Heilige Zeiten in Deutschland – Beobachtungen vor Ostern und zum Ramadan 2026

Wer immer wieder gegen Hass und Hetze ankämpft, sollte sich Zeit nehmen, immer wieder auch das viele Gute zu sehen, das in unserer Gegenwart und in unserer Heimat geschieht!

Links Anna-Lena von Hodenberg und rechts Dr. Michael Blume vor dem Stand von HateAid beim CDU-Bundesparteitag 2026 in Stuttgart.

Michael Blume mit der HateAid-Co-Chefin Anna-Lena von Hodenberg beim CDU-Bundesparteitag 2026 in Stuttgart. Foto: HateAid

Das Ende des Jahres 2025 endete für mich auch als Religionswissenschaftler sehr bewegend: In Pforzheim, Baden-Württemberg feierten am 20.12.2025 wohl erstmals in der deutschen Religionsgeschichte jüdische, christliche und jesidische Geistliche miteinander Advent, Chanukka und Ida-Ezi. Dies war möglich, weil das rabbinische Judentum einen kombinierten Sonnen-Mond-Kalender (Lunisolarkalender) verwendet, das heutige, evangelische & katholische Christentum den gregorianischen Sonnenkalender und das Jesidentum für viele (nicht alle) Feiertage einschließlich Ida-Ezi den julianischen Sonnenkalender. Dadurch berühren sich die religiösen Lichtfeiern rund um die Wintersonnenwende in diesen drei Religionen. Muslimische Freundinnen und Freunde waren ebenfalls anwesend, der islamische Kalender richtet sich jedoch nach dem Mond und verschiebt sich also jährlich um etwa 11 Tage zum Sonnenkalender.

Einladung zum gemeinsamen Festakt von Judentum (Chanukka), Christentum (Advent) und Jesidentum (Ida-Ezi) am 20.12.2025 in Pforzheim. Link führt zu einer Befragung von Dr. Michael Blume auf dem Podium.

  Einladung zum gemeinsamen Festakt von Judentum (Chanukka), Christentum (Advent) und Jesidentum (Ida-Ezi) am 20.12.2025 in Pforzheim. Foto: Michael Blume

Doch zu meiner Freude konnte ich jetzt in 2026 feststellen, dass auch das Miteinander christlicher, muslimischer & weiterer Menschen in Deutschland große Fortschritte macht. Mechthild Klein vom Deutschlandfunk erstellte eine dialogische Sendung über “Fastenzeit & Ramadan”, in der deutlich wurde, dass gegenseitige Einladungen und gemeinsame Feiern nicht mehr exotische Ausnahmen, sondern immer öfter gelebter Alltag sind. Auch bei unserer (christlich-muslimischen) Familie meldeten sich jüdische und christliche Freundinnen und Freunde mit großer Selbstverständlichkeit – und im Gegensatz zu früher werden die Feiertage auch nicht mehr als türkisch oder arabisch geframed, sondern als deutsch-muslimisch.

Links Spektrum Geschichte 01.26 mit einer genialischen Titelgeschichte von Tobias Sauer zur Berechnung der christlichen Zeitrechnung nach dem Gelehrten Dionysius Exiguus (470 - 540 n.Chr.), Mitte "Der Koran für Kinder und Erwachsene" von Lamya Kaddor und Rabeya Müller (C.H. Beck 2009), rechts das religionsdemografische "Cities of God" von Rodney Stark (2006) zur Ausbreitung des Christentums in Frauen- und Familiennetzwerken der Städte rund ums Mittelmeer.

Das Miteinander von Wissenschaften und Religionen in drei Schriften: Links Spektrum Geschichte 01.26 mit einer genialischen Titelgeschichte von Tobias Sauer zur Berechnung der christlichen Zeitrechnung nach dem Gelehrten Dionysius Exiguus (470 – 540 n.Chr.), Mitte “Der Koran für Kinder und Erwachsene” von Lamya Kaddor und Rabeya Müller (C.H. Beck 2009), rechts das religionsdemografische “Cities of God” von Rodney Stark (2006) zur Ausbreitung des Christentums in Frauen- und Familiennetzwerken der Städte rund ums Mittelmeer. Foto: Michael Blume 

Zeit emergiert, aber wiederholt sich nicht

Schließlich wurde meine Begeisterung für die Zeit auch dadurch beflügelt, dass die Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT zum 80. Geburtstag eine berührende Kopie ihrer Erstausgabe veröffentlichte!

Eine Kopie der Erstausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 21. Februar 1946.

Kopie der DIE ZEIT-Erstausgabe vom 21. Februar 1946. Foto: Michael Blume

So kann ich heute also sicher bloggen: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und insbesondere auch des Landes Baden-Württemberg gab es ein so gutes, interreligiöses Miteinander von Angehörigen verschiedener und keiner Religion. Nicht trotz, sondern wegen allen Problemen, denen mein Team und ich gerade auch in der Arbeit gegen Antisemitismus und Freund-Feind-Dualismus täglich begegnen, dürfen wir auch nicht übersehen, wie weit wir gemeinsam und dialogisch bereits gekommen sind.

Und dies ist übrigens auch der eigentliche Grund für das Trommelfeuer aus Hassmails, Hass und Hetze gegen unser Fediversum, unser Land und gegen unsere Städte: Fossilisten, Rassisten, Antisemitinnen, Dualisten kommen einfach nicht darauf klar, dass es in Baden-Württemberg so gut läuft. Sie haten gegen das Miteinander an, weil sie spüren, dass sie sich auch selbst verlieren.

Ich bin davon überzeugt: Das 21. Jahrhundert wird demografisch, interdisziplinär und interreligiös vielfältigen Solarpunk-Arche-Regionen gehören, die frühzeitig Resilienz auch gegen die Klima-, Wasser- und Medienkrisen aufgebaut haben.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

67 Kommentare

  1. Guten Morgen, @Michael.

    Es ist eine interessante These, die du aufstellst, und sie macht plausibel, “warum sich Demokratinnen und Semiten einerseits von Rassisten und Antisemitinnen andererseits in ihrem Gefühl für Zeit grundlegend unterscheiden”.

    Faschisten träumen davon, in ein “Goldenes Zeitalter” zurückzukehren.

    Beim Hören des Verschwörungsfragen-Podcasts musste ich unweigerlich an Teile aus Trumps Rede an die Nation in dieser Woche denken. (Ja, aus einer pathologischen Neugierde heraus habe ich mir dieses armselige Schauspiel in voller Länge angesehen.)

    Wo du im Podcast vom Titusbogen sprichst, denke ich, dass Trump sich wie ein Triumphator aufgeführt hat (auch wenn sich MAGA ja eigentlich aus der Weltpolitik heraushalten will). Bei jeder Gelegenheit wurde betont, wie erfolgreich die größte Abschiebeaktion in der Geschichte verlaufe. Diese Rede war durch und durch rückwärtsgewandt – das “Goldene Zeitalter”, “Make America Great Again” bedeutet, sich an einem vermeintlichen vergangenen Zustand zu orientieren. Dabei wäre es am naheliegendsten, die “goldene Zeit” in Amerika auf die Zeit vor der Ankunft der Europäer zu verorten – aber das ist ein anderes Thema.

    Von Fortschritt in Bezug auf die aktuelle Weltlage war in dieser Rede nichts zu spüren. Stattdessen präsentierte sich ein Präsident, der sich wie ein Feldherrscher aufführte, der über seine Gegner (die Demokraten, die Migranten) triumphiert.

    Dem kann man eigentlich nur den Satz entgegenstellen, den du so wunderbar formuliert hast:

    “Nicht mit Abschottung und Rassismus, sondern mit Austausch und Schriftkultur haben wir einander als Angehörige einer verbundenen, in der gleichen Zeit fortschreitenden Menschheit entdeckt.”

    Es ist auch ein spannender Gedanke, die Alphabetschrift mit dem Zeitmodus des linearen Fortschritts in Verbindung zu bringen.

    Das Zitat von Galilei zur Schrift: “Mit jenen reden zu können …, die in Tausenden oder Zehntausenden von Jahren noch nicht geboren sind”, besagt, dass Menschen der Schrift sich nicht nur mit den Lebenden weltweit verbinden können, sondern auch über die Zeit hinweg mit Menschen aus der Vergangenheit oder solchen, die noch gar nicht geboren sind.

    Das heißt, die Schrift kann Verbindungen schaffen und das Leben weiter in die Zukunft tragen, so wie es in den letzten beiden Zeilen von Shakespeares 18. Sonett zum Ausdruck gebracht wird:

    “So long as men can breathe or eyes can see,
    so long lives this, and thi s gives life to thee.”

    • Vielen Dank, lieber @Peter – die tiefe Faszination für die quantenphysikalische wie dann auch kulturgeschichtliche Formstion der Zeit verbindet uns! 🙏😌🕰️

      Und, ja, lineare Kalender entfalteten sich erst auf Basis der (semitischen und jafetischen) Alphabet-Traditionen.

      Immerhin vollziehen wir beim Lesen von Alphabet-Worten, Sätzen, Texten Zigtausendfach eine geistige Operation, in der sich der Sinn vom Anfang zum Ende entfaltet.

      So nähern sich der lineare Zeitstrahl und die mediale Erfahrung einander an.

      Alphabetisierte Religionen brechen aus dem zyklischen Zeitverständnis aus und werden messianisch.

      Und mit der Säkularisierung (von lat. saeculum, Jahrhundert, Jetztzeit) wird die medial-religiöse Linearität zur Vorstellung und Erwartung eines ständigen Fortschritts.

      Persönlich liebe ich ja das Musikstück „Time“ von Hans Zimmer. Doch die Tage zeigte mir K2 auch einen physikalisch-meditativen Zeit-Film, der innerhalb der letzten sechs Jahre bereits über 111 Millionen Abrufe auf YouTube erzielte!

      Hier „Timelapse of the Future“, deutsch „Zeitraffer der Zukunft: Eine Reise ans Ende der Zeit (4K)“ von Melodysheep:

      https://youtu.be/uD4izuDMUQA

      Was noch vor wenigen Jahrzehnten ein Thema für wenige Nerds wie uns war, @Peter, taugt längst auch zum mimetischen Hit! 😊🙌

      Es ist für mich bewegend und hoffnungsvoll, dass unser interdisziplinäres Dialog-Thema „Zeit“ derzeit wissenschaftlich, medial und auch religionsphilosophisch neue Dimensionen erreicht!

      What a time to be alive – Was für eine Zeit, die wir lebendig miterleben dürfen! 🤓🌍🕰️🤔💡

      • Guten Morgen, @Michael.
        Danke für den Link zu “Timelapse of the Future”! Das ist ja ein wahrer Ritt durch die Zeit! Sehr inspirierend.
        (Es müsste nur etwas langsamer abgespielt werden, denn man kommt mit dem Lesen der Textschnipsel fast nicht mit.)
        Spannendes Konzept.
        Um Planetarium gibt es ja die Filme, wo man virtuell von der Erde durch das Sonnensystem, dann durch die Galaxie, dann durch das Galaxien-Cluster reist und so weiter. Und der räumliche Massstab muss natürlich fortwährend vergrößert werden, sonst käme man nie an. Dasselbe machen sie hier mit der Zeitskala. Eine Art logarithmisches Timelapse sozusagen.

        • Vielen Dank, lieber @Peter Gutsche – und, ja, ich habe das Video auch mehrfach sehen müssen, um alle Aussagen zu durchdenken. Und dabei entdeckt, wie viele auch sehr beliebte Zeit-Videos es inzwischen gibt. Unser Dialogthema “Zeit” begeistert seit Jahren immer mehr und gerade auch jüngere Menschen!

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gutsche-1-das-raetsel-der-zeit-zeitfluss-und-vergaenglichkeit/

          Was mir gerade auch am Timelapse-Video so stark zusagt (und über vieles Spekulative gnädig hinwegsehen lässt) ist die gelungene Darstellung des Zeitparadox:

          Einerseits ist jedes Jahr und die Lebensspanne jeder Person vor der Perspektive von Jahrtrillionen unendlich klein. Doch zugleich ist jedes Jahr – so auch das gezeigte 2026 – und erst Recht jede Person einzigartig und unwiederholbar!

          Insofern spiegelt sich in jedem Leben auch jenes des Rabbis, nach dem unsere Erdenzeit bemessen wird. Und niemand muss religiös sein, um das zu verstehen.

          Ebenso bekommt jeder Moment und konkret auch jeder Dialog eine besondere Würde, zumal die wirklich interessierte Zuwendung zum Anderen neue Potentiale erschließt und damit in alle Zukunft hineinwirkt. Denn: Zeit emergiert, aber wiederholt sich nicht.

          Das ist der Grund, warum ich mich immer wieder bei Kommentierenden wie gerade auch Dir bedanke. Diese Dialoge in der Zeit bedeuten mir sehr viel.

          Und hier noch etwas zum Schmunzeln:

          Über welchen US-Präsidenten mussten dänische Abgeordnete je so sehr lachen wie über Donald “Grönland” Trump?

          https://www.youtube.com/shorts/SqHsb2cKydA

          Hab eine gute Nacht! 🤭

  2. Ob Geschichte sich wiederholt oder bloß reimt oder emergiert, hängt davon ab, ob für Sie jedes Jahr Ostern ist, oder ob für Sie jedes Ostern ein anderes Jahr ist. So oder so – solange Ostern von einer ausreichenden Masse Menschen getragen wird, können Sie Ostern nicht entkommen, und damit ist es Schicksal.

    Wenn dieses Schicksal keine reine Wiederholung, sondern eine Entwicklung nach sich zieht, nennt man es Trend. Aber auch ein Trend ist Schicksal, solange er von einer ausreichenden Masse Menschen getragen wird, und auch ihm können Sie nicht entkommen.

    Dass eine Stadt, die Geld für Löhne, doch zu wenig Arbeitskräfte hat, Menschen aus dem Umland aufsaugt, ist Schicksal. Dass diese vor allem aus dem näheren Umland kommen, ist Schicksal. Dass der Culture Clash dann nach dem Muster „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ abläuft, ist auch Schicksal.

    Natürlich verändert es das Schicksal, ob der Arbeitskräfte-Mangel dadurch kommt, dass die Wirtschaft schneller wächst als die Bevölkerung, oder dadurch, dass die Arbeitsbevölkerung schneller schrumpft als die Wirtschaft. Es gibt viele Faktoren und viele Details, die jedes Ostern und jede Migration einzigartig machen. Doch daran, dass sich Pack nicht nur schlägt, sondern auch verträgt, je nach Lust und Laune – ändern sie nix. Denn auch die menschliche Natur ist Schicksal, und vor der menschlichen Natur gibt es kein Entkommen.

    [Gekürzt wegen Überlänge und leider wieder zunehmendem Geschwurbel, M.B.]

    • Danke, @Paul S. – da Ihr Text doch einige interessante Punkte aufwirft, möchte ich ihm gerne Zeit (!) für ausführliche Antworten widmen.

      “Ob Geschichte sich wiederholt oder bloß reimt oder emergiert, hängt davon ab, ob für Sie jedes Jahr Ostern ist, oder ob für Sie jedes Ostern ein anderes Jahr ist.”

      Das ist sowohl physikalisch wie auch kulturell unwahr – jedes Jahr ist ein anderes Jahr und also auch jedes Ostern ein anderes Ostern. Genau deswegen wurde der Gelehrte Dionysius Exiguus von Papst Johannes I. um 525 nach Christus mit der Ausarbeitung eines Osterkalenders beauftragt – was zu unserer heutigen Weltzeitrechnung Anno Domini (AD, Im Jahr des Herrn, n.Chr.) führte. Die real emergierende Zeit hatte verschiedene Ostertermine und Kalender (etwa nach Konsuln und Kaisern) hervorgebracht, so dass genau diese Frage zu dem Kalender führte, der auch unsere Blog-Kommentare strukturiert.

      “So oder so – solange Ostern von einer ausreichenden Masse Menschen getragen wird, können Sie Ostern nicht entkommen, und damit ist es Schicksal.”

      Es ist Kultur – und damit in Zeiten der Globalisierung alle Menschen betreffend. Das Gleiche gilt ja auch für das chinesische Neujahrsfest, dessen Kung-Fu-Roboter hier auf “Natur des Glaubens” ebenfalls Thema waren:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/china-zwischen-demografischer-geburtenimplosion-und-ki-robotik-zukunft/

      “Wenn dieses Schicksal keine reine Wiederholung, sondern eine Entwicklung nach sich zieht, nennt man es Trend. Aber auch ein Trend ist Schicksal, solange er von einer ausreichenden Masse Menschen getragen wird, und auch ihm können Sie nicht entkommen.”

      Und damit haben Sie die Freiheit bereits selbst definiert: Im Gegensatz zu einer nur physikalischen Masse können wir Menschen uns entscheiden, welche Trends wir aufgreifen und welche nicht. So entscheide ich mich bewusst für Demokratie und Dialog, erneuerbare Friedensenergien und Pflanzenkost, aber auch etwa für Zeit für die Familie, die Wissenschaft und das Wissenschaftsbloggen. Und auch Ihre Kommentare tragen zur “Masse” bei, die den Aufschwung der Blogs in KI-Zeiten weiter beflügeln. Daher danke ich immer wieder herzlich!

      “Dass eine Stadt, die Geld für Löhne, doch zu wenig Arbeitskräfte hat, Menschen aus dem Umland aufsaugt, ist Schicksal. Dass diese vor allem aus dem näheren Umland kommen, ist Schicksal. Dass der Culture Clash dann nach dem Muster „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ abläuft, ist auch Schicksal.”

      Tja, nur findet in Baden-Württemberg nicht wirklich ein “Culture Clash” statt. Es gibt feindselige Dualisten und Dualistinnen quer durch alle Milieus, Kulturen und Weltanschauungen, doch der Anteil der interkulturellen Freundschaften und Familien wächst jeden einzelnen Tag. Die Menschen sind nicht dazu verdammt, einiger schlagendes “Pack” zu sein – sie bauen gemeinsam Zukunft, Häuser, Güter und ziehen gemeinsame Kinder groß.

      Heilig’s Blechle!

      https://www.youtube.com/shorts/6EP4S7tKOwU

      “Natürlich verändert es das Schicksal, ob der Arbeitskräfte-Mangel dadurch kommt, dass die Wirtschaft schneller wächst als die Bevölkerung, oder dadurch, dass die Arbeitsbevölkerung schneller schrumpft als die Wirtschaft. Es gibt viele Faktoren und viele Details, die jedes Ostern und jede Migration einzigartig machen.”

      Genau so ist es und genau das beschreibe ich: Meine Frau und ich begehen ja schon seit Jahrzehnten unsere religiöse Zeiten und Feste gemeinsam. Doch von der großen Ausnahme ist das zunehmend zum Alltag von immer mehr Menschen in Baden-Württemberg geworden – und inzwischen längst vor allem in deutscher Sprache.

      Es gibt eben nur einmal ein Ostern 2026, ebenso wie es nur einmal den Ramadan 1447 und das Pessach 5786 gibt (aus dem wiederum Ostern hervorging).

      Das Pessach-Fest, auch Passah oder Pesach genannt, ist eines der wichtigsten jüdischen Feste. Es ist eines der Hochfeste im jüdischen Kalender. Zu Pessach wird an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei von den Pharaonen und ihrem Auszug aus Ägypten erinnert. Die Exodus-Erzählung im zweiten Buch Mose berichtet davon: Vom Leid der Israeliten und von ihrer Flucht. […]

      Auch für Christen hat das Pessachfest eine Bedeutung: Nach den neutestamentlichen Berichten war die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern, das Abendmahl, ein Essen zum Pessachfest. Zudem sieht die christliche Theologie in Jesus das “Opferlamm” – ein Symbol, das ebenso auf Pessach verweist.

      Pessach zu feiern heißt, sich immer wieder neu die Frage zu stellen, was Freiheit bedeutet. Denn Freiheit ist keineswegs selbstverständlich. Immer wieder muss sie neu erdacht und erkämpft werden.

      https://www.mdr.de/religion/religion/pessach-datum-bedeutung-geschichte-braeuche-110.html

      Und ebenso gibt es auch Sie, @Paul S., in aller Zeit nur ein einziges Mal. Und Sie benennen sich auch hier in jafetischer Alphabetschrift nach einer biblischen Zentralfigur – einem jüdischen Rabbinerschüler, der ein großer Verkünder des Rabbi Jesus von Nazareth wurde.

      In diesem Sinne: Ihnen gesegnete, heilige Zeiten und noch viele frohe Ostern! 🤓🙏🖖

    • Herzlichen Dank, @Vitalij – so ist es! 🤓🙌

      Weil ich schon so viel zum Thema der emergent-linearen Zeit und der Solarpunk-Perspektive geschrieben habe, vermag es Felo.ai bereits präzise zusammen zu fassen:

      Dr. Michael Blume, Religionswissenschaftler und Antisemitismusbeauftragter von Baden-Württemberg, verbindet das Konzept der emergierenden Zeit mit Solarpunk-Hoffnungsbildern, um ein handlungsorientiertes Gegenmodell zu apokalyptischem Denken und fossilem Fatalismus zu entwerfen.

      Er nutzt Solarpunk nicht als ferne Utopie, sondern als Werkzeug für **Selbstwirksamkeit** im Hier und Jetzt, um eine post-fossile, demokratische Zukunft aktiv entstehen zu lassen („emergieren“).

      Hier sind die zentralen Aspekte seiner Kombination dieser Konzepte:

      ### 1. Solarpunk als gelebte Emergenz statt ferner Utopie

      Blume interpretiert Solarpunk nicht als passive Träumerei einer perfekten Endzeit, sondern als einen Prozess, der **bereits heute beginnt**. Für ihn ist Solarpunk „mehr als Utopie“, da er von Menschen bereits gelebt wird, die durch ihr Handeln eine neue Realität entstehen lassen (Emergenz)[2].
      * **Aktives Handeln:** Eine Solarpunkerin, ein Solarpunk sind für Blume Personen, die sich nicht nur eine post-fossile Welt vorstellen, sondern ihr Verhalten heute ändern, um diese Zukunft herbeizuführen (z. B. durch Nutzung von Wärmepumpen, Solaranlagen und Elektromobilität)[3].
      * **Gegenwartsorientierung:** Anstatt auf eine Entscheidung durch nationale Eliten oder eine ferne Erlösung zu warten, betont Blume die sofortige Machbarkeit auf privater und kommunaler Ebene[3].

      ### 2. Energiedemokratie als Antwort auf fossilen Fatalismus

      Blume verknüpft sein Verständnis von Zeit und Geschichte eng mit der Energiefrage. Er argumentiert, dass fossile Ressourcen (Öl, Gas) oft zu Diktaturen, Kriegen und der Finanzierung von Terror und Antisemitismus führen („Fluch der fossilen Ressourcen“)[3].
      * **Überwindung der Ohnmacht:** Fossile Systeme erzeugen Abhängigkeiten und das Gefühl von Machtlosigkeit (Fatalismus). Solarpunk hingegen setzt auf „Energiedemokratie“, die Frieden und Freiheit fördert, indem sie Abhängigkeiten von Autokratien beendet[2][3].
      * **Friedensenergien:** Er bezeichnet Erneuerbare Energien als „Friedensenergien“. Das Hoffnungsbild besteht darin, dass durch dezentrale Energieerzeugung die Finanzierungsquellen für totalitäre Regime (wie den Iran oder Russland) versiegen[3].

      ### 3. Abgrenzung gegen Apokalypse und „Langzeitismus“

      Blume nutzt Solarpunk-Bilder, um sich gegen düstere Zukunftsvisionen zu stellen.
      * **Gegen Dystopien:** Er warnt vor einem „sozialdarwinistischen Faschismus“ in Form des „Langzeitismus“ (Longtermism), der das Leid heutiger Menschen zugunsten einer abstrakten fernen Zukunft oder einer technokratischen Elite in Kauf nimmt[4].
      * **Solarpopper:** Blume griff spielerisch die Beschimpfung als „Solarpopper“ auf, um die popkulturelle und zugängliche Seite dieser Bewegung zu betonen, die Freude an der Veränderung statt Verzichtspredigten in den Mittelpunkt stellt[1].

      Zusammenfassend kombiniert Blume diese Konzepte, indem er die **Zukunft als offen und gestaltbar (emergent)** definiert. Solarpunk dient dabei als das konkrete Narrativ, das Menschen befähigt, sich aus der fossilen Abhängigkeit zu lösen und durch technologische sowie gesellschaftliche Innovationen („Solar“) eine friedlichere Welt („Punk“ gegen das als vermeintlich unveränderlich und fossil Etablierte) zu bauen.

      [1] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114352277719543718
      [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/
      [3] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
      [4] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/langzeitismus-der-kommende-faschismus-feiert-die-klimakrise-fossiler-wahnsinn-3/
      [5] https://metamoderna.org/category/uncategorized/page/6/
      [6] https://www.researchgate.net/publication/397374024_No_91_2025_Ecowitches_Ecofeminism_and_Earth_Repair_Symbiotic_Posthuman_Narratives_in_the_Age_of_the_Symbiocene
      [7] https://www.facebook.com/groups/FantasyFaction/posts/3827909587518207/
      [8] https://talksandlectures.aec.at/?id=448
      [9] https://fromtheheartofeurope.eu/2024/01/

  3. Der Blick auf das Positive. Und da gibt es viel zu betrachten, was sich speziell seit Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelt hat, z. B. eine Ausweitung der Antidiskriminierung und einer generellen Toleranz. Und diese werfen einen großen Schatten, in dem sich die Mächtigen und Ewiggestrigen furchtsam radikalisieren, weil sie fürchten, an Macht und Privilegien zu verlieren.

    Deswegen ist es kein Zufall, dass genau jetzt so viel schlechte Energie sich Bahn bricht. So stehen z. B. die weißen Rassisten der USA mit dem Rücken zur Wand. Sie wissen ganz genau, dass die Zeit ihrer Dominanz endgültig vorüber ist, wenn sie nicht sofort handeln, um ein multikulturelles Amerika doch noch zu verhindern. Sie wissen, dass sie am verlieren sind.

    Viel Feind, viel Ehr.

    • Ganz genau, lieber @Hui Haunebuh – Du hast es m.E. korrekt erfasst!

      Gerade “weil” die Menschen verschiedener und keiner Religion in Deutschland und insbesondere in Baden-Württemberg friedlich, zunehmend dialogisch und also immer besser zusammenleben, prasseln Hass und Hetze von dualistischen Versagern auf uns nieder.

      Aufregung über Werbekampagne zu Ramadan
      Stand: 27.02.2026 • 13:14 Uhr

      In den sozialen Netzwerken sorgt die Werbekampagne einer Fast-Food-Kette zu Ramadan für Ärger. Rechtsextreme schreiben von einer Islamisierung. Doch in Wahrheit ist diese Werbekampagne bereits mehrere Jahre alt.

      Von Pascal Siggelkow, SWR / ARD-faktenfinder

      https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ramadan-kampagne-mcdonalds-100.html

      Schon in meinem Buch “Rückzug oder Kreuzzug?” hatte ich aufgezeigt, dass die “Clash of Culture / Krieg der Zivilisationen”-These von Samuel Huntington (1927 – 2008) nachweislich widerlegt ist. Die allermeisten auch kriegerischen Konflikte finden “innerhalb” der sog. Kulturkreise statt – so aktuell im Sudan, zwischen Pakistan und Afghanistan und auch im Iran, wo das fossile und mörderische Regime Abertausende Protestierende abschlachten ließ. Vgl.:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-fossil-finanzierten-revolutionsgarden-als-die-heimlichen-herrscher-des-iran/

      Dir, lieber @Hui Haunebuh, bin ich auch ganz persönlich dankbar dafür, dass Du das Solarpunk-Potential der Zeit in die Zukunft lebst!. Dabei denke ich an Deine Investitionen daheim, aber auch an zahlreiche konstruktive Kommentare und Posts. Ich bin froh, dass sich unsere digitalen Wege gekreuzt haben und freue mich, immer wieder von Dir zu lesen! 🙏🙌

  4. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, feierten die christlichen Konfessionen in ähnlicher Form wohl kaum einmal gemeinsam. Gerade in Württemberg, wo sich Pietisten und Katholiken spinnefeind waren.

    Auch der angebliche Gegensatz zwischen städtischen Milieus und dem ländlichen Raum wird von Politikern bis heute immer wieder befeuert.

    Die aktuelle Ausgabe von “Spektrum Geschichte” kann ich mir heute noch am Stuttgarter Hbf besorgen. Ich freue mich auf die Lektüre. Danke für die Empfehlung.

    • Herzlichen Dank, @Marie H. – und volle Zustimmung!

      Als meine Frau und ich 1997 nach einem Jahr Verlobung heirateten, galt das noch als selten – so, wie wenige Jahrzehnte zuvor noch über katholisch-evangelische Ehen gestaunt wurde. Nach wie vor werden wir positiv auf “Eine Blume für Zehra” von Andreas Malessa angesprochen, hier auch ein kleiner Auszug:

      https://chrismon.de/artikel/2019/42709/christlich-muslimische-familie

      Insofern freue ich mich sehr über die wachsende Selbstverständlichkeit interkultureller und interreligiöser Freundschaften und Familien in Deutschland und insbesondere auch in Baden-Württemberg. Ich verstehe die Wut der feindseligen Dualisten sogar, die ja selbst in Hass und oft auch Einsamkeit versinken und also nicht damit klarkommen, dass das Miteinander der Religionen in “The Länd” insgesamt sehr gut funktioniert! Sie greifen uns an, “weil” unser Erfolg hier ihre Behauptung ad absurdum führt, ein friedvolles, dialogisches und demokratisches Miteinander sei unmöglich.

      Es ist möglich – und wird jeden Tag mehr gelebt.

      Ebenso ist der von Ihnen zu Recht benannte “angebliche Gegensatz zwischen städtischen Milieus und dem ländlichen Raum” gerade auch hier in Baden-Württemberg ein absurder Dualismus. Wir haben hier eine große Vielfalt von Mittelstädten – und gerade auch meine Heimatstadt Filderstadt ist aus mehreren zuvor eigenständigen Gemeinden zusammengewachsen.

      Viel Freude bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe von “Spektrum Geschichte”! Ich war und bin sehr begeistert und denke – da uns beide die Begeisterung für Geschichte verbindet -, dass Ihnen die Titelgeschichte sehr zusagen könnte.

      Vor 1500 Jahren suchte die Kirche nach einer einheitlichen Berechnung des Osterdatums. Auf dem Weg zur Lösung legte der Mönch Dionysius Exiguus fast nebenbei die Basis unserer heutigen Jahreszählung fest. Außerdem: Amelia Earharts Spuren im Pazifik, der älteste Kunststoff der Welt und mehr.

      https://www.spektrum.de/pdf/erfindung-der-zeitrechnung-spektrum-geschichte-1-2026/2296675

      Ihnen herzlichen Dank für unsere immer wieder anregenden Dialoge! 🙏🙌💡

  5. Manche Menschen können mit Veränderungen nur schlecht umgehen.

    Andererseits erinnere ich mich an die erste dt.-frz. Ehe, die in meinem Dorf in den 80er Jahren geschlossen wurde. Sowohl im Heimatort der Braut in Frankreich, als auch bei uns überwog Freude über die Hochzeit. Das wäre in den 1950er Jahren schwieriger gewesen. Kennengelernt haben sich die beiden Partner übrigens durch die Städtepartnerschaft ihrer Heimatorte. Dies ist ein Zeichen, dass Versöhnung gelingen kann.

    Zeit heilt nicht alle Wunden. Aber mit der Zeit lernen sich ehemalige Feinde besser kennen und verstehen. Beide Seiten erkennen, dass wir alle in erster Linie Menschen sind. Nicht Nationalität, Konfession oder selbst politische Zugehörigkeit stehen dann im Vordergrund.

    Wir in Europa haben uns nach dem Zweiten Weltkrieg die Zeit genommen, mittels Städtepartnerschaften die “Anderen”.im Laufe der Zeit besser kennenzulernen und zu verstehen. Ob diese Erfahrungen auch in Zukunft tragen und kriegerische Konflikte verhindern werden? Vor 10 Jahren wäre ich davon zutiefst überzeugt gewesen. Heute bestehen leise Zweifel.

    Seit dem ersten Erscheinen der “Zeit” vor 80 Jahren haben sich die Medien stark verändert. Galten in den 70er und 80er Jahren viele Zeitungen als links, sind die Unterschiede der Konformität mit der angeblichen Interessenlage der Konsumierenden gewichen. Beispiel hierfür ist das Thema Migration.

    Leider haben mir die langen Wege von Stuttgart 21 gestern nicht erlaubt, mir den Lesestoff noch zu holen. Wird nachgeholt. Das Projekt S21 ist mittlerweile auf die Unendlichkeit angelegt. Als Reisender kann man für den Marathonlauf trainieren.

    Die Fastenzeit vor Ostern, aber auch der Ramadan haben mich schon lange fasziniert.

    Christen “fasteten” zur Zeit von Johann Sebastian Bach auch musikalisch (“tempus clausum”). Für die Sonntage der Fastenzeit in Leipzig musste Bach keine Kantaten komponieren.

    • Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – und, ja, dem Widerstand gegen als bedrohlich empfundene Veränderungen – die Reaktanz – sind wir wohl beide immer wieder begegnet.

      Auch das Interesse an Geschichte (deutsch) bzw. History (englisch) teilen wir ja, wobei mich die Tiefenstruktur der beiden Begriffe immer wieder berührt.

      In “Geschichte” tritt uns das bereits Geschehene als Ablagerung in der Vergangenheit gegenüber, das dann erst durch Geschichtsschreibung “historisiert” und für die Gegenwart und Zukunft relevant gemacht werde. Im englischen Hi-Story steht dagegen die Geschichtsschreibung schon am Anfang, die jedoch zahlreiche Perspektiven etwa schriftloser Völker und von Frauen (“Her-Story”) lange ausschloss.

      Als Student und dann Dozent an der Universität Tübingen war ich von der Professionalisierung der wissenschaftlichen Prognostik als “Zukunftsentwürfe” sehr angetan, habe jedoch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen nur jene Zukunftsprognosen gerne annehmen, die sie in ihren bisherigen Gewohnheiten und Anschauungen zu bestätigen scheinen.

      Entsprechend der heute früh begonnenen Kriegshandlungen zwischen Israel, den USA und Iran habe ich daher soeben einmal Felo.ai kritisch gepromptet:

      Hatten die langjährigen Warnungen von Dr. Michael Blume vor der fossilen Finanzierung der Diktaturen in Russland und Iran denn irgendeine beobachtbare Wirkung?

      Den KI-Ausgabetext halte ich für – leider – zutreffend:

      ## Warnungen vor fossiler Finanzierung von Diktaturen

      Dr. Michael Blume hat über Jahre hinweg vor der fossilen Finanzierung von Diktaturen in Russland und Iran gewarnt und dabei auf die Zusammenhänge zwischen Energieimporten, autoritären Regimen und geopolitischen Konflikten hingewiesen. Die beobachtbare Wirkung dieser Warnungen lässt sich differenziert betrachten:

      **Begrenzte unmittelbare politische Resonanz**

      Die direkten politischen Auswirkungen von Blumes Warnungen scheinen begrenzt gewesen zu sein. Er selbst berichtete, dass eine beruflich versendete Pressemitteilung gegen die fossile Finanzierung der Diktaturen im Iran und in Russland nur geringe Resonanz in den Medien fand[1][2]. Dies deutet darauf hin, dass seine Warnungen zumindest in der breiten Öffentlichkeit und bei Entscheidungsträgern nicht die erhoffte Aufmerksamkeit erhielten.

      **Fortgesetzte europäische Abhängigkeit**

      Die faktische Entwicklung zeigt, dass Europa trotz solcher Warnungen weiterhin erhebliche Summen für fossile Energieträger an Russland überwiesen hat. Blume selbst wies darauf hin, dass die EU-Mitgliedsländer für fossile Gewaltenergien deutlich mehr Geld an Russland zahlen als an die Ukraine – womit Europa faktisch die Kriege mitfinanziert, statt sie zu beenden[4]. Dies unterstreicht, dass seine Warnungen keine grundlegende Änderung der Energiepolitik bewirkten.

      **Wissenschaftliche und konzeptionelle Beiträge**

      Blumes Arbeiten haben jedoch zur wissenschaftlichen Diskussion beigetragen, indem er Konzepte wie den “Fossilismus” als zerstörerische Weltanschauung etablierte und die Verbindungen zwischen fossilen Energien, autoritären Strukturen und Konflikten systematisch analysierte[3]. Seine Bezugnahme auf die Rentierstaatstheorie und den Ressourcenfluch half, die strukturellen Zusammenhänge zwischen Öleinnahmen und Demokratiedefiziten zu verdeutlichen[4][7].

      **Langfristige Bewusstseinsbildung**

      Auch wenn unmittelbare politische Veränderungen ausblieben, trugen Blumes Warnungen zur langfristigen Bewusstseinsbildung bei. Seine Argumentation, dass erneuerbare Energien nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch “Friedensenergien” und “Freiheitsenergien” darstellen, die autoritäre Regime schwächen würden, bot einen alternativen Rahmen für die Energiedebatte[4].

      Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Michael Blumes Warnungen zwar wissenschaftlich fundiert waren und zur Diskussion beitrugen, aber keine unmittelbare, beobachtbare Wirkung auf die europäische Energiepolitik oder die Reduzierung fossiler Importe aus Russland und Iran hatten.

      [1] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114779182555340736
      [2] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114779165817514798
      [3] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-kann-nicht-alleine-militaerisch-besiegt-werden-er-ist-staerker-als-kapitalismus-und-sozialismus/
      [4] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/etwas-fuer-den-frieden-tun-fossile-gewaltenergien-reduzieren/
      [5] https://www.facebook.com/ThomHartmannProgram/posts/by-treating-sovereign-borders-and-international-law-as-optional-the-trump-regime/1441861800637396/
      [6] https://www.facebook.com/groups/2336339003505041/posts/2452029095269364/
      [7] https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
      [8] https://www.deutschlandfunk.de/instagram-106.html
      [9] https://d-nb.info/1123481407/34

        • Dafür fehlt mir weiterhin die strategische Tiefe gegen den Fossilismus, @Bernd… 🤔🤷‍♂️🔥

          So hatte ich ganz konkret im Juni 2025 beruflich eine Pressemitteilung herausgegeben, in der ich dringend vor der weiteren, fossilen Finanzierung von Iran & Russland warnte.

          Doch so gut wie kein Medium außerhalb des #Fediverse griff die PM auf…

          #Pressemitteilung #Fossilismus #Iran #Russland #Friedensenergien #Konzernmedien #Fediversum

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/medien-2025-live-wird-eine-pm-ueber-erneuerbare-friedensenergien-aufgegriffen/

          Habe deswegen nun gerade eine Mastodon-Umfrage gestartet:

          Würdest Du von Dir sagen, dass Du die Gefahren des gewalttätigen Fossilismus & die Potentiale erneuerbarer Friedensenergien erfasst hast? (1/2) #Fossilismus vs. erneuerbare #Friedensenergien #Iran #Russland #USA #Israel #EU #Krieg #Frieden #Rentierstaatstheorie #Politikwissenschaft

          https://sueden.social/@BlumeEvolution/116148351408774742

          Die Beteiligung läuft sich sehr gut an und ich bin gespannt auf die Ergebnisse und Diskussionen…
          Selbst innerhalb von Deutschland haben die fossilen Lobbyist:innen noch kaum an Einfluss verloren….

          • Wenn Trump und die Mullahs sich gegenseitig zerlegen, dann kann es nur Gewinner geben. Der Ölpreis wird erst einmal hochgehen, das wird den Umstieg auf erneuerbare Energien nur beschleunigen.

          • Lieben Dank & ja, @Bernd – neben dem Verlust an Menschenleben fällt schon jetzt wieder ein Teil der Kriegskosten auf jene zurück, die fossile Gewaltenergien für “billig” gehalten haben. Die Öl- und Gaspreise steigen und auch etwa Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi auf Tank- und Handelsschiffe sind leider denkbar.

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossile-gewaltenergien-finanzieren-die-kriege-und-antisemitismus-im-jemen/

            Und Christoph Brodesser teilte heute sogar ein Zitat von mir vom Juni 2025 auf Friendica:

            „Wir können die Regime in Russland und im Iran nicht alleine militärisch aufhalten, solange wir sie durch Erdgas und Erdöl finanzieren. Wie ich auch im Landtag von Baden-Württemberg schon gesagt habe, ist meine dringende Bitte an alle, zusätzlich zu militärischen Maßnahmen erneuerbare Friedensenergien und grünen Wasserstoffspeicher auszubauen und so die Finanzierung antisemitischer Regime und Terrorgruppen einzustellen. Staatliche Subventionierung von fossilen Rohstoffen wirken kontraproduktiv. Erneuerbare Energien gehören zur Kernkompetenz von Baden-Württemberg, stärken unsere Unabhängigkeit und die Sicherheit von Israel, der Ukraine und der Europäischen Union.“

            https://friendica.opensocial.space/display/8ffdf77c-2869-a2e8-72b0-cf8394798894

            Mir scheint es, dass viele Rechte vor allem Profit und viele Linke vor allem Recht haben wollen. Und doch gelingt es ihnen kaum noch, das Wachstum der erneuerbaren Friedensenergien, der Wissenschaften und des Solarpunk zu bremsen.

  6. Guten Morgen allerseits.

    Im Fediversum wurde der folgende Buchtipp gegeben wurde, für den ich sehr dankbar bin: “Vom Tempo der Welt : am Ende der Uhrzeit” von Karlheinz Geißler.

    Darüber bin ich auf die “Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik” gestoßen, deren Ziel es ist, “die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für das Zeitthema und den achtsamen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebenselement Zeit zu erhöhen.”

    Wenn man sich überlegt, dass (anti)soziale Konzernmedien als Geschäftsmodell unsere Aufmerksamkeit und damit Lebenszeit abgreifen (um eher schädliche Mechanismen wie Empörungssteigerung und Polarisierung bei allen vernetzten Menschen zu fördern), spräche also vieles dafür, aus Sicht eines achtsamen Umganges mit der Zeit diese Plattformen signifikant zu regulieren.

    Eine solche Regulierung könnte dazu beitragen, die negativen Auswirkungen dieser Geschäftsmodelle zu mildern und den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Zeit, und damit: Lebensqualität, zurückzugeben.

    In diesem Zusammenhang sehe ich auch eine schon ältere Anregung von Christian Stöcker, eine “CO2-Steuer auf Aufmerksamkeit” zu erheben (wie er in diesem sehr empfehlenswerten Gespräch mit Marc-Uwe Kling am Ende kurz erläutert).

    • Herzlichen Dank, lieber @Peter – von der “Gesellschaft für Zeitpolitik” in Berlin hatte ich bislang auch nur am Rande gelesen und freue mich darauf, diesen Pfaden zu folgen.

      Und vielleicht wird damit auch ein wenig deutlicher, warum ich gerade auch Dir für unsere interdisziplinären Zeit-Dialoge so dankbar bin! Nach dem allzu frühen Tod von Wolfgang Achtner (1957 – 2017) hatte ich oft das Gefühl, mit diesem Thema recht alleine zu sein.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zeit-zum-dialog-ueber-zeit-in-erinnerung-an-wolfgang-achtner-1957-2017/

      Auch heute Morgen habe ich daher erst mal ganz vorsichtig eröffnet:

      Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

      Das Durchdenken von #Zeit verbindet Physik bis Psychologie und Philosophie bis Politik- und Religionswissenschaft auf besondere Weise.

      Von „Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen.“ nach Hans #Blumenberg über die Zukunft-jetzt-Kritik von Jeanne #Hersch an den 68ern, der reaktionären #Reaktanz der #Rechtsmimesis bis zu den linearen Kalendern nur in alphabetisierten Religionen & der tätigen Hoffnung im #Solarpunk – Zeit für Zeit lohnt sich!

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116146745681024492

      Und schon wenig später erreichte mich ein Anruf, der mich schmerzhaft an die geringe Wirkung wissenschaftlicher Warnungen erinnerte:

      Seit 2015 & hier ausdrücklich 2019 in „Ölfluch & Antisemitismus“ warnte ich vor der fossilen Achse Putin, Chamenei & Katar. Denn über fossile Gewaltenergien finanzieren wir die Gewalt, Terror & Kriege mit. (2/2) #Putin #Chamenei #Katar #Russland #Iran #Hamas #Hisbollah #Fossilismus #Krieg #Terrorismus #Antisemitismus

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116147243645192086

      Den verlinkten Artikel “Ölfluch & Antisemitismus” wider der fossilen und mörderischen Diktaturen von Putin & Chamenei dürftest Du ggf. schon kennen:

      https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/

      Persönlich schaue ich gerade den spannenden Terra X-Trialog “Idiocracy: Zu dumm für die Zukunft? | Jasmina Neudecker, Harald Lesch & Aladin El-Mafaalani”, den der auch hier aktive @Hui Haunebuh empfohlen hat:

      https://www.youtube.com/live/WOMW51H15eQ

      Ich danke Dir und allen Mitwirkenden für die gemeinsame und dialogische Arbeit am Thema Zeit! 🙌👍

  7. @ Michael Blume 28.02.2026, 11:14 Uhr

    Zitat KI: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Michael Blumes Warnungen zwar wissenschaftlich fundiert waren und zur Diskussion beitrugen, aber keine unmittelbare, beobachtbare Wirkung auf die europäische Energiepolitik oder die Reduzierung fossiler Importe aus Russland und Iran hatten.“

    Ihre „Rentierstaatstheorie“ und der „Ressourcenfluch“ mag von akademisch – wissenschaftlichem Interesse sein, auch eine Werbung gegen die fossilen Energien ist immer gut. Es gibt nun einmal einen Trend zu sauberen Energien. Vom Pferdedreck in den Straßen, den Braunkohlenmief, zum E Auto und der Wärmepumpe. Nur ist die Ökonomie und die technische Realisierbarkeit entscheidend, nicht die Ideologie.

    Man könnte sich im Gedankenexperiment vorstellen, es wäre in der Ukraine umgekehrt gekommen.

    Die Ukraine hat ihren „großen Traum“ durchgesetzt, die Russen haben artig alles akzeptiert, dass ihre Flotte ohne Hafen im Schwarzen Meer herumirrt.

    Sie haben auch gerne eine von der Ukrainern bestimmte Persönlichkeit, z.B. den Nawalny, als neuen Staatschef akzeptiert. Natürlich auch dass die Verfügungsgewalt über die Bodenschätze an die westlichen Kapitalanleger übergeht. Die Russen dürften natürlich die Bodenschätze in Sklavenarbeit abbauen….

    Da man nicht davon ausgehen kann, die Kapitalanleger würden freiwillig auf die Einnahmen aus den fossilen Energien verzichten, ändert sich praktisch nichts…. Alles geht den ökonomischen und technisch realistischen Weg…..

    Die Ukrainer wären zum reichsten Land der Welt geworden.
    Träume sind Schäume….

    • Ach, @Realo – wird Ihnen die tyrannophile Verteidigung des Fossilisten Putin nicht langsam mal langweilig? 🤭

      Tatsache ist doch, dass sich zuletzt weder die Sowjetunion noch das kaum weniger imperialistische Russland ohne die Einnahmen aus Erdöl- und Erdgas-Exporten hätten finanzieren können. Hätte also die Europäische Union – wie unter anderem von mir seit 2015 in “Öl- und Glaubenskriege” oder 2017 in “Islam in der Krise” je dringend empfohlen – schneller den Wechsel von fossilen auf erneuerbare Energieträger vollzogen, dann hätte Ihr geliebter Putin deutlich weniger Geld für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine gehabt. Und auch andere fossile Regime wie jenes des Iran sowie Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah wären früher pleite gegangen. Habe all dies auch bereits 2019 in “Vom Ölfluch und Antisemitismus” geschrieben:

      https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/

      Und was Ihr Pseudo-Argument von der angeblichen Nichtmachbarkeit erneuerbarer Friedensenergien angeht, so sehen wir doch gerade schon einen weltweiten Solarboom – weil Solarenergie längst billiger ist als jede andere Energieform. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die Menschen etwa in Pakistan oder Sierra Leone würden aus ideologischen Gründen Solarkraft in Rekordmengen installieren? Sie tun das, weil es sich längst lohnt.

      Und mit dem Krieg gegen das fossile und massenmörderische Regime im Iran einschließlich der Sperrung der Straße von Hormus schießen die Preise für Erdöl und Erdgas gerade noch einmal in die Höhe – blöd für alle, die sich bisher gegen Elektroautos und Wärmepumpen gestemmt haben.

      Falls Sie mal von Ihrer Kriecherei gegenüber fossilen Diktatoren runterkommen wollen: Am 22.09.2025 sprach die christdemokratische EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) beim Global Renewables Summit in New York mit starken Argumenten für einen post-fossilen Energieglauben, für erneuerbare Friedens-, Sicherheits- und Wohlstandsenergien.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-der-eu-kommissionspraesidentin-ursula-von-der-leyen-cdu-evp-fuer-den-globalen-ausbau-erneuerbarer-friedensenergien/

      Habe auch gerade heute auf Mastodon nachgefragt:

      Würdest Du von Dir sagen, dass Du die Gefahren des gewalttätigen Fossilismus & die Potentiale erneuerbarer Friedensenergien erfasst hast? (1/2) #Fossilismus vs. erneuerbare #Friedensenergien #Iran #Russland #USA #Israel #EU #Krieg #Frieden #Rentierstaatstheorie #Politikwissenschaft

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116148351408774742

      Von aktuell 172 Antworten entfielen 75% (!) auf: Ja, ich verstehe die Zusammenhänge.

      Immerhin 24% wählten: Habe eine grobe Idee.

      Und nur noch 1%, ein Prozent gab an: Nein, da klingelt nix.

      Keine oder eine andere Meinung wählte ebenfalls nur ein Prozent.

      Sie sehen: Ich nutze sowohl das Fediversum wie auch Ihre Putinknechterei gerne, um über die Gefahren fossiler Gewaltenergien und die Chancen erneuerbarer Friedensenergien zu informieren! 🤓📗💡

  8. @Realo
    28.02.2026, 19:31 Uhr

    Die Ukraine hat ihren „großen Traum“ durchgesetzt, die Russen haben artig alles akzeptiert, dass ihre Flotte ohne Hafen im Schwarzen Meer herumirrt.

    Russland muss einfach damit leben, dass seine Wünsche nach territorialer Expansion seinen Nachbarn nicht passen.
    Die Gründung der Schwarzmeerflotte war eng verbunden mit den territorialen Gewinnen Russlands damals.
    Davon träumt man dort heute immer noch, das muss aber keiner akzeptieren. Und wirklich demokratisch orientierte Menschen tun das auch nicht, nur wer in ähnlich undemokratischen und absolutistischen / menschenverachtenden Bahnen denkt wie Putin findet daran irgendetwas verständlich.
    Wenn wir schon von realistisch reden: Realistisch und vernünftig ist es, Russland die Schwarzmeerflotte wegzunehmen / unbezahlbar / unnutzbar zu machen.
    Jedenfalls wenn man möchte das Russlands Nachbarn in Frieden leben können. Meine ich zumindest.
    Von der Tatsache abgesehen das man in Russland verschlafen hat wie verwundbar die Flotte durch die Veränderung der Militärtechnik geworden ist. Vollkommen unrealistisch 😉 gibt man sich da Träumen von “glanzvoller Vergangenheit” hin …

    • Herzlichen Dank, @Uli Schoppe 🙏👍

      Der @Realo muss wohl gerade erst verdauen, dass mit dem sog. “Revolutionsführer” Ali Chamenei ein weiterer Verbündeter seines fossilen Lieblingstyrannen Wladimir Putin getötet worden sein soll.

      Nach Angaben von US-Präsident Trump ist Irans oberster Führer Ajatollah Chamenei bei den Luftangriffen der USA und Israels getötet worden. Zuvor hatte bereits Israels Premier Netanjahu mitgeteilt, es gebe Hinweise auf dessen Tod.

      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-chamenei-tot-100.html

      Für das seit Jahrzehnten unterdrückte, iranische Volk ist das eine sehr gute, hoffnungsvolle Nachricht. Das Zeitalter des Fossilismus geht zu Ende, wenn auch leider mit viel Blutvergießen.

      Warum haben die Konzern- und Qualitätsmedien beim Aufzeigen der fossilen Zusammenhänge bisher versagt?

      Auf Mastodon habe ich dazu drei Hypothesen in den Ring geworfen:

      1. #Reaktanz – Menschen (auch in den #Medien) blocken Wissenschaft ab, wenn sie die eigenen Gewohnheiten hinterfragt

      2. Fossiler #Lobbyismus – gerade auch Qualitätsmedien wollen nicht ihre Werbekunden verprellen

      3. #Mimesis – Wissenssilos: Menschen haben gelernt, #Energie – und #Sicherheitspolitik getrennt zu denken. Die Querverbindungen wirken ungewohnt, bis sie einmal verstanden wurden.

      Klar könnten aber auch mehrere Faktoren zutreffen…

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116149469171641598

      Die Diskussion dort ist schon sehr rege und könnte in den nächsten Tagen weiter an Fahrt gewinnen.

  9. @Realo 28.02. 19:31

    „Nur ist die Ökonomie und die technische Realisierbarkeit entscheidend, nicht die Ideologie.“

    Ideologie kann motivieren, aber die Energiewende muss auch ökonomisch und technisch realisierbar sein. Es wird hier und da sogar billiger als die fossilen Versionen, darf aber auch mal etwas mehr kosten. Wenn eben die Nebenkosten der fossilen Technik dann nicht mehr anfallen, kommen auch die Mehrkosten sehr schnell wieder herein.

    „Die Ukraine hat ihren „großen Traum“ durchgesetzt, die Russen haben artig alles akzeptiert, dass ihre Flotte ohne Hafen im Schwarzen Meer herumirrt.“

    Tja, immer wieder muss ich hier darauf hinweisen, dass wir Putin die Krim und den Donbass defakto überlassen haben. Und auch die Ukraine wohl kaum im Alleingang je versucht hätte, sich die verlorenen Gebiete zurück zu holen.

    Putin versucht hier völlig sinnlos noch mehr Herrschaftsgebiete zu erobern, und hat sich dabei anscheinend auch noch völlig überschätzt. Und hofft jetzt offenbar nur noch darauf, dass Trump aus der Nato komplett aussteigt.

    Wie dann die militärische Lage für die nächsten Jahre aussieht, kann ich jetzt nicht beurteilen. Wenn sich dann auch noch Europa selber zerlegt, weil zuviele Realos unterwegs sind, dann wir es aber auf jeden Fall schwieriger für uns.

    Ich kann kaum einschätzen, wie dieser anscheinend hauptsächlich mit Drohnen geführte Krieg konkret weitergeht. Und wie effektiv gerade die EU in entsprechende Drohnen und Drohnenabwehrtechnik einsteigt. Man hätte jetzt auf dem konkreten Schlachtfeld jederzeit reichlich Gelegenheit alle Neuentwicklungen sofort unter Realbedingungen zu testen, und dann immer weiter zu entwickeln.

    Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Kriegstechnik sehr kurzfristig erst mitten im Krieg weiterentwickelt.

    Ich selber war zu meinen Dienstzeiten in einem Jägerbatallion mit 105-mm-Mörsergeschütz auf unseren MTVs unterwegs. Bis wir mal unsere Ziele angreifen konnten, vergingen etliche Viertelstunden, und die Treffgenauigkeit war allenfalls auf 100 Meter begrenzt. Und wir brauchten noch einen vorgeschobenen Beobachter, weil wir unsere Feuerstellungen ein paar Kilometer hinter der Front hatten, um nicht von gegnerischen Panzern angegriffen zu werden.

    Drohnen können da offenbar sehr viel mehr, schnell, flexibel und so treffgenau, dass auch sehr viel kleinerer Sprengköpfe wesentlich effektiver wären als unsere 10-Kg-Granaten.

  10. @ Uli Schoppe 28.02.2026, 22:05 Uhr

    Zitat: „Russland muss einfach damit leben, dass seine Wünsche nach territorialer Expansion seinen Nachbarn nicht passen.“

    Ist Ihnen die Nato Osterweiterung entgangen? Die Nato ist territorial nach dem WK2 Richtung Russland expandiert, nicht Russland ist gegen den Westen expandiert!!

    Wäre es umgekehrt gewesen, wenn z.B. „geschmierte Linke“ die Russen (WP) um Hilfe gebeten hätten, (z.B. nach einen Putschversuch), hätte ich am eisernen Vorhang, ungefähr 1965 beim Wehrdienst, meine Heimat verteidigen müssen und das auch freiwillig unter Einsatz meines Lebens getan.

    Nur war mir sonnenklar, käme es theoretisch umgekehrt, wir würden Richtung Osten ziehen, was mir allerdings nach den Erfahrungen meiner Elterngeneration beim WK2 unmöglich schien, so würden die Russen ihre Heimat verteidigen.

    Ich habe mich durchaus gewundert, dass die Russen den Verlust Polens ohne viel „Theater“ verkraftet haben. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie wären froh, dass sie die ewig „aufmüpfigen Polen“ los geworden sind….

    Der Flottenhafen Sewastopol gehört seit 1783 den Russen. Den würden doch die Russen niemals herausrücken, so wie Amerika ehemals Pearl Harbor nicht an die Japaner herausgerückt haben…

    Die Russen finden es als „ungerecht“, wenn sie der Ukraine die Unabhängigkeit von Russland gestattet haben, aber die Ukrainer den in der Ostukraine lebenden Russen die Unabhängigkeit verweigern wollen….

    Natürlich träumten die Ukrainer auch davon, die Russen mit Transitgebühren und Zöllen fest abzuzocken, wenn die Russen keine geeigneten eigenen Häfen mehr haben.

    Dazu kam, dass die Ukrainer bestimmte Persönlichkeiten, z.B. womöglich den Nawalny, den Russen als neuen Staatschef „vorschreiben“ wollten. Offensichtlich darum, um sich selber die Verfügungsgewalt über die russischen Bodenschätze unterm Nagel zu reißen. Die Russen dürften natürlich die Bodenschätze in Sklavenarbeit abbauen….

    Welcher Staat ist schon so blöd, bei 5 000 Atombomben in der Hinterhand, sich derartiges gefallen zu lassen????

    Meine sachlich rationale Denke habe ich mir im Geschichtsunterricht aufgerissen. Man wollte ehemals verhindern, dass man uns jeden Blödsinn einreden kann, wie unserer Elterngeneration….

    Ideologien/Religionen dienten auch dazu, Vorwände zu liefern, um mittels „vorgegebener edler Werte“ die Kriegslüsternheit und Ausbeutbarkeit zu fördern.

    Es geht schlicht und einfach um Ressourcen um die gekämpft wird. Keiner lässt sich etwas abnehmen, schon gar nicht 5 000 Atombomben…..

    Zitat: „Wenn wir schon von realistisch reden: Realistisch und vernünftig ist es, Russland die Schwarzmeerflotte wegzunehmen / unbezahlbar / unnutzbar zu machen.“

    Wenn man dem „nackten deutschen Kanonenfutter“ die Häfen samt der Flotte abknöpfen wollte, könnten Sie so argumentieren. Wir könnten nur noch “weinen”. Wenn man derartiges bei einem großen Atomstaat versucht, ist es purer Selbstmord….

    Die Häfen werden benötigt um seinen internationalen Handelsgeschäften nachgehen zu können. Zum Schutz dieser Routen gibt es übrigens auch die Atom U Boote…..

    @Blume

    Ali Chamenei versuchte, mit der „Religionsmasche“ seine „Wünsche“ brutal durchzusetzen. Das ist ein alter Hut. Aber wer lässt sich schon vernichten? Die Juden jedenfalls nicht….

    Übrigens: Die Revolutionsgarden, die um ihre Existenz ringen, dürften im Iran nicht gerade eine Minderheit sein?????

    Menschen blocken Wissenschaft ab, wenn es ihnen an den „Kragen“ geht.
    200 000 Euro für eine Haussanierung, wegen der Ölheizung, können sich viele Menschen nicht leisten…..

    • @Realo 01.03.2026 12:16 Uhr

      Schon die Gründung der NATO war ja die direkte Antwort auf die imperialistische Ausdehnung der Sowjetunion unter dem (gebürtigen Georgier), Diktator und Massenmörder Josef Stalin (1878 – 1953). Der ja auch damals bereits Gewalt- und Hungermorde an den Menschen in der Ukraine verübte – und auch deswegen von Ihrem fossilen Lieblingstyrannen Wladimir Putin wieder stark geehrt wird.

      Gerade auch aufgrund der bitteren Erfahrungen in der von Ihnen als “Russland” gelesenen Sowjetunion sind Polen und die baltischen Staaten so schnell wie möglich in die NATO und EU eingetreten – wie wir sehen, zu Recht. Die Ukraine war dabei so naiv, den Sicherheitsversprechen auch von Russland im “Budapester Memorandum” von 1994 zu vertrauen und ihre Atomwaffen abzugeben.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum

      Dass Sie als ergebener Putinknecht all das – wie auch das Millionenfache Leid russischer Menschen – zugunsten Ihres fossilen Herrn und Meisters weiterhin zu verdrängen versuchen, haben wir ja nun alle verstanden.

      Immerhin aber sind wir uns ja inzwischen einig, dass fossile Strukturen und Truppen nicht durch das Entfernen einzelner Zentralfiguren verschwinden. Habe heute Morgen dazu gepostet:

      Wir sind uns hoffentlich einig, dass die Entfernung mörderischer & fossiler Diktatoren immer eine gute Nachricht ist.

      Gleichwohl hilft die politikwissenschaftliche Rentierstaatstheorie und konkret der Fossilismus zu verstehen, warum fossile Regime nicht einfach durch die Verhaftung oder Tötung von Zentralfiguren zusammenbrechen. Demokratie & Frieden brauchen viel mehr.

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116152610515649693

      Ich danke Ihnen für die immer wieder gelungene Darstellung von Tyrannophilie und antidemokratischem Dualismus und wünsche Ihnen einen schönen und besinnlichen Sonntag!

  11. @ Tobias Jeckenburger 01.03.2026, 00:35 Uhr

    Ich bin für Solartechnik incl. Speicher, auch für Wärmepumpen,…. Allein wegen der Vorsorge gegen einen Blackout.

    Batterien für E Autos sind noch nicht voll ausgereift. Bei der Windtechnik bin ich mir unsicher. Es könnte partiell zur Trockenheit kommen.

    Zitat: „Tja, immer wieder muss ich hier darauf hinweisen, dass wir Putin die Krim und den Donbass defakto überlassen haben.“

    Wir, außer die Regierenden, schon, aber nicht die Ukraine. Ihre Verfassung erlaubt das nicht. Selbst wenn sie die Gebiete „vorübergehend“ abgeben müssten, sie wollen sie irgendwann, „wieder zurück“ haben.

    Deswegen wollen sie die Nato im Land, weil sie meinen, die würden (müssten) sie bei der Rückeroberung unterstützen. Aber die Nato hat natürlich Angst vor den russischen Atombomben….(Sie ist halt nicht der „kleine Bruder“, den man mit A Bomben „verschonen“ möchte).

    Würde Putin völlig sinnlos neue Herrschaftsgebiete erobern wollen, müsste er praktisch seine Bodenschätze mit denen „teilen“…. Kann mir vorstellen, dass er darauf nicht gerade „wild“ ist. Er braucht die Bodenschätze, die er ohnehin hat und freie Transitwege…. Früher wollte Russland, wie der Westen, seine Werte (Kommunismus) verbreiten. Die Werte sind ihnen heute offensichtlich egal…..

    D ist und wird praktisch wehrlos (ohne Atombomben) bleiben müssen. Die anderen Länder würden „los toben“ , würde D versuchen sich derartige Bomben zuzulegen….. Daher bleibt uns nur ein neutraler Friedenskurs….. „Kanonenfutter mit Drohnen“ ist höchstens besser als gar nichts. Ist doch ganz einfach.

    Drohnenkriege sind „Kriegsspielerei“. Letztlich läuft es auf einen Atomkrieg hinaus, wenn eine Atommacht zu verlieren droht, oder keiner bremst.

  12. @ Michael Blume 01.03.2026, 12:32 Uhr

    Man kann, und es ist auch völlig naheliegend, das man bei uns so argumentiert, wie Sie es z.B. bei den Umständen im Zusammenhang mit der Gründung der Nato tun.

    Es ist prinzipiell immer parteiisch und nur eine Seite der „Wahrheit“ wird berücksichtigt. Die andere Seite sieht es „diametral“.

    Die Argumentation bei der Diskussion eskalierte oft zum Krieg.

    Das war schon immer so und einer hat sich meistens durchgesetzt. Manche wollten in diesen, auch geistigen Mechanismen, den Darwinismus erkennen….

    Allerdings haben Atomkriege praktisch keine „Auslesekomponente“ mehr, weil alle Menschen gleichermaßen von der Auslese, besser gesagt „nicht Auslese“, betroffen sind. Die Schwachen wie die Starken, die Klugen wie die Dummen, die Kranken wie die Gesunden,….

    Ich meine halt, dass es typische Muster gibt, die immer wieder im Zusammenhang mit Kriegen auftauchen und wo man ansetzen sollte um Krieg eher zu vermeiden.

    Hungerkatastrophen gab es immer, erst mit modernen Methoden konnte diese verhindert werden.

    Bei den baltischen Staaten und den Anrainern der Ostsee ist es ganz einfach, vermeiden sie eine Behinderung der Russen beim ihrem Handel, sind womöglich kooperativ, werden sie in Ruhe gelassen, andernfalls eben nicht….. dann spielen sie mit dem Krieg.

    Natürlich wäre es „schön“ Macht zu haben und sie den Russen auch „spüren zu lassen“, nur das ist der erste Schritt zum Krieg….

    Ob die Ukraine Atombomben hat, oder nicht, wer in die Enge getrieben wird, kämpft ohne Rücksicht auf Verluste, mit allem was zur Verfügung steht.

    Es kommt zu einer Art von „Kampfparanoia“, man lässt es sich nicht gefallen, samt Flotten Hafen vom Meerzugang vertrieben zu werden, das eigene Leid ist einem egal… Dann wäre selbst ein Atomkrieg zwischen Russland und der Ukraine eine Option….

    Wir leben in einer interessanten Zeit. Man wird sehen, ob Regime (Iran) einfach durch die Verhaftung oder Tötung von Zentralfiguren zusammenbrechen. Der Iran hat möglicher Weise zu viele kleine „Zentralfiguren“, womöglich mehr als Demokraten….

    • @Realo 01.03.2026, 14:45 Uhr

      Sie formulieren aus einer Perspektive des a) egozentrischen Relativismus und dann b) Freund-Feind-Dualismus heraus – als wäre die historische Wahrheit a) frei wählbar und b) die Gründung der NATO das eigentliche Problem.

      Mit dieser “Logik” hätten auch Ihre Vorfahren sich auch schon Stalin so unterwerfen müssen, wie sie sich zuvor Hitler unterworfen hatten – denn auch Stalin marschierte mit Armeen bis nach Mitteleuropa ein, ließ Oppositionelle zu Abertausenden ermorden und verfügte über Atomwaffen.

      Sie, @Realo, wollen aus Feigheit die Freiheit und Würde von Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern dem fossilen Diktator Putin opfern. Und “übersehen” dabei, dass die fossilistisch-imperialistische Logik dann sofort weitere Staaten wie Moldawien, Litauen, Polen usw. erfassen würde.

      Sie könnten die drei Grund-Weltanschauungen auch entsprechend psychologisch unterscheiden:

      Egozentrischer Relativismus streitet Verantwortung für das Weltgeschehen sowie die Existenz einer objektiven Wahrheit ab und zielt nur auf das je egoistische Wohlergehen.

      Feindseliger Dualismus projiziert Konflikte und die eigene Verantwortung nach außen, bestreitet Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften und macht beispielsweise die NATO und die EU für die stalinistische Sowjetunion und zuletzt fossile Diktatur des Imperialisten Wladimir Putin verantwortlich.

      Der dialogische Monismus nimmt dagegen die Herausforderung an, im dialogischen Miteinander nach Wahrheit und Menschenwürde zu streben und auch selbst Verantwortung für das Wohlergehen von Mitwelt und Mitmenschen zu übernehmen.

      Zu Letzterem fehlt Ihnen, @Realo, gar nichts intellektuell, aber leider Haltung und Mut.

  13. @Realo 28.02. 19:31

    „Drohnenkriege sind „Kriegsspielerei“. Letztlich läuft es auf einen Atomkrieg hinaus, wenn eine Atommacht zu verlieren droht, oder keiner bremst.“

    Es reicht doch uns in der EU vollkommen aus, wenn Putins Truppen einfach nicht vorwärts kommen. Wenn sie schon gegen die Ukraine festhängen, wird es vermutlich direkt gegen Natostaaten auch nichts werden.

    So meine Hoffnung. Ein vernünftiger Putin hätte längst aufgegeben, aber er ist eben nicht vernünftig. Aber einen Atomkrieg starten, nur weil er eine ziemlich überflüssige Eroberung unbedingt durchziehen will, wäre wohl weniger wahrscheinlich. Zumal Russland durch uns überhaupt nicht bedroht wird.

    Die Friedenspläne, die auf dem Tisch liegen, gestehen Russland sogar die eroberten Gebiete zu. Wenn er militärisch nicht mehr kann, kann Putin jederzeit den Krieg beenden.

    Und muss nicht befürchten, dass die Ukraine dann weitermachen will. Das würden wir in der EU als Unterstützer der Ukraine nicht mitmachen, und umgehend alle Unterstützung einstellen.

    Derweil interessant finde ich die neuen Möglichkeiten des Drohneneinsatzes. Wo wir in Europa jetzt praktischerweise voll einsteigen können, angesichts der geplanten umfangreichen Aufrüstung.

  14. @Realo
    01.03.2026, 12:16 Uhr

    @ Uli Schoppe 28.02.2026, 22:05 Uhr

    Zitat: „Russland muss einfach damit leben, dass seine Wünsche nach territorialer Expansion seinen Nachbarn nicht passen.“

    Ist Ihnen die Nato Osterweiterung entgangen? Die Nato ist territorial nach dem WK2 Richtung Russland expandiert, nicht Russland ist gegen den Westen expandiert!!

    Ich weiß nicht wie man auf das schmale Brett kommen kann die NATO wäre in ihrer Organisationsform sowas wie ein Staat oder Imperium ^^

    Die NATO kann doch nicht als ein einzelnes Territorium betrachtet werden, auch wenn der Herr Putin in seiner gestörten Verblendung vieleicht glaubt. Sie ist vielmehr ein militärisches Bündnis, das die Territorien seiner Mitgliedstaaten schützt. Die Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten der NATO beziehen sich auf die Mitgliedstaaten und deren geografische Gebiete, nicht auf ein gemeinsames, übergeordnetes Territorium.
    Das ganze ist im Grunde ein Mythos (da sind wir ja hier richtig 🙂 ), den der Herr Putin verbreitet. Vieleicht schon aus dem Grund das sein Denken so eindimensional ist das er gar keine anderen Kathegorien mehr wahrnehmen kann. Was sein Verhalten allerhöchstens erklärt aber nirgends rechtfertigt.

    Putins Sichtweise auf die NATO als territorialen Block ist eine strategische Fehlinterpretation , die darauf abzielt, innenpolitische Unterstützung durch die angeblich vorhandene äußere Bedrohung (die einfach nicht vorhanden ist. Unabhängig was man von bestimmten Handlungen einzelner NATO Mitglieder denkt ist das ganz einfach Unsinn: Die NATO expandiert nicht, ihr wir BEIGETRETEN) zu mobilisieren und von den eigenen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen abzulenken. Diese Narrative sind nicht nur faktisch falsch, sondern auch gefährlich.
    Jeder Staat in Putins Reichweite muss nur in Richtung Ukraine schauen um zu sehen wie es einem geht wenn man sich nicht vor Putins Griff schützt.

    Du willst imperiale Gelüste sehen? Guckst Du Russland und Georgien, Moldawien, Estland, Lettland, Litauen.

    Was mit Svalbard ist wenn der Tyrann und Imperialist Putin in der Ukraine nicht zurecht kommt daran will ich gar nicht denken…

  15. @Realo 01.03. 14:45

    „Es ist prinzipiell immer parteiisch und nur eine Seite der „Wahrheit“ wird berücksichtigt. Die andere Seite sieht es „diametral“. Die Argumentation bei der Diskussion eskalierte oft zum Krieg.“

    @Uli Schoppe 01.03. 14:45

    „Ich weiß nicht wie man auf das schmale Brett kommen kann die NATO wäre in ihrer Organisationsform sowas wie ein Staat oder Imperium.“

    In der Tat ist die Nato wirklich ein Verteidigungsbündnis von freiwillig mitmachenden Staaten. Und die EU eine Basis für sehr florierende Zusammenarbeit. Da ist überhaupt nichts Imperiales dran.

    Anders der ehemalige Warschauer Pakt. Das waren von der Sowjetunion gewaltsam eroberte und beherrschte Länder. Die dann nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch zügig der Nato und der EU absolut freiwillig und selbstgewählt beigetreten sind.

    Putin ist dagegen ein reiner Gewaltherrscher, innen- wie außenpolitisch. Das ist einfach nicht dasselbe.

    Und Parteilichkeit ist uns hier nicht nur erlaubt, sondern m.E. dringend geboten. Auch wir lieben unsere Freiheit, und wünschen uns keinen Eroberer, der uns angreift. Und wehren uns vernünftigerweise gleich gemeinsam, und warten eben nicht ab, bis sich Putin ein Land nach dem Anderen unterwirft.

    Warum dieses Subjekt das jetzt überhaupt macht, weiß man nicht mehr. Das ist offenbar sehr schwer verständlich. Die Krim und Sewastopol kann es nicht gewesen sein. Das haben wir ihm doch ausdrücklich überlassen.

    Vermutlich kommt Putin mit sich selbst und seinem eigenen Land nicht klar. Und es gelingt vor lauter Oligarchenkorruption nicht, ein vernünftiges Zivilleben aufzubauen, in dem die Menschen selbstbestimmt leben und die Wirtschaft produktiv florieren kann. Es ist wohl einfach zu naheliegend, die Profite von Öl und Gas abzuschöpfen und das Geld einzusacken und zu verpulvern.

    • Danke für das Erstaunen, @Uli Schoppe 🙏🙂

      Der @Realo dreht nahezu jede Blogdiskussion auf Putin-Propaganda – und zwar zeitgleich auf mehreren Blogs. 🤭

      Viele ignorieren oder blocken ihn, ich halte seinen tyrannophilen Ausführungen jedoch für psychologisch und zeitgeschichtlich relevant. Aber wichtig: Sich nicht triggern und verausgaben lassen, aufgrund zunehmender Hyperindividualisierung und demografischer Vereinsamung wird ein solches Erregen von Aufmerksamkeit in Zukunft eher häufiger werden. Früher wurden solche Akteure einfach als „Trolle“ oder Cranks verspottet, aber ich denke, sie verweisen eben auch auf gesellschaftliche Trends.

      • Sich nicht triggern lassen ist ein guter Rat an der Stelle. Ich hatte schon einen Kommentar verfasst den ich gelöscht und statt dessen die Frage gepostet habe.

        Wieder zm Thema zu kommen wird jetzt bestimmt nicht einfach. Ich kann´s nicht. Das ist was wo ich eher mitlese aus Interesse 🙂

        • Ja, @Uli Schoppe – diese auch von @Realo angewandte Kommunikationsstrategie nennt sich “Derailing”. Dabei wird versucht, nahezu jedes Thema – wie hier religiös bedeutungsvolle Zeiten, Ramadan in Deutschland – zum Entgleisen zu bringen und auf das eigene Crank-Thema – hier wieder Putin-Propaganda – zu bringen.

          Ich empfehle, es spielerisch zu sehen und sich immer wieder auf die eigentlich wichtigen Themen zu besinnen. Wem wir unsere Aufmerksamkeit und Zeit schenken, gehört immerhin zu den wichtigsten Entscheidungen für unser Leben! Und gegen reale Argumente hat sich @Realo als tyrannophiler Putinknecht längst immunisiert… 🤭🤷‍♂️

  16. @ Uli Schoppe 01.03.2026, 15:28 Uhr

    Die NATO ist ein „Verteidigungsbündnis“. Praktisch gleichzeitig ein „Angreiferbündnis“.

    Würde in Russland nur „Sauerkraut“ wachsen, wäre es völlig uninteressant. Es würde den Ukraine Krieg nicht geben.

    Allerdings erwecken die Bodenschätze Begehrlichkeiten…..

    Letztlich wollte sich die Nato irgendwann auf die „russischen Bodenschätze“ erweitern. Ukrainische „Nazis“ haben das im Internet begeistert in die Welt „hinaus posaunt“ und das wirkte recht glaubhaft, weil viele Kriegshandlungen keinen anderen Grund haben als sich fremde Ressourcen unterm Nagel zu reißen….

    Westmarionetten sollten an der Staatsspitze Russlands installiert werden. Besonders typisch: Die Russen sollten samt den Flottenhafen vom Schwarzen Meer vertrieben werden.

    Diese Ressourcen (Bodenschätze) sollte das Westkapital verwalten und die Gewinne einsacken, nicht die Russen selbst. Es wird versucht, die Russen von den internationalen Handelswegen abzuschneiden.

    Letztlich lauter typische „Erniedrigungen“ die sich Russland nicht gefallen lässt.

    Die Nato Erweiterungskandidaten wurden mittels großzügiger Kredite geködert. Jetzt scheint es so, dass der Satz: “Außer Spesen nichts gewesen“ genau zutrifft…..

    Russland hat dies Nato Osterweiterung beendet. Sowohl in Russland als auch in Belarus wurde der Versuch der „Freunde des Westens“ gestoppt.

    Bei den organisierten Demos haben zwar, nehmen wir einmal an, rund 100 000 bis 200 000 Menschen teilgenommen, aber in Belarus haben die „restlichen“ 9 Millionen Einwohner nicht teilgenommen…. Ein kleiner „Schönheitsfehler“ bei allen Demos und bei den Putsch Inszenierungen.

    Der NATO wird BEIGETRETEN, nach einer entsprechenden „finanziellen Motivation“ der Kandidaten. Natürlich nicht aller Menschen, sondern im Fall Russlands, besonders der Oberschichten.

    Bei uns hat man ehemals damit gerechnet, dass die „Unterschichten“ (Linke) mobilisiert werden könnte. Auch mit der Aussicht auf ein künftiges „Arbeiterparadies“ wurde damals geworben. Alles schon dagewesen….

    Man muss nur in Richtung Ukraine schauen um zu sehen, wie es einem geht, wenn man Grundregeln des Zusammenlebens nicht berücksichtigt, einen womöglich „Stärkeren“ auch noch demütigen möchte….

    „Svalbard“ ist sehr komplex, was dort alles, wegen der zunehmenden Bedeutung, geschehen könnte, daran will ich auch nicht denken…

  17. @Realo
    01.03.2026, 23:39 Uhr

    @ Uli Schoppe 01.03.2026, 15:28 Uhr

    Die NATO ist ein „Verteidigungsbündnis“. Praktisch gleichzeitig ein „Angreiferbündnis“.

    Das hat zwar schon wieder nichts mit dem Thema zu tun aber:
    Wenn hier wieder die Diskussion über den Kosovo aufgewärmt werden soll: Nein.
    Da mich das nur müde machen soll nur kurz:
    Die NATO-Intervention im Kosovo und der russische Angriff auf die Ukraine unterscheiden sich in ihren rechtlichen Grundlagen (an den Grundlagen des NATO Einsatzes kann man Kritik üben, das die russische Intervention gegen das Völkerrecht verstösst ist unbezweifelbar, Aggrressionsverbot definitiv gebrochen; Donezk und Luhansk sind keine souveränen Staaten … es gibt Unterschiede im Dutzend billiger. Das ist in meinen Augen Völ­ker­rechts­miss­brauch), Motivationen (die humanitären Ziele Russlands sind so offensichtlich nur vorgetäuscht, mir fällt gar nichts mehr ein …), militärischen Strategien (Luftkampagne Allied Force gegenüber aktiver militärischer Besetzung durch Russland) und internationalen Reaktionen grundlegend.

    weil viele Kriegshandlungen keinen anderen Grund haben als sich fremde Ressourcen unterm Nagel zu reißen….

    Du meinst sicher den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine? Da stimme ich zu.

    Letztlich lauter typische „Erniedrigungen“ die sich Russland nicht gefallen lässt.

    Welche typischen Erniedrigungen? Es gibt einfach keine.

  18. @ Uli Schoppe 02.03.2026, 03:08 Uhr

    Es ist völlig naheliegend, dass man auch hier im Blog immer wieder beim Thema Ukrainekrieg landet. Dr. Blume sind die „Friedensenergien“, die „Erneuerbaren Energien“ ein besonderes Anliegen.

    Den Zusammenhang mit Russland als fossiler Energielieferant, gibt es offensichtlich, wie auch naheliegend ist, dass den „Erneuerbaren“ die Zukunft gehört. Nur ganz so schnell geht es halt nicht. Die Autobatterien haben noch Entwicklungsbedarf. Im Gaza sind immer noch Eselskarren unterwegs….

    Die Nato Erweiterung ist für die Russen ein Faktum. Das Natogebiet wird zweifellos größer, das Russische Einflussgebiet kleiner.

    Denn Kosovo habe ich nicht erwähnt. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Russen mit der ihnen „auf den Pelz“ rückenden Nato, nicht einverstanden sind. Irgendwann wird sich die Nato die russischen Bodenschätze aneignen wollen…..

    Auch die Putsch Strategie des Westens z.B. Majdan, dürften die Russen weniger gut finden. Es ist nun einmal ein gewisser „Schönheitsfehler“ dass zwar einige Hunderttausend Menschen auf der Straße demonstrierend unterwegs sind, aber mehrere Millionen Menschen lieber zuhause bleiben….

    Ich habe mich durchaus gewundert, dass z.B. die ARD die vielen „Trauernden“ im Iran recht objektiv gezeigt haben. Die “Feiernden“ dürften im Iran derzeit eher in der Minderheit sein. Ich bin jedenfalls gegen das „Töten“ dass die Mullahs nicht lassen können….

    Ein Völkerrecht dass so interpretiert werden kann, dass zwar die Ukraine ein Recht auf Unabhängigkeit von Russland hat, aber nicht die Russen in der Ostukraine auch ein Recht auf Unabhängigkeit von der Ukraine, ist „mangelhaft“.

    Oder auch dass man den Russen ihren Flottenhafen Sewastopol samt Zugang, den sie seit 1783 nutzen, einfach abnehmen kann, scheint nicht logisch. Zumal der Verlust eines Kriegshafens als besonders demütigend gilt.

    Auch dass man über die Medien z.B. in Russland oder Belarus ganz offen mit der „Demokratiemasche“ Politiker, die offensichtlich „fremde, ausländische Interessen“ vertreten, installieren möchte, gehört sich einfach nicht. Darauf wurden wir ehemals im Geschichtsunterricht besonders aufmerksam gemacht.

    Wie schon gesagt, D als „Atomarer Habenichts“, muss sich alles gefallen lassen, könnte die Situation höchstens „beweinen“. Die Russen oder Amerikaner mit ihren jeweils rund 5 000 Atombomben schlagen einfach zu…. Das ist nun einmal die Realität. Irgendwann wird diese Realität auch den Ukrainern klar werden….

    Den Russen geht es in der Ukraine hauptsächlich um ihren Schwarzmeerzugang. Bodenschätze habe sie selber mehr als genug…. Im Norden (baltische Staaten) geht es um den Ostseezugang. Um diese Zugänge zu bewahren, werden Kriege geführt. War schon immer so….

    Die Ukrainer und der Westen, wollen sie genau von diesen Transitmöglichkeiten abschneiden, letztlich um die Russen zu „beherrschen“. Das nennt man auch Demütigung, oder Erniedrigung.

    Genau das werden sich die Russen nicht gefallen lassen, genau deswegen haben sie sich ihre 5 000 Atombomben zugelegt…..

  19. @ Michael Blume 02.03.2026, 09:17 Uhr

    Wenn ich recht informiert bin, ist der Islam Iranischer Ausprägung besonders „Opfer bereit“ und auch Kriegs lüstern. Sie bevorzugen das Töten, weil der ungläubige Gegner nach dem Tod sofort auf „ewig verdammt“ ist, sie selbst aber, sofort für ewig in die Nähe ihres Allah und zu den 70 Jungfrauen kommen.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es die Iraner (und wie viele?) es noch immer so sehen. Aber ein Risiko ist es jedenfalls…..

    Das ist für die Umgebung eine besondere Herausforderung. Man wird es nicht akzeptieren, dass sie zu Atombomben kommen. Würden sie die z.B. gegen Israel einsetzen, würde dies schwerste Verluste der Israelis, aber letztlich auch, bei den heutigen Möglichkeiten, die „Ausrottung“ der Iraner, praktisch einen Völkermord bedeuten. Der aber letztlich „Notwehr“ wäre….

    Ich möchte den „Realitäten des Lebens“ sachlich möglichst nahe kommen. Es sind „gedankliche Konstrukte“, die mich allerdings innerlich nicht wirklich berühren.

    In meiner ehemaligen 68er WG habe ich von Psychologiestudenten gelernt, Distanz zu halten, auch gegenüber den eigenen Gedanken.

    Kann mir höchsten, wenn ich mich selbst in einen „Psychologenmodus geswitcht“ habe vorstellen, wie man auf die Idee kommen kann, mich an „Unterwerfung zu begeistern“ oder einen „Politiker zu lieben“????

  20. @Realo 02.03. 08:22

    „Ein Völkerrecht dass so interpretiert werden kann, dass zwar die Ukraine ein Recht auf Unabhängigkeit von Russland hat, aber nicht die Russen in der Ostukraine auch ein Recht auf Unabhängigkeit von der Ukraine, ist „mangelhaft“.“

    Da ist auch m.E. was dran. Und wir haben die Annektion der Krim und des Donbass 2014 doch auch faktisch akzeptiert. Nicht offiziell, aber wir haben sogar noch Pipelines gebaut und weiter reichlich Gas importiert.

    Der neue Angriff 2022 war aber was ganz anderes.

    Wir hätten besser schon 2014 die Zusammenarbeit mit Russland beenden und selber aufrüsten sollen. Dann ginge es uns jetzt sehr viel besser. Aber hinterher ist man immer schlauer.

    „Auch dass man über die Medien z.B. in Russland oder Belarus ganz offen mit der „Demokratiemasche“ Politiker, die offensichtlich „fremde, ausländische Interessen“ vertreten, installieren möchte, gehört sich einfach nicht.“

    Wir lieben unsere Demokratien aus guten Gründen. Und dürfen das auch gerne woanders fördern. Auch die ukrainische Demokratie folgt kaum westlichen Interessen, sondern den Eigenen. Und eine Demokratie in Belarus würde das auch tun.

    Die Wahrung der eigenen Interessen und ein gute Zusammenarbeit mit der EU fallen doch weitgehend zusammen. Die EU ist eben kein Ausbeutungsregime, das von Tributen ihrer Vasallen lebt. Alle sind hier vollkommen freiwillig dabei. Und der ganze Laden lebt von einer guten Zusammenarbeit.

    Das macht hier doch den Unterschied.

  21. @Realo 02.03. 10:36

    „Ich möchte den „Realitäten des Lebens“ sachlich möglichst nahe kommen. Es sind „gedankliche Konstrukte“, die mich allerdings innerlich nicht wirklich berühren.“

    Keine Verantwortung gegenüber den eigenen Ansichten übernehmen muss jetzt aber auch nicht sein. Das hat ja nun auch Folgen, die über die eigene Existenz durchaus hinausgehen.

    Ich stell mir das eigene Leben als Teil eines globalen Mikrokulturprozesses vor. Und bin entsprechend nur ein einzelner Mensch, aber das allemal. Und im Dialog verbinden wir uns und unsere Ansichten, und wenn überhaupt, dann kommen wir genau so auch wirklich vorwärts.

    Und hier im Blog lesen auch noch eine Menge Leute mit. Im Prinzip bring schon das auch eine gewisse Verantwortung mit sich.

    Entsprechend kann ich nur empfehlen, sich hier um Qualität wirklich zu bemühen. Zumal wenigstens authentische Beiträge schon auch was wert sein können. Und als zuweilen wertvolle Diskussionsgrundlage taugen können.

  22. @ Tobias Jeckenburger

    Ich schätze unsere Demokratie. Dennoch kann ich verstehen, dass z.B. den Chinesen, der schnelle Weg zum breiten Wohlstand wichtiger war…

    Bin aber dagegen, Demokratie als Vorwand zu nutzen wenn es in Wirklichkeit um etwas ganz anderes geht. Im Ukrainekrieg geht es letztlich um Bodenschätze…..

    Aus Gründen der Fairness haben die Russen den Ukrainern angeblich zugestanden, dass die Ukrainer an den Gasgeschäften der Russen teilhaben durften, weil sie früher in schweren Zeiten, Lebensmittel an Russland geliefert haben.

    Heute hat Russland selber genug Getreide und ist sogar Konkurrent der Ukraine am Weltmarkt geworden. Im Westen gab es solche Abhängigkeiten nicht, man hat dafür kein Verständnis. Die Ukrainer und Russen sollen letztlich etwas in Streit geraten sein und die Ukrainer waren „schwer verbittert“ als die Russen einfach die 2 Pipelines gebaut und die Ukraine „umgangen“ haben…..

    Die schweren psychologischen Probleme kann ich natürlich nachvollziehen und ich wünsche beiden Ländern. dass sie die Probleme überwinden können. Zu einem Frieden kommen, der die Probleme endgültig korrekt behebt, den Menschen beider Volksgruppen nicht „weh tut“ und der Grundstein für eine künftige, möglichst erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt wird. Ähnlich wie zwischen Frankreich und Deutschland.

    Beide Staaten sollten höchst erfolgreiche, moderne Industriestaaten werden und Synergieeffekte bestens nutzen. Eine neutrale Ukraine könnt mit der ganzen Welt „gut Freund“ werden.

    Die Toten werden nicht mehr lebendig, aber sie könnten der ganzen Welt Vorbild werden und zeigen wie man heutzutage Frieden schließt….

    Ich meine, höchstens die Mathematiker sind imstande „wirkliche Wahrheiten“ innerhalb der Mathematik zu formulieren.

    Dass ich persönlich für die Corona und Grippeimpfungen bin, weil ich die allerbesten Erfahrungen damit gemacht habe, ist nun einmal meine Meinung.

    Aber ich verstehe auch eine Bekannte, die mit Arzneien (keine Impfungen) sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat und die gegen die Impfungen ist.

    In der Verwandtschaft hat sich sogar ein Paar getrennt, weil ihre Ansichten zu Impfungen zu verschieden waren…..

    Unsere sprachlichen Möglichkeiten, egal ob in der KI oder NI reichen nicht wirklich für absolut korrekte Formulierungen.

    In der Computertechnik angewendeten Programmiersprachen reichen so halbwegs um halbwegs funktionierende Computerprogramme zu erstellen….

    Ich bemühe mich mit meinen Beiträgen „der Realität näher zu kommen“.

  23. @Realo 02.03. 20:01

    „Bin aber dagegen, Demokratie als Vorwand zu nutzen wenn es in Wirklichkeit um etwas ganz anderes geht.“

    Putin jedenfalls geht es wirklich um eine Zerstörung der Ukrainischen Demokratie, und er will dass Land in die eigene Autokratie eingliedern. Und wir verteidigen ganz klar die Ukrainische Demokratie, und versuchen zugleich unsere eigene Freiheit vor weiteren Angriffen auf uns selber zu schützen.

    „im Ukrainekrieg geht es letztlich um Bodenschätze“

    Russlands Bodenschätze sind doch vollkommen unstrittig. Keiner in der EU will Russland erobern, und die Schwarzmeerhäfen sind seit 2014 auch wieder fest in russischer Hand. Und da wird sich auch nichts dran ändern.

    Nur uns ist die Lust komplett vergangen Rohstoffe aller Art in Russland einzukaufen.

    „der die Probleme endgültig korrekt behebt, den Menschen beider Volksgruppen nicht „weh tut“ und der Grundstein für eine künftige, möglichst erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt wird.“

    Die aktuelle Friedensvorschläge würden doch reichen. Wenn man erst mal keine Lust mehr auf Zusammenarbeit hat, wäre auch das aber verständlich, wie aber auch egal.

    Nur hofft Putin offenbar darauf, das Trump noch komplett aus aller Unterstützung Europas aussteigt. Andere Motive kann ich nicht erkennen, wieso Putin überhaupt noch weiter kämpfen will. Wenn das so bleibt wie es die letzten Jahre gelaufen ist, kommt Russland nicht vorwärts. Das ist reine Verschwendung von Mensch und Material, die zu wirklich nichts führt.

    Und auch nicht führen muss. Ich halte es für ausgeschlossen, dass Europa diesen Konflikt irgendwann wieder aufgreift, um ehemals ukrainisches Gebiet zurück zu gewinnen oder sogar noch mehr. Und die Ukraine selbst würde das im Alleingang schon gar nicht wagen.

    Es wäre alles kein Problem für Russland, sich mit den eroberten Gebieten zu begnügen. Nur Putin verknüpft mit diesem Krieg vermutlich was anderes als russische Interessen. Das sieht alles ziemlich persönlich menschlich aus. Putin würde dann wohl irgendwann gefragt werden, was der ganze Aufwand denn nun gebracht hat.

  24. @ Tobias Jeckenburger 03.03.2026, 00:40 Uhr

    Ich nehme an, Putin denkt an internationale Geschäfte, an Deals, wie sein neuer Kumpel Trump, oder Xi, weil sie den Wohlstand im Volk mehren wollen.

    Die Zeiten wo Russland möglichst die ganze Welt mit dem „Arbeiterparadies“ beglücken wollte, die sind vorbei. Keiner weiß besser, warum sich der Kommunismus von selbst zerlegt hat, als die Russen. Sogar die Orthodoxen sind seine neuen Freunde. Vermutlich sollen sie die Geburtenrate in Ordnung bringen….

    Natürlich wollen die Aktionäre in der Ukraine und im Westen neue leckere Rohstoffaktien. Damit der Dax endlich wieder einmal „explodiert“ und die Kassen klingeln.

    Putin will offensichtlich, dass sich die Gemüter der Ukrainer wieder abkühlen, dass sie es aufgeben, sich mittels einer Westmarionette die russischen Bodenschätze unterm Nagel reißen zu wollen, wie ein ukrainischer Nazi ehemals im Internet fantasiert hat.

    Europa hat keine brauchbaren Bodenschätze mehr, die Putin brauchen könnte, er hat selber mehr als genug. Unsere Demokratie lässt sich nicht verhökern….

    Die Ukrainer wollen ihre „süßen Träume von Macht und Reichtum“ nicht aufgeben, höchstens verschieben. Wenn ihnen die Nato zwingend helfen muss, weil sie selbst Teil der Nato wären….

    Nur, die Ukrainer „der kleine Bruder“, genießt eine Art „Welpenschutz“, damit könnte die Nato nicht rechnen, im Gegenteil….

    Würde die Wirtschaft super florieren, würde das allen helfen….

    Trump will Deals, aber doch keinen Atomkrieg mit Russland. Das ist irgendwie nachvollziehbar….

    Zitat: „Ich halte es für ausgeschlossen, dass Europa diesen Konflikt irgendwann wieder aufgreift, um ehemals ukrainisches Gebiet zurück zu gewinnen oder sogar noch mehr.“

    Die Ukraine ist, wie alle Kriege führenden Staaten, vom „Virus der Kampfparanoia“ befallen und glaubt natürlich an den „Endsieg“…. so wie unsere Eltern/Großelterngeneration „daran glauben“ musste.

  25. @Realo 03.03. 09:16

    „Die Ukrainer wollen ihre „süßen Träume von Macht und Reichtum“ nicht aufgeben, höchstens verschieben. Wenn ihnen die Nato zwingend helfen muss, weil sie selbst Teil der Nato wären….“

    Genau deswegen ist die Ukraine kein Natomitglied, und in allen Friedensvorschlägen auch unsererseits ist ein Natobeitritt nicht dabei. Es wäre verständlich, dass man bei günstiger Gelegenheit doch wieder versuchen würde, die verlorenen Gebiete zurück zu erobern. Das wollen auch wir hier nicht riskieren.

    „Die Ukraine ist, wie alle Kriege führenden Staaten, vom „Virus der Kampfparanoia“ befallen und glaubt natürlich an den „Endsieg“….“

    In der Tat kann man wirklich regelmäßig beobachten, dass weiter gekämpft wird, bis auch die Generäle einsehen, dass es nichts Weiteres zu gewinnen gibt. Solange es noch Chancen auf Zugewinne gibt, wird in der Tat regelmäßig weiter gekämpft. Das hat eine gewisse Eigendynamik.

    Die größte Hoffnung Putins wäre ein Ende jeglicher Unterstützung der USA für Europa. Und das die EU zerfällt. Für die Ukraine dagegen gibt es wohl keine Aussichten, noch was zu gewinnen.

    Ich weiß allerdings nicht, ob nicht so langsam Putin das Geld ausgeht. Sollte das passieren, wird er hoffentlich einer Friedenslösung zustimmen.

  26. Endlich konnte ich den Artikel rund um den Mönch und seine Berechnung des Osterdatums lesen.

    Er hat da wahrlich Großes geleistet. Seine Arbeit verrät noch etwas über uns Menschen. Wir brauchen Rituale, die uns Sicherheit geben. Es stärkt die Gewissheit der Gläubigen, dass es auch in schrecklichen Zeiten ein Datum gibt, an dem wir das Osterfest feiern können. Damit verbunden ist der Trost, den wir aus dem Versprechen der Auferstehung und des ewigen Lebens ziehen.

    • Vielen Dank und volle Zustimmung, @Marie H. 🙏

      Auch mich hat es beeindruckt, darüber zu lesen und nachzudenken, welche enorme Bedeutung das Zeitgefühl auch damals hatte – und wie es beispielsweise frühe Christinnen und Christen erschütterte, dass es kein gemeinsames Osterdatum gab. Dass diese Unterschiede aber nicht durch Gewalt, sondern durch Gelehrsamkeit bearbeitet wurden, empfand ich als erinnerungswürdig.

      Aber auch die Artikel über David Reuveni, über das Birkenpech u.a. fand ich sehr beeindruckend.

      Vielen Dank, dass wir diese Leseerfahrung miteinander teilen konnten!

  27. @ Tobias Jeckenburger 03.03.2026, 14:02 Uhr

    Zitat: „Für die Ukraine dagegen gibt es wohl keine Aussichten, noch was zu gewinnen.“

    Die Ukrainer und die Russen könnten beide einen wunderbaren Frieden gewinnen, könnten sie sich entschließen, den Hass schnellstens abzubauen, vertrauensvoll aufeinander zuzugehen und künftig zu kooperieren. So zu kooperieren, wie es früher einmal war. Beide könnten z.B. über „Spezialisierung“ ihre Wirtschaft optimieren und auch Synergieeffekte nutzen.

    Auch die Ukraine sollte ein moderner Industriestaat werden und sich eher auf die Veredelung von Rohstoffen konzentrieren. Weil viel zerstört wurde, könnte alles neu und nach modernsten Gesichtspunkten geplant werden. Viele attraktive Arbeitsplätze in Hightech Unternehmen könnten entstehen.

    Russland bekam früher Getreide von der Ukraine und ich meine, Russland war durchaus “dankbar“ für dies Lebensmittellieferung. Heute ist Russland auch Getreideexporteur und sogar Konkurrent der Ukraine….

    Allerdings ist „dankbar“ auch mit Emotionen verknüpft und ist im Westen keine politische Kategorie. Es ist schwierig, diese Lebensmittellieferungen und die Gegenlieferungen ökonomisch korrekt zu bewerten.

    Angeblich durften die Ukrainer bei den Gasgeschäften teilhaben. Was auch naheliegend war, da Gas eher „einfacher“ zu fördern ist, als andere Rohstoffe und die Gasleitung über Ukrainisches Gebiet führten. Die neu gebauten Pipelines, die Ukraine wurde umgangen, das dürften zu einer „Verbitterung“ unter den Ukrainern geführt haben.

    Das alles, aber auch der Hass der durch die Kriegspropaganda und die Kriegshandlungen entstand, sollte psychologisch aufgearbeitet werden. Die Menschen auf eine künftige beste Kooperation vorbereitet werden. Geeignete Psychologische/Psychiatrische Dienstleister die Erfahrungen mit beiden Bevölkerungsgruppen („Mischehen“) haben, sollten in die systematischen Versöhnungsprozesse eingebunden werden.

    Eine neutrale Ukraine könnte mit der ganzen Welt „gut Freund“ sein.
    Vom internationalen freien fairen Handel könnten praktisch alle profitieren.

    Religionen sollten auf moderne Art die Geburtenraten fördern, da gäbe es viel zu tun…..

  28. @Realo 04.03. 07:28

    „So zu kooperieren, wie es früher einmal war. Beide könnten z.B. über „Spezialisierung“ ihre Wirtschaft optimieren und auch Synergieeffekte nutzen.“

    So viel Potenzial steckt da wohl nicht drin. Russland kann eigentlich nur Rohstoffförderung, Landwirtschaft und Rüstungsgüter. Da gibt es dann wenig produktive Synergien. Genau deshalb hat sich doch die Ukraine Richtung EU orientiert.

    „Die neu gebauten Pipelines, die Ukraine wurde umgangen, das dürften zu einer „Verbitterung“ unter den Ukrainern geführt haben.“

    Ich denke mal, die Ukraine hat das schon verstanden. Immerhin haben sie ihren Anteil von dem Gas, dass über die Pipelines im eigenem Gebiet in den Westen lief, zu reduzierten Preisen eingefordert. Das war vermutlich etwas unverschämt. Und Russland hat nichts anderes machen können, als neue Pipelines zu bauen.

    Aber das ist hier wohl alles nicht das Problem?

    Die Russischstämmigen auf der Krim und im Donbass mögen tatsächlich nicht ganz unglücklich sein, zu Russland zu gehören. Dabei hätte man es gerne belassen können.

    Der Rest der Ukraine kann sich dann ganz in Richtung EU orientieren. Das passt doch eigentlich sogar alles gut zusammen.

    Es sieht aber wohl so aus, dass Putin eine wirklich florierende Wirtschaft mit einem bescheidenden Wohlstand der Menschen nicht oben auf der Liste hat. Die fossilen Einnahmen laufen an den Menschen inzwischen komplett vorbei und werden allesamt in diesen sinnlosen Krieg investiert.

    „Eine neutrale Ukraine könnte mit der ganzen Welt „gut Freund“ sein.“

    Als EU-Mitglied dürfte es der restlichen Westukraine allerdings sehr viel besser gehen. Eine Natomitgliedschaft wäre schwierig, die würde ich sogar eindeutig ablehnen. Zu groß wäre die Gefahr, dass die Ukrainische Führung doch bei der erstbesten Gelegenheit versucht, die verlorenen Gebiete wieder zurück zu erobern.

    Bevor das dann allerdings zu kompliziert wird, wäre auch eine neutrale Ukraine mit guten Beziehungen zur EU hinreichend. Zudem einmal die Korruption wohl zu übermäßig ist, und zum anderen die umfangreichen Landwirtschaftlichen Überschüsse der Ukraine ein Problem für die ganze EU werden können.

    „Religionen sollten auf moderne Art die Geburtenraten fördern, da gäbe es viel zu tun…..“

    Naja, verordnete Religion wird vermutlich nicht so viel helfen. Man muss wohl wirklich glauben, und eine entsprechende Gemeinschaft wirklich suchen.

  29. @ Tobias Jeckenburger 04.03.2026, 16:14 Uhr

    Zitat: „Russland kann eigentlich nur Rohstoffförderung, Landwirtschaft und Rüstungsgüter. Da gibt es dann wenig produktive Synergien. Genau deshalb hat sich doch die Ukraine Richtung EU orientiert.“

    Russland hat zu wenig Bevölkerung und ist ein riesiges Land. Die Landwirtschaft ist sehr ökonomisch mit riesigen Maschinen. Es ist offensichtlich ökonomischer, sie konzentrieren sich auf die Rohstoffförderung und überlassen die Veredelung den Handels Partnern….

    Besonders die Bauern in der EU (Polen) wollen die Ukraine nicht, weil sie die Subventionen mit ihnen teilen müssten. Die Ukrainer haben zwar eigenen Rohstoffe, würden aber Arbeitsplätze und Absatzmärkte benötigen. Eine moderne Industrie die zuverlässig und günstig mit Rohstoffen (die sie nicht selber haben) versorgt wird, wäre zweckmäßig.

    Zitat: „Immerhin haben sie ihren Anteil von dem Gas, dass über die Pipelines im eigenem Gebiet in den Westen lief, zu reduzierten Preisen eingefordert. Das war vermutlich etwas unverschämt. Und Russland hat nichts anderes machen können, als neue Pipelines zu bauen.

    Die Russen haben schon verstanden, warum die Ukrainer „beteiligt“ sein wollten. Aber nicht der geldgierige Westen. Bei uns gibt es keine „politische Dankbarkeit“…..

    Aus menschlicher Unzulänglichkeit, hat sich der Nationalismus in beiden Ländern aufgeschaukelt.

    Die Europäischen Kapitalanleger wollten sich die Chance auf Rohstoffaktien nicht entgehen lassen, haben sich eingemischt und so kam es zur Katastrophe….

    Europa kann den Ukrainern keine Rohstoffe für moderne Industrie Arbeitsplätze bieten. Sehr wohl aber die Russen und die Transportwege wären kurz….

    Getreide- und landwirtschaftlich Überschüsse hat die EU selber mehr als genug….

    Jeder Staatschef strebt eine florierende Wirtschaft an. Nur Russland muss sich vorsehen, weil es als relativ dünn besiedeltes Gebiet, noch dazu mit vielen Bodenschätzen, immer wieder aus dem Westen (Napoleon, Hitler,….) „heimgesucht“ wurde und mit seinen Atombomben „vorsorgen“ wollte.

    Kriege kosten viel Geld und schaden allen Teilnehmern. Außer sie sind Sieger und können Tributleistungen bei den Unterlegenen einfordern.

    Eine neutrale Ukraine könnte mit der ganzen Welt „gut Freund“ sein und mit allen Ländern gute Geschäfte machen.

    Europa könnte z.B. von der Ukraine aufbereitete Rohstoffe gebrauchen…

    Zitat: „Bevor das dann allerdings zu kompliziert wird, wäre auch eine neutrale Ukraine mit guten Beziehungen zur EU hinreichend. Zudem einmal die Korruption wohl zu übermäßig ist, und zum anderen die umfangreichen Landwirtschaftlichen Überschüsse der Ukraine ein Problem für die ganze EU werden können.“

    Das habe ich gemeint, aber die Ukrainer könnten die zu fairen Preisen erworbene Rohstoffe aus Russland gut gebrauchen.

  30. @Realo 04.03. 19:59

    „Jeder Staatschef strebt eine florierende Wirtschaft an. Nur Russland muss sich vorsehen, weil es als relativ dünn besiedeltes Gebiet, noch dazu mit vielen Bodenschätzen, immer wieder aus dem Westen (Napoleon, Hitler,….) „heimgesucht“ wurde und mit seinen Atombomben „vorsorgen“ wollte.“

    Niemand hier im Westen will Russland angreifen. Nur die Ukraine will sich selbstbestimmt Richtung Wesen orientieren. Und die Krim und den Donbass mit seiner russischen Minderheit haben wir im Westen sogar Russland überlassen.

    Klar passt das der ukrainischen Führung gar nicht, aber was sollen sie machen?

    „Das habe ich gemeint, aber die Ukrainer könnten die zu fairen Preisen erworbene Rohstoffe aus Russland gut gebrauchen.“

    Vielleicht. Wenn man aber nach inzwischen 4 Jahren Krieg erst mal keine Lust mehr hat auf eine Zusammenarbeit mit Russland, dann kann ich das auch verstehen.

    Und zu trauen ist jetzt Putin aber auch nicht. Wenn er jetzt eine Kriegspause macht, weil ihm das Geld knapp wird, könnte das nur vorübergehend sein. Gucken, dass Putin das Geld knapp bleibt, könnte dann immer noch sinnvoll sein.

  31. @ Tobias Jeckenburger 06.03.2026, 14:34 Uhr

    Zitat: „Niemand hier im Westen will Russland angreifen. Nur die Ukraine will sich selbstbestimmt Richtung Wesen orientieren. Und die Krim und den Donbass mit seiner russischen Minderheit haben wir im Westen sogar Russland überlassen.“

    Die meisten „normalen Menschen“, besonders in D, sind friedlich gesinnt. Wollen tatsächlich nicht nach Russland. Aber Kapitalanleger konnten den Verlockungen durch die Ukrainer nicht widerstehen.

    [Stop, Schluss – ab hier schneide ich. Propaganda des fossilen Diktators und Massenmörders Wladimir Putin hat auf meinem Blog nichts verloren. Punkt. M.B.]

    • @Realo

      Ich habe Ihnen hier auf “Natur des Glaubens” viel Zeit, Aufmerksamkeit und Freiraum gegeben – und soweit Sie sich konstruktiv und dialogisch benehmen, kann dies auch gerne so bleiben.

      Weitere Drukos mit Putin-Propaganda werde ich jedoch nicht mehr freischalten – völlig egal, wie oft Sie diese einzustellen versuchen. Denn meine dialogische Freundlichkeit ist keine Schwäche und hier haben sich bereits vor Jahren Legionen von Trollen die Zähne ausgebissen. 🙂

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/trollkunde-sockenpuppen-cranks-und-hater/

      “Natur des Glaubens” ist ein sehr erfolgreicher Wissenschaftsblog, keine digitale Klowand.

      Wenn es Ihnen gelingt, sich darauf einzulassen, dann – nur dann – werden wir hier öfter von Ihnen lesen. Ich würde mich freuen! 🤓🙌👍

  32. @Realo 06.03. 18:22

    „Die meisten „normalen Menschen“, besonders in D, sind friedlich gesinnt. Wollen tatsächlich nicht nach Russland. Aber Kapitalanleger konnten den Verlockungen durch die Ukrainer nicht widerstehen.“

    Wie und wo denn? Seit 2014 war Waffenstillstand. Und die Ukraine hat 2022 nicht selber angegriffen, dafür aber Putin. Hat da einer gehofft, dass da ein Feldzug der Nato gegen Russland draus wird? Keine Ahnung. Wenn ja, dann hat das aber überhaupt nicht funktioniert.

    Ich kann hier wirklich beim besten Willen nichts erkennen, wo wir als Nato irgendwo versuchen, Russland anzugreifen.

    Unsere Unterstützung der Ukraine scheint genau so dosiert zu sein, dass wir Putins Vormarsch aufhalten ohne Russland wirklich in Bedrängnis zu bringen. Wir wollen einfach wirklich keinen weiteren Ärger mit Russland. Natürlich auch wegen der russischen Atomwaffen.

    Dennoch wäre es überaus sinnvoll, Putins Finanzen u.a. durch eine konsequente globale Energiewende zu reduzieren. Niedrige Weltmarktpreise für ÖL und Gas wirken sich direkt auf die russischen Kriegskasse aus.

    Ärgerlich jetzt die Sperrung der Straße von Hormus. Bleibt zu hoffen, das der Krieg gegen den Iran nur kurz dauert oder dass es gelingt, die Stellungen, aus denen heraus die Tanker angegriffen werden können, zu zerstören.

    @Michael 06.03. 22:36

    „Weitere Drukos mit Putin-Propaganda werde ich jedoch nicht mehr freischalten…“

    Ich gehe hier gerne auf das Thema ein. Muss aber auch feststellen, das @Realo ziemlich hartnäckig immer wieder dieselben Argumente bringt. Wenn dann doch mal was Neues kommt, freut mich das dann aber schon. Und wenn es nur nicht langweilig wird.

    • Vielen Dank, @Tobias

      Engagierte Dialoge gehen für mich völlig in Ordnung, doch @Realo fällt ja immer wieder auf seine Putin-Propaganda zurück, nimmt Argumente gar nicht an.

      Und dann ist es natürlich auch Derailing, also Ablenkung von den eigentlichen Blogthemen. Deswegen muss ich da leider schon mal Grenzen setzen.

      Dir lieben Dank für Deine konstruktiven und sachorientierten Drukos! 🙏👍

  33. @ Tobias Jeckenburger 07.03.2026, 00:08 Uhr

    Ich habe der Nato niemals unterstellt, sie würde „selbst“, wie Napoleon, Hitler, in der Ukraine angreifen. Sie hat sogar abgerüstet. Ich habe ihr sogar „Genialität und Samtpfötigkeit“ betätigt….

    Die „Nato“ hat, hauptsächlich über Kredite vom „Deutschen Zahlmeister“, ehemalige WP Staaten „abgeworben“. Wie es in den 1960er Jahren übrigens auch Kommunisten im Westen versucht haben…. (Hätten sie es geschafft, ich hätte bei meinem Wehrdienst, am eisernen Vorhang meine Heimat verteidigen müssen und das auch freiwillig getan).

    Die Sache mit den Krediten hat ganz gut geklappt, und die Russen konnten es offenbar gut verschmerzen (z.B. Polen). Aber als man sie von den Transitwegen abschneiden wollte, sogar den Russen und Belarus „westlich orientierte“ Staatsführer aufdrängen wollte, dann auch noch in der Ukraine (Majdan) geputscht hatte, wurde es kritisch.

    Praktisch hat die Ukraine den Russen Sewastopol abgenommen, sie wesentlich vom Schwarzen Meer vertrieben, den Russen in der Ukraine keinen eigenen Staat genehmigt, so wie Russland sehr wohl den Ukrainern Unabhängigkeit gewährt hatte und natürlich die Nato Osterweiterung. Das allen waren bedeutende Demütigungen, die sich die Russen letztlich nicht gefallen haben lassen.

    Das Völkerrecht wird obsolet, wenn es ums „Eingemachte“, um Leben oder Tod oder um schwere Demütigungen geht. Z.B. „Nine eleven“, Vertreibung vom Kriegshafen, oder wie zuletzt, womöglich die eigene Vernichtung des Staates (Israel) akzeptieren zu müssen. Dem Iran droht ihr eigener „Völkermord“, wenn sie sich die Vernichtung Israels nicht endgültig aus dem Kopf schlagen….

    Die Ukrainer vermuteten offensichtlich, Waffenlieferungen aus dem Westen zur Stärkung der eigenen Kampfkraft, und die Macht der Amerikaner, besser ihrer „Atombomben Kulisse“ im Hintergrund, sollten für eine Krieg reichen. Im Februar 2025 hat Trump Selenskyj zu erklären versucht, was er davon hält….

    Es ist gekommen, wie es eigentlich kommen musste und wir alle hatten bisher großes Glück gehabt.

    Vielleicht versuchen die Ukrainer, einen Feldzug der „Restnato“ (mit nur rund 150 Atombomben) und mit „barfüßigem Deutschen Kanonenfutter“ zu organisieren um noch etwas zu retten???

    Das potentielle Kanonenfutter scheint eher „not amused“ über diese trüben Aussichten….

    Es scheint übrigens so, dass sich die Russen das „Zwanzigste Strafpaket der Nato“ gleich selber auferlegen, weil sie die Energie bestens anderswo verkaufen können….

    Zweckmäßig wäre ein fairer Friedensschluss, Versöhnung und Kooperation. Ich versuche in diesem Sinne zu schreiben.

    Ich bin auf der Flucht vor „Alzheimer“ und diskutiere deswegen ganz gerne als „geistiges Training“. Würden meine Argumente intelligent „zerlegt werden“, würde mir das helfen, neue Argumente „austüfteln“ zu müssen….

    Nur die alten „Kriegsmuster“ die uns ehemals der Geschichtslehrer vermittelt hat, die sind zeitlos, sie existieren einfach.

    • @Realo

      Ihre ganzen Argumente laufen halt immer wieder nur auf eine Täter-Opfer-Umkehr hinaus: Sie machen aus der Ukraine – die im Vertrauen auf Sicherheitsgarantien auch ihre Atomwaffen aufgegeben hat – die vermeintlichen Angreifer und aus Putin einen Verteidiger. Und dann huldigen Sie diesem fossil finanzierten Diktator auch noch, indem Sie übergehen, dass er die russischen & nichtrussischen Menschen im eigenen Land unterdrückt, in sinnlose Kriege (Tschetschenien, Krim, Ukraine) schickt und oft auch direkt ermorden lässt.

      Ihre Argumentation ist also nicht nur dualistisch & falsch, sondern inzwischen auch nur noch starr & langweilig. Und Sie lenken damit offensichtlich böswillig von den eigentlichen Blogthemen wie hier den Heiligen Zeiten ab.

      Habe dazu heute Morgen gepostet:

      Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

      Zehra fastet am #Ramadan & an arbeitsfreien Tagen – wie heute – faste ich mit. Es geht mir dabei einfach um den Respekt vor der Religion meiner großen Liebe, um das gemeinsame Erleben, aber auch um die religiöse Erfahrung.

      Zehra beteiligt sich ebenso an den christlichen Festen wie Weihnachten oder den (freiwilligen) Taufen unserer Kinder.

      Niemand braucht Vielfalt auf Basis gemeinsamer Werte zu fürchten. Dialogisches Leben macht gemeinsam Sinn.

      Habt alle einen gesegneten Tag! 🙏🙂🌱

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116186071597246780

      Wenn Sie es nicht schaffen, mit der menschenverachtenden Putin-Propaganda und dem anti-ukrainischen Geschwurbel aufzuhören, werde ich Sie leider nicht mehr freischalten können, @Realo. Sie haben sich in Tyrannophilie verrannt… 🤷‍♂️

  34. @ Michael Blume 07.03.2026, 10:39 Uhr

    Dass ich am Thema „Heilige Zeiten in Deutschland – Beobachtungen vor Ostern und zum Ramadan 2026“, eigentlich auf lächerliche Weise daneben bin, dass fällt mir jetzt auch auf.

    Ich überfliege die Beiträge und springe auf „bestimmte Muster“ an. Eher auf „kriegerische Muster“, weil die für das größte Elend bedeutsam sind.

    Unser Geschichtslehrer hat uns ehemals vermittelt, dass wir, um objektiv zu sein, uns besonders auf die Hauptsichtweisen der Kontrahenten konzentrieren sollten. Dieser, von mir sehr geschätzte Geschichtslehrer, hat uns auch erklärt, warum es überhaupt Kriege gibt (Kampf um Ressourcen, aber auch Kriege aus Verrücktheit), sie möglicherweise nicht vermeidbar sind, womöglich aus Auslesegründen notwendig sind, aber auch in der Zukunft extrem bedrohlich werden können.

    Ich argumentiere in seinem Sinne, damit die wichtigen Sichtweisen beider Seiten berücksichtigt werden können und daraus Friedensinitiativen abgeleitet werden können. Zumindest um aufzuzeigen, dass nicht alles „sinnlos ist“. Mich interessieren auch psychologische Aspekte, die alles noch „anfeuern“ können.

    Erst wenn man sich der realen Probleme bewusst wird, können die Probleme aufgearbeitet und einer Lösung näher gebracht werden. Ich sehe mich als eine Art von Ideenlieferant….

    Die Sichtweisen sind nun einmal „umgekehrt“, das ist so bei Kriegen….

    Staaten haben interne verbindliche Regeln. Auf einer Ingenieursschule wurde uns erklärt, in meinem Beruf waren viele Kollegen auf der ganzen Welt unterwegs, dass wie mit Äußerungen vorsichtig sein sollten, weil man z.B. bei Religionskritik, schnell um einen Kopf kürzer gemacht werden konnte. Auch wurde uns erklärt, warum die Menschen in bestimmten Gebieten bestimmte Regeln befolgen müssen. Alles völlig sachlich und neutral….

    Ich finde es toll, dass ihre „Mischehe“ so erfolgreich ist. Aber auch ihre Leistungsfähigkeit, neben ihrer Arbeit, die vielen Texte zu verfassen und auch noch die vielen Beiträge zu lesen und darauf einzugehen, bewundere ich. Und erst, dass sie es wagen können unter Klarnamen zu schreiben. Ich stelle mir vor, Sie leben in einer Festung….

    Ich bin dafür, dass mit großem gegenseitigen Verständnis, auch „Kriegsprobleme“ behoben werden sollten.

    Mit meiner „Therapie gegen Alzheimer“, möchte ich gleichzeitig „Ideenlieferant“ sein….

    • @Realo

      Zunächst einmal finde ich Ihr Interesse an Wissenschaftsblogs und den Wunsch, sich gegen Alzheimer & Co. geistig flexibel zu halten, sehr gut!

      Bewusst hatte ich ja gerade erst in einem anderen Blogpost den dialogischen Blog-Wagenheber-Effekt beschrieben:

      In der interdisziplinären Evolutionsforschung nannten wir den schrittweisen Zugewinn – etwa biologisch beim Hals einer Giraffe oder kulturell beim Schreiben und Lesen – auf englisch “Ratchet Effect”, so dass ich im letzten KIT-Medienethik-Seminar mit den Studierenden auch den Blog-Wagenheber-Effekt diskutierte.

      Sie sehen diesen Blog-Wagenheber-Effekt nachgewiesen hier in einer Mastodon-Umfrage von gestern bis heute, nach der beeindruckende 74 Prozent von 316 Abstimmenden bereits angeben konnten, die (fossilistischen) Zusammenhänge zu verstehen. Noch einmal 25 Prozent hatten immerhin schon “eine grobe Idee” und bei nur noch je unter einem Prozent “klingelt nix” oder sie gaben keine bzw. eine andere Meinung an. Auch viele kluge Posts und Blog-Kommentare (Drukos) zeigen mir immer wieder, wie weit Menschen weitgehend unabhängig von ihrer formalen Bildung im Verständnis von interdisziplinärer Wissenschaft kommen, wenn sie sich das selbst dialogisch zutrauen!

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossilismus-versus-demokratie-auch-im-iran-folgen-auf-den-tod-von-ali-chamenei-nun-frieden-freiheit/

      Gleichwohl setzt dieser geistige Gewinn durch das Wissenschaftsbloggen m.E. voraus, dass Sie sich 1.) auch wirklich auf die Themen und Argumente des Blogposts und anderer Diskutierender einlassen, statt nur immer wieder starr Ihre Putin-Propaganda zu wiederholen und 2.) dass Sie durch 1.) nicht die Zeit von uns anderen vergeuden und als Zeitvampir wirken. Selbst der überaus geduldige @Tobias Jeckenburger verliert ja langsam die Lust an Ihren ewigen Wiederholungen auch menschenverachtender (v.a. sozialdarwinistischer und tyrannophiler) “Argumente”.

      Wichtig scheint mir gerade auch im Alter zu sein, sich nicht nur in negative Ängste rein zu steigern, wie Sie es leider offensichtlich noch immer mit Bezug auf Russland tun. Das wird dann schnell feige und unterwürfig.

      Hier ein heutiger Mastodon-Post von mir mit bewusst auch guten Nachrichten:

      Gute Nachrichten sind wichtig!

      Im bayerischen Landkreis Wunsiedel wird bereits so viel Biogas, Wind- und Solarstrom produziert, dass Überschüsse zu grünem Wasserstoff umgewandelt und auch weiterverkauft werden können.

      Das Ergebnis ist nicht „nur“ der Verzicht auf CO2-Emissionen, sondern auch lokaler Wohlstand, wirtschaftliche Wertschöpfung, Ansiedlung von Industrie & höhere Steuereinnahmen sowie Stärkung der kommunalen Demokratie. Das Geld fließt einfach nicht mehr an Öl- und Gas-Rentierstaaten, sondern stärkt die Heimat.

      Wunsiedel in Bayern ist damit eine der ersten klimaneutralen Solarpunk – Arche – Regionen & Beispiel für föderale Energiedemokratie. Blogpost mit TV-Doku „Keine Dunkelflaute in Wunsiedel“:

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116186986516278309

      Sie müssen sich also schon entscheiden, ob Sie sich in Blog-Dialoge (!) auch wirklich einlassen oder nur kostbare Zeit anderer Menschen für Ihre Selbstinszenierung vergeuden wollen. Letzteres wäre schade und wird von mir auch nicht mehr geduldet.

  35. @Realo 07.03. 10:27

    „Die „Nato“ hat, hauptsächlich über Kredite vom „Deutschen Zahlmeister“, ehemalige WP Staaten „abgeworben“.“

    Das sollte doch wohl erlaubt sein? Die Ukrainer waren sich allerdings uneins, ob sie sich nach Westen oder Osten orientieren sollen. Die Westukraine wollte nach Westen, die Ostukraine lieber nach Osten. Da können wir nichts für, und Russland auch nichts.

    „Das allen waren bedeutende Demütigungen, die sich die Russen letztlich nicht gefallen haben lassen.“

    Schon zigmal musste ich darauf hinweisen, dass wir im Westen die Besetzung der Krim und des Donbass akzeptiert hatten. Die Sache war längst gelaufen. Und doch war das Putin offenbar zuwenig.

    „Vielleicht versuchen die Ukrainer, einen Feldzug der „Restnato“ (mit nur rund 150 Atombomben) und mit „barfüßigem Deutschen Kanonenfutter“ zu organisieren um noch etwas zu retten???“

    Ein riskantes Experiment wäre eine Restnato ganz ohne US-Unterstützung, ja. Da hofft offenbar auch Putin drauf, sonst hätte er längst den doch komfortablen Friedensvorschlägen zugestimmt. Wie weit die militärischen Fähigkeiten dieser Restnato reichen würden, kann ich jetzt kaum beurteilen. Wahrscheinlich schon genug, dass Putin auch dann nicht weiter vorwärts kommt.

    Aber man weiß es wohl nicht. Trumps Unberechenbarkeit selbst scheint hier schon den Krieg zu verlängern. Allein die Hoffnung auf einen Komplettausstieg der USA lässt Putin weiter Krieg führen. Vielleicht klappt es dann ja doch noch.

    Würde uns das weiterhelfen, wenn wir dann auch unsere Unterstützung der Ukraine aufgeben würden? Immerhin bestände dann die Gefahr, das Putin mit dem Baltikum gleich weiter macht, wo die Lage gerade so günstig ist. Es sind ja voraussichtlich nur noch 3 Jahre, die Trump Präsident ist.

    @Michael 07.03. 10:39

    „@Realo. Sie haben sich in Tyrannophilie verrannt…“

    Putin alleine ist schon gefährlich, mit Trump dazu wird es noch schwieriger.

    Einfach keinen Widerstand mehr leisten würde wenig helfen? So gefährlich unsere Lage ist, sollten wir dennoch versuchen, uns zu behaupten. Wahrscheinlich wird das funktionieren.

  36. @Friedenspläne

    Ich würde es durchaus begrüßen, wenn man die Kampfhandlungen nachhaltig einstellt, und die neuen Grenzen an der aktuellen Frontlinie orientiert. Dann haben wir auch als Restnato Zeit zum Nachrüsten, und ein guter Teil der geflüchteten Ukrainer könnten nach hause zurückkehren.

    Eine gewisse Sicherheit könnten die eingefrorenen russischen 210 Mrd € bieten. Die würde ich auf keinen Fall einfach zurückgeben. Zu groß wäre die Gefahr, das Putin das Geld nimmt, umgehend zur weiteren Aufrüstung ausgibt und den Krieg nun schön gestärkt einfach weiter führt.

    Ich würde das Geld als Pfand hier behalten, und nur nach und nach zurückgeben, so vielleicht über 10 Jahre verteilt. Das gäbe uns denn wiederum die Zeit, aufzurüsten und uns von den USA komplett unabhängig zu machen.

  37. @ Michael Blume 07.03.2026, 14:41 Uhr

    Zusammenhänge zu erkennen ist bei den meisten Jobs wichtig. Es verhält sich höchstens unterschiedlich komplex und unterschiedlich gefährlich.

    Fossilistische Zusammenhänge zu verstehen, scheint mir nicht zu schwierig. An sich ist klar, dass die nähere Zukunft den „Erneuerbaren“ gehört. Es ist höchstens die Frage, welche Technologien sich besser durchsetzen und welche nicht.

    Dass, wegen der hohen „Leitungskosten“, die Energie möglichst am Erzeugungsort verbraucht werden sollte, ist ein uraltes Konzept, wie auch dass sie bequem speicherbar sein sollte.

    Ich musste mich in meinem Job mit technischen Details befassen um am Ende der Entwicklungsprozesse funktionierende Systemkomponenten abzuliefern. Manche sagen auch, der „Teufel liegt im Detail“.

    Ich gehe hauptsächlich auf Argumente und Blogposts anderer Diskutierender ein.

    Aus der üblichen einseitigen Kampfrhetorik kriegspolitischer Diskussionen können kaum Problemlösungen oder womöglich Friedensinitiativen abgeleitet werden. „Auswege“ sollten zum geeigneten Zeitpunkt aufgezeigt werden.

    Wunsiedel ist auch für mich ein gelungenes Experiment. Vorstellungen werden in der Realität erprobt. Das ist immer gut, um zu optimalen realistischen Lösungen zu kommen. Aus diesen Lösungen kann man lernen und die Systeme immer mehr optimieren. Das ist so üblich in der Technik.

    Das Problem ist höchstens, die „Rentierstaaten“ haben natürlich auch ihre Zukunft im Auge. Sie werden Strom und Wasserstoff und bestimmte Dienstleistungen liefern.

    Die Russen haben praktisch alles, von Diamanten, Uran, Gold bis zu seltene Erden…. und womöglich eine Klimaerwärmung in Sibirien.

    • Danke, @Realo – nur gehört nach meiner Einschätzung erneuerbaren Wohlstands- und Friedensenergien nicht erst die Zukunft, sondern schon die Gegenwart. Jedes Elektroauto, jede Wärmepumpe, jede Photovoltaikanalage, jeder Batteriespeicher, jede Pflanzenkost stärkt unsere heimische Wirtschaft und entzieht den fossilen Imperialisten und Konzernen Profite – die diese aus der Karbonblase und aktuell auch aus dem Irankrieg ziehen.

      Dennoch hat nach einer noch laufenden Umfrage auf Mastodon selbst dort die Hälfte der Solarpunk-Interessierten noch nie von Wunsiedel gehört:

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116186932413057505

      Passend dazu meldete der NDR gestern:

      Die Preise für Öl, Gas und Benzin sind in die Höhe geschossen. Der Krieg gegen den Iran zeigt, welche negativen Folgen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern hat.

      Sieben Bundesländer, darunter Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, fordern in einem Brief an Bundesministerin Reiche, dass die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien „mit höchster Entschlossenheit und ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben“ ist.

      https://ard.social/@NDR/116187244770945907

      Wer wirklich etwas gegen Krieg und Unterdrückung tun will, kann dies besser, schneller und klarer denn je!

  38. @Realo 07.03. 18:14

    „Das Problem ist höchstens, die „Rentierstaaten“ haben natürlich auch ihre Zukunft im Auge. Sie werden Strom und Wasserstoff und bestimmte Dienstleistungen liefern.“

    Im Zuge einer globalen Energiewende werden südlicher gelegene Ländern ihren Solarstrom vor allem selber nutzen. Weil grüne Energie nicht so leicht über weiter Entfernungen transportiert werden kann. Und da die Primärproduktion da viel billiger wird als bei uns in Mitteleuropa, wird man dort mit diesem billigen Strom ziemlich viel produzieren können.

    Das kann dann auch exportiert werden, und schafft aber vor allem vor Ort jede Menge Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Was dann auch eine Grundlage für eine florierende Wirtschaft mit demokratischen Verhältnissen werden kann.

    Allgemeine Freie Software wäre zusätzlich sehr zum Vorteil gerade von kleinen armen Ländern. Und eine KI-gestützte Bildungsoffensive wird weiter dazu beitragen, dass man da sehr viel produktiver werden kann als man sich das jetzt vorstellen kann.

    Das sind m.E. alles durchaus Zukunftsperspektiven. Die mit Zeiten einhergehen können, in denen die meisten Länder nur noch wenig Außenhandel haben. Und auch unsere Exportwirtschaft so wie noch gewohnt kaum noch funktionieren kann. Bei kaum noch nötigen Energieimporten wäre das allerdings auch überhaupt nicht mehr notwendig.

    Was dann auch bei uns zu deutlich weniger Arbeit und zu entspannteren Verhältnissen führen kann, und damit auch zu wieder mehr Kindersegen. Was wieder zusätzliche Nachfrage erzeugt. Vor allem aber wird sich dann Weltwirtschaftswachstum auf die heute noch armen Länder konzentrieren. Hier bei uns ist das vermutlich ziemlich ausgereizt.

    „Die Russen haben praktisch alles, von Diamanten, Uran, Gold bis zu seltene Erden…. und womöglich eine Klimaerwärmung in Sibirien.“

    Aber keine wirklich florierende Wirtschaft wie auch keine politische Freiheit. Und das wenige, was die haben, verpulvern die in Kriegen, die zu rein gar nichts führen. Fossilismus eben. Die Einnahmen sprudeln ohne große Anstrengungen, und werden ohne viel Sinn einfach verschleudert.

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