Gotteswahn oder Gottesschau – Wohin evolvieren wir?

Natur des Glaubens

Ab heute tagt an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart das Religion and Science Network Germany zum Thema Neurowissenschaft im Dialog (Flyer hier) mit etablierten Forschern wie Prof. Eberhard Schockenhoff und Prof. Günter Rager sowie (laut Anmeldeliste) mehr als 70 (!) Post-Doks und weiterer Nachwuchswissenschaftler verschiedenster Disziplinen. Wenn das mal keine ermutigende Resonanz für diesen interdisziplinären Forschungsbereich ist!

Die Chance der Einladung zum Vortrag wollte ich nutzen, aufbauend auf "Gott, Gene und Gehirn" einige erkenntnistheoretische Fragen zu formulieren, die die Evolutionsforschung zur Religiosität aufzuwerfen scheint – und die die Religionswissenschaft allein kaum beantworten kann. Handelt es sich, wie z.B. Richard Dawkins formulierte, bei unseren Ausprägungen religiöser Veranlagungen nur um einen Wahn? Oder gar, wie beispielsweise der Jesuit und Naturwissenschaftler Teilhard de Chardin vermutete, um die evolutionäre Entfaltung einer Gottesschau? Widerlegt die Evolution Gott oder offenbart Er sich durch sie?

Falls Interesse besteht: Das Vortragsskript per Klick zum Download hier.

Postskript: Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover veranstaltet zu "Glauben und Naturwissenschaften" Anfang Dezember sogar ein interdisziplinär besetztes Schülerforum – und laut Schreiben der Kirche liegen schon über 1.000 Anmeldungen vor… Nach hervorragenden Erfahrungen mit einem Schüler-Workshop im letzten Jahr freue ich mich auch darauf schon sehr, in diesem Rahmen wieder einen anzubieten (Programmübersicht hier). Das Thema scheint derzeit viele zu bewegen, dabei hat das Darwin-Jahr doch noch gar nicht angefangen… 😉

 

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

30 Kommentare

  1. Aus dem evolutionären Erfolg des Konzepts einer übernatürlichen Kontrollinstanz zu Stabilisierung sozialen Verhaltens auch auf eine erkenntnistheoretische Relevanz dieses Erfolges zu spekulieren, halte ich doch für fragwürdig. Das ist so, als ob man aus der Existenz des Gehöhrs ableitet, dass es wohl göttliche Gesetze gibt, zur deren Wahrnehmung das Ohr geschaffen wurde.

  2. @ adenosine: Zustimmung

    Liebe adenosine,

    ja, so würde ich das auch als fragwürdig sehen – tue genau das aber nicht. Um in Deinem Beispiel zu bleiben: Aus der Existenz und Evolutionsgeschichte des Ohres können wir mit hoher (nie absoluter!) Wahrscheinlichkeit schließen, dass es Töne gibt (und dass deren Wahrnehmung evolutiv erfolgreich sein kann). Deren Existenz können wir dann auch z.B. experimentell bestätigen.

    Im Bezug auf übernatürliche Akteure stehen wir jedoch schlicht vor einem erkenntnistheoretischen Paradox: Hier haben wir eine evolutiv erfolgreiche Wahrnehmung (wörtlich: Annahme von Realität), die sich aber per definitionem der empirischen Überprüfung entzieht.

    Dieses erkenntnistheoretische Paradox habe ich mir erlaubt aufzuzeigen – und dabei klar darauf hingewiesen, dass ich das nicht für einen Gottesbeweis o.ä. halte, sondern schlicht für eine erkenntnistheoretisch interessante und bedenkenswerte Situation.

    Herzliche Grüße

    Michael

  3. Michael,

    als Älterer biete ich hier zunächst mal das Du an. Ist das ok?

    Zunächst stimme ich dir zu (auch dein Vortragsskript hat mir gefallen). Doch nicht alle Religiösität “bedient sich” bekanntermaßen übernatürlicher Akteure. “Gott” ist nicht in aller Religiosität “verwesentlicht” (die Begriffe “dualistisch” und “monistisch” vermeide ich, da sie immer etwas nach Konzept “riechen”). Ich komme damit nochmals auf die Mystik zurück (die eben kein Konzept ist).

    “Die Hochreligionen der Menschheit, die sich auf fixierte Texte als »Heilige Schriften« stützen – also vor allem die vedische Religion, Judentum, Christentum, Islam und Buddhismus – treffen normative Feststellungen, was das Verhältnis des Menschen zu dem ihn umgebenden Seienden anbetrifft. Dies gilt insbesondere für unsere eigene jüdisch-christliche Tradition. Unter Berufung auf göttliche Offenbarungen wird auf die Autorität der Texte verwiesen, die zwar kanonischen Rang beanspruchen, dennoch aber der Interpretation der (Schrift-)Gelehrten, Theo-Logen und anderer Experten zugänglich sind und von diesen dem »Volk«, den »Gläubigen« vermittelt werden. Re-ligion als Weg zur Überwindung der menschlichen Entfremdung erscheint damit als Sache des Glaubens — eines Glaubens, der sich oft genug rationalen Argumenten verschließt und persönliche Erfahrungen als »subjektivistisch« abwertet, wo es doch auf »objektive Heilsgewißheiten« ankäme. Dem steht die unmittelbare Erfahrung der letztlichen Einheit alles Seienden in der Mystik gegenüber. Die mystische Erfahrung stellt einen radikalen empirischen Zugang zur ontischen Wirklichkeit dar.”
    (aus: Christof Schorsch, “Die Ökologie des Seins, Zur Wahrnehmung von ‘Natur’ in der mystischen Erfahrung”, in Holger Schleip (Hrsg.), “Zurück zur Natur-Religion? Wege zur Ehrfurcht vor allem Leben”, Verlag Bauer 1986; ein längeres Zitat hier: http://mentio.blogspot.com/…ologie-inwendig.html)

    In einem anderen Kommentar in deinem Blog http://religionswissenschaft.twoday.net/ nannte ich auch bereits Ken Wilber, der für eine Anerkennung der Mystik als eine empirisch überprüfbare Erkenntnisquelle plädierte. (Insoweit bedarf es auch in der Mystik bis zur Erlangung eines gewissen “Verstehensstatus” meist eine Weile, aber das ist ja bei jedem Studium so).

    Töne gibt es nicht unabhängig vom hörenden Lebewesen. Das Ohr nimmt lediglich Ausschnitte von Druck- und Dichteschwankungen in einem elastischen Medium auf, die erst das Gehirn als Klang interpretiert (“Nur in deinem Kopf” würde Arvid Leyh vielleicht sagen). Die Welt an sich ist unendlich still.

    Wäre nicht denkbar – um einen Gedanken Hoimar von Ditfurths zu variieren -, dass das evolvierende Gehirn des Menschen in der Mystik etwas “von da draußen” aufnimmt, welches das Gehirn dann (klar: auch kulturell bedingt) als “göttlich” oder als “Gott” interpretiert, so wie es Druck- und Dichteschwankungen als “Klang” interpretiert?

    Die Frage stellst du irgendwie am Ende ja auch, wenn auch mit etwas anderem Anstrich.

    Mit Geräten (Schallpegelmesser z.B.) können wir unsere Sinne erweitern, und auf diesem Wege empirisch die Druck- und Dichteschwankungen außerhalb unserer Selbst nachweisen. Das natürlich ist im Falle der Empirie der Mystik vergleichbar nicht möglich (amüsanter Gedanke: NOCH nicht?). Also eine “Zwei-Wege-Empirie”: Erstens kann prinzipiell jedermann “Klang” wahrnehmen (hören) und sie so bestätigen. Zweitens kann mit künstlichen Sinneserweiterungen (also Geräten) auch bestätigend auf korrelate Vorgänge außerhalb unserer Selbst geschlossen werden.

    Verknüpfende Frage: Hätten wir Zweifel an der Existenz von Klang (wie auch immer das “reale” Korrelat sein möge – “Annahme von Realität”), wenn wir die Geräte nicht zur Verfügung hätten? Würde uns die Empirie des Hörens nicht genügen? Würden die taub Geborenen den Hörenden eine Illusion des Klanges vorhalten?

    Das klingt nun etwas nach Mission, aber so ist es nicht gedacht. Schorsch und Wilber stehe ich in diesem Punkt mehr skeptisch als zustimmend gegenüber. Schließlich ist ja denkbar, dass mystische Erfahrungen nur ein neuronales Spiel sind, eine Gaukelei des Gehirns, und alle Erkenntnis daraus nur kulturelle Interpretation – Glaube. Ich denke hier nur “laut” ins Blaue hinein, und das wieder einmal etwas ungeordnet.

    Mystik als Sonderfall der Religion oder religiöser Erfahrung, Mystik als Kern aller Religion, Mystik als Fortentwicklung der Religion, Mystik als etwas ganz anderes als Religion, …. Darüber wird “gestritten”. Ist der “Streit” eines Tages entscheidbar, vielleicht religionswissenschaftlich? Wieder nur eine lose gedachte Frage.

    Was ich aber der empirischen Religionswissenschaft allgemein vorschlagen möchte ist, die Unterscheidung zwischen “klassischer” Religion und Mystik genauer zu beachten, und vielleicht auch explizit zu untersuchen (falls das nicht schon gemacht wird – ich wiederhole hier mein Laientum in Sachen Religionswissenschaft).

    (Sorry, das es soviel Text geworden ist.)

  4. @ Noah

    Lieber Noah,

    da wir schon so oft und sehr schön uns ausgetauscht und diskutiert haben, nehme ich das gegenseitige Du hiermit gerne an.

    🙂

    Zur Sache: Es wird Dich sicherlich freuen zu hören, dass die empirische Forschung schon recht genau in die von Dir eingeforderte Richtung geht: In die (auch begriffliche) Unterscheidung von Religiosität und Spiritualität. In unserem neuem Buch (siehe hier:
    http://www.chronologs.de/…e-und-gehirn-erscheint )

    haben wir dieser Differenzierung ein ganzes Kapitel gewidmet. Denn die bisherigen Befunde inzwischen mehrerer Disziplinen (von der Psychologie bis zur Genetik) deuten stark darauf hin, dass Spiritualität und religiöse Vergemeinschaftung zwar Überschneidungen aufweisen, aber nicht notwendig dasselbe sind. Vielmehr deutet sich eine Glockenkurve an: Sehr geringe Spiritualität (verstanden als Bejahung außerordentlich sinnhafter Erfahrungen) kann ebenso zum Ausscheiden aus Religionsgemeinschaften führen wie sehr starke Spiritualität (die es sehr schwer macht, die eigenen Erfahrungen mit einer offiziellen Doktrin in Einklang zu bringen). Zwar kannte ich einige Daten dazu schon, erst eine Umfrage im Rahmen eines Pfarrerseminars hat mich aber vollends überzeugt: Die meisten waren tiefreligiös, aber viele kaum spirituell.

    Persönlich scheint es mir daher außerordentlich sinnvoll, diese beiden Aspekte zu unterscheiden und eben nicht in einen Topf zu werfen. Deswegen arbeite ich mit einer Unterscheidung von Religiosität als Bejahung übernatürlicher Akteure und Spiritualität als Bejahung außerordentlich sinnhafter Erfahrungen. Das kann im Einzelfall in die gleiche Richtung weisen, muss es aber nicht.

    Vorläufig sieht es so aus, als ob nur die Religiosität messbare, demografische Auswirkungen zeigen würde, aber da stehen die Forschungen noch ganz am Anfang. Persönlich habe ich da schon eine Arbeitshypothese zum evolutiven Zusammenhang, finde es aber viel zu früh, damit heraus zu gehen. Es mangelt einfach noch an starken Daten und ich sehe meine Aufgabe gerade nicht darin, halbgare Ideen hinaus zu posaunen. (Wenn wir uns einmal treffen sollten, könnten wir es ja einmal so durchdiskutieren, schließlich bist Du Mystikexperte! 🙂 ) Aber Deiner Intuition möchte ich schon jetzt zustimmen: Die spirituelle Erfahrungsseite verdient in Zukunft eigene, empirische Erforschung! Genau so haben Rüdiger und ich das auch gesehen und geschrieben.

    Herzliche Grüße

    Michael

  5. Vielen Dank

    lieber Michael, auch für die ausführliche Antwort.

    Ich erinnere mich hinsichtlich der Unterscheidung auch wieder an die Diskussion hier: http://www.chronologs.de/…zer-ber-das-gottes-gen

    Zitat:
    “Die meisten waren tiefreligiös, aber viele kaum spirituell”

    – oder umgekehrt, oder beides. Vor längerer Zeit schrieb ich mal jemandem: “Es gibt nicht nur eine spirituelle Sehnsucht, sondern auch eine religiöse.”

    Euer Buch steht ganz oben auf meiner Liste, und ich bin gespannt, was ihr dazu schreibt.

    🙂

  6. @ Noah: Der Dank…

    …ist ganz meinerseits, wirklich!

    Dass Du Dich für das Buch interessierst, freut mich natürlich sehr! Darf ich einen bzw. zwei Tips zu einem eventuellen Kauf loswerden?

    Ohne dass es auch nur einen Cent mehr kostet, lässt es sich über Ingo Badings Website bestellen:
    http://astore.amazon.de/…ra-21/detail/3777616346

    Jedes verkaufte Exemplar dient hier der Förderung eines ungewöhnlichen, freien Weblogs.

    Direkt hier an die Scilogs (Wissenslogs, Chronologs, Brainlogs etc.) angeschlossen ist auch die Bestellmöglichkeit des Science-Shop:
    http://www.chronologs.de/…shop.de/artikel/969531

    Auch da gilt: Es kostet keinen Cent mehr, aber der Kauf dort unterstreicht die (langsam zunehmende) Bedeutung von Wissenschaftsblogs im Rahmen von Wissenschaftskommunikation und -organisation.

    Über Dein Interesse freue ich mich sehr und hoffe, dass wir uns eines Tages auch mal in naturae über Religiosität und Spiritualität austauschen können!

  7. @ Noah und “Mystik”

    Lieber Noah,

    was mir aus Deinem Text noch nicht klar wird, und worüber Du selbst und viele der von Dir vertretenen Gedankenrichtung sich noch nicht im Klaren zu sein scheinen, das ist die Frage, ob und in wie weit die spirituelle, mystische Erfahrung als solche meßbare Spuren im Gehirn hinterläßt. Es schwingt immer noch dumpf die Annahme mit, daß “das Göttliche” und sein Erleben, seine Erfahrung “nichtphysischer” Natur sein müsse.

    Ich komme immer mehr dahin, daß dem nicht so sein kann. Selbst wenn wir mit den Meßinstrumenten nicht gleichzeitig Ort und Geschwindigkeit eines Elektrons messen können, so zeigen uns die Meßinstrumente doch immerhin so viel an, DASS da irgend etwas ist. Es wird uns nur klar, daß das, was da ist und sogar mathematisch recht klar (mit Wahrscheinlichkeits-Rechnung) berechenbar ist, nicht vollständig in unserer nach Raum, Zeit und Kausalität denkende Vernunft rückübersetzbar ist.

    Aber solche Phänomene haben wir letztlich überall in der Wirklichkeitswahrnehmung. Wir “wissen”, daß das Weltall etwa 10 Milliarden Jahren alt ist. “Wissen” wir wirklich, was 10 Milliarden Jahre sind? Nein. Wir haben einen Begriff davon, keine (vollständige) Anschauung. Für Erkenntnis ist aber nach Kant das Zusammenspiel von Begriff und Anschauung notwendig.

    Nun haben wir in der Mystik viele Begriffe. Stehen diesen auch Formen von Anschauung gegenüber und manifestieren sich diese im Gehirn (meßbar oder doch zumindest mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung mathematisch einordbar). Ich glaube, daß das bejaht werden muß.

    Insofern wird sich die mystische oder religiöse Erfahrung, insofern sie klar von anderen psychischen Erfahrungen des Menschen abgegrenzt werden kann (etwa von Geisteskrankheiten) ihrem Wesen nach in ähnlicher WEise im Gehirn “nachweisen” lassen (irgendwann) wie das Elektron.

    Man darf gespannt sein, was da die künftigen Jahre der Hirnforschung bringen werden.

    Aber ich denke, der durchschnittliche Mystiker, Spirituelle (im Sinne von Michael) oder Religiöse (in meinem Sinne) hat es nicht nötig, irgendwelche übernatürliche Wesenheiten anzunehmen, die sich vollständig der naturwissenschaftlichen Annäherung entziehen.

    Vielleicht wird man deshalb auch dahin kommen, daß man sagen wird, daß der Begriff Metaphysik, der noch von Kant verwendet wurde, ein etwas unscharfer Begriff ist. Ich weiß aber selber auch keinen besseren. Das Elektron ist ja nichts vollständig Metaphysisches und entzieht sich doch der naturwissenschaftlichen “Anschauung”.

    Soweit mein derzeitiger Stand der Überlegungen auf diesem – wie ich finde – auch philosophisch sehr spannenden Gebiet.

  8. Lieber Ingo,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe.

    Zitat:
    “was mir aus Deinem Text noch nicht klar wird, und worüber Du selbst und viele der von Dir vertretenen Gedankenrichtung sich noch nicht im Klaren zu sein scheinen, das ist die Frage, ob und in wie weit die spirituelle, mystische Erfahrung als solche meßbare Spuren im Gehirn hinterläßt. Es schwingt immer noch dumpf die Annahme mit, daß “das Göttliche” und sein Erleben, seine Erfahrung “nichtphysischer” Natur sein müsse.”

    Warum sollte sie nicht messbare Spuren hinterlassen können? Ich weiß es nicht, ob es so ist. Aber ich erkenne darin kein Problem.

    Es ist wohl wirklich so, dass der Begriff der Physik/Metaphysik hier in sich ein Problem darstellt. Vielleicht ist das im Kern so ähnlich wie das bekannte Problem der Versprachlichung mystischer Erfahrung. Wenn ein Mystiker von “Alles ist EINS” spricht, wird der Nicht-Mystiker – ein Verbundenheitsgefühl vielleicht noch beigemischt – hier wohl immer den Verstand zum Verstehen gebrauchen und EINS so wie die Zahl Eins auffassen. Der Unterschied von EINS zu Eins, das Bewusstsein (mystische Erleben) von EINS aber lässt sich nicht adäquat versprachlichen.

    Ich weiß nicht, ob ich dich überhaupt richtig verstehe, aber für mich gibt es keine Trennung in eine physische, diesseitige, und eine metaphysische, jenseitige Welt. Das bedeutet aber eben nicht, dass ich ein Materialist wäre, oder ein neutraler Monist, oder …

    Hoffentlich habe ich nicht völlig an dir vorbeigeredet, und hoffentlich ist das jetzt nicht zu sehr off topic…

  9. @ Ingo: Verständnisfrage

    Lieber Ingo,

    auch ich hätte eine Verständnisfrage. Du schreibst:

    Aber ich denke, der durchschnittliche Mystiker, Spirituelle (im Sinne von Michael) oder Religiöse (in meinem Sinne) hat es nicht nötig, irgendwelche übernatürliche Wesenheiten anzunehmen, die sich vollständig der naturwissenschaftlichen Annäherung entziehen.

    Inwiefern “nicht nötig”? Normativ?

    Selbstverständlich haben Menschen die Ausprägung einer Vielzahl biokultureller Fähigkeiten “nicht nötig” im Sinne der Lebenserhaltung. Es lässt sich wunderbar leben ohne z.B. die Ausprägung von Musikalität, Spiritualität oder Religiosität u.v.m. Wer aber die Evolutionsgeschichte der entsprechenden Veranlagungen erforschen will, tut gut daran, empirisch zu erforschen, wie sich die Ausprägung der entsprechenden Merkmale auf Lebensvollzug und Reproduktionserfolg (als dem darwinschen Fitnessindikator) auswirkt. Aber das heißt doch nicht, dass z.B. einem unmusikalischen Menschen im normativen Sinne etwas fehlt oder dass er gar zu seinem “Glück” gezwungen werden sollte. Kurz: Ob jemand musikalische Früherziehung oder den Glauben an übernatürliche Akteure “braucht” ist eine völlig andere Frage als die, wie sich die Mitwirkung an einer Band oder in einer Glaubensgemeinschaft beobachtbar auf das Leben auswirken.

  10. @ Michael

    ich meine schlicht “nicht nötig”, UM religiös zu sein.

    (Also ganz vordergründig, ohne jede weiteren “darwinischen” oder “normativen” Gedanken.)

  11. @ Michael

    genauso wie es der Musiker, Musikfreund nicht nötig hat, von der Möglichkeit oder Existenz “übernatürlicher” Musik auszugehen, um musikalisch zu sein.

  12. @ Ingo: Ach so…

    Aber wie unterscheidest bzw. definierst Du dann Religiosität und Spiritualität, die ja sowohl nach empirischen Befunden (z.B. Hamer) auch nach der Selbstaussage von Menschen nicht identisch sind: Es gibt tiefreligiöse Menschen, die keine spirituellen Erfahrungen haben oder suchen und sehr spirituelle Menschen, die sich gerade deswegen in keine Religionsgemeinschaft einfügen können oder wollen. Wie lässt sich das Deiner Meinung nach erforschen, wenn wir es nicht einmal begrifflich unterscheiden?

  13. erkenntnistheoretische Problematik

    – Noah, naja, manchmal findet man “spirituelle” (oder “religiöse”) Erfahrung auch in einer Art und Weise formuliert, die impliziert, daß diese Erfahrung gar nichts mit der Physik und der Physiologie unseres Gehirns zu tun hat. (Ich glaube immer mehr, daß diejenigen, die Supernaturalistisches annehmen, in prinzipielle erkenntnistheoretische Schwierigkeiten kommen. Das müßte noch mal gründlich durchdacht und aufgearbeitet werden und gilt sowohl für Monotheisten wie für supranaturalistische Mystiker.)

    Ich selbst habe jedenfalls den Eindruck, daß es nicht nötig und philosophisch auch unsinnig ist, eine solche Annahme eines mehr oder weniger dualistischen Prinzips zu machen, um sich (religiös oder) spirituell zu nennen.

    – Michael, das hatten wir ja schon. Ich störe mich nur daran, mich selbst als “spirituell” zu bezeichnen, weil ich religiös bin aber nicht an Supernaturalistisches glaube. Aber meinetwegen mag das ja vorläufig in der Wissenschaft auf diese Weise getrennt werden. Der Begriff “spirituell” ist mir viel zu speziell, um all das zu umreißen, was Du damit umreißen willst. Über dieses Phänomen wird wohl auch in der Religionswissenschaft derzeit noch zu wenig nachgedacht. Die Weltreligionen stehen ja da ständig im Vordergrund, weshalb sich die Frage ja auch für solche Leute wie Dich gar nicht so drängend stellt wie etwa für solche Leute wie mich.

  14. Religion und Geschichte

    In vielen Beiträgen wird das Thema recht „hochwissenschaftlich“ angegangen, vgl.: [BM]. Dabei werden die eigentlichen Grundlagen der Religion nicht einmal gestriffen. Anknüpfungspunkte bietet der amerikanische Sumerologe Prof. Kramer [KS]: „Der Sumerologe ist einer der striktesten Spezialisten in den hochspezialisierten akademischen Weisheitshallen, ein nahezu vollendetes Beispiel für den Mann mit dem größten Wissen im kleinsten Bereich.“ – „Der Sumerologe ist eher als alle sonstigen Gelehrten und Spezialisten in der Lage, den allgemeinen Hunger des Menschen nach dem Ursprünglichen, nach den Uranfängen, nach den »Erstlingen« in der Geschichte der Zivilisation zu stillen.“ Das Enuma Elisch [Zi] ist ein weitgehend unbekanntes Werk, enthält aber eine geschichtliche Kurzfassung, die sich am Anfang der Bibel widerspiegelt. Das man dazu weiteres Hintergrundmaterial der Sumerer benötigt, hatte P.M. unterschätzt und so landete ihre Interpretation im Chaos [BP]: „Das »Enuma Elisch« ist letztlich eine Geschichte voll Mord und Totschlag, Intrigen und verzwickten Liebesbeziehungen…“
    Die UNI Essen befasst sich mit „ihrem“ Teil des Enuma Elisch [UE]: Marduk schuf den Menschen.
    Dass z. B. die Bibel nicht nur eine Heilige Schrift ist sondern auch ein High-Tech Werk, belegt u. a. ein amerikanischer Reverent: Vor über 100 Jahren gab es einen ersten (mittlerweile wieder bekannten) Versuch des Baues und Fluges eines nach Ezechiel gebauten Fluggerätes durch Reverent B. Cannon [BC] – das war weit vor EvDäniken´s „Erinnerungen an die Zukunft“ und der Rekonstruktion durch den NASA-Konstrukteur in Sachen Fluggeräte J. F. Blumrich [Bl]. Auf das Rad im Rad machte er sogar ein Patent [BO]! Wieso konnte Ezechiel 1,4-28… so genau eine Beschreibung geben? Er hat es gesehen und ist mitgeflogen! Den zugehörigen Tempel als Wartungsbasis rekonstruierte ein deutscher Ing. [BH].
    Das ist überlieferte High-Tech, Wissenschaft vor über 2500 Jahren. Das hat sich Niemand ausgedacht – in der Bibel heißt es dazu Ez 40,3: „…ein Mann, der war anzuschauen wie Erz (heute würden wir Raumanzug sagen, Dg). Er hatte eine leinene Schnur und eine Messrute in seiner Hand…“ Ez 40,4: „Du Menschenkind, sieh her und höre fleißig zu und merke auf alles, was ich dir zeigen will; denn dazu bist du hierher gebracht, dass ich dir dies zeige, damit du alles, was du hier siehst, verkündigst dem Hause Israel.“ Die Bibel ist für die Gläubigen eine Heilige Schrift – sie ist aber auch an vielen Stellen eine High-Tech-Quelle für uns – auch wenn wir das so nicht wahrhaben wollen! Es ist und bleibt Fakt!
    In Auswertung der sumerischen Keilschriften stellt sich die Entwicklung der Religion und der Religiosität des Menschen viel einfacher dar, als es auf der Tagung diskutiert wird. Wie religiös ein Volk, ein Mensch ist, hängt auch von der langjährigen Erziehung mit ab. Interessant wäre es u. a., wie groß, klein ist die Kriminalität religiöser Menschen? B. Brecht formulierte mal einen Vergleich: Was ist der Einbruch in eine Bank – gegen die Gründung einer Bank! Hochaktuell! Ein Banker der Bayern LB – der größte Kräsch dieser Bank durch Falschspekulation – zitierte: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Da kann der kleine Sünder vor Neid nur erblassen!

    Literatur
    [BM] Blume M.: Gotteswahn oder Gottesschau – Wohin evolvieren wir? Vortrag zur RSNG-Tagung „Neurowissenschaft im Dialog“. Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, 18. Oktober 2008
    http://www.blume-religionswissenschaft.de/…8.pdf
    [KS] Kramer, S. N.: Die Geschichte beginnt mit Sumer. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M 1959
    [Zi] Zimmermann, H.: Enuma Elisch – der mesopotamisch-altbabylonische Schöpfungsmythos.
    http://www.earlyworld.de/enuma_elish.htm
    [BP] Blumenthal, P. J.: Abrahams Söhne – Einigkeit über den Anfang der Welt. P.M. HISTORY 12/2007 – http://www.pm-magazin.de/…kel/artikel_id2417.htm
    [UE] Uni-Essen: Enuma Elisch, Marduk schafft den Menschen.
    http://www.uni-essen.de/…rse-stuff/meso-enuma.ht
    [BC] -: Burrell Cannon – Introduction – eine Zusammenfassung
    http://www.hiddenmysteries.org/…/vol4/ezek.shtml
    [Bl] Blumrich, J. F.: Da tat sich der Himmel auf. 2. Auflage, Ullstein Berlin 1995
    [BO] Blumrich, J. F.: “OMNIDIRECTIONAL WHEEL” Nr.: US 3,789,947 vom 17. April 1972, Internationale Patent-Klassifikation: B62d 5/02.
    [BH] Beier, H. H.: Kronzeuge Ezechiel. Ronacher, München 1985

  15. Irrweg

    Gott auf wissenschaftliche Art beweisen oder widerlegen zu wollen ist ein Irrweg; da dies nicht möglich ist.

    Schon bei der Lehre Zarathustras galt das Lebensmotto: gute Gedanken, gute Worte und gute Taten.
    Alle Religionen und Gläubigen, die sich daran halten werden damit langfristig gut überleben.

    Sollten die Religionen aber meinen, ihre Existenz durch wissenschaftliche Nach-/Beweise belegen zu können; so haben sie schlechte Karten. Z.B. führt Dr. Högl auf seiner Internetseite http://www.nahtod.de das Erleben von wichtigen Transzendenzerfahrungen in allen Religionen auf Nahtod-Erlebnisse (NTE) zurück. Und NTEs kann man als Ergebnis der normalen Gehirnfunktion erklären.

    Die größte Herausforderung für Religion und Gläubige ist alerdings der religiöse Wahn. Wenn z.B. sowohl Taliban/AlKaida wie auch Bush/Blair ihre grausamen Kriegszüge auf Befehle/Aufträge ihres jeweiligen Gottes zurückführen können, ohne dass die Gläubigen/Theologen wiedersprechen so zeigen sie damit, dass ihr religiöses Wissen nichts Wert ist: Denn wenn Krieger die geistige/religiöse Führung einer Religion übernehmen und Morde als Argumente gelten; wozu braucht man dann noch Theologen.

  16. @ KRichard

    Mit dem Begriff Irrweg kann man schnell ins Abseits geraten. Wenn sich die hohe Wissenschaft der Frage widmet: Religion im Gehirn…, dann ist das für sie eben so. Das ist für die Massen unverständlich. Wenn man sich mit der eigentlichen Entstehung der Religion befasst, indem man die sumerischen Aufzeichnungen auswertet, ist das ein ganz anderer, gut erklärlicher und verständlicher Vorgang, wobei ein universeller Gott, andere sagen auch Urgottvater die Fäden geführt haben könnte.
    Gott und die Religionen sind eigentlich gut für die Menschen – werden aber von den Religionsführern missbraucht. Sie machen einen Machtkampf daraus und führen sogar Religions- oder heilige Kriege. So sollen u. a. Kondom- und Abtreibungsverbote verhindern, dass die Zahl der Gläubigen „nur“ konstant bleibt oder sogar sinkt. Im Interesse einer stabilen Versorgung der Menschen und einer gesunden Umwelt kommt eine Geburtenregelung erst gar nicht „auf den Tisch“. Die Konzerne fürchten wohl dann einen erheblichen allseitigen Konsum- und damit Profitrückgang. Oft zählt noch Gott Geld mehr als Gott der Herr. Dazu passt eine Prophezeihung der Cree Indianer:
    „Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, daß man Geld nicht essen kann“ [MM].
    Die Theorien der Wissenschaft zu NTE kenne ich etwas. Viele Menschen führen ihre Erlebnisse mit Gott zusammen, bzw. sind gottesnah – das muss ja eine Schulwissenschaft ablehnen!
    Hier möchte ich das Erlebnis eines Bekannten verweisen [HD].

    [MM] Morgan, M.: Traumfänger. Goldmann, München 1995
    [HD] Heinisch, A.; Deistung, K.: Nahtoderfahrung und Reinkarnation. Magazin 2000plus, Spezial 15/260 2008, S. 62 – 67

  17. @Klaus Deistung

    Religion ist gut für den Menschen, da stimme ich gerne zu.

    Problematisch wird es aber z.B. wenn Kriege angeblich in persönlichem göttlichem Auftrag (BinLaden,Bush, Blair) geführt werden. Wieso spricht Gott mit diesen Leuten – und nicht mehr mit den Schriftgelehrten? Die Schriftgelehrten sind sprachlos – und das ist peinlich, denn sie zeigen dadurch, dass sie nichts mehr zu sagen haben.

  18. @ KRichard

    Danke für Ihren Beitrag!

    Sie schrieben:
    Gott auf wissenschaftliche Art beweisen oder widerlegen zu wollen ist ein Irrweg; da dies nicht möglich ist.

    Das sehe ich ganz genau so. M.E. sind Gottesbeweise und Gotteswiderlegungen auf Basis empirischer Arbeiten nicht möglich, da diese nur immer falsifizierbare Theorien produzieren. Allerdings sollte uns das natürlich nicht hindern, das Phänomen Religiosität selbst empirisch zu erforschen und unseren Wissensstand immer wieder philosophisch und theologisch zu reflektieren.

    Schon bei der Lehre Zarathustras galt das Lebensmotto: gute Gedanken, gute Worte und gute Taten.
    Alle Religionen und Gläubigen, die sich daran halten werden damit langfristig gut überleben.

    Ja. 🙂

    Die größte Herausforderung für Religion und Gläubige ist alerdings der religiöse Wahn. Wenn z.B. sowohl Taliban/AlKaida wie auch Bush/Blair ihre grausamen Kriegszüge auf Befehle/Aufträge ihres jeweiligen Gottes zurückführen können, ohne dass die Gläubigen/Theologen wiedersprechen so zeigen sie damit, dass ihr religiöses Wissen nichts Wert ist: Denn wenn Krieger die geistige/religiöse Führung einer Religion übernehmen und Morde als Argumente gelten; wozu braucht man dann noch Theologen.

    Auch hier widerspreche ich nicht. Allerdings haben das Regime de Terreur (!) der französischen Revolution, die Morde bekennender Atheisten wie Stalin, Mao, Pol Pot etc. gezeigt, dass auch säkulare Ideologien furchtbar fehlgehen können. Wissenschaft steht hier m.E. kein abschließendes Werturteil zu. Aber indem sie dazu beiträgt, Phänomene besser zu verstehen zu versuchen, kann sie ggf. helfen, besser damit umzugehen.

    Und zur Wahrheit gehört eben auch, dass nur kleine Minderheiten der Weltreligionen diese extremistisch praktizieren, wogegen Milliarden Menschen aus den Religionen Kraft für ihren Lebensvollzug schöpfen. Sie war und ist evolutiv insgesamt erfolgreich. Religiosität ist Teil der menschlichen Natur wie Musikalität auch. Das beweist für sich weder Wahrheit noch Unwahrheit, dürfte aber m.E. ein Argument sein, das Miteinander zu erlernen.

  19. @Blume

    Danke, das war ´ne gute Antwort.

    Das übersieht man oft, dass die große Mehrheit der Menschen ihre Religion als Grundlage für ein friedliches Zusammenleben nimmt.

  20. @ Michael Blume @ KRichard

    Lieber Herr Blume,
    wenn wir von Gott dem Herrn sprechen – in bescheidenen Grenzen – Ja.
    Die Götter, die die Sumerer hauptsächlich uns überliefert haben, kennen Sie auch zum großen Teil.
    Sie bezeichneten sich als Wächter, Erhabene, Götter – waren aber nicht Gott! Dazu ist eine differenziertere Betrachtung möglich.
    Anu – Himmelsgott, gleichzeitig König vom Nibiru, dem Planeten X nach P. Lowell, und drei seiner Kinder, Halbgeschwister – vgl. Abraham uns Sara
    – Ea/Enki/Ptah/Poseidon Chefwissenschaftler
    – Enlil als Verwalter der Erde
    – Ninki/Ninharsag/Hathor als Hebamme der Götter
    – Urenkelin Anus: Ischtar/Inanna/Inni/Venus/Aphrodite/Astrate, Göttin der Liebe und der Kriegsführung.
    In anderen Ländern hatten die Anunnaki (die, die vom Himmel kamen – Nibiru) landestypische Namen, hier im Auszug mit angegeben.
    Eine grobe Übersicht können Sie sich verschaffen: http://www.Sitchin.com und Details in seinem Buch: „Das verschollene Buch Enki“ bei Kopp.

    @ KRichard
    Ich glaube nicht, dass „…Gott mit diesen Leuten“ spricht. In einem Buch laß ich ein Gleichnis – vielleicht, kennen Sie sogar die Quelle (Pharao?) – Jede Kriegspartei betet zu Gott um den Sieg im Kampf. Diese Gebete werden als Tonkrüge dargestellt, die auf dem Weg zu Gott aneinander zerschellen. Das Gebet eines Kindes kommt an.
    Aber was wollen Sie mit (welchen) Schriftgelehrten ausdrücken? Da fällt mir die Geschichte mit den Wahrsagern ein, die weder Babylon noch ihr Leben retten konnten.

  21. @Klaus Deistung

    Was ich mit der Sprachlosigkeit der Schriftgelehrten ausdrücken will ist folgendes:
    Die Verbrechen der Taliban/AlKaida widersprechen den Lehren des Koran (z.B. weil Unschuldige getötet werden)- und die Kriegsführung ihrer Gegner widerspricht den Lehren der Bibel (Du sollst nicht töten).

    Ich hätte eigentlich sowohl von den islamischen wie auch von den christlichen Schriftgelehrten einen energischen und andauernden Widerstand gegen die Kriegsführung beider Parteien erwartet.
    Beide Kriegsparteien behaupten, im Auftrag Gottes zu handeln – auch hier hätte ich eigentlich Kommentare der Schriftgelehrten von Islam und Christentum zu diesen Behauptungen erwartet.

  22. @ Klaus Deistung

    Lieber Herr Deistung,

    demnach vertreten Sie die Auffassung, bei den sumerischen Göttern habe es sich um empirisch fassbare Entitäten gehandelt, z.B. Außerirdische o.ä.?

    Mit fragenden Grüßen

    Michael Blume

  23. @ Michael Blume

    Lieber Herr Blume,
    Die historischen Überlieferungen einerseits und die offizielle Verweigerung von Wissenschaft und Medien auf der anderen Seite haben mich überzeugt: Wir sind nicht allein im All, ja nicht einmal in unserem Sonnensystem! Auch wenn der Planet X nach P. Lowell offiziell rausgerechnet wird, ist er eindeutig überliefert als Nibiru: http://www.astronomie-heute.de/…28&_z=798889
    Wir bedauern zwar einerseits offiziell den Verlust der historischen Bibliothek von Alexandria – nehmen aber andererseits auch offiziell keine Notiz von den über 25.000 Keilschriften der Bibliothek des Königs Assurbanipal aus Ninive. Neben diesen sumerischen Keilschriften (über 70.000 – ZDF), die sogar zu über 80% übersetzt sind, gibt es aus dem indischen Raum ebenfalls jede (gleichwertige) Menge übersetzter Schriften. Sie bestätigen alle die Worte von Prof. Kramer. Die entscheidenden Literaturhinweise zu Sitchin schrieb ich schon – gern mehr.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Deistung

  24. @ Klaus Deistung: Paläo-Seti

    Lieber Herr Deistung,

    also hatte ich Ihre Beiträge richtig interpretiert. 🙂

    Die Frage nach dem Glauben an bereits erfolgte Kontakte mit Außerirdischen möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt gerne einmal in gesonderten Beiträgen thematisieren. Auf meinem Privateblog habe ich einige Texte (und einen Vortrag und Artikel) bereits online:
    http://religionswissenschaft.twoday.net/…lauben/

    Allerdings spielte Paläo-Seti bisher, zugegeben, nur eine untergeordnete Rolle. Ich könnte mir daher vorstellen, Anfang kommenden Jahres dann auch hier in den Chronologs dazu zu schreiben und würde mich über Ihr Interesse freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Blume

  25. Klaus Deistung @ Michael Blume: Paläo-S

    Lieber Herr Blume,
    Ihre Fragen muss man schon differenziert beantworten, da die Hintergründe berücksichtigt werden müssen. Ihre Meinung scheint mir aufgeschlossen – im Gegensatz zu vielen Anderen. Der Vatikan hat ja seine Meinung in diesem Jahr auch präzisiert und die Presse hat es leicht variabel interpretiert. Einst vertrat er mit der Erdscheibe den Rückschritt – wenn ich so manche Diskussion verfolge – dann kann ich mich immer an meinen Beitrag erinnern: Wir haben die Erdscheibe noch nicht überwunden. Magazin 2000plus, Nr. 184 6/2003, 44-47. Von verschieden Seiten besagen die Informationen, dass es in Mitteleuropa besonders ungünstig ist.
    Auch wenn ich keinen Kontakt hatte, so weiß ich doch von den kleinen und größeren Problemen die Kontaktler hatten/haben, weil ich wenige kenne und weis, dass es keine „Spinner“ sind. Andere und ich sahen ein nichtirdische Fluggeräte (irdisch wäre auch schon möglich) – eine Kugel mit mehreren Metern Durchmesser – die durch den Antischwerkraftantrieb die Luft ionisieren, so dass sie je nach Energieeintrag rot, orange (um 250 km/h), gelb (um 500 km/h), bläulich bis weiß (> 1000 km/h) fliegen: Matrix 3000, UFO-Sichtung über Wismar. 48/08, 32-34. Die CENAP hat bei mir aus 1 gemeldeten orangenen Kugel Modell-Heißluftballons in ihrer Statistik gemacht.
    Ein sehr gut dokumentiertes Beispiel ist die Geschichte in Guadelupe/Mexiko von 1531 – ein sehr konkreter Kontakt. Es ist nur eins von vielen Beispielen!
    Dann bin ich ja gespannt – und verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Klaus Deistung

  26. amerikanische Literatur

    Tipp: unter http://www.infidels.org / bookstore
    bzw /Library > Modern Library

    kommt man zu amerikanischen Artikeln/Büchern, die sich mit Religion, Evolution, Gehirnfunktionen, Aberglaube, usw. befassen.

    Vielleicht sind interessante Themen dabei.

  27. @ Klaus Deistung

    Lieber Herr Deistung,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

    Ja, ich sehe meine Aufgabe nicht darin, mich über religiöse Überzeugungen lustig zu machen (auch wenn ich sie natürlich oft nicht teile), sondern nach Möglichkeit differenziert zu informieren.

    Das gilt aber übrigens auch z.B. für die katholische Kirche – die Ihrerseits vertretene Auffassung, diese habe die Erdscheibe gelehrt, ist ein populäres Vorurteil und historisch falsch. Damit haben Sie mich aber auf die Idee zum nächsten Beitrag gebracht! 🙂

    http://www.chronologs.de/…hrte-die-kirche-das-je

    Würde mich freuen, wenn der Beitrag Ihr Interesse fände.

    Mit herzlichen Grüßen

    Michael Blume

  28. Gotteswahn oder Gottesschau….

    Hallo Sie Troll!

    Gott gibt es nicht!

    Solche Typen wie Sie werden in dieser Affen-Republik auch noch von den Steuerzahlern finanziert, leider…

    Mit höchster Verachtung!

    Möge Sie der teufel holen!

    Früher hat man solche Typen wie Sie deportiert und nach Sibirien verfrachtet, dort gibt es genug frische, kalte Luft zum Nachdenken…

    MS
    (Der Hochleistungsingenieur)

  29. @M. Schwierz

    Vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich gerne stehen lasse und zitieren werde! Denn es gibt ja immer noch Leute, die nicht glauben wollen, dass Atheisten genauso fanatisch, intolerant und geschichtsvergessen sein können wie religiöse Fundamentalisten. Sie liefern einen weiteren, eindrucksvollen Beleg! 🙂

    Mit den besten Grüßen, auch an Sibirien & Stalin!

Schreibe einen Kommentar