Energieglauben nach dem Irankrieg – Hilft Rechthaben in der Wissenskommunikation?

Der erfahrene Top-Diplomat Christoph Heusgen, u.a. auch außenpolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, wurde 2019 von den gleichen Trump-Trollen wie später auch ich attackiert – und ließ sich davon ebenfalls weder einschüchtern noch beirren. Stattdessen gab er gerade t-online ein lesenswertes Interview zum Irankrieg-Desaster mit sehr klaren Ansagen zur Politik der USA, Israels und der Bundesrepublik Deutschland.

Auch ich war ja bereits am Beginn des Irankrieges, am 3. März 2026 von der Stuttgarter Zeitung mit der kritischen Ansage zitiert worden: 

Blume begrüßt zwar, dass die Mullahs in Bedrängnis sind. „Das iranische Regime hat erst im Januar Abertausende Protestierende ermordet und sollte gestürzt werden.“ Er warnt aber auch vor der Planlosigkeit der Angreifer Israel und USA: „Gleichwohl kennt die Politikwissenschaft keinen Fall, in dem ein antisemitisch beherrschter Fossilstaat ohne Bodentruppen zur Demokratie gebombt werden konnte.“ 

Auf einem Bildschirm vor einer Bücherwand ist eine Karte um die Straße von Hormus von "Wirtschaft vor acht" mit explodierenden Tankern zu sehen. Der Preus der Nordess-Ölsorte Brent wird mit über 100 USD angegeben und die Ölinsel Kharg an der Küste des Iran wurde von Dr. Blume hervorgehoben und beschriftet.

Foto mit Kharg-Hervorhebung vom 12.03.2026: Michael Blume

Doch aus meiner Sicht ist das Scheitern des zunehmend von Drohnen bestimmten Irankrieges auch eine gute Gelegenheit, einmal eine schmerzhafte, erkenntnistheoretische Frage zu diskutieren:

Hilft „Rechthaben“ in der Wissenskommunikation?

In einem einfachen Top-Down-Modell sollten die Menschen jetzt anerkennen, dass warnende Experten & Expertinnen „Recht gehabt“ hätten und also für zukünftige Fragen besonders geeignet wären.

Ich glaube nach vielen Jahren dialogischer Digital-Erfahrung und einigen Reflektionen in der Wissenschaftskommunikation jedoch nicht, dass diese Erwartung sich erfüllen wird. Klar wird es ein paar faire Menschen geben, die jetzt ihre Meinungen überprüfen – aber das werden doch eher wenige sein.

Nach meiner Beobachtung glauben Menschen vor allem jenen Expertinnen und Experten, auf die sie sich zuvor bereits in ihren Medienblasen festgelegt haben.

Jemand, der wie ich schon vorher Heusgen geschätzt hat, wird also auch seine Analyse als treffend empfinden. Aber nur wenige werden ihn neu akzeptieren. Viele Grüne werden beispielsweise eher den post-fossilen Weitblick von Robert Habeck rühmen.

Und manche Trump-Anhänger werden verzweifelt nach Möglichkeiten suchen, seine Entscheidungen doch noch als „genial“ zu interpretieren – oder aber die Schuld für das Desaster alleine bei Benjamin Netanjahu verorten.

Eine Falsifikation grundlegender, eigener Meinungen wird von den meisten Menschen als viel zu schmerzhaft (kognitive Dissonanz) vermieden. Beobachte ich.

Kurz: Ich glaube, dass wir Menschen eher selten durch Expertinnen und Experten unsere Praxis verändern, sondern erst durch unsere Praxis neue Expertise anerkennen. Viele Menschen werden ihre Meinung zu erneuerbaren Friedensenergien zunehmend dadurch ändern, dass sie selbst etwa Solarkraftwerke oder Wärmepumpen installiert, Elektroautos gekauft haben. Erst das Sein eröffnet das Bewusstsein.

 Auch auf Mastodon diskutiere ich diese Frage gerade durch eine Umfrage:

Nun fällt der Ölpreis wieder & ich frage mich, ob deutsche Medien, Politik und Wirtschaft aus dieser Krise des Fossilismus gelernt haben? Oder werden der Solarboom & die Nachfrage nach Elektroautos wieder abflachen?

  • Diesmal haben es die meisten kapiert! (Bisher 4%)
  • Einige haben es kapiert, andere nicht. (Bisher 30%)
  • Nur wenige haben es kapiert, die meisten nicht. (Bisher 65%)
  • Andere / keine Antwort (Bisher 1%)

Aus meiner Sicht bedeutet das selbstverständlich nicht, dass etwa Klimawissenschaftlerinnen aufhören sollten, vor der Klimakrise zu warnen, oder Virologen vor der nächsten Pandemie.

Im Gegenteil: Wir Wissenschaftlerinnen & Wissenschaftler sollten noch viel mehr und vielfältiger, vor allem dialogischer kommunizieren und damit aus unseren Blasen heraus Verhaltensänderungen anregen. Denn diese wenigen werden dann in der Krise bereits die Zusammenhänge eingeübt haben und weitere Hinzustoßende gewinnen können. Niemand von uns kann alle, aber alle können doch einige erreichen.

Selbst im Feld der Religionen, mit der Möglichkeit packender Mythen und feuriger Predigten, himmlischer Erlösungen und höllischer Warnungen, ist es nicht grundlegend anders. 

Die meisten Menschen werden sich erst dann für wissenschaftliche Theorien interessieren, wenn sie damit ihr eigenes Verhalten rechtfertigen und erklären können. Aber es wird auch immer kleine Gruppen von Early Adopters wie im Solarpunk geben, die vorangehen, ohne sich Illusionen über schnelle Erfolge zu machen.

Rechthaben lässt uns als besserwisserisch und also unsymphatisch erscheinen. Aber Richtiges tun, vorleben, kann dann doch einiges und einige bewegen.

Was meinen Sie dazu? Ich freue mich auf die dialogische Praxis, auch um das Ganze selbst besser zu verstehen.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

40 Kommentare

  1. Ich selbst nenne „Ich hab’s euch ja gesagt, aber ihr wolltet nicht auf mich hören!“ den Klugscheißer-Orgasmus. Alle Rechthaber der Welt leben dafür. Deswegen bin ich so gern Weltuntergangsprophet und Schwarzseher – ist eine Art Versicherung, ein Pfefferminzbonbon hinterm Sicherheitsglas neben dem Feuerwehrschlauch, so habe ich selbst in der finstersten aller Stunden ein Quäntchen Spaß.

    Seelen werden gekauft, nicht überzeugt. Wahrnehmung folgt Nutzen – wir nehmen die Welt so wahr, wie es für uns gerade profitabel ist, nicht, wie sie wirklich ist. Wobei mit Profit vor allem emotionaler Profit ist – wir essen ja Brot, weil’s sich so gut anfühlt, wenn der Hunger weg ist und der Bauch voll, nicht, weil unsere Biologie das braucht. Deswegen gibt’s auch das Voller-Bauch-Gefühl ohne Brot, und dann stört es uns nicht, wenn der Körper dabei verhungert.

    Wenn ich das Voller-Bauch-Gefühl benutze, um die Menschen dazu zu motivieren, einen Acker zu pflügen und sich Brot zu beschaffen, völlig OK. Wenn ich es Ihnen anstatt Brot anbiete, wenn ich sie damit motiviere, einander die Kehlen durchzuschneiden – dann nicht mehr.

    Aber das tun alle. Von allen Seiten versuchen Menschen, Sie mit ihren eigenen Gefühlen für Ihre Dienste zu bezahlen, wenn nicht, mit Versprechen und Schmeicheleien oder anderer schwachen Währung, Geld oder „Dankeschön“ oder Ablassbriefen oder Gebeten. Das ist OK, die Gesellschaft braucht das – solange sie sich nicht so sehr damit zudröhnt, dass sie vergisst, dass der Zweck heilig ist und die Mittel neutral.

    Und wenn Sie sich in Meinungen und Glaubenssätzen und Lügen und Halbwahrheiten verheddert haben – bleibt nur, Probieren geht über Studieren. Das Gottesurteil.

    Der Gott der Materie, der Gott der physischen Realität (Sie können ihn sich als Filialleiter des Universums vorstellen, oder was auch immer Ihre Religion braucht, um sich einen Einzigen Gott als abstraktes Ideal zu erhalten) spricht eine Sprache, in der das Wort für „Stein“ der Stein selbst ist. Vom Reality Check gibt es keine Berufung mehr, was funktioniert, funktioniert. Natürlich können Sie betrogen werden, aber der Gott der Materie sagt, dass es viel Kraft, Mühe, Zeit kostet, die Gegend mit Potemkinschen Dörfern zuzustellen – entweder machen Sie also so schlechte Attrappen, dass sie schnell als solche erkennbar sind, oder Sie bauen gleich richtige Dörfer, dann müssen Sie keine Kraft darauf aufwenden, die Lüge aufrechtzuerhalten, der Gott der Materie und seine Wahrheiten machen den Job gratis für Sie.

    Wahre Macht wird nicht in Likes, Mehrheiten oder Geld gemessen. Sondern in Kilo und Joule und Metern. Der Stärkere hat immer Recht, doch das bedeutet meist, dass der Gewalttätigere Unrecht hat, weil er Dinge kaputt macht, statt von ihnen zu lernen, wie man mit ihnen Muskeln bauen kann.

    Wahrheit bringt Nutzen. Sie bringt Profit. Sie bringt eine ungeheure Macht, weil jeder, der sie auf seiner Seite hat, das ganze Universum hat, das für ihn arbeitet. Wobei es natürlich eine Lüge ist, man könne der Inquisition ins Geschäft rein latschen und ihre Lügen aufdecken, ohne auf dem Scheiterhaufen zu enden. Menschliche Natur gehört zu den Fakten.

    Am Ende bleibt den Menschen nur die Statistik – wer sehr viel Erfolg hat, ist mit der Wahrheit im Bunde, denn offensichtlich hat die nix gegen seinen Erfolg. Wenn alle es machen, wird’s schon richtig sein, denn sonst würden nicht so viele Leute dafür belohnt, es zu machen.

    Das geht schief. Das geht sehr oft schief. Wir sind leicht zu täuschen, täuschen uns gern selbst. Aber bei aller berechtigten Kritik vergessen wir, wie viel öfter wir damit richtig liegen, und wie tot wir wären, wenn es nicht die meiste Zeit doch die richtige Methode der Erkenntnis wäre.

    Wäre da nicht so viel Leid und Tod, fände ich es eigentlich super, dass Dinge auf dem Schlachtfeld entschieden werden und nicht im Meinungsduell. Wenn sich das Neue am Alten messen muss, wenn es als kleiner Emporkömmling übermächtige alte Götter herausfordert – kommt an der Spitze des Olymps kein Noob an, sondern ein erfahrener, mit allen Wassern gewaschener Profi, der auf Herz und Nieren geprüft wurde.

    Ist nur so, dass manchmal die Sinnlosigkeit des Alten so offensichtlich ist, dass seine Sturheit einem nur noch auf den Sack geht, weil der Kampf nichts Lehrreiches ergeben kann. Ich will keinen Kampf Fossilien gegen grüne Energien, der längst entschieden ist. Ich will auch keine fossilen Stromkonzerne, die dafür bezahlt werden, Geld zu machen und nicht Stromnetze auszubauen, sodass sie immer mehr Geld für immer weniger Stromnetz kassieren, einfach weil hochkompetente und fähige Leute einen sinnlosen Job ehrlich und hingebungsvoll machen. Ich will, dass grüne Firmen miteinander darum wetteifern, immer bessere Produkte und Ideen zu liefern. Ich will Konzerne, die schweinereich damit werden, die Ozeane zu säubern und die Müllkippen zu recyceln und die Armen zu speisen und die Kranken zu versorgen und, last but not least, meiner Wenigkeit ein sicheres, freies Leben in Luxus und Ausschweifungen zu ermöglichen, so weit es die Mittel und Sachzwänge zulassen.

    Geld machen ist bloß eine Ersatzhandlung für alle Dinge, die wir unterlassen. Ob fossile Konzerne, ob der veraltete Sektenglaube an den Allmächtigen Jesus Dollar, an Wachstum ohne Sinn und Verstand und Ziel, daran, das man als Jünger reich damit wird, all seinen Reichtum dem Guru zu geben – all dieser Irrglaube, mit dem man gestern noch genug Erfolg haben konnte, um Recht zu haben, zerschellt heute daran, dass der Gott der Materie keine Lust mehr hat, gnädig darüber hinwegzusehen.

    Sprechen Sie mit Menschen in der Sprache Gottes. Reden Sie durch Taten. Lassen Sie Ihre Worte Fleisch werden. Ein Trump hat mehr Macht als Sie, er kann mehr Menschen dazu bewegen, Dinge zu bewegen, deswegen hat er die mächtigere Kirche. Doch er hat die Religion eines Menschen, der sich einen Monster-Truck zulegt, mit dem er Smarts und Radfahrer von der Straße fegen kann, um dann an der nächsten Kirchenwand zu zerschellen, weil er dachte, auch Steine einschüchtern zu können.

    Die ganzen Debatten, die ganze Überzeugungsarbeit, sind jedoch nicht unwichtig. Sie sind Schall und Rauch aus der Schmiede des Hephaistos. Die Etablierten haben mit Schall und Rauch geherrscht, doch die Schmiede vernagelt. Die Populisten schlagen mit dem Maul-Hammer um sich und legen die Schmiede in Trümmer. Irgendwo unter einem von Hephaistos‘ Zehennägeln.

    Ihre Predigten sind bloß ein Fingerzeig. Wenn die Menschen hinschauen und nichts sehen, werden Sie einfach nur von Ihnen angepisst sein, weil Sie sie genauso veräppeln, wie all die anderen falschen Propheten auch. Wenn sie etwas sehen, was ihnen nützt, werden sie mehr davon wollen.

    Es gibt eine Zukunft, die schon Vergangenheit ist. Dinge, die so unausweichlich sind, dass sie schon passiert sind, bevor sie entstehen. Attraktoren, Schwerkraftzentren, die das Schicksal nicht erzwingen, doch auf uns auf den Wegen warten, die wir einschlagen, die wir unwissend zusammenfügen, bis sie genug Schwerkraft entwickelt haben, um uns aus der Zukunft anzuziehen, sodass wir darauf landen oder daran zerschellen.

    Wissenschaftliche Fakten werden für sich sprechen, keine Sorge. Wir glauben totalen Quatsch über Quantenfeen und können trotzdem Quantencomputer bauen, einfach weil der Materie unser Glaube schnuppe ist – Hauptsache, die Mathe stimmt. Wenn unser Irrglaube relevant wird, wird es uns unser Scheitern an der Materie schon zeigen.

    Zu solchen Zukunftswahrheiten gehört auch, dass eine Wirtschaft wie die unsere, die die Ressourcen der Welt schon überstrapaziert, während nur eine Minderheit davon profitiert, sehr viel leistungsfähiger werden muss, wenn sie sich nicht einfach selbst zerstören will. Und wenn wir diesen Weg wählen, den Weg, uns nicht selbst zu zerstören – dann brauchen wir sowohl eine leistungsfähigere Wirtschaft wie eine leistungsfähigere Energieversorgung.

    Fossile Wirtschaft, fossile Energien – die packen’s einfach nicht. Das ist die einzige Wahrheit, die Sie kennen müssen, um das ganze Affentheater, das sie veranstalten, einfach zu ignorieren und Ihr Ding konsequent durchzuziehen. Die sind bloß das Mammut, das es morgen zum Abendessen gibt. Wenn Sie es heute schaffen, einen anständigen Speer zu basteln und damit die Zielscheibe zu treffen. Die Fossilien sind groß, sie sind stark, sie haben mächtige Stoßzähne, und wenn Sie möchten, können Sie sich ein paar Fritten und Cola dazu bestellen. Sehen Sie den fetten Goldenen Hamburger, den Ihnen Trump in Washington zubereitet, mit sich selbst als Gürkchenscheibe? Macht richtig Appetit, wie?

    Ich jage nicht mehr mit Speer, ich raube nicht mit der Axt. Ich bin ein zivilisierter Barbar, ich bin über so was hinaus und will nicht zurück, ich hab Mitgefühl und Gnade gelernt und halte Schwäche nicht mehr für ein Verbrechen, das ich mit dem Tod strafen muss, sondern etwas, das meiner Stärke Sinn und Recht und Zweck verleiht. Aber ich erkenne immer noch Beute, wenn ich sie sehe, und ich weiß immer noch, wann sie mir gehört.

    Und wenn wir heute verlieren, gewinnen wir eben morgen, und wenn wir morgen sterben, dann siegen eben übermorgen unsere Kinder. Zeigen Sie den Menschen den Schall und den Rauch und das Licht und den Pflug, den Sie geschmiedet haben, und das Brot, das Sie damit beschafft haben, den Speer und die Beute, und Sie sind ein wahrer Prophet der Materie und die Menschen werden Ihnen folgen. Vergessen Sie nur nicht, dass Sie auch einen Gott der Ethik haben, dem Sie dienen müssen, und auch der Kult der Materie funzt besser mit dessen Segen.

    • Nun, Danke, @Paul S. – interessiert habe ich mich durch Ihren langen, mäandernden Text gearbeitet, der immerhin mit einem packenden Appell endet:

      „Und wenn wir heute verlieren, gewinnen wir eben morgen, und wenn wir morgen sterben, dann siegen eben übermorgen unsere Kinder. Zeigen Sie den Menschen den Schall und den Rauch und das Licht und den Pflug, den Sie geschmiedet haben, und das Brot, das Sie damit beschafft haben, den Speer und die Beute, und Sie sind ein wahrer Prophet der Materie und die Menschen werden Ihnen folgen. Vergessen Sie nur nicht, dass Sie auch einen Gott der Ethik haben, dem Sie dienen müssen, und auch der Kult der Materie funzt besser mit dessen Segen.“

      Ich meine, dass Sie damit im Wesentlichen schon Recht haben, aber ein psychologisches Fachwort trotz langer Blogtexte übersehen haben: Mimesis – die Nachahmung von Zielen!

      Schon unsere Vorfahrinnen und Vorfahren lernten das Sammeln, Jagen und Herstellen von Werkzeugen nicht aus theoretischen Abhandlungen, sondern aus Beobachtung und Nachahmung. Spannende Geschichten und Mythen über die Entstehung der Brotbäume, die Eigenheiten der Tiere und die Bedeutung der Speere werden die mimetischen Beobachtungen gefördert und unterstützt, aber nicht ersetzt haben.

      So beginnt der kluge Hans Blumenberg (1920 – 1996) sein im doppelten Sinne tiefes „Das Lachen der Thrakerin“ (Suhrkamp 1987) mit dem Satz:

      „Theorie ist etwas, was man nicht sieht. […] Den Welt- und Zeitgenossen der Wissenschaft ist die Exotik der von ihr angebotenen Phänomene allerdings zur Alltäglichkeit geworden; oder zur Verborgenheit.“

      Die Vorstellung, dass die meisten Menschen aus theoretischen Darbietungen eine veränderte Praxis ableiten, erscheint mir dazu allzu optimistisch. Aber wo sich Verhalten ändert – etwa bei fleischloser Kost oder einem Elektroauto – beginnt immerhin Mimesis positiv zu wirken.

      Wenn ich an Schulen aller Schularten in The Länd spreche – und das tue ich oft -, so checken die Schülerinnen und Schüler dort zunächst meine persönliche Glaubwürdigkeit, etwa mit Fragen zum Sonderkontingent oder zur Regierung von Israel. Erst nach diesem „Test“ öffnen sie sich für die weitere Erkenntnisreise.

    • Lieben Dank, @Karl Bednarik – das ist nicht nur eine schöne Spiele-Rezension, sondern auch ein guter Hinweis auf die mimetische Bedeutung des Spielens: Indem wir Verhalten spielerisch einüben, erweitern wir für uns selbst und für andere die Möglichkeiten des Denk- und Machbaren.

      Vielen herzlichen Dank für diesen Druko! 😊🙏✅

  2. Im Interview mit Herrn Heusgen fehlt mir das schwere, wie immer existentielle Dilemma Israels.

    Die praktische Folgen der Ereignisse sind aber wieder eine massive Nachfrage nach Solar mit allem Drum und Dran.
    Außerdem wurden die Lager der Gebraucht-E-Fahrzeuge geräumt.

    • Danke, @Eckehard Erben – in der Tat sehe ich die iranischen und israelischen Völker als Hauptverlierer des Irankrieg-Desasters. Ein demokratischer Regime-Change im Iran 🇮🇷 hätte auch Israel 🇮🇱 Sicherheit gegeben – nun verenden weitere iranische Menschen in den Folterkellern des Fossilregimes und Israel erhält keinen Schutz vor neuen Angriffen, Terrorfinanzierung und sogar Atomwaffen. Die Beibehaltung des Obama-Abkommens bei gleichzeitiger Energiewende und Vorsicht gegenüber Katar hätte viel mehr erbracht.

      Immerhin dürften die anhaltende Unsicherheiten und die mehr oder weniger öffentlichen „Mautgebühren“ an der Straße von Hormus dazu beitragen, dass immer mehr Menschen die Gefahren und Kosten fossiler Gewaltenergien erfassen und zunehmend auf erneuerbare Friedensenergien umschwenken. Nur noch verbohrte Ideologen und korrumpierte Lobbyistinnen dürften die fossilen Gefahren weiterhin leugnen. Die Selbstzerstörung des Fossilismus ist unumkehrbar geworden.

  3. Lieber Herr Blume,
    was spannend ist, sind die energetischen Konsequenzen der Ereignisse in Asien. Dazu gibt es einen spannenden Podcast bei „Geladen“ vom HIU.
    Die IEA prognostiziert, dass die Ölnachfrage nicht wieder die alte Höhe erreichen wird.
    Außerdem hat der Iran sich gegenüber seinen arabischen Nachbarn vollständig demaskiert. Mal sehen, was das für Folgen für das Engagement der Kataris für die Hamas hat.

    • Oh ja, @Eckehard Erben – auch die fossil finanzierten Stellvertreterkriege im Sudan und im Jemen könnten unter „Spardruck“ geraten. Auch die iranische Wirtschaft liegt am Boden, sogar Saudi-Arabien muss sich neu aufstellen. Den Fossilregimen wird das Geld knapp, zumal vergleichsweise billige Drohnen immer größere und weitere Schäden verursachen können. Und die Nachfrage nach Öl und Gas global zurückgeht.

      Dass die Auswirkungen fossiler Gewaltenergien und erneuerbarer Friedensenergien auch in deutschsprachigen Medien und Politik-Analysen noch immer weitgehend ausgeblendet bleiben, schmerzt mich – klar. Doch machen die Kolleginnen und Kollegen der Klimawissenschaften nicht seit Jahrzehnten die gleiche Erfahrung?

      Heute sind für Baden-Württemberg Rekordhitzen prognostiziert, weitere Menschen werden leiden und auch sterben. Und gleichzeitig wird die große Mehrheit von uns angestrengt so tun, als sei alles im Normalbereich und hätte nichts mit unserer fossilen Wirtschaft und Politik zu tun.

      Wenn wir überhaupt noch Verhalten und Denken ändern wollen, dann durch die Kombination aus wissenschaftlicher Aufklärung und mimetischen Taten. Theoretisches Rechthaben alleine wird nicht reichen.

      Als positives Beispiel möchte ich den frühen Umstieg auf ein Elektroauto ab 2017 nennen:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dekarbonisierungskugel-fuer-den-weltfrieden-meine-erste-erfahrungen-mit-dem-elektro-renault-zoe/

      Am Anfabg überwogen Reaktanz, Spott und Angst vor Bränden. Doch das Interesse an Informationen, Mit- und Probefahrten wuchs. Und nach und nach stiegen und steigen immer mehr Menschen aus unserem Umfeld post-fossil um. Die Solarpunk-Mimesis hat die theoretische Wissenschaftskommunikation nicht ersetzt, sondern ergänzt und verstärkt.

  4. @Michael 19.06. 08:06

    „Am Anfang überwogen Reaktanz, Spott und Angst vor Bränden. Doch das Interesse an Informationen, Mit- und Probefahrten wuchs.“

    Die Leute haben doch einfach oft die Zeit nicht, sich mit unseren Themen hier so intensiv zu beschäftigen, wie wir das machen.

    Ich hatte auch mal eine Analyse gelesen, wie neue Produkte sich konkret einführen. Da gibt es zunächst die „Pioniere“, die gleich alles kaufen, was neu ist, und ausprobieren. Die Masse der Leute bewegt das zunächst kaum. Aber es gibt auch die „Experten“, denen man viel Kompetenz zutraut. Die „Experten“ gucken sich dann die Erfahrungen der „Pioniere“ mit dem neuen Produkt genau an, und wenn es die das dann überzeugt, kaufen die das dann auch.

    Und die Masse sieht das dann, vertraut dem Urteil ihrer „Experten“, und der Bann ist dann gebrochen, dass alle das dann haben wollen.

    Es soll überall solche informellen Netzwerke von privaten Beziehungen geben, wo eben „Pioniere“ und „Experten“ mit dabei sind.

    Das funktioniert auch genau so bei Elektroautos. Oder Balkonsolaranlagen, und jeder anderen Grüne Technik, die man kaufen kann.

    Wenn jetzt freilich Investoren, die Großspeicher installieren wollen, einfach keine Genehmigung erhalten, dann geht es nun auch nicht. Man könnte höchstens gucken, dass man kleinere und mittelgroße Speicher bei bestehenden Anlagen dazubaut. Also direkt am Windrad oder der PV-Freiflächenanlage. Der zusätzliche Speicher würde ja nur selbstproduzierten Strom eine Weile zurückhalten, um ihn dann etwas später zu besseren Preisen einzuspeisen.

    Das kann den vorhandenen Netzanschluss der ganzen Anlage ja nur entlasten. Eventuell kann solch eine Erweiterung dann entsprechend auch nicht verweigert werden. Zumal das ja auch keinerlei bauliche Maßnahmen am Netzanschluss erfordert.

    „Die Solarpunk-Mimesis hat die theoretische Wissenschaftskommunikation nicht ersetzt, sondern ergänzt und verstärkt.“

    Man macht entsprechende Erfahrungen mit der Technik, und sieht ganz konkret, was möglich ist. Und wie gut das dann auch wirklich funktioniert. Und zu welchen wirklichen Kosten das am Ende führt, bzw. wie rentabel z.B. eine PV-Anlage mit integriertem Speicher für den Eigenbedarf sein kann.

    Das E-Auto und die Wärmepumpe passt dann auch noch wunderbar dazu. Da kann dann die Kollektorfläche auch recht großzügig dimensioniert werden.

    Was sicher auch hilfreich ist, zu wissen, welcher konkrete Handwerksbetrieb einem die Anlagen vernünftig installieren kann.

  5. Folgende Gedanken:

    Die Covid19 Pandemie hat gezeigt, dass jeder sich den Wissenschaftler oder die Wissenschaftlerin aussuchen kann. Es gab mE keinen größeren wissenschaftlichen Gegensatz als den zwischen Drosten und Streeck. Auf Social Media haben sich die jeweiligen Anhänger bekämpft. Nicht selten hasserfüllt! Mich erschüttert das bis heute.

    Es verstärkt sich außerdem mein Eindruck, dass sehr sehr viele Menschen Entscheidungen nicht mit Vernunft und Verstand treffen, sondern auf einer emotionalen Ebene.

    Andererseits fehlt es offensichtlich an Vorstellungsvermögen. Die Warnungen vor Trump 2.0 waren zahlreich. Es mahnten nicht nur Politiker. Prof. Timothy Snyder äußerte sich schon vor Jahren, dass es Parallelen zum Aufstieg von Adolf Hitler gäbe.

    Ich fest davon überzeugt, dass durch KI in Forschung und Entwicklung auch negative Folgen spürbar werden.

    Politische Ideologisierung von unliebsamen Wissenschaftsbereichen könnte die Forschung an mitweltfreundlichen Technologien bremsen oder ganz stoppen.

    Betroffen von weit auseinanderliegenden Theorien sind die Geisteswissenschaften ebenso, wenn ich an den Historikerstreit der 1980er Jahre denke. Gerade in unserer Zeit mit ihren Gefahren von Faschismus, Krieg etc ließe sich von interessierter Seite manche damalige Theorie missbrauchen.

    Philipp Amthor hat diese Woche im Bundestag Äußerungen von Herrn Höcke „zerlegt“. Der AfDler hat neulich in einem Podcast behauptet, die Deutschen im Westen seien keine Deutschen oder so ähnlich. Natürlich ist das mE kompletter Schwachsinn – da stimme ich Herrn Amthor ausdrücklich zu – und dennoch würde es mich nicht wundern, wenn sich irgendwo ein Wissenschaftler fände, der das entsprechend begründen könnte.

    Und wenn ich einem Wissenschaftler glaube, kann das bedeuten, dass ich seine Ausführungen nicht unbedingt verstanden habe. Wissenschaft und Glauben.

    • Vielen Dank, @Marie H. – ja, die Covid19-Pandemie ist ein hervorragendes Beispiel für die von mir hier gebloggte, auch digitale Zerspaltung des Expertentums!

      So hatten unterschiedliche Personen auch ganz unterschiedliche Vorlieben und Abneigungen zu unterschiedlichen Virologen – Christian Drosten, Hendrick Streeck, Marylyn Addo, Lothar Wieler, Melanie Brinkmann, Alexander Kekulé u.v.m.

      Und schon sehr früh eskalierten auch antisemitische Verschwörungsmythen, so etwa der (im doppelten Sinne absurde) Vorwurf, dass Drosten heimlich jüdisch wäre:

      https://www.juedische-allgemeine.de/politik/boese-maechte/

      Der wahrscheinlich wirkungsvollste Artikel von mir war für einen Sammelband zum Querdenken-als Querschenken-Phänomen, wurde dann aber auch in der ZEIT publiziert:

      Querdenken: Die libertäre Verschwörungsmythologie des Geldes

      https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-04/querdenken-verschwoerer-mythologie-bargeld-antisemitismus-michael-blume

      Damit war aber eben auch klar, mit wem ich mich alles anlegte – durchaus mit Leuten mit Macht und Geld, die sich später wie etwa Markus Krall noch lange an mir abzuarbeiten versuchten.

      Und vergleichbare Phänomene gab es selbstverständlich auch nicht nur in Deutschland, sondern teilweise noch stärker in anderen Ländern.

      So hatte ich unseren erstinstanzlichen, juristischen Erfolg gegen Twitter 2022 dem von Trump und Musk beschimpften US-Virologen Anthony Fauci gewidmet, Zitat:

      „Twitter has to abide by German and European law.
      It has to stop hate.
      It has to stop conspiracy myths.
      Of course they will go against that ruling.
      They will fight it and so we have years ahead of legal battles.
      But I think it’s worth the effort.
      I hope that we will get an Internet that is organized on the will of the people: more federal, more democratic, more Wiki!

      And I want to dedicate this legal success to my colleague in science Dr Anthony fauci in the United States.
      He also spoke scientific truth.
      He spoke about things people didn’t want to hear, but it was necessary that those were said.
      And he was attacked by Elon Musk via Twitter and that’s something I don’t want to happen in the future.“

      In deutscher Übersetzung:

      „Twitter muss sich an deutsches und europäisches Recht halten.
      Es muss Hass stoppen.
      Es muss Verschwörungsmythen stoppen.
      Natürlich werden sie gegen dieses Urteil vorgehen.
      Sie werden dagegen kämpfen, und so stehen uns Jahre rechtlicher Auseinandersetzungen bevor.
      Aber ich denke, es lohnt sich.
      Ich hoffe, dass wir ein Internet bekommen, das vom Willen der Menschen organisiert wird: föderaler, demokratischer, mehr wie ein Wiki!

      Und ich möchte diesen rechtlichen Erfolg meinem Kollegen in der Wissenschaft, Dr. Anthony Fauci, in den Vereinigten Staaten widmen.
      Er hat ebenfalls wissenschaftliche Wahrheiten ausgesprochen.
      Er hat über Dinge gesprochen, die die Leute nicht hören wollten, aber es war notwendig, dass sie gesagt wurden.
      Und er wurde von Elon Musk über Twitter angegriffen, und so etwas möchte ich in Zukunft nicht mehr sehen.“

      https://www.youtube.com/watch?v=tILwOwROuyI

      Über den gemeinsamen Kampf gegen digitale Gewalt habe ich ja unlängst auch mit Josephine Ballon von HateAid gesprochen – einer weiteren Expertin, die von vielen geehrt und von wenigen gehasst wird:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gemeinsam-gegen-hass-hetze-im-podcast-dialog-mit-josephine-ballon-von-hateaid/

      Ich denke also wirklich, dass wir uns von der rationalistischen Illusion verabschieden sollten, wonach es Wahrheit immer leicht habe und sie nach und nach von allen Menschen akzeptiert würde. In der Realität ist die menschliche Psychologie eher auf Relativismus und in der Not auf Gruppenzugehörigkeit bis zum feindseligen Dualismus hin angelegt. Dialogischer Monismus ist möglich, setzt aber intensive, dialogische und mimetische Praxis voraus – zu der nur wenige bereit sind.

      Sie, liebe @Marie H., gehören da auf jeden Fall dazu und ich danke Ihnen auch für diesen tiefen und bewegenden Kommentar! 🙌

  6. Die obengenannte Mastodon-Umfrage ist nun innerhalb von einem Tag mit 317 Antwortenden beendet.

    Die Frage war:

    Nun fällt der Ölpreis wieder & ich frage mich, ob deutsche Medien, Politik und Wirtschaft aus dieser Krise des Fossilismus gelernt haben? Oder werden der Solarboom & die Nachfrage nach Elektroautos wieder abflachen?

    Die am meisten gewählte Antwort war:

    Nur wenige haben es kapiert, die meisten nicht. – 65%.

    Einige haben es kapiert, andere nicht. – 30%.

    Diesmal haben es die meisten kapiert! – 3%.

    Andere / keine Antwort – 2%.

    Das ist schon deutlich, ich persönlich hätte zur mittleren Antwort („Einige haben es kapiert…“) tendiert.

  7. Vielleicht sollte man den Unterschied zwischen Rechthaberei und richtig liegen, nicht falsch liegen.
    Es sind doch nach meiner Wahrnehmung diejenigen, die recht haben wollen, die unbewiesene Behauptungen aufstellen, Lügen und Falschaussagen benutzen.
    Ich habe letztens eine Studie gelesen, die feststellte, dass es nicht darauf ankommt, was ich sage, also seriös argumentiere, sonder wie ich es sage, rüber bringe.
    Das ist sowohl die Stärke des linken und rechten Populismus.
    Rechthaberei schreibe ich diesen Spektren zu.

    • Ja, @Mussi – wir erleben auch weit über die Politik hinaus den Streit zwischen jenen, die sich auf die komplexe Realität einlassen („Recht haben“) und jenen, die verkürzte oder auch einfach falsche Behauptungen hinausposaunen („Rechthaber“) . @Marie H. nannte als Beispiel dafür die Covid19-Pandemie.

      Nach meiner Auffassung war jedoch Gruppenzugehörigkeit in der menschlichen Evolutionsgeschichte regelmäßig wichtiger als der Zugang zu abstrakten Wahrheiten. Deswegen finden gerade auch in digitalen Zeiten Populisten, Verschwörungsunternehmer und Wissenschaftsleugnende starke Gefolgschaften.

      So brach just auf einer US-Militärbasis eine schwere Grippewelle aus, nachdem US – „Kriegsminister“ Pete Hegseth eine Impfpflicht aufgehoben hatte:

      https://www.n-tv.de/politik/Grippe-bricht-auf-US-Militaerbasis-nach-Impfpflicht-Ende-aus-id30988061.html

      Das Internet einschließlich KI-Anwendungen machen sowohl komplexes Wissen und Dialog wie aber leider auch Desinformation und Verschwörungsmythen leichter zugänglich denn je…

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hantavirus-ebola-die-rueckkehr-der-verschwoerungsmythen/

      Ihr zunehmend dialogisches Interesse empfinde ich dabei als erfreulich & als ermutigend, @Mussi 🙏😊✅

    • Mussi,
      „Ich habe letztens eine Studie gelesen, die feststellte, dass es nicht darauf ankommt, was ich sage, also seriös argumentiere, sonder wie ich es sage, rüber bringe.“

      Das weiß die Werbewirtschaft schon lange. Nicht das beste Prokukt wird am meisten verkauft, sondern das best umworbene Produkt.

      „Das ist sowohl die Stärke des linken und rechten Populismus.“
      Im Gegenzug ist es den Bürgerlichen gelungen, das Wort Populismus in Richtung Lüge und Verführung zu verbiegen.

      Fazit, Recht haben allein reicht nicht aus, man muss dem Recht auch Gehör verschaffen. Vielleicht hülfe es, wenn unsere Volksvertreter ein Semester Werbewirtschaft genössen.

  8. Hallo Herr Blume.
    Die mimetische Bedeutung des Spielens gibt es bestimmt.
    Manche Menschen (wie ich) versuchen in der realen Welt möglichst friedlich und umweltfreundlich zu sein.
    Aber in den Phantasiewelten macht es ihnen Spaß, ein eher gegenteiliges Verhalten zu zeigen.
    Da spielen sie Halo (ich habe alle Versionen) und schreiben militaristische Science-Fiction-Geschichten.

    • Guten Morgen, @Karl Bednarik 😌

      Ja, das Verhältnis der psychologischen Mimesis und Spiel bewegte ja bereits Aristoteles und wird heute intensiv erforscht, zum Beispiel hier:

      Zwischen Spiel und Story
      Mimetische Strukturen im Computerspiel

      Moritz Hillmayer

      https://mediendiskurs.online/beitrag/zwischen-spiel-und-story-beitrag-1181/

      Ich hoffe, dass die Psychologie der Mimesis in den kommenden Jahren noch deutlich bekannter werden wird, da sie menschliches Verhalten, Empfinden, Denken sehr viel besser beschreibt als jedes rationalistische Modell.

      Ihnen Dank für Ihr Interesse und viel Freude am Spiel! 🙌

  9. Nach einem Tag die Beiträge zu überfliegen ist immer wieder spannend, finde ich.
    Zumal ich nach dem Auftag des Blogs und Stichworten wie Early adopter mehr in die Richtung des Marketingmodells und des Nasty gaps erwartet hätte.
    Also etwas zur Beobachtung, dass es oft schwierig ist, mehr als die Innovatoren und Early Adopters zu erreichen.

    Darüber denken ja ganz viele unterschiedliche Akteure nach. Strategen in den Kirchen genauso wie Verantwortliche in den unterschiedlichen Wirtschaftsunternehmungen.

    Bekehrungen – also ein mehr oder weniger disruptiver Umbau des eigenen Weltbildes – werden im theologischen Umfeld ja oft auch mit Gnade in Verbindung gebracht – ein Indiz, dass da etwas Unverfügbares mitschwingt.

    Sich bewusst auf die Early Majority zu fokussieren, auf die Pragmatiker, ist wohl eine Strategie, die öfter als nicht erfolgreich ist. Vielleicht gibt es ja auch weitere in diesem Umfeld des Blogs, die sich für solche Frage interessieren und denen Herr Moore und das entsprechende Buch Crossing the Chasm bisher nicht bewusst war.

    Im Grunde weist er darauf hin, dass sich die Art und Weise der Kommunikation je nach Gruppe verändern muss, um diese zu erreichen. Mir fällt es beim Stichwort Recht haben auf. Gefühlt ist das in der postmodernen Welt kein Anstoß, über die eigenen Vorstellungen sich stärker Gedanken zu machen, da ja jede Person ihre eigene Wahrheitsvorstellungen haben darf.

    • Lieben Dank, @HG Unckell – und, ja, auch ich bin immer wieder gespannt und erstaunt, wohin die Drukos (Drunter-Kommentare) führen.

      Das ist ja gelebte, dialogische Vernetzung – und zugleich ein weiteres Beispiel für die psychologische Stärke von Mimesis.

      Ein vielleicht überraschender, auch mit der Betriebswirtschaftslehre verbundener Aspekt ist aus meiner Sicht der Arbeitsschutz.

      Nach einem rationalistischen Menschenbild würde jeder einzelne Mitarbeitende schon aus Gründen der Selbsterhaltung alle notwendigen Informationen besorgen und alle Sicherheitsmaßnahmen einhalten.

      Doch in der Realität braucht es immer wieder verpflichtende Schulungen, Schilder & Warnhinweise sowie zusätzlich Kontrollen durch Arbeitsschutz-Expertinnen und Experten. Sogar wenn es um den Schutz des eigenen Lebens und Wohlbefindens geht, muss der Wissenstransfer aktiv organisiert werden!

  10. @ Michael Blume 20.06.2026, 07:04 Uhr

    Zitat: „Ja, das Verhältnis der psychologischen Mimesis und Spiel bewegte ja bereits Aristoteles und wird heute intensiv erforscht, …..

    Ich hoffe, dass die Psychologie der Mimesis in den kommenden Jahren noch deutlich bekannter werden wird, da sie menschliches Verhalten, Empfinden, Denken sehr viel besser beschreibt als jedes rationalistische Modell.“

    Damit haben Sie einen „Volltreffer“, zumindest bei mir, gelandet.

    Für die Zusammenhänge zwischen Mustern, (Musteranalyse – Synthese), Gleichnisse, Mimesis, Denken und Handlungssteuerung, Intelligenz, KI,…. interessiere ich mich seit meiner Ingenieursausbildung vor rund 60 Jahren an einer Ingenieursschule relativ stark.

    Wir wurden damals von einigen Professoren dazu angeregt. Selbstverständlich bekamen wir auch den Rat, in der Öffentlichkeit möglichst nicht darüber zu sprechen, weil man natürlich für völlig verrückt gehalten würde….

    Meine Erfahrungen, in wenigen Worten:

    Alle genannten Begriffe: Mimesis, Muster, Gleichnisse, Denken, Handlungssteuerung, Intelligenz und KI, ….hängen über einen gemeinsamen Kern zusammen:

    Kurz gesagt, Menschen (und Maschinen) verstehen und erzeugen „Welten“, indem sie Muster generieren, nachahmen, abstrahieren und in Handlungen übersetzen.

    Nochmals: Der gemeinsame Kern sind „Muster“.

    Sie sind Grundlage von:
    Menschlicher Wahrnehmung
    Denken
    Handeln
    Sprache
    Intelligenz
    künstlicher Intelligenz

    Menschen wie KI-Systeme funktionieren, vereinfacht gesagt, über:
    1. Wahrnehmen – Muster in der Welt erkennen
    2. Abstrahieren – Muster verallgemeinern
    3. Handeln – Muster nutzen, um Entscheidungen zu treffen

    Mimesis: „Nachahmung“ ist sozusagen auch ein Ursprung von Denken und Handeln, ein Grundprinzip menschlicher Entwicklung.
    Kinder lernen durch Nachahmung (Sprache, Gesten, soziale Regeln).
    Kultur entsteht durch Wiederholung und Variation von Mustern.
    Denken selbst ist oft ein „inneres Nachspielen“ äußerer Situationen.

    „Theologen“ schon vor tausenden Jahren, erkannten „Gleichnisse und Metaphern“ als hervorragende Beispiele, als „Werkzeuge“, um Muster aus einem Bereich auf einen anderen zu übertragen. Heutzutage z.B. von natürlicher Intelligenz in die KI….

    • Ja, @Realo – ich denke wirklich, dass Sie da echte Zusammenhänge („Muster“) sehen. Mir persönlich hat die evolutionäre Spieltheorie geholfen, die Gemeinsamkeiten zwischen mathematisch-abstrakten und lebendig-dynamischen Mustern besser zu erfassen. Hier setzt Mimesis ein!

      Es freut mich, dass Sie sich an der Entdeckungsreise dieses Wissenschaftsblogs immer dialogischer beteiligen – und zunehmend auch unseren europäischen Rohstoff-Hunger kritisch hinterfragen. Fossile Energien sind Gewaltenergien, erneuerbare Energien sind Friedensenergien.

  11. @ Michael Blume 19.06.2026, 07:46 Uhr

    Vermutlich hat der „Regime Change“ im Iran deswegen nicht geklappt, weil die Gegner der Islamisten (Schah Anhänger und Linke) viel zu wenig sein dürften und auch noch untereinander zerstritten sind.

    Die Ausgangslage war, der Iran möchte Israel vernichten. Das Völkerrecht kann dies nicht wirklich verhindern. Daher „glauben“ die Israelis nicht naiv an das Völkerrecht…… Sie würden sich selbst schützen, mit allen Mitteln….. Es wäre so gut wie ein Selbstmord des Iran…..

    Trump will, offensichtlich mit einem Minimum an Opfern, das „Vernichtungsproblem“ lösen. Sogar die Iraner zu einem ehrenwerten Mitglied der Weltgemeinschaft machen, wenn sie sich die Vernichtung Israels aus dem Kopf schlagen.

    Der herrschenden religiöse Oberschicht, für die es ein „Verrat“ wäre, auf die Vernichtung Israels zu verzichten, hat er, salopp gesagt, in „Allahs Nähe“ verholfen…..

    Die anderen Iraner haben realistische Chancen auf ein würdevolles Leben in der Weltgemeinschaft der Völker, wie z.B. die Ägypter, Saudis,…. Es stört keinen, wenn sie sich ihren religiösen/kulturellen Gebräuchen hingeben…..

    Trump will, für mich glaubhaft, Friedensstifter sein und für friedliche realistische Deals zwischen allen Völkern eintreten, um mehr Wohlstand für alle Menschen zu erreichen.
    „Parasitäre Elemente“, z.B. Drogenhändler, die für Millionenfaches Elend verantwortlich sind, sind seine Feinde.

    Das alles ist für mich eine ausgesprochen „edle Gesinnung“ und die sollte, spätestens nach einem „guten Ende“ gewürdigt werden.

    Ich meine, auch in Persien sollte man diese einmalige Chance erkennen.

  12. @ Michael Blume 20.06.2026, 10:17 Uhr

    Für mich waren Erkenntnisse über „Testpsychologie“ wichtig, wenn aus Assoziationsketten der Getesteten Erkenntnisse über die besondere „psychische Struktur“ der jeweiligen Menschen ermittelt werden können. Das haben mir die Psychologiestudenten in meiner 68er WG vermittelt.

    Tomas Mikolov scheint diese „alten Gedanken“ der Psychologen seit 2007 mit den Methoden der Informatik realisiert zu haben. Er promovierte mit einer Arbeit über „auf rekurrenten neuronalen Netzen basierende Sprachmodelle“ und war maßgeblich an der Entwicklung der Word2vec- Technik beteiligt. Bereits 2007 entwickelte Mikolov die Idee, Texte mithilfe neuronaler Sprachmodelle zu generieren.

    Die Besonderheit ist, er kann verschiedene „individuelle Ausdrucksweisen“ unterschiedlicher, womöglich hoch intelligenter Persönlichkeiten, bestens „nachahmen“.

    Das hat wesentlich zur Akzeptanz und zum Erfolg der KI beigetragen…..

  13. @ Michael Blume 20.06.2026, 10:31 Uhr

    Zitat: „Gerade auch in Israel dominiert eine große Enttäuschung über Donald Trump, der den iranischen Drohnenkrieg einschließlich der Hisbollah im Libanon klar unterschätzt habe.“

    Den Israelis ist Trump (in seiner Vermittlerrolle) offensichtlich zu „sanft“ im Umgang mit den Persern. Es ist durchaus ein Problem, den Persern glauben zu können, zumal im Religionskrieg alles erlaubt ist….. Das weiß man im Westen auch.

    Bei der Hisbollah (und auch Hamas) ist das Problem, dass dort viele Menschen „Krieger“ sein wollen, die dort ein sehr angesehener „Berufsstand“ sind. Die brauchen den Krieg, es geht natürlich um ihre Jobs.

    Und auch das, was genügend Jobs in der Gegend betrifft, wären Trumps Visionen von künftigen „Urlaubsparadiesen“, die stark Personal intensiv sind, bestens geeignet. Statt „Krieger“ eben „Empfangschef oder Nachtportier“….

    • Nö, @Realo – der Kriegsfaktor ist hier nicht Religion, sondern der Fossilismus. Auch der fossile Diktator Putin schickte Hunderttausende junger Christen in den Tod, umgekehrt ermordete das Fossilregime im Iran Abertausende für Demokratie Demonstrierende.

      Und Ihr islamfeindliches Geschrei hat eben auch damit zu tun, dass Ihre direkten Vorfahren an beiden Weltkriegen und dem Holocaust beteiligt waren, @Realo. Und es waren wohl keine Schiiten…

      Sie, @Realo, würden Ihre Gefühle zur deutsch-fossilen Gewaltgeschichte so gerne auf Muslime & Juden externalisieren.

      Und falls Sie sich wirklich mutig für Psychologie interessieren, hier eine aktuelle Meldung:

      Der US – „Kriegsminister“ Pete Hegseth ließ mit MAGA – Tamtam die Grippe – Impflicht abschaffen. Prompt bricht in einer Einheit eine schlimme Grippewelle mit vielen Erkrankten und womöglich auch einem ersten Toten aus.

      Das ist ein starkes Beispiel für das sog. „Präventionsparadox“: Wenn es aufgrund gelungener Prävention längere Zeit keine Epidemien, Kriege, Krisen, Katastrophen usw. mehr gegeben hat, hält eine wachsende Zahl von Menschen den Schutz davor für unnötig. Verschwörungsgläubige misstrauen dabei regelmäßig Impfungen.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116782112895591028

      Die Evolutionspsychologie des Menschen ist in jeder Generation anfällig für (KI-)Neurohacking…

  14. @Michael 19.06. 18:15 / 20.06. 06:29

    „Auch, wenn es vor allem jene nicht gerne hören oder lesen, die an die Vernunft des Menschen glauben wollen: Viele Rechte verfallen in Reaktanz, viele Linke in Arroganz (genauer: in Historizismus) und viele Libertäre in Gier.“

    Uns bleibt derweil nichts anderes übrig, mit den real existierenden Menschen irgendwie klarzukommen. Aber wir dürfen realistisch sein, dialogischen Monismus pflegen und immer wieder die wesentlichen Fakten vorbringen und wiederholen.

    Desto eher kehrt bei immer mehr Leuten Vernunft ein, auch wenn das lange dauert und begrenzt ist.

    „Das Internet einschließlich KI-Anwendungen machen sowohl komplexes Wissen und Dialog wie aber leider auch Desinformation und Verschwörungsmythen leichter zugänglich denn je…“

    Ich beobachte im persönlichem Umfeld, dass wenn es um irgendwelche Gerüchte geht, dass wir dann einfach die KI fragen. Was die dann konkret sagt, ist nicht nur meistens recht vernünftig, sondern wird dann durchaus hier im privaten Rahmen als dann sogar gemeinsame Erkenntnis gewonnen, respektiert und weiterverwendet.

    Das macht mir richtig Hoffnung. KI ist von der Bauart her sehr integrativ, das könnte doch genau das sein, das hier so dringend fehlt.

    KI kann doch von Natur aus nur integrativ sein, und erlaubt sich in sich selbst keine parallelen, sich widersprechende Narrative. Die neuronalen Netze versuchen doch überall ein Fazit zu finden, wo immer das irgendwie möglich ist.

    Und weil diese neuronalen Netze ja am gesamten Internet trainiert werden, suchen sie überall nach Aussagen, deren Summen dann ziemlich in der Mitte liegen, und so wird das eben automatisch zu einem Fazit der gesamten Trainingsdaten.

    Deswegen wäre es ja auch überaus wichtig, dass das auch so bleibt. Und die KI nicht verbogen wird, z.B. durch eine willkürliche Manipulation der Trainingsdaten. Wenn man z.B. alles, was irgendwie von der Klimawissenschaft kommt, nicht als Trainingsmaterial zulässt, wird das dann wohl Folgen haben.

  15. @Michael 20.06. 15:02

    Natürlich können wir einfach warten, bis sich die religiösen Menschen mit ihrem Reproduktionserfolg von selber so weit vermehren, dass wir auch insgesamt wieder stabile Kinderzahlen haben.

    Oder versuchen, die Religiosität zu fördern.

    Das kann aber wohl ein paar Generationen dauern. Wenn wir nicht solange warten wollen, müssen wir dann eben doch andere Wege der Nachwuchsförderung gehen. Was ja, denke ich mal, wohl echt möglich wäre.

    Die Leute kriegen oft weniger Kinder, als sie eigentlich haben wollen. Mit entsprechender Förderung müsste das doch möglich sein. Einen Versuch wäre es jedenfalls wert. Zumal mehr Solidarität unter uns Menschen doch sowieso auch gleich für alle lebenswerter wäre.

    Einfach nur die globalen Umsätze zu erhalten, ist mir eigentlich gar nicht so wichtig. Schrumpfen müsste auch funktionieren. Zuwenig Kinder sind aber auch eine Verschwendung von Lebensmöglichkeiten, was meine ich schon wirklich was zählt.

    Wir haben uns hier in Europa richtig was aufgebaut, das doch gerne auch von ganz vielen Kindern weitergeführt werden sollte.

    • @Tobias 20.06 16:19 Uhr

      Wir sind uns einig, dass die Menschheit zwar noch lange schrumpfen, aber schon wegen kinderreicher Religionsgemeinschaften wie den Old Order Amish oder Haredim nicht aussterben wird.

      Gleichwohl kann ich vor „solange warten wollen“ wirklich nur warnen und habe dazu auf Mastodon gepostet:

      Mich besorgt – als durchaus religiöser Mensch & Vater von drei Kindern – die religionsdemografische Polarisierung: Auf der einen Seite die digitale Beschleunigung von Säkularisierung & Vereinsamung, auf der anderen Seite der Kinderreichtum patriarchaler Religionsgemeinschaften.

      Was m.E. derzeit zerfällt ist die demokratische Mitte, die Religionen & Wissenschaften auf Basis der Menschenwürde dialogisch balanciert.

      Leider fällt es vielen (nicht allen!) Linken ähnlich emotional schwer, sich damit konstruktiv auseinanderzusetzen wie umgekehrt viele Libertäre und Rechte die Klimawissenschaften abblocken. Wenn es an die eigene Identität und Biografie geht, blocken die meisten von uns instinktiv ab. Erlebe ich.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116782710714573305

      Freilich sehe ich die Bereitschaft, sich endlich mit der verebbenden Demografie und ihren Folgen zu befassen, in der deutschen Politik- und auch Medienlandschaften noch immer als gering. Zwar gibt es durchaus ein wachsendes Interesse auch an Religionsdemografie, doch bis zu einer breiteren Debatte scheinen noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vor uns zu liegen.

      „Wir haben uns hier in Europa richtig was aufgebaut, das doch gerne auch von ganz vielen Kindern weitergeführt werden sollte.“

      Danke – das sehe ich ganz ebenso, übrigens auch für Länder in Asien und vor allem in Afrika! 🙌

  16. @Tobias Jeckenburger
    20.06.2026, 16:19 Uhr

    Oder versuchen, die Religiosität zu fördern.

    Nunja, wie sollte das denn aussehen?

    So wie wir das jetzt zB im Rahmen der Weltmeisterschaft mit christlichen religiösen Fundamentalisten machen?
    Ich meine Herrn Felix Nmecha der ja öffentlich mal eben Jesus abfeiert und sich alle freuen „Oh wie toll voll schön brüderlich und so?“
    Eine Aktion voll aus dem evangelikalen religiösen Kampagnenhandbuch. Da passt das auch hin, man sollte sich noch mal in Ruhe anschauen ob man dieses öffentliche für gut befinden wirklich will wenn es eventuell aus der rechtskonservativen homophoben Aktivistenecke kommt die wir uns da aus den USA importieren (bei den evangelikalen Freikirchgängern ist das ja nun keine neue Entwicklung. Da habe ich schon vor 40 Jahren darunter zu leiden gehabt).
    Mit Nächstenliebe und Freude an Familie und Kindern hat das nach dem was ich so sehen kann eher weniger zu tun.
    Mal davon ab das wir da auch noch ziemlich bigott sind: Mesut Özil oder Antonio Rüdiger sind mit ihrem muslimischen Bekenntnis ja eher weniger gut geltten, da ist dann der Aufschrei da.
    Religiösität fördern ist so wie ich das im Moment sehen kann kein grundsätzlich förderungswürdiges Projekt.
    Am langen Ende ist es so das man bestimmte Grundhaltungen fördern muss. Die oft mit Religion einher gehen aber nicht müssen.
    Wenn das Wertefundament stimmt klappt es auch mit dem Nachbarn, egal ob er ein Kreuz um den Hals hat oder ein Nudelsieb auf dem Kopf trägt (auf den Papagei auf der Schulter möchte ich dann aus Tierschutz gründen verzichten^^ Wer sowas macht sollte dann über seine ethischen Grundlagen noch einmal nachdenken. Atheist zu sein schützt ja auch nicht davor ein Unmensch zu sein).

    Jeder kann sich zB den Verein „Fußball mit Vision“ gerne mal anschauen und dann selbst entscheiden ob er gerne mehr davon möchte.
    Glaube und Spiritualität kann hilfreich sein wenn man eine bestimmte Ziele erreichen möchte.
    Du kannst Dir aber gerne noch mal das Theater anschauen das zB der CDU-Mann Johannes Volkmann (ich hätte den Aufstand ja eher aus der CSU erwartet, es lebe das eigene Vorurteil…) veranstaltet hat als die Tagesschau es gewagt hat über evangelikale Sportler zu berichten die ja nun mal auch Vorbild sind und was das zT für ätzende Fundamentalisten sind…
    Religion und Religiösität ist einfach ohne Rahmensetzung nicht einfach irgendwie förderungswürdig in meinen Augen.

  17. @Uli Schoppe 21.06. 13:00

    „Religion und Religiösität ist einfach ohne Rahmensetzung nicht einfach irgendwie förderungswürdig in meinen Augen.“

    Das kommt natürlich auf die konkrete Religion an. Insbesondere wie weltoffen der Verein ist, und ob er Religionsfreiheit hochhält und die Diskussion auch mit Anders- und Nichtgläubigen sucht.

    Das war z.B. vor kurzem der aktuelle Papst mit seiner neuen Enzyklika. Ich hab die noch nicht durchgelesen, aber es ist m. E. einfach beeindruckend. Die will ich mir noch ganz durchlesen.

    Auch Hans Küng oder den Dalai Lama habe ich gerne gelesen.

    Als Jugendlicher bin ich aus dem Konfirmantenunterricht noch rückwärts wieder herausgelaufen, und habe auf die weitere Mitgliedschaft begeistert verzichtet. Auch den Religionsunterricht durfte ich aus Glaubensgründen verweigern.

    Ich kannte auch damals schon viele Leute, die ihren eigenen Glauben sehr vernünftig lebten, insbesondere auch Muslime. Da kann man sich über alle Konfessionsgrenzen hinweg sehr vernünftig mit austauschen.

    Natürlich kenne ich auch die Anderen. Die man sich echt nur möglichst weit vom Hals halten kann. Wenn das dann die sind, die mehr Kinder kriegen, dann frage ich mich auch, ob uns das dann wirklich hilft. Dann lieber eine Konsequente säkulare Förderung von Kindern und jungen Familien.

    Wenn sie denn funktioniert. Das hat ja noch fast keiner ausprobiert. Vielleicht ist das gar nicht so schwierig.

    Aber vernünftige Religiosität fördern wäre mindestens genauso interessant. Ganz für sich schon.

  18. @ Michael Blume 20.06.2026, 13:34 Uhr

    Zweifellos hat der Ukrainekrieg nichts mit Religion zu tun.

    Anders der „Irankrieg“. Der Iran war früher (Schah), sogar mit Israel und dem Westen freundschaftlich verbunden. Es ist ein politischer Machtkampf, der durch religiöse Symbolik und Ideologie verstärkt und legitimiert wird. Religion ist ein wichtiges Werkzeug, nicht Ursprung. Der Fossilismus „finanziert“ beide Kriege.

    Ich bin gegen Kriege, zumal ein allenfalls denkbares „Ausleseprinzip“ wegen der weitgehend nicht mehr selektiven Massenvernichtungswaffen, die alles in einem größeren Umkreis vernichten, egal ob Genie oder Idiot, nicht mehr möglich wäre. Es droht sogar der Untergag der ganzen Menschheit.

    Die Psychologiestudenten in meiner ehemaligen 68er WG haben dafür gesorgt, dass ich ein sehr „verständnisvoller Mensch“ geworden bin. Ein besonderes Verständnis, sogar viel Bewunderung, habe ich z.B. für die Moslems, die mit der großen Hitze und dem Wassermangel in Saudi Arabien zurecht kommen müssen.

    Obwohl früher Religionen „übereinander hergefallen“ sind, gibt es heutzutage derartiges fast nicht mehr. Sogar die Katholiken und die Protestanten haben sich vor wenigen Jahren noch heftig in Nordirland gestritten…..

    Jedenfalls kann ich es nicht positiv sehen, wenn die Iraner ganz offen Israel „vernichten“ wollen. Wenn Sie das als „islamfeindliches Geschrei“ bezeichnen wollen, so ist es eben so….

    Meine direkten Vorfahren sind teilweise in beide Weltkriege „gezwungen“ worden. Vom Holocaust erfuhren sie erst nach dem Krieg und waren daran weder persönlich noch direkt beteiligt.

    Meine Eltern waren als sie noch unverheiratet waren, in einem größeren Kollegenkreis aus der Arbeit eingebunden. Übrigens, auch noch am Sonntag Vormittag bis 10 Uhr wurde gearbeitet. Sonntag Nachmittag wurde gewandert und in Gaststädten eingekehrt.

    Der durchaus von allen geschätzte „Rudelführer“ war Jude mit zunächst nationaler, später nationalsozialistischer Gesinnung. Was soll ich noch sagen, er hat praktisch das ganze „Rudel“ zum Nationalsozialismus „bekehrt“.

    Erst um 1952 habe ich davon erfahren, als meine Eltern mit mir einen ehemaligen Kumpel besucht und darüber gesprochen haben. Erst da erfuhren meine Eltern, dass der Jude zuerst noch ganz hoffnungsvoll nach Theresienstadt versetzt wurde und zu Ende des Krieges in Auschwitz umkam.

    Wie jede Propaganda hat natürlich auch die Nazipropaganda, alles schamlos verdreht. Ich sah, als Beispiel für diese Propaganda um 1950 einen alten Werbefilm im Kino. „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ Beeindruckt hat mich, wie ein jüdisches Mädchen ein riesiges Schmalzbrot verzehrt hat. Alles Manipulation, wie eben immer im Krieg….

    Mein Vater war zu alt für den WK2. Real beobachten konnten meine Eltern nur, dass ehemalige Arbeitslose überglücklich waren, weil sie auf einer Baustelle für eine Autobahn Arbeit fanden….

    Kriegsteilnehmer konnten ihre Erlebnisse kaum mitteilen, weil man sie sonst umgebracht hätte.

    Zitat: „Die Evolutionspsychologie des Menschen ist in jeder Generation anfällig für (KI-)Neurohacking…“

    Das sehe ich genau so. Die Mechanismen können zum Nutzen oder Schaden von Menschen genutzt werden…..

    • Nun ja, @Realo – in Ihren Erinnerungen habe also ein Jude seine Mitmenschen zum Nationalsozialismus bekehrt? Und das sollen wir Ihnen glauben? Klar gab es auch deutsch-jüdische Nationalisten, aber Nationalsozialisten? Mir scheint, Sie externalisieren auch da jede Verantwortung durch Verzerrungen von Wahrheit.

      Vor dem antisemitischen Vernichtungswillen des Iran hatte ich bereits 2019 in „Ölfluch und Antisemitismus“ gewarnt – als Sie selbst noch laut für fossile Gewaltenergien trommelten.

      https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/

      Auch im obigen Blogpost befürwortete ich das Ende des iranischen Fossilregimes, Freiheit und Frieden zwischen den Völkern.

      Wenn Sie auf feige Lügen und Verdrehungen verzichten könnten, würde der Dialog hier noch besser gelingen. Halten Sie uns Mitlesende einfach für klug genug, Ihre Täuschungsmanöver zu erkennen, @Realo.

  19. @Tobias Jeckenburger
    21.06.2026, 14:08 Uhr

    Das kommt natürlich auf die konkrete Religion an. Insbesondere wie weltoffen der Verein ist, und ob er Religionsfreiheit hochhält und die Diskussion auch mit Anders- und Nichtgläubigen sucht.

    Nenne es ruhig pfennigfuchsen oder so, aber es kommt eben NICHT auf die konkrete Religion an sondern in welchem ethischen Rahmen sie ausgeübt wird. Selbst innerhalb der verschiedenen Religionen gibt es da ja verschiedene Setzungen als ethischen und maralischem Rahmen.
    Ich persönlich denke das kann man beim Inhaltegeber dieses Blogs schön sehen.
    Und hier bei mir zu Hause ist das auch so. Ich bin hier der Atheist, das Spektrum reicht dann bis zu meiner Mutter am anderen Ende, alle Menschen die sonst noch da sind bewegen sich irgendwo dazwischen und funktioniert trotzdem ohne Mord und Totschlag 🙂
    Weil wir zB uns über die grundsätzlichen Wertsetzungen einig sind und diese sich nicht im Zweifel irgendeiner religiösen Vorstellung unterordnen müssen…

    Das war z.B. vor kurzem der aktuelle Papst mit seiner neuen Enzyklika. Ich hab die noch nicht durchgelesen, aber es ist m. E. einfach beeindruckend. Die will ich mir noch ganz durchlesen.

    Ja, aber gesetzt sie ist beeindruckend, ist sie das dann weil sie von einem christlichen Würdenträger kommt? 🙂 Fließen die Werte irgendwie da raus das er Christ ist oder ist es vieleicht anders herum? 🙂

    Auch Hans Küng oder den Dalai Lama habe ich gerne gelesen.

    Verstehe ich. Man muss nur irgendwann damit fertig werden das sie genau wie zB Ghandi Menschen sind und Fehler mitbringen. An manchen Stellen dann fast sogar Abgründe.

    Als Jugendlicher bin ich aus dem Konfirmantenunterricht noch rückwärts wieder herausgelaufen, und habe auf die weitere Mitgliedschaft begeistert verzichtet. Auch den Religionsunterricht durfte ich aus Glaubensgründen verweigern.

    Ist zwar eine andere Baustelle, aber warum sorgen wir dafür das sich die Menschen aktiv öffentlich DAGEGEN entscheiden müssen? Doch nicht etwa da mit sowas wie sozialer Druck da ist an der Religionsausübung zumindest nach außen teil zu nehmen?

    Ich kannte auch damals schon viele Leute, die ihren eigenen Glauben sehr vernünftig lebten, insbesondere auch Muslime. Da kann man sich über alle Konfessionsgrenzen hinweg sehr vernünftig mit austauschen.

    Natürlich, die gibt es immer und überall. Das sie sich vernünftig austauschen hat aber eigentlich mit der ausgeübten Religion eher nicht so viel zu tun…

    Natürlich kenne ich auch die Anderen. Die man sich echt nur möglichst weit vom Hals halten kann.

    Und das man sich die auf Abstand halten muss klebt nach meiner Auffassung nicht an der spezifisch ausgeübten Religion. Die ist nur gerne dankbares Vehikel.

    Wenn das dann die sind, die mehr Kinder kriegen, dann frage ich mich auch, ob uns das dann wirklich hilft. Dann lieber eine Konsequente säkulare Förderung von Kindern und jungen Familien.

    Kein Widerspruch! 🙂

    Wenn sie denn funktioniert. Das hat ja noch fast keiner ausprobiert. Vielleicht ist das gar nicht so schwierig.

    Aber vernünftige Religiosität fördern wäre mindestens genauso interessant. Ganz für sich schon.

    Was meine Mitmenschen so machen und denken finde ich immer interessant! Ich muss das ja nicht teilen. Das ist ja NOCH in Deutschland oft so: Wir dürfen sowas NICHT teilen…
    Weil unser GG ganz lax gesagt fordert: Geht Euch so wenig wie möglich auf den Geist …

  20. @ Michael Blume 21.06.2026, 15:10 Uhr

    Es ist klar, dass nur extrem wenige Juden Mitglied der Nazipartei waren. Es war alles irgendwie skurril, was ich da erfahren habe, deswegen habe ich es mir auch gemerkt.

    Ein größerer Teil der damaligen „Truppe“, rund 10 Personen, sind ungefähr 1930 in die Partei eingetreten. Der Jude schon früher und war angeblich dekorierter Kämpfer im WK1. Damals waren die „wahren Ziele“ der Nazis nicht gut zu erkennen. Nur dass sie dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen würden und damit haben sie Eindruck gemacht.

    Mein Wissen stammt praktisch davon, was ich ungefähr 1952 bei einem Gespräch zwischen meinem Vater und seinem ehemaligen Kollegen mitbekommen habe. Meine Mutter und die Schwester des Kollegen haben sich wo anders unterhalten.

    Der Jude konnte noch aus Auschwitz eine Art von „verschlüsselten Brief“ an einen Verwandten absetzen und von ihm hat der ehemalige Arbeitskollege erfahren, dass der Jude zuletzt in Auschwitz war…..

    Die Entwicklung der Erneuerbaren verläuft ungefähr wie ich es vermutet habe. Die PV Anlagen sind sehr erfolgreich, auch die E Autotechnik wird immer besser, wie es zu erwarten war.
    Auch die Hitze und die Sonneneinstrahlung der Sahara könnte technisch (PV Anlagen, Sonnenöfen + Turbinen) genutzt werden. Es wird auch eine politische und ökonomische Frage sein.

    Bei Wind befürchte ich, muss aber nicht so sein, dass es Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Sinne von Trockenheit geben könnte?

    • Tja, @Realo – Sie machen sich die Welt, wie Sie Ihnen gefällt. Mit historischen und wissenschaftlichen Fakten hat dies wenig bis nichts zu tun.

      1. Die NSDAP schloss Juden und Menschen mit jüdischen Vorfahren ab 1920 in ihrem Parteiprogramm aus.

      Wie eindeutig antisemitisch sich Hitler bereits früh äußerte, habe ich hier mal anhand seiner NS-Rede „Warum wir Antisemiten sind“ von 1920 (!) dokumentiert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-geschichtsmythos-von-adolf-hitler/

      2. Sie haben mehrfach auch auf diesem Blog die post-fossile Energiewende abgelehnt und verhöhnt.

      3. Nein, Windenergie verursacht keine Trockenheit.

      Sie haben ein Recht auf Ihre eigene Meinung – aber nicht auf Ihre eigenen „Fakten“. 🤭📚✅

  21. @Uli Schoppe 21.06. 15:29

    „Ja, aber gesetzt sie ist beeindruckend, ist sie das dann weil sie von einem christlichen Würdenträger kommt? 🙂 Fließen die Werte irgendwie da raus das er Christ ist oder ist es vieleicht anders herum?“

    Das dürfte in beiden Richtungen funktionieren. Was jetzt so wichtig wieder nicht ist, aber wenn von dem Papst sowas Vernünftiges kommt, bin ich auf jeden Fall begeistert. Immerhin der Chef der größte Kirche und der ältesten Organisation der Welt.

    Wenn der sich da in Richtung Weltoffenheit und Akzeptanz Andersgläubiger so engagiert, macht mir das echt Hoffnung.

    „Und das man sich die auf Abstand halten muss klebt nach meiner Auffassung nicht an der spezifisch ausgeübten Religion. Die ist nur gerne dankbares Vehikel.“

    Also bei den Zeugen Jehovas kann ich nicht nachvollziehen, das sich hier nicht alles um den Rechten Glauben dreht. Selbst die örtliche Babtistengemeinde scheint mir tatsächlich vor allem durch den Glauben motiviert zu sein.

    Wie es in den einzelnen Vereinen so läuft, ist ein weites Feld. Und die einzelnen Gemeindemitglieder bleiben Individuen. Natürlich mit ihren eigenen Weltauffassungen.

    Und ja, die wirken dann auch in den verschiedensten Gemeinde mit.

  22. @ Michael Blume 21.06.2026, 22:04 Uhr

    Zitat: „1. Die NSDAP schloss Juden und Menschen mit jüdischen Vorfahren ab 1920 in ihrem Parteiprogramm aus.“

    Das habe ich nicht bestritten. Aber es gab Einzelfälle dass Juden in der NSDAP waren…..

    Zitat: 2. Sie haben mehrfach auch auf diesem Blog die post-fossile Energiewende abgelehnt und verhöhnt.

    Ich bin hauptsächlich für PV Anlagen. Aber ökonomisch muss alles sein, weil sonst Ressourcen sinnlos vernichtet werden.

    Anfangs wurden derartige Anlagen völlig planlos „in der Pampa“ errichtet. Dort wo zufällig ein „Investor“ einen Grund hatte. Die Kosten für die Einbindung ins bestehende Energienetz waren sehr hoch. Die Energieversorger mussten Einspeisevergütungen zahlen, die nicht zu erwirtschaften waren.

    Derartiges darf bei ordentlicher Planung nicht geschehen. Ich nehme an, die Ministerin Reiche musste bei ihrem ehemaligem Job bei einem Stromversorger derartige Projekte nachträglich analysieren um Erkenntnisse zu gewinnen und künftige Projekte besser zu planen. Dabei dürften „ihre Haare zu Berge“ gestanden sein….

    Die Projekte dürften einfach auf „Befehl von oben“ durchgedrückt worden sein, die Wirtschaftlichkeit, hat keinen wirklich interessiert…..

    Allenfalls wurde der Umstieg auf „erneuerbare Energien“ beschleunigt.

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