Die vier Vorteils-Dimensionen erneuerbarer Energien: Klima, Frieden, Wohlstand, Demokratie

Die jungen (15 – bis 21jährigen) Teilnehmenden von Model United Nations Baden-Württemberg (MUNBW) waren ehrlich an Frieden und der Zukunft unseres – ihres – Planeten interessiert.

Daher startete ich eine bis heute Nachmittag laufende Mastodon-Umfrage zu den vier Vorteils-Dimensionen erneuerbarer Energien:

Mit über 80% Zustimmung liegt die Dimension Mitweltschutz / Klima klar auf Platz eins: Umso schneller erneuerbare Energien samt Speichern und Elektromobilität ausgebaut werden, umso weniger Treibhausgase aus der Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle gelangt noch in die Atmosphäre, heizt den Planeten und dort insbesondere die Gebirgsregionen auf, zerstört die Wasserkreisläufe, den Artenreichtum und macht immer größere Regionen für Menschen unbewohnbar. Wir schützen damit nicht das Klima – dem sind Temperaturen und das Schicksal der Menschheit völlig egal -, sondern die nahe und ferne Zukunft unserer eigenen Art. Wir tun es nicht nur anderen Lebewesen zuliebe, sondern im eigenen Interesse und in dem jener, die von uns und nach uns kommen.

Rund um eine Solarpunk-Scheibe mit Solarzellen gruppieren sich Regenbogen und Friedenstauben, ein gemütliches Haus mit Solarpanelen, Blumenwiesen und Früchte sowie Menschen im demokratischen Dialog.

Solarpunks erkennen die vier Wirk-Dimensionen erneuerbarer Energien: Mitweltschutz, Friedensenergien, Wohlstandsenergien und Energiedemokratie. Michael Blume mit Leonardo.ai

Eine deutliche, absolute Mehrheit erreicht auch die Dimension der Friedensenergien, die erkennt: Ressourcenfluch-Regime wie Russland, Iran, Katar, Venezuela u.v.m. finanzieren ihre Diktaturen, Kriege, Terrorgruppen und Propaganda durch den Export der fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas. Umso schneller wir die post-fossile Transformation bewältigen und also die Finanzierung der Gewalt beenden, umso schneller wird Frieden sein.

Ein Mädchen in einem Hemd mit britischer Flagge steht zwischen einer Zukunft fossiler Gewaltenergien und Kriege links oder einem friedlichen Solarpunk rechts.

Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern? Wird sie durch fossile Gewaltenergien oder erneuerbare Friedensenergien geprägt sein? Michael Blume mit Leonardo.ai

Etwas über ein Drittel platziert die Dimension der Energiedemokratie auf Platz drei: Wo die Energie dezentral von den Menschen selbst erzeugt wird, entstehen auch wirtschaftliche unabhängige und selbstbewusste, demokratische Zivilgesellschaften. Fossile Gewaltenergien führen zu Ressourcenfluch-Autokratien, erneuerbare Energien aber zu mehr föderaler Demokratie.

Schaubild der Ressourcenfluch-Theorie, politikwissenschaftlich auch als Rentierstaatstheorie bezeichnet: Demokratien entstehen von unten nach oben durch das Einfordern der Steuerzahlenden nach Mitbestimmung, Rentierstaaten entstehen, wo die Herrschenden Geld von oben nach unten verteilen können, wie in Russland, Iran oder Venezuela.

Schaubild zur Ressourcenfluch-Theorie aus der Volkswirtschaftslehre, der Rentierstaatstheorie aus der Politikwissenschaft. Grafik: Michael Blume

Den Abschluss bildet die Dimension der erneuerbaren Wohlstandsenergien, wie sie der südamerikanische Staat Uruguay bewiesen hat. Durch den schnellen Umbau der Stromerzeugung aus fossilen Gewaltenergien zu Wind- und zunehmend Solarkraft entstanden Tausende Arbeitsplätze und sank die Armutsquote im Land drastisch. Umso weniger Energie-Geld Volkswirtschaften an Ressourcenfluch-Regime überweisen, umso wohlhabender, friedlicher und besser leben sie auch selbst.

Eine von Solar- und Windenergie, gesunder Natur und schönen Städten geprägte Landschaft mit einer angedeuteten Symbolik von Uruguay - Sonne und weiß-blaue Streifen - oben. Symbolisiert werden damit erneuerbare Wohlstandsenergien.

Der südamerikanische Staat Uruguay hat der Welt eine hoffnungsvolle Lektion in erneuerbaren Wohlstandsenergien erteilt. Michael Blume mit Leonardo.ai

Es wird mir immer eine Ehre sein, als Solarpunk über alle vier Dimensionen der erneuerbaren Energien zur Bewahrung von Klima und vor allem Wasser, Frieden, Wohlstand und Demokratie zu informieren.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

27 Kommentare

  1. Selektive Wahrnehmung tötet.

    Frieden können Sie vergessen, Friedensenergien oder nicht. Es gibt ein Klischee, das sich quer durch die Weltgeschichte zieht: Eine disziplinierte Armee schlachtet einen chaotischen Sauhaufen ab, mag der auch zahlenmäßig oder an Waffen überlegen sein. Und wenn ich Team West mit Team China vergleiche, bei dem die Russen nur Hilfstruppen sind, steht uns ein Gemetzel bevor.

    Europa wird brennen und dann geplündert oder unterjocht werden. Es ist ein Stück Vergangenheit, das in der Zukunft bereits stattgefunden hat, da die Gegenwart genauso wenig Potenzial bietet, es zu verhindern, wie sie das Potenzial bietet, die Dinosaurier vor dem Asteroiden zu retten. Sie sollten sich schon mal an den Gedanken gewöhnen, dass es im schönen Baden-Württemberg bald aussehen wird wie in Gaza, Sudan oder Kongo. Kann nicht mehr lange dauern.

    Es dauert Jahrzehnte, auf Ökostrom umzusteigen, und Sekunden, um all das, was man über Jahrzehnte aufgebaut hat, zu verlieren. Diese Spezialisierungs-Nummer – ich kümmere mich nur um eine Sache, den Rest macht schon jemand anders – läuft nicht, denn den Rest macht nicht jemand anders, der passiert einfach nicht. Klimawende, Einigung Europas, soziale Gerechtigkeit, Verteidigung, eine andere Wirtschaft – all das gehört zusammen, denn jedes dieser Ziele kann nur erreicht werden, wenn die anderen auch erreicht werden.

    Ich habe gestern einen Aufkleber gesehen: „Abschieben schafft Wohnraum!“ – Nein, Häuser bauen schafft Wohnraum. Mit einer Bande Schnorrer, Drückeberger und Faulenzer, die es nicht mal hinkriegen, vier Wände und ein Dach hochzuziehen, sodass sie sich um Ruinen prügeln müssen, kommen Sie nicht weit. Egal, was Sie vorhaben. Da ist nix mit Wohlstand, denn wenn sich acht Milliarden Leute so was mit den Ressourcen nur eines Planeten leisten wollen, werden sie unterm Strich irgendwas verlieren– Wohlstand, den Planeten, die Schnorrer-Wirtschaft oder etliche Milliarden Leute.

    Für unsere Generation ist eine Schnorrer-Wirtschaft im Schlaraffenland Normalität, wir sind zu alt, uns zu ändern. Ich kann nur hoffen, dass wir unseren Kids nicht das antun, was unsere Eltern uns angetan haben – sie so zu erziehen, dass sie werden wie wir, nur besser darin.

    Sehen Sie? Selektives Denken. Ich weiß, dass es praktisch keine Hoffnung gibt, bald haben wir nix mehr im Kopf außer erst Krieg und dann Schrapnell. Aber ich habe doch noch welche. Ich denke immer noch so, als würde der Spuk vorübergehen, als gäbe es eine Chance, sich an der Vergangenheit vorbei zu mogeln, bloß weil sie für mich noch nicht passiert ist. Ich falle ohne Fallschirm aus dem Flugzeug und bestelle mir per Handy eine Pizza, denn der Boden unter mir wird schon dafür sorgen, dass ich nicht daran zerschelle. Ich bin wahnsinnig, ich weiß es, und ich tue nichts dagegen, denn es ist eh egal, und so zögere ich wenigstens die Todesangst hinaus. Schätze mal, das ist der European Way of Life.

    • Vielen lieben Dank, @Paul S

      Vielleicht wird es Sie und Mitlesende überraschen, dass ich Ihren anti-europäischen und apokalyptischen Rant (Schimpfsalve) hier ungekürzt erscheinen lasse. Aber ich glaube, Sie sind da wirklich einem zentralen Widerspruch des europäisch-neuzeitlichen Denkens auf der Spur, wenn Sie etwa schreiben:

      „Ich bin wahnsinnig, ich weiß es, und ich tue nichts dagegen, denn es ist eh egal, und so zögere ich wenigstens die Todesangst hinaus. Schätze mal, das ist der European Way of Life.“

      Zunächst einmal möchte ich dabei darauf hinweisen, dass Ihre Fantasie einer Rache der Geschichte durch die KP von China 🇨🇳 nicht hinhaut: Mangels Frauen und Geburten implodiert das Reich der Mitte bereits um mehrere Tausend Menschen pro Tag und kann allenfalls noch die imperialen Hände nach Taiwan 🇹🇼 und Teilen von Russland 🇷🇺 ausstrecken, bevor es niedergeht. Auch ein katastrophaler Atomkrieg wäre denkbar, aber sicher kein militärisches Vorrücken bis nach Mitteleuropa. Die schon von Kaiser Wilhelm II. apokalyptisch beschworene, rassistisch konnotierte „gelbe Gefahr“ aus Fernost droht Europa allenfalls als weitere Weltwirtschaftskrise.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gelbe_Gefahr

      Was sehr viel wahrscheinlicher ist, ist der Klima- und Wasserkrise-Zusammenbruch von großen Gebieten in Afrika und Lateinamerika, auch Teile der USA 🇺🇸 und vor allem der eurasische Gürtel stehen auf der Kippe. Gestern bloggte und kommentierte ich, was ich den jungen Menschen von Model United Nations Baden-Württemberg auch gesagt hatte:

      „Ich sage das nicht leichtfertig, sondern voller Ernst: Ohne #Frieden und Zusammenarbeit zwischen #Israel & seinen Nachbarn wird die ganze Region #Nahost binnen weniger Jahrzehnte unbewohnbar. Eine Zukunft gegen die Klima- & #Wasserkrise gibt es nur gemeinsam,“

      (Am Ende bewusst ein Komma, kein Punkt.)

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/duerfen-deutsche-auch-die-israelische-regierung-kritisieren-wenn-sie-echte-freunde-israels-sind-dann-sollten-sie-auch-das/

      Der Holocaust-Überlebende und große Philosoph zu Münster, Hans Blumenberg (1920 – 1996) fasste den von Ihnen diagnostizierten, europäisch-neuzeitlichen „Wahnsinn“ so:

      „Die Unterscheidung zwischen einer provisorischen und der endgültigen Moral ist eine Erfindung des Descartes.“

      Denn dieser René Descartes (1596 – 1650) habe zum ersten Mal die Moral aus der säkularen Erkenntnis natürlicher Zusammenhänge gewinnen wollen: jeder Mensch solle seine Moral an den erkannten Forderungen aus der Zukunft ableiten können. Blumenberg dazu:

      „Die Wissenschaft selbst, aus deren Idealisierung doch diese Gesamtvorstellung hervorgegangen ist, veranschaulicht den inkriminierten Prozess: der Fortschritt der Erkenntnis entlastet nicht die Zukunft von Problemen, sondern vermehrt diese als den Nachlaß der Gegenwart und ihrer vermeintlichen ‚Erfolge‘ für sie.“

      Dieser Widerspruch kulminiert auch bei Blumenberg in einem Rant, der dem Ihren ganz nahekommt und den „Wahnsinn“ analog zur „Ermordung Gottes“ bei Nietzsche beschreibt:

      „Die Medizin ist längst gewaltiger geworden als sogar prosperierende Gesellschaften sie sich leisten können. Ihr Potential zum Wachstum ist unabsehbar.

      Aber die Lebenden leben mit den Leben, die sie kunstvoll erhalten und zur Proliferation kommen lassen, zu Lasten der Zukunft. Eines Tages werden die verlängerten Leben die Lebenden ersticken. Es gibt kein Halt. Niemand könnte darüber entscheiden, wo und wie es zu setzen wäre. Das Alter wird zum Alptraum werden, wenn die Jüngeren sich dagegen auflehnen, es zu ertragen.

      Zur endgültigen Moral wird es nicht kommen. Es wird nicht einmal bei der vorläufigen bleiben.“

      Alle Zitate aus: Blumenberg, Hans (1987 / 2022): Die Sorge geht über den Fluss, Kapitel Glücksbesorgungen, S. 212 – 215

      Der Analyse des paradigmatischen Scheiterns stimme ich zu, doch sehe ich im Solarpunk auch schon den Ausweg aufscheinen: Moral nicht nur aus der Wissenschaft, Verzicht auf autoritäres Gehabe zugunsten von Dialog, die („Solarpopper“-hafte) Erkenntnis, dass es nirgendwo ewiges Wachstum geben kann und jeder Zukunftsanspruch falsifizierbar bleibt.

      Der auch von Ihnen diagnostizierte, europäisch-neuzeitliche Wahnsinn ist real, aber nicht das Ende. Glaube ich.

    • @Paul S.: “Selektive Wahrnehmung tötet.”

      Absolut richtig erkannt 🧐👍🏻Erst wird im nun “freiheitlichen” Wettbewerb das richtige Bewusstsein getötet, dann mit der entsprechenden Manipulation die Menschen, bis sie glauben es seien zur Rettung der Menschheit genug, aber die Kalkulation wird nicht aufgehen, denn die Wahrheit zur Überwindung der gleichermaßen unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwäche und ihrer Symptomatik liegt in der Masse.

      Mensch bedeutet IMMER ALLE!!!
      👋😇

      • @hto

        Leider gelingt es gerade auch Ihnen nicht, die Personalität anderer Menschen zu spüren – deswegen schreiben Sie zwar „IMMER ALLE“, beschimpfen und hassen aber „JEDEN ANDERSDENKENDEN“. Sie leben den Wahnsinn als Trolling im „freiheitlichen“ Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Ihrer ganz eigenen „unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwäche“.

        Schade, eigentlich. Aber Sie hätten hier ja schon zigfach die Gelegenheit zum Dialog gehabt, fallen aber immer wieder in Ihren ganz eigenen, feindseligen Dualismus zurück. Nicht uninteressant, aber tragisch. Finde ich.

  2. Vielen Dank, dass Sie informieren.

    Ich habe mich an der Umfrage auf Mastodon beteiligt. Unter anderem entschied ich mich für den Begriff “Energiedemokratie”. Einerseits sind Bürgerentscheide über Windparks etc demokratische Vorgänge. Basis-Demokratie sozusagen. Andererseits hilft das auch, unsere FDGO zu erhalten.

    Mir ist dabei durchaus bewusst, dass es immer auch fossile – ich nenne sie Falschspieler – gibt, die einen Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen wollen. Hinzu kommen Politiker, die ihr eigenes Süppchen kochen und die Menschen gegen beispielsweise Windparks aufhetzen. Wie manche Ergebnisse der Kommunalwahl 2024 in BW gezeigt haben mit Erfolg.

    Wir leben in einer kriegerischen Zeit, obwohl bei uns Frieden herrscht. Dabei wird von interessierter Seite am Unfrieden in der Gesellschaft beharrlich gearbeitet. Jede gegen Jeden. Hass, Neid, Zwietracht gehören in immer größerem Maße zu unserem Leben dazu.

    Um so mehr freut mich das Interesse und das Engagement der jungen Leute bei MUNBW. Meine Tochter, die mich am letzten Dienstag begleitet hat, nahm 2017 am MUNBW teil. Sie war eine beim Sicherheitsrat akkreditierte Journalistin. Ein spannendes Thema waren damals Pandemien.

    Ich habe nur wenig Hoffnung, dass wir das Thema Klimakrise den Zweiflern noch plausibel machen können. Das Beispiel Uruguay zeigt eine deutlich positive Entwicklung. Mehr davon sollte in den Medien berichtet werden, ohne sofort als “links”, “grün” oder “woke” diffamiert zu werden.

    Interessant und spannend finde ich die Antworten auf ihre Mastodon Posts. Da ich dort nicht kommentieren kann, mache ich es hier, solange noch möglich.

  3. Guten Morgen, @Michael.

    Zum Thema Elon Musk und Langzeitismus möchte ich eine persönliche Anmerkung machen. In meiner Jugend war es Carl Sagan, der einen Anteil daran hatte, dass meine Begeisterung für den Weltraum genährt wurde. Es tut mir in der Seele weh, zu sehen, wie diese Ideen derzeit von einem Milliardär gekapert werden, der für mich denkbar weit von dem enrfernt ist, was ich für menschlich erstrebenswert halte. Der Mann, der regelmässig antisemitische Verschwörungsmythen und andere Lügen verbreitet und der kräftig mithilft, die amerikanische Demokratie zu schreddern, wird auf der Homepage von SpaceX folgendermaßen zitiert:

    “You want to wake up in the morning and think the future is going to be great – and that’s what being a spacefaring civilization is all about. It’s about believing in the future and thinking that the future will be better than the past. And I can’t think of anything more exciting than going out there and being among the stars.” -Elon Musk

    Ich habe daher Felo AI gebeten, die Vision von der Menschheit als interplanetarer Spezies bei beiden – C.S. und E.M. – zu vergleichen.

    Antwort von Felo AI:

    ## Carl Sagans Vision der Menschheit als interplanetare Spezies

    **Sagans Perspektive auf interplanetare Kolonisation**

    Carl Sagan sah die Menschheit als Teil eines größeren kosmischen Ganzen und glaubte, dass die Erkundung und mögliche Kolonisation anderer Planeten eine essentielle Aufgabe für das Überleben der Menschheit sei. In seinem berühmten Werk *Pale Blue Dot* beschreibt er die Erde als einen fragilen „pale blue dot“ im unermesslichen Universum und betont die Verantwortung der Menschheit, diesen Planeten zu schützen. Sagan argumentierte, dass das Überleben der menschlichen Zivilisation langfristig davon abhängt, dass wir uns über die Erde hinaus bewegen, um uns vor möglichen Katastrophen wie Asteroideneinschlägen oder globalen Konflikten zu schützen. Er stellte fest, dass es wahrscheinlich viele Zivilisationen gegeben hat, die sich nicht über ihren Heimatplaneten hinaus entwickelt haben und letztlich ausgelöscht wurden[1][2][10][19].

    **Ökologische Verantwortung**

    Sagan war sich der ökologischen Herausforderungen bewusst, die die Erde bedrohen. Er betonte die Notwendigkeit, die Umwelt zu bewahren und die Erde als unser einziges Habitat zu schützen, während wir gleichzeitig nach Möglichkeiten suchen, das Leben auf anderen Planeten zu fördern. In seinen Äußerungen forderte er, dass wir zuerst lernen sollten, auf der Erde gut zu leben, bevor wir uns auf die Reise zu den Sternen begeben. Diese Sichtweise impliziert, dass der Schutz der Erde und die Erhaltung ihrer Ökosysteme von höchster Priorität sind, um eine nachhaltige Zukunft für die Menschheit zu gewährleisten[10][22][29].

    ## Abgrenzung zu Elon Musks Langzeitvisionen

    **Musks Ansatz zur Kolonisation**

    Im Gegensatz zu Sagan verfolgt Elon Musk eine sehr pragmatische und oft drängende Vision für die Kolonisation des Mars. Musk sieht die Schaffung einer selbsttragenden Stadt auf dem Mars als entscheidend für das Überleben der Menschheit an. Er argumentiert, dass die Menschheit sich über die Erde hinaus bewegen muss, um sich gegen existenzielle Bedrohungen abzusichern. Für Musk ist Mars nicht nur ein Ziel, sondern ein „Backup“ für die Zivilisation, das es der Menschheit ermöglichen soll, auch dann weiterzuleben, wenn die Erde unbewohnbar wird. Er plant, Millionen von Menschen auf den Mars zu bringen und eine Infrastruktur zu schaffen, die es ermöglicht, dort unabhängig zu leben[3][5][8][9].

    **Unterschiedliche Prioritäten**

    Während Sagan die Notwendigkeit betont, die Erde zu schützen und die ökologischen Herausforderungen anzugehen, bevor wir uns auf interplanetare Reisen begeben, sieht Musk die Kolonisation als eine dringende Notwendigkeit, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Musk könnte argumentieren, dass die Fragilität der Erde gerade der Grund ist, warum wir uns beeilen müssen, andere Planeten zu besiedeln. Diese unterschiedlichen Perspektiven spiegeln sich in ihren Ansätzen wider: Sagan fordert eine verantwortungsvolle und nachhaltige Erkundung des Weltraums, während Musk eine aggressive Strategie verfolgt, um die Menschheit als multiplanetare Spezies zu etablieren[1][2][3][4][5].

    ## Fazit

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Carl Sagan und Elon Musk zwar beide die Vision einer interplanetaren Menschheit teilen, ihre Ansätze jedoch grundlegend unterschiedlich sind. Sagan betont die Verantwortung, die Erde zu schützen und ökologische Herausforderungen anzugehen, während Musk eine pragmatische und dringende Strategie verfolgt, um das Überleben der Menschheit durch Kolonisation zu sichern. Diese Spannungen zwischen ökologischer Verantwortung und dem Drang zur Expansion sind zentral für die Diskussion über die Zukunft der Menschheit im Weltraum.
    [1] https://medium.com/@scott.evers_46948/carl-sagan-vs-elon-musk-a-debate-across-time-0b4ff3458a52
    [2] https://www.cnet.com/science/elon-musk-updates-the-ending-of-carl-sagans-famed-pale-blue-dot/
    [3] https://m.economictimes.com/magazines/panache/why-is-elon-musk-obsessed-with-settling-on-mars-spacex-founder-reveals-his-civilizational-resilience-plan/articleshow/121548201.cms
    [4] https://www.reddit.com/r/Spaceexploration/comments/hrd60w/why_does_no_one_talk_about_how_carl_sagan_would/
    [5] https://values.institute/what-are-elon-musks-core-values/
    [6] https://www.nytimes.com/2025/05/29/business/elon-musk-longtermism-effective-altruism-doge.html
    [7] https://www.express.co.uk/news/science/1380728/elon-musk-mars-carl-sagan-colonise-space-michio-kaku-evg
    [8] https://www.the-independent.com/news/world/americas/us-politics/musk-mars-colony-life-insurance-city-b2745545.html
    [9] https://www.livenowfox.com/news/elon-musk-spacex-plans-mars
    [10] https://www.tampabay.com/archive/1990/06/02/carl-sagan-gets-down-to-earth/
    [11] https://www.queseas.com/t/carl-sagan-and-the-climate-change-1980/560
    [12] https://www.essentialmagazine.com/elon-musk-visionary-of-the-future/
    [13] https://benjweinberg.medium.com/thoughts-on-carl-sagans-a-pale-blue-dot-e57c23c5a26a
    [14] https://www.yahoo.com/news/musk-says-spacex-vision-mars-180348568.html
    [15] https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=16719.0
    [16] https://thesciencespace.quora.com/What-is-Elon-Musks-vision-for-the-future-of-humanity-and-how-does-SpaceX-fit-into-that-vision
    [17] https://www.reddit.com/r/EliteDangerous/comments/jtfjsg/the_greatest_speech_about_humanity_and_elite/
    [18] https://thehill.com/opinion/technology/541966-would-carl-sagan-have-agreed-with-elon-musk-for-wanting-to-settle-on-mars/
    [19] https://www.thespacereview.com/article/261/1
    [20] https://www.spacex.com/humanspaceflight/mars/
    [21] https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2021/02/mars-is-no-earth/618133/
    [22] https://sciwri.club/archives/10395
    [23] https://www.azquotes.com/author/12883-Carl_Sagan/tag/conservation
    [24] https://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-17/why-elon-musk-s-mars-vision-needs-some-real-imagination
    [25] https://www.amnh.org/learn-teach/curriculum-collections/cosmic-horizons-book/carl-sagan-quest-for-life
    [26] https://www.reddit.com/r/Damnthatsinteresting/comments/17tpd3v/carl_sagan_on_man_made_climate_change_1990/
    [27] https://www.energy.gov/nnsa/articles/carl-sagan-continues-inspire-nnsas-scientists
    [28] https://cooperative-individualism.org/sagan-carl_who-speaks-for-earth-1980.htm
    [29] https://speakola.com/ideas/carl-sagan-pale-blue-dot-1984
    [30] https://reasonandmeaning.com/2022/02/15/sagan-cosmos-end/
    [31] https://www.teslarati.com/tesla-tsla-can-reverse-three-decade-old-prophecy-that-predicted-u-s-manufacturing-fall-morgan-stanley/
    [32] https://www.quora.com/What-would-Carl-Sagan-think-of-Elon-Musk
    [33] https://techpolicy.press/tracking-elon-musks-political-activities
    [34] https://edmo.eu/publications/how-elon-musks-powerful-disinformation-machine-works/
    [35] https://www.cnn.com/2024/10/31/politics/election-officials-outmatched-elon-musk-misinformation/index.html
    [36] https://www.dw.com/en/fact-check-how-elon-musk-is-spreading-us-election-lies/a-70663408
    [37] https://www.ap.org/news-highlights/spotlights/2024/elon-musk-has-often-inflamed-politically-tense-moments-raising-worries-for-the-us-election/
    [38] https://www.nbcnews.com/tech/misinformation/musk-election-misinformation-x-officials-twitter-voting-rcna176938
    [39] https://techpolicy.press/echoes-of-power-elon-musk-misinformation-and-the-fragility-of-democratic-discourse
    [40] https://en.wikipedia.org/wiki/Views_of_Elon_Musk
    [41] https://www.reuters.com/world/us/wrong-claims-by-musk-us-election-got-2-billion-views-x-2024-report-says-2024-11-04/
    [42] https://www.washingtonpost.com/politics/interactive/2025/elon-musk-x-posts-influencers-trump-policy/
    [43] https://www.planetary.org/worlds/pale-blue-dot
    [44] https://futurism.com/carl-sagan-on-how-humanity-would-transform-if-aliens-contacted-earth
    [45] https://www.goodreads.com/quotes/16685-since-in-the-long-run-every-planetary-civilization-will-be
    [46] https://www.themarginalian.org/2014/02/10/murmurs-of-earth-sagan-golden-record/

    Ende der Antwort von Felo AI.

    Elon Musk hat zweifelsohne einen grossen Anteil daran, dass jetzt diejenigen in den USA an der Macht sind, die keinerlei Interesse daran haben, die Erde in einem für Menschen habitablen Bereich zu halten. Und die einen beispiellosen Kampf gegen die Wissenschaft führen.

    Was hätte wohl Carl Sagan zu den derzeitigen Entwicklungen gesagt?

  4. Nachtrag zu meinem vorhergehenden Kommentar:

    Und man kann vermutlich einen Bogen zu Blumenbergs “Enge der Zeit” spannen, wenn man sich den “dringlichen” Ansatz Musks vergegenwärtigt und sich anschaut, wie sein Handeln schon jetzt z.B. den Orbit mit Satelliten vermüllt und so möglicherweise dazu beiträgt, dass die Handlungsoptionen zukünftiger Generationen erheblich eingeschränkt werden (Stichwort Kessler-Syndrom, s. meinen Blogpost zum Nachthimmel).

  5. @Peter Gutsche 02.06. 00:28 / Felo AI

    „Für Musk ist Mars nicht nur ein Ziel, sondern ein „Backup“ für die Zivilisation, das es der Menschheit ermöglichen soll, auch dann weiterzuleben, wenn die Erde unbewohnbar wird. Er plant, Millionen von Menschen auf den Mars zu bringen und eine Infrastruktur zu schaffen, die es ermöglicht, dort unabhängig zu leben.“

    Eine Mission von vielleicht 50 Kolonisten dürfte das Maximum sein, was schon etliche Billionen Dollar kosten würde. Natürlich ohne Rückfahrkarte, das wäre noch 10 mal teurer. Wer von Kolonisation träumt, soll dann auch gleich da bleiben.

    Und was erwartet die Glücklichen da dann für ein Leben? Eingepfercht in recht enge Habitate mit mangelhafter Ernährung und ohne Möglichkeit ohne Raumanzug mal raus zu gehen. Das ist doch der schlimmste Knast, den man sich überhaupt vorstellen kann.

    Und wie lange muss man immer noch ständigen wahnsinnig teuren Nachschub organisieren, bis das ganze Habitat irgendwann mal selbstständig wird und groß genug, um autark zu werden und autark zu bleiben.

    Und eine intakte Biosphäre wie auf der Erde wird so noch nicht mal gesichert, nur der Mensch und die wenigen Organismen, die man zur Ernährung auf den Mars mitnimmt. Soll uns das dann etwa reichen?

    So wie ich das einschätze, wird es kaum funktionieren den Mars so zu terraformieren, dass man dort dann eine Atmosphäre zum atmen hat und endlich mal frei vor die Tür gehen kann.

    Wirklich vernünftige Kolonien sehe ich nur für sehr seltene geeignete Exoplaneten. Der Mars taugt einfach nichts. An interstellarer Raumfahrt zu arbeiten wäre entsprechend wesentlich sinnvoller, als den Mars zu kolonisieren zu versuchen.

    Aber so oder so, wir müssen hier noch etliche Jahrhunderte ohne jedes Backup auskommen. Die natürlichen Gefahren können wir dabei getrost vernachlässigen, wir selber sind dabei aber wirklich gefährlich für diese Biosphäre hier.

    Dann können wir uns auch in irgendeinem Bergwerk verkriechen, wenn hier der Atomkrieg ausbricht oder das Klima wegen nachhaltiger Ignoranz völlig ausrastet. Das ist schnell organisiert und vergleichsweise wirklich spottbillig.

    • Lieber @Tobias Jeckenburger,

      „Dann können wir uns auch in irgendeinem Bergwerk verkriechen“

      Ich denke auch.

      Bewohner auf dem Mars müssten dauerhaft unter dem Boden leben, um sich vor der kosmischen Teilchenstrahlung zu schützen.

      Kein Magnetfeld bedeutet auch, dass selbst dann, wenn wir den Mars erfolgreich terraformen könnten, bliebe das Problem der Strahlung.

      Irgendjemand hat einmal gesagt, dass der lebensfreundlichste Ort auf dem Mars noch weit entfernt ist von den Lebensbedingungen an den extremsten Orten auf der Erde, wie dem Mount Everest oder der Atacama-Wüste.

      • @Tobias Jeckenburger & @Peter Gutsche

        Und da kennt Ihr Euch sicher besser aus – doch ich kann nicht erkennen, dass die bisherige Zwischenbilanz des Musk – Raketenprogramms besonders erfolgreich ausgefallen wäre. Auch die Ergebnisse von Tesla, DOGE und X scheinen mir doch eher fragwürdig zu sein. Da werden, so scheint mir, riesige Summen in den Langzeitismus und Sozialdarwinismus geschossen, während die echten Probleme der Menschheit kaum angegangen werden. Meine ich.

  6. Hallo @Michael.

    Über den Erfolg des Programms kann ich nicht urteilen. Sicher wird hier eine größere Fehlertoleranz als bei früheren Programmen bewusst in eingeplant (“fail often but early”). Aber es gab in jüngster Zeit doch sehr viele Rückschläge in Reihe.

    Hier ein kritischer Artikel, der sich auch mit dem Umweltschäden auseinandersetzt.

    Und ob Musk sich Sorgen um die Mitwelt macht, darf bezweifelt werden.

    Auch sein Satellitenprogramm geht ja mit erheblichen Auswirkungen auf die Mitwelt einher, über die wir hier auf NdG schon öfters gesprochen haben.

    Die kanadische Astronomin Sam Lawler (Mastodon-Folge-Tip!) wird nicht müde, über entsprechende Ereignisse zu berichten, u.a. über ein riesiges Metallteil einer SpaceX-Rakete, das über einer Farm in Saskatchewan niedergegangen ist

    • Danke, @Peter – da ergibt sich doch auch das Bild eines Langzeitisten, der die Erde und die meisten Mitmenschen nur noch gering achtet.

      Da lobe ich doch lieber die Gates-Stiftungen.

  7. @Peter Gutsche 03.06. 13:16

    „Kein Magnetfeld bedeutet auch, dass selbst dann, wenn wir den Mars erfolgreich terraformen könnten, bliebe das Problem der Strahlung.“

    Man könnte ja ein künstliches planetares Magnetfeld auf dem Mars installieren. Das wäre allerdings etwas viel Aufwand nur für eine Backup-Siedlung. Auf Jahrmillionen gerechnet wäre das vielleicht dann doch eine umfassende Besiedlungsoption.

    Wenn man denn auch den Wassermangel und das Kälteproblem auf dem Mars lösen könnte inclusive einer hinreichend dichten Atmosphäre. Dann wäre ein Leben auf dem Mars wohl doch lebenswert. Vermutlich aber leider unmöglich.

    Vielleicht in einigen hundert Millionen Jahren, wenn die Sonne heißer wird.

    @Michael 03.06. 13:27

    „…während die echten Probleme der Menschheit kaum angegangen werden.“

    Das wäre eben ein starkes Argument, sich nicht mit solchem Unsinn zu beschäftigen.

    • @Tobias Jeckenburger

      Das wäre eben ein starkes Argument, sich nicht mit solchem Unsinn zu beschäftigen.

      Ich halte die Raumfahrt und vor allem die Raumforschung für sehr sinnvoll. Allerdings wäre das Geld für Mars-Terraforming und andere Langzeitismus-Projekte doch sehr viel besser etwa in Bildung und post-fossile Energiewende investiert…

  8. Heute erschien dieser Befund zu einem weiteren Vorteil von Solarenergie, der nicht nur Solarpunks interessieren sollte:

    „Kommt der Hitzesommer, kommt wahrscheinlich auch die große Dürre – und trocknet Wiesen und Felder aus. Dabei gibt es einen einfachen Trick.

    In Regionen mit viel Sonne, aber wenig Regen fehlt Pflanzen vor allem eines: Schutz vor Verdunstung. Eine neue Studie aus Colorado zeigt, dass genau dieser Schutz durch den Schatten von PV-Modulen entstehen kann – mit erstaunlicher Wirkung. Wo Gras unter Solaranlagen wächst, steigen in trockenen Jahren die Erträge deutlich.“

    https://www.focus.de/earth/ausgedoerrte-felder-und-wiesen-im-sommer-dafuer-gibt-es-eine-loesung_3f362d9b-384e-48b9-8167-ee6a5ead63e6.html

    Fossilisten wollen nicht, dass sich das herumspricht. Also, Ihr wisst, was zu tun ist.

  9. @Michael 04.06. 18:15

    „Wo Gras unter Solaranlagen wächst, steigen in trockenen Jahren die Erträge deutlich.“

    Und je trockener der Standort, umso mehr. Auch gerade in Südeuropa, da nimmt PV auf Weideflächen gar keinen Platz weg.

    Obwohl wir nicht unbedingt ein Platzproblem für PV-Anlagen haben. Da müsste ca. 1% der Landesfläche reichen. Aber es ist schon was. Praktischerweise kann man Schafe oder Ziegen da weiden lassen, dann kommt man mit einfacheren niedrigen Befestigungen aus.

    Optimal sind PV-Anlagen aber immer noch auf Dächern oder über Parkplätzen, dann kann man den Strom gleich da produzieren, wo er gebraucht wird. Dann werden auch die Kapazitäten der bestehenden Stromleitungen nicht knapp, auch nicht wenn wir uns zusätzlich überall E-Autos und Wärmepumpen anschaffen.

    Wobei größere Freiflächen-PV-Anlagen durchaus günstiger in der Anschaffung sind als kleinere Anlagen auf Dächern. Wer also größere Investition tätigen will, sollte das auf trockenen Schafweiden tun, am Besten gleich mit Kurzfristspeicher, damit er nicht viel abregeln muss, auch nicht an windigen Tagen und Wochenenden. Wenn man jetzt noch diesen Strom direkt an Nachbarn verkaufen dürfte, dann lohnt es ich richtig, für den Investor wie für die Kunden.

    Noch besser wären zeitlich und räumlich variable Strompreise in Stromnetz, dann kann man Erzeugung, Verbrauch und viele verschiedene Speichermöglichkeiten optimal aufeinander abstimmen. Und so kann man dann auch die Kapazitäten der bestehenden Fernstromleitungen maximal ausnutzen, und braucht dann wohl sogar weniger neue davon.

  10. @Michael 05.06. 06:38 / Felo.ai

    „Bis 2020 fiel der Preis auf etwa 0,20 bis 0,30 US-Dollar pro Watt, was einem Rückgang von über 90 % seit 2000 entspricht. Diese Entwicklungen machten Solarenergie zunehmend wettbewerbsfähig im Vergleich zu konventionellen Energiequellen.“

    Also um 250 Euro pro Kw Maximalleistung. In Deutschland bei 1000 Sonnenstunden im Jahr und 10 Jahren Betriebszeit kostet die Kwh Primärproduktion dann 2,5 ct, in Nordafrika mit 2500 Sonnenstunden im Jahr nur noch 1,0 ct.

    Will man Strom mit einem Ölkraftwerk erzeugen ergäben sich ca. 4 Kwh Strom pro Liter Öl. Um auf 2,5 ct Strom zu kommen, dürfte das Öl nur 10 ct pro Liter kosten, bei 1,0 ct für den Strom nur noch 4 ct pro Liter Öl.

    Offenbar selbst in Saudi-Arabien ist das Öl zur Stromerzeugung schon nicht mehr Konkurrenzfähig. Natürlich muss man die Module noch installieren, für Stromanschluss sorgen und für die Speicherung eines Teils davon Lösungen finden. Dann relativiert sich das.

    Aber gerade für Klimaanlagen kann man den Strom direkt so nutzen, wie er anfällt, wenn eben die Hitze am größten ist. Das sind dann eben 1,0 ct die Kwh, plus noch Installation, Stromanschluss und Stromleitungen. Ich zahle aktuell fast 30 ct die Kwh für meinen Strom.

    Die winterliche Heizung bei uns ist auch viel schwieriger zu bestreiten als Klimaanlagen gegen übermäßig Hitze in den heißen Gegenden, weil man hier nicht nur deutlich weniger Ertrag hat, sondern den PV-Strom zum Heizen auch noch überwiegend saisonal speichern muss. Da ist dann Windenergie wieder interessanter für.

    • Danke, @Tobias – und es ist sogar noch krasser. Wir sind bereits in einem Zustand angekommen, in dem es zeitlich gesehen “zu viel” Solarstrom gibt!

      So bemerkte Julian Korb in der ZfK – Zeitung für kommunale Wirtschaft vor wenigen Tagen zu Recht:

      Der Mai 2025 hat am Strommarkt einen neuen Rekord gesetzt: 129 Stunden mit negativen Strompreisen gab es im Stromgroßhandel, wie aus Daten der Pariser Strombörse Epex Spot hervorgeht. Nie zuvor gab es in einem Monat so viele Stunden unter Null in der deutsch-luxemburgischen Strompreiszone.

      Auch die Volatilität hat zugenommen: Zwischen Minus 250 Euro und Plus 230 Euro die Megawattstunde schwankten die Preise jeweils für Stromlieferungen am Folgetag, auch Day-Ahead-Markt genannt. Am 11. Mai rutschten die Preise sogar so weit ab, dass Stromverbraucher mit dynamischen Tarifen erstmals – auch nach Steuern, Abgaben und Netzentgelten – Geld zurückerstattet bekamen.

      Hier der ganze Artikel:

      https://www.zfk.de/energie/strom/strompreise-im-mai-negativpreis-rekord-dank-solarstrom

      Selbst wenn die fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas nicht unser Klima erhitzen würden, selbst wenn sie nicht feindselige Regime wie in Russland, Iran, Katar, Venezuela usw. finanzieren würden – selbst dann sollten wir schon aus wirtschaftlichen Gründen schnellstmöglich Solarstrom in unserer eigenen Heimat produzieren, statt sie für riesige Summen zu importieren. Und ich will meinen Teil dafür tun, dass sich dieses Solarpunk-Wissen via Wissenschaftsblog, Mastodon, Videos, KI-Anwendungen, Büchern, Reden usw. so schnell wie irgend möglich verbreitet.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-aufsteigende-macht-der-ki-solarpunk-prompts/

      Vielen Dank für Dein aktives Interesse und Deine konstruktiven Kommentare!

  11. @Michael 06.06. 17:01

    „Auch die Volatilität hat zugenommen: Zwischen Minus 250 Euro und Plus 230 Euro die Megawattstunde schwankten die Preise jeweils für Stromlieferungen am Folgetag,…“

    Je mehr und je besser verteilte Kurz- Mittel- und Langfristspeicher wir zubauen, desto kleiner werden diese Preisunterschiede. Auch negative Strompreise kann es nur geben, wenn die Speicher nicht mehr alles aufnehmen können. Zeiten mal mit billigem und mal mit teuren Strom muss es aber sogar geben, auch dass dann insbesondere gewerbliche Verbraucher ihre Produktionszeiten daran ausrichten.

    Ein gutes zusätzliches Mittel gegen die Auswirkungen von Dunkelflauten im Winter bei knappen Speicherfüllständen wäre es, wenn viele energieintensive Betriebe dann spontan in Kurzurlaub gehen. Landwirte müssen sich auch nach dem Wetter richten.

    „Und ich will meinen Teil dafür tun, dass sich dieses Solarpunk-Wissen via Wissenschaftsblog, Mastodon, Videos, KI-Anwendungen, Büchern, Reden usw. so schnell wie irgend möglich verbreitet.“

    Genau auch deswegen suche ich immer nach Neuigkeiten rund um die Energiewende und den Solarpunk, dass wir das hier besprechen können, und wir schon mal von besseren Zeiten wenigstens öffentlich träumen können. Welten, die man sich nur vorstellt, können ja jetzt schon Spaß machen? Auch wenn es mal länger dauert, bis sie tatsächlich umgesetzt werden können.

    • Vielen Dank, @Tobias – Dein Kommentar und gerade auch der letzte Absatz ermutigen mich sehr!

      “Genau auch deswegen suche ich immer nach Neuigkeiten rund um die Energiewende und den Solarpunk, dass wir das hier besprechen können, und wir schon mal von besseren Zeiten wenigstens öffentlich träumen können. Welten, die man sich nur vorstellt, können ja jetzt schon Spaß machen? Auch wenn es mal länger dauert, bis sie tatsächlich umgesetzt werden können.“

      Denn ich stimme Dir zu: Erst aus der Solarpunk-Haltung der Zuversicht, Hoffnung und wissenschaftlich informierten Kreativität kommen wir ins Handeln!

      Gleichzeitig dürfen wir aber auch die Wirkungen von Klima- und Wasserkrise, Kriegen, Terror bis Alpenkrise nicht übersehen, die wir mit der Weiter-Verbrennung der fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas Tag für Tag verursachen,

      So hatte ich ja bereits verschiedentlich gewarnt, dass Gebirgsregionen wie der EUSALP-Alpenraum sich besonders schnell erhitzen und die Berge durch das Auftauen des Permafrost geradezu zerbröseln würden.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/auch-die-alpen-zerbroeckeln-wie-die-klimakrise-zur-wasserkrise-wird/

      Entsprechend deutlich klingen die Hinweise des Glaziologen Wilfried Haeberli in der Schweizer WOZ:

      “Haeberli: Im dicht besiedelten Alpenraum verfügen wir über eine gute Dokumentation. Grosse Bergstürze werden nicht übersehen. Und tatsächlich ist die Zunahme von Bergstürzen im Hochgebirge eindeutig. Zwischen 1900 und 1980 wurden vier gezählt, es ereignete sich also alle zwanzig Jahre einer. Zwischen 1980 und 2000 waren es nochmals vier, also alle fünf Jahre einer. Seit dem Jahr 2000 haben sich mit dem von Blatten mitgezählt bereits acht ereignet – im Schnitt also etwa alle drei Jahre. Wenn das so weitergeht, werden sich in absehbarer Zeit jährlich solche Stürze ereignen.“

      https://www.woz.ch/2523/zukunft-der-alpen/die-schwaechung-der-berge-ist-irreversibel/!V80CRV4X87Q8

      Deswegen besteht nach meiner Auffassung lebendiger Solarpunk sowohl aus Hoffnung wie aus Tun. Vielen Dank für Dein konstruktives Interesse, lieber @Tobias! 🙌🌞🔋

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