Einladung zur Fachtagung Verschwörungstheorien vom 11. bis 13.9. in Weingarten

Gemeinsam mit den Psychologen Dr. Sebastian Bartoschek und Pia Lamberty und in Partnerschaft mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart möchte ich Euch gerne zu einer Fachtagung in Weingarten einladen. Drei Tage lang wollen wir uns seitens Wissendurst e.V. mit Phänomenen des Verschwörungsglaubens interdisziplinär auseinander setzen – kommen Sie doch einfach dazu!

Der Titel der Fachtagung lautet: Eine Welt voller Verschwörungen?
Verschwörungstheorien und -ideologien im Spiegel deutschsprachiger Forschung

Und das Programm der Tagung finden Sie hier als pdf: Programm_Fachtagung_VT

FachtagungVerschwoerungstheorienWeingartenIch würde mich freuen, wenn wir uns begegnen und austauschen könnten!

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. @ Herr Dr. Blume :

    Mythische Aussagen wie: jeder Mensch hat Menschenrechte (…) [Zitat, Quelle: Vid, ab ca. 4:35)

    Sie dürfen gerne zwischen Versuchen (“Theorien”, “Sichten”) unterscheiden und Setzungen (“Definitionen”), die Sie allerdings, zumindest punktuell, “Mythen” nennen.

    Dbzgl. Setzungen folgen Einstellungen erkennender Subjekte, es handelt sich hier um Maßgaben für Vorhaben, also Maßnahmen meinend, nie um “Narrative”.

    MFG
    Dr. Webbaer (der im Abgang noch anzumerken hat, dass Sittlichkeit zwar durch die Menge geübt wird, ihr aber nur ein gewisser Rang eingeräumt werden kann, wenn sie per de­fi­ni­ti­o­nem bestimmt wird, Sittlichkeit ist nicht mythisch)

    • Lieber @Webbaer,

      oh, Sie beziehen sich auf das Video, in dem ich zwischen (Verschwörungs-)Theorien und (Verschwörungs-)Mythen unterscheide.

      Tatsächlich kann ich nicht erkennen, wie eine Abgrenzung (lat. Definition) ohne Erzählung von Grenzen auskommen soll – z.B., was einen Menschen ausmacht und welche Rechte daraus folgen. Und konkret ist hier ja die erzählte Behauptung benannt, wonach Menschen Anspruch (gegenüber wem, woher?) auf Rechte “hätten”. Nicht zufällig sind ja auch die erwähnten Menschenrechte nicht nur über Geschichte(n) hergeleitet, sondern werden selbst in immer neuen Erzählungen, Deutungen, Gesetzen und Rechtsakten (v.a. Urteilen) ausgelegt und entwickelt (samt neuer Rechte z.B. in Zeiten des Netzes). Ich sehe nicht, dass Menschenrechte eine andere Existenz hätten als eine narrative…

      • Hallo, viele Grüße
        Die Grundlage von Recht, da haben wir mit Philosophie zu tun. Sie ist erkannt und experimentell erbrobt.
        Recht macht den Menschen aber sehr viel Arbeit, besonders, wenn sie mit vielen weiteren Menschen auskommen müssen, und, wo es doch viel einfacher scheint, im Unrecht zu leben,
        so man auf der Seite steht, die Vorteil davon hat.
        Recht erkennt man in Begegnung: Recht begegnet Recht,….wenn beide Teilnehmer diese Begegnung unbeschadet überstehen, dann haben sie beide rechtmäßig gehandelt.
        Das Leitkriterium ist also, dass niemand in der Begegnung zu Schaden kommt.
        Daraus erfolgt im Bedenken das Leben in Freiheit und die aufgeklärte Republik. Sie ist gegründet auf der Sittlichkeit: Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit – das ist auch der Art 1 der Menschenrechte: danach sind alle Menschen frei, und gleich an Würde und Rechten geboren, sind mit Vernunft und Wissen begabt,und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
        Alles ander wäre fatal und führte ins Unrecht. (vgl Theokratie, Monarchie Despotie)
        Das Menschrechte also durch Erkenntnis und folgerichtigem Denken kommen, zeigt auf, dass es dabei nicht um “Mythos” geht.

        • Lieber @Werner,

          lieben Dank für den schönen Text!

          “Recht erkennt man in Begegnung; Recht begegnet Recht” ist ein sehr schönes, mythologisches Narrativ! Tatsächlich begegneten sich z.B. Frauen und Männer seit Jahrmillionen – gleiches Recht für beide entstand daraus erst in den letzten Jahrzehnten (und z.B. auch das Wahlrecht für Frauen Jahrhunderte nach Verkündung der Menschenrechte). Es scheint also außer der reinen “Begegnung” (die es ja auch heute z.B. in Afghanistan oder Äthiopien gibt…) noch weitere Aspekte zu geben… 😉

          Und wie genau definieren sich “Philosophie”, “Vernunft” und “Würde”, wie lässt sich deren “Existenz” empirisch nachweisen? Es sind wiederum Begriffe, in denen sich Narrative bündeln.

          Inhaltlich sind wir da ganz dicht beieinander – auch ich würde z.B. wie Sie von einem “Erkennen” der Menschenrechte sprechen. Doch hilft es m.E. nichts, den mythologischen Aspekt des Ganzen zu verdrängen, den z.B. Hans Joas als “Sakralisierung” des Menschen beschrieb.

          Mit freundlichen Grüßen

          Michael Blume

          • Nun, wenn man Recht erkennen kann, wenn man es untersuchen, wenn man es folgerichtig durchdenken kann, dann ist es begründet und gültig (“Logos”).
            Ob vor 7 tausend Jahre oder heute: Sobald Sie zB.: in einer Lebenslage nicht das gleiche Recht haben, wie eine Frau,
            leben Sie im Unrecht.
            Was Sie also ansprechen, entspricht daher Fragestellungen nach der Ursache des Unrechts.

          • @Werner

            Das finde ich schön (und m.E. auch zutreffend) vorgetragen – zugleich zeigen zentrale Begriffe wie der “Logos” oder “Recht/Unrecht” die mythologische Überschreitung des empirisch Nachweisbaren eindrucksvoll an.

            Spannend und konkret wird dies natürlich in der Beurteilung von Politikern wie dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban, der angesichts der Flüchtlingsaufnahme über die (verschwörerischen!?) “Rotten unverbesserlicher Kämpfer für die Menschenrechte” herzog!
            Vgl. http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1082441.html

            Erkennt Orban Ihres Erachtens nach also den “Logos” nicht oder verkündet er wissentlich (Un-)Recht? Und wie gehen wir damit um, wenn andere das ganz Anders sehen?

            Jede Erzählung über Menschenrechte enthält m.E. immer auch subjektive Wert- und letztlich Glaubensurteile.

          • Als Mysterium kann man das Leben und das Universum auffassen.
            Der Anfang des Bedenkens beginnt im Nichts. Man kann sich nur innerhalb des Bedachten empirisch bewegen:
            -> Wenn man nun aber im Recht denkt und sein Leben darufhin einrichtet, dann entsteht im eigenen Leben die Sittlichkeit,
            was die Schönheit ist, was Freude und großer Ernst ist. Freiheit, Philosophie.
            (Und ´das Leben im aufgeklärten Denken schließt Religiösität kaum völlig aus: Joh. 3 Vers 8 ” 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.”)

            Mythos denke ich gerne von seinem Anfang aus, weil der Begriff/ Bedeutung im Verlauf der Geschichte zu wage wurde, fast zerfiel (vgl ähnlich: zB “Schöpfung” im Alten Testament ist das eine Kultur und Religion der seßhaften Stämme, Garten- und Plantagenbau, Zisternen, Wasserregulierung!, Kalenderwissen, 7Tage-Woche…. – wenn wir heute hören: Urknall ist Schöpfung <- da ist dem Begriff sein Bedeutungskern völlig abhanden gekommen)

            Was die aktuelle Lage der Flüchtlingsaufnahme angeht, da steht der europäische Staatenbund insgesamt nicht im Recht. Tatsächlich sprang schon ein 2012 beschlossener Frühwarnmechanismus/Überlastung der staatlichen Asylsysteme nicht an:
            https://www.ekd.de/bevollmaechtigter/bruessel/newsletter/81031.html

            Verantortlich für die große Flüchtlingsbewegung sind mE besonders die USA, siehe zB: Administration Bush Junior:
            https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE

            Eine interessante Aufgabe, das Jahr 2015 einmal so durch zu deklinieren, – einen Verlauf zu denken, als hätten alle Teilnehmer das geltende Recht eingehalten. Eine erste Konferenz aller Regierungen findet in so einer Simulation sicherlich nicht im Frühjahr 2016 (März) statt, sondern im Sommer 2015 (Rechtsstaatsprinzip).

  2. Pingback:Umleitung: Vom Militär-Weißbuch 2016 zur Initiative „Mehr Demokratie“ … | zoom

  3. Oh je, neben der Ankündigung der Fachtagung zu VT das Bild von Chemtrails. Halten Sie die tatsächlich für eine VT? Na dann haben Sie in Physik aber gar nicht aufgepasst, denn Kondensstreifen aus Wassermolekülen halten sich nur sehr beschränkte Zeit am Himmel und verteilen sich nicht breitgefächert stundenlang (manchmal den ganzen Tag zu sehen) am Himmel. Ich wundere mich immer über die Zuweisung einer VT bei Chemtrails, wo es doch längst offizielle Fachtagungen zu Geo-Engineering gibt und dort das Ausbringen von Aerosolen aus Flugzeugen auch aufgeführt ist. Jeder kann täglich am Himmel sehen, was passiert und muss schon geistig abwensend sein, um dies zu leugnen. Ganz zu schweigen von den Videos, die kritische Berufspiloten bei youtube eingestellt haben (dort gibt es auch absichtliche Fakes) und den Fotos aus dem Inneren solcher Chemtrail-Bomber.
    Wenn Sie das als VT sehen, sollten Sie ihren Dr-Titel zurück geben.
    mfg kafka

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