Journalismus mit Brandstiftung: Die Publikative ist die Schwachstelle jeder größeren, demokratischen Republik

Wer das Lebenswerk von Konrad Adenauer (1876 – 1967) erfassen will, muss ihn auch als Medienprofi & Medienkanzler anerkennen.

Schon 2022 prägte ich im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen den Satz „Wenn das Mediensystem kaputt ist, stürzt die Demokratie ab.“

Und 2024 rief ich im Hinblick auf die polarisierende Wirkung algorithmischer Konzernmedien beim Neujahrsempfang der Gemeinde Salach sogar aus: „Nur noch das Fediversum kann uns retten.“

Dr. Michael Blume sprach 2024 beim Neujahrsempfang der Gemeinde Salach in Baden-Württemberg zum Thema Fediversum. Das Foto zeigt ihn am Rednerpult mit dem Wappen der Gemeinde, einem blauen Löwen auf gelbem Grund.

Mit dem Wegbrechen der Lokalzeitungen stirbt eine Lebensader der Kommunalpolitik. Und ich glaube nicht, dass algorithmische Konzernmedien die kommunale Berichterstattung ersetzen sollten, plädierte stattdessen für mehr Fediversum. Foto: Gemeinde Salach

Angesichts der Podcastfolge zum diffamierenden „Badefoto“ gegen den ersten & letzten demokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) vom 21. August 1919 (dem Tag seiner Vereidigung!) spitzte ich die These dann auch im Hinblick auf die demokratischen Zivilreligionen noch einmal religions- und politikwissenschaftlich zu:

„Die Publikative ist die Schwachstelle jeder größeren, demokratischen Republik.“

Das sog. "Badefoto" oder "Badebild" von Friedrich Ebert & Gustav Noske (SPD) erschien am Tag der Vereidigung des Reichspräsidenten am 21. August 1919 in Berlin und beschädigte ihn und die Republik schwer. Link führt zur Podcast-Folge 70 von "Verschwörungsfragen" dazu.

Das sog. „Badebild“ der Berliner Illustrirte Zeitung B.I.Z. erschien am Tag der Vereidigung von Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) am 19. August 1919 und diffamierte ihn und die junge Republik mit katastrophalen Folgen. Foto: Wilhelm Steffen

Die Einschränkung „größere, demokratische Republik“ bezieht sich dabei konkret auf San Marino, die älteste Republik der Welt mit rund 30.000 Bürgerinnen und Bürgern.

Erfreulicherweise ist zu dieser „La Serenissima“ in dieser Woche eine wunderbare WDR-Podcast-Folge von Burkhard Hupe erschienen, die ich sehr empfehlen kann.

Auch das hervorragende SPEKTRUM GESCHICHTE 02/2026 unter Herausgeberschaft von Antje Findeklee zu Octavian / Cäsar Augustus in der Römischen Republik & zum Untergang der Janitscharen habe ich diese Woche per Mastodon empfohlen.

Denn das ist mir wichtig: Es geht mir nicht um eine Abschaffung, sondern um eine Stärkung der Publikative!

Den nach meiner Einschätzung zivilreligiös falschen Glauben an eine anarchistische Unmittelbarkeit größerer Völker halte ich für einen der Fehler, die Michail Bakunin (1814 – 1876) in den religionsfeindlichen und antijüdischen Verschwörungsglauben führte. Deswegen lese, kaufe, abonniere und spende ich seit Jugend immer wieder zur Unterstützung von konstruktivem Journalismus, auch wenn mich meine seit Jahrzehnten tägliche Lektüre der Stuttgarter Zeitung bisweilen traurig stimmt.

Doch zu Recht haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes nach den bitteren Lehren der Weimarer Republik und des massenmörderischen NS-Regimes Artikel 5 GG stark gemacht, in dem es heißt:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
 
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
 
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
 
Die "Gewaltenteilung in demokratischer Republik im 21. Jahrhundert" wird hier als Tempel mit fünf Säulen dargestellt, die von links nach rechts beschriftet sind: Exekutive, Judikative, Legislative, Publikative, Scientikative. Jede dieser Beschriftungen geht in das Wort "VErtrauen" im Fundament über.

Das fünf-Säulen-Modell der Gewaltenteilung beruht auf Exekutive, Judikative, Legislative, Publikative und Scientikative, jede dieser Säulen wiederum auf Vertrauen. Grafik mfG: @Dendroniker auf Mastodon

Entsprechend habe ich auch Wert darauf gelegt, bei meiner „Medien & Mimesis“-Kritik am medienethischen Versagen von Teilen des ÖRR und des AxelSpringer-Konzerns in Berlin die positive Ausnahme einer Journalistin zu würdigen:

Angesichts dieser langen und breiten Erfahrungen war auch ich als Verfechter des deutschen, gemischten Mediensystems im Vorfeld der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 negativ überrascht vom Zusammenbruch der Medienethik bis in den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk (ÖRR) hinein. Da die Wahl wegen des Zerfalls der Ampel-Koalition vorgezogen werden musste, waren die Emotionalisierung und die Angst vor einem Staatsversagen ohnehin bereits verstärkt. Nicht zuletzt hatte die „Welt am Sonntag“ am 28. Dezember 2024 einen Wahlaufruf des US-Rechtslibertären und „X“-Besitzers Elon Musk zugunsten der rechtsdualistischen AfD abgedruckt. Die Leiterin des Ressorts „Meinung“ der Zeitung, Eva Marie Kogel, hatte daraufhin – medienethisch völlig zu Recht – ihre Kündigung eingereicht.

Ausdrücklich teile ich die Kritik an algorithmischen Konzernmedien, die der Leipziger Kulturwissenschaftler Wolfang Ullrich in seinem sehr empfehlenswerten „Memokratie – Soziale Medien und autoritäre Bildpolitik“ (Wagenbach 2026) auf Seite 49 formuliert:

Die Art und Weise, wie Elon Musk rechtspopulistische Figuren wie AfD-Chefin Alice Weidel oder den britischen Aktivisten Tommy Robinson pusht, ihnen zusätzliche Plattformpräsenz auf X gibt und auf seinem Account offensiv memetaugliche Aussagen und Videos von ihnen postet (ohne sich für die politischen Zusammenhänge in den jeweiligen Ländern, ja auch nur für die elementarsten Fakten zu interessieren), macht deutlich, wie massiv sich über Netzwerke die Politik eines anderen Landes beeinflussen lässt.

Aber auch in Deutschland selbst gibt es drastische Fehlentwicklungen. So meldete der Tagesspiegel heute von einem Gerichtsurteil gegen zwei Journalisten (23 J. & 33 J.) wegen Brandstiftung!

Vor dem Landgericht Dessau sind zwei Pressefotografen wegen mehrfacher Brandstiftung zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Gericht sehe es als erwiesen an, dass die Männer zwischen Juli und September 2025 im Raum Bitterfeld-Wolfen und Umgebung leerstehende Gebäude, Waldstücke und landwirtschaftlich genutzte Grundstücke in Brand gesetzt haben, teilte ein Sprecher des Gerichts mit. So hätten sie exklusive Videos und Fotos von Feuerwehreinsätzen anfertigen und verkaufen wollen. 

Da frage ich mich und uns schon, wie tief die Aufmerksamkeitsökonomie unsere Standards noch sinken lässt.

Ich unterrichte Berufs- und Medienethik am KIT Karlsruhe seit 2017 auch deswegen, weil ich sie für überaus relevant halte – für jede einzelne Person. Viele Leserinnen und Leser von „Natur des Glaubens“ werden das biblische Gebot (2. Mose 20, 16) kennen:

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

In seinem wunderbaren Buch „Tzipporim. Judentum und Social Media“ vertieft der Talmudgelehrte Chajm Guski dieses Verbot der „Laschon hara – bösen Zunge“ unter anderem mit diesem Zitat, Seite 74:

Die Weisen lehren: für drei Sünden wird der Mensch schon bestraft und die künftige Welt verlieren, nämlich für Götzendienst, Blutschande, Mord; Verleumdung jedoch wiegt schwerer als alle (Arachin 16b).

Und falls Ihnen das zu streng oder „gesetzlich“ klingt – auch Rabbi Jesus bekräftigte dieses Gebot laut Matthäus 19, 17 – 19:

Willst Du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.

Da sprach er zu ihm: Welche?

Jesus aber antwortete: ‚Du sollst nicht töten.‘, ‚Du sollst nicht ehebrechen.‘, ‚Du sollst nicht stehlen.‘, ‚Du sollst nicht falsch Zeugnis geben.‚, ‚Ehre Vater und Mutter.‘ und ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.‚

Zumal immer mehr von uns nicht mehr nur passive Medienkonsumierende, sondern auch aktiv Medienproduzierende („Medienprosumierende“) sind, halte ich Medienethik für unverzichtbar. Der Zustand der Publikative bestimmt über die Zukunft einzelner Menschen, ganzer Völker – und sogar der Welt.

Avatar-Foto

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

70 Kommentare

  1. Immer mehr Menschen sind „Medienprosumierende“. Deswegen wird Medienethik immer wichtiger. Es gibt kollektive Verantwortung. Da gehe ich voll mit.

    Altbekannt: Es wird immer relativ viele Ausreißer geben, die verleumden und hetzen, die unethische Ziele verfolgen. Dies erzeugt Aufregung. Diese Aufregung bekommt Aufmerksamkeit und lässt sich monetarisieren. Medienhäuser stehen finanziell unter Druck; die permanente Versuchung sich dem Reißerischen zu ergeben ist da. Oder sie gehören Milliardären, die damit direkt eigene Politik machen. Und die sozialen Medien mit Ausnahme des Fediverse befeuern ebenfalls die Aufregunng (und sind in Besitz von Milliardären).

    Um unsere Demokratie am Leben zu halten, benötigen wir eine Stärkung des ÖRR. Er braucht mehr Unabhängigkeit und modernisierte Leitlinien im Sinne eines demokratiebewahrenden Haltungskodexes. Ganz allgemein sollte es mehr staatliche Investitionen in Open Source Projekte geben. Neben der kollektiven medienethischen Verantwortung halte ich diese Punkte für wichtig und wichtiger.

    Was ich mich zusätzlich frage, ist, ob es auch sinnvoll wäre, allgemein mehr Redaktionen wirtschaftlich aus Steuermitteln zu entlasten, zum Beispiel Musikzeitschriften. Das wäre vermutlich nicht demokratierelevant, aber wäre es im öffentlichen Interesse? Oder ginge das zu weit?

  2. Im Moment sind Etablierte und Populisten wie Saturn und MediaMarkt – beide taten mal so, als würden sie konkurrieren, obwohl sie beide zum selben Konzern gehören. Raider will, dass wir weitermachen wie bisher, Twix will, dass wir das Gegenteil machen, und zwar noch mehr vom Gleichen.

    Dass Raider und Twix immer mehr verschmelzen, ist also schon deshalb selbstverständlich, weil sie von vornherein das Gleiche waren. Wollen Sie gemäßigt zur Hölle fahren oder radikal? Hauptsache, Sie fahren zur Hölle.

    Das heißt, die mächtigsten Medien gehören Leuten mit viel Geld, die es behalten möchten, und alle Medien werden überwiegend von Leuten konsumiert, denen Seifenopern lieber sind als Nachrichten, und das bestimmt ihren Inhalt.

    Wes Brot ich esse, dessen Botschaft ich singe. Öffentlich-rechtliche sind Staatsmedien, ihr Publikum ist ihr Mäzen – die Regierung. Nur ihm müssen sie gefallen, der Rest der Bevölkerung kann vergessen, dass sie existieren.

    Zwischen Privatmedien und ihrem Publikum besteht eine Wechselwirkung – erst muss der Mäzen das Publikum zufrieden stellen, damit es ihm das Geld gibt, allen sein Lied ins Ohr zu säuseln. Rechtspopulismus ist einfach die perfekte Verschmelzung aus einer Fürsten-first-Politik und Trash-TV.

    Donald Trump bringt den Planeten ins Dschungelcamp.

    [Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]

    • Nun ja, @Paul S. – wenig überraschend wiederholen Sie Ihre relativistische Position: Alle öffentlich-rechtlichen wie auch privaten Medien seien Teil des gleichen Spiels, nur Sie sind der Oberchecker, der alles durchschaut.

      Das einzige Problem Ihrer Dauerthese ist: Sie stimmt einfach nicht.

      Es gibt sowohl beim ÖRR wie auch in Konzernmedien schlechte wie auch hervorragende Medienprodukte – sehr bewusst habe ich hier im Blogpost daher einen WDR-Podcast und ein Spektrum-Geschichtsmagazin verlinkt. Es ist einfach nicht richtig, die enormen Qualitätsunterschiede „innerhalb“ der jeweiligen Medienlandschaften zu ignorieren.

      Übrigens hat @Cornelia Gliem auf einen früheren Ihrer Lang-Drukos dialogisch geantwortet, hier:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-jiddische-der-zionismus-der-antisemitismus-die-alpine-these/#comment-216407

      Es wäre dialogisch und also menschlich anständig, ihr auf ihren konstruktiven Kommentar fair zu antworten.

  3. Dieser Blogpost macht mir etwas Kopfzerbrechen, weil mir nicht ganz klar ist, was Sie damit zeigen wollen.

    Ich bestreite nicht, dass Konrad Adenauer ein Medienprofi war. Gleichwohl erlaube ich mir, auf die „Spiegel-Affäre“ 1962 hinzuweisen. Ausgangspunkt war Franz Josef Strauß. Bundeskanzler Adenauer hat sich medial äußerst ungeschickt verhalten.

    Aus dem aus Sicht der damaligen Bundesregierung desaströsen Ausgang der Affäre, wurden die Medien enorm gestärkt. Spätere Ereignisse, auf die ich noch eingehen werde, zeigen deutlich die enorme Macht der Medien.

    Die im Axel-Springer-Verlag erscheinende Bildzeitung war bis in die 1980er Jahre eine reine Boulevardzeitung mit Fotos knapp bekleideter junger Frauen.

    In den letzten 30 Jahren baute der Axel-Springer-Verlag die BILD zu einem sehr mächtigen politischen Kampfblatt. Dazu tragen vor allem die großen, fettgedruckten Schlagzeilen bei.

    Aus Auseinandersetzungen mit Politikern ging die Bildzeitung gestärkt hervor. Beispielhaft sind Bundeskanzler Gerhard Schröder, SPD, Anfang der 2000er Jahre und Bundespräsident Christian Wulff, CDU, (2012) zu erwähnen.

    Nicht nur im Fußball ist BILD früher als andere Medien bestens informiert. Im Zeitalter von Social Media ist damit ein ungeheurer Machtzuwachs verbunden. Aktuelle Berichterstattung durch gezielte Leaks, zum Teil aus noch laufenden Besprechungen, wurde – so scheint es – zum Privileg des Axel-Springer-Verlags.

    Bei der Spendengala der BILD „Ein Herz für Kinder“ im Dezember 2024 war auch das Ehepaar Merz zu Gast. Unverblümt ließ der damalige Kanzlerkandidat Friedrich Merz den Moderator wissen, dass er seine Spende um jeweils 100 Euro pro bis zur Wahl hinzugewonnenen Prozentpunkt in den Umfragen erhöhen werde. Dabei nannte er explizit die 40 % Marke. Ich enthalte mich jeder persönlichen justiziablen Interpretation geschweige denn Unterstellung.

    Je nach parteipolitischer Zuordnung begrüßten oder verurteilten (manche auch aus Anstand) wir Medien-Konsumenten die Kampagnen der BILD speziell gegen die Grünen 2023/2024.

    Medien und Politik sollten sich kritisch ergänzen und immer einen gewissen Abstand zu einander halten.

    Ich habe die Entwicklung der letzten Jahrzehnte nicht kommen sehen. Die kritischen Wendepunkte sind erst mit zeitlichem Abstand zu erkennen.

    Lobenswert finde ich nach wie vor den Ablauf der Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Zwar gab es mehrere Störfeuer aus dem Axel-Springer-Verlag. Da beide Verhandlungspartner Abstand hielten und keine exklusiven Infos in den Medien landeten, wurde das erforderliche Vertrauen aufgebaut.

    Für die Mediennutzer der Zukunft sehe ich die Notwendigkeit, noch stärker zu differenzieren, welche Inhalte man teilt und welche besser nicht. Die Demokratie hat meiner Meinung nach nur Erfolg, wenn wir nicht denen unsere Aufmerksamkeit schenken, die aus rein parteipolitischem Kalkül Infos leaken.

    Medienbildung in den Schulen müsste sich auch damit beschäftigen. Imho.

    • Danke, @Marie H. – ich freue mich zwar immer über Ihre Kommentare, finde Ihre Dauer-Attacken gegen Christdemokraten jedoch langsam etwas redundant.

      So habe ich nicht behauptet, dass Konrad Adenauer ein Medienheiliger gewesen wäre – sondern ein Medienprofi. Es gibt ganze Blogposts, in denen ich sehr kritisch auf sein Wirken von 1961 blicke:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-bundes-koalitionsvertrag-von-1961-als-abweg-vom-grundgesetz/

      So hatte ich gehofft, wir könnten hier zum Beispiel dialogisch über die Entfaltung des ÖRR einschließlich des ZDF diskutieren. Was war und ist daran gut, was ungut? Wäre das nicht interessanter als das Beharren auf persönlicher Zu- oder Abneigung gegen Parteien?

      Zum AxelSpringer-Konzern habe ich hier deutliche Kritik gebloggt – die Sie offensichtlich kaum wahr- oder ernstgenommen haben.

      Sehr spannend und vielsagend finde ich Ihr Eingangsstatement:

      „Dieser Blogpost macht mir etwas Kopfzerbrechen, weil mir nicht ganz klar ist, was Sie damit zeigen wollen.“

      Denn genau das möchte ich hier anbieten: Einen Raum für kritisch-konstruktiven, dialogischen Monismus. Parteipolitischen Dualismus – egal gegen oder für welche Partei – gibt es nach meiner Einschätzung doch ohnehin im Übermaß.

      Ich möchte Köpfe nicht zerbrechen, sondern Blasen aufbrechen. Dass das auch emotional anspruchsvoll ist, verstehe ich.

      Erwartungen, in denen entweder die Grünen, die CDU oder sonstige, demokratische Parteien als einfache, Komplexität reduzierende Feindbilder inszeniert werden, werde ich auch weiterhin nicht bedienen.

      • Danke. Ich glaube, dass wir uns hier beiderseits missverstehen. Das kann passieren.

        Es war mitnichten meine Absicht, die CDU oder Bundeskanzler Adenauer zu kritisieren.

        Ich habe versucht zu erklären, warum sich meiner Meinung nach Stellung der Medien in Deutschland – ausgehend von der Spiegel-Affäre – so entwickelt hat. Die Medien sind beinahe unantastbar. Nur das wollte ich zum Ausdruck bringen.

        Besonders stört mich zum Beispiel die Plagiatsjägerei. Diese Jagd auf Menschen durch die Medien finde ich bodenlos. Die Parteizugehörigkeit interessiert mich kein bisschen. Ob Schavan oder Habeck – die Art und Weise, wie diese Politiker vorverteilt werden, vermitteln mir das Gefühl, dass man sich in manchen Redaktionen fast alles erlauben kann. Das kann zum Stresstest für die Demokratie werden.

        Ich wehre mich gegen den Vorwurf, Parteien als Feindbilder zu inszenieren.

        Und selbstverständlich habe ich Ihre Kritik am Axel Springer Verlag: 1. Verstanden; 2. Stimme ich Ihnen voll zu und wollte 3. Die Entwicklung noch unterstreichen. Ich bedaure, dass mir das nicht gelungen ist und ich mich wieder einmal des feindseligen Dualismus schuldig gemacht haben soll.

        Mein Ziel ist es, mit anderen Menschen nach Lösungen zu suchen, damit künftig keine „Leveson Inquiry“ mehr notwendig ist.
        Es kann doch nicht sein, dass Menschen durch die Hölle gehen, damit Medien Gewinne machen. Als Folge reißerischer Berichte in der BILD sah der Schauspieler Raimund Harmstorf 1998 nur den Ausweg des Suizids. Medien tragen auch eine moralische Verantwortung. Bei jedem Thema!

        • Lieben Dank auch für die Klarstellung, @Marie H. – ich denke wirklich, dass wir beide und alle Mitlesenden von einem dialogischen Stil sehr viel mehr haben!

          So stimme ich Ihrer Wahrnehmung von der deutschen Übermacht der Publikative sehr zu – das Versagen der Medienhäuser vom Anti-Ebert-„Badefoto“ an spielte im deutschen Nachkriegsdiskurs kaum eine Rolle. Wie nahezu jeder andere Berufszweig auch verstand es der Journalismus, sich selbst als „entnazifiziert“ zu präsentieren, der SPIEGEL gar als vermeintliches „Sturmgeschütz der Demokratie“.

          Dagegen fragten Anne Fromm und Daniel Bouhs schon 2017 in der taz:

          Eigentlich beginnt die Geschichte des Spiegels erst am 26. Oktober 1962. An jenem Freitagabend beschlagnahmten staatliche Ermittler 5,5 Millionen Blatt Papier und nahmen Redakteure fest. Der Vorwurf: Landesverrat. Unter der Schlagzeile „Bedingt abwehrbereit“ hatte das Magazin davor gewarnt, die Bundeswehr sei nicht ausreichend für einen atomaren Erstschlag der Sowjets gerüstet – Kritik an der Rüstungspolitik von Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. Diese Spiegel-Affäre machte das Magazin über Nacht international bekannt, als „Sturmgeschütz der Demokratie“.

          Heute, knapp 55 Jahre nach dieser Affäre und 70 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe des Spiegels, scheint der Begriff alles andere als opportun. Der Verlag hat zuletzt noch 790.000 Exemplare verkauft – ein Viertel weniger als noch vor knapp zwanzig Jahren. Der Spiegel darbt, mindestens finanziell. Als Antwort haben sich Verlags- und Redaktionsleitung eine „Agenda 2018“ verpasst. Neben dringend nötigen Experimenten verbergen sich dahinter vor allem massive Stellen- und Budgetkürzungen. Die Zielmarke: ein Minus von 15 Millionen Euro – pro Jahr. Verliert der Spiegel, der lange problemlos auch als Synonym für die investigative Recherche durchgegangen wäre, seine Kraft?

          https://taz.de/70-Jahre-Spiegel/!5367424/

          Immer wieder gab es Enthüllungen über NS-Verstrickungen des frühen SPIEGEL:

          Erstmalig am 8. Dezember 2000 beschäftigte sich die Neue Zürcher Zeitung mit NS Verbindungen Rudolf Augsteins (1923–2002), der 1947 Herausgeber und Chefredakteur des Spiegel wurde. Von der NZZ wurde heftig kritisiert, dass Augstein nicht würdig wäre, den Börne Preis als Verdienst für seinen Anteil am aufklärerischen Journalismus zu erhalten. Exemplarisch wurden dabei folgende Aspekte genannt:

          Augstein selbst habe einige ranghohe Nazis aus dem unmittelbaren Umfeld von Heydrich zum Ressortleiter bzw. stellvertretenden Chefredakteur aufsteigen lassen.

          Augstein habe dem Pressereferenten von Goebbels einen von ihm selbst unterschriebenen Presseausweis gegeben, was dieser letztlich zu seiner Flucht nach Südamerika nutzte.

          Augstein habe mit seiner Spiegel-Artikelserie zum Reichstagsbrand aufgrund der Marktmacht des Spiegel die historisch widerlegte „Story vom Alleintäter Lubbe“ in der Öffentlichkeit mit der Folge durchgesetzt, dass es keine Ermittlungen gegen einen für den Verfassungsschutz zuständigen Ministerialdirektors gab.

          https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-braune-vergangenheit-des-spiegel/

          Aus meiner Sicht besonders krass waren auch die werbenden Vorabdrucke von „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin im SPIEGEL & der BILD, die zu einem massiven Anstieg von Rassismus führten. Dabei war ich in Sarrazins „Werk“ auch selbst zitiert worden & konnte direkt beurteilen, wie unseriös dieser Autor mit wissenschaftlichen Daten umging.

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-demografische-traditionalismusfalle-und-warum-thilo-sarrazin-schummeln-musste-n-tv-4/

          Hinzu kam schließlich auch noch die sog. Relotius-Affäre, die durch den mutigen SPIEGEL-Journalisten Juan Moreno aufgeklärt wurde:

          Der Spiegel bat öffentlich um Entschuldigung. Der designierte Chefredakteur Ullrich Fichtner kündigte an, die Affäre durch eine auch mit externen Mitgliedern besetzte Kommission aufklären zu lassen. Die Journalisten Brigitte Fehrle, Clemens Höges (stellvertretender Chefredakteur des Spiegel) und Stefan Weigel (stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post) wurden beauftragt zu untersuchen, weshalb die Prüfsysteme des Nachrichtenmagazins nicht gegriffen haben, und ihre Ergebnisse öffentlich zu dokumentieren.

          In einem offenen Brief vom 22. Dezember 2018 schrieb der designierte Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann von erheblichem hauseigenen Versagen. Der Vorgang sei „so irre, so dreist und so absurd, dass einem die Verfehlungen im Nachhinein geradezu ins Gesicht springen“. Am 28. Dezember 2018 zog die Chefredaktion personelle Konsequenzen. Klusmann kündigte an, dass Ullrich Fichtner (Chefredakteur) und Matthias Geyer (Blattmacher, Ressort Gesellschaft) „ihre neuen Verträge erst mal aussetzen und ruhen lassen“ würden, bis eine hausinterne Kommission die Affäre „abschließend untersucht“ habe.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Claas_Relotius

          Ich lese den SPIEGEL weiterhin – nicht, weil ich ihn unkritisch feiern würde, sondern gerade weil er immer wieder zur Weiterentwicklung gezwungen wurde.

          Auch die Methoden der BILD wurden früh erkannt und kritisiert, etwa von Heinrich Böll (1917 – 1985) und dessen Werk „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1974), das mein Interesse an Medienethik in der Jugend befeuerte.

          (Einen ersten Schub dahin erlebte ich schon als Kind, als ich bei einem Besuch in der DDR begeistert eine Erfolgsmeldung aus der Zeitung vorlas und von den lachenden Erwachsenen darauf hingewiesen wurde, dass die DDR-Zeitungen von der SED gesteuert wurden. Das war für mich ein Schock, denn ich hatte bis dahin naiv alle Zeitungen für vertrauenswürdig gehalten.)

          Gerne las ich zudem auch „Noch wach?“ (2023) von Benjamin Stuckrad-Barre, das gemeinhin als Schlüsselroman über die damaligen Zustände im Berliner AxelSpringer-Konzern verstanden wurde, vgl.:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-medienethik-was-bedeutet-die-globale-partnerschaft-von-openai-chatgpt-und-axelspringer-se/

          Unvergessen auch die ZEIT-Enthüllungen durch Cathrin Gilbert und Holger Stark:

          Angela Merkel hielt er für den Sargnagel der Demokratie, Ostdeutsche seien Faschisten oder Kommunisten, den Klimawandel fand er gut. Interne Dokumente zeigen, wie Springer-Chef Mathias Döpfner denkt – und wie er mit „Bild“ Politik machte

          https://www.zeit.de/2023/16/mathias-doepfner-axel-springer-interne-dokumente

          Kurz: Ich stimme Ihrer Kritik zwar weitgehend zu, halte die bundesdeutsche Publikative aber auch nicht für unbesiegbar und unreformierbar. Matthias Döpfner sucht den Schulterschluss mit OpenAI, dem X-Besitzer Elon Musk und mit Peter Thiel ja nicht, weil sich seine Presseerzeugnisse weiterhin so gut verkaufen würden, sondern weil er sich den algorithmischen US-Konzernmedien rechtzeitig andienen möchte. Gerade hat er auch ein britisches Konzernmedium eingekauft.

          Dass er Friedrich Merz (CDU) bereits direkt zu einer Unterwerfung unter die rechtsdualistische AfD gedrängt habe, ließ er öffentlich dementieren. Ich habe vor vielen Jahren schon selbst sehr negative Erfahrungen mit einem WELT-Journalisten machen dürfen, der mich mit einem vermeintlichen „Urteil“ eines Hamburger Gerichtes zu meinem Namen konfrontierte, das mir gar nicht vorlag. Denn ich war gar nicht Beteiligter dieses Gerichtsverfahrens gewesen, nicht gehört und nicht informiert worden. Doch mein Eindruck war, dass es einigen Beteiligten im hohen Norden genau darum ging: Meinen Ruf zu zerstören oder mich wenigstens einzuschüchtern.

          Beides ist dem Berliner Konzernmedium nicht gelungen und es wird mir eine Ehre sein und bleiben, auch in Zukunft über die Bedeutung kritischer Medienethik für die Publikative jeder demokratischen Republik aufzuklären. Mein Abschied aus Facebook wurde 2019 sogar in den Nachrichten vermeldet & jeden Tag erkennen auch mehr Menschen, dass X, Meta und TikTok keine neutralen „Plattformen“, sondern algorithmische Sucht- und „Radikalisierungsmaschinen“ (Julia Ebner, Suhrkamp 2019) sind. Daher poste, blogge und podcaste ich nun umso engagierter im Fediversum.

          Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern.

          Auch Sie, auch ich, auch wir.

          • Danke für Ihre ausführliche Antwort.

            Ich bin heute abend angesichts des Ergebnisses der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt der Ansicht, dass gerade jetzt kein Bedarf an gegenseitigen Schuldzuweisungen besteht.

            Das Ergebnis ist wie befürchtet. Die demokratischen Parteien stehen jetzt an einer Kreuzung und sollten sich in den nächsten Tagen genau überlegen, in welche Richtung es gehen soll. Personaldebatten jetzt zu führen, ist mE keine gute Idee.

            Spekulationen über die Zukunft brauchen wir besonders in den Medien ebenfalls nicht.

          • Vielen Dank, @Marie H.

            Ich war heute zu Gast bei der jüdischen Gemeinde in Konstanz und hatte u.a. die Ehre, die Schreibung eines Aleph zu begleiten und eine neue Thorarolle durch die Straßen der Stadt in die Synagoge zu tragen. Das bewegt mich alles noch sehr.

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117224753252948037

            Zur Wahl in Sachsen-Anhalt hatte ich ja bereits im Mai gebloggt und sehe die dort formulierten Prognosen leider voll bestätigt:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/bedrohen-demografie-rechtsmimesis-inzwischen-die-republik-auch-ueber-sachsen-anhalt-aus/

            Entsprechend habe ich heute auf Mastodon dazu gepostet:

            Was ich als Politikwissenschaftler & Baden-Württemberger mit sächsischen Wurzeln & als Christdemokrat vom heutigen Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt halte?

            1. Ich sehe meine Befürchtungen & Prognosen angesichts des falschen Rechtskurses der Bundes-Union schon vom Mai 👇️ bestätigt.

            2. In demografisch implodierenden Gesellschaften drohen Reaktanz, Verlustängste und Verschwörungsmythen zu eskalieren.

            3. Die Strategie der Rechtsmimesis (der nachahmenden Abwertung von Menschengruppen wie Migranten, Familien, Ärztinnen usw.) halbiert niemals die faschistischen, sondern immer die demokratischen Parteien.

            4. Die Vorherrschaft von Bundes-Parteivorsitzenden über den Bundestag & die Bundesländer muss aufhören. Merz hat der Union auch in Sachsen-Anhalt schwer geschadet, ebenso wie Lindner / Kubicki der dortigen FDP.

            5. Die Linkspartei hat ein Problem mit Antisemitismus, ist aber nicht mit Faschisten gleichzusetzen. Ich befürworte Dialog & Zusammenarbeit zur Stabilisierung von Sachsen-Anhalt.

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117225439969837590

            Ich gehe nun davon aus, dass die AfD versuchen wird, Abgeordnete der Union oder auch anderer Parteien zu ködern. Auch in den Niederlanden hatte sich ja ein rechter Flügel von der dortigen CDA abgespalten – und war dann verdient abgestürzt. Zwischen echter und also an der Menschenwürde orientierten Christdemokratie und fossilem Faschismus gibt es keine inhaltlichen Schnittmengen.

            Auf weitere Dialoge mit Ihnen freue ich mich – vor allem dann, wenn wir uns über konkrete Themen und Geschichte austauschen. Denn Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

  4. @Medienmacht

    Immerhin müssen Verlage wie auch der ÖRR auch gucken, dass sie überhaupt wahrgenommen und gelesen werden. Und letztlich entscheiden auch die Nutzer der asozialen Medien, ob sie dabei bleiben. Wer da nur im privaten Rahmen Text und Fotos austauscht, der guckt sich die Timeline nicht unbedingt genau an.

    Und wird womöglich nach und nach ins Fediversum wechseln, einfach weil es weniger nervt.

    Bei Büchern ist das noch viel deutlicher. Die Verlage können Werbung für ihre Bücher machen wie sie wollen, die Leser entscheiden selber, was sie lesen wollen.

    Und wir hier im Blog leben auch von der Qualität der eigenen Beiträge. Wenn das alles nix wäre, wären wir einfach woanders unterwegs.

    Und auch KI muss Qualität liefern, man steht nun auch in Konkurrenz zu anderen KI-Anbietern wie zu ganz anderen Medien.

    Wer seine Macht zu sehr missbraucht, verliert auch seine Leser. Interessante Gedanken breiten sich dagegen öfter von selber aus.

    Wenn jetzt Elon Musk seine gekaufte Washington Post zugrunde richtet, ist das nicht nur teuer, die verlorenen Leser werden sich auf die Suche nach Alternativen machen.

    Die digitalen Möglichkeiten eröffnen eben Räume, die die Menschen gerne nutzen. Man kann nicht nur selber Beiträge leisten, man findet auch immer schneller, was man sucht.

    • Vielen Dank und volle Zustimmung, @Tobias 🙏

      Noch kann uns niemand zwingen, unsere Aufmerksamkeit und unser Geld bestimmten Konzernmedien zu schenken. Es liegt letztlich auch an uns selbst – weswegen ich die hier gebloggte Kritik an der Publikative als „Medienmacht“ bewusst auch mit positiven Empfehlungen verbunden habe.

      Es ist ja klar, dass es nicht so einfach ist, die medienpsychologischen Manipulationen bis hin zum algorithmischen Neurohacking zu erkennen – aber unmöglich ist es auch nicht. Als ich 2019 meinen privaten Facebook-Account löschte, galt dies noch als so mutig, dass es im ZDF und SWR gesendet wurde:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-ich-facebook-und-instagram-verlasse-gedanken-zur-medienethik/

      Schon heute, wenige Jahre später, spielt Facebook unter jungen Menschen praktisch keine Rolle mehr. Und immer mehr Abgeordnete erkennen, dass auch die europäische Jugend einen Schutz vor Meta, TikTok, X & Co. verdient.

      Mit großem Interesse und auch Spenden verfolge ich die Entwicklung fediversaler und freier Medien, die sich etwa über Vereine oder Genossenschaften organisieren. Als ich der Straßenzeitung „Trott-War“ 2021 ein Interview gab, sorgte das für einiges Naserümpfen – aber auch für eine erhebliche Wirkung!

      https://trott-war.de/im-gespraech-mit-dem-antisemitismusbeauftragten-dr-michael-blume/

      Auch mit diesem Blog, meinen Pod- und Videcasts, meinem täglichen „Tässle Kaffee“ auf Mastodon, meinem „Solarpunk“-YouTube-Kanal und meiner Bereitschaft, gerade auch kleineren Medien zur Verfügung zu stehen, versuche ich, schon heute für eine bessere Publikative von morgen zu wirken.

      So sprach ich beispielsweise im Verschwörungsfragen-Podcast auch mit dem Karlsruher Präsidenten des Oberlandesgerichtes (OLG), Jörg Müller, über die Bedeutung der Gewaltenteilung, insbesondere Judikative und Publikative:

      https://verschwoerungsfragen.podigee.io/66-neue-episode

      Oder hier, ebenfalls in „Verschwörungsfragen“, mit Josephine Ballon von HateAid über die Gefahren digitaler Gewalt und die Versuche der US-Regierung Trump, die europäische Rechtsstaatlichkeit zu schwächen:

      https://verschwoerungsfragen.podigee.io/67-neue-episode

      Bewusst sind diese und viele weitere Angebote so gehalten, dass sie für die Interessierten kosten- und barrierefrei, auch ohne jede Anmeldung zugänglich sind.

      Den vielleicht stärksten Impact meiner bisherigen Bücher erzielte wohl „Islam in der Krise“ (das ebenfalls als Hörbuch verfügbar ist) und als Artikel „Die libertäre Verschwörungsmythologie des Geldes“ – eigentlich ein Text für einen Sammelband zu Querdenken – in der ZEIT:

      https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-04/querdenken-verschwoerer-mythologie-bargeld-antisemitismus-michael-blume

      Ich war gerne mit der Zweitveröffentlichung einverstanden, zumal ich die ZEIT schätze und lese – bestand aber darauf, dass der Artikel dauerhaft präsent bleibt und nicht hinter einer Paywall verschwindet.

      Niemand kann alles, aber wir alle können etwas verändern. Daher auch Dir Dank für Dein Interesse und Deine Mut-machenden Drukos! 🙏🙌

  5. Habe nun einmal die japanische KI-Anwendung Felo.ai für eine Zusammenfassung meiner Positionen zu fossilen Konzernmedien und zur Bedeutung der Publikative gepromptet. Und bin – mit einer Ausnahme – echt beeindruckt:

    Dr. Michael Blume kritisiert „fossile Konzernmedien“ nicht pauschal wegen ihrer technischen Verbreitungsform, sondern wegen der strukturellen Interessen, die hinter stark von fossilen Geschäftsmodellen und Werbeeinnahmen abhängigen Medien stehen können. Die „Publikative“ erscheint ihm dagegen als wichtig, weil sie Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, selbst Informationen einzuordnen, Gegenöffentlichkeiten zu bilden und demokratische Debatten unabhängiger von etablierten Macht- und Besitzstrukturen zu führen.

    ## Warum fossile Konzernmedien problematisch sein können

    Blumes Kritik lässt sich aus seiner allgemeinen Analyse des Fossilismus und seiner Medienkritik erklären:

    – **Ökonomische Abhängigkeit:** Medienkonzerne können mit Unternehmen und Anzeigenmärkten verflochten sein, die vom fossilen Wirtschaftsmodell profitieren. Dadurch können langfristige ökologische und gesellschaftliche Folgen gegenüber kurzfristigen Profiten in den Hintergrund treten.

    – **Konzentration von Deutungsmacht:** Große Medienhäuser entscheiden, welche Themen sichtbar werden, welche Stimmen Zugang erhalten und welche politischen Konflikte als relevant gelten. Das kann öffentliche Debatten verengen.

    – **Verzerrte Zukunftsperspektive:** Fossile Geschäftsmodelle beruhen häufig auf zentralisierten Strukturen, hohen Kapitalinteressen und langfristiger Bindung an Öl, Gas oder Kohle. Blume verbindet solche Strukturen mit autoritären Machtmustern und kritisiert, dass fossile Lobbygruppen aus kurzfristigen Profiten die Zukunft Europas und Deutschlands geschwächt hätten.[8]

    – **Unzureichende demokratische Kontrolle:** Wenn Medien wirtschaftliche Interessen nicht transparent machen oder politische Einflussnahme nicht ausreichend offenlegen, können Bürgerinnen und Bürger schwer beurteilen, wessen Interessen eine Berichterstattung dient.

    „Fossil“ ist bei Blume daher nicht nur eine Bezeichnung für Energiequellen. Es steht auch für ein politisch-ökonomisches System, in dem Ressourcen, Kapital und Information stark zentralisiert sind. Diese Zentralisierung kann demokratische Teilhabe erschweren.

    ## Warum die Publikative für Demokratien entscheidend sei

    Mit „Publikative“ ist über Konzernmedien hinaus auch eine digitale, partizipative Öffentlichkeit gemeint: Blogs, unabhängige Online-Medien, Podcasts, soziale Netzwerke und andere Plattformen, auf denen Bürgerinnen und Bürger selbst publizieren, recherchieren und diskutieren können.

    Ihre demokratische Bedeutung liegt für Blume offenbar in mehreren Funktionen:

    1. **Erweiterung des öffentlichen Raums:** Nicht nur große Verlage und Rundfunkanstalten können Themen setzen. Auch Einzelpersonen, Initiativen und kleinere Projekte können Gegenpositionen sichtbar machen.

    2. **Kontrolle von Macht:** Eine vielfältige Publikative kann politische, wirtschaftliche und mediale Eliten beobachten und Widersprüche öffentlich machen.

    3. **Medienethische und politische Bildung:** Blume lehrt Medienethik, bloggt und nutzt Podcasts zur Aufklärung über Antisemitismus und Verschwörungsmythen. Gerade solche Formate können Hintergründe erklären und zur Prüfung von Behauptungen anregen.[7]

    4. **Demokratische Resilienz:** Demokratien benötigen nicht nur Wahlen und Parlamente, sondern auch eine Öffentlichkeit, in der Informationen überprüft, Perspektiven ausgetauscht und Machtansprüche kritisiert werden.

    5. **Begegnung unterschiedlicher Sichtweisen:** Blume betont grundsätzlich, dass Bildung nicht bloß abstraktes Wissen, sondern auch Erfahrung und Begegnung voraussetzt. Für ihn kann eine pluralistische Publikative solche Begegnungen ermöglichen, sofern sie nicht in geschlossenen Filterblasen endet.[3]

    ## Die digitalisierte Publikative ist kein Gegenmodell ohne Risiken

    Blume sieht digitale Medien zugleich als möglichen Verstärker von Verschwörungsmythen und antisemitischer Hetze. So können soziale Medien Menschen in Filterblasen radikalisieren und Feindbilder gegen Journalistinnen und Journalisten, Minderheiten oder demokratische Institutionen verbreiten.[7] Die Publikative ist deshalb nicht automatisch demokratisch.

    Entscheidend sind vielmehr:

    – transparente Quellen,
    – journalistische Sorgfalt,
    – Widerspruch und Korrekturmöglichkeiten,
    – Medienkompetenz,
    – Schutz vor Hass und gezielter Desinformation,
    – eine möglichst vielfältige und nicht vollständig konzernabhängige Medienlandschaft.

    ## Schlussfolgerung

    Blumes Gegenüberstellung lautet im Kern:

    **Fossile Konzernmedien können bestehende wirtschaftliche und politische Machtkonzentrationen stabilisieren; eine unabhängige, pluralistische Publikative kann diese Macht öffentlich kontrollierbar machen.**

    Für die Zukunft von Demokratien ist sie deshalb wichtig, weil demokratische Selbstbestimmung auf informierte Bürger, vielfältige Öffentlichkeit und die Möglichkeit angewiesen ist, etablierte Deutungen kritisch zu hinterfragen. Sie bleibt aber nur dann demokratisch produktiv, wenn sie nicht selbst von Desinformation, Verschwörungsmythen und digitalen Filterblasen dominiert wird.[7][10]

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Blume
    [2] https://www.iclrs.org/blurb/michael-blume/
    [3] https://www.studienstiftung.de/portraets-interviews/michael-blume-wir-brauchen-wieder-einen-bildungsbegriff-der-sich-seiner-juedischen-christlichen-und-humanistischen-wurzeln-bewusst-ist
    [4] https://www.cnas.org/publications/reports/rising-to-the-china-challenge
    [5] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/kurze-geschichte-fossiler-konzernmedien-und-ihr-schicksal-in-der-polykrise/
    [6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/konkurrenz-konkordanz-oder-konsensdemokratie-meine-heutige-duale-rede-bei-der-stiftung-weltethos-uni-tuebingen/
    [7] https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/nachrichten/73872
    [8] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
    [9] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/alle-beitraege/michael-blume-stuttgart-haelt-zusammen
    [10] https://www.paritaet-bw.de/aktuelles/desinformation-verschwoerungsmythen-als-gefahr-fuer-demokratie-und-sozialstaat
    [11] https://www.juedische-allgemeine.de/politik/unterstuetzung-fuer-michael-blume/
    [12] https://www.gew-bw.de/stuttgart/mitglieder-im-ruhestand/michael-blume-antisemitismus-und-rassismus
    [13] https://www.cnas.org/publications/commentary/digital-threats-to-democracy-comfortably-numb
    [14] https://www.facebook.com/ScienceNaturePage/posts/the-worsening-climate-crisis-is-not-an-unavoidable-natural-tragedy-but-a-deliber/1617264073187789/
    [15] https://www.pro-medienmagazin.de/unsere-demokratie-ist-in-gefahr/
    [16] https://www.nylon.com/articles/michael-blume-governors-ball-interview
    [17] https://journal.media-culture.org.au/index.php/mcjournal/article/view/1666
    [18] https://dokumen.pub/kulturelle-bersetzer-kunst-und-kulturmanagement-im-transkulturellen-kontext-9783839434994.html
    [19] https://www.cnas.org/reports
    [20] https://www.linkedin.com/in/michael-blume-95576866
    [21] https://www.researchgate.net/publication/328617677_A_Historical_View_of_the_Pedagogy_of_Public_Speaking
    [22] https://psychosputnik.wordpress.com/category/mob-sozialismus/
    [23] https://www.boell-bw.de/de/2022/12/05/dr-michael-blume-gegenstrategien-von-seiten-der-politik-und-den-institutionen

    Diese Zusammenfassung kann ich so unterschreiben – allerdings fehlen mir die Gefahren der Blasenbildung und Thymotisierung bzw. Radikalisierung. Immerhin schlug Felo.ai jedoch von selbst den Prompt vor:

    Welche Rolle spielen Plattformalgorithmen bei der Verstärkung antisemitischer Verschwörungsmythen?

    Und hier wurde dann in der Tat genau das thematisiert:

    Plattformalgorithmen können antisemitische Verschwörungsmythen verstärken, indem sie emotionalisierende Inhalte besonders sichtbar machen, Nutzerinnen und Nutzer in Filterblasen führen und bereits vorhandene Feindbilder weiter radikalisieren. Blume beschreibt das Internet deshalb nicht nur als Verbreitungsweg, sondern als zusätzlichen Beschleuniger des Antisemitismus.[7]

    ## Verstärkung durch Aufmerksamkeit und Emotionen

    Algorithmen empfehlen häufig Inhalte, die viele Reaktionen auslösen. Antisemitische Verschwörungsmythen arbeiten mit Angst, Empörung und scheinbar eindeutigen Schuldzuweisungen – etwa mit der Vorstellung, jüdische Menschen oder angebliche „Illuminaten“ steuerten im Geheimen die Welt. Solche emotionalen Erzählungen können dadurch eine größere Reichweite erhalten als sachliche, differenzierte Einordnungen.[1][7]

    Blume kritisiert, dass politische Wahrnehmung im Internet zunehmend durch Emotionen und Verschwörungsvorwürfe geprägt werde. Dadurch gerieten überprüfbare Informationen über konkrete politische Vorgänge und das lokale gesellschaftliche Umfeld leichter aus dem Blick.[7]

    ## Filterblasen und schrittweise Radikalisierung

    Wer wiederholt bestimmte verschwörungsideologische Inhalte anklickt, kann durch personalisierte Empfehlungen zunehmend ähnliche Beiträge sehen. So entsteht eine Filterblase, in der Gegenpositionen und Korrekturen weniger vorkommen. Das Landesarchiv Baden-Württemberg fasst Blumes Position so zusammen, dass sich Menschen in sozialen Medien radikalisieren und dort unter anderem Jüdinnen und Juden, Journalistinnen, Ärzte und demokratische Akteure für gesellschaftliche Krisen verantwortlich machen.[4]

    Blume zufolge werden dadurch nicht zwingend mehr Menschen zu Antisemiten. Diejenigen, die bereits empfänglich sind, können sich jedoch in „hasserfüllten Netzblasen“ stärker verfestigen und radikalisieren.[2]

    ## Verbindung alter Mythen mit neuen Medien

    Die Plattformen erfinden die antisemitischen Verschwörungsmythen nicht unbedingt neu. Sie geben alten Stereotypen jedoch neue Formen, neue Zielgruppen und eine potenziell globale Reichweite. Blume weist darauf hin, dass antisemitische Vorstellungen bei jedem Auftreten neuer Medien besonders stark aufbrechen konnten; im Internet können sie sich nun schnell vervielfältigen und dauerhaft in digitalen Gemeinschaften halten.[1]

    Dabei werden traditionelle Feindbilder sprachlich angepasst: An die Stelle früherer Behauptungen über „Juden und Freimaurer“ treten beispielsweise Erzählungen über „Zionisten“, „Illuminaten“ oder andere angebliche geheime Machtgruppen.[1]

    ## Übergang von Online-Hass zu realer Gewalt

    Ein weiteres Risiko besteht darin, dass digitale Radikalisierung nicht auf den virtuellen Raum beschränkt bleibt. Blume beobachtet, dass antisemitische Beschimpfungen und Verschwörungsmythen zunächst vor allem im Internet zunahmen, der Hass anschließend aber auch auf die Straße übergreifen könne.[2] Algorithmen tragen dabei nicht allein die Verantwortung; sie können jedoch die Sichtbarkeit, Wiederholung und Vernetzung entsprechender Inhalte erhöhen.

    **Zusammengefasst:**

    Plattformalgorithmen wirken als Verstärker, wenn sie emotionalen und bereits polarisierenden Inhalten hohe Aufmerksamkeit verschaffen, Nutzer in einseitige Netzwerke führen und antisemitische Deutungsmuster durch Wiederholung normalisieren. Sie erzeugen den Antisemitismus nicht aus dem Nichts, können aber seine Verbreitung, Verfestigung und Radikalisierung erheblich beschleunigen.[4][7]

    [1] https://www.deutschlandfunkkultur.de/religionswissenschaftler-michael-blume-antisemitismus-100.html
    [2] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/michael-blume-ueber-antisemitismus
    [3] https://www.domradio.de/artikel/eine-umgedrehte-religion-religionswissenschaftler-blume-analysiert-verschwoerungsmythen
    [4] https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/nachrichten/73872
    [5] https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/tiktok-intifada-algorithmus-verbreitet-israel-hass-100.html
    [6] https://www.deutschlandfunk.de/verschwoerungsmythen-das-boese-in-uns-selbst-100.html
    [7] https://www.heise.de/news/Beauftragter-Blume-Das-Internet-radikalisiert-den-Antisemitismus-4514997.html
    [8] https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/zentrum-fuer-islamische-theologie/aktuelles/newsletter/newsletter-archiv/2019/1/studium-und-lehre/antisemitismus-und-verschwoerungsmythen-in-deutschland/
    [9] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/meldung/pid/die-meisten-angriffe-passieren-im-internet
    [10] https://www.mpg.de/26896249/social-media-algorithmen-beeinflussen-was-menschen-glauben
    [11] https://www.paritaet-bw.de/aktuelles/desinformation-verschwoerungsmythen-als-gefahr-fuer-demokratie-und-sozialstaat
    [12] https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/576967/digitale-gewalt-rechtsextreme-hasskampagnen/
    [13] https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/live-podcast-michaelblume/
    [14] https://scholarworks.brandeis.edu/esploro/outputs/newspaperArticle/There-is-a-lot-of-antisemitic/9924206182401921
    [15] https://www.bmi.gv.at/magazin/2026_01_02/07_radikalisierung.html

  6. Vor der letzten Landtagswahl in Bayern beschäftigten sich die CSU, die Freien Wähler und die AfD mit Themen, welche die Wähler interessierten: Wohnen, Heizen, Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeitsplätze, Asylanten, …
    Die SPD, FDP und die Grünen beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit Hubert Aiwanger. Das war beste Werbung für Aiwanger und die Freien Wähler.

    Die Themenwahl schlug sich deutlich im Wahlergebnis nieder.

    Offenbar haben Politiker und Medien nichts daraus gelernt, denn statt sich mit den Problemen zu beschäftigen und Lösungen dazu vorzustellen, welche die Menschen wirklich interessieren – beschäftigt man sich aktuell schwerpunktmäßig mit der AfD.
    D.h. das ist die allerbeste Wahlwerbung für die AfD und man wird heute bei den Wahlen das Ergebnis sehen.

    Es ist erschreckend, wenn man sich im politischen Teil von Nachrichtensendungen nur mit einer Partei beschäftigt: dies verzerrt die Wahrnehmung und ist beste Werbung für diese Partei.

  7. @ Michael Blume 06.09.2026, 06:04 Uhr

    Zitat: „In der Wissenschaft gilt: Wenn etwas widerlegt ist, ist es widerlegt. In der öffentlichen Debatte kann man dieselbe Behauptung hundertmal widerlegen, und sie kommt trotzdem wieder. Ein Beispiel ist die Behauptung, der Mensch verursache nur einen kleinen Teil des CO₂-Ausstoßes und könne deshalb nicht für den Anstieg in der Atmosphäre verantwortlich sein.
    Dabei ist der Anstieg des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre zu 100 Prozent menschengemacht. […]“

    Selbst wenn der Anstieg zu 100 Prozent (eine Zahl die grundsätzlich misstrauisch macht) menschengemacht wäre, aber die Folgen kann man wegen der Komplexität nicht korrekt abschätzen. Sie treten auch nicht plötzlich auf, man kann angemessen reagieren…..

    Statt sich im Sommer, sagen wir vor 5 Grad zunehmender Wärme zu schützen, wäre es umgekehrt viel schwieriger (für die Masse der Bevölkerung, die andere Probleme hat als den Klimawandel) sich im Winter vor minus 20 Grad in den Wohnungen, vor der Kälte zu schützen…..

    Es ginge, umgekehrt drum, würde man mit absoluter Konsequenz, die fossilen Heizungen und auch den Straßenverkehr im Winter sofort „abdrehen“, so würden das in D, sagen wir einmal 20% der Bevölkerung nicht überleben.

    Ein Aspekt wird, ich behaupte aus psychologischen Gründen („Bußprediger Kult“), übermäßig bewertet, die harte Realität, der größte Teil der Bevölkerung hat einfach nicht das Geld ihre Heizung hinauszuwerfen um „Klimabuße zu tun“, wird einfach ausgeblendet…..

    P.S.: Es geht mir natürlich auch darum, „zu testen“, wie es aktuell um die freie „Meinungsäußerung“ steht….

    • Danke, @Realo – aber: Nein.

      Sie waren ja nach eigenen Angaben von Beruf „Techniker“, haben Wohneigentum und seien kinderlos. Auch Sie hätten also schon vor vielen Jahren den Umstieg auf post-fossile Friedensenergien vollziehen können, statt fossile Gewalt zu finanzieren sowie fossile Desinformation zu glauben und weiter zu verbreiten.

      Wir Blumes sind Arbeiterkinder (je ostdeutscher & türkischer Herkunft), ziehen gemeinsam drei Kinder groß und konnten dennoch bereits 2013 auf eine Wärmepumpe umsteigen, 2017 auf ein europäisches Elektroauto, das wir inzwischen ebenso wie Batteriespeicher auch aus eigener Photovoltaik-Anlage laden. Wir reduzierten auch den Konsum von Fleisch aus der verschwenderischen Massentierhaltung und konnten insgesamt nicht alles, aber doch vieles verändern.

      Bewusst sprach ich am 11. September (!) 2025 in Freiburg zu Initiativen pro Balkonsolar & Windkraft:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-rede-gegen-den-fossil-finanzierten-terror-antisemitismus-am-11-september-2025-in-freiburg-im-breisgau/

      Wenn Sie gewollt und sich ehrlich informiert hätten, hätten auch Sie die fossile Plünderung und Vergiftung unserer Mitwelt sowie die Finanzierung von Ölfluch-Regimen längst reduzieren können. Aber Sie haben sich fossil manipulieren lassen – und versuchen auch weiterhin, fossile Putin-Propaganda zu verbreiten.

      Und damit sind wir auch schon bei Ihrer weinerlichen Beschwörung von „Meinungsfreiheit“: Dies hier ist mein Wissenschaftsblog und also entscheide auch ich, was hier erscheint. Sie haben das Recht, Ihren eigenen Blog zu eröffnen. Und wir alle wissen doch, dass Putin-Tyrannophile wie Sie die Meinung aller anderen brutal unterdrücken würden, sobald Ihr an der Macht wärt. Putinisten wollen die Meinungsfreiheit benutzen, um sie abzuschaffen.

      Ich finde es wirklich schade, @Realo, dass Sie den fossilen Faschismus nicht wirklich überwunden haben, sondern sich weiterhin in der Verbreitung von Desinformation, Hass, Hetze und Rassismus versuchen. Immerhin machten Sie uns allen durch Ihre vielen Drukos recht deutlich, wie häufig sich fossile Lügner auch selbst belügen.

      Das erkenne ich durchaus an.

    • Guten Tag @Realo,

      „Es ginge, umgekehrt drum, würde man mit absoluter Konsequenz, die fossilen Heizungen und auch den Straßenverkehr im Winter sofort „abdrehen“, so würden das in D, sagen wir einmal 20% der Bevölkerung nicht überleben.“

      Es ist vielleicht hilfreich, nach Nordeuropa zu schauen und sich zu fragen, wie es sein kann, dass die Länder mit den niedrigsten Temperaturen in Europa den höchsten Anteil an Wärmepumpen haben und beim Heizen eben nicht abhängig von fossilen Brennstoffen sind.

      Hier ein Artikel von Jan Rosenow in carbonbrief.

      Dort kommt man gar zu dem Schluss,

      „that heat pumps, even at temperatures sub-zero, are two- to three times more efficient than fossil-fuel heating systems.“

      („dass Wärmepumpen, selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, zwei- bis dreimal effizienter sind als Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen.“)

      Auch interessant:

      „In June 2018, the government adopted a regulation banning the use of mineral oil (fossil oil) for the heating of buildings from 2020.“

      („Im Juni 2018 verabschiedete die Regierung eine Verordnung, die die Verwendung von Mineralöl (fossilem Öl) zur Beheizung von Gebäuden ab 2020 verbietet.“)

      Es wäre sicherlich spannend, weiter (u.a. hier um Dialog?) zu erforschen, warum ein solcher Beschluss in Norwegen, damals unter einer konservativ-bürgerlichen Regierung (der auch eine rechtspopulistische Partei, die Fortschrittspartei, angehörte), angeführt von Erna Solberg, erfolgreich gefasst und zur Umsetzung gebracht werden konnte, während ein solches Unterfangen in Deutschland unter einer Regierung mit Beteiligung von Grünen und Sozialdemokraten Schiffbruch erlitt (in, um im Bild zu bleiben, einem medialen und gesellschaftlichen Sturm der Entrüstung und der Desinformation, womit wir wieder beim Thema dieses Blogposts wären).

      • Vielen Dank für Deinen wichtigen Hinweis auf Norwegen, lieber @Peter

        Da auch dieses Land eine Demokratie ist, die sich von Putin nicht einschüchtern lässt, wird sich die Begeisterung von @Realo wohl in Grenzen halten… 🤭

        Dass aber viele Wohlhabende für sich selbst längst die Vorteile post-fossiler Technologien nutzen, zeigte auch der damalige FDP-Bundesvorsitzende und Minister Christian Lindner 2023 in den Verhandlungen zum Heizungsgesetz:

        Auf der Fraktionsebene des Bundestags kam es am Dienstag zum Showdown, Kanzler Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) schalteten sich in die Verhandlungen mit den Fraktionsspitzen ein, um der Sache zum Durchbruch zu verhelfen.

        Mit einem Seitenhieb auf die Grünen und deren vergebliches Bemühen, ihre Parteizentrale mit einer Wärmepumpe auszustatten , sagte FDP-Chef Christian Lindner am Abend: »Der Unterschied zwischen den Grünen und mir ist: Die doktern seit drei Jahren an ihrer Wärmepumpe rum. Meine zu Hause läuft schon.«

        https://www.spiegel.de/politik/deutschland/christian-lindner-frotzelt-ueber-die-gruenen-nach-einigung-beim-heizungsgesetz-a-18b87352-b55c-4a00-af7e-bde8c1e58efb

        Auch Putin verachtet ja jene westlichen Fossilisten, die sich von russischem Erdöl und Erdgas abhängig gemacht haben. Die fossilen Einnahmen hat er genutzt, um Russland zu unterwerfen und blutige Kriege in Tschetschenien, der Ukraine, Syrien usw. zu führen.

        Der Fossilismus tötet – auch den Verstand.

  8. Der Analyse über den Einfluss des Mediensystems stimme ich gerne zu. Was ich für wenig hilfreich halte, sind moralische und ethische Appelle an die Akteure.

    Wenn Demokratie von Medien gefährdet werden kann, liegt es meines Erachtens an den Strukturen im demokratischen / politischen System selbst.

    Menschen informieren sich am besten gegenseitig und im direkten persönlichen Kontakt. Das haben Psychen evolutionär so gelernt. Ich gehe nicht davon aus, dass evolutionäre Entwicklung von Psychen mit der technischen und medialen Entwicklung im Gleichtakt erfolgt.

    Ein demokratisch funktionierendes politisches System muss diesen natürlichen Einschränkungen gerecht werden. Es muss einen direkten und persönlichen Kontakt zwischen verschiedenen Menschen künstlich herstellen können und nicht darauf vertrauen, dass Medien diese Lücke schließen. Nur der direkte Kontakt unter Menschen kann den natürlichen Kräften zur Blasenbildung entgegenwirken.

    Dass es in unseren Großgesellschaften dazu spezielle und aufwendige politische Methoden braucht, liegt in der Natur der Sache.

    • Danke, @Peter Madlener – da stimme ich Ihnen inhaltlich durchaus zu. Wobei mir nicht klar ist, inwiefern Ihre Forderung, die Politik solle „einen direkten und persönlichen Kontakt zwischen verschiedenen Menschen künstlich herstellen können und nicht darauf vertrauen, dass Medien diese Lücke schließen“ nun nicht zur Kategorie „moralische und ethische Appelle“ zu zählen wäre.

      Wollen Sie wirklich ein Staatswesen, dass Menschen dazu zwingt, sich ohne Medien direkt zu begegnen? Inwiefern wäre dies noch freiheitlich? Und nutzen Sie nicht auch selbst gerade das Medium (m)eines Blogs, um über weite Entfernungen zu kommunizieren?

      Die Utopie einer herrschaftslosen Unmittelbarkeit finden wir schon beim Anarchisten Michail Bakunin, der nicht zufällig in antisemitischen Verschwörungsglauben abstürzte.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/michail-bakunin-1814-1876-anarchismus-und-antisemitismus/

      Über den Anarchosyndikalismus und Sozialdarwinismus führt hier auch ein starker Strom zu den heute fossilistischen Rechtslibertären bis in Politik und Medien hinein.

      Entsprechend habe ich auch heute Morgen nochmal dazu auf Mastodon gepostet:

      Habe gerade in der Diskussion über die Bedeutung des Mediensystems / der Publikative für politische Themensetzungen ein Zwischenfazit gezogen:

      „In größeren Republiken wird Aufmerksamkeit nicht einfach abgerufen, sondern medial und politisch Richtung Hass und Hetze gesteuert. Und zwar meist zugunsten bereits reicher & überreicher Menschen und weg von den realen Problemen…“

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117222137593871316

      Entsprechend gehe ich davon aus, dass wir – wie ja auch heute mit Bezug auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und ihre Auswirkungen auf die leider noch immer fossil orientierte Bundespolitik eine längere Krise der größeren Nationalstaaten erleben werden. Ein kaputtes Mediensystem reißt große Politiksysteme mit in die Abgründe.

      Sehr bewusst habe ich dagegen sowohl hier auf dem Blog wie auch auf Mastodon den neuen WDR-Podcast zur ältesten und zugleich kleinsten, gewaltenteiligen und demokratischen Republik der Menschheit San Marino empfohlen.

      https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-san-marino-standhaft-gegenueber-napoleon-frei-ueber-jahrhunderte-100.amp

      Ich denke systemisch, dass kleinere, föderale oder gar unabhängige Republiken besser in die post-fossilen Zustände finden werden als die übergroßen Fossil-, Zentral- und Industriestaaten des 19. Jahrhunderts.

  9. @Realo 06.09. 09:33

    „Ein Aspekt wird, ich behaupte aus psychologischen Gründen („Bußprediger Kult“), übermäßig bewertet,…“

    Man will ja wenn möglich nicht Teil des Problems, sondern lieber Teil der Lösung sein. Soweit man es kann, aber nur.

    „… die harte Realität, der größte Teil der Bevölkerung hat einfach nicht das Geld ihre Heizung hinauszuwerfen um „Klimabuße zu tun“, wird einfach ausgeblendet…..“

    In 3 Jahren bekomme ich hier Fernheizung auf Basis von Industrieabwärme. Und das wird vermutlich deutlich billiger werden als meine derzeitige ziemlich alte Gastherme. Zumindest ein Bekannter ist da schon angeschlossen, und der zahlt jetzt weniger als vorher.

    In 8 Jahren gibt es dann PV auf unseren Dächern meiner Wohnungsbaugesellschaft, warum so spät, ist mir nicht genau bekannt. Vermutlich gibt es da noch rechtliche Probleme, wenn Strom vom Dach eines Hauses auch die Nachbarhäuser mitversorgen müsste.

    Billiger dürfte auch das werden. Mit Buße hat das kaum was zu tun, das ist einfach gute Technik, die nicht nur das Klimaproblem und das Putinproblem entschärft, sondern auch noch kostengünstig dabei ist.

    Ein E-Auto brauche ich jetzt nicht. Ich bin nicht viel unterwegs, und mache die meisten Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Weniger Fleisch wäre auch noch interessant, aber ich esse sehr gerne gut, und da muss ich erst mal noch meine Kochkünste mit mehr Hülsenfrüchten erweitern.

    Buße ist auch das nicht, sondern einfach nur Vernunft. Die am Ende sogar lecker sein kann. Man muss sich nur kümmern, und gucken, wie man es machen kann.

  10. @Michael 06.09. 12:00

    „Ich denke systemisch, dass kleinere, föderale oder gar unabhängige Republiken besser in die post-fossilen Zustände finden werden als die übergroßen Fossil-, Zentral- und Industriestaaten des 19. Jahrhunderts.“

    Wenn die Lobbyisten in allen 15 Bundesländern einzeln die Verlängerung des Gas- und Ölverbrauchs fördern müssten, hätten die entsprechend 15 mal so viel Arbeit damit?

    Und man sieht dann auch Nachbarländer, die längst weiter sind, und wünscht sich das dann auch.

    Die Konsequenz wäre, dass der Bund Kompetenzen an die Länder und die EU abgeben sollte, um entsprechend weniger Unheil anzurichten. Also die Energiepolitik an die Länder und die Verteidigung an die EU abgeben. Auch da behindert Kleinstaaterei eine effektivere Verteidigung, die mit weniger Geld mehr Wirksamkeit erzielen könnte.

    Im Kriegsfall müssen wir gemeinsam ran, besser ist, wir können das dann auch.

  11. Guten Tag @ Peter Gutsche.

    Ich halte Sie für einen sehr sensiblen Menschen und ich könnte Sie mit meiner Art, besser meinem „sehr großen Mundwerk“ betroffen gemacht haben. Weil ich z.B. grundsätzlich auch für „vergleichende Verhaltensforschung“ zwischen Mensch und Tier, als ein hochentwickeltes, modernes, wissenschaftliches Feld der Forschung, bin.

    Ihre Bedenken könnten auch in einen Zusammenhang mit den drei „großen tiefenpsychologischen Kränkungen“ des Menschen nach Freud stehen (Kopernikanische Kränkung, Darwinistische Kränkung, Freudsche Kränkung)

    Zitat: „Es ist vielleicht hilfreich, nach Nordeuropa zu schauen und sich zu fragen, wie es sein kann, dass die Länder mit den niedrigsten Temperaturen in Europa den höchsten Anteil an Wärmepumpen haben und beim Heizen eben nicht abhängig von fossilen Brennstoffen sind.“

    In der Tat, beim Heizen sind z.B. die Norweger nicht abhängig von fossilen Brennstoffen. Allerdings ist der Reichtum der Norweger mit den riesigen Öl/Gasfeldern in der Nordsee zu begründen.

    Anders als viele andere Ölstaaten, hat Norwegen das Geld nicht sofort verprasst. Der Staat legte einen Großteil der Einnahmen in einem riesigen Staatsfonds an. Das Geld wird weltweit in Aktien, Anleihen und Immobilien investiert. Die Gewinne daraus sichern den Wohlstand und das soziale Netz des Landes.

    Norwegen hat den sogenannten „Rohstoff-Fluch“ vermieden. Strenge Regeln, Transparenz und geringe Korruption sorgen dafür, dass der Reichtum der Bevölkerung und dem starken Sozialsystem zugutekommt und nicht nur einer kleinen Oberschicht.

    Sie nutzen hauptsächlich elektrischen Strom aus Wasserkraft und sind letztlich der Welt auf fast allen Gebieten überlegen, protzen nicht damit, sind nüchtern denkende Menschen, haben beste „Sozialinstinkte“, halten zusammen und sind Vorbild für die ganze Welt….

    Z.B. in Österreich haben die Grünen als erstes ausgerechnet die Wasserkraft (Donaukraftwerke, ….) „abgedreht“. Danach die Inbetriebnahme eines neuen AKW aus lauter „Rechthaberei“ verhindert und die deutschen Grünen haben sie „nachgeäfft“.

    Deutschland ist „Weltmeister“ in Rechthaberei und der inneren Spaltung des Landes…. Je verrückter eine Idee ist, desto mehr wird sie als „Lösung ins Spiel gebracht“…. Die Medien steigern ihre Auflage, wenn sie das „verrückte Theater“ auch noch „breit treten“….

    Das wäre eine schlichte, ganz einfache Erklärung der Unterschiede.

    Die Sozialdemokraten haben sich von den Grünen am „Nasenring“ vorführen lassen und wollten auch noch „grüner als die Grünen“ sein, bei jeder „Schnapsidee“ (z.B. ungesteuerte Zuwanderung)….

    Kanada, Australien, früher auch die USA, haben sich sorgfältig ihre für die Wirtschaft benötigten Einwanderer ausgesucht.

    Jetzt suchen sich Zuwanderer das Land mit den höchsten „Sozialleistungen“, möglichst ohne Arbeiten zu müssen, aus…..

    • Guten Morgen @Realo,

      so ganz kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen.

      Den norwegischen Staatsfond kenne ich, der ist aber doch jetzt kein Argument gegen die Aussage, dass fossile Energieträger zum Heizen nicht notwendig sind.

      Zu:
      „Z.B. in Österreich haben die Grünen als erstes ausgerechnet die Wasserkraft (Donaukraftwerke, ….) „abgedreht“. Danach die Inbetriebnahme eines neuen AKW aus lauter „Rechthaberei“ verhindert und die deutschen Grünen haben sie „nachgeäfft“.“

      Soweit ich informiert bin, waren die Grünen in Österreich nie in die Abschaltung bestehender Wasserkraftwerke beteiligt. Richtig ist, dass die Grünen in Österreich sich mehrmals kritisch gegenüber bestimmte neue Wasserkraftprojekte (z.B. in der Steiermark) positioniert haben, u.a. leistete eine gesellschaftlich breit aufgestellte ökologische Bewegung in den 1980ern auch mächtigen Widerstand gegen ein neues Kraftwerk an der Donau (worauf Sie vermutlich hinauswollten).

      Meines Wissens wurde die Inbetriebnahme des einzigen österreichischen Kernkraftwerkes (Zwentendorf) im Jahr 1978 durch eine Volksabstimmung verhindert. Die österreichischen Grünen wurden erst 1986 gegründet.
      Soweit ich weiss, war selbst die FPÖ unter Jörg Haider gegen Kernkraft. Die Grünen sind nicht an allem „schuld“.

      Mit so pauschalen Aussagen wie „Deutschland ist „Weltmeister“ in Rechthaberei“ kann ich dann wenig anfangen. Inwieweit das irgendetwas erklären sollte, erschließt sich mir nicht, zumal auf einem Wissenschaftsblog.

  12. @Tobias Jeckenburger
    06.09.2026, 13:28 Uhr

    Also die Energiepolitik an die Länder […]

    Nach diesem Wahlergebnis heute wird das wahrscheinlich erschreckend. Und da bin ich pessimistisch. Das wird uns wieder und wieder passieren solange die einen konservativ und christdemokratisch nicht auseinander halten können und die anderen ihr links sein gegen sinnlose Identitätspolitikdebatten eintauschen. Solange beide Seiten dieser Medaille nur libertäres Gedankengut EINZIG im Sinne von wirtschaftlicher Laissez-faire und rentenkassenverträgliches Ableben zu bieten haben iwrd das nur schlimmer nicht besser.
    Vom klassischen Liberalismus sind zu viele nämlich mittlerweile sehr weit entfernt. Nicht das mir noch jemand unterstellt ich hätte ein Problem mit persönlicher Freiheit.
    Entschuldigung für den Defätismus / Fatalismus.

  13. @Realo
    06.09.2026, 15:50 Uhr

    Jetzt suchen sich Zuwanderer das Land mit den höchsten „Sozialleistungen“, möglichst ohne Arbeiten zu müssen, aus…..

    Äh nein? Betrachtet man die absolute Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge und Asylsuchenden, führt die Türkei die Liste an.
    Guck Dir einfach mal Kolumbien, die Türkei, Uganda, Iran an. Das Ergebnis könnte verstörend sein… 😎

  14. @Realo 06.09. 15:50

    „Sie nutzen hauptsächlich elektrischen Strom aus Wasserkraft und sind letztlich der Welt auf fast allen Gebieten überlegen,..“

    Da hatten die aber auch mal Schwierigkeiten mit. Niederschläge sind weit unsicherer als Sonne und Wind. Es hat in Norwegen mal über etliche Monate kaum geregnet, und flächendeckend vielen die meisten Wasserkraftwerke aus. Man musste Betriebe schließen, und die vielen Elektroheizungen waren nicht mehr spottbillig, sondern richtig teuer. Das war für viele nicht so solvente Norweger eine kalte Zeit.

    Man hat dann reagiert, und eine leistungsfähige Stromleitung durch die Nordsee nach Deutschland verlegt. Dass man dann von da Ersatzstrom beziehen kann, und zugleich kann man damit die meiste Zeit günstigen Strom aus Wasserkraft nach Deutschland verkaufen.

    Was Norwegen mit seinem Staatsfond noch vor hat, ist mir recht unklar. Wie wäre es mit der Förderung einer europäischen Offensive für freie Software für so ziemlich alles? Oder ganz akut Investitionen in die europäische Drohnenstreitmacht?

    @Uli Schoppe 06.09. 20:09

    „Nach diesem Wahlergebnis heute wird das wahrscheinlich erschreckend. Und da bin ich pessimistisch.“

    Ist klar, dass wenn die AfD generell die CDU ablöst, dann brauchen die Fossilen Konzerne gar keine Lobbyisten mehr. Die Lobbyisten hätten es aber vermutlich deutlich schwerer, wenn nicht der Bund, sondern die Länder für die Energiepolitik zuständig wären. Dann müssten die sich um 15 Landesregierungen kümmern müssen. So wie es jetzt läuft, kann man sich ganz auf den einen Koalitionsausschuss der Bundesregierung konzentrieren. Noch nicht mal den Bundestag braucht man dafür. Und auch die Parteibasis der Regierungsparteien ist da ziemlich weit weg.

    Ich gehe hier jetzt natürlich mittelfristig von eher weniger Wahlerfolg der AfD aus, wie in dieser Wahl jetzt.

  15. Guten Morgen @ Peter Gutsche

    Zitat: „so ganz kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen.
    Den norwegischen Staatsfond kenne ich, der ist aber doch jetzt kein Argument gegen die Aussage, dass fossile Energieträger zum Heizen nicht notwendig sind.“

    In Norwegen selbst sind fossile Energieträger zum Heizen nicht notwendig, weil sie schon vorher voll auf Wasserkraftwerke gesetzt haben. Dazu haben sie ideale Bedingungen.

    Wasserkraft ist in Norwegen so dominant, weil das Land einzigartige geografische Voraussetzungen, extrem hohe Niederschläge, tiefe Fjorde und große Höhenunterschiede hat. Seit über 100 Jahren wird Wasserkraft, ungestört von politischen „Querschüssen“, bevorzugt. Die politische Stabilität und ihre sachliche, Ziel orientierte „Denke“ hat dazu beigetragen und das begeistert mich.

    Meiner Meinung nach sind die „Seenlandschaften ästhetisch schön“ und vor allem ein fast unerschöpfliches Wasserreservoir für die Überwindung von Trockenperioden…..

    Bei den fossilen Energien haben sie auch ihre Chancen (Krieg in Europa) voll genutzt, sind mit Energielieferungen „eingesprungen“ und haben Gewinne sehr geschickt in ihr Sozialsystem investiert…..

    Zitat: „Soweit ich informiert bin, waren die Grünen in Österreich nie an der Abschaltung bestehender Wasserkraftwerke beteiligt.“

    Das stimmt, aber die Planung und den Bau weiterer Wasserkraftwerke haben sie aus Naturschutzgründen verweigert. Jetzt wäre es zweckmäßig, könnte man in Trockenperioden auf zusätzliche Wasserspeicher zurückgreifen…

    Zitat: „Meines Wissens wurde die Inbetriebnahme des einzigen österreichischen Kernkraftwerkes (Zwentendorf) im Jahr 1978 durch eine Volksabstimmung verhindert. Die österreichischen Grünen wurden erst 1986 gegründet.“

    Das stimmt. Aber eine gewisse Freda Meissner-Blau war eine der zentralen Gründerfiguren der österreichischen Grünbewegung, eine führende Anti-Atomkraft-Aktivistin und 1986 die erste Vorsitzende der Grünen – Die Grüne Alternative. Sie gilt als Galionsfigur der österreichischen Ökologiebewegung.

    Was sich damals im Rahmen der Volksabstimmung auf der „Politikbühne“ abgespielt haben soll, war „absurdestes Theater“.

    Derartiges gab es in Norwegen nicht, sie können ihren Wohlstand genießen, deswegen bewundere ich die Norweger…..

    Wegen der „Friedensaktivisten“ und als „Gesundheitsschützer“ habe ich die Grünen auch geschätzt. Jetzt gibt es die „Friedensaktivisten“, absurder Weise, ausgerechnet nur mehr in der AfD und auch dem BSW…..

    Ich vermute, dass sich der besondere „Oppositionskult“ als Reaktion auf die NS Ideologie in D und auch A aus psychologischen Gründen, anders als z.B. in Norwegen, besonders „ausgeprägt“ entwickelt hat. Die Opposition wurde von den Nazis brutal unterdrückt und das hat nun einmal Auswirkungen…..

    Aber eine wissenschaftlich orientierte, „sachliche Denke“ wäre angebracht…..

    Über die (psychologischen) Gründe sollte sachlich diskutiert werden…..

    • Guten Morgen, @Realo,

      vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen. Jetzt kann ich der Argumentation besser folgen und auch teilweise zustimmen.

      Ich denke nur, dass man bei Erneuerbaren immer wieder Natur- und Landschaftsschutz und Klimaschutz miteinander abwägen muss. Und das tut man ja auch! Auch un Deutschland oder Österreich. Bei der Planung neuer Wasser- oder Windkraftwerke muss der Landschaftsschutz immer mit abgewogen werden, und das wird ja auch gemacht. Daher ist Entweder-Oder fehl am Platz.

      Insofern stören mich immer noch pauschale Zuweisungen und den-Schwarzen-Peter-Zuschieben. Sie scheinen sich irgendwie auf Grünen eingeschossen zu haben. Das ist schade. Ich bin selbst Mitglied der Grünen und erlebe dort fast ausnahmslos rational geleitete und abwägende Dialoge.

      Auch halte ich nichts von einem „die Norweger“ gegen „die Deutschen“ aufwiegen. Ich habe viele Jahre lang im internationalen Umfeld gearbeitet und habe täglich mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gut zusammen gearbeitet. Da gab es nie ein „die (Nationalität) sind so oder so“. Vielleicht liegt mir solches Gruppendenken auch daher fern und ist mir unbekannt.

  16. @ Tobias Jeckenburger 07.09.2026, 00:01 Uhr

    Zitat: „Da hatten die aber auch mal Schwierigkeiten mit. Niederschläge sind weit unsicherer als Sonne und Wind. …..
    Man hat dann reagiert, und eine leistungsfähige Stromleitung durch die Nordsee nach Deutschland verlegt. Dass man dann von da Ersatzstrom beziehen kann, und zugleich kann man damit die meiste Zeit günstigen Strom aus Wasserkraft nach Deutschland verkaufen.“

    Das sehe ich genau so. Die Norweger haben eben die Komplexität des Geschehens erkannt und die Probleme zum allgemeinen Nutzen erfolgreich gelöst.

    Mit dem Staatsfond wollen sie offensichtlich ihr Sozialsystem sichern. Bei uns sollten eben Gewinne aus Computer, Robotik, KI…. auch in eine Art „Staatsfond“ eingebracht werden um auch unserer Sozialsystem und den Wohlstand abzusichern….

    Das sollte jedenfalls vom „Volk“ mehr geschätzt werden, als der Ratschlag, länger arbeiten zu müssen, obwohl weitaus zu wenig Arbeitsplätze für die „Alten“ existieren…. Die Leute werden sozusagen „verrückt gemacht“ und können gar nicht anders, als am Wahltag „abzurechnen“….

    Wegen der besonders D drohenden „Atomkriegsgefahren“ wäre es eher angebracht nicht zu sehr zu „zündeln“…. Die „Brandgefahr“ könnte größer als vermutet sein????

    „Nachher“ ist alles zu spät…..

    • @Realo

      Meine Güte, bei jedem Blogpost kriecht Ihre feige Putin-Tyrannophilie wieder ans Tageslicht.

      Sie schrieben:

      „Wegen der besonders D drohenden „Atomkriegsgefahren“ wäre es eher angebracht nicht zu sehr zu „zündeln“…. Die „Brandgefahr“ könnte größer als vermutet sein????

      „Nachher“ ist alles zu spät…..“

      Norwegen ist seit 1949 Gründungsmitglied der NATO, Deutschland kam erst sechs Jahre später dazu.

      https://de.wikipedia.org/wiki/NATO

      Der Krieg geht nicht von den demokratischen Verteidigern, sondern allein von „Ihrem“ fossil finanzierten Angreifer Wladimir Putin aus. Mit Ihrem Beharren auf fossilen Gewaltenergien haben auch Sie sein Waffenarsenal wissentlich mitfinanziert, @Realo…

      Wenn Sie wirklich für Frieden & gegen den Rohstoff-Fluch wirken wollten, dann hätten Sie schon vor vielen Jahren auf erneuerbare Friedensenergien umsteigen können. Stattdessen beschuldigen Sie immer wieder nur demokratische Länder und Parteien – vor allem die Grünen – und verherrlichen fossile Faschisten.

  17. @ Realo

    Ich halte Sie nach Kant für einen nicht mündigen Bürger.
    Sie weisen nach Ihrer Art immer wieder auf Verstand und Vernunft hin, habe Sie deshalb zuletzt aber nicht mehr gelesen.
    Warum?
    Sie nutzen für Ihre Argumentation nicht empirisch belegte Fakten, sondern behaupten Ihre Meinung.
    Behauptung ist letztendlich das rhetorische Mittel der Populisten ( aktuell der Rechtspopulisten).
    Eine behaupte Realität und deren ständige Wiederholung ist Ihre aber nicht die tatsächliche Wirklichkeit.
    Eine solche behauptete Wahrnehmung wirkt auf Ihre Erfahrungen. Ihre opfernde Persönlichkeit tut ein übriges und führt zu entsprechenden Analysen und Schlüssen.
    Ich rechne es Ihnen an, dass Sie im Alter nicht dement werden wollen.
    Aber Sie haben die Neigung, wir hatten auch schon mal Drang und Zwang, angesprochen, mit Ihrer selbst zugeschriebenen Altersweisheit gehört werden zu wollen.

    [Ab hier wegen unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]

  18. @ Mussi 07.09.2026, 09:26 Uhr

    Zitat: „Ich halte Sie nach Kant für einen nicht mündigen Bürger.
    Sie weisen nach Ihrer Art immer wieder auf Verstand und Vernunft hin, habe Sie deshalb zuletzt aber nicht mehr gelesen.
    Warum?
    Sie nutzen für Ihre Argumentation nicht empirisch belegte Fakten, sondern behaupten Ihre Meinung.
    Behauptung ist letztendlich das rhetorische Mittel der Populisten ( aktuell der Rechtspopulisten).
    Eine behaupte Realität und deren ständige Wiederholung ist Ihre aber nicht die tatsächliche Wirklichkeit.“

    Ich glaube nicht (mehr) an einen „mündigen Bürger“. Das ist ein „philosophisches Konstrukt“ dass gescheitert ist.

    „Verstand und Vernunft“ sind (mehr oder weniger zweckmäßige) „Fiktionen“ an die ich natürlich auch nicht „wirklich ernsthaft“ glaube….

    Ich halte die 3 Kränkungen der Menschheit (nach Freud) und die 4. Kränkung wegen KI für real und existent.

    Der Mensch ist letztlich ein von, oft auch noch „schlechten Instinkten angetriebenes“ Wesen, dass wegen seiner begrenzten Erfahrungen, aber auch der grundsätzlichen Probleme unseres „auch auf fehlerhafte Muster“ aufbauenden Kommunikationssystems, kaum befähigt ist „Wahrheiten“ wirklich sicher zu erkennen (jedenfalls außerhalb bestimmter begrenzter Gebiete der Mathematik).

    Das „Gehirn“ (auch die KI) nutzt nicht nur oft „Fehler behaftete Muster“, sondern auch nur eine Art von „qualifizierter“ und nicht „strenger“ Logik.

    Aus Sicht der Informatiker ein schwerer Mangel, der allerdings die Probleme des „menschlichen Denkens“ und der KI gut erklärt….

    Bei der Frage der Arbeitsmöglichkeiten im Alter könnten Sie mich tatsächlich „ertappt“ haben. Ich nehme das Gejammere von Menschen wahr, die selber arbeitslos wurden und was ich als Fakt beobachten kann, tatsächlich lange ohne Arbeit herumsitzen und klagen.

    Aber ich kann nicht kontrollieren, ob sie wirklich eine realistische Arbeitsmöglichkeit hätten, die sie aus lauter Faulheit ablehnen?

    Üblicher Weise frage ich noch schnell bei der Wikipedia, allenfalls bei einer KI nach, ob ich einen „Blödsinn verzapfen“ könnte. Das habe ich, zugegeben, bei den „Arbeitslosen“ versäumt….

    Es würde mich sehr interessieren, was halbwegs die Realität ist. Vermutlich liegt sie irgendwo in der Mitte???

    Ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen „gehört“ werden wollen, es ihnen eher nicht reicht, einfach „den Mond anzubellen“….

  19. Realo,
    hoffentlich wird diese Aussagen nicht publiziert.
    „Der Mensch ist letztlich ein von, oft auch noch „schlechten Instinkten angetriebenes“ Wesen“

    So steht es nicht im Grundgesetz und auch Mussi hat nicht Recht, wenn er behauptet, du seiest unmündig.
    Das Grundgesetz kennt nur mündige Bürger.
    Und Mussi macht es sich auch (zu) leicht, wenn er behauptet nur belegte Fakten seien als Argument verwendbar, dann würde der Philosophie die Grundlage entzogen.
    Ethische Argumente lassen sich nicht belegen, die stammen direkt von Gott, man denke nur an die 10 Gebote.

    Fazit: Du und Mussi, ihr befindet euch gerade auf so einer Schwachstelle.

  20. @Realo 07.09. 11:36

    „Das „Gehirn“ (auch die KI) nutzt nicht nur oft „Fehler behaftete Muster“, sondern auch nur eine Art von „qualifizierter“ und nicht „strenger“ Logik. Aus Sicht der Informatiker ein schwerer Mangel, der allerdings die Probleme des „menschlichen Denkens“ und der KI gut erklärt….“

    Wir haben offenbar nichts anderes. Und es bleibt uns wirklich nichts anderes übrig, als es dennoch möglichst vernünftig hinzubekommen.

    Neben der Mathematik sind aber auch andere Erkenntnisse der Wissenschaft durchaus einigermaßen stimmig und da drauf können wir schon tatsächlich aufbauen.

    Die Erkenntnisse der Klimaforschung zum Klimawandel sind realitätsnah genug, dass wir da mit aller Konsequenz drauf reagieren können.

    Und die inzwischen erhältliche Grüne Technik erfüllt seinen Zweck, und wird auch noch immer bezahlbarer. Und entschärft damit nicht nur das Klimaproblem, sondern reduziert auch die Kriegskasse von unseligen Autokraten. Stellenweise ist die Grüne Technik sogar dezentraler und damit jetzt schon günstiger. Und kann noch deutlich günstiger werden.

    Das sind nun auch Fakten, die man einkaufen und hier installieren kann. Das funktioniert. Da sind wir eigentlich nicht überfordert, das können wir tatsächlich hinbekommen. Uns selbst für grundsätzlich zu doof zu halten, stimmt dann auch nicht unbedingt.

    Die Auswahl der eigenen Mediennutzung könnte da wesentlich maßgeblicher sein, als unvermeidliche Dummheit.

    • Tobias Jeckenburger Betreff: Menschenbild
      „Wir haben offenbar nichts anderes. Und es bleibt uns wirklich nichts anderes übrig, als es dennoch möglichst vernünftig hinzubekommen.“

      Das ist praktisch gedacht, Realo ist da etwas pessimistischer, Mussi gibt sich
      wissenschaftlich, man kann das vergleichen mit der Betrachtung einer alten Abwasserleitung. der alte Handwerker gegen den jungen Installateur.
      Der eine denkt, was nicht kaputt ist, soll man nicht reparieren, der andere denkt, mit einer Rohkamera wüsste man Genaueres, aber dazu ist er nicht bereit (hat er selbst gesagt, er will kein neues Fass aufmachen.)

      Was hat das jetzt mit der Publikative zu tun ?
      Auch hier geht es um die Meinungsbildung, sollen die Medien nur informieren oder sollen sie auch Einfluss nehmen auf das Geschehen, Stellung beziehen.
      Wie bei der Wasserleitung, nur untersuchen oder auch gleich reparieren ?

      Dazu braucht man Fachleute, in der Politik bräuchte man Fachleute. Das ist die nächste Schwachstelle.

  21. @ NI
    @ Mussi
    @ Tobias Jeckenburger

    Ich habe schlicht gesagt, die seit Prof. Wolf Singer üblichen Diskussionen um ein „neues Menschenbild“, um unseren angeblich „so freien Willen“, wieder einmal „angestoßen“.

    Unser traditionelles Verständnis von einem völlig frei handelnden, bewussten, vernünftigen Subjekt, wird bekanntlich durch die moderne Neurobiologie stark herausgefordert.

    Zitat: „Der Mensch ist letztlich ein von, oft auch noch „schlechten Instinkten angetriebenes“ Wesen“.

    Ungefähr zu dieser Sichtweise sind Psychologen bei ihrer alltäglichen Arbeit mit Patienten auch gekommen. Sie haben natürlich auch „Selbstschutzmechanismen“ entwickelt um mit der Situation zurecht zu kommen….

    Dass diese „problematische Realität“ so nicht im Grundgesetz stehen kann, ist natürlich naheliegend. Es werden halbwegs nützliche, traditionelle „Fiktionen“ genutzt.

    Als Reaktion auf diese Situation, „hacke ich mein neuronales System“ sozusagen selber. Sehe alles eher ironisch und sarkastisch, es amüsiert mich irgendwie. Kann mich aber, mit Autosuggestionen, fast schon wie ein Yogi, „high“ und zu einem „glücklichen“ Menschen, praktisch ohne Depressionen, machen…..

    Ob Mussi meine Sichtweise nachvollziehen kann, ist eine andere Frage. Ich habe keine Probleme.

    Es scheint klar, dass man versucht, Meinungen möglichst mit Fakten zu belegen…..

    Ethische Argumente halte ich persönlich für zweckmäßig. Nächstenliebe finde ich jedenfalls besser, als gegenseitigen Hass….

    @ Tobias Jeckenburger

    Zitat Realo: „Das „Gehirn“ (auch die KI) nutzt nicht nur oft „Fehler behaftete Muster“, sondern auch nur eine Art von „qualifizierter“ und nicht „strenger“ Logik. Aus Sicht der Informatiker ein schwerer Mangel, der allerdings die Probleme des „menschlichen Denkens“ und der KI gut erklärt….“

    Im „normalen Leben“ ist diese „Denkmethode“ flexibel und hat auch Vorteile.

    Das Problem ist, dass Menschen mit einer derart „problematischen Denke“, letztlich auch über den Einsatz von Atom/Biowaffen entscheiden, die das Potential haben die Menschheit auszurotten….

    Zitat: „Wir haben offenbar nichts anderes. Und es bleibt uns wirklich nichts anderes übrig, als es dennoch möglichst vernünftig hinzubekommen.“

    Das scheint die Realität, mit der wir zurecht kommen müssen. Aber einfach „leugnen“ sollten wir die Situation nicht…..

  22. @ Realo

    Ich mache hier mit Ihnen sicher nicht das Fass des Determinismus und Zufall, sowie das Verhältnis zwischen Natur- und Geisteswissenschaften auf.
    Dazu sind Sie zu eingefahren, zu borniert und von sich zu überzeugt.

  23. @ Mussi 08.09.2026, 05:33 Uhr

    Zitat: „Ich mache hier mit Ihnen sicher nicht das Fass des Determinismus und Zufall, sowie das Verhältnis zwischen Natur- und Geisteswissenschaften auf.
    Dazu sind Sie zu eingefahren, zu borniert und von sich zu überzeugt.“

    In der Naturwissenschaft (mit Experimenten) hat man zumindest die Chance der „Realität näher zu kommen“.

    Die Geisteswissenschaftler geraten eher in „Endlosschleifen“ und immer mehr neue Fragen tun sich auf….. als man Antworten erhält.

    Wir als Techniker waren angewiesen „zielführend“ zu arbeiten….

    Psychologiestudenten in meiner ehemaligen 68er WG haben meinen Horizont in Richtung Psychologie stark erweitert…..

    An meinem Einstiegsjob als Elektroniker habe ich besonders geschätzt, dass Fragen der Problemlösung diskutiert wurden, Experimente geplant und danach realisiert wurden. Das hat oft sofort „funktioniert“ oder „auch nicht“…..

    Man bekam „Antworten“, hat daraus bestens gelernt und konnte weiter machen….. man wurde auch persönlich immer besser…..

    Die hervorragenden Ergebnisse dieser Problemlösungsstrategie haben die Elektroniker, Informatiker, KI Leute abgeliefert……

    Allerdings wollte ich nicht nur meine Neugier befriedigen, sondern einfach mehr verdienen und habe den Job gewechselt….

    Es ist mir völlig klar, dass ich „borniert“ wirke, also engstirnig, stur, nicht bereit, neue Argumente oder Perspektiven zuzulassen bin.

    Aber deswegen, weil ich mir nichts sehnlicher wünsche, als in möglichst einfacher Sprache, mit höchster Kreativität widerlegt zu werden.

    Ganz einfach deswegen, weil ich geistig weiterkommen möchte…. das auch meinen Diskussionspartnern wünsche…..

    Ein gewisser Weg besteht demnach darin, mit kreativen Leuten (allenfalls sogar mit KI) zu diskutieren und sich gegenseitig möglichst originelle, kreative Argumente „um die Ohren zu schlagen“….

    Das nennt man auch „Brainstorming“ und früher konnten das nur „Biobrains“…..

  24. @NI 08.09. 10:49

    „Auch hier geht es um die Meinungsbildung, sollen die Medien nur informieren oder sollen sie auch Einfluss nehmen auf das Geschehen, Stellung beziehen.“

    Wer eine fundierte Meinung hat, sollte die einbringen. Und wem die fehlt, der sollte sich eine zulegen. Und da gerne auch viel Zeit investieren. Nur das hilft doch weiter.

    Jeder, der bei Verstand ist, wird doch letztlich gebraucht. Um dem Wust von Verschwörungsmythen, wo immer das möglich ist, mit soliden Argumenten entgegenwirken.

    Ich kann doch keine vernünftige Medienarbeit machen, die nicht mit meinen eigenen Überzeugungen übereinstimmt. Das gilt für alle zur Verfügung stehende Plattformen, meine ich.

    Wenn ich Teil einer Redaktion bin, freilich, kann das zu Konflikten mit Kollegen kommen. Auch da würde ich aber sagen, wer Beiträge leistet, ist erst mal selber der Autor.

  25. @ Realo

    Ach, Realo, wenn Sie nicht ständig auf ’senden‘ gepolt wären, sondern im Laufe der Jahre die Blogs und speziell die Kommentare aufgenommen hätten, dann hätten Sie längst bemerken müssen, dass Sie häufig widerlegt wurden.
    Möglicherweise nicht auf Ihre gewünschte Art, ass Sie es sofort erkennen, aber widerlegt.
    Sie können ja mal rückwärts scilogs durchforsten und schauen, wo Sie fehl laufen…

  26. @ Mussi 09.09.2026, 18:21 Uhr

    Zitat: „Ach, Realo, wenn Sie nicht ständig auf ’senden‘ gepolt wären, sondern im Laufe der Jahre die Blogs und speziell die Kommentare aufgenommen hätten, dann hätten Sie längst bemerken müssen, dass Sie häufig widerlegt wurden.
    Möglicherweise nicht auf Ihre gewünschte Art, ass Sie es sofort erkennen, aber widerlegt.
    Sie können ja mal rückwärts scilogs durchforsten und schauen, wo Sie fehl laufen…“

    Hätten Sie ein passendes Beispiel dafür?????

    Genau darauf möchte ich am Beispiel von Herrn @ Jeckenburger eingehen.
    Er sieht alles recht „realistisch“, erkennt meistens völlig zurecht, dass ich „absichtlich“ übertreibe und setzt da an.

    Ein Beispiel wäre meine „irgendwie sensationelle Kernaussage“, die ich seit Jahrzehnten in meiner „Borniertheit“, immer wieder wiederhole. Sie soll erklären, dass die „menschliche Denke“ als auch die KI „Fehler behaftet“ sind und warum.

    Zitat: „Das „Gehirn“ (auch die KI) nutzt nicht nur oft „Fehler behaftete Muster“, sondern auch nur eine Art von „qualifizierter“ und nicht „strenger“ Logik. Aus Sicht der Informatiker ein schwerer Mangel, der allerdings die Probleme des „menschlichen Denkens“ und der KI gut erklärt….“

    Diese Aussage schien vor Jahrzehnten völlig verrückt. Es wäre völlig denkunmöglich unsere „Denke“ zu durchschauen und womöglich nachzuahmen, einfach verrückt diese Aussage, besonders in „Geisteswissenschaftlichen Kreisen“, für die ein Computer einfach nur ein „Blechtrottel“ war….

    Jetzt, nach sagen wir 2 Jahren KI, ist es völlig offensichtlich:

    Herr @ Jeckenburger meint, völlig zurecht: „Wir haben offenbar nichts anderes. Und es bleibt uns wirklich nichts anderes übrig, als es dennoch möglichst vernünftig hinzubekommen.

    Neben der Mathematik sind aber auch andere Erkenntnisse der Wissenschaft durchaus einigermaßen stimmig und da drauf können wir schon tatsächlich aufbauen.“

    Ich sehe es ganz genau so. Eine scheinbar „völlig verrückte (mit Nachrichtentechnik und Informatik begründbare) These im Kopf“, mit der ich seit Jahrzehnten „herumlaufe“, ist wie von selbst, zur „Realität“ geworden….

    Sie trägt zur Erklärung bei, warum, wie im bekannten Witz, 3 Rechtswissenschaftler zu 4 unterschiedlichen „Rechtsmeinungen“ kommen können…..

    Man kann aber auch die Sache: „Krieg und Frieden“ recht unterschiedlich beurteilen, wie es die Beteiligten tun und das ist nicht ganz so „lustig“….

    Zitat: „Uns selbst für grundsätzlich zu doof zu halten, stimmt dann auch nicht unbedingt.“

    Vorteile der „traditionellen Denkmethode“, wie z.B. Flexibilität, bestreite ich nicht, allerdings sollte man sich der Probleme bewusst sein….

    Auch unser Wissen über das „Denken“ musste irgendwann auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht werden…..

  27. @ Mussi 10.09.2026, 09:51 Uhr

    Zitat: „Und wo ist da die neue oder besondere Erkenntnis?“

    Zitat Realo: „Das „Gehirn“ (auch die KI) nutzt nicht nur oft „Fehler behaftete Muster“, sondern auch nur eine Art von „qualifizierter“ und nicht „strenger“ Logik. Aus Sicht der Informatiker ein schwerer Mangel, der allerdings die Probleme des „menschlichen Denkens“ und der KI gut erklärt….“

    Dieses Zitat soll der Ausgangspunkt sein.

    Seit sich die KI in der Allgemeinheit etabliert hat, ist plötzlich „alles ein alter Hut“.

    Aber ich kann mich erinnern, bis vor wenigen Jahren galt es als verrückt, es auch nur für möglich zu halten, dass man „Denkprozesse“ jemals verstehen, geschweige künstlich nachahmen könnte.

    Der Gedanke, dass Denken, sowohl menschliches als auch maschinelles, wesentlich Musterverarbeitung ist, hat keinen einzelnen Ursprung, sondern entstand parallel in mehreren Disziplinen. Die Etablierung erfolgte sozusagen stufenweise.

    Ich persönlich hatte riesiges Glück, weil uns auf der höheren Schule, von Jesuiten, erstmals das Konzept der „Musteranalyse und Synthese“, ungefähr ab 1958 „eingetrichtert“ wurde.

    „Muster“ als Denkprinzip etablierten sich in den Geisteswissenschaften ca. (1920–1950)

    Der Gedanke, dass Logik (UND, ODER, NICHT) und sogar „qualifizierte UND- Gatter“ im Gehirn bzw. in neuronalen Netzen eine Rolle spielen, ist seit den 1940ern (W. McCulloch, Pitts, Turing) etabliert, aber erst seit den 1980–2010ern wirklich präzise verstanden.

    W. McCulloch, Turing,…., beiden ist ihre Forschung nicht gut bekommen. McCulloch verlor seinen Job, bekam sein „Gnadenbrot“ in einer Elektrofirma, Turing musste trotz höchster Verdienste im Krieg, in den „giftigen Apfel beißen“…..

    Ich war in den 1960er Jahren an einer Ingenieursschule und einige Professoren (die ihren Wehrdienst in Nazi Forschungsstätten abgeleistet haben) waren damals schon begeisterte Anhänger der Gatterlogik Theorien (im Sinne von W. MacCulloch, Pitts und Turing).

    Auch über Theorien zum „empfindenden Bewusstsein“ („Teilchendynamiken“ sollten das „Empfindungsphänomen“ bewirken) wurde diskutiert.

    Den „Neugierigen“ unter uns wurde aufgetragen, ihr „geistiges Vermächtnis“, selbstverständlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit, (man hätte uns sonst für verrückt gehalten) weiter zu geben. Das habe ich als Hobby und als geistiges Training gerne getan….

    Durch Zufall hat es mich in eine äußerst diskussionsfreudige 68er WG, auch mit Psychologiestudenten, verschlagen. Wir haben „Denkverbote“ grundsätzlich missachtet, über alles diskutiert…. Letztlich bin ich ein sehr glücklicher, stets neugieriger Mensch geworden und geblieben….

    Als Hobby habe ich Wissenschaftsredaktionen (z.B. DLF, Welt,…) und Foren, mit der Gatter Theorie nach W. McCulloch und um eigene Gedanken erweitert, „zugepflastert“….. Selbstverständlich unter verschiedenen Nicknamen….

    Auf einmal ist „Mainstream“ geworden, was vor 10 Jahren noch als verrückt galt…..

    Neu ist, dass das eher allgemein bekanntere „Musterkonzept“ und das (etwas modifizierte) „Gatterkonzept“ (der Elektroniker) zusammengeführt wurde, um besonders auch biologische „Denkprozesse“ besser, bzw. überhaupt zu verstehen.

    „Gatter“ sind sozusagen die „Brücke“ zum Verständnis der Informationsverarbeitung…..

    • @Realo

      Sie schrieben:

      „Als Hobby habe ich Wissenschaftsredaktionen (z.B. DLF, Welt,…) und Foren, mit der Gatter Theorie nach W. McCulloch und um eigene Gedanken erweitert, „zugepflastert“….. Selbstverständlich unter verschiedenen Nicknamen….“

      Das haben Sie ja auch eine Zeit lang auf meinem Wissenschaftsblog probiert: Sie versuchten, Ihre fossil-faschistischen Putin-Propaganda unter mehreren Accountnamen hier einzustellen.

      Und wahrscheinlich ist es Ihnen völlig egal, anderen aber vielleicht nicht: Ich betreibe diesen Wissenschaftsblog bewusst ehrenamtlich und nehme keinen Cent dafür. Es macht mir Freude, trägt zum dialogischen Blog-Wagenheber-Effekt bei und wird durch KI-Anwendungen sogar immer wichtiger.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hoffnung-fuer-die-wissenschaft-der-dialogische-blog-wagenheber-effekt-im-fediversum/

      Allerdings verursachen dualistische Menschen – und zunehmend auch KI-Bots – wie Sie leider einen immer höheren Aufwand an Moderation. Da ich immer verhindern werde, dass mein Blog zu einer Klowand voller tyrannophiler und fossiler Propaganda wird, nehme ich mir die Zeit, Drukos zu lesen, zu moderieren und zu beantworten. Für Sie mag das alles ein lustiges Spielchen gegen Ihre Einsamkeit und Langeweile sein. Doch diejenigen von uns, die dialogisch-monistisch an ernsthafter Wissenschaft und an Dialog interessiert sind, kostet es einfach nur Zeit. (Der Szenebegriff für Ihr Verhalten ist übrigens Zeitvampirismus.)

      Wahrscheinlich werden Sie auch diesen Druko nur wieder als Aufmerksamkeit und also Belohnung für Ihr verbittertes Endspiel deuten. Aber ich wollte Ihnen wenigstens die Chance geben, einmal darüber nachzudenken, ob es nicht sehr viel bessere Wege gäbe, mit anderen Menschen digital zu interagieren.

      Ihnen einen schönen und gerne post-fossilen Abend!

  28. @ Mussi 10.09.2026, 14:39 Uhr

    Elektronik, Informatik, Ki, aber auch psychologische Themen interessiere mich und da melde ich mich zu Wort, wenn in einem Forum darüber die Rede ist.

    Ich nehme an Sie sind eher an der Sicht der Geisteswissenschaften interessiert? Kann mich nur erinnern, dass Philosophiestudenten ehemals bei uns über Fragen der „Logik“ nachgefragt haben, weil die Logik, wenn sie mit Bauelementen der Elektronik „realisiert“ wird, wesentlich leichter verstanden werden kann, als nur auf der abstrakten Ebene.

    Wir haben uns unseren „geistigen Horizont“ gegenseitig erweitert. Ich kann mir natürlich auch gut vorstellen, dass diese „ausgefallenen Themen“ kaum jemanden interessieren…..

  29. @ Michael Blume 10.09.2026, 17:29 Uhr

    Die „Gatter Theorie nach W. McCulloch“ galt als verrückt und streng verpönt. Heutzutage gilt sie, etwas weiter entwickelt und vereinigt mit dem „Muster Konzept“, als Grundlage des Denkens und der KI….

    Das hatte große Ähnlichkeit mit den damaligen Konzepten der Elektronik und ist Elektronikern, die mehr oder weniger zufällig die Funktionsweise des Neurons erfahren haben, aufgefallen und sie konnten die grundsätzliche Funktionsweise des neuronalen Systems besser und schneller verstehen, weil sie sozusagen an die „Funktionsmuster“ gewöhnt waren…..

    Im scilog bin ich nur mit den Nicks „Realo“ oder „Elektroniker“ unterwegs. So, dass der Leser ungefähr abschätzen kann, wie man argumentieren wird…..

    Weil Sie das Thema „Putin“, jedenfalls meine Sicht, nicht mögen, möchte ich darüber nicht mehr hier diskutieren. Ich habe in der letzten Zeit weder den Ukrainekrieg, noch den Namen Putins erwähnt.

    Ich schätze doch ausdrücklich ihre unglaubliche Leistungsfähigkeit und Ihren Fleiß, diese riesigen Textmengen zu erstellen und zu antworten.

    Ich lebe seit über 20 Jahren mit einer Diagnose (die sehr viele Männer bekommen) und könnte seit dieser Zeit längst „in der Kiste liegen“. Bei mir persönlich hat das nicht gerade dazu beigetragen, ausgerechnet meine Heizung austauschen zu wollen oder meinen „Mini“…. zumal auf mich auch noch hohe Pflegekosten zukommen….

    Meine „Zunft“ verdient an den erneuerbaren Energien auch gut. Da kann ich doch nicht dagegen sein. Die „Erneuerbaren“ sind auch für mich definitiv gesünder und fortschrittlicher. Aber ich kann doch nicht Geld, in meiner Situation, mutwillig „vernichten“, wenn eher sehr bald, vermutlich alles abgerissen wird…. Die Erben würden meinen, ich wäre verrückt geworden…..

    Was man mir vorwerfen könnte wäre, dass ich eher vorsichtig bin, drohende Probleme relativ schnell erkenne und ihnen „ausweiche“.

    Wenn jemand im Forum mit mir „diskutieren“ will, freut mich das. Ich bin nicht verbittert. Telefoniere gerne mit meinen ehemaligen Berufskollegen oder Verwandten.

    Nutze mit Begeisterungen autosuggestive „Psychotricks“, fast schon wie ein indischer Yogi. Die Gesundheitsprobleme „blende“ ich recht erfolgreich, einfach aus. Dazu sehe ich mir sehr gerne, meine vielen früher in den Urlauben angefertigte „Traumvideos von Traumlandschaften“ als mein allerliebstes Hobby, an.

    Ich wünsche Ihnen, Ihrer lieben Frau und Ihrer ganzen Familie einen schönen Abend!

    • Ja, @Realo – Propaganda für einen fossil finanzierten Massenmörder wie Putin dulde ich auf meinem Blog nicht. Dass Sie trotz Ihrer Kenntnisse als „Techniker“ immer wieder jene angegriffen haben, die für erneuerbare Friedensenergien eingetreten sind, bleibt Ihre Verantwortung. Sie hätten viel zur Verhinderung von Krieg und Hochrüstung, zum Schutz der Menschen und Mitwelt beitragen können.

      Ansonsten habe ich keine Probleme damit, wenn Sie hier fair und transparent mitdiskutieren. Wenn Ihnen das gegen Einsamkeit und gesundheitliche Beeinträchtigungen hilft, dann freut mich das sogar.

      Ihnen von Herzen eine gute Nacht!

  30. @ Mussi 10.09.2026, 18:50 Uhr

    Zitat: „Wie erklären Sie den Sukzessivkontrast mit Gatter?“

    Mir ist schon öfter aufgefallen, dass Sie sich für Phänomene im Zusammenhang mit Begriffen wie z.B. „komplementär“ interessieren? Warum eigentlich?

    Für mich ist es ein Anlass für eine Art von „Kreativitätstraining“. Kann aber nicht sagen, ob ich womöglich völlig daneben liege. Es könnte durchaus von meinem „gelernten Fachgebiet“ (Nachrichtentechnik) behandelt werden.

    „Gattereffekte“ sind hauptsächlich für die Informationsverarbeitung nötig. Aber wir haben ehemals gelernt, es wurde uns im Berufsleben eines Elektronikers immer wieder bestätigt, dass es zahlreiche Nebeneffekte gibt, die auch massiv störend sein können (die aber in anderen Bereichen Haupteffekte sein können).

    Sukzessivkontrast mit logischen Gatter, warum komplementär (Überlagerung)?? Das habe ich gegoogelt, die Antwort war mir zu „metaphorisch“.Der „Sukzessivkontrast“ dürfte natürlich auch chemische Ursachen haben, wie in Google beschrieben….

    „Dynamische Komplementäreffekte“, worauf Sie vermutlich anspielen, entstehen in der Nachrichtentechnik wenn elektrische Signale an einem „nichtlinearen Bauelement“ (z.B. einem Transistor) zusammengeführt werden und sich z.B. „überlagern“.

    Wenn elektrische Signale an einem nichtlinearen Bauelement wie einem Transistor zusammengeführt werden, passiert etwas völlig anderes als bei einer einfachen, linearen Überlagerung (Interferenz). Während bei linearen Systemen die Frequenzen der Signale unverändert bleiben, entstehen bei nichtlinearen Bauelementen (erwünscht oder unerwünscht) neue Frequenzen.

    Das wichtigste mathematische Verfahren zur Beschreibung dieses Vorgangs bei Sinussignalen ist die Taylorreihen-Entwicklung.

    Nach dem „Mischen“ zweier Signale versteht man unter komplementären Signalen meistens das gewünschte Ausgangssignal und dessen „Spiegelbild“ oder Gegenstück, das durch den Mischprozess entsteht. In der Nachrichtentechnik (HF-Technik) entstehen beim Mischen zweier Frequenzen hauptsächlich zwei neue Hauptfrequenzen. Diese verhalten sich komplementär (ergänzend) zueinander.

    Bei Lichtfrequenzen dürften Komplementärfarben komplementären Frequenzen des Spektrums entsprechen. Derartige Frequenzen dürften von den Zellen aus chemischen Gründen unterschiedlich „gedämpft“ werden und so die „Farbenspiele“ in empfindungsfähigen Zellen, z.B. im Gehirn auslösen….

    Komplementäre Effekte sollen auch in der Quantenphysik eine Rolle spielen. Vielleicht sogar beim Empfindungsphänomen (süß – sauer)? Dass alles mit „Dynamiken“ zu tun haben könnte, dürfte fast eine Tautologie sein. Aber von Quantenphysik verstehe ich zu wenig, darüber kann ich nicht diskutieren.

    Hatte nur mit elektrischen, oft sehr unerwünschten „Signaldynamiken“ zu tun, mit denen wir als Techniker zurecht kommen mussten. Deswegen bin ich auch bei „sensationellen Neuigkeiten“ weniger euphorisch, weil ich mir denken kann, dass auf das Entwicklerpersonal an der „Front“ so allerhand Herausforderungen zukommen werden….

  31. Realo, Mussi

    Betreff: Optische Täuschungen und Denkgewohnheiten

    Damit ist die nächste Schwachstelle entdeckt, der Mensch selber, der unterschiedlich denkt und sieht. Beispiel konkav-konvexbilder. Der eine sieht ein Loch nach innen gewölbt, der andere sieht es nach außen gewölbt. Das ist ein Faktum.
    Der eine hört einen Ton höher, der andere hört ihn tiefer, (von Karajan wird gesagt, er haben den Kammerton a auf 445 Hz festgelegt, allgemein gelten 440 Hz als Standard.)
    Was das Denken betrifft, für den Einen ist die Seele unsterblich, für den Anderen ist nach dem Tode Schluss.
    Was das Rechtsempfinden betrifft, der eine Richter gibt dem Täter 2 Jahre Gefängnis, der andere Richter setzt die Bestrafung zur Bewährung aus.
    In der Politik ist es nicht anders. In Sachsen-Anhalt wird die CDU gering geschätzt, in Baden-Württemberg wird sie hoch geschätzt. Das sind Fakten.

    Das Ziel muss bleiben, dass unterschiedliche Menschen mit einander reden.
    Im DDR Jargon, man muss mit dem Klassenfeind reden können.

  32. @Realo

    Grob nur soviel: Im Sukzessivkontrast erkennen wir den Grundmechanismus des Elektromagnetismus. Es macht also keinen Sinn, Körper und Geist getrennt zu halten.
    Desweiteren habe ich diesen Mechanismus (Aussagelogik) auf Antonyme und Synonyme übertragen wie z.B. Würde-Schande, Kooperation-Konkurrenz (Spieltheorie), Mut-Angst usw. . Die Liste ist lang.
    Das, was Michael Blume als Dualismus bezeichnet, halte ich für Komplementarismus. Das ist es eigentlich, hilft aber bei mancher Analyse.

    • @Mussi

      Sie würden m.E. so vieles besser dialogisch verstehen, wenn Sie einmal zum Unterschied zwischen abstoßendem Dualismus und komplementärer Dualität gelangen wollten.

      Aber in manchem sind Sie und @Realo einander doch sehr ähnlich…

    • @Mussi

      Dualismus ist antagonistisch (Gegensätze stoßen sich ab).

      Dualität ist komplementär (Gegensätze ergänzen sich).

      Schöne, gewachsene Beispiele für komplementäre Dualität sind glückliche Beziehungen, die feinen Unterschiede zwischen Bund und Vertrag, das Yin und Yang aus dem Taoismus sowie der Noah- und Mosesbund aus der Bibel.

      • Michael Blume Betreff: Monismus
        Von Friedrich Hegel stammt dieser Ausspruch:“Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig“. Es gibt keine Trennung zwischen einer Idee und einer realen Welt; die Wirklichkeit ist der Ausdruck von Vernunft.

        Das ist eine ganz radikale Auslegung von Monismus. Und ich selbst finde diese Sichtweise unpraktisch. Tatsächlich denken wir in Gegensatzpaaren, z.B. gut und böse, und erst eine tiefere Beschäftigung mit diesen Begriffen liefert dann eine tiefere Einsicht. Für Goethe ist das Böse das Kranke. Er hat damit dem Begriff böse die Grundlage entzogen.

        Mussi hat das Beipiel Körper-Geist gebracht. Er sieht darin keinen Dualismus.
        Ich sehe einen . Der Körper ist materiell also endlich, der Geist ist (im Sinne Platos) nicht von der Kategorie Zeit abhängig. Plato nennt sie Ideen.

        Monismus ist eine Zielvorstellung, in der sich die Widersprüche unserer Existenz aufheben.

        • Lieben Dank, @biobrain – wir stimmen bereits darin überein, dass „eine ganz radiale Auslegung des Monismus“ einfach keinen Sinn macht.

          Entsprechend bewusst schreibe ich nach Durcharbeit von Ernst Haeckel und dessen „Monistenbund“, von Martin Buber und dessen Brief „An einen Monisten“ von 1914 und schließlich auch von Karl Popper vom Dialogischen Monismus:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-deutschsprachige-monismus-nach-ernst-haeckel-martin-buber-und-karl-popper/

          So sehe ich in Körper und Geist keinen Dualismus, sondern eine emergente Dualität – sie gehen auseinander hervor und interagieren miteinander, Neues hervorbringend.

          Die stärksten Formulierungen des dialogischen Monismus im 20. Jahrhundert leitete nach meiner Einschätzung Martin Buber mit seinem noch immer lesenswerten „Ich und Du“, 1923.

          Über drei Jahrzehnte später hatte Buber in einer Antwort von 1954 im Merkur an Robert Pannwitz zur Wahrheitsfrage der Religionen u.a. formuliert:

          Christus, Chassidismus, Gnosis

          Pannwitz meint, es gehe mir um eine Auseinandersetzung zwischen jüdischer und christlicher Religion, und zwar ‚zu ungunsten des Christentums‘.

          Nein, es geht mir nicht darum und es geht überhaupt nicht um Auseinandersetzungen solcher Art.

          Die Religionen sind Gehäuse, in die der Geist des Menschen geschickt ist, damit er nicht ausbreche und seine Welt zersprenge.

          Jede von ihnen hat ihren Ursprung in einer Sonderoffenbarung und ihr Ziel in der Aufhebung aller Sonderung.

          In Mythos und Ritus stellt sie der Allgemeinheit ihr Geheimnis dar und behält es doch dem vor, der drinnen in ihr lebt.

          Darum ist es stets ein seins- und sinnwidriges Unternehmen, wenn einer wertend und abwertend die eigene Religion mit einer anderen vergleicht: seinen vom Adyton aus erfahrbaren Tempelbau mit dem Außenaspekt des fremden, wie es sich dem aufmerksamen Betrachter bietet.

          Man darf nur die entsprechenden Bauglieder nach Struktur, Funktion und Zusammenhang miteinander vergleichen, redlich, aber niemals abschätzend: weil deren inneres Verhältnis zu dem unsichtbar bleibenden Sanctissimum verhohlen ist.

          Nein, es geht mir und es geht überhaupt um eine, um die entscheidende Auseinandersetzung innerhalb des Judentums, innerhalb des Christentums, und so fort.

          Weil es überall wesentlich die eine ist es mir, gebunden und frei wie ich bin, erlaubt zu reden wie ich rede.

          Zitiert aus: Kuschel, Karl-Josef (Hrsg. 2011 / 2018): Martin Buber Werkausgabe, Gütersloher Verlagshaus, S. 313

          Kein radikaler Monist, aber erst Recht kein feindseliger Dualist oder egozentrischer Relativist hätte so tief formulieren können.

          PS: Bitte bleiben Sie jetzt beim Accountnamen @biobrain. Ständige Umbenennungen könnten Mitlesende verwirren. Danke.

  33. @ Blume

    Im Ist-Zustand gehört beides zusammen und erfüllt das Sein.
    Gödel’s Axiomsystem ist bewiesen.
    Brohm-Bardy und positive Psychologie weist den Weg.
    Auch Sie trennen noch.

    • @Mussi

      Die Wirkung von Medien verstärkt sich eskalierend durch Mimesis.

      Vgl. das Phänomen der sog. Influencer und Influencerinnen, die die Ziele derjenigen beeinflussen, die mit ihnen eine digitale und also parasoziale Beziehung eingegangen sind. Marketing und Webseiten wie OnlyFans erlauben einigen sogar eine direkte Monetarisierung dieser „Beziehung“.

      Nach meiner Auffassung wären dagegen mehr echte, soziale Beziehungen ein starker Beitrag gegen charakterliche und intellektuelle Verdummung.

      Hier geht es weiter zum Thema Abhängigkeit und Süchte:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mimetische-abhaengigkeiten-drogen-fossile-gewaltenergien-algorithmische-konzernmedien-verschwoerungsmythen/

      Ihnen einen schönen Abend.

      • Michael Blume
        „Nach meiner Auffassung wären dagegen mehr echte, soziale Beziehungen ein starker Beitrag gegen charakterliche und intellektuelle Verdummung.“

        So langsam verstehen die Verantwortlichen für Social Media, die Zusammenhänge. Ein Verbot für Smart Phones in der Schule für unter 15jährige sollte ausgesprochen werden.
        Eine zeitlich begrenzte Nutzung von Social Media für Kinder sollte durchgesetzt werden, Vorschlag 2 Stunden maximal.
        Die Befreung des Kinderkanales von Werbung ist ebenfalls notwendig.

        Wenn sich diese Enschränkungen nicht durchsetzen lassen, bekommen wir tatsächlich eine charakterliche und intellektuell verdummte Gesellschaft.

        Und…….die Depressionen bei Kindern werden zunehmen.

        • Ja, @NI – es gibt Fortschritte durch die Judikative und in einigen Ländern auch durch die Legislative. So wurde in den USA im August 2026 ein großes Gerichtsverfahren zuungunsten algorithmischer Konzernmedien abgeschlossen. Konkret verpflichtete sich der algorithmischen Meta-Konzern gegenüber klagenden Eltern und Staaten nicht nur auf Milliarden-schwere Strafzahlungen, sondern auch auf Software-Änderungen:

          In dem wegweisenden Prozess um die Gefahren sozialer Medien für Kinder hat sich der Facebook-Mutterkonzern Meta mit den klagenden US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt. Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, zahlt Meta bis zu 16,68 Milliarden US-Dollar an die Staaten.

          Darüber hinaus stimmt das Unternehmen grundlegenden Änderungen beim Jugendschutz zu.

          So verpflichtet sich Meta im Rahmen der Einigung etwa dazu, tägliche Nutzungsbeschränkungen und nächtliche Sperren für jugendliche Nutzer der Plattformen einzuführen.

          Minderjährige sollen die Meta-Plattformen Instagram und Facebook künftig nur noch insgesamt für zwei Stunden am Tag nutzen können.

          Während der Schulzeiten und nachts sollen Minderjährige keine Benachrichtigungen der Apps mehr erhalten.

          Nur die Eltern sollen die Einschränkungen für ihre Kinder aufheben können.

          Endloses Scrollen soll vermieden werden

          Darüber hinaus muss Meta Maßnahmen zur Überprüfung des Alters verbessern, um zu verhindern, dass Kinder auf die Plattformen oder auf dortige altersbeschränkte Inhalte zugreifen.

          Die Minderjährigen sollen außerdem nicht mehr einsehen können, wie viele Menschen einen Beitrag mit einem Like markiert haben, und keinen Zugang zu Schönheitsfiltern mehr bekommen.

          Die Plattformen sollen nach einer bestimmten Nutzungsdauer aktiv zu Pausen anregen.

          Künftig soll Jugendlichen ein nicht-personalisierter Feed offenstehen, in dem die Inhalte nicht mehr von einem Algorithmus sortiert und auf die Interessen des einzelnen Nutzers angepasst werden.

          So soll endloses Scrollen vermieden werden.

          https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/usa-meta-staaten-einigung-100.html

          Selbstverständlich sollten die gleichen Schutzmechanismen auch für junge Menschen in der Europäischen Union durchgesetzt werden! Das wird die Brain Rot-Verdummung – die ja auch Millionen Erwachsene betrifft – zwar noch nicht umdrehen, aber immerhin abbremsen.

          Über die Bedeutung des Rechts (der Judikative) gegenüber dem Mediensystem (der Publikative) sprach ich im Podcast „Verschwörungsfragen“, Folge 66, auch bereits mit dem Karlsruher OLG-Präsidenten Jörg Müller:

          https://verschwoerungsfragen.podigee.io/66-neue-episode

          Ihnen Dank für Ihr Interesse am m.E. überaus wichtigen Themenkomplex!

  34. Mussi 11.09.2026, 15:06 Uhr

    Zitat: „Grob nur soviel: Im Sukzessivkontrast erkennen wir den Grundmechanismus des Elektromagnetismus. Es macht also keinen Sinn, Körper und Geist getrennt zu halten.“

    Ich interpretiere Sie so, dass Sie auf „Musteranalyse / Synthese“ hinauswollen. Das ist im Prinzip grundsätzlich bei unseren Denkprozessen, auch in der KI, so.

    Als Techniker habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Qualität der Ergebnisse, letztlich die Erkenntnis, von der Art der genutzten Muster abhängt.

    Ich versuche, Sie zu interpretieren: Beim Sukzessivkontrast (im Zusammenhang mit Elektromagnetismus) erkennen wir, dass unser Auge ermüdet, wenn es lange auf eine Farbe (z. B. Rot) blickt. Schauen wir danach auf eine weiße Fläche, sehen wir die Gegenfarbe (Grün).

    Das System gleicht sich selbst aus. Die Brücke zur Physik sollte in Ihrem Sinne sein, dass es im Elektromagnetismus ähnlich läuft. Dass ein sich veränderndes elektrisches Feld ein sich entsprechend änderndes magnetisches Feld und umgekehrt erzeugt.

    Diese grundsätzlichen Muster treffen sehr oft zu, nur halte ich es nicht für sinnvoll und zielführend, daraus Schlüsse ziehen zu wollen. Man möchte es halt „genauer“ wissen?

    Besonders nicht den Schluss, dass eine Trennung von Hardware und Software, (Körper und Geist) keinen Sinn mache…..

    In der Technik (Elektronik) hat sie sehr wohl viel Sinn gemacht, und offensichtlich ist auch die Evolution, auf vergleichbare Mechanismen (DNA) gestoßen….

    Mich hat es ehemals, nach 1965 direkt und beruflich „mitten“ in das „Geschehen verschlagen“.

    Als „Jungingenieur“ musste ich in meinem Einstiegsjob Elektronik zur Steuerung (industrieller) Prozesse entwickeln. Das dauerte, grob gesagt, rund 3 Monate bis die Baukomponenten (Platinen wie z.B. im Radio oder Computer) fertig zur Verfügung standen.

    „Software“ gab es nicht explizit. Es waren meine „Gedanken“ die ich in den Verknüpfungen der Bauteile (z.B. Gatter) realisiert habe, damit die Elektronik genau das „tut“ was verlangt wurde. Natürlich musste ich auch Beschreibungen und Pläne anfertigen, damit das Servicepersonal später mit dem System zurecht kommt.

    Auch nur kleine Veränderungen um die Prozesse an neue Situationen anzupassen, dauerten sehr lange und waren sehr teuer…..

    Genau deswegen kam man auf das höchst flexible „Prozessorkonzept“ (nach von Neumann). Die Hardware, der „Prozessor“ (Computer) ist weitgehend gleich, nur die Software kann, vergleichsweise sehr schnell erstellt und verändert werden. Allerdings ist ein derartiges System etwas „langsamer“, das spielt aber normalerweise wegen der ohnehin sehr „schnellen“ Prozessoren kaum eine Rolle….

    Aus „Verdienstgründen“ und wegen der besseren Zukunftsaussichten, habe ich in einen anderen technischen Job im Infrastrukturbereich gewechselt und musste nebenbei die Computerangelegenheiten übernehmen. Dafür musste ich Spezialkurse in einem Computerunternehmen absolvieren. Als begeisterter und neugieriger Techniker habe ich dass alles sehr gerne gemacht.

    Worauf es aber ankam, Änderungen in den Prozessabläufen, in den Computerprogrammen, konnten sehr schnell durchgeführt werden. Die Trennung in Hardware und Software hat sich weltweit durchgesetzt.

    Skurriler Weise hatten Berufs Kollegen mit extremen „Gegenwind“ zu kämpfen. Einer der Maschinen für Indien programmieren musste, seine Software wurde einfach über das Telefon nach Indien übertragen und vom lokalen Service in die Maschine „überspielt“, wie es heutzutage Millionen Kinder tun, die ihre Smartphone Software vom Internet „downloaden“.

    Den „Gegenwind“ hat ein Nachbar und ehrenwerter Studienrat für Altphilologie, der noch dazu ein extrem „überzeugter Hardcoreatheist“ war, „geliefert“. Für den war es absolut denkunmöglich dass man „geistiges“ einfach unabhängig vom „materiellen Körper behandeln“ und einfach über eine Funkstrecke übertragen könne.

    Da der Nachbar aber nie, womöglich mit einer Kiste voll Ersatzteile in Indien war, musste er ein Betrüger, genau so wie die „Pfaffen“ sein, die den Menschen verrückter Weise einreden, Geist und Körper wären trennbar, wobei “das Geistige“, auch noch den „Körper“ überleben könne. Er hat die Behörden mit Anzeigen überschüttet und erwartet, dass der „Gauner“ endlich von der Polizei abgeholt und eingesperrt wird…..

    Entscheidend ist, dass „Hardware“ von „Software“ getrennt werden kann und (kopierte) Software weiter existieren kann, auch wenn die Hardware längst verschrottet wurde….

    Diese Prinzip ist derart „stark“ dass es selbst von der Evolution höchst erfolgreich genutzt wird. Geist und Körper arbeiten zwar temporär als Einheit zusammen, aber Software existiert weiter und tut ihren „Job“. Das ist z.B. entscheidend für das generative Verhalten von Mensch, Tier, Fauna,….

    Dieser „Softwaretransfer“ macht auch noch Spaß…

Schreibe einen Kommentar