Der Fossilismus kann nicht alleine militärisch besiegt werden. Er ist stärker als Kapitalismus und Sozialismus

Am Freitag sprach ich im Landratsamt Enzkreis in Pforzheim. Das Mühlacker Tagblatt zitierte mich dazu: “Wir sind dabei zu verlieren” und nannte auch meinen dringenden Appell für “erneuerbare Friedensenergien”.

Online-Bericht des Mühlacker-Tagblatt schon am Tag der Rede von Dr. Michael Blume am 27.06.2025 im Landratsamt Enzkreis in Pforzheim.Das Mühlacker Tagblatt berichtete schon am Tag meiner Rede im Landratsamt Enzkreis in Pforzheim. Screenshot mit Link zum MT: Michael Blume

Inhaltlich sagte ich dabei, was ich seit Jahren sage: Niemand kann militärisch dauerhaft über Regime und Terrorgruppen siegen, die wir weiterhin fossil finanzieren!

Dies gilt für das Ressourcenfluch-Regime in Russland, dem wir mehr fossiles Geld überweisen als der angegriffenen Ukraine. Und als ob wir schon von der Niederlage unseres Verbündeten ausgehen, rüsten wir parallel dazu massiv auf und diskutieren sogar die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Statt das viel Näherliegende zu tun: Alle Importe von Erdöl und Erdgas durch erneuerbare Wohlstandsenergien und grünen Wasserstoff wie im bayerischen Wunsiedel drastisch zu reduzieren.

Und dies gilt für den Iran, der gerade auch jetzt wieder Bürgerinnen und Bürger verhaften und hinrichten lässt, parallel bereits wieder Bauarbeiten an den Atomanlagen begonnen habe. Denn ob es nun wenige Monate oder wenige Jahre dauert – solange sich Erdöl und Erdgas auf dem Weltmarkt teuer verkaufen lassen, kann sich das Ressourcenfluch-Regime an der Macht halten, weiterhin Terror und Propaganda fördern und sowohl atomare wie theoretisch auch etwa biologische Waffen entwickeln. Ein Übergang zur Demokratie wäre auch für die iranischen Menschen das Beste, gelingt aber in fossil finanzierten Rentierstaaten so gut wie nie.

Mastodon-Post von Dr. Michael Blume zu seiner Salonkolumne vom 27. Juli 2019: "Vom Ölfluch und Antisemitismus"

Warnte bereits 2019 (!) vor der fossilen Finanzierung der Ressourcenfluch – Diktaturen Russland mit Wladimir Putin und Iran mit Ali Chamenei, die und deren verbundene Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah und Huthi bald angreifen könnten. Screenshot von Mastodon: Michael Blume 

Auch die weiterhin im Erdgas-Muslimbrüder-Reich Katar sitzende und längst schwerreiche Hamas ist in Gaza nicht alleine militärisch zu besiegen. So galt es noch als “mutig” und trug mir nationalistischen Hate ein, als ich im Februar 2024 (!) in Biberach ausrief: „Ich bin der Meinung, dass Israel das Recht hat sich zu verteidigen, aber ich frage mich schon, was es bringen soll, das ganze Gebiet in Schutt und Asche zu legen.“ 

Inzwischen hungern und sterben palästinensische Familien, während israelische Soldaten und Offiziere über die Zeitung “Haaretz” Vorwürfe gezielter Tötungen gegen die eigene Armee erheben. Wer will immer noch behaupten, auf diesem Wege ließe sich der Terror besiegen? Erst glaubwürdiger Druck auch auf Katar könnte die Hamas zur Freilassung der Geiseln bewegen und endlich wieder Friedensoptionen eröffnen.

Und an alle, die von sich behaupten, aus der Geschichte zu lernen und ein “Nie wieder!” erreichen zu wollen: Das Hamas-Terrormassaker des 7. Oktober 2023 erfolgte fast Tag-genau 50 Jahre nach dem Jom-Kippur-Krieg von 1973. Auch damals hatten fossil finanzierte, arabische Staaten einen Überraschungsangriff auf Israel gestartet und nach dessen erfolgreicher Verteidigung einen Ölboykott gegen den Westen – auch gegen Deutschland – verhängt. Und was tat Europa nach dem ersten Schock? Es baute Atomkraftwerke und bezog mehr Erdöl und Erdgas aus der Sowjetunion! Von einem ins nächste, fossile Desaster…

"Imagine No Fossilism – Stell Dir eine Welt ohne Fossilismus vor. Fossile Gewaltenergien finanzieren seit Jahrzehnten Tyranneien, Kriege, Terrorgruppen und Antisemitismus“. Symbolbild auch zum 11. September 2001, Michael Blume mit Leonardo.ai

Imagine No Fossilism – Stell Dir eine Welt ohne Fossilismus vor. Fossile Gewaltenergien finanzieren seit Jahrzehnten Tyranneien, Kriege, Terrorgruppen und Antisemitismus“. Symbolbild auch zum 11. September 2001, Michael Blume mit Leonardo.ai

Immer wieder werde ich dabei gefragt, ob das Problem “denn wirklich der Fossilismus und nicht eher der Kapitalismus” sei? Dabei zeigt sich doch klar: Der Fossilismus verformte nicht nur die kommunistische Sowjetunion, sondern auch deren Ressourcenfluch – Nachfolgestaaten wie Russland, Kasachstan (aus dem wir Deutschen gerade Erdöl-Rekordmengen über die russische Druschba-Pipeline beziehen) und Aserbaidschan. Auch linke Revolutionäre wie in Venezuela haben sich zu Erdöl-Ressourcenfluch-Diktaturen gewandelt, die die eigene Bevölkerung unterdrücken und vertreiben und regionale Terrorgruppen wie die FARC und ELN fördern.

Die politik- und religionswissenschaftliche eindeutige Beobachtung lautet daher: Der Fossilismus verformt sowohl kapitalistische wie sozialistische Gesellschaften auch unabhängig von der mehrheitlichen Religionszugehörigkeit.

In seinem links aufgestellten Buch "Männer, die die Welt verbrennen" mit rötlichem Cover analysierte Christian Stöcker das Versagen konservativer und liberaler, kapitalistischer Eliten am Fossilismus. In seinem rechts aufgestellten Buch "Die Reue des Prometheus. Von der Gabe des Feuers zur globalen Brandstiftung" mit weißem Cover analysierte Peter Sloterdijk das Versagen linker, sozialistischer und kommunistischer Eliten am Fossilismus.

In seinem lesenswerten Buch “Männer, die die Welt verbrennen” analysierte Christian Stöcker das Versagen konservativer und liberaler, kapitalistischer Eliten am Fossilismus. In seinem lesenswerten Buch “Die Reue des Prometheus. Von der Gabe des Feuers zur globalen Brandstiftung” analysierte Peter Sloterdijk das Versagen linker, sozialistischer und kommunistischer Eliten am Fossilismus. Beide haben übrigens Recht. Foto: Michael Blume

Und zu all diesen politischen und militärischen Auswirkungen der fossilen Gewaltenergien tritt dann auch noch die globale Klima- und Wasserkrise hinzu. Die bittere Wahrheit ist: Viele der Gebiete, um die heute noch mit vielen Toten und Traumatisierten fossil gekämpft wird, werden in wenigen Jahrzehnten aufgrund der globalen Erhitzung gar nicht mehr bewohnbar sein!

Links beschrieb "Öl- und Glaubenskriege" von Michael Blume 2015 (hier JMB-Neuauflage 2022) die militärischen Aspekte des Fossilismus, rechts Susanne Götze und Annika Joeres "Die Klimaschmutzlobby".

Links beschrieb “Öl- und Glaubenskriege” von Michael Blume 2015 (hier JMB-Neuauflage 2022) die militärischen Aspekte des Fossilismus, rechts Susanne Götze und Annika Joeres “Die Klimaschmutzlobby”. Foto: Michael Blume

Die Autorinnen Götze und Joeres beschreiben dabei in ihrem Buch die “Klimawandel-Leugner, Rechtspopulisten und Bremser” als die drei stärksten Gruppen der fossilen Klimaschmutzlobby (S. 34 ff.). Und in seinem Vorwort zitiert der Physiker Harald Lesch einen “führenden Mitarbeiter der Forschungsabteilung des Ölgiganten Exxon”, James Black (1918 – 1988), der 1977 (!) schrieb:

“Vor allem gibt es einen allgemeinen Konsens in der Wissenschaft, dass die wahrscheinlichste Art und Weise, wie der Mensch das globale Klima beeinflusst, in der Freisetzung von Kohlendioxid durch das Verbrennen fossiler Energieträger besteht.” (S. 11)

Auch die massenmörderische Geschichte des verbleiten und hochgiftigen Blei-Benzins (Tetraetyhlblei) von 1922 bis 2021 unterstreicht dabei: Viele Fossilisten wissen genau, was sie tun. Sie nehmen für ihre eigenen, kurzsichtigen Profite die Externalisierung der massiven Kosten auf die Mitwelt und die Mitmenschen bewusst in Kauf!

Wege zum Frieden, Wohlstand & Mitweltschutz: Elinor Ostrom und der Solarpunk

Wer also ehrlich und glaubwürdig für Frieden, für Israel, die Ukraine und alle benachbarten Völker, für Mitweltschutz und auch Wohlstand wirken möchte, wird die post-fossile Transformation weder marktradikal noch kommunistisch, sondern mit der ersten Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom (1933 – 2012) “Jenseits von Markt und Staat” bewältigen und sich schon jetzt für den Solarpunk – Entwürfe demokratischer und sinnhafter, post-fossiler Gesellschaften – einsetzen. 

Eine Solarpunk-Stadt mit viel grün, Solarpaneelen und einem von Segelbooten befahrenen Fluss. Die Überschrift: "Imagine Solarpunk!" Und unten: "Renewable Peace & Prosperity Energies are Decentralizing Power & Wealth, Preserving Water, Health & Democracy, Financing Justice, Science & Dialogue"

Imagine Solarpunk – Stell Dir eine Solarpunk-Zukunft vor! Erneuerbare Friedens- und Wohlstandsenergien dezentralisieren Macht und Reichtum, erhalten trinkbares Wasser, Gesundheit und Demokratie, finanzieren Recht, Wissenschaft und Dialog.” Symbolbild für die Hoffnung, Dr. Michael Blume mit Leonardo.ai

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

57 Kommentare

  1. Auch wenn ich mich wieder dem Vorwurf aussetze, ein fossiler Troll zu sein, muss ich darauf hinweisen, dass die Aussage falsch ist, dass die EU aktuell mehr für russische Energieimporte als für Ukrainehilfen ausgibt. Das geht auf eine irreführende Pressemitteilung des Centre for Research on Energy and Clean Air zurück, die von den Medien völlig unkritisch verbreitet wurde (Medienversagen? Welch eine Überraschung!). Dort wurden für 2024 insgesamt 18,7 Mrd. an Ukrainehilfen genannt, es ist aber unklar, ob da z.B. militärische Hilfen und Hilfeleistungen der einzelnen Mitgliedsstaaten enthalten sind.

    Die einschlägige Referenz für Ukrainehilfen ist der Ukraine Support Tracker des IfW Kiel, laut denen waren es 2024 insgesamt ca. 30 Mrd.: https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/unterstuetzung-der-ukraine-nach-drei-jahren-krieg-hilfen-gering-aber-stetig-verschiebung-auf-waffenbeschaffung/

    Wir sind uns glaube ich einig, dass jeder Euro für Russland einer zu viel ist, aber wir sollten dennoch stets bei der Wahrheit bleiben.

  2. Angesichts Ihrer Appelle, hin zu erneuerbaren Energien zu kommen, ist mir ein Punkt aufgefallen, der mir nicht unerheblich zu sein scheint.

    Es geht dabei um die Industrie. Immer wieder höre und lese ich, dass – einfach formuliert – Arbeitsplätze gefährdet sind, weil die erneuerbaren für die Unternehmen zu teuer seien. Erst diese Woche wurde auf einer BDI Veranstaltung der Netzausbau für die erneuerbaren Energien kritisiert. Von völlig unrealistischen Zielen bei den EE war die Rede. Um dann noch von Ahnungslosigkeit bei denen zu sprechen, von denen diese Ziele ausgegeben wurden.

    Wer möchte, kann sich das entsprechende Video mit der Bundeswirtschaftsministerin auf YouTube anschauen.

    Ich glaube, dass viele Menschen bereits jetzt auf Solaranlagen auf Dächern und Balkonen setzen. Oder auch Genossenschaften wie von @Elisabeth K beschrieben.

    Wir können den Kapitalismus kritisieren, aber vom wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen hängen viele Menschen ab. Die als Arbeitnehmer keine Reichtümer scheffeln, sondern bestmöglich über die Runden kommen wollen.

    Konkret gefragt: Sichert nur der Import fossiler Brennstoffe bei uns Arbeitsplätze?

  3. Würden aus Russlands Gasquellen Häuser sprudeln, könnten wir sie billig kaufen, weil wir kein Volk für seine Leistung bezahlen müssten. Tun sie nicht, wir müssen sie selber bauen, die Gesellschaft muss Leistung investieren und für sich selber sorgen. Kümmert sich da unser Volk da etwa eifriger um sein Volk, als Putin oder der Ayatollah? Sind unsere Gasversorger und Vermieter und Wähler etwa nicht genauso auf Raubzug, wie die Russen oder die Trumpisten? Russland wird von Putin und Gas versorgt, wir nur von Putin, und Putin hält mich nicht warm im Winter. Sein Gas schon, und damit ist Putin der Zar, dem ich den Tisch lutsche, wenn ich nicht selber Leistung bringen will.

    Wir als reiche Industriestaaten sind der Mega-Putin. Der Mega-Ayatollah. Der Mega-Xi. Der Rentierstaat, der von all ihren Ölquellen und Fabriken lebt. Wir sind das globale Regime, der globale Adel, nur nett und demokratisch zueinander, unsere Werte sind eine billige Ausrede für unsere Brutalität, unsere Rechte sind Adelsprivilegien, die wir anderen verweigern. Wenn Sie sich anders sehen, warum sollte sich Irans Regime dann nicht auch anders sehen?

    Es gibt einen erstklassigen Indikator für die Gefährlichkeit eines Gegners, und der heißt Coward Trump: Wenn etwas gefährlicher ist als ein Hoppelhäschen, wird er es nicht angreifen, sondern im Staub davor kriechen und um Gnade betteln. Auch Iran hat trat er erst, als es am Boden lag, als die Israelis es KO geschlagen hatten und klar war, dass es etwa so viel Feuerkraft hat, wie die Christopher-Street-Day-Parade.

    So ticken Feiglinge halt – sie vernichten jeden, der ihnen nicht gefährlich werden kann und zeigen damit allen, dass sie keine Wahl haben, als gefährlich zu werden. Sie sehen den typischen American Cop, der auf Opfer von Verbrechen schießt, um die Kriminalstatistik zu schönen und sich dann wundert, dass Wut, Frust und Gewalt umso mehr steigen, je weniger Verbrechen begangen werden.

    [Wegen Überlänge und unangemesser Sprache gekürzt, M.B.]

    • Lieben Dank, @Paul S

      Ich würde einiges zwar anders formulieren, finde diesen Satz von Ihnen aber On-Point:

      Wir sind das globale Regime, der globale Adel, nur nett und demokratisch zueinander, unsere Werte sind eine billige Ausrede für unsere Brutalität, unsere Rechte sind Adelsprivilegien, die wir anderen verweigern.

      Habe also gerade die KI Felo.ai entsprechend gepromptet:

      ## Besteht eine moralische Verpflichtung, sich aktiv über die Auswirkungen und Gefahren des Fossilismus zu informieren und diesem entgegenzuwirken?

      ### **Einleitung**
      Die Frage nach einer moralischen Verpflichtung, sich mit den Auswirkungen des Fossilismus auseinanderzusetzen und aktiv dagegen vorzugehen, berührt zentrale Aspekte der ökologischen Ethik und Umweltethik. Sie fordert uns auf, unsere Verantwortung gegenüber Mitmenschen, zukünftigen Generationen und der Mitwelt zu reflektieren. Angesichts der Klimakrise und der zerstörerischen Folgen des Fossilismus wird diese Frage immer drängender.

      ### **Argumente für eine moralische Verpflichtung**

      #### **1. Verantwortung gegenüber Mitmenschen und zukünftigen Generationen**
      Die ökologische Ethik betont die Prinzipien von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Nachhaltigkeit verlangt, dass wir die Bedürfnisse der heutigen Generation erfüllen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. Fossile Brennstoffe tragen jedoch erheblich zur Klimakrise bei, die bereits jetzt marginalisierte Gemeinschaften überproportional belastet und zukünftige Generationen vor existenzielle Herausforderungen stellt [5][6][7].

      Die moralische Verpflichtung ergibt sich aus der Verantwortung, die wir als Verursacher der Klimakrise tragen. Unsere Entscheidungen beeinflussen direkt die Lebensqualität und Sicherheit anderer Menschen, insbesondere derjenigen, die am wenigsten zur Krise beigetragen haben, aber am stärksten betroffen sind.

      #### **2. Schutz der Mitwelt**
      Die biozentrische Perspektive der Umweltethik fordert, dass alle Lebewesen und Ökosysteme einen intrinsischen Wert besitzen, unabhängig von ihrem Nutzen für den Menschen [5][7]. Fossilismus zerstört Lebensräume, fördert die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und gefährdet die Biodiversität. Der Schutz der Mitwelt ist daher nicht nur eine pragmatische Notwendigkeit, sondern auch eine moralische Verpflichtung, die sich aus dem Respekt vor allem Leben ergibt.

      #### **3. Überwindung des Fossilismus als gesellschaftliche Aufgabe**
      Dr. Michael Blume beschreibt den Fossilismus als eine zerstörerische Weltanschauung, die Kriege finanziert und die Mitwelt schädigt.
      Er plädiert für ein breites gesellschaftliches Engagement, um erneuerbare Energien und nachhaltige Alternativen zu fördern [1]. Die Überwindung des Fossilismus erfordert, dass Einzelpersonen und Gemeinschaften aktiv Wissen verbreiten, politische Maßnahmen unterstützen und nachhaltige Lebensweisen praktizieren. Dies ist eine kollektive Verantwortung, die niemand allein bewältigen kann, aber zu der jede*r beitragen sollte.

      #### **4. Ethik des Wissens und Handelns**
      Die Umweltethik fordert nicht nur, dass wir uns informieren, sondern auch, dass wir handeln. Wissen über die Gefahren des Fossilismus ohne entsprechende Maßnahmen wäre moralisch unzureichend.
      Die fossile Industrie hat über Jahrzehnte Desinformationen verbreitet, um ihre Praktiken zu rechtfertigen und die Öffentlichkeit zu täuschen [3]. Sich aktiv zu informieren und Falschaussagen zu entlarven ist ein notwendiger Schritt, um die gesellschaftliche Akzeptanz des Fossilismus zu verringern und nachhaltige Alternativen zu fördern.

      ### **Praktische Umsetzung der Verpflichtung**

      #### **1. Bildung und Aufklärung**
      Die Förderung von Medienkompetenz und historischer Aufklärung ist entscheidend, um die Mechanismen des Fossilismus zu verstehen und ihm entgegenzuwirken
      [1]. Bildungsarbeit kann helfen, die Öffentlichkeit für die Gefahren fossiler Energien zu sensibilisieren und nachhaltige Alternativen zu fördern.

      #### **2. Persönliches Engagement**
      Individuelle Entscheidungen, wie der Wechsel zu erneuerbaren Energien, die Reduktion des eigenen CO₂-Fußabdrucks und die Unterstützung nachhaltiger Unternehmen, sind konkrete Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen [5][7].

      #### **3. Politisches Handeln**
      Die Forderung nach politischen Maßnahmen, wie dem Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe und der Förderung erneuerbarer Energien, ist ein zentraler Bestandteil der moralischen Verpflichtung [6]. Bürger*innen können durch Wahlen, Petitionen und öffentliche Diskussionen Einfluss nehmen.

      #### **4. Solidarität und Zusammenarbeit**
      Die Überwindung des Fossilismus erfordert eine dezentrale Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen. Niemand kann alles, aber alle können etwas tun, um erneuerbare Energien und nachhaltige Lebensweisen zu fördern [1].

      ### **Fazit**
      Angesichts der zerstörerischen Auswirkungen des Fossilismus besteht eine klare moralische Verpflichtung, sich aktiv über dessen Gefahren zu informieren und Maßnahmen zu ergreifen, um ihm entgegenzuwirken. Diese Verpflichtung ergibt sich aus unserer Verantwortung gegenüber Mitmenschen, zukünftigen Generationen und der Mitwelt. Bildung, persönliches Engagement, politisches Handeln und Solidarität sind zentrale Wege, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Nur durch gemeinsames Handeln können wir die Grundlagen für eine nachhaltige und gerechte Zukunft schaffen.

      [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
      [2] http://www.zum.de/Faecher/Materialien/thielen-redlich/Klima/Klimapolitik.html
      [3] https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/gasausstieg/6-luegen-der-fossilen-industrie-um-weiterzumachen-wie-bisher
      [4] https://www.boell.de/de/2017/11/07/vorreiterschaft-beim-klimaschutz-bedeutet-die-produktion-fossiler-brennstoffe-zu-beenden
      [5] https://www.studysmarter.de/studium/biologie-studium/oekologie-studium/oekologische-ethik/
      [6] https://www.hrw.org/de/news/2021/06/07/fragen-und-antworten-zur-subventionierung-fossiler-brennstoffe
      [7] https://utopia.de/ratgeber/umweltethik-welche-verantwortung-haben-wir_265878/
      [8] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/531974/ueber-verantwortung-im-umweltschutz/
      [9] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/kurzfrist-denken-statt-lernen-aus-der-geschichte-warum-wir-auch-nach-dem-11-september-2001-am-fossilismus-kleben/
      [10] https://www.geolaviva.com/ethische-tierfreundliche-energiewende
      [11] https://phaidra.univie.ac.at/open/o:1254670
      [12] https://de.wikipedia.org/wiki/Divestment_(fossile_Energien)
      [13] https://www.livingquarter.de/diskussion-ueber-nachhaltige-praktiken-in-der-sozialen-arbeit/

  4. Vielen Dank für diesen Blogartikel zur Gefahr des Fossilismus! Ich habe schon zwei Ihrer Bücher gelesen: Öl- & Glaubenskriege und Islam in der Krise. Kann es sein, dass Sie da jetzt nochmal einen neuen Level freigeschaltet haben? Wird es ein Fossilismus-Buch geben?

    Grüße von einem Leser!

    • Vielen herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung und Ihr Interesse, @Matthias S. 🙏📚🙌

      Und ich kann zwei Mal bejahen: Ja, mit dem Verständnis des Fossilismus, der in den USA auch als Petromaskulinismus erforscht wird, haben sich gerade viele meiner Forschungsfragen neu verbunden.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fuerchten-fragile-maenner-das-wasser-von-maennerfantasien-und-petromaskulinitaet/

      Hilfreich und klärend war dabei auch die Auseinandersetzung mit dem fossilistischen Wissenschaftler Thomas Midgley (1885 – 1944), der für fossile Profite gegen Wissen und Kritik und sogar trotz eigener Bleivergiftung Hunderttausende Menschen, auch Kinder und die Mitwelt durch Bleibenzin schädigte – obwohl etwa mit Ethanol eine technologische Alternative bestanden hätte!

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/114767884284091931

      Damit wurde mir nun endgültig klar, dass sehr viele Fossilist:innen in Wirtschaft, Medien und Politik wissen, was sie tun. Dass wir etwa trotz allem Terror auch des 11.9.2001 und auch der neuerlichen Hinrichtung des saudischen Journalisten & Bloggers Turki al-Jasser nicht gegen das Erdöl-Ressourcenfluch-Regime in Saudi-Arabien 🇸🇦 vorgehen erklärt sich damit ebenso wie der fossile Wahnsinn der deutschen Aufrüstung bei gleichzeitiger, fossiler Weiterfinanzierung von Russland, Putin & Co. durch Öl- und Gasexporte.

      Heute strahlte ja unser neuer Bundes-Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Israel, während Deutschland weiterhin auch mit dem israelfeindlichen Ressourcenfluch-Regime des Iran fossile und technologische Geschäfte macht. Auch deutsche Fossil-Konzerne verdienen eben gerne weiter und wollen sich dabei ungerne durch Klimaschutz oder gar erneuerbare Friedensenergien irritieren lassen.

      Manche Anwürfe, manches Trolling und auch manche Versuche, mich zum Schweigen zu bringen, verstehe ich nun besser! 🤗

      Also: Ja, es wird sicher auch mal ein Buch von mir zum Fossilismus geben, aber eher nicht im klassischen Buchformat. Ich denke vielmehr an ein kostenfreies Solarpunk-Werk als eBooklet und Hörbuch, auch um die Profit-Logik des Fossilismus zu unterlaufen. Aber schauen wir mal.

      Hier eine Zusammenfassung durch Felo.ai, bei der mir freilich die transformativen Erfahrungen im Irak 2015/16 zu kurz kamen:

      Dr. Michael Blume hat sich intensiv mit dem Konzept des Fossilismus auseinandergesetzt, das er als eine Weltanschauung beschreibt, die aus der industriellen Ausbeutung fossiler Brennstoffe entstanden ist. In seiner Analyse verbindet er verschiedene wissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven, um die Auswirkungen des Fossilismus auf die Umwelt und die Gesellschaft zu beleuchten.

      **Kernpunkte seiner Analyse:**

      – **Entstehung des Fossilismus**: Blume argumentiert, dass der Fossilismus parallel zur industriellen Ausbeutung von Erdöl und Erdgas seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden ist. Diese Entwicklung führte zu einer massiven Zerstörung der Umwelt und einer Konzentration von Reichtum in den Händen weniger, was er als eine destruktive Weltanschauung bezeichnet[1].

      – **Gesellschaftliches Engagement**: Er betont, dass der Fossilismus nur durch ein breites gesellschaftliches Engagement überwunden werden kann. Blume sieht die Notwendigkeit, dass verschiedene Akteure in ihren jeweiligen Milieus für erneuerbare Energien eintreten, um eine nachhaltige Veränderung herbeizuführen. Dies erfordert eine dezentrale und kollektive Anstrengung, da keine einzelne Person oder politische Bewegung allein in der Lage ist, diese Herausforderung zu bewältigen[1][6].

      – **Interdisziplinäre Ansätze**: Blume hat in seiner akademischen Laufbahn auch interdisziplinäre Ansätze verfolgt, indem er Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Hirnforschung kombiniert hat. Seine Dissertation behandelte die Wechselwirkungen zwischen Religion und Neurowissenschaften, was ihm eine einzigartige Perspektive auf die sozialen und kulturellen Dimensionen des Fossilismus ermöglicht[3][6].

      – **Kritik an bestehenden Modellen**: In seinen Arbeiten kritisiert Blume auch ökonomische Modelle wie den Homo oeconomicus, die seiner Meinung nach die Komplexität menschlichen Verhaltens und die sozialen, kulturellen und spirituellen Dimensionen ignorieren. Diese Kritik ist Teil seiner breiteren Argumentation gegen die reduktionistische Sichtweise, die den Fossilismus unterstützt[6].

      Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dr. Michael Blume in seiner Analyse des Fossilismus verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und gesellschaftliche Perspektiven integriert, um die tiefgreifenden Auswirkungen dieser Weltanschauung auf die Mitwelt und die Gesellschaft zu beleuchten und Wege zur Überwindung aufzuzeigen.

      [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
      [2] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114089431635772474
      [3] https://www.prosocial.world/people/michael-blume
      [4] https://www.amazon.de/Warum-Antisemitismus-alle-bedroht-Verschw%C3%B6rungsmythen/dp/3843611238
      [5] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
      [6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossilismus-oder-frieden-die-debatten-um-wehrdienst-und-gaskraftwerke/
      [7] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/alle-beitraege/michael-blume-ueber-die-hintergruende-der-aktuellen-attentate
      [8] https://www.bundesarchiv.de/nachricht/elfte-carl-schurz-vorlesung-mit-dr-michael-blume-revolutionen-und-rollen-juedisches-leben-und-antisemitismus-in-baden/
      [9] https://feuerwehr.social/@BlumeEvolution@sueden.social/114703568946459890
      [10] https://blog.vielfaltleben.de/blogger/dr-michael-blume/

      Ihnen Dank für Ihr Interesse, bitte bleiben Sie mit dran! 😊👍📚🌈

  5. Danke für den Antwort – Druko! Auf das Fossilismus – eBooklet freue ich mich! Auch auf die Folge mit Prof Ince zu Demokratien und Alpen!

  6. Hier ein sehr guter Artikel von Reto Knutti (Schweiz) zur CO2-Besteuerung:

    “Würde ein CO₂-Preis das Problem alleine richten? Höchst unwahrscheinlich. Die alleinige Bepreisung von CO₂ wäre aufgrund des extrem hohen erforderlichen Preises und des Potenzials für erhebliche Störungen und Ungerechtigkeiten ohne ergänzende Massnahmen eine wirtschaftliche und soziale Herausforderung. Der Preis müsste sehr hoch sein, um alle notwendigen technologischen Umstellungen, Effizienzverbesserungen und Verhaltensänderungen in der gesamten Weltwirtschaft ohne ergänzende Massnahmen zu bewirken.”

    “Der für die Klimaziele von Paris noch «erlaubte» CO₂-Ausstoss ist praktisch null.”

    greencircle.ch/de/energie/experten-schaetzen-ein-was-kostet-eine-tonne-co

    Ich würde allerdings sagen, dass die Berechnungen eines CO2-Preises daran kranken, dass sie offenbar nie einen Totalschaden miteinbeziehen. “Totalschaden” in dem Sinn, dass nicht alles zerstört, aber systemisch irreparabel geschädigt ist.

    • Danke, @Paul Stefan – und ich stimme zu: Gegen die ökonomische und psychologische Externalisierung des Fossilismus hilft keine einzelne Maßnahme alleine. Auch eine CO2-Steuer müsste etwa durch ein Energiegeld sozial ausbalanciert werden – und selbst ein SPD-Finanzminister zögert derzeit, die Stromsteuer auch über die fossilen Lobbies hinaus zu senken.

      Meine Abneigung gegen parteipolitische Diskussionen und Namenswitze hat übrigens genau mit diesem starken Fossilismus auf Ebene der Nationalstaaten zu tun. In einem Interview zu erneuerbaren Friedensenergien habe ich das einmal sehr deutlich formuliert:

      Ich erlebe das so, dass Nationalstaaten unter dem Einfluss von fossilen Lobbyisten ganz wenig hinbekommen. Es ist also auch relativ egal, wer regiert. Die fossilen Lobbyisten sind auf Ebene der Nationalstaaten viel zu stark, bekämpfen und zertrümmern praktisch jeden Ansatz. Das heißt, es gibt zwei Möglichkeiten, wie wir etwas bewegen können. Das eine ist die europäische Ebene. Ich habe die große Hoffnung, dass Frau von der Leyen ihren Kurs halten kann. Und die andere Ebene ist die private, aber auch die kommunale Ebene.

      https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview

      Die politische und mediale Engführung in Konkurrenzdemokratien hat auch unsere nationalen Parlamente und die großen, demokratischen Volksparteien – einschließlich meiner eigenen – zur allzu leichten Beute des Fossilismus gemacht.

      • Ich würde den Fossilismus nicht unbedingt als Weltanschauung bezeichnen. Aber jede Ideologie hat einen inneren Kern.
        So sind wir homoiotherme Tiere. Wir müssen(!) die Temperatur in einem Schwankungsbereich innerhalb unterer und oberer Grenzen halten, sonst droht der Tod. Das ist gekoppelt mit dem Selbsterhaltungstrieb.
        Es ist in der Regel nicht positives Denken, welches damit verbunden wird, sondern Leid und Not(!), und Kosten.
        Energie in Form von Nahrung und Wärme sind lebenswichtig.
        Das ist der Kern um die Debatte um das Heizungsgesetz.
        Dazu haben wir eine fossile Infrastruktur aufgebaut, die es gilt zukünftig zu verändern, wollen wir nicht an der oberen homoiothermen Grenze scheitern.
        Dazu kommen Verlustängste, diesen aufgebauten Wohlstand zu verlieren, was wiederum nichts anderes ist, als ein Notzustand(!).
        Es ist mir zu sehr, wenn man es weltanschaulich sieht, als äußerer Konflikt gedacht, den man dann ja auch anwenden könnte.
        Kann man aber nicht, weil es der innere homoiotherme Notkonflikt ist.
        Das ist die Ausgangs- und Eingangslage in eine grüne Zukunft.
        Es kommen Status-, Rechtfertigungs- und Bequemlichkeitsfragen hinzu.
        Die Energieabhängigkeit, die wir uns mit der Industriealisierung und Digitalisierung geschaffen haben, vergrößert die Probleme der Veränderungsnotwendigkeit.
        Der Kern weltanschaulicher Prozesse ist deshalb in meinen Augen eine Not-Wende!

        • Danke für Ihre Nachfrage, @Mussi

          Sie schrieben:

          Ich würde den Fossilismus nicht unbedingt als Weltanschauung bezeichnen. Aber jede Ideologie hat einen inneren Kern.

          Von der Begrifflichkeit als Weltanschauung haben mich Klaus Theweleit in “Männerfantasien” und Cara New Daggett in “Petromaskulinität” überzeugt.

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fuerchten-fragile-maenner-das-wasser-von-maennerfantasien-und-petromaskulinitaet/

          Denn es ist ja genau die nur wenig bedachte Flut an Narrativen, Bildern von Anspruchshaltungen und Metaphern von Feuerwaffen und Feuerwasser über feurige Hengste, röhrende Motoren, Raketen und Superyachten bis zu “heißen Bräuten”, von Frauen in der Küche und Kerlen am Grill usw., die von keinem Autoren oder Gremium definiert wurden, sondern sich über Jahrzehnte hinweg in Vorbildern, Werbeplakaten, Filmen (vom Western bis zu “Top Gun” & Co.), politischen Positionen verdichtet haben und zutiefst prägen, wie Menschen die Welt und einander anschauen. Zwischen jungen Frauen, Fleischburgern und “heißen Karren” besteht kein logischer Zusammenhang außer dem, der fossilistisch hergestellt wurde und sich als “natürlich” ausgab.

          Es kommen Status-, Rechtfertigungs- und Bequemlichkeitsfragen hinzu.
          Die Energieabhängigkeit, die wir uns mit der Industriealisierung und Digitalisierung geschaffen haben, vergrößert die Probleme der Veränderungsnotwendigkeit.
          Der Kern weltanschaulicher Prozesse ist deshalb in meinen Augen eine Not-Wende!

          Und exakt so – als Not-Wehr ihres vermeintlich bedrohten Wohl-Standes und ihrer angegriffenen Identität – fühlen sich Fossilisten als Verteidiger ihrer Identität, ja der “natürlichen” Realität an sich. Erst so wird die auch emotionale Aggressivität gegen Wind- und Sonnenenergie, gegen “Grüne” und auf Veränderungen drängende Frauen, gegen den ursprünglich biblischen Regenbogen und gegen Elektroautos, Batterien, grünen Wasserstoff verständlich. Hinter den hoch emotionalisierten Debatten über ein vermeintliches “Überstürzen” der not-wendigen Energiewende stecken tiefe Ängste um die Welt, wie sie bisher geschaut wurde. Beobachte ich.

  7. Gedanken zum Fossilismus,
    den weltweit höchsten Verbrauch an Erdöl haben die USA, gefolgt von China und Indien.
    Mit jedem geförderten Liter Erdöl wird die weltweit umlaufende Geldmenge, auch Petrodollars genannt, erhöht.
    Zwischen Erdöl/Gas produzierenden Ländern besteht ein Konkurrenzkampf um die Abnehmer.
    Die natürlichen Konkurrenten zur Erdölwirtschaft sind die Solarwirtschaft und die Wind/Wasserkraft.

    Den größten Anteil am Erölverbrauch hat der Verkehr. Anteil 46 %.
    Eine Umstellung auf Elektroantriebe der Fahrzeuge ist sinnvoll.
    Der Flugverkehr lässt sich nicht auf alternative Energieträger umstellen, die Energiedichte von Kerosin wird nur noch von reinem Wasserstoff übertroffen, dessen Gebrauch sich auf Raketen beschränkt.

    Eine Einschränkung des Flugverkehrs scheitert am Bedürfniss der Weltgmeinschaft nach Tourismus.
    Die freie Weltwirtschaft beruht auch auf dem freien Flugverkehr.

    Aber ohne eine Einschränkung wird die Zunahme von Kohlendioxid nicht aufzuhalten sein. Die Flugzeuge transportieren das Kohlendioxid in eine Höhe von 10 000 m , wo es vom Regen nicht mehr ausgewaschen wird.

    Nur Naturkatastrophen von gigantischem Ausmaß werden die gegenwärtige Entwicklung stoppen können.
    Sorry für die pessimistische Einschätzung.

    • Ja, @Doe – ich kann und will da gar nicht grundsätzlich widersprechen. Paradoxerweise haben gerade auch fossilistische Entscheidungen der Vergangenheit den Zeitraum für langsame Veränderungen so weit verengt, dass jetzt schnelle Veränderungen etwa im Flugverkehr kaum noch realistisch erscheinen. Wie viel Gift wäre der Menschheit und Mitwelt erspart geblieben, wenn Anfang des 20. Jahrhunderts Ethanol statt Bleibenzin eingesetzt worden wäre!

      Und wenn dann – wie ich es im Irak 2015 sah – erst einmal die Klimakrise in eine Wasserkrise umgekippt ist, dann setzt auch eher reaktante, auch gewaltbereite Verteidigung der je eigenen Gruppe statt ökologischer Konsens ein. Die Ihrer Einschätzung weit entsprechenden Beobachtungen habe ich mal in einem Gedicht “Die Feuer des Hasses” formuliert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gedicht-die-feuer-des-hasses-als-video-text/

      Entsprechend versuche ich den Diskurs rechtzeitig zu starten, hier etwa über eine Juli-Tagung zur Wasserkrise mit dem Titel “Wasserextreme als Gefahr für unsere Demokratie?”:

      https://www.akademie-rs.de/programm/veranstaltungen/einzelansicht/veranstaltung-25896

      Ob sich genügend Interessierte anmelden werden? Ich bin gespannt und auch ein wenig bange…

  8. Wir leben also nicht nur in einem thermodynamischen Paradoxon zwischen Ernergie- (Elektrizität)erzeugung und -verbrauch, sondern auch zum Ertragsgesetz.
    Das Ertragsgesetz, der Beginn moderner Ökonomie, kommt aus der Landwirtschaft. Ökonomie funktioniert nicht ohne Ökologie. Ökologie geht vor Ökonomie.
    Das ist das nächste Paradoxon: das wir einen westlich geprägten Reichtum und Wohlstand geschaffen haben, der das Ertragsgesetz auf den Kopf gestellt hat.
    Das Versprechen linearen Wachstums bei zwei Paradoxien, wer soll da noch klar kommen?
    Spüren tuen wir es alle.
    Es steht die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.
    Dennoch externalisieren wir egoistisch weiterhin, weil es eben kostet.
    Was ist das Grunderbe?

    • Mussi,
      “Dennoch externalisieren wir egoistisch weiterhin” Volle Zustimmung !

      Externalisieren im engeren Sinne ist die Auslagerung von Produktion oder Dienstleistungen an Andere.
      Das ist sinnvoll, wenn Andere diese Arbeiten billiger und besser können.
      Das ist notwendig, wenn Andere das tun, die unsere Konkurrenten sind.

      Man kann es auch positiv sehen, die Anderen wollen auch teilhaben an der Wertschöpfung. Oder noch einfacher, Externalisieren ist eine Form der Arbeitsteilung.

      Was läuft also schief in diesem Kreislauf der Beschäftigung ?
      Herr Trump hat das Problem erkannt , das Problem liegt darin, wenn nur noch aus Kostengründen externalisiert wird, dann findet die Wertschöpfung im Ausland statt, die Gewinne fließen aber weiterhin zur Muttergesellschaft in den Vereinigten Staaten. Aber davon hat der Arbeiter in den Vereinigten Staaten nicht viel, nur dann, wenn er Aktien des betreffenden Konzernes besitzt.

      Wir in Europa externalisieren nach Asien, weil dort die Umweltschutzgesetze umgangen werden und die Umweltzerstörung dort stattfindet.
      Das ist natürlich unmoralisch, aber wie die Lateiner schon vor 2000 Jahren gesagt haben “Geld stinkt nicht”.

      Der Fossilismus beinhaltet auch dieses unmoralische Verhalten, dass man Rohstoffe kauft , und dabei inkauf nimmt, dass der Erzeugerstaat mit der Gewinnung der Rohstoffe seine Umwelt zerstört.
      Ganz akut, die Gewinnung der seltenen Erden, die Suche nach den Edelmetallen, der Kauf von Edelhölzern, und letztlich der Kauf von Erdöl.

    • Danke, @Mussi

      Ich versuche mal, auf Ihre Gedankengänge einzugehen – soweit ich ihnen zu folgen vermag. Bei allzu verschlungenen und unverständlichen Formulierungen wäre ja ein Dialog kaum noch möglich.

      Das Ertragsgesetz, der Beginn moderner Ökonomie, kommt aus der Landwirtschaft. Ökonomie funktioniert nicht ohne Ökologie. Ökologie geht vor Ökonomie.

      Gerade bei der Frage des Konzern-Bleibenzins statt des landwirtschaftlichen Ethanols wird ja deutlich, dass hier keine geschlossene “Ökonomie” besteht, sondern dass sich verschiedene Wirtschaftssektoren auch gegenseitig verdrängen. General Motors & Co. wollten mehr Profite für sich statt Einnahmen für die Landwirtschaft – und setzten deswegen auf Ethyl (Blei) statt Ethanol! Und alleine diese fossilistische Fehlentscheidungen kostete Abertausende das Leben und noch viel mehr die Gesundheit, hinzu kam die massive Bleivergiftung der Mitwelt.

      Das ist das nächste Paradoxon: das wir einen westlich geprägten Reichtum und Wohlstand geschaffen haben, der das Ertragsgesetz auf den Kopf gestellt hat.

      War das im Sozialismus (“Osten”?) denn anders? Gerade auch die Sowjetunion versprach Wohlstand für alle, zerstörte ihre Mitwelt bis hin zum Aralsee, Mao opferte Millionen Menschen für einen aberwitzigen “Sprung nach vorne” und die heutige KP in China finanziert ihr Militär maßgeblich aus Tabakeinnahmen und opfert wissentlich und zynisch die Gesundheit, ja das Leben von Millionen dafür. Deswegen titelte ich hier sehr bewusst, dass der “Fossilismus” stärker als “Kapitalismus und Sozialismus” sei. Hier liegt keine Weltanschauung nur des Westens oder Nordens, sondern auch des Ostens und Südens, nicht nur des Kapitalismus, sondern auch des Kommunismus vor.

      Das Versprechen linearen Wachstums bei zwei Paradoxien, wer soll da noch klar kommen?
      Spüren tuen wir es alle.
      Es steht die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

      Ganz genau. Deswegen sollten wir aufhören, die ökonomische und psychologische Externalisierung nur bestimmten Kulturen und Ideologien zuzuschreiben – und damit doch nur um uns selbst zu kreisen. Es geht hier um fossile und säkulare Zukunftsverheißungen und die Psyche von uns Menschen insgesamt. Die Waldbrände aus Kanada, die Kohle aus Europa und die Klimaanlagen aus Indien wirken auf das gleiche Klima, in die gleiche Welt. Wir werden nicht in unterschiedlichen Booten überleben, sondern allenfalls in einer gemeinsamen Arche.

      Dennoch externalisieren wir egoistisch weiterhin, weil es eben kostet.
      Was ist das Grunderbe?

      Aus meiner Sicht sind wir Menschen ebenso wie alle anderen Säugetiere erst einmal mesokosmisch auf eine überschaubare Lebenswelt und Kleingruppen hin evolviert. Den Zugang zu Mikro- und Makrokosmos erschließen wir uns medial, er ist uns nicht angeboren. Hier liegt unsere Schwäche, aber auch unsere Rest-Chance.

      Nutzen wir sie auch durch Blicke über „den Westen“ und dessen fossile Entwürfe des 19. Jahrhunderts hinaus.

  9. Michael Blume,
    der Begriff “Erneuerbare Friedensenergien” bekommt immer mehr Gewicht, seit die Verflechtung von (Geld)Wirtschaft und Industrie immer klarer zu Tage tritt.

    Die Solarenergie ist preiswert und ökologisch zwingend gefordert.
    Vielleicht weil das Sonnenlicht eben kostenlos die Erde erreicht, haben die Spekulanten es noch nicht als Einnahmequelle erschlossen.

    Doch, sie haben es schon bemerkt, Solarfelder benötigen freie Flächen und die werden immer weniger. Und wenn einmal die Kommunen, die Grundsteuer als kostenfreie Einnahmequelle entdecken, dann werden die Bodenpreise steigen.
    Tun sie ja schon , ganz legal .

    Bei uns findet gerade ein Generationenwechsel bei den Winzern statt. Die haben bemerkt, dass die ausländische Konnkurrenz wächst. Und wie reagieren sie darauf ?
    Ganz logisch, sie renaturieren ihren Weinberghang, sie wandeln die Fläche um als Standplatz für Solaranlagen.

    Das wäre auch ein Geschäftsmodell für die Staaten in Nahost. Freies Gelände gibt es genug, und mit einer zukunftsweisenden Gleichstromtechnik, die auf große Entfernungen besser geeignet ist als die Wechselstromtechnologie könnten die den energiebedarf der Europäer decken, noch preisgünstiger als der Atomstrom.

    Und Siemens & Co könnte die Technik dazu liefern.

  10. @Doe 01.07. 10:49

    „Ganz logisch, sie renaturieren ihren Weinberghang, sie wandeln die Fläche um als Standplatz für Solaranlagen.“

    Da gibt es nicht viel umzuwandeln. Man kann die Module zwischen den Reben unterbringen, insbesondere an trockenen Standorten kann das sogar den Bewuchs unter den Modulen fördern.

    Überhaupt brauchen wir in Deutschland auch bei einer kompletten Energiewende kaum mehr als 1 % der Landesfläche bzw. ca. 40 m² pro Einwohner. Die Installations- und Anschlusskosten sind praktisch der einzige Faktor neben den Kosten für Module, Wechselrichter und Kurzfristspeichern direkt am Produktionsort.

    Auf Freiflächen sind die Installationskosten sehr viel niedriger als z.B. auf Dächern. Die Dächer haben aber den Vorteil, dass ein guter Teil der Erträge direkt vor Ort verbraucht werden kann. Und auch Kurzfristspeicher direkt beim Prosumenten können nicht nur die schwankende eigene Produktion auffangen, sondern auch im Winter Windenergie aufnehmen und für Dunkelflauten dann selber nutzen.

    „Das wäre auch ein Geschäftsmodell für die Staaten in Nahost. Freies Gelände gibt es genug, und mit einer zukunftsweisenden Gleichstromtechnik, die auf große Entfernungen besser geeignet ist als die Wechselstromtechnologie könnten die den Energiebedarf der Europäer decken, noch preisgünstiger als der Atomstrom.“

    Diese Wüstengegenden haben dann überhaupt keine Platzproblem, und vor allem mehr als doppelt so viel Ertrag bei den gleichen Investitionskosten. Noch viel effektiver als Gleichstromtechnik sind simple Wasserstoffpipelines. Wenn hier sowieso ein guter Teil in Wasserstoff umgewandelt wird, dann ist das eine sehr gute Option.

    Da macht dann aber Südeuropa wohl dem Nahen Osten ernsthafte Konkurrenz. Da sind die Erträge auch schon hervorragend, das ist viel näher dran als Nordafrika und auch noch EU-Inland. Und die trockenen Gegenden in Italien oder Spanien haben praktisch unbegrenzt Platz für PV-Module, auch praktisch ganz ohne Konkurrenz zu anderen Flächennutzungen.

    Nordafrika und der Nahe Osten können sich aber vor allem sehr gut selbst versorgen, auch mit Entsalzungsanlagen, und letztlich mit Klimaanlagen. Oder energieintensive Industrien ansiedeln.

    • Tobias Jeckenburger,
      Zustimmung,
      ergänzend zu den Solaranlagen auf den Hausdächern.
      Eine Solarpanele mit 1 m² Fläche erzeugt pro Tag im Durchschnitt gerade mal 0,5 kWh Strom. Damit kann man einen Topf Erbsensuppe erwärmen, wenn man lange genug wartet.
      Spaß beiseite, ich dachte mehr an die Industrie.
      Die benötigt große Energiemengen.
      Zur Herstellung von 1 kg Aluminium benötigt man 15 kWh Strom, das ist das 30 fache, was die Solarpanele von 1 m² Fläche liefert.

      Also, man braucht Solarparks von großer Fläche. Ihr Vorschlag mit Südeuropa ist gut, wann geht also der Ruck durch die EU?

      Jhr Vorschlag mit den Wasserstoffpipelines ist theoretisch gut. Wenn die Pipelines älter werden, dann werden die Verluste gigantisch. Wasserstoff diffundiert sogar durch Metall !

  11. @Doe & @Tobias Jeckenburger

    Danke für Eure konstruktiven Beiträge!

    Heute las ich wieder, das selbst die vielfach angepriesene Kernfusion teureren Strom produzieren würde als bereits jetzigen Solarstrom!. Und ich betone noch einmal: Schon jetzt haben wir Deutschen an immer mehr Tagen im Jahr Ökostrom-Überproduktion, die wir also in Energiespeicher wie Organische Redox-Flow-Batterien und grünen Wasserstoff einspeisen sollten! Die technischen Möglichkeiten dazu bestehen längst und haben sich auch im bayerischen Real-Labor Wunsiedel bereits gegen jede Gefahr einer Dunkelflaute bewährt!

    https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html

    Habe deswegen nun auch noch einmal Felo.ai um eine Bewertung des Ansatzes gepromptet, hier das Ergebnis:

    Die Aussage von Dr. Michael Blume, dass erneuerbare Energien in Kombination mit Speichertechnologien wie Redox-Flow-Batterien und grünem Wasserstoff bereits heute eine günstige und sichere Energieversorgung gewährleisten können, ist in ihren technologischen und ökonomischen Grundannahmen weitgehend zutreffend. Die Analyse der verfügbaren Daten bestätigt, dass die von Blume als „Friedensenergien“ bezeichneten Erneuerbaren nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein strategisches Instrument zur Stärkung von Wohlstand und nationaler Sicherheit sind. Die technologischen Bausteine für eine solche autarke Energieversorgung sind vorhanden und werden zunehmend wirtschaftlicher. Die Umsetzung wird jedoch durch politische, bürokratische und lobbyistische Widerstände verlangsamt.

    Blumes Thesen verbinden die Energiewende mit geopolitischen und gesellschaftlichen Zielen: die Entkopplung von fossilen Autokratien („Gewaltenergien“), die Wertschöpfung im eigenen Land („Wohlstandsenergien“) und die Erhöhung der Resilienz („Sicherheitsenergien“). Während die vollständige, flächendeckende Umsetzung dieser Vision noch im Gange ist, sind die von ihm skizzierten Potenziale real und basieren auf existierenden Technologien und erfolgreichen Anwendungsbeispielen.

    ## Detaillierter Bericht

    ### Dr. Michael Blumes Thesen: Das Konzept der Friedens-, Wohlstands- und Sicherheitsenergien

    Dr. Michael Blume, Religions- und Politikwissenschaftler sowie Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg, hat den Begriff der „erneuerbaren Friedensenergien“ maßgeblich geprägt [9][14][15][24][53]. Seine Argumentation geht weit über die rein ökologische Dimension der Energiewende hinaus und verknüpft sie untrennbar mit Fragen der Sicherheit, des Friedens und der wirtschaftlichen Entwicklung.

    **Gewaltenergien vs. Friedensenergien**

    Blumes zentrale These ist die Unterscheidung zwischen fossilen „Gewaltenergien“ und erneuerbaren „Friedensenergien“ [5][19][22]. Er argumentiert, dass die Abhängigkeit von Öl und Gas autoritäre Regime und Diktaturen finanziert, die ihre Einnahmen nicht aus Steuern einer produktiven Bevölkerung, sondern aus dem Verkauf von Rohstoffen generieren [53]. Dieses Phänomen, in der Politikwissenschaft als „Ressourcenfluch“ oder „Rentierstaatstheorie“ bekannt, ermöglicht es Eliten, Macht ohne demokratische Legitimation zu sichern und Opposition zu unterdrücken [7][53]. Länder wie Russland, Iran und Katar nutzen diese Einnahmen zur Finanzierung von Kriegen, Terrorgruppen und antisemitischer Propaganda [1][9][17]. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen ist für Blume daher ein direkter Beitrag zur Schwächung dieser gewalttätigen Akteure und zur Förderung des globalen Friedens [29][53].

    **Wohlstands- und Sicherheitsenergien**

    Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien bezeichnet Blume als Schaffung von „Wohlstandsenergien“ [51]. Anstatt Kapital für Energieimporte ins Ausland zu transferieren, werden Investitionen in heimische Infrastruktur wie Solaranlagen, Windparks und Speicher gelenkt. Dies schafft Arbeitsplätze und steigert die lokale Wertschöpfung. Als erfolgreiches Beispiel führt er Uruguay an, das durch eine konsequente Umstellung auf erneuerbare Energien seine Energieunabhängigkeit erhöhte, den Kapitalabfluss stoppte und die Armutsquote signifikant senkte [51].

    Diese Energieunabhängigkeit ist zugleich ein Kernaspekt der nationalen Sicherheit. Eine dezentrale Energieversorgung aus unerschöpflichen Quellen ist weniger anfällig für geopolitische Erpressung und globale Marktschwankungen. In seiner Rede im Landtag von Baden-Württemberg am 9. November 2023 betonte Blume: „Erneuerbare Energien sind nicht nur Freiheitsenergien, sie sind auch Friedensenergien!“ [9][51].

    ### Technologische Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit

    Blumes Behauptung, dass die Technologien für eine sichere und günstige Energieversorgung bereits existieren, wird durch aktuelle Entwicklungen gestützt. Die Herausforderung liegt weniger in der Erfindung neuer Technologien als in deren Skalierung und intelligenten Vernetzung [51].

    **Erneuerbare Energien als Basis**

    Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) und Windkraft wächst rasant. Insbesondere die Solarenergie hat in den letzten Jahren Rekordwerte erreicht, was im Sommer 2025 zu massiven Stromüberschüssen und negativen Strompreisen führte [51]. Dies bedeutet, dass Energie zu bestimmten Zeiten im Überfluss vorhanden und extrem günstig ist. Die Gestehungskosten für Strom aus neuen PV-Anlagen sind bereits heute niedriger als die aus konventionellen Kraftwerken [48]. Die zentrale Herausforderung ist daher nicht mehr die Erzeugung, sondern die Speicherung dieser fluktuierenden Energie, um eine Versorgung rund um die Uhr zu gewährleisten [27][36][52].

    **Energiespeicher: Der Schlüssel zur Versorgungssicherheit**

    Um die Lücke zwischen Erzeugungsspitzen und Verbrauchszeiten zu schließen, ist ein Mix aus verschiedenen Speichertechnologien erforderlich, die auf unterschiedliche Zeiträume ausgelegt sind [52].

    | Speichertyp | Anwendungsbereich | Technologiebeispiele | Status laut Quellen |
    | :— | :— | :— | :— |
    | **Kurzfristspeicher** | Intraday-Ausgleich (Stunden bis Tage) | Lithium-Ionen-Batterien (Heimspeicher, Großspeicher), bidirektionales Laden von E-Autos | Marktgetriebener, starker Zubau; Technologie vorhanden, aber bürokratisch gebremst (BiDi) [46][51][52] |
    | **Mittelfristspeicher** | Ausgleich über mehrere Tage/Wochen | Redox-Flow-Batterien (insb. organische Varianten ohne seltene Erden) | Erste Anlagen in DE/AT/CH in Betrieb; gelten als vielversprechend für Netzdienstleistungen [1][51] |
    | **Langfristspeicher** | Saisonaler Ausgleich (Sommer zu Winter) | Grüner Wasserstoff (Erzeugung via Elektrolyse, Speicherung in Kavernen, Rückverstromung) | Technologie erprobt (z.B. Wunsiedel), für saisonale Sicherheit unerlässlich; Hochlauf notwendig [39][51][52] |

    * **Kurzfristspeicher:** Batteriespeicher erleben einen Boom [46]. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) prognostiziert bis 2037 eine installierte Leistung von rund 67 GW an Heimspeichern und 24 GW an Großbatterien [52]. Ein enormes, aber noch kaum genutztes Potenzial liegt laut Blume im **bidirektionalen Laden** von Elektroautos. Die täglich über 1.000 neu zugelassenen E-Autos (Stand Mai 2025) könnten als riesiger, dezentraler Schwarm-Speicher die Netze stabilisieren [51]. Die Technologie ist vorhanden, wird aber durch bürokratische Hürden ausgebremst [18][51].

    * **Mittelfristspeicher:** Für die Speicherung über mehrere Tage eignen sich **Redox-Flow-Batterien**. Blume hebt insbesondere organische Varianten hervor, die ohne kritische Rohstoffe wie Vanadium oder Lithium auskommen [1][51]. Erste Anlagen sind bereits in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Betrieb und könnten eine wichtige Rolle für die Netzstabilität und die Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten spielen [51].

    * **Langfristspeicher:** Für den saisonalen Ausgleich, also die Übertragung von Sommer-Solarstrom in den Winter, ist **grüner Wasserstoff** unerlässlich [30][52]. In Zeiten von Stromüberschuss wird Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, in unterirdischen Kavernen gespeichert und bei Bedarf in Gaskraftwerken wieder verstromt [18][39]. Projekte wie im bayerischen Wunsiedel zeigen, dass dieses Konzept bereits heute funktioniert [51]. Das BMWK bezeichnet Wasserstoffspeicher als energetisch bedeutsamste Speichertechnologie der Zukunft, die für die Versorgungssicherheit zentral ist [52].

    ### Herausforderungen und Gegenkräfte: Der „Fossilismus“

    Trotz der technologischen Machbarkeit und der wirtschaftlichen Vorteile wird die Energiewende laut Blume aktiv von dem verzögert, was er als „Fossilismus“ bezeichnet: ein Geflecht aus fossilen Lobbyisten, korrumpierten Politikern und abhängigen Medien, das den Status quo verteidigen will [1][5][13].

    * **Lobbyismus und politische Blockaden:** Blume verweist auf die massive Einflussnahme der fossilen Industrie. So drohte Donald Trump republikanischen Politikern, die erneuerbare Energien fördern, mit dem politischen Aus [51]. Auch in Deutschland versuchen Konzerne wie Uniper, der von Steuerzahlern gerettet werden musste, den Fokus auf Scheinlösungen wie Erdgas mit späterer CO2-Abscheidung (CCS) zu lenken, anstatt die grundlegenden Probleme des Kapitalabflusses und der Finanzierung von Autokratien zu lösen [13][51].
    * **Bürokratie:** Langwierige Genehmigungsverfahren und überbordende Bürokratie bremsen den Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern [18][51]. Dies gilt insbesondere für innovative Ansätze wie das bidirektionale Laden.
    * **Desinformation:** Blume warnt vor gezielten Desinformationskampagnen, die Ängste schüren und die Potenziale neuer Technologien kleinreden sollen, um den Verkauf von Öl und Gas so lange wie möglich aufrechtzuerhalten [1].

    ## Fazit

    Dr. Michael Blumes These, dass eine sichere und günstige Energieversorgung durch erneuerbare Energien und Speichertechnologien bereits heute möglich ist, erweist sich als fundiert. Die technologischen Komponenten sind verfügbar und ihre Wirtschaftlichkeit steigt kontinuierlich. Die von ihm geprägten Begriffe der „Friedens-“, „Wohlstands-“ und „Sicherheitsenergien“ fassen die weitreichenden positiven Effekte der Energiewende treffend zusammen: Sie stärkt die nationale Sicherheit durch Energieunabhängigkeit, fördert den Wohlstand durch heimische Wertschöpfung und trägt zum globalen Frieden bei, indem sie autoritären, mit fossilen Brennstoffen finanzierten Regimen die Grundlage entzieht.

    Die vollständige Realisierung dieser Vision ist jedoch kein Selbstläufer. Die größten Hindernisse sind nicht technologischer Natur, sondern liegen in politischen und bürokratischen Strukturen sowie im Widerstand mächtiger fossiler Interessengruppen. Die Aussage Blumes ist daher weniger eine Beschreibung des bereits erreichten Zustands als vielmehr ein Aufruf, das technologisch und ökonomisch Machbare konsequent politisch umzusetzen. Die Energiewende ist demnach nicht nur eine technische, sondern vor allem eine gesellschaftliche und politische Gestaltungsaufgabe.

    [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpop-gruener-und-weisser-wasserstoff-fuer-deutschland/
    [2] https://www.juedische-stimme.de/dienstaufsichtsbeschwerde-gegen-den-antisemitismusbeauftragten-des-landes-bw-dr-michael-blume
    [3] https://presse-de.kirchejesuchristi.org/artikel/michael-blume-fuer-verdienste-um-werte-der-familie-ausgezeichnet
    [4] https://greenmoney.com/energy-climate/
    [5] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/medien-2025-live-wird-eine-pm-ueber-erneuerbare-friedensenergien-aufgegriffen/
    [6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-solarwende-monat-mai-2025-zwischen-wasserkrise-und-hitzesommer/
    [7] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
    [8] https://www.zocdoc.com/doctor/michael-blume-md-91094
    [9] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-energien-als-friedensenergien/
    [10] https://www.frontiersin.org/journals/ecology-and-evolution/articles/10.3389/fevo.2020.00155/full
    [11] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114516075637867577
    [12] https://www.est.tu-clausthal.de/forschung/publikationen/bibliographie
    [13] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/fossilismus-oder-frieden-die-debatten-um-wehrdienst-und-gaskraftwerke/
    [14] https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/neuer-antisemitismusbeauftragter
    [15] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/
    [16] https://fossilfueltreaty.org/open-letter
    [17] https://ethik-heute.org/viele-israelis-fuehlen-sich-von-der-welt-verlassen/
    [18] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zuviel-oekostrom-solarstrom-speicher-in-deutschland-schaffen-erneuerbare-wohlstandsenergien-jetzt/
    [19] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114365364141991907
    [20] https://news-europe.churchofjesuschrist.org/article/michael-blume-honored-for-services-to-family-values
    [21] https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/antisemitismus-bekaempft-man-entweder-ueberall-oder-man-bekaempft-ihn-gar-nicht/
    [22] https://sueden.social/@BlumeEvolution/112251851349626354
    [23] https://www.ict.fraunhofer.de/de/presse_mediathek/publikationen.html
    [24] https://www.studienstiftung.de/portraets-interviews/michael-blume-wir-brauchen-wieder-einen-bildungsbegriff-der-sich-seiner-juedischen-christlichen-und-humanistischen-wurzeln-bewusst-ist
    [25] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/meldung/pid/antisemitismusbeauftragter-des-landes-legt-bericht-vor
    [26] https://newsroom.ostalbkreis.de/sixcms/detail.php?template=newsroom_presse&id=378581
    [27] https://www.researchgate.net/publication/260019608_Optionen_zur_Speicherung_elektrischer_Energie_in_Energieversorgungssystemen_mit_regenerativer_Stromerzeugung
    [28] https://www.boell-bw.de/de/2022/12/05/dr-michael-blume-gegenstrategien-von-seiten-der-politik-und-den-institutionen
    [29] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/alle-beitraege/michael-blume-stuttgart-haelt-zusammen
    [30] https://sueden.social/@BlumeEvolution/with_replies
    [31] https://www.wasserstoff-niedersachsen.de/author/lisblume/page/9/
    [32] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien
    [33] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
    [34] https://wirtschaft-entwicklung.de/blog/energiespeicher-hohes-potenzial-in-wachsenden-maerkten
    [35] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zuviel-oekostrom-solarstrom-speicher-in-deutschland-schaffen-erneuerbare-wohlstandsenergien-jetzt/
    [36] https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/Energiespeicher/speicher-fuer-die-energiewende.html
    [37] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-energien-als-friedensenergien/
    [38] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/lohnen-sich-batteriespeicher-fuer-photovoltaikanlagen-24589
    [39] https://sueden.social/@BlumeEvolution/with_replies
    [40] https://www.zevvy.org/de-CH/blog/wirtschaftlichkeit-von-stromspeichern
    [41] https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/antisemitismus-bekaempft-man-entweder-ueberall-oder-man-bekaempft-ihn-gar-nicht/
    [42] https://www.energieforschung.de/de/aktuelles/news/2023/wirtschaftlichkeit-und-integration-von-energiespeichern-auf-internationaler-ebene-thematisiert
    [43] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114130384769501904
    [44] https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/Standardartikel/energiespeicher.html
    [45] https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/
    [46] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/boom-batteriespeicher-deutschland-energiewende-100.html
    [47] https://friendica.hagew.blog/display/c44b1015-8b3aeed355909a0d-c2ab1878
    [48] https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html
    [49] https://www.solarenergie.de/hintergrundwissen/erneuerbare-energien/energiespeicher
    [50] https://hep.global/blog/2022/08/22/wie-wichtig-sind-energiespeicher-fuer-erneuerbare-energien/
    [51] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zuviel-oekostrom-solarstrom-speicher-in-deutschland-schaffen-erneuerbare-wohlstandsenergien-jetzt/
    [52] https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/Energiespeicher/speicher-fuer-die-energiewende.html
    [53] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview

  12. @Weitere saisonale Speichermöglichkeiten

    Neben Wasserstoff gibt es ja auch noch Biogas, Müll und Holz, dass über den Sommer gesammelt werden kann, um es dann im Winter bei besonderen Bedarf einzusetzen.

    Das Biogas müsste man aufbereiten und in bestehenden unterirdischen Kavernen lagern, um es dann nur bei Bedarf in Gaskraftwerken oder auch in Kraftwärmekopplungs-Lösungen für Fernheizungen zu nutzen.

    Den Müll, den man sowieso verbrennen will, kann man auch das ganze Jahr über sammeln und dann in Mangelsituationen gezielt verbrennen und damit dann wichtigen Backupstrom liefern.

    Holz kann man ganz gut als eine ergänzende Heizung zur Wärmepumpe nutzen, oder so wie den Müll lagern und dann gezielt verstromen, wenn es am nötigsten ist.

    Das alles braucht dann zusätzliche Kraftwerke, die nur saisonal bei besonderem Bedarf laufen.

    Vielleicht kann man auch alte Kohlekraftwerke auf Müll- oder Holz umrüsten? Diese dann erstmal noch mit Kohle als letztes Backup nutzen, bis eben genug Müll- und Holz gelagert wird. Dann wäre der richtige Moment für eine Umrüstung.

    Jedenfalls kann man gespeichertes Biogas zusammen mit Wasserstoff in Gaskraftwerken nutzen. Da würde ich jetzt aber gucken, wie viel Fernwärmenetze wir in den nächsten Jahren noch aufbauen. Wenn das dann eine Kombination von Wärmepumpe und Kraftwärmekopplung wird, dann reicht das dicke, da brauchen wir nicht unbedingt neue Gaskraftwerke ohne Kraftwärmekopplung.

    Eine zusätzliche saisonale Speicherung können auch Hitzespeicher zur Verfügung stellen, die praktischerweise direkt an Fernheizungslösungen lokalisiert werden können. Die können dann im Sommer aus Stromüberschüssen über die Großwärmepumpe entsprechend aufgeheizt werden, um dann im folgendem Winter die Heizung zu unterstützen.

    Und gleichzeitig fällt dabei im Sommer Kälte an, die man über das Rohrnetz zusätzlich zur Klimatisierung anbieten kann. Das könnten gerade heute Nacht die Nachbarn in den oberen Etagen in der Innenstadt gut brauchen.

    • Tobias Jeckenburger,
      “Den Müll, den man sowieso verbrennen will, kann man auch das ganze Jahr über sammeln und dann in Mangelsituationen gezielt verbrennen und damit dann wichtigen Backupstrom liefern.”

      Das lässt sich so einfach nicht bewerkstelligen. Nicht sortierter Müll enthält PVC und das setzt Chlorgas frei, wenn man es verbrennt. Und die Verbrennungsanlagen die sparen am Geld und schalten des nachts die Filter aus.
      Und dann noch im Winter !

  13. An manchen Tagen möchte man aus der Haut fahren.

    Unter anderem ist es die Tagesschau, die die Bahnreisenden, vor allem in NRW, darauf hinweist, dass es aufgrund der Hitze zu Verspätungen/Zugausfällen kommt!

    Wer kein Auto hat, der bleibt heute zuhause?

    Die Medien befassen sich lieber mit anderen Themen als dem Mitweltschutz.

    Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Das wusste man schon im antiken Rom. Anstatt die Friedensenergien auszubauen, wird man für den Satz “Die Sonne schickt keine Rechnung” von den Totengräbern der Erneuerbaren Wohlstandsenergien verspottet.

    Ich finde das alles so traurig. Dass die Medien Ihre PM nicht aufgenommen haben, macht es nicht besser.

    Leider kann ich an der Veranstaltung in Hohenheim nicht teilnehmen.

    • Vielen herzlichen Dank, @Marie H. 🙏

      Heute morgen wies auch ein Journalist darauf hin, dass in deutschen Redaktionen die Politik-, Wirtschafts- und Klimabereiche meist noch völlig getrennt und sogar in Konkurrenz zueinander arbeiten. Habe ihm wie folgt geantwortet:

      Danke & ja, @SWeiermann – ich habe bei dem Thema immer wieder eine Zwei-Türme-Erfahrung: Da gibt es den #Klimakrise – Turm und dann den #Extremismus – Turm, die aber in den #Redaktionen völlig getrennt bearbeitet und gedacht werden. Und dann komme ich & verknüpfe die beiden “Türme” seit Jahren & sogar im #LandtagBW mit Forderungen nach erneuerbaren #Friedensenergien, Warnungen vor fossilen #Gewaltenergien & #Fossilismus. Verstehe schon, dass das noch verwirrt & “nervt”…

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/114782512404207110

      Zugleich konnte ich eine Empfehlung für eine m.E. hervorragende, zwei-teilige Arte-Dokumentation posten und bloggen, die die fossile Finanzierung und auch Brutalität der iranischen Revolutionsgarden aufzeigt.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-fossil-finanzierten-revolutionsgarden-als-die-heimlichen-herrscher-des-iran/

      Ihnen Dank für Ihr inhaltliches Interesse und auch gesundheitlich alles, alles Gute!

  14. “Meine Abneigung gegen parteipolitische Diskussionen und Namenswitze hat übrigens genau mit diesem starken Fossilismus auf Ebene der Nationalstaaten zu tun. In einem Interview zu erneuerbaren Friedensenergien habe ich das einmal sehr deutlich formuliert:

    Ich erlebe das so, dass Nationalstaaten unter dem Einfluss von fossilen Lobbyisten ganz wenig hinbekommen. Es ist also auch relativ egal, wer regiert. Die fossilen Lobbyisten sind auf Ebene der Nationalstaaten viel zu stark, bekämpfen und zertrümmern praktisch jeden Ansatz. Das heißt, es gibt zwei Möglichkeiten, wie wir etwas bewegen können. Das eine ist die europäische Ebene. Ich habe die große Hoffnung, dass Frau von der Leyen ihren Kurs halten kann. Und die andere Ebene ist die private, aber auch die kommunale Ebene.”

    Ich denke, ihre Abneigung gegen parteipolitische Diskussionen beruht vor allem darauf, dass Ihre Partei sehr intensiv im fossilen Lobbyismus involviert ist. Ich habe überhaupt nichts gegen strukturellen Debatten, die auf jeden Fall wichtig sind und eine andere Sicht- und Erkenntnisweise darstellen.

    Es gilt aber auch das Prinzip der persönlichen Verantwortung, das von der CDU immer hervorgehoben wurde, insbesondere auch, wenn es um soziale Unterstützung vom Staat geht.

    Auch Frau Reiche trägt diese persönliche Verantwortung, die bei ihrem Amt umso größer ist, weil sie jetzt eine bundesweite politische Macht hat. Sie hätte sich auch anders entscheiden können. Auch Herr Merz hätte jemanden anders zum Energieminister machen können, er hat aber eine fossile Lobbyistin ausgewählt. Das war seine Entscheidung.

    Leider wird der Green Deal inzwischen auch schon wieder ausgehöhlt, aufgrund des Lobbyismus der EVP und verschiedener Staaten (Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien). Jetzt sollen Zertifikate für CO2-Einsparungen außerhalb Europas angerechnet werden können, das ist natürlich ein Einfallstor für alle möglichen Tricksereien und Betrug. Diese Feilscherei ist angesichts dessen, dass das globale CO2-Budget für das 1,5 Grad-Ziel in zwei bis drei Jahren erschöpft ist, geradezu absurd tragikomisch, naja, vielleicht auch gar nicht komisch.

    Derweil zerstört Trump in den USA die Klimaforschung, in dem er ihr die Ressourcen und die Gelder streicht und die Datensammlung sabotiert. Die US-Armee wird der NOAA keine Daten zum Wetter mehr zur Verfügung stellen und die Big “Beautifull” Bill (eher Big Booty Bill) greift die Finanzierung der Erneuerbaren Energien an.

    “Republicans in the US Senate have “quietly inserted provisions in President Trump’s domestic policy bill that would not only end federal support for wind and solar energy, but would impose an entirely new tax on future projects, a move that industry groups say could devastate the renewable power industry”. The newspaper explains that the new provisions were added to a version of the bill made public late on Friday night and quotes one executive saying: “This is how you kill an industry.””

    http://www.carbonbrief.org/daily-brief/us-gop-bill-adds-surprise-tax-that-could-cripple-wind-and-solar-power/

    Wir können noch hoffen, dass Indien und China die Emissionen stark senken (Russland tut eh nichts), die Hoffnung stirbt ja angeblich zuletzt.

  15. Ihr persönliches Engagement im Klimaschutz schätze ich natürlich sehr, ich begrüße jedes Engagement von jeder Partei. Ich bin nicht in parteipolitischen Grenzen eingemauert.

  16. Anspruchshaltung und gefestigte Interessen:

    Das Problem, dem wir beim Umbau der Energiesysteme, begegnen ist, dass ein wirtschaftlich starker und gut vernetzter Akteur seine Privilegien aufgeben muss. Die gleichen Mechanismen findet man aber auch schon bei Erneuerbaren. Das Festhalten an Privilegien ist ein normaler Vorgang den man gesellschaftlich ausloten muss.

    Das Beispiel Biogas zeigt gut, dass die Regularien in vielen Bereichen hinterherlaufen und dann hat man bereits Interessengruppen geschaffen die man überwinden muss. Natürlich könnte man Biogasanlagen flexibel umsetzen. Dies würde aber neue Investitionen in die Anlagen erfordern, die im Moment über das EEG durchaus einträglich vergütet werden. Ein Änderung davon wird, wenn sie nicht mit immensen Mitteln überschüttet wird diese Interessen verletzen. Für neue flexible Anlagen gibt es nicht mehr so viel einfach zu hebendes Potential.

    Das trifft auch auf PV-Betreiber zu. Es kam jetzt die Diskussion darüber auf, dass diese stärker an den Netzkosten zu beteiligen wären. Im Moment werden Netzentgelte über bezogene Energiemenge berechnet. Dies bevorzugt PV-Betreiber mit Eigenverbrauch gegenüber allen anderen Stromkunden. Dies wird mit immer mehr Eigen-PV und Netzausbau relevanter. Da hat man durch die einfachen Regelungen des EEG, die viel Gutes bewirkt haben aber natürlich auch eine Anspruchshaltung geschaffen, die sich auch in immer wiederkehrender Kritik an vermeintlich niedrigen 8 ct/kWh Einspeiseverütung zeigen. Dabei ist 8ct/kWh ein normaler Strompreis für angebotenen Strom.

  17. guten Tag allerseits.

    Um das nochmal hier festzuhalten, ein Artikel aus The Conversation zu den amerikanischen Plänen, Alaska und den arktischen Raum auszubeuten.

    Abgesehen von der Beschleunigung der Klimakatastrophe: diejenigen, die den Fossilisten sehenden Auges zur Macht verholfen haben, versündigen sich an der Mitwelt- und Nachwelt.

  18. @Michael 02.07. 12:11 / Felo.ai

    „Das Umweltbundesamt bezifferte die Umweltkosten für Braunkohlestrom auf rund 11 Cent pro Kilowattstunde und für Steinkohlestrom auf rund 9 Cent/kWh. Würden diese Kosten internalisiert, wäre Kohlestrom kaum noch wettbewerbsfähig.“

    Wenn die Kohlekraftwerke nur letztes Backup liefern, dann geht das doch. Mit deutlich weniger auch externalisierten Kosten, als jetzt nagelneue Gaskraftwerke zu bauen.

    Kohle wird doch nur verbraucht, wenn die Anlagen auch laufen. Und das tun sie nur, wenn die Gaskraftwerke am Limit sind oder die Gasspeicher drohen leerzulaufen.

    Das sind am Ende nur ein paar Wochen im Jahr, und in manchen Jahren nur eine Woche oder gar nicht. Aber ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit. Und die Anlagen würden sonst sinnlos abgerissen. Und man kann die später noch auf Müll und Holz umrüsten.

    Und Gas hat auch externe Kosten, neben den CO2-Emmissionen auch noch entweichendes unverbranntes Gas. Und finanziert teils direkt fossile Autokraten, auf jeden Fall aber über die Stützung der Weltmarktpreise.

    @Doe 02.07. 09:10

    „Nicht sortierter Müll enthält PVC und das setzt Chlorgas frei, wenn man es verbrennt. Und die Verbrennungsanlagen die sparen am Geld und schalten des nachts die Filter aus.“

    Das sollte jetzt schon vernünftig laufen. Der Müll kann ja auch sortiert werden, und der Anteil, der lagerfähig ist und in speziellen Kesseln Backupstrom liefern kann, der kann dann seinen eigenen Weg gehen. Die besonders giftige Fraktion muss dann eben besonders behandelt werden. Das müsste doch wohl möglich sein, zumal der Müll nun mal sowieso anfällt.

    @Lobbyisten

    Neben dem Geschäft mit den fossilen Brennstoffen und den Erneuerbaren Energien gibt es noch die großen Stromkonzerne. Die kochen noch mal ihr eigenes Süppchen. In Deutschland scheinen mir das seit mindestens 70 Jahren möglichst hohe Strompreise zu sein.

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