Energieglauben und Solarpunk – SolarBOOM in China & Pakistan

Ende letzten Jahres gab ich dem dänischen Windkraft-Unternehmen Orsted ein Interview zu erneuerbaren Friedensenergien als entscheidendem Beitrag, um die fossile Finanzierung von Diktaturen, Krieg und Antisemitismus zu stoppen. Ich erklärte, dass nicht nur Religionen wie der Islam oder das orthodoxe Christentum durch den Fossilismus verformt werden, sondern auch die Politik und Wirtschaft jedes einzelnen Staates.
Kachel zu meinem Interview für Orsted-Energiewinde vom 29.12.2024: “Erneuerbare sind Friedensenergien”. Screenshot: Michael Blume
Zur “Natur des Glaubens” gehören auch Geldglauben, Staatsglauben, Energieglauben…
Viele Menschen glauben immer noch, dass sich der Glauben in Bildern und Mythen nur auf die Religionen beziehe. Aber das ist falsch. Unser menschlicher Mesokosmos ist sehr beschränkt und zu allem, was kleiner oder größer als dieses ist, brauchen wir Bilder und Erzählungen. So haben wir einen meist unbewussten Geldglauben, einen Staatsglauben (Fachbegriff: Zivilreligion), einen Energieglauben, glauben vielleicht an die Liebe, die Musik oder daran, dass uns Urlaubsreisen mit dem Flugzeug glücklich machen würden.
Und es gehört zum besten Teil der Aufklärung, immer mal wieder Aspekte dieser verschiedenen Glaubensweisen im Sinne des kritischen Rationalismus nach Karl Popper (1902 – 1994) zu reflektieren.
Geben Verschwörungsunternehmer wie Hoss & Hopf wirklich seriöse Finanztipps? Welche Varianten von Demokratie gibt es eigentlich? Welche Farbe hat Strom? Usw.
Die Regierung Trump bedroht Windkraft-Investitionen des dänischen Unternehmens Orsted
Gerade ließ das fossilistische Trump-Regime in den USA dem dänisch-europäischen Unternehmen Orsted den Weiterbau einer fast fertigen Offshore – Windkraftanlage vor Rhode Island aus “Gründen der nationalen Sicherheit” untersagen. Damit sind riesige Investitionen des Unternehmens in Gefahr.
Einerseits handelt es sich hierbei selbstverständlich um einen feindseligen Akt gegenüber Dänemark und der Europäischen Union wegen Grönland, auf das der US-Thymokrat Ansprüche erhebt. Aber darüber hinaus ist es auch ein Zeichen der Karbonblasen – Panik der Fossilisten, denen Tag für Tag klarer wird, dass sie auf ihren fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas sitzenbleiben.
Auch in Deutschland schreitet der Ausbau der Photovoltaik voran. Trotz des fossil vereinheitlichen und gezielt bürokratischen Strommarktes führt Bayern schon 2024 mit über 26 GW installierter Photovoltaik mit weitem Abstand vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Grafik mfG: Fraunhofer ISE Stand 01/2025
Über den medialen und politischen Lobbyismus aus dem ehemaligen Preußen habe ich ja bereits verschiedentlich berichtet. Der energiewirtschaftliche Dualismus in Deutschland lässt sich mit folgendem Merksatz leicht begreifen: “In der Bundesrepublik Deutschland fließt das Wasser meist von Süden nach Norden und die Energie meist von Norden nach Süden.”
Entsprechend erbittert versuchen vor allem (aber nicht nur!) norddeutsche Fossil-Lobbyistinnen in Bund und Ländern in mehreren leider auch demokratischen Parteien, den Ausbau von Solarenergie, Batteriespeichern & grünem Wasserstoff in Süddeutschland aufzuhalten und uns stattdessen veraltete Putin-Gazprom-Gaskraftwerke aufzudrücken. Auch die deutsche Autoindustrie wird für kurzfristige Profite auf lange Sicht geopfert.
Sehr empfehlenswert ist die 3sat/nano-Doku über den bayerisch-fränkischen Landkreis Wunsiedel. “Dunkelflaute? Nicht in Wunsiedel!”. Screenshot vom Mastodon-Post: Michael Blume
Solarrausch in China & Pakistan
So sehr ich aber deutsche Politik auch schätze, so spielt die solare Musik jedoch längst woanders: China hat gerade die 1.000 GW-Schallmauer durchbrochen und in den ersten sechs Monaten 2025 mit 210 GW mehr als doppelt soviel Solarenergie aufgebaut wie Deutschland im ganzen letzten Jahr.
Denn die KP-Diktatur hat im Gegensatz zu den meisten Europäern längst begriffen, dass es nicht “nur” ökologisch, sondern auch volkswirtschaftlich und strategisch viel klüger ist, erneuerbare Wohlstandsenergien im eigenen Land zu produzieren, statt fossile und bisweilen konkurrierende Regime zu finanzieren. Solarenergie ist entscheidend für die Macht- und Geldverteilung im 21. Jahrhundert.
Politik- und religionswissenschaftlich noch interessanter ist jedoch das islamisch geprägte Pakistan, das zwar eine nominell demokratische Regierung hat, aber massiv unter Armut, Extremismus und Korruption leidet. Dort hat sich ein unglaublicher Solarboom gebildet, der von einigen auch bereits als Solarrausch (analog zum früheren US-Goldrausch) bezeichnet wird!
Schon im letzten Jahr wurden Solarpaneele mit über 17 Gigawatt Gesamtleistung aus China importiert – und in 2025 könnte es sich noch einmal verdoppeln! Und die Käufer sind nicht etwa staatliche Investoren, sondern Firmen, Hausbesitzer und vor allem (!) ärmere Menschen. Denn das vor allem Kohle-orientierte, pakistanische Stromnetz wird immer teurer und fällt auch immer wieder über Stunden aus, so dass es sich wirtschaftlich immer mehr lohnt, den Strom auf Hausdächern, Feldern etc. selbst zu produzieren! Auch Batterien, elektrische Öfen und Heizungen sowie kleinere E-Fahrzeuge werden immer stärker nachgefragt, weil sie viel günstiger sind als Diesel und Gas aus dem Ausland.
In Pakistan findet gerade eine Solarpunk-Revolution “von unten” statt!
Und sie bringt gerade auch ärmeren Wohlstand, schont die Mitwelt und stärkt die Energiedemokratie gegenüber autoritären und oft korrupten, auch antisemitischen Fossilisten.
Klar vlogge ich zu dem Thema auch, obwohl die YouTube-Algorithmen ökologische Themen runterhalten. So hat mein Vlogpost über das gescheiterte Plastik-Abkommen von Genf schon bisher 20 Likes und 17 Kommentare – aber nur klägliche 144 Abrufe. Würde ich fossile US-Propaganda vloggen, sähe dies wohl anders aus.
Ihr merkt – ja, wir alle haben auch einen Medienglauben. 🙂



Wurde auf Mastodon schon gefragt, “warum” Bayern alleine mehr Photovoltaik aufweist als Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gemeinsam.
Und, nein, an der Bevölkerungszahl liegt es nicht, wie ich hier klarstellte:
#NordrheinWestfalen hat derzeit noch 18+ Mio. Menschen, #Bayern 13.+ Mio. und #BadenWuerttemberg 11+ Mio. Dennoch hat BY mehr #Photovoltaik als die beiden anderen #Bundesländer zusammen!
Ich verstehe, dass es auch uns hier auf #Mastodon schwer fällt, die eigenen #Vorurteile kritisch zu überprüfen. Wir sind eben alles Menschen & parteipolitischer #Dualismus macht #Politik überschaubar. Aber ich finde #Politikwissenschaft spannender als alle Klischees!
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115083620827036084
Perplexity.ai beantwortet die Frage für uns so:
In Bayern gibt es aus mehreren Gründen deutlich mehr Photovoltaik-Leistung als in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen:
– **Mehr Sonnenstunden:** Bayern profitiert von einem höheren jährlichen Sonnenschein im Vergleich zu NRW und auch geringfügig zu Baden-Württemberg. Laut Deutschem Wetterdienst liegt die durchschnittliche Sonneneinstrahlung in Bayern bei etwa 1.150 kWh/m² pro Jahr, während NRW auf ca. 1.035 kWh/m² kommt. Das erhöht den spezifischen Stromertrag von Solaranlagen und macht Investitionen besonders attraktiv.[1][2]
– **Größere Landesfläche und Verfügbarkeit von Freiflächen:** Bayern ist das größte deutsche Bundesland und bietet mehr Fläche – auch abseits von bebauten Zentren – für große Freiflächenanlagen. Vor allem der Bau solcher Solarparks ist dort politisch und rechtlich leichter und wird gezielt gefördert. Diese Freiflächenanlagen haben wesentlich mehr Leistung als kleine Dachanlagen und sind günstiger zu installieren.[2][1]
– **Frühzeitige und konsequente Förderung:** Bayern hat schon früh strategisch auf den Ausbau der Photovoltaik gesetzt, etwa durch attraktive Förderprogramme und Einspeisevergütungen. Dadurch wurde der Ausbau schon vor Jahren angekurbelt, während NRW und Baden-Württemberg erst später nachzogen. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist besonders hoch.[2]
– **Politische Unterschiede:** Bei der Genehmigung und Förderung von Photovoltaikanlagen ist Bayern seit Jahren konsequenter und weniger restriktiv. Während NRW etwa die Windenergie ausbaut, gab es dort und auch in Baden-Württemberg bis vor Kurzem mehr bürokratische Hürden und geringere Flächenverfügbarkeit für große Solarprojekte.[1]
– **Wirtschaftlichkeit:** Die Kombination aus mehr Sonnenstunden, sinkenden Kosten für Solartechnik und besseren Förderbedingungen sorgt in Bayern dafür, dass sich Anlagen besonders schnell amortisieren. Das hat den Boom weiter beschleunigt.[3][2]
Diese Faktoren sorgen dafür, dass Bayern bei der Photovoltaik deutlich vor BW und NRW liegt, auch wenn die beiden anderen Bundesländer langsam aufholen.[4][1][2]
[1](https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/erneuerbare-energien-nrw-bayern-vergleich-100.html)
[2](https://www.aceflex.de/magazin/photovoltaik-bayern-wohin-geht-es-in-der-zukunft/)
[3](https://solar-sed.de/photovoltaikanlage-in-bayern/)
[4](https://www.solarbranche.de/ausbau/bundeslaender-photovoltaik)
[5](https://echtsolar.de/photovoltaik-ertrag/)
[6](https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf)
[7](https://www.enter.de/blog/solarenergie-in-deutschland)
[8](https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/photovoltaik-ausbau-in-den-bundeslaendern-im-ersten-halbjahr-2024)
[9](https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/photovoltaik-rekord-in-baden-wuerttemberg-1)
[10](https://www.bw-energy.de/ausbaubilanz-2024-themen-im-ueberblick/)
Nehmt das, “Preußische Allgemeine”! 🌞🤭🌈
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-aus-dem-ehemaligen-preussen-warum-deutscher-energieglauben-auch-regional-gepraegt-ist/
Allen an Religionen, Demokratie, Geschichte, Wirtschaft & Energie Interessierten wünsche ich einen gesegneten Sonn-tag! 🌞🙏
Es gibt auch in Bayern Menschen, die unermüdlich für den Ausbau der Solarenergie im Einsatz sind.
Auf Bluesky lese ich häufig die informativen Posts von Martin Hundhausen, der quasi fast jedes Dach der FAU Erlangen-Nürnberg mit Solaranlagen bestückt.
Auch wenn ich mich wiederhole: Das Framing der Erneuerbaren Energien als links-grün-woke Ideologie ist aus den Köpfen vieler Zeitgenossen nicht herauszubekommen.
Ich bin davon ausgegangen, dass sich die Erneuerbaren Energien durchsetzen werden. Dass es ein solcher Kampf wird, hätte ich nicht erwartet.
Menschen wie Sie oder Herr Hundhausen geben mir Hoffnung. Danke dafür!
Herzlichen Dank, @Marie H. 🙏
Ja, wenn wir Menschen tatsächlich vernünftige Wesen wären, dann hätten wir die Energiewende mit Solarenergie, Batteriespeichern und grünem Wasserstoff längst vollzogen, die Klimakrise abgebremst, die fossile Finanzierung der Ressourcenfluch – Regime Russland & Iran längst gestoppt und mit all dem sogar noch unseren eigenen Wohlstand gehoben.
Doch stattdessen müssen wir immer noch gegen fossile Blockaden und Wellen von Desinformation und Verschwörungsmythen ankämpfen.
US-amerikanische Konzernmedien sind leider längst keine ehrliche Hilfe mehr: Obwohl das oben eingebundene YouTube-Video bereits 12 Likes und vier Drukos hat, wird es von den Algorithmen kaum weitergereicht und hat gerade einmal 40 Abrufe!
https://youtube.com/shorts/L9YT8x-6dss
Und unsere deutschen Medien sind leider auch kaum noch hilfreich. Ich hatte ja erst neulich mal testweise eine offizielle PM zur fossilen Finanzierung des Antisemitismus versandt…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/2025_06_26_Blume_erneuerbare-Friedensenergien-2.pdf
…die jedoch medial überhaupt nicht aufgegriffen wurde. Das empfinde ich schon als enttäuschend und vielsagend – und es zeigt, wie weit die Wege noch sind… 🙏🤔🌍
Umso mehr Dank für Ihr dialogisches und ermutigendes Solarpunk – Interesse! 🙏📚🌞
@Hauptartikel
In Deiner Quelle steht:
„Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 wurden in China neue Solaranlagen mit einer Leistung von 210 GW (210.000 MW) neu errichtet. Das ist deutlich mehr als die gesamte installierte Solarleistung in den USA Ende 2024 mit rund 178 GW (IRENA); Deutschland liegt Ende letzten Jahres bei 100 GW.“
Du schreibst:
„in den ersten sechs Monaten 2025 mit 210 GW mehr als doppelt soviel Solarenergie aufgebaut wie Deutschland im ganzen letzten Jahr.“
Wie Deutschland insgesamt installiert hat wäre richtig.
Das ist ja noch sehr viel mehr. Die Chinesen bauen dieses Jahr mit ca. 400 GW 4 mal soviel dazu, wie wir insgesamt überhaupt erst installiert haben.
Offenbar produziert China was das Zeug hält, und alles, was nicht exportiert wird, das installieren die einfach bei sich selber. Zusätzlich liegt China und auch die meisten seiner weltweiten Kunden weiter südlich und haben auch noch teils mehr als doppelt soviel Jahresertrag pro installiertem GW als wir in Mitteleuropa.
Da bewegt sich wirklich was.
Und wir verdienen wohl sogar mit. Ich hatte neulich einen Beitrag gelesen, dass ein Teil der Maschinen, die in China die PV-Module produzieren, aus deutscher Produktion sind.
Gerade Komplettanlagen mit integriertem Speicher, Wechselrichter und Ladestation für Mobile Verbraucher, die noch die Stabilität der lokalen Stromnetze unterstützen, dürften der globale Durchbruch werden. Gerade auch wo man Klimaanlagen gebrauchen kann, dann kann man den meisten Strom direkt dann nutzen, wenn auch am meisten zur Verfügung steht.
Neben den hohen Erträgen hat man dann zusätzlich viel weniger Speicherbedarf als hierzulande.
Danke, @Tobias 🙏
Die Solarenergie-Zahlen aus China sind beeindruckend – die Solarpunk-Revolution in Pakistan aber politik- und religionswissenschaftlich noch viel mehr! Denn hier zeigt sich, dass Solarenergie längst auch ohne besondere Mitweltschutz-Wünsche und staatliche Förderung wirtschaftlich und energiedemokratisch funktioniert!
Durch die fossilistische Quersubvention der veralteten Kohlekraftwerke hat die pakistanische Regierung “aus Versehen” einen Boom dezentraler Solarnetze und einen schnellen Anstieg des allgemeinen Wohlstands ausgelöst. 🤭
Besonders erfreulich finde ich den dadurch sinkenden Bedarf an Erdöl und Erdgas in Pakistan, denn dieses wird vor allem aus dem benachbarten Iran importiert, wo die sog. Revolutionsgarden die Menschen unterdrücken, Kriege und Terror betreiben:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-fossil-finanzierten-revolutionsgarden-als-die-heimlichen-herrscher-des-iran/
Machen wir uns bitte klar: Erst vor wenigen Tagen tötete ein durch die Klimakrise verschärfter Monsun in Pakistan wieder Hunderte Menschen! Ärmere Menschen dort bezahlen mit ihrem Leben für unseren fossil befeuerten Reichtum – und bauen derzeit in rasendem Tempo Solarstrom aus! Wer sich da weiterhin als fossile Lobbyistin, als fossiler Lobbyist betätigt handelt nicht nur dumm, sondern auch böse.
Fakt ist also, weltweit und also auch für Deutschland: Wer weiterhin den Ausbau erneuerbarer Friedensenergien und Batteriespeicher fossil blockiert, befeuert die Klimakrise, finanziert Diktaturen, Kriege, Terror und Antisemitismus und zerstört volkswirtschaftliche Wertschöpfung.
Dir vielen Dank für Dein Interesse und Deine Ermutigungen, lieber @Tobias! 🙌
Wird langsam zum Problem, dass wir an alles Mögliche glauben, außer an die Realität. Wir sind nicht Gott, unser Glaube beherrscht nur die Welt in unseren Köpfen. In der materiellen Realität bewegt er bloß Hände, und Berge nur, wenn die Hände sehr viel schaufeln können.
Europa hat sich gerade selbst eine Gehirnwäsche verpasst und wird in die Sekte eingegliedert: Wir haben gelitten und uns selbst am Marterpfahl gequält, doch sobald wir den Großen Weißen Vater in Washington als unseren alleinigen Herrn und Erlöser akzeptiert haben, fühlen wir uns frei und erleichtert. Also, jene die es tun, entweder Kniefall oder Wounded Knee.
Und weil Trump der Große, der Vater Europas, genauso ein paar Heiden bekehren möchte wie sein gescheiterter Vorgänger Karl, lässt er als Napoleon Sonnenkönig keine Sonne neben sich scheinen. Öl und Gas sind sein Weihwasser, Windmühlen sind Götzenbilder, lasst euch taufen, sonst macht euch der Don (Quixote) den Scheiterhaufen heiß.
Gerade weil es die Byzantiner in China so sehr mit Solarstrom haben, macht den Papst in Washington scharf. Es geht um Gasholiken und Ökodoxen, wir haben hier schließlich ein Eskalationsmuster rund um den Blitz, die lange, offene Grenze zwischen Europa und Asien.
Die Geografie schreibt die Geschichte, die menschliche Dummheit wiederholt die Geschichte, die Technologie eskaliert die Geschichte. Die Technologie sorgt also dafür, dass immer mächtigere Akteure die Rolle der alten Konfliktparteien übernehmen müssen, aber es ist immer noch der gleiche Konflikt – keine Seite kann diese Grenze lange halten, also gibt es immer wieder Krieg. Polen und Litauen, Polen-Litauen und Russland, Deutschland und Russland, Amerika und Sowjetunion, jetzt sind Amerika und China dran, mit Russland als neuer Ukraine. Und dieser in Stein gemeißelte Konflikt saugt alles andere auf wie ein Staubsauger und zwingt Staaten, Menschen, Dingen, uralte Rollen auf und zwingt sie, den gleichen Krieg immer wieder und wieder und wieder zu kämpfen.
Und zwar so lange, bis die Technologie so mächtig wird, dass alte Geografie zum flachen Tisch wird und neue ins Spiel kommt – dass die Erde rund ist, hat das Spiel ja schon modifiziert, in Ostasien gibt’s eine zweite Grenze.
Die Folge ist aber auch, dass die alten Akteure von den neuen assimiliert werden. Westeuropa ist 1945 an Amerika gefallen, Teile des Sowjetreichs später, und weil wir einerseits nicht viel von so Sachen wie Kontinentalkongress, No taxation without representation oder Birth of a Nation halten, andererseits auch nix von Emanzipation und Einbürgerung, um als vollwertige Bundesländer in Washington wählen zu können, werden wir Untertanen und keine Bürger.
Und wenn ein Kaiser seine Herrschaft festigen will, vereinheitlicht er die Religion und verlangt Gesten der Unterwerfung, Geschenke, Kniefälle, Huldigung jeglicher Art. Dauert noch ein paar Jahrzehnte, bis wir alle auf Englisch umschulen müssen, aber die Symbole der Rebellion, der Sachsen und Slawen und Prusen, müssen fallen und durch prächtige Kirchen und Kathedralen ersetzt werden, die auch noch lukrativ sein müssen, denn ob Sie heiße Luft absondern oder Fracking-Gas oder Pixel in Filmen und Spielen, es ist einfach nur das Abzocken von Eingeborenen mit Glasperlen und Feuerwasser, Herstellung kostet kaum was, der Monopolist macht den Reibach.
Ob Sie jetzt aber mit Miete oder Gas oder Gebet abgezockt werden – man muss das Monopol auch halten. Religionen müssen sich bei Kundenbildung besonders viel Mühe geben, denn Glaube wächst überall wie Unkraut, da heißt es kräftig rupfen. Der Scheiterhaufen war sozusagen das LNG-Terminal des Vatikans, die Investition in Inquisition auch nicht viel anders als Preiskämpfe der Discounter.
Blöd nur, dass diesmal Gott mitspielt. Diesmal sind ja wirklich Hexen beteiligt, die schlechtes Wetter herbeizaubern, es gibt zwar immer noch nicht den richtigen und falschen Glauben, denn auch Trump hat ja nicht überall Unrecht und macht nicht alles falsch, und wir haben nicht immer Recht und machen nix, außer den ganzen Tag Recht haben. Doch es gibt ihn diesmal wirklich – den Irrglauben, der den Zorn Gottes über uns alle bringt.
Ansonsten ist alles, wie es schon immer war.
Sorry, @Paul S. – ich finde Ihr Selbstinszenierungs-Geschwurbel inzwischen völlig unverständlich und peinlich. Da lobe ich mir doch die feine Satire von Puppet Regime! 🤭🇺🇸👍
https://youtu.be/wTQFvomTcuo
Und ich gratuliere den Truppen der Ukraine 🇺🇦 an ihrem
Unabhängigskeitstag zum weiteren erfolgreichen Drohnen-Schlag gegen den russischen Fossilismus!
Im russischen Ostseehafen Ust-Luga ist nach Behördenangaben eine Ölraffinerie durch einen ukrainischen Drohnenangriff in Brand geraten.
https://taz.de/-Nachrichten-im-Ukraine-Krieg-/!6108748/
Ihnen, @Paul, einen besinnlichen Sonntag. 👋
Guten Abend @Michael,
Der große Vorteil von Solar, Windkraft, Biomasse Energien ist ja die kleine Struktur und das auch ein einzelner Mensch sich daran beteiligen kann. Keiner wird sich ein Kohlekraftwerk bauen können, aber eine Holzverstromung ist prinzipiell für jeden Waldbesitzer durchaus möglich 🙂
Gerade das Ärmere Länder nicht die Qual der Wahl haben, sondern eher den Stachel des Leidens verspüren, den Armut und strukturschwäche mit sich bringen, gibt ihnen die Möglichkeit einfach das zu nutzen.
Etwas weniger kryptisch, da wird wohl weniger Ideologisch Emotional darüber nachgedacht sondern es wird genutzt weil es eine Verbesserung der IST Situation bringt.
Vielleicht werden wir das in den nächsten Jahren sehen, wie sich kleine Windräder und Solarplanelle über Südasien, Afrika, Südeuropa und Lateinamerika überall ausbreiten, nicht staatlich vorangetrieben sondern durch eine Graswurzelrevolution.
Persönlich freue ich mich schon sehr auf die ersten Passagierflugzeuge die vielleicht auf Strom oder Wasserstoff sich in die Lüfte erheben. Das wäre ein sehr klares Zeichen das Erdöl einfach nicht mehr das Blut unserer Menschlichen umtriebe ist.
Was die Hoffnung etwas anfeuert ist auch das ein Land wie Saudi Arabien, seines Zeichens Jahrelang 6 größter Erdölverbraucher (und das bei einer verschwindet kleinen Bevölkerung für diesen Verbrauch!) anscheinend auf den gleichen Weg steht wie China. Auch wenn man den Saudis leider bei ihren ganzen Projekten nicht wirklich trauen kann.
Aus der Google KI:
Saudi-Arabien fördert den Ausbau der Solarenergie massiv als Teil seiner Vision 2030 zur Diversifizierung der Wirtschaft weg von Öl. Große Solarkraftwerke wie das Sudair-Projekt werden gebaut, und es sind weitere Anlagen in der Provinz Mekka und anderswo in Planung. Das Königreich investiert in erneuerbare Energien mit dem Ziel, bis 2030 50 % der Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen, um die CO2-Emissionen zu senken und Klimaneutralität zu erreichen.
Wichtige Punkte zum Solarprojekt in Saudi-Arabien:
Strategische Bedeutung: Solarenergie ist ein zentraler Pfeiler der saudischen Energiewende und des Ziels, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Vision 2030: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eng mit den Zielen der Vision 2030 verbunden, die auf die Schaffung einer nachhaltigen, vielfältigen Wirtschaft abzielt.
Großprojekte:
Das Solarkraftwerk Sudair ist eines der größten im Königreich.
Ein weiteres großes Projekt ist die Entwicklung von fünf neuen Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 15.000 MW, die Teil eines Nationalen Programms für erneuerbare Energien sind.
Investitionen: Große Investitionen fließen in den Bau von Solar- und Windkraftanlagen.
Technologietransfer: Internationale Unternehmen sind an der Umsetzung der Projekte beteiligt.
Klimaziele: Der Ausbau der Solarenergie trägt zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei und ist Teil der Bemühungen um Klimaneutralität bis 2060.
Herausforderungen: Trotz des Fortschritts ist die vollständige Erreichung der ambitionierten Ziele für 2030 eine Herausforderung, aber der Sektor gewinnt an Fahrt.
Wünsche noch einen schönen Abend 🙂
Vielen Dank, lieber @Berthold
Inhaltlich sehe ich es wie Du: Gerade auch in Pakistan setzt sich die Solarenergie dezentral durch, weil sie den Menschen finanzielle und sicherheitsbezogene Vorteile bringen. Und auch China und Saudi-Arabien investieren massiv und erfolgreich in Photovoltaik.
Wenn wir diese Analyse jedoch ernst nehmen – und ich tue das -, dann ergibt sich eine beunruhigende Schlussfolgerung: Demokratien lassen sich leichter fossil desinformieren als autoritäre Systeme!
Auch der Solarenergie – Erfolg in Pakistan geht ja vor allem auf fossile Dummheit zurück: Die dortige, oft als korrupt wahrgenommene Politik sagte den Kohlekonzernen feste Abnahmen zu, so dass denen jetzt die fossilen Netzpreise durch die Decke gehen. Damit aber werden die erneuerbaren Wohlstandsenergien immer attraktiver, der Fossilismus frisst sich selbst. Pakistan hat seine Solarpunk – Revolution eher aus Versehen ausgelöst.
Könnte es also sein, dass funktionierende Demokratien besonders anfällig für fossilen Lobbyismus sind?
Ein beunruhigender Gedanke – aber ich meine, wir müssten ihn prüfen… 🤔🇩🇪🇪🇺
Was meinst Du dazu?
Guten Morgen @Michael,
Jessas, das ist was dran. Vielleicht kommt hier die Kehrseite zu tragen, das in Demokratien eben alles mögliche offen Diskutiert wird, selbst wenn es um die Grundsätze der Demokratie selbst geht.
Wobei, da glaube ich Vertrauen im Vordergrund steht. Es gibt ja genug Demokratien die nicht wegen jeden Windrad eine Vergewaltigung fürs Auge sehen (wie in meinem Heimatland leider).
Ich kann mich noch erinnern das Russland zwar die ersten mit Impfstoff waren (auch wenn sie da einfach ein paar überprüfungsschritte übersprungen haben) gleichzeitig hat sich aber nur eine Minderheit impfen lassen da die im großen Stil den Staat misstrauen.
Auch bei Saudi Arabien stehen zwar große Projekte im Vordergrund, ähnlich wie im Kommunismus, die jedoch massiv Kosten und wenig bringen. Was wohl heißt das nicht Kommunismus und Sozialismus automatisch schlecht Wirtschaften, sondern das Ein Parteiensysteme und Diktaturen gerne Projekte starten, die einfach kurzfristig Prestige bringen, langfristig eine Katastrophe sind.
Uruguay wäre ja da auch ein Gegenbeispiel, sehr demokratisch und stark im Ausbau von Erneuerbaren.
Vielleicht trifft es eher das Menschen die wenig Hoffnung darauf haben das der Staat oder Gemeinschaften die Lage verbessern, viel von sich aus unternehmen, gerade dann wenn das Angebot unter die Nase gerieben wird. Das Kommunistische China treibt ja den Fabrik Ausbau massiv voran und braucht Abnehmer dieser Produkte.
Ein kleiner Nachtrag, weil es mir noch eingefallen ist:
Zur “Natur des Glaubens” gehören auch Geldglauben, Staatsglauben, Energieglauben…
Und es gehört zum besten Teil der Aufklärung, immer mal wieder Aspekte dieser verschiedenen Glaubensweisen im Sinne des kritischen Rationalismus nach Karl Popper (1902 – 1994) zu reflektieren.
Es ist ja spannend, wie sehr wir ja eigentlich aufgrund von Glaubenssystemen funktionieren und diese nur existieren, wenn wir dort unser Vertrauen Investieren. Gerade Gesetze müssen ja auch für Gut oder Gerecht geglaubt werden, damit sie auch eingehalten werden.
Vielen Dank, lieber @Berthold 🙏
Ich glaube, dass zwischen Deinen beiden letzten Drukos ein Zusammenhang besteht, den zu erkunden sich lohnt.
Also: Bei Karl Popper (1902 – 1994) und dessen von Inan Ince so stark präsentierten kritischen Rationalismus haben wir das das Prinzip der Falsifikation: Jede These wird so lange überprüft, bis sie scheitert und durch eine bessere ersetzt wird.
Schon Thomas S. Kuhn (1922 – 1996) wies jedoch darauf hin, dass die Wissenschaftsgeschichte immer wieder Phasen der Beharrung und plötzlicher Umstürze aufwies: Die Paradigmen und Paradigmenwechsel, heute umgangssprachlich auch oft “wissenschaftliche Revolutionen“ genannt. So sei der Umbruch von der Physik nach Newton zu jener nach Einstein oder von der Biologie nach der Bibel (Kreationismus) zur Evolutionstheorie erst gegen Widerstände und dann sprunghaft erfolgt.
Der katholische Theologe Hans Küng (1928 – 2021) wandte die Paradigmenanalyse auch auf die Überzeugungen der die Weltreligionen an.
Und der Philosoph Hans Blumenberg (1920 – 1996) benannte Paradigmen als absolute Metaphern, mit denen wir Argumente mehr oder meist doch weniger bewusst strukturieren. Zugespitzt nach seinem Schiffbruch mit Zuschauer: Früher sei alles Neue Meer gewesen, jetzt eben Computer-Netzwerk.
Wenn wir jetzt also die Paradigmen- und Diskurswechsel im Energieglauben, Staatsglauben, Geldglauben etc. vergleichend betrachten, dann sehen wir die Überforderungen. In autoritären Systemen können wenige neue, aber oft eben auch falsche Paradigmen durchsetzen. In Demokratien, insbesondere in Konkurrenzdemokratien, können neue Paradigmen wie die Klimakrise oder erneuerbare Friedensenergien lange blockiert werden.
Ein drastisches Beispiel dafür ist derzeit Spanien, wo die rechte Opposition auch und gerade nach den verheerenden Waldbränden der letzten Monate einen nationalen Konsens zur Klimakrise verweigert:
https://taz.de/Feuer-in-Spanien/!6106248/
Aus meiner stark Medien-orientierten Sicht sieht es so aus, dass die digitale Zerblasung das Beharren auf falschen Paradigmen (Lügen, Desinformation, Verschwörungsmythen, Dualismus) erleichtert hat – jede Medienblase hat jetzt eigene. Und KI verändert das Spiel derzeit schon wieder.
Was meinst Du bzw. meint Ihr? 🤔📚💡
@Michael,
“Könnte es also sein, dass funktionierende Demokratien besonders anfällig für fossilen Lobbyismus sind?”
Ein beunruhigender Gedanke – aber ich meine, wir müssten ihn prüfen.”
Diese Frage hat mich eine Weile beschäftigt.
Unter dem Eindruck der Lektüre Deines Buches “Rückzug oder Kreuzzug” habe ich felo ai mal mit folgender Frage gefüttert und eine, wie ich denke, ganz gute Antwort bekommen. Hilfe zur Denk-Strukturierung.
Frage:
Kann man die Frage, ob Offene Gesellschaften anfälliger gegenüber fossilem Lobbyismus sind, in Relation setzen zu Karl Poppers Gedanken zur offenen Gesellschaft, insbesondere zu seinem Gedanken, das Kreuz der Verantwortung (im Aushalten auch nicht bequemer wissenschaftlicher Wahrheiten) zu tragen?.
Antwort von Felo ai:
Die Frage, ob offene Gesellschaften anfälliger gegenüber fossilem Lobbyismus sind, lässt sich gut im Kontext von Karl Poppers Gedanken zur offenen Gesellschaft und seinem Konzept des „Kreuzes der Verantwortung“ betrachten.
Poppers Konzept der offenen Gesellschaft
Karl Popper definierte die offene Gesellschaft als eine, die sich durch ständige Veränderung und kritische Reflexion auszeichnet. In einer offenen Gesellschaft gibt es keine absoluten Wahrheiten; vielmehr ist sie auf den Dialog und die rationale Kritik angewiesen, um sich weiterzuentwickeln. Popper betont, dass die Gesellschaft nicht nur offen für neue Ideen sein sollte, sondern auch bereit sein muss, diese kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verwerfen. Dies steht im Gegensatz zu geschlossenen Gesellschaften, die sich dogmatischen Ideologien verschreiben und somit anfällig für Manipulationen durch mächtige Interessengruppen sind.
Fossiler Lobbyismus und seine Auswirkungen
Fossiler Lobbyismus kann in offenen Gesellschaften besonders problematisch sein, da er oft versucht, politische Entscheidungen zu beeinflussen, um wirtschaftliche Interessen zu wahren, selbst wenn diese im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Klimawandel stehen. In einer offenen Gesellschaft, die sich auf rationale Diskussionen stützt, könnte man erwarten, dass solche Lobbyversuche kritisch hinterfragt werden. Allerdings zeigt die Realität, dass wirtschaftliche Interessen oft über wissenschaftliche Wahrheiten gestellt werden, was die Integrität der offenen Gesellschaft gefährdet.
Das Kreuz der Verantwortung
Poppers Idee des „Kreuzes der Verantwortung“ bezieht sich auf die Notwendigkeit, auch unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu tragen. In Bezug auf fossilen Lobbyismus bedeutet dies, dass die Gesellschaft die Verantwortung übernehmen muss, sich gegen solche Einflüsse zu wehren und die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst zu nehmen. Dies erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit den Interessen, die hinter dem Lobbyismus stehen, und eine aktive Teilnahme der Bürger an politischen Prozessen, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen im besten Interesse der Allgemeinheit getroffen werden.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass offene Gesellschaften sowohl die Möglichkeit als auch die Herausforderung bieten, sich mit fossilem Lobbyismus auseinanderzusetzen. Poppers Gedanken zur offenen Gesellschaft und das Tragen des „Kreuzes der Verantwortung“ sind entscheidend, um die Anfälligkeit gegenüber solchen Einflüssen zu verringern. Es ist notwendig, dass Bürger und Institutionen aktiv und kritisch bleiben, um die Prinzipien der offenen Gesellschaft zu verteidigen und die wissenschaftlichen Wahrheiten zu akzeptieren, auch wenn sie unbequem sind.
Herzlichen Dank, lieber @Peter – über Dein Urlaubsbild vom Buch habe ich mich sehr gefreut! 🙂
https://sueden.social/@silberspur/115095122904690580
Und, ja, Du bist da auch gleich wieder voll im Thema der Erkenntnistheorie angekommen, das mich auch in “Rückzug oder Kreuzzug” so fasziniert hat. Wie kann es nur sein, dass der kritische Rationalist und Sozialliberale des 20. Jahrhunderts Karl Popper in seinem gefeierten Grundlagenwerk eine starke Metapher des Kreuzes entfaltete – und selbst in eng benachbarten Disziplinen wie der Theologie, Politik- oder Religionswissenschaft finden wir (bisher) praktisch keine Reflektion oder gar Diskussion darüber?
Schon 2022 hatte ich darüber mal mit Jay & Gofi vom Hossa Talk im Podcast-Format diskutiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-schrumpfen-der-freiheit-poppers-kreuz-der-wahrheit-im-hossa-talk-184/
Inzwischen schaue ich – auch mit diesem Blogpost – daher bewusster auf die Paradigmen nach Kuhn oder auch die absoluten Metaphern nach Blumenberg: Während wir einerseits in jeder Disziplin tatsächlich die schrittweisen, empirischen Erkenntnisfortschritte entlang der Falsifikation sehen, können politisch und wirtschaftlich unliebsame Erkenntnisse wie die Klimakrise oder auch die demografische Alterung offensichtlich sehr leicht blockiert und verdrängt werden. Und so rufen dann praktische alle Klimawissenschaftlerinnen zunehmend laut nach der Energiewende oder warnen praktisch alle Ökonomen nach der Reform des Rentensystems – aber es passiert einfach nicht. Die Lobby- und Beharrungskräfte auch in liberalen Demokratien erweisen sich als außerordentlich stark!
Für mein nächstes eBooklet “B wie Berlin” bin ich tief in die Geschichte Preußens eingestiegen und habe bei Heinz Ohff in “Preussens Könige. Ein Leben zwischen Hoffnung und Revolution” (Piper 1999 / 2016) einen Satz gefunden, der mich seitdem sehr beschäftigt und den ich heute auch mit meinen Kindern diskutiert habe. Auf S. 206 fragt Ohff:
“Warum muß immer erst ein Krieg verlorengehen, ehe die Vernunft siegt?”
Hier beginnt sich für mich eine Verschränkung von Popper und Blumenberg abzuzeichnen:
Das menschliche Wissen wächst schrittweise, aber gerade auch in der Vergangenheit erfolgreiche Gesellschaften tun sich erkennbar schwer damit, neue Erkenntnisse auch zu akzeptieren.
Dazu hatte ich ja bereits auch hier auf dem Blog Blumenberg zitiert mit:
“Dynamik entsteht aus Erschöpfung – auf diesem Paradox beruht das Vertrauen des Lebens zu sich selbst in der Nähe seiner Apokalypsen.” (Blumenberg, Hans: “ Höhlenausgänge ”, Suhrkamp 1996 / 2023, S. 64)
Vielen Dank also für Dein Mitlesen, Mitdenken, Mitdialogisieren – ich freue mich auf noch viele Dialoge mit Dir! 🙂
@Michael 24.08. 18:33
„…dann hätten wir die Energiewende mit Solarenergie, Batteriespeichern und grünem Wasserstoff längst vollzogen, die Klimakrise abgebremst,..“
Wir könnten weiter sein, gar keine Frage. Aber fertig? Mich interessiert hier allerdings mehr die Gegenwart und Zukunft. So könnten wir uns das z.B. kaum leisten, innerhalb von 3 Jahren alle Verbrenner-PKW mit E-Autos zu ersetzten. PKW halten derzeit ca. 12 Jahre, solange wird es auf jeden dauern, die Bestände abzulösen, wenn ab sofort nur noch E-Autos gebaut würden.
Mich interessieren aber jetzt vor allem die 210 GW von zugebauten PV-Anlagen in China im ersten Halbjahr 2025. Wenn wir hier inclusive des Chinesischen Exports eine aktuelle Produktion von 500 GW im Jahr zugrunde legen, würde mich jetzt interessieren, bis wann wir den Endausbau für PV weltweit fertig haben können.
Wir haben in Deutschland aktuell 100 GW PV-Leistung, und in etwa das 2,5-fache noch zu installieren. Das wären dann 250 GW. Die Chinesische Produktion schafft also aktuell gleich das doppelte pro Jahr, was für Deutschland am Ende komplett reicht.
Wenn das 10 Jahre so weitergeht, hätten wir 20 mal soviel Kapazität zugebaut. Weltweit gesehen haben wir in D einen hohen Verbrauch von ungefähr 2 mal dem Weltdurchschnitt und gleichzeitig geringere Erträge pro instllierten GW Photovoltaik von der Hälfte. Wenn man das zusammenrechnet, dann hätten wir in 12 Jahren weltweit den Endausbau für PV erreicht und müssten danach nur noch Altanlagen nach und nach erneuern.
Wenn jetzt die Produktion in China noch gesteigert wird, geht es noch schneller. Natürlich braucht es jetzt auch Kurzfristspeicher, E-Autos, Windenergie, Wärmepumpenheizungen und Wasserstoff für die Industrie und als Langfristspeicher. Die Primärproduktion von PV könnte aber offenbar sogar in weniger als 10 Jahren fertig werden.
Und weiter im Süden, dabei vor allem in wüstenartigen Gegenden, wird man viel Strom direkt für Klimaanlagen und Entsalzungsanlagen nutzen können, ohne dass da was für zwischengespeichert werden muss. Auch hat man vielerorts kaum winterliche Heizperioden, und braucht entsprechend keine teuren Wärmepumpen und keine saisonale Energiespeicherung.
Auch ist man in den ärmeren Ländern überwiegend mit ziemlich kleinen und gut besetzten Fahrzeugen unterwegs, diese zu elektrifizieren dürfte recht schnell gehen können.
Entsprechend scheint mir hier ein Ende von Öl und Gas absehbar zu sein, sofern die chinesische Produktion und der freie Welthandel weiter floriert. Dann fehlen eigentlich nur noch die USA und Russland, die wohl aktuell recht unmotiviert sind, auch in billige PV einzusteigen.
Vielen Dank, lieber @Tobias
Aus meiner Sicht beschreibt die Energiewende einen Kurswechsel hin zu erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und grünem Wasserstoff. Selbst im besten Fall endlich kluger, politischer Entscheidungen müssen wir in Jahrzehnten rechnen. Die Klimakrise würden wir damit nicht mehr aufhalten, aber noch abbremsen können.
Als Beispiel dafür hatten wir ja Uruguay, das die Stromerzeugung auf erneuerbare Friedensenergien umstellte, aber z.B. den Verkehr noch vor sich hat:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-solarpunk-prompt-uruguay-fuer-erneuerbare-wohlstandsenergien/
Leider kann ich jedoch nicht empfehlen, zu stark auf China zu setzen. Während wir uns in Europa durch auch militärisch dummen Fossilismus lähmen lassen, reduziert die KP unter Xi Jinping sehr strategisch seine Abhängigkeiten. Ich fürchte, sie werden Taiwan angehen und ggf. nach einem Zerfall der nur noch von fossilem Sold zusammengehaltenen Russischen Föderation auch dort tätig werden. Die USA senden doch bereits eifrige Signale, dass sie gewaltsame Grenzverschiebungen sowohl in der Ukraine wie auch in Palästina dulden.
Wir sollten uns m.E. endlich den bitteren Realitäten des 21. Jahrhunderts stellen. Meine ich.
Danke für die ausführliche Antwort @Michael!
Da steckt viel zum nachdenken drinnen.
Zum Schlusssatz der zerblassung der Lebensrealität, ist es nicht sogar verwandt mit den Vorwurf an Religionen und übernatürlichen Glauben, das man dadurch sich einen Schutzschild vor der erdrückenden Realität baut?
Mein Vater hat immer gern den Spruch getätigt: “Des Menschen Wille ist sein Himmelreich”. Wenn also der Wille an den Glauben und dem Weltbild aufbaut, dann kann sprichwörtlich das Haus unterm Hintern wegbrennen, man bleibt trotzig trotzdem auf seiner Position.
Da würde der Glaube sogar negativ gesehen Berge versetzen.
Vielen Dank & ja, @Berthold – wenn wir da weitergehen, bekommt etwa diese Ansage von Rabbi Jehoschua / Jesus eine tiefere Bedeutung:
„Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“
– Matthäus 6, 24
Der aramäische Begriff Mamon bezeichnete ja gerade eben keinen Dämonen o.ä., sondern Vermögen, Besitz. Hier würde also sehr deutlich, dass der religiöse Glaube durch Geldglauben, heute auch z.B. durch Staatsglauben, Waffenglauben, Energieglauben usw. verformt, sogar übertrumpft werden kann.
So darf ich daran erinnern, dass die AfD mit der Geldglauben-Behauptung aufstieg, der Euro werde “bald” scheitern. Das ist nicht geschehen – aber die Partei konnte einfach Themen und teilweise Personal austauschen und weitermachen…
Ich werde Zeit brauchen, das alles zu durchdenken. Vielen Dank für unseren so hilfreichen Dialog hierzu! 🙏
@Michael 24.08. 18:33
„Leider kann ich jedoch nicht empfehlen, zu stark auf China zu setzen.“
Was sollen wir machen? Einfach langfristig gegenseitige Zölle erheben, dann reduziert das ganz von selber das gegenseitige Handelsvolumen. Aufrüsten um Taiwan zu verteidigen? Sollen die USA machen, was sie nicht lassen können. Für uns in Europa wäre das einfach zu teuer. Und damit schlichtweg außerhalb unserer Macht. Ich meine, damit muss man sich dann auch abfinden.
Nebenbei besteht eine realistische Chance, dass sich China auch zukünftig auf die eigene florierende Wirtschaft konzentriert. Dafür braucht es überhaupt keine Expansion, in keine Richtung. Auch wir in Europa haben längst begriffen, dass militärische Abenteuer meistens verzichtbar sind.
Grüne Technik in China einkaufen jedenfalls ist gerade sehr günstig. Und bei PV verdienen wir noch mit, die Produktionsmaschinen kommen teilweise aus Deutschland. Risiken für Abhängigkeiten sehe ich eigentlich auch keine. Wenn die Module hier installiert sind, dann gehören die uns, und egal wie die politischen Verhältnisse sich entwickeln, produzierenden die weiter ihren Strom.
Wenn man eben längerfristig auf Zölle setzt, werden wir manche Produktion zurückholen können. Aber auch China wird weniger bei uns einkaufen. Das macht uns beide ein wenig ärmer, aber eben auch unabhängiger voneinander. Und die Weltwirtschaft unkomplizierter.
Eine europäische Open-Source Initiative für IT aller Art wäre allerdings hilfreich, auch für die ärmeren Länder dieser Welt, die unabhängiger von China und den USA werden wollen. Und die konzernfreie Plattformen und konzernfreie KI haben wollen.
Danke, lieber @Tobias
Ich sehe die Abhängigkeiten von China kritischer, zumal sie ja nicht „nur“ Solarzellen betreffen, sondern auch zahlreiche Rohstoffe und Software.
So warnten gerade erst Julius Baumeister, Herbert Kordes und Falk Steiner vom WDR m.E. völlig zu Recht:
Millionen Solaranlagen versorgen Deutschlands Haushalte. Der Großteil stammt aus China. Das birgt laut Fachleuten ein enormes Risiko: Kann China unsere Stromversorgung bis zum vollständigen Blackout sabotieren?
https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/solar-anlagen-sabotage-china-100.html
Diese durch unsere eigene Kurzsicht-Profitgier entstandene Abhängigkeit wird heute wiederum als Argument gegen die Energiewende angeführt, hier auf dem Blog beispielsweise vom kommentierenden Account @Bernd.
Eine wirklich durchdachte Energiewende, wie sie beispielsweise von zunehmend verzweifelten Strategen der Europäischen Union noch immer gefordert wird, würde also 1. die stärkere Entwicklung und produktive Umsetzung (!) neuer Technologien wie Batterien und grüner Wasserstoff, 2. die bewusste Fokussierung auf in Europa verfügbare Rohstoffe und schon deswegen 3. sehr viel mehr Recycling nicht-nachwachsender Rohstoffe umfassen.
Ich habe jedoch Zweifel, ob schnell alternde Demokratien zu diesen Schritten in der Lage sein werden. Sei mir nicht böse, aber auch Du formulierst ja hier wieder und wieder, dass die Energiewende doch bitte in aller Ruhe, möglichst günstig, mit ein bisschen Genügsamkeit („Konsum-Zurückhaltung“), möglichst wenig Zuwanderung und durch Handel, vor allem durch Importe aus China, getan werden sollte. Pech für Taiwan, schon klar.
Und mir scheint, dass Du mit all dem die absolute Mehrheitsmeinung vor allem der älteren Europäerinnen und Europäer auch ganz gut triffst. Falls es doch nicht reicht? Pech für die Jüngeren, die sollen halt schon mal Wehrdienst leisten.
Nein, ich mache mir da längst keine Illusionen mehr. 💁♂️🤔🇪🇺
@Michael 25.08. 15:04 / WDR
„Millionen Solaranlagen versorgen Deutschlands Haushalte. Der Großteil stammt aus China. Das birgt laut Fachleuten ein enormes Risiko: Kann China unsere Stromversorgung bis zum vollständigen Blackout sabotieren?“
Das macht mir in der Tat auch Bauchschmerzen. Deswegen ja mein Vorschlag, für alle importierten Produkte eigene offene Software zu schreiben. Und die mit der ganzen Welt zu teilen, dann sind auch die armen Länder nicht mehr von chinesischer Software abhängig. Neben möglicher Sabotage ist das ja auch noch ein Problem von Spionage. Und den US-IT-Konzernen traue ich auch nicht mehr.
„1. die stärkere Entwicklung und produktive Umsetzung (!) neuer Technologien wie Batterien und grüner Wasserstoff, 2. die bewusste Fokussierung auf in Europa verfügbare Rohstoffe und schon deswegen 3. sehr viel mehr Recycling nicht-nachwachsender Rohstoffe umfassen.“
Das halte ich auch für eine gute Idee. Aber unsere Fähigkeiten sind begrenzt. Eine wirklich deutliche Konsumzurückhaltung praktiziere ich selber, nicht nur ein wenig. Wenn die Menschen das nicht wollen, dann dauert es eben bzw. geht nur mit billigen Importen.
„Pech für Taiwan, schon klar.“
Wir sind als EU nur gut 5% der Weltbevölkerung, und kämen vermutlich ohne die USA nicht mal mit Russland klar? Die Kolonialzeit ist schon länger vorbei. Vielleicht war es ein Fehler, Chinas wirtschaftlichen Aufstieg noch zu unterstützen. Rückgängig können wir ihn nicht mehr machen.
Mit unseren moralischen demokratischen Vorzügen können wir jedenfalls wenig bewirken, scheint mir. Uns die eigene Freiheit selber zu erhalten wäre allerdings noch ein echt lohnendes Projekt. Und eben die Freie Software für die ganze freie Welt.
Guten Morgen @Tobias Jeckenburger,
Ich glaube das die Taiwan Frage da weitaus komplizierter ist, als bloße Machtpolitik oder die bedenken wegen der Halbleiter Industrie.
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, die gleichwertigkeit kleiner und großer Staaten, das man Angriffskriege um Gebiet und Ressourcen als nicht akzeptabel befindet, das ist in gewisser weise eine Ideologie. Grundsätze nachdenen man handelt.
Taiwan ist nicht mehr nur das nationalistische China, sondern eben ein eigenständiges Land. Das wäre kein Fortsätzen eines Bürgerkriegs.
Akzeptiert man das der starke sich nehmen kann was ihm gefällt, dann wird es wohl weit mehr Konflikte geben. Wenn Russland und China das können, warum sollte die Türkei nicht auch sich auf das Osmanische Reich berufen? Oder Israel auf ein antikes Reich das ihre Vorfahren vor über 2500 beherscht haben?
Oder Ungarn das seiner Ansicht nach immer noch von Ungarn umgeben ist?
Klar, das kommt alles, gerade bei Ungarn, sehr unwirklich vor. Aber Diktatoren Opfern gerne wenn sie dafür Macht erhalten und wer soll sie aufhalten?
Jeder Mensch der Frieden positiv gegenübersteht würde ich sagen.
Na ja, China aber auch: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/china-kohlekraftwerke-erneuerbare-energien-energiewende-100.html
Ja, @Matthias H. – laut Artikel geht es in China 2025 um 80 GW mehr Kohle und 500 GW mehr Wind und Sonne. Zum Vergleich Deutschland 2024: 20 GW Erneuerbare.
Klar erkennbar ist damit, dass China nicht nur auf CO2-Reduktionen zielt, sondern sehr gezielt den Bedarf an Erdöl und Erdgas reduziert, die es – noch – importieren muss.
Und wir Deutschen scheitern währenddessen am Aufbau von Batteriefertigungen. Wir erforschen zwar noch, aber produziert wird dann außerhalb Europas…
Ja, da haben Sie sicher recht (wenn man auch D nur schlecht mit Ch vergleichen kann wg. der Erneurbaren, es gibt dort einfach viel mehr Land, ergo Möglichkeiten für Wind, Solar, Wasserkraft, Bio, etc.). Ich wollte das auch nicht kleinreden. Und ja, wie das Ganze in D gehandhabt wird, ist schon beschämend.
Lieben Dank, @Matthias H.
Ja, auch deswegen hatte ich ja bewusst auch Pakistan & Bayern in diesen Blogpost getan. Niemand kann alles, aber alle können etwas tun.
Lieben Dank für Ihr Interesse! 🙌📚💡
“Niemand kann alles, aber alle können etwas tun.”, den heb’ ich mir auf und werde ihn gebührend weiterverwenden!
Vielen Dank, @Matthias H 🙏
Ich fürchte, Ermutigungen werden wir alle schon in nächster Zeit brauchen.
Gerade heute fällt auf, wie viele Menschen „laut schweigen“, nachdem POTUS Donald Trump die Verfolgung des Holocaust – Überlebenden George Soros und dessen Sohnes Alexander gefordert hat:
https://m.youtube.com/shorts/GExfVdoeCKo
Unter den Schweigenden sind auch auffallend viele, die jede noch so faire Kritik an der Politik von Netanjahu als antisemitisch verdammten. Aber für Liberale setzen sie sich nicht bzw. nicht mehr ein.
Mit Chinas Umstellung auf EE sieht es keineswegs so “rosig” aus wie hier und auch sonst oft angenommen. Dies geht aus dem Artikel
China’s fossil-fuel challenge — how to build a bridge to renewables
im renommierten Journal “nature” hervor.
(Der Artikel liegt zwar hinter einem paywall, kann aber mit einem Google-account einmalig freigeschaltet und auch runtergeladen werden.)
Der Autor sieht kein baldiges oder auch längerfristiges Weggehen Chinas von fossilen Energien. Statt dessen meint er die Lösung in CCS und CO2-neutralen Treibstoffen zu sehen. Seine Schlusssätze:
“The future lies not in choosing between coal and renewables, but in fusing them through engineering realism. By 2030, Chinese refineries could produce carbon-neutral jet fuel from CO2 and hydrogen. By 2040, gas pipelines might carry hydrogen blends to fuel cells. By 2060, depleted oil fields could become vaults for the very emissions they once released. As the summer of 2023 made clear, idealism alone cannot keep the lights on. And if China — the world’s solar powerhouse — cannot hybridize its energy system, who can?”
Danke, @Wolfgang Richter – ich finde es immer wieder interessant, dass sich sowohl linke wie rechte Kommentierende auf CO2-Diskussionen versteifen – und dann auf chinesische Kohle „ausweichen“.
Aus meiner Sicht stärkt dagegen der chinesische Ausbau von Erneuerbaren „und“ Kohle die Beobachtung, dass China sehr strategisch den Bedarf an zu importierendem Erdöl und Erdgas reduziert und damit seine strategische Position stärkt.
Nun habe ich diesen m.E. entscheidenden Unterschied ja schon in mehreren Blogposts, Videos, Reden erläutert. Es erscheint mir auch seltsam zu erwarten, dass sich die ganze Welt am sehr deutschen CO2-Reduktionismus orientieren sollte. Nach meiner Erfahrung spielen außerhalb von Deutschland finanzielle und auch strategische Erwägungen eine viel größere Rolle. Auch der Solarrausch in Pakistan hat doch kaum mit CO2-Berechnungen zu tun.
Kann ich Ihnen noch irgendwie helfen, aus diesem deutschen CO2-Tunneldenken herauszufinden, @Wolfgang Richter? Oder wollen Sie bewusst darin bleiben?
Herr Blume, diese ad-hominem-Haltung” mit “kann ich ihnen noch irgendwie helfen” verstößt meiner Meinung nach gegen die Netiquette des Blogs.
Wie kommen Sie denn nur auf “deutsches CO2-Tunneldenken”? Wenn es das gäbe, dann müssten Sie das den Grünen, allen voran Habeck und sehr vielen weiteren ehemaligen und aktuellen Regierungsmitgliedern vorwerfen. Da ging und geht es doch immer um die CO2-Reduktionsziele, welche erreicht wurden, welche nicht und mit welchen neuen Maßnahmen (wie “Heizungsgesetz”, Solarausbau) diese Ziele zu erreichen sind.
Um was geht es dennn sonst beim “Kampf gegen den Klimawandel”? Haben Sie aus den Augen verloren, dass es dabei in allererster Linie um die CO2-Emissions-Reduzierung geht?
Lieber @Wolfgang Richter,
Danke, dass Sie uns Ihren parteipolitischen Dualismus so eindrucksvoll demonstrieren. Einfache Feindbilder sind ja wirklich verführerisch – sie machen die komplexe Welt vermeintlich einfach.
Nur: Sie entsprechen nicht der Realität.
Offensichtlich kann ich gar nicht oft genug erläutern, dass ich nie Mitglied der Grünen war und dass ich hier auf “Natur des Glaubens” seit 10 Jahren als Politik- und Religionswissenschaftler auch über die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Folgen von Erdöl und Erdgas aufkläre. Diese fallen beispielsweise schon bei Kohle viel weniger gravierend aus.
Mein erstes Buch zum Thema heißt daher auch nicht “CO2 & der Klimawandel”, sondern “Öl- und Glaubenskriege”.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-zweites-buch-leben-oel-und-glaubenskriege-neu-im-jmb-verlag/
Haben Sie zum Thema noch Fragen? Oder wollen Sie sich ein wenig Zeit zum Lesen und Nachdenken nehmen?
@Michael 25.08. 20:19
„laut Artikel geht es in China 2025 um 80 GW mehr Kohle und 500 GW mehr Wind und Sonne. Zum Vergleich Deutschland 2024: 20 GW Erneuerbare.“
Angesichts etwa 16-facher Bevölkerung baut China auch deutlich mehr pro Einwohner an Erneuerbaren dazu. Und in China ist auch wegen südlicherer Lage mehr Solarertrag pro GW zu erzielen.
„Klar erkennbar ist damit, dass China nicht nur auf CO2-Reduktionen zielt, sondern sehr gezielt den Bedarf an Erdöl und Erdgas reduziert, die es – noch – importieren muss.“
Vor allem produziert China ja auch noch die PV-Module und Anderes im eigenen Land, dass ist sicher eine zusätzliche Motivation.
Wir verdienen aber mit, weil auch Produktionsmaschinen aus Deutschland verwendet werden, und auch die Installation der Anlagen am Produktionsstandort ist auf jeden Fall auch bei uns Wertschöpfung, die im Land bleibt.
Auf jeden Fall lohnt sich auch die Energiewende bei uns. Nur in China eben noch mehr. Wohl auch, weil man in China ganz gut strategisch vorgegangen ist. Da könnten wir vielleicht sogar was lernen? Auch was Kohlekraftwerke betrifft. Für das letzte Backup kann man den notwendigen Brennstoff sehr gut einfach auf Halde lagern, die unterirdischen Erdgasspeicher kann man dann für das Speichern von Wasserstoff nutzen.
Und Kohle braucht man nicht importieren, in China nicht, und bei uns auch nicht. Und Russland verdient da gar nichts dran.
Die Software von Solaranlagen ist eher sehr einfach.
Notfalls ersetzt man die Steuerung durch ein eigenes Gerät.
Die Solarzellen selbst kann ohnehin niemand abschalten.
Nun ja, @Karl Bednarik – Deutschland hat seine Solarindustrie für kurzfristige Einsparungen quasi an China verschenkt und sich zusätzlich noch in zahlreichen anderen Software-Feldern von außereuropäischen Feldern abhängig gemacht. “Eher sehr einfach” hätte ich ja die Unterscheidung von Demokratie und (nun fossilem) Faschismus in den USA eingeschätzt – aber Millionen gelingt diese Unterscheidung nicht, oder sie wollen sogar eine Diktatur.
https://www.youtube.com/shorts/SPt5yZRZbm4
Unsere alternde Gesellschaft hat nicht mehr viel Zeit, den Abstieg abzuwenden. Dazu würde der Mut gehören, sich auch den schwierigen Themen ehrlich zu stellen. Meine ich.
@Berthold Forster 26.08. 08:03
„Taiwan ist nicht mehr nur das nationalistische China, sondern eben ein eigenständiges Land. Das wäre kein Fortsätzen eines Bürgerkriegs.“
Kann man so sehen. Gewisse Verjährungsfristen für Seperatistenprobleme halte ich auch für sinnvoll. China sieht das aber anders. Wenn China allerdings Vietnam oder Korea angreifen würde, wäre das Unrecht klarer, finde ich.
„Akzeptiert man das der starke sich nehmen kann was ihm gefällt, dann wird es wohl weit mehr Konflikte geben.“
In der Tat, grausam ist das. Aber was sollen wir denn machen? Europa hat beim Taiwanproblem militärisch praktisch nichts beizutragen, dass wäre ganz in den Händen der USA. Und wenn denen das zu heiß ist, ihre gesamte Marine für Taiwan zu riskieren, dann kann ich das verstehen.
Auch wir wollen nicht, dass Putin mit seinem Krieg gegen die Ukraine Erfolg hat. Aber selbstverständlich ist uns eine direkte Kriegsbeteiligung auch zu heiß. Und damit bin ich selber ganz klar mit einverstanden.
Sanktionen mögen unangenehm sein, für Russland, für China aber auch für uns selbst. Ich fürchte mehr geht hier sinnvollerweise nicht. Immerhin sind Sanktionen schon ein Preis, der solche Kriegszüge durchaus zum Minusgeschäft machen kann. Putin ist hier nur zu stur, die wirtschaftlichen Schäden und Gesamtkosten dieses Krieges sind für Russland längst weit größer als der Wert der eroberten Gebiete.
Immerhin das. Ist ja mehr als nix. Das wäre durchaus auch ein Signal für andere Länder, wenn eben Waffenlieferungen und Sanktionen dafür sorgen, dass Eroberungszüge zum Minusgeschäft werden.
@Tobias Jeckenburger
Kann man so sehen.
Das ist ja schon der erste Punkt. Könnte ja legitim sein, das sie sich eine Insel einverleiben, die Jahrhunderte lang lokalen Königreichen, Europäischen Außenposten (Formosa), dann Chinesischen Kaisern und Japan gehört hat. Historische Ansprüche auf Ländereien als legitim zu betrachten erschafft schon den Handlungsspielraum solcher Konflikte. Wir sollten da immer den Willen der Bevölkerung selbst den Vorrang geben, nicht irgendwelchen Argumentationen.
In der Tat, grausam ist das.
Es ist nicht grausam. Es ist viel schlimmer, es ist dämlich.
Wenn wir uns da Russland ansehen sieht man doch, das man anstatt den Erdölreichtum zu nutzen um eine stabile, wohlhabende und florierende Gesellschaft aufzubauen, die auch ohne dem Dinosaft wohlhabend sein wird, Unmengen an Ressourcen ins Militär und in Machtinteressen verschwendet wurden! Genauso wie der Iran haben die Herrscher dieser beiden Staaten sehendes Auge ihre Länder in eine echt düstere Zukunft geführt. Bei China wäre das glaube ich nicht wirklich anders. Schließlich haben die mehr als genug Streitigkeiten wegen irgendwelchen Grenzen.
Ich würde dafür plädieren, je mehr man verhindert das Machtinteressen die Zukunftspläne bestimmen, desto besser ist das für die Menschheit allgemein. Dafür muss man eben sehr stark und hart jede form von Aggression als unzulässig brandmarken und sehr konsequent sein.
Was wir jetzt nicht wirklich sind und vermutlich nie sein werden.
@Michael 26.08. 12:28
„Deutschland hat seine Solarindustrie für kurzfristige Einsparungen quasi an China verschenkt und sich zusätzlich noch in zahlreichen anderen Software-Feldern von außereuropäischen Feldern abhängig gemacht.“
Die Globalisierung und internationale Arbeitsteilung hat seine Schattenseiten. Kann man gerne reduzieren, schon mittelfristig. Allerdings bringt sie auch Sanktionsmöglichkeiten, wie eben beim Taiwanproblem.
Der Weg wäre wohl recht einfach, eben Zölle in alle Richtungen. Dann lohnt sich überall eher die Produktion im eigenen Land. Dass das aber auf Kosten der Effektivität und damit auch auf den konkreten möglichen Wohlstand geht, dürfte auch klar sein.
Auch eine europäische PV-Modul-Produktion müsste erstmal aufgebaut werden, und das wird teurer sein.
Die Abhängigkeit von Software von IT aller Art zu überwinden braucht auch Zeit. Ich selber benutze allerdings schon seit vielen Jahren praktisch nur offene Software. Die EU müsste das umfangreich fördern, und man kann es dann der ganzen Welt zur Verfügung stellen. Und auch Afrika kann sich beteiligen. Mein aktuelles Linux basiert längst auf Ubuntu, das soll wohl ein afrikanisches Projekt sein.
Und auch die aktuelle KI sollte unbedingt frei bleiben, das großen Konzernen undurchsichtigerweise zu überlassen wäre gar nicht gut. Und Mastodon sollte die Zukunft sein, nicht Facebook und X und schon gar nicht TikTok.
Mit humanoiden Robotern und Selbstfahrsystemen wird es weiter gehen. Auch dass sollte möglichst zügig auch in offener Software realisiert werden. Der Kunde kann dann entscheiden, was er wirklich nutzen will.
Auch kann wohl die aktuelle KI inzwischen auch passabel Programmcode schreiben, das dürfte die komplette Umstellung auf freie Software durchaus beschleunigen können.
@Tobias Jeckenburger
26.08.2025, 16:35 Uhr
Das ist jetzt eben der Preis dafür das wir das so gründlich verpatzt haben und jetzt China reich machen ^^ So ist das im Leben, dann muss man eben zahlen. Man wollte das ja so.
Dem ach so schrecklichen ^^ Herrn Habeck war das Problem bewusst und er betonte nicht nur einmal die Bedeutung einer europäischen sowie deutschen Solarindustrie.
Herr Habeck wollte mit Förderprogrammen (u. a. dem „Resilienzbonus“) deutsche Hersteller unterstützen, musste aber die Fördermittel wegen Haushaltsstreit unter der Ampel-Regierung kürzen.
Also schönen Gruß an die FDP.
Da bedanke ich mich dann auch gerne namentlich bei Herrn Rösler.
Die EEG-Novelle haben er uns seine Partei zu verantworten, die verursachte eine dramatische Reduzierung des Photovoltaik-Ausbaus (2012: 12,6 GW, 2014: 1,2 GW, das hat schon fast einen ästhetischen Reiz bei der “Effektivität” ^^).
Die führte zur Abwanderung der (UNSERER! Das waren auch MEINE!) Produktionskapazitäten nach Asien – vor allem nach China.
@Uli Schoppe 26.08. 22:33
„Das ist jetzt eben der Preis dafür das wir das so gründlich verpatzt haben und jetzt China reich machen ^^ So ist das im Leben, dann muss man eben zahlen. Man wollte das ja so.“
China hat niedrigere Löhne, noch jedenfalls. Wenn China noch einige weitere Jahre einen erheblichen Handelsbilanzüberschuss einfährt, wird die chinesische Währung teurer, und die chinesischen Löhne steigen dann in Euro bzw. Dollar.
Immerhin kommen Produktionsmaschinen aus Europa auch in China zum Einsatz. Ich erinnere mich noch gut daran, dass hier in Dortmund 800 Chinesische Arbeiter ein Jahr lang das Stahlwerk Phönix-West abgebaut, verpackt und nach China verschifft haben. Da ist jetzt ein See und ein Nobelviertel draus geworden, während der Stahl in Made-in-Germany-Qualität jetzt in China gekocht wird.
Aber dennoch sollten wir sehen, mehr Produktion nach Europa zurückzuholen und auch noch Neuentwicklungen im Bereich Speichern und Wasserstoff nicht auch noch zu verschlafen.
Zölle könnten dabei hilfreich sein.
China zugute halten muss man aber auch, dass sie wirklich die Zeichen der Zeit erkannt haben und eben in PV und Lithiumbatterien investiert haben. Unsere Lobbyisten haben es durchaus geschafft, entsprechende Produktion zu vertreiben und überhaupt unsere Energiewende ganz gut zu bremsen.
In den USA mit Trump gehts jetzt auch erst mal wohl kaum weiter. Kann man nur hoffen, dass China Taiwan in Ruhe lässt. Nicht dass hier im Konfliktfall die USA uns nötigt, keine grüne Technik mehr in China einzukaufen. Vielen US-Konzernen käme das wohl ganz recht, immerhin ist China ein Hauptkonkurrent für IT, und eben auch für grüne Technik, die so manch ein Konzern am liebsten gar nicht auf dieser Welt sehen will.
Hier ist dann China durchaus ein effektiver Spielverderber. Was uns allerdings nicht davon abhalten sollte, selber mehr davon zu produzieren wie auch die Rohstoffe zu nutzen, die wir selber haben. Und dann auch das Recycling von Anfang an mit zu planen. Strategisches Denken lohnt sich offensichtlich, China macht es uns vor. Und das auch noch ohne Demokratie.
Man kann einen Rückgang der Bevölkerungsdichte auch konstruktiv bewältigen.
Demografie: Japan schrumpft und erfindet sich neu:
https://www.spektrum.de/news/demografie-japan-schrumpft-und-erfindet-sich-neu/2204188
Lieben Dank & ja, @Karl Bednarik – vom Ihrerseits verlinkten Felix Lill las ich auch das Buch “Einsame Klasse“ über die demografische Implosion in Japan 🇯🇵 & verlinkte es hier in einem eigenen Blogpost:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/minus-zweitausend-pro-tag-japans-traditionalismusfalle-und-bevoelkerungsimplosion/
Ich halte 1. die Energiewende und 2. die säkulare Geburtenimplosion für die beiden großen Entscheidungsthemen unserer Gesellschaft, die derzeit jeweils politisch kaum offen diskutiert und also auch nicht ehrlich bearbeitet werden. Deshalb fliegen uns derzeit steigende Temperaturen und explodierende Kosten gleichzeitig um die Ohren…
Energieglauben. Das kann ich noch nicht ganz einordnen.
Der geplante Bau neuer Gaskraftwerke hat nach meinem Verständnis weniger mit Glauben als mit handfesten finanziellen Interessen zu tun.
Der Glaubensbegriff hat einen langfristigen Aspekt. Fossile Energieträger sind dagegen kurzfristige Dinge wie Machterhalt und Reichtum für wenige.
Was übersehe ich? Vielen Dank!
Vielen Dank für Ihre Nachfrage, @Marie H. 🙏
Gemeint ist, dass unser menschlicher Mesokosmos – der Bereich unserer angeborenen Wahrnehmungen – sehr beschränkt ist. Was kleiner ist (wie Atome, Quanten) oder größer (wie Staaten, Jahrtausende) erschließen wir uns durch Symbole und Mythen, also durch Medien. Und die entstehen und verbreiten sich nicht zufällig, sondern maßgeblich auch entlang von Interessen.
Entsprechend hat jeder und jede von uns auch einen Energieglauben mit mehr oder weniger durchdachten Annahmen über Wirkungen, Farben, Preise von “Energie”. Und dieser kann und wird auch aus finanziellen Gründen immer wieder manipuliert – etwa wenn behauptet wird, Strom sei “gelb” oder Gasenergie sei “billig”. Beides stimmt einfach faktisch nicht. Entsprechend plädiere ich dafür, die eigenen Glaubenssätze auch außerhalb der Religion(en) immer wieder dialogisch und kritisch zu hinterfragen und damit der Realität anzunähern, gegen Manipulationen abzusichern.
Hier als kleines Beispiel die Frage nach der “Farbe” von Strom an Felo.ai:
### **Hat Strom eine Farbe?**
Physikalisch gesehen hat Strom keine Farbe. Strom ist die gerichtete Bewegung von Ladungsträgern (Elektronen) und somit kein greifbarer Gegenstand, der Licht reflektieren oder selbst erzeugen könnte. Farben entstehen durch Lichtwellen, die entweder von Objekten reflektiert oder emittiert werden, was bei Strom nicht der Fall ist[2][4][6].
### **Warum wird Strom oft mit Farben assoziiert?**
Die Assoziation von Farben mit Strom hat mehrere Ursprünge:
1. **Elektrische Entladungen:** Wenn Strom durch die Luft fließt, wie bei Blitzen oder Funken, ionisiert er die Moleküle in der Umgebung. Diese Ionisierung erzeugt Licht, dessen Farbe von den beteiligten Molekülen abhängt. In der Luft, die hauptsächlich aus Stickstoff besteht, erscheint diese Entladung oft blau oder violett[2][5][13].
2. **Symbolik und Marketing:** Strom wird in der Werbung und Popkultur oft mit Farben dargestellt, um ihn greifbarer zu machen. Beispielsweise wurde in Deutschland durch die Marke “Yello Strom” die Farbe Gelb mit Strom assoziiert. Diese Marketingkampagne hatte das Ziel, Strom als Produkt zu branden und ihm eine visuelle Identität zu geben[9][26].
3. **Warnfarben:** Gelb ist eine universelle Warnfarbe, die oft mit Elektrizität und Gefahr verbunden wird. In vielen Kontexten, wie bei Schildern oder Kabeln, wird Gelb verwendet, um auf elektrische Gefahren hinzuweisen[20][24].
### **Zusammenfassung**
Strom selbst hat keine Farbe, da er unsichtbar ist. Die Wahrnehmung von Farben wie Blau oder Gelb entsteht entweder durch physikalische Effekte (z. B. elektrische Entladungen) oder durch kulturelle und symbolische Assoziationen, wie sie in Werbung und Design verwendet werden. Die Behauptung, Strom sei gelb, stammt hauptsächlich aus der Marketingkampagne von “Yello Strom” und hat keine physikalische Grundlage[9][26].
[1] https://photography.arts.narkive.com/sMzHa6N3/what-color-is-electricity
[2] https://www.ecoenergygeek.com/what-color-is-electricity/
[3] https://www.quora.com/What-colour-is-electricity
[4] https://wechseljetzt.de/nachrichten/die-farbe-des-stroms
[5] https://www.howitworksdaily.com/why-is-electricity-blue/
[6] https://www.gutefrage.net/frage/strom-farbe
[7] https://www.reddit.com/r/askscience/comments/6gaq3r/does_electricity_have_a_color/?tl=de
[8] https://de.quora.com/Welche-Farbe-hat-der-elektrische-Strom
[9] https://www.adapting-gmbh.de/post/10-mythen-%C3%BCber-strom
[10] https://www.udo-leuschner.de/rezensionen/ri0006kreutz.htm
[11] https://www.republik.ch/2020/07/06/welche-farbe-hat-der-strom
[12] https://www.reddit.com/r/askscience/comments/6gaq3r/does_electricity_have_a_color/
[13] https://physics.stackexchange.com/questions/186199/why-do-electric-sparks-appear-blue-purple
[14] https://diybook.at/bauen-renovieren/elektroarbeiten/elektroinstallation/stromkabel-farben-elektroinstallation
[15] https://www.elektrikforum.de/threads/welche-farbe-hat-strom.25244/
[16] https://www.sfv.de/sob00518
[17] https://www.kabeleins.de/themen/heimwerken-diy/news/stromkabel-farben-und-was-sie-bedeuten-348751
[18] https://en.wikipedia.org/wiki/Electric_blue_(color)
[19] https://www.quora.com/Why-does-electricity-have-a-blue-hue-but-lightning-is-depicted-as-being-yellow
[20] https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/YellowLightningBlueLightning
[21] https://utopia.de/ratgeber/das-bedeuten-die-farben-bei-stromkabeln_292995/
[22] https://www.americanscientist.org/article/switching-colors-with-electricity
[23] https://www.elektrikervergleich.ch/ratgeber/stromkabel-farben-richtig-deuten-c:224457
[24] https://tropedia.fandom.com/wiki/Yellow_Lightning,_Blue_Lightning
[25] https://www.energie-solar-erfahrungen.de/strom/stromkabel-farben
[26] https://www.zeit.de/1999/36/199936.erinnern_gelber_.xml/komplettansicht
[27] https://www.elektrikforum.de/threads/neutralleiter-gelb-gruen.18802/
[28] https://pursuit.unimelb.edu.au/articles/how-energy-is-hidden-in-colours
[29] https://www.reddit.com/r/NoStupidQuestions/comments/s72k6z/why_is_electricity_often_symbolized_by_the_color/
[30] https://en.wikipedia.org/wiki/Yellow
[31] https://www.facebook.com/groups/thedullclub/posts/2778745305663904/
[32] https://www.mmo-champion.com/threads/1497447-Why-is-lightning-portrayed-as-yellow
[33] https://www.sce.com/
Aus der neuen Kolumne von Christian Stöcker
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/energiepolitik-donald-trump-steht-auf-der-seite-der-verlierer-a-30a7a83b-b7c3-47e0-a42c-585134f7a34a
Vielen Dank, @RPGNo1 – das sind gute Nachrichten!
Ich habe heute unseren Verbündeten, den heldenhaften Streitkräften der Ukraine zu ihrem berechtigten Schlag gegen die russische Druschba-Pipeline gratuliert:
“Drohnen der #Ukraine haben u.a. die #Druschba – Pipeline getroffen, über die der #Fossilist Viktor #Orban aus #Ungarn verbilligtes (!) #Erdöl aus #Russland importierte.
Ich gratuliere den ukrainischen Verbündeten zu ihrem berechtigten Erfolg & hoffe, dass sie noch weitere fossile #Infrastruktur auch für #Erdgas zerstören mögen. Dass #EU – Mitglieder inkl. #Deutschland noch immer fossile Gewaltenergien von #Putin & aus #Iran importieren, ist fossilistisch, korrupt & dumm.”
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115123849038794337
Und zum Thema Union hat der einstige und große Fraktionsvorsitzende Volker Kauder neulich sehr deutlich klargestellt: “Die CDU war nie konservativ”!
“Die einen verstehen unter konservativ eine knallharte Haltung bei Migration oder der Abtreibungsfrage. Andere finden den Ausbau der erneuerbaren Energie eine konservative Aufgabe, weil sie die Natur schont. Deshalb ist mit dem Begriff „konservativ“ in praktischer Politik nichts anzufangen. Ich rate deshalb dringend, den Satz „Die CDU muss konservativer werden“ nicht mehr zu verwenden.”
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.volker-kauder-die-cdu-war-nie-eine-konservative-partei.4169a402-a6ce-4d95-b2ab-5140ee2a6ffa.html
Herzlichen Dank für die immer wieder konstruktiven und hoffnungsvollen Drukos, @RPGNo 🙌
@Michael Blume
Gerne geschehen. 🙂
Was Volker Kauder angeht, möchte ich zum einen daran erinnern, dass er und sein guter Freund Peter Struck es waren, die die erste Regierung Merkel als jeweilige Fraktionsvorsitzende am Laufen gehalten haben. Spahn und Miersch können sich einiges von diesen Herren abschneiden.
“Rechts” und “Links” können miteinander, das ignorieren heutzutage viele Politiker.
*Schneller Blick nach Bayern*
Zudem hat Kauder immer die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel verteidigt. 10 Jahre nach ihrem berühmten Satz “Wir schaffen das!” überbieten sich inzwischen verschiedenste Politiker unterschiedlicher politischer Coleur und auch mache Medien darin, an dieser Entscheidung den Aufstieg der AfD festzumachen, statt einmal in sich zu gehen und zu evaluieren, ob sie nicht selbst in den vergangenen Jahren durch verschiedene (Fehl)entscheidungen den Rechtsextremen den Ball auf dem Elfmeterpunkt serviert haben.
Ich wünsche noch einen erholsamen Ausklag zum Wochenende. 🙂
Vielen Dank, @RPGNo1 🙏
Auch hier bin ich ganz Deiner (oder Ihrer?) Meinung. Es ist schon erschreckend, wie wenige Verantwortliche in Politik und auch Medien sich die Mühe machen, einmal ernsthaft auf die Politikwissenschaft zu sehen. Denn dann würden sie sehr schnell erkennen, dass der Aufstieg rechtsdualistischer Parteien ein globales und digitales Phänomen ist – und also kaum “die Schuld” von Angela Merkel (CDU) sein kann. Auch etwa in Großbritannien, Frankreich, Spanien, den USA, Polen, sogar in Japan steigen rechtsdualistische Parteien mit Anti-Migrations-Themen auf. Und zwar auch – oft besonders stark – in Regionen, in denen es gar keine nennenswerte Zuwanderung gab und gibt.
Habe deswegen neulich zu Anti-Regierungsprotesten in Indonesien angemerkt:
Wenn Leute hier immer noch vom #Neoliberalismus reden, haben sie #Trump & Co. nicht verstanden: Es geht längst nicht mehr um #Freihandel , sondern um Zölle & #Merkantilismus, damit auch #Inflation.
Die rechtslibertäre & oft auch korrupte #Politik der fossilen #Entsolidarisierung zerreißt Gesellschaften.
In #Indonesien gibt es bereits Tote bei Protesten, obwohl dort weder #AngelaMerkel noch #RobertHabeck regierten.
Der #Sozialstaat kostet nicht nur, er wahrt #Frieden!
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115117045706825772
Aber ich fürchte, vor allem charakterlich und intellektuell kleine Männer werden noch lange auf der bedeutenden Bundeskanzlerin herumhacken, die in ihrer Amtszeit auch als Bundesvorsitzende für CDU & CSU in der Mitte Wahlergebnisse von über 40 Prozent erzielte…
Damit meine ich im Übrigen nicht, dass ich alle ihre Entscheidungen aus heutiger Zeit gut bewerten würde. Doch gelang es ihr eben noch, woran die Fossilisten & Rechtslibertären gerade mit Karacho scheitern: Die Vielfalt von Volksparteien zu integrieren. Ungewollt zeigen manche Versager heute, was sie geschafft hat! 🙂
Sie haben in in einem Post auf Mastodon heute einen Artikel verlinkt, in dem es um Trump, die Ukraine und vor allem um den Kauf von russischem Gas durch die Europäer geht.
Die Trump’schen Aussagen treffen zwar zu, sind aber mE mit dem Hintergedanken verbunden, dass wir stattdessen Gas aus USA kaufen.
Neulich äußerte sich der US-Präsident zur Nutzung der Windkraft in Europa und erwähnte explizit UK und Deutschland. Dabei benutzte er die Worte: “we won’t ALLOW…”. Das verstehe ich als Drohung und gehe davon aus, dass wir für den Ausbau der Erneuerbaren mit zusätzlichen “tariffs” bestraft werden.
Ein verlässlicher Partner ist Trump weder für die Ukraine noch für uns. Außerdem hat er bisher immer wieder die Seite Putins vertreten.
Wichtiger als die widersprüchlichen Aussagen Trumps ist mir die Energiepolitik der Bundesregierung und der EU. Gerade im Hinblick auf die Entscheidungen der zuständigen Bundesministerin, neue Gaskraftwerke zu bauen, habe ich Sorge um die Erneuerbaren.
Herzlichen Dank & inhaltliche Zustimmung, @Marie H. 🙏👍
In der inhaltlich erfreulich munteren Mastodon-Debatte um die Forderungen von Donald Trump an die NATO-Mitgliedsstaaten, endlich kein Öl und Gas mehr aus Russland 🇷🇺 zu kaufen, postete ich auch:
Solange #Trump die #EU bei der fossil verpennten #Energiewende packt, muss er sich auch nicht wirklich mit #Putin anlegen.
Das ist wohl leider mehr Strategie, als es die fossil abgehobene #BerlinerBlase erfassen kann. 🤭
Politikwissenschaftlich vornehm nenne ich dies das #Paradigma des #Fossilismus.
Umgangssprachlich sage ich einfach: #fossilerWahnsinn
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115201273216374663
Und hier auch ein eigener Vlogpost zur Frage, warum der Fossilist Trump gegen die dänisch-europäische Windkraft-Firma Orsted und gegen die Batteriefabrik der südkoreanischen Hyundai vorging:
https://m.youtube.com/shorts/N0ONqo7VrEE
Wir Europäerinnen und Europäer sollen weiterhin fossile Gewaltenergien kaufen – sogar besonders teuer aus den USA 🇺🇸.
Und daran sind vor allem wir selbst Schuld. Solarpunks ausgenommen! 🌞🙌🤓