Eine muslimische Modebloggerin mit eigenem Kopf, Tuch & Selbst – Mahdiya Tatjana Rogalski im Web-Interview

Wie Musliminnen und Muslime aussehen, das “weiß man doch”, oder?! Tatsächlich sind Klischees gerade auch gegenüber Minderheiten immer wieder stark und auch FOCUS Online ließ es sich nicht nehmen, das Interview mit mir über die Krise des Islams doch wieder mit Frauen in dunklen Niqabs zu bebildern… Dabei geht das Tragen des Kopftuches unter Musliminnen auch in Deutschland anteilsmäßig stark zurück – von zum Beispiel 41 Prozent der aus der Türkei zugewanderten Frauen auf nur noch 21 Prozent ihrer bereits in Deutschland geborenen Töchter (IidK, S. 30). Aber natürlich konzentriert sich unsere Wahrnehmung auf neu Angekommene – häufig: Geflüchtete -, während wir andererseits solche ohne Kopftücher oft gar nicht mehr als Musliminnen wahrnehmen!

Wachsende Orte, über die kulturkritische Snobs gerne die Nase rümpfen, an denen aber Fragen der Schönheit, Kleidung, Geschlechterrollen und Individualität täglich ausgehandelt werden, sind Mode- und Fashion-Blogs. Und so habe ich schon seit einer Weile Mahdiya Tatjana im Blick gehabt, auf deren Facebook-Seite neben viel Zustimmung immer wieder auch muslimische Stimmen auftauchten, die ihr vorschreiben wollten, wieviel Meinung, Schmuck, Farbe, Luft und Licht einer Muslimin gestattet sei.

Ein Instagram-Bild von Mahdiya Tatjana vom Juni 2017, mit freundlicher Genehmigung

Tapfer aber stellte sich die bekennend muslimische Bloggerin den Einschränkungsversuchen und erhielt auch jede Menge Unterstützung von muslimischen, ex-muslimischen und nichtmuslimischen Kommentierenden.

Nach einer kurzen Sommerpause meldete sich die Bloggerin dann am 9. August 2017 mit diesem Bild auf ihrem Facebook-Profil zurück, das selbstverständlich wiederum intensiv diskutiert wurde.

Mahdiya Tatjana im August 2017. Foto: impulsive.arts – Mit freundlicher Genehmigung

In dieser Zeit entstand dann auch die Idee gegenseitiger Web-Interviews, die ich hiermit auf “Natur des Glaubens” gerne eröffnen darf:

  1. Liebe Tatjana, Du bist mir als Bloggerkollegin mit Profilen auch auf Facebook und Instagram aufgefallen, die Individualität, Mode und islamische Religiosität ebenso freudvoll wie experimentierend miteinander verwebt. Magst Du Dich den Leserinnen und Lesern von “Natur des Glaubens” kurz vorstellen?

Vielen Dank für Dein positives Feedback Michael. Ich bin 32 Jahre alt und komme ursprünglich aus Russland. Ich habe deutschrussische und tatarische Wurzeln. Nach Deutschland bin ich mit meiner Familie im Alter von 9 Jahren ausgesiedelt. Glaube war für mich von klein auf wichtig. Ich bin zwar konfessionslos aufgewachsen, aber der Glaube an den einen Gott für uns alle war schon immer vorhanden.  Deshalb habe ich mich auch schon im Kindesalter angefangen mit den Fragen: „Wer bin ich?“ „Wo komme ich her?“ „Wo gehe ich hin?“ zu beschäftigen. Ich sage bewusst für uns alle, weil es für mich alles Eins ist.

  1. Vor allem bei Facebook habe ich zwei große Kategorien von Antworten auf Deine Gedanken und Fotos wahrgenommen. Einmal gab es sehr viel Zuspruch, Lob und Ermutigung. Aber immer wieder auch meinten vor allem Männer Dich als “Schwester” über das Erlaubte belehren zu wollen. Nicht selten gab und gibt es dann auch zwischen diesen Kommentierenden intensive Diskussionen. Wie erlebst Du das?

Im Laufe der Jahre habe ich mir ein dickes Fell zugelegt, was Kritik in Bezug auf meine Person angeht. Das Kopftuch hat mir auch dazu verholfen, mehr zu mir selbst zustehen und mich mehr durchzusetzen. Diese Stärke wende ich nun auch jetzt im umgekehrten Fall an.

Es spielt für mich keine Rolle was gesagt wird. Die Menschen werden immer reden. Es wird immer Befürworter und Kritiker geben. Das ist auch in Ordnung. Jeder darf seine Meinung haben. Von Belehrungen allgemein halte ich nichts, bei Facebook schon gar nicht. Mich mit „Schwester“ anzusprechen, mich aber im Nachhinein öffentlich bloßzustellen durch Kommentare und Ähnlichem, da es sich in den Augen der Kritiker für eine gläubige Muslima nicht gehört die Kopfbedeckung abzulegen, spiegelt nur den Charakter des Kritikers wieder und dass dieser enorm auf Oberflächlichkeit fixiert ist. Die Art und Weise geht oft gar nicht, aber darüber muss ich nur schmunzeln. Einen guten Rat nehme ich nur von nahestehenden Personen an, oder aber auch von Personen, die in meinen Augen einen goldenen Charakter haben und deren Meinung ich schätze. Auch dann heißt es nicht, dass ich den Ratschlag für mich anwende. Ich nehme es an, lasse es mir durch den Kopf gehen und entscheide dann, ob es für mich gut ist oder nicht. Ich muss auch sagen, dass größtenteils positives Feedback zu meinen Fotos kam.

Die negative Kritik nahm ich nur vereinzelt wahr. Es haben sich einige aus meiner Freundesliste verabschiedet, aber das lief auch überwiegend stillschweigend ab. Das finde ich gut und bin auch sehr positiv überrascht, dass Negativität so gut wie ausblieb. In meinem Facebook-Profil war davon so gut wie nichts zu merken. Das bestätigt mir wieder nur, dass ich eine durchaus schöne Community habe, von der ich mich auch immer wieder gerne inspirieren lasse.

Was ich allerdings oft schade finde ist, dass diese Kritiker, meistens Männer, oft Frauen, die vielleicht mit sich selbst noch hadern, entmutigen. Das habe ich von vielen meiner Leserinnen mitgeteilt bekommen, dass sie durch solche Situationen, dass sie obwohl sie es gerne täten, das Kopftuch nicht tragen, aufgrund dieser ganzen Kritik und Druck, der ausgeübt wird, man müsse es zu 100 % machen, also alles „richtig“ machen. Aber wer ist schon perfekt? Das ist traurig. Ich frage mich: Woher nehmen sie sich das Recht darüber urteilen zu können was sich gehört und was nicht, ganz zu schweigen davon, dass jeder Fall individuell ist, sie die Person nicht kennen und sie sich selbst lieber an ihrer eigenen Nase ziehen sollten?

Mein o. g. Beispiel ist nur einer von vielen. Es gibt noch so viel mehr Situationen, die unnötig erschwert werden, aufgrund dieser klugen Ratgeber. Das ist aber auch ein grundlegendes Problem, welches mittlerweile nach und nach abgebaut wird. Das finde ich gut.

  1. Als sehr ambivalent habe ich auch erlebt, wenn Dir Männer mehr oder weniger ernsthafte “Heiratsanträge” gemacht haben; ein Phänomen, von dem ja gerade auch Fashion-Bloggerinnen immer wieder berichten. Mir erscheint es übergriffig, schließlich können Dich diejenigen doch noch überhaupt nicht gut genug für so eine Lebensentscheidung kennen und nehmen zudem einfach an, dass Du auf der Suche wärst. Sie betonen aber wiederum, dass dies doch auch ein Lob sei. Wie siehst Du das?

Also wenn ich solche Nachrichten bekomme, muss ich nur mit den Augen rollen. Früher habe ich mich total aufgeregt und habe auch einen Artikel darüber geschrieben. Ich frage die Personen hin und wieder mal, wenn ich mir einen Spaß gönnen möchte, ob derjenige auch Frauen auf der Straße so plump anmacht und sie direkt mit einem Heiratsantrag bombardiert. Wo gibt’s denn sowas? In der Vergangenheit ist es oft so gewesen, dass diese Männer annehmen, wenn eine Frau Kopftuch trägt, dass sie dann besonders fromm sei, dabei sagt es überhaupt gar nichts über den Wert oder die Charaktereigenschaften eines Menschen aus.

Allein schon die Frage was ich den von Heirat halten würde, ohne überhaupt ein wenig Smalltalk halten zu wollen ist äußerst primitiv. Auch die Annahme, dass ich suchen würde, ist in meinen Augen dreist. Da wäre an dieser Stelle die Frage, ob Frau vergeben ist, höflicher gewesen. Aber wo kommen wir denn da hin? Wenn eine Person auf mich auf die Art zukommt, wird sie sowieso direkt blockiert. Mein Internetauftritt ist nicht dazu da, um Männerbekanntschaften zu schließen, sondern um meine Mitmenschen zu inspirieren und mich selbst auch. Unseriöse Facebook-Profile sortiere ich konsequent und permanent aus, sobald mir diese auffallen.

  1. Als Religionswissenschaftler kann ich nicht anders, als Thesen aufzustellen. Also: Ich nehme an, dass Du mit Deiner Online-Präsenz die Grenze zwischen Kollektivität und Individualität im traditionellen Islam überschreitest. Du nimmst für Dich sichtbar das Recht in Anspruch, eigene Gedanken zu formulieren und auch Dein Äußeres selbst zu bestimmen. Das feiern die einen als Befreiung und Ermutigung; und die anderen versuchen, es rückgängig zu machen. Hinter mancher Ermahnung und manchem Heiratsantrag sehe ich den Versuch, Dich in ein patriarchal bestimmtes Kollektiv “zurück zu vergemeinschaften”. Was meinst Du – liege ich damit völlig falsch?

Der Islam ruft dazu auf seinen eigenen Verstand einzuschalten und nachzudenken. Engstirnige Sichtweisen sind bei mir an der falschen Adresse. Und mal ehrlich was ist schon traditionell? Ich komme nicht aus dem Orient, sondern aus Russland und lebe nun hier in Deutschland. Der Islam ist vielfältig. Er kann also auch eine Portion deutschrussischen Flair vertragen. In Marokko kleiden die Frauen sich anders als in der Türkei oder Saudi Arabien oder auch Bosnien zum Beispiel. Ich muss mich auch nicht einem dieser Kleidungsstile anpassen, sondern mich in meiner Haut wohlfühlen. Sollte ich es nicht, würde es für mich keinen Sinn machen.

Diese Ermahnungen sind oft engstirniger Natur und total unflexibel. Das ist für mich ein Widerspruch zu dem ersten genannten Satz zu dieser Frage. Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass es ein Versuch ist mich in ein patriarchal bestimmtes Kollektiv “zurück zu vergemeinschaften”, andersrum denke ich mir, dass diese Männer gar nicht so weit denken, sondern einfach nur oberflächlich fixiert sind. Die Frauen zu den Zeiten des Propheten hatten ihren eigenen Kopf, waren berufstätig und haben sogar in Kriegen mitgekämpft. Sie waren gleichberechtigt und gesellschaftlich hoch angesehen. Hinzuzufügen ist, dass wir Zeit, Raum und Ort von heute und damals nicht vergleichen können.

Das heißt also ich persönlich würde jetzt nicht in den Krieg ziehen, aber ich lasse nicht über meinen Kopf hinweg über mich bestimmen. Das wollen diese Personen bei mir erreichen, indem sie mir auch einreden wollen, wie ich mich zu kleiden oder zu verhalten habe. Allerdings ohne Erfolg und oft ärgert es sie dann umso mehr. Ganz zu schweigen davon ist es immer wieder das gleiche Gedankengut, nämlich dass eine konvertierte Muslima nicht so viel Wissen vom Islam hätte und somit kann man sie drehen und wenden wie man will oder sie sogar zu eigenen Gunsten manipulieren. Mittlerweile lässt aber diese Art Kontaktaufnahme nach, weil sie wahrscheinlich merken, dass es bei mir eh keinen Sinn macht, so meine Vermutung.

  1. Vor wenigen Tagen erschien Dein erstes Foto ohne Hijab / Kopftuch, mit enormer Resonanz. Davor hattest Du Dich eine ganze Weile zurückgezogen und auch über das Recht gebloggt, Entscheidungen zu überdenken. Hast Du gezögert, hattest Du Angst vor den Reaktionen?

Ich habe nicht gezögert und Angst hatte ich auch nicht. Wovor sollte ich denn Angst haben? Neugierig war ich aber schon wie die Reaktionen ausfallen würden. Ich habe mich zurückgezogen, weil ich mich selbst reflektieren wollte und weil es für mich wichtig war, erst einmal meine Entscheidung zu verinnerlichen, bevor ich damit an die Öffentlichkeit gehe. Das mache ich generell so, wenn ich Entscheidungen treffe. Ich ziehe mich zurück. Ich lasse mir damit Zeit und lasse es auf mich wirken. Ganz zu schweigen davon war für mich erst einmal vorrangig im realen Leben meine Entscheidung umzusetzen. Ich war auch viel damit beschäftigt meine Garderobe auszusortieren und auch zu shoppen. Wie Frau halt so ist. Wenn schon, denn schon ne. Dazu kommt noch, dass ich einen Shooting Termin mit Impulsive Arts hatte und das braucht halt auch alles seine Zeit bis die Fotos onlinereif sind.

Keine Angst, viele positive Reaktionen. Foto: impulsive.art. Mit freundlicher Genehmigung

  1. Die Religionswissenschaftlerin Jessica Albrecht hat vor Kurzem darüber gebloggt, dass gerade auch beim Fashion-Bloggen zwei Prozesse gleichzeitig abliefen. Einerseits freue sie sich über positive Aufmerksamkeit. Andererseits aber habe sie sich dabei ertappt, die Erwartungen der Schauenden bis in die eigene Körperhaltung hinein verinnerlicht zu haben. Wie denkst Du über diese “Macht der Schauenden”?

Natürlich freue ich mich über die positive Aufmerksamkeit. Ich persönlich freue mich jedes Mal, wenn einer meiner Texte meinen Leserinnen und Lesern zur persönlichen Weiterentwicklung verholfen oder aber auch aus Problemsituationen herausgeholfen hat. Man rutscht schon hin und wieder in diese Position, dass man sich überlegt „Was möchten die Leser von mir?“ „Ist es vielleicht zu krass für die Leser, wenn ich einfach frei Schnauze schreibe?“ Dann komme ich aber schnell wieder zur Besinnung und denke mir, genau das macht doch einen Blog aus: Die Persönlichkeit mit all den Facetten. Ebenfalls ist mein Blog mein Hobby und nicht mein Beruf. An erster Stelle stehen für mich also der Spaßfaktor und natürlich auch der Spaß mit und für die Leser. Ohne Leser ist der Blog für die Öffentlichkeit nutzlos. Es ist wichtig eine Balance zwischen den beiden Dingen zu finden. Ich möchte ja meinen Lesern etwas geben, aber dabei dennoch authentisch bleiben. Das ist für mich wichtig.

  1. In meinem neuen Buch “Islam in der Krise” vertrete ich die These, dass es einen Wiederaufstieg der islamischen Zivilisation nur mit den Frauen geben kann. Solange diese nicht mehr Zugänge zu Bildung, mehr Selbstbestimmung und vor allem auch mehr Mitsprache in politischen und religiösen Fragen erhalten, würden sich auch die Familien und Gesellschaften kaum wirtschaftlich, wissenschaftlich und demokratisch entwickeln. Bin ich ein Phantast?

Also ich denke mal Phantasien sind dazu da, um sie wahr werden zu lassen. Ich liebe es auch zu phantasieren. Ich muss aber auch sagen, diese Vorstellung ist gar nicht mal so abwegig. Es tut sich schon was. Muslimische Frauen werden immer aktiver, auch in der Öffentlichkeit. Ich finde das gut und wir brauchen auf jeden Fall mehr davon. Frauen tragen einen großen Teil zur Gesellschaft bei. Dabei müssen sie sich oft mit Vorurteilen rumschlagen, unabhängig davon welchen Glauben sie haben. Man wird oft auf das Äußerliche reduziert, ob mit oder ohne Kopfbedeckung. Entweder ist man die Süße, die Hübsche, die Mutter oder die Zicke usw. Selten höre ich aber Sätze wie “sie ist die Anwältin”, “die Ärztin” etc. Frau muss sich immer doppelt so viel durchsetzen, als ein Mann es tun muss. So zumindest meine Erfahrung aus beiden Perspektiven.

  1. Du bist bereits einen weiten und – wie ich wahrnehme – auch nicht immer leichten Weg gegangen. Hast Du Dir Ziele für Dich und Deinen Blog gesetzt?

Eines der obersten Ziele für meinen Blog sind weiterhin Spaß dabei zu haben. Ebenfalls möchte ich es weiter ausbauen, in dem ich mehr inspirierende Texte verfasse, die meinen Lesern und auch mir selbst weiterhelfen, um das Leben mit Leichtigkeit zu nehmen. Mein oberstes Ziel für mich selbst ist einfach das Leben in vollen Zügen auszukosten und mich nicht auf die falschen Dinge fixieren, was ich ja auch jetzt schon tue. Dennoch schweift man immer wieder mal ab. Die Kunst ist es immer wieder zurückzufinden und auf Dauer diese Linie zu fahren. Mehr möchte ich aber vorerst nicht verraten. 🙂

Vielen Dank für das Interview, liebe Tatjana! Du hast angekündigt, mich dann in nächster Zeit umgekehrt zu “Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug” zu interviewen. Ich freue mich darauf und wünsche Dir auch als Bloggerin weiterhin alles, alles Gute!

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Liebe @Jessica,

      absolut, Ihr würdet Euch bestimmt gut verstehen! 🙂

      Auch Dir aber noch einmal herzlichen Dank dafür, mich für den Themenbereich Religionswissenschaft & Fashion-Blogs sensibilisiert zu haben. Und alles Gute für das weitere Studium an einem verdient außergewöhnlich genialen Ort! 🙂

  1. Ist muslimisches Modebloggen überhaupt im Sinne des Erfinders? So weit ich es verstanden habe, soll das Vermummungsgebot die Männer vor Stielaugen bewahren. Wie auch bei Nonnen.
    Im übrigen finde ich Kopftücher einfach häßlich, ob bei Nonnen, Mennonitinnen, Muslima oder der Queen.

    • Lieber @Omnivor,

      der berechtigte Knackpunkt in Ihrem Kommentar ist: “So weit ich es verstanden habe,…” Denn tatsächlich wird jede Religion immer und in jedem Moment sowohl von den Angehörigen wie auch von Außenstehenden interpretiert und “verstanden”. Selbst extreme Hobby-Salafisten nutzen beispielsweise YouTube, Autos und Smartphones, obwohl der Prophet des Islam dies nicht getan hat. Ebenso gibt es lebensfreundlichere Interpretationen des Islams, wie sie die o.g. Bloggerin vorstellt. Auch jede andere Religion wird beständig neu interpretiert und verstanden – und ich darf Ihnen versichern, dass die Unterschiede zwischen den Verständnisvarianten sehr, sehr groß sein können…

      Mit freundlichen Grüßen

  2. Eine hübsche, selbstbewusste, willensstarke, junge Frau!
    Es würde mich freuen, wenn Frau Mahdiya Tatjana (Muslime) sich einmal
    (außer zu Kopftuch) zu der erniedrigenden, demütigenden Beschneidung
    junger Mädchen äußern würde.

    • Lieber @wibue2,

      warum sollte sie das denn tun? Die menschenverachtende Genitalverstümmelung von Mädchen wird von den allermeisten Muslimen abgelehnt, in Afrika aber leider teilweise auch von Christen und sog. Naturreligionen praktiziert. Sollten sich christliche Gäste also auch davon distanzieren?

      Wenn ich Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion auf diesen Blog einlade, dann doch sicher nicht, um sie anonymen Tribunalen auszusetzen…

      Ob Mahdiya dennoch antworten möchte, stelle ich ihr gerne anheim – zwingend notwendig scheint es mir nicht.

      Mit freundlichen Grüßen

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