Dualistische Superyacht vs. monistische Arche – Wie überleben Menschen die Mitweltkrise?

Auch, weil sich Millionen Ärmerer in Indien keine Klimaanlagen leisten können, erfuhr der rechtshinduistische Premierminister Narendra Modi bei den Wahlen 2024 eine schmerzhafte Niederlage und muss nun Koalitionspartner suchen. Rechtsdualismus bis hin zu Gewalt gegen religiöse Minderheiten überzeugte immer weniger Wählerinnen und Wähler.

Und in einer neuen UN-Umfrage zur Klimakrise 2024 gaben 72% von 75.000 Befragten in 77 Ländern an, den “schnellen” Umstieg von fossilen Gewaltenergien auf erneuerbare Friedensenergien zu befürworten.

Neben einem Bild dreier rauchender Industrieschlote steht: "72% of people globally said they want their country to move away from fossil fuels to clean energy quickly."

UNDP-Kachel zur Klimakrise-Umfrage 2024. Grafik mfG: Peoplesclimate.vote

Die Tagesschau zitierte den Chef des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Achim Steiner:

“Ich glaube, wir leben heute in einer Welt, wo wir nicht mehr über Klimawandel als ein Zukunftsphänomen sprechen, sondern Menschen erleben es entweder selber tagtäglich, irgendwo auf der Welt oder durch Nachrichten.” Durch Berichte sehe man, dass Trockenheit, Überschwemmungen und extreme Wetterverhältnisse inzwischen Millionen von Menschen betreffen.

Aber, seien wir doch bitte ehrlich – trotz eskalierender Mitweltkrise erfährt die soziale und ökologische Marktwirtschaft bisher weniger politische Unterstützung als allgemeine LippenbekenntnisseSo war es mir etwas unangenehm, wie viele Leute mir nach meinem Nachruf auf Klaus Töpfer (1938 – 2024) mitteilten, dieser sei eben ein “glaubwürdiger Christdemokrat” gewesen. Denn Tatsache ist eben auch, dass Töpfer zwar hohe Bekanntheits- und theoretische Zustimmungswerte verzeichnete, aber zwei Mal die Landtagswahlen im Saarland u.a. gegen Oskar Lafontaine verlor. In demokratischen Parteien ist allgemein bekannt, dass sehr viele auch “linke” Wählerinnen und Wähler den sog. “Umweltschutz” genau so lange gut finden, solange er nur andere etwas kostet. Deswegen war und ist es für fossile Lobbyisten immer wieder leicht, Ängste und sogar Hass gegen Maßnahmen im Mitweltschutz und auch gegen post-fossile Technologien wie Wärmepumpen und Elektroautos zu schüren.

Eine Frau wirft glorios einen Umschlag in die Wahlurne, aber rechts tobt ein wütender Mob vor einem Parlamentsgebäude. "Wie können Demokratien und Aktiengesellschaften soziale und ökologische Kosten internalisieren?" von Dr. Michael Blume mit Leonardo.AI

“Wie können Demokratien und Aktiengesellschaften soziale und ökologische Kosten internalisieren?” Michael Blume mit Leonardo.AI, Juni 2024

Donald Trump wirbt bereits jetzt wieder ganz offen um fossile Wahlkampf-Spenden und verspricht Konzernen und Superreichen die Aufhebung von Umweltregeln sowie Steuersenkungen.

Stuttgarter Zeitung Geschichte vom Mai 2024: "Der Kandidat will sich kaufen lassen" über ein fossiles Angebot von Donald Trump an Ölkonzerne.

Die Stuttgarter Zeitung berichtete im Mai 2024 über ein fossiles Angebot von Donald Trump an Ölkonzerne. Foto: Michael Blume

Und tatsächlich forderte nur eine knappe Mehrheit von 54% der US-amerikanischen Befragten eine schnelle Energiewende zur Erneuerbaren – in der Ressourcenfluch-Diktatur Russland sogar nur 16% (S. 68)! In Deutschland und Indien waren es je 76%, im seit Jahrzehnten vom ANC linksfossil und zunehmend korrupt regierten Südafrika 78% und im von Unwettern gebeutelten China mit hoch subventionierter Solar- und Elektroautoindustrie gar 80%. An der post-fossilen Spitze steht die unter Dauerhitze und Ernteeinbrüchen zunehmend verzweifelte, türkische Republik mit 89% gemeinsam mit Italien und Nigeria.

Der Zusammenhang mit dem eigenen Wohlstand und dem Einfluss fossiler Lobbyisten auf die öffentliche Debatte wird noch deutlicher an der Frage sichtbar, ob “reiche Länder arme Länder bei der Bewältigung des Klimawandels stärker unterstützen” sollten (S. 90).

Hier haben wir eine Rekord-Zustimmung in den ärmsten Ländern, so im Taliban-regierten Afghanistan (97%), aber auch in Mosambik (95%) und Niger (93%). Unter den fünf reichsten, befragten Ländern rangiert dagegen Deutschland mit nur 60% ganz unten, sogar in den USA (64%) und erst Recht in Australien (73%) ist die Unterstützung größer.

Interessant auch S. 63: In Deutschland forderten 17 Prozent mehr Frauen als Männer mehr sog. Klimaschutz und verzeichnete damit den weltweit größten Klima-Geschlechter-Unterschied noch vor Kanada (13 Prozent), den USA (12 Prozent) sowie Australien und Frankreich (10 Prozent).

(Dass der französische Präsident Emmanuel Macron vor allem mit einer dringend notwendigen Erhöhung des Renteneintrittsalters 2023 von 62 auf 65 Jahre politische Empörung und Polarisierung auslöste, sei ebenfalls erwähnt. Auch finanzpolitisch zieht die feige Verleugnung unbequemer Wahrheiten häufig.)

Erklärungsmetapher: Dualistische Superyacht versus Monistische Arche

Evolutionspsychologisch und also auch politikwissenschaftlich sind die Befunde recht leicht zu erklären: Unsere menschlichen Säugetier-Gehirne bevorzugen Kurzfrist vor Langfrist und die Eigengruppe vor Fremdgruppe. Wir möchten Profite lieber schnell und für “uns” – die Kosten externalisieren wir gerne auf später und auf “die”. Das gilt durchaus auch innerhalb von Nationalstaaten – manches deutsche Bundesland hätte gerne weiterhin “billigen” Atomstrom, aber keines will ein Atommüll-Endlager. Wenn Knappheit droht, tendieren wir daher eher auch zu “Mad Max: Fury Road” als zu globaler Verantwortung. “Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen”, erkannte so auch Hans Blumenberg (1920 – 1996). Und digitale Medien beschleunigen die Diskursorte auch noch, befeuern damit Verrohung, Polarisierung und feindseligen Dualismus bis hin zum Antisemitismus.

Schon die dualistisch angehauchten Begriffe vom Umwelt- oder gar Klimaschutz erwecken ja den falschen Eindruck, wir stünden außerhalb und überhalb der Natur und könnten diese von oben herab “beschützen”. Doch die wissenschaftlich eindeutige Realität ist: Wir sind als evolvierte Säugetiere immer auch Teil unserer Mitwelt – und die fossilen Kosten, die wir für schnellen Profit oder sogar Drogenkonsum externalisieren, schlagen über den Treibhauseffekt auf uns zurück. Die Klimakatastrophe ist nicht nur eine Umwelt-, sondern eine Mitweltkrise. Und Millionen versuchen, ihre Externalisierung mit Verschwörungsmythen aufrecht zu erhalten – einige auch hier in den Drukos.

Nach der Lektüre von “Superyachten” (2022) von Gregory Salle brachte ich diesen Widerspruch für einen Vortrag bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am 6.7.2023 in der Max-Eyth-Schule Stuttgart in das Sprachbild:

Reiche Rechtslibertäre werden häufiger dazu tendieren, für sich als vermeintliche Übermenschen und für die Gefolgschaft als vermeintliche Besatzung dualistische Superjachten zu versprechen, die “Lebensunwerte” ausschließen und die Klimakatastrophe überleben würden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimakrise werden sie häufiger antisemitisch als Soros- und Rothschild-Verschwörungsmythen abtun.

Die kleinen Minderheiten dialogischer Monistinnen werden dagegen versuchen, Religionen und Wissenschaften ernst zu nehmen, die Kosten ihres Lebenswandels für Mitmenschen und Mitwelt zu minimieren und in demokratischen Arche-Regionen so viele Menschen, Tiere und Pflanzen wie möglich zu retten.

Ein Mädchen steht einer vom Regenbogen gesegneten Arche nahe, die sich um die Aufnahme von Tieren und Menschen bemüht. Doch auf der rechten zieht eine Superyacht über fossilen Rauch und Feuer davon.

“Überleben Menschen in demokratischen Arche-Regionen oder in sozialdarwinistischen Superyachten?” Michael Blume mit Leonardo.AI, 21.06.2024

Aus meiner Sicht wird das dualistische Konzept der Superjachten scheitern, da auch diese Luxusschiffe nicht nur Besatzungen, sondern auch Treibstoff, Trinkwasser und Nahrungsmittel benötigen. Die Wut auf die dualistische Mitwelt- und Menschenverachtung der fossilen Profiteure dürfte mit der Not immer größer werden.

Aber auch für die demokratischen Arche-Regionen sehe ich bislang wenig Chancen auf nationalstaatlicher Ebene. Wo die Menschen wohlhabend genug sind und Wahlrechte haben, überwiegen bisher noch die politischen und vor allem medialen Kampagnen der fossilen Lobbyisten, die für ihre Superyacht-Profite die post-fossile Energiewende so lange wie möglich verzögern. Und in fossilen Diktaturen sind die Menschen den reichen Oberschichten ohnehin egal, die dualistischen Superyachten längst auf See und im Bau.

Wir bezahlen schon jetzt Milliarden zur Bekämpfung der fossilen Ressourcenfluch-Regime wie Russland, Iran und Katar samt ihrer Proxies Wagner, Hisbollah, Huthis und Hamas, während wir gleichzeitig von ihnen fossile Gewaltenergien kaufen. Falls es sie gibt, werden spätere Generationen über diesen auch militärischen Wahnwitz erstaunt die Köpfe schütteln.

Nun wissen Sie also, warum ich so viel Wert auf engagierte Kommunalpolitik, auf Solarpunk-Gemeinden und auf regional bezogene, wissenschaftliche Aufklärung lege:

Echte Verantwortung und innere Freiheit beginnt bei jedem Menschen selbst – und jedes Leben zählt.  

 

 

 

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“ für Wissenschaft und Demokratie, gegen Verschwörungsmythen und Wasserkrise.

59 Kommentare

  1. Lieber Michael Blume!

    Dieser Post ist einfach genial, weil er kompakt, einfach und unmissverständlich klar ist.
    Es gibt keine Ausreden mehr.

    • Vielen Dank, @Elisabeth K!

      Die unglaublich vielen, meist konstruktiven Drukos zu “Hitze & Starkregen – Das Klima kippt” – auch von Ihnen – haben mich motiviert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hitze-starkregen-das-klima-kippt/

      Das Sprachbild von der fossilen, dualistischen Superyacht und der energiedemokratischen, dialogischen Arche(-Region) hatte damals auch bei der GEW stark funktioniert. Leider aber hatte ich das Redeskript danach aus Zeitgründen nicht fertigstellen können, es blieb – bis gestern – ein Fragment.

      Danke, von Herzen. Ohne Sie, @Marie H., @Tobias Jeckenburger, @Peter Gutsche und andere konstruktiv Mitwirkende wäre der Blog wohl nicht bis hierher gekommen.

      Möge die Macht mit Ihnen sein! 🙂

  2. Die hohen Zustimmungswerte für eine sogar halbwegs gerechte Transformation sind immerhin ein Hoffnungsschimmer. Die drohenden Wahldebakel in Frankreich und USA hingegen sind ein dualistisches Horrorszenario. Der Blick in den brennenden Abgrund ist da. Er kommt näher, denn wir fallen schon. Vielleicht können wir uns noch irgendwie festhalten. Je weiter oben, desto besser. Qualm und Hitze werden uns zusetzen. Der Weg nach oben ist weit. Aber wer weiß …

    Immerhin scheinen immer mehr Menschen zu verstehen oder zu ahnen, dass die Welt sich grundlegend ändert. Mit jeder direkten oder indirekten Klimaverheerung wird diese Erkenntnis wachsen. Wem wenden sich die meisten Menschen dann zu: Den Gauklern mit den simplen Botschaften oder den ehrlichen Aufgeklärten?

    Die Menschen brauchen Angebote, eine gute Perspektive. Daran gepaart mit der Aufklärung können wir alle arbeiten. Ein echter Erlöser ist nicht in Sicht. Also müssen menschliche Gemeinschaften die Ärmel hochkrempeln.

    Was könnte eine realistische Hoffnung sein?

    Der extreme Dualismus/die Barbarei setzt sich nicht global durch, es überleben demokratische Regionen; Yacht vs. Arche.

    Und es gelingt uns, die Erderhitzung so zu begrenzen, dass wir ein stabiles System erreichen, das zwar deutlich lebensfeindlicher als das Holozän sein wird, aber genug Lebensräume bietet.

    Wo liegt die Grenze dafür? Vermutlich unterhalb von 3 Grad Erwärmung, alles darüber scheint der sichere zivilisatorische Exitus zu sein. Aber wo genau liegt die Grenze? Bei 2,5 Grad? Oder noch tiefer? Hoffentlich finden wir es nie heraus.

  3. Lieber Michael Blume!

    Oft habe ich mich gefragt, was ich denn in meinem Alter noch tun kann, um meinen Beitrag zu leisten, damit die Klimakrise mehr ins Bewusstsein der Menschen gerät.
    Der Dualismus um mich herum verstört mich manchmal sehr. Wenn ich hier und auf Mastodon meinen Beitrag leisten kann, dann tue ich das sehr gern
    und ich tue es auch in Hinblick auf die Zukunft meiner Enkelkinder.
    Ich möchte Ihnen für Ihre Arbeit danken. 🙏

    Der Gegensatz von Superyacht und Arche Noah kann eindrucksvoller nicht sein.

    Hier einige Infos zu Superyacht recherchiert mit Perplexity.AI:

    https://www.perplexity.ai/search/Zusammenfassung-des-Buches-3zyRWwcZQ7GMHj93mTeOCg

    Grégory Salles Buch “Superyachten. Luxus und Stille im Kapitalozän” untersucht Superyachten als Symbole des modernen Kapitalismus. Salle kritisiert die Yachten nicht nur wegen ihres übertriebenen Luxus, sondern auch als Ausdruck wachsender Ungleichheit und ökologischer Zerstörung. Er beschreibt sie als schwimmende Steueroasen und Rückzugsorte für die Superreichen, die sich über Gesetze hinwegsetzen und wenig bis keine Steuern zahlen. Das Buch ist eine bissige Polemik gegen die Exzesse der Reichen und bietet Argumente für Vermögens- und Reichensteuern[1][2][3][4].

    Superyachten haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt:

    1. Hoher Treibstoffverbrauch: Eine Tankfüllung kann bis zu 1,5 Millionen US-Dollar kosten, was auf einen enormen Kraftstoffverbrauch und entsprechende CO2-Emissionen hinweist[4].

    2. Zerstörung mariner Ökosysteme: Die Anker der Yachten beschädigen empfindliche Unterwasserlebensräume wie Neptungrasbestände im Mittelmeer[4].

    3. Umweltverschmutzung: Superyachten tragen zur Verschmutzung der Meere durch Abwässer, Abfälle und Ölrückstände bei[1].

    4. Ressourcenverbrauch: Der Bau und Betrieb dieser Luxusschiffe verbraucht große Mengen an Ressourcen[2].

    5. Lärmbelästigung: Die Motoren und Aktivitäten der Yachten können marine Lebewesen stören[1].

    Trotz Bemühungen um nachhaltigere Praktiken in der Yachtindustrie bleiben Superyachten aufgrund ihrer Größe und ihres Luxuscharakters eine erhebliche Belastung für die Umwelt[1][3].

    Quellen
    [1] Nachhaltiger Yachtsport: Auf dem Weg in eine grünere Zukunft https://www.superyachtfan.com/de/yacht-industry/sustainable-yachting/
    [2] Superyachten. Buch von Grégory Salle (Suhrkamp Verlag) https://www.suhrkamp.de/buch/gregory-salle-superyachten-t-9783518127902
    [3] Die erste Superyacht für den «grünen» Milliardär – Handelszeitung https://www.handelszeitung.ch/panorama/die-erste-superyacht-fur-den-grunen-milliardar-123389
    [4] Superreiche auf Superyachten – Einmal volltanken für 1,5 Millionen … https://www.deutschlandfunkkultur.de/superreiche-auf-superyachten-gr-gory-salle-luxus-und-stille-im-kapitalozaen-102.html
    [5] Grégory Salle: Superyachten (Taschenbuch) – bei Buchhandlung … https://www.buch-jakob.de/shop/article/46616584/gr_gory_salle_superyachten.html

    • Vielen Dank, liebe @Elisabeth K!

      Die emotionale Faszination von Superyachten kann ich – auch als Mann – sogar nachvollziehen: Das absolute Status-Symbol mit modernster Technik, auserwählter Mann- und Frauschaft für alle Dienstleistungen und der vollständigen Externalisierung jeder Verantwortung hinter stählerne, weiß gestrichene Schiffswände. Die platonische Höhle der Selbst-Täuschung in technologisierter Extrem-Form. Freiheit “von” der Mitwelt, die zum bloßen Nutzobjekt herabgewürdigt wird.

      Die Noah-Arche verlangt dagegen von uns die Internalisierung von Verantwortung, Respekt vor Mitmenschen und Mitwelt in all ihrer Vielfalt, die Kombination von altem Wissen und neuen Technologien, Freiheit “zu” dialogischem Monismus und Wissenschaft, zu Liebe, Glaube und Hoffnung. Noch auf längere Zeit dürfte dies ehrliche Angelegenheit einer Minderheit sein und bleiben.

      Schon im biblischen Noah-Mythos selbst ist die Kritik am selbstbezogenen Aufgeben eingebaut. Und im Talmud und rabbinischen Judentum, ja schon bei Rabbi Jehoschua / Jesus ist die Geschichte von kollektiven Schicksalen zu individueller Verantwortung ausdrücklich für alle Völker, Kulturen und Geschlechter sowie alle Stände umgeformt, Matthäus 24, 37 – 42:

      “Wenn der Menschensohn kommt, wird es sein wie zur Zeit Noahs. Damals vor der großen Flut aßen, tranken und heirateten die Menschen, wie sie es immer taten. So ging es, bis Noah in die Arche stieg. Die Leute merkten nichts von dem Unheil, das ihnen bevorstand, bis die Flut sie alle mit sich riss. So wird es auch beim Kommen des Menschensohnes sein. Zwei Männer werden auf dem Feld arbeiten; der eine wird angenommen, und der andere bleibt zurück. Zwei Frauen werden Getreide mahlen; die eine wird angenommen, die andere bleibt zurück. Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird.”

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualitaet-statt-dualismus-rabbi-jesus-und-der-moses-noah-bund/

      Sie übernehmen Verantwortung auch für die Zukunft und auch durch Ihre Drukos, liebe @Elisabeth K. Danke!

  4. Man ändert die menschliche Natur nicht, man belügt sie. Schließlich funktioniert die menschliche Natur selbst nur durch Lügen – wenn Sie nach Vorne fallen, ist ja nix passiert, solange Sie nicht auf der Nase gelandet sind, dass Sie schon vorher Angst haben, ist Verschwörungstheorie, Populismus, Panikmache und Jüdische Weltverschwörung. Doch nur so kriegt Ihr Hirn Ihren Körper dazu, ein Bein vors andere zu stellen.

    Ähnliche Mechanismen der Menschheit als Ganzes stecken noch in den Kinderschuhen, deswegen reagieren wir auf Krisen erst, wenn sie voll zuschlagen. Der Schleier der Maya, die Matrix, müssen noch optimiert werden.

    Wie es funktionieren kann, sehen Sie an unserem Wirtschaftssystem: Traditionell lassen Sie die Menschen Bauern sein und sich selbst Sozialhilfe zahlen, der Staat hält sie sich als Reserven auf Standby, die er für Großprojekte mobilisiert, Straßenbau, Dammbau, Krieg, dazu kommen Handwerk, Handel, Verwaltung, die ganzen überlebensnotwendigen Funktionen.

    Doch heute kann ein Trecker die Arbeit vieler Bauern erledigen, also haben Sie viele Sozialhilfeempfänger. Wenn sie nicht beschäftigt sind, stiften sie bloß Chaos, weil die Arbeitenden keinen Grund sehen, sie zu füttern. Also verdünnen Sie die Arbeit, so gut es geht – einerseits erschaffen Sie sinnvolle oder komfortable Zusatz-Funktionen, die Arbeitskraft kann zum Beispiel in Wissenschaft fließen, oder wir können Kellner und Sekretäre werden, die andere entlasten, sodass sie mehr Arbeitskraft in ihren Job stecken können. Andererseits lassen Sie Leute Kleidung füreinander nähen, die alle zwei Wochen zu Lumpen zerfällt oder aus der Mode fällt.

    Das Brot verdünnen Sie mit Geld, denn unsere Gier ist unendlich, unsere Mägen nicht, und wenn wir das Essen nicht strecken und die Gier nicht schüren, sind wir viel zu schnell satt, um Arbeit für alle zu schaffen. Schließlich muss die Beschäftigungstherapie ja die Gesamtbevölkerung auf Trab halten, allen das Gefühl geben, sie würden etwas Sinnvolles tun. Sie wären wichtig für die Gemeinschaft.

    Doch objektiv macht es keinen Unterschied, ob Sie Ihr Geld dem Kellner geben, der dafür dem Staat Steuern zahlt, oder sich Ihr Bier selber holen und es dem Staat geben, der davon dem Kellner Sozialhilfe zahlt. Wer in Deutschland Bürgergeld kassiert, muss in Amerika Tüten im Supermarkt packen oder Schuhe putzen, das schönt denen ihre Statistik, gibt jedem Redneck das gute Gefühl, Plantagenbesitzer zu sein, die Sklaven zur Arbeit peitschen, hat aber kaum Auswirkung auf real gelebten Wohlstand.

    Weil das Spiel aber so schön ist, halten die Unternehmer dagegen und verdichten die Arbeit wieder: Sie lassen die Arbeit von Zweien von einem machen, so müssen Sie dem anderen ein Gehalt zahlen, dem anderen aber bloß indirekt Sozialhilfe. Und wenn sie neun Arbeiter und einen Sozialhilfeempfänger haben, brauchen Sie nur diesem einen die Sozialhilfe zu senken, um neun das Gehalt kürzen zu können. Und so schuftet sich ein Teil der Bevölkerung zu Tode, während der andere keinen Job kriegt, und die Wirtschaft muss sich immer neue Beschäftigungstherapie-Jobs aus den Fingern saugen, die dann aber schnell maximal verdichtet werden, damit möglichst wenige Patienten sie erhalten.

    Und weil wir nicht mal merken, wie sehr wir uns verarschen, trennen wir nicht zwischen Beschäftigungstherapie und Notwendigem, und so kann eine Krise in der Hundefriseur-Branche zu einer Streichung von Stellen bei der Polizei oder Pflege führen. Wir führen Kriege, sterben echten Tod, nehmen freiwillig echtes Leid auf uns – für ein Leben, das längst eine Lüge ist. Beschäftigungstherapie für Affen im Zoo.

    Wir leben in der Matrix, schon seit vielen Millionen Jahren. Sie hält uns am Leben, lässt den Körper als Roboter in dem Hive agieren, den die Natur gerade gebaut hat. Aber sie muss immer die Matrix verarschen, die für das vorhergehende Modell gebaut wurde – jedes neue Programm wird zum Strippenzieher, Manipulator, dem Herrn der Truman-Show des alten, das alte verblasst und vermischt sich mit den Überresten noch älterer, verrottender Zwiebelschalen. Der Affe wird zur Ameise: Die Affen-Matrix reicht nicht mehr, die Ameisen-Matrix noch nicht, um uns mit der physischen Realität, die wir uns schaffen, Schritt halten zu können.

    Wir wurschteln uns durch die Nadelöhre der Zeit, ohne viel Ahnung, was wir da eigentlich treiben. Um die Fäden des Schicksals zu spinnen, müssen wir es auch nicht. Um dabei mitzureden – schon.

  5. Mit der Bildwelt von Boot, Schiff und Superjacht bin ich gar nicht glücklich. Ich finde, dass wir mehr im Garten sitzen. Da geht niemand unter, und wenn einer sagt „Der Brunnen gehört mir“, dann ist das ein Problem, das zu lösen ist. Die nautische Bildwelt, so faszinierend sie ist, steckt voller unguter Analogien (wir sitzen alle in einem Boot, aber das Boot ist voll, der Steuermann weiß, wo’s langgeht, und wer nicht mit dem Schiff untergehen will, ist eine Ratte); diese Bildwelt ist eine, die in Kapitän und „Aye aye, Sir“ sortiert, in Ersaufende und in Selbstretter, und rundherum ist amorphe Suppe, in deren Tiefen Untiere hausen. Die Jachthaber wählen sich ja eine Jacht, weil sie diesem Bild glauben, das ihnen Rettung und Selbstherrlichkeit verspricht. Auf diese ganze Bildwelt sollte man sich, meine ich, nicht einlassen, denn sie stimmt nicht. Gesellschaft ist kein Boot, und die Arche gegen die Jacht auszuspielen, halte ich für verfehlt. Die Klimakrise ist auch kein Plan, den eine Gottheit fasst, um den Menschen vom Erdboden zu vertilgen (bei der Sparkassenwerbung seinerzeit hätten wir merken können, dass in der Trias von „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ eine zeitlich-logische Folge steckt), und wer sich eine Arche leisten kann, ist keineswegs gerecht und auserwählt.

  6. @Archeregionen

    Es genügt natürlich nicht, wenn nur ein kleinerer Teil der Menschheit die Energiewende schafft. Das hält keine Klimakatastrophe auf. Aber wenn die anderen es sehen, dass es funktioniert, und gleichzeitig die grüne Technik immer billiger wird, dann werden die vermutlich doch nachziehen.

    Ein überlagernder Bereich sind die vielen Menschen im globalen Süden, die nicht recht in die Produktivität der Weltwirtschaft eingebunden sind, und gleichzeitig geht die Automatisierung weiter, und die meisten Aufwendungen gehen mit der Zeit mit immer weniger Aufwand einher. Hier ist also ein großes Potential, die wachsende Wirtschaftsleistung zu großen Teilen in die weltweite Energiewende zu investieren.

    Ein wenig weniger Konsum in den reichen Ländern wird schon reichen, um die Energiewende hier entscheidend zu beschleunigen, und ganz langfristig müssen wir den noch nicht mal fortführen. Wenn wir in 20 Jahren das Meiste fertig haben, können wir auch dann wieder mehr Konsum praktizieren, dann aber in komplett grüner Technik.

    Oder aber uns mit dem Leben auch einfach weniger Arbeit machen, und uns mehr mit Erkenntnis und Erkundung dieses Planeten in diesem Kosmos beschäftigen. Produktivität hat Grenzen des Vernünftigen, es gibt dann irgendwann auch nichts mehr Sinnvolles hinzuzufügen.

    Das betrifft Superreiche eigentlich jetzt schon. Selbst die meisten Besserverdiener wissen doch schon längst nicht mehr, was sie sich Sinnvolles noch anschaffen sollen. Deswegen wächst ja auch das Kapital immer weiter, weil man das Geld kaum noch alles ausgeben kann. Einfach in grüne Technik investieren ist hier sogar ein gewisser Ausweg aus der Sinnlosigkeit mancher anderer Investitionen.

  7. Gerade gelesen, dass Ryanair das Fahrrad zum Feindbild macht.
    Wie würde ich agieren, wenn mein Einkommen vom Geschäftsmodell Fliegen abhängt?

    Es geht nicht, ohne das Thema Geld, Geldschöpfung, Bilanz, Gewinnzwang, Geschäftsmodell, Kooperationsparadoxon und Arbeit zu thematisieren.

    • Ja, @Mussi – und es ist auch gar nicht so kompliziert. Fluggesellschaften profitieren davon, dass ein Großteil der Kosten für die Verbrennung von fossilem Kerosin auf die Mitwelt und Mitmenschen externalisiert wird. Fahr- und Lastenräder sowie Elektroautos symbolisieren dagegen eine bereits post-fossile Solarpunk-Zukunft. Der ÖPNV (Öffentlicher-Personen-Nahverkehr) einschließlich der Zugverbindungen wurde dagegen in vielen Staaten systematisch kaputtgespart, so dass wiederum mehr Menschen auf fossile Verbrennermotoren angewiesen bleiben.

      Profiteure drängen zum Superyacht-Modell und gegen die noch mögliche Stabilisierung von Arche-Regionen.

      Herzliche Grüße aus dem Südwesten, in dem gerade ein weiteres, schweres Unwetter tobt…

  8. @Unabhängigkeit

    Freilich verhilft die Energiewende in der Archeregion zur Unabhängigkeit von den fossilen Lieferanten. Und wirkt eher preissenkend, dass fossile Autokraten wenigstens weniger verdienen.

    Etwas größer gedacht, wenn alle reichen Länder bei der Energiewende mitmachen, dann spart das mindestens die Hälfte der globalen Emissionen ein. Und die dann voraussichtlich ziemlich gesunkenen Preise für die grüne Technik macht diese dann auch finanziell überaus konkurrenzfähig, insbesondere für die armen Länder, die überhaupt erst noch eine vernünftige Stromversorgung aufbauen müssen.

    Und die Preise für die fossilen Rohstoffe dürften dann in den Keller gehen, auch wenn hier noch viele arme Länder nicht mit der Energiewende fertig sind. Die würden sich dann doppelt freuen, dass sie billiges Öl und billige PV-Module und Weiteres einkaufen können.

    • Ganz genau so, @Tobias Jeckenburger

      Mit jeder Einsparung fossiler Gewaltenergien, mit jedem Recycling und regionalen Produktionsstätte statt globaler Lieferketten stärken wir die Unabhängigkeit von Arche-Regionen, schwächen autoritäre und regelmäßig antisemitische Ressourcenfluch-Regime samt ihrer Armeen, Terrorgruppen und Propagandisten und bremsen die globale Erhitzung. Genau deswegen habe ich beispielsweise in Buchen im Odenwald einerseits für die aktive, demokratische Erinnerungskultur gedankt, andererseits aber auch für die Nettoproduktion erneuerbarer Friedensenergien, die leider zunehmend auf bürokratische Hürden trifft:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-testvergleich-perplexity-ai-microsoft-copilot-zum-besuch-in-buchen/

      Persönlich, lokal und kommunalpolitisch ist heute hervorragende und für die Zukunft entscheidende Demokratie- und Friedenspolitik samt Mitweltschutz möglich. Für den Odenwald bin ich daher durchaus guter Hoffnung.

  9. Wo ist aber dann der Diskurs über Vermögens- und Kapitalbildung und deren Verwendung? Wo ist die Diskussion über Besitz und Eigentum? Wo ist dann die Debatte über Geldfluss und Schuldenverteilung zwischen Privat und Staat? Wo ist dann der Gehirnschmalz der Ökonomen bei der Verteilungsfrage? Wo ist dann der Konflikt in der Öffentlichkeit über Verschwendung und Konsum? Wo ist die Debatte über Werte?
    Ich lese immer etwas von der Bedeutung der ‘Wirtschaft’ über die Ökologie. Der bedeutendste Widerspruch der Fakultäten.
    Warum versagen die Ökonomen bei der Frage der Lebensgrundlagen vs Wohlstand? Warum wird das nicht thematisiert?
    Warum versagt da Wissenschaft?
    Was ist das faszinierende an Geld und Kostenreduktion, dass es Zerstörung priviligiert?
    Was haben wir geschaffen, da auch Geld nur eine Imagination des Menschen ist, dass Erfolg misst, aber den Kreislauf des Lebens missachtet?
    Fragen über Fragen und wir tuen so, dass ja das ökonomische System stabil bleibt und das Erdsystem über die Kippunkte bringt.
    Geld ist DAS gesellschaftliche Steuerungssystem. Ökonomen bisher Totalversager.

  10. Es ist zutiefst dualistisch: einnehmen und ausgeben!
    Wie kann das so gestellt werden, dass es ‘gerecht’ im Gedanken der Mitwelt ist?
    Meine Forderung an die Ökonomen da Lösungen zu finden!

  11. Und, falls die Frage wieder kommt, was mein Vorschlag ist? Piketty und Grunderbe! Piketty setzt noch zu gering an…

  12. Ich selbst hatte früher mit Elektrotechnik zu tun und bin natürlich sehr offen für E Autos, PVAnlagen, Windenergie oder auch für eine denkbare direkte Energiegewinnung aus der Sonnenhitze bei gleichzeitiger Abkühlung der Umgebung, z.B. in Afrika. Allerdings sind die technischen und logistische Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen sehr groß….

    Allerdings wundert mich die Wut und der Hass den viele Menschen bei uns gegen den Umstieg auf „Erneuerbare Energie“ entwickeln nicht.

    Bitte stellen Sie sich vor, sie gehen durch die Ex DDR und sehen Tausende alte Einfamilienhäuser mit Ölheizungen die sich die Menschen ehemals gerade noch leisten konnten.

    Viele der Bewohner sind jetzt Rentnerehepaare und verdienen jetzt rund 1500 Euro. Viele Alleinstehende noch weniger. Die meisten können sich nur ein altes Auto leisten um ihre Einkäufe nach Hause zu bringen.

    Die haben sich erkundigt, was ein notwendiger Umbau mit Wärmepumpe, Fußbodenheizung und Wärmedämmung usw. kostet. Es wären rund 200 000 Euro. Dazu die Zinsen für einen Kredit falls sie überhaupt einen Kredit bekämen….

    Was glauben Sie, was diese Leute von den Vorschlägen der Klimaschützer halten? Die Leute wären existentiell ruiniert, obwohl sie bescheiden leben.

    • Ja, @Realo – deswegen halte ich von immer neuen Verboten und Vorschriften wenig. Sie belasten und verängstigen die Menschen, führen zu Reaktanz und können durch fossile Lobbyisten und mit ihnen verbündete Rechtspopulisten allzu leicht ausgeschlachtet werden. Wenn wir echte Technologieoffenheit mit neuen Technologien erreichen wollen, dann gelingt dies m.E. am Besten über verlässliche Zuschüsse, die sog. Incentivierung (von Incentive = Anreiz).

      So hat der abrupte Stopp der Elektroauto-Bezuschussung auch zu einem massiven Einbruch der Nachfrage geführt, die sich nun erst sehr langsam erhöht. Das war ein direktes Geschenk an die fossile Achse von Putin-Russland, Iran und Katar samt ihrer Proxies Wagner, Hisbollah, Huthis und Hamas. Inzwischen bedroht die Hisbollah sogar das EU-Mitglied Zypern mit möglichen Raketenangriffen, was ggf. den EU-Verteidigungsfall auslösen würde. Und wir finanzieren diese fossilen Sturmtruppen aus Russland und der arabischen Welt durch unseren Verbrauch weiter!

      Als junger Stadtrat erlebte ich einmal eine Gemeinderatssitzung, die ich nie vergessen werde. Eine Kirche hatte eine Mobilfunkantenne aufs Dach montiert – und es kam zu wütenden Protesten, sogar Kirchenaustritten, wegen der “drohenden Strahlung”. Nun hatten wir als Gemeinderat zu entscheiden, ob die Antenne auf ein städtisches oder privates Gebäude (in der Nähe eines Kindergartens!) montiert werden sollte.

      Als damals noch sehr an die Rationalität des Menschen Glaubender plädierte ich auch im Angesicht einer wütenden Bürgerinitiative (die übrigens selbst wegen wiederholten Handyklingelns vom damaligen OB ermahnt werden musste…) dafür, dass die ohnehin nicht zu verhindernde Antenne doch lieber auf ein städtisches Gebäude und das Geld in die Stadtkasse gehöre. Ich wurde ausgebuht.

      Auch der Mobilfunk-Ingenieur, der sich mit dem einleuchtenden Argument gegen die “gefühlte Strahlenbelastung” wandte, dass die Antenne noch gar nicht eingeschaltet worden war, hatte kein Glück.

      Schließlich entschied eine deutliche Mehrheit, die Antenne nicht aufs städtische, sondern aufs private Gebäude zu lassen. Alle waren (und sind) zufrieden und ich war völlig verdattert. Da erklärte es mir ein alter, lebenskluger und leider inzwischen verstorbener (Bio-)Landwirt in breitem Schwäbisch:

      “Woisch, Michael – doa war nix mit Strahlung. Die Leit wollen von dr Kirch und vom Staat ned belehrt, sondern b’schützt werde. Koi Wunder, dass manche ned gschlafe hen. Oi Privater mit dr Antenne isch halt a Seckel, aber uffm Dach von dr Stadt wärs a Kataschtroph blieäba. Jetzt hasch was g’lernt.”

      Das habe ich mir hinter die Ohren geschrieben. Menschen sind nur schwach rational und wir organisieren unsere Gesellschaften über Rollen, Rituale, Symbole und Mythen. Wer die Gefühlsebene – einschließlich auch der Spiritualität und Religiosität – aus den Menschen herausoperieren will, wird immer wieder scheitern. Und das zu Recht!

  13. Hier wurde die Arche Noah als Sinnbild der Hoffnung und des Überlebens dargestellt.
    Auch die Begriffe ‚Archeregion‘ und ‚Solar Punk‘ sind uns in diesem Blog ja sehr geläufig.

    Es gibt in Nordost-Niedersachsen bereits eine Arche Region. Da geht es allerdings um die Erhaltung alter Haustierrassen.
    Dennoch ist dieser Aspekt und das Konzept durchaus wichtig.

    https://www.perplexity.ai/search/Was-ist-die-RNgvjlPET_.MdWkPOkMtGA

    Die Arche Region Flusslandschaft Elbe
    ist ein länderübergreifendes Gebiet in Deutschland, das sich der Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen widmet[1][3]. Sie erstreckt sich über Teile von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und wurde 2011 als erste Arche Region Deutschlands anerkannt[1][3].

    Das Hauptziel der Arche Region ist es, robuste und an ihren Lebensraum angepasste Haustierrassen zu erhalten, die vom Aussterben bedroht sind[1]. Dies geschieht nach dem Prinzip “Schützen durch Nutzen”, wobei die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte dieser Rassen ihren Bestand sichern soll[1].

    In der Arche Region halten etwa 180 Familien mehr als die Hälfte aller gefährdeten Rassen Deutschlands[3]. 33 Höfe sind offiziell als Arche-Betriebe von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zertifiziert[3]. Zu den gehaltenen Rassen gehören unter anderem das Bunte Bentheimer Schwein, das Vorwerkhuhn und das Leineschaf[3].

    Die Arche Region trägt nicht nur zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei, sondern fördert auch den Tourismus und die Belebung der Kulturlandschaft durch spezielle Rad- und Wanderrouten zu den beteiligten Betrieben[1].

    Quellen
    [1] Arche Region Flusslandschaft Elbe – Amt Neuhaus https://www.flusslandschaft-elbe.de/projekte/arche-region-flusslandschaft-elbe-amt-neuhaus/
    [2] Die Arche-Region Flusslandschaft Elbe https://www.elbtalaue.niedersachsen.de/startseite/land_leute/arche_region/die-arche-region-flusslandschaft-elbe-197981.html
    [3] Arche-Region Flusslandschaft Elbe https://www.arche-region-elbe.de
    [4] Arche-Region Flusslandschaft Elbe – Archezentrum Amt Neuhaus https://www.archezentrum-amt-neuhaus.de/desktopdefault.aspx/tabid-11668/
    [5] Hintergrund und Ziele – Arche-Region Flusslandschaft Elbe https://www.arche-region-elbe.de/arche-region/hintergrund-und-ziele/

    Die Gesellschaft, die sich für den Erhalt, die Verbreitung und die Entwicklung vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzensorten einsetzt, heißt ARCHE NOAH[4].

    Quellen
    [1] Saatgut – Informationsdienst Gentechnik https://www.keine-gentechnik.de/dossiers/saatgut
    [2] Bio-Saatgut: So werden seltene Sorten vor dem… – Schrot&Korn https://schrotundkorn.de/essen/saatgut
    [3] Svalbard Global Seed Vault – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Svalbard_Global_Seed_Vault
    [4] ARCHE NOAH – Gesellschaft für die Erhaltung der … https://www.arche-noah.at
    [5] Monsanto – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto

    Wir dürfen die guten Projekte in unserem Land nicht übersehen.

    • Danke, @Elisabeth K!

      Was mich besonders freut: Hier und auf Mastodon erspüren bereits einige, dass auch Mythos und Metapher der Arche nicht “harmlos” sind. Denn sie verweisen auf begrenzte Plätze und also eine Auswahl der zu Rettenden – wie die verdiente “Arche Region Flusslandschaft Elbe”.

      Und Tatsache ist: Wir lassen bereits jetzt täglich Tierarten erlöschen, auch Menschen etwa auf dem Mittelmeer sterben und für die Hitzetoten in Indien und Pakistan sowie die Millionen Opfer des Krieges etwa im Sudan interessiert sich auch in der deutschen Öffentlichkeit kaum jemand. Stattdessen gewinnen europaweit eher noch jene Bewegungen und Parteien an Zulauf, die dualistisch Wissenschaft abweisen, fossile Gewaltenergien beibehalten, Grenzen schließen, die Mitwelt weiter ausbeuten und internationale Hilfen einschränken wollen.

      Einige Male wurde mir schon empfohlen, statt von erhaltenswerten Arche-Regionen lieber von Solarpunk-Gärten zu schreiben. Aber aus dem biblischen Paradiesgarten wurden “wir” Menschen nicht zufällig mythologisch vertrieben. Einen Garten müssten wir pflegen und bewahren, doch wir zerstören unsere Mitwelt weiterhin. Und so werden gerade auch heute sehr wohlhabende Regionen der Schweiz und des deutschen Südens von Unwettern getroffen.

      Wenn wir bereit sind, den Abgründen auch unserer menschlichen Psychologie ins Auge zu sehen und zugleich erneuerbare Friedensenergien auch im eigenen Leben nach Kräften zu fördern, dann können wir immer noch viele Menschen, Tier- und Pflanzenarten retten. Deswegen freue ich mich, dass Sie sich einerseits durch konstruktive Drukos, aber andererseits eben auch durch Bildung- und Dialogarbeit sowie das Engagement für Energiegenossenschaften aktiv einbringen. Sie sind Solarpunkerin und Arche-Lebensretterin im allerbesten Sinne, liebe @Elisabeth K! 🙂

      • @Blume: “Hier und auf Mastodon erspüren bereits einige, dass auch Mythos und Metapher der Arche nicht “harmlos” sind.”

        Klar, denn diese zynische Symbolik spielt mit dem Ableben von den vermeintlich zuvielen Menschen.

        • Nein, @hto – das Sprachbild der Superyacht “spielt” mit den Menschen, die schon jetzt (!) an den Folgen der Mitweltkrise und fossil finanzierten Kriege sterben. Ich hatte im Blogpost “Hitze und Starkregen – Das Klima kippt” darauf hingewiesen. Und alle können sehen, welche Kommentierenden darauf eingingen, oder welche nur (wie Sie) Selbstinszenierung betrieben haben:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hitze-starkregen-das-klima-kippt/

          Die Arche ist dagegen ein Sprachbild (eine Metapher und Mythologie), das dazu auffordert, möglichst viel Leben noch zu retten.

          Die Superyacht gebärdet sich menschenverachtend und dualistisch, die Arche dialogisch und monistisch.

          Es ist noch nicht zu spät, lieber @hto.

  14. Nachdem ich Ihren Blogpost gelesen habe, bleibt eine Frage bei mir persönlich offen. Werden wir es schaffen?

    Wir haben uns mit so vielen Anforderungen derzeit auseinanderzusetzen, dass es mir manchmal zuviel wird.

    Nichts ist unumkehrbar. Ich mache mir Gedanken wegen der bevorstehenden Wahl in Frankreich. Mit Frau Le Pen könnten wir in der Geschichte sehr weit zurückfallen. Ganz zu schweigen von der Vorliebe für Putin. Das hätte massives Misstrauen gegenüber einer Le Pen geführten französischen Regierung. Und um im Bild der Schiffe zu bleiben: Europa als Superyacht bekäme Schlagseite und droht zu sinken.

    Nicht nur besteht die Gefahr, dass Nationen und Völker sich gegeneinander aufhetzen lassen, sondern auch, dass es im Kleinen, wie zB in der Kommunalpolitik kaum noch ein Miteinander gibt. Zwei von den drei Herren, die sich auf einem Wahlplakat auf den Grünschnitt vorbereitet haben, wurden von den Heidelberger Wählerinnen und Wähler in den GR gewählt. Als grüner Gemeinderat muss man da ein mulmiges Gefühl haben.

    Die Vorgänge in den USA machen ebenso fassungslos. Ich hoffe, dass es uns in Deutschland und Europa gelingt, nicht den Weg maximaler Polarisierung zu gehen wie es dort der Fall ist. Aber manche(r) Politiker/Politikerin hat sich ja schon mal bei Ron De Santis erkundigt, wie man gegen Wokeness kämpft.

    Gerne würde ich mein Vertrauen in die junge Generation setzen. Aber ich verstehe auch deren Frustration. Mein Jahrgang und die drumherum sind diejenigen, die die heutige Situation zu verantworten haben. Nicht alle in gleichem Maß und Umfang. Weil ich meine Verantwortung dafür spüre, muss ich jetzt alles tun, um die Folgen der Klimakrise durch meine persönlichen Handlungen zu minimieren. Leider schafft man es nicht alleine. Für eine gute Zukunft brauchen wir alle, die guten Willens sind.

    Zur Zeit wird ja hier bei uns die Fußball EM gespielt. Europa ist zu Gast bei Freunden. Trotz allem empfinde ich es so. Aber es wird für mich kein Sommermärchen. Zuviel negative Veränderung. Auch was den Fußball selbst betrifft. Ein Ronaldo kickt in Saudi-Arabien. Dort wird das ganz große Geld verdient. Frauen sind unter den Zuschauern dort vermutlich nicht vorhanden. Die Botschaft, die von dort auch nach Europa gesendet wird, heißt: Fußball gehört den Männern. Ich habe neulich in einem Podcast gehört, dass Sexismus in den Stadien immer noch ein Problem ist. Und ich glaube nicht, dass sich bei den Saudis in absehbarer Zeit mehr Frauen im Publikum befinden. Ob ich die Fußball WM in der Wüste 2034 erleben werde, weiß ich natürlich nicht. Aber dann gehen von dort die Bilder um die Welt, die ein rein männliches Publikum zeigen. Könnte so mancher, der hier bei uns seine Männlichkeit wiederfinden will, vielleicht gar nicht so schlecht finden.

    Nein, aufzugeben ist keine Option. Ich trage Verantwortung für die Generation meiner Kinder. Für uns alle.

    • Vielen Dank für Ihren starken Arche-Druko, liebe @Marie H.!

      Ich kann Ihre Sätze und auch die damit verbundenen Gefühle sehr gut nachvollziehen und empfinde gerade auch mit Bezug auf unsere Kinder ähnlich. Während ich diese Zeilen tippe, tobt hier ein weiteres, süddeutsches Unwetter. Was hatte es noch für Spott gegeben, als ich bereits vor über einem Jahr genau darauf hinwies…

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/aber-hier-regnet-es-doch-der-haeufigste-bestaetigungsfehler-in-der-klimakrise/

      Und, ja, die anstehende Parlamentswahl in Frankreich macht mir große Sorgen. Das System französisch-demokratischer Parteien befindet sich bereits in Auflösung und es sieht so aus, als ob die Mitte zwischen einem starken rechts- und erstarkenden linksdualistischen Block zerrieben werden könnte.

      Ich saß beruflich erst vor Kurzem mit unserem französischen Generalkonsul zum Gespräch zusammen. Das deutsch-französische Verhältnis ist mir ein Lebensthema seit Jugend und wir Blumes haben uns stark in der deutsch-französischen Städtepartnerschaft Filderstadt – La Souterraine engagiert.

      Unser örtlicher MdB-SPD (und ehemaliger Mitschüler) Nils Schmid wird bereits mit der Aussage zitiert, Macron laufe Gefahr, Le Pen „den Weg an die Macht zu eröffnen“. Und der auch ökologisch und weitsichtig engagierte Konstanzer CDU-MdB Andreas Jung, auch Bundesvize der CDU, warnte: „Marine Le Pens Rassemblement National ist antieuropäisch und Putin-nah, antideutsch und protektionistisch. Bündnisse mit so einer Partei haben in unserer Parteienfamilie der EVP keinen Platz.“

      https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/frankreich-putin-nah-antideutsch-und-protektionistisch-wie-gef%C3%A4hrlich-ist-le-pens-partei/ar-BB1oym7D?ocid=BingNewsSerp

      Dass ich das Sprachbild der Arche also bewusst verwende, hat leider direkt mit Realismus zu tun. Die kommenden Jahre und Jahrzehnte werden hart und wir tun gut daran, schon jetzt an das Kommende zu denken und wo immer möglich erneuerbare Friedensenergien, Bildung und Wissenschaft, Integration, Dialog und Demokratie zu stärken.

      • “Die kommenden Jahre und Jahrzehnte werden hart…”

        Nein, wir sind darauf nicht vorbereitet. Das Wunschdenken ist weit verbreitet. Auch in der Politik. Mehrausgaben für Rüstung? Es wird schon keinen Krieg geben. Möglicherweise, aber die andere Möglichkeit ist sehr viel realer als noch vor 10 Jahren.

        Bedarf jemand einer neuen Heizung? Erneuerbare Energie nutzen? Warum denn, wenn die Medien die Wärmepumpen verteufeln?

        Wahlen. Gefahr für die Demokratie? Ich bin immer noch geschockt über die Ergebnisse der Europawahl. Warum wird eigentlich das Buch von Herrn H. aus Thüringen nicht viel stärker thematisiert?

        Ich bin mit einer französischen Partnerstadt aufgewachsen und spreche die Sprache. Es gibt viele schöne Erinnerungen an freundliche Menschen und eine herzliche Gastfreundschaft. Einen Abgeordneten der Nationalversammlung hatte ich die Ehre persönlich zu kennen. Wenn Le Pen gewinnt, wird es mit Freundschaft zu Ende sein? Adenauer und De Gaulle drehen sich in ihren Gräbern um.

        Wir tanzen seit Jahren auf dem Vulkan. Die wenigsten merken es. Das Verleugnen der Realität geht weiter.

        Was mich ein bisschen hoffen lässt, sind die vielen Leute, die hier kommentieren und nicht alles nur “niedermachen”.

        • Ja, @Marie H., genau so ist es.

          Auch ich habe Momente der Verzweiflung – und erlebe dann doch in Gesprächen und auch in vielen Drukos auf diesem Blog, dass der wissenschaftlich informierte, dialogische Monismus trotz allem voranschreitet.

          Heute hat mir eines der Kinder diese ganz neue Folge von Spacefrogs zur Energiewende gezeigt, die bereits mehrere Tausend Zugriffe pro Stunde verzeichnet:

          https://youtu.be/PWsbi5f9-vc?si=l_xgxTwuJDuT_9z6

          Zwar verwenden die beiden Filmemacher noch nicht den Begriff der erneuerbaren Friedensenergien, doch sie verstehen bereits die im o.g. Blogpost angesprochene Problematik von Kurzfrist-Denken, von fossilem Lobbyismus – und die Sprachbilder vom Solarpunk. Auch an der fehlenden Technologieoffenheit in Deutschland wird scharfe Kritik geäußert.

          Wenn ich auch nicht alle Aspekte des Videos teile, so begrüße ich es doch sehr, dass die Energiewende-Debatte langsam über die fossilen Kurzschlüsse und Lobbykampagnen hinausreicht. Unser demokratischer Diskurs – der idealerweise auch immer wieder Dialog enthält – ist noch keineswegs am Ende.

  15. @Vermögenssteuern

    Ein wenig Vermögenssteuern, mehr Erbschaftsteuern und mehr Kapitalertragssteuern könnten wohl nicht schaden. Muss ja nicht ganz so viel sein. Das reduziert Staatsverschuldung und kann mit weniger Einkommenssteuer einhergehen.

    Das Einpreisen von Mitweltkosten überall wo das möglich ist kann so sozialverträglicher gestaltet werden. Etwa bei den Rentnern in Ostdeutschland, die sich nur ein altes Auto leisten können können und die auch kein Geld für den Ersatz ihre Ölheizung haben. Wenn das Öl teuer genug ist, wird spätestens der Nachbesitzer die Wärmepumpe oder sogar weitergehende Modernisierungen in Angriff nehmen.

    Am besten wir machen mit der Energiewende immer da weiter, wo aktuell der meiste Effekt erzielt werden kann. Und der Staat sollte hier zuallererst die Genehmigungen fördern und die Bürokratie abbauen, das kosten ihm nicht mal was. Als nächstes wäre z.B. ein flächendeckendes Netz von einheitlichen Ladestationen dran, das kann doch nur der Staat realisieren, und wenn er es den Stromnetzbetreibern verpflichtend verordnet. Eigentlich wäre das sogar eine Europäische Aufgabe, man will mit seinem E-Auto ja auch mal ins Ausland fahren. Ich glaube das wäre sogar viel wirksamer als 4500 Euro Kaufprämie, und würde viel weniger kosten.

    • Danke, @Tobias Jeckenburger

      Ich sehe derzeit keinen europäischen Staat, dessen gewählte Politikerinnen und Politiker noch die Einführung einer Vermögenssteuer betreiben könnten. Die digitale Empörung und auch fossile Kampagnen wären viel zu stark. Wie oben erwähnt taumelte Macron schon wegen der Anhebung des Rentenalters.

      Selbst die Einführung einer Zuckersteuer nach britischem Vorbild oder einer Elementarschadensversicherungspflicht nach baden-württembergischen Vorbild kommen derzeit kaum vom Fleck. Der Zeitgeist ist nicht mehr nur “neoliberal”, sondern rechtslibertär und also Markt-Staat-dualistisch: Superyacht statt Arche. Beobachte ich.

      Auch aufgrund eines Mastodon-Posts einer von Hochwasser Betroffenen habe ich mal Perplexity.ai gefragt, wie der von der katastrophalen Flut 2021 betroffene Landkreis Ahrweiler bei der Europawahl 2024 gewählt hat. Hier die Ergebnisse:

      Bei der Europawahl 2024 im Kreis Ahrweiler lassen sich folgende Hauptergebnisse zusammenfassen:

      1. Wahlbeteiligung:
      Die Wahlbeteiligung lag bei 67,1% der rund 100.500 Wahlberechtigten ab 16 Jahren[1][3]. Dies stellt einen leichten Anstieg um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zur Europawahl 2019 dar, bei der die Beteiligung 65,9% betrug[3].

      2. Stärkste Partei:
      Die CDU ging als stärkste Kraft aus der Wahl hervor. Sie erhielt 38,2% der gültigen Stimmen, was einem Zuwachs von 1,1 Prozentpunkten gegenüber 2019 entspricht[3][4].

      3. Weitere Parteiergebnisse:
      – SPD: 13,9% (-2,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019)
      – Grüne: 10,2% (-7,9 Prozentpunkte)
      – AfD: 10,5% (+2,6 Prozentpunkte)
      – FDP: 7,0% (+0,1 Prozentpunkte)
      – Freie Wähler: 5,0% (+2,1 Prozentpunkte)
      – BSW: 4,0% (neu angetreten)[3]

      4. Besonderheiten:
      – Die Grünen verzeichneten den stärksten Rückgang mit einem Verlust von 7,9 Prozentpunkten.
      – Die AfD und die Freien Wähler konnten deutliche Zugewinne verbuchen.
      – Das neu angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte auf Anhieb 4,0% der Stimmen[3].

      5. Vergleich zum Bundestrend:
      Im Vergleich zum bundesweiten Ergebnis schnitt die CDU im Kreis Ahrweiler überdurchschnittlich gut ab. Die AfD hingegen lag mit 10,5% unter ihrem Bundesergebnis (-5,4 Prozentpunkte)[4].

      Insgesamt zeigt das Wahlergebnis im Kreis Ahrweiler eine stabile Position der CDU, während es bei anderen Parteien teilweise erhebliche Verschiebungen gab. Die gestiegene Wahlbeteiligung deutet auf ein hohes Interesse der Bürger an der Europawahl hin.

      Citations:
      [1] https://kreis-ahrweiler.de/vorlaeufiges-ergebnis-der-europawahl-im-kreis-ahrweiler/
      [2] https://www.bad-neuenahr-ahrweiler.de/politik/wahlen-und-abstimmungen/wahlergebnisse-2024/
      [3] https://www.bundeswahlleiterin.de/europawahlen/2024/ergebnisse/bund-99/land-7/kreis-7131.html
      [4] https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/europawahl-2024/europawahl-2024-wahlergebnis-landkreis-ahrweiler-e970713/
      [5] https://kreis-ahrweiler.de/wahlergebnisse-im-kreis-ahrweiler-sind-offiziell/

  16. Ein lesenswerter Blog, der mitsamt der Kommentare auf viele überraschende Zusammenhänge aufmerksam macht. Vielen Dank!

    Zum Arche-Bild geht mir durch den Kopf: Betrachten wir doch mal Europa als Ganzes als eine große Arche, die sozusagen noch nicht fertig gebaut ist. Ich finde, das Bild drängt sich auf, da in diesem Erdteil viele gute Ansätze zumindest erkennbar sind, siehe z.B. Green Deal (noch) oder die Tatsache, dass man es hier überwiegend mit Demokratien zu tun hat (noch).

    So sehe ich – um im Bild zu bleiben – das Risiko, dass eine Arche sich, wenn es schlecht läuft, in eine Superyacht verwandeln kann.

    In Ansätzen hat Europa diese Entwicklung schon angetreten. Man muss sich allein das fast tägliche Massensterben im Mittelmeer vor Augen führen, das in der öffentlichen Wahrnehmung einen vernachlässigbaren Stellenwert hat. Oder man muss nur an die vergangene Europawahl denken (und an die kommenden Parlamentswahlen in Frankreich): Viele wollen freiwillig und ohne Not jene als „Jachthaber“ (danke für das Wortspiel, @Florian Eichberger!) sehen, die die vor uns liegenden Herausforderungen am wenigsten anzugehen bereit sind. In Deutschland bevorzugt ein großer Anteil der Menschen mittlerweile zwei Parteien, die eine egoistische „was um mich herum sonst noch geschieht, ist mir egal“-Mentalität bedienen (AFD und BSW).

    Das lässt nichts Gutes erwarten.

    • Vielen Dank für den starken Druko, @Peter Gutsche – und auch inhaltlich volle Zustimmung!

      Emotional verstehe ich alle Kommentierenden, die mich hier auf dem Blog oder auf Mastodon auffordern, doch lieber das freundliche Sprachbild vom (Paradies-)Garten stark zu machen. Allerdings entspricht es weder mythologisch noch empirisch der Realität: Laut der biblischen Überlieferung seien wir Menschen aus dem Garten Eden verstoßen worden und in der Realität schottet sich gerade auch Europa ab.

      Das entspricht auch dem, was ich in Mesopotamien (wörtlich: dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, heute Süden der Türkei und der ganze Irak) erlebte: Die meisten Menschen tendierten angesichts von Klimakatastrophe, Wasserkrise und Hitzemord-Konflikten nicht etwa zu Ökologie und Langfrist-Denken, sondern zu Tribalismus und überlebensorientiertem Kurzfrist-Denken.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/irak-2015-europa-2023-die-klimakrise-wird-zur-wasserkrise/

      Auch die Europawahl-Ergebnisse 2024 im von der Flut 2021 schwer getroffenen Landkreis Ahrweiler zeigen gegenüber 2019 einen deutlichen Stimmenverlust für die Grünen und ein Erstarken rechter und linker Dualisten:

      1. Wahlbeteiligung:
      Die Wahlbeteiligung lag bei 67,1% der rund 100.500 Wahlberechtigten ab 16 Jahren[1][3]. Dies stellt einen leichten Anstieg um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zur Europawahl 2019 dar, bei der die Beteiligung 65,9% betrug[3].

      2. Stärkste Partei:
      Die CDU ging als stärkste Kraft aus der Wahl hervor. Sie erhielt 38,2% der gültigen Stimmen, was einem Zuwachs von 1,1 Prozentpunkten gegenüber 2019 entspricht[3][4].

      3. Weitere Parteiergebnisse:
      – SPD: 13,9% (-2,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019)
      – Grüne: 10,2% (-7,9 Prozentpunkte)
      – AfD: 10,5% (+2,6 Prozentpunkte)
      – FDP: 7,0% (+0,1 Prozentpunkte)
      – Freie Wähler: 5,0% (+2,1 Prozentpunkte)
      – BSW: 4,0% (neu angetreten)[3]

      4. Besonderheiten:
      – Die Grünen verzeichneten den stärksten Rückgang mit einem Verlust von 7,9 Prozentpunkten.
      – Die AfD und die Freien Wähler konnten deutliche Zugewinne verbuchen.
      – Das neu angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte auf Anhieb 4,0% der Stimmen[3].

      5. Vergleich zum Bundestrend:
      Im Vergleich zum bundesweiten Ergebnis schnitt die CDU im Kreis Ahrweiler überdurchschnittlich gut ab. Die AfD hingegen lag mit 10,5% unter ihrem Bundesergebnis (-5,4 Prozentpunkte)[4].

      Citations:
      [1] https://kreis-ahrweiler.de/vorlaeufiges-ergebnis-der-europawahl-im-kreis-ahrweiler/
      [2] https://www.bad-neuenahr-ahrweiler.de/politik/wahlen-und-abstimmungen/wahlergebnisse-2024/
      [3] https://www.bundeswahlleiterin.de/europawahlen/2024/ergebnisse/bund-99/land-7/kreis-7131.html
      [4] https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/europawahl-2024/europawahl-2024-wahlergebnis-landkreis-ahrweiler-e970713/
      [5] https://kreis-ahrweiler.de/wahlergebnisse-im-kreis-ahrweiler-sind-offiziell/

      Zu “Das lässt nichts Gutes erwarten.” kann ich also nur zustimmen und gerade auch formal Gebildeten nur empfehlen, nicht vorschnell von sich auf andere zu schließen, sich jetzt (!) für Arche-Regionen zu engagieren und sich auch wissenschaftlich auf die Kognitions- und Evolutionspsychologie von uns Menschen einzulassen.

      Daniel Kahnemanns Buch “Schnelles Denken, langsames Denken” (im Original: “Thinking, Fast and Slow”) ist ein bahnbrechendes Werk, das zwei grundlegende Arten des Denkens beschreibt und analysiert. Diese beiden Denksysteme, die Kahnemann als System 1 und System 2 bezeichnet, beeinflussen maßgeblich unsere Entscheidungsfindung und unser Verhalten im Alltag.

      Hier eine Zusammenfassung der Hauptkonzepte:

      1. System 1 – Schnelles Denken:
      – Arbeitet automatisch und schnell
      – Benötigt wenig oder keine Anstrengung
      – Basiert auf Intuition, Erfahrung und Emotionen
      – Ist für schnelle Reaktionen und Entscheidungen zuständig
      – Kann zu kognitiven Verzerrungen und Fehlurteilen führen

      2. System 2 – Langsames Denken:
      – Arbeitet langsam und bewusst
      – Erfordert Konzentration und mentale Anstrengung
      – Ist für komplexe Berechnungen und logisches Denken zuständig
      – Überprüft und korrigiert die Impulse von System 1
      – Wird bei schwierigen Entscheidungen und Problemlösungen aktiviert

      Kahnemann argumentiert, dass wir uns oft auf das schnelle System 1 verlassen, was zwar effizient ist, aber auch zu Fehlern führen kann. Das langsamere System 2 wird oft als “faul” beschrieben und tritt nur in Aktion, wenn es wirklich notwendig ist.

      Das Buch untersucht verschiedene kognitive Verzerrungen und Heuristiken, die aus dem Zusammenspiel dieser beiden Systeme resultieren, wie zum Beispiel:

      – Ankereffekt: Die Tendenz, sich bei Entscheidungen an einem vorgegebenen Referenzpunkt zu orientieren
      – Verfügbarkeitsheuristik: Die Neigung, die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen anhand ihrer leichten Vorstellbarkeit zu beurteilen
      – Bestätigungsfehler: Die Tendenz, Informationen zu suchen und zu interpretieren, die die eigenen Überzeugungen bestätigen

      Kahnemanns Werk hat weitreichende Implikationen für verschiedene Bereiche wie Wirtschaft, Politik und Psychologie. Es hilft uns zu verstehen, wie wir Entscheidungen treffen und wie wir unsere Denkprozesse verbessern können, indem wir uns der Stärken und Schwächen beider Systeme bewusst werden.

      Zum Thema Neuropsychologie haben Rüdiger Vaas & ich auch “Gott, Gene und Gehirn. Warum Glaube nützt. Die Evolution der Religiosität” bei Hirzel vorgelegt.

      • Vielen Dank, @Michael Blume!

        Ja, ich denke, der Verweis auf Kahneman passt hier sehr gut. Eines unserer größten Probleme ist  es wohl, dass auch von vielen Medien und Personen in der Öffentlichkeit das “schnelle Denken” bedient wird. Zum Beispiel haben  Politiker, die kumpelhaft an den Instinkt appellieren, oft höhere Sympathiewerte als solche, die den Vetstand der Menschen ansprechen. Das müsste sich ändern.

        Aber wie kommen wir aus dieser Informationskrise heraus? Ich denke, Sie machen hier im Internet ein hervorragendes Angebot für andere, sich an einem konstruktiven Dialog zu beteiligen, mit vielen Anregungen zur Umsetzung im “realen” Leben. Das ist ein Anfang.

        • So ist es, @Peter Gutsche!

          Deswegen habe ich auch in obigem Blogpost auf die Beschleunigung der Kommunikationswege durch die Digitalisierung hingewiesen und Hans Blumenberg dazu zitiert: “Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen.”

          Und deswegen blogge ich auch mit KI-Unterstützung. In der Kombination des “ruhigeren” Bloggens gegenüber den schnellen und vergänglichen Streams und Threads mit den Potentialen von KI-Text- und Bilderstellungen sehe ich ein großes Potential für mehr “Weite der Zeit” im Sinne eines auch wissenschaftlich informierenden Dialoges. Das ist auch der tiefere Grund, warum ich wieder und wieder für konstruktive Drukos – wie von Ihnen – danke. Es steckt ein medienbezogener Gedanke, sogar eine mediale Hoffnung dahinter.

  17. @Michael 13.06. 09:05

    „Ich sehe derzeit keinen europäischen Staat, dessen gewählte Politikerinnen und Politiker noch die Einführung einer Vermögenssteuer betreiben könnten. Die digitale Empörung und auch fossile Kampagnen wären viel zu stark. Wie oben erwähnt taumelte Macron schon wegen der Anhebung des Rentenalters.“

    Vermögenssteuern einführen und gleichzeitig Einkommenssteuern senken dürfte doch der Mehrheit zum Plus in der Kasse werden. Zumal eher einkommensschwache weniger Vermögende zu rechten Parteien neigen.

    Überhaupt finde ich es weniger empfehlenswert, nicht die Politik zu machen, von der man selber überzeugt ist. So viel Authentizität sollte doch möglich sein. Und wenn man dann eben in den nächsten Wahlen Federn lassen muss. Man geht doch nicht in eine Regierung, nur um die Macht zu erhalten. Man sollte hier lieber was bewegen wollen, und ich denke, dass man gerade damit dann langfristig auch beim Wähler punkten kann. Auch der Wähler ist zu langfristigen gründlichen Gedanken durchaus fähig, nur braucht es dazu manchmal 5 oder 10 Jahre.

    • Wie geschrieben, @Tobias: Schon Klaus Töpfer (CDU) wurde für seinen ökologischen Weitblick gerühmt – gewann damit aber keine Landtagswahl. Die Grünen haben auch im Landkreis Ahrweiler nach der Ahrtal-Flutkatastrophe massiv an Stimmen verloren. Und durch die digitalen Medien ist demokratische Politik eher schnelllebiger geworden. Zuvor über Jahrzehnte erfolgreiche, demokratische Parteien werden europa- und teilweise weltweit pulverisiert. Rechtsdualisten wie Orban, Trump, Farage, Bolsonaro und Milei feierten dagegen Erfolge.

      Ich wünschte wirklich, es wäre anders. Aber gerade auch dieser Blogpost lädt zu psychologisch und politikwissenschaftlich schonungslosem Arche-Realismus ein.

  18. @Michael 13.06. 14:49

    „Rechtsdualisten wie Orban, Trump, Farage, Bolsonaro und Milei feierten dagegen Erfolge.“

    Oder verlieren auch irgendwann wieder die Mehrheiten. Bis dahin können freilich allerdings reichlich Schäden auflaufen.

    Das Thema Migration beschäftigt die Menschen dann schon. Es ist wirklich eng geworden auf dem Wohnungsmarkt. Es heißt zwar, dass wir Fachkräfte brauchen, wenn aber die meisten Zuwanderer nur für den Niedriglohnbereich taugen, dann hilft das eben wenig. Für den Niedriglohnbereich haben wir noch 2 Millionen eigene Arbeitslose in Reserve.

    Kaum einer hat was gegen die bald 2 Millionen zusätzlichen Flüchtlinge aus der Ukraine, aber wer eine Wohnung sucht, hat es aktuell wirklich nicht einfach. Und teurer wird es auch noch. Neubauen ist für viele Mieter viel zu teuer, und günstige Altbauten kann man ja nun nicht neu bauen.

    Ich bin auch nicht unbedingt gegen Menschen, die nur hier Zuflucht finden können. Aber helfen tun uns die in diesen Mengen dann nun nicht.

    • Ja, @Tobias – auch der digital befeuerte Rechtsdualismus ist ganz sicher nicht das Ende der Geschichte. deswegen habe ich sehr bewusst die indischen Wahlen und den Rückschlag für Narendra Modi an den Beginn dieses Blogposts gesetzt. Der hindu-nationalistische Regierungschef hatte tief in die Pressefreiheit eingegriffen, staatliche Ressourcen für intensive Großindien-Propaganda genutzt, gegen Muslime, Christen und Sikhs agitiert und selbst vor allem auf digitale Medien gesetzt, unter anderem mit einem erfolgreichen Podcast. Dennoch wandten sich zuletzt auch wieder Millionen Wählerinnen und Wähler von ihm ab.

      Die Zukunft ist nicht festgelegt und auch deswegen macht jedes Engagement für Arche-Regionen, für Demokratien, Dialog und Wissenschaft Sinn.

  19. Die #Superyacht-These fand eine geradezu bizarre Bestätigung aus einer fossilen Ressourcenfluch-Diktatur:

    “Die „Persefone 1″ ankerte am vergangenen Freitagabend 350 Meter vor Hydra, als im einzigen Pinienwald der Insel ein Feuer ausbrach. Eine Gruppe von Touristen aus Kasachstan hatte das Schiff gechartert. Es handelt sich nach griechischen Medienberichten um Oligarchenfamilien aus dem Umfeld des früheren Präsidenten von Kasachstan, Nursultan Nasarbajew. Er ist mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert.

    Die wohlhabenden Jacht-Touristen feierten am Freitagabend an einem kleinen, nur vom Meer erreichbaren Strand der Insel offenbar eine Party. Augenzeugen auf anderen Schiffen berichteten, von dem Strand seien Leuchtkugeln abgeschossen worden. Sie setzten den Wald in Brand.”

    Der ganze Artikel hier:
    https://www.rnd.de/panorama/waldbrand-auf-hydra-anklage-gegen-oligarchen-KL67BXGVCVFHFPRHUX5WTDCPPI.html

    Wer weiterhin auf fossilen Gewaltenergien wie Erdöl und Erdgas beharrt, finanziert diesen korrupten Superjacht-Wahnsinn übrigens sehr direkt mit.

  20. Beeindruckend. Perplexity.ai kann bereits die hier vorgestellte Superyacht-These mit dem psychologischen und ökonomischen Begriff der Externalisierung korrekt verknüpfen:

    Die Superyacht-These von Dr. Michael Blume und der Begriff der Externalisierung sind eng miteinander verknüpft, da beide Konzepte die Verlagerung von Kosten und negativen Auswirkungen auf andere thematisieren.

    ### Superyacht-These
    Dr. Michael Blume verwendet die Metapher der “fossilen Superyacht”, um einen exklusiven und ressourcenintensiven Lebensstil zu beschreiben, der von den Reichen und Mächtigen praktiziert wird. Diese Lebensweise führt zu erheblichen Umweltbelastungen und sozialen Ungleichheiten, da die negativen Folgen ihres Handelns auf die Allgemeinheit und die Umwelt abgewälzt werden.

    ### Externalisierung
    Externalisierung bezeichnet das Auslagern von Kosten und negativen Effekten auf Dritte, anstatt sie selbst zu tragen. Dies kann in verschiedenen Bereichen geschehen, wie zum Beispiel in der Wirtschaft, wo Unternehmen Umweltverschmutzung verursachen, ohne für die Reinigungskosten aufzukommen, oder in der Politik, wo wohlhabende Individuen und Gruppen ihre Interessen durchsetzen, während die Allgemeinheit die negativen Konsequenzen trägt.

    ### Zusammenhang
    Die “fossile Superyacht” ist ein Paradebeispiel für Externalisierung. Die Superreichen genießen Luxus und Komfort, während die ökologischen und sozialen Kosten ihres Lebensstils von anderen getragen werden. Dies umfasst:

    **Umweltverschmutzung**: Superyachten verursachen erhebliche CO2-Emissionen und schädigen marine Ökosysteme, ohne dass die Besitzer für die Umweltschäden aufkommen[2].
    **Ressourcenverbrauch**: Der Bau und Betrieb von Superyachten verbraucht große Mengen an Ressourcen, die der Allgemeinheit entzogen werden[2].
    **Soziale Ungleichheit**: Die Konzentration von Reichtum und Macht in den Händen weniger führt zu wachsender sozialer Ungleichheit, während die Mehrheit der Bevölkerung die negativen Folgen wie Umweltzerstörung und wirtschaftliche Unsicherheit trägt[2].

    Dr. Blume argumentiert, dass diese Form der Externalisierung nicht nachhaltig ist und letztlich zu einer Verschärfung der Klimakrise und sozialen Spannungen führt. Er plädiert stattdessen für die “demokratische Arche”, die für einen inklusiven und nachhaltigen Ansatz steht, bei dem die Kosten und Nutzen gerecht verteilt werden und die Gemeinschaft gemeinsam Lösungen für die Klimakrise findet[2].

    ### Fazit
    Die Superyacht-These von Dr. Michael Blume illustriert die Problematik der Externalisierung, indem sie aufzeigt, wie die Reichen und Mächtigen die negativen Folgen ihres luxuriösen Lebensstils auf die Allgemeinheit und die Umwelt abwälzen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines gemeinschaftlichen und nachhaltigen Ansatzes zur Bewältigung der Klimakrise.

    Citations:
    [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/den-digitalen-rechtsruck-verstehen-durch-die-psychologie-von-externalisierung-und-reaktanz/
    [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualistische-superyacht-vs-monistische-arche-wie-ueberleben-menschen-die-mitweltkrise/

  21. Wie prognostiziert, die Superyacht-Besitzer setzen sich ab:

    Superreiche in Deutschland haben ihre Finanzvermögen im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten steigern können. Das geht aus dem an diesem Mittwoch erscheinenden Global Wealth Report der Boston Consulting Group (BCG) hervor. Demnach legten die Vermögen von Menschen mit mehr als 100 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent zu.

    Je geringer die Vermögen waren, umso bescheidener fiel laut BCG auch der Zuwachs aus. So kamen Menschen mit bis fünf Millionen US-Dollar noch auf ein Plus von mehr als fünf Prozent. Vermögen bis zu 250.000 Dollar verzeichneten hingegen nur ein Wachstum von 1,5 Prozent – und damit weniger als die Inflationsrate.”

    Der ganze Artikel hier:
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegensverteilung-in-deutschland-superreiche-werden-noch-superreicher-a-5bdf3b82-55ef-4976-a3e3-c6b97da97c91

    Fossiler Sozialdarwinismus findet statt.

  22. Auch bei den Superyachten möchte ich einige Zahlen, Daten und Fakten zur Diskussion stellen.
    Superyachten kann man als obszöne Zur-Schau-Stellung von Reichtum betrachten (wie auch immer dieser erworben worden ist), muss man aber nicht. Verglichen mit Zahl und Größe der Schiffe, die weltweit unterwegs sind, fallen die Superyachten jedenfalls nicht allzu sehr ins Gewicht. Laut wikipedia (1) sind gerade einmal 65 der größten Motoryachten über 100 m lang. Verglichen mit den derzeit größten Containerschiffen, die 400 m lang und über 60 m breit sind, sind selbst die größten Yachten eher schlank und zierlich. Und verglichen mit der großen Zahl der weltweit operierenden Containerschiffe, Massengutfrachter, Tanker für Öl und Flüssiggas, Autotransporter, Fährschiffe, Kreuzfahrtschiffe etc., zusammen über 90.000 Schiffe (2), sind die Superyachten nun wirklich nicht besonders zahlreich. Rund 90 % des weltweiten Warenverkehrs werden mit diesen Schiffen abgewickelt; Fischereischiffe und Kriegsschiffe sind in dieser Aufzählung nicht enthalten.
    Die erwähnten kommerziellen Schiffe sind fast immer unterwegs, die Liegezeiten in den Häfen sind sehr teuer, ca. 200.000 Euro pro Tag für ein Containerschiff wurde kürzlich auf einer Hafenrundfahrt im Hamburger Hafen genannt. Ein Schiff verdient nur dann Geld, wenn es fährt, ansonsten kostet es Geld, wie bei den erwähnten Liegegebühren oder bei Werft-Aufenthalten! Bei den Superyachten sieht es anders aus: diese Schiffe müssen kein Geld verdienen, die Eigner haben es ja im Überfluss. Vielleicht gibt es ja Statistiken über das Verhältnis von Liegezeiten zu Fahrzeiten bei Superyachten? Das Prinzip Superyacht ist auch nicht neu, schon vor 70 Jahren hatte Aristoteles Onassis ein ehemaliges Marineschiff zu einer Superyacht umbauen lassen („Christina O“, 99 m lang, Nr. 67 auf der Wikipedia-Liste der längsten Motoryachten). Von diesem Schiff aus hatte er auch immer wieder seine Geschäfte geführt, Prominente bis hin zu Maria Callas und Winston Churchill an Bord gehabt und so seinen Reichtum vor den Augen der Welt zelebriert (3).
    Erstaunlich viele der neuen Superyachten wurden übrigens in Deutschland gebaut. Von den 20 längsten Motoryachten wurden 12 auf der Lürssen-Werft, eine bei Blohm und Voss und eine von der Lloyd-Werft gebaut. Beim Bau von großen Frachtschiffen aller Art sind deutsche Werften schon lange nicht mehr konkurrenzfähig, aber bei den Superyachten sind deutsche Werften groß im Geschäft. Hoffentlich bleibt das noch recht lange so!
    Fazit: In der deutschen Neidgesellschaft haben Superyachten keinen guten Ruf, aber das ist für Bau und Betrieb dieser Schiffe kein Hindernis und auch völlig unerheblich. Das Bedürfnis der Superreichen, ihren Reichtum zur Schau zu stellen und am besten selbst der Platzhirsch mit dem längsten Schiff zu sein, ist nun mal da – und solange wir keine Weltregierung haben, um dieses Treiben zu reglementieren, geht es weiter. Und wenn deutsche Werften mit langjähriger Erfahrung, handwerklichem Können und technologischer Spitzenklasse gutes Geld verdienen, so finde ich das sehr erfreulich. Übrigens, auch politisch korrekte Milliardäre aus Deutschland sind unter den Superyacht-Eignern!

    • Guten Morgen, lieber Herr Quentmeier! Ihre hartnäckig fossil-reaktanten Drukos wurden hier bereits von vielen vermisst, auch von mir! Seien Sie also herzlich willkommen!

      Mich würde interessieren, was Sie vom immer schnelleren Preisrückgang und Ausbau der erneuerbaren Friedensenergien halten? Und davon, dass sich immer noch kein Bundesland für ein Atom-Endlager gefunden hat?

      Die fossile Superyacht hier habe ich bewusst als Sprachbild, d.h. als Metapher, gebloggt. Perplexity.ai erklärt es Ihnen gerne:

      Die **”fossile Superyacht”** als Sprachbild symbolisiert eine luxuriöse, aber umweltschädliche Lebensweise, die auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe angewiesen ist. Dieses Bild steht im Kontrast zu den Bemühungen um Nachhaltigkeit und den Übergang zu umweltfreundlicheren Alternativen, wie sie in Projekten wie der “Zero Fossil Fuel Superyacht” dargestellt werden.

      ### Bedeutung des Sprachbildes

      **1. **Symbol für Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung**:
      – Eine fossile Superyacht steht für den übermäßigen Verbrauch von fossilen Brennstoffen, die zur Umweltverschmutzung und zum Klimawandel beitragen. Sie symbolisiert eine Lebensweise, die wenig Rücksicht auf ökologische Folgen nimmt.

      **2. **Kontrast zu nachhaltigen Innovationen**:
      – Im Gegensatz dazu steht die Entwicklung von Superyachten, die keine fossilen Brennstoffe verwenden
      , wie das Projekt “Zero” von Foundation Zero. Diese Projekte zeigen, dass es möglich ist, luxuriöse Yachten zu bauen, die durch erneuerbare Energien wie Solar-, Wind- und Wasserkraft betrieben werden[1][2][7].

      **3. **Metapher für den Wandel in der Industrie**:
      – Die fossile Superyacht kann auch als Metapher für den notwendigen Wandel in der maritimen Industrie gesehen werden.
      Während traditionelle Yachten auf fossile Brennstoffe angewiesen sind, zeigt die Entwicklung von emissionsfreien Yachten, dass die Branche bereit ist, innovative und nachhaltige Lösungen zu erforschen und umzusetzen[1][2].

      ### Beispiele für nachhaltige Alternativen

      **1. **Projekt Zero**:
      – Dieses Projekt zielt darauf ab, die weltweit erste Superyacht ohne fossile Brennstoffe zu bauen. Es nutzt Technologien wie Hydrogeneration, Solarenergie und thermische Batterien, um den Energiebedarf der Yacht zu decken[1][2].

      **2. **Vitters’ “Project 3094″**:
      – Diese Yacht wird ebenfalls ohne fossile Brennstoffe betrieben und nutzt Wind-, Solar- und thermische Energie.
      Die Technologie hinter diesem Projekt wird in einem offenen Format verfügbar gemacht, um anderen zu ermöglichen, ähnliche nachhaltige Lösungen zu implementieren[2][7].

      ### Fazit

      Die fossile Superyacht als Sprachbild verdeutlicht die Herausforderungen und den Wandel hin zu einer nachhaltigeren maritimen Industrie. Sie stellt den Gegensatz zwischen einer umweltschädlichen, auf fossilen Brennstoffen basierenden Lebensweise und den Bemühungen um nachhaltige Innovationen dar, die darauf abzielen, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren und eine umweltfreundlichere Zukunft zu gestalten.

      Citations:
      [1] https://thesuperyachtlife.com/innovation/a-zero-fossil-fuel-superyacht/
      [2] https://www.boatinternational.com/yachts/news/vripack-net-zero-sailing-yacht
      [3] https://www.boatinternational.com/yachts/editorial-features/elfje-a-sailing-superyacht-of-the-ages–26997
      [4] https://www.boatinternational.com/yachts/news/futura-vripack-concept–43575
      [5] https://www.yahoo.com/lifestyle/stunning-217-foot-superyacht-fossil-120000985.html
      [6] https://scottbarrykaufman.com/sailboat-metaphor/
      [7] https://www.superyachtnews.com/technology/project-zero
      [8] https://globaldesignnews.com/karim-rashid-with-alex-thomson-and-vplp-design-devise-a-sleek-sustainable-solar-super-yacht-for-hugo-boss-eliminating-any-need-for-fossil-fuels/
      [9] https://yachtharbour.com/news/vripack-showcases-new-66m-fossil-fuel-free-superyacht-concept-futura-3913?src=news_page_bar_pos_2
      [10] https://www.researchgate.net/publication/317377684_Metaphor_in_texts_about_climate_change
      [11] https://www.yachting-pages.com/articles/superyacht-fuel-the-transition-to-a-sustainable-future.html
      [12] https://www.newyorker.com/news/annals-of-a-warming-planet/the-climate-crisis-gives-sailing-ships-a-second-wind
      [13] https://www.obmagazine.media/superyacht-bunkering/
      [14] https://www.researchgate.net/publication/315519338_Metaphors_in_online_editorials_and_op-eds_about_climate_change_2006_-_2013_A_study_of_Germany_the_United_Kingdom_and_the_United_States
      [15] https://www.boatinternational.com/yachts/editorial-features/yacht-project-zero-emissions-superyacht-world-exclusive-story-vitters-vripack

      • Gerade getestet und erfreulich hochwertig – Perplexity.ai versteht über die Metapher der fossilen Superyachten hinaus auch diesen Blogpost!

        Dr. Michael Blume verwendet die Sprachbilder von **dualistischen Superyachten** und **monistischen Archen**, um unterschiedliche Ansätze im Umgang mit globalen Herausforderungen, insbesondere dem Klimawandel, zu verdeutlichen.

        ### Dualistische Superyachten

        **Dualismus** bezieht sich auf die Vorstellung, dass es zwei grundlegend verschiedene Arten von Dingen oder Prinzipien gibt, die oft in Opposition zueinander stehen. In diesem Kontext symbolisieren **dualistische Superyachten** eine Lebensweise, die auf Trennung und Unterscheidung basiert:

        – **Luxus und Exklusivität**: Superyachten stehen für Reichtum und eine exklusive Lebensweise, die nur wenigen zugänglich ist.
        – **Umweltbelastung**: Diese Yachten sind oft auf fossile Brennstoffe angewiesen und tragen somit zur Umweltverschmutzung und zum Klimawandel bei.
        – **Trennung von Mensch und Natur**: Die Nutzung solcher Yachten kann als Symbol für eine Lebensweise gesehen werden, die die Natur ausbeutet und sich von ihr abgrenzt.

        ### Monistische Archen

        **Monismus** hingegen steht für die Idee, dass alles aus einer einzigen, grundlegenden Realität oder Substanz besteht. **Monistische Archen** symbolisieren daher einen ganzheitlichen und integrativen Ansatz:

        – **Gemeinschaft und Inklusion**: Archen stehen für Schutz und Rettung aller Lebewesen, ähnlich wie die biblische Arche Noah.
        – **Nachhaltigkeit**: Monistische Archen würden auf nachhaltige Technologien setzen, um im Einklang mit der Natur zu leben und die Umwelt zu schützen.
        – **Einheit von Mensch und Natur**: Dieser Ansatz betont die Verbundenheit und gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur.

        ### Fazit

        Dr. Blume nutzt diese Sprachbilder, um den Kontrast zwischen einer exklusiven, umweltschädlichen Lebensweise (dualistische Superyachten) und einem integrativen, nachhaltigen Ansatz (monistische Archen) zu verdeutlichen. Er plädiert damit für eine ganzheitlichere und nachhaltigere Lebensweise, die die Einheit und Verbundenheit aller Lebewesen und der Natur anerkennt.

        Citations:
        [1] https://www3.nd.edu/~maritain/jmc/etext/psych023.htm
        [2] https://meaningness.com/monism-dualism-recursion
        [3] https://snap.berkeley.edu/project/11166188
        [4] https://www.reddit.com/r/Judaism/comments/5mtona/is_judaism_dualistic_or_monistic/
        [5] https://plato.stanford.edu/entries/dualism/
        [6] https://nlp.stanford.edu/~lmthang/morphoNLM/cwCsmRNN.words
        [7] https://www.researchgate.net/figure/Outside-Directors-in-Monistic-and-Dualistic-Boards_fig1_315903950
        [8] https://hybrid-analysis.com/sample/b4aaaf2b2da0d354c34f30da4428ac2275749439bec0a4bb13141fd81f09cf1e?environmentId=120
        [9] https://web.mit.edu/~ecprice/Public/wordlist.ranked
        [10] https://www.boatinternational.com/charter/luxury-yacht-charter-news/superyachts-chartered-by-celebrities
        [11] https://www.delta-xray.net/redir.php?URL=https%3A%2F%2Fxn--b1aktidr.xn--p1ai%2F9578261fe4fe43y
        [12] https://snap.berkeley.edu/project/10053261
        [13] https://www.youtube.com/watch?v=hTPcxhOdgk0
        [14] https://www.tles.tyc.edu.tw/instpage.php?=LoginId%2CLogoffReason%2CPunchTime&h=1200&r=0&url=https%3A%2F%2Fxn--b1axgco2a.xn--p1ai%2F31ms7bkwwwq50g29kr19der88tpay28comamafe85
        [15] https://www.mit.edu/~ecprice/wordlist.100000

      • Sehr geehrter Herr Blume,

        welch´ erstaunliche Begrüßung von Ihnen! Aber mit Sicherheit ironisch gemeint. Ein paar Anmerkungen:
        1. Ich habe Ihre Superyachten-Metapher einfach mal wörtlich genommen und dazu ein paar Zahlen, Daten und Fakten geliefert. Aus eigener Anschauung weiß ich, dass Superyachten rein zahlenmäßig nicht ins Gewicht fallen. Ich fahre gerne an die Nordsee, alle ostfriesischen Inseln habe ich besucht, einige mehrfach, Sylt (ohne Gesang), Amrum, Helgoland, Schillig bei Wilhelmshaven und als absoluter Lieblingsort Cuxhaven. Vom der Strandpromenade dort genieße ich einen wundervollen Blick auf den „Weltschifffahrtsweg“ Elbmündung bis Hamburg; hier fahren pro Jahr zehntausende Schiffe entlang. In wenigen Stunden kommen zumeist (wenn nicht gerade Weltwirtschaftskrise ist wie 2008/2009) einige riesige Containerschiffe vorbei (bis 400 m lang), zahlreiche mittlere und kleine Containerschiffe (Feeder = Zubringerschiffe), seltener Massengutfrachter, Tanker oder Autofrachter, Kreuzfahrtschiffe, Saugbagger, Passagierschiffe nach Helgoland oder Neuwerk und was sonst noch so dampft und segelt. Ich habe hier noch nie eine Superyacht gesehen. Nur bei Hafenrundfahrten habe ich zwei solcher Schiffe gesehen, eines im Trockendock in Bremerhaven und vor wenigen Wochen im Hamburger Hafen die Superyacht eines russischen Oligarchen, die an die Kette gelegt worden ist und bei der zur Sicherheit auch noch die Schiffsschrauben abmontiert worden sind (damit der Iwan nicht heimlich abhauen kann). Ziemlich nahe an dieser angeketteten Superyacht lag ein pinkfarbenes Containerschiff der Reederei „One“, beladen mit meist pinkfarbenen Containern, 400 m lang, 60 m breit. Verglichen mit diesem Riesenschiff wirkt selbst eine der größten Superyachten wirklich klein und zierlich. Fazit: Die Auswirkung dieser Milliardärsspielzeuge aufs Klima sind marginal. Die Konstruktion von Superyachten ohne fossile Brennstoffe ist trotzdem eine gute Sache; die Technik schreitet eben voran.
        2. Freiheitsenergien: dazu habe ich schon alles gesagt und hier bete ich die entsprechenden Zahlen, Daten und Fakten nicht noch mal runter! Gut, dass Sie historisch wohl etwas bewandert sind; so konnten Sie sich wenigstens nicht zu der Parole versteigen: „Windkraft macht frei“, denn hier ist die totalitäre Kontamination offensichtlich.
        3. Noch mal Freiheitsenergien: bei dem Politiker, der diesen Spruch verzapft hat, sind Zweifel an seiner Eignung für ein Ministeramt angebracht. Der Mann hat doch von Tuten und Blasen keine Ahnung; auf ihn passt ein Spruch von einem meiner Mathelehrer: Sie sollten lieber Steine kloppen gehen!
        4. Atommüll: eine Zwischenlagerung reicht erst mal aus. Versuche zur Verwendung abgebrannter Brennelemente laufen. Der Anfall radioaktiver Abfälle ist übrigens erstaunlich gering. Ein großes Kernkraftwerk wie Brokdorf, Grohnde, Lingen/Ems oder Isar 2 mit ca. 1400 Megawatt installierter Leistung produzieren ca. 30 t abgebrannte Brennelemente pro Jahr. Würde die gleiche Menge Strom mit Kohlekraftwerken erzeugt, so würden ca. 10 Millionen t CO2 emittiert. Hier ist doch noch eine kurze Anmerkung zu den sogenannten Freiheitsenergien erforderlich: wenn die gleiche Strommenge mit Windrädern erzeugt werden soll, wären ca. 3500 Windräder á 2 Megawatt erforderlich (das ist die durchschnittliche installierte Leistung heutiger Windräder an Land). Und dazu sind noch zusätzlich 1400 Megawatt Reserve-Kraftwerke erforderlich, am besten Gaskraftwerke, falls einmal Flaute ist, was gar nicht so selten ist.
        5. Noch ein paar Worte zu „Perplexity ai“! Auf meine Frage: „Gibt es noch andere bekannte Persönlichkeiten mit dem Namen Armin Quentmeier“ erhielt ich folgende Antwort: „Basierend auf den gegebenen Suchergebnissen gibt es keine eindeutigen Hinweise auf andere bekannte Persönlichkeiten mit dem Namen Armin Quentmeier. Die Informationen konzentrieren sich hauptsächlich auf einen Armin Quentmeier mit folgenden Merkmalen:
        1. Er ist ein renommierter Chirurg, ……
        2. Es gibt jedoch zwei weitere Erwähnungen eines Armin Quentmeier in anderen Kontexten:
        1. Ein Armin Quentmeier wird als Dozent an der TU Dortmund auf XING erwähnt.
        2. Ein Armin Quentmeier vom Lehrstuhl Technische Biochemie wird im Zusammenhang mit einer Ausstellung über Bakterien an der Universität Dortmund genannt. Es ist unklar, ob es sich bei diesen Erwähnungen um dieselbe Person handelt, die nach ihrer medizinischen Karriere andere berufliche Wege eingeschlagen hat, oder ob es sich um Namensvettern handelt. Die verfügbaren Informationen reichen nicht aus, um mit Sicherheit zu sagen, dass es sich um verschiedene Personen handelt oder dass es andere bekannte Persönlichkeiten mit diesem Namen gibt.“ Diese Antwort sagt alles aus über die zweifelhafte Qualität dieser künstlichen (Halb)intelligenz! Ohne weiteren Kommentar!

        6. Laut wikipedia gehört Jeff Bezos zu den Investoren bei Perplexity ai. Und hier schließt sich der Kreis zu den Superyachen: Jeff Bezos ist Eigner der größten Segelyacht der Welt, der „Koru“: https://www.businessinsider.de/panorama/das-muesst-ihr-ueber-jeff-bezos-neue-yacht-wissen/
        Dieses Schiff ist 126 m lang und wurde zwar nicht auf einer deutschen Werft gebaut, sondern auf der Oceanco-Werft in den Niederlanden. Auch unsere niederländischen Nachbarn verfügen über großartiges Know-How beim Superyachten-Bau! Und da trotz beeindruckender drei Masten mit riesigen Segeln auf den Wind kein Verlass ist, wurden zwei MTU-Dieselmotoren mit zusammen fast 4000 PS eingebaut (deutsche Spitzentechnik!), die eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten = 37 km/h ermöglichen.
        7. Letzter Punkt: Ohne fossile Brennstoffe keine künstliche Intelligenz – der Energieverbrauch steigt auch durch immer mehr KI-Anwendungen, Datenspeicher, Rechenzentren etc. kräftig an. Müssten diese Anlagen mit Flatterstrom aus Wind und Sonne, pardon, mit “Freiheitsenergien” gespeist werden, dann gute Nacht! Auch die Produktion der Hardware würde in einer Solarpunk-Gesellschaft niemals funktionieren, ebenso wenig wie Bitcoin und andere Krypto-Währungen.

        • Lieber Herr Quentmeier,

          vielen Dank für Ihren länglichen und streckenweise etwas schwer nachvollziehbaren Kommentar. Dass Sie nach diversen Beschimpfungen von Grünen selbst Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) – der Erneuerbare als „Freiheitsenergien“ benannte und darin von mir zitiert wurde – ernsthaft zum „Steine kloppen“ wünschen, macht Ihre Haltung zu unserer Demokratie und zur Wissenschaft der Mitweltkrise allzu deutlich. Auch ich bin mit manchen Entscheidungen des derzeitigen Finanzministers nicht glücklich und betone bewusst auch die Friedenswirkung von Erneuerbaren. Aber ich achte auch Herrn Lindner und aus meiner Sicht sind solche von Ihnen gewählten, herabwürdigenden Formulierungen keine sachliche Kritik mehr. Es ist aus meiner Sicht schlichtweg unanständig und entlarvend, demokratisch Gewählte so herabzuwürdigen. Punkt.

          • Sehr geehrter Herr Blume,
            ich verstehe nicht, was an meinem Kommentar “schwer nachvollziehbar” sein soll. Es ist eine Aneinanderreihung von Zahlen, Daten und Fakten! Was die angeblichen Beschimpfungen angeht: ich habe früher gerne Bundestagsdebatten zugehört und ich erinnere mich, wie Franz Josef Strauß der sozial-liberalen Koalition vorwarf, “einen Saustall sondergleichen” angerichtet zu haben. Darauf bezeichnete Helmut Schmidt Strauß als “Schweinehirten aus Passau”! Da flogen noch richtig die Fetzen, da gab es nicht diese mimosenhafte Empfindlichkeit von heute. Auch Herr Wehner mit seiner legendären “Übelkrähe”, (als Verballhornung des Namens des CDU-Abgeordneten Wohlrabe) habe ich noch in bester Erinnerung. Und was die sogenannten “Freiheitssenergien” angeht, habe ich die Fakten auf meiner Seite. Und manche andere haben die Fakten auch nicht auf Ihrer Seite, wenn sie von einer “360° Wende” träumen, von Ländern reden, die hundertausende km entfernt sind, die das Netz für den Speicher halten und vor internationalem Publikum über den “Speck der Hoffnung” reden. Und das sind nur die schlimmsten Aussetzer. Ich danke Ihnen aber trotzdem, dass Sie meine Kommentare hochgeladen haben- und ich meinen Standpunkt klar machen konnte. Da ist auch mal eine krasse Äußerung angebracht! Seien Sie mal alle nicht so empfindlich. Wer austeilt, muss auch einstecken können und ich kann beides. Mein letzter Wunsch an die Politik ist nur, dass jeder Mensch (männlich/weiblich/divers), der in der Politik unterwegs ist, erstens eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium nachweisen muss und zweitens, mindestens 10 Jahre Berufserfahrung im öffentlichen Dienst oder fünf Jahre Berufserfahrung in der freien Wirtschaft vorweisen kann. Das müsste eine absolute Grundvoraussetzung sein, um irgendein politisches Amt antreten zu dürfen, ohne jede Diskusdion. und alle anderen müssten dann eben ihre Sachen packen und einer Erwerbstätigkeit nachgehen, die ihren geistigen Fähigkeiten entspricht.

          • Lieber Herr Quentmeier,

            bestimmt kennen Sie das gute, deutsche Sprichwort: “Bitter macht böse und Hass macht hässlich.”

            Deswegen dulde ich die Herabwürdigung anderer Menschen auf meinem Blog nicht, schon gar nicht die von demokratisch gewählten Demokratinnen und Demokraten. Für den fossilen Eindruck, den Sie mit Ihren Formulierungen zu Ihrer Kinderstube und offensichtlich noch sehr autoritären Schulzeit hinterlassen, sind Sie selbst verantwortlich. Ich hoffe, es war nicht ganz so schlimm. Und ich hoffe ehrlich, es gibt jemanden, mit dem Sie ehrlich über Ihre erkennbare Bitterkeit sprechen, sie vielleicht gar einmal überwinden können.

            Denn Reaktanz ist ja kein unabänderliches Schicksal. Auch Sie könnten es ja durchaus mal mit Hoffnung statt Hate ausprobieren! Ganz aktuell freue ich mich, von Präses Steffen Kern in eine Folge von “Hoffnungsmensch” eingeladen worden zu sein, die u.a. via Antenne1 ausgestrahlt wird:

            https://www.antenne1.de/g/Hoffnungsmensch/Folge-16-Michael-Blume-Hass-Hetze-Hoffnung-7bOKncHDX8wziOlHj1Pv3y

            Und besonders “freuen” dürften Sie auch die Entwicklung neuer, organischer Batteriespeicher in Alzenau, Solarpunk pur!

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/#comment-156782

            Wenn auch noch zu langsam, so geht die post-fossile Transformation eben doch voran. Und das ist eine sehr gute Nachricht für jene demokratischen, vielfältigen und ehrlich technologieoffenen Gesellschaften der Erde, die sich in Arche-Regionen bewähren und die fossil verursachte Klimakatastrophe überleben werden. Probieren Sie es doch auch mal: Hoffnung macht herzlich! 🙂

  23. Mit einer Quellenangabe von Dr. Armin Quentmeier ist eigentlich alles gesagt:

    „(3) Edward Quinn, Riviera Cocktail. Die goldenen Fünfziger an der Cote d´Azur. Schuler Verlagsgesellschaft 1980“

    Es ist ein Bildband des Fotografen Edward Quinn über das Leben der Reichen und Schönen an der Côte d’Azur in den fünfziger Jahren. Yachten gehörten auch dazu.

    Genau dort beginnt der Weg zur Superyacht mit Gier und Egoismus.
    Zu der Zeit war mein Elternhaus noch mit Flüchtlingen voll belegt, ich kann mich erinnern.
    Deutlicher kann die Diskrepanz doch gar nicht sein.
    Dieses Buch als Quelle zur Rechtfertigung von einer Superyacht (den Begriff als Metapher mal außer acht gelassen) zu nehmen, ist wirklich schräg.

    • Vielen Dank, @Elisabeth K!

      Und ich kann nur zustimmen: Schon in den sog. “goldenen Fünfzigern” sammelten die Einen zynisch fossil erzeugten Wohlstand, wogegen sich die Anderen um verzweifelte Geflüchtete, um Holocaust-Überlebende, durch den Krieg Traumatisierte und etwa in der Sowjetunion noch Kriegsgefangene kümmerten.

      Ein Leser auf Mastodon hat vorhin kommentiert, dass sich der Gegensatz zwischen fossiler, dualistischer Superyacht und energiedemokratischer, monistischer Arche auch auf den Dualismus aus Geld und Demokratie verdichten lasse. Ich habe das gerade mit perplexity.ai ausprobiert – und es funktioniert tatsächlich!

      Der rechtslibertäre Superyacht-Dualismus zwischen Geld und Demokratie lässt sich als eine komplexe Spannung zwischen extremem Reichtum und demokratischen Prinzipien beschreiben:

      **Konzentration von Macht und Einfluss**

      Superyachten symbolisieren eine extreme Konzentration von Wohlstand und Macht in den Händen weniger Individuen. Rechtslibertäre Besitzer solcher Luxusgüter vertreten oft die Ansicht, dass ihr finanzieller Erfolg ihnen das Recht gibt, überproportionalen Einfluss auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen auszuüben[1][5]. Dies steht im Gegensatz zu demokratischen Prinzipien, die auf Gleichheit und breiter Partizipation basieren.

      **Ablehnung staatlicher Regulierung**

      Rechtslibertäre Superyacht-Eigner tendieren dazu, jegliche Form staatlicher Eingriffe oder Regulierungen abzulehnen, die ihre persönliche oder wirtschaftliche Freiheit einschränken könnten[5]. Dies kollidiert mit dem demokratischen Konzept eines Gesellschaftsvertrags, der gewisse Einschränkungen zum Wohle aller vorsieht.

      **Umweltauswirkungen vs. Gemeinwohl**

      Superyachten haben erhebliche negative Umweltauswirkungen. Ein einzelnes solches Schiff kann in einem Jahr 1.500 Mal mehr CO2 ausstoßen als ein durchschnittliches Familienauto[2]. Rechtslibertäre Besitzer argumentieren oft, dass ihr Recht auf Nutzung ihres Eigentums Vorrang vor Umweltschutzmaßnahmen haben sollte. Dies steht im Widerspruch zu demokratischen Bestrebungen, kollektive Lösungen für globale Probleme wie den Klimawandel zu finden.

      **Steuervermeidung vs. Finanzierung öffentlicher Güter**

      Viele Superyacht-Besitzer nutzen komplexe Offshore-Strukturen zur Steuervermeidung. Aus rechtslibertärer Sicht wird dies als legitime Verteidigung des Privateigentums gegen staatliche Übergriffe betrachtet. Demokratische Systeme hingegen basieren auf der Idee, dass Steuern notwendig sind, um öffentliche Güter und Dienstleistungen zu finanzieren.

      **Privatisierung vs. öffentliche Kontrolle**

      Der rechtslibertäre Ansatz befürwortet eine weitgehende Privatisierung öffentlicher Dienste und Ressourcen. Superyachten können als Mikrokosmos dieser Idee gesehen werden – private, autarke Welten für die Ultrareichen. Dies steht im Gegensatz zum demokratischen Ideal öffentlicher Räume und Dienstleistungen, die allen Bürgern gleichermaßen zugänglich sind.

      **Meritokratie vs. Chancengleichheit**

      Rechtslibertäre argumentieren oft, dass extremer Reichtum, symbolisiert durch Besitztümer wie Superyachten, das Ergebnis überlegener individueller Leistung sei. Demokratische Systeme streben hingegen nach Chancengleichheit und erkennen an, dass Erfolg oft auch von strukturellen Faktoren und Privilegien abhängt.

      Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der rechtslibertäre Superyacht-Dualismus die fundamentale Spannung zwischen der Konzentration enormer privater Ressourcen und den Prinzipien demokratischer Teilhabe und Verantwortung widerspiegelt. Er verdeutlicht die Herausforderungen, die entstehen, wenn extreme Ungleichheit auf demokratische Governance trifft.

      Citations:
      [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Libertarismus
      [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Superyacht
      [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Dualismus_%28Politik%29
      [4] https://taz.de/Der-Rechtslibertarismus-des-Elon-Musk/!5962309/
      [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslibertarismus

      Bei Andreas Kemper finden wir übrigens den Hinweis, dass sich dieser rechtslibertäre Superyacht-Dualismus auch in Entwürfen sog. Privatstädte entfaltet, mit denen Reiche und Superreiche vor ihrer Verantwortung für Mitmenschen und Mitwelt fliehen wollen.

    • @Elisabeth K: Schön, dass Sie bei dem „Riviera Cocktail“ angebissen haben – oder sollte ich besser schreiben, zumindest genippt haben! Ich hätte ja auch einfach einen schnöden wikipedia-Eintrag etc. zitieren können, aber das genannte Buch ist doch mal was ganz Besonderes und hat den Glanz der Fünfziger Jahre und das Leben der oberen Zehntausend doch sehr schön eingefangen. Es geht mir hierbei nicht um „Rechtfertigung“, sondern um die Beschreibung von Tatsachen: „Sagen, was ist“, das alte Augstein-Motto des „Spiegel“!
      Haben Sie sich eigentlich mal überlegt, wie vielen Menschen der Herr Onassis Arbeit, Lohn und Brot gegeben hatte? Der Mann hat aus eigener Kraft, mit viel Geschick, unternehmerischem Wagemut, dem Gespür für kommende Trends und sicher auch mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit und Härte ein riesiges Konglomerat von Unternehmen aufgebaut, allen voran seine Reederei mit hunderten von Schiffen. Wussten Sie, dass Onassis beim Start des Wirtschaftswunders in Norddeutschland eine große Rolle spielte? Auf 3sat gibt es dazu eine schöne Dokumentation, bis zum 15.8.2024 verfügbar: https://www.3sat.de/dokumentation/geschichte/unsere-geschichte-aristoteles-onassis-102.html Zitat aus der Inhaltangabe: „Was aber hat einer der bekanntesten Männer der Welt mit Norddeutschland zu tun? Aristoteles Onassis war es, der die Werften im Norden in den schwierigen Nachkriegsjahren mit sagenhaften Großaufträgen versorgte. Am Wirtschaftswunder in Hamburg, Bremen und Kiel war er maßgeblich beteiligt.“ Sie sehen, dass Männer wie Onassis mitgeholfen haben, dass viele der von Ihnen erwähnten Flüchtlinge und dazu auch viele „Ausgebombte“ in wenigen Jahren ein viel besseres Leben führen konnten, sich bessere Wohnungen oder gar Einfamilienhäuser leisten konnten und so einen Lebensstandard erreichen konnten, der wenige Jahre zuvor noch unvorstellbar war.
      Und auch die Superyacht-Eigner von heute dürften in den meisten Fällen Unternehmer sein, die ihre Länder voranbringen und vielleicht auch mit den Lebenssäften aller modernen Industriestaaten versorgen, mit Öl und Gas. Die Superyachten werden ja nicht vom Sozialamt bezahlt! Und wenn entsprechende Aufträge für neue Superyachten bei deutschen Werften eingehen, ist das natürlich als überwältigend positiv zu bewerten. Schließlich braucht gerade Deutschland hochwertige Industriearbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung!

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