Die Psychologie der „Drachenlord“-Hater – Feindseliger Dualismus, digitaler Thymos & Mimesis

Zu den größten Illusionen der viel-lesenden Moderne gehört die Vorstellung vom grundsätzlich rationalen (deutsch: vernünftigen) Menschen.
Doch unsere Psychologie entstand in Jahrmillionen der Evolution, in denen es sehr viel wichtiger war, Teil einer Gruppe zu bleiben, als abstrakten Prinzipien zu folgen.
Und so kommt es zu einer psychologischen Dreistufigkeit der menschlichen Entwicklung, die auch immer für Rückfälle anfällig bleibt und deren Grundzüge bereits den antiken, alphabetisierten Griechen und Israeliten bekannt war:
Die Dreiteilung der menschlichen Psychologie in drei Grund-Weltanschauungen erklärt auch die leider digital befeuerte Verbreitung von Verschwörungsmythen. Buch-Neuauflage: Michael Blume, Patmos
1. Alle Menschen starten mit dem kindlichen egozentrischen Relativismus (neutral) – und viele kommen nie darüber hinaus.
Die alten Griechen nannten diese Phase Epithymia, Begierde. In der jüdischen Tradition heißt sie Nefesch HaBehamit, Tierseele.
2. Heranwachsende durchlaufen Phasen des gruppenbezogenen Freund – Feind – Dualismus (böse), in denen Feindbilder die eigene, unsichere Identität negativ stabilisieren sollen. Entsprechend kommt es in allen Milieus, Schulformen und dann später auch Altersstufen zu Vorfällen von Mobbing, Cybermobbing und Menschenfeindlichkeit.
Dabei teile ich die These des Philosophen & Rabbiners Jonathan Sacks, sel. Ang., wonach auch alle (!) Formen der politischen und religiösen Radikalisierung – wie Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Islamismus & generell religiöser Fundamentalismus, Linksextremismus, demokratiefeindlicher Libertarismus – auf diesem Freund – Feind – Dualismus aufsetzen.
Im alten Griechenland wurde diese Anlage als Thymos, Ruhmsucht, Streitlust bezeichnet, im Judentum als Yetzer Hara, böser Trieb.
3. Leider nur wenige Menschen erreichen und bewahren sich die Haltung des dialogischen Monismus (gut), die erkennt, dass wir als Menschen aus verschiedenen Perspektiven auf die gleiche Wirklichkeit schauen.
Diese seltene und anfällige Stufe der menschlichen Psychologie und Philosophie als Weisheitslehre nannten die griechischen Philosophen Logos, Vernunft und jüdische Schriftgelehrte Yetzer hatov, guter Trieb.
Wichtig zu verstehen ist zudem, dass sich diese Haltungen kaum nur individuell entwickeln, sondern durch Mimesis (Nachahmung von Zielen) und Blasen-bildende Medien.
Wer diese Dreiteilung der menschlichen Psyche verstanden hat, begreift auch, warum 3.500 digital thymotisierte „Drachenlord“-Hater (meist jüngere Männer) sich am ehemaligen Wohnort des Angefeindeten zu einem menschenfeindlichen und teilweise gewaltbereiten Mob versammelten.

Wie ich gerade auch in der Diskussion um den religiös-dualistischen TechBro Peter Thiel betonte, der den „Antichristen“ in anderen Menschen sucht: Wer sich ehrlich – psychologisch, religiös, philosophisch – mit dem Bösen auseinandersetzen möchte, fange am Besten im eigenen Inneren damit an.
Die Evolution hat uns nicht auf Vernunft und Dialog geeicht. Diese gilt es ein Leben lang zu erlernen, zu üben und auch inmitten von digitaler Thymotisierung, von Hass und Hetze zu bewahren.
Möge die Macht mit Dir sein!

@Hauptartikel
„Doch unsere Psychologie entstand in Jahrmillionen der Evolution, in denen es sehr viel wichtiger war, Teil einer Gruppe zu bleiben, als abstrakten Prinzipien zu folgen.“
Ich fühle mich mit dem ganzen Kosmos verbunden. Und mir reichen einige soziale Kontakte wie auch die Gelegenheit, sich hier im Blog recht vertiefend auszutauschen.
In dem Sinne mag auch Religion eine Zugehörigkeit mitbringen. Nicht nur mit den konkreten Kontakten in eine Gemeinde, auch mit geistigen Perspektiven, die über die eigene Person und den eigenen Alltag weit hinausgehen?
Jede Menge Hordenbildung, die sich gegenseitig den Schädel einschlagen, ist zwar eine menschliche Möglichkeit, aber gar nicht so überwiegend?
Irgendwie fehlt mir da noch was, was den eher seltenen Übertritt vom destruktiven Dualismus zum dialogischen Monismus ausmacht. Das könnte nochmal ein sehr weites Feld einer Art Übergangszone sein, in der die Menschen dann so arg destruktiv gar nicht mehr sind.
Zumal man ja auch ohne Dialoge schnell festhängt, und nicht so recht weiterkommt. Sich der Wahrheit von vielen Seiten zu nähern ist die einzige Möglichkeit, wirklich wesentliche Teile der Wirklichkeit zu erfassen. Das müsste doch eigentlich jedem klar sein. Vielleicht bin ich da zu zuversichtlich.
Die positive Errungenschaft einer tatsächlichen Zivilisation mag ich ungern aufgeben.
Moin,
ihr Text bringt einen wichtigen Punkt gut auf den Punkt: Menschen handeln oft weniger rational, als wir gerne glauben, und soziale Zugehörigkeit sowie Emotionen spielen eine große Rolle. Auch die Beobachtung, dass Polarisierung und „Freund–Feind“-Denken durch Medien verstärkt werden können, ist plausibel und im Alltag gut zu erkennen.
Gleichzeitig wirkt die dargestellte Dreiteilung (Egozentrik – Dualismus – „dialogischer Monismus“) etwas zu schematisch. Menschliche Entwicklung verläuft selten so linear, und viele Menschen bewegen sich je nach Situation zwischen diesen Ebenen. Auch die starke moralische Bewertung („böse“ vs. „gut“) kann problematisch sein, weil sie selbst wieder in ein Freund–Feind-Schema kippen kann. Moderne Psychologie würde eher von überlappenden Entwicklungsstufen, Kontextabhängigkeit und erlernbaren Kompetenzen wie Empathie, Perspektivübernahme und Selbstregulation sprechen.
Hilfreich ist dagegen der Gedanke, bei sich selbst anzufangen und die eigenen Reaktionen zu reflektieren. Für den Alltag heißt das konkret: innehalten, bevor man urteilt, unterschiedliche Perspektiven aktiv suchen und bewusst aus „Lagerdenken“ aussteigen – gerade in aufgeheizten Online-Diskussionen.
Eine weiterführende Frage wäre:
Wenn wir akzeptieren, dass Menschen zwischen diesen „Stufen“ hin- und herwechseln, welche konkreten Bedingungen (z. B. Erziehung, Mediennutzung, Stress, Gruppenzugehörigkeit) fördern im Alltag tatsächlich dialogisches, differenziertes Denken – und wie kann man diese gezielt stärken?
Herzlichen Dank für den kritisch-konstruktiven Kommentar, @Joshua A, auf den ich daher auch sehr gerne dialogisch antworte! 🙏👍
Sie schrieben:
„Gleichzeitig wirkt die dargestellte Dreiteilung (Egozentrik – Dualismus – „dialogischer Monismus“) etwas zu schematisch. Menschliche Entwicklung verläuft selten so linear, und viele Menschen bewegen sich je nach Situation zwischen diesen Ebenen.“
Das ist völlig richtig – jede psychologische Dreiteilung kann nur ein Schema sein, das in diesem Fall jedoch überaus nützlich, interkulturell und auch schon sehr alt ist.
Schon der Moralpsychologe Lawrence Kohlberg (1927 -1987) erweitere diese Dreiteilung um je zwei Unterstufen und deutete eine siebte („transzendentale“) Stufe an. Hier die m.E. gelungene Einführung aus Wikipedia:
Kohlberg unterscheidet drei Hauptniveaus des moralischen Urteilens, die jeweils aus zwei Unterstufen bestehen:
Präkonventionelle Ebene
Diese Ebene entspricht dem Niveau der meisten Kinder bis zum neunten Lebensjahr, einiger Jugendlicher und vieler jugendlicher und erwachsener Straftäter. Auf dieser Ebene erlebt das Kind zum ersten Mal, dass es auch andere Sichtweisen neben der eigenen geben kann, die Autoritätspersonen sind jedoch weiterhin die Vorbilder.
1. Stufe – Die Orientierung an Strafe und Gehorsam: In der ersten Stufe orientieren sich diese nicht an moralischen Ansprüchen, sondern im Wesentlichen an wahrgenommenen Machtpotenzialen. Die von Autoritäten gesetzten Regeln werden befolgt, um Strafe zu vermeiden.
2. Stufe – Die instrumentell-relativistische Orientierung: In der zweiten Stufe erkennen Kinder die Gegenseitigkeit menschlichen Verhaltens. Rechthandeln besteht darin, die eigenen Bedürfnisse und gelegentlich die von anderen als Mittel (instrumentell) zu befriedigen. Menschliche Beziehungen werden vergleichbar mit der Austauschbeziehung des Marktes verstanden. Sie orientieren ihr Verhalten an dieser Gegenseitigkeit, reagieren also kooperativ auf kooperatives Verhalten, und üben Rache für ihnen zugefügtes Leid (tit for tat/do ut des – „ich gebe, damit du gibst“; „Wie du mir so ich dir“).
Konventionelle Ebene
Dieser Ebene sind der Großteil der Jugendlichen und Erwachsenen zuzuordnen.
3. Stufe – Die Orientierung an zwischenmenschlichen Beziehungen der Gegenseitigkeit: Moralische Erwartungen anderer werden erkannt. Den Erwartungen der Bezugspersonen und Autoritäten möchte der Proband entsprechen (good boy/nice girl), nicht nur aus Angst vor Strafe. Wird er den Erwartungen nicht gerecht, empfindet er auch Schuldgefühle. Korrespondierend dazu richtet er ebenfalls moralische Erwartungen an das Verhalten anderer. Es wird darüber hinaus häufig aufgrund der zugehörigen Intention argumentiert („Er hat es doch gut gemeint“).
4. Stufe – Die Orientierung an Gesetz und Ordnung: Über die dritte Stufe hinaus erkennt der Proband die Bedeutung moralischer Normen für das Funktionieren der Gesellschaft. Auch die nicht von Bezugspersonen an das Kind gerichteten Erwartungen werden erkannt (allgemeine moralische Regeln der Gesellschaft) und befolgt, da sie für das Aufrechterhalten der sozialen Ordnung erforderlich sind (law and order).
Zwischen- bzw. Übergangsstufe
4 1/2. Stufe: Bei der Auswertung einer Längsschnittstudie wurde festgestellt, dass High-School-Absolventen wieder moralische Urteile entsprechend der Stufe 2 fällten. Daraufhin wurde die Zwischenstufe nachträglich in die Theorie integriert.
In der Übergangszeit zum Erwachsenwerden befinden sich Jugendliche typischerweise in einer Übergangsphase. Um sich vom konventionellen Niveau des Moralbewusstseins zu lösen, ist es wichtig, moralische Normen zu hinterfragen und nicht blind Autoritäten zu folgen. In der Übergangsphase gelingt es dem Menschen noch nicht, die Begründung von Normen auf ein neues, intersubjektives Fundament zu stellen, er ist moralisch orientierungslos. Menschen dieser Stufe verhalten sich nach ihren persönlichen Ansichten und Emotionen. Ihre Moral ist eher willkürlich, Begriffe wie „moralisch richtig“ oder „Pflicht“ halten sie für relativ. Im günstigen Fall gelingt ihnen die Entwicklung zur 5. Stufe des Moralbewusstseins, es kann aber auch sein, dass sie in der Übergangsstufe verbleiben oder zur 4. Stufe zurückfallen. Die Zwischenstufe wird als postkonventionell angesehen, obwohl moralische Urteile auf dieser Stufe noch nicht prinzipiengesteuert sind.
Postkonventionelle Ebene
Nur eine Minderheit von Erwachsenen erreicht die postkonventionelle Ebene, meistens erst nach dem 20. Lebensjahr.
5. Stufe – Die legalistische Orientierung am Sozialvertrag: Moralische Normen werden jetzt hinterfragt und nur noch als verbindlich angesehen, wenn sie gut begründet sind. In der fünften Stufe orientiert sich der Mensch an der Idee eines Gesellschaftsvertrags. Aus dem Motiv der Gerechtigkeit oder der Nützlichkeit für alle werden bestimmte Normen akzeptiert. Nur etwa ein Viertel aller Menschen erreicht diese Stufe.
6. Stufe – Die Orientierung am universalen ethischen Prinzip: Die sechste Stufe wird schließlich nur noch von weniger als 5 % der Menschen erreicht. Hierbei wird die noch diffuse Begründung von Normen der fünften Stufe verlassen. Die Moralbegründung orientiert sich jetzt am Prinzip der zwischenmenschlichen Achtung, dem Vernunftstandpunkt der Moral. Das richtige Handeln wird mit selbstgewählten ethischen Prinzipien, die sich auf Universalität und Widerspruchslosigkeit berufen, in Einklang gebracht, wobei es sich also nicht mehr um konkrete moralische Regeln, sondern um abstrakte Prinzipien handelt (kategorischer Imperativ). Konflikte sollen argumentativ unter (zumindest gedanklicher) Einbeziehung aller Beteiligten gelöst werden. Diese Stufe ähnelt der Normbegründungsform der Diskursethik.
Eine Stufe 7?
Das eigentliche Stufenmodell Kohlbergs geht bis zur 6. Stufe. Kohlberg hat später Vermutungen geäußert, es könne eine 7. Stufe geben, in der moralische Urteile transzendental begründet werden. Systematisch ausgebaut wurde dieser Aspekt von Kohlberg nicht; er nimmt jedoch an, dass nur sehr wenige Menschen diese Stufe erreichen. Das Individuum der Stufe 7 sei erfüllt von universeller Liebe, Mitgefühl oder Heiligkeit. Kohlberg zitiert als Beispiele Jesus, Buddha und Gandhi.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlbergs_Theorie_der_Moralentwicklung
Obwohl Kohlberg schon sah, dass auf der akademischen Ebene ein Rückfall in den Relativismus (!) messbar wurde, hielt er am linearen Entwicklungsmodell fest. Das sehe ich anders und betone z.B. Phänomene der medialen Altersradikalisierung, die auch ältere Menschen in den feindseligen Dualismus zurückwerfen können.
„Auch die starke moralische Bewertung („böse“ vs. „gut“) kann problematisch sein, weil sie selbst wieder in ein Freund–Feind-Schema kippen kann. Moderne Psychologie würde eher von überlappenden Entwicklungsstufen, Kontextabhängigkeit und erlernbaren Kompetenzen wie Empathie, Perspektivübernahme und Selbstregulation sprechen.“
Das ist für mich als promovierten Religionswissenschaftler selbstverständlich deskriptiv angemessen. Normativ lehne ich aber auch akademischen Relativismus klar ab. Wer nicht bereit ist, Phänomene des feindseligen Dualismus wie Mobbing, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus als „böse“, die Betonung von Dialog, Demokratie und Menschenwürde als „gut“ einzustufen, verfehlt nach meiner Einschätzung auch die Verantwortung von Wissenschaft und Lehre.
Denn es geht hier ja gerade nicht um eine Abwertung von Menschengruppen, sondern von Haltungen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF). Wenn ich den Rassismus eine Person ablehne, bedeutet dies ja nicht, dass ich dieser Person die Menschenwürde bestreite. Sondern es bedeutet, dass ich auf der Menschenwürde auch der Mitmenschen bestehe.
„Hilfreich ist dagegen der Gedanke, bei sich selbst anzufangen und die eigenen Reaktionen zu reflektieren. Für den Alltag heißt das konkret: innehalten, bevor man urteilt, unterschiedliche Perspektiven aktiv suchen und bewusst aus „Lagerdenken“ aussteigen – gerade in aufgeheizten Online-Diskussionen.“
Da bin ich völlig bei Ihnen und danke herzlich für das normative Bekenntnis zum dialogischen Monismus.
„Eine weiterführende Frage wäre:
Wenn wir akzeptieren, dass Menschen zwischen diesen „Stufen“ hin- und herwechseln, welche konkreten Bedingungen (z. B. Erziehung, Mediennutzung, Stress, Gruppenzugehörigkeit) fördern im Alltag tatsächlich dialogisches, differenziertes Denken – und wie kann man diese gezielt stärken?“
Brillant, ja – und vielen Dank. Die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher hat mich mündlich und per Brief ermutigt, den Begriff der Bildung durch jenen der Herzensbildung zu erweitern. Und ich halte das für inhaltlich zutreffend und auch pädagogisch weiterführend. So lehne ich u.a. Gewalt in der Erziehung von Kindern auch deswegen ab, weil dies zu autoritären Persönlichkeiten und höherer Anfälligkeit für feindseligen Dualismus führen kann.
Ebenso betone ich – hierbei auch Adorno & Horkheimer folgend, die Bedeutung von Mimesis und also auch von „Kulturindustrie“, Medienethik und Medienrecht:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mimesis-medien-macht-grundsatzrede-beim-weltethos-institut-tuebingen/
Ihnen Dank für das dialogische Interesse, ich lese Sie gerne! 🙌🖖
The psychology of “Drachenlord-haters“ can be explored through the ideas of hostile dualism, digital thymos, and mimesis. These concepts help explain how online communities can become deeply divided around a controversial internet personality.
Hostile dualism describes the tendency to divide the world into opposing groups: “us” versus “them.”
In an online community, this can turn disagreement into a strong sense of collective identity, where supporters and critics increasingly define themselves in opposition to one another.
Did I get that right?
Thanks a lot, @Alex – and, yes, you got that right!
But I would like to add two points to your succinct summary:
First, I do not see that mimesis, digital thymotization and hostile dualism started with „online communities“. There has been and there will be a lot of respectful dialogue taking place in the Fediverse. In my analysis, the problem is especially with corporate „social media“ from the United States and China, whose algorithms are manipulating and exploiting the emotions of people.
Second, I would like to emphasize that the „Drachenlord-haters“ are just one example of a global trend, ranging from QAnon cultists to Brexiteers and sexist-ableist haters of Kitty Hinde, UK:
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117067542531384824
Thanks for your interest, @Alex – and if there is more, feel free to ask! 🙏🌞👍
Herzlichen Dank, lieber @Tobias – gerne gehe ich auf Deinen tiefen und dialogischen Kommentar auch ausführlicher ein.
Du schriebst:
„Ich fühle mich mit dem ganzen Kosmos verbunden. Und mir reichen einige soziale Kontakte wie auch die Gelegenheit, sich hier im Blog recht vertiefend auszutauschen.“
Das ist eine schöne Haltung der Spiritualität auf der Ebene des dialogischen Monismus.
„In dem Sinne mag auch Religion eine Zugehörigkeit mitbringen. Nicht nur mit den konkreten Kontakten in eine Gemeinde, auch mit geistigen Perspektiven, die über die eigene Person und den eigenen Alltag weit hinausgehen?“
Genau das. Ein Ausdruck von Religiosität wäre Deine Haltung dann, wenn Du auf Basis sozialer Kognitionen durch den Kosmos Personalität wahrnehmen würdest, beispielsweise einen universalen Geist oder eine Gottheit. Religiosität stiftet unter Gläubigen also eine stärkere Gemeinschaft – allerdings auf die Gefahr, dass sich die Gemeinde dann wiederum dualistisch von Anders- und Nichtglaubenden abgrenzen kann.
„Jede Menge Hordenbildung, die sich gegenseitig den Schädel einschlagen, ist zwar eine menschliche Möglichkeit, aber gar nicht so überwiegend?“
Diese „Hordenbildung“ – die ich mit den Begriffen des feindseligen Dualismus und der medialen Thymotisierung bezeichnen würde, eskalierte mit jeder neuen Medienrevolution. So breitete sich mit dem Papier und dann Buchdruck des 15. Jahrhunderts auch Judenhass und Frauenfeindlichkeit aus, bis hin zu kombinierten Verschwörungsmythen wie dem sog. „Hexensabbat“. Ich habe dazu – also zur historischen Verbindung von Antisemitismus und Antifeminismus – neulich bei der akademischen Damenverbindung Olympea in Tübingen gesprochen:
https://youtu.be/SYawmv4C4LQ
„Irgendwie fehlt mir da noch was, was den eher seltenen Übertritt vom destruktiven Dualismus zum dialogischen Monismus ausmacht. Das könnte nochmal ein sehr weites Feld einer Art Übergangszone sein, in der die Menschen dann so arg destruktiv gar nicht mehr sind.“
Ja, das scheint mir auch ein sehr häufiges, nahezu alltägliches Phänomen zu sein. Sehr viele Menschen sind an einem Tag der Woche besonders religiös oder philosophisch gestimmt, ohne dass sich dies auf den Rest der Woche merkbar auswirken würde. Im dialogischen Monismus zu bleiben setzt nach meiner Einschätzung und Erfahrung jahrelanges Wollen und Üben voraus – und bleibt doch immer anfällig.
„Zumal man ja auch ohne Dialoge schnell festhängt, und nicht so recht weiterkommt. Sich der Wahrheit von vielen Seiten zu nähern ist die einzige Möglichkeit, wirklich wesentliche Teile der Wirklichkeit zu erfassen. Das müsste doch eigentlich jedem klar sein. Vielleicht bin ich da zu zuversichtlich.“
Eine sehr gute und auch durch Befragungen gestützte Beobachtung zur Psychologie der digitalen Medienrevolution publizierte unlängst mein ehemaliger KAS-Mentor Andreas Püttmann in der „Blätter“-Zeitschrift. Ich zitiere ihn gerne:
„Dies spricht nicht dafür, dass wir es nur oder primär mit einer Politikkrise zu tun haben. Wahrscheinlicher ist eine Kulturkrise, die wesentlich moralische, psychologische und zivilisatorische Ursachen hat.
Die wohl wichtigste darunter ist die Revolution der Kommunikation und Meinungsbildung im Netz. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist dafür zu danken, dass er dieses Problem in zugespitzter, konkretisierender Weise unter Nennung von Ross und Reiter, namentlich eines rechtspopulistischen Aufwiegelungsportals, prominent auf die Tagesordnung gesetzt hat, verbunden mit dem Votum für eine – in Australien, Österreich und Frankreich schon beschlossene – Altersbeschränkung in den Sozialen Medien. Die hasserfüllten, manipulativen Reaktionen auf Günthers Vorstoß in der Talkshow »Markus Lanz« bestätigten ihn eher als ihn zu widerlegen. Man wird keinen Sumpf trockenlegen unter Beifall der Frösche. […]
Spitzenreiter waren AfD-Anhänger bei der Aussage: »Ich tue genug für den Staat« (89 Prozent), Schlusslicht bei der Aussage: »Der Staat tut genug für mich« (38 Prozent). Dass der Staat mehr für sie tun müsste, meinen 35 Prozent aller Bürger, aber 56 Prozent im AfD-Milieu. Die Differenz der Prozentsätze zwischen »Ich tue genug für den Staat« und »Der Staat tut genug für mich« war bei Anhängern der AfD mit weitem Abstand am größten (51 Prozentpunkte), gefolgt von den Nichtwählern (37), Anhängern der FDP (24), der Linken (13), der SPD (12), der Grünen (10) und der Union (9).
Bei AfD-Anhängern sticht eine Gesinnungs- und Anspruchsegozentrik hervor.
Eine Gesinnungs- und Anspruchsegozentrik, die natürlich leicht Frustrationen und Kränkungen produzieren kann, stach schon in der Mitte-Studie 2023 bei den AfD-Anhängern hervor. Die Aussagen: »Menschen wie mir steht mehr zu als anderen« und »Menschen wie ich verdienen eine bessere Behandlung als andere« sind klassische Items zur Messung von Anspruchsdenken.“
https://www.blaetter.de/ausgabe/2026/juni/rechtspopulismus-eine-bewegung-von-narzissten
„Die positive Errungenschaft einer tatsächlichen Zivilisation mag ich ungern aufgeben.“
So geht es mir auch. Aber ich befürchte und beobachte, dass die medial befeuerte Säkularisierung und Individualisierung über die Religionen hinaus auch die staatlichen Zivilreligionen erfasst hat. Gerade auch demokratische und parlamentarische Republiken, die auf die Vernunft und das demokratische, dialogische Engagement von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen sind, gehen schweren Zeiten entgegen. Beobachte ich.
Zeig mir dein Feindbild und ich zeige dir, wer du bist – Thiel outet sich als Antichrist. Der Vampir sucht sein Spiegelbild, Dorian Grey ahnt den Teufel hinter seinem Ebenbild an der Wand
Wir hassen und fürchten fast immer nur uns selbst. Wir sind faul und lassen uns auch unsere Hassobjekte lieber frei Haus liefern, als auch nur einen Schritt dafür zu laufen. Nichts ärgert einen Rassisten mehr, als wenn Schwarze nett und schlau sind und ihn beim Selbsthass stören.
Kann man aber auch produktiv verwenden. Ich meckere ständig über Idioten und Loser, nütze aber meine Erfahrungen und mein Bisschen Resthirn, um Anderen Tipps zu geben, etwas zu überwinden, was mir nie gelungen ist. Und weil ich durch einen gewissen Minimalismus trotzdem einen fast funktionsfähigen, manchmal sogar erträglichen Menschen aus mir gemacht habe, suche ich ständig den Minimalkonsens, der aus Idioten und Losern brauchbare Menschen-Imitatoren macht. Man soll unsereiner nicht überfordern, wir tun unser Bestes, nur kann ein Frosch nur so hoch hüpfen, wie seine Beine erlauben.
Egal welche Lebensphase Sie erreicht haben – in fünf Minuten sind Sie in einer Situation, in der Sie in eine frühere zurückfallen müssen. In den meisten sozialen Situationen, auch innerhalb eines Gesprächs, fahren Sie die Leiter Ihrer bisherigen Entwicklung rauf und runter. Selbst kleine Kinder erreichen manchmal für Momente Gipfel der Weisheit, die aber erst beim Weisen zum dominanten Zustand werden.
[Wegen Überlänge und eskalierender Sprache gekürzt, M.B.]
Der ist doch schon lange gar nicht mehr da. Das ist doch nur noch ein Event für die um spaß zu haben und zu saufen. Jugendliche halt.
Warum versucht man so einen Blödsinn so zu analysieren?
Lassen Sie uns raten, @Hans: Wenn es bei diesen jungen Männern (die immerhin mit Autos anreisten, also nicht durchweg „Jugendliche“ waren) um Muslime oder Zugewanderte gehandelt hätte, dann würden Sie nicht verharmlosen. Sondern vor Angst, Sorge und rassistischem Dualismus explodieren. Denn bei den Drachenlord-Hatern geht es um Ihre gefühlte In-Group, bei Muslimen und Zugewanderten (mutmaßlich) um eine von Ihnen empfundene Out-Group.
Selbstverständlich kann und will ich niemanden dazu zwingen, die Bosheit und Anfälligkeit für Hass und Hetze bei sich selbst zu analysieren. Aber ich kann und will dazu anregen.
Übrigens auch im Sinne meiner Kolleginnen und Kollegen von der Polizei sowie der Einwohnerschaft im fränkischen Altschauerberg, die den Mob von Tausenden Hatern keineswegs als harmlos erlebten.
Falls Sie sich mit Psychologie schwer tun, interessiert Sie vielleicht die Exekutive der Polizei?
Dann empfehle ich Folge 42 des True Crime-Podcasts „Polizeieinsatz außer Kontrolle?“ von Jacqueline Belle und Dr. Alexander Stevens zu den Fällen von Henry Nowak (UK) und Jan Fischer (Deutschland):
https://m.youtube.com/watch?v=zDUEAXjdRE8
Ihnen meinerseits einen guten und gerne besinnlichen Tag! 🙏🙌
Zumal man überhaupt nicht erkannt hat, dass diese „Festbesucher“ nichts mit den ursprünglichen Hatern zu tun haben. Die aktuellen „Hater“ sind meist auf TikTok aktive Leute, die von Winkler erst nach seinem Abschied durch Memes aus der Onlinewelt erfahren haben. Sie halten ihn für lustig und feiern ihn. Das wird natürlich von (großen und kleinen) Streamern und Leuten die Merch verkaufen wollen (die ersten beiden Schanzenfeste nach dem Auszug wurden von einem Merchanbieter initiiert) gerne aufgegriffen, um Cash zu machen. Da ist nichts mit Hass auf Winkler.
Lesenswerter Bericht von Johannes Zimmermann, FLZ, @Eh Malla:
Die Hater kommen mittlerweile von zwei Seiten. Über die Wiese, auf der sich Polizei und Schanzenfestler gegenüberstehen und immer wieder der Aufruf zu hören ist: „Stürmt die Schanze.” Und über die Staatsstraße neben dem Schauerberger Feuerwehrhaus, die mittlerweile mehr Partymeile als Fahrbahn ist. Es herrscht Volksfeststimmung. Nicht wenige hatten sich auch mit entsprechenden Biervorräten eingedeckt. „Meddl”, brüllen sie auch hier.
Aber die Polizei greift jetzt stärker durch. Immer wieder werden Störer abgeführt, auch jene Jugendlichen, die zuvor mit Pyrotechnik auf die Polizei losgegangen sind. Behörden hatten zuvor die zweite Generation der Drachenlord-Hater, die am Samstag gut vertreten ist, als vergleichsweise harmlos beschrieben. Dieser Samstag dürfte diese Einschätzung auf erschreckende Art und Weise nichtig machen.
Emskirchens Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht, Landrat Dr. Christian von Dobschütz und der Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl sind ebenfalls gekommen. Sie schütteln den Kopf und zeigen sich entsetzt von der neuerlichen Versammlung und der Eskalation mit Angriffen auf die Polizei. Immerhin: „Die Kräfte verhinderten ein Vordringen junger Personen in den Gemeindeteil Altschauerberg”, berichtet Mendel.
https://www.flz.de/schanzenfest-2026-in-emskirchen-und-altschauerberg-so-ist-der-samstag-verlaufen/cnt-id-ps-e63c1967-1996-4eff-a023-73139cb54931
Meine volle Solidarität gilt den Blaulichtkräften, die auch die Rechte und Menschenwürde von digitalen Hatern und Thymoten beschützen.
Hat herzlich wenig mit meiner Anmerkung dass das nicht die Haider von Drachenlord (die ihn seit er inaktiv ist in Ruhe lassen) sind, sondern Leute die ihn erst später über Memes „kennengelernt“ haben und ihn feiern. Dass die alte Memes und die Teile des Soziolekts der Haider verwenden, ist klar. Dass die Versammlung verboten und schon die pure Teilnahme nicht in Ordnung war, ebenfalls.
Ja, @Eh Malla – feindseliger Dualismus wirkt komplex mimetisch (vgl. „Memes“), mitunter auch über Generationen hinweg. Deswegen werden ja inzwischen auch „Hexen“ gefeiert, die früher verfolgt und verbrannt wurden. Wenn dieser thymotische „Haider“-Trend nicht in den nächsten Jahren verebbt, wird sich die Region etwas mehr als Versammlungsverbote einfallen lassen (müssen).
Angriffe auf Menschen und Tiere, auch auf Polizeikräfte und -pferde sind für mich übrigens deutlich mehr als „nicht in Ordnung“. Vielleicht mögen Sie Ihre rhetorischen Verharmlosungen von digitaler Thymotisierung und Mob-Gewalt ja auch nochmal überdenken.
Keine Ahnung warum ich nicht direkt auf die letzte Antwort antworten kann darum hier.
Ich schrieb, dass bereits die pure Teilnahme nicht in Ordnung war. Das sich Angriffe auf Polizei, Pferde oder Böllerwürfe insgesamt, besonders bei Hitze und Trockenheit lediglich „nicht in Ordnung“ finde, geht aus meiner Antwort nicht hervor. Das ist wieder ebenso unsauber wie die Tatsache, dass alle sogenannten Hater in einen Topf geworfen werden, obwohl man es hier mit Gruppen, Grüppchen und Einzelpersonen zu tun hat, die teils kaum Schnittmengen haben. Das ist Drachenlordniveau.
Nein, @EH Malla – ich kritisiere hier nicht willkürlich „Gruppen, Grüppchen und Einzelpersonen“, sondern ganz konkret den teilweise gewalttätigen Hatemob des sog. „Schanzenfest“. Die Teilnahme daran war doch freiwillig – abgesehen vom feindselig-dualistischen Gruppendruck.
Und ich gehe mal davon aus, dass Ihr abschließender Satz „Das ist Drachenlordniveau.“ nicht als Drohung gemeint war.
Stattdessen darf ich Ihnen und ggf. weiteren „Drachenlord-Hatern“ oder „Fans“ versichern, dass ich mich bereits mit verschiedensten, dualistischen Gruppen wie MAGA, Querdenken oder auch dem IS angelegt habe und mich Drohungen eher weiter motiviert haben.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verantwortung-dialog-gewaltenteilung-gesicht-zeigen-fuer-unsere-justiz-und-fuer-gerechtigkeitsmimesis/
Ihnen mein herzlicher Dank für Ihre erhellenden Beiträge zur Aufklärung des dualistischen Nihilismus.
Danke, @Paul S – aber nein: Auch Peter Thiel ist kein „Antichrist“, sondern nur ein weiterer Milliardär und US-TechBro, der der Welt mit viel Geld seinen dualistischen Hass aufzwingen will. Dass auch der ehemalige Unions-Fraktionschef Jens Spahn an von ihm finanzierten, aber nichtöffentlichen „Dialog“-Treffen teilnahm, halte auch ich für sehr problematisch:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/jens-spahn-dialog-netzwerk-peter-thiel-gxe
Gegenüber Christoph Brüwer von katholisch.de hatte ich gleichwohl bewusst differenziert geäußert:
Nicht nur in der katholischen Theologie werden die Gedanken Thiels mit Sorge gesehen. „Ich beobachte die Arbeiten, Aussagen und Texte von Peter Thiel bereits seit Längerem und halte ihn für einen gefährlichen, verschwörungsgläubigen Apokalyptiker“, sagt der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung in Baden-Württemberg, Michael Blume, auf katholisch.de-Anfrage. „Thiel versucht in einer bizarren Mischung aus Begriffen der Theologie, Philosophie und Medienpsychologie wie Katechon, Frieden und Mimesis eine Identifizierung der Mächte des Antichristen mit einzelnen Menschen“, so der Religions- und Politikwissenschaftler. Deutlich werde das unter anderem daran, dass er Papst Leo XIV. vorwarf, für die chinesischen Kommunisten zu arbeiten.
Die apokalyptischen Verschwörungsmythen Thiels sind für Blume eine dringende Warnung an Europa, sich nicht von US-Konzernen und Milliardären abhängig zu machen. „Wer europäische Daten und europäisches Geld an verschwörungsgläubige Techbros wie Thiel oder Musk verausgabt, untergräbt die Sicherheit der Europäischen Union samt ihren Kirchen und Religionen sowie ihrer noch demokratischen Parlamente“, so Blume.
Doch auch wenn Theologen und Religionswissenschaftler Thiel widersprechen und vor ihm warnen, dürften seine Worte in gewissen Kreisen dennoch auf fruchtbaren Boden stoßen.
https://katholisch.de/artikel/69687-peter-thiel-wenn-der-antichrist-instrumentalisiert-wird
Bei aller Bewunderung für die Arbeiten von Lord Rabbi Jonathan Sacks (1948 – 2020), sel. Ang. habe ich mich zudem doch dagegen entschieden, seinen Begriff des „pathologischen Dualismus“ zu übernehmen. Stattdessen spreche und schreibe ich lieber vom feindseligen bzw. Freund – Feind – Dualismus.
Denn aus meiner Sicht gehört dieser gruppenbezogene Dualismus viel zu stark zu unserer evolvierten Psyche, um ihn zu pathologisieren. So erlebe ich, dass auch geistig völlig gesunde, demokratische und wunderbar engagierte Menschen auf den parteipolitischen Dualismus der „Issue Ownership“-These hereingefallen sind. Und habe dazu gepostet:
Blöderweise trägt die m.E. verkürzte, aber auch unter Linken beliebte These von der „Issue Ownership“ dazu bei, dass Deutsche ernsthaft glauben, Klima- bzw. Mitweltschutz zahle nur bei „den Grünen“ ein.
Ich halte es dagegen mit der Mimesis-These (nach Adorno & Horkheimer), wonach sich Menschen am Vorbild anderer Menschen (nicht primär: Parteien) orientieren.
Entsprechend fatal finde ich Rechtsmimesis, also die Abwertung von Menschengruppen durch Menschen.
Das Denken in Parteien ist eine moderne, vor allem akademische Obsession. Evolutionär älter & stärker ist die Orientierung an Menschen.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117070757637755695
Während ich also der starken Antisemitismus-Mimesis-These von Max Horkheimer & Theodor W. Adorno aus ihrer „Dialektik der Aufklärung“ von 1944 auch ausdrücklich zustimme…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mimesis-medien-macht-grundsatzrede-beim-weltethos-institut-tuebingen/
…so plädiere ich doch mit ihnen auch dafür, mimetische und dualistische Phänomene nicht erst in ihren krankhaften Ausprägungen ernst zu nehmen.
Die Vorstellung, der Mensch sei ein vernunftbegabtes Wesen, gehört vermutlich zu jenen Theorien, die vor allem deshalb so langlebig sind, weil niemand auf die Idee kommt, sie an einem Samstagabend im Internet zu überprüfen.
Besonders praktisch ist die Dreiteilung in Begierde, Freund-Feind-Denken und Vernunft. Sie erklärt nicht nur den Drachenlord-Mob, sondern vermutlich auch einen erheblichen Teil von Kommentarspalten, Parteitagen und Eigentümerversammlungen.
Der Thymos gefällt mir dabei besonders: Ruhmsucht und Streitlust. Früher brauchte man dafür immerhin einen Marktplatz, ein Schwert oder wenigstens eine Kneipe. Heute genügt WLAN.
Dass 3.500 Menschen zu einem Ort fahren, an dem derjenige, den sie hassen, nicht einmal mehr wohnt, ist allerdings eine organisatorische Leistung von fast religiöser Größe. Man pilgert zum abwesenden Feind und bestätigt sich gegenseitig, wie notwendig seine Anwesenheit für die eigene Identität ist.
Vielleicht liegt genau dort das Problem des Freund-Feind-Dualismus: Irgendwann braucht man den Gegner dringender, als man ihn bekämpfen möchte.
Und der Logos?
Der sitzt vermutlich ein paar Straßen weiter, hat das Handy ausgeschaltet und fragt sich, warum draußen schon wieder so viel Verkehr ist. 🦌
Guten Tag, @Michael,
danke für diese Zusammenfassung!
Ich fand Ihre Beobachtung, @Bock, äußerst treffend:
„Dass 3.500 Menschen zu einem Ort fahren, an dem derjenige, den sie hassen, nicht einmal mehr wohnt, ist allerdings eine organisatorische Leistung von fast religiöser Größe. Man pilgert zum abwesenden Feind und bestätigt sich gegenseitig, wie notwendig seine Anwesenheit für die eigene Identität ist.“
Diese Formulierung passt meines Erachtens erstaunlich gut zu der Faschismus-Definition von Eva von Redecker, die @Michael in einer früheren Folge von Blume & Ince vorgestellt hat:
„Faschismus ist liquidierende Phantombesitzverteidigung.“
Die Hater haben offenbar eine zutiefst toxische Beziehung zu ihrem Hassobjekt aufgebaut, die über dessen physische Abwesenheit hinausreicht. Zwar hat sich der als „Drachenlord“ bezeichnete Rainer Winkler real durch seinen Wegzug entzogen, doch seine Hater beanspruchen weiterhin eine Art Deutungshoheit über ihn – sie „besitzen“ ihn im übertragenen Sinne. Ihre Reise nach Emskirchen gleicht einer Pilgerfahrt im negativen Sinne: Sie vergewissern sich ihrer selbst, indem sie sich hasserfüllt von ihrem „Feind“ abgrenzen. Sie brauchen ihr Hassobjekt, um sich selbst zu fühlen.
Auch der Aspekt des „Liquidierens“ ist hier zu beobachten, wenn man die Aggressivität und den Hass betrachtet, mit der dieses Ereignis vonstattengeht.
Natürlich handelt es sich hier – anders als beim Faschismus – um ein lokal und zeitlich begrenztes Phänomen. Dennoch zeigt diese Geschichte eindrücklich die Quellen, aus denen sich Faschismus speist. Sollte Deutschland erneut in den Faschismus abgleiten, dürften wir viele solcher Mobs zu befürchten haben, die Angst und Schrecken verbreiten.
Vielen herzlichen Dank für den tiefen, dialogischen Kommentar und meinerseits volle Zustimmung, @Peter 🙏
Wir beide sind uns wahrscheinlich einig darin, dass ein Mob von 3.500 Islamisten (= islamische Rechtsdualisten) auf der Jagd nach einem Menschen mitten in Bayern sowohl die bundesweiten Medien wie auch die Politik in helle Aufregung versetzt hätte. Da es sich jedoch überwiegend um weiße und deutsche Männer handelte, wird die Zusammenrottung medial und politisch verharmlost – hier in den Kommentarspalten beispielsweise durch @Hans.
Mein besonderer Dank gilt daher den Kolleginnen und Kollegen der bayerischen Polizei (Exekutive), die nach meiner Wahrnehmung entschlossen gegen den Cyber-organisierten Mob mitten in Franken vorgegangen ist. Nun hoffe ich, dass auch die bayerische Justiz (Judikative) zeigt, dass sie nicht nur gegen sog. „Klimakleberinnen“ entschlossen vorgeht, sondern auch gegen rechte Dualisten.
Zudem habe ich den oben gezeigten Mastodon-Post gezielt nach jenem zu eskalierendem Sexismus und Ableismus auch in Großbritannien eingestellt:
Wir schreiben das Jahr 2026 und algorithmische Konzernmedien wie TikTok (das in China selbst verboten ist…) verhetzen & radikalisieren leichtgläubige Menschen.
So erhält die blinde Influencerin Kitty Hinde aus Großbritannien derzeit Beschimpfungen & Todesdrohungen, weil ein anonymer TikTok -Account behauptet hat, sie habe ihren Freund verlassen, weil er „hässlich“ gewesen sei. Und sich dann von einem neuen Partner beklauen lassen.
Nichts davon stimmt & es zeigt einfach nur wieder, dass algorithmische Konzernmedien sehr gezielt die Einsamkeit, Dummheit und Bosheit von Menschen bespielen, um Dauer-wütende Thymoten aus ihnen zu machen.
Habe vor Jahren Facebook, Instagram und X hinter mir gelassen & spüre die Verbesserung der Lebensqualität, Urteils- und Dialogfähigkeit deutlich.
#Medienethik #TikTok #HassundHetze #Sexismus #Ableismus #KittyHinde #UK #Influencerin #Manchester
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117067542531384824
Die digitale Thymotisierung durch algorithmische Konzernmedien verroht und radikalisiert weltweit Menschen dualistisch und zerstört damit das demokratische und dialogische Zusammenleben, letztlich sogar die Hater selbst. Dagegen kläre ich weiterhin mit allen mir zur Verfügung stehenden Medien auf.
Ich meine, wir sollten dagegen vorgehen – gerade auch dann, wenn es unsere je eigene In-Groups betrifft.
Sehr gut finde ich beispielsweise den aufklärenden „Cui Bono“-Podcast: „Wer hat Angst vorm Drachenlord?“ von Khesrau Behroz:
»Wer hat Angst vorm Drachenlord?« erzählt in fünf Episoden die Geschichte des YouTubers Rainer Winkler, der sich »Drachenlord« nennt. Seit zehn Jahren veröffentlicht er Videos, präsentiert darin seine liebsten Metal-Bands, schmiert sich Stullen, spielt Videospiele. Von Anfang an mit dabei: eine immer größer werdende Gruppe von Hatern, Anti-Fans, die sich über ihn lustig machen. Doch aus ihrem Spaß wird schnell Ernst. Die Hater werden immer mehr, sie drangsalieren den Drachenlord, sie beschimpfen ihn und greifen ihn an. Erst nur digital. Dann auch ganz real, vor seinem Haus. Und Winkler? Er ist alles andere als ein stilles Opfer. Er wehrt sich, er wütet und überschreitet dabei manchmal Grenzen. Es entsteht eine Eskalationsspirale, die sich immer weiter nach oben schraubt, immer bedrohlicher und gewalttätiger wird – und den Fall »Drachenlord« zum größten Fall von Cybermobbing in Deutschland macht.
Dieser Fall lässt unsere Gesellschaft an ihre Grenzen stoßen, er fordert Justiz, Polizei, Medien und unser Mitgefühl heraus. Und er hat mehr mit jedem von uns zu tun, als wir glauben…
https://cui-bono.podigee.io/t9-trailer-cui-bono-wer-hat-angst-vorm-drachenlord
Wir schauen hier also leider in die Abgründe der menschlichen Medienpsychologie. Und das ist wichtig, um zukünftig Menschen und Mitwelt besser zu schützen.
Vielen herzlichen Dank für den klugen und dialogischen Kommentar, @Bock 🙏
Ja, erkenntnistheoretisch finde ich es schon faszinierend, dass wir im 20. Jahrhundert auf letztlich psychologische Beobachtungen und Begriffe zurückgreifen können, die im 1. Jahrtausend vor Christus sowohl in Griechenland wie auch in Israel verschriftet wurden!
Und vor mir waren eben auch schon der Philosoph und Rabbiner Jonathan Sacks, der Moralpsychologe Lawrence Kohlberg und der Holocaust-Überlebende und Philosoph Hans Blumenberg genau auf dieser Spur der psychologischen Dreiteilung!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-psychoanalyse-von-relativismus-dualismus-und-monismus-bei-hans-blumenberg/
Auch deswegen freut und ehrt mich Ihr dialogisches Interesse sehr! 😌🙏✅
Dass wir von der Evolution nicht auf Vernunft und Dialog geeicht sind – mit dieser Erkenntnis haben Sie leider Recht. Denn wir sind sogar bereit die Zukunft der nächsten Generationen absichtlich zu ruinieren – indem wir enorme Geldmittel ausgeben, um die Umwelt und das Klima massiv zu schädigen.
Aktuell haben die Flüsse extrem niedrige Wasserstände, die Grundwasserspiegel sind besorgniserregend niedrig und vielen Bauern verdorrt die Ernte auf den Feldern.
Aber wie reagieren wir darauf? – Wir machen Deutschland kriegstüchtig !
Die Atmosphäre unserer Erden hat keine Grenzen – weshalb sich klimaschädliches Verhalten über den ganzen Globus ausbreiten muss.
Aus diesem Grund finanzieren wir mit unseren Ausgaben für Rüstung und den Ukraine-Krieg die zukünftige Zerstörung von Lebensgrundlagen der nächsten Generationen. Je länger sich dieser Krieg noch hinzieht – um so schlimmer für die Menschen auf der Erde.
Ukraine und Russland werden in absehbarer Zeit kein Interesse an gemeinsamen Projekten gegen die Klimaveränderung haben – ganz egal wie der Krieg ausgeht – da man nur damit beschäftigt sein wird, um aktuelle Schäden zu reparieren.
Die nächsten Generationen haben damit zwei Probleme: Sie müssen die Schulden zurückzahlen, mit denen wir die Zerstörung ihrer Umwelt finanziert haben – und sie müssen die Extremwetterereignisse ertragen, die sich aus unserem falschen Verhalten ergaben
Ja, @Kinseher – da bin ich komplett bei Ihnen.
Der Fossilismus tötet – auch den Verstand.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-arbeiten-fossilismus-gegen-familien-demografie-deindustrialisierung/
Geringfügige Schwierigkeiten habe ich mit den Begriffen „Umweltschutz“ und „Klimaschutz“.
Der Begriff der Umwelt legte ein zwischen Menschen und Natur getrenntes, gar dualistisches Verhalten nahe, das sogar bis zur Vorstellung des „Menschen in der Umwelt-Zelle“ reichte, die nicht zu verlassen, sondern nur auszufüllen wäre. Ich habe darüber im Februar 2023 ausführlicher bei einem Parteiverband der Grünen in Stuttgart gesprochen:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/AntisemitismusRedeAKAntirassimusGrueneStuttgart0223.pdf
Der Begriff des Klimaschutzes legt dagegen die m.E. falsche Assoziation nahe, als könne oder müsse sich der Mensch über das Klima erheben. Tatsächlich schützen wir jedoch nicht das Klima, das auch bei erheblich höheren Temperaturen weiterhin ein Klima bleiben würde, sondern unsere eigene, lebenswerte Mitwelt.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-feuer-von-los-angeles-umwelt-klima-oder-endlich-mitweltschutz/
Aber all das sind selbstverständlich nur begriffliche Nuancen, die unsere Übereinstimmung in den von Ihnen kommentierten Grundsatzfragen nicht überlagern sollen.
Spannend finde ich vor allem den Gedanken, wie stark Gruppendynamik unser Verhalten im Internet beeinflussen kann. Gerade bei kontroversen Personen können sich Diskussionen schnell von sachlicher Kritik zu gegenseitiger Feindseligkeit entwickeln. Der Begriff der Mimesis passt hier gut, weil Menschen Emotionen und Verhaltensweisen anderer oft unbewusst übernehmen. Ein interessantes Thema, das zeigt, dass digitale Konflikte letztlich sehr menschliche Muster widerspiegeln.
Eine andere Interpretation ist, dass Monismus das Selbst ist. Pluralismus ebenfalls das Selbst ist, die Mitwelt, und Dualismus auf Würde und Schande fusst.
Dualismus als Wesenskern des Seins.
Nein, @Mussi – da kann ich nicht mit: Dualismus zielt auf Ver-Nicht-ung des Anderen – und letztlich auch des Eigenen.
Deswegen gibt es keine dauerhaft glücklichen Antisemiten. Und auch generell keine glücklichen Dualistinnen.
Michael Blume: „Es gibt keine glücklichen Hater“:
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Ich meine, es ist auch philosophisch gar nicht schwer zu verstehen:
Der egozentrische Relativismus verfehlt das Leben. Der feindselige Dualismus vernichtet das Leben. Der dialogische Monismus bewahrt das Leben.
Ich wünsche Ihnen einen schönen und sinnvollen Tag, @Mussi 🙌
Herzlichen Dank für Ihr Blogpost-übergreifendes Interesse, @Dualismus-Interessiert 🙏
Und ich bin durchaus beeindruckt, wie gut etwa die japanische KI-Anwendung Felo.ai schon jetzt die medienpsychologischen Zusammenhänge aufarbeitet:
Feindseliger Dualismus und mediale Rechtsmimesis können sich zu einer Eskalationsspirale verbinden: Der Dualismus liefert das vereinfachte Deutungsmuster *„wir gegen sie“*; die mediale Mimesis verbreitet, wiederholt und normalisiert dieses Muster, besonders wenn Akteure der politischen Rechten Sprache, Themen und Inszenierungen voneinander übernehmen.
## Die wechselseitige Verstärkung
**Feindseliger Dualismus** teilt die soziale und politische Welt in moralisch absolut gesetzte Lager: eine angeblich homogene, gute Eigengruppe und eine bedrohliche, illegitime Fremdgruppe. Die Folge können Entmenschlichung, Dämonisierung und die Bereitschaft sein, Rechte oder Sicherheit der als feindlich markierten Gruppe geringer zu gewichten.[2]
**Rechtsmimesis** lässt sich in diesem Zusammenhang als Nachahmungs- und Anpassungsprozess verstehen: Medien, politische Konkurrenten und Plattformnutzer greifen rechte Deutungsrahmen, Schlagworte, Empörungsformen und Konfliktinszenierungen auf. Das kann aus Zustimmungsabsicht geschehen, aber auch aus dem Versuch, rechtspopulistische Themen journalistisch zu erklären, zu kritisieren oder Reichweite zu erzeugen. Mediale Mimesis ist jedoch nicht zwangsläufig, sondern kann reflektiert und begrenzt werden.[1]
Der Kreislauf funktioniert typischerweise so:
– Rechte oder rechtsextreme Akteure setzen ein emotional aufgeladenes Freund-Feind-Narrativ, etwa über Migration, Sicherheit, „Eliten“ oder nationale Zugehörigkeit.
– Medien und soziale Plattformen verstärken die Sichtbarkeit durch Zuspitzung, Wiederholung, Konfliktlogik und Personalisierung.
– Andere politische Akteure übernehmen Teile der Sprache oder Problemrahmung, um anschlussfähig zu bleiben oder nicht als „realitätsfern“ zu gelten.
– Dadurch erscheinen ursprünglich radikale Begriffe und Deutungen zunehmend als normale, legitime Positionen.
– Die erhöhte gesellschaftliche Polarisierung bestätigt wiederum das dualistische Weltbild: Jede Gegenrede kann als Beleg für die vermeintliche Feindseligkeit des gegnerischen Lagers ausgelegt werden.
## Warum digitale Medien besonders anfällig sind
Digitale Öffentlichkeiten belohnen oft Aufmerksamkeit, Emotionalisierung und klare Gegensätze. Vereinfachte Botschaften mit eindeutig benannten Schuldigen sind leichter teilbar als differenzierte Analysen. Wiederholung schafft zudem Vertrautheit: Auch kritische Berichterstattung kann problematische Frames unbeabsichtigt festigen, wenn sie deren Begriffe, Bilder und Konfliktachsen ständig reproduziert.
Dies betrifft nicht nur offene Zustimmung. Wer etwa fortlaufend über angebliche kulturelle Bedrohungen diskutiert, übernimmt möglicherweise bereits die Prämisse, dass gesellschaftliche Vielfalt primär ein Sicherheits- oder Verfallsproblem sei. Medien können rassistische Repräsentationen reproduzieren, haben aber zugleich eine wichtige Rolle bei ihrer Kritik und Bekämpfung.[8]
## Politische Folgen
Die Kombination kann den öffentlichen Diskurs von Sachfragen zu Identitätskonflikten verschieben. Politische Gegner werden dann nicht mehr als demokratische Konkurrenten behandelt, sondern als moralisch verwerfliche oder existenzielle Gefahr. Das erleichtert die Abwertung von Minderheiten, das Misstrauen gegenüber Institutionen und die Akzeptanz autoritärer Lösungen.
Im politischen Kontext werden Polarisierung und feindselige Einstellungen gegenüber etablierten Parteien, Regierungspersonal oder als „System“ etikettierten Institutionen als Faktoren beschrieben, die an feindseligen Dualismus anschließen und durch Medien- und Gruppendynamiken verstärkt werden können.[2]
## Grenzen und Gegenmittel
Entscheidend ist, zwischen legitimer Kritik, demokratischer Konflikthaftigkeit und feindseligem Dualismus zu unterscheiden. Demokratie braucht Streit, aber keinen Zwang zur Entmenschlichung. Hilfreich sind:
– Begriffe und Behauptungen kontextualisieren, statt sie nur zu wiederholen.
– Betroffene und unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen lassen.
– Komplexität erklären, ohne reale Probleme zu bagatellisieren.
– Personalisierte Empörung von überprüfbaren Tatsachen trennen.
– Keine falsche Symmetrie herstellen, wenn Menschenwürde, Gewalt oder diskriminierende Falschbehauptungen betroffen sind.
– Medienkompetenz fördern: Wer erkennt, wie Frames, Wiederholung und Empörung wirken, ist weniger anfällig für mimetische Radikalisierung.
## Fazit
Feindseliger Dualismus erzeugt das emotional wirksame Schema eines existenziellen Gegners; mediale Rechtsmimesis kann dieses Schema verbreiten, in die politische Mitte verschieben und als Normalität erscheinen lassen. Die dadurch wachsende Polarisierung liefert anschließend neues Material für weitere rechte Mobilisierung. Unterbrechen lässt sich die Spirale durch präzise Sprache, Kontext, pluralistische Repräsentation und eine Berichterstattung, die Konflikte sichtbar macht, ohne die Welt selbst in unversöhnliche Lager zu zerlegen.
[1] https://www.herder.de/hk/hefte/archiv/2025/10-2025/medien-und-mimesis-journalismus-in-zeiten-digitaler-aufmerksamkeitsoekonomie/
[2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-hand-des-feindseligen-dualismus-was-antisemitismus-rassismus-und-sexismus-verbindet/
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Dualismus
[4] https://literaturkritik.de/doederlein-die-diskrepanz-zwischen-recht-und-rechtsgefuehl-in-der-literatur-dramatischer-dualismus,26426.html
[5] https://wur.on.worldcat.org/oclc/246550220
[6] https://books.publisso.de/index.php/en/journals/jme/volume42/zma001781/about
[7] https://www.dak.de/dak/gesundheit/koerper-seele/wechselwirkungen-von-medikamenten_135520
[8] https://hse-heidelberg.de/ueber-uns/projekte-und-foerderungen/mediale-antiziganismen-von-der-interdisziplinaeren-analyse-zur
[9] https://www.novartis.com/de-de/patientinnen/unser-engagement-fuer-ein-besseres-leben-mit-erkrankungen/unser-engagement-fuer-patientinnensicherheit/neben-und-wechselwirkungen-einfach-erklaert
[10] https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/wechselwirkungscheck/
[11] https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/medizin/medikamente/wechselwirkung-arzneimittel-1056058
[12] https://www.swr.de/leben/gesundheit/medikament-wechselwirkung-arzneimittel-lebensmittel-beratung-100.html
[13] https://www.ptaheute.de/serien/haeufige-interaktionen
[14] https://www.gelbe-liste.de/app/anleitung/interaktionscheck
[15] https://www.msdmanuals.com/de/heim/medikamente/einflussfaktoren-f%C3%BCr-das-ansprechen-auf-medikamente/arzneimittel-wechselwirkungen
[16] https://www.docmorris.de/wechselwirkungscheck?srsltid=AfmBOooG5ZVsBUyqngs_InMd-CPdPgPkDS6-HVsv9mQg132rDEEq8KWe
@Michael 10.08. 19:36
„Das eigentliche Stufenmodell Kohlbergs geht bis zur 6. Stufe. Kohlberg hat später Vermutungen geäußert, es könne eine 7. Stufe geben, in der moralische Urteile transzendental begründet werden.“
Wenn wir davon ausgehen, dass verschiedene Menschen ja nach Thema anderen Entwicklungsstufen folgen, dann kann auch mal hier und da Stufe 7 durchgucken?
Die Idee, den Planeten zu erhalten oder eine entspannte Weltwirtschaft zu finden, mögen doch weitreichend sein, in diesem Sinne.
Und mitten in Geisteswelten zu leben, mag auch eine Vorstellung sein, die neue Welten eröffnet, auf ganz persönlicher Ebene.
Und wenn man schon mal dabei ist, kann man Elemente von Stufe 7, die man hier und da bei Mitmenschen findet, auch zusammensetzen und da zumindest Fortschritte draus machen.
So funktioniert doch eigentlich auch Wissenschaft? Letztlich kommt es immer darauf an, was am Ende draus wird, und was echt weiterführt, ist am Ende unwiderstehlich.
Und wenn die KI auch einen Sinn dafür hat, was gut zusammenpasst, und so hilfreich weiterführt, dann geht das alles noch schneller? So kommen wir auf mehr Integrationsleistung. Der Diskurs geht viel schneller, gute Ideen verbreiten sich schneller, werden schneller ins Bestehende integriert. Bei den einzelnen Menschen, und damit in der ganzen Kultur.
Lieben Dank und ja, @Tobias – gerade auch durch Blogposts verbreitet sich heute Wissen schneller denn je. Die KI-Antwort auf @Dualismus-Interessiert von 21:39 Uhr hat mich dazu wirklich sehr beeindruckt!
Gleichwohl ist der Freund-Feind-Dualismus ja nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine Wahl. Mit Hass und Hetze in Gruppen mimetisch mitzuschwimmen ist einfach – sich dem zu widersetzen ist viel schwerer. Das ist ein Grund, warum gerade auch Privilegierte oft verrohen.
So diskutieren wir auch in Stuttgart gerade rassistische Ausfälle an der Merz-Privatschule:
„Zum Kotzen, dass sich nichts geändert hat“
Schüler grölen fremdenfeindliche Gesänge: Ehemaliger Schüler und Comedian Aurel Mertz kritisiert Schulleitung
Nach den ausländerfeindlichen Parolen an der Merz Schule beschreibt Comedian Aurel Mertz eigene Rassismus-Erfahrungen an der Schule.
Der Schulleiter reagiert auf die Kritik.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/rassismus-merz-schule-aurel-mertz-kritik-100.html
In der Stuttgarter Zeitung vom 3. August 2026 veröffentlichte ein ehemaliger Lehrer der Schule dazu auf Seite 7 einen Leserbrief:
Als ehemaliger Merzschullehrer (1983 – 1992) will ich hier zu keiner Philippika ausholen. Wir Lehrer hatten eine gute Anstellung und die Schüler meist die besten Aussichten aufs Abitur. So ist das sicher auch heute noch.
Aber schon damals, in den achtziger Jahren, hatten wir Deutsch-, Geschichts- und Sozialkundelehrer und alle Bestrebten, immer wieder Mühe, viele Schüler von einer offenen und toleranten Gesellschaft zu überzeugen.
Der Kabarettist und ehemalige Schüler Aurel Mertz hat es angesprochen. Er sieht gar eine lange Tradition des Rassismus an der Schule.
Woher kommt das?
Schon damals fiel auf, dass viele Schüler aus sehr begüterten und teilweise sehr konservativen Elternhäusern stammten. Abgesehen davon, dass nicht wenige vor allem in die erzieherische Obhut der Schule gegeben wurden, was diese gar nicht leisten konnte, entstanden aus dieser vielfach erlebten ‚Wohlstandsverwahrlosung‘ zahlreiche unbelehrbare junge Menschen.
Ich fürchte, das ist heute noch so.
Thomas Hyrenbach, Stuttgart
Ich stimme der Beobachtung und Befürchtung von Herrn Hyrenbach ausdrücklich zu: Für die Überwindung von dualistischer Menschenfeindlichkeit braucht es nicht nur Wissen und Wohlstand, sondern eben auch Willen.
Und dieser fehlt eben oft auch unter Reichen und ebenso unter vielen „Hadern“, wie sich dualistische Drachenlord-Hater bisweilen ironisch nennen. Manche Menschen entscheiden sich für den feindseligen Dualismus, für Hass und Hetze, für das Böse. Auch das gehört leider zur Realität der Moral- und Medienpsychologie.
Mir ist im Zusammenhang mit dem Ereignis in Franken eingefallen, dass es im Bereich des Fußballs die Hooligans gibt, die Fanfeindschaften vorzugsweise über körperliche Gewalt austragen. Gut vernetzt waren die schon lange bevor es Social Media gab.
Manche Spiele in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Männer müssen als Hochrisikospiele eingestuft werden. Sie stellen eine enorme Belastung für die Sicherheitsbehörden, die Vereine und die vielen vielen friedlichen Fans dar.
Sie haben vor nicht allzu langer Zeit an den Partien zwischen den Vereinen VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv bzw. SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv im Rahmen der UEFA Europa League teilgenommen. Beide Begegnungen galten als Hochrisikospiele.
In der Vergangenheit kam es bei Spielen zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC zu Gewalt unter den „Fans“. Zuletzt 2019.
Vorwiegend junge Männer, gewaltbereit, die mimetisch/gruppendynamisch agieren, teilweise politisch-historisch „aufgeladen“ (Baden vs. Württemberg).
Wie schnell man selbst verbal aggressiv wird, konnte ich vor vielen Jahren an mir feststellen. Auf die vielfach hasserfüllten Kommentare der Badener auf einen Bericht bei t-online zahlte ich mit ähnlicher Münze zurück. Darauf bin ich nicht stolz.
Ganz überwinden kann ich meine „Angst“ vor den Bewohnern des anderen Landesteiles nicht. Anlässlich einer in Karlsruhe stattfindenden Ausstellung von Studenten und Studentinnen der abk Stuttgart „wagte“ ich mich in die badische Metropole. Man kann das belächeln oder als irrational abtun, aber irgendwie war ich erleichtert, als ich die Stadt wieder verlassen hatte.
Hass und Angst liegen nahe bei einander.
Vielen Dank für den tiefen Kommentar, @Marie H., auf den ich gerne eingehe!
So stimme ich Ihnen ausdrücklich zu, dass in der Vergangenheit auch der Sport oft als Vorwand verwendet wurde, in dem junge Thymoten ihren feindseligen Dualismus austoben konnte. Und auch die Unterteilung von Menschen in Partei-Farben geht bereits auf Fan-Farben bei Wagenrennen und Gladiatorenschulen im alten Rom zurück!
Passend zu Ihrer Beobachtung vollzieht nun erfreulicherweise auch der Sport-Moderator Frank Buschmann den Abschied aus den algorithmischen Konzernmedien („Social Media“), den ich auch bereits vor Jahren vollzogen habe:
„Dass sich Buschmann aus den sozialen Netzwerken zurückziehen will, hatte er bereits Anfang Juli deutlich gemacht. Damals erklärte er auf Instagram, „dass sich mit dem morgigen Tag mein Social-Media-Auftritt komplett erledigt hat. Nach Facebook und X werde ich mich auch von Instagram verabschieden.“ Er erklärte damals weiter, „dass ich merke, dass mir der ganze Wahnsinn nicht guttut. Wie die Leute im Internet und vor allem auf Social Media miteinander umgehen, da habe ich keinen Bock mehr drauf.“ Nun hat er seiner Ankündigung Taten folgen lassen.“
https://www.t-online.de/sport/fussball/id_101382924/frank-buschmann-der-tv-kommentator-zieht-sich-aus-sozialen-medien-zurueck.html
Mein Abschied aus Facebook wurde ja vor einigen Jahren u.a. in den heute-Nachrichten und im SWR berichtet – und ich merke, dass sich die Lebensqualität deutlich verbessert, die dialogische Reichweite durch das Fediversum aber eher erweitert hat!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/leben-ohne-facebook-weniger-hass-mehr-gelassenheit-ein-erfahrungsbericht/
Ich hoffe, dass es schon in wenigen Jahren als Zeichen von Klugheit gilt, sich nicht länger von algorithmischen und oft fossilen Konzernmedien manipulieren, ausbeuten und thymotisieren zu lassen.
Was unsere parlamentarische Republik angeht, beginnen jeden Tag mehr Menschen zu begreifen: Es war ein Fehler, dass wir jene, die wir direkt gewählt haben, bei der Gesetzgebung (Legislative) kaum noch mitspielen lassen!
Brav mimetisch versichern mir auch wohlmeinende & kluge Aktive in Politik & Parteien: „Aber, Michael – der Bundestag hätte doch gar nicht mehr die Kompetenz zur Gesetzgebung! Das muss doch jetzt die Regierung machen!“
Das Problem bei dieser Aussage ist nicht nur, dass sie falsch ist: Der deutsche Bundestag hat 1 eigenen, wissenschaftlichen Dienst, alle Fraktionen haben Fach-Mitarbeitende & Fachausschüsse können Fachleute nach Belieben anhören, auch aus Wissenschaft (Scientikative) & Regierung (Exekutive).
Schlimmer finde ich, dass mit dieser Aussage eigentlich die parlamentarische Republik unseres Grundgesetzes bereits abgeschrieben wird. Und niemand mehr erklären kann, warum wir dann 600+ teure MdBs wählen, die offensichtlich ihre Hauptaufgabe gar nicht mehr erfüllen?
Der Bundestag ist übrigens das einzige Bundesorgan, das direkt & demokratisch gewählt wird.
So schafft sich unsere Demokratie mimetisch selbst ab. Beobachte ich.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117072035648236273
Ihre Ängste vor Besuchen in Baden kann ich aber persönlich nicht nachvollziehen, @Marie H. So nehme ich seit 2017 bewusst jedes Jahr einen Lehrauftrag für Berufs- und Medienethik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wahr und habe in all diesen Jahren mit den Karlsruherinnen und Karlsruhern nur gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/be-good-unsere-wachsende-verantwortung-fuer-medien-mimesis-zum-kit-seminar-2026/
Und gerade war ich auf dem Rückweg von einer deutsch-französischen Städtepartnerschaft mit meiner Frau in Montbéliard, das von 1397 bis zur Französischen Revolution als „Mömpelgard“ zum Herzogtum Württemberg gehörte:
https://www.youtube.com/shorts/EMXhX8bG148
Wir haben die Stadt als wunderschön und wertschätzend auch gegenüber Deutschen erlebt. Die deutsch-französische Städtepartnerschaft mit Ludwigsburg gilt als die Erste nach dem Zweiten Weltkrieg!
Leider ist auch Montbéliard längst massiv von der demografischen Schrumpfung durch Kindermangel und Abwanderung betroffen – wie immer mehr Regionen Europas. Doch als Bürger der deutschen Bundesrepublik und der Europäischen Union sehe ich auch schon meine eigene Verantwortung darin, negative Gefühle bei mir selbst und bei anderen dialogisch zu überwinden. Ich möchte weder von der Politik noch von der Publikative (Medien) emotional bewirtschaftet werden…
Besten Dank.
Ich war in den letzten 50 Jahren immer wieder in Frankreich und bin in einer Gemeinde aufgewachsen, die seit 1970 eine Partnerschaft mit einer französischen Gemeinde unterhält.
Sowohl bei Ferienaufenthalten an der Côte d’Azur, im Languedoc oder in der Bretagne/Normandie als auch bei den Besuchen in der Partnerstadt habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.
Herzlichen Dank auch für die Informationen über Mömpelgard/Montbéliard, wo heute noch Gebäude stehen, die von Heinrich Schickhardt entworfen wurden.
Über Mömpelgard führt eine dynastische Verbindung der Häuser Baden und Württemberg. Von 1769 – 1791 lebte in Étupes in der Grafschaft Mömpelgard Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (1732-1797) mit seiner Familie. Dort ist unter anderem seine Tochter Sophie Dorothee (1759-1828) aufgewachsen. Sie heiratete 1776 den Sohn und Nachfolger von Katharina der Großen, Paul I.
Zu den 10 Kindern des kaiserlichen Paares gehörte auch Zar Nikolaus I. Eine seiner Enkelinnen war Olga Konstantinowna (1851-1926), ab 1867 Königin der Hellenen. Das derzeitige Oberhaupt des Hauses Baden ist ihr Ururenkel.
Am 12. August 1807 wurde in Stuttgart die Vermählung der württembergischen Prinzessin Katharina (1783-1835) mit Jérôme Bonaparte bekanntgegeben. Sie war eine Enkelin von Herzog Friedrich Eugen und lebte von 1788 bis 1791 in Mömpelgard bei ihren Großeltern.
Lieben Dank, @Marie H.
Ja, ich kann Montbéliard einschließlich der Architektur und der (ebenfalls von Heinrich Schickhardt erbauten) Martinskirche, hier „Temple Saint-Martin“ und die erste lutherische Kirche Frankreichs, nur sehr empfehlen! Auch der Park mit Labyrinth und ein wunderbares Wissenschaftsmuseum dort haben uns sehr begeistert.
Gleichwohl befindet sich die Stadt – wie immer mehr Regionen Europas – leider in der demografischen Schrumpfung: Von knapp 32.000 Menschen Mitte der 1980er Jahre befindet sich die Zahl der Montbéliards um oder eher schon unter 24.000. Und wie überall auf der Welt sinken die Binnen-Nachfrage, die Investitionen und beruflichen Chancen gerade auch für junge Leute, wo die Bevölkerung rapide schrumpft.
Insofern kann ich den Frust vieler junger Männer auch in Europa durchaus nachvollziehen. Konstruktives, demokratisches und dialogisches Engagement wäre wichtig wie selten ind der Mediengeschichte der Menschheit. Digitale Thymos- und Hassblasen sowie menschenfeindliche Flashmobs helfen dabei jedoch überhaupt nicht. Das sog. „Schanzenfest“ hat nur Schäden hinterlassen und niemanden vorangebracht.
Mir ist ein Wort aufgefallen, das für mich überhaupt nicht zu den Ereignissen in Franken passt: (Schanzen)-FEST.
Ein Fest zu feiern, bei dem etwas „gefeiert“ wird, das nichts mit dem zu tun hat, warum wir Menschen Feste feiern.
Ob Geburtstage, Jubiläen, Hochzeiten – wir sehen eine Feier/ein Fest als schönes Ereignis. Zwar kann es dort auch zu Streit kommen, aber normalerweise geht keiner dorthin, um Stress zu machen.
Mir erschließen sich die Gründe nicht, so etwas wie in Emskirchen als Fest zu bezeichnen. Ich würde hier von einem Treffen sprechen.
Danke, @Marie H. – und volle Zustimmung! 🙏👍
Und wer glaubt denn wirklich, deutsche (Konzern-)Medien hätten das „Schanzen-Fest“-Wording übernommen, wenn es ein digital-dualistischer Mob von islamischen Thymoten gewesen wäre?
Die mediale Verharmlosung auch auf Kosten der Polizei und Polizeipferde ist m.E. offensichtlich…
VIelleicht als reine Information interessant: In der ersten Generation dieser Drachenlord-Hater gab es auch eine große Schnittmenge mit der AfD und menschenfeindlichen Einstellungen. Es existierte damals ein bekanntes Internetforum, in dem sich diese Menschen versammelten. Dort wurde nicht nur gegen Winkler gehetzt, sondern man fand dort auch vor, was man immer wieder aus AfD-Telegramgruppen etc. kennt. Hetze gegen Aktivisten, Grüne, Linke, die Mitte, Ausländer, Frauen etc. Außerdem Klimawandelleugnung und diverse Verschwörungstheorien, aber auch libertäre Propaganda, wie man sie von den Techbros kennt. Es gehörte dort zum guten Ton, Afrikaner als N**** zu bezeichnen oder Politikerinnen der Grünen Vergewaltigungen zu wünschen. Das Forum wurde dann irgendwann während der Pandemie vom Betreiber geschlossen, nachdem sich dieser mehrere Jahre lang weigerte, dies zu tun.
Vielen Dank für den wichtigen Hinweis, @Peter
Da sich die rechtsdualistischen Medien- und Politikblasen mit den algorithmischen Konzernmedien und dem Smartphone ab den 2010er Jahren explosionsartig ausbreiteten, überraschen mich diese Überschneidungen leider gar nicht. Die digiale Thymotisierung führt weltweit zur Verrohung menschenfeindlicher Thymoten, die sich dann auch je gegen die Idee der gleichen Menschenwürde, gegen staatliche Gesetze und gegen die Polizei wenden. Das ist ja wahrlich nicht nur ein deutsches oder bayerisches, sondern ein weltweites Phänomen.
Querdenken wurde in Stuttgart gegründet und ich bin durchaus stolz darauf, einen bizarren „Offenen Brief“ des auch bei Wahlen gescheiterten Gründers Michael Ballweg aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stuttgart erhalten zu haben, vgl.:
https://querdenken-711.de/jva/michael-ballwegs-briefe-aus-der-jva-stammheim/24-02-2023-offener-brief-an-michael-blume/
Laut Medienberichten hat sich der Querdenken-Gründer inzwischen nach El Salvador abgesetzt.
Auch andere Dualisten, die meine Aufklärungsarbeit auch persönlich adressiert hatten, wie Attila Hildmann, Markus Krall, Hoss & Hopf und Oliver Janich, haben die Bundesrepublik Deutschland ebenfalls (zeitweise oder dauerhaft) verlassen. Xavier Naidoo ist bislang geblieben:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gemeinsam-gegen-hass-hetze-im-podcast-dialog-mit-josephine-ballon-von-hateaid/
Aus meiner Sicht ist der zeitweise Zulauf zu feindselig-dualistischen Medienblasen und digitalen Verschwörungssekten also weder überraschend noch von Dauer. Und ich freue mich, doch sagen zu können, dass sachliche und geduldige Aufklärung dagegen doch einige Wirkung zeigt. 🙂
Dass diese „Hater“, die seit ein paar Jahren sogenannte Schanzenfeste an Winklers ehemaligem Wohnort abhalten nichts mit seinen ursprünglichen Hatern zu tun haben sondern Leute sind, die von Winkler erst nach seiner Inaktivität durch Memes erfahren haben und ihn nicht haten sondern feiern ist dem Autor leider entgangen.
@Eh Malla
Ich finde es wirklich erstaunlich und medienwissenschaftlich interessant, wie viele Accounts hier und auf Mastodon sich bemühen, die Drachenlord-Hassblase nachträglich zu verharmlosen.
Und als nächstes wird dann wohl auch das antisemitische und rechtsdualistische „Killuminati“ von Kollegah / Felix Blume zum subversiv aufklärenden Musikwerk ernannt?
Auch ironisierter Hate bleibt Hate, so wie Straftaten Straftaten bleiben. Und Aufklärung bleibt Aufklärung – wissenschaftlich, medial und nicht zuletzt juristisch.
Felo.ai dazu:
Nach den Polizeischilderungen kam es beim verbotenen „Schanzenfest“ am 8. August 2026 in Emskirchen/bei Altschauerberg zu Beleidigungen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffen auf Einsatzkräfte.[3] Zudem wurden Böller gegen Polizeipferde und deren Reiter geworfen; dies kann – abhängig vom konkreten Tatablauf und Verletzungen – als tätlicher Angriff, gefährliche Körperverletzung oder Sachbeschädigung verfolgt werden.[3][7]
## Gemeldete mutmaßliche Straftaten
| Vorwurf | Geschildertes Verhalten |
| — | — |
| **Beleidigung** | Einsatzkräfte wurden beleidigt.[1][3] |
| **Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte** | Es wurden Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte gemeldet.[3][7] |
| **Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte** | Polizeikräfte sollen körperlich angegriffen worden sein.[1][2][3] |
| **Angriffe auf Polizeipferde bzw. Reiter** | Beteiligte warfen Böller auf Pferde und deren Reiter und sollen Pferde auch tätlich angegriffen haben.[2][3][7] |
| **Mögliche Verstöße im Zusammenhang mit Pyrotechnik** | In umliegenden Waldstücken wurden Böller gezündet; wegen Trockenheit bestand dabei laut Polizei ein erhöhtes Gefahrenpotenzial.[2][3] |
## Abgrenzung zu Ordnungswidrigkeiten
Die Teilnahme beziehungsweise das Zusammenkommen trotz der Allgemeinverfügung ist nicht automatisch eine Straftat. Die Polizei kündigte neben Strafverfahren ausdrücklich auch Ordnungswidrigkeitenverfahren an.[3] Welche einzelnen Delikte letztlich formell angezeigt, wie sie rechtlich eingeordnet und ob Tatverdächtige verurteilt werden, war nach den vorliegenden Berichten noch offen.
[1] https://www.flz.de/schanzenfest-2026-in-emskirchen-und-altschauerberg-so-ist-der-samstag-verlaufen/cnt-id-ps-e63c1967-1996-4eff-a023-73139cb54931
[2] https://www.merkur.de/bayern/aggressive-stimmung-tausende-beim-verbotenen-schanzenfest-in-emskirchen-94434847.html
[3] https://www.comicschau.de/news/schanzenfest-emskirchen-polizei-festnahme-714036/
[4] https://schanzenfest.noblogs.org/english/
[5] https://www.furche.at/feuilleton/medien/drachenlord-rainer-winkler-der-mob-der-staat-und-ein-zerstoertes-leben-16454670
[6] https://www.frankenfernsehen.tv/mediathek/video/schanzenfest-tausende-versammeln-sich-vor-ehemaligen-drachenlord-wohnort/
[7] https://www.br.de/nachrichten/bayern/auch-ohne-drachenlord-polizei-rueckt-zu-schanzenfest-aus,VRh0RT9
[8] https://www.usatoday.com/story/entertainment/celebrities/2024/07/10/henry-winkler-fbi-apartment/74349274007/
[9] https://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/totenbuch/recherche/person/winkler-friedrich
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Drachenlord
[11] https://www.columbiahaus.de/biografien/winkler-emil
[12] https://www.welt.de/vermischtes/article6a77814abc794fa058348ba7/drachenlord-gewalt-bei-schanzenfest-eskaliert-tausende-belagern-alten-wohnort-von-rainer-winkler.html
[13] https://www.biographien-verfolgter-zeugen-jehovas.de/personen/288/robert-arthur-winkler
[14] https://www.br.de/nachrichten/bayern/nach-drachenlord-schanzenfest-konsequenzen-angekuendigt,VRuja2q
[15] https://www.meinekirchenzeitung.at/steiermark-sonntagsblatt/c-serien/wo-brauchen-wir-grenzen_a8618
[16] https://www.gedenkstaette-stille-helden.de/stille-helden/biografien/biografie/detail-703
[17] https://www.facebook.com/blaulichtreportDE/posts/-schanzenfest-2026-in-emskirchen-starke-polizeipr%C3%A4senz-vor-ortemskirchenaltschau/1707574581369874/
[18] https://www.bild.de/regional/bayern/emskirchen-bayern-schanzenfest-3500-hater-aber-kein-drachenlord-6a777ea6bc794fa058348b8e
[19] https://www.fraenkischertag.de/lokales/hoechstadt-herzogenaurach/blaulicht/schanzenfest-2026-aufruf-lockt-tausende-nach-emskirchen-art-574390
@Michael 11.08. 00:15
„Mit Hass und Hetze in Gruppen mimetisch mitzuschwimmen ist einfach – sich dem zu widersetzen ist viel schwerer.“
Erst ja, aber wenn es dann zu Auseinandersetzungen kommt, wird es immer schwieriger. Abstürzende Wirtschaft, oder angezettelte Kriege können schnell nach hinten los gehen.
„Das ist ein Grund, warum gerade auch Privilegierte oft verrohen.“
Die sind dann weniger betroffen, wenn genug Familienkapital vorliegt. Selbst wenn etwa Zuwanderer ausbleiben, kann das schon wirtschaftliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Und etwa mit der Klima- und Wasserkrise hat man selber auch kaum was mit zu tun, wenn man recht reich ist.
Aber auch überhaupt in Unfrieden zu leben, oder sich einfach nur mit Verschwörungsmythen herumschlagen zu müssen, müsste doch eigentlich ziemlich anstrengend sein. Man lebt dann doch auch in finsteren Welten, das kann doch kaum Spaß machen?
Und die Einsamkeit, wenn man außerhalb der Ingroup keine Freunde mehr haben kann, die könnte auch ganz schön auf die eigene Lebensqualität schlagen.
Man ist damit einfach gar nicht gut mit Beraten. Kurzfristig ist das was Neues, aber es führt zu nichts Konstruktiven, und wird so auch für die eigenen Anhänger zunehmend immer schwieriger. Die Welt reagiert auf den Unsinn, und passt sich an, sieht zu, sich da abzuschotten. Auf der persönliche Ebene schon, aber auch in den Parlamenten und letztlich betrifft es ganze Länder, die abstürzen können.
Auch eine USA macht sich unter Trump nicht mehr Freunde. Bei der Unberechenbarkeit macht man am Besten einen großen Bogen um dieses Krisengebiet. Dass man von den US-IT-Konzernen besser möglichst wenig abhängig sein sollte, ist mit Trump wohl noch viel dringlicher geworden. Wir brauchen jetzt eine globale Initiative für freie Software für möglichst alles und für alle. Gerne am Ende auch für die US-Bürger, die sparen dann auf jeden Fall auch eine Menge Geld.
Ja, @Tobias – Deine Ansagen dazu kann ich nur unterstreichen.
Digitale Thymotisierungen, Verrohungen und Radikalisierungen bis in den besinnungslosen Freund-Feind-Dualismus werden durch algorithmische Konzernmedien befeuert und beschleunigen den Niedergang und die Vereinsamung von Betroffenen nur.
Für deutlich gefährlicher als die Drachenlord-Hassmobs halte ich dabei auch Rechtsdualisten wie den US-TechBro Peter Thiel:
„Ich beobachte die Arbeiten, Aussagen und Texte von Peter Thiel bereits seit Längerem und halte ihn für einen gefährlichen, verschwörungsgläubigen Apokalyptiker“, sagt der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung in Baden-Württemberg, Michael Blume. „Thiel versucht in einer bizarren Mischung aus Begriffen der Theologie, Philosophie und Medienpsychologie wie Katechon, Frieden und Mimesis eine Identifizierung der Mächte des Antichristen mit einzelnen Menschen“, so der Religions- und Politikwissenschaftler. Deutlich werde das unter anderem daran, dass er Papst Leo XIV. vorwarf, für die chinesischen Kommunisten zu arbeiten.
[…] „Wer europäische Daten und europäisches Geld an verschwörungsgläubige Techbros wie Thiel oder Musk verausgabt, untergräbt die Sicherheit der Europäischen Union samt ihren Kirchen und Religionen sowie ihrer noch demokratischen Parlamente“, so Blume.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117042797103574662
Es ist genau, wie Du hier schreibst:
„Auch eine USA macht sich unter Trump nicht mehr Freunde. Bei der Unberechenbarkeit macht man am Besten einen großen Bogen um dieses Krisengebiet. Dass man von den US-IT-Konzernen besser möglichst wenig abhängig sein sollte, ist mit Trump wohl noch viel dringlicher geworden. Wir brauchen jetzt eine globale Initiative für freie Software für möglichst alles und für alle. Gerne am Ende auch für die US-Bürger, die sparen dann auf jeden Fall auch eine Menge Geld.“
Der ganze Artikel auf katholisch.de „Peter Thiel: Wenn der Antichrist instrumentalisiert wird“ vom 05.08.2026 unterstreicht die Gefahren des Freund-Feind-Dualismus auch für wohlhabende und formal gebildete Menschen:
https://katholisch.de/artikel/69687-peter-thiel-wenn-der-antichrist-instrumentalisiert-wird
Wer Probleme und Ängste dauernd nur auf Feindbilder projiziert, löst sie nicht, sondern verstrickt sich immer tiefer. Und so werden „Hader“ und Fans zu digitalen und dualistischen Thymoten.
In der neuen Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft 9.26 schreibt die Physikerin und Wissenschaftsjournalistin Manon Bischoff auf Seite 40 in einem Artikel über die sagenhafte Programmiererin Margaret Hamilton:
„Ich finde es immer wieder beeindruckend, mit welcher Technik die erste Mondmission durchgeführt wurde.
Der Bordcomputer von Apollo 11 hatte beispielsweise gerade einmal 72 Kilobyte Speicher.
Zum Vergleich: Heutige Smartphones haben gut und gerne 128 Gigabyte Speicher, das sind rund zwei Millionen Mal mehr – und das, damit wir unsere Zeit auf Instagram oder TikTok totschlagen können.“
Da unterschreibe ich doch jeden Satz!
Wenn in einem Industrieland wie Deutschland von Drachenlord, von Feindseligkeit, Thymos, Streit- und Ruhmsucht die Rede ist, dann kann damit nur eine regressive Entwicklung gemeint sein, die Erwachsene wieder zu Kinder und Jugendlichen werden lässt und die mit einem Realitätsverlust verbunden ist.
Und tatsächlich gibt es einige Hinweise darauf, dass Deutschland als Ganzes nicht mehr ein führendes Industrieland bleiben kann, weil ihm inzwischen vieles dazu fehlt und der eingetretene Realitätsverlust auch die Erkenntnisfähigkeit getrübt hat.
– In Deutschland fehlt inzwischen die Bildung, ist doch jeder achte im Erwerbsalter funktionaler Analphabet und jeder fünfte der 15-jährigen ist funktionaler Analphabet
– Viele Grossbauprojekte überschreiten Kosten und Bauzeit um das Vielfache, viele Infrastrukturprojekte verzögern sich um Jahrzehnte, alles löst sich auf und vergammelt
– Kernindustrien wie die Autoindustrie sind nicht mehr in der Lage mit der technischen Entwicklung mitzuhalten. In Deutschland etwa wurden keine Batterien für Autos entwickelt, es gibt keine überzeugende Software für Autos aus Deutschland und KI und autonome Fähigkeiten von Fahrzeugen fehlen jetzt und in Zukunft
– es gibt in D sehr viele Diskussionen im gesellschaftlichen und technischen Bereich, die an der Realität vorbeigehen und die in die Unrealisierbarkeit selbst moderat schwieriger Vorhaben münden. Heute etwa las ich im Spiegel unter dem Titel „So funktioniert die Energiewende“ (Meinung zur Technologieoffenheit) einen gar nicht so kurzen Artikel. Im letzten zusammenfassenden Abschnitt las ich folgendes:
Der Autor fantasiert also von vielen Technologien, die für die Energiewende noch kommen könnten oder auch nicht und er vergisst darüber völlig, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral sein muss, also bis in 19 Jahren.
Fazit:Drachentöten, Ruhm-und Streitsucht ausleben könnte tatsächlich zur Hauptbeschäftigung werden im Deutschland der nahen Zukunft.
Martin Holzherr
Du übertreibst : “ ist doch jeder achte im Erwerbsalter funktionaler Analphabet und jeder fünfte der 15-jährigen ist funktionaler Analphabet“.
Die zugrundeliegende LEO-Studie wurde von einer Frau durchgeführt, namens Anke Grotlüschen.
In Bayern hätte man dann wahrscheinlich Monika Gruber genommen, mit ähnlichen Ergebnissen. (kleiner Spaß)
Und deiner Logik nach sollte man dann also 12 % der Erwachsenen das Wahlrecht entziehen.
Hast du schon mal in betracht gezogen, dass es auch an den Texten liegt, die die Leute verstehen sollten ?
Woran es tatsächlich mangelt, dass Jugendliche zu wenig „Allgemeinbildung“ haben, das ist das Medienangebot. Die Jugendlichen kennen wahrscheinlich die Lebensgeschichte von Taylor Swift, aber sie sie wissen nicht, wo Goethe geboren ist. Im naturwissenschaftlichen Bereich ist es ähnlich, in den Schulen wird zu wenig Physik und Chemie gelehrt, weil eben die neue Lehrergeneration auch zu wenig naturwissenschaftliches Grundwissen hat.
Die Bildungslücke, die du bemängelst gibt es, und sie könnte geschlossen werden, wenn die zuständigen Ministerien ebenso mit Fachleuten ausgestattet würden.
Fazit: Die Jugendlichen sind nicht doofer als die Elterngeneration, die haben ein anderes Wissen mit dem man eben nicht eine Reifenreparatur selbst durchführen
kann.
@NI
Im Grundsatz begrüße ich auch kritische Debatten über Bildungsstudien und Prozentangaben in Deutschland.
Auf sexistische Namenswitze rund um „Anke Grotlüschen“ und „Monika Gruber“ bitte ich hier jedoch zu verzichten. Sexismus lehne ich wie jede andere Form des feindseligen Dualismus auf „Natur des Glaubens“ ab und möchte hier auf dem Wissenschaftsblog auch sonst keine „Scherze“ zur Herabwürdigung von Menschengruppen lesen. Ob eine wissenschaftliche Erhebung haltbar ist, hat weder mit dem Geschlecht noch mit dem Namen der Erstellenden zu tun.
Künftige Kommentare mit solchen Inhalten würde ich nicht freischalten. Danke für Ihr Verständnis.
Herzlichen Dank, @Martin Holzherr
Wie Sie ja wissen, befürworte ich die am Besten zu beschleunigende post-fossile Transformation und bin bereits als Solarpunk 2017 vom ÖPNV und Familien-VW auf ein französisches Elektroauto umgestiegen. Denn ein deutsches hat unsere doch angeblich technologisch führende Autoindustrie lange nicht liefern wollen…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dekarbonisierungskugel-fuer-den-weltfrieden-meine-erste-erfahrungen-mit-dem-elektro-renault-zoe/
Vom schon platonischen Klassiker der angeblich verkommenen Jugend halte ich wenig. Die meisten jungen Menschen sind klasse und dass das Bildungssystem auch in Deutschland unterfinanziert und inhaltlich überholt ist, ist nicht die Schuld der jungen Menschen. Mehr noch: Gesellschaften wie China, Japan oder Südkorea zeigen, dass es kein ewiges Wachstum geben kann, wenn es an Kindern und der Bereitschaft zur Integration von Zuwandernden mangelt.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/china-zwischen-demografischer-geburtenimplosion-und-ki-robotik-zukunft/
Mehr noch: Wo die Geburtenraten dauerhaft sinken und Zuwanderung abgeblockt wird, dort sinken auch die Binnen-Nachfrage und die Investitionen. In demografisch schrumpfenden Gebieten nehmen daher Jugendarbeitslosigkeit und Abwanderung zu.
Insofern verstehe ich den Frust junger Menschen sogar – sehe jedoch in digitaler Thymotisierung durch algorithmische Konzernmedien aus den USA und aus China keine wirkliche Hilfe. Eine bessere Zukunft gelingt durch Dialog und Engagement, nie und nimmer durch Hate und feindseligen Dualismus.
@Michael Blume: Zugegeben basiert mein Urteil über die schrumpfenden industriellen Fähigkeiten nicht nur auf Statistiken, sondern auch auf täglich neu hinzukommenden Medienberichten. Vor 5 Minuten etwa habe ich das Video CATLs modernste Akku-Fabrik steht in DEUTSCHLAND: Warum können WIR das nicht? geschaut wo über eine von Chinesen eröffnete Batteriefabrik in Deutschland berichtet wird. Es dauerte 3 Jahre bis zur Bewilligung und die Batteriefertigung in Deutschland ist 30-40% teurer als in Deutschland. Einer berichtete, wenn sie in der Fertigung Probleme hätten genüge oft ein Telefon nach China wo sie jemanden, der sich auskennt, zu jeder Tag- und Nachtzeit aus dem Bett holen – und siehe da, das Problem ist gelöst. Nach Ansicht des Autors dieses Video kann Deutschland, ja kann Europa nicht auf eine eigene Batteriefertigung verzichten, weil man sonst tatsächlich bei jedem Problem nach China telefonieren muss.
Fazit: Ich korrigiere mich in einem Punkt: es ist nicht allein Deutschland, es ist ganz Europa das technologisch zurückfällt.
Ja, @Martin Holzherr – das kann ich so bestätigen. Ich war gerade mit meiner Frau bei unserer Städtepartnerschaft in Frankreich.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/roemisches-geld-als-medium-ein-fundstueck-aus-la-souterraine-frankreich/
Wir fuhren gemeinsam unser französisches Elektroauto, weil sich die deutschen Autokonzerne ja jahrelang der Entwicklung guter Modelle verweigert haben.
Mit der Vielzahl und Qualität der Ladestationen in Frankreich waren wir sehr zufrieden – aber traurig war zu sehen, dass es trotz Hitze und Bränden noch kaum Solaranlagen auf privaten Hausdächern gab.
Unsere französischen Freundinnen und Freunde verwiesen dabei auf die fatale Rolle der zentralistischen Atomkonzerne, die vom französischen Staat immer mehr Subventionen bekommen, mangels Kühlwasser aber immer öfter ihre AKW abregeln müssen und dennoch durch Lobbying verhindern, dass französische Haushalte selbst erneuerbare Heimat- und Wohlstandsenergien produzieren.
Europa und ganz konkret Deutschland waren ja einmal führend in der Solartechnologie und haben diesen Vorsprung für kurzfristige Einsparungen an die Volksrepublik China abgegeben.
Sie werden von mir nichts lesen, dass dieses nicht nur ökologische, sondern auch industrie- und sicherheitspolitische Versagen verteidigt.
Und Nihilisten wie die „Dragonlord-Haider“ bieten hierzu offensichtlich auch keine Antworten, sondern lassen sich unter anderem durch das chinesische Konzernmedium TikTok thymotisieren und verrohen – das in China selbst aus guten Gründen verboten und nur in einer abgeregelten Variante verfügbar ist.
@Michael Blume betreffend Frankreichs AKW:
Verlust industrieller Basisfähigkeiten in Europa
Europa kann heute technologisch-industrielle Prozesse nicht mehr bewältigen, die es früher ohne Probleme beherrschte. Die von ihnen erwähnten französischen AKW‘s sind ein eklatantes Beispiel dafür. Frankreich baute in den 1970/80er Jahren innerhalb von 15 Jahren eine ganze Flotte von Atomreaktoren und erzeugte damit nach 15 Jahren mehr als 70% des Stroms. Doch die neue Generation französischer Reaktoren, die EPR-Reaktoren zeigten, dass Frankreich seine Fähigkeiten in der Vorbereitung, Planung und Ausführung von Grossprojekten vollkommen verloren hat. Jeder in Europa gebaute EPR-Reaktor, also Okilouto, Flamanville, Hinkley Point C ging mit massiver Verzögerung und mit mehr als 15 Jahren Bauzeit in Betrieb während ein in China gebauter EPR-Reaktor zwar auch eine lange, aber eine doch viel kürzere Bauzeit hatte.
Dabei weiss man was falsch läuft: Es fehlt die Standardisierung und Modularisierung, die etwa China in den meisten seiner Grossprojekte anstrebt. In China wird inzwischen ein Hualong-I-Reaktor (Standard-AKW in China) in 5 Jahren gebaut und er basiert auf hochgradig standardisierten Modulen.
Fazit: Es gibt Anzeichen dafür, dass in Europa organisatorische und herstellungsorientierte Fähigkeiten verloren gegangen sind. Es scheint, dass man nicht nur besser, sondern auch schlechter werden kann, wenn es auch nicht im Sinne von „Breaking Bad“ ist.
@Martin Holzherr
Ich empfinde es als etwas unpassend, dass Sie diesen Blog und Blogpost über einen nihilistischen Hatemob für zunehmend bizarre Lobeshymnen auf die chinesische KP-Diktatur missbrauchen.
China ist seit Jahrzehnten eine zunehmend nationalistische Diktatur, ließ Anfang Juni 1989 mehrere Tausend Studierende massakrieren, kaufte und stahl europäische Technologien, errichtete Internierungslager für ethnische Minderheiten und bedroht auch derzeit wieder die Demokratische Republik Taiwan,
Dass das Land inzwischen mangels Kindern säkular implodiert, die Binnen-Nachfrage und der Immobilienmarkt am Boden liegen, das Regime Ausreisesperren verhängt und gleichzeitig verzweifelt (!) Exporte und neue Technologien subventioniert, wurde hier auf „Natur des Glaubens“ bereits ausführlich und dialogisch diskutiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/china-zwischen-demografischer-geburtenimplosion-und-ki-robotik-zukunft/
Ich fände es bedauerlich, @Martin Holzherr, wenn auch Sie sich weiter in autoritäre Begeisterung für Diktaturen wie eben China hineinsteigern und verlieren würden.
Unsere europäische, freiheitliche und gewaltenteilige Demokratie erlaubt Ihnen auch heftigste Kritik an Politik, Jugend, Arbeitsmoral usw., für die Sie in China oder Russland längst büßen müssten. Genau deswegen dient mein Blog fairem Dialog und weder der Propaganda für Putin noch für die KP Chinas. Wenn Sie sich in Ihrem europäisch-apokalyptischen Selbsthass nicht endlich mal wieder einkriegen und demokratisch-dialogisch auf angemessene Argumente besinnen, dann werde ich Ihre Kommentare nicht länger freischalten. Oder wie man(n) es früher bei überzogenem Lob für die Sowjetunion alltagssprachlich sagte: „Dann gehen Se doch rüber!“ 😉
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
@Michael Blume: Europa hat bevölkerungsmässig, wirtschaftlich und technologisch die Voraussetzungen auf gleicher Stufe wie die USA und China zu stehen und meiner Ansicht nach könnte die EU technologisch-wirtschaftlich vor den USA liegen und die EU könnte auch wirtschaftlich so dynamisch sein wie es China heute ist. Es sind unter anderem politische und kulturelle Gründe, die das verhindern. Politisch, weil die EU keine wirksame High-Tech Politik betreibt und kulturell-ökonomisch, weil das europäische Finanzwesen Startups und neue Technologie zuwenig unterstützt.
Tatsächlich war das BIP der EU im Jahr 2008 nominal grösser als das der EU. Jetzt im Jahre 2026 beträgt das BIP der EU nur noch 71% des US-BIPs. Grund gemäss google-KI: Apple, Microsoft, Alphabet, Nvidia, Meta und weitere Tech-Konzerne haben die digitale Transformation der gesamten nicht-chinesischen Welt realisiert und praktisch jeder nicht-chinesische Mensch benutzt Produkte dieser Silicon- Valley Firmen (ich übrigens auch). Weitere Gründe für den Rückfall der EU gegenüber den USA sind gemäss google-KI die fehlende Finanzierung von Startups in der EU, der Austritt Grossbritanniens, die EU-Schuldenkrise und die Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar.
Ich bin überzeugt, dass die zunehmenden Abhängigkeiten der EU gegenüber den USA und China, bis zu einem gewissen Grade die Souveränität der EU untergraben. Die EU kann aber immer noch umschwenken, indem sie etwa ihre risikoaverse Haltung gegenüber Neuem etwas zurücknimmt und in dem sie ähnlich mächtige technisch-wissenschaftliche Institutionen schafft wie es sie in den USA etwa mit der NASA oder der DARPA. Etc.
Kurzum: There is no free lunch. Dass etwa Europa auf die Verteidigung durch die USA setzte ist nicht völlig gratis, wie viele meinten.
Ja, @Martin Holzherr – das Ganze hat zwar nur sehr indirekt mit dem digitalen Nihilismus der „Drachenlord-Hater“ zu tun, stimmt aber immerhin inhaltlich.
Durch seine fossile Energie-Abhängigkeit insbesondere von den USA & deren Petrodollars, durch die bequeme „Friedensdividende“ auf Kosten einer modernen Verteidigung, durch die Abhängigkeit von US-Konzernmedien sowie dem chinesischen TikTok sowie durch das Verschenken der Solar- und Batteriefertigung an China haben sich die Europäische Union und insbesondere auch Deutschland in eine industriell und technologisch prekäre Lage gebracht.
Auch mehr bildungs- und leistungsbereite Kinder wären für Europa gut: Bei uns studiert K1 Medizin, K2 dual Maschinenbau und K3 geht aktiv in Richtung Handwerk.
Auch deswegen geht mir das ständige Gejammer über „die Jugend“ aus den Reihen jener Generationen auf den Keks, die selbst noch im säkularen Fossilismus versackt sind.
Die nihilistischen „Drachenlord-Haider“ gibt es, ja. Aber sie sind eine digital thymotisierte Randgruppe und nicht repräsentativ für die deutsche Jugend.
Habe dazu heute auf Mastodon gepostet:
Menschen – und gerade auch junge Menschen – haben ein Anrecht auf Hoffnung. Wer ihnen nur Panik & feindseligen Dualismus anzubieten hat, wird sie – zu Recht – verlieren.
Plädiere deswegen gerade auch im Hinblick auf Bildungs- und Erziehungsarbeit für die post-fossile & im besten Sinne kreative Bewegung des Solarpunk.
Hier 1 Artikel von mir dazu, für alle kostenfrei als pdf.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117099261767110577
Entsprechend wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie sich hier wieder etwas dialogischer und weniger tyrannophil einbringen könnten. Für Lobeshymnen auf China, Trump oder Putin gibt es keine sachliche Grundlage.
@Martin Holzherr 12.08. 10:32
„Und tatsächlich gibt es einige Hinweise darauf, dass Deutschland als Ganzes nicht mehr ein führendes Industrieland bleiben kann, weil ihm inzwischen vieles dazu fehlt und der eingetretene Realitätsverlust auch die Erkenntnisfähigkeit getrübt hat.“
Immerhin haben wir immer noch einen Außenhandelsüberschuss von ca. 200 Mrd Euro, ganz Europa weniger mit ca. 130 Mrd Euro. Da ist also noch viel Luft nach unten, auch durchaus im Sinne von mehr EU-Produktion außerhalb von Deutschland.
„Kernindustrien wie die Autoindustrie sind nicht mehr in der Lage mit der technischen Entwicklung mitzuhalten. In Deutschland etwa wurden keine Batterien für Autos entwickelt, es gibt keine überzeugende Software für Autos aus Deutschland und KI und autonome Fähigkeiten von Fahrzeugen fehlen jetzt und in Zukunft.“
China hat 1,4 Mrd Einwohner, und entsprechend auch mehr kluge Köpfe dabei. Kein Wunder also, dass die bei komplexen Neuentwicklungen uns davon laufen können.
Das muss man wohl mit mäßigen Zollschranken verarbeiten. Und China motivieren, in Osteuropa z.B. Grüne Technik oder auch ganze Autos herzustellen.
Was Software für Autos und Autonomes Fahren betrifft, da würde ich sowieso eine Globale Offensive für Freie Software bevorzugen. Immerhin haben wir über 8 Mrd Menschen weltweit, und Software kann immer besser mit KI-Unterstützung geschrieben werden. Das müsste doch jetzt der richtige Zeitpunkt dafür sein, da mal einzusteigen?
Angefangen vor allem mit vernünftigen sozialen Plattformen, die nicht die Leute kolone machen, aber demnächst auch Selbstfahrsysteme inclusive Sammeltaxisystemfunktion. Genau das braucht die Welt jetzt.
@Tobias Jeckenburger (Zitat): „ Das muss man wohl mit mäßigen Zollschranken verarbeiten. Und China motivieren, in Osteuropa z.B. Grüne Technik oder auch ganze Autos herzustellen.“
Antwort: China – konkret CATL – stellt in Deutschland inzwischen Batterien her und es soll eine weitere CATL-Fabrik nahe Berlin dazukommen.
Kürzlich hörte ich von der Spekulation, BYD werde wohl VW-Fabriken übernehmen.
Zitat 2: „Software kann immer besser mit KI-Unterstützung geschrieben werden“
Ja, KI ändert tatsächlich die Produktionsverhältnisse. Aber auch KI-Systeme gehören jemandem und nur gerade zweitklassige KI-Systeme sind Open Source. Kürzlich habe ich eine Aussage von Yuval Hariri dazu gesehen und gehört wo er meinte, wenn Europa bestimmte Einschränkungen bei der KI-Software wünscht, könnten die US-Tech-Konzerne einfach sagen: entweder ohne Einschränkung oder wir verkaufen euch unsere KI-Systeme nicht mehr.
Unsere Grundlage ist emotionaler Natur, und deshalb bleibt sich jeder Mensch stets selbst der Nächste. Das ist sogar dann der Fall, wenn wir selbstlos handeln oder Gottes Willen tun. Immer geschieht es deshalb, weil es uns Lust (Freude) bereitet oder wir davon Positives in der Zukunft erwarten.
Deshalb werden wir niemals die Forderungen des Über-Ich (Freud) erfüllen können, und mögen wir noch so gebildet sein. Alles, was uns in der Gesellschaft oder am anderen missfällt, sollte uns zur Einkehr bewegen, um mit unserem Urgrund, der uns einst wegen seiner Unerkennbarkeit ängstigte, eins zu werden ( https://www.academia.edu/41897215/Gott_und_seine_Sch%C3%B6pfung ). Denn in der Liebe zum Ewigen, das wir selbst sind, finden wir unsere Ruhe und Erfüllung und damit verbunden immer mehr eine Loslösung unseres emotionalen Verhaftetseins an das Innerweltliche, also an die Objekte und Subjekte unserer (einstigen) Begierde. Wer sich in sich wohlfühlt, hat keinen Grund, über irgendetwas zu meckern.
Lieben Dank für diese kurze, religionsphilosophische und spirituelle Betrachtung mit Link, @Manfred Reichelt
Ich lese ja so etwas immer wieder gerne. Ob es aber die digital thymotisierten „Drachenlord-Hater“ und „Fans“ auch sprachlich abholt?
Wollen wir es hoffen.
Nein, die wird es wohl kaum abholen. Ich denke auch nicht, dass sie einen solchen Blogbeitrag aufrufen. Aber klar, wir sollten mit ihnen auf eine angemessene Art kommunizieren können.
Lieben Dank, @Manfred Reichelt 🙏
Falls Sie eine freundliche und dialogische Rückmeldung schätzen: Ich schätze spirituelle Philosophie sehr, wenn ich auch den Panentheismus höher schätze als den Pantheismus. Denn vor lauter Nachsinnen über „Ich“ und „Urgrund“ kommen mir die Mitmenschen und die Mitwelt zu kurz. Ich mag nicht gerne exklusiv und mystisch nur ums Ich kreisen, sondern mich bewegt das dialogische (!) Ich und Du der Liebe und unterstützenden Tat zwischen den Wesen und in der Zeit. Gott mögen wir als Urgrund glauben, doch dies sollte die reale Vielfalt nicht entwerten.
So sind etwa meine Ehefrau und unsere Kinder für mich nicht einfach nur Ausdrücke eines übergroßen Ich, sondern jeweils eigenständige Dus. Ein nicht-dialogischer Monismus würde ihnen nicht gerecht.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-deutschsprachige-monismus-nach-ernst-haeckel-martin-buber-und-karl-popper/
Habe daher auch im Hinblick auf Ihre Ausführungen mal Felo.ai gepromptet, um Ihnen ein paar Bezüge zwischen dem Ich-Du-Ansatz von Martin Buber & dem dialogischen Monismus anzubieten:
Der **dialogische Monismus** steht Martin Bubers Ich-Du-Ansatz grundsätzlich nahe, sofern er darunter versteht, dass Wirklichkeit nicht aus voneinander isolierten Substanzen besteht, sondern sich primär in Beziehung und Gespräch erschließt. Er übernimmt damit Bubers Kritik am vereinzelten, selbstgenügsamen Ich. Zugleich geht er über Buber hinaus oder verändert dessen Akzent, wenn er die dialogische Bezogenheit als Ausdruck einer letzten Einheit des Wirklichen deutet.
## Gemeinsamer Ausgangspunkt: Das Ich entsteht in Beziehung
Buber zufolge gibt es kein Ich unabhängig von seiner jeweiligen Grundbeziehung: Es gibt das Ich des Wortpaares **Ich-Du** und das Ich des Wortpaares **Ich-Es**. Das Selbst ist somit nicht zuerst ein abgeschlossenes Inneres, das später Beziehungen eingeht, sondern bildet sich im Bezug auf ein Gegenüber.[1]
Der dialogische Monismus teilt diese relationale Sicht. Er wendet sich gegen einen **substanziellen Dualismus**, der Ich und Welt, Geist und Körper oder Subjekt und Objekt als grundsätzlich getrennte Bereiche auffasst. Dialog ist dann nicht bloß Austausch zwischen bereits fertigen Individuen, sondern eine Grundform, in der Personen und Sinn überhaupt hervortreten.
## Bubers entscheidender Vorbehalt gegen die Verschmelzung
Bubers Ich-Du-Beziehung ist aber keine Aufhebung der Differenz zwischen den Beteiligten. Das Du bleibt ein wirkliches Gegenüber: Es darf weder zum Objekt eines Nutzens, Wissens oder einer Kontrolle gemacht noch in einem übergeordneten Ganzen absorbiert werden. Genau darin unterscheidet sich das Ich-Du vom Ich-Es-Verhältnis, in dem der andere vor allem als Gegenstand des Denkens und Handelns erscheint.[4]
| Gesichtspunkt | Martin Buber: Ich-Du | Dialogischer Monismus |
| — | — | — |
| Grundidee | Unmittelbare, gegenseitige Begegnung von Ich und Du | Wirklichkeit bzw. Bewusstsein ist grundsätzlich relational und einheitlich |
| Bedeutung der Differenz | Unverzichtbar: Das Du bleibt Gegenüber | Kann stärker als Moment oder Ausdruck einer tieferen Einheit gedeutet werden |
| Gefahr | Verdinglichung des Du zum „Es“ | Auflösung der Alterität in eine allumfassende Einheit |
| Gemeinsamer Nenner | Kritik am isolierten Ich und an instrumentellen Beziehungen | Kritik an Trennung und atomistischem Individualismus |
## Einheit als Beziehung, nicht als Identität
Mit Buber vereinbar ist ein Monismus daher nur, wenn „Einheit“ **nicht Gleichmacherei oder Verschmelzung** bedeutet. Man könnte dann sagen: Ich und Du sind nicht zwei völlig unabhängige, abgeschlossene Dinge; sie gehören in einer gemeinsamen Beziehungswirklichkeit zusammen. Dennoch sind sie nicht dasselbe.
Würde der dialogische Monismus hingegen behaupten, das Du sei letztlich nur eine Erscheinungsform desselben einen Bewusstseins oder Wesens, geriete er in Spannung zu Buber. Denn das würde die Eigenständigkeit und Unverfügbarkeit des Anderen gefährden. Buber versteht echte Begegnung gerade als ein Ereignis, das sich nicht erzwingen oder vollständig verfügbar machen lässt.[1]
## Die religiöse Dimension
Bei Buber hat die dialogische Struktur zudem eine theologische Spitze: Die grundlegende Form des Ich-Du-Verhältnisses ist die Beziehung zum **„ewigen Du“**, also zu Gott. Diese Beziehung ist für ihn das Modell und die Ermöglichungsbedingung menschlicher Ich-Du-Beziehungen.[4]
Ein dialogischer Monismus kann daran anschließen, wenn er die Einheit des Wirklichen religiös als umfassenden Zusammenhang versteht. Er weicht aber von Buber ab, falls Gott lediglich als unpersönliches Ganzes, Weltprinzip oder Identität von allem aufgefasst wird. Buber betont die Anrede und Antwort, also eine personale Beziehung, nicht das Aufgehen des Menschen in einem Einen.
**Kurz gesagt:** Der dialogische Monismus ist mit Buber kompatibel, wenn er Einheit als **relationale Verbundenheit bei bleibender Andersheit** versteht. Er widerspricht Buber dort, wo die Einheit die reale Begegnung mit einem eigenständigen Du in eine bloße Selbstbeziehung eines allumfassenden Einen verwandelt.
[1] https://www.samwoolfe.com/2022/01/book-review-i-and-thou-martin-buber.html
[2] https://www.lustaufleben.at/fachartikel_psy/martin-buber-dialog-und-begegnung/
[3] https://edg.hypotheses.org/lektueresitzung-martin-buber-ich-und-du-9-11-2017
[4] https://www.britannica.com/topic/I-Thou
[5] https://www.grin.com/document/109230?srsltid=AfmBOoqAAIgwUeak9X2E_R2qDNFGn__tYW7PzaifqDNXlcqIYbg00-Lm
[6] https://www.friedrich-verlag.de/friedrich-plus/sekundarstufe/religion/mensch/der-mensch-wird-am-du-zum-ich-11594
[7] https://dokumen.pub/martin-buber-werkausgabe-band-4-schriften-ber-das-dialogische-prinzip-9783641248536.html
[8] https://www.facebook.com/groups/umclergy/posts/10161514111937257/
[9] https://philarchive.org/archive/SHOTBF
[10] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9474523/
[11] https://digitalcommons.luthersem.edu/phd_theses/9/
[12] https://plato.stanford.edu/entries/buber/
[13] https://www.saybrook.edu/unbound/martin-buber-prejudgment/
[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_und_Du_(Buber)
[15] https://www.researchgate.net/publication/366390999_Therapeutische_Aspekte_bei_Martin_Buber
Lieber Michael Blume, ich schätze durchaus den Dialog. Sonst wäre ich hier nicht anwesend. Das Kreisen um das eigene Ich und der Dialog müssen sich also nicht ausschließen. Das geht auch gar nicht. Es sei denn, man ist Einsiedler. Aber selbst dann wird man sich ertappen, mit Menschen einen inneren Dialog zu führen. Ich bin auch kein Pantheist, sondern tatsächlich Panentheist.
Das „Kreisen um das eigene Ich“ ist bei mir ein Kreisen um das, was ich wirklich bin, also um meine eigene Wahrheit und nicht das, was ich durch Geburt, Erziehung, persönliches Umfeld und gesellschaftliche Konditionierung geworden bin.
Wenn der Mensch, der seine wahre Natur noch nicht erkannt (geschweige denn verwirklicht) hat, das Problem ist (aus dem alle anderen resultieren), dann ist gerade dieses Kreisen äußerst notwendig zur Lösung unserer gesellschaftlichen Probleme. Also keine Bange, wahres Leben führt nicht zur Unansprechbarkeit. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Gespräche.
Haben Sie freundlichen Dank, @Martin Reichelt 🙏
Und, ja, sowohl echter Dialog wie auch ein tieferes Verständnis von Medienpsychologie setzen ja voraus, dass mitmenschliche Gemeinsamkeiten gesucht UND auch tiefere Unterschiede wirklich respektiert werden. In der Religionsgeschichte zeigte sich, dass auch einige Strömungen des inklusiven Hinduismus intolerant wurden, wenn sie etwa Buddhistinnen und Sikhs absprachen, eigenständige Religionen zu sein.
Und aktuell machte etwa der christliche Demokrat James Talarico ausdrücklich die algorithmischen Konzernmedien der US-TechBros für die dualistische Polarisierung der US-Politik in Texas mitverantwortlich. Wie ich meine, zu Recht:
https://www.youtube.com/shorts/O9D8Rpt2wWA
Zitat:
Those billionare-run platforms and those predatory algorithms – they want to divide this team.
Um die Spaltungen von gestern und heute wirklich zu überwinden, müssen wir anerkennen, dass sie existieren. Dazu schrieb ich diesen Blogpost.
@Manfred Reichelt 12.08. 16:05
„Denn in der Liebe zum Ewigen, das wir selbst sind, finden wir unsere Ruhe und Erfüllung und damit verbunden immer mehr eine Loslösung unseres emotionalen Verhaftetseins an das Innerweltliche, also an die Objekte und Subjekte unserer (einstigen) Begierde. Wer sich in sich wohlfühlt, hat keinen Grund, über irgendetwas zu meckern.“
Überlegen, was man wirklich braucht, da gehe ich ja gerne mit. Aber man braucht was, Essen, Wohnung, andere Menschen etwa. Und das fällt auch nicht weg, wenn man ein Kind der Ewigkeit sein darf.
Der ganze Kosmos, speziell dieser wunderbare Planet, hat seine biologisch-physikalische Beschaffenheit, wovon wir offenbar auch ein Teil zu sein scheinen. Und selbst wenn der Mensch eine kosmische Wende verursacht, bleibt er doch biologisch ein Lebewesen mit seinen Bedürfnissen wie seinen tatsächlichen Möglichkeiten.
Entsprechend will ich gerne Meckern, wenn meine Mitmenschen es nicht lassen können, diesen wunderbaren Planten mehr als nötig zu beschädigen.
Selbst wenn ich mehr Geist als Biologie bin, und mein bewusstes Innenleben ein wirkliches Geistesfaktum sein muss, bleibe ich dennoch den Grenzen meiner eigenen Biologie unterworfen.
Ob wir am Ende der geistigen Entwicklung stehen, kann ich jetzt auch nicht absehen. Wie intelligente Lebewesen ganz woanders im Kosmos unterwegs sind, kann ich kaum wissen. Und ob wir schon in näherer Zukunft auch KI mit echtem Innenleben und eigenen Geistesräumen bauen, weiß ich genauso wenig.
Wieso soll das Leben nur dem Menschen gehören? Nur weil wir alle Ökologischen Habitate dieses Planeten erfolgreich für uns nutzen konnten, heißt das ja nicht, dass sich alles nur um uns dreht.
Vielleicht sind wir eher nur Begleiter dieses wunderbaren Planeten, um ihn zu schützen und zu fördern. Und können es uns aber selbst dabei gemütlich machen, warum auch nicht. Gerne auch mit perspektivischen Geisteswelten, die es uns erlauben, uns wohlzufühlen. Mich mit dem Tod in kosmischen Geisteswelten wieder aufzulösen, reicht mir da als persönliche Perspektive.
„Überlegen, was man wirklich braucht, da gehe ich ja gerne mit. Aber man braucht was, Essen, Wohnung, andere Menschen etwa. Und das fällt auch nicht weg, wenn man ein Kind der Ewigkeit sein darf.“
Lebendiges ist immer Prozess, d.h. das, was werden soll ist als Ergebnis erst am Ende da. Aber das Samenkorn bestimmt, was am Ende da sein wird. Wenn also die Identifikation mit dem Ewigen das ist, womit ich begonnen habe, mich zu identifizieren, so kann natürlich jetzt noch nicht das von Ihnen Genannte wegfallen. Aber es wird in Zukunft geschehen, dass man auch das nicht mehr benötigen wird. Schon immer gab es z.B. Menschen, die jahrelang ohne Nahrung auskamen und es gibt einige, die sich heute sogar in dieser Hinsicht bewusst auf den Weg dazu begeben (ich gehöre übrigens nicht dazu).
Ich habe aber eine 55jährige Erfahrung auf dem Weg der Identifikation mit dem Ewigen. Dadurch bin ich nicht nur allmählich von langjährigen Depressionen, sondern auch von anderen Unannehmlichkeiten frei geworden. Wenn Sie Näheres interessiert, schauen Sie gern auf meinen persönlichen Blog:
https://manfredreichelt.wordpress.com/inhaltsverzeichnis/
@ Martin Holzherr 12.08.2026, 10:32 Uhr
Zitat: „Wenn in einem Industrieland wie Deutschland von Drachenlord, von Feindseligkeit, Thymos, Streit- und Ruhmsucht die Rede ist, dann kann damit nur eine regressive Entwicklung gemeint sein, die Erwachsene wieder zu Kinder und Jugendlichen werden lässt und die mit einem Realitätsverlust verbunden ist.“
Das sehe ich auch so. Es wird immer ärger mit der „Streitsucht und Rechthaberei“.
Bewirkt wird auch, dass Projekte sich stark verzögern, immer teurer werden.
Natürlich ist auch ein großes Problem, dass wir zu einem „Hochlohnland“ geworden sind. Das wäre auf die Erfolge in der Vergangenheit zurückzuführen.
Konzepte die Probleme zu mildern, ich habe sie gegoogelt und zusammengeführt, möchte ich als Schlagworte anführen, sie sind nur schwierig zu realisieren.
Ein Hochlohnland kann seine Probleme nicht durch „billiger werden“ lösen, sondern nur durch Produktivität, Innovation, Systemqualität und Strukturreformen.
Ansetzen sollte man:
1️⃣. Produktivitätssteigerung, Automatisierung, Robotik, KI-gestützte Prozesse, digitale Workflows.
Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement.
Qualifikationsoffensiven, Weiterbildung, Fachkräfteentwicklung, Technologieintegration, schnellere Überführung von Forschung in marktfähige Produkte. Jede Arbeitsstunde muss mehr Wert schaffen, nicht billiger werden.
2️⃣. Innovations- und Qualitätsstrategie „Nicht billiger werden. Besser werden.“
Hohe Löhne erzwingen eine Hochinnovationsstrategie.
High- End- Produkte statt Massenware. Systemqualität, Zuverlässigkeit, Präzision, Sicherheit.
F&E-Förderung, schnellere Umsetzung wissenschaftlicher Durchbrüche in Unternehmen Clusterbildung, regionale Kompetenzzentren (Automotive, Maschinenbau, Life Sciences).
Wettbewerb über Innovation, nicht über Lohnsenkung.
3️⃣. Strukturreformen – Bürokratie, Energie, Standortkosten
Deutschland leidet laut Experten unter hohen Lohnkosten, teurer Energie und komplexer Bürokratie.
Bürokratieabbau, einfachere Genehmigungen, weniger Sonderregeln. Energiekostenreduktion, Industriestrommodelle, Netzentgeltreformen.
Steuer- und Abgabenreformen, Senkung der Lohnnebenkosten, gezielte Entlastung produktiver Investitionen. Förderfokus statt Gießkanne,. Ende der unspezifischen Subventionen, Fokus auf Zukunftsbranchen.
Standortkosten müssen sinken, ohne die Löhne zu drücken.
4️⃣. Lohnstückkosten stabilisieren, ohne Niedriglohnstrategie
Mehrjahresabschlüsse mit fixen Steigerungen, planbare Kosten.
Produktivitätsorientierte Lohnpolitik, statt reine Inflationsanpassung.
Flexiblere Arbeitszeitmodelle, bessere Auslastung, weniger Ausfallzeiten.
Löhne dürfen steigen, aber nicht schneller als die Produktivität.
5️⃣. Spezialisierung & globale Positionierung
Hochlohnländer müssen sich dort positionieren, wo Qualität, Zuverlässigkeit und Know- how zählen.
Export von Premiumgütern statt Billigsegment.
Dienstleistungs- Exzellenz, Engineering, Beratung, Spezialfertigung.
Nischenmärkte, kleine Märkte, hohe Margen.
Resiliente Lieferketten weniger Abhängigkeit von Billigstandorten.
Hochlohnländer gewinnen über Komplexität, nicht über Kosten.
Ein Hochlohnland kann nicht gleichzeitig Hochlohnland und Billigproduzent sein.
Der Versuch, über Lohnsenkung zu konkurrieren, führt laut Wirkungsökonomie zu einem Wettlauf nach unten, der Wohlstand zerstört.
Die einzige nachhaltige Strategie ist: Hochlohn = Hochwert = Hochproduktiv = Hochinnovativ.
Als Hochlohnland wirkt D extrem anziehend auf junge Leute in der ganzen Welt die nur die Löhne, aber nicht die Mühen sehen. Es ist tatsächlich ein Realitätsverlust und auch die mangelnde Erkenntnisfähigkeit, die Sie beklagen.
Die Software Entwicklung ist weitaus zu teuer geworden. Es scheint auch keine Bereitschaft zu geben, Risikokapital bereit zu stellen?
Für extrem heiße Länder scheinen besondere moderne Konzepte weiter entwickelt zu werden, um die vorhandene Sonnenstrahlung und die Hitze zu „ernten“ und gleichzeitig Kühlung zu erreichen.
Die Frage der Klimaneutralität ist das Beste Beispiel dafür, Ruhm- Streitsucht und Rechthaberei ausleben zu können und scheint tatsächlich die „Hauptbeschäftigung“ im Deutschland der nahen Zukunft.
Ja, @Realo – zu „Ruhm- und Streitsucht“ gehört leider auch Ihr Verhalten: Anstatt zum Thema des Blogposts etwas Konstruktives beizutragen, streuen Sie auch hier wieder nur Ressentiments gegen Zugewanderte.
Auch zu den enormen Verlusten an Menschen und Gütern durch die Klimakrise sowie die Kriege von Putin und Trump sagen Sie nichts. Stattdessen giften Sie wieder nur gegen die Menschen, die völlig zu Recht auf die post-fossile Transformation drängen.
Immerhin geben Sie damit ein gutes Beispiel dafür, dass die feige Externalisierung von Verantwortung und feindseliger Dualismus in jeder Altersstufe vorkommen. Manche Menschen entscheiden sich für ein Leben in Hass und Hetze. Und das hier zu zeigen ist ja auch schon was…
Drachenlord Rainer Winkler lebt glücklicherweise noch.
Die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr lebt leider nicht mehr.
Deshalb lenke ich behutsam die Aufmerksamkeit auf sie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lisa-Maria_Kellermayr
Vielen lieben Dank, @Karl Bednarik
Ich gehörte damals zu jenen, die auch Lisa-Maria Kellermayr beigestanden sind. Und habe nach ihrem Tod gegen die „digitale Verrohung“ gesprochen:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/vortrag-gegen-digitale-verrohung-im-gedenken-an-luisa-maria-kellermayr/
Digitale Verrohung, Thymotisierung, die Befeuerung von Hass und Hetze sind real, werden durch algorithmische Konzernmedien noch befeuert. Auch in den deutschsprachigen Ländern.
Betreff : algorithmische Konzernmedien
Mit den KIs werden die Konzernmedien ein Eigenleben führen.
In einem anderen nicht genannten blog der in England spielt, geht es um einen Akademiker, dem man des Plagiats bezichtigt. Er hat daraufhin seinen Posten an der Universität verlassen. Im web haben sich jetzt zwei Gruppen gebildet, die eine behauptet, den farbigen Akademiker wollte man loswerden,
die andere Gruppe versucht die Plagiatsvorwürfe zu erhärten.
soweit ist das alles verständlich. Den Printmedien ist das recht, die brauchen solche Stories wie das Vieh das Wasser.
Nachtrag zu Anke und Monika. Da haben sie überreagiert.
Die Frau die die sprachlichen Qualitäten der „Deutschen“ untersucht hat, die hat nicht bedacht, dass ein Großteil der Getesteten einen Migrationshintergrund hat und somit mehrsprachig ist. Diese Gruppe spricht oft akzentfrei deutsch, aber sie versteht eben nicht alles. Als Ex-Lehrer weiß ich das, beim Pisa-Test hat Deutschland auch aus diesem Grunde nur mittelmäßig bis schlecht abgeschnitten.
Was Frau Gruber betrifft, die ist eine bekannte Kabarettistin, die sich aktueller gesellschaftlicher Probleme annimmt , deahalb habe ich sie gennant, die würde das Thema „mangelnde Deutschkenntnisse “ vielleicht in ähnlicher Weise annehmen oder sogar den Untergang der Republik an die Wand malen.
Also, vergessen sie die Frauenfeindlichkeit, Frauen sind die besseren Menschen.
Ach, @NI – Sie schrieben:
„Also, vergessen sie die Frauenfeindlichkeit, Frauen sind die besseren Menschen.“
Mein Anliegen wäre es ja, endlich von gruppenbezogenen Ab- und Aufwertungen weg zu kommen und die je einzelne Person wahrzunehmen. Genau das wäre ja das Übersteigen des gruppenbezogenen Freund – Feind – Dualismus.
Aber der jeweilige Weg dahin ist weit und schwer. Und nicht alle wollen oder können ihn gehen.
Michael Blume
“ Und nicht alle wollen oder können ihn gehen.(den Weg der Neutralität)
Antwort: Der Männeranteil im geschlossenen Strafvollzug liegt bei 94 %
Ja, @NI – ein sehr gutes Beispiel!
Sowohl bei den Strafgefangenen wie auch bei Obdachlosigkeit und Suiziden besteht die große Mehrheit der Betroffenen aus Männern.
Bedeutet das also nun, dass alle Männer eingesperrt, aus ihren Wohnungen und dem Leben gerissen werden sollten?
Oder bedeutet es nicht gerade umgekehrt, dass jede menschliche Person individuell beurteilt und wo nötig auch unterstützt werden sollte?
@ Michael Blume 13.08.2026, 07:19 Uhr
Zitat: „Ja, @Realo – zu „Ruhm- und Streitsucht“ gehört leider auch Ihr Verhalten: Anstatt zum Thema des Blogposts etwas Konstruktives beizutragen, streuen Sie auch hier wieder nur Ressentiments gegen Zugewanderte.“
Mir, als alten Mann, ist eine „ausgeglichene“ Denke, die möglichst alle Aspekte eines Problems, für ein „dafür und ein dagegen“ sorgfältig berücksichtigt, wichtig.
Das „Ressentiment“ vom Beitrag, richtet sich genau genommen gegen mich selbst. Ich bin als Junger mit der gleichen „Denke im Hirn“, wie heute die Zuwanderer, herumgelaufen. (Wegen der Trümmerhaufen, war es etwas „ungemütlich“ bei uns….
Eine Bekannte von uns ist nach Amerika ausgewandert und hat bei einem Heimatbesuch ordentlich „angegeben“. Z.B. mit einem Photo von ihrem „Straßenkreuzer“ und einem Gehalt dass bei uns ein Minister nicht bekommen hätte. Ich, als Jugendlicher (ca 15 Jahre), und viele meiner Kumpels, wollte natürlich auch auswandern.
Die Eltern wollten uns erklären, dass wir doch nicht erwarten könnten, uns würde das Geld einfach nachgeworfen….. Es hat gedauert, bis wir wieder halbwegs realistisch denken konnten. Uns allmählich klar wurde, dass es keine „Geldscheißer“ gibt, nirgends auf der Welt…..
Es ist klar, dass bei uns im Winter eher mehr an schwer kranken Menschen sterben, weil eine leichte Erkältung reicht und es ist aus. Aber auch die Hitze fordert viele Opfer….
Es ist bei uns nicht opportun, darauf zu verweisen, dass die Russen in der Ostukraine genau so ihre Unabhängigkeit von der Ukraine wollen, wie umgekehrt, die Ukrainer von Russland unabhängig sein wollten. Oder dass die Russen Sewastopol nicht herausrücken wollten, wie die Ukrainer Odessa nicht hergeben wollen…..
Eine weitere Nato Osterweiterung dürften die Russen beendet haben. (5000 Atombomben). Sie dürften ihre Bodenschätze eher nicht herausrücken wollen. Kann mir aber vorstellen, dass es ihnen eher egal ist, wenn die Nato ehemalige WP Staaten mit „Krediten pampert“….
Ich, als Angehöriger eines Volkes dass beiden Ländern großes Leid zugefügt hat, (mein Vater war übrigens nur im WK1 an der Italienfront „Frontkämpfer“), würde beiden einen ehrlichen Frieden und ein kooperatives Zusammenleben wünschen. Dass auch die Ukraine ein wohlhabendes Industrieland wird und sich beide Länder bestens gegenseitig „aushelfen und glücklich“ werden.
Ich bin doch für die post-fossile Transformation und die Nutzung von Höchsttechnologie um das Problem der Klimaerwärmung zusätzlich zu bekämpfen. Nur den Kopf in den Sand zu stecken und Transformationsprobleme einfach zu ignorieren, nicht einmal anzusprechen, das halte ich für keine gute Idee….
@Realo
Und schon wieder verbreiten Sie die fossil-faschistische Propaganda von Wladimir Putin, der auch gegen die Zusage des Budapester Memorandums von 1994 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg startete und Hunderttausende auch russischer Menschen zum sinnlosen Tod führte – und führt.
Und so wortreich Sie auch versuchen, Ihre fossile Tyrannophilie zu verkleiden, so bleibt doch das simple Fakt bestehen: Solarpunks wie ich mit Wärmepumpe und Elektroauto begrenzen nicht nur die globale Erhitzung, sondern auch die fossilen Preisanstiege für Menschen wie Sie. Zudem stoppen erneuerbare Friedensenergien die Finanzierung von Diktaturen und Kriegen – wie den russischen Angriff auf die souveräne Republik der Ukraine.
Eigentlich sollten Sie uns also dialogisch wertschätzen können. Doch das gelingt Ihnen nicht, zu tief haben Sie sich in Externalisierung und Freund – Feind – Dualismus verloren.
Damit Sie uns hier keine weitere Zeit stehlen, sperre ich Sie für Ihre menschenverachtende Putin-Propaganda hier auch für den August. Und ehre damit die ukrainischen und die russischen Menschen, die der Diktator auf dem Gewissen hat und die von feigen Menschen wie Ihnen auch noch verhöhnt werden. Mein Wissenschaftsblog steht für Ihre fossile Putin-Propaganda nicht zur Verfügung. Punkt.
Michael Blume Thema : unter Generalverdacht
Gut dass sie den Handschuh aufgegriffen haben.
Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Geschlechtszugehörigkeit in der Öffentlichkeit nicht als Beweis für eine Straftat herangezogen wird.
Soweit hat unser Kulturraum dazugelernt.
Bei Kapitalverbrechen wird immer auch genannt, ob es ein Täter oder eine Täterin war.
Wo wir noch nicht genügend dazugelernt haben, dass ist bei der Herkunft bzw. Rasse der Täter eine Offenlegung genau abzuwägen ist.. Die Öffentlichkeit fordert die Offenlegung
der Presserat nach 12.1. legt nahe, dass bei Gefährdung des Inneren Friedens die
Offenlegung nicht stattfinden darf.
Und das ist das Problem bei den Medien, auch bei den Parteien, denen wird Untätigkeit vorgeworfen, wenn sie die Herkunft der Täter nicht offenlegen.
Das führt dazu, dass die Rechten Parteien Zulauf bekommen.
Ihre Forderung nach individueller Behandlung jedes Betroffenen ist logisch richtig, ethisch richtig , juristisch richtig, findet aber in der öffenlichen Meinung ihre Grenze.
Findet das ihre Zustimmung ?
Danke & ja, @NI – auch gerade in diesem Blogpost zum Massenmob der sog. „Drachenlord-Hater“ wies ich ja immer wieder darauf hin: Hätte es sich bei den über dreitausend (!) Beteiligten um zugewanderte oder muslimische Jungmänner gehandelt, dann wären die (Konzern-)Medien vor Empörung explodiert!
Da es sich jedoch überwiegend um Angehörige der eigenen In-Group handelte, wurde bis hierher in den Kommentarbereich verharmlost.
Die menschliche Psyche ist für Externalisierung und Freund-Feind-Dualismus sehr anfällig!
@Realo 13.08. 09:55
„Es ist bei uns nicht opportun, darauf zu verweisen, dass die Russen in der Ostukraine genau so ihre Unabhängigkeit von der Ukraine wollen, wie umgekehrt, die Ukrainer von Russland unabhängig sein wollten. Oder dass die Russen Sewastopol nicht herausrücken wollten, wie die Ukrainer Odessa nicht hergeben wollen…..“
Es war doch alles fertig, und wir haben 2014 den Russen den Donbass und die Krim mit Sewastopol überlassen. Die Ukrainer haben es zähneknirschend akzeptiert, und wir sogar noch Nordstream weitergebaut und weiter fast unser ganzen Gas in Russland eingekauft.
Und damit die aktuelle Aggression seit 2022 noch maßgeblich finanziert. Mit Putin ist offenbar nichts Vernünftiges anzufangen. Wenn er könnte, würde er vermutlich den ganzen Warschauerpakt zurückholen, und darüber hinaus den Rest von Europa gleich mit.
Irgendwie braucht der ein Zarenreich, wie das aussieht. Einfach nur selber vernünftig Leben, in einem Land mit reichlich Ressourcen sich was Florierendes aufzubauen, das scheint in weniger zu interessieren.
„“Nur den Kopf in den Sand zu stecken und Transformationsprobleme einfach zu ignorieren, nicht einmal anzusprechen, das halte ich für keine gute Idee….“
Aktuell hakt es wohl an der Genehmigung von Netzspeichern, deren Genehmigungen werden einfach verschleppt. Aber der weitere Ausbau insbesondere der PV braucht jetzt diese Speicher. Und mit den Speichern brauchen wir auch kein einziges neues Gaskraftwerk. Das sind die realen Transformationsprobleme, mit der aktuell die Energiewende künstlich ausgebremst wird.
Lieben Dank für Dein geduldiges Erklären in Sachen erneuerbarer Friedensenergien, @Tobias 🙏
Habe dazu auch gerade gepostet:
Habe gerade mit einer israelischen Freundin telefoniert, die mir von den katastrophalen Temperaturen auch in der Levante berichtete.
Sie verstehe jetzt noch besser, warum ich nach den Beobachtungen im Irak so eindringlich wegen Hitze & Wasser gewarnt, für erneuerbare Friedensenergien geworben habe.
Habe ihr dafür gedankt & meine Befürchtung geschildert, über die ich auch mit @nachgefragt gesprochen hatte: Wenn die Völker & Staaten der Region nicht endlich Frieden finden & wenn sie nicht endlich ihre jeweiligen Radikalen einfangen, dann wird dort in wenigen Jahrzehnten niemand (!) mehr gut leben können.
Terror, Krieg, Gewalt & Verschwörungsmythen zerstören Menschen & Mitwelt. Der Fossilismus tötet – auch den Verstand.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117087994568715572
Auch dazu gibt es hier auf „Natur des Glaubens“ selbstverständlich einen Blogpost mit Links und Dialogmöglichkeit:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nachgefragt-podcast-zum-zunehmenden-kampf-ums-wasser-im-21-jahrhundert/
Dir herzlichen Dank für Dein dialogisches Engagement und beste Grüße! 🙏🌈
Hallo @Michael,
Phantastisch das du das Phänomen des Drachenlords hier aufgreifst!
In der Metal Szene ist er eine bekannte Persönlichkeit und wurde erst später schrittweise eine populäre Hassfigur. Es gibt sogar Pseudo Dokus aus seinen Videos und eine Art Zeit Dokumentation wie es zu dem allem kam. Eine vollkommene abgedreht wirkende Gemeinschaft, die aber aus einen Haufen Normal Bürger bestehen. Und bei einer der größten Opferkampagnen mitmachen, die es im Deutschsprachigen Raum wohl gegeben hat. Also auf eine einzelne Person bezogen und das ohne das der Drachenlord, Politisch, religiös oder kulturell wirklich bedeutsam wäre.
Die ersten Hater (Häder ausgesprochen) kommen vermutlich aus dem Nationalsozialistischen Black Metal Eck, ein relativ gestörter Haufen meines Erachtens, die eben das zelebrieren des Bösen und Teuflischen eben auf Vernichtungsideologien ausweiten. (Einer der Begründer des Black Metals war seiner Zeit einmal Mitglied der Kommunistischen Partei Norwegens, in der Hoffnung ein stalinistisches Terroregime aufzubauen, also es geht eher um das zelebrieren der Menschenverachtung).
Als er sich ein Kanal Symbol von seiner Zuschauerschaft aussuchen lassen wollte, wurde ihm auch eine Schwarze Sonne als Symbol vorgeschlagen und an sich gibt es da echt einige üble Typen.
Aber zu einer persönlichen Frage von mir, die meisten Mitkommentatoren haben die meisten Themen schon gut abgefragt. Was mir in den Sinn gekommen ist, vermutlich in Verbindung das ich gerade wieder Nietzsche lese (aber das ist nicht wichtig):
Gut und Böse sind Konstrukte, die nicht auf Naturgesetze beruhen. Also rein auf einen Emotionalen, Biologischen Aspekt beruhen.
Somit muss sie von uns selbst aufrechterhalten werden, etwas Idealisiert ausgedrückt, wir selbst sind die Pfeiler die den Damm des Guten aufrechterhalten, um nicht durch die Wellen des Bösen überrollt zu werden.
Es gebe dann die Möglichkeit der Moral (hier kommt jetzt Nietzsche), die aus der Gesellschaft selbst ersteht und gewisse Erwartungen und einen Rahmen um das Individuum baut. Was ist okay, was nicht ect. Was jetzt aber eben bedeuten kann, das teile meiner Gruppe Moralische Grenzen überschreiten dürfen (Schanzenfest) und ich das vielleicht als „Jugendtreich“ interpretiere und auf der anderen Seite jeden anderen ganz hart an jeder Verfehlung bemesse. Eigentlich ein sehr interessanter Aspekt wären die Moralischen Forderungen an Männer und Frauen oder gewisse soziale Gruppen, wieweit diese auseinandergehen.
Dann gebe es auch noch die Tugend, also die Verpflichtung aus sich selbst heraus. Es ist eine Tugend gut zu sich und anderen zu sein. Selbst wenn es schwer fällt und man den anderen sein Leid wirklich wünscht, wird man doch in der betreffenden Situation den anderen helfen weil die innere Tugend einen dazu animiert.
Tugendhaft aus dem Individuum und jenseits Gruppenbezogener Vorstellungen, Moral eher eine gruppenbezogene Frage.
Jetzt bleibt halt: Macht das alles Sinn oder bin ich da auf einen Philosophisches Holzweg? Und kann man es so vereinfachen, der Monistische Mensch geht nach innen und baut aus seiner Tugend seine Umgebung neu auf, der Dualistische geht nach außen und versucht die Welt zu erzwingen und der Relativist existiert einfach.
Soweit einen erfolgreichen tag noch 🙂
Ganz herzlichen Dank, lieber @Berthold Forster – und mit Nietzsche und Black Metal bist Du hier nach meiner Einschätzung auch philosophisch und musikalisch auf der richtigen Spur!
Nach meiner Deutung haben wir es auch beim ironisierten „Drachenlord-Hate mit einer Variante des Nihilismus zu tun, die auch in den USA und Großbritannien immer mehr digitale Thymoten radikalisiert: Bei den Betroffenen stehen keine positiven Identitätsentwürfe mehr im Vordergrund, sondern sogar gewaltbereite, negative Mimesis gegen Frauen, Juden, Migranten, Politikerinnen und immer wieder auch Zufallsopfer.
Manche dieser „Haider“ oder auch „Fans“ werden sich später fangen, einige wenige sich gar fortpflanzen. Aber viele werden sich in der Sinnlosigkeit ihrer dualistischen Lebensentwürfe verlieren, bis hin zu Gewalt und Drogen.
Auch deswegen klre ich auf. Egozentrischer Relativismus verfehlt das Leben, feindseliger Dualismus zerstört das Leben, auch sich selbst.
Deswegen ist die Verharmlosung des jährlichen Hatemobs als „Schanzenfest“ in meiner Wahrnehmung auch eine Verharmlosung des realen Geschehens. Die nur deswegen von einigen als „Jugendkultur“ verniedlicht wird, weil sie von weißen Bürgersöhnen mit Sinnleere ausgeht. Für eine ernsthafte Befassung mit Nietzsche oder für wirklich tiefen Metal sind die meisten „Hader“ intellektuell und charakterlich zu schwach.
Guten Morgen @Michael 🙂
Wenn ich es richtig verstehe, wäre es also ein Art Zynismus der die Gruppe antreibt, sie stellen es als Spaß und Spiel dar, wissen das es nicht in Ordnung ist was sie tun, bilden aber einen Rahmen von „Selbst Schuld und ist ja Lustig“.
Ziemlich Traurig eigentlich.
In einer bedeutungslosen Welt ist der persönliche Genuss und die Ablenkung wohl am wichtigsten.
Habe mal mit einem Freund darüber geredet der ebenfalls bei dem allem mitmacht. ich glaube, er war sogar bei einem Treffen dabei. Ich habe meine Abneigung gegen dieses verhalten kundgetan und er hat es damit gerechtfertigt das der Drachenlord ein absolut schräges Individuum ist.
Es hat mich dabei an so Personen wie Herrn Kühlbert (war das der Name?) erinnert. Der längste Arbeitslose Deutschlands, der gerne in Talkshows auftrat um andere aufzuheizen mit seiner Arbeitsscheuen art.
Schwierig den Nihilismus zu überwinden wenn man stätig abgelenkt wird.
Vielen Dank, lieber @Berthold – ich stimme Dir zu, fürchte aber, der Nihilismus geht noch tiefer als der Zynismus: Eine Zynikerin hat mitunter noch positive Ziele und Gefühle. Ein Nihilist aber definiert sich fast nur noch negativ (= dualistisch) über Ablehnung, Gruppenrausch und Gewaltfantasien.
Und das ist nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich bedrohlich. Wie es der Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde einmal in dem nach ihm benannten „Diktum“ formulierte:
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“
Aus meiner Sicht erleben wir derzeit auch am Beispiel der „Drachenlord-Haider“, dass die digital befeuerte Thymotisierung & Säkularisierung von den Religionen auf die demokratischen Zivilreligionen übergreift.
Die Missachtung der Mitmenschen, der staatlichen Allgemeinverfügung sowie die Übergriffe gegen Polizei und Polizeipferde erweisen sich demnach nicht nur als Beiwerk, sondern als Ausdruck einer von Langeweile getriebenen, nihilistischen Zerstörungslust mit direkten Bezügen zum Rechtsdualismus.
Michael Blume,
eine kluge Einsicht
„Die Missachtung der Mitmenschen, der staatlichen Allgemeinverfügung sowie die Übergriffe gegen Polizei und Polizeipferde erweisen sich demnach nicht nur als Beiwerk, sondern als Ausdruck einer von Langeweile getriebenen, nihilistischen Zerstörungslust “
William Shakespeare hat solche Einsichten im Hamlet mit den Worten ausgedrückt:“ Etwas ist faul im Staate Dänemark.“
Gemeint war damit der moralische Verfall des Königshauses.
Bei uns ist es der Verfall demokratischen Denkens, provoziert von den Medien, werbefinanzierter Medien, die nach Einschaltquoten gieren. Das scheint mir der faule Kern unseres Staates zu sein.
Lieben Dank & GENAU DAS, @NI 🙏✅👍
Die Publikative ist der Schwachpunkt jeder noch demokratischen Gesellschaft, die von fossiler Desinformation, sinnfreiem Nihilismus und Verschwörungsmythen mimetisch überschwemmt werden kann.
Adorno & Horkheimer warnten daher bereits ab 1944 in ihrer „Dialektik der Aufklärung“ vor der schon damals fossil gesteuerten „Kulturindustrie“.
Gegenüber der Jüdischen Allgemeinen hatte ich das bereits im Mai 2022 in den Satz gefasst:
»Wenn ein Mediensystem kaputt ist, stürzt die Demokratie ab.«
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/die-desinformierer/
Ihnen Dank für Ihr kritisch-konstruktives Interesse! 🙏✅🙌
@Michael 13.08. 10:13 / Felo.ai
„Würde der dialogische Monismus hingegen behaupten, das Du sei letztlich nur eine Erscheinungsform desselben einen Bewusstseins oder Wesens, geriete er in Spannung zu Buber.“
Ich denk mal, so einfach ist das jetzt nicht. Wir sind alle Menschen, und unser Gehirn basiert auf sehr ähnlichen genetischen Bauplänen.
Und wenn unser Bewusstsein auch in Geisteswelten hineinreicht, so können eben diese Geisteswelten auch durchaus überpersönliche Anteile haben. Was dann sogar Individuen in die Lage versetzt, in direkten geistigen Kontakt treten zu können. Ich gehe durchaus davon aus, das genau dieser Effekt die Grundlage dafür ist, dass wir uns öfter sehr gut gegenseitig verstehen können.
„Denn das würde die Eigenständigkeit und Unverfügbarkeit des Anderen gefährden. Buber versteht echte Begegnung gerade als ein Ereignis, das sich nicht erzwingen oder vollständig verfügbar machen lässt.“
Der Rest ist dann die Individualität, jeder hat seine Geschichte, sein Wissen, seine Fähigkeiten, seine Ziele, seine Fantasie.
Und dieser Rest überwiegt bei weitem. Aber die gemeinsamen Grundlagen sind eben auch grundlegend.
Rein praktisch braucht es auch noch eine gemeinsame Sprache, ohne dem geht Austausch nur wenig. Aber das kann man letztlich übersetzen.
Die Gemeinsamkeiten der Menschen sind vermutlich weitreichend. Es mag sein, dass etwa Außerirdische intelligente Wesen mit uns nur sehr begrenzt kommunizieren können, wenn eben die gemeinsame Biologische Grundlage fehlt. Wir ticken wahrscheinlich zu speziell, und merken das untereinander nur nicht, weil wir da tagtäglich dran gewöhnt sind.
Oder der Anteil, den unsere Existenz an Geisteswelten hat, ist universell, und wird genauso von intelligenten Außerirdischen verwendet. Vielleicht gelingt es uns auch, intelligente KI mit eindeutig eigenem Bewusstsein zu bauen, und müssen dann feststellen, dass auch dieses künstliche Bewusstsein nicht ohne eine umfangreiche Beteiligung von Geisteswelten funktionieren kann.
Wobei man dann auf uns selber wiederum zurückschließen kann.
Lieben Dank, @Tobias, auch für Dein philosophisches Nachbohren!
Aus meiner Sicht kann dialogischer Monismus nur dann funktionieren, wenn er sich wirklich als Austausch von Verschiedenen, nicht als Monolog versteht. Wenn ich meine Frau liebe, dann liebe ich sie – und nicht mich durch sie.
Dialogische Beziehung schaut auf Gemeinsamkeiten, aber achtet auch die Andersheit (philosophische Fachsprache: die Aspekte der Alterität anstatt nur Identität).
Wir sollen ja auch unsere Nächsten lieben „wie uns selbst“, nicht „als uns selbst“.
Habe hier auch mal ein paar Sätze aus dem bedeutenden Werk „Ich und Du“ von Martin und Paula Buber gelesen:
https://www.youtube.com/shorts/shBzb1n6pTI
Die gelesene Passage aus dem 2. Absatz des Buches lautete:
„Grundworte werden mit dem Wesen gesprochen.
Wenn Du gesprochen wird, ist das Ich des Wortpaars Ich – Du mitgesprochen.
Wenn Es gesprochen wird, ist das Ich des Wortpaars Ich – Es mitgesprochen.
Das Grundwort Ich – Du kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden.
Das Grundwort Ich – Es kann nie mit dem ganzen Wesen gesprochen werden.“
Wenn es auch leider die Rolle der Medien noch nicht im Blick hat, so zähle ich „Ich und Du“ jedoch zu den größten Philosophie-Werken des 20. Jahrhunderts!
… immer öfter kommt mir ein alter Stoiker Spruch in den Sinn wenn ich diesen Blog lese:-)
der Schein ist ein gefährlicher Betrüger. Gerade wenn Du glaubst mit ernsten Dingen beschäftigt zu sein, übt er am meisten seine täuschende Gewalt.
Kommt alle gut durch die nächsten Hitzetage.
Oh ja, @Marcus R – die Klugen erkennen die Wissenschaft als dialogischen Spiegel, die Schwachen erfahren sich selbst nur als Schein.
Mit den besten Grüßen gegen die Hitze!
Die hier angesprochenen entwicklungspsychologischen Stufen hin zum Soll eines Dialogischen Monismus zeigen viele Aspekte eines ausgeprägten Infantilismus.
Imponiergehabe korreliert z.B. mit dem Thymos und der wiederum mit kooperativen Gruppenverhalten.
Rechtspopulismus ist schlechthin mit Infantilismus in Verbindung zu bringen.
Ja, @Mussi – das ist korrekt: Schon Blumenberg sah in der Regression auf Relativismus und Dualismus infantile und regressive Züge.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-psychoanalyse-von-relativismus-dualismus-und-monismus-bei-hans-blumenberg/
Wichtig sind mir dabei jedoch vier Aspekte:
1. Die relativistische und dualistische Regression geht von Erwachsenen (!) aus. Auch bei den meisten „Drachenlord-Haidern“ beim sog. „Schanzenfest“ handelte es sich NICHT um Minderjährige, sondern um Erwachsene im Zustand des Nihilismus.
2. Kinder und Jugendliche können Potentiale an Kognition und Bildung oft noch nicht ausschöpfen – viele Erwachsene wollen (!) es nicht. Das ist auch, aber leider nicht nur bei „Drachenlord – Hatern“ bzw. „erlebnisorientierten“ Nihilisten der Fall.
3. Das Fehlen von Kindern in Familien bis hin zur Vereinsamung vor den Bildschirmen trägt bei manchen Erwachsenen zur digitalen Thymotisierung und infantilen Regression bei.
4. Auch Politik, Medien und Gesellschaften können von der infantilen Regression betroffen sein.
So wird in Deutschland noch immer trotzig (!) auf dem Bau von Gaskraftwerken beharrt, in Frankreich auf jenem von AKW.
Vgl. dazu wertschätzende Beobachtungen aus dem französisch-deutschen Dialog:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/roemisches-geld-als-medium-ein-fundstueck-aus-la-souterraine-frankreich/
Dazu schreibt die Stuttgarter Zeitung von heute auf Seite 7:
„In Frankreich sind aktuell rund ein Fünftel der Atomstromproduktion lahmgelegt.
Dort fehlt nicht nur das Kühlwasser, zusätzlich beeinträchtigt ein massives Aufkommen von Quallen im Ärmelkanal die Meerwasserpumpen des Atomkraftwerks Gravelines, weswegen drei der sechs Reaktoren abgeschaltet werden mussten.
Gravelines in der Normandie zwischen Calais und Dünkirchen ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas.
Obwohl abzusehen ist, dass der sich beschleunigende Klimawandel die Probleme mit jenen AKW, die von Flusswasser abhängig sind, noch verschärfen werden, überlegen einige Staaten, neue Meiler zu bauen.
Im Moment nutzen 12 von 27 EU-Staaten Kernenergie zur Stromerzeugung.“
In einem Satz: Nicht die Kinder haben ein psychologisches und philosophisches Problem, sondern Erwachsene, die wie Kinder trotzen.
Den Aspekt ‚ führen und folgen‘ habe ich der Aufzählung vergessen. Gehört zu Vorbild.
Also: wie infantil is D?
@Mussi
Ja, über die Bedeutung der Mimesis als Nachahmung von Zielen ging es ja neulich schon hier:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mimesis-medien-macht-grundsatzrede-beim-weltethos-institut-tuebingen/
Deutschland ist nicht infantil, sondern regressiv. Das merken wir doch auch daran, dass manche nicht über den nationalen Tellerrand hinausdenkend wollen und auf ewiges Wirtschaftswachstum setzen, obwohl unsere Bevölkerung bereits mangels Kindern und mangels Zuwanderung implodiert.
@Michael 14.08. 00:25
„Aus meiner Sicht kann dialogischer Monismus nur dann funktionieren, wenn er sich wirklich als Austausch von Verschiedenen, nicht als Monolog versteht.“
Wenn es um die Erkundung von Sachverhalten geht, dann führen ja auch verschiedene Sichtweisen zu einem besseren Gesamtbild. Mehr oder weniger. Und was gut durchdiskutiert ist, bleibt dann auch als eventuell robustes Ergebnis übrig.
Und so geht der Mikrokulturprozess eben vorwärts, er kann gar nicht anders.
Das Chaos, dass manche so anrichten mag stören. Aber dagegen geht es unter vernünftigen Menschen zugleich auch immer vorwärts. Meine ich zu beobachten.
@Michael 15.08. 11:00
„..dass manche nicht über den nationalen Tellerrand hinausdenkend wollen und auf ewiges Wirtschaftswachstum setzen, obwohl unsere Bevölkerung bereits mangels Kindern und mangels Zuwanderung implodiert.“
Dass Binnenmigration innerhalb der EU das Verfallspotential nur verschiebt, dürfte allerdings klar sein? Nun gut, dann gibt es wenigstens florierende und wachsende Regionen. Was aber jetzt nicht jedem wirklich hilft. Die Mieten etwa in Köln oder Düsseldorf machen es Finanzschwachen wie z.B. Studenten wirklich nicht einfacher.
Migration aus Afrika hätte zumindest den Vorteil, dass man da noch schnell wachsende Bevölkerungen hat, denen hilft das dann, wenn es Afrikaner nach Europa schaffen. Und das produziert dann eben auch keinen Verfall in Afrika selbst.
Wenn man sich allerdings damit abfindet, dass es auch ohne Geldrausch geht, und wir es uns in einer schrumpfenden Wirtschaft dennoch gemütlich machen können, indem wir einfach weniger Arbeiten, dann müsste das doch auch gehen.
Auch die Energiewende kann dennoch weiterlaufen. Da ist im Prinzip so viel mehr gar nicht zu investieren, es geht vor allem um den Austausch von Fossiler zu Grüner Technik. So viel teurer wird das gar nicht, scheint mir.
Es gibt auch eine Menge Leute nah am Burnout, und unser Nachwuchsmangel dürfte auch mit viel Ausbildungs- und Karriereaufwand verbunden sein. Dazwischen noch Kinder zu quetschen funktioniert eben nicht hinreichend.
Wir müssen eben nur die Nachfragekrise ernst nehmen, und nicht mit noch mehr Leistung und Exporten reagieren, sondern eben die Nachfrageschwäche durch die Förderung z.B. von jungen Familien ausgleichen. Praktischerweise finanziert durch Kapitalsteuern. Ohne Wachstum muss ja auch das Kapital nicht mehr wachsen. Wofür auch?
Die Förderung der Energiewende auch in den armen Ländern wäre freilich noch ein Projekt, das Arbeit und Wachstum hier bei uns sinnvollerweise mit sich brächte. Oder wir machen es mit einer deutlich schnelleren Energiewende bei uns, dass schafft dann auch noch mal Wachstum.
@Tobias 15.08. 23:55 Uhr
„Oder wir machen es mit einer deutlich schnelleren Energiewende bei uns, dass schafft dann auch noch mal Wachstum.“
Genau so ist es: Umso mehr Energie wir selbst erneuerbar erzeugen, umso mehr Wertschöpfung schaffen wir auch im Inland und sparen uns damit Importe. Schon jede Wärmepumpe, jedes Elektroauto, jede PV-Anlage und jeder Batteriespeicher reduziert unseren Bedarf nach Erdöl und Erdgas.
So wirken Erneuerbare als Heimatenergien, Wohlstandsenergien, Friedensenergien.
Ein weiterer Bereich bildet europäische Free & Open Source Software (FOSS) statt dem Import, den Lizenzgebühren und der Abhängigkeit von nichteuropäischen Anbietern.
Und da schließt sich auch schon der Kreis zur digitalen Thymotisierung der Drachenlord-Hater:
Nach einem ersten Erfolg in New Mexico klagen mehrere US-Staaten Meta für die süchtig machenden Algorithmen auf Kosten insbesondere junger Menschen an.
Das Verfahren geht auf eine Klage der US-Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey zurück. Die Generalstaatsanwälte verlangen weitreichende Einschränkungen bestimmter Funktionen von Instagram und Facebook. Zudem fordern sie eine Strafe von bis zu 1,4 Billionen Dollar – eine Summe, die nahezu dem gesamten Börsenwert von Meta entspricht.
Im Mittelpunkt stehen Funktionen wie das Endlos-Scrollen, häufige Benachrichtigungen und die Anzeige von „Gefällt mir“-Angaben. Die Kläger kritisieren damit vor allem die Gestaltung der Plattformen und deren Mechanismen. Um konkrete Inhalte geht es dagegen nicht. Für diese genießen Online-Netzwerke nach US-Recht weitgehenden Schutz.
Mark Zuckerberg soll aussagen
Der Prozess könnte für Meta weitreichende Folgen haben. Zwar wurden in den USA bereits zahlreiche Verfahren gegen soziale Netzwerke angestrengt. In dem nun begonnenen Verfahren könnte jedoch erstmals ein Bundesgericht auf dieser Ebene über die Vorwürfe entscheiden. Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg soll zu den Vorwürfen befragt werden. Seine dreistündige Anhörung ist für Ende September vorgesehen.
Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung durch die sogenannten „Facebook Files“, die die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen Ende 2021 veröffentlichte. Sie legte Tausende Seiten interner Unterlagen vor, die sich unter anderem mit den Auswirkungen der Plattformen auf die psychische Gesundheit junger Nutzerinnen und Nutzer beschäftigten.
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/meta-vor-gericht-wie-gefaehrlich-ist-social-media,VS9vk3i
Auch ich selbst hatte ja vor einigen Jahren die algorithmischen Konzernmedien Facebook, Meta und X zugunsten des Fediversum hinter mir gelassen und stelle eine deutliche Beruhigung des Empfindens und eine Steigerung der Lebensqualität fest.
Nimm noch den Verzicht auf Fleisch aus der verschwenderischen, industriellen Massentierhaltung hinzu und es zeigt sich: Solarpunk führt zu mehr Wertschöpfung, Wohlstand, Weltfrieden und Wohlbefinden. 😌🌾🌈
Ja, @Tobias – Hoffnung habe ich durchaus auch. So hatte ich ja bereits, um nur ein Beispiel zu nennen, Anfang des Jahres zum christlichen US-Demokraten James Talarico gebloggt…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-us-christdemokrat-james-talarico-texas-im-dialog-mit-nyt-blogger-ezra-klein/
…der auch unlängst in einer Rede die Thymotisierung & Polarisierung der Menschen durch die algorithmischen Konzernmedien von Milliardären anprangerte:
https://youtube.com/shorts/O9D8Rpt2wWA
Und mehrfach hatten Prof. Inan Ince und ich auch am Beispiel Japan aufgezeigt, dass ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum gegen eine mangels Kindern implodierende Bevölkerung unmöglich & eigentlich auch sinnlos ist.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-51-arbeit-demografie-und-deindustrialisierung-am-beispiel-japan/
Auch dies wird durch aktuelle Berichte zur Schwäche des Yen bestätigt und bekannter:
Für Japan ist es schwer, die Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln. Denn das Land leidet unter einer rapiden Alterung der Gesellschaft, was schlussendlich dazu führt, dass der Anteil der arbeitenden Bevölkerung immer geringer wird. Ebenso ist der Staat in Höhe von deutlich über 200 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts verschuldet – eine der höchsten Schuldenquoten weltweit. Zum Vergleich: Deutschlands Schulden betragen rund 65 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts.
Dass in diesem Umfeld Währungsinterventionen nur einen kurzfristigen Effekt haben, hat auch das „Wall Street Journal“ nicht überrascht.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Warum-der-Yen-trotz-milliardenschwerer-Intervention-weiter-abstuerzt-id31196828.html
Das zerstörerische Wirtschaftssystem des Fossilismus (ver-)endet vor unseren Augen. Die Weltbevölkerung kippt von der Bevölkerungsexplosion des 20. in die (auch digital beschleunigte) Bevölkerungsimplosion des 21. Jahrhunderts.
Und es bestehen durchaus Chancen, das Kommende besser zu machen. 🙂
Der Vorgang ist übrigends in meinen Augen ein „schönes“ Beispiel dafür das man bestimmte Vorgänge nicht einfach über Repression in den Griff bekommt.
Trotz der Verbote waren ja ab Mittag wieder deutlich über 2.000 Menschen am Rewe-Markt in Emskirchen. War halt nur nicht mehr so wild medienpräsent …
Da nutzen auch Hundestaffel, Hunderschaft und Reiterstaffel nicht so richtig.
Ja, @Uli Schoppe – auch der Fußball-Hooliganismus ließ sich ja nicht alleine durch polizeiliche Maßnahmen überwinden. Und die digitale Medialisierung durch algorithmische Konzernmedien aus den USA und China befördert eben eigene Formen von Verrohung, Thymotisierung und Freund – Feind – Dualismus. Genau das sehen wir hier.
@Michael 16.08. 05:44
„Auch ich selbst hatte ja vor einigen Jahren die algorithmischen Konzernmedien Facebook, Meta und X zugunsten des Fediversum hinter mir gelassen und stelle eine deutliche Beruhigung des Empfindens und eine Steigerung der Lebensqualität fest.“
Ich durfte mal an einer Fortbildung für die Mitarbeiter der Stadt Dortmund zum Thema Facebook teilnehmen. Man war da auf der Suche nach mehr medialer Reichweite.
Ich hab das allerdings dann abgebrochen, und mich entschieden, mich dem komplett zu verweigern. Ich hatte einfach keine Lust, mich von algorithmischen Timelines nerven zu lassen. Und das Unheil, dass sich da inzwischen eingestellt hat, zeigt nun mal, dass das bei mir eine gute Idee war. Ich denk mal, ich habe da echt nichts verpasst.
Was nützt alle Reichweite, wenn man unweigerlich in Blasen geschickt wird und zumeist rechtsdualistisch aufgehetzt wird. Egal wie qualifiziert man da Beiträge einstellt, es wird am Ende S. draus gemacht.
„Nimm noch den Verzicht auf Fleisch aus der verschwenderischen, industriellen Massentierhaltung hinzu und es zeigt sich: Solarpunk führt zu mehr Wertschöpfung, Wohlstand, Weltfrieden und Wohlbefinden.“
Weniger Fleisch essen und die Tiere würdiger behandeln, da gehe ich gerne mit. Schon mit um die 10 % höheren Kosten wäre schon sehr viel tierfreundliche Haltung möglich. Ansonsten meine ich aber, dass ein gewisses Ausmaß an Nutztieren einfach zur Landwirtschaft gehört.
Wer Milchprodukte und Eier isst, der kann auch das Fleisch der Kühe und Hühner essen, das schon mal sowieso.
Aber es Fallen auch jede Menge Reste an, die man sehr gut an Hühner und Schweine verfüttern kann. Und es gibt eine Menge Weideflächen, die nicht als Acker taugen und nur mit grasfressenden Tieren genutzt werden können.
Schon mit halb soviel Fleischverbrauch käme man vermutlich in Bereiche, die wirklich sinnvoll sind. Und selbst das würde schon viele Flächen freimachen, die man aus der Nutzung nehmen müsste. Was ok wäre, einmal kann man dann mehr bodenverbessernde Maßnahmen umsetzten. Dann kann man Flächen aufgeben, die durch die Klima- und Wasserkrise nicht mehr vernünftig genutzt werden können.
Und man kann eben auch der Natur mehr Raum geben, wieder mehr Wald wachsen lassen, Flussauenlandschaften und Moore wiedervernässen oder auch hier und da einfach Blühstreifen und Brachflächen einrichten.
Letztlich haben wir in der EU ein Überschussproblem, das sich noch deutlich verschärfen würde, wenn die Ukraine der EU beitritt. Wenn wir dann auch noch wenig Fleisch essen, dann muss man schon gucken, wie man erhebliche Flächen aus der Nutzung nehmen kann. Nun gut, wenn uns das zukünftige Klima wirklich hart trifft, und große Flächen von üblen Missernten bedroht sind, dann verkleinert sich auch das Problem mit der Überproduktion.
Nebenbei würde eine EU-weit sinkende Bevölkerung natürlich auch noch ein Faktor sein.
Wir könnten allerdings auch Lebensmittel an China verkaufen. So weit ich das mitbekommen habe, haben die da Bedarf. Wenn da freilich die Bevölkerung abnimmt, wird das dann auch wieder weniger.
Vielen Dank, @Tobias – den Export von Tierfleisch, das in Europa unter Verschwendung von Ressourcen und Subventionen produziert wurde, halte ich für widersinnig. Wenn es um einen Beitrag zur Welternährung und die Begrenzung der globalen Erhitzung sowie von Fluchtursachen ginge, dann wären Pflanzenkost und die Stärkung der je regionalen Landwirtschaften nach meiner Auffassung der bessere Weg. Sich wie viele „Drachenlord-Hater“ mit Verbrennungsmotoren zu Hatemobs zu fahren, scheint mir dagegen vorwiegend destruktiv und nihilistisch zu sein.
Habe nun jedoch als Vegetarier auch einmal Felo.ai um eine ausgewogene Darstellung der industriellen Massentierhaltung gepromptet:
Die Kritik an der industriellen Tierhaltung hat einen belastbaren Kern: Tierische Lebensmittel benötigen im Durchschnitt deutlich mehr Fläche und Futter als pflanzliche Alternativen, die Tierhaltung ist eine wesentliche Quelle von Methan und Lachgas, und regional können große Tierbestände Gewässer stark mit Nährstoffen belasten. „Massentierhaltung“ ist allerdings kein wissenschaftlich oder rechtlich einheitlich abgegrenzter Begriff; nicht allein die Betriebsgröße entscheidet über Umwelt- oder Tierschutzprobleme.[6]
## Was mit „Massentierhaltung“ gemeint ist
Üblicherweise bezeichnet der Begriff eine intensive Haltung vieler Tiere in spezialisierten Betrieben. In einer Befragung lag die Schwelle, ab der Verbraucherinnen und Verbraucher von Massentierhaltung sprechen, bei ungefähr 500 Rindern, 1.000 Schweinen oder 5.000 Hähnchen.[6]
Die Größenordnungen der deutschen Tierhaltung zeigen, warum das Thema prägend ist: 2024 standen 57 Prozent der Schweine in Beständen mit mehr als 1.000 Tieren; bei Masthähnchen waren 81 Prozent in Beständen über 50.000 Tieren. Rund 35 Prozent der Legehennen wurden in Beständen mit mehr als 100.000 Tieren gehalten.[6]
## Futtermittel: Der zentrale Effizienzverlust
Der wichtigste sachliche Einwand lautet: Pflanzen erst an Tiere zu verfüttern und anschließend Fleisch, Milch oder Eier zu erzeugen, verursacht Umwandlungsverluste. Ein Teil der im Futter enthaltenen Energie und Proteine wird für Stoffwechsel, Bewegung und Wärme der Tiere benötigt und steht daher nicht als menschliche Nahrung zur Verfügung.
Weltweit werden laut den vorliegenden Angaben rund 35 Prozent des angebauten Getreides als Tierfutter verwendet; für Deutschland wird ein Anteil von über 60 Prozent genannt.[8] Daraus folgt jedoch nicht, dass sämtliches Tierfutter unmittelbar Menschen ernähren könnte: Wiederkäuer können auch Gras von Dauergrünland und Nebenprodukte verwerten, die Menschen nicht essen. Besonders groß ist die Konkurrenz zur menschlichen Ernährung dort, wo essbare Getreide- und Ölsaatenprodukte an Schweine und Geflügel verfüttert werden.[24]
**Einordnung:** Eine geringere Erzeugung und ein geringerer Konsum besonders futterintensiver tierischer Produkte können die Nachfrage nach Ackerfläche und Futter senken. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt von Tierart, Fütterung, Standort sowie davon ab, welche pflanzlichen Nahrungsmittel stattdessen produziert werden.
## Wasser: Verbrauch und Verschmutzung sind getrennte Fragen
Beim Wasser muss zwischen **Wasserentnahme** und dem gesamten **Wasserfußabdruck** unterschieden werden. Letzterer enthält auch Regenwasser, das auf Futterflächen fällt. Deshalb lassen sich plakative Literangaben für Fleisch nicht direkt mit Trink- oder Bewässerungswasser gleichsetzen.
Ökologisch besonders relevant ist häufig die Wasserqualität. Große Mengen Gülle und Mist enthalten Stickstoff und Phosphor. Werden mehr Nährstoffe ausgebracht, als Böden und Pflanzen aufnehmen können, können Nitrat und andere Stoffe in Grund- und Oberflächengewässer gelangen. Für Deutschland wird berichtet, dass knapp 30 Prozent der Nitrat-Messstellen zu hohe Werte aufwiesen.[8]
**Fazit zum Wasser:** Industrielle Tierhaltung ist nicht automatisch überall ein akuter Wasserverbrauchs- oder Gewässerbelastungsfall. In Regionen mit hoher Tierdichte und zu viel anfallender Gülle ist die Belastung jedoch ein gut belegtes strukturelles Risiko.
## Treibhausgase: Warum vor allem Rinder ins Gewicht fallen
Die Landwirtschaft emittiert neben Kohlendioxid vor allem **Methan** und **Lachgas**. Methan entsteht insbesondere bei der Verdauung von Wiederkäuern sowie bei Wirtschaftsdüngern; Lachgas hängt vor allem mit Stickstoffdüngung und dem Umgang mit Ausscheidungen zusammen. Im deutschen Landwirtschaftssektor stellten Methanemissionen 2025 mit 61,6 Prozent den größten Anteil der Treibhausgasemissionen.[31]
Rinderhaltung fällt dabei besonders stark ins Gewicht: Methan- und Lachgasemissionen aus der Tierhaltung werden zu rund 87 Prozent der Rinderhaltung zugerechnet, darunter insbesondere den Milchkühen.[33] Global wird der Anteil der Tierhaltung an menschengemachten Treibhausgasemissionen häufig mit etwa 14,5 Prozent beziffert.[22] Solche globalen Werte hängen jedoch davon ab, welche Stufen eingerechnet werden – etwa Futtermittelproduktion, Landnutzungsänderungen, Verarbeitung und Transport.
Die Aussage „Massentierhaltung verursacht die Emissionen“ ist daher zu grob. Maßgeblich sind Tierzahl, Tierart, Fütterung, Haltungssystem, Güllemanagement, Energieeinsatz und die Frage, ob für Futterflächen Ökosysteme umgewandelt werden. Dennoch bleibt die Grundrichtung eindeutig: Eine Verringerung besonders emissionsintensiver tierischer Erzeugnisse, vor allem von Rindfleisch, senkt in der Regel die ernährungsbezogenen Emissionen.
## Größe eines Betriebs ist nicht der einzige Maßstab
Große Bestände erleichtern zwar Kostensenkung und Spezialisierung, bündeln aber auch Gülle, Emissionen und Krankheitsrisiken räumlich. Sie können zudem Weidezugang und Freilandhaltung erschweren. Zugleich ist die Gleichung „klein = tiergerecht und umweltfreundlich, groß = schlecht“ fachlich nicht haltbar.
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung verweist darauf, dass Management und Zucht für das Tierwohl offenbar stärker ins Gewicht fallen können als die reine Bestandsgröße, auch wenn die Studienlage begrenzt ist.[6] Verhaltensprobleme wie Schwanzbeißen bei Schweinen oder Federpicken bei Hühnern kommen auch in kleinen und mittleren Beständen vor.[6] Umgekehrt kann in sehr großen Beständen die Freilandnutzung geringer sein; kleinere Milchviehbetriebe bieten häufiger Weidegang, während dort Anbindehaltung ebenfalls noch vorkommt.[6]
## Gesamturteil
Die Forderung, Energie-, Wasser-, Futter- und Treibhausgasverschwendung in der industriellen Tierhaltung zu begrenzen, stützt sich auf reale ökologische Probleme:
– Die Veredelung von Ackerfrüchten über Tiere ist meist ressourcenineffizienter als der direkte menschliche Verzehr pflanzlicher Lebensmittel.
– Hohe Tierdichten können Nährstoffüberschüsse erzeugen und Gewässer belasten.
– Tierhaltung, besonders die Rinderhaltung, ist eine bedeutende Quelle von Methan und Lachgas.
– Die bloße Größe eines Betriebs erklärt aber weder Umweltwirkung noch Tierwohl vollständig.
Wirksame Maßnahmen wären daher nicht nur kleinere Betriebe, sondern vor allem weniger Tierproduktion und -konsum in hochbelasteten Segmenten, weniger vermeidbare Lebensmittelverluste, standortgerechte Tierzahlen, eine bessere Gülle- und Nährstoffbilanz sowie Haltungsstandards, die Gesundheit und artspezifisches Verhalten messbar verbessern.
@Michael 16.08. 15:19 / felo.ai
„Die Veredelung von Ackerfrüchten über Tiere ist meist ressourcenineffizienter als der direkte menschliche Verzehr pflanzlicher Lebensmittel.“
Immerhin kommt es dabei aber auch zu einer Aufkonzentrierung von wertvollem Eiweiß. Außerdem haben wir jetzt schon Überschüsse in der gesamten Produktion, weniger Tierisches würde noch viel mehr Überschüsse zu Folge haben. Ob das gut oder schlecht ist, ist keine einfache Frage. Man hätte mehr Platz für freie Natur, aber die Bauern wollen auch gerne ihre Flächen bestellen und gut damit verdienen.
„Hohe Tierdichten können Nährstoffüberschüsse erzeugen und Gewässer belasten.“
Erstmal die Gülle durch die Biogasanlage leiten, oder auch danach noch verkompostieren könnte da helfen. Was gar nicht geht, ist eine Massentierhaltung mit zu viel importierten Futtermitteln. Man müsste dann einen Teil der Gülle dahin zurückbringen, wo die Futtermittel herkommen. Soviele Nährstoffe können dann einerseits hier nicht verarbeitet werden und landen noch im Grundwasser, und fehlen zugleich in den Anbaugebieten der Futtermittel.
„Tierhaltung, besonders die Rinderhaltung, ist eine bedeutende Quelle von Methan und Lachgas.“
Auch das ließe sich mit Biogasanlage und Kompostierung entschärfen?
„Die bloße Größe eines Betriebs erklärt aber weder Umweltwirkung noch Tierwohl vollständig.“
Vernünftige Betriebsgrößen dürften aber schon von Vorteil sein. Aber wie man es macht, das mag wichtiger sein.
„sowie Haltungsstandards, die Gesundheit und artspezifisches Verhalten messbar verbessern.“
Das auf jeden Fall.
@Tobias
Ich reduziere die Belastungen der Mitwelt lieber durch Verzicht auf Fleisch. Aber ich schreibe das niemand anderem vor, klar. Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern.
Und nur von anderen Veränderungen zu erwarten, bringt uns nicht weiter.
@Tobias Jeckenburger
16.08.2026, 17:09 Uhr
Erst mal vorne weg ich bin wie vieleicht schon erwähnt weder Vegetarier noch Veganer, aber:
Das ist zumindest bei uns hier kein Argument. Wir sind nicht darauf angewiesen, oder?
Aber die Antwort ist nicht so richtig schwer. Wir haben uns politisch und damit gesellschaftlich gewollt so aufgestellt das es ohne weitere Veränderungen auch im Wirtschaften genau so kommt.
Man kann eben nicht ein System einfach so verändern indem man einen Faktor herausnimmt oder einzeln verändert. Das ist ein Problem aber ja nicht unlösbar. Ist schließlich kein Naturgesetz an dem ich nicht vorbei komme auch wenn ich das möchte.
Ja natürlich wollen die auch verdienen. Aber auch das ist doch eine Systemkomponente die man verändern kann. Wir wollen doch am langen Ende nicht das sich das ändert und die Bauern trotzdem leben können. Darum ist das jetzt so das sie nur mit der jetzigen Form der Produktion auskommen können.
Das erscheint mir unbezweifelbar sinnvoll. Solange die Dinge sind wie sie sind ist es eigentlich dumm nicht wenigstens etwas damit zu machen. Lieber russisches Gas zu kaufen zum Beispiel anstatt das sinnvoll zu nutzen erscheint mir ziemlich.. ja dumm?
Wir produzieren aber so, das wir eigentlich Gülle zurückschippern müssten. Man finde den Fehler 🙂
Natürlich. Aber nicht mal das bekommen wir im Moment hin. Nicht mal diesen Mindeststandard.
Wenn das Schnitzel zu teuer ist dann esse ich etwas anderes. Das bedroht meine Zufriedenheit nicht im Geringsten. Ich habe an der Stelle aber tatsächlich nicht die Motivation das aktiv umzustellen. Und aus diversen Gründen auch nicht die Kraft.
Eine Einschränkung beim Fleischkonsum bedroht bei mir nichts grundlegendes. Die Art und Weise wie die Umstellung der Energieversorgung einfach ins Private geschoben wird allerdings schon. Das müsste so nicht sein.
Eine Umstellung der Ernährung tut genau das nicht. Dadurch werde ich dann zwar kein Veganer aber das ist das „etwas“ von dem Michael Blume immer redet. Wenn ich das richtig verstanden habe.
Ich brauche auch kein Steak von japanischen Rindern oder so. Mein Fleischkonsum war früher höher. Ich habe gar nicht bemerkt das mir jetzt was fehlt … wie dumm von mir 😉
@Michael 16.08. 17:53
„Ich reduziere die Belastungen der Mitwelt lieber durch Verzicht auf Fleisch.“
Wenn es dir schmeckt, und Du damit klar kommst, dann machst Du da kaum was verkehrt mit. Wenn das noch viel mehr Leute so machen, dann müssen wir eben jede Menge Flächen stilllegen. Dann wächst da eben Wald oder es Grasen da freilaufende Wisentherden.
@Uli Schoppe 16.08. 23:18
„Das ist zumindest bei uns hier kein Argument. Wir sind nicht darauf angewiesen, oder?“
Bei mir schon. Ich verbrauche Unmengen Zucker in Getränken über den Tag, da hätte ich tatsächlich schnell einen Eiweißmangel in meiner Gesamternährung. Bohnen und Erbsen werden das vermutlich nicht ganz ausgleichen können. Allerdings wäre es bei mir realistisch, neben Milchprodukten und Eiern nur noch halb so viel Fleisch zu essen.
Schätze ich mal, zumal ich meinen speziellen Hunger durchaus ernst nehme. Der entscheidet bei mir, was auf den Tisch kommt.
„Ist schließlich kein Naturgesetz an dem ich nicht vorbei komme auch wenn ich das möchte.“
Ich kann ja auch sofort Fakten schaffen, und meinen Fleischkonsum halbieren. Und ich habe es auch konkret vor, genau das auch noch umzusetzen.
„Ja natürlich wollen die auch verdienen. Aber auch das ist doch eine Systemkomponente die man verändern kann.“
Genau. Nur die Bauern haben wir dann eben nicht so leicht auf unserer Seite. Man müsste zumindest gucken, dass die weiterhin in der Landwirtschaft tätig sein können. Mehr Tierwohl und mehr Bio auf dem Acker macht genau die Mehrarbeit, die mit Flächenstilllegungen verloren gehen würde. Das müsste man eventuell doch den Bauern verständlich machen können.
„Solange die Dinge sind wie sie sind ist es eigentlich dumm nicht wenigstens etwas damit zu machen.“
Es geht bei der Biogasanlagenbehandlung und Kompostierung vor allem darum, dass nicht die Böden überdüngt werden, das der Stickstoff nicht ins Grundwasser gelangt, dass man nur noch wenig Mineraldünger braucht und auch die Stickoxidabgabe in die Atmosphäre weniger werden. Soweit mir das jetzt bekannt ist zumindest.
Und ein gewisse Menge Biogasmethan hätte man auch noch, warum nicht. Und wenn man es gebrauchen kann, auch noch CO2-Anteile, falls man damit z.B. E-Fuels herstellen will.
„Wir produzieren aber so, das wir eigentlich Gülle zurückschippern müssten. Man finde den Fehler.“
Ist irgendwie klar, dass man die Tiere praktischerweise da hält, wo auch das Viehfutter wächst. Der Transport von fertigem Fleisch dürfte einfacher sein, als das Futtermittel hin und die Gülle zurückzuschippern.
Das mit dem Zurückschippern könnte allerdings eine tatsächlich Option sein? Die Schiffe voll mit Soja aus Brasilien fahren womöglich sowieso halb leer zurück.
„Natürlich. Aber nicht mal das bekommen wir im Moment hin. Nicht mal diesen Mindeststandard.“
Deswegen predige ich ja jetzt auch. Aber die Verbrauchseite habe ich in jedem Fall selber in der Hand. Das ist zusammengenommen auch eine Macht.
„Eine Einschränkung beim Fleischkonsum bedroht bei mir nichts grundlegendes.“
Das sollte meine ich auf jeden Fall freiwillig sein. Ich halte gar nichts davon, Fleisch einfach teuer zu machen. Das trifft dann nur die, die sowieso schon knapp bei Kasse sind.
„Die Art und Weise wie die Umstellung der Energieversorgung einfach ins Private geschoben wird allerdings schon. Das müsste so nicht sein.“
Wenn ich ein Auto bräuchte, und kein Geld für einen E-Neuwagen hätte, müsste ich sowieso bis zu 10 Jahre warten, bis es genug E-Gebrauchtwagen auf dem Markt gibt.
Immerhin hat mir meine Wohnungsgenossenschaft versprochen, dass wir in dieser Straße in jetzt 3 Jahren Fernwärme auf Basis von Industrieabwärme bekommen. Und auch versprochen haben die, dass in jetzt 8 Jahren auch die PV-Anlage auf hoffentlich allen Dächern dazu kommt. Platz ist hier im Wohnblock jede Menge, das sind an die 60 Mietshäuser mit einigen Süddächern und ganz viel Ost- uns Westdächern.
Ich vermute mal, das es hier noch rechtliche Schwierigkeiten gibt, dass wir im Wohnblock alle gemeinsam unsere Dachflächen nutzen und gemeinsam den gewonnen Strom selber verbrauchen.
Die Speicher jedenfalls gibt es inzwischen auch, dass wir uns über das Sommerhalbjahr komplett selbst versorgen könnten. Spätestens wenn wir noch eigene Ladesäulen anbieten, und es immer mehr E-Autos gibt. Auch sich in den oberen Etagen eine Klimaanlage zuzulegen wäre mit genug eigener PV-Leistung sehr attraktiv.
Wie viel wir für die Einspeisung von dann immer noch anfallenden Überschüssen bekommen ist recht egal. Das wird nicht eh nicht so viel sein. Dass wir aber im Winter unseren eigenen dann brach liegenden Solarstromspeicher nutzen können, um billigen Windstrom einzuspeichern um dann in Dunkelflauten keine extrateuren Strom nutzen müssen, das wäre relevant.
Und wenn wir unsere eigenen E-Autos bidirektional direkt vor der Tür anschließen können, dann können die Autoakkus noch reichlich beim Stromspeichern mithelfen.
Danke, @Tobias
Es wird immer deutlicher, wie weit sich die thymotischen „Drachenlord-Hater“ von den echten Herausforderungen ihrer und unserer Zukunft haben ablenken lassen.
Angesichts der massiven Ernteausfälle, zunehmend teuren Fossildünger und steigender Transportkosten rechne ich in den kommenden Jahren mit stark steigenden Preisen auf Fleisch, Kaffee, Schokolade, Orangensaft und weitere Lebens- und Luxusmittel.
Habe heute das erste Mal den Hashtah #Hungerkrise im Fediversum benutzt…
Der Fossilismus zerstört sich selbst & reißt die Staatenwelt mich sich.
Erneuerbare Energien sind Heimat-, Wohlstands- & Friedensenergien.
Nächste Station: In wenigen Jahren haben wir eine globale Hungerkrise.
„Einmal mehr droht Donald Trump dem Oman mit Gewalt. Sollte das Land die Verhandlungen mit Teheran behindern, werde man es „in Schutt und Asche legen“, sagte der US-Präsident laut Fox News. Zugleich behauptet er: Über geheime Kanäle laufen Gespräche mit den Revolutionsgarden.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117111707107639796
Mein Dank gilt allen, die Wissenschaft ernst nehmen und mehr für die gemeinsame Zukunft tun. Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern.
Die echte Herausforderung unserer Zukunft ist es, Vorsorge vor realistischen Bedrohungen zu treffen.
Die Landwirtschaft ist verwundbar, siehe zum Beispiel das Jahr ohne Sommer, das vom Tambora-Ausbruch verursacht wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_ohne_Sommer
Jetzt kommen gerade einige Jahre mit zu viel Sommer.
Die Technik ist verwundbar, siehe zum Beispiel das Carrington-Ereignis, das von Sonneneruptionen verursacht wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Carrington-Ereignis
Einige Jahrhunderte passiert nichts böses, und dann sitzt man plötzlich unvorbereitet in der Katastrophe.
Für Vorbereitungen ist es dann zu spät.
Man benötigt ausreichend große Anlagen zur Produktion von Nahrung aus Mikroorganismen.
Man benötigt konsequent EMP-resistente Informatik-Systeme.
Wenn wirklich etwas schiefgeht, dann sind Bunker viel günstiger, als Hochhäuser mit Glasfronten.
Murphys Gesetz besagt: „Alles, was schiefgehen kann, das wird auch schiefgehen.“
Das ist bloß eine Frage der Zeit.
Ja, @Karl Bednarik – wobei kluge Investitionen in die Infrastruktur auch nicht nur „Bedrohungen“ abwehren, sondern auch Chancen erschließen:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/infrastruktur-statt-stillstand-im-friedensparadox-pro-stuttgart-21/
Auch auf individueller Ebene sehe ich kluge Investitionen, die über die thymotischen Algorithmen nichteuropäischer Konzernmedien hinausweisen:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️️?
In der aktuellen Ausgabe von „Spektrum der Wissenschaft“ 09.26 fand ich auf S. 22 – 23 diesen hervorragenden Artikel von Katharina Menne. 👇️
Und erfreulicherweise steht er auch auf spektrum.de, so dass ich ihn hier mit Euch teilen kann:
Nobel geht die Welt zugrunde
Eine wohlhabende Minderheit verursacht Umweltschäden in Billionenhöhe. Das ist rücksichtslos und zeigt: Die Klimakrise ist ein Wohlstandsproblem, kommentiert Katharina Menne.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117108823169511226
Ich wünsche Ihnen von Herzen einen schönen und im guten Sinne interessanten Tag! 🙏✅
@Karl Bednarik 18.08. 01:02
„Jetzt kommen gerade einige Jahre mit zu viel Sommer.“
Gerade die Tierhaltung beschert ja auch erhebliche Reserven bei weltweit einbrechenden Erträgen. Sobald man eine Krise feststellt, kann man als Erstes die Nutztieren so schnell wie möglich schlachten, und bevorzugt essen bzw. Einfrieren, soweit das technisch möglich ist.
Danach sind wir dann alle Zwangsveganer, und könnten vermutlich mit knapp der Hälfte der ursprünglichen Erträge dennoch satt werden.
„Man benötigt ausreichend große Anlagen zur Produktion von Nahrung aus Mikroorganismen.“
Das wäre sowieso eine Lösung, mehr besseres Essen weltweit zu ermöglichen. Bevorzugt interessant wäre es, gleich tierisches Eiweiß und tierisches Fett ganz mit grünem Wasserstoff aus Solarstromüberschüssen herzustellen.
Man könnte umfangreiche Flächen der Natur zurückgeben, würde vermutlich eine Menge Kosten sparen, und eben wirklich alle Menschen gut versorgen können. Und krisenfester auch noch.
„Man benötigt konsequent EMP-resistente Informatik-Systeme.“
Unbedingt.
Der Übergang vom Dualismus zum Monismus beginnt vielleicht dort, wo Menschen zu differenzieren anfangen. Die banale Beobachtung etwa, dass syrische Asylbewerber mit völlig unterschiedlichen Hintergründen zu uns kamen, taucht bis jetzt im Diskurs kaum auf. Medien und Politiker beider Seiten sehen sie eher als eine homogene Gruppe und bewerten sie als gut oder schlecht. Denn nur so lässt sich eben ein Dualismus darauf aufbauen, der emotionalisiert und damit die eigene Gefolgschaft bindet. Ein erster Ansatz wäre, zwischen westlich orientierten Syrern und streng islamischen zu unterscheiden, deren Integration sich unterschiedlich gestalten mag. Und natürlich gibt es unendlich viel dazwischen. Das nur als Beispiel – die Asyldiskussion will ich hier gar nicht führen.
Die Fähigkeit zum Differenzieren ist der erste Schritt zur vernunftbasierten Diskussion. Führt das Differenzieren aber nicht letztlich dazu, dass man in kleinteiligen Dualismen endet? Abstraktes, schematisches Denken benötigt schließlich Einteilungen, Kategorisierungen. Nichts anderes tun wir, wenn wir hier versuchen, drei Entwicklungsstufen gegeneinander abzugrenzen.
Irgendwann landet man bei weiterem Differenzieren schließlich beim einzelnen Menschen und versucht, ihn in eine Schublade zu packen: Gut oder böse? Passend dazu liegt es nahe, den Dualismus eben dieser Person zum Maßstab zu nehmen, um zu einer Bewertung zu kommen. Pauschalisiert oder differenziert die Person? Lässt sie Argumente gelten lässt oder ignoriert sie diese böswillig? Oder ist sie nur überfordert?
Letztlich stellt sich also die Frage: Ist der Monismus letztlich nur ein kleinteiligerer Dualismus? Und sind alle Übergänge dazu letztlich Zwischenstufen, die davon abhängen, wie sehr jemand bereit und in der Lage ist, zu differenzieren?
Auch ich selbst habe mich übrigens mal an einer Einteilung von Entwicklungsstufen versucht und kam auf vier Stufen:
• Egoistisches Handeln ist nur gut für den Einzelnen.
• Die nächste Stufe sind Verhaltensregeln zum Vorteil einer Gruppe. Das kann die Familie sein, ein Clan, eine Religionsgruppe oder ein Volk: Stichwort Nationalismus.
• Stufe drei: Verhaltensregeln, die allen Menschen unabhängig von Staaten, Rasse und Religion zu Gute kommen. Aber es geht noch besser:
• Stufe vier: Bewahrung der Schöpfung. Global nachhaltiges Handeln ohne Umweltschäden, das möglichst auch vermeidet, anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Kein einfacher Punkt, da die Natur selbst voller Grausamkeiten ist. Letztlich kommt eine intakte Natur der Menschheit zu Gute.
Etwas ausführlicher habe ich es mal hier ausgeführt:
https://radiovibrations.com/blog/philo/gott-ist-das-gute.htm
Herzlichen Dank für Ihr intensives Interesse am Freund-Feind-Dualismus und Ihre interessanten Gedanken dazu, @Peer-Axel Kroeske
Was könnte ich dazu noch einbringen?
Sicher die vielfache Erfahrung, dass gerade auch Männer lernen sollten, über ihre Gefühle zu sprechen. Zu oft dienen analytische Begriffe dazu, sich selbst zu distanzieren und aus der Verantwortung zu nehmen.
Deshalb habe ich gelernt und geübt, sowohl gegen Hatemobs anzutreten – wie hier in diesem Blogpost -, wie auch eigene Erfahrungen mit digitalem Dualismus zu schildern:
Seit vielen Jahren werden meine Familie & ich massiv von B. Weinthal verleumdet, einem Anhänger des israelischen Rechtsextremisten Itamar Ben-Gvir. Dass wir Blumes eine christlich-islamische Familie sind & für die gleiche Menschenwürde aller einstehen, stört diese Leute sehr.
Auch Hunderte weitere – jüdische & nichtjüdische – Deutsche erhielten Hassmails von ihm, nicht wenige wurden auch über Mastodon angegriffen.
Selbstverständlich habe ich mich von diesem Hate niemals einschüchtern lassen – im Gegenteil. Mir ist ja klar, dass diese Hetzer nicht mich als Person meinen, sondern unser demokratisches Zusammenleben der Religionen.
Und wie gefährlich Ben-Gvir & seine Helfershelfer auch für Israel selbst sind, erkennen täglich mehr Menschen & Medien.
Mein Dank gilt allen von Euch, die Betroffenen medialer Gewalt beistehen & sich auch selbst nicht einschüchtern lassen. Menschenwürde & Demokratie, Dialog & Freiheit sind es wert.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/117137823787916557
Auch in Medien stelle ich mich gegen feindseligen Dualismus, Hass und Hetze, wie hier im Dialog mit der beeindruckend kundigen und mutigen HateAid-Geschäftstführerin Josephine Ballon, die sich auch gegen willkürliche „Sanktionen“ der derzeitigen US-Administration behauptet:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gemeinsam-gegen-hass-hetze-im-podcast-dialog-mit-josephine-ballon-von-hateaid/
Wichtig finde ich zudem die Frage nach der philosophischen Glaubwürdigkeit durch die eigene Übernahme von Verantwortung.
So teilen wir beide offensichtlich die Ablehnung auch islamistischer Gewalt. Also stellt sich für mich die Frage, ob Sie den Iran, die arabischen Regime, aber auch etwa zum Beispiel Russland weiterhin finanzieren, indem Sie Erdöl und Erdgas (fossile Gewaltenergien) importieren und verbrennen. Dies fände ich schade, denn es würde bedeuten, dass auch Sie die Zustände noch aktiv mitverschulden, die wir beide dann kritisieren.
Erneuerbare Energien sind Friedensenergien und stärken die Glaubwürdigkeit aller, die sich für Dialog und Frieden, für Wahrheit und Philosophie einsetzen.
https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
Ihnen noch einmal Dank für den intensiven Druko – ich freue mich auch als Solarpunk auf weitere Dialoge mit Ihnen! 🌞👍
Michael, du hast in diesem Fall gar nichts verstanden! Es geht im Prinzip darum, einen Faulen, dummen, verlorenen Menschen zu bestrafen! Es sind Dinge die in den zehn Geboten stehen und für die, die Kirche Menschen bestraft, heute nicht mehr so extrem wie früher. Früher kam man schon in die Hölle wenn man z.b. zwei verschiedene Schuhe anhatte!
Zu den großen Errungenschaften der Zivilisation gehört das Gewaltmonopol des Rechtsstaates, @Rudi Winkler: Nicht mehr politische, religiöse oder einfach thymotische Mobs entscheiden über „Bestrafungen“, sondern ausschließlich der Rechtsstaat auf Basis allgemein gültiger Gesetze.
Wenn wir diese Errungenschaft wieder zugunsten neuer Medien aufgeben, dann landen wir wieder in Zeiten willkürlicher Mob-Gewalt von Hexenverbrennungen, Ski-Klux-Klan & Co.
Gerade als Politik- und Religionswissenschaftler kann ich hier bestätigen, dass der medial verstärkte Freund – Feind – Dualismus jede Religion und Weltanschauung heimsucht und dringend zu unterbinden ist.
Ich danke Dir sehr für Deinen Einblick in die Hassfantasien, @Rudi Winkler – andere hier haben die mediale Gruppendynamik ja bereits als „Jugendkultur“ oder Fan-Szene zu verharmlosen versucht.
Aber sich zusammenrottende „Haider“ sind Hater, die Menschen, die Geltung von Gesetzen und das staatliche Gewaltmonopol angreifen.
Der Haid kam als Reaktion auf ständige Lügen und nicht erfüllte Ankündigungen gegen über seiner Fans
Die medialen Verfehlungen eines Einzelnen können keine Hate-Mobs rechtfertigen. Schon gar nicht über Jahre hinweg.