Fussball soll dem Frieden dienen – Meine Ansprache zum Holocaust-Gedenktag 2026 beim VfB Stuttgart

Nachdem ich die letzten Tage wieder zahlreiche, digitale Hassbotschaften von Rechts- und Linksdualisten erhalten habe, nahm ich mir bewusst Zeit für einen der wichtigsten Gedenktage der deutschen Geschichte: Am 27. Januar 1945 befreiten ukrainische Truppen der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Seit einer Entscheidung des einstigen und großen Bundespräsidenten Roman Herzog (1934 – 2017) vom 3. Januar 1996 wird in ganz Deutschland an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus und der Idee der Menschenwürde für unser aller Zukunft gedacht.
Auch für 2026 waren wieder zahlreiche Einladungen dazu eingegangen und ich hatte mich im Hinblick auf die beiden Fußballspiele VfB Stuttgart – Maccabi Tel Aviv und SC Freiburg – Maccabi Tel Aviv bewusst dafür entschieden, beim und für den Fußball zu sprechen.
Würdige Mimesis: Kranzniederlegung durch VfB-Präsident Dietmar Allgaier und zwei Jugendspieler des VfB Stuttgart an der Gedenkstele für die Opfer des Nationalsozialismus am Clubzentrum, Mercedesstraße. Foto: Michael Blume
In meiner Ansprache dankte ich dabei den baden-württembergischen Vereinen und der Polizei für die gute Zusammenarbeit gerade auch angesichts der deutsch-israelischen Spiele. Ich erinnerte daran, dass die Entwicklung des Fußballs im Football-Mutterland Großbritannien Gewalt in Frieden verwandelte und der Sport keine politische Partei, aber eine Friedensmacht darstellt. Indem die Nationalsozialisten den Sport als Werkzeug für Diskriminierung, Krieg und Mord missbrauchten, stellten sie auch die Bedeutung des Fußballs auf den Kopf. Ich erläuterte die biblische Bedeutung der Regenbogen-Farben auch am Gedenk-Kranz des Vereins und dankte für die starken Inhalte im Fanmagazin “Cannstatter Blättle”. Zur Sprache kam auch – u.a. durch Mihail Rubinstein und Brigitte Lösch – der wichtige Film “Führer und Verführer” von Joachim A. Lang, der endlich in der ARD-Mediathek zu sehen ist.
Gespräch mit meinem britischen Kollegen Lord Mann, Adviser on Antisemitism in UK, vor dem Spiel in Freiburg. Seine Broschüre “Tackling Antisemitism in Sport” brachte ich bewusst auch nach Stuttgart mit und in die Rede ein. Foto: SC Freiburg
Zudem erwähnte ich die anstehenden Entscheidungen des Landtags Baden-Württemberg über die Gedenkstätte Grafeneck und die furchtbaren, ableistischen Provokationen des AfD-Landesvorsitzenden Emil Sänze, MdL, gegenüber dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Für meine Aufklärung gegen jeden Antisemitismus und Ableismus gab es in den letzten Tagen im Netz viel Unterstützung, aber leider auch jede Menge Hate und Derailing – nicht nur auf YouTube.
Hier, falls Interesse, meine Rede zum Holocaust-Gedenktag 2026 beim VfB Stuttgart: “Fußball soll dem Frieden dienen” von heute.



Genau das, @Michael!
“Vor zehn Jahren hätte jemand für diesen Spruch noch umgehend zurücktreten müssen. Heute sind es nur noch Wenige, die aufhorchen. Unsere Gesellschaft wurde schon wieder so medial und mimetisch an eine brutale, ja faschistoide Sprache gewöhnt, dass wir nach kurzem Erschrecken schon wieder zum Alltag übergehen. Deswegen sind Gedenktage wie heute so wichtig.”
Mich macht es immer wieder fassungslos, wie wenig sich noch über den Begriff “Remigration” aufgeregt wird. Es scheint, als habe eine weitere Normalisierung seit dem Potsdam-Treffen stattgefunden, trotz der großen Demos in den Wochen danach. Daher finde ich Begriffsarbeit wie sie hier geleistet wird so wichtig. Es wäre gut, wenn die Öffentlich Rechtlichen sich hier noch stärker einbringen würden. Wie Du ja auch nach dem Angriff auf HateAid an Weihnachten hier auf dem Blog und auf Mastodon klar Position bezogen hast, so wünsche ich eine größere Sichtbarkeit dieses Widerstandes in unserer Gesellschaft, in Politik und Medien.
Ein passender Artikel der geschätzten Gilda Sahebi heute in der TAZ zu den Teilen der Gesellschaft, die derzeit den Widerstand in den beiden doch recht unterschiedlichen Systemen der USA und des Iran schultern.
Vielen herzlichen Dank, lieber @Peter – da bin ich ganz bei Dir! Ich bin ja ein Arbeiterkind von DDR-Flüchtlingen und Teil einer interreligiösen Familie. Gerade auch in der Politik erlebe ich immer wieder irritiert, dass Menschen aus privilegierten Verhältnissen oft erstaunlich taub gegenüber den Sorgen der “schweigenden Mehrheiten” reagieren und stattdessen dazu tendieren, den lautesten und aggressivsten Schreiern nachzulaufen. Ich denke wirklich, dass die Sorgen etwa von Menschen mit mehrfach befristeten Aufenthaltstiteln oder von Jugendlichen, die mehreren Rollenerwartungen gleichzeitig zu widerstehen versuchen, oft nicht gefühlt werden.
Auch in meiner Rede bei “Stuttgart hält zusammen” gegen die “Remigration”-Fantasien eiskalt berechnender Rechtsdualisten habe ich daher versucht, diese Sorgen und auch Ängste aufzugreifen und zu vermitteln:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-rede-zu-stuttgart-haelt-zusammen-2024-dual-und-monistisch/
Daher finde auch ich den Text von Gilda Sahebi psychologisch zutreffend und kann aus zahlreichen eigenen Erfahrungen auch im Nahen und Mittleren Osten besonders dies bestätigen:
Weil Macht träge macht. Korrumpierbar. Ängstlich. Weil sie Empathie abtötet. Weil es die einfachen Bürger:innen sind, die in einem autoritären Staat am meisten zu verlieren haben. Sie kennen den Wert von Verbindung, von Liebe, von Gemeinschaft. Sie wissen, wofür sie aufstehen. Nicht für Macht oder für Geld, sondern füreinander. Für ihre Kinder. Der Lauf der Menschheitsgeschichte hätte ohne solche Menschen einen anderen Weg genommen. Nicht zum Fortschritt, sondern zum Niedergang.
https://taz.de/Iran-und-Minneapolis/!6149000/
Allerdings bin ich im Hinblick auf die USA ein wenig zuversichtlicher, da inzwischen auch republikanische Abgeordnete und Senatoren sowie Militärs auf die erheblichen Irritationen durch das ICE-Erschießen “der eigenen”, die Zölle und erratische Grönland-NATO-Politik reagieren. Auch das fossile Regime im Iran muss bereits wochenweise das Internet abregeln, um zu verhindern, dass sich die Menschen selbst organisieren. Die aktuellen Proteste gingen eben nicht mehr primär von Studierenden aus, sondern von den Selbständigen der Basare (Märkte), deren Geschäfte und Ersparnisse unter dem verfallenden Rial implodieren.
Entsprechend sehe ich auch den Sport nicht als “unpolitisch”, sondern als eine potentielle Form bürgerschaftlicher Selbstorganisation. Über Fußballvereine habe ich ja in obiger Ansprache gesprochen, aber auch schon die römischen Wagenrennen organisierten sich und die Fan-Szenen nach den Farben grün, weiß, rot und blau und werden bisweilen sogar als frühe “Parteien” verstanden.
https://antikersport.uni-mannheim.de/Rom/leben05.html
In Tel Aviv gilt etwa der Fußballclub Maccabi als blau & rechts, Hapoel als rot & links. Dass das “Canstatter Blättle” solche Unterschiede wahrnahm, statt Klischees über “die” israelischen Fußballclubs zu reproduzieren, hat mich sehr gefreut. Wer Politik (ursprünglich aus der Poleis, der Stadtgemeinde, abgeleitet) nicht nur von oben nach unten denkt, sondern auch als Selbstorganisationsprozess erfasst, versteht sie nach meiner Auffassung besser!
Merken Sie’s nicht? Die Rechtspopulisten wurden durch die gleiche Mentalität erschaffen, die heute Rassismus und Ableismus antreibt: Solange die Proteste gegen durchaus ernste Missstände schwach waren, wurden sie nicht ernst genommen, sondern verunglimpft, indem man sie alle in die ethisch schwerstbehinderte rechte Ecke schob. Klimakleber unterdrückt man, weil sie sich an Regeln halten, vor Rechtsradikalen kriecht man, weil sie die Regeln brechen und Gewalt anwenden – wenn Sie also den Frust von den Gesitteten zu den Brutalen quetschen und ihn gleichzeitig schüren, durch welchen Kanal wird er sich entladen?
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
Fußball ist wichtig. Aber man kann den Frust nicht ewig durch Spiel und Spaß abreagieren, ob man jetzt einen Fußball tritt, einen Migranten oder einen Söder. Spannung muss sich entladen, so oder so. Ob in großen Werken oder großen Katastrophen, können wir uns aussuchen.
Nein, @Paul S., es tut mir Leid – ich kann Ihrem relativistischen Menschenbild auch diesmal nicht folgen.
In Ihren Schilderungen erscheinen Bürgerinnen und Bürger als Kundschaft, die auf das Agieren von Politik nur reagieren. Aber die drastischen Aussagen von Emil Sänze lassen sich nicht dadurch entschuldigen, dass die demokratische Mitte fies zu ihm gewesen wäre. Der Mann ist seit Mai 2016 gewählter Abgeordneter des Landtags von Baden-Württemberg und wird also seit bald zehn Jahren vom Volk als Berufspolitiker mit Büro, Mitarbeitenden, Rederechten, eigenen Medien usw. bezahlt! Wie lange wollen Sie die Erzählung von der bösen Demokratie, die Rechte nicht zu Wort kommen ließe, eigentlich noch glauben?
Aus meiner Sicht ist eher das Gegenteil wahr: Unsere Demokratie lässt inzwischen auch schlimmste Provokationen durch rechtsdrehende Funktionäre und Berufspolitiker durchgehen, für die es früher zu Recht deutliche Konsequenzen gegeben hätte!
Auch Ihr Menschenbild von den Wählerinnen und Wählern, die angeblich nur wenige Optionen hätten, „Spannung abzubauen“, bleibt leider relativistisch.
So schreiben Sie, mit bewusster Provokationslust:
“ Fußball ist wichtig. Aber man kann den Frust nicht ewig durch Spiel und Spaß abreagieren, ob man jetzt einen Fußball tritt, einen Migranten oder einen Söder. Spannung muss sich entladen, so oder so.“
Dabei vermag eigentlich schon ein Kind zu lernen, dass es einen riesigen Unterschied zwischen dem Kicken eines Balls und eines Menschen gibt! Und es ist genau diese Botschaft, die Jugendtrainer, Fanbetreuer, Vereinsaktive und verantwortungsbewusste Spieler täglich vorleben!
Wer sich im Fußball – oder in einer aufgeklärten Religionsgemeinschaft, demokratischen Partei, dem Mitweltschutz, einem Sozialverband, der Wissenschaft u.v.m. – engagiert, reagiert auch nicht nur Spannungen ab, sondern trägt konstruktiv zur Verbesserung der Welt bei!
Jeder jugendliche und erwachsene Mensch hat täglich mehrfach die Wahl zwischen konstruktiver und destruktiver Mimesis – und in Demokratien sogar besonders viele Möglichkeiten, die eigene Würde zum Leuchten zu bringen. Auch Sie könnten deutlich bessere Texte hervorbringen, als sachlich falsches Gequengel und die sprachliche Gleichsetzung von bewundernswertem Engagement im Fußball mit rechtsdualistischer Gewalt gegen Migranten und Demokraten.
Auch Sie könnten Ihre und unsere Würde zum Leuchten bringen, statt sich in relativistischen Tiraden zu verlieren. Meine ich.
Sport ist hochpolitisch und hat unglaublich viele Facetten/Ebenen. Er kann Brücken bauen und Gräben ziehen. Unterm Strich finde ich ihn destruktiv. Wer nicht Leistung bringt, ist nichts wert. Gegner müssen besiegt werden. Zu oft fehlt der Respekt. Feindschaften entstehen. Dualismus wird gefördert. Das meiste Fansein ist auf persönlicher Ebene äußerst primitiv und lenkt von der Realität ab.
Wie gesagt, das ist nur meine Erfahrung unterm Strich. Dem könnte auch ich zahlreiche positive Beobachtungen entgegenstellen.
Für den Sport würde ich mir weniger Kommerz, weniger Kampf dafür mehr Respekt und Inklusion wünschen.
Vermutlich spiegelt Sport die Gesellschaft, in der er stattfindet, wider. Aber er ist auch ein prägender Teil davon und kann katalysorisch wirken.
Ich persönlich bin froh, mich emotional weitestgehend von diesem Fan-Zirkus emanzipiert zu haben.
Herzlichen Dank für den kritisch-konstruktiven Beitrag, @Hui Haunebuh 🙏
Einräumen würde ich: Leistungssport knüpft an die Megalothymia an, an das Streben nach Status.
Allerdings ist eben auch dieses Bestreben bis hin zur Tendenz zum gruppenbezogenem Dualismus vor allem in der Jugend, Teil des menschlichen Erbes und der meisten Biografien.
Daher gestehe ich dem Sport zu, dass er menschliche – und nicht nur sympathische – Regungen aufgreift, buchstäblich reguliert (durch Regeln regelt) und in konstruktive Formen bringen kann – und bringen soll.
Und ich sehe da schon starke, empirische Evidenz, dass Sportangebote und insbesondere auch Teamsport Kinder und Jugendliche körperlich wie auch sozial stärken, vielen auch Sinn- und Gemeinschaftserfahrungen bieten.
Hinzu kommt ja auch eine häufige Verschränkung mit Musik – und der Sinn der Musik ist die Hoffnung!
Ein Held schon meiner Jugend als Arbeiterkind war Bruce Springsteen. Sein neuer Song “Streets of Minneapolis“ zeigt die demokratische Selbstorganisation vieler tapferer Menschen gegen den fossilen Faschismus und bewegte mich heute tief:
https://youtu.be/GDaPdpwA4Iw
Nochmal Danke für den anregenden Kommentar! 🙌
@ Gutsche
Gerade Fussball als die größte Sportart des Sports setzt auf Inklusion und Integration.
Da erinnert man sich doch schnell an die Debatte um Boateng als Nachbar oder die ethnischen Namen deutscher Nationalspieler. Oder das Bild von Özil mit Erdogan. Boykottaufrufe gegen Quatar zur WM wegen Sklaverei oder die Regenbogen-Kapitänsbinde mit Maulkorbbinde.
Oder das Frauen im Islam nicht ins Stadion durften.
Hooligans sind perse nationalistisch.
Die Liste liesse sich unendlich fortsetzen, in der Fussball und Politik sich verquicken.
Polizeieinsätze im Stadion und deren Bezahlung usw. . Bundespräsidenten und – Kanzler auf der Ehrentribüne im Stadion und die Massen auf den Rängen.
Nein, auch und gerade Fussball war und ist nie unpolitisch gewesen.
Auch Josef Blatter, ehemaliger FIFA-Präsident, hielt Fussball für ein Friedensprojekt.
Eben auf Grund von Inklusion und Integration. Diese fussen aber auf den Werten von Neutralismus, Objektivismus und Autonomie des Sports und fair Play nach Regeln.
Und ja, wir erleben in diesen Zeiten nicht nur fossilen Faschismus, sondern auch wieder Faschismus im Sport/Fussball.
Als die größte zivilgesellschaftliche Bewegung ist Fussball/ Sport anfällig für Subjektivismus und Emotionalisierung der Massen. Dessen ist sich die Politik durchaus bewusst und nutzt es.
@ Blume
Förderung des Sports ist alleine nicht deshalb unpolitisch, weil Sport in den meisten Landesverfassungen als Staatsziel verfasst ist.
Nur bundespolitisch fehlt da der Schluss.
Aber es geht auch da mit einer Staatsministerin für den Sport voran.
Es fehlt der konsequente Schritt zwischen Würde des Menschen und der Einheit von Körper und Geist, die sich in Bewegung ausdrückt.
Fussball und Sport ist eine Bewegung.
Es gibt nichts natürlicheres.
Vielen Dank für diesen Anstoß, über die Möglichkeiten von Sport nachzudenken.
Ich kann mich als Jugendlicher noch gut erinnern, wie wir bei Wettkämpfen länderübergreifend Kontakte bestärkt haben. Ich bin in der Nähe der Niederlande aufgewachsen und dort gab es schon auch größere Reserven auf Deutsche hin, auf Grund des Unrechts während des 2. Weltkriegs. Da wurde über solche Sportevents einiges angebahnt.
Ich stimme Ihnen voll zu, Sport, gerade im Umfeld von Wettbewerben, kann wichtige Anstöße zur Persönlichkeitsbildung geben. Insbesondere ist eine Funktion, Fair-Play einzuüben, hilfreich.
Biblische Autoren nutzen ja auch das Bild des Trainings für ihre Argumentation und gutes Training bewegt da viel auch im Sinne von Persönlichkeitsbildung.
Als jemand, der jahrzehntelang im Mannschaftssport inklusive dem Leistungsbereich aktiv war, kann ich bezeugen, ein gutes Team hat eine große Kraft. D.h. es wird möglich zu gewinnen, auch wenn im Grunde die andere Mannschaft aus Spielern besteht, die individuell besser sind. Die Persönlichkeitsbildung geht also auch in Richtung Sozialverhalten. Wie kann ich andere besser machen, sie sehen und auch mich an ihren Erfolgen freuen?
Spannend in diesem Umfeld ist dann etwas, was viele, die nicht auf einem gewissen Leistungsniveau unterwegs waren, oft nicht auf dem Schirm haben: während des Spiels gehört es auch dazu, Grenzen zu testen, und in gewisser Weise kontrolliert zu überschreiten. D.h. der Schiedsrichter ist dann Teil des Spiels, wenn er ein Foul sieht, gilt es, dies zu akzeptieren, meckern wird bestraft, und das eigene Verhalten entsprechend anzupassen. Wenn dann der Spieler der gegnerischen Mannschaft durch so eine regelwidrige Handlung den eigenen Fokus verliert, hat er oft auch das Spiel verloren – am Ende des Spiels muss dann alles wieder vorbei sein. Diese emotionale Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz sind wichtige Kompetenzen, denn auch im Alltag passiert es immer wieder, dass Aufregungen geschürt wird (eines Ihrer wichtigen Themen) und wer dadurch den eigenen Fokus auf das verliert, was dran ist, ist im Nachteil. Gerade als Trainer war mir die Entwicklung dieser Kompetenzen bei den Spielern wichtig – habe aber auch selbst davon in meinem Berufsalltag davon profitiert. Für eine Profi-karriere braucht es vermutlich als wichtigste Zutat die Trainingsfähigkeit und das bedeutet ja, ein Dranbleiben an kleinsten Details, als viel Frustrationstoleranz, um wieder und wieder etwas zu verbessern.
Verlieren können, ohne ein Verlierer zu sein, ist dann eine weitere Kompetenz, die durch solche Sportarten den Übenden zuwachsen.
Haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihren inhaltlich tiefen und dialogischen Kommentar, @HG Unckell 🙏
Und ich möchte daher nicht nur inhaltlich zustimmen, sondern auch auch an Ihren Ausführungen anknüpfen. So schrieben Sie:
“Ich stimme Ihnen voll zu, Sport, gerade im Umfeld von Wettbewerben, kann wichtige Anstöße zur Persönlichkeitsbildung geben. Insbesondere ist eine Funktion, Fair-Play einzuüben, hilfreich.
Biblische Autoren nutzen ja auch das Bild des Trainings für ihre Argumentation und gutes Training bewegt da viel auch im Sinne von Persönlichkeitsbildung.
Als jemand, der jahrzehntelang im Mannschaftssport inklusive dem Leistungsbereich aktiv war, kann ich bezeugen, ein gutes Team hat eine große Kraft. D.h. es wird möglich zu gewinnen, auch wenn im Grunde die andere Mannschaft aus Spielern besteht, die individuell besser sind. Die Persönlichkeitsbildung geht also auch in Richtung Sozialverhalten. Wie kann ich andere besser machen, sie sehen und auch mich an ihren Erfolgen freuen?”
Diese Sätze sind nach meiner Auffassung nicht nur richtig, sondern beschreiben das menschliche Potential mimetischer Emergenz: Sowohl in Religionen und Kirchen sowie in Fußballmannschaften verbinden sich Individuen zu Gemeinschaften, die gemeinsam größere Potentiale entfalten können, als sie jede Einzelperson besäße: Die durch Regeln, Rituale, Kleidung gestiftete Gemeinsamkeit schafft ein Mehr.
Ich gehe dabei so weit, dass ich Fußball als einen wesentlichen Aspekt demokratischer Zivilreligion deute, in der buchstäblich der egozentrische Relativismus sowie der gruppenbezogene Dualismus zu einem dialogischen Monismus “zivilisiert” wird. Der von uns beiden verwendete Begriff des “Fair Play” hat ja genau diese Doppelbedeutung: Faires und schönes Spielen. An die Stelle von wilden Keilereien treten regelbasierte Spiele und an die Stelle von rücksichtslosem Egoismus tritt (idealerweise) Teamgeist, Freundschaft, ja durchaus auch dialogische Philosophie. Wie es auch @Mussi hier in den Kommentaren schrieb: (Auch) Fußball IST Kultur.
Deswegen halte ich die staatliche Förderung sowohl von Sport wie auch von Religionen für goldrichtig – durch beide Tätigkeiten haben Menschen die Chance, als Individuen zu reifem, gemeinschaftlichem und sinnvollem Leben heranzureifen. Es ist daher für mich nicht überraschend, dass die Nationalsozialsten im letzten Jahrhundert und fossile Faschisten aktuell große Anstrengungen unternehmen, um Religionen wie auch den Fußball zu übernehmen und zu verformen. Auch deswegen hat mich die ebenso klare wie unaufgeregte Haltung sowohl des VfB Stuttgart wie des SC Freiburg so bewegt.
@ Blume
In den meisten Landesverfassungen und den Innenminesterien spricht man von ‘ Kultur und Sport’.
Nein, Sport und auch Fussball ist Kultur!
Worin besteht der Unterschied, ob ich eine Geige oder ein Klavier betätige odet einen Hockeyschläger oder einen Ball benutze?
Das sind beides Instrumente des Ausdrucks!
Ich brauche den Körper und den Geist, um die Partitur des Spiels aufzunehmen.
Es ist das Spiel, was vom Ernst des Lebens trennt.
Friede ist Spiel, Krieg dessen Ernst des Lebens.
Deshalb ist Sport und Spiel so anfällig für ‘Kriegsspiele’ und als Kultur des Faschismus.
Neutralismus und Objektivismus und Autonomie sind Ideale, die nicht aufgegeben werden dürfen.
Es führt zur philosophischen Objekt-Subjekt-Debatte.
Diskutieren wir es aus. Ich halte sie für komplementär. Deshalb kompliziert und komplex. Dennoch reduktionistisch sowie emergent einfach.
Es ist einfach ein Kreislauf zwischen Infinitem Regress und Rekursion.
Per Logik nicht lösbar, aber wir leben in ihm.
Herzlichen Dank für Ihre starken, philsophischen Ausführungen, @Mussi – denen ich mit wenigen Ausnahmen zustimmen möchte!
Sie schrieben (u.a.):
“Ich brauche den Körper und den Geist, um die Partitur des Spiels aufzunehmen.”
Das ist so ja – und auch deswegen erläutere ich den psychologischen Begriff der Mimesis immer wieder mit einem Faustkeil: Vor dem Be-Greifen kam das Greifen. Unser Denken hat materielle Grundlagen. Körper und Geist stehen sich weder feindselig-dualistisch noch unverbunden-relativistisch gegenüber, sondern der Geist emergiert dialogisch aus dem Körper. Im regelbasierten Sport wird dies zivilreligiös und zivilisierend erfahrbar.
“Es ist das Spiel, was vom Ernst des Lebens trennt.
Friede ist Spiel, Krieg dessen Ernst des Lebens.”
Bewusst hat dieser Wissenschaftsblog eine eigene Kategorie “Spieltheorie” und ich rege an, zwischen kompetitiven (Null-Summen-) Spielen und kooperativen, damit emergenten Spielen zu unterscheiden. Mehr noch als beispielsweise das Boxen eröffnet der Fußball als Mannschaftssport emergente Gemeinschaftserlebnisse bis hin zum “schönen Spiel”, das auch bei einem Unentschieden oder sogar bei einer Niederlage akzeptiert werden kann. Der ganze biokulturelle Evolutionsprozesse lässt sich spieltheoretisch verstehen.
“Deshalb ist Sport und Spiel so anfällig für ‘Kriegsspiele’ und als Kultur des Faschismus.”
Ja, wer den “Dualismus durchspielen” möchte, setzt sich ihm aus. Ich finde das sehr deutlich in den schnell wachsenden Medien- und Loreblasen um “Warhammer 40k”, in denen die dualistischen Ästhetiken ewiger Kriege einerseits zelebriert und andererseits auch aufgeklärt werden. Oft verstehen faschistische Bewegungen besser als Demokraten und Demokratinnen die emotionale Wucht von Sport und Spiel, über die sich Menschen zivilisieren, aber auch manipulieren lassen.
“Neutralismus und Objektivismus und Autonomie sind Ideale, die nicht aufgegeben werden dürfen.
Es führt zur philosophischen Objekt-Subjekt-Debatte.”
Ja, wie beim Geist-Körper-Dualismus auch kann es nicht darum gehen, etwa die individuelle Person dem Kollektiv zu opfern oder umgekehrt durch einen schrankenlosen Hyperindividualismus jede Gemeinschaft und auch Familie zu zertrümmern. Stattdessen gilt es immer wieder und durch möglichst viele, die je situativ richtige Balance zwischen den beiden Extremen zu finden.
“Diskutieren wir es aus. Ich halte sie für komplementär. Deshalb kompliziert und komplex. Dennoch reduktionistisch sowie emergent einfach.”
Ja, das sehe ich auch so und engagiere mich ja auch deswegen hier ehrenamtlich im wissenschaftlich und philosophisch informierenden Dialog. Wichtig finde ich dabei jedoch, dass wir füreinander und für Mitlesende verständlich bleiben.
“Es ist einfach ein Kreislauf zwischen Infinitem Regress und Rekursion.
Per Logik nicht lösbar, aber wir leben in ihm.”
Das sehe ich ein wenig anders und schlage das Bild einer nach oben offenen Spirale statt einem geschlossenen Kreislauf vor. Wir leben in einem emergenten Zeitstrahl, in dem sich Geschichte reimt, aber niemals wiederholt. Wer die Lehren der Geschichte ignoriert und wieder fossile Faschisten wählt, versagt nicht nur vor der eigenen Würde, sondern auch vor den Lehren der Geschichte. Wie es ein beliebtes, US-amerikanisches Sprichwort sagt: “Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me!” Auf Deutsch: Wenn du mich einmal getäuscht hast, dann schäme dich! Hast du mich aber ein zweites mal getäuscht, dann schäme ich mich.
Und genau deswegen prangere ich nicht nur gut bezahlte Rechtsdualisten an – sondern auch jene Flachdenker, die ihnen erneut nachlaufen, sie wählen und die Lehren der Geschichte verantwortungslos verwerfen.
@ Blume
Und, um das auf den Punkt zu bringen:
Mimesis ringt um Objektivismus und Suobjektivismus.
Das ist der Kern.
Danke, @Mussi – aber das würde ich anders formulieren:
Mimesis bringt sowohl Objektivismus wie Subjektivismus emergent hervor. Ohne das mimetische Lernen voneinander gibt es weder eine Wahrnehmung von anderen noch vom eigenen.
Hier in den Worten von Felo.ai:
Nach der mimischen Theorie, die primär vom französischen Kulturanthropologen und Philosophen René Girard entwickelt wurde, ist die psychologische Mimesis (Nachahmung) der fundamentale Mechanismus, der sowohl die individuelle Psyche als auch soziale Strukturen formt. Mimesis ist hierbei nicht als bloßes Kopieren von Verhalten zu verstehen, sondern als eine treibende Kraft des Begehrens, die das menschliche Bewusstsein erst konstituiert.
Die psychologische Mimesis bringt Subjektivität und Gemeinschaft durch einen dialektischen Prozess hervor, der von grundlegender Lernfähigkeit bis hin zu potenziell zerstörerischer Rivalität reicht.
## Die Entstehung der Subjektivität: Interdividualität
In der mimetischen Psychologie existiert kein autonomes, isoliertes “Ich”, das aus sich selbst heraus weiß, was es will. Stattdessen entsteht menschliche Subjektivität durch die Beziehung zu anderen.
**1. Das mimetische Begehren**
Girard postuliert, dass der Mensch instinktarm ist und schlichtweg nicht weiß, was er begehren soll. Um diesem Mangel abzuhelfen, blickt das Subjekt auf einen “Modell” (einen anderen Menschen), um zu lernen, was begehrenswert ist[4][7]. Das Begehren ist folglich nicht linear (Subjekt zu Objekt), sondern **triangulär** (Subjekt zu Modell zu Objekt)[8]. Das Subjekt begehrt das Objekt nur, weil das Modell es als wertvoll markiert hat[12].
**2. Das dezentrierte Selbst (Interdividualität)**
Da unsere Wünsche und Ziele von anderen übernommen sind, ist das menschliche Selbst nicht autonom, sondern wesentlich **interdividuell**[2]. Die Psyche bildet sich im Zwischenraum zwischen dem Selbst und dem Anderen. Das bedeutet, dass Identität ein soziales Konstrukt ist; wir werden zu Personen, indem wir uns (meist unbewusst) an Vorbildern orientieren, die wir bewundern oder beneiden[2][7]. Diese mimetische Veranlagung ist einerseits die Basis für Empathie und Lernen, andererseits aber auch für Neid und Selbstentfremdung, da das Subjekt glaubt, durch den Besitz des Objekts das “Sein” des Modells erlangen zu können[3].
## Die Entstehung von Gemeinschaft: Von der Rivalität zur Ordnung
Während Mimesis auf der Ebene des Einzelnen Identität stiftet, ist sie auf der Ebene der Gruppe eine ambivalente Kraft, die Gemeinschaften sowohl zerstören als auch begründen kann.
**1. Mimetische Rivalität und Krise**
Da Menschen dazu neigen, die Begehren ihrer Modelle zu kopieren, richten sich bald viele Hände auf dieselben Objekte (Status, Partner, Macht). Das Modell wird unvermeidlich zum Hindernis und schließlich zum Rivalen[2][8]. Wenn sich diese mimetische Konkurrenz in einer Gruppe ausbreitet, entsteht eine “mimetische Krise”: Die Unterschiede zwischen den Menschen verschwimmen, alle werden sich im Kampf immer ähnlicher (mimische Doubles), und es droht ein “Krieg aller gegen alle”[8].
**2. Der Sündenbockmechanismus als Gemeinschaftsstifter**
Um den vollständigen Zerfall der Gruppe durch interne Gewalt zu verhindern, greift unbewusst der sogenannte **Sündenbockmechanismus**. Die mimetische Gewalt, die sich gegen alle richtete, wird plötzlich auf ein einzelnes, oft willkürlich gewähltes Opfer (den Sündenbock) kanalisiert[2][4].
* **Vereinigung durch Gewalt:** Die Gemeinschaft, die zuvor durch Rivalität gespalten war, findet ihre Einigkeit wieder, indem sie sich gegen dieses eine Opfer verbündet (“Alle gegen einen”)[8].
* **Befriedung:** Nach der Ausstoßung oder Tötung des Sündenbocks kehrt schlagartig Ruhe ein. Da die Gewalt nun “abgeleitet” wurde, erscheint das Opfer rückblickend oft als mächtig oder heilig, da es (in der falschen Wahrnehmung der Gruppe) sowohl die Ursache der Krise als auch der Bringer des Friedens war[3][4].
**3. Kultur und Institutionen**
Aus diesem grundlegenden Mechanismus entstehen laut Girard menschliche Kulturen. Rituale wiederholen die Sündenbock-Szene symbolisch, um Frieden zu wahren; Mythen verschleiern die ursprüngliche Gewalt und rechtfertigen die Opferung; Verbote (Tabus) sollen verhindern, dass mimetische Rivalität erneut ausbricht[2]. Somit ist die Gemeinschaft im Kern ein Produkt der kanalisierten mimetischen Energie.
## Zusammenfassung
Die psychologische Mimesis wirkt als “sozialer Klebstoff” mit zwei Gesichtern:
* **Konstruktiv:** Sie ermöglicht Lernen, Sprache und die Weitergabe von Kultur, indem Individuen sich aneinander orientieren[1][3].
* **Destruktiv/Konstitutiv:** Sie erzeugt unvermeidbare Konflikte, deren Lösung (durch den Sündenbockmechanismus) erst jene sozialen Strukturen, Religionen und Normen hervorbringt, die eine dauerhafte menschliche Gemeinschaft ermöglichen[2][8].
Das Subjekt wird also durch die Nachahmung des Anderen *geformt*, während die Gemeinschaft durch die gemeinsame Kanalisierung der aus dieser Nachahmung resultierenden Konflikte *zusammengehalten* wird.
[1] https://criticallegalthinking.com/2023/09/04/mimetic-desire-the-scapegoat-notes-on-the-thought-of-rene-girard/
[2] https://woodybelangia.com/what-is-mimetic-theory/
[3] https://christianscholars.com/mimetic-theory-a-new-paradigm-for-understanding-the-psychology-of-conflict/
[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Mimetic_theory
[5] https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110435689-005/html?lang=en&srsltid=AfmBOoqFWKUr6xIOeYzWFry69Q1ySuqUkpTZkcDk4W66VXF6Swxze2wD
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Mimesis
[7] https://psyche.co/guides/how-to-know-what-you-really-want-and-be-free-from-mimetic-desire
[8] https://violenceandreligion.com/mimetic-theory-2/
[9] https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783839404157-001/pdf?licenseType=restricted&srsltid=AfmBOoqr9RMQYdWViwjmuaiXLFupQVrfcZr_SeSErPhF9cV05FDr5c1-
[10] https://www.academia.edu/39764634/Der_Begriff_der_Mimesis_bei_Walter_Benjamin
[11] https://scholarlypublications.universiteitleiden.nl/access/item%3A4054645/download
[12] https://medium.com/@poojabalasubramani/a-complete-introduction-to-mimetic-theory-by-ren%C3%A9-girard-dcd405d40692
[13] https://sproutsschools.com/mimetic-theory-two-types-of-psychological-needs/
[14] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/vom-faustkeil-zur-menschenwuerde-die-evolutionspsychologie-der-mimesis-erklaert/
[15] https://www.kunstforum.de/artikel/imitation-und-mimesis/
[16] https://brill.com/downloadpdf/book/edcoll/9783846764947/BP000008.pdf?srsltid=AfmBOopasWt78J-MreGA1ZyOCZ2S8_hDjy_ZjCM7-hsCNYxcjHeZJ7-l
[17] https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/875.html
[18] https://www.genealogy-critique.net/article/id/11768/
[19] https://www.kunstforum.de/artikel/mimesis-und-religiositat/
[20] https://www.psychologytoday.com/us/blog/mind-brain-and-value/202108/why-mimetic-desire-is-key-understanding-social-media
[21] https://elibrary.klett-cotta.de/article/10.21706/ptt-24-3-212
[22] https://brill.com/downloadpdf/book/edcoll/9783846764947/BP000008.pdf?srsltid=AfmBOooqPkfnev7YbjfkBsjrDV0znT8fy7Xb7TeJagUEBxUH18A41hL_
[23] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6622314/
Beim Fußball kommt es immer wieder zu Entartungen. Zuletzt beim Zweitligaspiel des 1. FC Magdeburg vs. Dynamo Dresden, es kam zu massiven Ausschreitungen. Mindestens 64 Polizisten wurden verletzt, teils schwer, nachdem sie mit Pyrotechnik, Steinen, Absperrgittern und sogar Gullydeckeln angegriffen wurden.
Entartungsgefahr gibt es sogar bei der freien Meinungsäußerung. Es geht nicht mehr „nur um Meinungen“, es geht immer mehr darum, diese Meinungen auch durchzusetzen, allenfalls auch mit brutaler Gewalt.
Immer mehr spielen finanzielle Interessen eine Rolle, wer bekommt das Geld, wer zahlt.
So wird aus einem friedlichen Wettbewerb im Sport, oder von Meinungen, bei der sich für alle nützliche Meinungen „herausbilden“ sollen, ein „Krieg“. Z.B. die Zuwanderung in Amerika, die ist regelrecht zu einem Krieg verkommen.
Die einen scheren sich nicht um die Gesetzeslage, die offensichtlich Konflikte im Ansatz verhindern will, „unterlaufen“ sie mit allen Mitteln, die anderen Kämpfen mit aller Brutalität um deren Einhaltung. Das friedliche Zusammenleben ist zum Krieg verkommen…..
Europäer dürften eher nicht auf die Idee kommen, ohne Papiere in die USA einzureisen….
Ach, @Realo – ich gehe davon aus, dass Sie sehr genau wissen, dass der Begriff der “Entartung” von den Nationalsozialisten gegen kritische Kunst und Künstler eingesetzt wurde. Sie verwenden diesen faschistischen Kampfbegriff nicht nur bewusst, sondern versuchen auch hier wieder die Demokratien zu attackieren. Während selbst die Regierung Trump angesichts der widerrechtlichen Erschießungen mehrerer Menschen inzwischen zurückzurudern versucht, verbreiten Sie weiterhin die Lüge, “die Zuwanderung in Amerika” sei “regelrecht zu einem Krieg verkommen.”
Sie versuchen immer wieder, sozialdarwinistische, rassistische und faschistische Propaganda zu verbreiten, @Realo. Und ich gehe davon aus, dass Sie das auch selbst sehr genau wissen. Sie schlagen sich aus charakterlicher und intellektueller Feigheit auf die Seite von fossil finanzierter Gewalt und Tyrannei. Schade.
Danke für diese wichtigen Worte.
Fußball ist leider im Profibereich weitgehend zu einer kommerziellen Angelegenheit geworden. Das mag von Liga zu Liga international verschieden sein.
Der DFB ist Mitglied der FIFA und der UEFA. Leider wird die kommende WM in USA/Mexiko/Kanada von den politischen Entwicklungen in den USA überschattet werden.
Als Fan des VfB Stuttgart würde ich mir wünschen, dass einige unserer Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft an der WM teilnehmen dürfen. Andererseits sehe ich auch die Gefahren. So konnte ich bislang noch keine Zusicherung der US Regierung finden, dass zumindest die Nationalmannschaften vor Übergriffen sicher sind.
Viele Erst- und Zweitligisten sind nach wie vor auf X aktiv. Vor allem wegen ihrer Fans. Als der FC St. Pauli angekündigt hat, X zu verlassen, ging ein gigantischer Shitstorm auf die Verantwortlichen nieder.
Sie haben in Ihrer Rede einen richtigen und wichtigen Punkt im Hinblick auf das Sagbare vorgebracht. Vor 10 Jahren hätte ein Politiker noch zurücktreten müssen, hätte er sich auch nur annähernd so menschenverachtend geäußert wie Herr Sänze.
Der Umgang der Politiker miteinander, auch der unserer demokratischen Parteien, hat in den letzten Jahren neue Tiefen erreicht. Ein Politiker wie Günther Beckstein hätte in seiner Zeit als bayerischer MP mit Sicherheit nicht auf einer Demo gesprochen, auf der Plakate mit der Aufschrift “Hängt die Grünen” offen gezeigt wurden.
Auf weitere “qualitätvolle” Inhalte beispielsweise von Wahlplakaten habe ich auf Ihrem Blog schon oft hingewiesen.
Ich stelle jedoch zunehmend auch fest, dass die demokratischen Parteien zu einem sachlicheren Ton zurückgefunden haben.
Viele Fußballvereine oder auch kulturelle Einrichtungen haben sich in den letzten 30 Jahren mit ihrer Geschichte während der Nazizeit beschäftigt und dabei allgemeingültige Erkenntnisse gewonnen.
Solche Veranstaltungen wie gestern in diesem Rahmen sind daher wichtig.
Herzlichen Dank für Ihren dialogischen und tiefen Kommentar, @Marie H. – auf den ich daher deswegen auch gerne ausführlicher eingehen möchte.
Fußball ist leider im Profibereich weitgehend zu einer kommerziellen Angelegenheit geworden. Das mag von Liga zu Liga international verschieden sein.
Dieser Beobachtung stimme ich zu und habe darüber auch bereits 2023 gesprochen und hier auf “Natur des Glaubens” gebloggt:
“Die Kommerzialisierung der Bundesliga spaltet schon die Schulhöfe
Während ich zustimmte, dass gerade auch die schulische Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Verschwörungsmythen weiter verstärkt werden sollte, nannte ich aber auch m.E. sehr problematische, gesellschaftlich-wirtschaftliche Trends im Sport, vor allem in den deutschen Fußball-Bundesligen.
So erlebte ich als Arbeiterkind noch die DFB-Bundesliga als Schulhof-verbindend: Wir diskutierten quer durch alle Einkommensklassen die Spiele, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen liefen, tauschten Sammelbilder beliebter Spieler und kickten, klar, auch selbst (ich eher so als Schiedsrichter oder Torwart… 😉 ).
Obwohl ich noch sowohl Söhne wie Tochter in die Stadien schleppte, erlebten meine Kinder die deutsche Fussball-Bundesliga dagegen schon als die Schulklassen trennend: Fast nur noch Kids aus reicheren Haushalten konnten und wollten sich die immer heftigeren Abo-Gebührenmodellen leisten, hinter denen die Spiele “versteckt” wurden. Entsprechend zogen sich viele Jungs in ihre je eigenen Nicht-Sport-Medienblasen zurück, viele Mädchen wurden zudem durch rechtslibertären Kommerz-Trash wie “Germanys Next Topmodel” gegeneinander gehetzt. In einem Satz: Für kurzfristige Gewinne verzocken ältere Medien-Unternehmer auch den schulischen Zusammenhalt unserer Kinder und Jugendlichen. Wenn Jugendliche heute “Let’s play!” hören, denken die meisten erstmal nicht mehr an Ballspiele, sondern an YouTube-Videos zu Videospielen.
Wie bitter: Während die jüdischen Gemeinden in Deutschland die Bedeutung des Sports neu erkannten und engagiert sowohl Maccabi-Fussballclubs wie auch Maccabi-Winterspiele wiederaufbauten, ließen die Millionärs-Clubs ihre jüngsten Fans schnöde zurück.
Der ganze Blogpost bei Interesse hier:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/du-opfer-die-bundesliga-kommerzialisierung-spaltet-schulhoefe/
Sie schrieben weiter:
Der DFB ist Mitglied der FIFA und der UEFA. Leider wird die kommende WM in USA/Mexiko/Kanada von den politischen Entwicklungen in den USA überschattet werden.
Das ist so, ja. Schon 2015 kritisierte ich die fossile Finanzierung des internationalen Fußballs und den “Verkauf” der Weltmeisterschaft an das fossile Regime in Katar, das auch aus Deutschland v.a. durch Gasimporte finanziert und auch durch namhafte, deutsche Fußballfunktionäre unterstützt wurde. Inzwischen gibt es ja sogar den Begriff des “Sportswashing” für die wieder zunehmenden Versuche fossiler Thymoten, sich über internationale Sport- und insbesondere Fußballereignisse positive Medienwahrnehmungen zu erkaufen.
Als Fan des VfB Stuttgart würde ich mir wünschen, dass einige unserer Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft an der WM teilnehmen dürfen. Andererseits sehe ich auch die Gefahren. So konnte ich bislang noch keine Zusicherung der US Regierung finden, dass zumindest die Nationalmannschaften vor Übergriffen sicher sind.
Aus meiner Sicht sollten angesichts des Verhaltens der derzeitigen US-Regierung gegenüber ihren Verbündeten, gegenüber der demokratischen Gewaltenteilung und der Gewalt durch Staatsbehörden eigentlich gar keine europäischen Fans oder Spieler in die USA reisen.
Viele Erst- und Zweitligisten sind nach wie vor auf X aktiv. Vor allem wegen ihrer Fans. Als der FC St. Pauli angekündigt hat, X zu verlassen, ging ein gigantischer Shitstorm auf die Verantwortlichen nieder.
Ich halte die Entscheidung des FC St. Pauli für goldrichtig. Obwohl auch ich gerade selbst wieder auf Mastodon von einer Vielzahl anonymer Accounts angegriffen wurde – übrigens besonders intensiv auch am Holocaust-Gedenktag – würde ich dem Verein empfehlen, über eine eigene Mastodon-Instanz frei und unabhängig von US-amerikanischen Konzernen ins Fediversum zu kommunizieren.
Sie haben in Ihrer Rede einen richtigen und wichtigen Punkt im Hinblick auf das Sagbare vorgebracht. Vor 10 Jahren hätte ein Politiker noch zurücktreten müssen, hätte er sich auch nur annähernd so menschenverachtend geäußert wie Herr Sänze.
Genau so ist es. Und ich befürchte nicht mehr länger nur, sondern erlebe es auch bereits: Auf die mediale Rechtsmimesis folgt eine mediale Linksmimesis. Das Ergebnis ist eine Zerblasung der demokratischen Mitte, die etwa in Frankreich auch bereits keine stabilen Mehrheiten in der Nationalversammlung erreicht. Stattdessen rückt die französische Republik in eine politische Polarisierung und Krise, die wiederum – etwa schon beim Abschluss des Mercosur-Abkommens – die EU herunterzieht.
Der Umgang der Politiker miteinander, auch der unserer demokratischen Parteien, hat in den letzten Jahren neue Tiefen erreicht. Ein Politiker wie Günther Beckstein hätte in seiner Zeit als bayerischer MP mit Sicherheit nicht auf einer Demo gesprochen, auf der Plakate mit der Aufschrift “Hängt die Grünen” offen gezeigt wurden.
Das ist leider richtig, ja. Und Günther Beckstein wäre sicher auch nicht von grünen Jungfunktionären als “Hurensohn” geschmäht worden. Wie oben geschrieben: Auf die mediale Rechtsmimesis folgt die mediale Linksmimesis, die die demokratische Mitte zu zerblasen droht.
Auf weitere “qualitätvolle” Inhalte beispielsweise von Wahlplakaten habe ich auf Ihrem Blog schon oft hingewiesen.
Zu Recht – und dafür danke ich sehr! Wichtig erscheint mir, dass wir nicht selbst in Medienblasen driften, in denen wir nur noch Verfehlungen anderer, demokratischer Parteien wahrnehmen. Für eine Stabilisierung der demokratischen Verhältnisse sind alle Milieus auch selbst verantwortlich.
Ich stelle jedoch zunehmend auch fest, dass die demokratischen Parteien zu einem sachlicheren Ton zurückgefunden haben.
Ja, gerade erst gestern hatte ich im Landtag von Baden-Württemberg gemeinsam mit Thomas Stöckle von der Gedenkstätte Grafeneck eine parlamentarische Debatte auf hohem Niveau erlebt. Und ich hatte die Gelegenheit genutzt, Manuel Hagel für den klaren Beschluss vom 9. November (!) 2025 gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD auch persönlich zu danken:
https://www.cdu-bw.de/ueber-uns/beschluesse/91-PFEsaHTXLR/
Ich hoffe – und werde meinen kleinen Teil dafür tun – dass die Menschenwürde als Leitidee des Grundgesetzes und aller demokratischen Parteien und Fraktionen in Baden-Württemberg auch nach der Landtagswahl 2026 erhalten bleibt.
Viele Fußballvereine oder auch kulturelle Einrichtungen haben sich in den letzten 30 Jahren mit ihrer Geschichte während der Nazizeit beschäftigt und dabei allgemeingültige Erkenntnisse gewonnen.
Ja, das erlebe ich auch so! Und die vielen, zustimmenden Reaktionen zu meiner Rede sowohl bei der Gedenkveranstaltung selbst wie nun auch im Internet ermutigen mich, darauf weiter aufzubauen.
Solche Veranstaltungen wie gestern in diesem Rahmen sind daher wichtig.
Vielen herzlichen Dank – so erlebte und erlebe ich es auch! 🙏
@HG Unckell 28.01. 10:35
„Verlieren können, ohne ein Verlierer zu sein, ist dann eine weitere Kompetenz, die durch solche Sportarten den Übenden zuwachsen.“
Regelbasierter fairer Sport ist sicher sehr viel sinnvoller als Krieg. Und ich gucks mir auch gerne an, wenn hier in der Bundesliga und in Europa- und Weltmeisterschaften um den Sieg gerungen wird.
Die Anstrengungen, die die Sportler dabei erleiden, möchte ich dann aber lieber nicht selber auf mich nehmen. Die müssen es selber wissen, wenn sie es denn nicht lassen können.
Überhaupt gilt m.E. Ähnliches für die ganze Leistungsgesellschaft. Wer echt Lust hat, gegen alle anderen anzutreten, der setzt zuweilen einen Konkurrenzkampf in Gang, mit dem wirklich nicht jeder glücklich mit wird.
Solange es dabei spielerisch bleibt, guck ich mir es dann gerne auch an. Ob nun im Sport oder im Wirtschaftsleben. Die neuesten dicksten SUVs finde ich durchaus beeindruckend, aber eben schon lange nicht mehr sinnvoll. Aber ohne solche Konsumauswüchse hätten wir auch schon lange deutlich weniger Arbeit. Da kann man aber auch meinen, dass das eigentlich gar nicht so schlecht wäre.
Umso mehr Ressourcen bleiben für die Energiewende, für Rüstung oder für mehr Nachwuchs übrig. Und überhaupt auch für ein vielleicht deutlich entspannteres Leben.
@ Mussi 28.01.2026, 11:28 Uhr
Zitat: „Es ist einfach ein Kreislauf zwischen Infinitem Regress und Rekursion.
Per Logik nicht lösbar, aber wir leben in ihm.“
Sie haben das bestens beschrieben, es ist eine wunderbar poetische, philosophische Beobachtung. Fußball wirkt tatsächlich wie ein System, das sich ständig selbst erzeugt und gleichzeitig nie zu einem endgültigen Zustand kommt. Abgesehen davon, dass der Ball im Tor landet. Jede Entscheidung führt zu einer neuen Entscheidung, jeder Spielzug eröffnet neue Möglichkeiten, die wiederum neue Spielzüge hervorbringen. Ein endloser Rückverweis auf sich selbst.
Nur, was bleibt von den Fußballern?
Mich hat es vor vielen Jahrzehnten in die Wohnung eines ehemaligen bekannten Nationalspielers verschlagen um seinen Fernseher zu reparieren. (Habe im Nebenjob in einem TV Reparaturbetrieb gearbeitet.)
Ich hätte einen bestens trainierten, sportlichen Athleten erwartet. Er sah aber mit rund 40 aus, wie ein völlig ausgepowerter Schwerstarbeiter. Schwer gezeichnet von den zahlreichen Verletzungen die er sich in seinem „Sportlerleben“ zugezogen hat. Dazu kommen noch die Verletzungen vom Kopfballspiel, die man nur erahnen kann…..
Ein Arbeitskollege hat zeitweise in der höchsten Liga gespielt und wir haben uns öfter über seine Beine lustig gemacht. Bis wir sie zufällig gesehen haben. Es hat uns die Rede verschlagen und wir konnten uns nie mehr darüber lustig machen.
Die Fußballer zahlen einen hohen Preis für ihren „Friedensdienst“ und unsere Unterhaltung….
@ Michael Blume 29.01.2026, 08:18 Uhr
Ich verwende gerne „stark gepfefferte Kampfbegriffe“ seit meiner 68 WG Zeit. Ein Deutschlehrer hat einmal kritisiert, meine Aufsätze wären „würzig wie Grießbrei für Magenkranke“….
Freie Meinungsäußerung war ehemals recht positiv. Es war so etwas wie „ein Ringen“ um einer „Wahrheit“ möglichst nahe zu kommen.
Es geht nicht mehr „nur um Meinungen“, es geht immer mehr darum, diese Meinungen auch durchzusetzen, allenfalls auch mit brutaler Gewalt. Immer mehr spielen finanzielle Interessen eine Rolle, wer bekommt das Geld, wer zahlt….
Ein gewisser „degenerativer Verfall“ und eine „Eskalation“ der Probleme sollte Ihnen nicht entgangen sein.
Im TV werden wir täglich darauf hingewiesen, dass es in Amerika immer härtere Konflikte (2 Tote in der letzten Zeit) zwischen 2 Gruppen gibt. Aus der Geschichte ist mir klar, dass derartige Muster letztlich zu Kriegen führen. Mir haben ehemals schwer vom Krieg betroffene (und gezeichnete) Menschen aufgetragen, die relevanten Muster zu erkennen und für Frieden zu werben. Genau das ist mein Anliegen.
Früher haben Einwanderungsländer, z.B. USA, Canada, Australien die Zuwanderung sehr erfolgreich gesteuert. Ein Verwandter Dachdecker in der Familie hatte 1950 keine Arbeit mehr, weil alle Kriegsschäden behoben waren. Er hat sich in den Botschaften der 3 Länder um „Einwanderung beworben“ und wurde, nachdem er sich, z.B. durch Erlernung der Sprache, vorbereitet hat und er sich einen angebotenen Arbeitsplatz aussuchen durfte, gerne und erfolgreich von Australien aufgenommen. Es war ein Gewinn für alle….
Wegen meiner Erfahrungen schlagen ich mich auf die Seite derjenigen, die für internationale Kooperation, für Verhandlungen und für Frieden sind, bin jedenfalls dagegen, nur um meinen Mut zu beweisen, direkt auf einen WK3 zuzusteuern….
Wieder einmal versuchen Sie sich in Täter-Opfer-Umkehr, @Realo: Niemand bestreitet Ihre Meinungsfreiheit. Ich habe Ihre Meinungsäußerung nicht nur gelesen und ertragen, sondern sogar freigeschaltet und beantwortet. Die einzige Person, die hier gerade die Meinungsfreiheit missbraucht, um NS-Begriffe und Gewalt zu verharmlosen – sind Sie.
Und ich schalte dies aus dem einzigen Grund frei, dass es viele Leute sehen und einige ins Nachdenken kommen. Denn was geschehen ist, kann wieder geschehen. Menschen wie Sie werfen sich auch heute wieder vor fossilen Faschisten feige in den Staub.
Hierzu zwei Posts von heute:
„1434 Tage dauert der Krieg in der Ukraine nun schon an. Im Frühling dieses Jahres könnte die Zahl an Verlusten der beiden Kriegsbeteiligten den Rekordwert von zwei Millionen erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Center for Strategic & International Studies (CSIS), die am Dienstag veröffentlicht wurde.“
Auch der fossil finanzierte Angriffskrieg von #Putin gegen die #Ukraine belegt für alle Zeit: #Fossilismus tötet.
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115976861297940290
Und:
Bis zu 50.000 $ Anwerberbonus, 60.000$ Reduzierung der Studiendarlehen und weitere Boni sprechen eine klare Sprache: Egal wie viele Unschuldige ICE in Zukunft deportiert oder ermordet, es werden sich neue Freiwillige finden, ein Teil dieser Organisation zu sein.
#ICE #Minnesota
https://bildung.social/@obucate/115978000688157440
Mit den besten Wünschen an alle, die ihr Gewissen noch nicht an die mediale Mimesis abgegeben haben.
@Realo 29.01. 12:34
„Wegen meiner Erfahrungen schlagen ich mich auf die Seite derjenigen, die für internationale Kooperation, für Verhandlungen und für Frieden sind, bin jedenfalls dagegen, nur um meinen Mut zu beweisen, direkt auf einen WK3 zuzusteuern….“
Ich eigentlich auch. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Putin auch von der EU holt, was er kriegen kann. Die einzige Chance, dass wir nicht in einen heißen Krieg ziehen müssen, wäre, dass wir militärisch so stark sind, dass Putin nichts gegen uns erreichen kann.
Da wäre als allererstes die weitere Unterstützung der USA ganz wichtig, als zweites eine wirklich schlagkräftige europäische Armee und natürlich, dass die Öl und Gaspreise durch die globale Energiewende verfallen und damit auch Putin wirklich nachhaltig das Geld zum Kriegführen ausgeht.
Das sind echte Perspektiven, finde ich. Und wenn es der Ukraine am Ende die Krim und den Donbass kostet, dann ist das eben so. Das ist klar Völkerrechtswidrig, kann man aber überleben. Was ja nun auch schon mal was ist.
Die beteiligen Soldaten auf beiden Seiten dürften ziemlich genug haben nach 4 Jahren Krieg. Und die ukrainischen Zivilisten auch.
@ Tobias Jeckenburger 29.01.2026, 16:09 Uhr
Zitat: „Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Putin auch von der EU holt, was er kriegen kann.“
Was sollte sich Putin von der EU holen wollen? Bodenschätze und Lebensraum hat er selber mehr als genug. Beides verteidigt er wütend, weil normalerweise Begehrlichkeiten bestehen, in Richtung Russland zu marschieren und den Russen beides abzuknöpfen.
Er braucht auch freie Handelswege und rückt die Bodenschätze natürlich niemals heraus….. Er kann günstige Preise anbieten, weil Russland ein Niedriglohnland ist. Kunden werden sich immer finden, irgendwo auf der Welt…..
Polen würde er kaum mehr haben wollen, da müsste er womöglich seine Bodenschätze auch noch „brüderlich teilen“, wie früher.
Die Meerzugänge (Nordsee, Ostsee, Schwarzes Meer,….) sind natürlich wichtig. Mit welcher Ideologie im Hirn, z.B. die Litauer herumlaufen, dürfte ihm völlig egal sein…
Gegenüber einen ehemaligen Kriegsveteranen sollen sich gebildete Russen ungefähr dahingehend geäußert haben, dass viele Menschen im Westen (unter Napoleon, Hitler, ….) sich wiederholt „gemäß ihren Instinkten“ nach Russland aufgemacht haben, um Russland bzw. deren Bodenschätze, Lebensraum zu erobern.
Sie könnten sozusagen „nichts dafür“, rennen blindwütig, von ihren Instinkten getrieben vom Meer Richtung Festland ins Verderben, zumal sich die Russen wehren müssen. Viele Tierarten verteidigt ihr Revier mit letzter Konsequenz…. Diese „gebildeten Russen“ haben eher nicht daran „geglaubt“, dass dieses Problem rational und vernünftig lösbar wäre.
Wenn es aber so ist, dann droht beim Einsatz von z.B. Atombomben, die gegenseitige Ausrottung….
Eine gewisse militärische Stärke Europas ist natürlich angebracht, zumal es Staaten gibt, die uns z.B. „missionieren“ wollen….
Die einzige Chance, dass wir nicht in einen heißen Krieg ziehen müssen, wäre, Putins internationale Geschäfte nicht zu behindern.
Amerika hat letztlich auch Handelsinteressen, wie die Russen.
Kohle hat ehemals ermöglicht, dass sich Europa bestens entwickeln konnte. Dieses „Kohlezeitalter“ ist so gut wie beendet. Wir sind ein „Hochlohnland“ geworden und haben ökonomische Probleme.
Roboter, KI, die Veredelung von Rohstoffen und Ingenieursleitungen sollten wir weltweit anbieten können, wie China.
Die Russen führen doch nicht aus „Vergnügen“ Krieg, es geht um ihre Bodenschätze und die Handelswege….
Für die Ukraine und Europa sind wieder einmal, die Träume von der „Osterweiterung auf die russischen Bodenschätze“ geplatzt……
Neulich hatten Sie ja hier auf dem Blog auch von einer planwirtschaftlichen KI geschwärmt, @Realo – wogegen ich auf die Bedeutung von Menschenwürde, Demokratie und Gewaltenteilung hingewiesen hatte.
Nun habe ich mal einfach Perplexity.ai ergebnisoffen gepromptet: Welche Putin-Thesen vertritt der Kommentierende @Realo auf dem Blog von Michael Blume und wie reagiert dieser darauf?
Hier die m.E. zutreffende Antwort:
Auf dem von Michael Blume betreuten SciLogs‑Blog tritt der Kommentator „@Realo“ in mehreren Diskussionen mit klar russland- bzw. putinfreundlichen Deutungen des Ukrainekriegs auf, die Blume jeweils deutlich zurückweist. [scilogs.spektrum]
## Zentrale Putin-Thesen von „Realo“
– NATO-Osterweiterung als Hauptursache: Es wird mehrfach behauptet, der Westen bzw. die NATO hätten Russland „militärisch provoziert“, etwa durch den NATO‑Beschluss von Bukarest 2008 und die Verfassungsfestschreibung des NATO‑Ziels in der Ukraine; daraus wird eine Art Zwangslage Russlands konstruiert („nur zwei Möglichkeiten: Flottenstützpunkt aufgeben oder Krim/Zugang russisch machen“).
– Krimfrage als Kernkonflikt: Die strategische Bedeutung der Krim wird so dargestellt, dass Russland praktisch gezwungen gewesen sei, Krim und Korridor zu sichern, weil „kein Staat mit 5.000 Atombomben“ sich den Flottenhafen „abnehmen“ lasse.
– Legitimationsversuch über westliche Schuld: In einer längeren, stark „realpolitischen“ Argumentation werden westliche Medien als „relotierte Fake‑News“, „kriegslüstern“ und „anti‑russisch“ beschrieben, der Maidan 2014 als „Putsch“ gedeutet und der Krieg als Ergebnis einer imperialistischen US‑Strategie, die Ukraine „neutral oder zerstört“ zurückzulassen.
– Relativierung russischer Verantwortung: Während der russische Angriff formal als Kriegsverbrechen anerkannt wird, verschiebt die Argumentation den Fokus beständig auf westliche Politik (Sanktionen, NATO‑Strategie, deutsche „Kriegsverbrechen“ durch Waffenlieferungen), sodass Russlands Verantwortung relativiert und moralisch „eingebettet“ wirkt.
Laut @Realo müsse man auch Russland ein Selbstverteidigungsrecht gegen eine vermeintliche NATO‑Bedrohung zugestehen, wobei die NATO‑Osterweiterung erneut als wesentliche Ursache des Kriegs angeführt wird.
## Reaktion von Michael Blume
Blume reagiert auf diese Thesen sehr klar, teils ausdrücklich auf „Putin‑Propaganda“ zielend, und versucht, die Debatte auf völkerrechtliche und historische Fakten zurückzuführen. [scilogs.spektrum](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/friedenshoffnung-fuer-israel-seine-nachbarn-was-wir-nicht-tun-sollten/)
– Verweis auf bestehende Krim-Verträge: Auch Thomas Grüter erinnert daran, dass Russland bereits durch den Flottenvertrag von 1997 und die Charkiw‑Verträge von 2010 einen langfristig gesicherten, vertraglich garantierten Zugang zum Schwarzmeerflottenstützpunkt in Sewastopol hatte (bis 2042/47) und 2014 dennoch die Krim völkerrechtswidrig annektierte; ein Krieg 2022 sei für diesen Stützpunkt „nicht nötig“ gewesen. [scilogs.spektrum](https://scilogs.spektrum.de/gedankenwerkstatt/die-geskriptete-wahrheit-erzaehlungen-zum-ukrainekrieg/)
– Zurückweisung des NATO-Zwangsarguments: Blume arbeitete auch mittels Perplexity‑Auswertung heraus, dass es keine bindenden Zusagen gegen eine NATO‑Osterweiterung gab, Gorbatschow selbst dies bestätigt und Russland 1997 die freie Bündniswahl anderer Staaten akzeptiert hat; daraus folgert Blume, dass sich Putins Bedrohungsnarrativ nicht auf seriöse Quellen stützen lasse.
– Markierung als Propaganda / „Schwurbelei“: Blume formuliert explizit, wer „Putin‑Propaganda verbreiten“ wolle, habe es mit solchen KI‑basierten Faktenchecks schwer, und kommentiert, dass gerade diese klaren Antworten Schwurbler „Probleme“ bekommen ließen.
– Normativer Rahmen: Er ordnet den russischen Angriff konsequent als völkerrechtswidriges Kriegsverbrechen ein und verteidigt das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine (unter Bezug auf Kant‑Interpretationen und völkerrechtliche Analysen), womit er die putinfreundlichen Kausalnarrative normativ wie faktisch konterkariert.
Insgesamt zeichnet sich das Muster ab, dass „Realo“ bzw. der entsprechende Kommentator zentrale putinistische Deutungsmuster (NATO‑Provokation, Krim‑Zwangslage, relativierte russische Verantwortung, westliche Hauptschuld) einbringt, während Blume mit Vertragsdaten, völkerrechtlichen Kriterien und expliziter Benennung als Propaganda dagegenhält und die Ukraine als angegriffenen Staat mit legitimen Verteidigungsrechten positioniert. [scilogs.spektrum](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/friedenshoffnung-fuer-israel-seine-nachbarn-was-wir-nicht-tun-sollten/)
@Realo 29.01. 12:34
„Was sollte sich Putin von der EU holen wollen?“
Vermutlich dasselbe wie von der gesamten Ukraine: Über uns herrschen, soweit es möglich wäre? Da ist auch sonst kaum was Rationales dran, einfach nur Herrschen. Letztlich eine Wiederherstellung der Sowjetunion, nur Macht um der Macht willen.
„Bodenschätze und Lebensraum hat er selber mehr als genug. Beides verteidigt er wütend, weil normalerweise Begehrlichkeiten bestehen, in Richtung Russland zu marschieren und den Russen beides abzuknöpfen.“
Diese Begehrlichkeiten existieren aber nicht. Wir greifen Russland auch nirgendswo an. Wir respektieren die russischen Atomwaffen, und liefern entsprechend auch keine Taurusraketen.
„Die einzige Chance, dass wir nicht in einen heißen Krieg ziehen müssen, wäre, Putins internationale Geschäfte nicht zu behindern.“
Durch diesen Krieg haben wir doch erst jegliche Lust verloren, nicht mal mehr billiges Gas in Russland einzukaufen. Allerdings behindert offenbar die globale Energiewende tatsächlich zukünftig zunehmend die Erlöse der russischen Exporte von Öl und Gas.
Möglicherweise versucht hier Putin auch mit diesem Krieg, dem verzweifelt irgendwie entgegen zu wirken. Unsere jetzt in Angriff genommene Aufrüstung tut nun auch tatsächlich die Mittel binden, die eigentlich die Ampelkoalition zur Förderung der deutschen Energiewende einsetzten wollte.
Global gesehen dürfte das Putin allerdings wenig helfen. Entscheidend werden hier die chinesischen Produktionskapazitäten von PV-Modulen, Lithiumbatterien und Generatoren für Windräder sein. Und das braucht kaum noch Förderungen, weil es inzwischen immer mehr von selber konkurrenzfähig geworden ist. Es reicht hier überwiegend, die richtigen Rahmenbedingungen einzuführen, die meistens wenig oder gar kein Steuergeld kosten.
Außerdem sind wir auch nicht doof, und haben jetzt erst recht Lust bekommen, unsere Energiewende so zügig wie möglich durchzuziehen. Damit Putin so schnell wie möglich das Geld ausgeht, und wir auf diesem Wege unsere Sicherheit wiederfinden können. Ohne einen heißen Krieg, den brauchen wir dafür nicht.
Wenn Putin gegen uns nichts ausrichten kann, dann reicht uns das vollkommen. Wir selbst haben keinerlei Anlass, Russland anzugreifen. Wir in der EU sind uns wirklich selbst genug.
Die Kosten von umfangreicheren Kriegen gegen Russland würden sich auch nie rechnen. Die Bodenschätze, die außer Öl und Gas in Russland zu holen wären, reichen einfach nicht. Und landwirtschaftlich haben wir in der EU schon länger Probleme mit Überschüssen.
Der hauptamtliche Ehemann von Sahra Wagenknecht, Oskar Lafontaine, hat den Holocaust-Gedenktag für einen geschmacklosen Vergleich benutzt, um wieder einmal vom Abseits ins Rampenlicht, dass er so schmerzlich vermisst, zu kommen. Vielleicht wollte er auch Wahlwerbung den BSW machen, welches dabei ist, sich mit vollem Anlauf in die Bedeutungslosigkeit zu katapultieren.
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/oskar_lafontaine_holocaust-gedenktag_facebook-post_hass_russland_kritik_100.html
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/oskar_lafontaine_holocaust-gedenktag_facebook-post_hass_russland_kritik_100.html
Dabei zeigt Oskar Lafontaine auch noch, dass seine Geschichtskenntnisse über den 2. WK ungenügend sind. Zitat: „Es geht nicht um Gleichsetzen, es geht darum, dass wir auf der einen Seite verpflichtet sind gegenüber Israel, weil sechs Millionen Juden ermordet worden sind. Wir sind aber auch verpflichtet gegenüber Russland, weil zwölf Millionen Russen ermordet worden sind, teilweise grausam verbrannt oder sie mussten sich ihr Grab selber schaufeln.“
Es wurden Sowjetbürger durch die Nazis ermordet, zu denen auch viele Millionen Ukrainer zählten, die sich seit fast 4 Jahren Krieg führen müssen, welcher ihnen von der russischen Führung aufgezwungen wurde. Oskar Lafontaine plappert ohne Scham russische Propaganda nach. Putin wird für ihn sicher den “Orden der Freundschaft” bereit halten. *Ironie off*
Herzlichen Dank, @RPGNo1 – der Holocaust-Gedenktag 2026 wird wohl wirklich wegen fragwürdiger Posts auf antisozialen Konzernmedien im Gedächtnis bleiben. So geriet auch der US-amerikanische Vizepräsident J.D. Vance in die Kritik:
US-Vizepräsident JD Vance steht wegen seines Beitrags zum Holocaust-Gedenktag massiv in der Kritik. Der Republikaner veröffentlichte am 27. Januar auf der Social-Media-Plattform X vier Fotos aus dem ehemaligen Konzentrationslager Dachau, begleitet von einem Text, der die Begriffe „Juden“ und „Nazis“ vollständig auslässt.
In seinem Post schreibt Vance: „Heute gedenken wir der Millionen Menschen, die während des Holocaust ihr Leben verloren haben, der Millionen Geschichten von individuellem Mut und Heldentum und einer der bleibenden Lehren aus einem der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte: dass Menschen zwar wunderschöne Dinge schaffen und voller Mitgefühl sind, aber auch zu unaussprechlicher Brutalität fähig sind“.
https://www.schwaebische-post.de/welt/politik/vance-laesst-juden-und-nazis-weg-empoerung-nach-holocaust-post-zr-94144515.html
Heftige Kritik daran gab es u.a. von Josh Shapiro, dem demokratischen & jüdischen Gouverneur von Pennsylvania. Dass Vance die Opfer des Holocaust nicht benannt habe, sei angesichts Vance’ grundsätzlichem Umgang mit Antisemitismus und Rechtsextremismus „nicht überraschend“, so Shapiro gegenüber NBC News:
https://www.nbcnews.com/politics/politics-news/josh-shapiro-accuses-jd-vance-giving-comfort-right-wing-antisemitism-rcna256261
„Der Grund, warum wir niemals vergessen sollten, ist, dass wir diese Gräueltat nie wieder erleben müssen.“, betonte Shapiro. „Zum Niemals-Vergessen gehört auch, sicherzustellen, dass die Fakten des Geschehens rezitiert und erinnert werden. Die Tatsache, dass J.D. Vance sich nicht dazu durchringen konnte, anzuerkennen, dass sechs Millionen Juden von Hitler und den Nazis ermordet wurden, spricht für sich. […] Angesichts seiner offenen Unterstützung der AfD, seiner offenen Sympathie für Neonazis und neonazistische Parteien und der Art, wie er den Antisemiten der Rechten, die die Republikanische Partei unterwandern, regelrecht Trost gespendet hat, überrascht mich das freilich nicht.“
Und so sehen wir erneut, dass jedes ehrliche Erinnern dem Antisemitismus und fossilen Faschismus auch heute entgegensteht.
@ Michael Blume 29.01.2026, 19:27 Uhr
Es stimmt, dass ich auf diesem Blog von einer „planwirtschaftlichen KI“ geschwärmt, habe.
Ein Problem unsere Marktwirtschaft (die ich für recht gut halte) ist, sie so zu gestalten, dass der mögliche hohe Produktivitätszuwachs durch moderne Technik (Roboter, Ki,…) möglichst voll genutzt werden kann. So dass auch „ärmere Menschen“ guten Zugang, z.B. zu gesundem Essen und den „Güterüberschuss“ bekommen.
Durch eine „zielgenaue Zuteilung“ der massenhaft verfügbaren Güter, wäre ein sehr großer, breiter Wohlstand zu erreichen. Auch die Arbeitsmotivation könnte durch zahlreichen „Schnäppchen“ gefördert werden.
Würde einfach mehr Geld gedruckt, so verliert das Geld an Wert, es kommt zur Inflation. Die Wirtschaft geht ein und die Unternehmer in den Knast, obwohl sie „auf Knopfdruck“ (mit Roboter, KI,…) viel produziert haben….. Den Überschuss an Gütern könnte man mit „passender KI“ und selektiv zugeteilten „Gutscheinen“ optimal verteilen….
Es käme gleichzeitig darauf an, den Markt nicht zu stören, sondern stabil zu halten. Das ist mit den derzeitigen Methoden schwer zu erreichen. Die Unternehmen versuchen, durchaus mit gewissem Erfolg, „Schnäppchen“ zu produzieren und los zu werden, ohne den Markt zu stören, was aus Stabilitätsgründen extrem wichtig ist.
Das habe ich zu begründen versucht. Ich bin doch auch für Menschenwürde, Demokratie (wie vor 50 Jahren) und Gewaltenteilung. Für Frieden und dafür, alles zu Unterlassen was zu Konflikten und Kriegen führt…..
Die Demokratie wird allerdings von Gruppeninteressen zunehmend „ausgenutzt“, ein gewisser „degenerativer Verfall“ ist nicht zu übersehen…..
Meine „Schreibe“ ist auch emotional, gelegentlich ironisch, was die KI nur schlecht „versteht“.
Normalerweise wird von den Kontrahenten nur jeweils die „halbe Wahrheit“ genutzt. Für ein Gesamtbild der Realität sind die Sichtweisen beider Seiten dringend nötig. Im Westen fehlt die „Russische Sichtweise“ und ich versuche, das pointiert auszugleichen.
Dass ich in mehreren Diskussionen mit klar „russland- bzw. putinfreundlichen Deutungen“ des Ukrainekriegs „unterwegs“ bin stimmt und ist, bei meiner Zielsetzung, naheliegend. Allerdings ist es möglich, dass ich aus Sicht der Russen völlig falsch liege? Ich kann nur versuchen, die Russischen Gedankengänge nachzuvollziehen.
Die KI hat mich weitgehend korrekt interpretiert. Allerdings ist mein Anliegen nicht eine einseitige Agitation, sondern ich will letztlich, zu einer stimmigen, realistischen Gesamtsicht beitragen. Wobei meine Argumente nachgetragen werden müssen, weil sie im westlichen Meinungsspektrum einfach so gut wie nicht existieren.
Völkerrechtliche Konstrukte, die es ermöglichen „ein großes Land“ (mit 5000 Atombomben) einfach von ihrem lange Zeit genutzten Flottenhafen „zu vertreiben“, sollte nicht möglich sein, weil derartiges fast zwangsläufig, zu schwersten Konflikten führen muss…..
Es scheint eine Art von „Naturrecht“, seine Häfen zu verteidigen. Sich die Waffen abnehmen lassen zu müssen, ist das schlimmste was einen Soldaten passieren kann….
Auch eine Befristung des Krim Zugangs (bis 2042/47) würde letztlich zu Konflikten führen. Außerdem wurde der russisch stämmige Präsident Janukowitsch wegen der Vertragsunterzeichnung für die Ukraine, zum Verräter gestempelt und vertrieben.
Damit waren die Russen praktisch auch von ihrem Hafen vertrieben und die kriegerische Eskalation vorgezeichnet. Abgesehen davon, dass auch die Russen in der Ostukraine ihre Unabhängigkeit von der Ukraine wollten, wie umgekehrt die Ukrainer auch die Unabhängigkeit von Russland erreicht haben….
Hätte der Warschauer Pakt versucht, sich nach Westen zu erweitern hätte es zweifellos Krieg gegeben. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Die DDR wurde offensichtlich an D „verhökert“…..
Putins Bedrohungsnarrativ bestätigt ein Blick auf die jeweils aktuellen Landkarten. Die Nato rückt den Russischen „Bodenschätzen“ immer näher, es ist nur die Frage wenn sie endgültig „zuschnappt“….
Für mich sind die Vorgänge in der Ukraine eine Katastrophe, die ihren Ursprung in der menschlichen Unzulänglichkeit hat, Probleme rechtzeitig fair und nachhaltig zu lösen. Einerseits die „Eroberungsinstinkte“, andererseits derartiges mit allen Mitteln verhindern zu wollen….
Kommunisten und Planwirtschaftler wollten ehemals auf den Markt verzichten und durch faire Verhandlungen ersetzen, das ist krachend gescheitert. Da haben so manche ehemalige Kommunisten die Erfahrung machen müssen, wie sich der „pure Wahnsinn“ (bei den Verhandlungen) so anfühlt….
Bei Verhandlungen die „Eroberungsinstinkte“ betreffen, dürfte es sich nicht anders verhalten.
Mir fällt auch kein anderer Ausweg ein, als erfahrene „Friedensstifter“, so etwas wie „Schweizer Friedensrichter“ (die in psychische Abgründe blicken mussten), zur Problemlösung heranzuziehen.
Sie sollten sich von Historikern, Juristen und Psychologen beraten lassen….
Ach, @Realo – meinen Sie wirklich, wir Mitmenschen würden nicht merken, dass Sie wirklich “jedes” Thema – wie hier den Holocaust-Gedenktag 2026 beim VfB Stuttgart – in Propaganda für Putin und Trump umzumünzen versuchen? Nehmen wir dann noch Ihre sozialdarwinistischen und sachlich falschen Schwurbeleien über angeblich evolutionsbiologisch nützliche Kriege hinzu, dann wird allen klar: Hier propagiert einer feige Tyrannophilie und fossilen Faschismus. Immer wieder die gleiche Leier.
Und zu KI und Medienethik habe ich ja nun wirklich bereits genug geschrieben, so dass auch Felo.ai meine Position gegenüber Ihrer KI-Planwirtschaft präzise wiedergeben kann:
## Dr. Michael Blumes Warnung vor Konzern-AGIs und sein Plädoyer für dezentrale FOSS-KI
Dr. Michael Blume warnt vor der Entstehung von KI-AGI-Konzernmonopolen aus den USA und China und plädiert stattdessen für ein europäisches Fediversum mit dezentralen, freien Open-Source-Software (FOSS) basierten KI-Anwendungen[1]. Seine Argumentation basiert auf mehreren zentralen Überlegungen:
**Demokratische Kontrolle und Machtverteilung**
Blume sieht in zentralisierten Konzern-AGIs eine Gefahr für demokratische Strukturen. Prompts und KI-Anwendungen untergraben nach seiner Analyse sowohl die Definitionsmacht von Konzern-Massenmedien als auch von Bezahlschranken und bisherigen Schweigespiralen[2]. Themen, die bisher medial und politisch unterdrückt wurden, können durch dezentrale KI-Technologien von allen Menschen auf höchstem Niveau aufgerufen werden[2].
**Vermeidung von Monopolstrukturen**
Die Konzentration von KI-Macht in den Händen weniger Konzerne aus den USA und China birgt nach Blumes Einschätzung erhebliche Risiken. Monopolistische Strukturen könnten die Informationshoheit und damit gesellschaftliche Diskurse einseitig kontrollieren[1]. Ein dezentrales europäisches Fediversum würde dagegen eine breitere Verteilung von Macht und Kontrolle ermöglichen.
**Europäische Souveränität und Werte**
Blume plädiert für eine europäische Alternative, die auf den Werten von Offenheit, Transparenz und demokratischer Teilhabe basiert. FOSS-KI-Anwendungen ermöglichen es, dass die Technologie nicht von einzelnen Konzernen kontrolliert wird, sondern gemeinschaftlich entwickelt und genutzt werden kann[1].
**Transformative Wirkung auf Gesellschaft**
Die KI-Medienrevolution beginnt bereits, Medien, Politik, Wirtschaft, Kultur und Religionen tiefgreifend umzugestalten[2]. Dezentrale Strukturen würden sicherstellen, dass diese Transformation im Sinne demokratischer Prinzipien erfolgt, anstatt von Konzerninteressen gesteuert zu werden.
Blumes Position fügt sich in seine breitere Kritik an zentralisierten Machtstrukturen ein und betont die Bedeutung von Dezentralisierung, Transparenz und demokratischer Kontrolle in der digitalen Transformation.
[1] https://sueden.social/@BlumeEvolution/113298193026582673
[2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-aufsteigende-macht-der-ki-solarpunk-prompts/
[3] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mit-verschwoerungsmythen-bei-stuggi-tv-in-der-stiftung-geissstrasse-7/
[4] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-ki-medienrevolution-warum-ich-demokratisch-aktiven-dringend-blogposts-reden-und-drukos-empfehle/
[5] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/antisoziale-medien-befeuern-den-thymos-letzte-ausfahrt-ki-fediversum/
[6] https://www.jpost.com/diaspora/antisemitism/article-714601
[7] https://www.ehemalige-synagoge-rexingen.de/en/latest/events/blume-eng
[8] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[9] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
[10] https://www.bpb.de/themen/gesundheit/coronavirus/306919/die-corona-krise-und-ihre-folgen/
[11] https://thedocs.worldbank.org/en/doc/232771535655666001-0240021974/render/WorldBankGroupArchivesFolder30034192.txt
[12] https://www.facebook.com/groups/modeldependentontology/posts/2542756252596543/
[13] https://www.cnas.org/publications/reports/getting-it-righter-faster
[14] https://www.researchgate.net/publication/228159108_The_Resilience_Principles_A_Framework_for_New_ICT_Governance
[15] https://www.boell-bw.de/de/2022/12/05/dr-michael-blume-gegenstrategien-von-seiten-der-politik-und-den-institutionen
Fußball ist Kommerz, primär finanziert von “Mannschaft huldigenden”, lokalen Fanatikern, Fußballfans genannt, die regelmäßig, insbesondere vor und nach dem “Spiel”, kriegsähnliche Krawalle austragen. Trotz massiven Polizeieinsatzes kommt es zu schweren Verletzungen “unter den Fans” der verschiedenen Lager. Tode bleiben nur aus, weil die Polizei dies verhindert. Die Fußballstars sind entkoppelt von dieser “Strassengewalt”, so wie Päpste, Bischöfe,… auch von ihren “religiösen Schäfchen” entkoppelt sind. Die zahlreich Religionskriege im Rahmen ihrer esoterischen Ideologie austragen.
Lieben Dank, @Dirk Freyling – dass Sie auch hier wieder mal deutlich machen, wie Sie andere, auch europäische und deutsche Menschen sehen. Dabei könnten Sie in buchstäblich jeder Stadt und Gemeinde zahlreiche Fußballvereine erleben, in denen Ehrenamtliche miteinander und mit Heranwachsenden den Sport leben, ohne damit “Kommerz” zu betreiben. Mir käme es auch nicht in den Sinn, für die Ausschreitungen weniger Radikaler gleich die gesamten, sehr differenzierten Fanszenen in Haftung zu nehmen – die sich sowohl in Stuttgart wie in Freiburg vorbildlich verhalten haben! Ganz ebenso würde ich die friedliebenden Mehrheiten der Weltreligionen auch immer vor dem Hass weniger Fanatiker in Schutz nehmen. Oder alle Männer als Gewalttäter darstellen, obwohl der Großteil aller Gewaltverbrechen von Männern begangen wird. Ich meine: Wer selbst nicht pauschal abgewertet werden will, sollte doch auch selbst darauf verzichten, undifferenziert über andere herzuziehen. Nur so als Anregung.
Gemeinschaften definieren sich durch ihre Ränder. Inwieweit Radikalisierungen voranschreiten und ausgebaut werden können, hängt von dem Widerstand dagegen ab. Dieser Widerstand kommt bei Fußballfangemeinschaften kaum von innen. Es ist die Staatsmacht, die dies stetig verhindert.
Die angestrebte “sprachliche Verwirklichung des Fußballs” gipfelt in Angriff, Verteidigung, Sieg und Niederlage.
Die Reportersprache ist martialisch-kriegerisch:
„Ein heiß umkämpftes Spiel“
„Beide Teams liefern sich eine wahre Schlacht“
„Das ist heute ein Abnutzungskampf“
„Ein Spiel auf Messers Schneide“
„Hier wird bis zum letzten Mann verteidigt“
„Keiner will hier kampflos aufgeben“
„Ein tödlicher Konter“
„Jetzt rollen die Angriffe“
„Ein Sturmlauf auf das Tor“
„Sie gehen bis an die Schmerzgrenze“
„Er opfert sich für die Mannschaft“
„Ein Spiel mit offenen Wunden“
„Sie beißen auf die Zähne“
„Der Gegner wird niedergerungen“
„Ein später Todesstoß“
„Das ist der Gnadenstoß“
Die deutsche Fernseh-Reportage, „Leuchte auf, mein Stern Borussia!“ – Eine WDR-Dokumentation aus dem Jahr 1997 beschreibt, wie Dortmund-Fans ihre Liebe zum Klub wie eine Religion leben, in der gezeigt wird, wie BVB-Anhänger Rituale, emotionale Bindung und Verehrung des Vereins in religiöser Weise ausleben. In dieser Doku sagen Fans unter anderem „Borussia ist eine Religion für mich“ und zeigen Rituale rund um den Spieltag, Gebete, Fan-Devotionalien und die starke emotionale Identifikation mit dem Verein – vergleichbar mit religiösen Praktiken.
Hier wird die Unterschiedlichkeit unserer Sichtweisen wunderbar deutlich.
Sie schrieben:
Gemeinschaften definieren sich durch ihre Ränder.
So sehen das feindselige Dualisten, aber eben nicht dialogische Monisten. Liebevolle Familien, lebendige Kirchen und Religionsgemeinschaften, demokratische Parteien und eben auch Kultur-, Sport- und hier konkret Fußballvereine definieren sich aus ihrer Mitte.
Meine These dazu lautet ja sogar ausdrücklich: Die Menschenwürde bildet die gemeinsame Mitte aller aufgeklärten Religionen und demokratischen Zivilreligionen.
Und zu sehr vielen regionalen und nationalen Zivilreligionen gehört auch der Fußball. Dieser entstand durch Selbstorganisationen sozial und kulturell engagierter Menschen.
Inwieweit Radikalisierungen voranschreiten und ausgebaut werden können, hängt von dem Widerstand dagegen ab. Dieser Widerstand kommt bei Fußballfangemeinschaften kaum von innen. Es ist die Staatsmacht, die dies stetig verhindert.
Das ist einfach auch historisch falsch. Gerade auch die englischen Fußballvereine entstanden nicht auf staatliche Anordnung von oben, sondern von der Basis her durch engagierte Christen und in Bildungseinrichtungen.
Eine WDR-Dokumentation aus dem Jahr 1997 beschreibt, wie Dortmund-Fans ihre Liebe zum Klub wie eine Religion leben, in der gezeigt wird, wie BVB-Anhänger Rituale, emotionale Bindung und Verehrung des Vereins in religiöser Weise ausleben. In dieser Doku sagen Fans unter anderem „Borussia ist eine Religion für mich“ und zeigen Rituale rund um den Spieltag, Gebete, Fan-Devotionalien und die starke emotionale Identifikation mit dem Verein – vergleichbar mit religiösen Praktiken.
Ja – wie gesagt betrachte ich Fußballvereine als einen evolutionären und dynamischen Aspekt von Zivilreligionen. Und idealerweise vernetzen und verbinden sie sich auch mit klugen und mitfühlenden Geistlichen der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Bei den Besuchen von Maccabi Tel Aviv in Stuttgart und Freiburg spielten beispielsweise unsere Landes-Polizeirabbiner eine jeweils positive Rolle.
Und beim Spiel in Stuttgart machte ich auch ein Foto mit dem Stuttgarter Stadtrabbiner Yehuda Pushkin:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/MichaelBlumeStadtrabbinerJehudaPushkinVfBStuttgartMakkabiTelAviv.jpeg
Vielleicht stehen Sie meinem politik- und religionswissenschaftlichen Ansatz ja skeptisch oder gar ablehnend gegenüber. Also habe ich Felo.ai einmal für Sie ergebnisoffen gepromptet: Bitte schildere, wie der Fußball im Großbritannien auch in der Ausdifferenzierung mit Rugby entstand.
Hier ist die Antwort:
## Die Entstehung des Fußballs in Großbritannien und seine Abgrenzung vom Rugby
Die Geschichte des modernen Fußballs und des Rugby ist eng miteinander verwoben und beginnt im England des 19. Jahrhunderts. Beide Sportarten entwickelten sich aus denselben chaotischen Vorläuferspielen und trennten sich erst allmählich durch die Festlegung unterschiedlicher Regelwerke.
### Gemeinsame Wurzeln im mittelalterlichen England
Bereits im Mittelalter existierten in England wilde, unregulierte Ballspiele, die als “Folk Football” bekannt waren[1][2]. Diese Spiele fanden zwischen rivalisierenden Dörfern oder Stadtvierteln statt, hatten keine festen Regeln und glichen oft Massenprügeleien[1][9]. Hunderte Teilnehmer kämpften mit aufgeblasenen Tierblasen über weite Strecken, ohne Schiedsrichter oder Zeitbegrenzung[2]. Die englische Obrigkeit versuchte wiederholt, diese gewalttätigen Spiele zu verbieten[9].
Ein besonders bekanntes Beispiel ist der “Shrovetide Football” in Ashbourne, der noch heute jährlich am Faschingsdienstag und Aschermittwoch ausgetragen wird[9]. Bei diesem Spiel sind die Tore fünf Kilometer voneinander entfernt, und der Ball – eine vier Kilogramm schwere, mit Kork gefüllte Kugel – wird eher getragen als getreten[9]. Dieser Shrovetide Football steht damit in der Tradition sowohl des modernen Rugbys als auch des modernen Fußballs[9].
### Die Entwicklung einheitlicher Regeln
Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte man in England die positiven Eigenschaften von Teamsport und führte verpflichtenden Schulsport an Bildungseinrichtungen ein[9]. Verschiedene Schulen und Universitäten entwickelten jedoch unterschiedliche Regelwerke:
**1845** veröffentlichte die Rugby School die ersten schriftlichen Fußballregeln der Moderne, die mit zahlreichen Modifikationen noch heute im Rugby gespielt werden[1].
**1848** verfassten Studenten der Universität Cambridge die ersten schulübergreifenden Fußballregeln, die sogenannten “Cambridge Rules”[1][9]. Diese sollten überregionale Spiele ermöglichen und legten fest, dass eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern bestand[1].
### Die entscheidende Trennung im Jahr 1863
Der Wendepunkt kam **1863** mit der Gründung der Football Association (FA) in London – dem ersten nationalen Fußballverband der Welt[1][8]. Die FA beschloss ein umfassendes Regelwerk mit 14 Absätzen, das auf den Cambridge Rules basierte[1]. Fundamental wurde verankert: das Spielen mit dem Fuß und das ausschließliche Treten nach dem Ball[1].
**1871** erfolgte die endgültige Trennung: Die FA verbot allen Feldspielern das Handspiel (zuvor war der sogenannte “Fair Catch” erlaubt), nur der Torwart durfte den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand spielen[1]. Diese Regeländerung führte dazu, dass einige Vereine aus dem Verband austraten und die **Rugby Football Union** gründeten[1][38].
Eine Schlüsselfigur dieser Entwicklung war Ebenezer Cobb Morley, der nicht nur den Londoner Club Barnes aufbaute, sondern maßgeblich an der Gründung der FA beteiligt war[9]. Er vertrat die Ansicht, dass “Hacking” – den Gegner vor das Schienbein zu treten – verboten werden sollte, und legte damit einen Grundstein für Fairness im Fußball[9].
### Weitere Entwicklung beider Sportarten
Nach der Trennung entwickelten sich beide Sportarten eigenständig weiter:
**1872** fand das erste offizielle Fußball-Länderspiel zwischen Schottland und England in Glasgow statt (Endstand 0:0)[1][11].
**1871** wurde auch das erste Rugby-Länderspiel zwischen Schottland und England in Edinburgh ausgetragen[38][39].
Die Ausdifferenzierung setzte sich fort: Während Fußball zunehmend als Arbeitersport galt, wurde Rugby eher mit der Oberschicht assoziiert[30]. **1888** wurde die erste Fußballliga in England gegründet, erster Meister war Preston North End[1]. Rugby entwickelte sich parallel mit eigenen Wettbewerben und Regeln.
Die Legende, dass Rugby 1823 von William Webb Ellis erfunden wurde, als er während eines Fußballspiels an der Rugby School den Ball in die Hand nahm und über die Torlinie lief[3][34], ist historisch umstritten, verdeutlicht aber die enge Verbindung beider Sportarten in ihrer Entstehungsphase.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Fu%C3%9Fballs
[2] https://www.historyfiles.co.uk/support/historyES241-Medieval-Games-to-the-Premier-League.htm
[3] https://www.olympics.com/de/sportarten/7er-rugby/
[4] https://privatetoursengland.com/blog/english-football-history
[5] https://thepfsa.co.uk/de/football-history/
[6] https://archive.org/details/kickingscreaming0000tayl
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball_in_England
[8] https://www.deutschlandfunk.de/fussball-in-grossbritannien-ein-staat-vier-nationalteams-100.html
[9] https://www.owayo.de/magazin/die-geschichte-des-fussballs-de.htm?srsltid=AfmBOoqiH7ofYXLw0YLiiF5Q4YLyPKxX6TpnpGqBuQr6vzQ7qCpuJlvX
[10] https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_football_in_England
[11] https://www.watson.ch/sport/unvergessen/896922102-das-erste-laenderspiel-der-fussball-geschichte-endet-1872-mit-einem-0-0
[12] https://www.facebook.com/groups/1210219292412012/posts/8334073303359873/
[13] https://www.football-aktuell.de/cgi-bin/news.pl?basics=3&part=6
[14] https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-fussball-laenderspiel-100.html
[15] https://www.theupcoming.co.uk/2020/03/13/football-vs-rugby-key-similarities-and-differences/
[16] https://nachspielzeiten.de/mythos-entlarvt-wales-1811/
[17] https://en.wikipedia.org/wiki/Football_in_England
[18] https://www.reddit.com/r/rugbyunion/comments/1729xfs/interest_in_rugby_compared_to_other_sports_in/?tl=de
[19] https://de.wikipedia.org/wiki/Rugby_Union_in_England
[20] https://usa.rhinorugby.com/blogs/news/history-of-rugby-from-its-origins?srsltid=AfmBOor7iigrkdfbXLjMCWSClQiGsYnvwtgJBbNergI3JTjSBR30quyl
[21] https://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_association_football_and_rugby_union
[22] https://www.gold.ac.uk/news/comment-the-history-of-football/
[23] https://www.keithprowse.co.uk/news-and-blog/2018/08/31/rugby-vs-american-football/
[24] https://ussporthistory.com/2016/10/03/the-long-history-of-american-football-in-the-uk/
[25] https://www.harrodsport.com/advice-and-guides/the-difference-between-rugby-american-football
[26] https://exiles.dk/history-of-rugby
[27] https://www.euro2004.com/rugby-vs-football-similarities-and-differences/
[28] https://www.amos-business-school.eu/en/article/the-differences-between-rugby-and-american-football/
[29] https://www.keithprowse.co.uk/news-and-blog/2023/11/15/the-history-of-rugby/
[30] https://globalacademy.com/is-football-or-rugby-divided-by-class/
[31] https://www.rugbyleagueoralhistory.co.uk/history-of-rugby-in-the-uk/
[32] https://www.quora.com/What-are-the-main-differences-between-American-Football-and-Rugby-When-did-they-first-emerge-in-England
[33] https://www.rulesofsport.com/faq/what-s-the-difference-between-american-football-and-rugby.html
[34] https://hanazono-rugby-hos.com/museum-en/origins/
[35] https://allearssite.wordpress.com/2018/02/06/rugby-vs-football-a-class-issue/
[36] https://www.world.rugby/the-game/beginners-guide/history?lang=en
[37] https://www.planetrugby.de/rugby-laender/rugby-england
[38] https://www.sueddeutsche.de/sport/rugby-wm-historie-geschichte-1.4662382
[39] https://de.wikipedia.org/wiki/Rugby_Union
[40] https://www.england.de/grossbritannien/english-rugby
[41] https://nrld.de/rugby-league-welt/geschichte/
[42] http://www.totalrugby.de/content/view/10997/169/
[43] https://www.historic-uk.com/CultureUK/History-of-Rugby-Football/
[44] https://www.english-heritage.org.uk/visit/inspire-me/the-history-of-football-in-england/
[45] https://historiana.eu/partners/european-association-of-history-educators/a-little-history-of-football-the-beginnings
[46] https://efl.com/about-the-efl/history/
[47] https://www.sport1.de/news/us-sport/nfl/wissen/rugby-vs-football
[48] https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_rugby_union
[49] https://www.britannica.com/sports/rugby
[50] https://www.rugbyfootballhistory.com/timeline1880s.htm
[51] https://en.wikipedia.org/wiki/Rugby_union_in_the_British_Isles
@Realo 30.01. 13:37
„Den Überschuss an Gütern könnte man mit „passender KI“ und selektiv zugeteilten „Gutscheinen“ optimal verteilen….“
Da würde ich mich lieber nicht auf die Gnade von Konzernen verlassen. Wenn wirklich die Arbeitsplätze knapp werden, dann brauchen wir Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftsteuern. Schließlich sind KI und Roboter finanztechnisch gesehen Kapital, das Ertrag abwirft. Wenn das dann nicht hinreichend abgeschöpft wird, dann geht die Weltwirtschaft komplett baden. Meine ich jetzt.
Und der Kapitalismus würde tatsächlich als ein Auto ohne Bremsen komplett vor die Wand fahren.
„Damit waren die Russen praktisch auch von ihrem Hafen vertrieben und die kriegerische Eskalation vorgezeichnet. Abgesehen davon, dass auch die Russen in der Ostukraine ihre Unabhängigkeit von der Ukraine wollten, wie umgekehrt die Ukrainer auch die Unabhängigkeit von Russland erreicht haben…. „
Selbstverständlich hat doch die Nato überhaupt nicht auf die Besetzung der Krim und dem Donbass reagiert. Wir hatten verstanden, dass das seine Berechtigung hat. Wir haben sogar noch die Nordstreampipeline gebaut. Offenbar hat das dann Putin wohl ziemlich falsch verstanden. Und unser Verständnis als Schwäche gewertet, und dachte, dann kann ich mir auch den Rest der Ukraine holen. Dann ging der Krieg ja erst in diese zweite Runde. Und Putin hat jetzt 4 Jahre Krieg geführt, und kommt da anscheinend einfach nicht mehr von runter.
Wie ein Zocker, der seinen Verlust nicht eingestehen kann, und deswegen alles auf eine Karte setzt, um doch noch alles wieder zurückzugewinnen.
„Putins Bedrohungsnarrativ bestätigt ein Blick auf die jeweils aktuellen Landkarten. Die Nato rückt den Russischen „Bodenschätzen“ immer näher, es ist nur die Frage wenn sie endgültig „zuschnappt“….“
Das ist doch Unsinn. Russland hat genug Atombomben, und ist damit unangreifbar. Und selbst ohne russische Atombomben wäre ein Feldzug zu den russischen Bodenschätzen ein riesiges Minusgeschäft. Öl und Gas läuft doch sowieso aus, und den Rest kann man billiger von Russland einfach kaufen, ohne Billionen für einen Krieg auszugeben.
„Bei Verhandlungen die „Eroberungsinstinkte“ betreffen, dürfte es sich nicht anders verhalten.“
In der Tat scheint es wohl „Eroberungsinstinkte“ zu geben. Besser man macht sich diese bewusst. Das könnte gerade Putin betreffen. Aber auch wir selber, bzw. die USA. So war etwa der 2. Irakkrieg komplett unbegründet. Es war nicht schade um Shaddam Hussein, aber mit dem 11. September hatte er ja nun wirklich rein gar nichts mit zu tun.
Außer, dass er auch Moslem war. Und seitdem lebt man dort im Bürgerkrieg. Inclusive der Übergriffe auf die Jeziden.
Vielen Dabk, @Tobias 🙏 – das bringt es nach meiner Einschätzung auf den Punkt!
“Da würde ich mich lieber nicht auf die Gnade von Konzernen verlassen. Wenn wirklich die Arbeitsplätze knapp werden, dann brauchen wir Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftsteuern. Schließlich sind KI und Roboter finanztechnisch gesehen Kapital, das Ertrag abwirft. Wenn das dann nicht hinreichend abgeschöpft wird, dann geht die Weltwirtschaft komplett baden. Meine ich jetzt.“
Wenn wenige Konzernbosse eine Super-KI kontrollieren würden, würden sie die Erträge doch nicht teilen – sondern so viel wie möglich für sich behalten und Unzufriedene etwa mit KI-Slop abspeisen. Schon jetzt fordert Elon Musk Menschen auf, nicht mehr für das Alter zu sparen – während er selbst immer wieder Menschen ausgebeutet und „gefeuert“, als Hitlergrüßer auch die Marke Tesla ruiniert hat.
Deswegen sage ich es immer und immer wieder: Lasst uns gegenüber KI das Prinzip der Gewaltenteilung nicht aufgeben! Nutzt Du 20 dezentrale FOSS-KI-Anwendungen, dann behältst Du die Kontrolle. Gibst Du aber alle Deine Daten an eine Konzern-KI, dann wird sie Dich kontrollieren…
Noch einmal lieben Dank für Deinen starken Druko, @Tobias! 🙏🙌
@Dirk Freyling 30.01. 21:59
„Dieser Widerstand kommt bei Fußballfangemeinschaften kaum von innen. Es ist die Staatsmacht, die dies stetig verhindert.“
Gewalttätig sind hier eigentlich nur die Hooligans, die den Sport als Bühne für ihren eigene Prügelsport nutzen. Die Polizei versucht hier Vieles, ohne soo viel Erfolg, und öfter nehmen die Hooligens das Angebot an, und prügeln sich mit der Polizei.
„In dieser Doku sagen Fans unter anderem „Borussia ist eine Religion für mich“ und zeigen Rituale rund um den Spieltag, Gebete, Fan-Devotionalien und die starke emotionale Identifikation mit dem Verein – vergleichbar mit religiösen Praktiken.“
Das ist schon verrückt, aber ich lebe hier mitten in Dortmund, und mir ist das echt sympathisch. Das macht doch die ganze Stadt lebenswerter, wenn hier feiernde Horden in Schwarzgelb sich in Richtung Stadion aufmachen. So geht Kultur, so geht Mimesis, auch ganz spielerische, und es ist Leben. Mit dem Herzen bin ich dann immer mit bei den Fans, auch wenn ich selber nicht ins Stadion gehe.
Keinen Respekt vor anderen Vereinen ist was völlig Anderes.
@ Tobias Jeckenburger 31.01.2026, 00:51 Uhr
Zitat: „Wenn wirklich die Arbeitsplätze knapp werden, dann brauchen wir Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftsteuern. Schließlich sind KI und Roboter finanztechnisch gesehen Kapital, das Ertrag abwirft.“
Die meisten Unternehmer sind besser als ihr Ruf. (Das sage ich als eher linker Liberaler). Sie sorgen dafür dass die Regale in den Geschäften voll sind, sie schaffen viele Arbeitsplätze, zahlen viele Steuern und müssen jeden Tag am Markt ihre „Prüfung bestehen“.
Besonders sorgt mich, wenn sie besonders „fleißig“ sind, besonders viele, oder besonders hochwertige Güter auf den Markt werfen, dann können die Preise verfallen, sie können ihr Personal und ihre Kosten nicht mehr begleichen, gehen in den Konkurs und auch noch in den Knast.
Ein Beispiel der Benko: Wäre er 2015 in Pension gegangen, hätte seine Geschäfte eingestellt, wäre er jetzt der reichste Pensionist der Welt. Seine sehr begehrten Bauten, z.B. sehr gerne auch vom „normalen Volk“ besuchte Luxuskaufhäuser, waren plötzlich wertlos, weil die Kunden wegen Corona ausgesperrt wurden. Dazu kamen extreme Zinssteigerungen, der Krieg in der Ukraine, eine „Verarmung“ der Kunden wegen der Inflation. Jetzt sitzt er im Knast und warte auf seine „10 Jahre Knast“. Einfach Pech gehabt.
Ein anderer, wirklich hoch krimineller Typ, hat von Anfang an, prinzipiell alle beschissen, Banken, andere Unternehmen und natürlich den Staat. Der Schaden betrug mehrere Millionen Euro. Bei den Ermittlern hat er bestens „gestanden“ um einen „Rabatt“ auf die 10 Jahre zu bekommen….
Kapitalertrags-, Vermögens-, Roboter-, KI- und Erbschaftsteuern die Unternehmer zahlen müssen, müssen auf die Preise umgelegt werden die Kunden begleichen und letztlich auch vom Personal erwirtschaftet werden. Müssten viele Vermögen verkauft werden, verfallen die Vermögenswerte und die ganze Wirtschaft wird instabil weil die Kredite nicht mehr durch die Vermögen besichert sind….
Die Nato hat tatsächlich nicht mit direkten Angriffen reagiert, das Kämpfen hat man gerne den Ukrainern überlassen….
Die NATO war „schlau“ (bei der Osterweiterung), hat sogar abgerüstet. Bestimmte Staaten (und passende „Marionetten“) wurden einfach mit Krediten geködert. Es wurde erreicht, dass sie den Russen „abspenstig“ wurden. Eigentlich eine tolle Leistung. Nur die Russen haben „die Angelegenheit“ im letzten Moment und gewaltsam gestoppt. Der „Katzenjammer“ bei den Kapitalanlegern ist groß. Letztlich gilt: „Außer Spesen nichts gewesen“….
Würde Putin auf die ganze Ukraine bestehen, nicht nur auf den Schwarzmeerzugang und die „Russengebiete“ im Osten, wäre Odessa längst ein Trümmerhaufen, die Grenzen Richtung Polen abgeriegelt…. im Osten hätten es die Russen „leichter gehabt“.
Zitat: „Und selbst ohne russische Atombomben wäre ein Feldzug zu den russischen Bodenschätzen ein riesiges Minusgeschäft. Öl und Gas läuft doch sowieso aus, und den Rest kann man billiger von Russland einfach kaufen, ohne Billionen für einen Krieg auszugeben.“
Vom Westen werden immer noch „Millionen“ Richtung Osten transferiert. Das lässt vermuten, das man nicht wirklich an ein Ende von Öl und Gas glaubt.
Die vermutlich von Instinkten gesteuerten Eroberungszüge (Napoleon, Hitler) verliefen vom Meer Richtung Festland…
Der 2. Irakkrieg war einfach blutige Rache für den 11. September. Viele Moslems sind vor Freude „ausgeflippt“, habe sich am Elend der in den Trümmern herumirrenden und der toten Amerikaner „ergötzt“ und Bin Laden zugejubelt…..
Ein Iraker meinte übrigens, der Irak wurde ausgewählt, weil er viel Erdöl hat, hätte er nur „Sauerkraut“, gäbe es den Krieg nicht…..
@Realo 31.01. 14:15
„Kapitalertrags-, Vermögens-, Roboter-, KI- und Erbschaftsteuern die Unternehmer zahlen müssen, müssen auf die Preise umgelegt werden die Kunden begleichen und letztlich auch vom Personal erwirtschaftet werden.“
Die Produktivität ist doch dann viel höher, dann kann das doch passen, wenn weniger gearbeitet wird. Die Steuern fallen dann weniger direkt beim immer noch benötigten Personal an, sondern bei den erzielten Gewinnen durch den Einsatz von KI und Robotern. Das macht doch den Unterschied.
Und anders geht es doch nicht. Wenn sich Massenarbeitslosigkeit ergibt, und der Staat nicht mehr das Arbeitslosengeld aufwenden kann, dann bricht auch die Nachfrage nachhaltig ein und eine Abwärtsspirale kommt in Gang, die die gesamte Weltwirtschaft nachhaltig vor die Wand fährt.
„Das lässt vermuten, das man nicht wirklich an ein Ende von Öl und Gas glaubt.“
Wer da jetzt was glaubt, mag die aktuellen Spekulationen der Rohstoffmärkte beeinflussen. Wenn sich die erneuerbaren Energien durchsetzten, weil sie konkurrenzfähig werden, dann schrumpft das Öl- und Gasgeschäft zunehmend, und die erzielbaren Preise sinken immer weiter bis die Umsätze irgendwann kaum noch eine Rolle spielen.
@ Tobias Jeckenburger 01.02.2026, 14:19 Uhr
Zitat: „Die Produktivität ist doch dann viel höher, dann kann das doch passen, wenn weniger gearbeitet wird. Die Steuern fallen dann weniger direkt beim immer noch benötigten Personal an, sondern bei den erzielten Gewinnen durch den Einsatz von KI und Robotern. Das macht doch den Unterschied.“
Auf jedem Fall fallen höhere Steuern an, davon sind wir ausgegangen. Die Vorschreibungen „trudeln“ bei den Unternehmern ein und sie müssen zahlen…..
Möglichkeit 1: Wegen der hohen Produktivität entlassen sie kurzerhand Personal und das eingesparte Geld überweisen sie der Steuer….
Möglichkeit 2: Die Kunden müssen zahlen, alles wird teurer….
Möglichkeit 3: Die Unternehmer verkaufen ihr Vermögen und zahlen die Steuern. Wenn das alle tun müssen, verfallen die Vermögen. Vermögen sind „Speicher“ dienen oft zur Deckung von Krediten die z.B. zur Anschaffung von Maschinen, oder zur Vorfinanzierung von Aufträgen gebraucht werden.
Alle 3 Möglichkeiten vergrößern nur das Chaos….
Zitat: „Wenn sich Massenarbeitslosigkeit ergibt, und der Staat nicht mehr das Arbeitslosengeld aufwenden kann, dann bricht auch die Nachfrage nachhaltig ein und eine Abwärtsspirale kommt in Gang, die die gesamte Weltwirtschaft nachhaltig vor die Wand fährt.“
Genau so war es ungefähr 1929. Aus Erzählungen hat es sich ungefähr wie nachstehend verhalten: Die Inflation war extrem hoch. Der Staat hat einfach Geld gedruckt. Viele Tausende Kronen wurden als Lohn ausgezahlt, eine Woche später, bekam man etwas Brot dafür…. Solche, inzwischen wertlose Geldscheine habe ich selber noch gefunden.
Ein Bekannter hatte eine Fixanstellung als Bautrupparbeiter. Das hat sich herumgesprochen und an einem Tag hat seine Frau 30 Bettler gezählt, die vor der Türe standen und um etwas Essen gebettelt haben.
So ungefähr beim 10 Bettler war das letzte Stück Brot, der letzte Apfel hergegeben. (Er stammte vom Land und konnte sich etwas Lebensmittel beschaffen und mit dem Fahrrad in die Stadt bringen). Die Arbeitslosen bekamen einen Rayon zugewiesen, wo sie betteln durften…..
Später, nach dem Krieg, gab es „Lebensmittelkarten“ die eine Rationierung der Lebensmittel ermöglichten. Die waren übrigens das Vorbild für meine „Schwurbeleien“….. Neu ist nur die Idee, auch den Überschuss, ähnlich wie den Mangel, zu verwalten, nur halt ganz modern mit KI….
@Realo 01.02. 15:37
„Möglichkeit 1: Wegen der hohen Produktivität entlassen sie kurzerhand Personal und das eingesparte Geld überweisen sie der Steuer…“
Entlassen wird doch sowieso, wenn die Produktivität steigt. Aber auch woanders neue Produkte verkauft. Nebenbei steigen auch die Steuern, aber nur ganz nach und nach.
„Möglichkeit 2: Die Kunden müssen zahlen, alles wird teurer….“
Gleichzeitig wird doch vieles billiger bei steigender Produktivität insbesondere durch KI und Universalroboter. Der Wohlstand kann gleich bleiben, und sogar mehr Menschen in den heute armen Ländern erreichen. Was ja wiederum den Umsatz fördert, und ausgleichend wirken kann.
„Möglichkeit 3: Die Unternehmer verkaufen ihr Vermögen und zahlen die Steuern. Wenn das alle tun müssen, verfallen die Vermögen. Vermögen sind „Speicher“ dienen oft zur Deckung von Krediten die z.B. zur Anschaffung von Maschinen, oder zur Vorfinanzierung von Aufträgen gebraucht werden. „
Die Unternehmen werden doch weiterhin ihr Geld verdienen, und natürlich nicht schließen. Und das Kapital behält auch seinen Wert dabei und muss nur ein wenig mehr Steuern abzwacken.
Man wird aber mit weniger Arbeitszeiten auskommen können, und genau das wäre das eigentliche Ziel dabei, dass man das geordnet hinbekommt. Ohne Chaos und Weltwirtschaftseinbruch.
„Neu ist nur die Idee, auch den Überschuss, ähnlich wie den Mangel, zu verwalten, nur halt ganz modern mit KI…“
Wenn wir darauf setzten, dass Unternehmen einen Teil ihrer Produktion aus freien Stücken verschenken, wäre das wohl ziemlich optimistisch. Das wäre klar auch eine Lösung, aber wer wird das denn machen?
Zumal die Wirkung auf die Unternehmen dann genau dieselbe wäre, wenn eben der Einsatz von KI und Robotern mehr besteuert würde. Nur wird dann eben tatsächlich gezahlt, und nicht nur auf allgemeinen Altruismus gehofft.
@Realo 01.02. 15:37
Das Konsumniveau in Europa dürfte recht gesättigt sein. Wirtschaftliche Aussichten dürften sich derzeit und für die nächsten Jahre und Jahrzehnte in den jetzt noch armen Ländern ergeben. Eine billige und verlässliche Stromversorgungen zusammen mit einer KI-Bildungsoffensive kann dort florierende Verhältnisse zur Folge haben.
Mit durchaus auch Perspektiven für die schon jetzt reichen Länder allerhand dorthin exportieren zu können. Das würde der Nachfrageschwäche durch unsere Demografie entgegenwirken, und dieses deutlich abmildern können.
Soweit es dann doch weniger gearbeitet werden kann, kann das dann wiederum mehr eigenen Nachwuchs zur Folge haben. Weil man einfach endlich wieder mal richtig Zeit dafür hat. Was dann ja wieder Umsatz- und Wachstumsmöglichkeiten eröffnen kann, die dem Umbau zu nachhaltiger Wirtschaftsweise mehr Zeit gibt.
@ Tobias Jeckenburger 01.02.2026, 16:55 Uhr
Zitat: „Und das Kapital behält auch seinen Wert dabei und muss nur ein wenig mehr Steuern abzwacken.“
Das Vermögen besteht z.B. aus 10 000 Filialgeschäften, oder 100 Tonnen Zahnpasta….. Der Staat will aber Geld sehen, als Steuern. Daher muss sie der Steuerpflichtige billig verkaufen. Aldi, Lidl, Rewe …. müssten verkaufen um die Steuern aufzubringen.
Die Mitbewerber würden nicht kaufen, weil sie selber verkaufen müssen. Wer sonst kauft sich schon eine Aldi Filiale, wenn er nichts damit anfangen kann????
Zitat: „Wenn wir darauf setzten, dass Unternehmen einen Teil ihrer Produktion aus freien Stücken verschenken, wäre das wohl ziemlich optimistisch. Das wäre klar auch eine Lösung, aber wer wird das denn machen?“
Früher haben die Läden ihre unverkauften Lebensmittel einfach vernichtet, weil sie befürchtet haben, die Kunden könnten sie sich gratis holen und kaufen nicht mehr, dann müssten sie noch mehr „verschenken“ und der Umsatz wird kleiner, bis der Laden womöglich eingeht….
Jetzt liefern sie die Waren gratis an Tafeln, wo Wohlhabende keinen Zugang haben. Arme Leute bekommen gesundes Essen. Außerdem verkaufen sie die übrig gebliebenen Waren am Samstag kurz vor dem Zusperren als „Superschnäppchen“….
Mit „Schnäppchen und Superschnäppchen“ arbeiten auch z.B. Autohändler die die Überproduktion verhökern wollen. Sie sind keine „Altruisten“ aber mitunter außerordentlich phantasievoll, „Schnäppchen“ los zu werden…
Ein Verkäufer hat einen „passenden“ Kunden angeboten, in der Autofirma nebenbei als Autowäscher zu jobben, dadurch konnte der sich sein Traumauto gerade noch leisten…. Auch von „Gegengeschäften“ habe ich gehört. Ein Weinhändler hat seinen Lieferwagen mit vielen Flaschen Wein für die Autofirma finanziert….
KI könnte noch erfolgreicher sein als Verkäufer…..
@Realo 02.02. 10:16
„Aldi, Lidl, Rewe …. müssten verkaufen um die Steuern aufzubringen.“
Kapitalertragssteuern fallen auf Unternehmensgewinne an. Das ist bares Geld, wovon ein Teil als Steuern gezahlt werden kann. Vermögen von Privatpersonen liegen meistens liquide vor, und davon können auch Steuern bezahlt werden. Auch Erbschaftssteuern können meistens gezahlt werden. Nur wenn ein Betrieb vererbt wird, der sowieso knapp bei Kasse ist, wird es schwieriger. Dann kann man aber die Erbschaftssteuer auf 20 Jahre verteilen, das dürfte meistens helfen.
Ich sehe das nicht ein, dass die meisten Steuern und Abgaben auf Arbeitseinkommen gezahlt werden müssen. Das sollte besser anders gehen. Insbesondere wenn auch noch die Arbeitszeiten weniger werden und immer mehr KI und Roboter die Arbeit machen.
Die Idee hinter den Tafeln ist so verkehrt nicht. Wenn man das auf manches Andere ausweiten könnte, wäre das auch hilfreich. Hier in Dortmund gibt es die Bücherschränke, da kann man Bücher zum Verschenken reinstellen und sich welche zum Lesen mitnehmen. Eine Tiertafel gibt es auch noch.
Ein nachdenklicher Kommentar von Richard C. Schneider zum Holocaust-Gedenktag im Spiegel
https://archive.is/ROV6A
Vielen Dank, @RPGNo1 – ich kenne Richard gut und schätze gerade auch seine scharfsinnigen Texte sehr! 🙌
Aktuell eskaliert ja die Situation um den antisemitische Verschwörungsmythen verbreitenden Elon Musk sehr, gegen dessen von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus geprägtes X ich ja sogar gemeinsam mit HateAid vor Gericht zog.
Im Kampf gegen Antisemitismus & also auch feindselig externalisierenden Dualismus mache ich immer & immer wieder eine Beobachtung:
Was diese Leute anderen vorwerfen, das tun sie sehr regelmäßig selbst.
“Elon Musks Tochter Vivian Jenna Wilson hat in einem Post im sozialen Netzwerk Threads bestätigt, dass eine Mail, die Elon Musk an Jeffrey Epstein geschrieben haben soll, echt ist.”
https://sueden.social/@BlumeEvolution/116006587347756751
Auch die Trumps, europäische Royals und generell Superreiche kommen immer öfter in den Epstein-Files vor. Jüdische, christliche, islamische und weitere Religionsgemeinschaften, der Mossad, Feministinnen, Ökologen und generell Ärmere sind dagegen kaum – oder nur als Opfer – zu finden. Deswegen sind die rechten und religiösen Verschwörungsschwurbler nicht nur in den USA auch derzeit sehr, sehr leise…