Islam, Demografie und Säkularisierung – Die Islamisierung fällt aus

Viele Menschen gruseln sich gerne. Und wenn sie ihre eigene Identität nicht über positive Erzählungen bestimmen können, bieten sich auch Feindbilder und Verschwörungsmythen an. So identifizierte der bulgarische Politikwissenschaftler Ivan Krastev diese Woche im SPIEGEL-Interview die “Angst vor dem Verschwinden” als “das entscheidende pyschologische Moment”, den Kick, den Populisten sich selbst und ihrer sinnhungrigen Anhängerschaft bieten.

Entsprechend häufig werde ich auf wesentliche Befunde aus “Islam in der Krise” angesprochen und angeschrieben.

  1. In den meisten Statistiken werden noch immer alle Kinder muslimischer Eltern als “Muslime” gezählt, obwohl die Säkularisierung auch den Islam voll erfasst hat: So betet nur noch eine Minderheit der Muslime in Deutschland noch regelmäßig, viele haben nur noch geringe oder gar keine Bezüge mehr zur Religion und nur etwa 20% (!) der Menschen muslimischer Herkunft gehören beitragszahlend einer Religionsgemeinschaft an. Der Bevölkerungsanteil an Kirchenmitgliedern in Sachsen ist höher! (Kapitel 1: Wie viele Muslime gibt es eigentlich noch?)
  2. Die Geburtenraten in der islamischen Welt befinden sich in freiem Fall und sind in vielen islamisch geprägten Staaten – wie Iran oder Türkei – bereits unter die so genannte Bestandserhaltungsgrenze von 2,1 Kindern pro Frau gefallen. (Kapitel 5: Geburtendschihad oder Geburtenknick?)
  3. An den niedrigen Geburtenraten in Deutschland und vielen anderen Staaten sind nicht Zuwanderer Schuld – sondern die jeweiligen Familienpolitiken und Wertvorstellungen. Wer wirklich gegen ein “Verschwinden” arbeiten wollte, sollte hier ansetzen.

Auch die Rezension des Buches durch Christian Meier in der FAZ am 19.01.2018 konzentrierte sich entsprechend auf das Demografiekapitel – was mich ebenso überraschte wie freute.

Beim Deutschlandfunk erschien heute morgen ein Radiointerview zum Thema Islam & Demografie, das ich hier selbstverständlich gerne verlinke.

Screenshot des DLF-Posts von meinem FB-Profil. Das Foto fertigte Stephanie Järkel 2015 im Irak. Screenshot: Michael Blume

Erwähnenswert ist freilich auch, dass andere Rezensenten sich wiederum für ganz andere Aspekte interessieren. Die YouTube-Buchrezensentin “Buchliebe” betont zum Beispiel ganz andere Elemente aus “Islam in der Krise”. So bewahrheitet sich wieder mal: Ich lerne von meinen Leserinnen und Lesern mindestens so viel wie sie von mir… Das “Kulturgut Buch” ist in Deutschland zwar unter multimedialem Druck, aber noch lange nicht tot. 🙂

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

29 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ‘Islamisierung’ findet in der BRD offensichtlich statt, es kann nur darum gehen, wie sie stattfindet, im Sinne, dass sie dort entscheidend stattfindet, kann womöglich Einigkeit zwischen Ihnen, lieber Herr Dr. Blume, und anderen erzielt werden, nämlich nicht als zivilisatorisch : entscheidend.

    Ansonsten findet sie in der BRD halt statt, der Schreiber dieser Zeilen drückt beide Daumen, dass es dort nicht zur Segregation kommen wird.

    Ergänzend dürfen Sie natürlich gerne zu den Konzepten des Islam Stellung beziehen, wie Sie die so finden, wie Sie sich derart womöglich partiell arrangieren könnten, Dr. W bleibt gespannt.

    MFG + schönes Wochenende schon mal, vielen Dank auch für gute Leistung,
    Ihr Dr. W

  2. Ich kann diesen Argumenten nicht ganz folgen.Woher kommt dann die Bevölkerungsexlopsion ? Nehmen wir zum Beispiel die islamistisch geprägten Staaten wie Indonesien,Sudan,Nigeria,Pakistan oder Bangladesch.In all diesen Staaten wird ein weiterer starker Anstieg der Bevölkerung prognostiziert. Allein in Nigeria soll sich die Bevölkerung bis zur Jahrhundertmitte von jetzt 190 auf ca. 400 Millionen verdoppeln.In ihrer Aufzählung wurden auch die stark wachsenden nordafrikanischen Staaten wie Marokko, Algerien oder Ägypten(Bevölkerungsanstieg von jetzt 96 auf 150 Millionen im Jahre 2050 in Ägypten) nicht berücksichtigt.Dadurch sind tiefe soziale-und gesellschaftliche Konflikte bzw. auch Hungersnöte vorprogrammiert und Millionen werden ihr Glück in einem besseren Leben (Migration) suchen.Diese oben erwähnten Fakten zeigen mir eigentlich, dass wir uns in der Krise befinden, wenn wir Fakten falsch interpretieren…

    • Von den Auswirkungen von Bevölkerungsexplosionen hatte ich ausdrücklich gewarnt, @Golzower. Und ganz sicher wissen Sie, dass diese enorm hohen Geburtenraten auch in christlich geprägten Staaten wie Uganda, Äthiopien oder Südsudan gemeldet werden – mit ebenso katastrophalen Folgen! Auch hier lügt also kein „islamisches“ Problem vor, sondern eines der Wirtschaft und Bildung.

      Interessanterweise können wir davon ausgehen, dass Sie das selbstverständlich wissen – aber dennoch Ihre Gründe haben, den Kinderreichtum nur bei Muslimen wahrhaben und verkünden zu wollen. Mögen Sie uns (unter Wahrung Ihrer Anonymität) etwas über diese Gründe verraten?

  3. Ja, Deutschland und überhaupt Westeuropa wird wahrscheinlich nicht islamisiert – allein schon aus demographischen Gründen, denn bis 2050 erwarten die Statistiker allenfalls eine Verdoppelung der Anzahl Muslime in Deutschland.
    Doch das grundsätzliche Problem existiert: Wenn sich die Zusammensetzung der Bevölkerung in Bezug auf vorherrschende Beschäftigung, vorherrschenden religiösen oder weltanschaulichen Glauben stark ändert, dann ändert sich die ganze Gesellschaft. Und das nicht selten grundlegend.
    Folgende Länder werden das zu spüren bekommen:
    – Israel: Jüdisch Orthodoxe und (oft antiisraelisch eingestellte) Araber werden im Jahr 2050 dominieren und Säkulare werden es schwieriger haben.
    – Einige subsaharische Länder, die heute in Bezug auf das Verhältnis Christen/Muslime Fifty/Fifty stehen werden im Jahr 2050 eine muslimische Mehrheit haben.

    Weltweit gesehen wird der Anteil der muslimischen Bevölkerung an der Weltbevölkerung von heute 23% auf 30% im Jahre 2050 steigen.
    Ob das grosse Auswirkungen hat, hängt stark davon ab, was für eine Art Islam im Jahre 2050 dominiert. Es muss ja nicht so sein, dass im Jahre 2050 der Salafismus und Wahabismus noch mehr Anhänger hat als heute. Es kann durchaus sein, dass im Jahr 2050 kaum noch ein Muslim glaubt, die “wahren Muslime” seien die Salafisten.

    • Kann sein, kann auch nicht so sein, Herr Holzherr :

      Es kann durchaus sein, dass im Jahr 2050 kaum noch ein Muslim glaubt, die “wahren Muslime” seien die Salafisten.

      Dr. W findet, dass die Salafis den Seim gut verstanden haben, wie u.a. auch die Khomeinisten, die Muslimbrüder, der türkische Staatsislam und die “Boko Haram”, die Taliban und die Wahhabisten, wie andere Sportsfreunde auch,
      so ist es halt.

      Wie sich die BRD hier womöglich auch : tapfer, halten wird, bleibt ihr überlassen.

      MFG
      Dr. W

  4. Ich stimme Ihnen bei diesem Post wirklich gerne zu, sehr geehrter Herr Blume.
    Eine Frage hätte ich aber noch:

    “An den niedrigen Geburtenraten in Deutschland und vielen anderen Staaten sind nicht Zuwanderer Schuld – sondern die jeweiligen Familienpolitiken und Wertvorstellungen. Wer wirklich gegen ein “Verschwinden” arbeiten wollte, sollte hier ansetzen.”

    Wie genau meinen Sie das? Was genau müsste Ihrer Meinung nach in der Familienpolitik geändert werden, und wie könnte man an Wertvorstellungen drehen? Das stelle ich mir ausgesprochen schwierig vor. Wenn Sie da konkrete Vorstellungen hätten, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie es genauer erläuterten.

    • @ Kommentatorenkollege ‘Alisier’ :

      An den niedrigen Geburtenraten in Deutschland und vielen anderen Staaten sind nicht Zuwanderer Schuld – sondern die jeweiligen Familienpolitiken und Wertvorstellungen. Wer wirklich gegen ein “Verschwinden” arbeiten wollte, sollte hier ansetzen. [Dr. Michael Blume]

      Eine Aussage, wie sie kaum richtiger sein könnte.
      An der Sie, werter Kommentatorenkollege ‘Alisier’ auch nicht herumnagen, helfen könnte hier -Dr. Webbaer will dem geschätzten hiesigen werten Inhaltegeber nicht vorgreifen!- eine sinnhafte Familienpolitik, die den Bestandserhalt, in concreto das Gebären von Säuglingen, nicht nur fördert, sondern quasi als Staatsziel herausstellt.
      (Könnte gar in das bundesdeutsche Verfassungssubstitut eingegossen werden, muss aber nicht, aber, wenn dort schon so viel Blödsinn drinsteht, könnte auch diesbezüglich ergänzt werden, wie Dr. Webbaer findet.)

      Das Gebären von Säuglingen muss also so schlecht nicht sein, wie sogar Väter bestätigen können, die haben’s auch leichter, müssen nicht diesen Vorgang in persona direkt begleiten.

      Merksatz :
      Ideologie kann nur dann gut sein, wenn am Ende noch welche übrig bleiben.

      MFG
      Dr. Webbaer (Der Freund sinnhafter Familienplanung, dem werten hiesigen Inhaltegeber nur wenig nachstehend)

    • Vielen Dank, lieber @Alisier!

      Ganz konkret wünschen würde ich mir auf der familienpolitischen und wirtschaftlichen Ebene eine Umstellung des Steuerrechts auf ein Familiensplitting und die Gebührenfreiheit für (Ganztags-)Kindergärten.

      Auf der Werteebene würde ich mir eine breite Debatte darüber wünschen, dass Kinder mehr sind als spätere Rentenzahler. In dieser Debatte würde ich dann gerne einbringen, dass Kinder u.a. wertvolle, kulturelle Traditionen weitertragen und dabei weiterentwickeln und dass sie auch die Integration von Zuwanderern fördern. Höhere Geburtenraten im Inland – näher an der sog. Bestandserhaltungsgrenze – und die erfolgreiche Integration von Zuwanderern schließen sich m.E. also gerade nicht aus, sondern bedingen einander.

      • Ich erinnere mich an einen Radiobeitrag, der sich mit Forschungsergebnissen über den Effekt von familienpolitischen Transferleistungen (Kindergeld u.ä.) beschäftigte. Darin wurde klargestellt, dass diese Transferleistungen wirkungslos evtl. sogar kontraproduktiv waren.

        Der Wunsch Kinder als Selbstzweck haben zu wollen ist wohl in Deutschland zu gering ausgeprägt.
        Ich denke es gibt nur zwei Stellschrauben, an denen der Staat wirkungsvoll Kinderplanung fördern und fordern kann.
        Das eine ist eine flächendeckende durchgängige und zuverlässige Kinderbetreuung die sich auch jede/r Gering verdienende leisten kann.
        Der andere Punkt wäre die Kopplung der Kinderzahl und des Erziehungserfolges an der Rentenausschüttung. Denn die Entkopplung von Rente und Nachwuchs ist der wesentliche (und ein extrem unsozialer) Fehler unseres Rentensystems.

        Es gäbe noch ein paar andere Stellschrauben die möglicherweise einen positiven Effekt hätten, aber sicher bin ich mir da nicht:
        -Der Kinderwunsch in Deutschland ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern.Vermutlich würde eine rechtliche Gleichstellung des biologischen Vaters mit der biologischen Mutter zu mehr Wertschätzung und zu mehr Partizipation führen. Rechtlich geboten aufgrund von Art. 3 Abs 2 GG wäre diese Gleichstellung eh. Ich vermute, dass sich dann auch mehr Männer in der Verantwortung fühlen würden.

        • Lieber @WolfgangL,

          tatsächlich habe ich mich ausdrücklich nicht für mehr “Transferleistungen” an Familien ausgesprochen, sondern für ein Familiensplitting im Steuerrecht. Denn während vom bisherigen Ehegattensplitting Kinderreiche viel weniger profitieren als Kinderlose, so erlaubt es ein Familiensplitting Eltern schlicht, mehr vom selbstverdienten Geld zu behalten. Damit lohnt sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch eine zeitweise Auszeit eines Elternteils wird besser darstellbar.

          Wenn dann noch die Kinderbetreuung zeitlich flexibler, hochwertig und gebührenfrei organisiert würde, so wäre m.E. – wie in Frankreich und den skandinavischen Ländern – mittelfristig ein deutlicher Anstieg der Geburtenraten zu erwarten. Dies wäre eine gute Investition in unsere Gesellschaft, Zukunft, Kultur und nicht zuletzt auch in die Integration.

          Ihnen Dank für Ihre Überlegungen und herzliche Grüße!

  5. Wir haben bereits jetzt eine katastrophale Islamisierung.
    Aber es kann natürlich jeder beide Hände vor das Gesicht halten soviel er will.
    Naivität kann grenzenlos sein.

    • Nein, @Markweger, eine „katastrophale Islamisierung“ gibt es ebensowenig wie eine „Verjudung“ oder „Verschwulung“. Viele „besonders Tapfere“ haben einfach nur wieder eine Identitäts- und auch Familienschwäche. Und es ist natürlich leichter und erregender, dafür Zuwanderer, religiöse und ethnische Minderheiten verantwortlich zu machen, als sich selbst an die eigene Nase zu fassen. Falls es Sie tröstet: Viele Muslime reagieren genauso schwach wie Sie und suchen ihr Heil lieber in Verschwörungsmythen (z.B. „Israel ist an allem Schuld!“) als in der mühsameren Selbstkritik und Selbstverbesserung…

      Ihnen alles Gute – vor allem Bildung und Mut! 🙂

        • Also, ich bin strikt gegen das Kommen von Fanatikern und fordere auch in „Islam in der Krise“ ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Radikalisierungsprozesse einer muslimischen Minderheit – das können Sie schon am Untertitel ersehen, @Markweger. Bin ich damit in Ihren Augen „ungebildet“? 🤨

    • Da liegt aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen, die BRD meinend, keine ‘Naivität’ vor, sondern Planung.
      Es macht wirtschaftlich Sinn auch antiselektiv und mengenmäßig unbegrenzt erscheinend einwandern zu lassen, der Immobilienmarkt boomt, die Sozialindustrie ist zufrieden, die beiden großen Kirchen der BRD unterhalten als größte dortige Arbeitgeber 500.000 (!) Festangestellte, die etwas zu tun haben wollen, und last but not least gibt es den Niedriglohnsektor des Arbeitsmarktes, der so gut bedient bleibt, auch Druck von möglicher und womöglich sinnhafter Erhöhung der bundesdeutschen Mindestlöhne nimmt.

      Macht alles Sinn, der Schreiber dieser Zeilen erlaubt sich aus liberaler Sicht hier abär anzumerken, dass Märkte und Wirtschaftsunternehmen primär profit-orientiert handeln, amoralisch, vs. unmoralisch.

      Insofern scheint sich ihm bundesdeutsch eine Partnerschaft zwischen amoralischem globalistischem Kapital und links-grüner Befindlichkeit zu ergeben, in der Person George Soros sozusagen personalisiert, wobei die politische Linke, aus seiner Sicht und insbesondere bundesdeutsch die Rolle der nützlichen Narren zugewiesen ist.

      Es liegt eine neoliberale Veranstaltung vor, die mal so und mal so bemantelnd kommuniziert wird. [1]

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      Witzigerweise ist der Schreiber dieser Zeilen selbst neo- oder besser ordo- oder noch besser sozial-liberal, an der oben geschilderten Veranstaltung ist aus seiner Sicht nichts neo-liberal (hier gerne mal für sich forschen, was der Ordo-Liberalismus so meint!), sondern nur die Verklemmung einer unzureichend fertilen Gesellschaft führt zu derartiger Entartung der Begrifflichkeit, wie am “Neo-Liberalismus” direkt ablesbar, in seiner missbräuchlichen Nutzung.

  6. Philosophisch und logisch gesehen ist Gott als die `Vollkommenheit alles Wahren` identifizierbar

    Ohne philosophisch erkenntnisstandgerecht begründeten, lebenspraktisch vernünftigen, ethischen Konsens* mit Menschen-Pflichten*, sind die Menschen-Rechte nicht durchsetzbar. Dazu braucht es einen global-ethischen Permanent-Diskurs* und -Konsens der Mehrheit. Wo finde man Projekte deren Philosophien sich erkenntnisstandgerecht* kausal mit der Diagnostik und Therapie der menschheitsgeschichtlichen Grausamkeiten* beschäftigen?
    Die Vergangenheit, die Menschheitsgeschichte* zeigt besonders eines, der Mensch ist und bleibt ein ein menschlicher Primat – und der findet, mit seinem unbewusst antriebsdynamisch dominierten Bewusstsein*, nicht nicht vom ICH zum WIR! Naive Philosophen und Populisten* haben uns weisgemacht, wir wären Lebewesen und keine Tiere, “Menschen” *von ganz besonderer Würde*, andere haben`s ins Grundgesetz geschrieben -und da ist die Würde meist auch geblieben.
    Der “Mensch” wird erst ein Mensch, wenn er seine Tierheit bewusst ethisch moralisch lebensförderlich reflektiert* und sich so – empathisch* entfaltend – von der antriebsdynamisch-lebenschädlichen Zwängen, der Natur und deren Logik, lebensförderlich* befreit. Wir Menschen können, wie alle Tiere, nichts dafür, dass wir uns unbewusst dominant wirksam, eitel, vorteils- und machtorientiert verhalten – wir machen uns schuldig, wenn wir uns nicht selbst dabei bewusst beobachten, bei Maßlosigkeiten erwischen und das Fehlverhalten ethisch-moralisch und erkenntnisstandgerecht* entschärfen. Deshalb müssen alle Menschen, besonders die Macht- und Einflusshaber*, transparent kontrollierbar gemacht werden. Sonst gibt es keine Demokratie u. keinen Frieden*!Man lese die “Evolutionäre Erkenntnistheorie”* bei Wikipedia, dann sieht man weiter.

    Gott* und die Wahrheit* sind entwicklungs-geschichtlich bedingt, wie Glauben und Wissen, so untrennbar miteinander verbunden, wie Liebe und Küssen!

    Jeder Gottes-Gläubige und beinahe alle Religionen* behaupten dogmatisch ihr Gott ist/sei allein die “absolute Wahrheit” und in ihrem Besitz, das ist philosophisch logisch unhaltbar, weil es nur eine denkbare `Vollkommenheit alles Wahren`* geben kann – weil es eine Vollkommenheit ist, für die es logisch weder ein Mehr noch ein Weniger gibt. Alle Gläubigkeiten und Gottesvorstellungen existieren wirklich / wirksam – sind Teil einer `philosophisch` widerspruchsfreien, hoch-wahrscheinlichen `Vollkommenheit alles Wahren`, die alles, was ist, verbindet, mithin auch global alle Menschen deren Gläubigkeiten und Religionen. Wir brauchen endlich den Religionsfrieden, wenn wir die existentiell globalen Problem friedlich lösen wollen.

    Kurz,philosophisch gesagt, Gott ist logisch als die `Vollkommenheit alles Wahren“ identifizierbar.
    Jeder ist Teil des Ganzen, ist wahr, wirklich und wirksam – friedlich empathisch und/oder… bis gewaltätig dominiert, was er heute bewusst ethisch moralisch reflektieren/ entschärfen kann! Jeder hinterlässt so seine öko-soziale und ökumenische Spur! Selbst die größten Wissenschaftler glauben an ihre Arbeitshypothesen, bis diese widerlegt sind. Ich wünschte mir ein globales Netzwerk und Forum für einen globalethischen Diskurs aller unser Vorhaben, ein sinnvolleres und friedlicheres Leben gemeinsam gestalten zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Roggendorf

    Mehr dazu im Internet und bei FB unter : klaus roggendorf + *

  7. “Philosophisch und logisch gesehen ist Gott als die `Vollkommenheit alles Wahren` identifizierbar”

    Ihre Aussage ist sinnlos, da es keinen Gott gibt. Es gibt nur den Klerus & die Kirchensteuer.

    • Klang konstruktivistisch-pantheistisch, was Kommentatorenkollege Herr Roggendorf da schrieb, -dass es (einen) Gott gibt, ist (womöglich) nicht behauptet worden- und natürlich ein wenig nach Wanderpredigertum, nichts Schlechtes daran, natürlich.
      BTW, aus Webbaerensicht ist es OK an (einen) Gott zu glauben, nicht OK daran zu glauben, dass es keinen Gott gibt, und cool daran zu glauben, dass es OK ist an (einen) Gott zu glauben, und nicht OK ist daran zu glauben, dass es keinen Gott gibt.
      MFG
      Dr. Web🐻

  8. “Philosophisch und logisch gesehen ist Gott als die `Vollkommenheit alles Wahren` identifizierbar”

    Ihre Aussage ist sinnlos, da es keinen Gott gibt. Es gibt nur den Klerus & die Kirchensteuer.

    Michael, könnte bei Ihnen eine Vorstellungs- und/oder Verstännis-Insuffizienz eine Begründung verhindern? Gute Besserung!

    • Das ist mein Blog – und ich schalte nur konstruktive Kommentare frei, @Klaus Roggendorf.

      Bisher habe ich all Ihre Kommentare freigeschaltet, aber Sie sind nicht der Erste, der dazu tendiert, hier seine Hobby-Mission auszuleben: Gegen oder für Gott, Paläo-SETI, selbstentdeckte Revolutionen der Wissenschaften, den Sozialismus o.ä.

      Daher gleich der Hinweis: Meine Geduld ist nicht endlos und dieser Blog dient dem Dialog, nicht der Selbstdarstellung von Cranks. Bitte finden Sie also in einen Dialogmodus oder – wenn Ihnen das nicht gelingen sollte – dann trollen Sie sich bitte, dann würden Sie nicht mehr freigeschaltet. 🙂

  9. Nun gibt es auch fundierte Analysen dieses Themas, die zu einer ganz anderen Prognose kommen und u.a. auf stärkere religiöse Bindungen unter Muslimen in Europa sowie auf höhere Geburtenraten und anhaltend hohen Migrationsdruck verweisen, was jeweils mit Daten unterlegt wird:
    http://www.pewforum.org/2017/11/29/europes-growing-muslim-population/

    In diesem Zusammenhang verstehe ich nicht, dass Sie das Denken der Vertreter der Hypothese, die von einem Islamisierungszenario ausgeht, psychologisieren und in den Bereich des Pathologischen rücken.

    Wo Sie nicht psychologisieren sondern argumentieren, erscheint mir Ihre Argumentation zudem häufig als nicht schlüssig. So verweisen Sie auf die niedrigen Geburtenraten in der Türkei und im Iran, die für Migrationsbewegungen nach Europa jedoch nur eine nachgeordnete Bedeutung haben, weshalb mit ihnen m.E. kein Einwand gegen demographische Islamisierungszenarien zu begründen ist.

    Zudem schreiben Sie:
    “An den niedrigen Geburtenraten in Deutschland und vielen anderen Staaten sind nicht Zuwanderer Schuld – sondern die jeweiligen Familienpolitiken und Wertvorstellungen. Wer wirklich gegen ein “Verschwinden” arbeiten wollte, sollte hier ansetzen.”
    Hier bringen Sie m.E. mehrere Ebenen durcheinander: Es geht bei demographischen Islamisierungszenarien nicht um Schuld, sondern nur um demographische Trends und Zahlen.
    Und der (m.E. zutreffende) Verweis auf kulturell bedingte niedrigere Geburtenraten in europäischen Bevölkerungen erscheint mir auch nicht gerade ein Argument gegen Islamisierungszenarien zu sein.

    • @Thomas Stephan

      Nun, gerade auch Pew hat just bestätigt, dass sich inzwischen 23% (!) der in den USA geborenen Muslime als Erwachsene nicht mehr mit dem Islam identifizieren!
      http://www.pewresearch.org/fact-tank/2018/01/26/the-share-of-americans-who-leave-islam-is-offset-by-those-who-become-muslim

      Und dass die Zuwanderung von Muslimen aus der Türkei nach Jahrzehnten abgenommen hat, in einigen Jahren sogar von Rückwanderung übertroffen wurde, „ist“ natürlich auch eine Funktion der dort massiv gesunkenen Geburtenraten! Wir Mitteleuropäer bedienen uns mangels eigener Kinder ja auch seit langem in den schrumpfenden Gesellschaften Süd- und Osteuropas, um Arbeitsplätze in Pflege, Gastronomie, Industrie usw. noch besetzen zu können.

      Selbstverständlich dürfte die Anzahl von Muslimen in Europa noch eine ganze Weile weiter steigen – wobei schon jetzt unter ihnen die Säkularisierung (inklusive Geburtenrückgang) massiv um sich greift.

      Wenn Sie aber eine „Islamisierung“ im Sinne einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit befürchten, so setzt dies voraus, dass die indigenen Geburtenraten sowie die Bindekräfte der Kirchen weiter sinken.

      Ich kann gut verstehen, dass es einfacher ist, Ängste auf Fremde zu projizieren, statt sich an die eigenen Schwächen zu wagen. Aber selbst Vater von drei Kindern, kann ich mich über diese Weinerlichkeit nur wundern. Für den Nervenkitzel gibt es auch Geisterbahnen oder Gruselfilme (sogar Bücher!). Wenn Sie aber Europa „retten“ wollen, dann wäre Engagement für größere Familien, Bildung und lebendige Kirchen die eindeutig bessere Wahl! 🙂

      • “Und dass die Zuwanderung von Muslimen aus der Türkei nach Jahrzehnten abgenommen hat, in einigen Jahren sogar von Rückwanderung übertroffen wurde, “

        …ist schon wieder vorbei. Seit Erdogan wütet kommen massenweise Türken und Kurden auch aus der Türkei ins Land. Ich habe mit ihnen 1x wöchentlich zu tun.

        • Oh ja – und da die Geburtenrate auch in der Türkei schon unter Zwei gefallen ist, halte ich die Vertreibung von Oppositionellen und Gebildeten sowie die anhaltende Kriegsführung durch das aktuelle Regime der Türkei nicht nur für falsch, sondern auch für überaus dumm…

  10. @Michael Blume
    Bei den Anhängern der Säkularisierungshypothese hat es leider wenig Eindruck hinterlassen, dass in den Jahren ab 2011 im Nahen Osten Islamisten entgegen ihrer Prognosen durchgängig als die stärksten politischen Akteure in Erscheinung traten, die AKP in der Türkei sich anders als von ihnen prognostiziert nicht zu einer anatolischen Variante der CDU entwickelte und auch Indonesien immer weniger als das von ihnen gerne angeführte Beispiel für ein konfliktfreies Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen taugt.
    Auch in Europa kann kaum davon die Rede sein, dass säkularistische Tendenzen unter Muslimen “massiv” um sich greifen würden. Bei Flüchtlingen ist z.B. das Gegenteil der Fall, bei denen ein signifikanter Teil sich laut einer Studie der Universität Wien ihrer islamischen Identität durch die Erfahrung des Aufenthalts in Europa verstärkt bewusst würde: https://www.graz.at/cms/dokumente/10307649_7744790/71470597/Religi%C3%B6se%20und%20ethische%20Orientierungen%20von%20muslimischen%20Fl%C3%BCchtlingen%20in%20Graz_Endbericht%20Ednan%20Aslan.pdf
    Der Säkularisierungshypothese widerspricht auch, dass unter muslimischen Jugendlichen in Deutschland zunehmend die Herausbildung einer islamistisch-geprägten Jugendkultur zu beobachten ist; nur ein Beispiel von vielen: https://ajcberlin.org/de/media/berichte/salafismus-und-antisemitismus-berliner-schulen-erfahrungsberichte-aus-dem-schulalltag
    Bei allem Respekt, aber die Auswahl der von ihnen betrachteten Faktoren wirkt auf mich insgesamt zu selektiv, als dass auf dieser Grundlage sinnvolle Prognosen abgegeben werden könnten. Ihr Vorgehen erinnert mich an das der Forscher, die vor 2011 im Nahen Osten nach der Zustimmung zur “Demokratie” fragten, hohe Zustimmungswerte feststellten und daraus folgerten, dass islamistische Positionen dort nur bei kleinen Minderheiten auf Unterstützung stoßen würden. Diese Forscher haben methodisch meist sauber gearbeitet, aber die falschen Fragen gestellt und die falschen Faktoren betrachtet, weshalb ihre Arbeit prognostisch wertlos war.
    Wenn die von Ihnen betrachteten Faktoren die Lage angemessen abbilden würden und es tatsächlich die von Ihnen behaupteten dominierenden Säkularisierungstendenzen im Islam in Europa geben würde, dann dürften z.B. die entsprechenden Strömungen hier (die es durchaus gibt) nicht so isoliert sein, wie es de facto der Fall ist. Ich behaupte daher, dass die von ihnen betrachteten Faktoren nicht als Indikatoren für die tatsächliche Entwicklung des Islams in Europa geeignet sind.
    “Ängste” muss ich mir bei der Behandlung dieses Themas zudem nicht vorwerfen lassen. Mit Verlaub, aber empirische Sozialforschung ist in Afghanistan um einiges risikoreicher als im Schwabenländle.

    • @Thomas Stephan

      Nun, offenbar haben Sie das Buch nicht einmal gelesen – sonst wüssten Sie, dass die wesentlichen Anstöße aus Beobachtungen auch im Irak stammten. Ihr Spott übers „Schwabenländle“ ischd also a bissä arg danäba. 😀

      Auch bin ich kein Anhänger der Säkularisierungshypothese, die zum Beispiel den Faktor Religionsdemografie noch gar nicht berücksichtigt hat. Weder der politische Islamismus noch z.B. der US-Kreationismus sind ohne den relativen Kinderreichtum ihrer Anhänger zu erklären.

      Dass es aber „auch“ Säkularisierungsprozesse gibt, können Sie selbstverständlich auch an der AKP sehen: Diese behauptet ja gerade nicht ein Kalifat zu begründen, sondern entwirft sich klassisch rechtspopulistisch als Vertretung des wahren Volkes. Würden Sie den vergleichbaren Erfolg Orbans auch als Hinweis auf eine weltweite Rückkehr des Katholizismus deuten?

      Und unter den jungen Leuten kann Erdogan nicht mehr auf die Moscheejugend setzen, sondern er braucht osmanistische Rockerclubs…

      Dass viele zum Beispiel türkisch-kurdische Konflikte dabei zwischen Sunniten ausgetragen werden, sei der Vollständigkeit halber auch noch erwähnt.

      Und klar posen junge Leute gerne mit der Identität, die ihnen die Mehrheit – und gerade auch Akteure wie Sie – beständig aufdrücken. Nur zeige ich eben mit Daten belegt auf, dass das teilweise verstärkte (Lippen-)Bekenntnis mit durchschnittlich sinkender Praxis einhergeht: Beten, Fasten, Moscheebesuche brechen ein. Das entspricht ja recht genau dem Pseudo-Christentum vieler Pegidisten, die angeblich ihr „christliches Abendland“ verteidigen wollen, aber selbst keiner Kirche angehören und Weihnachtslieder vom Blatt ablesen müssen…

      Also, konstruieren Sie gerne ruhig weiter am absurden Feindbild des „ewigen Muslims“. Dafür gibt es ja immer auch psychologische Nachfrage und strategischen Bedarf. Es wird Ihnen aber nicht gelingen, die sehr viel spannenderen, echten Befunde wegzudrücken. Im Gegenteil – Sie motivieren mich! 🙂

      Ihnen alles Gute und vor allem eine angstfreie Zeit. 🙂

    • So ist es, @Rolf Oetinger. Deswegen lautet der Untertitel aus „Islam in der Krise“ ja auch: „Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“. Es sind m.E. zwei eng verbundene Ausdrücke der gleichen, fundamentalen Krise.

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