Ein Werbeclip gegen den Rassismus – Sadece für Dich

BLOG: Natur des Glaubens

Evolutionsgeschichte der Religion(en)
Natur des Glaubens

Bedrückt vermeldet die Friedrich-Ebert-Stiftung einen massiven Anstieg von Rechtsextremismus und besonders Juden- und Islamfeindlichkeit in Teilen Deutschlands. Das ist mutig und notwendig, denn: Stichwortgeber für Rassismen wie Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky (beide SPD) liefern die Sozialdemokraten derzeit leider gleich mit. Tenor: Überall laufe Integration so schlecht wie in Berlin – und das könne nur die Schuld der Türken sein. Bullshit – und ein Grund für immer mehr Migranten, an der Partei zu zweifeln.

Ausgerechnet ein Wirtschaftsunternehmen weist nun in einem erfolgreichen Werbeclip darauf hin, dass die meisten Deutschtürken in unserem Land längst viel weiter, bunter – und längst auch eine interessante Werbezielgruppe sind. “Sadece (Nur) für dich” lautet der Clip, der sich derzeit v.a. über Facebook viral verbreitet.

 

Hier die Übersetzung der deutsch-türkischen Satzteile:

“(Deutsch) Wir steigen in der Heimat in den Flieger (türkisch) und kommen nach dreitausend Kilometern zuhause an.”

“(Deutsch) Wir sprechen schon in der Schule zwei Sprachen (türkisch) und mischen sie, wie wir wollen.”

“(Türkisch) Wenn wir über das Wetter reden (deutsch) klingt das wie ein Liebesgedicht.”

“(Türkisch) Und wenn wir Liebesgedichte schreiben (deutsch) klingt das wie Musik.”

“(Türkisch) Und unsere Freundschaft (deutsch) braucht mehr als einen Telefonanruf.”

“(Türkisch) Wenn wir Ja sagen (deutsch) meinen wir das auch so.”

“(Deutsch) Wir reden Deutsch (türkisch) und träumen türkisch.”

“(Deutsch) Und wenn Du das verstanden hast  (türkisch) gehörst Du auch zu uns.”

Gratulation an e-plus für einen ausdruckstarken Werbeclip – gegen den Rassismus.

  • Veröffentlicht in: Islam
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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

55 Kommentare

  1. Nationalismus in der EU

    Wenn man den beiden Links auf der Seite der Friedrich-Ebert-Stiftung folgt, dann findet man dort auch einen Teil der Antwort. In der “Zusammenfassung der Ergebnisse” und der “Studie: Die Mitte im Umbruch”, wird dargelegt, dass immer mehr Menschen in Deutschland Angst vor dem Abstieg haben und das auch zurecht, wenn man sich den Armutsbericht der Bundesregierung ansieht, wonach zehn Prozent der Deutschen über mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens verfügen, während der unteren Hälfte der Haushalte gerade mal ein Prozent bleibt.
    http://www.tagesspiegel.de/…reissen/7150202.html

    Tatsache ist, dass die Mittelschicht immer mehr ausblutet. Viele sehen sich von Armen und Zuwanderern regelrecht bedroht, weil sie der Meinung sind, dass sie diese mitfinanzieren müssten. Schuld daran haben aber nicht (nur) die Armen, sondern, laut Spiegelonline, die Mittelschicht selbst, weil sie sich fälschlicherweise in der Nähe der Elite verortet und nicht merkt, dass sie schon lange für die Reichen zahlt, weil diese am meisten von der Rettung der Banken und der Wirtschaft profitieren. http://www.spiegel.de/…sich-selbst-a-687760.html

    Nationalismus ist kein deutsches Problem, er breitet sich verstärkt in der EU aus. Besonders betroffen sind die ärmeren Staaten im Osten.
    http://www.spiegel.de/…nach-rechts-a-809310.html

    Auch der “EU-Bischof warnt vor zunehmendem Nationalismus in Europa”, er sagt: “Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise drohten jene Kräfte Auftrieb zu bekommen, die einen nationalen Alleingang für die bessere Alternative hielten…”.
    http://www.domradio.de/…onalismus-in-europa.html

  2. @Mona

    So ist es. Statt den echten Problemen auf den Grund zu gehen lassen sich Teile der Gesellschaft Sündenböcke servieren. Kein Wunder, dass die Fremdenfeindlichkeit dort besonders hoch ist, wo am wenigsten Migranten leben…

  3. @Blume: Vielleicht ist es so, dass Sie Monas zarte Kritik an Ihrer merkwürdig grobschlächtigen Darstellung überlesen haben.
    Erstmal: ” … in Teilen Deutschlands”, konkret geht es um Ost-Deutschland, warum steht das da nicht? In West-Deutschland ist der Trend gegenläufig! Der Bevölkerungsanteil dreimal so hoch.

    Dann: Warum ist die Studie (bzw. deren Veröffentlichung) mutig?
    Verstehe ich nicht.

    “Rassistische Stichwortgeber wie Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky (beide SPD) liefern die Sozialdemokraten derzeit praktischerweise gleich mit.” Wie, DIE Sozialdemokraten tun das??? Hat man in der SPD über den Inhalt der Bücher abgestimmt? Gab es da nicht ein Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin?

    “… das könne nur die Schuld der Türken sein”, da habe ich von Buschkovsky aber deutlich Differenzierteres gehört, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das der Tenor seines Buches sein soll.
    Aber dass ein Sozialdemokrat etwas gegen unsoziale Jugendgangs hat, ist doch nun wirklich OK.
    Und Mona hat völlig Recht, dass sich Nationalismen besonders in Ost-Europa ausbreiten. Und dahin möchte unser christlich-sozialer Innenminister gerne die Sinti & Roma abschieben, wo sie radikalen Diffamierungen ausgesetzt sind. Und das, obwohl Deutschland gegenüber dieser Volksgruppe eine besondere Verantwortung haben müsste …

  4. @Detlef Piepke

    Den entsprechenden FAZ-Artikel habe ich oben verlinkt, hier ein Zitat:

    Emre, der seit fünf Jahren Parteimitglied ist, wirkt desillusioniert. „Du bist als Migrant immer in der Abwehrhaltung. In der SPD haben viele ein Problem damit, dass man anders ist.“ So weit würde Bozkurt nicht gehen. Aber er gibt zu, dass das öffentliche Bild der SPD von Leuten wie Sarrazin und Buschkowsky geprägt wird. Besonders ärgert er sich über den Zickzackkurs der Parteispitze, wenn es um Integration geht. Erst hat man versucht, Sarrazin aus der Partei auszuschließen. Ohne Erfolg. Dann hat die SPD-Führung eine Resolution für den Parteitag im September 2010 eingebracht, die eine härtere Gangart gegenüber Einwanderern forderte. Um die Nichtdeutschen in der Partei wieder zu besänftigen, hat man anschließend eine Migrantenquote für Führungsgremien in der Bundespartei eingeführt. In der aktuellen Debatte hat sich Gabriel wiederum öffentlich auf die Seite von Buschkowsky geschlagen. In einer von ihm unterzeichneten Einladung zu einer Lesung Buschkowskys in Berlin heißt es über den Neuköllner: „Er redet Klartext, sagt, was sich in Deutschland dringend ändern muss.“ Und: „Buschkowsky weiß, wo der Schuh drückt, und er hat den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.“ Mit so viel Rückendeckung war Buschkowskys Lesung ein voller Erfolg – der Saal war rappelvoll. Das Interessanteste auf der Veranstaltung war eine kleine Randbemerkung Buschkowskys. Sein größter politischer Gegner, sagte er, sei der frühere nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet. Ein CDU-Politiker also. Der sozialdemokratische Hardliner und der liberale Konservative mögen sich nicht. Laschet lacht darüber. „Ich kann es persönlich ein wenig verstehen“, sagt er am Telefon. „Mich stört bei ihm, dass er generalisiert. Es gibt in Deutschland nicht ernsthaft einen zweiten Ort wie Neukölln.“

    Etwas seltsam finde ich Ihren Hinweis auf andere Parteien und Länder. Selbstverständlich gab und gibt es Rassismen überall und unter allen Menschengruppen – genau darum geht es ja! Warum nur glauben auch am Anfang des 21. Jahrhunderts selbst gebildete Leute noch “Die machen das aber auch!” würde sie selbst besser dastehen lassen? Den inneren Kampf gegen Ressentiments und Gruppendynamiken muss letztlich jede Gruppe und Generation immer wieder neu führen.

  5. “… unter allen Menschengruppen – genau darum geht es ja! Warum nur glauben auch am Anfang des 21. Jahrhunderts selbst gebildete Leute noch “Die machen das aber auch!” würde sie selbst besser dastehen lassen?”

    Weil das Bildungs(unter-)system eine hierarchiesche Funktionalität in zeitgeistlicher / “protestantisch-säkularer” Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche etabliert.

    Wenn WIR wirklich-wahrhaftig den “echten Problemen auf den Grund” gehen würden, anstatt immer wieder nur als “brave Bürger” bei den “treuhänderischen Verantwortungsträgern” mit “verdammtnochmal” stumpf- wie blödsinnig zu protestieren, zu fordern, usw., dann müßten wir KONSEQUENTER “Weise” mittels einer ganz anderen Kommunikation ein ganz anderes / wirklich-wahrhaftig menschenwürdig-verantwortungsbewußtes System anfangen zu gestalten, auf der Basis der einzig reformwürdigen Ideologie die schon Christus mit Gleichnissen, Weisheiten und … gepredigt hat – denn Kapitalismus-light ist wohl die größte / zynischste Illusion!?

    Auch ohne den Satz: “Die machen das aber auch!”, sieht alles ziemlich blöd und unterentwickelt aus!?

  6. Erklärung und Missverständnis

    “Etwas seltsam finde ich Ihren Hinweis auf andere Parteien und Länder.”
    Das mit dem Hinweis auf die christliche Partei hat folgenden Grund: Immer (oder fast immer) wenn in Ihren Beiträgen der Name Sarrazin auftaucht, steht dort: Tilo Sarrazin (SPD). Und das sehr, sehr häufig. Als wenn es das hervorragenste Merkmal des Mannes wäre, SPD-Mitglied zu sein. Das ist allerdings überhaupt nicht der Fall, im Gegenteil: Führende SPDler haben sich ausnahmslos gegen dieses Buch gewandt. Aber auch Ihr Satz der “… die Sozialdemokraten …” beinhaltet, suggeriert doch, dass das alles SPD-Konsenz wäre.
    Das SPD-Dissen ist ja nun sehr offensichtlich, die CDU-Nähe spürbar, die Auswahl des Artikels zeigt es. (Merkel: “Multi-Kulti ist gescheitert.” Da braucht man nicht 13 Jahre bis zur Roland Koch-Aktion zurück.)
    Das mit den anderen Ländern haben sie völlig falsch verstanden: Es sind die Roma, die in diese osteuropäischen Staaten abgeschoben werden sollen, in denen neue Nationalismen aufkeimen. Dort sind sie extrem schlecht aufgehoben und härtesten Diffamierungen ausgesetzt. Ich finde es deutlich besser, wenn sie hier bleiben dürfen!
    Da haben Sie meinen Satz nicht richtig gelesen, ich wäre der Letzte, der Nationalismen relativiert.

  7. @Detlef Piepke

    Vielen Dank, jetzt verstehe ich Sie besser! Na, dann liegen wir so weit nicht auseinander.

    Dass es in konservativen und liberalen Parteien Rassismen gibt, ist m.E. unstrittig – dagegen streite ich seit Jahren aktiv an. Darüber, dass aber inzwischen auch maßgebliche Teile der SPD solche Stimmungen bedienen, teile ich eine große Enttäuschung mit vielen Sozialdemokraten.

    Rassismen können nur eingedämmt werden, wenn alle bei sich selbst anfangen: Deutsche und Türken, Amerikaner und Israelis, Politikerinnen und Facharbeiter, Christen, Muslime, Konfessionslose etc.

  8. @Horst

    Ich kann mich leider nur wiederholen: Der Ton macht die Musik. Solange Sie Andersdenkende z.B. als “Suppenkasper” verhöhnen, wirken Sie selbst wie einer. Zumal sich Ihre Kommentare recht unverständlich und destruktiv lesen. Wenn Sie andere Menschen erreichen und ernstgenommen werden wollen, sollten Sie die Weise Ihrer Kommunikation überdenken. Wenn Sie mit uns anderen debattieren wollen müssten Sie uns erst einmal nehmen, wie wir sind. Suppenkasper sind wir nicht.

  9. die Finger in den Wunden

    “Gratulation an e-plus für einen ausdruckstarken Werbeclip”

    Werbung, die zielgenau auf den zynischen Mechanismen des Zeitgeistes surft – VERZEIHUNG, aber ein Lob in diese Richtung ist für mich nur insoweit fassbar, daß da ein merk- und denkwürdiges Arrangement oder einfach der Verlust / das Fehlen von Verstand durch naive Leichtgläubigkeit hinter steckt.

    (13.11.2012, 12:23) “Den inneren Kampf gegen Ressentiments und Gruppendynamiken muss letztlich jede Gruppe und Generation immer wieder neu führen.”

    (13.11.2012, 17:21) “Rassismen können nur eingedämmt werden, wenn alle bei sich selbst anfangen: …”

    Das paßt natürlich auch zum Zeitgeist, damit die Spaltung auch weiterhin IN ALLEN BEREICHEN so konsum- und profitautistisch in Ausbeutung und UNTERDRÜCKUNG funktioniert – mit solchen Aussagen zur systemrationalen Kapitulation braucht man eigentlich überhaupt nicht diskutieren!?

  10. AuchEinTürke kannEin guter KonsumentSein

    Das stimmt schon: Weder die SPD noch die CDU bestimmt ob jemand integriert ist. Das Kaufverhalten bestimmt das weit mehr als alles andere. Wer also all die Klamotten kauft, die von einer bestimmten Altersgruppe normalerweise so nachgefrafgt werden, der ist schon recht stark integriert, denn er ist auf dem richtigen medialen Kanal und reagiert auch auf die unternommenen Werbeanstrengungen und er verliert seine Unheimlichkeit weil Unbekanntheit und wird zu einer berechenbaren Grösse.

    Was hat das mit Rassismus zu tun. Einiges. Wer solcherart integrierte Türken wie sie im Werbevideo präsentiert werden immer noch und trotzdem ablehnt, der muss ein Rassist sein. So weit sogar, dass er kein wertvoller Teil unserer Konsumgesellschaft mehr ist. Denn vor dem Konsum sind alle gleich. Wer das nicht akzeptiert, der stört die Gemeinschaft.

    Sicher gibt es solche Rassisten, die auch solcherart integrierte Konsumenten ablehnen. Nur weil es für sie die falschen Konsumenten sind. Genau wie es in den 1930ern, 1940ern und 1950ern Jahren Judenhasser gab, die Juden aus Prinzip hassten. Egal wie integriert oder nicht integriert sie waren.

  11. @Kai

    Der Nationalismus ist in der Türkei extrem ausgeprägt, dagegen ist Deutschland ein Paradies für Andersdenkende. Hier kann sich auch jede Religion nach aussen gefahrlos darstellen und seine Interessen vertreten, kann man in der Türkei leider nicht.
    “(Deutsch) Und wenn Du das verstanden hast (türkisch) gehörst Du auch zu uns.” und wenn nicht ?? (Mache wir dich platt oder was ??).
    “(Deutsch) Wir reden Deutsch (türkisch) und träumen türkisch.” und handeln ??
    “(Deutsch) Wir sprechen schon in der Schule zwei Sprachen (türkisch) und mischen sie, wie wir wollen.” aber am liebsten türkisch (haben ja meist nur türkische Freunde)
    “(Deutsch) Wir steigen in der Heimat in den Flieger (türkisch) und kommen nach dreitausend Kilometern zuhause an.”
    wo ist denn nun die Heimat? (in der 4 Generation)

  12. @anrosgo

    Kann es sein, dass Sie Aussagen von Deutschtürken und Deutschtürkinnen grundsätzlich mit panischer Furcht und maximal negativer Deutung wahrnehmen? 😉 Rassismus hat offensichtlich viel mit Ängsten zu tun, danke für diese Demonstration…

    Nachdem Sie den deutschen Nationalsozialismus schon nicht verurteilen vermochten, ist es aber doch schön zu lesen, dass Sie immerhin extremen, türkischen Nationalismus fürchten. Dass es ein wenig unlogisch ist, das eine zu verharmlosen und das andere zu fürchten, sei nur nebenbei erwähnt…

    Naja, vielleicht gelingt es Ihnen ja eines Tages, alle Menschen wert zu schätzen und alle Extremismen abzulehnen – statt sich exklusiv gegenüber Muslimen und Juden einzunässen.

  13. @Blume

    Interessant ist es das bei diesem “Werbeclip” keine deutschen Gesichter zu erkennen sind. Auch sind keine freundschaftlichen Gruppen von deutschen und türkischen Judendlichen zu sehen.
    Es ensteht der Eindruck das die Deutschen alleine schuld sind das es nicht klappt mit der Integration.
    Ebenso kann nicht erkennen in welchem Land befinden sich die Protagonisten befinden.
    Ein eindeutiges Bekenntnis für das Land in dem die jungen Menschen (und wahrscheinlich auch deren Eltern) geboren sind fehlt.
    Ich denke ein solcher Film hilft nicht unbedingt in Sachen Integrationproblematik.

  14. @Arda: Falsch

    Die meisten Deutschtürken SIND Deutsche. Und Sie SPRECHEN auch in diesem Video Deutsch. Wen z.B. die Braut heiratet, lässt der Clip bewusst offen. Und die Zahl der interkulturellen Ehen steigt auch in der gesellschaftlichen Realität. Freut oder ärgert Sie das?

  15. Ich liebe New York…

    Ich weiß nicht ob dies nun Arda freut oder ärgert, aber ich werde nun schildern, was mich freuen würde: Mich würde freuen, wenn die ganze Welt so bunt und lieblich wäre, wie New York. Unsere konseravtive Einwanderungspolitik verhindert dies jedoch. Viele Nationen, die gern einwandern würden, werden gegenwärtig, durch allzu eng gefasste-engstirnige Asylgesetze oder so am einwandern gehindert. Ich find so etwas unmenschlich. Wir müssen mehr Buntheit wagen!

  16. P.S.

    Weit mehr noch als die Vorstellung, dass viele Ethnien existieren, macht mich die Vorstellung glücklich, dass viele Ethnien, ja alle Ethnien an einem Ort zusammenfinden. Dies sollte überall so sein.

  17. @Sepp

    Vielen Dank! Ich verstehe zwar, dass viele Menschen (aller Ethnien & Kulturen) mehr oder weniger starke Ängste vor dem Fremden und Unbekannten haben. Aber zum Zusammenleben gibt es auch nach meiner Einschätzung keine Alternative – in allen freiheitlichen Gesellschaften wächst die gesellschaftliche Vielfalt unweigerlich. Und auch die einzige Gesellschaft, die sich lange weitgehend von Zuwanderung abschottet(e), Japan, erweist sich nicht als besonders erfolgreiches oder glückliches Modell…

  18. Da stimme ich zu:

    Ja. Nicht bloß die vielen Erdbeben stellen für Japan ein Problem dar. Auch die niedrige/ nicht vorhandene Einwanderung wirkt sich verheerend aus.

  19. @Sepp

    Wenn man nach USA einwandert (ist ja laut Sepp total easy) bekommt man da Unterkunft, Taschengeld medizinische Versorgung, wenn nötig jahrelange rechtliche Unterstützung vor Gericht
    bei Asylverfahren,… ?

  20. @Kai

    “Wenn man nach USA einwandert (ist ja laut Sepp total easy)” Das mit easy habe ich nicht gesagt. Bloß scheint für mich festzustehen, dass die New Yorker Bevölkerung bunter, inhomogener und vielfältiger ist als die Bevölkerung der meisten europäischen Großstädte. (Aber, worauf Michael Blume bereits hinwies, der Zukunftstrend ist eindeutig. New York ist den europäischen Großstädten bloß einige Jahre voraus.)
    Jaja. In Anmerika ist manches noch etwas unsozial. Da wird geredet von “jeder ist für sich verantwortlich” und so (meines Erachtens bloß eine veraltete amerikanische Tradition, der man noch nicht das Garaus gemacht hat). Aber das werden Obama & Co schon (hoffentlich ein für alle Male) richten.

  21. @Arda

    Danke, dass Sie die Rassismus-Maske nun mal ganz deutlich heruntergelassen haben. Und zugleich bestätigt haben, wie eilfertig sich Islamophobe und Antisemiten auf Sarrazin berufen. Schade, ich hatte zwischendrin mal wirklich geglaubt, man könnte wenigstens mit einigen von Euch diskutieren.

    Nicht, dass ich davon ausgehen könnte, dass bei Euch irgendwelche Argumente ziehen würden – aber hier nur ein paar Hinweise aus der Integrationsforschung:

    1. Neben den Türken wiesen auch die (im Blogpost unterschlagenen) Italiener vergleichbare Bildungsprobleme auf. Denn neben dem ländlichen Hintergrund der Zuwanderer spielt u.a. auch die Gruppengröße eine Rolle: Kleinere Sprachgruppen integrieren sich meist schneller als größere.

    2. Es gibt auch in Deutschland sehr bildungserfolgreiche, islamische Zuwanderergruppen wie z.B. Bosniaken, Iraner oder Ahmaddiya.

    3. In den USA gehören islamische Zuwanderer (einschließlich der Türken) sogar häufig zu den Mittel- und Oberschichten, vgl.
    http://www.blume-religionswissenschaft.de/…8.pdf

    Aber eine Frage hätte ich noch: Wenn Ihr Rassisten doch so davon überzeugt seit, anderen Menschengruppen irgendwie genetisch überlegen zu sein – warum fürchtet Ihr Euch dann so vor ihnen? Da stimmt doch etwas in Eurer “Logik” nicht?

  22. @anrosgo

    Seltsam, dass Sie offenbar wirklich nur in Schwarz-Weiß denken können: “Böse Ausländer – Muslime – Juden” oder “böse Landsleute”. Eine Weisheit meines Stammes (der Schwaben) weiß: “Es gibt überall sotte und sotte.”

    So gibt es, wie schon mehrfach geschrieben, unter Türken und Deutschtürken wunderbare Menschen – und eben auch üble Rassisten, ganz ebenso wie unter Deutschen. Wenn Sie in der Türkei geboren wären, würden Sie jetzt eben die Überlegenheit des Türkentums verkünden, gegen Christen und Kurden Stimmung machen und jene Türken verhöhnen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, lieber @anrosgo… Ihr seid Euch SO ähnlich! 😉

    PS: Holen Sie ruhig noch ein paar von Ihren rechtsextremen Freunden, mein Blog wird durch jeden Zugriff & Kommentar stärker! Und wenn es mir zu braun wird, kann ich Euch jederzeit löschen! 😀

  23. @Blume

    Das Problem sind doch nicht die Menschen egal welcher Herkunft.
    Das wahre Problem ist der Koran und der darauf aufbauende Islam.
    Wenn Sie den Koran gelesen haben und davon gehe ich aus, können Sie
    diese Ideologie nicht einfach als tolerant und friedliebend hinstellen.
    Die Rassismusvorwürfe Ihrerseits sind in keiner Weise haltbar.
    Außer Sie wollen die Angehörigen des Islams als Rasse bezeichnen.
    Herr Blume Ihre unsymmetrische Argumentation ist auf die Dauer doch auffallend.
    Natürlich gibt es viele erfolgreiche islamische Zuwanderer und das ist auch gut so.
    Unser Land braucht leistungsfähige und junge Einwanderer.
    Doch muss man sich nicht dem Lande anpassen in dem man leben will, in dem man Leistungen beansprucht, in dem man eine Ausbildung bekommt ?
    Die islamischen Gruppen setzen die Interessen in der Gesellschaft radikal durch ohne
    auf die Kultur anderer Rücksicht zu nehmen, wie so oft in diesen Blogs bereits hingewiesen wurde.
    Es gibt keine andere religiöse Gruppe (außer der Autochthonen ) die derartige viel Vorzüge und Ausnahmen erhalten wie die Moslems (Feiertage, politische Vertretungen in der Spitzenpolitik, inzwischen Schariagerichte, Beschneidung, kein Schweinefleisch in Kitas , etc. wissen wir inzwischen alle).
    Aber das ist keine Bereicherung sonder ein knallhartes Durchsetzen von religiösen und politischen Interessen (z.B. die Ansprachen des Herrn Erdoan).
    Ist das nach Ihrer Meinung gut so?

  24. @Arda

    Das hatten wir doch alles schon: Das “gewalthaltige” Alte Testament gegen das “friedliche” Neue Testament, Moses gegen Jesus, die vermeintlichen Vorrechte der angeblich nichtintegrierbaren Juden, Verschwörungs- und Unterwanderungstheorien usw. usf.

    Der Islam ist genauso vielfältig auslegbar wie jede andere Religion. Muslime haben die gleichen Grund- und Menschenrechte wie alle anderen. Extremisten sind zu bekämpfen, egal, auf welche Weltanschauung sie sich berufen.

  25. @Sepp

    Jaja. In Anmerika ist manches noch etwas unsozial. Da wird geredet von “jeder ist für sich verantwortlich” und so …
    Ein paar Fakten aus der tollen USA
    Insgesamt sind mehr Menschen unter ‘Justizaufsicht’ in Amerika – mehr als 6 Millionen – als in den Gulags unter Stalin zum damaligen Höhepunkt,ca. 40 Millionen Bürger sind auf Lebensmittelkarten angewiesen, Krankenversicherung bisher eine Rarität,gesetzliche Rentenversicherung “What´s that ?” , Terrorgesetze (sag mal was falsches und du sitzt im Knast), was soll eigentlich die Mauer an der mexicanischen Grenze ?
    Ausserdem New York ist nicht die USA.
    Kann man aber trotzdem mal hinfahren :-).

  26. Rassismus

    Ich finde den Vorwurf unpassend, Islamophobie wäre eine Form des Rassismus.

    Rassismus ist, wenn ich feststelle, daß Angehörige der asiatischen Rasse, die man an den Schlitzaugen und den glatten schwarzen Haaren erkennt, egal, ob sie jetzt aus China, Japan, Korea oder Vietnam kommen, ob sie Shintoistisch, Konfuzianisch oder Buddhistisch vorgeprägt sind, typischerweise “hier bei uns im Westen” keinerlei Integrationsprobleme haben. Das ist Rassistisch, weil ich es in diesem Beispiel nur an der Rasse festmache und den kulturellen Hintergrund dieser Migrantengruppe völlig ausblende.

    Umgekehrt kann man es dann nicht Rassismus, sondern höchsten “Kulturalismus” oder “Konfessionismus” nennen, wenn man die gemeinsamen Probleme von türkischen, arabischen und marokkanischen Einwanderern auf die vom “Großen Vorbild Mohamed” geprägte Macho- und Krieger-Kultur des Islam schiebt.

    Interessanterweise gibt es in Deutschland kaum Einwanderer aus Indonesien… 😉

  27. @Störk: Ja, GMF 🙂

    Ja, wenn man es genau nimmt, lautet der wissenschaftliche Überbegriff für rassistische, antisemitische, antiziganische, islam-, christen-, frauen- und behindertenfeindliche (etc. pp.) Ressentiments “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” (GMF). Diese nimmt immer wieder neue Formen an, bleibt sich strukturell aber sehr ähnlich.

  28. @ Michael Blume

    „Ja, wenn man es genau nimmt, lautet der wissenschaftliche Überbegriff für rassistische, antisemitische …. Ressentiments “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” (GMF). Diese nimmt immer wieder neue Formen an, bleibt sich strukturell aber sehr ähnlich.“

    Einen wissenschaftlichen Begriff kann man das nicht gerade nennen, das ist Jargon der politisch korrekten Sprachbürokraten, auch wenn er in den unteren Ligen der Sozialwissenschaften ebenfalls benutzt wird. – Die strukturelle Ähnlichkeit bezieht sich auf nichts als auf die Ressentiments gegen Gruppen von Menschen, egal wie sie begründet sind. Welch ein gewaltiger, über Leben und Tod entscheidender Unterschied zwischen religiös und rassistisch begründeten Ressentiments besteht, mußten die Juden erfahren, die zum Christentum konvertiert waren: es half ihnen nämlich nichts mehr.

    Völlig daneben ist auch der Begriff „Menschenfeindlichkeit“ in diesem Zusammenhang. Der Misanthrop haßt nicht diesen oder jenen Menschen oder Gruppen von Menschen, sondern den Menschen. Aber um so was kümmert sich halt der politische Jargon nicht. Er sucht ständig nach Wörtern, die ihm erlauben, sämtliche Gegner in einen Sack zustecken.

  29. Menschen- oder Ideologie-feindlichkeit?

    Blume,

    mit der Schematisierung sind auch Antifa-Gruppen mit “Nazis auf’s Maul” Parolen “Gruppenbezogene Menschenfeinde” – bei denen ist es die Zugehörigkeit zu irgendwie “rechten Gruppen”, die Hass-Reflexe auslöst.

  30. … auf Sündenbocksuche

    “Der Misanthrop haßt nicht diesen oder jenen Menschen oder Gruppen von Menschen, sondern den Menschen.”

    Ja, solch “Misanthropen” findet man oft bei den Tier- und Naturschützern – das ist eben auch nur Symptomatik auf dem Weg des geringsten Widerstandes!?

  31. @Ludwig Trepl & @Störk

    Ludwig Trepl, wenn Sie einen besseren Begriff haben, sehr gerne! Aber auch die heutigen Kommunisten z.B. in Nordkorea sind zu brutalen Tötungen einschließlich der Sippenhaft in der Lage, ohne dass dies mit Vererbung o.ä. begründet würde. Mich überzeugt das GMF-Konzept, weil es gerade keine verquasten Zusatzannahmen benötigt, sondern Gruppendynamiken und die oft bizarren Wege ihrer Legitimation zu erfassen vermag. Klar: Jeder Begriff kann nur eine Annäherung sein – aber ohne einen besseren zu haben wird Begriffskritik schnell steril.

    Insofern wäre ich da näher bei @Störk, der m.E. zu Recht bemerkt, dass auch politische Gegnerschaft in GMF umschlägt, die z.B. auch in der Sowjetunion in Vernichtungsphantasien gegen ganze “Klassen” umschlug.

  32. MITGEFANGEN – MITGEHANGEN!?

    An dieser Stelle paßt es nun mal wieder:

    Der nun, im Lauf der überwiegend materialistisch verlaufenden Geschichte / “Evolution”, “freiheitliche” Wettbewerb um …, mit seinem “gesunden” Konkurrenzdenken u.a. zynischen wie bewußtseinsschwachen Symptomatiken in “Wer soll das bezahlen?” & “Arbeit macht frei”, ist Anfang aller Symptomatiken im Faschismus zum Rassismus und umgekehrt eskalierend – und es ist so (ohne jetzt wieder das Sm-Wort zu erwähnen), daß wir alle eine Hierarchie von FASCHISTEN auf Sündenbocksuche darstellen, solange wir kein anderes / menschenwürdigeres System zum befriedeten Zusammenleben kommunizieren und gestalten.

    Glaubt jemand wirklich ernsthaft, daß Neid und Hass sich systemrational unterdrücken lassen, wenn sie mit diesem System sogar besser ausgebeutet und funktionalisiert werden können???

  33. @ Michael Blume

    Na ja, was heißt, es „überzeugt“? „GMF“ ist eine Fast-Leerformel – wie der Name schon sagt, auf alle Fälle von Feindschaft gegen ganze Gruppen (nicht „Menschenfeindschaft“, das ist falsch) anzuwenden, also auf eine Vielzahl von höchst unterschiedlichen Sachverhalten. Da ist „wenn Sie einen besseren Begriff haben“ unangebracht – man sollte derart leere Begriffe eben nicht benutzen, denn damit begreift man nichts.

    Es gibt höchst unterschiedliche Gründe und andere Motive, ganzen Gruppen gegenüber feindlich zu sein, sie gar ausrotten zu wollen. In Nordkorea sind es ganz andere als bei archaischen Stämmen, und daß man in der Sowjetunion ganze Klassen vernichten wollte, hatte wiederum ganz andere Ursachen und begründete sich anders als der aggressive Nationalismus der Kaiserzeit („jeder Stoß ein Franzos, jeder Schuß ein Ruß“). Man braucht da nicht einen besseren Begriff, sondern viele verschiedene, wenn man etwas verstehen will. Und darüber hinaus: solche Begriffe suggerieren Übereinstimmungen, die gar nicht bestehen, etwa eine Übereinstimmung auf psychologischer Ebene; aber zwischen dem irren Haß auf alle, die bestimmte Körpermerkmale haben, und der kalten Kalkulation von Bürokraten, die erkannt haben, daß Sippenhaft eine sehr effektive Maßnahme ist, gibt es kaum eine Gemeinsamkeit außer der, daß beides „böse“ ist.

  34. am Ende nur EIN Gefühl das alles klärt

    “Man braucht da nicht einen besseren Begriff, sondern viele verschiedene, wenn man etwas verstehen will.”

    Nee nee, wenn der zeitgeistlich-konfusionierte Mensch sich systemrational verhalten soll und will, DANN gebraucht er möglichst viele nur scheinbar verschiedene Begriffe und verschleiert somit das “Motiv” / die Ausrede für das was er und andere nicht besser verstehen wollen und sollen – “jeder Stoß ein Franzos, jeder Schuß ein Ruß”, sowas “uncooles” würde heute doch einfach keiner mehr ausdrücken.

    “… zwischen dem irren Haß auf alle, die bestimmte Körpermerkmale haben, und der kalten Kalkulation von Bürokraten, die erkannt haben, daß Sippenhaft eine sehr effektive Maßnahme ist, gibt es kaum eine Gemeinsamkeit außer der, daß beides „böse“ ist.”

    Oh doch, die gemeinsame URSACHE für die vielen multischizophren-symptomatischen Wirkungen: der nun “freiheitliche” Wettbewerb um …, der menschlich genau genommen ALLES “böse” / faschistisch-imperialistisch im “Recht des Stärkeren” macht.

    Zweifelsfreie und wirklich-wahrhaftige Eindeutigkeit in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtsein (“wie im Himmel allso auf Erden”), nur wenn Mensch sich von seinen kreislaufend-“individualbewußten” Illusionen im geistigen Stillstand seit der “Vertreibung” verabschiedet und somit nicht mehr spielt.

  35. @Ludwig Trepl

    An dieser Stelle sehe ich es tatsächlich anders, vertrete ich doch die Auffassung, dass die Herausbildung von Kooperationsverhältnissen und Gruppen samt der oft aggressiven Abgrenzung nach außen und gegen vermeintliche Abweichler evolutionär gut erforscht werden kann. Dass Extremisten aller Art wirre Begründungen für Hass und Gewalt liefern kann m.E. nicht darüber hinwegtäuschen, dass die grundlegenden Mechanismen schon bei Schimpansen zu beobachten sind. Wäre der Mensch ein reines Kulturwesen, so müssten wir Kulturen ganz ohne GMF-Dynamiken finden – mir sind aber leider keine bekannt.

  36. Nachruf auf Jonny K.

    der am 14.10.2012 auf dem Alexanderplatz
    von türkischen Schlägern zu Tote getreten wurde.

    BILD hat recherchiert:

    Wedding, 10. September 1996: Der Alex-Schläger wird eingebürgert. In der Urkunde (liegt BILD vor) heißt es: Onur U. „hat die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben.“

    Seyhan (Türkei), 16. Oktober 1996, die Ausbürgerung (Urkunde liegt BILD vor): U. hat mit „Aushändigung dieser Urkunde die türkische Staatsangehörigkeit durch Ausbürgerung verloren“!

    Nach der Tat hat die Berliner Justiz internationalen Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, im Rechtshilfeersuchen die Auslieferung beantragt.

    Doch dann verkündete die türkische Botschaft: „Es hat sich herausgestellt, dass der Betreffende türkischer Staatsbürger ist“. Die türkische Justiz habe bereits Haftbefehl erlassen.

    BILD hakt nach, fragt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Sivas. Staatsanwalt Ergül Yilmaz: „Onur U. wird in der Türkei nicht gesucht, bei uns liegt kein Haftbefehl vor!“

    Ein Polizist: „Er könnte zur Wache kommen, seinen Namen nennen, alles erzählen. Wir könnten ihn auf einen Tee einladen – festnehmen können wir ihn nicht.“

    Freut sie das oder macht sie das traurig ?

  37. @Meister

    Das empört mich sehr – ebenso wie jedes Opfer von Gewalt, auch z.B. durch rechtsextreme Schläger, NSU-Terroristen u.ä. Und dass Staaten wie Deutschland und die Türkei bei der Verfolgung solcher Taten bisweilen versagen oder sogar Kumpanei ausüben läßt Übelkeit in mir hochkommen.

    Für die Menschen (egal welcher Herkunft und Religion) und gegen Gewalt gibt es noch viel zu tun – auf allen Seiten!

  38. @Blume

    “Für die Menschen (egal welcher Herkunft und Religion) und gegen Gewalt gibt es noch viel zu tun – auf allen Seiten!”

    Solange es den Wettbewerb um die Begehrlich- und Abhängigkeiten der Hierarchie von und zu materialistischer “Absicherung” gibt, also Ausbeutung und Unterdrückung in Gewinner und Verlierer, arm und reich, usw., solange bleibt die Menschheit in heuchlerisch-zynischem Aktionismus von UNWAHRHEIT in gleichermaßen gepflegter Glaubens- und Bewußtseinsschwäche (ausgehend von der Bildung zu Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche) – die Realität der Konfusion in Überproduktion von KOMMUNIKATIONSMÜLL im geistigen Stillstand seit der “Vertreibung aus dem Paradies” (geistiger Evolutionssprung)!!!

  39. Nachruf auf Daniel S.

    Daniel S. totgetreten von einem Türken.
    Leider muss ich in dieser Stelle wieder auf ein deutsches Opfer hinweisen .
    Im allgemeinen NSU Wahnsinn gehen die einfachen Opfer unter, bekommen keine Straßennamen, die Angehörigen bekommen keine Steuergelder vom Statt als Entschädigung und haben meist auch keine Lobby von “intellektuellen” Schreiber.

    s.o.
    “(Deutsch) Wir reden Deutsch (türkisch) und träumen türkisch.”

    Bitte lesen.
    http://www.bild.de/…iel-s-tot-29502766.bild.html

  40. Mordmotiv aus Sicht der Minderheit

    Facebook-Benutzer Hussein schreibt: „Cihan hätte sich bestimmt nicht gedacht, daß das so schlimm endet. Es ist nur eure dreckige Art die uns zwingt mit euch sowas zu machen ihr Nazis.“ Bei Cihan handelt es sich um den inzwischen festgenommenen mutmaßlichen Haupttäter. Weiter schreibt er: „Ihr Deusche tuht immer ein auf hart und provoziert die Ausländer bis wir immer Ausflippen und euch zeigen was wir drauf haben und machen Sachen die wir nicht wollen aber ihr zwingt ein sowas zu machen.“

  41. Opfer zweiter Klasse

    Ein von muslimisch-stämmigen Migranten totgetretener Deutscher ist gegenüber den Opfern rechtsextremer Zellen offenbar nur ein Opfer zweiter Klasse.

  42. @borg

    In der Zeit von 1990 bis 2010 gab es 137 Tote durch rechte Gewalt und 7.500 tote Deutsche durch Migrantengewalt.

  43. DDD

    Nicht “Die Doofen Deutschen” wie muslimische Migranten uns bezeichnen, haben ein gravierenderes Rassismus-Problem sondern die Muslime, die alles Christliche, Jüdische oder auch westlich-liberal Zivilisierte hassen.

  44. Vertrauen auf türkisch

    Soviel zu “(Deutsch) Wir reden Deutsch (türkisch) und träumen türkisch.”
    08.04.13 (Die Welt)
    Backnang-Drama
    Angehörige fordern türkisches Brandgutachten

    Familienmitglieder der Backnang-Opfer wollen nicht wahrhaben, dass Fahrlässigkeit der Großmutter die Ursache für das verheerende Feuer gewesen sein soll. Sie fordern Gutachter aus der Türkei.

    Weiterer Kommentar überflüssig

  45. @Meister

    Lieber Meister, ich verstehe Sie also richtig – Sie legen Ihre Hand dafür ins Feuer, dass Sie und alle Ihre islamophoben Freunde den deutschen Sicherheitsbehörden uneingeschränkt vertrauen! Auch z.B. mit Bezug auf die NSU-Vorgänge! Denn wer Erkenntnisse deutscher Ermittlungsbehörden bezweifelt, verdient ja, wie Sie schreiben, “keinen weiteren Kommentar”!

    Wow, Herr Meister, das freut mich sehr! Wenn Sie und alle Ihre Freunde ein so ungebrochenes Vertrauen haben, dann sollten um ihre Angehörige trauernde Muslime dies auch tun! Nur glaube ich, ehrlich gesagt, nicht, dass Sie und Ihre Freunde dieses ungetrübte Vertrauen in unseren Staat und seine Organe wirklich haben. Sie fordern wieder einmal nur von anderen, woran es Ihnen selbst mangelt…

    PS: Was ich wirklich übel finde ist z.B. der neueste, deutschenfeindliche Ausbruch von D. Yücel in der TAZ. Liest sich für mich genauso ekelhaft wie die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die Sie vertreten.

  46. 15.02.2014
    Leider sieht die Realität wieder anders auch als der Mainstream uns vorlügt.

    Die Realität sieht in Deutschland wie folgt aus, „Deutschlandradio“ berichtet beispielsweise: „80 Prozent der jugendlichen Straftäter in Berlin haben einen Migrationshintergrund, 45 Prozent davon sind arabischer, 34 Prozent türkischer Abstammung.“

    In einer typischen deutschen Stadt wie Essen liegt der Anteil der [jugendlichen] Ausländer bei Straftaten nach offiziellen Angaben inzwischen bei etwa 90 Prozent. Und Sozialdezernent Peter Renzel wird in einer Zeitung mit den Worten zitiert, die Zahl der Täter mit Migrationshintergrund liege in Essen bei 90 Prozent, so fänden sich auf der Liste der Intensivtäter nun Jugendliche aus libanesischen, albanischen, afrikanischen oder ungarischen Familien.

    • Wenn Sie doch so starke Daten parat haben, eine Nachfrage: Wie viel Prozent der Jugendlichen in Berlin haben denn noch keinen Migrationshintergrund? In der Region Stuttgart sind es unter 40 Prozent (kein Witz!). Und dass wir selber kaum noch Kinder haben ist wohl kaum die Schuld anderer…

  47. Aber Herr Dr. Blume das rechtfertigt doch noch nicht die unbeschreibliche Gewalt der Jugendlichen.
    Die Gewalt im Besondern von Jugendlichen aus dem islamischen Milieu ist doch auch Ihnen nicht entgangen.

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