Impulsvortrag zur Pressesprech-Konferenz in Regensburg

BLOG: Natur des Glaubens

Evolutionsgeschichte der Religion(en)
Natur des Glaubens

Eine eindrucksvollere Stadt als Regensburg für die Diskussion Themen Medien, jüdisches Leben und Antisemitismus kann man(n) sich kaum denken. Die älteste, jüdische Gemeinde Bayerns mit neuer Synagoge am historischen Platz, das Welterbezentrum direkt an der Steinernen Brücke und ein Miteinander von Kolleginnen und Kollegen, die täglich die Chancen wie auch Abgründe digitaler Kommunikation erleben.

Die Geschichte des – auch jüdischen – Regensburg ist jede Erkundung wert! Foto vom Eingangsbereich des Welterbezentrums und der historischen Steinernen Brücke: Michael Blume 

Wie inzwischen meistens sprach ich dual: Hatte also ein ausführliches Redeskript vorbereitet, sprach aber frei und kürzer, um auf die Situation und die Anwesenden einzugehen.

Hier findet Ihr mein Redeskript zur 66. Konferenz für städtische Pressearbeit und Kommunikation in Regensburg (im pdf-Format).

Falls es klappt. kommt hier nächste Woche auch eine Aufzeichung des Spontan-Vortrags digital hinzu.

Der Konferenz möchte ich sehr für das lebendige Interesse danken! Bewusst blieb ich danach noch etwas länger, um den Impulsvortrag von Prof. Georg Stephan Barfuß zu “Smart City” sowie den Erfahrungsaustausch dazu zu hören. Und um in der Kaffeepause viele Einzelfragen zu beantworten.

Dieser Vormittag in Regensburg hat mich nicht nur in meiner Begeisterung für Kommunalpolitik bestärkt – sondern auch im Ansatz, über allgemeine Vorträge hinaus auch in den Dialog mit Berufsgruppen zu treten. Gerade auch Hass und feind-seliger Dualismus sind so konkret, dass sie sich nicht nur abstrakt erfassen und bekämpfen lassen. Auf die Städte und Gemeinden und deren Medienmix und -management kommt es an!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

4 Kommentare

  1. Dr. Webbaer kennt Ihre Topoi mittlerweile, musste bei ‘Dann sage eben
    ich, wo es langgeht.’ ein wenig schmunzeln & ist sich nicht ganz sicher, ob Sie mit “Ihrem” Monismus und der Ablehnung anderer Ismen, bspw. des Dualismus richtig liegen.

    Sicherlich ist es auch polittisch geworden, und wenn es polittisch [1] wird, wird Dr. W sparsamer.

    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg in Ihrem wichtigen Amt
    Dr. Webbaer

    [1]
    Es war witzigerweise Marius Müller-Westernhagen der im Song “von Drüben” so an Wolf (vs. Baer) Biermann ran ging, ca. so 1978, sächsisch sozusagen.

    • PS :
      Das mit dem ‘polittisch’ stammt aus einer Version des Songs, der anscheinend im Web nicht bereit steht, Dr. W hat sie abär gehört.

  2. @Hauptartikel

    „Gerade auch Hass und feind-seliger Dualismus sind so konkret, dass sie sich nicht nur abstrakt erfassen und bekämpfen lassen. Auf die Städte und Gemeinden und deren Medienmix und -management kommt es an!“

    Früher musste z.B. eine Tageszeitung 100.000 Exemplare mit ihren Beiträgen drucken, um überhaupt wirtschaftlich zu sein. Im Netz kann man ab Auflage 1 Beiträge einstellen, und es kostet nichts. Wo man früher einen Journalisten hatte der alleine 100.000 Leser erreichte, haben wir heute 100 Schreiber, die jeweils 1000 Leser erreichen. Oder sogar 1000 Schreiber, die 100 jeweils Leser erreichen

    Will man denen widersprechen, dann hat man ganz viel Arbeit. Genau das könnte den wesentlichen Unterschied machen. Aber haben wir nicht immer noch in den Stadtverwaltungen ganz viele Beamte, die ziemlich wenig Arbeit haben? Können die sich nicht auch ins Getümmel stürzen, und hier ihrerseits Beiträge einstellen, in denen sie ihre Stadt und die Demokratie verteidigen?

    Facebook und Instagram sind jetzt allerdings selber suboptimal, besser wären öffentlich-rechtliche Open-Source-Plattformen, die nicht ihre Nutzer ausspionieren und manipulieren. Und wenn man jetzt noch sicherstellen könnte, dass die Klarnamen ermittelbar sind, falls hier Beleidigungen, Drohungen und Verleumdungen feststellbar sind und bei der Polizei angezeigt werden, dann wären wir wohl einen Schritt weiter.

    Wenn dann aber wirklich eine wahrhaftige, produktive und in den Umgangsformen respektable Diskussion in Gang kommt, dann hätten wir nicht nur eine Bedrohung durch Feinde der offenen Gesellschaft abgewendet. Wir hätten dann eine neue Öffentlichkeit, die jeden beteiligen kann, der was zu sagen hat.

    • Exakt, @Tobias Jeckenburger. Die Vervielfältigung der digitalen Schreib- und Sprechmöglichkeiten ist einerseits eine enorme Herausforderung, aber wie immer auch mit Chancen verbunden. Ich bin noch mit dem kommunalpolitischen Satz aufgewachsen: “Was nicht in der Zeitung steht, ist nicht passiert.” Das würde heute niemand mehr so sagen, auch die meisten Politiker:innen produzieren inzwischen selbst Berichterstattung, zum Beispiel via Instagram. Aber die Vertausendfachung von Kommunikationsmöglichkeiten überfordert selbstverständlich auch und kann zu einer Zersplitterung in unzählige Mikro-Öffentlichkeiten führen. Passionierte Radfahrer:innen werden die gleiche Stadt und Stadtverwaltung sicher anders wahrnehmen als begeisterte Autofahrer:innen – und wenn es zwischen diesen Milieus keinen Dialog gibt, kann sich das polarisieren.

      Auch etwa im späteren 19. Jahrhundert gab es im deutschen Sprachraum schon katholische, sozialdemokratische, evangelisch-landwirtschaftliche (etc.) Zeitungen, die sich jedoch bei allen Unterschieden noch auf eine gemeinsame, überprüfbare Realität bezogen. Dieses monistische Kriterium scheint mir heute für den Erfolg von Diskursen und Dialogen sogar noch wichtiger zu sein.

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