Dürfen Deutsche erneuerbare Heimatenergien feiern? Zu Komposita & KI-Ästhetik, Diesel & Dünger

Seit der BuchdruckLutherbibel erleben deutsche Kompositworte einen Aufschwung und seit der InternetHashtag-Kultur auch jene der englischen Sprache. Darin stecken Gefahren und Chancen.

Der Fossilismus hat unsere Bilderwelt und Sprachbilder, unsere Begriffe noch immer fest – im Griff. Aus dem Preußen des 19. Jahrhunderts erbten wir die Vorstellungen von „Eisen und Blut“, aus der Welt des 20. Jahrhunderts dann jene von „Blut für Öl“. Was „echte Kerle“ und „heiße Bräute“ seien, definiert bis heute der Petromaskulinismus. Es geht hier bei uns allen um Bilder und Worte, die viel tiefer reichen als unsere dünne Oberschicht aus akademischer Intellektualität.

Deswegen brachte ich in der wichtigsten Rede meines Lebens den Begriff der „erneuerbaren Friedensenergien“ in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Und deswegen lässt die anonym aus dem Fediversum übersandte #Solarpunk – Tasse noch immer mein Herz dankbar höher schlagen.

 Diese individuell gestaltete #Solarpunk – Tasse verbindet einen mir wichtigen Hashtag und Begriff mit einer post-fossilen und hoffnungsvollen Bildsprache. Foto: Michael Blume 

Studentinnen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg fragten auch zu diesen – nicht meinen – Komposit-Wortschöpfungen: Sie setzen sich auch für die Energiewende ein, haben den Begriff der „erneuerbaren Friedensenergien“ erfunden. Wie passt das zusammen?“

Darauf antwortete ich: „Von fossilen Brennstoffen und autokratischen Regimen abhängig zu sein, ist nicht die Lösung. Deshalb spreche ich von erneuerbaren Friedensenergien. Wer etwas für Frieden tun will, kann auf der einen Seite Dialog und Bildung stärken, so wie Sie das an der Hochschule tun, aber auch Elektroauto fahren, eine Wärmepumpe einbauen, auf Fleisch und Flugreisen verzichten. Je weniger Öl und Gas wir verbrennen, umso friedlicher und besser wird unsere Zukunft. Ich bin ein Solarpunk.“

Und während die fossilen Massenmedien die Begriffe noch komplett mieden, verbreiteten sie sich schon über den dialogischen Blog-Ratchet-Effekt im Fediversum. Entsprechend groß war die Freude, dass bei einer Mastodon-Umfrage vom 16. März 2026 von 568 Antwortenden sagenhafte 80 Prozent in erneuerbaren Energien Friedensenergien erkannten und auch schon 63 Prozent Wohlstandsenergien.

Mastodon-Umfrage von @BlumeEvolution@digitalcourage.social vom 16. März 2026 mit der Frage: "Erneuerbare Energien sind für mich... (Mehrfachantworten möglich)" und den Antworten: "...zu teuer" vier Prozent. "...notwendig" 82 Prozent. "...Friedensenergien" 80% und "Wohlstandsenergien" 63%.

  Mastodon-Umfrage bei @BlumeEvolution@digitalcourage.social vom 16. März 2026 zu erneuerbaren Energien als Friedens- und Wohlstandsenergien. Screenshot: Michael Blume

Doch schon damals wurde bedauert, dass ich mangels einer fünften Antwortoption nicht auch nach erneuerbaren Heimatenergien gefragt hatte. Seitdem kommt diese Diskussion auf Mastodon immer wieder auf und schließlich postete @Ottensen dazu auch eine Sammlung KI-generierter Meme(s).

Ein deutschsprachiges Heimatenergie-Mem zeigt ein ländliches Einfamilienhaus vor einem Wald mit Windrädern, im Vordergrund eine Wärmepumpe. Darüber steht in Frakturschrift "Heimat heizt" darunter "Deutscher Boden. Deutsche Wärme. Unabhängig heizen. Keine Scheichs. Keine Oligarchen. Nur dein Zuhause. Wahre Souveränität beginnt im Heizungskeller. Energie aus eigenem Land. Deutsche Ingenieurskunst. Wärmepumpe statt Öl. Tradition & Fortschritt vereint! Energie aus eigenem Boden."

Ein deutschsprachiges Heimatenergie-Mem zeigt ein ländliches Einfamilienhaus vor einem Wald mit Windrädern, im Vordergrund eine Wärmepumpe. Darüber steht in Frakturschrift „Heimat heizt“ darunter „Deutscher Boden. Deutsche Wärme. Unabhängig heizen. Keine Scheichs. Keine Oligarchen. Nur dein Zuhause. Wahre Souveränität beginnt im Heizungskeller. Energie aus eigenem Land. Deutsche Ingenieurskunst. Wärmepumpe statt Öl. Tradition & Fortschritt vereint! Energie aus eigenem Boden.“ Screenshot via Mastodon: Michael Blume 

Wie zu erwarten war fanden das einige linksdrehende Mastodonton gar nicht lustig und schalteten auf akademische Belehrung:

„Rechte Leni-Riefenstahl Ästhetik bleibt scheiße und normalisiert den Stil, auch wenn sie voll ironischer AI Slop sein soll. – Du bist nicht so subversiv wie du denkst.

/me geht sich um seine gekräuselten Fußnägel kümmern“

Mutig rettete dagegen die grüne Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus einen mimetischen Holperreim:

„Unsere Sonne, unser Stolz;
Spart Erdgas, Diesel, Öl und Holz!“

@Ottenser selbst verteidigte seinen Fediversum-Post gegen die aufbrausende Kritik:

„Es geht gar nicht um die positive Umdeutung, sondern um die Entlarvung der absurden ideologischen Verbohrtheit der Rechten, die gegen „Windmühlen der Schande“ kämpfen, bei denen die Energie aber in Deutschland erzeugt würde, und somit das Geld hier bliebe, und stattdessen das Geld lieber einem fossilen Autokraten in den Rachen werfen. – Das nennen sie dann Heimatliebe.“

Von rechter KI-Ästhetik und linkem Sprachwitz

Aus meiner Sicht repräsentieren die KI-Meme die psychologische Mimesis: KI-generierte Bilder fallen entsprechend häufiger rechtsdrehend, KI-generierte Texte häufiger linksdrehend aus.

Dem philosophischen Mastodonten @molosovsky@literatur.social verdanke ich dabei den Zitatfund von Gilbert Keith Chesterton (1874 – 1936), der bereits vor über einem Jahrhundert, 1924, erkannte:

»Die ganze Welt der Moderne hat sich in Konservative und Progressive aufgespalten. Aufgabe der Progressiven ist es, immer weiter Fehler zu begehen, und Aufgabe der Konservativen, zu verhindern, dass Fehler korrigiert werden.«

In marxistischem Jargon hätte mensch gesagt: Ästhetische Gefühlsurteile sind Ausdruck des ererbten Klassenstandpunktes.

Und in heutiger Fachsprache lässt sich sagen: Konservative fliehen häufiger in die Reaktanz vermeintlich heiler, gestriger Bildsprachen und Progressive belehren häufiger mit der Arroganz akademischer (nach Karl Popper: historizistischer) Sprachbilder.

Und dadurch gilt eben auch: Antideutsch zu belehren ist so richtig deutsch.

Und so erobern Rechtsdualisten immer wieder die Vorherrschaft über Symbole, Bilder und Begriffe der Gefühlswelten, der Heimat und der Republik. Dualismus – auch Nationalismus – wird nicht durch Umkehrung überwunden, sondern erst durch Dialog. Die ästhetische Abwehr des Bildungsbürgertums galt einst auch der Fotografie, die als Bedrohung der Malerei empfunden wurde. Doch spätere, mutige Fotografinnen wie die Stuttgarter Jüdin Gerda Taro (1910 – 1937) erhoben das Foto zum Kunstwerk. Wem sich vor fremden Bildwelten ekelt, sollte die eigenen Gefühle reflektieren, statt jene anderer abzuwerten. Arroganz ist Inkompetenz – auch sich selbst gegenüber.

Der Fossilismus tötet – auch das Gefühl und den Verstand

Denn während einige Linke anderen noch das Fediverse-Posten von Heimatenergie-Memes untersagen wollen, eskaliert das von Donald Trump leichtfertig entfesselte und fossil finanzierte Irankrieg-Desaster um die Ölinsel Kharg weiter. Fossile Öl-, Gas- und Rüstungskonzerne bereichern sich und auch das engste Trump-Umfeld zockt mit fossilem Insiderhandel ab.

Und längst wird die weltweite Inflation (Preisssteigerung) nicht nur durch höhere Benzin- und Dieselpreise befeuert. In „Blume & Ince 53“ besprachen der BWL-Prof und ich auch ein US-Video über Fischerboote, deren Auslaufen wegen der höheren Spritpreise nicht mehr lohnt. Und in Fossilstaaten wie Katar, Saudi-Arabien und Iran wird auf Basis von Erdgas auch ein Großteil des weltweiten Stickstoff-Dünger aus Ammoniak und Harnstoff produziert. Auch Produkte der industriellen Massentierhaltung wie Futtermittel, Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch sowie Kuhmilch werden damit teurer.

Der Fossilismus macht wenige aus der Karbonblase reich, stürzt viele in Armut und manche in Hunger! Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen prognostiziert, dass bei einer Kriegsdauer bis in den Sommer „weitere 45 Millionen Menschen in ein Leben mit akutem Hunger abstürzen.“

Diese Angabe entstammt der aktuellen ZEIT vom 26. März 2026, in der Andrea Böhm auf Seite 17 („Wirtschaft – Die stillen Opfer des Krieges“) ebenfalls schreibt:

„Wenn in Deutschland von den globalen Folgen des Irankrieges die Rede ist, denken die meisten an hohe Benzinpreise. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und des Mittleren Ostens fürchten die Menschen Hunger und Epidemien.

Denn durch die Straße von Hormus werden in normalen Zeiten nicht nur 20 bis 25 Prozent des weltweiten Verbrauchs von Öl und Gas transportiert, sondern auch Hunderttausende Tonnen an Getreide, Milchpulver, Tabletten, Infusionen, Flüchtlingszelten und Trinkwasseranlagen. Das liegt daran, dass die Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) als Teil ihrer Soft-Power-Strategie in Dubai mit der ‚International Humanitarian City‘ ein riesiges Logistik-Zentrum für die UN und NGOs aufgebaut hat.“

Es sind gleichwohl die gleichen, fossil-oligarchischen VAE, die auch die Massaker der RSF-Terrormilizen im Sudan fossil mitfinanziert haben. In seiner brutalen Abwehrschlacht gegen die post-fossile Transformation reißt der Fossilismus die Menschheit mit sich. Erneuerbare Energien dezentralisieren dagegen die Wertschöpfung und Versorgung der Menschen, reduzieren die globale Klima- und Wasserkrise, die überregionale Abhängigkeiten sowie Transportkosten und führen zur größeren Resilienz einer Recycling- und Kreislaufwirtschaft in Solarpunk-Arche-Regionen.

Fotografie einer TV-Meldung zum Irankrieg und der Sperre der Straße von Hormus. Gezeigt werden zwei symbolisch explodierende Tanker vor der Ausfahrt in den Persischen Golf. In der Überschrift heißt es "Ölpreis steigt weiter" und der Preis der "Nordseesorte Brent" wird mit über 100 Dollar angegeben. Grafisch hervorgehoben ist zudem die Ölinsel Kharg. Der TV-Balken unten zeigt einen leichten Wertverlust des Aktienkurses der Allianz-Versicherungsgruppe und einen deutlichen Zugewinn des BASF-Chemiekonzerns.

Die Preisexplosionen auf fossile Brennstoffe und Stickstoff-Dünger infolge des Irankrieg-Desasters betreffen die gesamte Menschheit. Foto und Bearbeitung: Michael Blume

Wenn ich nur ein politikwissenschaftliches Wort zur Erklärung des Fossilismus verwenden darf, verwende ich die Rentierstaatstheorie. Als wirtschafts- und religionswissenschaftlichen Begriff wähle ich Ressourcenfluch. Und bleibt mir nur ein umgangssprachliches Wort, so sage ich Korruption.

Erneuerbare Energien nenne ich sehr bewusst Friedens-, Freiheits-, Wohlstands- und Heimatenergien. Und in der leider weitgehend ignorierten Pressemitteilung vom 26. Juni 2026 rief ich unter anderem aus: „Erneuerbare Energien gehören zur Kernkompetenz von Baden-Württemberg, stärken unsere Unabhängigkeit und die Sicherheit von Israel, der Ukraine und der Europäischen Union.“

Pressemitteilung des Beauftragten gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben der Landesregierung Baden-Württemberg vom 26. Juni 2025 unter dem Titel: "Blume warnt: Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren! Erneuerbare Friedensenergien stärken die Sicherheit von Israel, Ukraine und Europäischer Union (EU)"

Aus Liebe zur Heimat, zum Frieden und zur Mitwelt.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

31 Kommentare

  1. Energie als die neue Währung
    Die Selbstversorgung Deutschlands mit Energie ist tatsächlich ein Ideal, gerade auch, wenn wir tatsächlich in eine Phase der globalen technisch-ökonomischen Entwicklung eintreten, in der dank KI nicht mehr die technische Sachkompetenz und die industrielle Ausrichtung der entscheidende Faktor ist, sondern die verfügbare Energie. Einige sprechen davon, Energie werde die neue Währung. Dann könnte man als nächstes fragen: Braucht Deutschland eine eigene Energie-Währung, also eine Deutsche Mark der Energie? Ich bezweifle das und behaupte: es genügt, wenn die EU insgesamt energetisch selbstversorgend wird, denn die EU-Staaten werden voraussichtlich immer aufeinander angewiesen sind. Und etwas spricht ganz stark gegen eine 100%-ige Selbstversorgung Deutschlands mit Energie. Die Tatsache nämlich, dass der völlige Verzicht auf fossile Energien bedeutet, dass Deutschland zusätzlich zur jetzt schon selbst erzeugten Energie noch einmal 100 Gigawatt an durchschnittlicher Leistung zubauen muss um 100% selbstversorgend zu werden. 100 Gigawatt ist so viel, dass praktisch überall zusätzliche Energieerzeuger (Windturbinen, Solarpanele) platziert werden müssten. Am ehesten wäre das noch verkraftbar, wenn die neuen Anlagen vor allem in der Nordsee stehen würden. Viel realistischer aber ist es anzunehmen, dass Deutschland in den 2040er und 2050er Jahren einen Teil der nötigen Energie importieren wird. Im Idealfall aus den Nachbarländern. Die schwach bevölkerten skandinavischen Länder etwa hätten noch sehr viel Raum um Energieanlagen aufzustellen.
    Kurzum: Energie wird zur neuen Währung im Wirtschaftsleben. Der Euro ist jetzt die deutsche monetäre Währung und EU-Energie könnte die zukünftige Energiewährung Deutschlands sein.

    • Vielen herzlichen Dank für Ihren engagierten Kommentar, @Martin Holzherr 🙏👍

      Und als von Jugend an begeisterter Europäer bin ich da ganz bei Ihnen! Gleichwohl kann ich uns die Tatsache nicht ersparen, dass der korrupte Putinknecht Viktor Orban gerade auch den Gas-Transit durch Ungarn in die angegriffene Ukraine blockiert.

      In Italien musste gerade in einer Volksabstimmung ein Übergriff von Giorgia Meloni gegen die Justiz & Gewaltenteilung abgewehrt werden. Und wie sicher können wir uns über die Stabilität der französischen Republik gegenüber der Rechtsmimesis noch sein? Oder über die politische und demografische Zukunft von Sachsen-Anhalt?

      Aus meiner Sicht kommt es also 1. darauf an, die Resilienz aller noch bestehenden Demokratien und der Europäischen Union insgesamt gegen den fossilen Faschismus zu stärken und 2. wie bereits erfolgreich an immer mehr Orten wie beispielsweise dem bayerischen Landkreis Wunsiedel erneuerbare Heimatenergien und Energiespeicher aufzubauen.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-und-solarpopper-wasserstoff-hoffnung-wunsiedel-bayern/

      Beide Ziele widersprechen sich ja gerade nicht, sondern ergänzen einander. Umso mehr erneuerbare Wohlstands- und Friedensenergien Arche-Regionen selber produzieren, umso mehr profitieren sie vom Handel miteinander und von föderaler Energiedemokratie. Das kann – und wird! – richtig gut werden.

      • @Michael Blume: Ich stimme ihn in allem zu, stelle aber Ungarn nicht auf die gleiche Stufe wie Frankreich und Italien – Ungarn ist ein Spezialfall, weil Orban ja regiert und offen gegen die EU agiert. Italien und Frankreich tun das beide nicht und beide Regierungen stehen hinter der EU, auch wenn in Frankreich sich das nach den nächsten Wahlen ändern könnte.
        Deutschland ist aber beinahe im selben Boot wie Frankreich, denn auch in Deutschland könnte die AfD irgendwann die absolute Mehrheit erreichen, was dann mit ziemlicher Sicherheit die EU erschüttern würde.
        Für mich hauptverantwortlich für den drohenden Rechtsrutsch in Deutschland wie in Frankreich ist die schlechte wirtschaftliche Entwicklung sowohl in Frankreich wie neuerdings auch in Deutschland und das Fehlen einer Perspektive auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in naher Zukunft. Die rechten Parteien bieten eine Scheinalternative, würden aber bei Übernahme von Regierungsverantwortung die EU mit einiger Wahrscheinlichkeit zerstören.
        Kurzum: Die Kernländer der EU und auch die EU selbst haben keine blühende EU geschaffen, sondern eine EU, die wirtschaftlich immer schwächer wird und die sich nicht gegen die grossen Blöcke behaupten kann.

        • Zustimmung, @Martin Holzherr 👍 – und hier ist es doch eine sehr gute Nachricht, dass erneuerbare Heimatenergien auch Wohlstandsenergien sind!

          Milliarden Euro, die jetzt noch an fossile Regime, Terrorgruppen und Propagandisten fließen, können zukünftig in unserer Heimat zirkulieren! Hier direkt der 3sat-neo-Bericht “Dunkelflaute? Nicht in Wunsiedel!“:

          https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html

          Seit der erfolgreichen Transformation erwirtschaften die post-fossilen Stadtwerke von Wunsiedel erhebliche Gewinne, bringen Gewerbesteuer, exportieren bereits erneuerbare Energie und grünen Wasserstoff und haben die Ansiedlung von Industrie und Forschung beflügelt.

          Das ist ein regional erfolgreicher Solarpunk – Arche – Weg, längst begehbar auch innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. 💡😁🇩🇪🇪🇺🌍🙌

          • @Michael Blume: Danke für die Erwähnung von Wunsiedel als Energie-Selbstversorgungs-Projekt, wo lokal erzeugter Strom (Wind, Sonne) und lokal erzeugte Wärme (Holz, Wärmepumpe) 100% der Energie für den Direktverbrauch und die Speicherung in Batterien und in Wasserstoff liefern soll.
            Das funktioniert, wäre heute aber deutschlandweit zu teuer, weil grüner Wasserstoff sicher bis in die späten 2030er Jahre zu teuer sein wird.
            Der Energiepapst Deutschlands, Volker Quaschnig, sagt dazu im Video Klimawende jetzt: Wege zu einer nachhaltigen Energiezukunft – Prof. Dr. Volker Quaschning dazu, dass grüner Wasserstoff quasi der Champagner der Energiewendetechnologien sei und er nur dort eingesetzt werden soll, wo es keine Alternativen dazu gibt. 2/3 der erzeugten Energie geht verloren, wenn man Wasserstoff als Stromspeicher nutzt. Batterien wären da viel besser, da sie nur Speicher-Verluste von 10 bis 20% mit sich bringen, nur sind sie heute noch zu teuer um grössere Energiemengen zu speichern. Deutschland hat jetzt die Druckluftbatterie (CAES – Compressed Air Energy Storage) als Stromzwischenspeicher entdeckt, denn neuere Druckluftspeicher mit Wärmerückgewinnung erreichen einen Wirkungsgrad bis 75% und können Strom kosteneffizient für viele Tage, ja bis zu Wochen , speichern. Gemäss google-KI gilt: Diese neuen Speicherlösungen sind von entscheidender Bedeutung für die Speicherung von überschüssigem Wind- und Solarstrom, um eine zuverlässige Energieversorgung auch in Dunkelflauten zu gewährleisten.
            Kurzum: 100% Erneuerbare brauchen effiziente Stromspeicher. Gemäss Volker Quaschnig wird grüner Wasserstoff wegen den hohen Kosten nur für Extremfälle wie etwa eine 11-tägige Dunkelflaute im Winter, eingesetzt werden, während Batterien und Druckluftspeicher den Hauptteil der Speicherung übernehmen werden.

          • Gerne, @Martin Holzherr – und, ja, auch hier vertreten Volker Quaschnig und ich die gleiche Position: Grüner Wasserstoff ist eine Option für Überschuss-Ökostrom, der für längere Dunkelflauten oder als Gasersatz eingesetzt werden kann. Schon jetzt stapeln sich aber Tausende Anträge für Batterie-Energiespeicher, die von den fossilen Konzernen und ihren Lobby-Verbündeten bürokratisch hingehalten werden.

            Inzwischen helfen sich erste Investoren selbst, indem sie die Verhinderungs-Bürokratie der deutschen Gaslobby umgehen:

            „In Thüringen entsteht ein Großspeicher, der innerhalb weniger Monate von der Planung bis zum Netzanschluss realisiert werden soll. Möglich wird dies, weil das Projekt weder langwierige Genehmigungsverfahren noch den Neubau eines Netzanschlusses erfordert. Stattdessen wird der Speicher hinter dem bestehenden Netzanschlusspunkt eines Industriebetriebs installiert.

            Das berichtet der Berliner Entwickler Scale Energy. Das Unternehmen errichtet Batteriespeicher direkt auf Firmengeländen und betreibt diese vor Ort. Im Vergleich zu klassischen Greenfield-Projekten auf unerschlossenen Flächen lassen sich so Netzanschlussfragen, Genehmigungen und weitere Auflagen deutlich schneller klären. Der Speicher entsteht auf dem Gelände des Viskosefaserherstellers Cordenka in Mühlhausen und soll eine Kapazität von vier Megawattstunden haben. Geplant ist der Einsatz für Netzdienstleistungen sowie für Arbitragehandel am Strommarkt.“

            https://www.pv-magazine.de/2026/03/25/netzdienlicher-grossspeicher-entsteht-am-netzanschluss-von-industrieanlage/

            Und selbst die rechtslibertär und fossil gestartete Bundesregierung beginnt umzusteuern:

            Bundeskabinett beschließt Klimaschutzprogramm

            Das Programm werde einen neuen Schub für den Klimaschutz auslösen, „der uns unabhängiger macht von teuren und unsicheren Öl- und Gasimporten“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums. Er hob hervor, dass das Programm ohne großen Streit erarbeitet worden sei. „Das Thema Klimaschutz hat in den vergangenen Jahren zu stark polarisiert. Dieses Paket kann einen Beitrag gegen die Polarisierung leisten.“

            Rund 2.000 neue Windräder werden ausgeschrieben

            Eine der Maßnahmen ist die Ausschreibung von rund 2.000 neuen Windrädern, die 12 Gigawatt Windstrom produzieren sollen. Das soll dazu beitragen, dass in Deutschland bis 2030 insgesamt 115 Gigawatt Windstrom an Land erzeugt werden. Mit der Elektrifizierung von Industrieprozessen sollen im Jahr 2030 mindestens 4,3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Dafür sollen etwa Wärmepumpen gefördert werden.

            Den Angaben zufolge ebenfalls Teil des Programms ist das neue Förderprogramm für Elektroautos, das bereits im Januar vorgestellt wurde. Demnach bekommen Privatleute bis zu 6.000 Euro Zuschuss beim Kauf eines E-Autos. Insgesamt sind dafür drei Milliarden Euro vorgesehen, mit denen der Kauf von 800.000 E-Autos unterstützt werden soll. Die Ladeinfrastruktur für E-Autos soll ausgebaut werden.

            https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2026-03/klimaschutzprogramm-bundesregierung-carsten-schneider-klimaziele-2030

            Ich halte es für sehr gut möglich, dass einige Regionen der Europäischen Union und konkret auch der Bundesrepublik Deutschland die post-fossile Transformation zu erneuerbaren Friedens-, Wohlstands- und Heimatenergien noch schaffen werden. Andere werden fossil, wirtschaftlich und demografisch verebben, so wie der Großteil der sog. Russischen Föderation es schon jetzt tut.

            Gerade lasse ich eine Umfrage auf Mastodon zum Jahr 2026 laufen. Demnach geht eine stabile Mehrheit bislang davon aus, dass zwar die USA die iranische Ölinsel Kharg angreifen werden. Aber nur etwas über ein Viertel der Antwortenden rechnet schon in diesem Jahr auch mit einem chinesischen Angriff auf Taiwan.

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116306670000103906

            Und jeden Tag steigt die Zahl der Menschen, die begreifen, dass wir seit Jahrzehnten von autoritären Fossilisten manipuliert, gegeneinander gehetzt und abgezockt wurden. Auch die Wissenschaftskommunikation macht große Fortschritte und in Formaten wie „Fun Facts“ sehe ich endlich auch den Team-Spirit, den ich bislang so sehr vermisst habe.

            https://www.funfacts.de/

            Es geht voran!

  2. Tja. Für mich waren die letzten Tage so etwas wie Kopfschuss mit Maschinengewehr – in den Nachrichten reihte sich ein Gipfel der Idiotie an den anderen. Auch ein Kunstwerk, ein Feuerwerk des Schwachsinns – als hätte man im Zirkus die Tür eines sehr kleinen Autos geöffnet, und das hätte einen in Sekunden unter einer Diarrhö faulender Clown-Leichen begraben, jeder einzigartig, doch unter all der Schminke und den bunten Kostümen, neu genäht aus alten Lumpen, das ewig gleiche graue, matschige Fleisch mit den gleichen Maden drin.

    Meine Nebelkrähen-Zukunft wird langsam zur Gegenwart: Wie vorhergesagt, kolonisieren wir uns selber. Es ist das Schicksal von dummen, primitiven Wilden wie den Eunuchen, deren geistiger Horizont nur bis zum nächsten Busch reicht, dass sie Großmächte in ihre Zwergenkriege hineinziehen und dann in deren Kriegen als Kanonenfutter verheizt werden, bei denen sie nur verlieren können. Wie oft hatte ich das in den letzten Jahren orakelt? Was sehen Sie in den Nachrichten?

    Ich bin Schlesier – zumindest in meiner Familie war es üblich, mit Adolf zu kokettieren, wenn man sich gegen die Polen stellte, doch Adolf genauso zu hassen wie die Polen. Gleichzeitig bin ich Pole, und für die ist Hitler eher so der tote Tiger, den die Kapuzineräffchen verspotten können, anders als im Voodoo-Säkularismus der deutschen Theokraten (der das alte Christentum in einer geerdeten Verpackung verkauft), wo er zum fiesen Rachegott aufgestiegen ist, dem Arschloch-Papa mit pathologischem Erziehungsstil, der seine Kinder verführt, seinen Sohn in Auschwitz zu kreuzigen, um sie dann ewig wegen ihrer Schuld zu strafen, ich hab da keine Berührungsängste.

    [Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]

  3. Aus meiner Sicht repräsentieren die KI-Meme die psychologische Mimesis: KI-generierte Bilder fallen entsprechend häufiger rechtsdrehend, KI-generierte Texte häufiger linksdrehend aus.

    https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-klischees-und-vertrauen-grafiken-rechts-texte-links/

    Um das nochmal aufzugreifen: Ich finde die Heimatenergie-Memes recht witzig, aber finde es gleichzeitig wichtig, sich bewusst zu machen, wieso das Schema so gut funktioniert: Weil Bild-KI generell gut darin ist, rechts konnotierte Bilder zu entwerfen. Hier wird dieses Design-Feature der genKIs bewusst eingesetzt, mit einem schönen ironischen Twist.
    Aber wer Bild-KIs einsetzt, sollte wissen, dass rechtslastige Bildsprache evtl. auch dann reinkommt, wenn man gar nicht danach gefragt hat.

    • Vielen Dank, @Hans – ganz genau so ist es! 👍 Wir sollten doch von Menschen, die sich für fortschrittlich und digital kompetent halten, ein ehrliches Interesse auch an KI-Werkzeugen erwarten dürfen. Dabei verlange ich von niemandem, sie auch selbst einzusetzen – aber ein Verzicht auf erkennbar naseweise Belehrungen sollte schon drin sein.

      Zudem möchte ich dafür plädieren, mehr über die Psychologien der Ästhetik nachzusinnen. Wenn mich bestimmte Ästhetiken abstoßen, die andere aber begeistern – dann sollte das doch interessieren!

      Wer das ästhetisch-emotionale „Ich mag das aber nicht sehen!“ für eine ausreichende Argumentation für Unterdrückung hält, hat sich bereits selbst vom kritischen Rationalismus und dialogischen Monismus entfernt.

      Gerade in einer zunehmend crossmedialen Welt sollten wir uns von ästhetischen Reizen weder manipulieren noch abstoßen lassen – sondern sie als Chance begreifen, uns selbst und unsere Mitmenschen besser zu verstehen.

  4. @Martin Holzherr 28.03. 06:57 / 08:49

    „..100 Gigawatt ist so viel, dass praktisch überall zusätzliche Energieerzeuger (Windturbinen, Solarpanele) platziert werden müssten.“

    Windenergie ist klar, dass braucht Standorte, die knapp werden können. Aber Platz für PV ist überhaupt kein Problem. In den Siedlungen haben wir Dächer, nicht nur die Süddächer, auch die West- und Ost-Dächer sind geeignet, wie auch senkrechte Flächen. Und Parkplätze können überbaut werden. Und das alles nicht nur bei der Wohnbebauung, sondern auch bei Gewerbeobjekten.

    Und PV-Freiflächenanlagen können gleichzeitig als Viehweide dienen, insbesondere an eher trockene Standorten, ohne das hier der Weideertrag weniger würde. Unterm Strich kann ich hier überhaupt keine Platzprobleme für PV in Deutschland erkennen. Der Ertrag ist allerdings weiter im Süden höher, etwa schon in Norditalien oder Südfrankreich.

    „Viel realistischer aber ist es anzunehmen, dass Deutschland in den 2040er und 2050er Jahren einen Teil der nötigen Energie importieren wird. Im Idealfall aus den Nachbarländern.“

    Machen wir doch schon längst. Etwa Wasserkraft aus Norwegen oder Atomstrom aus Frankreich. Im Gegenzug auch mal in die andere Richtung. So kommt es auch in Norwegen mal zu Engpässen, wenn es über Monate zu wenig regnet. Oder in Frankreich mussten auch schon Atomkraftwerke abgeschaltet werden, weil sie wegen Trockenheit kein Kühlwasser mehr hatten.

    Das läuft einmal über längst bestehende Stromleitungen. In Verbindung mit Kurzfristspeichern bei allen Produzenten und Konsumenten können diese Leitungen dann optimal ausgenutzt werden. Und so auch wetterbedingte regionale Schwankungen von Wind- und Solarertrag mit ausgleichen helfen.

    Wenn jetzt sowieso ein Teil des Grünen Stroms in Wasserstoff umgewandelt werden muss, kann man den dann auch per Pipeline sehr günstig in ganz Europa verteilen. Je nachdem, wo der gerade produziert, gebraucht oder gespeichert werden kann.

    „Die Kernländer der EU und auch die EU selbst haben keine blühende EU geschaffen, sondern eine EU, die wirtschaftlich immer schwächer wird und die sich nicht gegen die grossen Blöcke behaupten kann.“

    Ich denke mal, dass im Zuge der Energiewende auch der gesamte Außenhandel mindestens halbiert werden kann. Weil eben keine fossilen Brennstoffe mehr gehandelt werden müssen. Fehlt dann nur noch mehr Selbstversorgung und Recycling mit der Grünen Technik, dann wird das Außenhandelsvolumen noch kleiner.

    Unlösbare Probleme kann ich hierbei keine erkennen.

    Auch Freie Software für so ziemlich alles braucht keinen IT-Dienstleistungsimport aus den USA mehr.

    Auf die Dauer macht es immer weniger Sinn, über Kontinente hinweg Waren und Dienstleistungen auszutauschen. Auch der Globale Süden kann sehr schnell selbstständiger werden, wenn er auf Solarenergie umstellt. Aufgrund hoher und gleichmäßiger Erträge kann dort grüner Strom am Ende 3 mal billiger werden als in Mitteleuropa. Das wird Folgen für die eigene Wirtschaft und Produktivität in diesen Ländern haben.

    Denen werden wir dann soviel nicht mehr verkaufen können. Und müssen uns wohl oder übel selbst genug werden.

    • @Tobias Jeckenburger zur Frage Wind oder Sonne
      Zitat Tobias Jeckenburger: Windenergie ist klar, dass braucht Standorte, die knapp werden können. Aber Platz für PV ist überhaupt kein Problem.
      Antwort: Um 100 Gigawatt Dauerleistung für Deutschland bereitzustellen bräuchte es etwa 1000 Gigawatt installierte Solarenergie (10-11% Ausnützung im Jahresdurchschnitt). Da aber in den 4 Wintermonaten die Sonne 4 Mal weniger Energie einstrahlt als im Sommer, ergibt sich ein gewaltiges Energie-Winterloch, was bedeutet, dass Strom saisonal gespeichert werden müsste, was wohl eine Speicherung als Wasserstoff nötig macht. Da aber 2/3 der in Wasserstoff gespeicherten Energie verloren gehen, bedeutet das wohl dass Deutschland sogar 2000 Gigawatt Solarenergie installieren müsste um die 100 Gigawatt Dauerleistung allein mit Solarenergie bereitzustellen.
      Deshalb kommt eigentlich nur Windenergie (in Kombination mit Batterien) in Frage um Deutschland effizient mit Erneuerbaren zu versorgen. Und tatsächlich haben das wichtige Leute in Deutschland und der EU erkannt. Dazu passt der Ende Januar 2026 geschlossene Pakt von Nordsee-Anrainer-Staaten (inklusive Deutschland) in der Nordsee 100 Gigawatt Windenergie zu installieren und mit dem erzeugten Strom die Anrainer-Staaten zu versorgen. Die Nordsee ist ideal als Standort von Windkraftwerken, denn dort gibt es keine betroffenen Bewohner. Im Artikel Up to 100 GW of wind power. North Sea to become the world’s largest clean energy hub liest man dazu:

      Die Hamburger Erklärung, die am Montag von Ministern aus zehn europäischen Ländern unterzeichnet wurde, erwartet den Bau von bis zu 100 GW gemeinsamer Offshore-Windprojekte in der Nordsee. Politiker betonten die Sicherheitsdimension erneuerbarer Energien und die weitere Reduzierung der Energieimporte, einschließlich der Gasimporte aus den Vereinigten Staaten.

      Kurzum: Erneuerbare Energie ist umso effizienter, je direkter sie genutzt werden kann, je weniger verschiedene Speicher nötig sind. Extrem effizient ist Solarenergie, wenn fast jeden Tag die Sonne etwa gleich lang scheint, denn dann braucht es nur Batterien, die einen Tag abdecken. In Deutschland ist Solarenergie ineffizient, denn im Sommer gibt es zu viel Sonne und im Winter viel zu wenig. In Deutschland muss Windenergie bevorzugt werden.

  5. Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Hoffentlich zeigen die ständigen Wiederholungen der Begriffe

    Friedensenergien
    Freiheitsenergien
    Wohlstandsenergien
    Heimatenergien

    bald mal Wirkung! Uns läuft die Zeit davon.

    Die Memes finde ich gelungen, auch wenn ich mich mit der Schrift nicht sofort anfreunden konnte. Sie war zunächst gewöhnungsbedürftig.

    Dann habe ich mich gefragt, ob z.B. die Zeitungen mit vier Großbuchstaben, beginnend mit B und W, diese Memes wohl veröffentlichen würden.

    Wenn wir in Deutschland weiterhin so am Fossilismus festhalten, dann wird

    1. Auch bei uns alles sehr viel teurer, vor allem Lebensmittel.

    2. Die Arbeitslosigkeit sprunghaft ansteigen.

    3. Der Binnenmarkt massiv unter Druck geraten.

    4. Die Sozialausgaben, besonders die Unterstützung der Arbeitslose, ein Niveau erreichen, die den Staat zwingen Kürzungen vorzunehmen.

    Die AfD wird sich freuen. Um so weniger verstehen kann ich, dass es Politiker demokratischer Parteien gibt, die jetzt nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg der Ansicht sind, die demokratischen Mitbewerber zu Hauptgegnern zu erklären anstelle der AfD, wäre besser gewesen.

    Sie haben von Ästhetik gesprochen. In der Kunst steht es jedem Menschen frei, was gefällt. Wir können Bilder, Fotos, Skulpturen, Performances etc. ablehnen, wenn sie uns persönlich nicht gefallen. Dennoch erwarte ich, dass man die Ideale anderer Menschen achtet.

    Leider ist es beim Musikgeschmack oft so, dass man auf totale Ablehnung stößt. Die Toleranz ist nicht selten gering. Die Fans von Helene Fischer gegen die von Andrea Berg. Vor ca. 40 Jahren galten Luciano Pavarotti und Placido Domingo als größte Konkurrenten. An Herbert von Karajan schieden sich die Geister: Entweder totale Bewunderung oder eiserne Ablehnung.

    • @Marie H. 28.03. 18:23

      Gerne gehe ich auf Ihren spannenden Kommentar ausführlich ein!

      „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

      Ja, genau so ist es. Die menschliche Evolutionspsychologie ist nicht auf Wissenschaftlichkeit ausgerichtet und also muss jede wissenschaftliche Erkenntnis vielfach und auf verschiedene Weise wiederholt werden, um sich langsam etablieren zu können. Entsprechend bewundere ich Aktive in der Wissenschaftskommunikation via Film wie Mai-Thi Nguyen-Kim und Harald Lesch, aber auch hartnäckig Erklärende wie Peter Rahmstorf und Maja Göpel, Schreibende wie Maja Lunde und Christian Stöcker, Pod- und Videocaster wie die Hoaxillas und Tommy Krappweis u.v.m.

      Sehr ermutigend empfinde ich auch neue Team-Formate wie „Fun Facts“, die sicher auf Dauer ihre Wirkung erzielen werden:

      https://www.funfacts.de/

      Es ist mir eine große Ehre, nach vielen Einsätzen im In- und Ausland sowohl beruflich wie auch als ehrenamtlicher Wissenschaftsblogger sowie Pod- und Videocaster mit Prof. Inan Ince und vielen Verbündeten eigene, kleine Beiträge zur Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation leisten zu können. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

      „Hoffentlich zeigen die ständigen Wiederholungen der Begriffe

      Friedensenergien
      Freiheitsenergien
      Wohlstandsenergien
      Heimatenergien

      bald mal Wirkung!“

      Das tun sie, ja – obwohl die Massenmedien praktisch keine Hilfestellung boten, das meiste über Vorträge und Bücher, den Blog, Podcasts und das Fediversum läuft. Ich erhalte inzwischen nahezu täglich Rückmeldungen von Menschen, die die Inhalte verstanden und begonnen haben, auch ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Es begeistert mich, dass Abertausende die Begriffe bereits erfasst haben – und es jeden Tag mehr werden. Zahlreiche Fossilisten und Rechtsdualisten, die mich stoppen wollten, sind daran gescheitert. Und auch wenn ich morgen stürbe, so würde die Botschaft längst weiterwirken.

      „Uns läuft die Zeit davon.“

      Das sehe ich anders. Wissenschaftliche Warnungen haben gerade auch in alternden Gesellschaften nur eine sehr begrenzte Wirkung – sonst wäre beispielsweise die Ampelregierung nicht auch noch nach Putins Angriff auf die Ukraine gescheitert. Wissenschaft interessierte immer nur eine Minderheit der bisherigen Gesellschaften und immer noch glauben Mehrheiten der älteren Jahrgänge, die Folgen des Fossilismus würden sie nicht mehr betreffen.

      Doch es sind die fossilen Regime selbst, die sich inzwischen in sinnlosen Kampagnen und Kriegen selbst zerstören. Klar hätte ich gerne mehr von dem Leid unserer Zeit und der kommenden Jahre verhindert. Doch auch Europa altert und hat sich außereuropäischen Medienkonzernen ausgeliefert, auch bei uns grassiert die Rechtsmimesis. Ich gehe dennoch davon aus, dass die europäischen Demokratien in einigen Solarpunk – Arche – Regionen überleben werden, während andere fossil, rassistisch und familienfeindlich niedergehen. Es hat doch längst begonnen. Ich denke, Sie und ich tun, was wir können – ohne uns für allzu wichtig zu nehmen.

      „Die Memes finde ich gelungen, auch wenn ich mich mit der Schrift nicht sofort anfreunden konnte. Sie war zunächst gewöhnungsbedürftig.“

      Ja, so geht es mir auch. Ich finde die meisten Heimatenergie-Memes ästhetisch irritierend, satirisch gelungen und informativ. Wir nehmen den Fossilisten endlich die Sprachbilder und Bildsprachen ab, die wir ihnen viel zu lange überlassen haben.

      „Dann habe ich mich gefragt, ob z.B. die Zeitungen mit vier Großbuchstaben, beginnend mit B und W, diese Memes wohl veröffentlichen würden.“

      Warum sollten fossile Konzernmedien plötzlich ihre eigene Desinformation hinterfragen? Nein, skrupellose Journalistinnen und Journalisten werden sich auch weiterhin für fossile Propaganda und Rechtsmimesis bezahlen lassen. Jene mit einem medienethischen Gewissen haben diese Medienhäuser nie betreten bzw. längst verlassen.

      „Wenn wir in Deutschland weiterhin so am Fossilismus festhalten, dann wird

      1. Auch bei uns alles sehr viel teurer, vor allem Lebensmittel.“

      Das geschieht ja bereits und wird durch den Diesel- und Düngemittelmangel in den kommenden Monaten und Jahren deutlich eskalieren. Durch mehr Pflanzenkost und weniger Produkte aus industrieller Massentierhaltung können wir alle der fossilen Verschwendung entgegenwirken.

      „2. Die Arbeitslosigkeit sprunghaft ansteigen.“

      Auch das passiert bereits. Und während die meisten Fossilisten noch danach schreien, dass die Menschen mehr und länger arbeiten sollten, wagen mutige Stimmen wie Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) bereits weiter zu denken. Ich zitiere aus einem lesenswerten Interview mit ihm:

      „Ich halte es für möglich, dass dank KI sehr hohe Gewinne erlöst werden können, auch in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Teil der Lösung werden kann, um die Umwälzungen am Arbeitsmarkt aufzufangen. Aber ausreichen wird das nicht. Wir Menschen brauchen eine sinnstiftende Tätigkeit. Kaum jemand kann doch nur zu Hause sitzen und Videos schauen, ohne verrückt zu werden.“

      https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/digitalminister-wildberger-zu-tiktok-und-kuenstlicher-intelligenz-50158968

      „3. Der Binnenmarkt massiv unter Druck geraten.“

      Auch das ist schon der Fall – und nicht erst durch den Irankrieg. Auch die deutsche Bevölkerung schrumpft bereits um etwa 300 Menschen pro Tag. Jene in China bereits um über 9.200 Menschen pro Tag! Und Autos kaufen keine Autos.

      „4. Die Sozialausgaben, besonders die Unterstützung der Arbeitslose, ein Niveau erreichen, die den Staat zwingen Kürzungen vorzunehmen.“

      Nicht unbedingt, wenn endlich wieder fair auch Kapitalvermögen und Erbschaften besteuert werden. Auch der als vermeintlicher Brachialreformer gestartete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beteiligt sich doch inzwischen brav an Rekordverschuldungen und Rentenerhöhungen. Wenn überhaupt, wird doch in Deutschland nur auf Kosten junger und zugewanderter Menschen gekürzt. An die Wahl-entscheidenden Jahrgänge wagt sich niemand heran.

      „Die AfD wird sich freuen.“

      Überall auf der Welt erstarken in den verbleibenden Demokratien Rechtsdualisten unter Männern und im ländlichen Raum, Linksdualisten unter Frauen und in den Städten. Nur einige europäische Regionen werden dieser medialen und demografischen Zerblasung der demokratischen Mitte standhalten können. Schade, eigentlich.

      „Um so weniger verstehen kann ich, dass es Politiker demokratischer Parteien gibt, die jetzt nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg der Ansicht sind, die demokratischen Mitbewerber zu Hauptgegnern zu erklären anstelle der AfD, wäre besser gewesen.“

      Sie meinen sicher den grünen Jungfunktionär Luis Bogba der erst den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) als „Hurensohn“ bezeichnete und über den grünen Wahlsieger Cem Özdemir ablästerte: „Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden-Württemberg. Nach den letzten Wochen mit Cem Özdemir bin ich mir nicht sicher, ob das automatisch das Gleiche heißt.“

      https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/baden-wuerttemberg-landtagswahl-cem-oezdemir-gruene-jugend

      Ich empfinde es auch so, dass die allermeisten Menschen im Land parteipolitischen Dualismus und Sticheleien in jeder Form satt haben. Sie erwarten, dass jetzt endlich die von ihnen Gewählten in den Parlamenten und Parteien Verantwortung übernehmen und zügig eine personell und inhaltlich überzeugende Regierung bilden. Auch mich langweilen die immergleichen, parteipolitischen Feindseligkeiten von allen Seiten nur noch. Dadurch bekleckert sich niemand mit Ruhm, auch nicht im Fediversum.

      „Sie haben von Ästhetik gesprochen. In der Kunst steht es jedem Menschen frei, was gefällt. Wir können Bilder, Fotos, Skulpturen, Performances etc. ablehnen, wenn sie uns persönlich nicht gefallen. Dennoch erwarte ich, dass man die Ideale anderer Menschen achtet.“

      Ja, genau so sehe ich das auch. Ob mich etwas begeistert oder etwas abstößt – wichtig ist mir, beides zu verstehen. Wer dagegen über das eigene, ästhetische Urteil nicht einmal nachsinnen möchte, verliert auch jeden Anspruch auf Dialogfähigkeit und Wissenschaftlichkeit. Wer Blasen verlassen will, muss über die eigenen Komfortzonen hinausblicken.

      „Leider ist es beim Musikgeschmack oft so, dass man auf totale Ablehnung stößt. Die Toleranz ist nicht selten gering. Die Fans von Helene Fischer gegen die von Andrea Berg. Vor ca. 40 Jahren galten Luciano Pavarotti und Placido Domingo als größte Konkurrenten. An Herbert von Karajan schieden sich die Geister: Entweder totale Bewunderung oder eiserne Ablehnung.“

      Ja, genau so sehe ich das auch. Gerade auch über Musikalität habe ich ja im letzten Jahr immer wieder gesprochen und beispielsweise auch den Erfolg der K-Pop Demon Hunters noch vor deren internationalem Durchbruch vorhergesagt. Mich interessiert und fasziniert gerade auch jene Musik, die mir anfangs fremd ist. Denn ich möchte mich auch musikalisch nicht nur berieseln und bestätigen lassen, sondern den Sinn der Musik in der Hoffnung erleben dürfen.

      Da ich es oben im Blogpost nur andeuten konnte, mir der Zusammenhang aber wichtig ist, möchte ich gerne noch die Gelegenheit nutzen und Felo.ai einige Erläuterungen zum Düngermangel infolge des Irankrieges anfügen zu lassen:

      ## Der Irankrieg und die globale Düngerkrise

      Der Irankrieg hat nicht nur unmittelbare militärische und humanitäre Folgen, sondern löst auch eine weltweite Krise bei Düngemitteln aus, die die globale Ernährungssicherheit bedroht. Die Ursachen dieser Düngerkrise sind vielschichtig und hängen mit der zentralen Rolle der Golfregion in der Düngemittelproduktion und -distribution zusammen.

      **Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus**

      Etwa ein Drittel des global gehandelten Düngers und fast die Hälfte aller Schwefelexporte passieren normalerweise die Straße von Hormus[1]. Diese Meerenge ist seit Kriegsbeginn praktisch blockiert, wodurch Anfang März bereits 21 Frachter mit insgesamt knapp einer Million Tonnen Dünger in der Golfregion feststeckten[1]. Mehr als 20 Tanker mit Düngemitteln für den Weltmarkt stauen sich in der Region, geladen mit Produkten, auf die Landwirte weltweit dringend warten[5].

      **Dramatische Preissteigerungen**

      Die Blockade hat zu massiven Preissprüngen geführt. Der Preis für Harnstoff, den wichtigsten Stickstoffdünger, ist seit Kriegsbeginn um 35 bis 40 Prozent gestiegen[2][5]. Die Exportpreise für Harnstoff im Nahen Osten schossen auf gut 700 Dollar je Tonne nach oben[5]. Auch Schwefel, ein weiterer wichtiger Pflanzennährstoff, verteuerte sich seit Ende Februar um 40 Prozent und übertraf damit einen früheren Höchststand aus dem Jahr 2022[2]. Analysten warnen, dass sich die Preise für stickstoffbasierte Düngemittel bei anhaltendem Krieg sogar verdoppeln könnten[5].

      **Die energieintensive Düngemittelproduktion**

      Die Herstellung von Düngemitteln ist eng mit der Energieversorgung verknüpft. Stickstoffdünger ist im Kern „veredeltes Gas“[1]. Das Haber-Bosch-Verfahren, das die Grundlage moderner Düngemittelproduktion bildet, benötigt Erdgas als essentiellen Ausgangsstoff für die Herstellung von Wasserstoff, der wiederum mit Stickstoff zu Ammoniak reagiert[9]. Aus Ammoniak wird unter Zugabe von Kohlendioxid Harnstoff hergestellt[9]. Die Golfregion ist einer der weltgrößten Produzenten chemischer Düngemittel[1].

      **Zusätzliche Verschärfungen**

      Die Krise wird durch weitere Faktoren verstärkt:

      – **China**, der größte Harnstoffproduzent der Welt, hat alle Stickstoffdüngerhersteller angewiesen, den Export sofort zu stoppen, auch für bestehende Verträge[1][9]. China sorgt sich um die eigene Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

      – **Russland** bleibt zwar ein bedeutender Exporteur, doch der Krieg und damit verbundene Sanktionen sowie gestörte Logistikketten belasten den Markt[9].

      – Der **Iran** ist als Exporteur weitgehend ausgefallen, ebenso Katar und Saudi-Arabien[9].

      – Seit 2026 gelten neue Zölle auf Düngemittelimporte aus Russland, parallel dazu startet der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM)[1].

      **Bedrohung der Ernten 2026**

      Die Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel steht unmittelbar bevor[2]. Düngemittel, die Wochen zu spät eintreffen, können nicht mehr für die Ernte 2026 verwendet werden[2]. US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins bezeichnete die Düngemittelknappheit als „Frage der nationalen Sicherheit“[2]. Ein amerikanischer Landwirt aus Tennessee rechnet in dieser Saison mit 100.000 Dollar Mehrkosten für Dünger – ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr[9].

      **Globale Ernährungskrise droht**

      Die Welthungerhilfe warnt vor dramatisch verschärften Ernährungskrisen in vielen Ländern[5]. Wenn aufgrund hoher Beschaffungspreise weniger gedüngt wird, werden die Ernten in vielen Regionen geringer ausfallen[5]. Schätzungen zufolge hängt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung von Nahrungsmitteln ab, die mithilfe synthetischer Stickstoffdünger produziert werden[9]. Landwirte werden in der Folge weniger Dünger einsetzen, die Ernteerträge könnten weltweit sinken und die Lebensmittelpreise steigen[5].

      Die Düngerkrise offenbart die Fragilität eines globalen Ernährungssystems, das von wenigen Energie- und Transportknoten abhängig ist[1]. Der Düngemittelhandel basiert auf Just-in-Time-Prinzipien, und die Lagerbestände sind nicht darauf ausgelegt, größere geopolitische Schocks abzufedern[1].

      [1] https://de.linkedin.com/posts/kokenbrink_d%C3%BCngerm%C3%A4rkte-hormus-landwirtschaft-activity-7438866766065332224-Y8Ar
      [2] https://www.newsflix.at/s/duengerkrise-wie-der-irankrieg-die-lebensmittel-ernte-bedroht-120171733
      [3] https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/id_101190310/iran-krieg-laesst-duengerpreise-steigen.html
      [4] https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/irankrieg-folgen-fuer-landwirte-diesel-duenger-agrarhandel-639636
      [5] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/thema-des-tages-duenger-100.html
      [6] https://www.derstandard.at/story/3000000311759/preisschock-bei-duengemitteln-krieg-in-golfregion-setzt-landwirtschaft-weltweit-unter-druck-auch-in-oesterreich
      [7] https://de.euronews.com/2026/03/26/umweltzerstorung-bedroht-gesundheit-iran-droht-ruckfall-um-viele-jahre
      [8] https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/iran-krieg-wie-der-energieschock-die-weltwirtschaft-bedroht/100211718.html
      [9] https://www.mena-watch.com/irankrieg-beeintraechtigt-duengemittel/
      [10] https://www.dw.com/de/iran-krieg-folgen-f%C3%BCr-die-ern%C3%A4hrungssicherheit-global-lebensmittel-d%C3%BCnger-indien-brasilien-afrika/a-76354869
      [11] https://www.rheinpfalz.de/lokal/pfalz-ticker_artikel,-liveblognicht-unser-krieg-eu-schlie%C3%9Ft-einsatz-vor-irans-k%C3%BCste-aus-_arid,5865677.html
      [12] https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/werden-lebensmittel-knapp-iran-krieg-bringt-hersteller-von-duengemitteln-in-grosse-not-li.10026289
      [13] https://taz.de/-Nachrichten-im-Iran-Krieg-/!6163619/
      [14] https://www.tagesspiegel.de/internationales/liveblog/iran-droht-mit-vollstandiger-blockade-der-strasse-von-hormus-10586281.html?icid=in-text-link_10593685&liveblog._id=urn:newsml:localhost:2026-03-18T15:05:08.155710:3cb9f7ca-97c1-485c-96ee-1fae6daf4c1b__editorial
      [15] https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-mittwoch-100.html
      [16] https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.newsblog-zu-angriffen-auf-iran-netanjahu-ruft-iraner-zum-sturz-der-fuehrung-auf.3aa0cf51-a0a0-4d5f-8b55-e86698060def.html

      • https://www.deutschlandfunk.de/bundesverkehrsminister-schnieder-raet-zum-umstieg-auf-das-deutschlandticket-100.html

        Dieser Artikel hat mich überrascht. Positiv überrascht.

        Der Ausbau des ÖPNV bzw dessen reibungsloseres Funktionieren an sich wäre dafür halt wichtig. Für viele Pendler aus ländlichen Gebieten ist der ÖPNV derzeit keine Alternative zum Auto.

        Außerdem werden aufgrund der (längerfristig?) höheren Benzin/Diesel-Preise die Verkaufszahlen bei den Verbrennern weiter einbrechen. Dadurch werden mehr Jobs in der Automobilindustrie verlorengehen.

        Um so wichtiger wäre es jetzt, ein positives „Wir-Gefühl“ zu schaffen. Das beschränkte und ausgrenzende Wir, das von der AfD vertreten wird, darf nicht die Oberhand gewinnen.

        Zeiten wie diese brauchen pragmatische, lösungsorientierte Politikerinnen und Politiker. Keine Ideologien, keine Klientelpolitik. In allen demokratischen Parteien und in den Parlamenten gibt es Menschen, die sich für eine Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg bereitfinden würden. Es ist höchste Zeit. Imho.

        • Haben Sie ganz herzlichen Dank für diesen fairen Druko, @Marie H., der meinem dialogischen Ansatz sehr entspricht: Es wird in allen demokratischen Parteien – auch unseren je eigenen – immer Personen und Äußerungen geben, über die wir uns empören oder über die wir uns freuen können. Und es ist auch für unsere eigene, geistige Gesundheit besser, sich immer wieder auf den dialogischen Monismus zu besinnen und Gutes auch in anderen Parteien zu sehen und zu würdigen. So bleiben wir als Menschen stabil und als demokratische Parteien koalitions- und damit demokratiefähig.

          Entsprechend möchte ich auf Ihre Würdigung der Äußerung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auch mit einem Zitat der grünen Bundesvorsitzenden Franziska Brantner antworten, mit der ich bei der LPK in Weingarten unmittelbar nach dem Hamas-Terrormassaker des 7.10.2023 in einen guten und wertschätzenden Dialog fand.

          https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/antisemitismus-bekaempft-man-entweder-ueberall-oder-man-bekaempft-ihn-gar-nicht/

          In einer Bundes-Pressekonferenz der Grünen vom 12.01.2026 nahm Franziska Brantner meine Formulierung aus der Landtagsrede vom 9.11.2023 wörtlich auf und formulierte:

          „Aber was wir daran vor allen Dingen sehen, ist wie fossile Energie, Öl, Gas, Kohle eingesetzt wird als Erpressungsmittel geopolitischer Machtbestreben das Imperialismus.

          Und angesichts dessen kann doch für uns die Antwort nur sein, bei uns die Energiewende mit aller Konsequenz voranzubringen. Jedes Windrad, jede Solaranlage bedeutet ein bisschen mehr Frieden. Und deswegen sind diese Energien nicht nur Freiheitsenergien, sondern auch Friedensenergien.“

          https://www.youtube.com/live/R0-X2ulgVdk?si=vLXni3H4jIfWzis6&t=418

          Das hat mich unglaublich gefreut und dafür werde ich immer dankbar sein.

          In Sachen ÖPNV stimme ich Ihnen auch inhaltlich voll zu. Ein stark ausgebauter und mit dem Deutschlandticket kostengünstiger ÖPNV spart kostbare Verkehrsenergie und stärkt die Volkswirtschaften sowie den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft im Sinne einer klugen Mautgut-Versorgung nach Elinor Ostrom (1933 – 2012).

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-9-zur-wirtschafts-nobelpreistraegerin-elinor-ostrom/

          Der hier oft kundig Kommentierende @Tobias Jeckenburger verweist ja auch immer wieder auf seine Hoffnungen für ein Elektroauto-KI-Sammeltaxi-System, wie es sich in Städten der USA und China auch bereits entwickelt.

          Gleichwohl bedauere ich es als loyaler Bahnfahrer sehr, dass Deutschland hier in den vergangenen Jahrzehnten im Kontext des neoliberalen Markt-Staat-Dualismus falsch an der eigenen Infrastruktur gespart hat. Hier stimme ich der neuen Bahnchefin Evelyn Palla ausdrücklich zu, die im SPIEGEL 13 / 2026 auf S. 73 erklärte:

          „Am Ende ist eine Eisenbahn nur so gut wie ihr Schienennetz.

          Österreich hat über die vergangenen 15 bis 20 Jahre kontinuierlich sehr viel Geld ins Schienennetz gesteckt – unabhängig davon, welche Partei gerade in der Regierung war.

          Das war pro Kopf im Schnitt dreimal so viel wie in Deutschland, in der Schweiz war es sogar viermal so viel.

          Das ist das Geheimnis, so einfach ist das.“

          Vielen Dank, liebe @Marie H., für unsere guten Dialoge hier! 🙏🙌

          • Vielen Dank.

            Ich habe noch einmal über Ihre Eingangsfrage nachgedacht. „Energien“ und „feiern“ konnte ich nicht sofort miteinander verbinden.

            Dann fand ich in der Rückschau auf die letzten sechs Jahre, eine Erklärung. 2020 im März endete weltweit das Leben, das wir bis dahin gekannt hatten. Die Covid 19 Pandemie nahm uns einerseits einen Teil unserer Freiheit, andererseits aber mussten viele Familien den Tod ihrer Liebsten verkraften.

            Etwas später kam es dann zur Spaltung der Gesellschaft, weil viele Menschen an die Wirksamkeit der Impfung gegen Corona glaubten, dabei aber auf erbitterten Widerstand der Impfgegner stießen.

            Die persönliche Situation seit 03/20, der Streit um effektive bzw übertriebene Schutzmaßnahmen (Symbol hierfür ist die Maske) in den Medien weckte in vielen Leuten die Hoffnung auf eine Rückkehr der Zeit vor 2020.

            Nicht allen fiel es leicht, die neue Zeit zu akzeptieren.

            2021 kam nach der Bundestagswahl die „Ampel-Regierung“ an die Macht. Die SPD war ua deshalb gewählt worden, weil ihr Spitzenkandidat Olaf Scholz mit dem Slogan „Respekt für Dich“ und den Mindestlohn geworben hatte.

            Doch bedingt durch den Krieg in der Ukraine seit Anfang 2022 wurde die Bevölkerung erneut in Unsicherheit gestürzt.

            In dieser Zeit lag ein hohes Maß an Verantwortung auf Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Bündnis90/Die Grünen, der sich in den schnellen Aufbau der Erneuerbaren Energien stürzte.

            Bedingt durch mehrere Ereignisse wurde jedoch gerade die gute Absicht konterkariert.

            Mängel im Management des Bundeswirtschaftsministerium führten dazu, dass ein geleakter Referentenentwurf für das GEG hohe Wellen schlug. Insbesondere in der BILD nahm eine Kampagne ohnegleichen ihren Anfang, die sehr emotional geführt wurde. Befürchtungen schürte man zB mit dem drohenden Verlust des Eigenheims bei Rentnerinnen und Rentnern, weil die sich den Einbau von Heizungen ohne fossile Brennstoffe nicht würden leisten können.

            Jeden Tag schaltete die BILD in immer mehr eskalierender Art und Weise Schlagzeilen, die direkt auf Robert Habeck abzielten. Leider überschätzte er die Kraft wissenschaftlicher Argumente und unterschätzte die Macht der Emotionen.

            Es blieb nicht nur bei diesem Scheitern, denn Ende 2023 „kassierte“ das Bundesverfassungsgericht den Haushalt der Ampel. Nun gerieten sich SPD, Grüne und FDP immer häufiger in die Haare, und das unrühmliche Ende ist bekannt.

            Fazit: Die Macht bestimmter Medien wurde noch gesteigert (fast bin ich geneigt zu sagen, dass die BILD einen ähnlichen Einfluss hat wie FOX NEWS in den USA). Wir haben noch keinen Weg gefunden, der emotionale Empörung durch wissenschaftliche Erkenntnisse eindämmen kann. Durch weitere Kriege in der Welt – Iran/USA – erwachsen uns jeden Tag neue vielfältige Herausforderungen, auf die die Politik keine beruhigenden Antworten findet. Die AfD wird mit jeder Wahl stärker.

            Ihre Frage nach dem „Dürfen“ stelle ich deshalb anders. Aus dürfen wird „WOLLEN“.

            Die Antwort kann ich nicht geben. Ich weiß nur, dass wir gangbare Wege finden müssen, die aus dem oben geschilderten herausführen.

          • Herzlichen Dank, @Marie H., für die hervorragende Analyse, die ich ganz wesentlich teile!

            Der Begriff „feiern“ bezog sich einerseits auf die Einwände mancher Linken gegen die satirische Retro-KI-Ästhetik der Heimatenergie – Memes, die etwa auf den obengenannten @Ottenser niederprasselten. Das gibt es immer noch vereinzelt, aber auch der Volksverpetzer hat inzwischen eine lustige Sammlung von 15 Heimatstrom – Memes veröffentlicht:

            https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/witzigsten-heimatstrom-memes/

            Politisch bezieht sich das „feiern“ auf den Absatzerfolg der Wärmepumpen, die mit dem verbesserten Heizungsgesetz 2025 erstmals die Gasheizungen überholten:

            „2025 war ein starkes Jahr für die Wärmepumpenbranche: Mit rund 300.000 verkauften Geräten überholte sie erstmals den Absatz von Gasheizungen.

            Wenn sich nun Hausbesitzende aufgrund der neuen Regelungen für den Einbau neuer Gasheizungen entscheiden, könnte das den Wärmepumpen-Markt schwächen. Weniger Nachfrage bedeutet weniger Absatz – mit möglichen Folgen für Preise und Installationsbetriebe.

            Manche Fachleute glauben aber, auch der gegenteilige Effekt könnte eintreten: ein (zumindest kurzfristiger) Boom.

            Zum einen, weil Haushalte und Installationsbetriebe inzwischen die Vorteile kennen und Erfahrungen gesammelt haben. Zum anderen, weil es wenig Zweifel gibt, dass das Heizen mit einer Gasheizung in Zukunft noch teurer werden wird als bisher angenommen – nicht nur wegen des steigenden CO2-Preises, sondern auch wegen der hohen Preise für „grüne“ Gase.“

            https://utopia.de/ratgeber/heizungsgesetz-reform-warum-die-waermepumpe-jetzt-erst-recht-die-beste-wahl-ist_909604/

            Die bisher vorliegenden Vorschläge von Katherina Reiche (CDU) für einen Abbruch des Wärmepumpen-Erfolges halte ich zumal aufgrund des fossilistischen Irankrieg-Desasters für falsch: Während Eigenheim-Besitzende bereits jetzt von den Preisvorteilen durch Wärmepumpen, Photovoltaik und Energiespeicher als erneuerbaren Wohlstandsenergien profitieren, würden Hunderttausende, vielleicht gar Millionen Mieterinnen und Mieter auf Jahrzehnte in eine „fossile Mietfalle“ steigender Nebenkosten für Öl und Gas eingesperrt! Auch die Industrie würde leiden, wenn die Energiepreise durch den Kaufzwang Zigtausender Privathaushalte weiter gesteigert würden.

            Habe deswegen heute morgen dazu ein „Tässle Kaffee“ gereicht und auch einen Videoaufruf pro Wärmepumpe verlinkt:

            Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

            Die Wärmepumpe ist eine große Erfolgsgeschichte für erneuerbare Heimat-, Wohlstands- und Friedensenergien. Wir Blumes haben eine statt Öl- oder Gasheizung seit 2013 und sind sehr zufrieden!

            Allerdings sehen die bisherigen Vorschläge von Ministerin Katherina Reiche vor, dass sich Vermietende die Investitionen sparen & die fossilen Kosten komplett auf Mieterinnen & Mieter übertragen können! Die weitere Nachfrage nach Erdöl und Erdgas würde zudem die Preise auch für Industrie und Verkehr weitertreiben. Das wäre nicht nur eine ökologische und volkswirtschaftliche, sondern auch soziale Katastrophe!

            Hoffe, dass verantwortungsvolle Bundestagsabgeordnete in CDU, CSU und SPD diesen Raubzug gegen die Arbeiter- und Mieterschaft noch stoppen. Sonst werden Betroffene über Jahrzehnte in „fossile Miethaft“ gehalten und von Konzernen & Regimen abgezockt.

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116316673606657037

            Das Video findet sich außer auf Mastodon auch auf meinem YouTube-Solarpunk-Kanal:

            https://youtube.com/shorts/HFaEfsKkXAk

            Die fossilistische und auch oft sexistische Mischung aus Reaktanz und Arroganz gegen neue, zunehmend post-fossile Technologien gibt es auch leider nicht nur in der Politik. So blamierte sich und uns alle gerade auch der deutsche Rheinmetall-Chef Armin Papperger international:

            https://www.n-tv.de/wirtschaft/Rheinmetall-Chef-verspottet-ukrainische-Drohnenproduktion-id30525171.html

            Habe auch dazu auf Mastodon gepostet:

            Auch auf #Mastodon kämpfe ich als Arbeiterkind immer wieder gegen die akademische #Arroganz an, die die Lebensleistung anderer verhöhnt.

            Dass es das auch nicht nur in der Politik gibt, belegte gerade der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger. Gegenüber einem US-Medium verspottete er die beeindruckende Drohnenflotte der Ukraine u.a. mit den Worten: „Das ist keine Innovation“. Die Herstellenden seien „ukrainische Hausfrauen“ und im Übrigen: „So spielt man mit Lego.“

            Ich finde das etwa im Hinblick auf die Sting nicht nur sachlich falsch, sondern gegenüber den oft heldenhaft kämpfenden Frauen & Männern in der Ukraine auch schlicht unwürdig. Eine glaubwürdige & tätige Entschuldigung wäre das Mindeste, meine ich.

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116314710781528882

            Der Fossilismus bricht vor unserer aller Augen zusammen, nicht zuletzt durch Reaktanz und Arroganz. Jahrzehnte wissenschaftlicher Warnungen und auch ökologisch-demokratischer Arbeit wurden zu oft und zu lange ignoriert. Und nun versuchen sich Reiche noch einmal an der Karbonblase zu bedienen, während immer mehr Arme abstürzen, sogar hungern…

  6. Die Memes finde ich gelungen, auch wenn ich mich mit der Schrift nicht sofort anfreunden konnte

    (Marie)

    Die Frakturschrift im Deutschen, das ist eine Sache für sich.
    Heute dient sie – zumindest im Zusammenhang mit politischer Propaganda – oft als Erkennungszeichen rechtsextremer Gesinnung. Rechtsextreme verwenden sie in diesem Sinn als „dog whistle“, damit keine Zweifel bleiben, in welcher Ecke die Verfasser stehen. Und wenn die Fraktur ironisch verwendet wird – wie in den Heimatenergie-Memes – versteht man auch gleich anhand der Typographie, was und wer hier parodiert wird.

    Tatsächlich war die Frakturschrift aber gar keine Erfindung der Nazis – ganz im Gegenteil, ab 1941 diffamierten die Nazis die Fraktur als „Schwabacher Judenlettern“ und verboten den Gebrauch dieser Schriftart in Behörden und Schulbüchern.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-Fraktur-Streit

  7. Die Sonne bleibt unser
    sobald sie auf uns scheint
    Dient nicht Putin, keinem Scheich
    und auch nicht Trump –
    sie macht uns reich

  8. Vielen Dank für den wunderbaren Beitrag!

    Was den Humor der Linken angeht – obwohl ich selbst immer noch linksliberal „sein möchte“, auch wenn’s mittlerweile nicht immer geht 😊 -, hatte ich schon immer ein Problem damit, dass die Linke, je linker sie ist, immer mehr die Grenzen des Humors antasten will:

    Komischerweise oft unwissend (wenn man mit dem folgend zitierten Kommentar auch das „Heimat heizt“-KI-Bild meinte):

    „Rechte Leni-Riefenstahl Ästhetik bleibt scheiße und normalisiert den Stil, auch wenn sie voll ironischer AI Slop sein soll. – Du bist nicht so subversiv wie du denkst.“

    Das Bild ist im biederen Blut-und-Boden-Stil generiert. Das hat mit Leni Riefenstahl nichts zu tun. Leni Riefenstahl hat eher an der linken Avantgarde-Ästhetik geräubert – so wie der sozialistische Realismus danach an Leni Riefenstahl.

    Ich habe in zwei Diktaturen gelebt. Wenn wir eine (eventuelle) nächste überleben wollen, müssen die Grenzen des Humors unantastbar bleiben – zumindest bis diese (eventuelle) Diktatur entsteht: Diktatoren ertragen keinen Humor, und somit gibt es in jeder Diktatur vom Anfang an eine große Opposition, zumindest im Untergrund. Wir sollten nicht erlauben, dass diese Opposition schon vor einer eventuellen Diktatur klein gemacht wird. Egal ob von „Linken“ oder „Rechten“.

    • Herzlichen Dank, @Jaromir Konecny – und ich kann nur aus ganzem Herzen zustimmen! 👍

      Immer wieder werde ich – auch als Religionswissenschaftler – gefragt, ab wann mir Gläubige „zu fromm“ erschienen. Meine Antwort darauf ist: Mit Frömmigkeit habe ich überhaupt kein Problem – solange die Menschen noch über sich lachen können. Denn Humor zeigt die Fähigkeit der Weisheit an, sich nicht selbst für Gott zu halten. Wo Leute aufhören, über sich selbst zu lachen – dort wird es richtig gefährlich.

      Mit Bezug auf die politische Linke teile ich die Historizismus-These von Karl Popper.

      Demnach hätten marxistische von religiösen Bewegungen den Irrglauben geerbt, die Zukunft vorhersagen und erfüllen zu können. Wer sich selbst aber auf einer historischen Mission wähnt, wird Andersdenkende zu schnell für Feinde halten (Freund – Feind – Dualismus) und zunehmend dogmatisch und humorlos unterwegs sein.

      Entsprechend beobachte und formulierte ich: Die psychologische Schwäche von Konservativen ist die Reaktanz, jene von Progressiven ist die Arroganz.

      Das hilft, auch so viele Accounts in den Medienwelten je von X und von Mastodon besser zu verstehen! 🤭💡🙌

    • Vielen Dank, @Eckehard Erben, da bin ich ganz bei Ihnen: Ein so kundiger und engagierter Sozialdemokrat wie Herrmann Scheer (1944 – 2010) fehlt im derzeitigen Bundestag leider dringend!

      So habe ich vorhin im Dialog mit einer Mieterin auf Mastodon auch formuliert:

      Ja, @Bugspriet – das habe ich im aktuellen Blogpost zu erneuerbaren Wohlstands- und Heimatenergien ausdrücklich betont: Schon jetzt profitieren sehr viele Eigenheimbesitzende von den Ersparnissen durch Wärmepumpen – wogegen Mieterinnen & Mieter kaum Mitsprache haben und gezwungen werden, die höheren Nebenkosten durch fossile Öl- und Gasheizungen zu übernehmen.

      Ich halte das für sozial & auch volkswirtschaftlich katastrophal und hoffe immer noch, das ausreichend Bundestagsabgeordnete gerade auch der SPD nicht bereit sind, auf Wunsch von Frau Reiche ein neues „fossiles Mietgefängnis“ hinzunehmen. Dies wäre ein grober Verstoß gegen die soziale & ökologische Marktwirtschaft und ein Schaden für uns alle!

      #Fossilismus vs. #Wärmepumpe #Friedensenergien #Wohlstandsenergien #Heimatenergien #Eigenheime #Mietwohnungen #Bundestag #CDU #CSU #SPD #Reiche #sozialeMarktwirtschaft #sozialeökologischeMarktwirtschaft

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116312554539604585

      Persönlich habe ich als JU-Aktiver Jugendlicher und dann junger Erwachsener sehr für die Aufnahme der „sozialen und ökologischen Marktwirtschaft“ ins damalige CDU-Grundsatzprogramm gekämpft und halte dies bis heute für die bestmögliche Wirtschaftsform. Entsprechend habe ich mich nach langjähriger Befassung mit dem immerhin schon evolutionären Libertären Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) schließlich für den Ansatz der ersten Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom (1933 – 2012) entschieden, deren Arbeiten zur Allmende mich auch als Religionswissenschaftler tief beeindruckt haben.

  9. @Michael 28.03. 16:44

    „Stattdessen wird der Speicher hinter dem bestehenden Netzanschlusspunkt eines Industriebetriebs installiert.“

    Das macht doch sogar Sinn, weil es die Netze auch gar nicht belastet. Eher entlastet.

    Und das kann man an allen Anschlüssen machen, eben bis zur Kapazität der Anschlussleistung. Größere PV-Anlagen und Windräder kann man ebenso nachträglich mit einem Lithiumspeicher ergänzen, und Neuanlagen sowieso.

    Auch eigene private PV-Anlagen können eigene Speicher gut brauchen, wie auch sowieso alle privaten Anschlüsse. Mit einem kleinen Speicher kann man ein wenig sparen, wenn man zugleich einen Stromzähler einbaut, der variable Strompreise kann.

    Und man spart mit den Speichern beim Produzenten wie beim Konsumenten auch Durchleitungsgebühren für die Speicherleistung. Wenn man den produzierten Strom nur zurückhält, bis die Einspeisepreise besser werden, bzw. beim Konsumenten den Speicher bei günstigen Preisen füllt, um ihn dann bei höheren Preisen zu nutzen.

    Wenn die Preisgestaltung und die Genehmigungsregelungen so unpraktisch sind, kann man sich wie beschrieben helfen.

    Das praktische an den Lithiumspeichern ist ja, dass man die in allen Größen nutzen kann.

    Was Wasserstoff betrifft, so kann den auch die Industrie gut brauchen. Das ist neben dem Gebrauch für Dunkelflauten wohl trotz der hohen Verluste sinnvoll. Und einen besseren Speicher mit dem Ladezyklus von genau 1 im Jahr kenne ich jetzt keinen.

    Und wenn man denn sowieso mit dem Wasserstoff hantiert, dann kann man damit auch gut Energie über weite Strecken transportieren. So viel wird das dann auch gar nicht sein.

    • Vielen Dank, lieber @Tobias – und auch inhaltlich ein großes Ja! 👍

      Wenn sie gut gemacht werden, erweisen sich Erneuerbare Energien sowohl als Heimatenergien wie auch als Heimenergien! Wärmepumpen, Solarstrom und Batteriespeicher bereichern heute schon Abertausende Betriebe und Wohnungen in Süddeutschland, mit weiterem, dynamischen Wachstum (und zum Ärger preußischer Zentralisten und Fossil-Lobbyistinnen).

      Gleichwohl sehe ich derzeit die Gefahr, dass bereits wohlhabende Unternehmens- und Eigenheimbesitzer durch die erneuerbare Wohlstandsenergien noch reicher werden, wogegen ärmere, ältere und vor allem mietende Menschen noch auf Jahrzehnte fossil abgezockt werden. Der schnelle Ausbau von erneuerbaren Energien ist mir also ein friedenspolitisches, ökologisches und volkswirtschaftliches, aber auch ein soziales Anliegen. Wer – wie es viele fossile Lobbyisten auch in der Bundespolitik, in Konzernen und Konzernmedien tun – für sich selbst bereits erneuerbare Heimatenergien nutzt, andere aber auch mit Desinformation und Bürokratie davon abhalten will, handelt m.E. unmoralisch und unsozial, wenn nicht gar korrupt.

  10. @Michael 29.03. 17:14

    „Wer – wie es viele fossile Lobbyisten auch in der Bundespolitik, in Konzernen und Konzernmedien tun – für sich selbst bereits erneuerbare Heimatenergien nutzt, andere aber auch mit Desinformation und Bürokratie davon abhalten will, handelt m.E. unmoralisch und unsozial, wenn nicht gar korrupt.“

    Mich ärgert das auch. Fernheizung mit Großwärmepumpe und Universalmotor in Kraftwärmekopplung ist klar, einzelne Wärmepumpen in der Innenstadt sind unpraktikabel. Da muss ich drauf warten. In 4 bis 5 Jahren soll es bei mir soweit sein.

    Aber Solarstrom kann ich jetzt nicht ohne Durchleitungsgebühren beziehen. Von ich glaube 10 ct die Kwh. Wer ein eigenes Dach hat, macht richtig gutes Geld mit seiner eigenen Solaranlage.

    Und gerade in der Innenstadt wäre doch selbstproduzierter Strom hilfreich, auch zur Aufladung der wohl bald ziemlich zunehmenden Elektromobiliät. PV-Anlagen gibt es aber kaum welche.

    Hier müssten Investoren die Dächer mieten und alle Ost- Süd- und Westdächer wie auch Flachdächer und manche senkrechte Flächen mit PV zupflastern, ausreichend Speicher hinzufügen und den Strom an die umliegenden Wohnungen und Gewerbeobjekte direkt verkaufen dürfen.

    Dann könnte ich so an die 25 Euro monatlich sparen. Und wäre recht klimaneutral und unabhängig unterwegs dabei.

    • @Tobias 18:10 Uhr

      Genau das, lieber @Tobias!

      Deine sachkundige Beobachtung hierzu möchte ich gerne bekräftigen:

      „Wer ein eigenes Dach hat, macht richtig gutes Geld mit seiner eigenen Solaranlage.

      Und gerade in der Innenstadt wäre doch selbstproduzierter Strom hilfreich, auch zur Aufladung der wohl bald ziemlich zunehmenden Elektromobiliät. PV-Anlagen gibt es aber kaum welche.

      Hier müssten Investoren die Dächer mieten und alle Ost- Süd- und Westdächer wie auch Flachdächer und manche senkrechte Flächen mit PV zupflastern, ausreichend Speicher hinzufügen und den Strom an die umliegenden Wohnungen und Gewerbeobjekte direkt verkaufen dürfen.

      Dann könnte ich so an die 25 Euro monatlich sparen. Und wäre recht klimaneutral und unabhängig unterwegs dabei.“

      Bisher ist es in Deutschland doch so, dass vor allem Eigenheimbesitzende und Vermietende von erneuerbaren Wohlstandsenergien profitieren, wogegen die fossilen Mehrkosten immer stärker auf Mieterinnen und Mieter sowie ältere Menschen (die sich keine Investitionen mehr zutrauen) abgewälzt werden.

      Vor allem aufgrund der höheren Zahl an Eigenheimen sowie Unternehmen ist in Bayern und Baden-Württemberg daher die Photovoltaik am schnellsten ausgebaut worden – ebenso wie derzeit übrigens in Pakistan und Sierra Leone !

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/energieglauben-und-solarpunk-solarboom-in-china-pakistan/

      Der leider noch immer politikmächtige Fossilismus vertieft die finanzielle und soziale Spaltung in Deutschland, finanziert zudem auch fossile und feindselige Regime und beschleunigt durch überhöhte, fossile Energiepreise auch die Deindustrialisierung unseres Landes. Ich habe das bereits als „fossile Mietfalle“ bezeichnet.

      Heute wurde ich via Mastodon darauf hingewiesen, dass inzwischen auch Thomas Laschyk vom Volksverpetzer zum Thema bilderreich gebloggt hat:

      „Die 15 witzigsten „Heimatstrom“-Memes – und wie sie Rechte entlarven“

      https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/witzigsten-heimatstrom-memes/

      Besonders gut gefallen haben mir dabei die Slogans:

      „Russengas – wir sagen Nein! Deutsche Sonne soll es sein!“

      und

      „Verdient an Energie ein Schuft – nimm Wärme aus der deutschen Luft!“

      Es gibt sogar Bezüge zu Demografie und Familie, beispielsweise beim Klassiker:

      „Wenn Friedhelm Strom aus Sonne macht, wird Heidis Leidenschaft entfacht!“ 🤭👍

      Ganz ernsthaft setze ich nun aber darauf, dass süddeutsche und sozialdemokratische Abgeordnete im deutschen Bundestag den fossilen Wahnsinn von Katherina Reiche (CDU) stoppen:

      „Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beharrt trotz Kritik darauf, wieder den Betrieb von Erdgasthermen in Wohnhäusern zu erlauben, die vor 1991 eingebaut wurden. „Das bisherige Heizungsgesetz rekurriert mehr oder weniger auf eine Technologie. Es gibt de facto ein Betriebsverbot für Gasthermen, die vor 1991 eingebaut wurden“, sagte die CDU-Politikerin laut einer Vorabmeldung des Podcasts Table.Today. „Zunächst müssen wir dieses Betriebsverbot abschaffen, um wieder Ruhe in den Markt zu bekommen.“

      In einem neuen Gebäude-Energie-Gesetz müsse der gesamte CO₂-Ausstoß des Gebäudes berücksichtigt werden. Reiche sagte, dass man es Hausbesitzern künftig überlassen solle, in welche Technologie sie investierten. „Wir müssen lernen, die Energiewende zu hybridisieren“, so Reiche. Ein entsprechendes neues Gesetz solle noch in diesem Jahr ins Kabinett kommen, sagte sie.“

      https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_100730566/heizungsgesetz-katherina-reiche-will-alte-gasthermen-weiter-erlauben.html

      Denn hinter der so harmlos klingenden Forderung, „dass man es Hausbesitzern künftig überlassen solle, in welche Technologie sie investierten“ verbirgt sich das Recht der Vermieter, auch noch auf Jahrzehnte post-fossile Investitionen einzusparen und die fossilen Mehrkosten auf Mieterinnen und Mieter abzuwälzen! Das ist ein Gaslobby-Move, mit dem sich Bundespolitikerinnen und Bundespolitiker vielleicht für den Putin-Verdienstorden bewerben dürfen, aber der Mitwelt, dem deutschen Volk und unserer Wirtschaft, der Europäischen Union und der angegriffenen Ukraine aktiv schaden würden!

      Ich wäre Dir, lieber @Tobias, sehr verbunden, wenn auch Du an dem Thema mit dranbleiben würdest! Denn:

      Es kann selbstverständlich auch nur Zufall sein: Doch seitdem ich mit dem Beispiel eines Wärmepumpen-Memes für erneuerbare Heimatenergien geworben habe, wird mein Solarpunk-YouTube-Account wieder erstaunlich häufig von rechten Fossilisten & Putinknechten angegriffen.

      Selbstverständlich schreckt mich das nicht ab, sondern motiviert mich zu einem eigenen Wärmewende – Blogpost in der kommenden Woche! 🤓🙌 #Fossilismus vs. #Wärmepumpe #Heimatenergien #Memes #Friedensenergien #Wohlstandsenergien #Energiewende #Wärmewende #Blogpost

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116312569364757834

      Mit Dank und den besten Wünschen für einen schönen Sonntag! 🙏🙌💡

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