Volk eine Anti-Haltung geben, aber doch ein Miteinander auf Augenhöhe. Ich finde es problematisch, dass wir die russische Diktatur der Rohstoffimporte mitfinanzieren, sich ein deutscher Altkanzler dafür verdingt und wir sogar eine Pipeline an unseren Verbündeten vorbei bauen. Wir finanzieren damit ja auch die Waffen mit, denen Sie sich unterwerfen wollen…

  10. hto
    kulturelle Evolutionssprünge gibt es zur Genüge.
    Wenn wir in die jüngste Vergangenheit schauen, die Rede von Herrn Weizäcker über das Kriegsende, das Beifall im Bundestag gefunden hat.
    Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
    Die Schuldanerkenntnis der evangelischen Kirche 1946.
    Die Gründung der UNo
    Das sind alles kleine Sprünge, in ihrer Gesamtheit zeigen sie Wirkung.

    usw.

  11. @Michael Blume

    “Wenn ich Sie richtig verstehe, plädieren Sie also dafür, Konflikten mit militärisch stärkeren Diktaturen zu vermeiden und sich diesen lieber vorbeugend zu unterwerfen, statt auch eigene Werte zu vertreten?”

    Nein, ich finde es nicht gut, dass wir uns den Amerikanern unterwerfen. Ebenso möchte ich nicht, dass Deuschlands Energieversorgung von Amerikas saudischen Kopfabhacker-Freunden abhängig ist, die neuerdings auch gut mit Israel können. Soviel zu unseren “Werten”. Da bevorzuge ich doch das demokratische, zivilisierte Russland, dass im Gegensatz zu den USA die barbarische Todesstrafe abgeschafft hat.

    • @Peter Müller

      Wo wir uns einig sind, ist die Problematik auch von Rohstoffimporten aus Saudi-Arabien. Darüber hatte ich ja verschiedentlich gebloggt und geschrieben:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-blut-oel-die-rentierstaatstheorie/

      2. Da Sie aber klassisch von einer amerikanisch-israelischen Achse (und der „Unterwerfung“ der gewählten, demokratischen Regierungen darunter) faseln – als ob es mit diesen nicht auch aktuell Kontroversen gäbe – und dagegen das „demokratische, zivile Russland“ loben (trotz Annexion Krim, Wahlfälschungen, Verhaftung Oppositioneller, Antisemitismus, Kriegsführung pro Assad und Iran etc.), geben Sie uns einen Einblick in Ihr rechtsautoritäres Verständnis bzw. Nichtverständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

      Ach, ich sollte die braunen Trolle einfach nicht zu dolle füttern. Manchmal bringt es Kürze auf den Punkt: #Nazisraus

      Ihnen alles Gute, „gehen Sie doch rüber“ in die Diktatur Ihrer Wahl 😁

  12. (direkte auf den Beitrag funktioniert leider nicht)
    @Michael Blume vom 7. Januar 2019 @ 17:06

    Wie geschrieben: Wenige Monate vor der Staatsgründung Israels trennten sich auch Indien und Pakistan,

    Wenn Sie die Geschichte des britischen Kolonialismus in Indien zum Vergleich heranziehen wollen zur Eroberung Palestinas durch den europäischen Kolonialismus, dann dürfen Sie nicht das Ende der europäischen Herrschaft über den indischen Subkontinent heranziehen, sondern die Eroberung Indiens durch den europäischen Kolonialismus, durch Niederländer, Portugiesen, Franzosen und v.a. Briten, und deren blutigen kolonialen Massaker.

    Sie stellen die Weltgeschichte auf den Kopf, verehrter Herr Blume!

    Das Ende der direkten europäischen Kolonialherrschaft können Sie doch nicht als Parallele zu einem blutigen Kolonialkrieg heranziehen, wo eine Minderheit von europäischen kolonialen Siedlern die Mehrheit der Eingeborenen aus dem Land vertreibt und ihnen bis heute die Rückkehr in die Heimat gewaltsam verwehrt!

    Ich hatte übrigens heute noch eine Korrektur zu Ihrem Mißverständnis geschrieben, wo Sie Benjamin Weinthal, den Europa-Vertreter des reaktionären US-amerikanischen Polittrucks FDD als “Europakorrespondent der Jerusalem Post” darstellen. Haben Sie in Weinthals Artikeln auf Fox News, New York Post oder auch Jerusalem Post jemals etwas über die großen politischen Konflikte Europas gelesen? Über Brexit? Über die “Gilets jaunes”, den Streik der EVG, der den gesamten deutschen Eisenbahnverkehr lahmgelegt hat, die politischen Konflikte innerhalb der deutschen Bundesregierung?

    Nichts von alledem.

    Ich bitte Sie darum, meinen Kommentar zu Ihrem anderen Artikel freizugeben.

    • @Lüko Willms

      1. Ich vergleiche die Gründung von Nationalstaaten mit der Gründung von Nationalstaaten. Dass Sie allen Ernstes die frühen Israelis als „europäische koloniale Siedler“ verhöhnen, übersieht 1. dass bereits viele Jüdinnen und Juden in der Region lebten, 2. dass Hunderttausende aus Europa vertrieben wurden und 3. dass weitere Hunderttausende aus den arabischen Ländern vertrieben wurden. Sezessionsbewegungen und Bevölkerungsaustausche mit furchtbaren Folgen gab es auch in den anderen, genannten Staatsgründungen – wer keine antijüdische Brille aufhat, deutet Vertriebene nicht als „Kolonisatoren“… 😠

      2. Danke, aber, nein: Ich werde auf diesem Blog keinerlei persönliche Anschuldigungen gegen Dritte freischalten, zumal ich diese nicht überprüfen kann. Bitte verzichten Sie auf Versuche, meinen Blog zu verzwecken. Ob extremer Nationalismus, linker Antisemitismus o.ä. – hier ziehe ich früh und deutliche Grenzen (und mache auch immer wieder die Erfahrung, dass Extreme Toleranz als Schwäche missverstehen).

      Und dass ich mich da von niemandem unter Druck setzen lasse und auch wehren kann, haben Sie ja selbst gelesen. 🙂

  13. @Michael Blume vom 8. Januar 2019 @ 19:42

    Eine kleine Korrektur: Hebräer entwickelten nicht „die Schrift“, sondern die Alphabetschrift. Andere Schriftsysteme wie Keilschriften und Hieroglyphen gingen dem voraus.

    Nicht richtig. Buchstabenschrift wurde von den Phoeniziern entwickelt. Der de.Wikipedia-Artikel über Phönizische Schrift fängt hiermit an:

    Die phönizische Schrift ist eine linksläufige Konsonantenschrift aus 22 Zeichen, deren Reihenfolge das Abdschad übernommen hat und die vom 11. bis 5. Jahrhundert v. Chr. im Libanon, in Palästina und in Syrien verwendet wurde. Mit ihr wurden nicht nur die phönizische Sprache, sondern lange auch die aramäische, hebräische und andere semitische Sprachen geschrieben. Die althebräische Schrift ist eine Variante der phönizischen Schrift.

    Sie wurde im 11. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern durch Abstrahierung der protokanaanäischen Schrift entwickelt. Das älteste Zeugnis ist eine Inschrift auf dem Sarkophag des Ahiram von Byblos im heutigen Libanon (um 1000 v. Chr.). Aus der phönizischen Schrift entstanden die aramäische Schrift, die griechische Schrift, die altsüdarabische Schrift – und über deren Abkömmlinge auch fast alle heutigen alphabetischen Schriften.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nizische_Schrift

    • Wieso denn Korrektur, @Lüko Willms? Aus Vorläufern entwickelten sich sowohl das hebräische wie auch das phönizische Alphabet. Streng genommen wird Sem in den jüdischen Überlieferungen auch vor den Hebräern angenommen, diese aus seinem Enkel Ewer abgeleitet.

  14. Nach dem zweiten Weltkrieg hätte man annehmen müssen, dass die Juden nun ihren Frieden unter uns finden!?
    Doch das den Juden nun ein eigener Staat zugeteilt wurde / werden mußte, das lässt sehr tief blicken, was … / wie wirklich-wahrhaftig die Sieger und ihre “Demokratie” …!?
    An den vielen anderen Intrigen, die sich bis heute noch daraus entwickeln, daran können sich nur kranke Hirne erfreuen!?

    • @hto

      Zum einen waren Zehntausende Jüdinnen und Juden noch während des NS-Regimes ins heutige Israel geflohen und zum Zweiten ist es nur noch zynisch, den Opfern eines Genozids dann auch noch vorschreiben zu wollen, wo sie „ihren Frieden zu finden“ haben. Vor und nach Israel sind Nationalstaaten gegründet worden, begleitet jeweils von sehr viel größeren Konflikten und gegenseitigen Vertreibungen. Wenn Sie nur ein Fünkchen Mitgefühl für die arabischen und jüdischen Menschen der Region haben, dann packen Sie endlich Ihren Antisemitismus weg, hören auf, Andersdenkende zu beschimpfen und unterstützen Dialog und Frieden wo immer möglich. Wenn die Menschheit erkrankt sei, dann ist Ihr Antisemitismus und Hass auf Andersdenkende Teil dieser Krankheit.

      Und jetzt schalten Sie halt mal die Kiste aus und stellen sich dem echten Leben! Dies hier ist ein religionswissenschaftlicher Blog und keine Spielwiese für Trolle…

  15. @Michael Blume vom 9. Januar 2019 @ 18:02

    Ihr Blog-Artikel »”Medienethik: Eine negative Erfahrung mit der „Jerusalem Post“« ist eine einzige Anschuldigung gegen eine dritte Person, und ich bin Ihnen dafür dankbar, daß Sie Ihre Erfahrung mit Herrn Weinthal öffentlich gemacht haben.

    Was ich zu Weinthal geschrieben habe, geht nicht darüber hinaus. Ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen, daß Sie einer Täuschung aufgesessen sind, wenn Sie den Weinthal als “Europakorrespondent der Jerusalem Post” bezeichnen, was der m.W. nicht mal selbst tut. Wenn Sie die Artikel durchsehen, die man auf Weinthals persönlicher Seite bei seinem Auftraggeber durchlesen kann, oder auch nur die Liste seiner Artikel bei der “Jerusalem Post”, werden sie sofort sehen, daß er nicht wie ein “Europa-Korrespondent” über europäische Angelegenheiten berichtet, sondern gezielt nur, um auf deutsche Angelegenheiten einzuwirken.

    Sie sollten dem Weinthal nicht helfen, seine Camouflage als “Europakorrespondent der Jerusalem Post” zu wahren, sonst helfen Sie ihm auch, anderen dasselbe anzutun wie Ihnen.

    Und das können Sie doch nicht wollen, oder?

    • @Lüko Willms

      Es ist die Angelegenheit der Jerusalem Post, wen sie für sich schreiben lässt und wie sich diese Person dabei nennt. Sie steht dafür mit ihrer Rest-Reputation ein. Der Herr W. wird nicht der Letzte gewesen sein, der mich unterschätzt hat. Lassen Sie es hier jetzt gut sein.

  16. Streng genommen wird Sem in den jüdischen Überlieferungen auch vor den Hebräern angenommen, diese aus seinem Enkel Ewer abgeleitet.

    Weshalb das dem ja nicht widerspricht: 😉

    Hebräer entwickelten nicht „die Schrift“, sondern die Alphabetschrift. Andere Schriftsysteme wie Keilschriften und Hieroglyphen gingen dem voraus.

    Schrift ist eine Geschichte der Orientalen, wie ich mir „Semiten“ übersetze. Wenn ich das richtig verstanden habe, ursprünglich der Kaufleute und Verwaltungsbeamte; der Städter also. Die hebräische Schrift Ewers ist da eine Sonderausprägung des Geschenks Sems.

    Die „Japheten“ standen der Schrift stets skeptisch gegenüber. Platon bringt den Metagag, daß er ein Buch gegen die Schrift … schreibt 😅. Die Kelten lehnten es ab, das Wissen der Druiden niederzuschreiben; mit ein Grund, warum es verloren ist 😫

    • Freut mich, @Alubehüteter! Jenseits der pseudo-biologischen Definitionen von „Semiten“, „Japhetiten“ etc. beginnt der Bereich der Mythen, also der Selbst- und Fremdzuschreibungen, der kulturellen Technologien und Erinnerungsprozesse. Genau diese Bereiche erkundet das Buch. ☺️👍📖

  17. @Michael Blume

    „gehen Sie doch rüber“

    Das klassische “Argument” eines Wessis auf Kritik am eigenen System. Wann geben die Amerikaner eigentlich das annektierte Hawaii zurück oder zahlen Reparationen für die unzähligen Kriege der letzten Jahrzehnte? Vergleichen Sie doch einfach mal die Anzahl der Kriege, die Anzahl der Militärstützpunkte weltweit und den Rüstungsetat beider Länder.

    • @Peter Müller

      Und wieder liegen Sie falsch: Ich bin gerade kein „Wessi“, sondern entstamme einer Familie, die in der DDR gelitten hat. Und genau deswegen (!) gingen mir die Diktatur-Romantisierer schon als Jugendlicher auf den Zeiger. Damals waren sie meist links, heute sind sie meist rechts, aber immer gegen „das System“, gegen Juden und Amerikaner. In einer Demokratie haben es halt auch Extremisten etwas kuscheliger.

      Und deswegen antworte ich Ihnen als Putinisten gerne, was ich auch Maoisten und Erdoganisten gerne sage: Geh doch rüber! Ich finde, wir lassen Antisemiten und Demokratieverächtern in unserem Land noch viel zu viel Raum.
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/liebe-putinisten-liebe-erdoganisten-hilft-euch-humor/

      Ihr seltsamer Größenvergleich erschließt sich mir nicht. Sollen wir jetzt Diktaturen wie Russland feiern, weil die Sowjetunion gescheitert und auseinandergebrochen ist? Oder wollten Sie uns nur Ihre Minderwertigkeitskomplexe gegenüber den USA darlegen? Wenn Sie Deutschland „groß“ machen wollen, dann sicher nicht durch Extremismus und Antisemitismus.

      Falls Sie einmal aufhören wollen, sich und andere zu täuschen: Auch Demokratien machen Fehler, aber das macht sie eben noch nicht zu Diktaturen. Für die „Systemkritik“, die Sie hier zelebrieren, gingen Sie in Russland in den Knast. Und deswegen (und wegen dem hiesigen Wohlstand) gehen Sie ja auch nicht rüber… 😉

  18. Schöner Blog-Eintrag. Als nicht selten geistig Mitleidender mit den Palästinensern muss ich manchmal aufpassen, nicht in unfaire Israelkritik zu verfallen, wobei ich Juden allerdings ohne Ausnahme sehr freundlich gegenüberstand.
    Mit ebensolcher Sorge wie um die schwierigen Lebensumstände der Palästinenser, sehe ich deren Hass gegen Juden, die wieder wachsende Judenfeindlichkeit in Deutschland (auch durch nicht-muslimische Deutsche), neben der wachsenden undifferenzierten Islamfeindlichkeit durch Deutsche. Trotzdem haben Ihre Ausführungen meine Selbstreflektion wie ich denke weiter gestärkt.

    Und last but not least: Ich würde Ihren Fantasy-Groschenroman sofort lesen wollen. Wobei ich mir dachte, das könnte eventuell rufgefährdend für Ihre sonstigen Tätigkeiten sein – kann ich nicht so ganz einschätzen, ein Pseudonym wäre vielleicht eine Lösung?

    • Vielen Dank, @Wizzy. Auch ich fühle, auch auf Basis persönlicher Freundschaften, mit Palästinensern, Beduinen, israelischen Arabern u.a. mit, die sich jeweils in komplett unterschiedlichen Lebenssituationen befinden (und z.B. durchaus ihre israelische Staatsbürgerschaft wertschätzen oder anstreben würden). Ein einfaches Schwarz-Weiß gibt es auch in dieser Region nicht.

      Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Antisemitismus den Palästinenserinnen und Palästinensern selbst massiv schadet: Sei es durch Hass und Verschwörungsmythen oder auch durch die Aufrechterhaltung völlig irrealer Forderungen (z.B. nach einem generellen Rückkehrrecht auch noch für Enkel und Urenkel „nach Hause“). Wenn es eine Friedenslösung geben kann, dann wird diese Realismus und Pragmatismus erfordern. Wer es also mit den Menschen aller und keiner Religion dort gut meint, sollte sich m.E. gegen Antisemitismus und Rassismus stellen.

  19. Das Wort Antisemitismus wird heute sehr undifferenziert verwendet:
    Ich achte jeden Juden, der ein guter Mensch ist. Bin aber auch ein “Antisemit”, wenn ich wage zu sagen, dass der Staat Israel sich unzählicher Verbrechen gegen Eigentum und Leben von Palestinensern schuldig macht?

  20. Freue mich schon sehr auf das Buch! Wird direkt nach dem eigenen Lesen wieder meinem Vater zum Geburtstag geschenkt 😉
    Deine Beschreibung zu den Groschenromanideen und dass Wissenschaft diesen Wunsch nach “Schreiben” umsetzt aber noch auf vielerlei Hinsicht erweitert, spricht mir wirklich aus der Seele 🙂

  21. Dieses”nach Hause” wird aber von den Juden auch praktiziert,denn seit über 2000 Jahren ist es ihr “Heiliges Land” ,was also einen gewissen moralischen Besitzanspruch beinhaltet. Dieses Heilige Land oder das Land der Ahnen und von Moses ,dieses Land der Bibel, wurde im letzten Jahrhundert von Juden/ später Zyonisten wieder besiedelt.Land,was zuvor von arabischen Stämmen bewohnt war. Auf Deutschland gedacht, könnten slawische Völker somit auch Ansprüche für deutsche Gebiete geltend machen,da bis zum 11. Jahrhundert Slawen hier siedelten(Pommern,Mecklenburg/Brandenburg).Diese Gebiete wurden damals mit deutschen “Migranten” besiedelt und die Slawen wurden großteils vertrieben.Für mich stellt sich die Frage, ob die Juden ein moralisches Recht auf diese Land,was ihnen einstmals vor über 2000 Jahren gehörte, heute noch ableiten können.Will man der Bibel und der Geschichte glauben,so waren sie nach dem Auszug aus Ägypten ja einstmals auch soetwas wie Migranten, die das Land Kanaan von den Kanaanitern mehr oder weniger gewaltsam eroberten.Will man dieses “moralische Recht “auf ein “Zu Hause” verallgemeinern, so könnten auch die Indianer Nordamerikas einen legalen Besitzanspruch gegen die Migranten aus Europa,die ihnen das Land (ihr Zu Hause) gewaltsam wegnahmen, einfordern.

    • @Golzower

      Hatten denn die Pakistanis das Recht, Millionen angestammter Hindus und Sikhs zu vertreiben und auf deren Land wiederum vertriebene Muslime anzusiedeln? Und was ist mit den Hunderttausenden Jüdinnen und Juden, die aus den arabischen und afrikanischen Ländern vertrieben wurden? Was ist mit dem Elsass?

      Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden (und verschoben sich) zahlreiche Nationalstaaten, oft unter Vertreibungen. Das gilt es zu akzeptieren und auf dieser Basis friedliche Beziehungen zu begründen. Egal, ob es um Israel, Pakistan, Indien, Burma, Taiwan etc. geht.

  22. Hallo,
    ich höre immer wieder von Vertreibungen ferner Völker.
    Bisher kein Wort zur Vertreibung der Deutschen aus Schlesien,
    Ostpreußen und Pommern.
    Ist das schon vergessen?

    • @Gawlitzek

      Nein, ist es nicht. Es ist ja Teil des Elends, den extreme, deutsche Nationalisten am Ende auch über das deutsche Volk brachten. Sie verschuldeten den Tod von Millionen, entehrten den Namen unseres Landes und verloren große Gebiete, aus denen die Menschen vertrieben wurden.

      Dies sollte nie vergessen werden und die Lehre lautet: Ja zum demokratischen Patriotismus, nie wieder übersteigerter Nationalismus.

  23. @Gawlitzek: “Bisher kein Wort zur Vertreibung der Deutschen aus Schlesien . . . ” Diese Vertreibung ist nur eine Folge dessen, was das NS – Regime an millionemfachen Elend über die Völker Europas brachte. Im Übrigen: Meine Familie stammt väterlicherseits selbst aus Schlesien und wurde vertrieben!

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