Fossilismus versus Demokratie auch im Iran. Folgen auf den Tod von Ali Chamenei nun Frieden & Freiheit?

Weil sich Tyrannophile sogar in Drukos auf meinem Blog bisweilen um die Rechtfertigung von massenmörderischen und oft antisemitischen Tyrannen bemühen: Ich freue mich über den Sturz jedes fossilen Diktators wie Muammar al-Gaddafi (Libyen), Nicolás Maduro (Venezuela)Baschar al-Assad (Syrien) und gestern endlich Ali Chamenei (Iran), würde auch gerne das baldige Ende des Regimes von Wladimir Putin (Russland) sehen. Schon 2019 warnte ich in “Vom Ölfluch und Antisemitismus” auf Basis der politikwissenschaftlichen Rentierstaatstheorie vor der fossilen Weiterfinanzierung genau dieser fossilen Diktaturen, ihrer Armeen, Milizen (Wagner, “Revolutionsgarden”) und Terrorgruppen.

Im Artikel "Vom Ölfluch und Antisemitismus" warnte Dr. Michael Blume bereits am 27. Juli 2019 vor der fossilen Finanzierung der Regime von Russland und Iran. Auf dem Foto abgebildet sind Wladimir Putin links und Ali Chamenei rechts im Gespräch.

Sogar noch auf Twitter – inzwischen nur noch X – lud ich schon vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine immer wieder zu Dialogen über die Gefahren fossiler Gewaltenergien, hier mit einem Doppelbild der fossilen Diktatoren Putin (Russland) & Chamenei (Iran). Screenshot: Michael Blume

Entsprechend verstand und teilte ich auch die Freude von Berlinerinnen und Berlinern iranischer, deutscher, israelischer Herkunft, über die Sarah Maria Sander gestern live berichtete. Schließlich hatte das iranische Regime noch in den letzten Wochen wieder Tausende für Demokratie, Frieden und gegen Korruption Protestierende massakriert, um sich mit Gewalt noch eine Weile an der Macht zu halten! Wem dazu nicht mehr einfällt als die selbstgerechte Belehrung, der Militärschlag durch die USA und Israel gegen das mörderische Regime widerspreche dem “Völkerrecht”, stellt die zunehmend brüchigen Nationalstaaten über deren Bindung an die allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Es gibt kein Recht für Regierungen – und schon gar nicht für fossile Diktaturen – zu Unterdrückung und Gewalt, Krieg und Terror.

Gleichwohl lehren uns die gleiche, politikwissenschaftliche Rentierstaatstheorie, die historische Beobachtung und zusammengefasst die Erkenntnisse zum Fossilismus, dass die Entfernung einzelner Zentralfiguren von der Macht noch lange keinen Übergang zu rechtsstaatlichen Demokratien, Freiheit und Frieden garantiert.

Denn die fossile Finanzierung der autoritären, antisemitischen und gewaltbereiten Truppen geht ja nahezu ungebremst weiter und in Venezuela hat Donald Trump dem korrupten mörderischen Ölregime sogar direkte “fossile Deals” angeboten. Und im Iran setzen die fossil finanzierten und also korrupten Milizen der sog. “Revolutionsgarden” die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung, gegen die arabischen Nachbarschaft und gegen die Republik Israel fort.

Im Mastodon-Post vom 2. Juli 2025 warnte Dr. Michael Blume vor der bis nach Deutschland reichenden Macht der fossil finanzierten Revolutionsgarden des fossilen Regimes im Iran.

Bereits im Sommer 2025 warnte ich auch hier auf dem Wissenschaftsblog erneut und dringend vor der weiteren, fossilen Finanzierung der iranischen “Revolutionsgarde” und plädierte für deren Einstufung als internationale Terrororganisation. Screenshot: Michael Blume

Zu den externalisierten Sicherheitskosten kommen zudem die ebenfalls zunehmenden Mitwelt-Kosten durch Verbrennung, Verschmutzung und Emissionen etwa von CO2 und Methan in die globale Atmosphäre unseres Planeten. Die Eskalation der Klimakrise durch Treibhausgase zerstört schon jetzt die Wasserkreisläufe besonders schnell im eurasischen Gürtel, der Wiege vieler Hochkulturen und aller (!) heutigen Weltreligionen.

Schon jetzt ist fraglich, ob Teheran auf Dauer bewohnbar bleiben kann – und die gleichen Fragen werden sich zunehmend für immer mehr Städte und Regionen des Nahen und Mittleren Ostens stellen. Was für ein fossiler Wahnsinn: Viele Gebiete, um die heute noch kriegerisch gekämpft wird, werden sich in naher Zukunft als unbewohnbar erweisen.

Darstellung einer Weltkarte mit den durch zweiseitigen Pfeile angezeigten Ausrichtungen der Kontinente entlag der Nord-Süd- bzw. nur im eurasischen Gürten West-Ost-Achse. Als Titel steht darüber: "Kulturelle Evolution & Klimazonen"

Entlang der eurasischen Achse und noch einmal verstärkt durch das Mittelmeer entfaltete sich die kulturelle Evolution der Menschheit seit dem Übergang zur Landwirtschaft besonders schnell. Doch gerade diese Regionen drohen durch die Klima- als Wasserkrise immer schwerer bewirtschafts- und bewohnbar zu werden. Grafik: Michael Blume für einen Tagungsband zur Bronzezeit (2012)

Auch Europäische Union von steigenden Öl- und Gaspreisen betroffen

Als Kernirrtum des Fossilismus gelte dabei die auch wirtschaftlich falsche Annahme, Erdöl und Erdgas seien “billig. Denn eigentlich werden dabei die Kosten für die Mitwelt (Verbrennung, Verschmutzung, Treibhausgase) und für die Mitmenschen (Betroffene fossiler Regime, Kriege und Terrorgruppen) dabei nicht wirklich “gespart”, sondern nur global und in die Zukunft externalisiert – also abgespalten und verleugnet, bis sie umso brutaler zurückkehren.

Kleine Teile der “fossilen Rechnung” sehen wir einerseits in der schnellen Zunahme der Klimakatastrophe etwa durch Flüchtlingsbewegungen über das Mittelmeer und die Verwüstung von Sizilien, andererseits in aktuell wieder steigenden Öl- und Gaspreisen aufgrund der Kriegshandlungen und der Seeblockaden der Straße von Hormus. Und die steigenden Preise für fossile Rohstoffe und auch für trinkbares Wasser, Schokolade, Kaffee usw. werden dann wiederum zu Inflation. Nicht erst irgendwann, sondern auch schon heute zahlen immer mehr Menschen immer mehr für ihre Abhängigkeiten von fossilen Gewaltenergien.

Persönlich stieg ich 2013 auf eine Wärmepumpe, 2017 auf ein Elektroauto sowie dann auf eine Haus-Solaranlage um – und bedauere jene vielen, die sich von Fossilisten zum Teil bis heute zur weiteren Abhängigkeit von Kohle, Erdöl und Erdgas desinformieren ließen.

Ein weißer, vollelektrischer Renault Zoe 2017 in einem Stuttgarter Autohaus.

2017 erwarben wir Blumes unseren ersten, französischen Elektro-Kleinwagen, den ich auf dem Blog liebevoll als “Dekarbonisierungskugel” vorstellte. Längst will niemand mehr aus unserer Familie zurück zu Verbrennermotoren, die auch in Stuttgart rapide an Marktanteilen verlieren. Foto: Michael Blume 

Glaubt denn noch irgendjemand, die Menschen etwa auch in Pakistan oder Kenia würden Solarenergie aus “ideologischen Gründen” aufbauen? Der Solarboom wird längst durch die besseren Preise beschleunigt! Nach meiner Beobachtung schon vor der Bundestagswahl 2025 nutzen auch die meisten fossilen Lobbyisten schon längst für sich selbst solare Technologien, während sie zugleich noch möglichst lange Karbonblasen-Profite von Leichtgläubigen abzocken.

Daher beobachte ich auch die aktuellen, bundespolitischen Diskussionen sehr genau, denn längst gilt: Wer sich heute noch einen Verbrennermotor, eine Öl- oder Gasheizung andrehen – oder etwa als Mieter bzw. mangels Alternativen aufzwingen – lässt, zahlt immer mehr drauf.

Deswegen bedeutet es mir viel, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) am 22.09.2025 in New York gegen den fossilen Lobbyismus auch in der deutschen und europäischen Politik für den weiteren Ausbau der Photovoltaik sprach.

Die Photovoltaik-Karte des Fraunhofer-Instituts von 2025 zeigt die installierte Gesamtleistung von Solarenergie pro Bundesland im Jahr 2024 an, mit Bayern klar in Führung vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Auch in der Bundesrepublik Deutschland wird an sonnigen Orten vor allem von Wohlhabenden immer mehr Solarstrom aufgebaut – weil es sich auch wirtschaftlich längst lohnt! Grafik: Fraunhofer ISE Stand 01/2025

9.11.2023: Plädoyer für erneuerbare Friedensenergien – die längst auch Wohlstandsenergien sind!

Auch nach den Terrorangriffen von Hamas und dann auch Hisbollah gegen die Republik Israel am 7. Oktober 2023 plädierte ich im Landtag von Baden-Württemberg noch einmal dringend und laut für “erneuerbare Friedensenergien” – und erhielt stehende Ovationen von allen Fraktionen außer einer.

Ich halte diese Rede aus verschiedenen Gründen für die bisher Wichtigste meines Lebens und sagte dort unter anderem:

Wer den Antisemitismus nur der Jüdinnen und Juden zuliebe bekämpfen wollte, hat noch überhaupt nicht begriffen, wie gefährlich dieser Verschwörungsglauben ist! Ich sage das voller Ernst: Diejenigen von Ihnen und von uns, die sich glaubwürdig gegen jeden Antisemitismus engagieren, schützen am Ende des Tages auch das Leben derjenigen, die sich jetzt noch sicher und erhaben wähnen.

Radikale Antisemiten sind nicht demokratie- und damit auch nicht friedensfähig. Der Antisemitismus bedroht uns alle. Wir müssen ihm tatsächlich mit allen Mitteln begegnen, im Notfall auch polizeilich, auch militärisch.

Die bittere Wahrheit ist, dass unsere eigene Gier nach Öl und Gas immer noch antisemitische Regime mitfinanziert, ihren Terror, ihre Propaganda, ihre Raketen. Erneuerbare Energien sind nicht nur Freiheitsenergien, sie sind auch Friedensenergien! Unsere Demokratien müssen unabhängiger werden vom fossilen Stoff ihrer Feinde einschließlich Katar und einschließlich Wladimir Putin!

In einem SWR Extra zur Landtagsdebatte vom 9.11.2023 wurde die Rede von Dr. Michael Blume live übertragen. Link führt zum YouTube-Video der Rede.

Über die bisher wichtigste Rede meines Lebens am 9.11.2023 berichtete auch der SWR. Screenshot: Michael Blume

Selbstverständlich gab es für das Aufzeigen dieser Zusammenhänge auch wieder Unmengen von Hass und Hetze. So wurde ich im Kontext meiner Landtagsrede gegen jeden Antisemitismus auf einem rechtsdrehenden Blog mit einem gelben Judenstern auf der Brust, verfolgt von islamistischen Terroristen, markiert. Und auch heute noch erfahren viele von uns Demokratinnen und Demokraten in Deutschland digitale Gewalt, Hass und Hetze – gerade auch, “weil” es in der Bundesrepublik vergleichsweise gut läuft und sich die liberale Demokratie als zukunftsfähig erweist.

Leider weitgehendes Versagen gegenüber dem Fossilismus von Konzern- und Qualitätsmedien

Erfreulicherweise durfte ich in all den Jahren einzelne Journalisten wie Nils Husmann erleben, die die Zusammenhänge von Politikwissenschaft und Fossilismus verstanden und auch vermittelten. Das ist ja auch ihre Aufgabe, denn das lateinische Medium steht für das Vermittelnde.

"Erneuerbare sind Friedensenergien", Interview von Dr. Michael Blume mit Nils Husmann zum 29.12.2024 auf Energiewinde. Das Foto zeigt Dr. Blume bei einer Demo-Rede vor dem Rathaus Stuttgart.

Mein bisher ausführlichstes Interview zum Themenkomplex Fossilismus und erneuerbare Energien als Friedensenergien gab ich Ende 2025 an Nils Husmann. Screenshot: Michael Blume

Doch insgesamt erlebte ich, dass die meisten Konzern- und Qualitätsmedien, bisher kaum über die politikwissenschaftliche Rentierstaatstheorie oder den ökonomischen Ressourcenfluch, kaum über fossilen Faschismus und erneuerbare Friedensenergien berichteten. Nach zahlreichen Büchern wie “Öl- und Glaubenskriege” (2015), dem SPIEGEL-Bestseller “Islam in der Krise” (2017), nach dem politikwissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen “Rückzug oder Kreuzzug?” (2019) und der Neuauflage von “Verschwörungsmythen” (2025) gab ich im Juni 2025 auch beruflich eine dringende Pressemitteilung heraus, in der ich erneut angesichts der absehbaren Massaker davor warnte: “Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren!” Doch die Resonanz durch die Redaktionen war wieder nahe Null – nur im Fediversum, auf dem Blog und auf Mastodon gab es Debatten und Dialoge dazu.

Pressemitteilung von Dr. Michael Blume vom 26.06.2025 als Beauftragter gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben mit der Überschrift: "Blume warnt: 'Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren."

Pressemitteilung von Dr. Michael Blume vom 26.06.2025 mit der Überschrift: “Blume warnt: ‘Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren.” Screenshot: Michael Blume

Hoffnungsvolle Beobachtung: Chawruta & der Blog-Wagenheber-Effekt

Im Laufe der Jahre ist mir dabei aufgefallen, dass sich diejenigen mit dem Verständnis von interdisziplinärer Wissenschaft am Leichtesten taten, die diese nicht nur passiv konsumierten, sondern darüber mit anderen dialogisch-monistisch diskutierten. Die jüdisch-rabbinische Tradition kennt diese Lerntechnik als “Chawruta”, aus dem Aramäischen für “Freund” – und wir finden ihre Spuren auch reichlich im christlichen Evangelium nach Rabbi Jehoschua, griechisch Jesus, arabisch Isa sowie in der heutigen Zeit.

In der interdisziplinären Evolutionsforschung nannten wir den schrittweisen Zugewinn – etwa biologisch beim Hals einer Giraffe oder kulturell beim Schreiben und Lesen – auf englisch “Ratchet Effect”, so dass ich im letzten KIT-Medienethik-Seminar mit den Studierenden auch den Blog-Wagenheber-Effekt diskutierte.

Sie sehen diesen Blog-Wagenheber-Effekt nachgewiesen hier in einer Mastodon-Umfrage von gestern bis heute, nach der beeindruckende 74 Prozent von 316 Abstimmenden bereits angeben konnten, die (fossilistischen) Zusammenhänge zu verstehen. Noch einmal 25 Prozent hatten immerhin schon “eine grobe Idee” und bei nur noch je unter einem Prozent “klingelt nix” oder sie gaben keine bzw. eine andere Meinung an. Auch viele kluge Posts und Blog-Kommentare (Drukos) zeigen mir immer wieder, wie weit Menschen weitgehend unabhängig von ihrer formalen Bildung im Verständnis von interdisziplinärer Wissenschaft kommen, wenn sie sich das selbst dialogisch zutrauen!

Mastodon-Umfrage von Michael Blume vom 28. Februar 2026 zum 1. März 2026 zum Verständnis von Rentierstaatstheorie & Fossilismus im Fediversum. Der Text lautete: Würdest Du von Dir sagen, dass Du die Gefahren des gewalttätigen Fossilismus & die Potentiale erneuerbarer Friedensenergien erfasst hast? 74% von 316 Abstimmenden antworteten mit "Ja, ich verstehe die Zusammenhänge", 25% hatten "eine grobe Idee" und nur je unter einem Prozent gaben an "Nein, da klingelt nix." oder "Andere / keine Meinung".

Mastodon-Umfrage von Michael Blume vom 28. Februar 2026 zum 1. März 2026 zum Verständnis von Rentierstaatstheorie & Fossilismus im Fediversum. Screenshot: selbst

Passend dazu laden Prof. Dr. Inan Ince und ich für morgen, 2.3.2026, um 19 Uhr in die Stadtbibliothek Filderstadt zu einer neuen, interaktiven Folge von “Blume & Ince” ein. Wir wollen rund um die Region, Kulturen und Sprachen von “Kurdistan” dialogisch mit Oberbürgermeister Christoph Traub (Filderstadt) und mit Dilnaz Alhan über die Gegenwart und Zukunft diskutieren – und dabei erneut auch das Publikum einbeziehen.

Persönlich hoffe ich auf eine Zukunft, in der auch in Deutschland Tausende von Pod- und Videocasts die klassische Medienlandschaft ergänzen und beleben. Denn die Staatsform der Republik als “res publica” (lateinisch: öffentliche Sache) lebt davon, dass immer mehr Menschen von passiv Medien-Konsumierenden zu aktiv Medien-Prosumierenden werden.

Lassen Sie uns gemeinsam – gerne auch als Solarpunks gegen jeden Fossilismus – herausfinden, wie das am Besten geht!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

84 Kommentare

  1. Das mit den unbewohnbaren Regionen sehe ich nicht. Wenn Menschen bei -20 °C überleben können, dann werden sie auch bei +50 °C überleben können. Alles eine Frage der Anpassung.

    • Danke für die Nachfrage, @Bernd

      Sehr bewusst habe ich auch im Hinblick auf die Beobachtungen im Irak, in Israel und auf Sizilien gebloggt, “gerade diese Regionen drohen durch die Klima- als Wasserkrise immer schwerer bewirtschafts- und bewohnbar zu werden”. Denn selbstverständlich können Menschen mit Technologien sehr lange überleben, allerdings steigen die Unannehmlichkeiten und Lebenshaltungskosten schnell, so dass zuerst Investitionen eingestellt werden und dann Abwanderung einsetzt. Angesichts der säkularen Geburtenimplosion sehen wir bereits jetzt die demografische Nachfragekrise in immer mehr Regionen eskalieren – und wo dann auch noch die Klima- und Wasserkrisen drücken, wird nur noch selten menschliches Leben erblühen. Auch deswegen halte ich eine Überwindung des Fossilismus und die Förderung von Dialog und Zusammenarbeit gerade auch für den Nahen und Mittleren Osten für entscheidend!

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nachgefragt-podcast-zum-zunehmenden-kampf-ums-wasser-im-21-jahrhundert/

      Ihnen Dank für das dialogische Interesse! Wenn ich daran denke, wie wir hier angefangen haben, dann freut mich das Niveau unserer Dialoge inzwischen wirklich sehr! 🤓🙏🙌

      • Gerade für den Iran und den Irak sehe ich das Wegbrechen des fossilen Geschäftsmodells als weit größeren Treiber von Abwanderung an als den Klimawandel.

        • @Bernd

          Die Antwort darauf ist leider einfach: Das “Wegbrechen des fossilen Geschäftsmodells” und der “Klimawandel” als Klima- und Wasserkrise wirken nicht gegeneinander, sondern schaukeln einander hoch. Wo etwa aufgrund steigender Temperaturen und zusammenbrechender Wasserkreisläufe Landwirtschaft, Industrie, Tourismus und Lebenshaltungskosten immer schwerer aufrecht zu erhalten sind, wächst die Abhängigkeit von fossilen Rentiers-Einkommen etwa aus Erdöl und Erdgas. Fallen diese dann auch noch weg, dann beschleunigt sich die Abwanderung, was wiederum zu einer Nachfragekrise führt.

          Solarpunk-Arche-Regionen werden vor allem sehr diversifizierte Kreislaufwirtschaften haben, die jedoch über Generationen hinweg resilient gewachsen sein sollten.

          • Ich denke nicht, dass der Iran und der Irak aufgrund des Klimawandels keine besonders interessanten Urlaubsziele sind. Sondern weil es Staaten sind, die aufgrund ihrer fossilen Rohstoffe in Gewalt versinken. Da haben Sie ihre eigene Argumentation von den fossilen Gewaltenergien nicht Ernst genug genommen.

            Auch die Teheraner Wasserkrise ist hausgemacht und Konsequenz der Vernachlässigung der Bevölkerung durch ein fossil finanziertes Herrschaftssystem.

          • Erneut versuchen Sie, einander aufaddierende Faktoren gegeneinander aufzurechnen, @Bernd. Dabei erleidet in diesen Tagen der arabische Tourismus herbe Schläge durch iranische Raketen und Drohnen, während die Öl- und Gaspreise auch in Europa eskalieren. Auch die globalen Finanzmärkte taumeln, die Unsicherheiten nehmen zu.

            Aber starres, verharmlosendes, externalierendes Denken gegenüber der fossilen Polykrise haben wir hier auf „Natur des Glaubens“ ja auch bereits beim tyrannophilen Putinknecht @Realo gesehen. Ihr könnt Euch zwar noch selbst über den Zusammenbruch der alten, fossilen Systeme täuschen, aber kaum noch andere.

            Fossile Reaktanz und Verharmlosung, ja Externalisierung der fossilen Kosten auf Mitwelt und Mitmenschen sind allzu offensichtlich geworden. Im 21. Jahrhundert endet der Fossilismus – so oder so…

          • Wenn ein Problem zu 99% durch A und zu 1% durch B verursacht werden (die Zahlenwerte nehme ich einmal an, um den Punkt zu verdeutlichen), dann wird ist es schon eine berechtigte Frage, inwieweit es sinnvoll ist, A und B zusammenzuzählen und daraus Handlungsweisen abzuleiten. Dadurch läuft man sehr schnell Gefahr, sich Dinge einzuhandeln, die bei isolierter Betrachtung nicht mehrheitsfähig wären.

            Addition vernichtet Information und ist daher mit Vorsicht anzuwenden.

          • Nun, @Bernd – wir sprechen hier aber nicht von 99 (fossil finanzierte Gewalt) zu 1 (Klima- und Wasserkrise), sondern eher von 70 zu 50. Indem wir wissenschaftlich Mutigen addieren, kommen wir auf 120. Wer dagegen aus Angst / Externalisierung subtrahiert, landet bei kläglichen 20 – und verfehlt also die Realität.

            @Bernd – ich verstehe die Ängste von Ihnen und @Realo gut. Externalisierung hilft aber auf Dauer nicht einmal Ihnen selbst…

          • Wenn Sie relative Anteile auf mehr als 100% summieren, sagt das Einiges über Ihren wissenschaftlichen Anspruch aus. Darüber hinaus würde ich diese Zahlenwerte auch stark bezweifeln. Der Iran und der Irak haben ein ähnliches Klima wie der Südwesten der USA (viel Köppen-BWh, ein bisschen BSh und BSk). Letzteres ist trotz fortschreitendem Klimawandel kaum eine aus klimatischen Gründen unattraktive Region, eher im Gegenteil. Arizona beispielsweise hat ein starkes durch Binnenmigration verursachtes Bevölkerungswachstum. Mit extrem günstigen Solarstrom werden diese Klimazonen in Zukunft sogar noch weiter an Attraktivität gewinnen.

          • Ja, @Bernd – auch noch so wohlmeinende Resilienz-Annahmen können überboten werden, wenn die Belastungsfaktoren ängstlich subtrahiert statt mutig addiert werden. Und dass Sie inzwischen wild vom Mittleren Osten und realen Fossilkriegen in ein zukünftiges Arizona umschwenken – fällt vielleicht ja auch Ihnen selbst auf. Denn Sie müssten doch längst wissen, dass ich auch für Nordamerika Chancen für Solarpunk-Arche-Regionen sehe. Wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind nicht Ihre Feinde, nicht Schuld an Ihrer Angst, @Bernd…

            Seien Sie mutig statt feige – auch für Ihre eigene Resilienz. Es ist noch nicht zu spät dafür.

          • Ich habe keine Angst vor erneuerbaren Energien und auch keine Angst vor einem moderaten Klimawandel. Wenn wir wissenschaftlich die Frage der Anteile von fossiler Gewalt und Klimawandel an der Rückständigkeit von Ländern wie Iran und Irak angehen wollen, dann braucht es Kontrollgruppen. Wir benötigen Regionen, die klimatisch vergleichbar mit diesen Ländern sind aber keine fossilen oder anderweitig rohstofffinanzierten Diktaturen sind. Sowie Länder, die fossile Diktaturen sind, aber keine oder kaum negative Auswirkungen des Klimawandels spüren.

            Für die erste Kontrollgruppe hatte ich bereits den Südwesten der USA genannt. Ein anderes Beispiel ist Botswana (Democracy Index zwischen Belgien und Litauen!), das Land entwickelt sich sehr beeindruckend, offensichtlich trotz fortschreitendem Klimawandel. Auf der anderen Seite haben wir als fossile Diktatur ohne größere Klimasorgen Russland. Nun, da müssen wir wohl nicht weiter disktutieren.

            Wollen Sie allen Ernstes behaupten, dass der Klimawandel an den Entwicklungen dieser Länder einen ähnlichen Anteil besitzt wie die Tatsache, dass es fossile Diktaturen sind? Wenn Sie das tun, dann lässt das in meinen Augen nur den Schluss zu, dass Sie eben nicht wissenschaftlich sondern voreingenommen an die Sache herangehen.

          • @Bernd

            Ihnen ist die wütende Eskalation der Verdrängungsversuche angesichts der aktuellen Weltlage deutlich anzumerken. Dass Sie nun vom Mittleren Osten bis nach Botswana und Arizona auszuweichen versuchen – na gut.

            Heute erschien ein Interview mit Studierenden zu den Themen hier:

            https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html

            Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute & wie auch @Realo vor allem weniger Angst und Reaktanz… 🙌

          • Welche Länder wären denn Ihrer Ansicht nach eine gute Kontrollgruppe, um die Auswirkungen von fossiler Gewalt und Klimawandel und ihre jeweiligen Wechselwirkungen zu studieren? Ich würde mich freuen, wenn Sie da auf die Sachebene zurückkehren anstatt sich in Unterstellungen auf persönlicher Ebene zu flüchten. (Ich hoffe, jetzt kommt nicht als nächstes der Vorwurf des Zeitvampirismus, weil es Ihnen schwerfällt Sachargumente anzuführen.)

            Das Interview finde ich wirklich beeindruckend und es freut mich, dass ein reichweitenstarkes Medium wie der Focus dies veröffentlicht hat. Allerdings kann ich nicht erkennen, inwieweit es die Diskussion hier voranbringt.

          • Keine Sorge, @Bernd, den Vorwurf des “Zeitvampirismus” möchte ich hier schon deswegen nicht erheben, weil Ihr zunehmend reaktantes und erstarrtes Argumentieren ja für viele Leserinnen und Leser von Interesse ist. Allerdings besorgen mich zunehmend menschenverachtende Entgleisungen in Ihren Kommentaren, so dass ich Sie leider zur Ordnung rufen muss.

            Zum Inhalt: Sie denken ganz offensichtlich weiterhin in nationalstaatlichen Kategorien und wollen entsprechend “Länder” in “Kontrollgruppen” packen und dort “studieren”. Doch genau dies widerspricht dem Erkenntnisstand sowohl der Ökologie (Mitweltlehre) wie auch der Ökonomie (Wirtschaftswissenschaften): Treibhausgas-Emissionen scheren sich nicht um nationalstaatliche Grenzen und die Öl- und Gaspreise werden ebenfalls längst auf Weltmärkten gebildet.

            Meldungen von gerade heute:

            Am vierten Tag des Iran-Kriegs sind vor allem die Preise für Öl und Gas weiter kräftig gestiegen. Der Ölpreis lag am Morgen bei über 80 Dollar, der Gaspreis legte um über 30 Prozent zu und lag bei fast 60 Euro pro Megawattstunde. Das war der höchste Stand seit Februar 2023.

            Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg um fast 3,8 Prozent auf 80,66 Dollar, der für ein Barrel der US-Sorte WTI um 3,5 Prozent auf 73,76 Dollar. Analysten halten Preise von über 100 Dollar pro Barrel im Fall eines längeren Konflikts für denkbar. In Deutschland schossen an den Tankstellen bereits die Preise nach oben.

            https://www.n-tv.de/wirtschaft/Dax-rauscht-um-1000-Punkte-runter-Energiepreise-explodieren-id30425395.html

            Dazu hatte ich u.a. – auch als gelernter Finanzassistent – gepostet:

            Warne seit Jahren vor der Instabilität des Fossilismus & auch im obigen Interview vor der Illusion von „ewigem (Wirtschafts-)Wachstum“ bei demografischer Schrumpfung. Erdöl & Erdgas erschienen nur „billig“, weil die eigentlichen Kosten fossiler Gewaltenergien auf Mitmenschen & Mitwelt externalisiert wurden, im 21. Jht. zurückschlagen.

            Als Filme dazu empfehle ich „Don‘t look up“ & „The Big Short“… #Fossilismus #Karbonblase #Reaktanz #Dualismus #DontLookUp #BigShort #Dax

            https://sueden.social/@BlumeEvolution/116165138031088315

            Das ist übrigens auch der Grund, warum ich sehr bewusst von Solarpunk-Arche-Regionen, nicht von “Ländern” schreibe. In welchen Regionen Extremwetterereignisse, Hitzegewalt und steigende Lebenshaltungskosten erträglich bleiben und wo die Bevölkerung auch demografisch verebbt, entscheidet sich schon heute längst nicht mehr auf Ebene von Nationalstaaten, sondern sehr viel kleinteiliger. Auch Alpendörfer in der Schweiz sind davon längst betroffen.

            Da auch Sie ja den Aufbau von Resilienz nicht grundsätzlich ablehnen, möchte ich daher hier noch einmal dafür eintreten, die kommunalen Finanzen zu stärken.

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hoffnung-in-kaisersbach-was-wir-alle-gegen-die-wasserkrise-tun-koennen/

            Auch die Europäische Union halte ich für weiterhin sehr relevant. Eine einseitige Fixierung auf Nationalstaaten halte ich dagegen für sowohl wissenschaftlich wie politisch für längst wiederholt.

            Nun wünsche ich Ihnen aber von Herzen weniger Wut und Reaktanz, mehr Besonnenheit und eine Rückkehr zu würdigen Formulierungen. Im Zweifelsfall empfehle ich Ihnen gerne auch mal eine Pause.

          • Auch wenn Sie das vielleicht nicht wahrhaben wollen, sind die Grenzen von Nationalstaaten noch immer starke Determinanten menschlicher Entwicklung. Die Unterschiede im Human Development Index zwischen Nordwestrussland und Südrussland sind geringer als die zwischen Nordwestrussland und den unmittelbar angrenzenden baltischen Staaten. Klimatische Aspekte sind nicht irrelevant aber spielen in den meisten Fällen nur eine untergeordnete Rolle.

            Das ist auch ein zentraler Punkt der Institutionenökonomie nach Acemoglu und Robinson, die das sehr anschaulich am Beispiel der unmittelbar benachbarten Städte El Paso und Ciudad Juarez herausgearbeitet haben. Oder sind deren Arbeiten etwa auch unwissenschaftlich?

          • Ach, @Bernd – Sie haben sich leider inzwischen in Reaktanz und Externalisierung so verrannt, dass ich gerade einen Druko von Ihnen nicht mehr freischalten konnte. Dabei könnten Sie doch beispielsweise im Kommentar von @Martin Holzherr leicht nachlesen, wie schnell erkenntnisorientierter Mut und dialogischer Blog-Wagenheber-Effekt auch zum interdisziplinären Verständnis des Fossilismus führen können. Wenn Sie sich inhaltlich zum Verstehen-Wollen durchringen könnten, würde es Ihnen leicht gelingen.

            Vielleicht hilft ja Humor des Postillon auch gegen Ihr “noch immer” allzu nationalstaatliches Denken? 🤭

            „Mysteriös: Preise für Wind und Sonne trotz Irankrieg stabil“ – “Wir können selbst noch nicht genau sagen, woran das liegt”, erklärt Energieexperte Ottfried Müller. “Obwohl die Straße von Hormus blockiert ist und Lieferungen aus Nahost derzeit nur schwer möglich sind, scheint irgendwie noch Wind & Sonne nach Deutschland zu gelangen.”

            https://sueden.social/@BlumeEvolution/116169705376055455

            Und selbstverständlich schätze ich die Arbeiten von Acemoglu und Robinson sehr – wie ich auch für Turkiye und Deutschland eine potentiell bedeutende Rolle in kommenden Friedensgesprächen zum Irankrieg sehe. Differenziertes und dialogisches Denken sind der Schlüssel zu so vielem.

            Ich hoffe für Sie, Sie kommen von Ihrer Klimakrise-Fossilismus-Verharmlosung irgendwann mal wieder runter, @Bernd. Das würde mich freuen.

          • Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, was an meinem Kommentar problematisch gewesen sein soll (ich vermute, es geht um meine Antwort auf Ihren Vorwurf der Täter-Opfer-Umkehr).

            Herrn Holzherrs Kommentar kann ich praktisch vollumfänglich zustimmen. Ich würde allerdings noch weitergehen, dass es zur Feststellungen der Kosten von fossilen Energieträgern gar nicht einen Bezug auf den Klimawandel braucht. Die enormen Kosten äußern sich in erster Linie in strategischen Abhängigkeiten, wie wir es aktuell einmal wieder in voller Wucht erfahren. Aber selbst wenn man das fragwürdigerweise ignorieren würde, lohnt es sich einfach nicht mehr, auf fossile Energie zu setzen. Ein Auto elektrisch anzutreiben ist selbst gegenüber Öl zum Selbstkostenpreis bei günstigsten Förderbedingungen (z.B. in Saudi-Arabien) die kostengünstigere Variante. Deswegen bin ich auch einigermaßen optimistisch, dass der fossile Gewaltwahn bald ein Ende hat, weil so langsam auch der Letzte bemerkt, wohin die Reise geht. Ein aktuelles Beispiel hierzu: https://www.washingtonpost.com/business/2026/03/02/katie-miller-solar-power-trump/ Die Allerletzten werden naturgemäß diejenigen sein, die ihre persönlichen Karrieren und Netzwerke untrennbar mit Öl und Gas verbunden haben und nicht so einfach umsteigen können wie Autofahrer und Hausbesitzer.

            Herrn Holzherrs Ausführungen zur notwendigen Differenzierung zwischen autokratischen Eliten und der Gesamtbevölkerung finden sich nahezu wortwörtlich auch in meinem Kommentar wieder, den Sie nicht freischalten wollten. Deswegen kann ich Sie an diesem Punkt überhaupt nicht verstehen.

          • Danke, @Bernd – ich freue mich wirklich, dass Sie über das Betrachten des Kommentars von @Martin Holzherr neuen Schwung für sich gefunden haben.

            Schriftliche Kommunikation scheint mir anfällig für Missverständnisse zu sein, Zweiergespräche können so „verstopfen“. Zunehmende Perspektiven darüber hinaus scheinen zum Blog-Wagenheber-Effekt beizutragen. Beobachte ich.

    • Guten Abend, @Bernd,

      es gibt einen aufschlussreichen Beitrag von Blog-“Nachbar” Markus Pössel, der sich mit der sogenannten Kühlgrenztemperatur befasst – der tiefsten Temperatur, die durch Verdunstungskühlung erreicht werden kann.

      In seinem Artikel bezieht sich Herr Pössel auf einen Bericht des Weltklimarats, in dem darauf hingewiesen wird, dass in bestimmten Regionen der Welt die Temperaturen so stark ansteigen könnten, dass die Kühlgrenztemperatur an mehreren Tagen im Jahr überschritten wird. In solchen Fällen ist der menschliche Körper nicht mehr in der Lage, sich auf gesunde Temperaturen abzukühlen.

      Betrachtet man die aus dem IPCC-Bericht entnommenen Karten, die die globale Verteilung solcher Bedingungen für verschiedene Szenarien zeigen, wird deutlich, dass ein Großteil der Weltbevölkerung im ungünstigen “Weiter-so”-Szenario RCP8.5 spätestens im Jahr 2100 in Regionen leben könnte, in denen man sich an vielen Tagen im Jahr nicht mehr im Freien aufhalten kann. Ob dann klimatisierte Räume für alle Menschen in diesen überwiegend ärmeren Ländern zur Verfügung stehen, bezweifle ich stark.

      Als ich vor einigen Jahren Indien bereiste, sah ich häufig Familien, die mitten auf einer Straßenkreuzung ihren gesamten Alltag verbrachten, nur geschützt von ein paar Planen und Pappkartons. Und das in einer Zeit, in der, wie meine Begleiter mir versicherten, der Wohlstand unter Modi bereits deutlich gestiegen war im Vergleich zu den Jahrzehnten davor.

      Anpassungen funktionieren vielleicht in wohlhabenderen Regionen der Erde oder sogar, für eine begrenzte Anzahl von Menschen, auf dem Mond, jedoch nicht in vielen Teilen des globalen Südens, denke ich.

      • Die Kühlgrenztemperatur ist so ziemlich der größte Blödsinn, der aktuell herumgereicht wird. Nicht weil das Konzept falsch wäre, sondern weil es schlicht völlig irrelevant ist.

        Das Konzept unterstellt, dass Menschen keinerlei Schutzmaßnahmen unternehmen. Das ist völlig absurd. Ohne Schutzmaßnahmen wie Kleidung kann der Mensch unterhalb von Temperaturen von 15 °C auch nicht lange überleben.

        Wenn man die Argumentation für bare Münze nimmt, dann ist menschliches Leben auf einem Großteil des Planeten unmöglich, inklusive in Deutschland.

        Und dass ein Rechtspopulist wie Modi nicht willens ist, Armut zu bekämpfen, bedeutet für uns genau was?

        • @Bernd,

          Entschuldigung, aber ein von vielen Wissenschaftlern diskutiertes Konzept (Kühlgrenztemperatur) einfach als “Blödsinn” abzutun, halte ich für etwas gewagt.

          Ein Blick auf die Abschätzungen des IPCC ist übrigens hilfreich, um zu sehen, dass es in den ungünstigen Szenarien in sehr dicht besiedelten Regionen des Globus einen erheblichen Teil des Jahres so heiß werden könnte, dass dann draussen praktisch kein Leben geschweige denn Landwirtschaft mehr möglich ist – nicht nur an einzelnen Tagen.

          Ich kann mich nur wiederholen: in den weniger reichen Ländern wird man nicht für alle Menschen eine wohltemperierte Umgebung schaffen können.

          • Wissenschaftler erzählen mitunter auch Blödsinn, soviel kann ich Ihnen als Wissenschaftler verraten. Hoffentlich weniger als andere Bevölkerungsgruppen, aber gerade wenn Fragen aus verschiedenen Disziplinen zusammenkommen (Physik, Medizin, Ökonomie), dann ist die Gefahr des Fachidiotentums durchaus real.

            Man muss ja nicht einmal in einen IPCC-Bericht sondern nur aus dem Fenster schauen, um dicht besiedelte Regionen zu sehen, in denen ein erheblicher Teil des Jahres kein ungeschützter Aufenthalt im Freien oder Landwirtschaft möglich ist.

    • Sorry, aber das ist wirklich ein widerwärtiger Kommentar von unserem Fossilfreund Bernd.

      Er sitzt hier im wohltemperierten Deutschland, wo selbst im schlimmsten Fall die Temperaturen nur auf ein mediteranes Niveau steigen, verurteilt andere aber mir nichts dir nichts dazu, bei 50° C zu überleben – Kommentator Gutsche hat schon auf die Kühlgrenztemperatur hingewiesen.

      Es ist dieses leichtfertige Westler-Geschwätz, das aus einer bequemen Perspektive sich anmaßt, beurteilen zu können, was Menschen können und was nicht – und da reden wir noch nicht einmal über die Pflanzen- und Tierwelt -, und dass der Klimawandel ja gar nicht so schlimm sei et cetera, das mich in der Klimawandel-Diskussion so wütend macht… man selbst muss man nichts leisten, aber andere sollen leiden. Es widert mich an!

      • Danke, @Thorsten P., für den engagierten Kommentar!

        Und, ja, wann immer wir Themen wie Krieg oder die Klimakrise bzw. Wasserkrise thematisieren, lösen wir auch Reaktanz (Widerwillen gegen Veränderungen) und Externalisierung (Verdrängung) aus. Wir Menschen sind eben nicht halb so rational, wie wir uns gerne sehen würden.

        So musste ich bereits heute Morgen einerseits Meldungen über eine deutliche Steigerung des Kokain-Konsums in Stuttgart und Gejammer über „plötzlich“ steigende Benzin- und Gaspreise aufgrund des Iran-Krieges verdauen. Reflektionen las und hörte ich noch kaum.

        Sehr viele Menschen sind offensichtlich nicht einmal willens, über die Folgen ihres Konsumverhaltens für die Finanzierung von Terror und organisiertem Verbrechen zu überdenken – von der Zerstörung von Mitwelt ganz zu schweigen.

        Übersteigerter Individualismus führt eben auch zum Verlust von Empathie. Auch deswegen haben es wissenschaftliche Warnungen und Hinweise derzeit besonders schwer…

  2. Guten Abend, @Michael.

    Danke, dass Du in diesen bewegten Tagen Deine Gedanken mit uns teilst! Insbesondere sehr auch ich den Zusammenhang zwischen Fossilabhängigkeit und menschenverachtenden Systemen.

    Dem Regime im Iran, sollte es fallen, muss niemand nachtrauern. Und ich teile von Herzen die Hoffnung, dass für die Menschen dort bald bessere Zeiten anbrechen werden, nachdem sie so lange unter einer Regierung gelitten haben, die die eigene Bevölkerung wie ein Feind behandelt.

    Daher stimme ich hier zu zu dem, was Du schreibst:

    “Entsprechend verstand und teilte ich auch die Freude von Berlinerinnen und Berlinern iranischer, deutscher, israelischer Herkunft, über die Sarah Maria Sander gestern live berichtete. Schließlich hatte das iranische Regime noch in den letzten Wochen wieder Tausende für Demokratie, Frieden und gegen Korruption Protestierende massakriert, um sich mit Gewalt noch eine Weile an der Macht zu halten!”

    Dennoch fällt es mir schwer, die begonnene Militärattacke zu unterstützen. Denn wie realistisch ist es, dass ein solcher Eingriff dem Land eine stabile Demokratie geben wird? Selbst nach dem Zurückdrängen der Taliban in Afghanistan erlebte das Land letztlich einen chaotischen Rückzug. Die, die Demokratie bringen wollten, haben sich aus ihrer Verantwortung gestohlen und lassen jetzt sogar noch die im Stich, die beim Aufbau der Demokratie mitgeholfen haben (Thema: Ortskräfte und Schutzversprechen).

    Eine mögliche Folge könnte Chaos und Bürgerkrieg im Iran sein, ähnlich wie im Irak, wo die Zerstörung der alten staatlichen Ordnung zur Herrschaft des sog. Islamischen Staates führte. Zudem besteht die Gefahr, dass gruppenbezogener Hass, gerade gegenüber jüdische Menschen, wieder zunimmt. Ich befürchte, dass das, was Trump und Netanjahu begonnen haben, zu noch mehr Chaos führt. Zumal die Gefahr sehr groß ist, dass nun noch mehr Länder in den Krieg hineingezogen werden.

    Und die Verantwortung für den Ausgang des Ganzen wird den iranischen Bürgerinnen und Bürgern auferlegt, indem Trump ihnen sagt: wenn Ihr die Chance nicht jetzt ergreift, dann werdet Ihr in Generationen keine solche Chance mehr bekommen. Aber wie realistisch ist ein Aufstand, wenn nach Jahrzehnten Herrschaft eines totalitären Regimes die Bevölkerung durchsetzt ist mit (bewaffneten) Unterstützern, die alles zu verlieren haben?

    Ich bin nicht sehr optimistisch, dass es sich so zum besseren wenden wird und wäre froh, wenn ich falsch liege. Ich bin aber, ehrlich gesagt, auch sehr ratlos und weit von dem Ansinnen entfernt, aus der (noch) sicheren Blase Europas moralische Ratschläge erteilen zu wollen. Auch hierin stimme ich mit Deiner Perspektive überein.

  3. Hallo @Michael,

    ein kurzer Nachtrag zu meinem vorher eingereichten Kommentar, der m.E. gut zu Deiner Aussage zur Ambivalenz der Argumentation mit dem Völkerrecht passt: Eben lese ich bei tagesschau ein Interview mit Norbert Röttgen, in dem er das Dilemma sehr gut auf dem Punkt bringt:

    „Ich glaube, man muss zwei Dinge sagen. Das eine ist die Auffassung, dass das nicht im Rahmen des Völkerrechts geschehen ist. Die ist, glaube ich, nicht zu beanstanden. Aber im gleichen Atemzug muss man sagen: Wenn man die völkerrechtliche Bewertung zum alleinigen Maßstab macht, dann kommt politisch dabei heraus, dass ein solches Terror- und Kriegsregime eine Freifahrkarte hat. Weil die Staatensouveränität jede Brutalität am Ende deckt.
    Dieses Regime hat gerade 30.000 Menschen niedergemäht. Das ist völkerrechtswidrig. Es ist sozusagen ein Regime der puren Völkerrechtswidrigkeit“

    Das nur als Zusatz zu dieser, wie ich finde, sehr wichtigen Diskussion, die Du hier angestoßen hast.

    • Herzlichen Dank und volle Zustimmung, @Peter 🙏👍

      Ich persönlich achte das Völkerrecht, aber lehne seine Verabsolutierung ab. Schon die Nürnberger Prozesse schufen ein sog. Weltrechtsprinzip, nach dem schlimme Gewaltverbrechen und Massaker auch innerhalb von Nationalstaaten unabhängig von dessen Rechtssystem geahndet werden dürfen. So konnten zahlreiche Nazis vor Gericht gestellt werden und aktuell zum Beispiel Kriegsverbrecher vom Balkan und aus Afrika sowie internationale Terrorgruppen wie der sog. IS / Daesh.

      Auch viele Progressive und Linke haben früher m.E. zu Recht gefordert, dass Menschenrechte über nationalem Recht stehen sollten. Die Europäische Union hat ein eigenes, m.E. sehr beachtliches und wachsendes Rechtssystem geschaffen, das über Nationalstaaten hinweg reicht.

      Dagegen wirken viele heutige Beschwörungen des Völkerrechtes auf mich wie eine Externalisierung von Verantwortung: “Da hat wieder ein fossiler Tyrann Abertausende foltern und töten lassen? Da können wir leider gar nichts tun, das Völkerrecht…”

      Das ist der Part, an dem ich aussteige. Auch Trump muss kein abstraktes Völkerrecht fürchten – wohl aber die US-Gewaltenteilung mit Kongress (Senat & Repräsentantenhaus) sowie dem Supreme Courts SCOTUS (Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten). Und da wurde eigentlich bisher großen Wert darauf gelegt, dass ein US-Präsident als Oberbefehlshaber zwar auf Angriffe unmittelbar reagieren kann, aber vor Kriegserklärungen an andere Staaten den Kongress zu konsultieren hat. Auch eine Mehrheit in US-Umfragen spricht sich schon jetzt gegen die Militärschläge gegen das iranische Regime. Entsprechend glaube ich auch nicht, dass dies die Diskussionen über die Epstein-Files auf Dauer verdrängen wird.

      All das und vor allem die fossile Finanzierung globaler Gewalt sollte dringend erkannt und diskutiert werden. Wer dagegen auch im Angesicht tyrannischer Massenmörder nur “Völkerrecht” verabsolutiert, wird m.E. auch der eigenen Verantwortung für die Mitwelt und die Mitmenschen nicht gerecht. Meine ich.

  4. Ich stimme Ihren Ausführungen vollständig zu.
    Wir wollen auf dem Bauernhof, bei dem ich Ernteteiler bin, wiederum 100 Obstbäume pflanzen. Nun habe ich im letzten Jahr den damals 51 Bäumen mit einem Zeitaufwand von ca. 60 Stunden mit Bewässerung den Start ermöglicht.
    Nun war ich sehr verblüfft, dass die nächstliegende Wetterstation für den ganzen Winter nur 92 l pro Quadratmeter auswies. Das klingt wieder nach viel Arbeit.
    Ein Fachmann sagte mir dann, dass der Sachsendurchschnitt auch 92 l pro Quadratmeter ist. Das langjährige Mittel beläuft sich aber auf 152 !
    So nehmen die Schäden ständig zu.

  5. @Bernd
    Es waren schon Menschen auf dem Mond, es gibt eine dauerhafte Besatzung auf der ISS. Es gab Menschen die es bis zum Südpol geschafft haben. Auch gibt es Menschen, die es 1 oder 2 Stunden in einer Sauna aushalten können.
    Alles eine Frage der Anpassung?

    Hurz!

  6. Ja, was für ein langweiliges Wochenende, nix Interessantes ist passiert. Ich meine, vielleicht ist’s schon bemerkenswert, wenn Trump mal den Job macht, für den er gewählt wurde, statt nur herumzublödeln: Einen Krieg zu starten, um von der Korruption und Unfähigkeit der Regierung und Wirtschaft abzulenken, gehört genauso zu den Routinepflichten eines US-Präsi, wie es für einen römischen Kaiser dazu gehörte, nach Amtsantritt erst mal eine Runde blutige Zirkusspiele zur Belustigung des Pöbels zu schmeißen, oder zu denen eines deutschen Rathauses, regelmäßig eine Hebamme als Hexe zu verbrennen. Aber auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, wenn es so wild herumpickt wie der.

    Ansonsten läuft das gleiche Programm, wie seit vielen, vielen Jahrzehnten:

    10 Bau Scheiße
    20 GOTO 10

    Mit anderen Worten, wir ersticken unter dem Berg Scheiße, den wir gebaut haben, prüfen unsere Optionen, jeder, der kann, legt sein Veto gegen was Neues ein, alle legen ihr Veto gegen was Sinnvolles ein, dann kehren wir zu dem genialen Kompromiss zurück, den Berg Scheiße unter noch mehr exakt der gleichen Scheiße zu begraben, die ihn hat so anwachsen lassen, und sind total überrascht, wenn hinterher nur ein noch größerer Berg Scheiße herauskommt. Je mehr wir nachdenken, desto höher steigt der kollektive IQ, weil dann mehr Gehirne viel öfter in Dauerschleife „I Quit“ melden.

    [Wegen Überlänge und buchstäblich bergeweise unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]

    • Nun ja, @Paul S. – da Sie sich kaum auf Dialoge einlassen, empfinden und lernen Sie auch weniger.

      So schrieb der meinerseits sehr geschätzte Rabbiner Avraham Radbil (Konstanz):

      Das Wort »Chawruta« stammt aus dem Aramäischen. Es bedeutet Freund oder Partner und steht für ein Lernsystem, das sich seit der Zeit des Talmuds in den rabbinischen Einrichtungen etabliert hat. So verläuft das Lernen in einer Jeschiwa, indem zwei Lernpartner über einen Text diskutieren und versuchen, ihn gemeinsam zu verstehen. Die Schiurim sind eher ergänzender Natur, um den Schülern eine Lernrichtung vorzugeben.

      https://www.juedische-allgemeine.de/glossar/chawruta/

      Es geht dabei gerade nicht darum, dass sich beide nur gegenseitig zuschütten, sondern dass sie fokussiert und dialogisch-monistisch konkrete Texte und Themen durcharbeiten.

      Gewöhnlich liest beim Chawruta-Lernen einer der Lernpartner einen Abschnitt vor und schlägt dem anderen seine Verstehensweise vor. Der andere erklärt dann, wie er den Abschnitt verstanden hat. Man stellt Fragen, diskutiert – das Lernen verwandelt sich in ein lautes, energisches intellektuellen Duell zwischen beiden Lernpartnern. Dabei kristallisieren sich Ideen heraus und werden verfeinert.

      Genau dies geschieht auch beim Blog-Wagenheber-Effekt – wenn sich Menschen wie z.B. @Tobias Jeckenburger, @Marie H. und @Peter Gutsche dann auch dialogisch darauf einlassen! Entsprechend sehe ich in einer blühenden Blog-Kultur gerade auch in Zeiten von KI-Anwendungen eine großartige Chance, nicht nur Textmengen zu produzieren, sondern diese auch im Dialog wechselseitig zu erschließen und gemeinsam besser, emergent, ja gar transzendent zu werden.

      Das ist der Hauptgrund dafür, warum ich auf “Natur des Glaubens” so gerne blogge und dialogisiere.

  7. Ich stimme Ihnen bei der Analyse der fossilen Energien als Gewaltenergien zu und sehe in diesem Krieg einen weiteren Beleg für eine rasche Dekarbonisierung. Leider bekleckert sich unsere Regierung zur Zeit in dieser Hinsicht nicht mit Ruhm, siehe das sog. “Heizungsgesetz”.

    Selbstverständlich hat das Regime allerspätestens durch die Massaker an den Demonstranten jede Berechtigung verloren, sie hatte sie eigentlich nie, es gab schon mehrere Aufstandsversuche.

    Trotzdem darf man das Völkerrecht nicht einfach vom Tisch wischen. Jeder Staat auf der Welt weiß, dass dieser Angriff ein eklatanter Verstoß gegen den Art. 2 der UN-Charta ist. Man kann nicht einerseits bei Indien und Brasilien um Unterstützung gegen Russland wegen des völkerrechtlichen Angriffkrieges auf die Ukraine bitten und bei den USA und Israel beide Augen fest zudrücken. Die Doppelmoral springt ins Auge. Das untergräbt selbstverständlich weiter die Geltung des ohnehin schon schwachen Völkerrechts.

    Wie Trumps Abenteuer ausgeht, kann jetzt noch keiner sagen. Eine Diktatur wie im Iran verschwindet nicht bloß durch die Ausschaltung der Führung, weil ihre Macht in den Strukturen steckt.

    • Danke, @Paul Stefan – ich finde zwischen Ihren und meinen Ansagen keine tiefen Unterschiede.

      Zur differenzierten Betrachtung des Völkerrechtes, das ich selbstverständlich “nicht einfach vom Tisch wische”, habe ich bereits ausführlich bei @Peter Gutsche kommentiert. Und zur derzeit preußisch und also fossil dominierten Bundes-Energiepolitik schrieb ich bereits ausführlich hier:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/b-wie-berlin-babylon-preussen-und-der-fossile-faschismus/

      Besonders gut fand ich auch den letzten Satz:

      Eine Diktatur wie im Iran verschwindet nicht bloß durch die Ausschaltung der Führung, weil ihre Macht in den Strukturen steckt.

      Freilich möchte ich mir erlauben, ihn noch ein wenig zu ergänzen:

      Eine fossile Tyrannei wie im Iran verschwindet nicht bloß durch die Ausschaltung der Führung, weil ihre Macht in den fossil finanzierten Strukturen steckt. Und ein erheblicher Teil der fossilen Gelder fließt direkt und indirekt aus Mitgliedsländern der Europäischen Union, die also die Gewalt der Revolutionsgarden mitfinanzieren.

      Wir haben also nach meiner Einschätzung eine erhebliche Verantwortung für unseren Einkauf und Konsum, der wir uns nicht durch moralische Urteile entziehen können.

      • So sehe ich das auch. Wie viele Jahre schon verbrennen wir für ca. 100 Mrd. Euro jährlich und finanzieren diese Leute.

        • Genau das, @Eckehard Erben 🙏

          Durch unsere fossilen Importe verbrennen wir die Mitwelt und finanzieren Hass, Gewalt, Antisemitismus, ja Diktaturen und Terrorgruppen.

          Auch in einem Interview durch drei Studentinnen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg kam dieses Thema zur Sprache:

          Sie setzen sich auch für die Energiewende ein, haben den Begriff der „erneuerbaren Friedensenergien“ erfunden. Wie passt das zusammen?
          Michael Blume:
          Von fossilen Brennstoffen und autokratischen Regimen abhängig zu sein, ist nicht die Lösung. Deshalb spreche ich von erneuerbaren Friedensenergien. Wer etwas für Frieden tun will, kann auf der einen Seite Dialog und Bildung stärken, so wie Sie das an der Hochschule tun, aber auch Elektroauto fahren, eine Wärmepumpe einbauen, auf Fleisch und Flugreisen verzichten. Je weniger Öl und Gas wir verbrennen, umso friedlicher und besser wird unsere Zukunft. Ich bin ein Solarpunk.

          Wir kennen nur Cyberpunk…

          Michael Blume: Das ist ein Science-Fiction-Subgenre, das eine Dystopie zeigt. Wir Solarpunks wünschen uns die Welt jedoch vielfältig, frei, gesund. Vor neun Jahren haben wir uns als Familie ein Elektroauto angeschafft. Die Leute sagten, die blieben liegen und brennen. Aber wir werden nie wieder einen Verbrenner fahren. Ich schreibe das niemandem vor. Ich selbst bin Vegetarier, aber in meiner Familie gibt es Leute, die Fleisch essen. Ich entscheide für mich, Schritte für Frieden und die Energiewende nach vorne zu gehen, und möchte die Welt positiver gestalten. Ohne diese wissenschaftlich begründete Hoffnung würde ich verzweifeln.

          https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html

          Ihnen Dank und herzliche Grüße ins wundervolle Chemnitz! 🙌

          • Wir hatten heute eine Beratung in der Industrie zur Energie, ggf. Energiegenossenschaft bilden für gemeinsame Nutzung bestehender PV-Anlage, Bau weiterer und auch Speicher. Ich habe dem GF (mehrere Hundert Arbeitsplätze) Ihr Buch vom fossilen Ressourcenfluch weitergegeben. Mein Blick fiel heute früh zufällig darauf. Er hat es interessiert aufgenommen. Es ist auch schön kompakt. Solche Leute sind schwer beschäftigt seit Jahren. Ständiges Krisenmanagement. Er wird es parallel zur Stalinbiographie lesen.

          • Oh, vielen Dank, @Eckehard Erben – das freut und ehrt mich sehr! 🙏

            Darf ich nur interessehalber nachfragen, „welches“ Buch in den Einsatz kam?

          • Herzlichen Dank, @Eckehard Erben – das freut mich wirklich sehr!

            Weil die ersten Auflagen längst vergriffen waren, gab es 2022 eine Neuauflage beim jmb-Verlag, für die ich bewusst auf jedes Honorar verzichtete:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-zweites-buch-leben-oel-und-glaubenskriege-neu-im-jmb-verlag/

            Ich freue mich, wenn es weiterhin Menschen erreicht!

            Zumal das Buch ja auch im pdf-Format vorliegt habe ich gerade Felo.ai um eine Zusammenfassung in fünf Punkten gebeten / gepromptet:

            # Zusammenfassung: “Öl- und Glaubenskriege” von Michael Blume

            Basierend auf dem bereitgestellten Dokument lassen sich folgende fünf Kernpunkte zusammenfassen:

            ## 1. **Der “Fluch des Öls” und seine gesellschaftlichen Auswirkungen**

            Das Buch untersucht, wie Erdöl nicht nur die Wirtschaft, sondern auch Gesellschaft, Politik, Weltanschauungen und Religionen verformt.[1] Der sogenannte “Ressourcenfluch” führt dazu, dass Rohstoffreichtum Regionen paradoxerweise arm machen kann, wie die Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi zusammenfasste: “Ich wünschte, es gäbe im Nahen Osten kein Öl und dafür mehr Wasser. Die Menschen wären dann viel glücklicher.”[1]

            ## 2. **Das Konzept des Rentierstaats und die Demokratiefeindlichkeit des Öls**

            Blume analysiert, wie Öl gegen Demokratien wirkt und das Phänomen des “Rentierstaats” schafft.[1] Ölreichtum ermöglicht es Regimen, sich von der Bevölkerung unabhängig zu machen, da sie ihre Einnahmen nicht aus Steuern, sondern aus Ölexporten beziehen, was demokratische Entwicklungen hemmt.

            ## 3. **Die Verstrickung aller Beteiligten in die Ölproblematik**

            Das Buch hinterfragt die vereinfachte “Kein Blut für Öl”-Rhetorik und zeigt auf, dass nicht nur einzelne Akteure, sondern “wir alle” in die Öl-Problematik verstrickt sind.[1] Die moderne Gesellschaft, unser Wohlstand und unsere Technologie basieren auf Milliarden Fässern des “schwarzen Goldes”, was eine kollektive Verantwortung impliziert.

            ## 4. **Fundamentalismus, Terror und Ölkriege**

            Blume untersucht den Zusammenhang zwischen fundamentalistischen Ölregimen, dem wachsenden Zorn jüngerer Generationen und der Finanzierung von Terror.[1] Am Beispiel des “Islamischen Staates” zeigt er, wie Terrormilizen durch geschmuggeltes Öl (vor allem über die Türkei) Waffen und Rekruten finanzieren und wie Ölkriege zu massiven Fluchtbewegungen führen.[1]

            ## 5. **Die Notwendigkeit einer sozial-ökologischen Transformation**

            Das Buch plädiert für eine “soziale und ökologische Marktwirtschaft” und die Dekarbonisierung des Energieverbrauchs.[1] Blume argumentiert, dass Marktwirtschaft durch kluge Gesetze und Impulse so “gerahmt” werden muss, dass die Zerstörung von Menschen und Umwelt überwunden werden kann, und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf (“Was wir tun können”).

            [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/sciebookOelGlaubenskriegeMichaelBlume2015.pdf

  8. Einen wunderschöne Nacht @Michael!

    Vor dem Schlafen gehen zuerst noch in der Bibel das Buch des Lehrers gelesen (sehr unterschätzt meines erachtens) und jetzt noch einen Hammerblogpost 🙂

    Coole Sache 😃

    Danke für die Aufklärung die ich gerne weiterverbreite, gerade mit der Phantastischen Erkenntnis, das wir alle aktive Teilnehmer am Spiel des Lebens sind und wir auch die Regeln abstecken können.

    Mit einem freien Geist der sich nicht überbewertet und anderes nicht unterschätzt, kann echt viel lässiges gemacht werden 🙂

    In diesem Sinne, gute Nacht und herzlichen Dank!

    • Herzlichen Dank für diese wunderschöne Rückmeldung und den gute-Nacht-Wunsch, lieber @Berthold Forster!

      Viele konstruktiv Kommentierende wie auch Du haben zu meiner Entdeckung und Beschreibung des dialogischen Blog-Wagenheber-Effektes erheblich beigetragen! Auch “Natur des Glaubens” hätte ohne die vielen starken Drukos, Nachfragen, Ideen, auch kritischen Einwände nie die dynamische Entwicklung genommen, die wir jetzt gemeinsam erleben dürfen.

      Es ist mir eine große Freude, dass es inzwischen auch möglich ist, komplexe Themen wie den Fossilismus und Antisemitismus, die säkulare wie auch religiöse Demografie und Deindustrialisierung sowie Kriege und Solarpunk dialogisch zu erkunden.

      Dir herzlichen Dank für Dein ehrliches Interesse und tiefes Verständnis – und für heute eine geruhsame, ja gesegnete Nacht! 🙏🤓🖖

  9. @Peter Gutsche 01.03. 18:55 / Interview mit Norbert Röttgen

    „Wenn man die völkerrechtliche Bewertung zum alleinigen Maßstab macht, dann kommt politisch dabei heraus, dass ein solches Terror- und Kriegsregime eine Freifahrkarte hat. Weil die Staatensouveränität jede Brutalität am Ende deckt.“

    Die juristischen Schwierigkeiten sind offenbar immens. Mehr oder weniger gute Absichten und die militärischen Möglichkeiten sind das Faktische. Auch wenn man rechtlich nicht mehr weiter weiß.

    Zumal ja das Völkerrecht sowieso komplett ohne Exekutive auskommen muss. Es fehlt hier jede Polizei, und es existiert nirgendwo ein Gewaltmonopol.

    @Michael 01.03. 15:42

    „…allerdings steigen die Unannehmlichkeiten und Lebenshaltungskosten schnell, so dass zuerst Investitionen eingestellt werden und dann Abwanderung einsetzt.“

    Das kommt jetzt aber sehr auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten an. Die Wasserkrise ist zunächst praktisch vor allem ein wirkliches Problem für die lokale Landwirtschaft, die Versorgung mit Haushaltswasser lässt sich notfalls leicht mit Entsalzungsanlagen sicherstellen, soviel Wasser ist das nicht.

    Man muss dann aber auch das Geld anderweitig verdienen, wenn man Grundnahrungs- und Futtermittel größtenteils importieren muss. Und wenn man sich eine Klimaanlage und genug Geld für gut hitzefeste urbane Räume leisten kann, wird es praktikabel. Insbesondere weil gerade in den Wüstengegenden der Solarertrag ein Mehrfaches von dem ist, was wir in Europa ernten können. Und genau dann sein Maximum hat, wenn der Kühlbedarf am höchsten ist. Wenn man jetzt noch zentrale Kühlnetze installiert, können so ganze Stadtteile ziemlich wohnlich gehalten werden.

    „Angesichts der säkularen Geburtenimplosion sehen wir bereits jetzt die demografische Nachfragekrise in immer mehr Regionen eskalieren…“

    Die Einen können abwandern, und auch bei uns hier zur Stabilisierung beitragen. Wer es aber hinbekommt zu bleiben, hat viel Investitionsbedarf, um mit der Hitze eben dennoch klar zu kommen. Auch das bedeutet ja nun auch gerade neue Nachfrage. Wenn demografische Schrumpfung und Abwanderung die Nachfrage reduziert, finden sich hier neue Möglichkeiten, wirtschaftlich tätig zu werden, und sich eben hitzefest zu machen.

    Wie die Wirtschaft läuft scheint mir hierbei sehr wichtig zu sein. Wer gut organisiert und produktiv ist, der wird sehr viel besser klarkommen.

    Naja, je nachdem wie die Energiewinde wirklich läuft, und wie das Klimasystem wirklich zukünftig reagiert. Es könnten sich auch globale Schwierigkeiten mit den globalen landwirtschaftlichen Erträgen ergeben. Und doch ziemliche Hochwasserschäden summieren.

    Und was mit Wäldern, Korallenriffen und anderen Naturräumen passiert, geht uns ja nun auch noch was an.

    • @Tobias

      Erst einmal sollten sich alle bewusst machen, dass das derzeitige, fossile und antisemitische Religionsgarden-Regime des Iran sowohl die eigene Bevölkerung wie auch möglichst viele Israelis zu ermorden versucht.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-fossil-finanzierten-revolutionsgarden-als-die-heimlichen-herrscher-des-iran/

      Da die Zerstörung der Republik Israel offizielles Ziel der iranischen Theokratie ist, unterstützt die große Mehrheit der Israelis das militärische Vorgehen gegen den Fossilstaat und dessen Atomprogramm sowie gegen den Terror der iranisch-libanesischen Hisbollah.

      Entsprechend treten längerfristige Bedrohungen wie die Klima- und Wasserkrise oder die steigenden Lebenshaltungskosten immer wieder in den Hintergrund. Israel debattiert nicht über Deindustrialisierung, sondern über Raketen- und Terrorangriffe. Dafür wünsche ich mir mehr Verständnis auch in Europa.

      Klar ist: Auch für die Zukunft von Israel ist die Demografie sehr entscheidend!

      So weist die Republik als bislang einzige Demokratie eine Geburtenrate weit über der sog. Bestandserhaltungsgrenze von 2,1 Kindern pro Frau auf – das Land wächst dynamisch:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/israel-thymotische-religionsdemografie-und-das-saekulare-verebben/

      Allerdings lehnen die meisten der sehr kinderreichen, ultraorthodoxen Haredim nicht nur den Wehrdienst, sondern auch etwa das Schul- und Rechtssystem des Staates bisher ab. Immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

      https://www.juedische-allgemeine.de/israel/zwei-tote-babys-und-ein-riss-in-der-israelischen-gesellschaft/

      Gleichwohl unterscheidet sich die demografische und also auch zukünftige Situation grundlegend von der säkularen Geburtenimplosion etwa in China, wo angesichts der Nachfragekrise und also Jugendarbeitslosigkeit derzeit eine Rückkehr aufs Labd propagiert wird:

      Denn der Arbeitsmarkt sieht alles andere als rosig aus für junge, gut ausgebildete Menschen. Zuletzt lag die Jugendarbeitslosigkeit nach offiziellen Zahlen bei 17 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein.

      Das Aufstiegsversprechen, das die Kommunistische Partei für die Gesellschaft einst hatte, gilt nicht mehr. Für Uniabsolventen gibt es oft nur schlecht bezahlte Jobs.Die Zentralregierung hatte 2025 bekanntgegeben, dass in den vergangenen Jahren bereits zwölf Millionen junge Menschen in China auf das Land zurückgekehrt seien. Demnach kommen immer mehr junge Hochschulabsolventen und Büroangestellte zurück.

      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-jugend-aufs-land-100.html

      Hier sehe ich auch die Gefahren chinesischer Aufrüstung gegenüber Taiwan. Altherren-Regime wie ja auch Russland könnten angesichts der Nachfragekrise und Frustration gerade auch junger Menschen zur Sturmtruppen-Strategie greifen:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-21-star-wars-day-identitaeten-fossile-sturmtruppen-theorie/

      Auch im Hinblick auf die Demografie sehe ich also das größere Potential in (auch religiös und weltanschaulich vielfältigen) Demokratien und hoffe sehr auf Zeiten des Friedens, Dialoges und Freiheit für Israel, seine Nachbarn und auch auf das Ende der iranischen Öl-Tyrannei für das Volk des Iran. Antworten auf die Klima- als Wasserkrise sowie steigende Lebenshaltungskosten in der Region ließen sich am Besten gemeinsam finden.

      Die Schicksale der Völker, Staaten und auch Religionen sind immer enger miteinander verwoben. Auch deswegen gilt es, den Fossilismus auch im Iran schnellstmöglich zu überwinden. Am Yisrael Chai! (Israel lebt!)

  10. @Michael 02.03. 06:45

    „Entsprechend treten längerfristige Bedrohungen wie die Klima- und Wasserkrise oder die steigenden Lebenshaltungskosten immer wieder in den Hintergrund. Israel debattiert nicht über Deindustrialisierung, sondern über Raketen- und Terrorangriffe.“

    Abgesehen von den teils irrsinnigen politischen Realitäten haben gerade der Nahe Osten und Nordafrika durchaus Perspektiven.

    Man braucht zunächst mal meistens keine winterliche Heizung. Dann hat man mehr als den doppelten Solarertrag als bei uns in Europa, bei den selben Investitionen. Klar braucht man angesichts der Klimakrise vermehrt Klimaanlagen, aber die mit Solarstrom zu betreiben ist viel einfacher als bei uns die winterliche Heizung.

    Man muss die benötigte Energie gar nicht saisonal speichern, vermutlich sogar nicht mal kurzfristig mit Lithiumakkus. Die Klimaanlagen brauchen nur einen kleinen Kältespeicher, und können dann direkt laufen, wenn die Sonne scheint.

    Und überhaupt kann man den billigen Solarstrom nicht nur gut privat nutzen, sondern auch jede Menge energieintensive Industrie ansiedeln. Oder auch Rechenzentren.

    Wenn hier mal das Haushaltswasser knapp wird, kann man auch den sehr billigen Strom für Meerwasserentsalzungsanlagen nutzen.

    Nur mit der Landwirtschaft sieht es ungünstiger aus. Es wird aber reichen, nur Grundnahrungs- und Futtermittel zu relevanten Mengen zu importieren. Obst- und Gemüseanbau wie auch Tierhaltung kann man aber problemlos selber machen.

    Aber klar, solange man überwiegend destruktiv unterwegs ist, kann das noch dauern, bis da mal vernünftige Verhältnisse einkehren. Israel ist mit Sicherheit nicht das eigentliche Problem, das man da hat. Die wollen nur selber leben.

  11. Dieser Blog-Post von Ihnen wühlt mich sehr auf.

    Mir sind nicht alle Zusammenhänge verständlich. Zudem schaffen die Begründungen für solche Angriffe Präzedenzfälle.

    Ich weiß, dass die iranische Staatsdoktrin die Vernichtung Israels vorsieht. Israel hat selbstverständlich das Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

    Das erklärte Ziel muss aber dann doch eine Veränderung des iranischen Regimes sein. Darin liegt angesichts dieser Angriffe Israels und den USA m.E. ein wunder Punkt. Denn der Tod eines hohen Repräsentanten eines Staates verändert kaum etwas am Regime. Macht und Geld liegen bei den Ayatollahs und den Revolutionsgarden.

    Die Frage, wieviel “wir” dazu beitragen, dass in den Staaten rund um den Persischen Golf, aber nicht nur dort, viel Geld mit dem Verkauf fossiler Energien verdient wird, kann ich nicht beantworten. Die deutsche Innenpolitik läuft momentan darauf hinaus, dass auch weiterhin Geld für Öl und Gas in Diktaturen fließt. Alles in mir sträubt sich gegen das von Ihnen benutzte “wir”!
    Genau dieses “wir” offenbart meine Machtlosigkeit gegenüber einer Politik, die mir besonders bezüglich der Bevorzugung fossiler Energien zuwider ist. Zu diesem “wir” möchte ich nicht gehören.

    Völkerrecht regelt die Beziehungen von Staaten. Bis zur Wiederwahl von Donald Trump galten die völkerrechtlichen Lehren der Nachkriegszeit. Nunmehr ist es so, dass staatliche Anarchie den Vorrang des Rechts allgemein verdrängt.

    Unabhängig von den o.g. Angriffen und deren verständlicher Begründung, die ihre Berechtigung hat, betreten wir als Weltgemeinschaft dünnes Eis.

    Jegliche kommende militärische Aktionen, auch solche die nicht so gut begründet sind, werden damit wahrscheinlicher. Wir werden darauf nicht vorbereitet sein. Auch nicht mit der versprochenen modernsten Armee in Europa. Denn gleichzeitig mit der Entwicklung und Umsetzung dieser Pläne erlauben “wir” russischen und US-amerikanischen Firmen Zugriff auf unsere Energie-Infrastruktur! Mir gefällt das nicht, aber weder ich noch andere haben die Möglichkeit, dies zu verhindern. Wenn Fossilismus und Antisemitismus zwei Seiten einer Medaille sind, dann würde das für mich bedeuten, dass ich, als Teil dieses “wir” unabsichtlich dazu beitrage. Ich empfinde Scham.

    Letztlich ist es im Krieg wie im Frieden immer die Bevölkerung, die die Last zu tragen hat.

    Mit jedem Tag wächst die Unsicherheit. Ich wünsche mir ein Ende aller Gewaltherrscher und ihrer Helfershelfer! Die Demokratien sind weiter auf dem Rückzug. Es wird noch lange dauern, bis wir wieder das Licht am Ende des Tunnels sehen. Oder ist das, was wir dafür halten nur ein Zug und seine Lichter?

  12. https://www.tagesschau.de/video/video-1560442.html

    Ich bin zutiefst schockiert, wie in einigen Drukos über das “Recht” von Nicht-Juristen geurteilt wird.

    Wenn wir erst einmal damit anfangen, das “Recht” so zu interpretieren, dass es uns passt, dann geben wir es der Beliebigkeit preis. Nicht nur das Völkerrecht!

    Juristische Erklärungen wie die von Prof. Safferling sind keine Meinung, sondern die Auslegung des “Rechts”. Das muss man nicht verstehen und man kann auch eine Meinung dazu haben.

    Ich bin keine Juristin. Mir ist aber klar, dass man sich nicht heraussuchen kann, wo einem das “Recht” gefällt und wo nicht.

    Mit dieser Meinung mache ich mich hier nicht beliebt. Damit muss ich leben.

  13. Ich freue mich über den Sturz jedes fossilen Diktators …

    Im ewigen Kampf des Guten gegen das Böse
    ist die mächtigste Waffe des Bösen:
    die Geschichte vom Kampf des Guten gegen das Böse.

    Gruß
    Pirx

    • Ja, @Mechaniker – deswegen schrieb ich sogar in diesem Halbsatz sehr bewusst vom “fossilen” Diktatur. Wer glaubt, alleine durch die Tötung von Bösen einen Regimewechsel herbeibomben zu können, tappt in die Denkfallen des feindseligen Dualismus. Wer dagegen glaubt, es gebe gar keinen Unterschied zwischen liberalen Demokratien und fossilen Diktaturen, tappt in die Denkfallen des egozentrischen Relativismus.

      Oben habe ich ja ausführlich dazu gebloggt und die Stuttgarter Zeitung zitiert mich heute so:

      Auch der Antisemitismusbeauftrage des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, rät zur Wachsamkeit. „Im Hinblick auf digitale und terroristische Gewalt in Baden-Württemberg befinden wir, die jüdischen Gemeinden, der Staatsschutz und die Polizeirabbiner uns im ständigen Austausch“, sagte er auf Nachfrage. „Meine Sorge gilt dabei weniger organisierten Zellen als digital Radikalisierten, manchmal leider auch sehr jungen Menschen.“

      Blume begrüßt zwar, dass die Mullahs in Bedrängnis sind. „Das iranische Regime hat erst im Januar Abertausende Protestierende ermordet und sollte gestürzt werden.“ Er warnt aber auch vor der Planlosigkeit der Angreifer Israel und USA: „Gleichwohl kennt die Politikwissenschaft keinen Fall, in dem ein antisemitisch beherrschter Fossilstaat ohne Bodentruppen zur Demokratie gebombt werden konnte.“

      https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sicherheit-in-baden-wuerttemberg-strobl-zum-krieg-im-iran-unsere-sicherheitsbehoerden-sind-besonders-wachsam.d0ded472-6f45-4383-bf77-25686821b89b.html

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.

  14. @Bernd
    (03.03.2026, 08:37 Uhr)

    Das Problem ist nur, wenn derzeit sehr dicht bevölkerte Regionen in wenigen Jahrzehnten praktisch in einer anderen Klimazone liegen werden. Daher schadet ein Blick in die Berichte des IPCC nicht. Aber jetzt äußere ich mich zu dem Thema nicht mehr. Ich stoße hier auf Granit.

  15. @Michael 03.03. 16:12

    „Ich hoffe sehr, dass internationales Recht und internationale Regeln wieder stärker Beachtung finden.“

    Es fehlt hier ja zunächst jegliche Exekutive. Klar kann sich jeder Staat freiwillig dem internationalen Recht unterordnen, und sich an eventuelle Gerichtsurteile freiwillig halten.

    Das andere Problem sind offenbar die Realität umfangreicher Atomwaffenarsenale. Selbst wenn hier eine internationale Übermacht ein internationales Gerichtsurteil echt umsetzten will, wäre das Ergebnis die Zerstörung des ganzen Planeten, falls der Gegner reichlich atomar aufgerüstet ist.

    Wir hätten konkret mit dem Überfall auf die Ukraine ein internationales Gerichtsurteil erwirken können, und dann als Nato uns in den Dienst allgemeinen Rechts stellen können, und gleich komplett mit allem was wir haben Russland angreifen können.

    Aus Angst vor einer atomaren Eskalation hätten wir dieses aber nicht getan. Und weil ich wirklich leben will, finde ich das auch eine wirklich gute Idee.

    So müssen wir mühsamere Wege gehen, die lange dauern und deren Ergebnisse auch nicht mal eindeutig sind. Mit militärischer Kleinarbeit, die so dosiert ist, dass sie möglichst nicht atomare Reaktionen provoziert. Und viel Zeit und Beharrlichkeit investieren.

    Und dazu gehört offenbar auch die Energiewende, als Maßnahme auch gegen eine ganze Reihe von unseligen Autokratien.

    • Ja, @Tobias – eigentlich sollte der UN-Sicherheitsrat die Exekutive für Völkerrecht und Menschenrechte sein, kann jedoch “dank” den Vetomächten Russland, China und bisweilen auch den USA diese Rolle nicht mehr wirklich ausfüllen. Und während sich die einen darüber empören, dass Israel und die USA das Völkerrecht verletzen würden, empören sich andere über ein X-Äußerung von Annalena Baerbock, die das Leid der unterdrückten Menschen im Iran relativiere:

      Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Generalversammlung, sorgt nach den Ausschreitungen im Iran im Netz mit einem Statement für heftige Reaktionen. Ihre relativierenden Aussagen stoßen auf starken Widerstand.

      https://www.news.de/politik/859389071/annalena-baerbock-sorgt-mit-iran-statement-fuer-hass-kommentare-waehrend-der-iran-brennt-ex-aussenministerin-mit-fragwuerdigem-post/1/

      Wie Du Dir vorstellen kannst, halte ich solche medialen und vor allem digitalen Inszenierungen für destruktiv, solange das eigentliche Thema – die fossile Finanzierung auch des iranischen Regimes – nicht ausreichend adressiert wurde. Empörungsspiralen nutzen niemandem, den Menschen im Iran, im Nahen und Mittleren Osten, auch in Israel am wenigsten.

  16. Herr Blume, ein Zensor, wie er leibt und lebt. Sie wissen schon, dass Sie “eine Fußnote” in zukünftigen wissenschaftlichen Artikeln zum Thema Zensur sein werden? Die faktische Realität beginnt in “unserer” Digitalwelt mit einem Screenshoot, einer pdf-Datei als Abbild nicht veröffentlichter Kommentare,…

    [Gekürzt und im folgenden abschließend beantwortet, M.B.]

    • Geschätzter @Dirk Freyling,

      es ist leider offensichtlich, dass Sie nicht einmal den Rechtsbegriff der “Zensur” erfasst haben. Denn selbstverständlich ist es keine Zensur, sondern meine Verantwortung, wenn ich über die Freischaltung von Kommentaren auf meinem (!) im Ehrenamt betriebenen Wissenschaftsblog frei entscheide. Und für Spam, Geschwurbel und Zeitvampirismus, Hate und Derailing wird auf “Natur des Glaubens” auch zukünftig kein Platz sein. Ich habe Ihnen in der Vergangenheit gerne viel kostbare Zeit gewidmet und würde mich über konstruktive Kommentare Ihrerseits durchaus freuen. Wenn Sie das aber nicht hinbekommen, dann ersparen Sie sich gerne die Zeit und Mühe. Über meine Zeit und meinen Blog bestimme ich. Punkt.

      Mit den besten Wünschen für eine gute Zeit im Internet.

  17. @Michael 03.03. 23:51

    „eigentlich sollte der UN-Sicherheitsrat die Exekutive für Völkerrecht und Menschenrechte sein, kann jedoch “dank” den Vetomächten Russland, China und bisweilen auch den USA diese Rolle nicht mehr wirklich ausfüllen.“

    Man hat hier auch entsprechend die Atommächte berechtigt, ein militärisches Eingreifen abzulehnen, wenn einer das nicht will. Im Prinzip ist das auch alternativlos, schätze ich mal.

    Was nützt es, einen internationalen Krieg gegen eine Atommacht anzustrengen? Die Zerstörung der Welt wäre die Folge. Das dürfte das Schlimmste sein, das passieren kann. Die damit versuchte Gerechtigkeit nützt dann Niemandem mehr.

    Ich habe auch keinerlei Idee, wie man das ändern könnte. Hast Du eine?

    Was bleibt ist eben Kleinarbeit. Wie etwa die Energiewende, intelligente Handelspolitik, offene Software für möglichst alles, oder eben ein wohldosierter Widerstand gegen Putin, der unter der Schwelle eines möglichen Atomwaffeneinsatzes durch Putin bleibt.

    Was ich konkret von dem Angriff auf den Iran halten soll, weiß ich derzeit noch nicht. Dass man mit den politisch Verantwortlichen anfängt, und nicht mit groß angelegter Bombardierung von Wohngebieten anfängt, ist mir jedenfalls spontan sympathisch.

    • @Tobias 04.03.2026, 0:40 Uhr

      Es ist nicht leicht, sich einzugestehen, dass das fossile Revolutionsgarden-Regime im Iran samt seiner Folterkeller, Raketen und Drohnen auch von „uns“ fossil finanziert wurde…

      Habe am heutigen Morgen dazu gepostet:

      Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

      Nach Büchern zur Rentierstaatstheorie wie „Öl- und Glaubenskriege“ (2015) & dem SPIEGEL – Bestseller „Islam in der Krise“ (2017) sowie Dutzenden Blogposts & Interviews versuchte ich im Juni 2025 auch das: Eine Pressemitteilung als Beauftragter gegen #Antisemitismus , mit der ich dringend davor warnte, dass Europa weiterhin die Regime in #Russland & #Iran fossil finanziert.

      Wie viele Konzern- & Qualitätsmedien griffen es auf? Nahezu Null…

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/116169219179591505

      Auch dieser Krieg samt der Toten & der Folgen für die Weltwirtschaft gehen als Spätfolgen des Fossilismus in die Geschichte ein…

  18. Ressourcen in einer Hand
    Dass Autokraten ganze Nationen in Geiselhaft nehmen können zeigen die Beispiele (Zitat) al-Gaddafi, Nicolás Maduro, Baschar al-Assad, Ali Chamenei und Wladimir Putin. Es sind nämlich nicht die Russen insgesamt oder die Iraner insgesamt , die Krieg führen, Terror finanzieren oder die desinformieren, sondern es sind nur die Russen und Iraner, die im Sold der Öl- und Gasschätze besitzenden Autokraten stehen. „Geld regiert die Welt“ bedeutet in einer Öl-Autokratie: Das Geld des Staates, das zugleich das Geld des Autokraten ist, regiert über die Bürger und nicht die Bürger, sondern der Autokrat bestimmt die Staatsziele.
    Öl+Gas sind jetzt vorhanden und das bestimmt ihre Macht
    Zitat Michael Blume: Als Kernirrtum des Fossilismus gelte dabei die auch wirtschaftlich falsche Annahme, Erdöl und Erdgas seien “billig“.
    Ja, Kohle. Erdöl und Erdgas sind langfristig gesehen sehr teuer: ihre Klimawirkung wird mehr extrem trockene und extrem feucht-heisse Gebiete schaffen, und die Ärmeren unter den Betroffenen werden wohl zur Auswanderung gezwungen sein.
    Die Macht von Erdöl und Erdgas kommt rein daher, dass sie jetzt bereits das mobile Leben ermöglichen, auf das (nur als Beispiel) weder Vietnam noch die Philippinen oder Thailand verzichten wollen. Dort spielt sich fast alles auf der Strasse ab. Autos, Lastwagen, Busse dominieren, Eisenbahnen gibt es kaum, Fliegen ist zu teuer. Nur wenn es billigere Alternativen gibt, kann sich das ändern. Und erst gerade jetzt gibt es diese billigeren Alternativen in Form von chinesischen Elektrovehikeln, chinesischen Solarpaneln und chinesischen Batterien.
    Die Macht des Existierenden liess aber auch die deutschen Automobilbauer am Verbrenner festhalten, denn den beherrschen sie bis zur letzten Schraube während es keine deutsche Massenhersteller von Batterien gibt und Software fürs Auto ebenfalls etwas Neues für VW&Co. ist.
    Kurzum: Kohle, Öl und Gas sind die Mächte von gestern und die Gespenster von heute und alle, die ihnen anhängen, werden mit ihnen untergehen. Untergehen können dabei nicht nur Ölautokratien, sondern sogar deutsche Firmen, die den Übergang nicht schaffen.

    • Vielen Dank, @Martin Holzherr 🙏 – Ihr starker Kommentar belegt eindrucksvoll, dass gegenüber der Wahrheit mutige Menschen die Abgründe und externalisierten Kosten des Fossilismus leicht verstehen können.

      Dagegen stehen „nur noch“ die Psychologie von Reaktanz und Feigheit vor der Wahrheit, die mimetischen Wissens-Silos in Politik, Medien und auch Wissenschaft sowie der fossile Lobbyismus, der möglichst lange Profite aus der Karbonblase ziehen will.

      Für Ihren eindrucksvollen, verständigen und verständlichen Kommentar danke ich Ihnen von Herzen! 🙏👍🙌

  19. Iran goes North Korea. Ein neuer Oberster Führer wurde gewählt. Es ist Mojtaba Chamenei, Ali Chamenei Sohn. Für die iranische Bevölkerung sind das (zunächst) keine guten Nachrichten. Mojtaba Chamenei gilt als genauso fanatisiert wie sein Vater. Er soll zudem beste Beziehungen zu verschiedenen Mächtegruppen wie Sicherheitskräften und Revolutionsgarden haben.

    Ach ja, und er hat wohl ein beträchtliches Vermögen im Ausland, u.a. GB, angelegt. Ganz so wie seine Proxies in Gaza oder Libanon.

    Der Sohn des am Samstag bei Luftschlägen getöteten Ayatollah Ali Chamenei soll am Mittwoch zu seinem Nachfolger ernannt werden. Das berichtet die ,,New York Times”. Wer ist Mojtaba Chamenei?

    https://www.tagesspiegel.de/internationales/bericht-der-new-york-times-chameneis-sohn-soll-irans-neuer-revolutionsfuhrer-sein-15313536.html

  20. @ Martin Holzherr 04.03.2026, 07:06 Uhr

    Zitat: “Und erst gerade jetzt gibt es diese billigeren Alternativen in Form von chinesischen Elektrovehikeln, chinesischen Solarpaneln und chinesischen Batterien.
    Die Macht des Existierenden liess aber auch die deutschen Automobilbauer am Verbrenner festhalten, denn den beherrschen sie bis zur letzten Schraube während es keine deutsche Massenhersteller von Batterien gibt und Software fürs Auto ebenfalls etwas Neues für VW&Co. ist.
    Kurzum: Kohle, Öl und Gas sind die Mächte von gestern und die Gespenster von heute und alle, die ihnen anhängen, werden mit ihnen untergehen. Untergehen können dabei nicht nur Ölautokratien, sondern sogar deutsche Firmen, die den Übergang nicht schaffen.“

    Gut analysiert. An sich sind die Muster ein alter Hut.

    D ist, wegen der Erfolge in der Vergangenheit, ein Hochlohnland (mit hohen Preisen) geworden. Einerseits sind Entwicklungskosten sehr teuer geworden. Andererseits hat D Pech mit den neuen erforderlichen Ressourcen. (Kohle gab es früher ausreichend im Land und hat uns groß gemacht).

    China hat Zugriff, z.B. auf seltene Erden und wird das ausnutzen. Wir müssten allein für die Rohstoffe, annähernd soviel zahlen, als China für fertige Solarmodule verlangt. Da haben wir keine Chance.

    China hat die Kosten der Programmierer längst am riesigen Inlandsmarkt hereingebracht. Bei uns wären sie, auch wegen der geringen Stückzahlen, uneinbringlich.

    Die Manager würden alle wegen fahrlässiger Krida lange im Knast landen…. Es ist nicht Jux und Tollerei, warum sie so handeln, wie sie eben handeln.

    Bitte schlagen Sie doch möglichst neue, kreative Konzepte vor, um dieses grundsätzliche Problem zu lösen?????

  21. @Realo 04.03. 12:15

    „Wir müssten allein für die Rohstoffe, annähernd soviel zahlen, als China für fertige Solarmodule verlangt.“

    In Schweden gibts doch auch Seltene Erden. Ist teuer und macht Dreck, aber so viel ist das ja nicht. Lithium gibts auch an vielen Stellen verteilt in Europa, das reicht vollkommen aus, um den Gesamtbedarf der europäischen Energiewende zu decken.

    „China hat die Kosten der Programmierer längst am riesigen Inlandsmarkt hereingebracht. Bei uns wären sie, auch wegen der geringen Stückzahlen, uneinbringlich.“

    Offene Software für so ziemlich alles als globales Projekt, öffentliche Güter zu schaffen und allen zur Verfügung zu stellen, würde auch dieses Problem lösen. Und könnte nebenbei die Transparenz und auch die Qualität der Software erheblich steigern. Wenn jetzt die KI selber programmieren kann, müsste dieses Projekt doch zugig Wirklichkeit werden können.

    Derweil ist allerdings die chinesische Grüne Technik wenigstens schon mal ganz schön billig. Und wenn wir weniger Öl und Gas importieren müssen, dann müssen wir schon auch irgendwas anderes importieren. Insbesondere Deutschland hat sowieso schon einen notorischen Außenhandelsbilanzüberschuss, den man gerne abbauen kann.

    Wenn China weiter so umfangreich in alle Welt exportiert, steigt auch unweigerlich der Wechselkurs der chinesischen Währung. Was dann das Problem von selber entschärft. Man wird nicht aus versehen irgendwie zum Hochlohnland, das passiert, wenn man über Jahrzehnte deutlich mehr exportiert als man importiert.

  22. Die Lehre des Skeptizismus hinsichtlich politischer Prozesse ist, vorsichtig bei Menschen und Projekten zu sein, die Beherrschung von Gesellschaften und Gemeinschaften anstrebt. Das ist bei Autokratien und im Totalitarismus der Fall.
    Es unterscheidet sich von regieren in liberalen Demokratien.
    Das Zweite ist das Mass des Risikos sowohl im Autoritarismus als auch in liberalen Demokratien hinsichtlich der Versorgung mit Wärme und Strom. Da haben beide im Rahmen der Industriealisierung zur Ökologie versagt. Haben sie sich gegenseitig hochgeschaukelt?
    Im Grunde befinden wir uns in einer Sackgasse, aus der es auch der Illiberalismus uns nicht herausführen kann:
    Atomenergie hat Ewigkeitsfolgen, Fossilismus ist nicht nachhaltig und Sonne und Wind hat ästhetische Folgen zur Landwahrnehmung. Mal pauschalisiert.
    Was hat das nu mit fossilen Autokratien, atomarem Illiberalismus und nachhaltigen liberalen Demokratien zu tun?
    Das Tagesgeschäft.
    Mir ist es ein Rätsel, wie das Tagesgeschäft verhindert, wie wir mit uns und dem Planeten umgehen?
    Rechthaberei im Tagesgeschäft ist der Nukleus.
    Verhindert, dass wir noch Dekaden in Streiterein verharren, als zu überlegen, wie es uns gemeinsam, kulturell durchaus verschieden, gut geht.
    Versorgung mit Energie in Form von Wärme, Nahrung, Wasser, und Schutz vor abiotischen Faktoren ist für jeden zentral.
    Das ist für jedes Lebewesen gleich.
    Wer mehr will, soll es redlich begründen!

    • Vielen herzlichen Dank, @Mussi 🙏

      Aus meiner Sicht ergeben sich zu Ihren Ausführungen zwei Weiterungen:

      Erstens – nicht einmal China 🇨🇳 hat es bislang gewagt, staatlicherseits in die wichtigsten Entscheidungen der Menschen bestimmend einzugreifen: in die Fragen von Ehen und Kindern.

      Und da ist es doch ganz offensichtlich so, dass gerade auch die Autokratien in riesigem Tempo ihre Bevölkerungen verlieren, im Falle von Putin und Iran gar noch verstärkt durch fossil finanzierte Massaker und Kriege.

      Für mich ist das ein starkes Zeichen dafür, dass Diktaturen mit der Freiheit und Menschenwürde auch menschliches Leben so stark abwürgen, dass es verebbt.

      Und genau dort sehe ich auch den großen Unterschied in Sachen „Streitigkeiten“: Das Mitreden und Mitbestimmen über die eigenen Angelegenheiten betrachte ich als Aspekt der Menschenwürde. Selbst wenn Diktaturen bessere Pfade beschreiten würden – was sie nach meiner Beobachtung nicht tun -, so wären Dialoge, Beratungen, Wahlen und Abstimmungen doch in meinen Augen „würdiger“ als jedes tyrannophile Mitläufertum.

      Im Grundsatz sehe ich hier den enormen Unterschied zwischen Situation und Konstellation, wie es Hartmut Rosa in seinem neuen Buch beschreibt.

      Deswegen halte ich Demokratien für weiterhin menschenwürdiger & zukunftsweisender als jede (gar fossile) Diktatur.

  23. @ Tobias Jeckenburger 04.03.2026, 14:46 Uhr

    Europa ist sehr dicht besiedelt und hat ein hohes Lohnniveau. Wir haben hohe Umweltstandards. Daher ist die Rohstoffproduktion bei uns sehr teuer. Wir brauchen Partner. Da würden sich Russland (dünn besiedelt) und die Ukraine anbieten….

    Ich nutze auch Freeware auf meinem Computer. Aber Sicherheitsrelevante Software für Autos kann nicht von „Softwarebastlern“ hergestellt werden. Wer übernimmt die Verantwortung? Höchstens eher verpönte Tuning Software stammt von „Bastlern“….

    Wenn wir Pech haben, könnte es sich mit China eines Tages so verhalten wie beim „Russengas“. Z.B. wenn die Taiwanfrage eskaliert`?

    Es fragt sich, wie weit die Chinesen den Wechselkurs „steuern“ werden, wenn sie wissen wohin das führt. Bei uns hat es ehemals dazu geführt, dass wir uns z.B. Bananen leisten konnten….. Jetzt kommen die Nachteile….

    An die Nachteile hat keiner gedacht. Die Chinesen könnten „gelernt haben“….

    Anfang des 20 Jahrhundert hat die Wirtschaft Argentiniens als höchst erfolgreicher Agrarstaat extrem floriert. Danach kam der Absturz….

  24. @Realo 04.03. 21:06

    „Aber Sicherheitsrelevante Software für Autos kann nicht von „Softwarebastlern“ hergestellt werden. Wer übernimmt die Verantwortung?“

    Ich denk mal das machen keine Bastler, sondern Leute, die wirklich wissen was sie tun. So ist Linux weit weniger fehlerhaft als Windows. Dann muss diese Software gründlich geprüft und getestet werden, und man könnte das ganze Versichern. Das Geld dafür müsste über Spenden und staatliche Förderungen eingetrieben werden.

    Spätestens wenn es um Selbstfahrsysteme geht, muss man natürlich gucken, dass man nicht Unausgereiftes verbreitet installiert. Man müsste sich sehr genau eventuelle Unfallzahlen angucken.

    Anderseits können wir zufrieden sein, wenn das Selbstfahrsystem weniger Unfälle verursacht als ein menschliche Fahrer. Und dann sinken sogleich auch die Versicherungsbeiträge. Und allein wegen diesen doch immensen Kosten wird man sich größte Mühe geben, das die Selbstfahrsysteme nur sehr selten Unfälle verschulden.

    „Wenn wir Pech haben, könnte es sich mit China eines Tages so verhalten wie beim „Russengas“. Z.B. wenn die Taiwanfrage eskaliert`?“

    Ja gerade dann wird es uns sehr viel besser gehen, wenn wir die meisten chinesischen Produkte mit unserer eigenen Software betreiben. Dann funktioniert auch weiterhin die hier installierte Chinesische Technik, auch wenn wir für einige Jahre den Handel mit China einstellen müssen.

    Und wenn wir freie Software für chinesische Importe haben, dann kann man so ziemlich dieselbe Software auch für US-IT-Konzerne nutzen. Und das beste ist, dass funktioniert dann nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt. Selbst die meisten US-Bürger würden das für sich gerne nutzen.

    Die Chinesen sollen machen was sie wollen. Wenn sie wirklich schlau sind, nutzen die am Ende auch dieselbe freie Software, und sparen sich selber auch die Kosten für kommerzielle Software.

    „Es fragt sich, wie weit die Chinesen den Wechselkurs „steuern“ werden, wenn sie wissen wohin das führt.“

    Man kann das in gewissen Grenzen versuchen. Aber es funktioniert einfach nicht. Sonst wären wir ja auch kein Hochlohnland, wenn man dieses Problem so einfach umgehen könnte. Wie das genau funktioniert, weis ich jetzt allerdings nicht. Müsste ich mal recherchieren.

  25. @ Tobias Jeckenburger 05.03.2026, 01:04 Uhr

    Zitat: „Ich denk mal das machen keine Bastler, sondern Leute, die wirklich wissen was sie tun. So ist Linux weit weniger fehlerhaft als Windows. Dann muss diese Software gründlich geprüft und getestet werden, und man könnte das ganze Versichern. Das Geld dafür müsste über Spenden und staatliche Förderungen eingetrieben werden.“

    So ähnlich dürfte es sich auch verhalten. Allerdings ist für die professionellen Nutzer, Linux nicht kostenlos. Das flexiblere Linux System muss implementiert und gewartet werden. Das machen natürlich bezahlte Profis. Allerdings dürften sich diese Profis vernetzen und auch die vielen Linux Varianten (für bestimmte Einsatzzwecke) optimieren.

    Diese Vielfalt gibt es bei Windows nicht. Es ist eher „Einheitlich“ und das ist eher zweckmäßig, wenn sich Unternehmen keine „Individualität“ leisten müssen, können oder wollen.

    Was die Selbstfahrsysteme betrifft, stimme ich überein.

    Sollte es z.B. wegen der Taiwanfrage „krachen“, gibt es halt weniger Ersatzteile. Aber die Probleme sind eher kleiner, als wenn plötzlich keine Energie da ist….

    Eine Frage ist auch, ob die Chinesen in ihre (komplexere) Hardware „Backdoors“ eingebaut haben? Das könnte die Hardware praktisch nutzlos machen? Fragt sich, ob man das austricksen kann?

    Hochlohnland Problem: Mit Solarzellen und Speicher kann man sich etwas Sicherheit gegen einen gefürchteten Blackout „erkaufen“.

    Das ist völlig rational, weil auch die Heizungen nicht mehr funktionieren. Bedeutet, wenn z.B. das Wasser vorher nicht abgesperrt und ausgelassen wurde, steht nachher die ganze Bude unter Wasser, so dass das Wasser aus den Türen und Fenstern herausrinnt…..

    Bei den E Autos ist Rationalität derzeit wegen der „Reichweitenangst“ und der noch hohen Kosten bei unausgereifter Technik schwieriger. Aber die Chinesen scheinen auf „gutem Weg“ zu sein….

    Laut KI gibt es Ansätze zu Lösung des „Hochlohnland Problems“. Nur eine so „richtige Sensation“ sind sie halt nicht.

    Die Chinesen könnten eher Problemlösungen finden, die sie wegen ihrer philosophischen Traditionen besser akzeptieren, als der eher „egoistische“ Westen….

  26. @Handelsbilanz und Wechselkurse

    Das Thema Billigimporte aus China hat offenbar tatsächlich Grenzen.

    Ich hab Felo.ai gefragt:

    Verteuert ein Außenhandelsüberschuss zwangsläufig die eigene Währung?

    Ein Außenhandelsüberschuss tritt auf, wenn ein Land mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als es importiert. Dies hat direkte Auswirkungen auf die eigene Währung, insbesondere in Bezug auf deren Wert und Nachfrage.

    Zusammenhang zwischen Außenhandelsüberschuss und Währungswert

    Erhöhte Nachfrage nach der Währung: Ein Außenhandelsüberschuss führt in der Regel zu einer erhöhten Nachfrage nach der Währung des exportierenden Landes. Ausländische Käufer müssen die lokale Währung erwerben, um die exportierten Waren zu bezahlen, was den Wert dieser Währung tendenziell stärkt

    Währungsaufwertung: Wenn ein Land konstant Überschüsse erzielt, kann dies zu einer Aufwertung der eigenen Währung führen. Eine stärkere Währung macht Exporte teurer und Importe günstiger, was langfristig den Außenhandelsüberschuss verringern kann, da die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte sinkt

    Feedback-Schleifen: Der Zusammenhang zwischen Außenhandelsüberschuss und Währungswert ist nicht linear. Eine Währungsaufwertung kann die Exportnachfrage dämpfen und die Importnachfrage ankurbeln, was zu einem Ausgleich des Handelsbilanzüberschusses führen kann. Dies zeigt, dass die Auswirkungen eines Überschusses auf die Währung auch von anderen wirtschaftlichen Faktoren abhängen, wie z.B. Zinssätzen und Kapitalflüssen

    Fazit

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Außenhandelsüberschuss in der Regel die eigene Währung stärkt, da die Nachfrage nach dieser Währung steigt. Allerdings sind die Auswirkungen komplex und können durch verschiedene wirtschaftliche Faktoren beeinflusst werden. Ein anhaltender Überschuss kann letztlich auch zu einer Währungsaufwertung führen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte beeinträchtigen kann.

    Wie beeinflussen Zinssätze die Beziehung zwischen Außenhandelsüberschuss und Währungswert?

    Zinssätze spielen eine entscheidende Rolle in der Beziehung zwischen Außenhandelsüberschuss und Währungswert. Hier sind die wichtigsten Aspekte, wie Zinssätze diese Beziehung beeinflussen:

    Anziehung ausländischer Investitionen: Höhere Zinssätze in einem Land machen dessen Finanzanlagen attraktiver für ausländische Investoren, da sie höhere Renditen erwarten können. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage nach der lokalen Währung, was deren Wert steigert. Wenn ein Land einen Außenhandelsüberschuss hat, wird die Nachfrage nach seiner Währung durch die Exporte zusätzlich angekurbelt, was zu einer weiteren Aufwertung führen kann

    Wechselkurs und Handelsbilanz: Ein Anstieg der Zinssätze kann den Wechselkurs einer Währung stärken, was die Exporte teurer und die Importe günstiger macht. Dies kann langfristig den Außenhandelsüberschuss verringern, da die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte sinkt, während die Nachfrage nach Importen steigt. Umgekehrt kann ein Außenhandelsüberschuss, der durch hohe Exporte entsteht, die Währung stärken, was wiederum die Zinssätze beeinflussen kann, da die Zentralbank möglicherweise die Geldpolitik anpasst, um Inflation zu kontrollieren

    Feedback-Schleifen: Die Beziehung zwischen Zinssätzen, Außenhandelsüberschuss und Währungswert ist dynamisch. Ein anhaltender Außenhandelsüberschuss kann zu einer Währungsaufwertung führen, was die Zentralbank dazu veranlassen könnte, die Zinssätze zu erhöhen, um die Inflation zu kontrollieren. Diese Zinserhöhungen können wiederum die Währung weiter stärken und die Handelsbilanz beeinflussen

    Fazit: Zinssätze sind ein wesentlicher Faktor, der die Beziehung zwischen Außenhandelsüberschuss und Währungswert beeinflusst. Höhere Zinssätze ziehen ausländische Investitionen an, was die Währung stärkt und die Handelsbilanz beeinflusst. Gleichzeitig kann ein Außenhandelsüberschuss die Währung aufwerten, was die Zinspolitik der Zentralbank beeinflussen kann.

  27. @Realo 05.03. 12:49

    „Bei den E Autos ist Rationalität derzeit wegen der „Reichweitenangst“ und der noch hohen Kosten bei unausgereifter Technik schwieriger. Aber die Chinesen scheinen auf „gutem Weg“ zu sein….“

    In der Tat gibt es immer noch keine E-Kleinwagen von deutschen Herstellern. Mit der Ladeinfrastruktur gibt es offenbar Fortschritte. Bei mir um die Ecke hat eine konventionelle Tankstelle jetzt vier Ladeplätze mit je 300 KW eingerichtet.

    Ansonsten ist der öffentliche Ladestrom mit hier satten 82 ct die Kwh richtig teuer. Das ist jetzt nicht billiger als Benzin oder Diesel.

    Wer allerdings eine eigene Solaranlage mit eigener Steckdose für das Auto hat, der kann mit Kosten von unter 10 ct die Kwh im Sommerhalbjahr und teils darüber hinaus aufladen. Das ist dann ein echter Kostenvorteil. Die Solaranlage beim Arbeitgeber könnte dasselbe leisten.

    Dann könnte man auch den Fahrzeugakku dem Stromnetz zur Verfügung stellen, aber dem stehen in Deutschland noch die fälligen Durchleitungsgebühren im Wege. Man kann sich aber auch helfen, in dem man das eigene E-Auto als erweiterten Speicher für die eigene Solaranlage nutzt.

    Ärgerlich finde ich, dass vor allem Eigenheimbesitzer jetzt schon richtig lukrativ selber investieren können. Bei mir hier in der Innenstadt bräuchte man die Möglichkeit, dass man vor Ort gewonnenen Solarstrom direkt an benachbarte Verbraucher mit reduzierten Durchleitungsgebühren verkaufen darf. Schließlich belastet man damit überhaupt nicht die Stromnetze.

    „Die Chinesen könnten eher Problemlösungen finden, die sie wegen ihrer philosophischen Traditionen besser akzeptieren, als der eher „egoistische“ Westen…“

    Persönlich kenne ich nur Koreaner, die mir einen sehr guten Eindruck gemacht haben. Ansonsten kenne ich nur den Taoismus, der mir ebenfalls sehr gut gefällt. Der ist durchaus spirituell, aber dennoch ganz auf das irdische Leben ausgerichtet, soweit ich das verstanden habe.

    Dass das die Chinesen zu mehr Gemeinsinn motivieren kann, halte ich für möglich. Aber die dort praktizierte Diktatur dürfte das jetzt nicht unbedingt fördern. Aber ich weiß es nicht. Das ist da schon eine ganz andere Kultur. Einen Begriff von Menschenwürde und Herzensbildung dürften die vermutlich aber auch haben.

    Eine Verbindung zur Natur und deren Erhaltung dürfte allerdings in China eher dazu gehören als bei uns? Die billige Grüne Technik Made in China könnte mehr als nur geschäftlich motiviert sein.

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