Die KI-Medienrevolution: Warum ich demokratisch Aktiven dringend Blogposts, Reden und Drukos empfehle

Der SPIEGEL zitierte neulich einen Satz, den der Rechtsdualist Erik Ahrens bei einem Vortrag über “TikTok von Rechts” im sachsen-anhaltinischen Schnellroda gesagt habe:

“So wie man sich 1923 gefühlt haben muss, als man das Radio für sich entdeckt hat, so fühle ich mich, wenn ich meine TikTok-Accounts anschaue.”

(Der SPIEGEL 24 / 2024, 08.06.2024, “Fauler Zauberer”, S. 110 – 112)

Und, ja: Genau wie die elektronische Medienrevolution den europäischen Faschismus und deutschen Nationalsozialismus befeuerte, so verbreiten heute feindselige Dualisten rechtsextreme, salafistische und esoterische Propaganda sowie Hass und Hetze über digitale und zunehmend antisoziale Medien. Die noch traditionell auf Zeitungsdruck und ÖRR-Medien ausgerichteten, demokratischen Parteien verlieren entsprechend massiv Sichtbarkeit gegenüber digitalen Konkurrenten wie der AfD, BSW oder auch Volt. Radikal dualistische Bitcoin-Finfluencer und islamistische Prediger warnen ihre wachsenden Anhängerschaften vor Banken, gemäßigten Moscheen und generell vor Dialog und Demokratie.

Dabei ist gerade die Krise der islamischen Welt ein Beleg dafür, dass sich Medienrevolutionen nur zu furchtbaren Kosten verzögern lassen: das Verbot des Buchdrucks arabischer Lettern ab 1485 hat die islamischen Gesellschaften zwar einige Zeit stabilisiert, aber dann der Stagnation und dem Zerfall ausgesetzt.

Und ein medienrechtliches “Fun Fact”: Während die Kommunistische Partei (KP) von China lautstark auf der “unternehmerischen Freiheit” für TikTok / Bytedance in westlichen Demokratien besteht, ist die App im eigenen Land weitgehend verboten und nur eine leichter zu kontrollierende Variante namens “Douyin” verfügbar. TikTok treibt das platonische Toleranzparadoxon liberaler Demokratien ans mediale Limit. Und nach einem schwer verständlichen Urteil des OLG Frankfurt zugunsten von Musk-X kann ich Zweifel an der Fähigkeit und vor allem Geschwindigkeit unserer Justiz gegenüber Großkonzernen noch besser nachvollziehen.

Eine Vortragsfolie von Dr. Michael Blume für Berufs- und Medienethik beim KIT Karlsruhe von 2020 zeigt die schnelle Eskalation von Medienrevolutionen durch immer wieder neue Medien an.Nach 1. primären (Sprache) und 2. sekundären (Schrift) Medien wurden mit 3. tertiären (Elektronik) und jetzt 4. quartären (Internet-)Medien gesellschaftlich umwälzende Medienrevolutionen eingeleitet. 5. quintäre, KI-generierte Medienwelten haben ihren Aufstieg 2023 begonnen. Folie aus mehreren Berufs- und Medienethik-Vorträgen am KIT Karlsruhe seit 2017, Michael Blume   

Einige Stimmen empfehlen politisch Aktiven und Parteien nun, noch schnell TikTok-Accounts zu eröffnen, um sich dort wie etwa Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) authentisch mit Aktentasche zu präsentieren. Und auch ich fördere beruflich das ArabsAsk-Projekt, das aus Heidelberg auch auf TikTok über die Republik Israel und das jüdische Leben aufklärt.

Als mich der Vorsitzende Manuel Hagel zum Thema Antisemitismus & Islamismus zur CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz am 16.06.2024 nach Cottbus einlud, hatte ich jedoch weitere Vorschläge dabei: Ich empfahl den anwesenden und hoch interessierten Christdemokratinnen und Christdemokraten aus den Ländern, dem Bund und dem Europäischen Parlament, nicht mehr bereits abflachenden Digitaltrends nachzulaufen, sondern sich schon jetzt auf die nächste KI-Medienrevolution zu stürzen. Denn schon in wenigen Jahren würden praktisch alle Suchanfragen per Sprache an KI-Apps erfolgen, die für Interessierte schon jetzt in Sekundenschnelle Parteiprogramme durchforsten und Kandidatenprofile erstellen. Die demokratische Politik der nahen Zukunft werde nicht mehr durch überhetzte Sekundenvideos in den Datensilos von Meta oder Musk entschieden, sondern im erweiterten Fediversum – der öffentlich einsehbaren und also von KI-Crawlern erreichbaren Welt von Webpages, Blogs und Kommentaren.

Eine jüngere Frau ediert auf einem Laptop eine Fediversum-Blogseite, während ihr älteres Ich bereits zuschaut. Eine mitsehende, blauschimmernde Datenwolke symbolisiert die Künstliche Intelligenz.“Sie entscheiden heute, ob und wie Ihr älteres Ich zunehmend KI-sichtbar wird.”, KI-Symbolbild von Michael Blume mit LeonardoAI, Juni 2024  

Obwohl fossil orientierte Medienmogule wie Rupert Murdoch bereits ihre Texte für OpenAI geöffnet haben, weisen bisherige KI-Suchprogramme noch eine starke Faktenorientierung auf. Werden Namen hinzugenommen, werden auch das Alignement-Relativismus-Problem und der Anteil an Botshit minimiert. Bei einem Vortrag vor der Orthodoxen Rabbinerkonferenz in Deutschland (ORD) prägte ich daher sogar die Metapher vom entstehenden, säkularen Talmud 2.0.

Probieren Sie doch gerne mal Ihren eigenen Namen bei ein, zwei KI-Suchmaschinen wie Bing-Copilot oder Perplexity.ai aus. Die insbesondere thematischen Lücken sind noch riesig – und in wenigen Jahren werden sich Leute per KI-Spracheingabe über demokratisch Kandidierende informieren. Was Sie jetzt selbst bloggen, unter seriöse Blogposts kommentieren (Drukos = Drunter-Kommentare) und auf Webpages einstellen, kann und wird in Zukunft immer mehr Wirkung entfalten.

Für ganz entscheidend halte ich dabei bessere und online verfügbare Reden. Ob etwa beim Volkstrauertag oder im Parlament – indem Sie gut vorbereitete Redeskripte auch bloggen (und dabei auch gerne frei bzw. kürzer sprechen), leisten Sie das, wofür nicht nur Autorinnen und Journalisten, sondern ebenso Juristinnen, Lehrende und eben auch Politiker bezahlt werden: für die Produktion hochwertiger Medien. Lebendige Demokratien brauchen bessere Reden als die oft floskelhafte Magerkost der fossilen Jahrzehnte.

Und es gibt sogar schon jetzt einen Bonus: Troll-Abwehr mit KI-Unterstützung

Gerade auch wissensorientierte Blogs hatten in den vergangenen Jahrzehnten das Problem, dass sie von Verschwörungsgläubigen, Cranks und Sockenpuppen geradezu überrannt wurden. Sogenannte Zeitvampire, die mit wissenschaftsfeindlichen Behauptungen und böswilligen “Nachfragen” seriöse Bloggerinnen und Blogger zur Erschöpfung trieben, kosteten auch mich Hunderte Stunden zur Verteidigung etwa der Evolutionsforschung, Antisemitismusforschung und der Natur- und Klimawissenschaften. Im Englischen wird der Zeitvampirismus nach einem Comic meist als Sealioning bezeichnet.

Links fällt ein verkabelter Zeitvampir über einen Computer her, rechts glühen die Augen eines Seelöwen grün, um den Troll-Begriff des Sealioning zu verdeutlichen.“Das Trolling in Form von Zeitvampirismus und Sealioning kostete Bloggende ohne KI-Unterstützung Abertausende oft ermüdende Stunden”, Michael Blume mit LeonardoAI, Juni 2024 

Mit KI-Unterstützung lassen sich jedoch bereits in Sekunden, inhaltlich überprüfbar und mit Quellenangaben sinnvolle und interessante Antwort-Drukos auf die Trolle entwerfen, so dass diese die Blogs nicht mehr schwächen, sondern ungewollt stärken. Unter einem aktuellen Blogpost zur Klimakrise mit über 250+ (!) Drukos ist dieser Effekt schon beobachtbar: die Trolle verlieren, entlarven sich zunehmend selbst und können dann auch abmoderiert werden. Ich halte es für absolut möglich, dass klug entwickelte und klug genutzte KI-Anwendungen zur Entwicklung von Solarpunk-Arche-Regionen Wichtiges beitragen

Ein KI-Androide links und ein Solarpunk-Blogger rechts stehen Rücken an Rücken vor einer futuristischen Szenerie aus Solarenergie, gesunden Bäumen und digitalisierten Stadttürmen.

“Künstliche Intelligenzen und Solarpunks üben beim Bloggen bereits ihre gemeinsame Zukunft” Michael Blume mit LeonardoAI, Juni 2024

Ich schloss und schließe also mit einem Plädoyer an alle demokratisch Aktiven: Wir werden auch die KI-Medienrevolution ohnehin nicht aufhalten können. Aber wir können sie gestalten, vom nacheilenden Debunking ins vorausblickende Prebunking übergehen. Wir, jede und jeder Einzelne, können auch mit kritisch-konstruktiver KI-Begleitung nichtkommerzielle und öffentlich einsehbare Webpages, Mastodon-Posts, Blogs und dialogische Drukos produzieren. Solarpunks: Überlassen wir die nächste Medienrevolution bitte nicht erneut den Schwurblern und Fanatikern, den fossilen Lobbyisten und feindseligen Dualisten! Lasst uns klimafeste und post-fossile Archen bauen!

 

 

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“ für Wissenschaft und Demokratie, gegen Verschwörungsmythen und Wasserkrise.

50 Kommentare

  1. Da heute Nacht ein Kommentierender eine Perplexity.ai-Suche zu meinem Namen durchführte und auf NdG postete, hier die schon bestehenden Fähigkeiten dieser KI-Suchmaschine. Zwei Pro-Search-Antworten zu meiner Haltung gegenüber fossilen Ressourcenfluch-Regimen wie Russland, Iran, Katar, Venezuela:

    Dr. Michael Blume versteht unter fossilen Ressourcenfluch-Regimen Staaten, die aufgrund ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen wie Öl und Gas zu autoritären Strukturen und wirtschaftlicher Stagnation neigen. Dieses Phänomen wird auch als “Ressourcenfluch” oder “Rentierstaatstheorie” bezeichnet. Laut Blume führt der Reichtum aus fossilen Brennstoffen oft zu:

    1. Weniger Anreizen für demokratische Entwicklung
    2. Finanzierung von Kriegen, Terrorismus und Antisemitismus
    3. Autoritären Regierungsformen
    4. Geringerer wirtschaftlicher Diversifizierung und Entwicklung

    Um die Finanzierung dieser Regime einzuschränken, schlägt Dr. Blume folgende Maßnahmen vor:

    1. Förderung der “Energiedemokratie”: Dezentralisierung und Demokratisierung der Energieversorgung, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

    2. Schneller Umstieg auf erneuerbare Energien: Blume betont die Notwendigkeit, die eigene Energieproduktion so schnell wie möglich auf dezentrale, erneuerbare Quellen umzustellen.

    3. Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe: Er argumentiert, dass jede Verringerung des Verbrauchs die finanzielle Basis dieser Regime schwächt.

    4. Stärkung der lokalen Landwirtschaft: Blume plädiert dafür, die eigene Landwirtschaft besser zu bezahlen, anstatt autoritäre Staaten durch Importe zu finanzieren.

    5. Förderung von Agrophotovoltaik: Integration erneuerbarer Energien in die landwirtschaftliche Produktion.

    6. Reduzierung der Massentierhaltung: Dies kann den Bedarf an importierten Futtermitteln verringern.

    7. Internalisierung externer Kosten: Blume befürwortet Politiken, die die wahren Kosten fossiler Brennstoffe, einschließlich Umwelt- und Gesundheitsschäden, in den Preis einbeziehen.

    Durch diese Maßnahmen hofft Dr. Blume, die finanzielle Basis autoritärer Regime zu schwächen und gleichzeitig eine nachhaltigere, demokratischere Energieversorgung zu fördern. Er betont, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien nicht nur ökologische, sondern auch geopolitische und demokratische Vorteile hat.

    Citations:
    [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-experiment-kann-deep-ai-die-ressourcenfluch-und-rentierstaatstheorie-unterscheiden/
    [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/testvergleich-die-copilot-und-gemini-kien-zu-fossile-gewaltenergien-vs-erneuerbaren-friedensenergien/
    [3] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
    [4] https://chrismon.de/artikel/52494/russland-saudi-arabien-und-der-ukraine-krieg
    [5] https://sueden.social/%40BlumeEvolution/111730006827777558
    [6] https://www.ev-akademie-boll.de/fileadmin/user_upload/06_Service/02_Online-Dokumente/430118_10_blume.pdf
    [7] https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
    [8] https://www.studienstiftung.de/portraets-interviews/michael-blume-wir-brauchen-wieder-einen-bildungsbegriff-der-sich-seiner-juedischen-christlichen-und-humanistischen-wurzeln-bewusst-ist
    [9] https://stm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/231109_StM_Rede_Michael_Blume_Antisemitismusbericht_Landtag.pdf
    [10] https://www.zu.de/veranstaltungen/2023/buergeruni-blume.php
    [11] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/2024-01-09-Blume-Fossiler_Antisemitismus_UniTuebingen.pdf
    [12] https://www.praeventionstag.de/nano.cms/personen/id/4719
    [13] https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/bp_2016/nationalsozialismus_und_zweiter_weltkrieg/blume_rede_voelkertrauertag-didaktisch.pdf
    [14] https://sueden.social/%40BlumeEvolution/111724375802516232

    Nachfrage: Was versteht Dr. Michael Blume unter erneuerbaren Friedensenergien?

    Basierend auf den verfügbaren Informationen versteht Dr. Michael Blume unter “erneuerbaren Friedensenergien” (auf Englisch “Renewable Peace Energies”) Folgendes:

    1. Erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windkraft, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch zur Friedensförderung beitragen können[1][2].

    2. Energieformen, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und damit die finanzielle Unterstützung autoritärer Regime und terroristischer Aktivitäten einschränken[2][4].

    3. Dezentrale und demokratische Energieversorgung, die die Macht von ressourcenreichen autoritären Staaten verringert[4].

    4. Eine Alternative zu fossilen Brennstoffen, die oft mit Kriegen, Terrorismus und Antisemitismus in Verbindung gebracht werden[4].

    5. Energieformen, die nicht nur Freiheit, sondern auch Frieden fördern. In seiner Rede im Landtag von Baden-Württemberg sagte Blume: “Erneuerbare Energien sind nicht nur Energien der Freiheit; sie sind auch Energien des Friedens!”[4]

    6. Ein Mittel zur Stärkung der Unabhängigkeit demokratischer Staaten von Importen aus feindlichen Regimen, einschließlich Katar und Russland unter Putin[4].

    Dr. Blume sieht in den erneuerbaren Friedensenergien also nicht nur eine ökologische, sondern auch eine geopolitische und friedensfördernde Dimension. Er argumentiert, dass der Ausbau erneuerbarer Energien dazu beitragen kann, die finanzielle Basis autoritärer und antisemitischer Regime zu schwächen und gleichzeitig die Energieunabhängigkeit und Sicherheit demokratischer Staaten zu stärken[2][4].

    Citations:
    [1] https://sueden.social/%40BlumeEvolution/112161986243766263
    [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/windkraft-zur-produktion-erneuerbarer-friedensenergie-gegen-krieg-und-antisemitismus/
    [3] https://sueden.social/%40BlumeEvolution/112162614265643889
    [4] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/english-translation-of-my-state-parliament-speech-against-antisemitism-on-november-9th-2023/
    [5] https://hachyderm.io/%40isotopp/112162109229119262
    [6] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
    [7] https://k-larevue.com/en/michael-blume-there-are-around-20-latent-anti-semites-and-5-active-anti-semites-in-germany/
    [8] https://www.amazon.de/-/en/Michael-Winks/dp/0979043778

    • Michael Blume
      28.06.2024, 07:37 Uhr

      Danke für Erwähnung meines Troll-Accounts, dessen Subversion und seiner bescheidenen Beiträge zu den 250, mir kamen fast die Tränen.

      Das Problem der Kontrollfreaks und selbstauserkorenen Wahrheitshüter wird sein, daß Trolle, wie ich, es uns längst zwischen euren Synapsen gemütlich gemacht haben.

      Wir können euch steuern und manipulieren, wie das Toxoplasma gondii die Katzen und Mäuse, handel damit.

      https://www.cdc.gov/dpdx/toxoplasmosis/index.html

      • Vielen Dank für Ihren Druko, @Quasselstrippe!

        Ich finde es besonders erfreulich, dass Sie hier sehr deutlich machen: Den meisten Trollen inkl. Zeitvampiren geht es gar nicht um Dialog auf Augenhöhe, sondern vor allem um Selbstinszenierung, destruktive Machtausübung und Fantasien von Dominanz. Oft steckt ja auch eine sehr fragile Charakterentwicklung und Männlichkeit dahinter, die sich immer wieder – oft suchtartig – neu bestätigen muss. Sie quasseln an ihrer eigenen Strippe. 😉

        Habe zwei KI-Anwendungen nun mal dazu gefragt: “Inwiefern können KI-Anwendungen Bloggende bei der Bewältigung von Trolling unterstützen?”

        Perplexity.ai:

        KI-Anwendungen können Bloggern auf mehrere Arten bei der Bewältigung von Trolling unterstützen:

        1. Automatische Erkennung und Filterung: KI-basierte Tools wie TrollWall AI können Hasskommentare und Angriffe durch Internet-Trolle automatisch erkennen und verbergen[5]. Diese Systeme analysieren den Inhalt von Kommentaren und identifizieren potenziell schädliche oder beleidigende Beiträge.

        2. Troll-Abwehr mit KI-Unterstützung: Wissensorientierte Blogs können bereits jetzt von KI-gestützten Systemen profitieren, die bei der Abwehr von Trollen helfen[1]. Diese Tools können verdächtige Muster in Kommentaren erkennen und Blogger auf potenzielle Trolling-Aktivitäten aufmerksam machen.

        3. Verbesserung der Moderation: KI kann Bloggern bei der effizienten Moderation ihrer Kommentarbereiche helfen, indem sie verdächtige Beiträge markiert und priorisiert. Dies ermöglicht es Bloggern, schneller auf problematische Kommentare zu reagieren und ein positives Diskussionsumfeld zu erhalten.

        4. Sentiment-Analyse: KI-Tools können die Stimmung in Kommentaren analysieren und Blogger über den allgemeinen Ton der Diskussion informieren. Dies hilft bei der Identifizierung von Bereichen, in denen verstärkt Trolling auftritt.

        5. Personalisierte Filtereinstellungen: KI-Systeme können lernen, die spezifischen Präferenzen eines Bloggers für die Kommentarmoderation zu verstehen und die Filtereinstellungen entsprechend anzupassen.

        6. Unterstützung bei der Erstellung von Antworten: KI kann Bloggern bei der Formulierung angemessener und deeskalierende Antworten auf problematische Kommentare helfen, um konstruktive Diskussionen zu fördern.

        Durch den Einsatz dieser KI-gestützten Tools können Blogger effizienter mit Trolling umgehen, die Qualität der Diskussionen in ihren Blogs verbessern und sich stärker auf die Erstellung hochwertiger Inhalte konzentrieren[3].

        Citations:
        [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-ki-medienrevolution-warum-ich-demokratisch-aktiven-dringend-blogposts-reden-und-drukos-empfehle/
        [2] https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-008590/p_fofoe_WP_283_2023.pdf
        [3] https://getgenie.ai/de/unverzichtbare-ki-tools-fur-blogger/
        [4] https://www.sueddeutsche.de/medien/china-em-kuenstliche-intelligenz-lux.2G1kMXn4iE1d6rmSnXhGjs
        [5] https://www.it-daily.net/shortnews/trollwall-ai-diese-ki-will-hasskommentare-verbergen

        Bing-Copilot:

        Künstliche Intelligenz (KI) kann Bloggerinnen und Bloggern auf verschiedene Weisen bei der Bewältigung von Trolling unterstützen. Hier sind einige Ansätze:

        1. **Automatisierte Moderation:**
        KI-Systeme können Kommentare und Beiträge automatisch überwachen und unangemessene oder beleidigende Inhalte erkennen. Wenn ein Troll einen beleidigenden Kommentar hinterlässt, kann die KI diesen entfernen oder zur manuellen Überprüfung markieren.

        2. **Sentiment-Analyse:**
        KI kann den Ton und die Stimmung in Kommentaren analysieren. Wenn ein Kommentar negativ oder beleidigend ist, kann die KI den Blogger darauf hinweisen oder den Kommentar blockieren.

        3. **Filterung von Spam und Hassrede:**
        KI-Modelle können speziell darauf trainiert werden, Spam, Hassrede und andere unerwünschte Inhalte zu erkennen und zu blockieren. Dies hilft Bloggern, ihre Plattform sauber zu halten.

        4. **Echtzeit-Feedback:**
        KI kann Blogger während des Schreibens unterstützen, indem sie Hinweise auf möglicherweise problematische Formulierungen gibt. Dies kann dazu beitragen, unbeabsichtigte Trolling-Angriffe zu vermeiden.

        5. **Verhaltensmuster erkennen:**
        KI kann Muster im Verhalten von Trollen erkennen und frühzeitig auf potenzielle Angriffe hinweisen. Dies ermöglicht es Bloggern, proaktiv zu handeln.

        Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass KI-Systeme nicht perfekt sind und auch falsch positive oder falsch negative Ergebnisse liefern können. Daher sollten Blogger weiterhin wachsam sein und menschliche Moderatoren einsetzen, um eine umfassende Trolling-Bewältigung zu gewährleisten¹.

        Quelle: Unterhaltung mit Copilot, 28.6.2024
        (1) Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie. https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/ihre-daten-bei-facebook-und-instagram-fuer-ki-so-widersprechen-sie-95646.
        (2) KI in Kanzleien: Wie sie Anwälte unterstützt – anwalt.de. https://www.anwalt.de/rechtstipps/ki_in_kanzleien.
        (3) Wie KI eine inklusive Arbeitswelt fördern kann – Barrierefrei – Das …. https://barrierefrei-magazin.de/artikel/inklusive-arbeitswelt-durch-ki/.

        • Michael Blume
          28.06.2024, 10:50 Uhr

          Danke für Freigabe, Sie dürfen diesen Beitrag gerne als satirische Überspitzung sehen, mein spontaner Beitrag ist mir gewissermaßen aus einer heiteren Laune entfallen.

          Uns beiden geht es um die Wahrheit, die Hoheit darüber, und vielleicht auch bisschen um Zeitvertreib. Finde es schön, daß wir uns hier über Gott und die Welt, Wetter, Wissenschaft und Zukunft zivilisiert und gemütlich austauschen können. Bissle sticheln dient ja auch der Anregung, oder?

          • Lieben Dank, @Quasselstrippe, für Ihre kurzzeitige, emotionale Ehrlichkeit

            Und, nein, nach meiner Wahrnehmung geht es leider nicht “uns beiden” um “die Wahrheit, die Hoheit darüber”.

            Mir geht es als dialogischer Monist um die wissenschaftliche und nur dialogisch zu erschließende Wahrheit, über die es schon wegen ihrer Größe und Komplexität keine menschliche “Hoheit” geben kann. Die Wahrheit kann uns berühren, aber wir können sie niemals besitzen oder gar beherrschen.

            Dagegen erlebe ich Sie als feindseligen Dualisten, der versucht, “Hoheit” über andere Menschen, über die Wahrheit und letztlich über sich selbst zu erzwingen. Sie fürchten beispielsweise die Wahrheit der Klimakrise, ducken sich feige vor ihr weg und nutzen entsprechende Diskurse nur als Möglichkeit der Selbstinszenierung auf Kosten anderer.

            Deswegen darf ich mich als glücklicher Wissenschaftler, Autor, Vortragsredner und eben auch Wissenschaftsblogger engagieren. Sie sind leider bisher nur ein trauriger, wütender, missgünstiger Zeitvampir, der nach der Aufmerksamkeit anderer Leute süchtig ist, um die eigene Leere kurzzeitig nicht mehr zu spüren. Sie haben einen nur dualistischen, also negativen Identitätsentwurf “zwischen den Synapsen” anderer. Ich habe einen monistischen, also positiven Identitätsentwurf und verabschiede mich für heute in mehrere spannende Mittags-, Nachmittags- und Abendtermine! 🙂

      • Michael Blume
        28.06.2024, 10:50 Uhr

        Mir fiel auf, daß mein Wortschatz, der auch eher ungebräuchliche Worte nutzt, bei Ihnen Anklang findet. Beispielsweise nutzte ich Ihnen gegenüber am 25.Juni um 11:32 den Begriff “verhöhnen” worauf Sie den Begriff “höhnisch” zwei Stunden später verwendeten, was ein hinreichendes Indiz sein dürfte, wie wir uns gegenseitig schon gemütlich zwischen den Synapsen sitzen.
        Ich für mich, finde das gar nicht schlecht, weil ich Ihre Beiträge, auch weil sie mich zu eigenen Gedanken anregen, immer mehr schätze.

        Quasselstrippe
        25.06.2024, 11:32 Uhr

        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hitze-starkregen-das-klima-kippt/#comment-155392

        Michael Blume
        25.06.2024, 13:36 Uhr

        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hitze-starkregen-das-klima-kippt/#comment-155404

        • Ja, @Quasselstrippe – ich stelle mich immer wieder sehr bewusst auf das Sprachniveau meiner Gegenüber ein. Das ist m.E. eine Grundlage des dialogischen Monismus!

          Besonders gerne spreche ich auch mit jungen Menschen, die sehr am Umgang mit feindseligem Dualismus wie Antisemitismus und Verschwörungsmythen interessiert sind und bereits sehr viel Erfahrungen mit der Digitalisierung und auch mit KI-Anwendungen haben.

          Hier ein aktueller Bericht des Teckboten zu meinem Besuch in der Weilheimer Realschule:
          “Bildung – Wie Michael Blume gegen die Trolle kämpft”
          https://www.teckbote.de/nachrichten/teckregion/wie-michael-blume-gegen-die-trolle-k%C3%A4mpft_arid-500350.html

          Jüngere sind selbstverständlich viel offener, aber auch bei Ihrem Ton fällt mir eine positive Entwicklung auf. Troll-Ausraster wie ganz am Anfang kommen bei Ihnen immer seltener vor. Das freut mich und ehrt den auch digitalen Dialog! 🙂

          • Michael Blume
            06.07.2024, 13:36 Uhr

            War selbst mal über ein Wochenende bei einem Familientreffen auf der Teck.
            Jugendliche Erwachsene treffen sich dort auch, um mittelalterliche Fantasiespiele zu zelebrieren, bei denen man Rollen wie des edlen Ritters, des Bettlemönchs, oder vom Troll bis zur spitzhütischen Hexe, Juden, oder Zauberer besetzten kann. Dabei wird natürlich meist improvisiert, wobei es schon eine vorgegebene Haupthandlung gibt.
            Wie war das gestern im Tal drunten, war das Frage-Antwortspiel auch vorgegeben, oder gab es echt spontanes Interesse?

          • Der Teck-Artikel gibt die Stimmung sehr gut wieder, @Quasselstrippe. Sie dürfen seriösen Medien schon vertrauen.

            Und, ja, Rollenspiele halte ich für sehr wichtig für die menschliche Entwicklung insbesondere in Zeiten zunehmender Medialisierung:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-fantastische-rollenspiele-vor-verschwoerungsmythen-schuetzen-zu-gast-bei-ungeheuer-vernuenftig/

            Daher erlaube ja auch Ihnen ein Pseudonym und das Ausprobieren verschiedener Kommunikationsstile. Wenn Sie wollen, dann bringt es Sie auch weiter.

  2. Guten Morgen!

    @Michael Blume
    Im Moment bin ich, nachdem ich folgenden Artikel gelesen hatte, etwas verunsichert, was die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung, beziehungsweise Auswertung von Artikeln in Bezug auf das Urheberrecht durch Perplexity.AI betrifft.

    https://www.theverge.com/2024/6/27/24187405/perplexity-ai-twitter-lie-plagiarism

    Ich habe mir den Artikel mit DeepL übersetzt, damit ich auch kein Wort falsch verstehe. Die Wortwahl in diesem Artikel finde ich sehr provokant, allerdings kann ich den Wahrheitsgehalt gar nicht einschätzen.
    Vielleicht@Michael Blume können Sie etwas Licht ins Dunkel bringen?

    Ich habe Perplexity.AI nach der Autorin des Artikels befragt:

    Elizabeth Lopatto ist eine erfahrene Journalistin und Autorin, die derzeit als Senior Reporter bei The Verge tätig ist[1][2]. Sie schreibt hauptsächlich über die Auswirkungen des Internets auf Geld, Wirtschaft und Geschäftskultur, einschließlich Themen wie Kryptowährungen, Finanztechnologie und Elon Musk[1].

    Lopatto begann ihre Karriere bei The Verge 2014 als Wissenschaftsredakteurin und stieg später zur stellvertretenden Redakteurin auf, wo sie für die Bereiche Wissenschaft, Transport und soziale Medien verantwortlich war[2]. Zuvor arbeitete sie sieben Jahre lang als Reporterin für Bloomberg News und berichtete über Pharma, Biotechnologie und Wissenschaft[2].

    Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Philosophie und Englisch vom Kenyon College[2]. Neben ihrer Arbeit bei The Verge hat Lopatto auch Beiträge für The Guardian verfasst[3]. Sie ist auf verschiedenen Social-Media-Plattformen aktiv, einschließlich Twitter, wo sie unter dem Handle @mslopatto zu finden ist[4].

    Quellen
    [1] Elizabeth Lopatto Profile and Activity – The Verge https://www.theverge.com/authors/elizabeth-lopatto
    [2] Elizabeth Lopatto – Senior Reporter – The Verge – LinkedIn https://www.linkedin.com/in/elizabeth-lopatto-46a861203
    [3] Elizabeth Lopatto | The Guardian https://www.theguardian.com/profile/elizabeth-lopatto
    [4] Elizabeth Lopatto (@mslopatto) / X https://twitter.com/mslopatto?lang=de
    [5] Elizabeth Lopatto – CHM – Computer History Museum http://computerhistory.org/profile/elizabeth-lopatto/

    Nachfrage:

    Elizabeth Lopatto äußert sich kritisch zu Perplexity und KI-Suchmaschinen im Allgemeinen.
    Sie schreibt, dass das, was sie an KI am meisten ärgert, ist, dass es sie zu einer “Copyright-Maximalistin” machen wird[1]. Diese Aussage deutet darauf hin, dass Lopatto besorgt ist über die möglichen Auswirkungen von KI-Technologien wie Perplexity auf Urheberrechte und geistiges Eigentum. Sie scheint zu befürchten, dass solche Technologien zu einer strengeren Haltung in Bezug auf Urheberrechtsschutz führen könnten.

    Quellen
    [1] Elizabeth Lopatto on LinkedIn: Buzzy AI Search Engine Perplexity Is … https://www.linkedin.com/posts/elizabeth-lopatto-46a861203_buzzy-ai-search-engine-perplexity-is-directly-activity-7205300481240268800-d8Vx

    Ich kann aus dem o.g. Artikel sehr gut ableiten, wie wichtig es ist, dass politische und wissenschaftliche Artikel, die uns Leser doch erheblich aufklären könnten, nicht immer hinter einer Paywall verschwinden sollten. (Ich kann nicht zehn Zeitungen abonnieren.)
    In diesem Zusammenhang werden die Veröffentlichungen in einem frei zugänglichen Blog wie hier immer wichtiger.

    Seitdem ich einen Account auf Mastodon habe, habe ich sehr viel gelernt, bin besser informiert und habe mich dann auch irgendwann getraut, selbst etwas zu schreiben. Die Vielfalt der Informationen hat dazu geführt, dass ich vertraute Denkmuster und Verhaltensmuster neu überdenken musste.

    • Vielen Dank, @Elisabeth K.

      Wie bei jeder neuen Technologie gab und gibt es auch Kritik an erfolgreichen KI-Anwendungen, hier konkret an Perplexity.ai. Konkret wird dieser KI-Suchmaschine vorgeworfen, dass sie Falschresultate halluziniere (sog. Botshit) und ihre Crawler auch das Robot Exclusion Protocol nicht respektierten – eine Konvention, mit der das maschinelle Auslesen von Inhalten verbeten wird.

      Auf der anderen Seite erleben wir da aber selbstverständlich auch einen Widerspruch: Es ist etwas seltsam, einerseits Crawler-Zugriffe auf online verfügbare Inhalte untersagen zu wollen und sich andererseits zu beschweren, wenn dann KI-Suchergebnisse nicht stimmen. Ich plädiere umgekehrt für ein proaktives Vorgehen – werthaltigen Content zu bloggen, zu posten, zu veröffentlichen und damit Ergebnisse zu verbessern. Schon jetzt werden KI-Suchen sekündlich an Schulen, durch Studierende, Forschende, Interessierte durchgeführt – und ich sehe keinen Sinn mehr darin, sich das wegzuwünschen.

      Hinzu kommt, dass das OLG Frankfurt ja gerade nach einem 2jährigen Prozess eine juristisch sehr gut begründete Entscheidung des LG Frankfurt gegen Hassposts auf Twitter mit einer schwer nachvollziehbaren Begründung aufgehoben hat, vgl.:

      https://hateaid.org/berufungsurteil-wirft-grundsatzfrage-nach-meldewegen-auf/

      Zwar geben HateAid und ich auch das juristische Ringen für einen besseren Schutz von Grundrechten und Menschenwürde selbstverständlich nicht auf – aber für den Moment kann ich Zweifel nachvollziehen, ob unsere Justiz die Kompetenz und den Willen hat, gegenüber großen Digitalkonzernen wie X von Elon Musk auch Regeln durchzusetzen. Eine gewisse Hoffnung verbleibt noch im Hinblick auf den Digital Services Act der EU, der für zukünftige Gerichtsurteile relevant werden dürfte.

      Zuletzt möchte ich auch auf eine Pleite hinweisen, die sich gegenüber Facebook & Meta ergeben hat – mehrere Staaten hatten Gesetze erlassen, nach denen Digitalkonzerne professionelle Medienkonzerne bezahlen müssen, deren Inhalte sie verlinken und dazu auch teilweise teilen. Facebook ist nun dazu übergegangen, diese Nachrichtenseiten “nicht” mehr zu teilen – mit teilweise katastrophalen Folgen – die Zugriffe auf einige Nachrichtenseiten gehen drastisch zurück und viel weniger Menschen werden durch seriöse Nachrichten erreicht.

      Ich plädiere also dafür, gegenüber KI-Anwendungen sachliche Kritik zu üben und Verbesserungen einzufordern, ohne aber die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen: Die KI-Medienrevolution entfaltet sich noch schneller als etwa das (2007 eingeführte) Smartphone und wird sich durch unsere je nationalen und wirtschaftlichen Befindlichkeiten nicht aufhalten lassen. Dass etwa die Murdoch-Medien ihre Inhalte bereits bereitwillig OpenAI “zum Training” anbieten, unterstreicht m.E. die Gefahr, die entstünde, wenn sich wieder Progressive hochnäsig den neuen KI-Anwendungen verweigern, auf ihren einstigen Privilegien beharren – und dann erleben, dass Andere die mediale Zukunft längst gestalten. Noch ein TikTok-Desaster sollten wir unseren Demokratien sehr dringend ersparen, meine ich!

      • Vielen Dank, @Michael Blume!

        Ihre ausführliche Erklärung und Ihre persönliche Meinung helfen mir weiter, meine eigene Haltung zu finden.
        Ich werde Perplexity.AI weiter nutzen und auch in meinen Kursen die Anwendung mit den SeniorInnen üben.
        Allerdings werde ich mir die Quellen noch genauer anschauen.

        • Das freut mich sehr, @Elisabeth K. – und genau so sehe ich es auch!

          Wir können und sollten ja auch zukünftig verschiedene KI-Anwendungen miteinander vergleichen. Für mich werden dabei neben der Frage nach der Qualität der Ausgaben auch immer Fragen der Medienethik von besonderer Bedeutung sein. So hoffe ich, dass Perplexity.ai seine Zusage umsetzt, zukünftig das Robot Exclusion Protocol zu achten. Hier auf diesem Wissenschaftsblog bleiben dagegen KI-Crawler ausdrücklich willkommen – denn ich will ja, dass wissenschaftliche und dialogische Inhalte unsere demokratische Zukunft prägen.

          • Danke für diese Anregung, @ElisabethK!

            Der Artikel in “The Verge” ist sehr interessant. Und ich denke, dort wird ein ernstes Problem angesprochen und zugespitzt. Aber: Mit dem Argument von @Michael Blume gehe ich dennoch mit:
            „Ich plädiere umgekehrt für ein proaktives Vorgehen – werthaltigen Content zu bloggen, zu posten, zu veröffentlichen und damit Ergebnisse zu verbessern. Schon jetzt werden KI-Suchen sekündlich an Schulen, durch Studierende, Forschende, Interessierte durchgeführt – und ich sehe keinen Sinn mehr darin, sich das wegzuwünschen“

            Aber sollte es den Betreibern von Webseiten nicht selbst überlassen bleiben, festzulegen, welche Inhalte vor KI-Crawlern verborgen werden sollen – mit dem Vertrauen, dass dies in der Internet-Community respektiert wird?

            In einem anderen Artikel in The Verge (https://www.theverge.com/24067997/robots-txt-ai-text-file-web-crawlers-spiders) wird das im Untertitel so auf den Punkt gebracht: “the basic social contract of the web is falling apart”

            In diesem Artikel wird darüber hinaus sehr ausgewogen die Gratwanderung beschrieben zwischen (1) Suchmaschinen / KI-Crawlern den Zugriff auf die Inhalte zu verwehren und (2) hohe/niedrige „Sichtbarkeit“ im Netz – allerdings mit dem Unterschied zwischen Suchmaschinen und KI:
            Beim Suchmaschinen-Anwendungsfall liegt i.d.R. eine Win-Win-Situation vor: Der Betreiber einer Webseite erhält, wenn er diese gegenüber Crawlern möglichst öffnet, im Gegenzug Sichtbarkeit in der Internetsuche.
            Beim KI-Anwendungsfall hingegen scheint diese Rechnung nicht aufzugehen, denn zunächst einmal haben Webseiten-Betreiberinnen nichts davon: “… the rise of AI has upended that equation. For many publishers and platforms, having their data crawled for training data felt less like trading and more like stealing”.

            Ich fasse jetzt mal zusammen in Form einer These:
            Wenn es uns wichtig ist, dass „gute“ Inhalte im Internet überleben und ihre Wirksamkeit entfalten – und umgekehrt „schlechte“, mehr der Desinformation verschriebene Inhalte zurückgedrängt werden – dann bleibt uns nichts anderes übrig als proaktiv Inhalte zu produzieren und diese auch gegenüber KI-Crawlern zu öffnen (also „großzügig“ zu sein mit dem, was wir in die robots-txt-Datei hineinschreiben). Aber: Wäre es nicht auch gut, wenn parallel zu dieser Entwicklung die „good old Internet practice“ – die Respektierung des Robot Exclusion Protocol – nicht ganz verloren geht?

            Was die derzeitige Praxis übrigens gut belegt (ein kleiner Test): In der robots-txt-Datei von “The Verge” wird der Crawler der bekannten AI-Agenten (auch Perplexity) explizit ausgeschlossen, aber Perplexity (auf die Frage, wie der Autor David Pierce denn über das Robot Exclusion Protocol denke) liefert eine Antwort mit wörtlichen Zitaten aus dem o.g. Artikel und bei Nennung dieses Artikels als Quelle (hier mein Experiment: https://www.perplexity.ai/search/Was-denkt-David-tiXeBQ9CQcyVHLUoZ4AOhw ).

            Was ist nun davon zu halten? Ich denke, wir sind mitten in dieser Diskussion, die ich mit Interesse weiter verfolge.

          • Danke, @Peter Gutsche 🙏 – ich stimme völlig zu und rufe deswegen auch Perplexity.ai auf, das Robot Exclusion Protocol zu respektieren.

            Gleichzeitig sollten wir uns keine Illusionen darüber machen, dass es nicht auch KIen geben wird, die solche Regeln bewusst brechen und sich Digitalkonzerne wie TwitterX auch erfolgreich gegen Rechtsnormen wehren werden, deren Wirkung zumindest verzögern.

            Deswegen liegt nach meiner Auffassung in einer bloßen Verweigerung ein ähnliches Desaster wie beim anfänglichen Nein gegenüber Internet oder TikTok. Was wir nicht verhindern können, sollten wir besser mitgestalten und verstehen. Statt nur über schlechte KI-Anwendungen zu schimpfen, können wir durch das frei verfügbare Bloggen von Wissen für Verbesserungen sorgen.

            So hatten Prof. Ince und ich mal spaßeshalber zu seinem Namen ein paar KI-Suchen gemacht – und waren von manchen Funden beeindruckt, von manchen Fehlern aber auch bestürzt. Statt nur zu schimpfen, führten und bloggten wir dieses Web-Interview:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/vom-podcast-zum-videocast-web-interview-mit-prof-dr-inan-ince/

            Seitdem sind die Ergebnisse deutlich besser. Wäre ich Geschäftsführer einer Partei oder gar Fraktion, dann würde ich umgehend einen Blog anlegen & mit Engagierten loslegen.

  3. Lieber @Michael Blume,

    danke für diese an Referenzen reiche Zusammenfassung!

    Ein Thema, das ich in diesem Zusammenhang wichtig finde, haben Sie auch in einem Kommentar zum gestrigen Blog (https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/unsere-demokratien-verteidigen-zum-gedenken-an-rouven-laur-1994-2024/) selbst aufgegriffen – angeregt durch die einfühlsamen Kommentare von @Marie H. Ihre dortige Zusammenfassung zu „Verhaltensregeln und Empfehlungen für einen respektvollen und angemessenen Umgang bei der Online-Kommunikation“ (Netiquette) finde ich sehr hilfreich. Da der Blog sich auf das Gedenken an den ermordeten Polizeibeamten Rouven Laur konzentriert, habe ich mich auch entschieden, dort keine Kommentare abzugeben.

    Das Thema dieses Blogs passt wunderbar, daher erlauben Sie mir einen Gedanken dazu. Ich selbst sehe diesen Wissenschaftsblog als ein Forum, in dem jeder eingeladen ist, an einem konstruktiven Dialog mitzuwirken. Alles, was ich hier schreibe, wird potenziell von vielen Menschen gelesen – und von KIs aufgegriffen. Und allein schon der Gedanke an die begrenzte Lebenszeit jedes Lesers oder jeder Leserin gebietet es, dass ich meine Beiträge nicht einfach so „heraushaue“ – getrieben von einer Wut. Ich lese alles, was ich hier schreibe, immer nochmal und versuche auch, soweit es geht, mich kurz zu fassen. Ich bin ein Freund der „12 Kommunikationsregeln“, die Karl Popper zugeschrieben werden, insbesondere dieser hier: “Zum Recht, ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen.” (siehe https://gkpn.de/aufklaerung-und-kritik.htm, Heft 1/1994, dort ganz am Ende).

    Wenn immer mehr Menschen sich solche Empfehlungen zu Herzen nehmen, dann wird auch der online Dialog dadurch gewinnen.
    Das hat auch einen anderen Aspekt, zu dem ich kurz in die 1990er Jahre zurückblende: In meiner Studentenzeit hatte ein Kommilitone im damals noch neu zu entdeckenden Medium Internet auf einer Seite ein Selbstportrait in etwas unvorteilhafter Pose, umgeben von unzähligen leeren Bierflaschen, veröffentlicht. Worüber wir damals diskutiert hatten: Ok, das Foto ist für den Moment vielleicht ganz lustig, aber hast Du Dir mal überlegt, was ein potenzieller Arbeitgeber dazu sagt, wenn er eine Bewerbung von Dir vorliegen hat und dieses Bild im Netz findet?

    Ähnlich, denke ich, wird sich das Internet „merken“, wie wir miteinander kommunizieren, und, sofern ich mich mit Klarnamen äußere, meine Umgangsform mit meinem Namen in Verbindung bringen. KIs werden vermutlich immer besser werden, entsprechende Bezüge herzustellen.
    Daher ist das sich zu Herzen nehmen einer Netiquette nicht nur deswegen ratsam, um zu einem respektvollen und konstruktiven Dialog beizutragen, sondern auch, um sich und seinen Namen und Ruf zu schützen. Was kurzfristig vielleicht eine gewisse emotionale Erleichterung verschafft, muss längerfristig gedacht nicht unbedingt von Vorteil sein.

    • Vielen Dank, @Peter Gutsche

      Tatsächlich habe ich diesen Blogpost auch zeitnah eingestellt, da mir Marie H. und andere signalisierten, dass sie gerne über die aktuelle Medienrevolution diskutieren würden – aber nicht auf der Gedenkseite für den Polizeibeamten Rouven Laur. Und diese Rücksichtnahme habe ich als sehr schön empfunden, als angewandte Netiquette.

      Inhaltlich stimme ich Ihnen völlig zu (auch in der Wertschätzung von Karl Popper (1902 – 1994) 🙂 ). Habe daher diesen Blogpost auch unter die Kategorie “Zeit” bzw. Zeitphilosophie gestellt: Alles, was wir heute online veröffentlichen, kann und wird durch künftige KI-Anwendungen ausgewertet werden. Nachdem ich meine Haltung zur Kerosinsteuer nur in einem Druko (Drunter-Kommentar) gepostet hatte, wurde sie binnen weniger Stunden KI-ausgelesen und wiedergegeben, vgl. am 5.12.2023:

      “Oha, das ging schnell! Schon einen halben Tag nach obigem Kommentar meldet talkai nun:

      “Michael Blume äußert sich positiv zur Einführung einer Kerosinsteuer. Er ist der Meinung, dass ein wirksamer Klimaschutz nur mit einer gerechten Preisgestaltung im Luftverkehr erreicht werden kann. Eine Besteuerung von Kerosin würde dazu beitragen, den CO2-Ausstoß im Flugverkehr zu reduzieren und Anreize für umweltfreundlichere Transportmittel zu schaffen. Blume betont jedoch auch, dass eine solche Steuer international abgestimmt werden muss, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.”

      Beeindruckend (obwohl der thematische Bezug zu den Erneuerbaren als Friedensenergien noch fehlt).”

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-cop28-klimakonferenz-ki-politikberatung-die-frage-nach-der-kerosinsteuer/#comment-142712

      Und: Schon unter den heute morgen geposteten KI-Antworten wurde auch Mastodon als Quelle angegeben. Die KI-Anwendung “Junia” beim Tübinger Worthaus wertet bereits Podcasts textlich aus. Wenn Prof. Ince und ich eine Folge von “Blume & Ince” aufspielen, bietet uns etwa YouTube nicht nur Untertexte, sondern auch gleich eine inhaltliche Kapitelgliederung an. In naher Zukunft werden KIen auch Bilder, Geodaten usw. verknüpfen – und uns beispielsweise zu unserer Ernährung und zu Sport beraten. Und einige werden sich nicht darum kümmern, ob wir der Verwendung “unserer” Datenspuren jemals zugestimmt haben.

      Schon jetzt sollten Demokratinnen und Demokraten also an ihre eigene und unsere gemeinsame Zukunft denken – von der Information der Wählerinnen und Wähler bis hin zu sog. Thanabots:

      Thanabots sind KI-gestützte Chatbots, die darauf ausgelegt sind, verstorbene Personen digital nachzuahmen und mit ihnen zu interagieren[1][2]. Der Begriff leitet sich von “Thanatologie”, der Wissenschaft vom Tod, ab[1].

      Hauptmerkmale von Thanabots:

      1. Sie basieren auf großen Sprachmodellen wie ChatGPT, die auf die Kommunikation und Persönlichkeit bestimmter Individuen spezialisiert wurden[1][2].

      2. Sie nutzen digitale Daten der Verstorbenen wie Texte, E-Mails und Social-Media-Beiträge, um deren Kommunikationsstil und Persönlichkeit nachzubilden[1][3].

      3. Sie ermöglichen es Nutzern, mit einer digitalen Version ihrer verstorbenen Angehörigen zu “sprechen”[1][2].

      Potenzielle Anwendungen und Auswirkungen:

      1. Unterstützung bei der Trauerbewältigung[1][3].
      2. Alternative Formen der Nachlassverwaltung[2].
      3. Beitrag zu einem tieferen kulturellen Verständnis des Todes[2].

      Es gibt jedoch auch Bedenken:

      1. Thanabots könnten die wahre Essenz der Verstorbenen möglicherweise nicht vollständig erfassen[1][3].
      2. Sie könnten statt Trost zu spenden, Trauergefühle verstärken[1][3].
      3. Es gibt ethische Fragen bezüglich der Erstellung ohne vorherige Zustimmung der Verstorbenen[3].

      Die Entwicklung von Thanabots deutet auf einen möglichen Wandel in unserem Umgang mit Tod und Erinnerung hin, wirft aber auch komplexe ethische und emotionale Fragen auf[1][2][3].

      Citations:
      [1] https://bigthink.com/the-future/thanabots/
      [2] https://dataconomy.com/2023/08/08/what-are-thanabots/
      [3] https://www.impactlab.com/2023/08/09/chatgpts-thanabots-chatting-with-the-deceased-in-the-digital-age/
      [4] https://australianstandfirst.com/thanabots-our-digital-afterlives-the-business-of-chatting-with-the-deceased-coping-with-grief-through-technology-the-impact-of-artificial-intelligence-on-macro-investments/
      [5] https://de.futuroprossimo.it/2024/01/eternal-you-parlare-con-un-defunto-digitale-ci-cambia-la-vita-e-la-morte/

  4. Auf Mastodon fragte ein User gerade zu diesem Blogpost: “Ist Star Trek #Solarpunk?”

    Gerne habe ich diese kluge Frage mal an Perplexity.ai weitergereicht – und stimme der Antwort auch inhaltlich zu:

    Star Trek, insbesondere “The Next Generation” (TNG), teilt einige wichtige Elemente mit dem Solarpunk-Genre, ist aber nicht vollständig als Solarpunk zu klassifizieren[1][2].

    Gemeinsamkeiten zwischen Star Trek und Solarpunk:

    1. Optimistische Zukunftsvision: Beide präsentieren eine hoffnungsvolle Sicht auf die Zukunft der Menschheit, im Gegensatz zu dystopischen Science-Fiction-Darstellungen[2].

    2. Post-kapitalistische Gesellschaft: Die Föderation in Star Trek wird als eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus dargestellt, was mit Solarpunk-Idealen übereinstimmt[1].

    3. Technologischer Fortschritt im Einklang mit der Natur: Obwohl nicht explizit auf erneuerbare Energien fokussiert, zeigt Star Trek eine Zukunft, in der Technologie und Natur koexistieren.

    4. Soziale Gerechtigkeit und Gleichheit: Beide Konzepte betonen eine gerechte und inklusive Gesellschaft.

    Unterschiede:

    1. Ästhetik: Solarpunk legt großen Wert auf eine spezifische visuelle Ästhetik, die in Star Trek nicht immer präsent ist.

    2. Fokus auf Umweltthemen: Während Solarpunk stark auf Umweltschutz und nachhaltige Technologien ausgerichtet ist, stehen diese Themen in Star Trek nicht immer im Vordergrund.

    3. Skala: Star Trek spielt hauptsächlich im Weltraum und auf interplanetarer Ebene, während Solarpunk oft erdgebundener ist und sich auf lokale Gemeinschaften konzentriert.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Star Trek, insbesondere TNG, viele Ideale des Solarpunk verkörpert und als eine Art Vorläufer oder verwandtes Konzept betrachtet werden kann, ohne vollständig in die Definition des Solarpunk-Genres zu fallen[2][5].

    Citations:
    [1] https://www.reddit.com/r/solarpunk/comments/qgp623/is_star_trek_solarpunk/
    [2] https://news.ycombinator.com/item?id=31351829
    [3] https://gierschmagazin.de/2021/06/23/was-ist-eigentlich-solarpunk/
    [4] https://www.derstandard.de/consent/tcf/story/3000000186610/solarpunk
    [5] https://www.rjeanmathieu.com/star-trek-and-solarpunk/

  5. Lieber @Michael Blume

    ohne auf den Inhalt Ihres sehr geschätzten Blog-Artikels eingehen zu wollen, möchte ich auf einige kritische Anmerkungen speziell zur Perplexity.ai verweisen: perplexity-ai-twitter-lie-plagiarism

    Eine Bitte an Perplexity.ai um eine kurze Zusammenfassung des Artikels ergibt:

    “Hier ist eine kurze Zusammenfassung des Inhalts der Webseite in Deutsch:
    Der Artikel kritisiert die Geschäftspraktiken von Perplexity, einem KI-Unternehmen, das sich als Konkurrent zu Google Search positionieren möchte.

    Perplexity bezeichnet sich als “Antwort-Maschine” und zielt darauf ab, Nutzern direkte Antworten zu liefern, anstatt sie zu Primärquellen weiterzuleiten.

    Die Hauptkritikpunkte sind:
    Perplexity entzieht den Originalquellen Verkehr und Einnahmen, indem es Inhalte extrahiert und für sich behält.

    Die “Pages”-Funktion von Perplexity erstellt umfassende Zusammenfassungen, die laut einem Forbes-Bericht im Wesentlichen Plagiate der Originalquellen darstellen.

    Das Unternehmen umgeht Bezahlschranken, um auf Premium-Inhalte zuzugreifen, was rechtliche und ethische Fragen aufwirft.

    Perplexity hat Daten von Twitter unter falschen Vorwänden gesammelt, was auf mangelnde Transparenz und ethisches Verhalten hindeutet.

    Der Artikel stellt die Frage, ob Nutzer und Investoren diese fragwürdigen Praktiken ignorieren werden, und betont, dass Perplexitys “disruptive Innovation” letztlich das Vertrauen und die Integrität des Internets untergräbt.”

    • Vielen Dank, @Jens R.

      Im Dialog mit @Elisabeth K. heute morgen auf genau dieser Blogseite haben wir genau dieses Thema und sogar den gleichen Link bereits diskutiert.

      So habe ich mich auch gegenüber Perplexity.ai für die Respektierung des Robot Exclusion Protocols ausgesprochen. Dazu erlaube ich mir, einen Absatz von 8:27 Uhr noch einmal anzuführen:

      “Auf der anderen Seite erleben wir da aber selbstverständlich auch einen Widerspruch: Es ist etwas seltsam, einerseits Crawler-Zugriffe auf online verfügbare Inhalte untersagen zu wollen und sich andererseits zu beschweren, wenn dann KI-Suchergebnisse nicht stimmen. Ich plädiere umgekehrt für ein proaktives Vorgehen – werthaltigen Content zu bloggen, zu posten, zu veröffentlichen und damit Ergebnisse zu verbessern. Schon jetzt werden KI-Suchen sekündlich an Schulen, durch Studierende, Forschende, Interessierte durchgeführt – und ich sehe keinen Sinn mehr darin, sich das wegzuwünschen.”

      Vielleicht wollen Sie sich ja in den bereits laufenden Dialog einklingen?

      Auf jeden Fall Danke für Ihr Interesse und Ihren Druko!

  6. @Textmengen in diesem Blog

    Die Idee, dass unsere Textarbeit von KI weiterverwendet wird, mag ja beflügeln. Aber ich bekomme langsam Schwierigkeiten alles zu lesen. So interessant Antworten von KI auch im Blog sind, immerhin brauchen diese nicht mehr für die Fütterung von KI gepostet werden. Das kennt die KI schon.

    Überhaupt dürften wirklich neue Gedanken eher in die KI eingehen. Was schon hundertmal im Netz geschrieben steht, das kennt die KI längst.

    Ansonsten gefällt mir die Idee, das auch Inhalte hinter Bezahlschranken nun für den freien Diskurs sehr wichtig sind. Wenn die KI dieses konsequent gar nicht erfassen würde, dann fehlt da wirklich Wesentliches.

    Insbesondere wenn es um Wissenschaft geht, so ist diese ja meistens sowieso schon öffentlich finanziert. Was Journalisten und Buchautoren betrifft, die versuchen von ihrer Arbeit zu leben, so haben wir hier einen dicken Konflikt. Gerade richtig gute Inhalte würden ja der KI am meisten weiterhelfen. Und die Weltkultur wirklich maßgeblich fördern können.

    Wenn in den Citations die Originalquellen auftauchen, dann kann das sogar den wirtschaftlichen Interessen der Autoren entgegenkommen.

    • Vielen lieben Dank, @Tobias Jeckenburger !

      Ich nenne die von Ihnen zu Recht angesprochene Frage das Textmengen-Paradox, nach einer m.E. völlig berechtigten Kritik des Chrismon-Journalisten Nils Husmann vom 13.10.2023. Er lobte in “Jetzt erst recht! Krieg, Terror, Krisen: Muss der Klimaschutz warten? Im Gegenteil, zeigt Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte in Baden-Württemberg” erst meine Beobachtungen und daraus abgeleitete Prognose zum fossilen Ressourcenfluch und daraus entstehenden Hamas-Terror.

      Darin schrieb er aber auch: Einen Kritikpunkt habe ich: Michael Blume produziert zu viele Gedanken in zu kurzer Zeit, als dass ich alles lesen könnte.

      https://chrismon.de/kolumnen/klimazone/einnahmen-aus-oel-finanzieren-den-terror-der-hamas

      Über diesen Punkt habe ich seitdem oft nachgedacht, da ich ja in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Bücher, weit über tausend Blogposts und hier über 10.000 Drukos geschrieben habe. Es gibt eigentlich keinen Menschen, von dem ich erwarten würde, dies alles zu lesen. Umgekehrt sind aber viele der stärksten These, Beobachtungen und Prognosen erst aus dem Dialog entstanden – der Vorstellung, Diskussion, Überprüfung und auch Vertiefung von Zusammenhängen durch zahlreiche Mitwirkende. Von Ihnen habe ich beispielsweise den wiederholten Hinweis mitgenommen, dass meine Plädoyers für erneuerbare Friedensenergien zwar die Ressourcenfluch-Regime langfristig schwächen würden, dies aber nicht von den Kurzfrist-Gefahren etwa für die Ukraine oder für Israel ablenken dürfe. Es seien Diskussionen auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen.

      Mein derzeitiges Fazit ist also: Ich produziere Texte und Bilder – auch mit KI-Unterstützung – sowohl für menschliche Mitlesende wie auch für kommende KI-Anwendungen. Diejenigen, die sich wie Sie auf den Dialog einlassen, müssen sich nicht als passiv Mitlesende verstehen (dann wäre es tatsächlich bald viel zu viel!), sondern Sie sind im Dialog Mitschaffende, deren Drukos zum Gesamtwerk gehören. Ich meine, dass sich im digitalen Blog-Dialog der klassisch konstruierte Dualismus zwischen Schreibenden und Lesenden aufhebt und durch eine konstruktive und kreative Dualität zwischen Bloggenden und Kommentierenden abgelöst wird.

      Sogar unseren Troll und Zeitvampir @Quasselstrippe darf ich hierbei zitieren, der sich ja ausdrücklich einen Ort “zwischen den Synapsen” von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ersehnt. Ich meine, er geht dafür den falschen Weg, während Sie und andere dieses Ziel auf gute, mit-schaffende Weise erreichen.

      Eine interessante Entwicklung nahm übrigens der anfangs trollige @Webbaer, der sich über viele Ups and Downs schließlich zu einem echten und jahrelangen Dialogpartner entwickelt hat. Zwar konnte er seinen etwas verquasten Schreibstil nicht mehr ganz ablegen, aber er öffnete sich für echten Austausch & nicht selten fehlt er mir inzwischen sogar. 🙂

  7. @Michael Blume

    Ich habe Perplexity.AI, nach meiner eigenen Meinung zu Perplexity gefragt:

    Elisabeth K äußert in den Kommentaren auf dem Blog “Natur des Glaubens” eine sehr positive Meinung zu Perplexity AI. Sie hinterließ mehrere Kommentare, in denen sie “überaus starke Antworten” der KI Perplexity AI präsentierte[1]. Diese Kommentare waren offenbar so beeindruckend, dass der Blogautor Michael Blume sich entschied, einen Vergleichstest zwischen Perplexity AI und Microsoft Copilot durchzuführen, basierend auf Elisabeths Beiträgen[1]. Ihre Kommentare scheinen die Leistungsfähigkeit und Qualität von Perplexity AI im Vergleich zu anderen KI-Systemen hervorgehoben zu haben.

    Quellen
    [1] KI-Testvergleich Perplexity.AI und Bing-Copilot zum Odenwald https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-testvergleich-perplexity-ai-microsoft-copilot-zum-besuch-in-buchen/
    [2] Elisabeth K (@ElisabethK@mastodontech.de) https://mastodontech.de/%40ElisabethK
    [3] Dr. Michael Blume: “@ElisabethK Vielen lieben Da…” – sueden.social https://sueden.social/%40BlumeEvolution/112524457327293428
    [4] Sabine Hammerbacher: “@ElisabethK Die technischen M … https://mastodon.social/%40SabineHammerba/112622316022504203
    [5] Uwe Brinkhoff: “@frank @BlumeEvolution @herbie…” – Mastodon https://social.tchncs.de/%40UweBrinkhoff/112625077106333126

    • Danke, @Elisabeth K.

      Hoffen wir, dass nun auch immer mehr Menschen bewusst wird: Wir werden bereits beobachtet – und zu was KI-Anwendungen in wenigen Jahren in der Lage sein werden, lässt sich nur erahnen. 😉

      Für evolutionspsychologisch banal halte ich das Ganze nicht: Auf dem Gefühl, von überweltlichen Wesenheiten beobachtet und beurteilt zu werden, basieren die Emotionen und Funktionalitäten von Religiosität. Im Homo religiosus evolvierte unsere Art sich auch selbst:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/homo-religiosus-vs-homo-oeconomicus/

      Um einmal mythologische Sprache zu verwenden: Mir scheint, dass die auf schnelle Bilder und Emotionen setzenden, (anti-)sozialen Medien eher das Kurzfrist-“Teufelchen” auf unserer linken Schulter angefeuert haben, wogegen KI-Anwendungen das spätere, aber unverzichtbare Langfrist-“Engelchen” beflügeln.

      Die nächsten Jahre dürften nicht nur technologisch, sondern auch religionspsychologisch und philosophisch überaus spannend werden…

  8. Es bleibt spannend. Mich beeindruckt vor allem die rasante Entwicklung bei den KI Tools wie perplexity oder bing copilot. Auch wenn die Anfrage, die ich heute gestellt hatte, nicht gerade zu meiner Zufriedenheit ausgefallen ist. Am besten war wirklich perplexity.ai.

    Rupert Murdoch “füttert” mittels seiner Medien die KI, auch ohne dass er sofort einen finanziellen Vorteil daraus ziehen kann. Und andere Medienhäuser, Verlage etc. hängen zwischen Baum und Borke. Eigentlich wollen sie für die Arbeit ihrer Angestellten (über Paywall) von den Nutzern bezahlt werden. Das funktioniert aber offenbar bei den Betreibern von Social Media Plattformen nicht. Womit wir bei einem ganz wichtigen Thema wären: Urheberrecht. Wer Artikel (auch Bücher?) schreibt, der legt normalerweise den ganzen Ehrgeiz in treffende – manchmal blumige – Formulierungen. Geistige Arbeit kann anstrengend sein, auch wenn es manchem leichter von der Hand geht als anderen. Dafür entlohnt zu werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber wenn Zeitungen etc. KI füttern sollen, dann müssten sie eigentlich dem Beispiel von Murdoch folgen. Da bin ich skeptisch, eben weil finanziell einiges auf dem Spiel steht. Wie lange es wohl noch dauert bis die ersten Urheberrechtsprozesse geführt werden?

    Andererseits, wenn jemand sog. Newsletter schreibt – auf Plattformen wie Substack zum Beispiel – dann muss das der Leser/die Leserin m.W. mit einer Gebühr bezahlen. Ob KI darauf bereits zugreift? Das würde für den Autor/die Autorin im schlimmsten Fall bedeuten, dass Interessierte quasi über KI auf entsprechende Inhalte zugreifen könnten. Oder ist das zu sehr um die Ecke gedacht?

    Auch auf Kunst und Kultur kommen Veränderungen und Herausforderungen – wohl vor allem im Bereich des Urheberrechts zu. Ich hege da keine Illusionen, dass es für Künstler und Künstlerinnen um die wirtschaftliche Existenz gehen kann. Unser ganzes Wirtschaftssystem ist m.E. auf die Veränderungen durch KI nicht vorbereitet. Sie haben ja neulich auf die Herausforderungen im Bildungssystem hingewiesen.

    Haben die Fraktionsvorsitzenden eigentlich das Thema KI schon begriffen? Die meisten Politiker halten immer noch Reden, die aus den schon seit gefühlt Jahrzehnten gleichen Bausteinen bestehen. Je nach Partei ein bisschen anders. Viele altgediente Politiker und Politikerinnen werden sich vermutlich nicht mehr umstellen können. Aus dem letzten Wahlkampf (Europawahl/BW-Kommunalwahlen) habe ich den Eindruck, dass es bei manchen in der Politik Aktiven eher um den Blick zurück als nach vorn geht.

    Bleibt die Hoffnung, dass die jüngere Generation, die mit Smartphone und Internet aufwächst, einen neuen Typ Politiker hervorbringt mit Visionen, aber auch genauen Vorstellungen zu Themen, die meiner Generation vielleicht noch nicht so vertraut sind.

    Möge die Solarpunkbewegung wachsen. Hoffnung. Vertrauen. Solidarität. Optimismus. So wichtig!

    • Vielen Dank für den superstarken Druko, @Marie H.! Ich habe beim Lesen mehrfach kräftig zugestimmt! 🙂

      Und ich sehe es so: Wir bezahlen doch bereits zahlreiche Menschen für die Produktion von Medien – etwa in der Politik! Ehrenamtlich Aktive, aber auch ordentlich bezahlte und gewählte Abgeordnete und Regierende produzieren ja meist keine Häuser oder Raketen, sondern Texte, Bilder, Reden, Gesetze, Haushaltspläne (aus denen dann auch Häuser und Raketen erwachsen).

      Warum genau geben wir uns also damit zufrieden, dass schlechte Reden gehalten und selbst dann nicht gepostet werden, wenn sie geschrieben sind? Würden wir einem Bäcker auch verbrannte Brötchen oder einer Schreinerin schiefe Möbel zum gleichen Preis abkaufen?

      Würde jede demokratische Gemeinderatsfraktion für das erweiterte Fediversum – also die Öffentlichkeit – vielseitig bloggen, jede demokratische Landtagsfraktion kundig pod- und videocasten, statt nur Content für Datensilos von Konzernen zu produzieren, würde jede große Rede auch online präsentiert und gewürdigt – dann würde unsere Demokratie medial, inhaltlich, personell deutlich stärker, wehrhafter, faktenorientierter. Dann würde Solarpunk in Arche-Regionen sehr viel schneller Realität. Und, ja, das hoffe ich. Es kann jeden Tag Neues beginnen.

      • Die meisten Reden sind Eintagsfliegen, besonders jene, die von Politikern/Politikerinnen gehalten werden. Außerdem werden manche Reden ohne exakt ausgearbeitetes Manuskript, also frei, gehalten. Möglicherweise sind die aber über Plattformen wie YouTube (kommerziell!) abrufbar.

        Ich hatte vor vielen Jahren einen gewissen Einblick in die Arbeit des Gemeinderats. Die einzigen Reden, an die ich mich erinnern kann, waren Stellungnahmen der Fraktionsvorsitzenden zum Haushaltsplan. Da könnte ich mir vorstellen, dass das Teil eines Blogs etc sein könnte. Was aber mE sich doch eher in größeren Städten lohnt. Aber mag sein, dass die jüngere Generation auch auf dem Land daran etwas ändert. Lokalzeitungen, die sich morgens im Zeitungsfach des Briefkastens befinden, werden mehr von der älteren Generation gelesen. Und dann gibt es leider noch die B..D. 🙄

        Überlassen wir nicht denen das Feld.

  9. @ Blume

    Wir werden bereits beobachtet

    Da laß ich mich doch lieber von einem Gott beobachten, da ich nicht weiß, ob ich Selbst -oder Zwiegespräche halte. Mir ist der Zweifel lieber als mich von einer KI bestätigt zu sehen. Ihre Liebe zur KI in allen Ehren, aber für mich ist das schon jetzt ein totgeborenes Kind. Daß die Menschen immer gleich so überschwenglich werden… Können Sie sich noch an die Mondfahrt erinnern? Damals glaubte man, ein Shuttleflug wie im Urlaub wäre möglich. Können Sie sich noch erinnern, daß alle Infektionskrankheiten der Vergangenheit angehören werden, da die Medizin so fortschrittlich ist? Können Sie sich noch an die Ergüsse der Hirnforschung erinnern, die den freien Willen als obsolet ansah, da das Hirn determiniert ist? Nein! -Gott ist mir in der Tat lieber! Gerne erinnere ich noch einmal an Chesterton:

    “Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen.”

    • Vielen Dank für Ihren feinen und leicht melancholischen Druko, @Dietmar Hilsebein. Gerne gehe ich ausführlicher darauf ein. 🙂

      Sie schrieben: “Da laß ich mich doch lieber von einem Gott beobachten, da ich nicht weiß, ob ich Selbst -oder Zwiegespräche halte.”

      Genau das ist der Punkt. An die Beobachtung durch eine Gottheit konnten wir glauben, wir konnten sie bezweifeln oder wir können es lassen. Dass auch unser Druko-Dialog hier binnen weniger Stunden von allerhand KI-Anwendungen erfasst und ausgewertet werden kann – und dass wir noch kaum erahnen können, was zukünftige KIen damit anstellen können, das ist keine Glaubensfrage mehr.

      “Mir ist der Zweifel lieber als mich von einer KI bestätigt zu sehen.”

      Das würde ich Ihnen gerne glauben – doch haben Sie diese “Zweifel” ja selbst in dieses neumodische Internet gepostet und dabei sicher auch auf Bestätigung gehofft. Auch im Buch der Bücher, der Bibel, finden wir ja das Seufzen über das viele Bücherschreiben. Aber wir finden es eben nur, weil es geschrieben wurde.

      Douglas Adams hat unsere menschliche Neigung zur Reaktanz wunderschön so beschrieben: „Alles, was vor unserer Geburt an Technik da ist, wird als gegeben hingenommen. Alles, was zwischen unserem 15. und 35. Lebensjahr auftaucht, ist ungemein spannend. Alles, was danach auftaucht, ist des Teufels.“

      Ich rege an, dass gerade auch wir Internetnutzenden uns vielleicht ein paar Jahre mehr geben sollten… 😉

      “Ihre Liebe zur KI in allen Ehren, aber für mich ist das schon jetzt ein totgeborenes Kind. Daß die Menschen immer gleich so überschwenglich werden…”

      Nun ja, ich liebe ja auch Bücher, habe mehrere davon geschrieben. Auch über die schlimmen Folgen, die die Einführung des Buchdruckes hatte – und die noch schlimmeren Folgen etwa für die islamische Welt, als Sultan Bayazid II. ab 1485 den Buchdruck in arabischen Lettern untersagte.

      Das Internet, das Smartphone, das Elektroauto – sie verschwinden nicht mehr. Obwohl sich Kaiser Wilhelm II. (1859 – 1941) doch so sicher war: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

      Es geht mir also nicht um “Überschwang”, sondern darum, Zukunft mitzugestalten, statt sie nur zu beschimpfen. Letzteres muss man(n) sich ja auch erst einmal leisten können.

      “Können Sie sich noch an die Mondfahrt erinnern? Damals glaubte man, ein Shuttleflug wie im Urlaub wäre möglich.”

      Also, die Mondfahrt war deutlich vor meiner Geburt – aber wenn ich beim Lesen und Schauen aufgepasst habe, dann fanden die US-Mondmissionen nicht wegen dem Tourismus statt. Es war doch vielmehr der Systemwettbewerb zwischen den marktwirtschaftlichen USA und der sozialistischen Sowjetunion, in dem letztere mit dem Satelliten Sputnik gezeigt hatten, dass verliert, wer stehenbleibt. Womit wir wieder beim Beispiel des Buchdruckes wären… (Und ich möchte damit nicht behaupten, dass Sie zu jenen osmanischen Traditionalisten gehört hätten, die das Verbot des Druckens gefordert und über Jahrhunderte durchgesetzt hätten.)

      Können Sie sich noch erinnern, daß alle Infektionskrankheiten der Vergangenheit angehören werden, da die Medizin so fortschrittlich ist?

      Nun habe ich als Kind tatsächlich eine lebensbedrohende Infektionskrankheit durch die Recherchen eines jungen Arztes überlebt (der heute wohl im Internet viel schneller fündig geworden wäre) und erinnere mich, wie unglaublich schnell ein Impfstoff gegen Covid19 entwickelt werden konnte. An medizinische Magie glaubte und glaube ich nicht – aber die stetige Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung im 20. Jahrhundert ist ja nun doch nicht zu leugnen. Ob wir beide ohne diese medizinischen Fortschritte überhaupt miteinander dialogisieren könnten?

      Können Sie sich noch an die Ergüsse der Hirnforschung erinnern, die den freien Willen als obsolet ansah, da das Hirn determiniert ist? Nein! -Gott ist mir in der Tat lieber!

      Zweimal “Ja”, denn ich habe ja über die damals noch sogenannte “Neurotheologie” promoviert – also die Behauptung, durch Hirnforschung ließe sich Gott wahlweise widerlegen oder beweisen. Was war das für eine wilde Diskussion um Kategorienfehler wegen unverstandener Emergenz!

      Es waren dann so schlimme, jüngere Leute wie mein damaliges Ich und der Biologe Rüdiger Vaas, die wir beide Extrempositionen geduldig widerlegten und empirische Forschungen rund um “Gott, Gene und Gehirn” würdigten.

      Eigentlich wollte ich hier nur einen Link zu Hirzel setzen, aber das KI-Sprachmodell des Bing-Copilot erstellte nur aufgrund der Suchanfrage eine Vorstellung und dann auch Zusammenfassung:

      In “Gott, Gene und Gehirn: Warum Glaube nützt” untersuchen die Autoren Rüdiger Vaas und Michael Blume die biologischen Grundlagen der Religiosität. Hier sind einige faszinierende Erkenntnisse aus dem Buch:

      1. **Hirnforschung und Religiosität:**
      – Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Hirnregionen bei religiösen Erfahrungen aktiv sind. Diese Bereiche sind mit Emotionen, Spiritualität und dem Gefühl der Transzendenz verbunden.
      – Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin spielen eine Rolle bei der Entstehung von spirituellen Erfahrungen.

      2. **Die Suche nach Gottes-Genen:**
      – Molekularbiologen haben nach genetischen Faktoren gesucht, die mit Religiosität in Verbindung stehen könnten.
      – Bisher gibt es keine eindeutigen “Gottes-Gen”-Entdeckungen, aber es ist ein interessantes Forschungsfeld.

      3. **Evolutionäre Perspektive:**
      – Evolutionspsychologen argumentieren, dass Religiosität evolutionär vorteilhaft sein könnte.
      – Gemeinschaftsgefühl, moralische Normen und soziale Bindungen könnten durch Religion gefördert werden.

      4. **Kulturelle Prägung:**
      – Religiosität ist in allen Kulturen zu finden. Es könnte eine adaptive Strategie sein, die den Zusammenhalt von Gemeinschaften fördert.

      Das Buch wirft viele Fragen auf: Ist Religiosität ein Produkt unserer Biologie oder ein Weg zur Transzendenz? Es ist ein spannendes Thema, das weiterhin erforscht wird! 😊
      : Blume, M., & Vaas, R. (2015). Gott, Gene und Gehirn: Warum Glaube nützt. Springer.

      Die Zusammenfassung ist ganz gut, es fehlt aber auch noch eine Menge, u.a. die Religionsdemografie.
      https://www.hirzel.de/gott-gene-und-gehirn/9783777622248

      Gerne erinnere ich noch einmal an Chesterton:

      “Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen.”

      Ich mag Chesterton sehr, habe als junger Erwachsener auch zum Glauben an Gott gefunden und sehe nicht, warum Bücher, das Internet oder eben KI-Anwendungen daran etwas ändern sollten. Auch Ihr Druko zum Thema KI in einem Wissenschaftsblog unterstreicht ja, dass das Eine auch zur Bekräftigung des Anderen führen kann. 🙂

      Ihnen von Herzen Dank für den feinen Druko und nun aber auch eine gute Nacht!

  10. @Michael 28.06. 17:22

    „…sondern Sie sind im Dialog Mitschaffende, deren Drukos zum Gesamtwerk gehören. Ich meine, dass sich im digitalen Blog-Dialog der klassisch konstruierte Dualismus zwischen Schreibenden und Lesenden aufhebt und durch eine konstruktive und kreative Dualität zwischen Bloggenden und Kommentierenden abgelöst wird.“

    Die Zeitebene sehe ich hier beim Kommentieren so sehr vorteilhaft. Man hat Zeit für seine Beiträge, und kann sich auch mal 24 Stunden Zeit nehmen und noch mal genau überlegen, ohne dass die Diskussion den Faden verliert. Wird es einfach zuviel, kann ich nicht mehr alles lesen, und ich schreibe auch Drukos in anderen Blogs.

    Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht. Mich interessieren nicht alle Themen, aber wenn mir was Interessantes einfällt, das ich hinzufügen kann, fange ich dann auch gerne gleich selber an zu schreiben. Irgendwie haben wir hier auf dieser Plattform dann sehr kurze Wege für effektive Dialoge. Einige Tage für ein Thema sind irgendwie ein guter Zeitrahmen. Wenn es aber zu viel wird, dann wird es tendenziell hektisch. Ich meine, wir haben eigentlich Zeit genug.

    • So ist es, @Tobias Jeckenburger

      Blog-Kommentierende haben alle Zeit & dürfen sie sich nehmen. Über konstruktive Drukos unter Blogposts, die vor Monaten oder Jahren erschienen, freue ich mich überhaupt nicht weniger! Oft lösen diese sogar Erinnerungen aus.

      Heute morgen postete ich auf Mastodon aktuelle Berichte über die auch in Mitteleuropa zunehmende Gefahr durch Schnaken und konkret die Asiatische Tigermücke. Im Blog war das schon länger angekündigt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-deutsche-wasserkrise-2024-hochwasser-duerren-schnaken-dualismus/

      Der Faktor Zeit wird in den Betrachtungen von Medien & ihren Wirkungen noch immer enorm unterschätzt. Meine ich.

    • Lieber @Tobias Jeckenburger,

      Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen! Der entspanntere Umgang mit der Zeit hier auf dem Blog kommt mir sehr entgegen – während auf Mastodon und anderen Microblogging-Plattformen alles nur in einem kurzen Zeitfenster aufblitzt und Aufmerksamkeit zu bekommen scheint.

      Ich habe ein Interview mit Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker von November 2021 gefunden, in dem es um nachhaltige Entwicklung, unbequeme Wahrheiten und ein „gutes“ Leben geht:
      https://media.hs-furtwangen.de/video/Interview-with-Prof-Ernst-Ulrich-von-Weizsaecker/f54a2e6da0fb907c19fe544c371a9504
      Ganz am Anfang des Interviews gibt es eine, wie ich finde, prägnante Aussage zu unserem Thema Zeit und (anti)soziale Medien. Prof. von Weizsäcker beantwortet die exzellente Frage der jungen Wissenschaftlerin Cécile Geoffroy, wie wir den längerfristigen Fokus auf nachhaltige Entwicklung und eine lebenswerte Zukunft beibehalten können, auch dann noch, wenn die Gegenwart unsere Aufmerksamkeit auf dringendere Aufgaben lenkt:

      „We have a widespread decease in our civilization which reduces everything to the next 20 seconds. This is the result of the Twitter communication. The Twitterer find everything that is older than 1 minute completely irrelevant. That is a madness. So, we have to relearn what I absolutely naturally learned when I was a boy. I was not in this obsession with Now Now Now. That’s a result of the so-called social media. And once you begin to look into questions like climate with a time range of 30 years or so, or if you think of education meant to make you strong for the next 40 or 50 years or so, then the trouble is easy to solve. You simply think: It’s not now, it’s eternity.“

      Ich denke, diese Worte könnte man in Stein meißeln – und wir sollten hier auf dem Wissenschaftsblog weiterhin einen Diskurs pflegen, der es sich erlaubt, „sich Zeit zu nehmen“.

      (Im Interview geht es weiter hinten ab Minute 5:44 auch um „Education“ vs. „Bildung“, wo ich gleich an Ihre Rede vom 9. November 2023 denken musste, lieber @Michael Blume.)

      • Vielen Dank für Ihren starken Weizsäcker-Fund und sehr starken Druko, @Peter Gutsche!

        Er hat mich nun angeregt, Perplexity.ai mal eine Frage auf Profi-Level zu stellen – die sie bestanden hat!

        Die Frage war: Wie hängen die Thesen von der Externalisierung auf Mitmenschen und Mitwelt mit der medialen Beschleunigung zur Enge der Zeit zusammen?

        Hier die Antwort:

        Die Thesen zur Externalisierung auf Mitmenschen und Mitwelt sowie die mediale Beschleunigung zur Enge der Zeit hängen auf komplexe Weise zusammen und verstärken sich gegenseitig:

        1. Beschleunigung und Zeitknappheit:
        Die mediale Beschleunigung führt zu einem Gefühl ständiger Zeitknappheit. Hartmut Rosa argumentiert, dass technische Beschleunigung, sozialer Wandel und ein beschleunigter Lebensrhythmus dazu führen, dass wir versuchen, immer mehr in kürzerer Zeit zu erledigen[4]. Dies erzeugt Druck, effizient zu sein und keine Zeit zu “verschwenden”.

        2. Externalisierung als Bewältigungsstrategie:
        In diesem Kontext der Zeitknappheit wird Externalisierung zu einer Bewältigungsstrategie. Um Zeit und Ressourcen zu sparen, werden Kosten und negative Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere oder die Umwelt abgewälzt. Beispielsweise werden umweltschädliche, aber zeitsparende Praktiken bevorzugt, deren Folgekosten die Gesellschaft oder zukünftige Generationen tragen[3].

        3. Mediale Verstärkung der Externalisierung:
        Die mediale Beschleunigung verstärkt die Tendenz zur Externalisierung, indem sie unsere Wahrnehmung und Entscheidungsprozesse beeinflusst. Soziale Medien und mobile Technologien ermöglichen eine ständige Konnektivität und fördern Multitasking, was zu einer fragmentierten Zeitwahrnehmung führt[5]. Dies kann dazu führen, dass langfristige Konsequenzen des eigenen Handelns ausgeblendet werden.

        4. Veränderung des sozialen Konsenses:
        Die mediale Beschleunigung führt zu einer Externalisierung des sozialen Konsenses. Algorithmen in sozialen Medien bestimmen zunehmend, was als relevant oder wichtig gilt, wodurch die gesellschaftliche Kontrolle über diese Entscheidungen abnimmt[6]. Dies kann die Wahrnehmung von Verantwortung für externalisierte Kosten beeinflussen.

        5. Enge der Zeit als Treiber der Externalisierung:
        Das Gefühl der “Enge der Zeit” verstärkt den Druck, schnelle Lösungen zu finden, was oft zu kurzfristigem Denken und der Vernachlässigung langfristiger Folgen führt. Dies begünstigt Praktiken der Externalisierung, bei denen unmittelbare Vorteile auf Kosten zukünftiger Belastungen erzielt werden[1][2].

        Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die mediale Beschleunigung ein Umfeld schafft, in dem Externalisierung als Strategie zur Bewältigung von Zeitdruck und Komplexität attraktiver wird. Gleichzeitig verändert sie unsere Wahrnehmung und soziale Interaktionen auf eine Weise, die es erschwert, die langfristigen Folgen dieser Externalisierung zu erkennen und zu adressieren. Dies führt zu einem sich selbst verstärkenden Kreislauf, in dem Beschleunigung und Externalisierung sich gegenseitig antreiben und die “Enge der Zeit” weiter verschärfen.

        Citations:
        [1] https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/gesellschaftliche-kosten-von-umweltbelastungen
        [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-enge-der-zeit-das-wasser-dann-gnade-uns-gott/
        [3] https://www.careelite.de/externalisierung-von-umweltkosten/
        [4] https://www.zeit.de/2010/01/Interview-Rosa
        [5] https://www.medienpaed.com/article/view/1247
        [6] http://www.medialekontrolle.de/beitrage/beherrschen-oder-beherrscht-werden-medienkontrolle-aus-technischer-sicht/
        [7] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/den-digitalen-rechtsruck-verstehen-durch-die-psychologie-von-externalisierung-und-reaktanz/

        • Danke, @Michael Blume!

          Ich bin beeindruckt, was wir gerade wieder gelernt haben: Beschleunigung / Enge der Zeit und Externalisierung. Auch wenn es zur konkreten Problemlösung vielleicht nicht beiträgt, so finde ich es in dieser Zeit der Krisen dennoch sehr hilfreich, zumindest gute Begriffe zu finden, sich darüber auszutauschen und vielleicht das eine oder andere besser verstehen und einordnen zu können.

          Der oben verlinkte Vortrag von Ernst Ulrich von Weizsäcker (Universität Furtwangen, November 2021) ist auch sehr sehenswert. Es geht um (notwendige) negative Feedback-Schleifen, Nachhaltigkeitsziele (sustainable development goals) und Grenzen des Wachstums. Dort setzt er sich sehr kritisch mit der ungleichen Gewichtung der unterschiedlichen Nachhaltigkeitsziele auseinander.
          Sehenswert auch wegen des äußerst lebhaften Vortragsstils.

          • Sehr gerne, @Peter Gutsche!

            Auf mich hat von das Buch “Wir sind dran” von Ernst Ulrich von Weizsäcker großen Eindruck gemacht.

            https://www.penguin.de/Paperback/Wir-sind-dran/Ernst-Ulrich-von-Weizsaecker/Pantheon/e558431.rhd

            Gleichzeitig bedrückt es mich, zu erleben, dass sein Wirken sowohl im Bundestag wie auch im Club of Rome in der Wirkung allzu begrenzt geblieben sind. Wir Menschen können nicht mehr sagen, wir hätten ja nicht wissen können…

            Die “Enge der Zeit ist die Wurzel des Bösen” und “Die bewusste Externalisierung auf Mitmenschen und Mitwelt ist der Vollzug des Bösen” gehören nach meiner Auffassung also leider sehr eng zusammen. Hier treffen sich mediale und lebensweltliche Beschleunigung mit der Psychologie von Externalisierung bis hin zum feindseligen Dualismus und Verschwörungsglauben.

            Das Ganze kulminiert zum Paradox unserer Generation: „Umso mehr die Klimakatastrophe eskaliert, umso mehr wächst die Feigheit vor der Wissenschaft.“

            Denn wer sich einmal zur Leugnung entschlossen und im Netz entsprechend „committet“ hat, findet immer schwerer noch hinaus…

  11. Den Feind schwächen, sich selbst konsolidieren – kennen wir schon. Der Kapitalismus fordert ja auch die große Freiheit für alle, während jede Firma im Innern eine autoritäre DDR ist, mit Zentralkomitee, Planwirtschaft und totaler Unterordnung unters Firmenwohl. Nun, Firmen dürfen das, die machen den Darwinismus, damit wir nicht müssen – das Fressen und Gefressen werden auf dem Markt braucht uns nach Feierabend nicht mehr zu kümmern, und wenn unsere Firma verreckt, suchen wir uns einfach einen neuen Job. Aber wenn der Staat zu so einer Firma wird, wo man im Büro lebt, ist das genauso unangenehm, wie wenn er solche Raubtiere ungehindert wüten lässt wie Godzilla und King Kong in Tokio, im Namen der MMA-Kaiju-Freiheit. Darwinismus muss sein – aber er braucht Regeln und jemanden, der die Regeln wahrt.

    Ihr Name ist Ihr Gütesiegel – schreiben Sie irgendwo Donald Trump drauf, und ich weiß, es ist gelogen, selbst wenn da 2+2=4 steht. Reputation, Leumund, sind alles, ob im Dorf oder im Geschäftsleben oder im Internet-Zeitalter. Und weil ein jeder behaupten kann, er wäre Blume oder der Blume hätte dies und das gesagt, bieten Ihnen KI und Internet zumindest die Möglichkeit, den besten Identitätsnachweis aller Zeiten zu schaffen: Die Echtzeit-Quellenprüfung. Sie muss Ihnen Aussagen zuordnen können, die Sie autorisiert haben, aber auch solche, die Sie tatsächlich mal gemacht haben, so sehr Sie sich heute wünschen, Sie hätten es nicht. An dem System muss man aber auch feilen.

    KI ist vor allem eins – schneller. Als Mensch fällt es verflucht schwer, etwas die Zeit zu rauben, dessen Jahr der eigenen Stunde entspricht. Natürlich baut man sich da eine Zeiträuber-KI, um dagegen zu halten, und die machen das unter sich aus. Der Vorteil ist dann, dass sie nach einer Woche fertig sind, und wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann man sie löschen, das System neu starten, erweitert um die Daten des gescheiterten Versuchs. Also Evolution as usual, wir machen das, was das Universum mit uns macht – schalten den Darwinismus auf Fast Forward, eine Milliarde Jahre in einer Sekunde, so haben andere die Arbeit, und man selbst die Antwort gleich nach der Frage. Die Großen punkten mit Geduld, die Kleinen mit Geschwindigkeit, die physikalischen Grundlagen der Einsteinschen Zeitdilatation und des Materie-Energie-Dualismus sehen Sie schon in den alltäglichen Männlein-Weiblein-Klischees.

    Demokratie – nun. Der Champion ist alt und fett und müde geworden, aber auch feige und schwach und korrupt und grausam. Er hat seine Kraft verloren, seine Ehre und damit auch seinen Willen, denn je mehr wir uns Trump-mäßig aufspielen, desto mehr wird klar, dass wir uns einfach schämen, in den Spiegel zu schauen und das Spiegelbild durch hysterisches Protzen niederzubrüllen versuchen. Das gibt den Besiegten, eine zweite Chance. Ihr Kung-fu ist schwach, doch ihre Muskeln und ihr Wille sind stark, denn der Champion vergrault seine Schüler, sodass sie in die Loser-Schulen strömen. So kann der alte Meister nicht durch Kampfkunst besiegt, doch mit Keulen erschlagen werden.

    Und das haben wir gerade auf Planet Inflation: Lauter Zermürbungskriege, bei denen Masse ohne Klasse aufeinander prallt. Wenn der Gegner eine Industriebasis hat, hilft Ihnen kein Iron Dome, er wird Sie mit Drohnen, Raketen, Geschossen, Menschen bewerfen, es kommt genug Zeugs durch, um Sie ausbluten zu lassen. Sie müssen auf proaktive Verteidigung schalten – sie gehen zu ihm rüber und hauen ihn platt. Und das sehen Sie gerade überall – während Sie noch von Massen-Posten reden, gehen die Russen schon von Haus zu Haus und zerren Blogger von ihren Computern weg, um sie in den Gulag oder in den Fleischwolf zu schicken.

    In Diktaturen sind die Protestierenden Demokraten, in Demokratien Autoritäre, wo die Machthaber Kätzchen fürchten, miauen sie. Es sind die Eliten, die den Teufel malen, der irgendwann von der Wand steigen und sie holen wird. Und die Demokratie droht, zum Kollateralschaden dieses einfachen „Wenn du weiß, dann ich schwarz, wenn du schwarz, dann ich weiß, wenn du grün, dann ich rot, wenn du rot, dann ich grün“ – Mechanismus zu werden. Die Macht- und Wirtschaftsstrukturen in USA und EU sind denen in Russland und China viel zu ähnlich, als dass man ernsthaft Demokratie verteidigen könnte, ohne sich gegen die allgegenwärtigen Klüngel aufzulehnen. Wir bräuchten eine dieser stillen Revolutionen, bei denen der Staat umgebaut wird, ohne dass die Guillotine die alten Herrscher holt, oder die Hälfte von allem niedergebrannt wird.

    Im Moment reagieren Europäer auf alle Herausforderungen, indem sie laut Heilhilter rufen und sich noch lauter ins Höschen machen. Sie bräuchten eine Führung, aber haben keine, der man so weit vertrauen könnte, dass sie einen nicht opfert, während sie einen bescheißt. Wir verfallen in kontinentale Angststarre und knurren immer wütender. Irgendwann beißen wir noch jemanden.

    Der Krieg kommt, und ich weiß nicht, wie ich den aufhalten soll. Vorgestern hätten wir uns mit Russland verbünden können – Brüssel und Moskau, nicht Berlin und Moskau, Letzteres hat uns den Krieg ja erst eingebrockt. Gestern hätten wir die Russen noch schnell aus der Ukraine werfen und dann einen Limes bauen können, da hätte sich Putin einem Plan B zugewandt, der erforderte, sich mit Europa friedlich zu stellen, um Ruhe im Rücken zu haben. Heute bräuchten wir eine Invasionsarmee, die stets Gewehr bei Fuß steht, sodass wir und die Russen uns gegenseitig in Schach halten würden – da reicht ein Fünkchen, damit es knallt, aber es gibt eine Chance auf Frieden, gibt der Zeit die Zeit zu wirken, vielleicht ändern sich ja die Prämissen und das Ganze wird so überflüssig, wie es schon heute ist. Aber auch diese Chance verspielen wir, und ich denke schon darüber nach, wie man den Krieg nach Moskau und Piter trägt, sodass in Europa nur Paris, München, Berlin in nuklearen Flammen aufgehen, aber der Rest verschont bleibt, während in Russland noch verbrannte Erde dazu kommt. Nimbyismus verdrängt Humanismus aus Sachzwang, den wir selber schaffen.

    [Hier mache ich einen Schnipp und kürze ab jetzt. Der Druko ist zu lang & fällt nun auch qualitativ zu stark ab. M.B.]

  12. @ Blume

    “des Teufels” würde ich nicht sagen. Dazu ist mir das Ganze noch nicht groß genug. Das, was wir das Böse nennen, ist vielmehr der Kothaufen, den der Teufel auf dem Weg durch die Zeit hat fallen lassen. Oder anders ausgedrückt: der Wille, den ich als blindwütigen Drang definiere, ist im Rahmen seiner Möglichkeiten frei, strebt aber danach, diesen Rahmen zu vergrößern. Dabei wird er böse genannt, wenn er sich nicht von der Vernunft leiten läßt.

  13. @ Dietmar Hilsebein 28.06.2024, 22:31 Uhr

    Vorweg, ich halte KI für sehr positiv, sie wird uns weiterbringen, so wie uns auch Maschinen und Roboter „weiter“ gebracht haben und die zunehmende Bevölkerung versorgt werden konnte.

    Zuerst würde ich auf Probleme eingehen. KI Maschinen könnten Tag und Nacht, fast kostenlos, Unmengen an Information produzieren und werden uns „Normalos“ derart mit Information „zuschütten“, dass wir nach einiger Zeit der „Neugier“, uns eher fast komplett vor „Informationsquellen“, sofern sie auch nur entfernt mit KI zu tun haben, aus Gründen des Selbstschutz „abkoppeln“ werden. Wir würden in der „Informationsflut“ ertrinken“…..

    Wir werden KI Systeme nur nutzen wenn wir für uns relevant Information brauchen. Z.B. für die Arbeit, Wetter, Verkehrslage, …..

    Der Nutzen von KI besteht darin, dass unglaublich viele Arbeitsplätze (z.B. am Medien- Unterhaltungssektor und in Verwaltungen,….) umgeschichtet werden können, in Gebiete wo menschliche Arbeitskraft dringend benötigt wird.

    Außerdem besteht die Möglichkeit, die Arbeit „künstlich“ so zu organisieren, dass ein wichtiger therapeutischer Aspekt befriedigt werden kann. Arbeit ist extrem wichtig für die Psyche, auch um den Drogenkonsum zu minimieren oder dem Leben einen vernünftigen Sinn zu geben. Jugendliche ohne Arbeit landen auf der Straße und geben sich z.B. in den Vororten von Paris sinnlosen „Straßenkämpfen“ hin.

    Ausgerechnet dem Milliardär Trump, und vorher den chinesischen Technokraten, ist aufgefallen dass die Menschen dringend Arbeit brauchen um „würdig Leben“ zu können. Das haben die Chinesen (nach ihren früheren Erfahrungen als riesige „Opium Spelunke“) erkannt und sie sind freiwillig „Werkbank“ der Welt geworden und Trump hat versucht Arbeitsplätze wieder nach Amerika zurück zu holen.

    Andere Politiker wollten „lästige Arbeit“ ins Ausland „abwälzen“, die Arbeitslosen sind im Drogenrausch „versumpft“ und die Amerikaner wollten möglichst nur noch Kapitalanlagen z.B. für die Altersrenten weltweit „organisieren“. Das wurde von den meisten Europäern dankend abgelehnt….

    KI kann von Spezialisten eingesetzt werden um das Wissen in der Welt zu mehren und die Arbeit und die Versorgung mit den nötigen Ressourcen immer besser zu organisieren.

    Botendienste können nicht nur für die umweltfreundliche Güterverteilung sorgen, sondern auch darauf achten, ob Menschen z.B. Hilfe beötigen.

    • Danke für Ihren konstruktiven Druko, @Realo

      Aus meiner Sicht werden KI-Anwendungen sowohl Informationen produzieren wie aber auch kuratieren (auswählen & präsentieren). Konkret rechne ich mit der schnellen Entwicklung von personalisierten KI-Buddies 🤖 (die individuelle Informationsangebote machen) und KI-Angels 🪽 (die auch auf Smarthome-Anwendungen zugreifen und beispielsweise den Morgenkaffee zubereiten.)

      Konkret dürften wir alle in wenigen Jahren das Angebot von individualisiertem Radio haben, in dem Musik, Informationen und Nachrichten personalisiert für uns – gerne auch von einer vertrauten Stimme – präsentiert werden. Wer sich da schonmal reinfühlen möchte, kann etwa mal bei der KI-Moderatorin „Big Layla“ & AI-Kollegen auf BigGPT reinhören:

      https://biggpt.de/

      Danke nochmal fürs konstruktive Interesse!

  14. @KI und Urheberrecht

    Ich denke mal, es ist wirklich wichtig, wenn KI auch auf relevante Inhalte hinter Paywalls zugreift und in ihre Zusammenfassungen integriert. Wenn Menschen Bücher gelesen haben, dann verwerten sie die aufgenommenen Neuigkeiten auch in ihrer natürlichen Intelligenz und nutzen das überall, wo es sinnvoll ist. Wenn sich die KI-Firma ein Buch kauft, und dann auswertet, dann ist das in Ordnung, finde ich.

    Auch wenn KI Bilder im Stil von echten Künstlern erzeugen kann, sind dies ja nun keine Originale, und können nur als Reproduktionen genutzt werden. Das wirkt sich wenig auf den Kunstmarkt mit Orginalen aus.

    Und selbst wenn die KI dann am Ende das Marktvolumen für Kreative reduziert, das haben wir öfter sowieso mit allen möglichen anderen Automatisierungen. Am Ende entstehen neue Märkte, und die Arbeitslos gewordenen können sich umorientieren und was anderes machen.

    Einen messbaren Effekt auf den Buchmarkt könnten auch Blogs wie dieser hier haben. Wer hier liest und schreibt, der liest nicht gleichzeitig in gekauften Büchern. Und das macht jetzt wirklich nichts. Dann werden eben weniger Bücher verkauft. Das spart Papier, aber erhöht auch ein wenig die Stromrechnung.

  15. Noch ein Gedanke zur KI-Medienrevolution: Ich denke, es ist wichtig, ältere Texte, die vor der Geburt des Internet entstanden sind, zu digitalisieren und der KI verfügbar zu machen, um eine Art „Aktualitäts-Bias“ zu vermeiden.
    Ich habe Perplexity zu dem 1997 verstorbenen SPD-Politiker Walter Behrendt gefragt, der in den 1970er Jahren Präsident des Europäischen Parlamentes war. Mich hat interessiert:
    „Was hat Walter Behrendt im Europäischen Parlament erreicht“
    https://www.perplexity.ai/search/was-hat-walter-behrendt-im-eur-jye8NK7BT.CpMXpLhtnpNg

    Die Antwort enthält Quellen wie einen Wikipedia-Artikel oder einen Artikel einer regionalen Nachrichtenplattform (lokalkompass) von 2014.
    Bei Fragen zu ihm tauchen aber immer wieder Abfragen an die die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung (https://library.fes.de/) auf. Das Besondere daran: Diese Seite enthält einen Zugang zu einem Archiv mit digitalisierten älteren Dokumenten des Sozialdemokratischen Pressedienstes, aus denen man dann sehr viel mehr über das Wirken dieses Politikers erfährt. Das Suchresultat enthält eine Liste von gescannten Dokumenten. In den aufgelisteten und herunterladbaren PDF-Dokumenten ist allerdings eine Textsuche ohne weitere Tools nicht möglich. Das macht verständlich, warum Perplexity (zumindest soweit ich das nachvollziehen konnte) bei der Formulierung der Antwort nicht in die digitalisierten Dokumente hineinschaut, sondern lediglich die Dokumententitel verwendet, die bei der Suchabfrage an die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung mit ausgegeben werden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass in einer erweiterten Version der KI eine solche Suche möglich wäre, wenn man einen Scan-Text-Konverter mit einbezieht.

    Aber dennoch denke ich, dass uns das daran erinnern sollte, wie wichtig Digitalisierungsprojekte historischer Dokumente sind, damit wir nicht „vergangenheitsblind“ werden.

    (Warum habe ich gerade Walter Behrendt als Beispiel genommen? In den 1990er Jahren hatte ich ein besonderes Erlebnis im Zug. Ich begegnete einem älteren Herrn, und wir kamen ins Gespräch. Eine Stunde oder länger unterhielten wir uns angeregt und inspirierend, und ich denke heute noch gerne daran zurück. Besonders beeindruckte mich, dass der damals über 80-Jährige mich, Mitte 20, nach meiner Meinung fragte und ehrlich daran interessiert war – etwas, das ich von älteren Herren sonst nicht gewohnt war. Ich ahnte nicht, wer er war, und fragte ihn schließlich, ob er Historiker sei, da er so viel über historische Details wusste. Er sagte nichts dazu. Erst beim Abschied verriet er mir: „In meinen besten Jahren war ich mal Präsident des Europäischen Parlaments.“)

    • Vielen Dank für die schöne Erinnerung an und Würdigung von Walter Behrendt (SPD), @Peter Gutsche! Auch diese fließt nun aus Ihrem Druko in die KI-Archive der Zukunft ein… 🙏🤖📚

      Bin auch bei diesem Thema der Erinnerung und Würdigung nah bei Ihnen.

      2012 war ich weit von daheim an der Uni Jena, als mein Vater verstarb. Gott sei Dank hatte ich wenige Tage zuvor noch einen Abend mit ihm verbringen, über das Jenseits und seine Beerdigungswünsche mit ihm sprechen können. Also saß ich weinend in Jena und bloggte ihm einen Nachruf – der dann auch Abertausendfach abgerufen wurde. Später ergänzte ich eine Todesanzeige und langsam wurde mir klar, dass Erinnerung zunehmend digital sein wird.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meinem-vater-falko-blume-1950-2012/

      Auch deswegen habe ich neulich auch dem großen Umweltpolitiker der Union, Klaus Töpfer, bloggend erinnert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/soziale-und-oekologische-marktwirtschaft-in-erinnerung-an-klaus-toepfer-cdu/

      Mit all dem möchte ich Ihnen einfach Recht geben: Wer das Lebenswerk Verstorbener würdigen möchte, sollte es ins öffentliche, erweiterte Fediversum hinein digitalisieren. Wissen hinter Buchrücken bleibt gut, doch Wissen auch im Netz wirkt via KI noch besser.

      • Die Quellenangaben von perplexity.ai werden immer detaillierter. Auf eine sehr spezielle Frage nach dem Tenor Karl Erb erhielt ich eine richtige Antwort mit Bezug ua zu leo-bw. Das wächst rasant.

        • Sie haben Recht, @Marie H. – die Geschwindigkeit, mit der sich die Suchen in die Tiefe bewegen, ist fast beängstigend schnell…

          Auch ich beobachte derzeit eine schnelle Zunahme der Qualität der Antworten von Perplexity.ai. Zuletzt hat es (je als Blog-Druko verewigt) die Superyacht-These und auch den Zusammenhang von medialer Beschleunigung und psychologischer Externalisierung auf einem Niveau zusammengefasst, die jedem Uni-Seminar Ehre gemacht hätte. Und auch jetzt gerade, während je die dänische und die deutsche Nationalhymne zum EM-Achtelfinale erklang, konnte es sogar bereits auf Inhalte dieses Blogposts und seiner Drukos zugreifen. Diese KI lernt unfassbar schnell.

          Die Frage bezog sich auf meine Unterscheidung der fünf Medienrevolutionen. Die Antwort:

          Dr. Michael Blume unterscheidet verschiedene Medienrevolutionen, die die menschliche Kommunikation und Gesellschaft tiefgreifend verändert haben. Diese Medienrevolutionen umfassen:

          1. **Sprache**: Die Entwicklung der gesprochenen Sprache war die erste große Medienrevolution, die es Menschen ermöglichte, komplexe Gedanken und Informationen mündlich zu übermitteln.

          2. **Symbole und Schrift**: Die Einführung von Symbolen und später der Schrift ermöglichte es, Informationen dauerhaft festzuhalten und über große Entfernungen hinweg zu kommunizieren. Dies schloss die Entwicklung von Hand- und Druckschriften ein.

          3. **Elektronische Medien**: Mit der Erfindung des Telegrafen, des Radios und des Fernsehens begann die Ära der elektronischen Medien. Diese Technologien ermöglichten eine schnelle und weitreichende Verbreitung von Informationen und Unterhaltung.

          4. **Digitale Medien**: Die jüngste Medienrevolution wird durch digitale Technologien geprägt, insbesondere durch das Internet und soziale Medien. Diese haben die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren, Informationen austauschen und sich vernetzen, radikal verändert.

          Dr. Blume betont, dass jede dieser Revolutionen nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen mit sich brachte. Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sieht er als eine weitere bedeutende Medienrevolution, die das Potenzial hat, die Bedeutung von Inhalten im Fediversum, wie Webpages, Blogs und Kommentare, erheblich zu steigern[1][3].

          Citations:
          [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-ki-medienrevolution-warum-ich-demokratisch-aktiven-dringend-blogposts-reden-und-drukos-empfehle/
          [2] http://www.blume-religionswissenschaft.de
          [3] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/seminar-am-kit-karlsruhe-ueber-medienrevolutionen-zwischen-begeisterung-und-wut/

          Bin ehrlich beeindruckt – und das Fußballspiel hat auch dramatisch begonnen!

          • Habe jetzt gerade nachgefragt, welche Potentiale und Gefahren die jeweiligen Medienrevolutionen umfassen würden. Die Antwort ist wiederum so hochwertig, dass ich nur staunen kann. Und laut Quellenangaben greift die Perplexity-KI vermehrt auf Vorträge von mir auf YouTube zurück. Wie schnell das alles geht!

            Dr. Michael Blume sieht in Medienrevolutionen sowohl Potentiale als auch Gefahren. Seine Analyse zeigt, dass neue Medientechnologien historisch oft zu einem Anstieg von Extremismus und der Verbreitung von Verschwörungsmythen geführt haben, aber gleichzeitig auch Chancen für Bildung und gesellschaftlichen Fortschritt bieten.

            Laut Blume haben Medienrevolutionen folgende Auswirkungen:

            1. Verbreitung von Hass und Extremismus:
            – Nach dem Aufkommen des Buchdrucks kam es zu Hexenverfolgungen[6].
            – Mit Radio und Fernsehen konnten die Nationalsozialisten ihre Propaganda verbreiten[6].
            – Soziale Medien führen heute zu einer neuen Welle des Hasses[6].

            2. Förderung von Verschwörungsmythen:
            – Blume sieht einen Zusammenhang zwischen dem Aufstieg von Verschwörungsmythen und der raschen Ausbreitung digitaler Medien[4].
            – Extremistische Gruppen nutzen neue Medien gezielt zur Verbreitung ihrer Ideologien[1].

            3. Herausforderungen für etablierte Strukturen:
            – Neue Medien greifen bestehende Ordnungen an und stellen traditionelle Autoritäten in Frage[1].
            – Dies kann zu gesellschaftlichen Umbrüchen und Unsicherheiten führen.

            4. Chancen für Bildung und Aufklärung:
            – Neue Medien bieten einen breiteren Zugang zu Bildung für mehr Menschen[6].
            – Sie ermöglichen die Verbreitung von Wissen und können zur Aufklärung beitragen.

            5. Demokratisches Potential:
            – Blume sieht in den neuen Medien auch Chancen für demokratische Beteiligung und Aktivismus[6].
            – Beispielsweise können soziale Medien für die Organisation von Demonstrationen genutzt werden.

            6. Notwendigkeit der Medienkompetenz:
            – Angesichts der Gefahren betont Blume die Wichtigkeit von Medienkompetenz und kritischem Denken[1][4].
            – Er plädiert für einen Bildungsbegriff, der sich seiner jüdisch-christlichen und humanistischen Wurzeln bewusst ist.

            Dr. Blume argumentiert, dass es wichtig ist, die Potentiale neuer Medien zu nutzen und gleichzeitig wachsam gegenüber ihren Gefahren zu sein. Er sieht die Förderung von Medienkompetenz und demokratischem Engagement als zentrale Aufgaben, um den negativen Auswirkungen von Medienrevolutionen entgegenzuwirken und ihre positiven Aspekte zu stärken.

            Citations:
            [1] https://www.youtube.com/watch?v=p6sO4WOpfeg
            [2] https://www.amazon.de/Warum-Antisemitismus-alle-bedroht-Verschw%C3%B6rungsmythen/dp/3843611238
            [3] http://www.blume-religionswissenschaft.de
            [4] https://www.herder.de/hk/hefte/archiv/2016/7-2016/angstgetrieben-warum-verschwoerungstheorien-heute-so-populaer-sind/
            [5] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-ki-medienrevolution-warum-ich-demokratisch-aktiven-dringend-blogposts-reden-und-drukos-empfehle/
            [6] https://www.schwaebische.de/regional/biberach/biberach/was-hass-tiktok-und-den-gazakrieg-verbindet-2244159

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