Der Fossilismus im Jahr des Feuerpferdes – Trumps Iran-Kharg-Desaster

Schon am 3. März 2026 zitierte mich die Stuttgarter Zeitung zum Angriff Israels und der USA auf das fossile Revolutionsgarden-Regime des Iran:

Auch der Antisemitismusbeauftrage des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, rät zur Wachsamkeit. „Im Hinblick auf digitale und terroristische Gewalt in Baden-Württemberg befinden wir, die jüdischen Gemeinden, der Staatsschutz und die Polizeirabbiner uns im ständigen Austausch“, sagte er auf Nachfrage. „Meine Sorge gilt dabei weniger organisierten Zellen als digital Radikalisierten, manchmal leider auch sehr jungen Menschen.“

Blume begrüßt zwar, dass die Mullahs in Bedrängnis sind. „Das iranische Regime hat erst im Januar Abertausende Protestierende ermordet und sollte gestürzt werden.“ Er warnt aber auch vor der Planlosigkeit der Angreifer Israel und USA: „Gleichwohl kennt die Politikwissenschaft keinen Fall, in dem ein antisemitisch beherrschter Fossilstaat ohne Bodentruppen zur Demokratie gebombt werden konnte.“

Leider nicht in die Zeitung schafften es jedoch diese Sätze von mir:

„Wer etwas für den Frieden tun will, sollte jetzt den Dialog stärken und durch erneuerbare Friedensenergien die fossile Finanzierung der iranischen Revolutionsgarden und auch von Putin beenden. Wir haben doch lange genug fossile Diktaturen und Terrorgruppen finanziert und sollten das auch für unsere israelischen und iranischen Verbündeten endlich beenden!“

In dem Schaubild werden rechts erneuerbare Friedensenergien wie Sonne- und Windenergie und links fossile Gewaltenergien wie Erdöl und Erdgas vorgestellt. Deutlich wird, dass erneuerbare Friedensenergien Gewaltherrschern die Finanzen entziehen, Demokratie und Wohlstand stärken und durch Balkonsolar, Elektroautos und Sparmaßnahmen auch durch alle Menschen gefördert werden können. Dagegen finanzieren fossile Gewaltenergien Terror und Kriege, schaffen Abhängigkeiten und Polarisierungen und treiben den schon historischen Faschismus an.

In der m.E. bisher wichtigsten Rede meines Lebens am 9. November 2023 brachte ich das Konzept der erneuerbaren Friedensenergien gegen den überwiegend fossil finanzierten Antisemitismus in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Schaubild mit NotebookLM: Michael Blume

Das überrascht mich nun nicht besonders, denn schon im Juni 2025 hatte ich eine berufliche Pressemitteilung mit einer dringenden Warnung versandt: Blume warnt: Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren! Erneuerbare Friedensenergien stärken die Sicherheit von Israel, Ukraine und der Europäischen Union (EU)“. Praktisch keine Redaktion hatte sie aufgegriffen – niemand möchte Werbekunden verprellen und die eigene Leserschaft vermeintlich „überfordern“.

Konkret hatte ich gewarnt:

Wir können die Regime in Russland und im Iran nicht alleine militärisch aufhalten, solange wir sie durch Erdgas und Erdöl finanzieren. Wie ich auch im Landtag von Baden-Württemberg schon gesagt habe, ist meine dringende Bitte an alle, zusätzlich zu militärischen Maßnahmen erneuerbare Friedensenergien und grünen Wasserstoffspeicher auszubauen und so die Finanzierung antisemitischer Regime und Terrorgruppen einzustellen. Staatliche Subventionierung von fossilen Rohstoffen wirken kontraproduktiv. Erneuerbare Energien gehören zur Kernkompetenz von Baden-Württemberg, stärken unsere Unabhängigkeit und die Sicherheit von Israel, der Ukraine und der Europäischen Union.“

Pressemitteilung vom Juni 2025: "Blume warnt: Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren. Erneuerbare Friedensenergien stärken die Sicherheit von Israel, Ukraine und Europäischer Union (EU).

Pressemitteilung vom 26.06.2026 Blume warnt: Iran und Russland nicht weiterhin fossil finanzieren! Erneuerbare Friedensenergien stärken die Sicherheit von Israel, Ukraine und der Europäischen Union (EU)“. Screenshot: Michael Blume

Immerhin aber funktioniert die Wissensverbreitung durch das Fediverse. So fragten die Interviewerinnen der EH Ludwigsburg in einem Interview für focus.de genau auch danach:

Sie setzen sich auch für die Energiewende ein, haben den Begriff der „erneuerbaren Friedensenergien“ erfunden. Wie passt das zusammen?
Michael Blume: Von fossilen Brennstoffen und autokratischen Regimen abhängig zu sein, ist nicht die Lösung. Deshalb spreche ich von erneuerbaren Friedensenergien. Wer etwas für Frieden tun will, kann auf der einen Seite Dialog und Bildung stärken, so wie Sie das an der Hochschule tun, aber auch Elektroauto fahren, eine Wärmepumpe einbauen, auf Fleisch und Flugreisen verzichten. Je weniger Öl und Gas wir verbrennen, umso friedlicher und besser wird unsere Zukunft. Ich bin ein Solarpunk. 

Dr. Michael Blume im Dialog mit drei Interviewerinnen, deren Gesichter jedoch nicht zu sehen sind. Darunter der Interviewtitel: "Es gibt keine glücklichen Hater" und der Hinweis auf focus.de

„Es gibt keine glücklichen Hater“, Interview mit drei Studentinnen der EH Ludwigsburg, erschienen am 2. März 2026 auf Focus.de. Screenshot: Michael Blume

Inzwischen haben sich die Warnungen längst bestätigt.

Der Angriff von Israel und den USA auf das fossile Regime des Iran hat bisher nicht zu dessen Sturz, sondern zu Raketen- und Drohnenangriffen auch auf arabische Nachbarländer, einer Wirtschafts-blockade der Straße von Hormus und zu einer weltweiten Preisexplosion von Erdöl und Erdgas geführt.

Ernsthafte Aufstände gegen das iranische Regime gibt es bisher nicht, stattdessen aber erstaunlich weitreichende Schläge des iranischen Regimes durch Drohnen und Raketen, tote Schülerinnen durch eine US-Tomahawk und hohe, fossile Gewinne für das Putin-Regime in Russland sowie für Öl-, Gas- und Rüstungskonzerne weltweit. Auch über Insidergeschäfte im Trump-Umfeld wird berichtet. Und das informelle Kartell deutscher Mineralölkonzerne sahnt sogar mit besonders saftigen Preiserhöhungen ab. Ein Teil dieser Extragewinne dürfte in den kommenden Jahren an die fossilen Lobbyistinnen und Lobbyisten in Politik, Medien, Verbänden und Wissenschaft fließen.

Die höheren Preise zahlen weltweit vor allem jene Menschen, die noch immer Verbrennermotoren fahren sowie Öl- und Gasheizungen betreiben müssen. Aber die höheren Energie- und Transportkosten treiben auch die Geldentwertung (Inflation) und beschleunigen die Deindustrialisierung, die aufgrund des Kindermangels und der folgenden Nachfragekrise ohnehin um sich greift.

Der Fossilismus tötet – auch den Verstand der Fossilisten.

Die zentrale Ölinsel Kharg (deutsch: Charg) wurde dabei noch gar nicht bombardiert, da Trump sie als Beute analog zu Venezuela haben wollte. Er soll angeblich auch jetzt noch den Einsatz von Spezialeinheiten zu ihrer Eroberung erwägen. Doch klar ist: Eine Zerstörung oder versuchte Eroberung von Kharg würde die Ölpreise auf Dauer anheben und damit auch die Wählerinnen und Wähler in den USA verärgern. Auch lässt der Iran immer wieder Tanker Richtung Iran und China passieren – die zu verärgern sich weder Israel noch die USA derzeit leisten wollen.

Foto von einem TV-Bericht "Ölpreis steigt weiter" vom 12.03.2026. Zu sehen ist eine Karte des Iran mit zwei explodierenden Tankern vor der Straße von Hormus. Angegeben wird, dass der Preis für die Ölsorte Brent auf über 100 Dollar angestiegen ist. Darüber hat Dr. Michael Blume mit einem gelben Punkt die Ölinsel Kharg eingezeichnet.

TV-Bericht über Angriffe auf westlich orientierte Tanker in der Straße von Hormus am 12.03.2026. Habe die Insel Kharg oben und die Beschriftung der Straße von Hormus hinzugefügt. Foto: Michael Blume in der Akademie für politische Bildung Tutzing

Und schon jetzt machen begabte US-Demokraten wie der texanische Abgeordnete und Senatskandidat James Talarico auf die enormen Kosten des Kriegsabenteuers aufmerksam, das für Putin zur unverhofften, fossilen Einnahmequelle und für Trump zum Desaster zu werden droht.

„Ich war in San Branch, Texas, eine Gemeinde südlich von Dallas, die kein fließendes Wasser hat. […] Uns wird immer erzählt, dass wir nicht genug Geld für Schulen, Gesundheit oder unsere Veteranen hätten. Aber es ist immer genug Geld da, um Menschen auf der anderen Seite der Welt zu bombardieren.“

Aber auch fossil orientierte Politikerinnen und Politiker in der Europäischen Union sehen sich zunehmenden Fragen verärgerter Bürgerinnen und Bürger gegenüber. Es spricht sich jeden Tag mehr herum, dass diejenigen von uns, die bereits in Wärmepumpen, Elektroautos, Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher investieren konnten, die finanziell, politisch und sogar militärisch klügeren Entscheidungen getroffen haben. Erneuerbare Energien sind Friedens- und Wohlstandsenergien.

Und mit jeder Woche, in der die höheren Öl- und Gaspreise den Menschen Kaufkraft entziehen und die Wirtschaft besonders der bereits alternden Gesellschaften lähmen, wächst die Wut.

So bleibt mir, auf einen wunderschön bebilderten und eindrucksvollen Artikel von Valentin Lutset in der Jüdischen Allgemeinen vom 12.02.2026 hinzuweisen: Chinesisches Neujahr des Feuerpferdes – Tikkun und Tianxia.

Das chinesische Feuerpferd-Jahr springt durch einen gelben Magen David. Teilseite der Jüdischen Allgemeinen vom 12.02.2026 zu "Tikkun und Tianxia" von Valentin Lutset.

Das chinesische Feuerpferd-Jahr springt durch einen gelben Magen David. Teilseite der Jüdischen Allgemeinen vom 12.02.2026 zu „Tikkun und Tianxia“ von Valentin Lutset. Foto: Michael Blume in einem ICE der Deutschen Bahn 

In dem großartigen Artikel zu den auch im Judentum so wichtigen Kalenderfragen hieß es:

Am Dienstag beginnen nun der jüdische Monat Adar und das chinesische Neujahr. Es ist kein gewöhnliches Jahr – denn es steht unter dem Zeichen des Feuerpferdes. Diese Jahre gelten als Zeiten intensiver gesellschaftlicher Bewegung, großer Innovationen, aber auch erhöhter Instabilität – als herausfordernde Übergangsphasen. Das letzte Mal ereignete sich diese Konstellation vor genau 60 Jahren, als Mao Zedong die chinesische Kulturrevolution ausrief.

Aus chinesischer Sicht verursacht die Verbindung von Yang-Feuer und dem Pferd eine der kraftvollsten Kombinationen im gesamten Zyklus. Es ist ein Jahr, das Veränderung nicht lediglich ermöglicht, sondern vielmehr erzwingt und dabei erheblichen Druck erzeugt.

Groß angelegte Transformationen sind in diesem Kontext stets mit Risiken verbunden. Aus jüdischer Perspektive könnte man sagen: Gerade in diesem Jahr wächst unsere Verantwortung – als Juden und als Menschen. Es gilt, diese überschüssige Kraft bewusst auf positive Gedanken und gute Absichten auszurichten, damit sie nicht zerstörerisch wirkt, sondern aufbauend.

Der Kernirrtum des Fossilismus war die Annahme, dass fossile Gewaltenergien wie Erdöl und Erdgas, aber in anderer Weise auch Kohle und Atomstrom „billig“ wären. Doch in Wirklichkeit wurde ein erheblicher Teil der Kosten einfach nur auf die Zukunft, die Mitwelt (Treibhausgase) und die Mitmenschen (fossil finanzierte Gewaltregime) externalisiert. Und genau diese Kosten schlagen nun im chinesischen Jahr des Feuerpferdes mit Wucht zurück – und beschleunigen den Zusammenbruch des Fossilismus.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

90 Kommentare

  1. Wie sehr kann sich ein US-Präsident nach Vietnam durch militärisches und energiewirtschaftliches Versagen blamieren?

    Donald Trump: Ja.

    Steigende Energiepreise
    USA erlauben vorübergehend Kauf russischen Öls

    Stand: 13.03.2026 • 05:00 Uhr

    US-Präsident Trump hatte zuletzt schon angekündigt, wegen der gestiegenen Energiepreise Sanktionen lockern zu wollen. Nun erlaubt Washington 30 Tage lang den Kauf von russischem Öl, das sich bereits auf Schiffen befindet.

    https://www.tagesschau.de/ausland/usa-russisches-erdoel-100.html

    Und wo wir schon dabei sind, prompten wir doch mal Felo.ai:

    Inwiefern hätte der schnellere Ausbau erneuerbarer Friedensenergien die fossilen Regime im Iran und in Russland geschwächt?

    Die KI-Antwort:

    ## Wirtschaftliche Schwächung durch Entzug von Energieeinnahmen

    Ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien hätte die fossilen Regime in Iran und Russland erheblich geschwächt, indem er ihre wichtigste Einnahmequelle untergraben hätte. Russland hat seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 Milliarden durch fossile Brennstoffexporte verdient – allein die EU zahlte mehr als die Hälfte dieser Einnahmen[1]. Diese Gelder finanzieren direkt militärische Ausgaben und stützen autoritäre Strukturen[2][6].

    **Russlands Abhängigkeit von fossilen Einnahmen**

    Die Stabilität des russischen Regimes basiert auf einer „Troika“ aus Rohstoffausbeutung, Autoritarismus und Krieg[2][31]. Experten bewerten die Haushaltssituation des Staates als hochrelevanten Stabilitätsfaktor (80,9%)[6]. Obwohl Russlands Wirtschaft widerstandsfähiger war als erwartet, verlangsamte sich das Wachstum 2025 deutlich, und erstmals seit 2022 droht eine Rezession[6]. Ein früherer massiver Ausbau erneuerbarer Energien in Europa hätte diese Einnahmen drastisch reduziert und die wirtschaftliche Basis des Regimes untergraben.

    **Irans Energieabhängigkeit als Schwachstelle**

    Auch das iranische Regime ist stark von fossilen Energieexporten abhängig. Analysen zeigen Irans hohe Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und eine wachsende Kluft zu globalen Dekarbonisierungstrends[32]. Die Kontrolle über Energieressourcen ist zentral für das Überleben autoritärer Regime – ein Punkt, den der aktuelle Iran-Krieg verdeutlicht, bei dem Energiepreise als „Schlachtfeld“ dienen[20].

    ## Strategische Unabhängigkeit und Sicherheit

    Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete eine Rückkehr zu russischen fossilen Brennstoffen als „strategischen Fehler“ und betonte, dass die zusätzlichen Kosten für Importe „der Preis unserer Abhängigkeit“ seien[3][34]. Der Ukraine-Krieg führte zu einem schrittweisen Verbot russischer Gas- und Ölimporte in die EU, das bis 2027 vollständig greift[9].

    **Verpasste Chancen zur Beschleunigung**

    Studien zeigen jedoch, dass die Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg weder zu einer schnelleren noch langsameren Energiewende führte – sie verstärkte lediglich bestehende Dekarbonisierungstrends, ohne die Transformation bedeutend zu beschleunigen[8]. Eine frühere, entschlossenere Investition in erneuerbare Energien hätte Europa unabhängiger gemacht und autoritären Regimen die finanzielle Grundlage entzogen[7][28].

    ## Erneuerbare Energien als „Friedensenergien“

    Experten argumentieren, dass erneuerbare Energien nicht nur klimapolitisch, sondern auch sicherheitspolitisch notwendig sind. Sie werden als „Friedensenergien“ bezeichnet, da sie Länder vor geopolitischen Schocks schützen und die Finanzierung von Kriegen erschweren[21][46][70]. Der aktuelle Iran-Krieg demonstriert erneut die Verwundbarkeit durch fossile Abhängigkeit – Ölpreise stiegen über 100 Dollar pro Barrel, was die Dringlichkeit einer Energiewende unterstreicht[5][37][71].

    **Langfristige Resilienz**

    Länder mit höherem Anteil erneuerbarer Energien sind besser gegen globale Energieschocks geschützt[11][47][49]. Eine schnellere Transformation hätte nicht nur die Einnahmen fossiler Regime reduziert, sondern auch die strategische Verwundbarkeit demokratischer Staaten verringert. Wie Analysten betonen: „Heimische erneuerbare Energie war nie günstiger, zugänglicher oder skalierbarer“[44] – eine verpasste Chance, die autoritäre Regime gestärkt hat.

    [1] https://www.russiafossiltracker.com/
    [2] https://www.greenpeace.org/international/publication/78927/russia-fossil-fuel-empire/
    [3] https://www.wsj.com/business/energy-oil/return-to-russian-fossil-fuels-would-be-strategic-blunder-eus-von-der-leyen-says-c103393f?gaa_at=eafs&gaa_n=AWEtsqcdEtX3tj4d8CiUuk7FbfJItmXNxhvaoHO31vpvJfe0QL-X2EnPCFiH&gaa_ts=69b39e95&gaa_sig=ullwUHzCzfX0BHMrfjDJdYtvRfIHbLTaGfFG5fuD15wr9qjd9uG8j5mhJ5vFIOfyGkbE_GHdQw2p2Ut4b2X6JA%3D%3D
    [4] https://energyandcleanair.org/publication/fourth-year-of-full-scale-invasion-russian-fossil-fuel-revenues-tank-to-27-below-pre-invasion-levels/
    [5] https://www.theguardian.com/world/2026/mar/12/russia-fossil-fuels-revenue-us-israel-war-iran-data
    [6] https://www.clingendael.org/publication/assessing-strength-and-stability-russian-regime
    [7] https://dgvn.de/meldung/mehr-sicherheit-dank-energiewende
    [8] https://www.nationalobserver.com/2026/03/09/explainer/could-iran-war-energy-shock-accelerate-transition-renewables
    [9] https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/01/26/russian-gas-imports-council-gives-final-greenlight-to-a-stepwise-ban/
    [10] https://www.bloomberg.com/news/articles/2023-02-23/wie-europa-in-rekordzeit-verzicht-auf-russische-energie-schaffte
    [11] https://www.dw.com/en/iran-war-roils-oil-trade-casting-doubt-on-us-fossil-fuel-push/a-76294122
    [12] https://www.igwindkraft.at/aktuelles/news/erneuerbare-energien-sind-schutzschirm-gegen-geopolitischen-sturm
    [13] https://www.kare11.com/article/syndication/associatedpress/as-iran-war-shakes-energy-system-some-see-powerful-argument-for-renewable-energy/616-f5df951d-5617-4c30-8a89-597914b2b8a8
    [14] https://thehill.com/policy/energy-environment/5782247-trump-lifts-russian-oil-sanctions/
    [15] https://www.schroders.com/de-de/de/privatanleger/insights/hat-der-ukraine-krieg-die-revolution-der-sauberen-energie-beschleunigt/
    [16] https://www.deutschlandfunk.de/energieexpertin-claudia-kemfert-102.html
    [17] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140988323007168
    [18] https://globalwitness.org/en/campaigns/fossil-fuels/the-true-price-of-the-iran-war-for-oil-people-and-the-environment/
    [19] https://ceobs.org/operation-epic-fury-emerging-environmental-harm-and-risks-in-iran-and-the-region/
    [20] https://energymixweekender.substack.com/p/winners-and-losers-iran-war-charts
    [21] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-peinliche-abhaengigkeit-des-westens-vom-oel-des-iran/
    [22] https://laender-analysen.de/russland-analysen/413/russland-entdeckt-die-energiewende-ein-sonderweg-zur-dekarbonisierung/
    [23] /goto?url=CAEStQEBO6uMpXqO4l29jNHKcnvQXIf2TWkH_jCxyJum8eT1vDGXoiRuNrHE7L1r41XLbpSpdMdRR-Pi8bS3dk9ECYaB0ku_ueG8hWPSGi50z2nnyVIXhVGBKRvNZD1q7oPaybyS-g6A9Vp-2Lx5csLS-LsOgygSoLyiEEP4IsAu7Ntux9aNJwNUpQAWpYkExoxb4sgjZV2xWf66XogzBGT0aoZ-YIxuGqCnHbi2C0QvF1Nn5lfKjfAD
    [24] https://www.vox.com/politics/482142/oil-gas-prices-iran-war-inflation
    [25] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/da/speech_26_593
    [26] https://www.focus.de/earth/wegen-des-iran-kriegs-stuerzen-sich-die-deutschen-auf-solaranlagen_98cc00dc-9ae8-4296-9076-81083643dc2c.html
    [27] https://www.jpost.com/opinion/article-889561
    [28] https://frieden-sichern.dgvn.de/meldung/mehr-sicherheit-dank-energiewende
    [29] https://www.timesofisrael.com/a-long-road-to-the-end-the-death-throes-of-irans-regime-could-last-for-years/
    [30] /goto?url=CAESnQEBO6uMpQNF4hVz-0jTzLg8xZPVkj45nYRVEYiM-j_3u7piNHrW_9fbbH4NV1gnlCA1PEyRUtCmi1A-7-zE6-tVfSr-IaLy0eHlHsfyxfuoEDnZPEpCf-7K10RiXMaYKSRxJmKj2wZCW7NGx9kp0sfXADtTUphrIBTXyGx0zNug9qXdw3gS2C9OHNqtaaBZO7upJScNkR77HxZ0MhYo
    [31] /goto?url=CAESkQEBO6uMpYCc1U1HaBI7j35Ia84fPsY-NjxIWxCDgwAtcs1G6i7haCUadUOIZb3deissx6-8vVS-_59ZIkFE6y1s-yHcDpSCWuhzr2-KKdTotvGNlPgqaSp5tO4SvnjgF0JZtwXOFMOEAjT_xmW3mC_1lm89H5PJenH48M-1Zva9QhCFuMbNcErhTIaMSx6cSTzn
    [32] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2590174525004015
    [33] https://www.carbonbrief.org/qa-what-does-the-iran-war-mean-for-the-energy-transition-and-climate-action/
    [34] /goto?url=CAESggMBO6uMpevJ7gl4B_cAuQCtv_0He0WxoZecugYcxToEs7cETRAI-Gdm0ZUaCtUWDBG1RlwK1Fhd2dzCMqMeH8V2cLNgqtI3Ug3wgYLRKAnwGE7nnWv-tLgxGOXXiSG4VoQjcq93E4S_K3Aa3uNROT8QRTMf_l5fZzP_ov_rVJ8Ywt1q66Ln83ocxWIAmHHcGzKOppCuBZMyHur-xMy3l0beBAC1vAB9rmmbYDnq30WFlCxvprduO5f_WI4OhZ6ierz9EXRgveTUr6wva62kA_DdlGLVFhuTWfYaBsqT4uHyA66vJY6Hv5XHbjgTyitM1FFVpzMu0lJ-a7g0EHa8sbngKTwJvAIT-MZTVFG-WY4g6iFsMB196cCsBBd1y_Xrbm3TaTz-ipmG9io89hhv9OT13iAoudrLj6MexrGi_Yu81WnXorYcO3omdCQFlGAd3zqtYIDV896pPoSjar38nLJpfNhjqeclEDTCDVP2s1PeHcqovi9olCzUo8yyYc7RQkxldg==
    [35] https://www.reddit.com/r/geopolitics/comments/1rhhni7/the_iranian_regimes_existential_crisisand_what/
    [36] https://eu.boell.org/en/2025/02/20/stopping-russian-aggression-means-rejecting-its-fossil-fuel-exports-and-ultimately
    [37] https://www.sueddeutsche.de/meinung/energie-klimaschutz-iran-krieg-europa-sicherheitspolitik-li.3397093
    [38] /goto?url=CAESxwEBO6uMpcswVZRUOVJnQ0uVQUjdipcejcOmVLSTUo2Y55jUB3KwmcsiUQAX_PExboQGOE8-KsD2ciJkXJpKDznzU3lY9XUcwtbMyAfSNutuOj3e-bwz4x0JIYUQhoViRmOnEiVxI1EIMtxqVmUqlJQSKwERwP8q6UQfwgdYe4XH7O_oD5bJYq7k8O5pZdaRZ4qSSk9dGuFl1bIHIG7qJlX0-v5vFYURdQuKdaqrRUflLxPitol_fLOMBFWK8wC3lEbT650L0f76
    [39] https://www.taipeitimes.com/News/editorials/archives/2026/03/13/2003853721
    [40] https://newlinesinstitute.org/middle-east-center/the-energy-shock-u-s-israel-war-with-irans-impact-on-indian-chinese-and-global-economies/
    [41] https://gulfnews.com/business/energy/as-iran-war-shakes-energy-system-some-see-powerful-argument-for-renewable-energy-1.500468623
    [42] /goto?url=CAESpgEBO6uMpWiivZvR7j83T_5OSlVuI3qXT3gMPKne__Icbo8Ei9pJ2WoQC8AA5LdzTHz5o7OipSvProt9Gevni-TI8eZq3dIDRjTwp6P4qXYJQopD4br-jHYRhDuAzyQy21BRiWiHqlkjHgMLhucdTz8JcJZZYLVezJv2Z_30-woWNaC9nhizIluLk_LMZ3d12ezmHcjZ9iG7snjDfFnHW4te0eRDq3SA
    [43] https://www.atlanticcouncil.org/dispatches/twenty-questions-and-expert-answers-about-the-iran-war/
    [44] https://www.aol.com/articles/iran-war-shakes-energy-system-132144723.html
    [45] /goto?url=CAESkwEBO6uMpQ0rcuEJ0xV1mLYIuZKMNrMrdWBBjYtHi7YU1pMjfDPJONGnxRAFtGYOIIr5XWsxoCa-uDIZQLm1Lu88Im7DbyIZ0Q8AU44ugeEm9OZFgjZ2eDpveKI5jJho5uFB8TThPaVEqhA1KUITAyqLGZE2a1U9JxpdVHxiX1UWM_W5VKkJ1Saa4b1Xa3zSXxfJgTg=
    [46] https://friedenskonferenz.info/hans-josef-fell-zur-msc/
    [47] https://amp.dw.com/en/iran-war-sends-oil-prices-climbing-these-countries-are-better-protected-thanks-to-renewables/a-76294122
    [48] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2590174525005884
    [49] https://www.dw.com/en/iran-war-roils-oil-trade-casts-doubt-on-us-fossil-fuel-push/a-76294122
    [50] https://theconversation.com/how-would-the-iran-crisis-play-out-in-a-world-powered-by-renewables-not-fossil-fuels-277537
    [51] https://www.pbs.org/newshour/world/some-leaders-see-powerful-argument-for-renewable-energy-as-iran-war-shakes-energy-markets
    [52] https://www.nytimes.com/2026/03/11/climate/iran-war-oil-clean-energy-coal.html
    [53] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-03-02/war-with-iran-what-the-assault-means-for-renewable-energy
    [54] https://www.facebook.com/groups/1021186047913052/posts/26557374660534173/
    [55] https://www.reddit.com/r/climate/comments/1rpywuk/could_the_iran_war_energy_shock_accelerate_the/
    [56] https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.russland-ukraine-krieg-schnellerer-ausbau-der-erneuerbaren-ist-nicht-moeglich.b58eff7f-c8c6-4084-a866-d42e4561b609.html
    [57] https://www.handelsblatt.com/politik/international/import-deutschland-verringert-energieabhaengigkeit-von-russland/28293452.html
    [58] https://blog.misereor.de/2022/04/25/next-step-friedensenergien-in-der-praxis/
    [59] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/etwas-fuer-den-frieden-tun-fossile-gewaltenergien-reduzieren/
    [60] https://www.democracynow.org/2026/3/10/oil_iran
    [61] https://www.hudson.org/foreign-policy/ayatollahs-regime-crumbling-michael-doran
    [62] https://www.thefp.com/p/how-the-iranian-regime-blew-it
    [63] https://www.msn.com/en-us/news/opinion/iran-is-digging-in-has-signaled-it-s-unlikely-to-alter-regime-s-political-structure-expert/vi-AA1XSJ7u?uxmode=ruby
    [64] https://en.wikipedia.org/wiki/Politics_of_Iran
    [65] https://www.cfr.org/articles/islamic-republics-power-centers
    [66] https://www.spiegel.de/politik/energiepolitik-der-union-der-iran-krieg-zeigt-wie-riskant-die-strategie-ist-kommentar-a-beb5a4be-d8b5-4f46-932c-97b3d1d55b3d
    [67] https://www.boell.de/de/media/podcast-episode-podigee/iran-krieg-folgen-fuer-wirtschaft-energiewende
    [68] https://www.rnd.de/politik/kommentar-zu-krieg-und-energieknappheit-deutschlands-verpasste-chancen-774BW5EOIFDYJOFTPOAP2DC3PE.html
    [69] https://podcasts.apple.com/de/podcast/krieg-im-iran-und-das-ende-von-deutschen-energie-m%C3%A4rchen/id1780382816?i=1000753067890
    [70] https://www.elektroauto-news.net/news/irankrieg-erneuerbare-energien-sind-sicherheitsenergien
    [71] https://www.fr.de/wirtschaft/der-iran-krieg-legt-unsere-gefaehrliche-fossile-abhaengigkeit-offen-94194382.html
    [72] https://sustainabilityonline.net/news/russia-is-quietly-turning-into-a-renewable-energy-powerhouse/
    [73] https://taiyangnews.info/markets/russia-forecast-to-expand-renewable-energy-capacity-to-over-18-gw-by-2035
    [74] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0957178724000249
    [75] https://energytransition.org/2022/12/greening-speed-iea-says-russias-war-in-ukraine-accelerating-global-shift-to-clean-energy/
    [76] https://www.facebook.com/groups/httpswww.facebook.comgroupsthegretaeffect/posts/1393297207758172/
    [77] https://www.atlanticcouncil.org/content-series/fastthinking/the-real-meaning-of-putins-30-day-energy-cease-fire-in-ukraine/
    [78] https://dgap.org/en/research/publications/energy-policy-between-war-and-peace
    [79] https://fpanalytics.foreignpolicy.com/2025/11/11/investing-energy-security-ukraine/
    [80] https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101155962/gaspreise-steigen-solar-boomt-verbraucher-handeln-im-iran-krieg-wieder.html
    [81] https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/zentraleuropa-laut-s-p-widerstandsfaehiger-gegenueber-angebotsschocks-inmitten-des-iran-krieges-ce7e5fdfd98ef42d
    [82] https://w3.windmesse.de/windenergie/pm/48538-fossile-und-atomare-energien-sind-kriegsursache-kriegsfinanzierung-kriegswaffe-doch-auf-der-munchner-sicherheitskonferenz-spielen-erneuerbare-energien-als-friedensenergie-kaum-eine-rolle
    [83] https://www.argusmedia.com/de/news-and-insights/latest-market-news/2798899-us-iran-war-latest-news

  2. Grundlage bleibt gleich: Wenn Sie viel Profit und wenig Arbeit haben, möchten Sie es schön und einfach haben, und deswegen investieren Sie vor allem in Dienstleistungen, zu denen auch die Korruption gehört. Wenn dann die Profitquelle plötzlich versiegt, sind die Dienstleistungen so übermächtig, dass sie alle Mittel auffressen, und Sie damit auch kein Startkapital haben, in die Suche nach neuen Quellen zu investieren, und so schnüren Sie sich selbst die Kehle ab und können nur noch sich selbst verspeisen. Nach dem gleichen Prinzip wächst der Apfel, trennt sich vom Ast und verfault auf dem Boden. Die Quelle unserer Probleme ist also, dass wir eine so intelligente Spezies sind, dass die Schlausten von uns BWL studieren müssen, um das ökonomische Wissen von Fallobst zu erlangen.

    Korruption heißt heute „Transaktionspolitik“ oder „Deals“ und bedeutet, dass Leute die Hand aufhalten, um den Job zu machen, für den sie sowieso schon bezahlt werden, gerade damit man in der Not nicht den Marktpreis zahlen muss, der dann himmelhoch schießt, und das ausgerechnet dann, wenn man sein Geld für die Behebung der Not braucht – zum Beispiel, um seine Robo-Kühe von Geier auf Gurke umzupolen, weil Dino-Milupa knapp wird und die Sonne, Wirtschaft und Politik uns eh schon zur Sahelzone Nord verwursten, sodass wir uns auf prima Weideland freuen dürfen, wo wir aber wohl kaum wohnen wollen, wenn es uns nicht ein paar sehr gefräßige Kühe gemütlicher gestalten. Ist also so was wie eine inoffizielle Privatisierung des Staates, und damit ist offizielle und legalisierte Privatisierung des Staates Korruption, die gewonnen hat.

    Byzantinische Korruption mit exorbitanten Kosten, viel Verschwendung und wenig Leistung ist also im Grunde etwas Gutes, wenn man die Alternative bedenkt: All die Narzissten, Größenwahnsinnigen und Egomanen, die sonst als Fürsten, Ritter und Könige das Land mit ihren Fehden verwüsten würden, bekommen einen Kinderspielplatz, wo sie sich die Zeit damit vertreiben können, zu balgen, in Ineffizienz zu schwelgen und sich gegenseitig zu neutralisieren, sodass die Oberschicht paralysiert ist, und der Rest des Landes den Frieden hat, das ganze Zeug anzubauen, das ihm die Fürsten abzapfen, um es in ihren Raufereien zu verbraten.

    Korruption ist ein Zwischenlager für Krieg. Doch sie verlangsamt ihn nur, so richtig hört er nie auf. Und irgendwann ist nur noch verbrannte Erde übrig – zumindest in der Staatskasse. Und dann muss ich die Mittel, die die Korruption im Leerlauf verbrät, abzapfen und umleiten, um das System neu zu erfinden.

    Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich immer wieder lese, dass Politiker Parteien-Hickhack, Karriere und krumme Geschäfte als ihren Job betrachten, während der Job, den sie eigentlich machen sollten, so sehr verblasst ist, dass wir wohl Indiana Jones und das CSI brauchen werden, um eine brauchbare Jobbeschreibung zu rekonstruieren.

    Damit so ein Klumpen Transaktionspolitik überhaupt irgendwas leistet, muss ein Trump ausrasten und das Pack mit der Peitsche zur Arbeit treiben. Doch man merkt an der europäischen Politik, dass sie nicht das geringste Interesse an Politik hat, sobald sie durch Arbeit entweiht wird oder gar messbare Leistung zu bringen hat, für die man sie zur Rechenschaft ziehen kann: Sie tun lustlos, was der Boss sagt, drücken sich, wo sie nur können und widmen sich, wann immer sie können, ihren Deals, Fehden und Fürstentümchen, in die Europa längst zerfallen ist – nur sind die Grenzen, an denen die Raubritter die Zölle anheben und Reisende plündern, nicht mehr auf Landkarten verzeichnet, denn sie verlaufen zwischen Personen, Institutionen, Interessengruppen, Klüngeln.

    Anders gesagt, Europa ist dort, wo Deutschland war, bevor Napoleon es verschluckte, wo Weimar war, bevor Hitler es verschluckte, wo die DDR war, bevor die BRD sie verschluckte. Null Bock auf Null Bock, die Sinnlosigkeit des Lebens unter der Herrschaft eines immer schwerer wiegenden Steins tut langsam weh.

    Transaktionen werden wichtig, wenn man den Fettklumpen von Masse zu Energie umwandelt und aus der Systembremse der Systemantrieb wird – wenn man das Geltungsstreben all der Egomanen, die heute die Welt kaputt machen, in Jobs und Karrieren leitet, in denen sie die Welt voran bringen. Für den Anfang wäre es schon viel, wenn die Politik und Wirtschaft aufhören würden, die Leute anzupeitschen, einen Job zu machen, den sie sowieso schon machen und den Job der Politik und Wirtschaft mit dazu, und sich einfach entscheiden – sind ihnen die Interessen der Allgemeinheit wichtig genug, um ihren Job selbst zu machen, oder macht das dann keinen Spaß mehr, sodass sie sich samt so viel ihrer Beute, wie ihnen die wütende Menge nicht entreißen kann, verziehen und Platz für besser motiviertes und kompetenteres Personal machen müssen?

    Mir geht die Kinderkacke so was von auf den Sack. Ich möchte mir den Kopf darüber zerbrechen, wie ich trotz all der Veränderungen die Rentner und Pflegefälle durchfüttere, ob ich grüne Technologien haben kann, die zur Not mit heimischen oder einfacher zu beschaffenden Rohstoffen zu machen sind als Seltene Erden, sodass sie sich auch bei eventuell geringerer Effizienz lohnen, wie ich an Rohstoffe komme, die unter unseren Füßen noch verborgen sind, denn unter uns warten noch ein Dutzend unberührte Planeten auf unsere Astronauten, auch wenn der Bergbau dort umso schwieriger wird, je kleiner sie werden. Ich möchte darüber nachdenken, wie ich Solarparks in die Natur integriere, wie ich Städte anlege, damit sich das Leben dort lohnt, denn wir haben ja eine globale Landflucht, die so langsam aus Ossis Nordis macht, denn der Verfall breitet sich aus. Ich möchte darüber nachdenken, wie ich den Wettbewerbsdruck und das Chaos, die Europa groß gemacht haben, erhalten kann, ohne die Kriege, den Wahnsinn, die Traumata, die Gräuel, die wir als Preis dafür bezahlt und als Preis für unsere Erzeugnisse in die Welt exportiert haben. Und viele andere spannende Dinge, die das Leben lustig machen.

    Und stattdessen muss ich mich mit dem Survival Kompetenz-Team der Cäsar-Napoleons aus der geschlossenen Geriatrie-Abteilung der lokalen Irrenanstalt herumplagen, den bislang ungeschlagenen zweifachen Gewinnern des Global Darwin Award, die sogar die Korruption verpfuschen, nach dem Motto – wenn man schon alles aufgefressen hat, einfach weiter fressen.

    Die Stewards mögen bitte die entlaufenen Senioren einfangen, unters Deck bringen, beruhigen, vielleicht einen Kamillentee und ein paar Plätzchen servieren, den Fernseher einschalten, aber bitte nicht auf der Seite der Titanic, die gerade vom Eisberg aufgerissen wird, und auch die Hörgeräte ausschalten, denn der Lärm und die Todesschreie könnten sie unnötig beunruhigen. Cthulhu, Kraken, Godzilla, drängelt nicht so, wenn ihr uns von drei Seiten angreift, könnt ihr uns viel leichter fertig machen, zieht euch Taucherbrillen an, denn vom Sharknado kriegt ihr leicht einen Großen Weißen ins Auge, und verzieht euch rechtzeitig, bevor uns der Tsunami ins Bermuda-Dreieck schleudert. Zeus, lade den Akku vom Blitz auf, das ist ja nicht mal ein Elmsfeuer da oben. Poseidon, halte die Schaumkronen unter den Wolken, sonst kriegt ihr beide einen Elektroschock. Was den Rest der Mannschaft angeht – könnten wir bitte zu dem Moment zurückspulen, wo einer „Solve the fucking problem“ gesagt hat, und ab da weitermachen? Wenn’s nicht zu viele Umstände macht? Die Party geht doch gerade erst los.

    • Nun ja, @Paul S. – emotional kann ich einige Ihrer Assoziationen nachvollziehen, doch inhaltlich bin ich näher bei @Hui Haunebuh: Demokratische Verantwortung besteht doch nicht im Abwerten anderer, sondern in der Frage, was wir selbst als Bürgerinnen und Bürger, als Menschen tun können.

      Frage nicht nur, was Deine Mitwelt für Dich tun solle, sondern was Du für Deine Mitwelt tun sollst.

      Und wenn Sie Politikerinnen und Politiker generell für dumm und korrupt zu halten scheinen, warum engagieren Sie sich denn dann nicht mit Ihren vermeintlich überragenden Fähigkeiten selbst? Auch in der Wirtschaft ist die Anklage von den „Nieten in Nadelstreifen“ schneller erhoben, als es selbst besser zu machen.

      Das schließt Kritik selbstverständlich überhaupt nicht aus. Gerade heute und gerade zum Thema ringe ich mit Einsichten und Aussagen aus der Bundesregierung, aus denen sich nach meiner Auffassung post-fossile Politik ableiten müsste.

      Hier stimme ich Bundeskanzler #Merz und auch Ministerin #Reiche zur fossilen Finanzierung von #Trump & #Putin inhaltlich ausdrücklich zu.

      Aber bin ich wirklich der Einzige, der die Ironie in der Sache spürt???

      „Dass die USA den Verkauf von russischem Öl wieder erlauben, kritisieren viele deutsche Politiker. Man müsse den Druck auf Moskau weiter erhöhen, sagt Bundeskanzler Merz. […]

      Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, dass sie sich Sorgen mache, „dass wir Putins Kriegskassen nicht noch weiter füllen“.“

      Hier ergäbe sich doch die stärkere Förderung von Erneuerbaren Energien fast zwangsläufig, oder? ODER???

      Fossile #Gewaltenergien oder erneuerbare #Friedensenergien

      #Fossilismus oder #Solarpunk

      Fossiler #Rentierstaat oder föderale #Energiedemokratie

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116222216841249302

      Wenn ich ja leider auch nicht damit rechnen darf, dass Sie, @Paul S., sich über das Abwerfen Ihrer Textblöcke hinaus auch dialogisch engagieren, so möchte ich Ihnen dennoch ein geruhsames und friedvolles Wochenende wünschen.

  3. Das Wesentliche, das ich zum Thema im Kopf habe und mehr, hat Michael geblogt. Die transformative Symbolik der neuen Kalenderjahre in China und Israel, machen mir das Herz noch schwerer. Wohin wird das Pendel schwingen, zum demokratischen Solarpunk oder zur blutrünstigen Barbarei? Im Moment sehen wir eher eine Abrissbrirne denn ein Pendel. Gewalt und Krieg grassieren. Mit Blick auf China und Israel sehen wir die Ambitionen, sich Taiwan bzw. Gaza und die Westbank einzuverleiben. So entsteht kein nachhaltiger Frieden; im Gegenteil. Ich habe keine Lust auf Feuerpferde.

    Aber immerhin summt seit Wochenanfang unsere nagelneue Wärmepumpe und versorgt unser Haus. Und wenn alles gut geht, bekommen wir vor dem Sommer auch noch unser Auto getauscht und wechseln von CNG auf Elektrizität. Eine neue Stromleitung für das bidirektionale Laden liegt schon bis in die Garage. Dann hätte ich persönlich den wesentlichen Teil meiner Solarpunkhausaufgaben erledigt. An Hardware dürfen es dann noch eine paar weitere PV-Module, mehr Fassadenbegrünung und mehr Regentonnen bzw. eine Zisterne sein.

    • Vielen lieben Dank, @Hui Haunenuh – für Deine dialogische Offenheit und auch für Dein großes Engagement! 🙏

      Du lebst die Tat-Sache, dass niemand alles, aber alle etwas zum Besseren verändern können.

      Ich schreibe gerade von einer Tagung zu „Resilienter Demokratie“ an der Akademie für politische Bildung Tutzing. Von 10 bis 11 Uhr trug ich zum Thema „Soziale Blasen & KI-Kokons“ vor (OpenClaw, Mimesis, Emergenz usw.). Zum Schluss präsentierte ich zur Diskussion mit dem stark interessierten Publikum drei KI-Szenarien:

      1. Das Terminator-Szenario (auch schon der sog. „Butlerian“ Jihad nach „Dune“ von Frank Herbert) warnt vor der Entwicklung von für Menschen „Tödlicher Intelligenz“, wie der aktuelle SPIEGEL – Titel auch heißt.

      2. Das Demografie-Vereinsamungs-Szenario nach dem KIen gar keine Gewalt brauchen, sondern uns in gefälligen KI-Kokons inklusive parasozialer und sexualisierter Beziehungen so einspinnen, dass wir selbst die Fortpflanzung einstellen.

      3. Das Solarpunk-Arche-Szenario, nach der wir auf Basis von erneuerbaren Friedensenergien und FOSS – Technologien auch Mitwelt-resiliente, energiedemokratische und menschenwürdige Lebenswelten schaffen. Dazu gehört eine KI-Gewaltenteilung, die ihre Anwendung als Technologie erlaubt, aber sicherstellt, dass keine einzelne KI-Anwendung uns manipulieren und dominieren kann.

      Vielen Dank für unsere Dialoge, @Hui, die mir viel bedeuten! 🙏😌🙌

      • @Michael Blume (Zitat): Das Terminator-Szenario (auch schon der sog. „Butlerian“ Jihad nach „Dune“ von Frank Herbert) warnt vor der Entwicklung von für Menschen „Tödlicher Intelligenz
        Gegenposition: Eine allmächtige KI mit (Zitat) „tödlicher Intelligenz“ könnte die Menschheit entmachten und alle Menschen entwaffnen. Keine Kriege wären mehr möglich. Die Menschen müssten sich wieder wie in der Steinzeit mit roher Körpergewalt gegenseitig umbringen.
        Frage: Wäre eine Entwaffnung der Menschheit das Ende der Menschheit wie wir es kennen. Wäre das Leben ohne Waffen noch lebenswert?

        • Vielen Dank, @Martin Holzherr – gegen hoffnungsvolle Szenarien habe ich nichts einzuwenden. Leider sehe ich jedoch keine Entwaffnung, sondern im Gegenteil:

          Im Streit zwischen dem Pentagon und dem OpenAI-Konkurrenten Anthropic über die Verwendung von KI-Software im US-Militär hat US-Präsident Donald Trump ein Machtwort gesprochen. Alle Bundesbehörden sollten unverzüglich aufhören, Anthropic-Software zu nutzen, teilte Trump am Wochenende auf seiner Plattform Truth Social mit. „Wir brauchen sie nicht, wir wollen sie nicht und werden nie wieder mit ihnen Geschäfte machen!“, schrieb er weiter.

          […]

          Das Pentagon drängt Anthropic zur Freigabe seiner KI für militärische Zwecke – Frist bis Freitag.

          Das Unternehmen hatte als Grenzen für die Verwendung seiner KI-Software im US-Militär ihrem Chef Dario Amodei zufolge durchsetzen wollen, dass seine KI weder für Massenüberwachung in den USA noch in komplett autonomen Waffen eingesetzt wird. Das Verteidigungsministerium hatte deshalb gedroht, Anthropic als ein Lieferketten-Risiko einzustufen, was das Geschäft des Unternehmens in den USA drastisch einschränken würde.

          https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/anthropic-openai-pentagon-trump-100.html

          Ein militärischer Vorteil des fossilen Regimes des Iran besteht im günstigen Preis seiner Shahed-Drohnen, wogegen die USA bisher noch auf teure Raketen und Flugzeuge setzen. Das bedeutet: KI-gestützte Waffensysteme beginnen bereits jetzt (!) die Kriegsführung zu dominieren.

          Die aufgrund von Putins Angriffskrieg Drohnen-kundige Ukraine hat gerade erst NATO-Einheiten in Estland eine wichtige Manöver-Lektion erteilt:

          In Estland dominierte ein knappes Dutzend ukrainischer Drohnenpiloten eine komplette NATO-Kampftruppe aus mehreren tausend Soldaten. […]

          Das Wall Street Journal hatte teils drastische Einschätzungen aus NATO-Kreisen erhalten. „Wir sind am Arsch“, soll ein Kommandeur geurteilt haben, der die Übung beobachtete. Die Kampftruppe der Allianz sei „einfach herumgelaufen, ohne Tarnung zu nutzen, sie haben Zelte und gepanzerte Fahrzeuge einfach abgestellt“, sagte ein Teilnehmer: „Sie wurden komplett zerstört.“ Das Szenario in einem turbulenten und engen Kampfumfeld entsprach zwar nicht zwingend dem in einem „echten Krieg“. Dennoch warnte Raikov auf dem Podium des „Cafe Kyiv“: Es handle sich womöglich um einen „Schock“ für die NATO, aber nicht um eine „Überraschung“ aus ukrainischer Sicht. „Ihr solltet diesen simulierten Kampf analysieren und Lehren ziehen.“

          https://www.fr.de/politik/ukraine-leutnant-erklaert-das-problem-nato-blamage-bei-hedgehog-manoever-zr-94186222.html

          Hier eine Erläuterung der aktuellen Drohnen-Situation im Irankrieg durch Perplexity.ai:

          Iranische Shahed-„Kamikaze“-Drohnen kosten grob Größenordnungen von einigen Zehntausend bis deutlich unter 200.000 US‑Dollar pro Stück, während westliche Abfangraketen meist im Millionenbereich pro Schuss liegen, etwa 3–7 Mio. US‑Dollar für Patriot‑PAC‑3‑Raketen oder um 1–4 Mio. US‑Dollar für NASAMS‑/AMRAAM‑Varianten. Diese extreme Kostenasymmetrie prägt aktuelle Kriegsführung, weil Angreifer billige Schwärme einsetzen können, die nur durch sehr teure Luftabwehr oder knappe Jagdflugzeugkapazitäten abgewehrt werden können. [en.defence-ua](https://en.defence-ua.com/industries/how_much_russia_pays_for_shahed_now_down_from_300000_per_drone_in_2022-15585.html)

          ## Folgen für Kriegsführung und Strategie

          1. **Ökonomische Erschöpfung der Verteidiger**
          – Angreifer können massenhaft billige Drohnen einsetzen, um die Luftabwehr zu „leerschiessen“, weil Verteidiger pro Abfang deutlich mehr Geld ausgeben müssen als der Angreifer für die Drohne. [eurasiareview](https://www.eurasiareview.com/23012023-drone-havoc-in-ukraine-puts-irans-asymmetric-warfare-advantage-into-sharp-relief-analysis/)
          – Dauerangriffe auf Energie‑, Hafen‑ oder Stadtinfrastruktur zielen nicht nur auf Zerstörung, sondern auch auf die langfristige Schwächung der Verteidigungsbudgets und Munitionsvorräte. [facebook](https://www.facebook.com/100089774110537/posts/estimated-cost-of-russias-drone-attackrussia-launched-76-strike-uavs-including-s/866392859696510/)

          2. **Sättigungsangriffe und Schwarmtaktiken**
          – Die relativ **billigen** Shahed-Drohnen eignen sich für Sättigungsangriffe: Zahlreiche Ziele werden gleichzeitig oder gestaffelt angeflogen, um Sensorik und Feuerleitung der Luftabwehr zu überlasten. [star-navi](https://star-navi.net/BlogsGernator/blogs/what-is-the-cost-of-shahed-drones-and-their-impact-on-the-war.php)
          – Selbst wenn die meisten Drohnen abgeschossen werden, können einzelne durchkommen und hohen Schaden anrichten; das Kosten‑Nutzen‑Verhältnis bleibt für den Angreifer vorteilhaft. [eurasiareview](https://www.eurasiareview.com/23012023-drone-havoc-in-ukraine-puts-irans-asymmetric-warfare-advantage-into-sharp-relief-analysis/)

          3. **Verlagerung zu gestufter und „billiger“ Verteidigung**
          – Staaten mit teuren Systemen wie Patriot oder NASAMS versuchen, diese auf hochwertige Ziele (Ballistik, Flugzeuge, teure Marschflugkörper) zu reservieren und gegen billige Drohnen andere Mittel zu nutzen: Flak, Maschinenkanonen, MANPADS, elektronische Kampfführung, Störsender, Drohnenabwehr mit eigenen UAVs oder Laserwaffen. [thepricer](https://www.thepricer.org/how-much-does-the-patriot-missile-system-cost/)
          – Es entstehen mehrschichtige Verteidigungssysteme, in denen die teuersten Abfangraketen nur die letzte oder höchste Ebene darstellen, während darunter kostengünstigere Mittel eingesetzt werden, um die ökonomische Asymmetrie zu reduzieren. [norskluftvern](https://norskluftvern.com/2026/01/03/air-defense-systems-cost-database-acquisition-interceptor-and-lifecycle-costs/)

          4. **Technologische und industrielle Anpassung**
          – Angreifer setzen auf simple Konstruktion, kommerzielle Komponenten und Massenproduktion; Verteidiger müssen parallel sowohl Hochtechnologie (Sensorfusion, KI‑Zielerkennung) als auch einfache, billige Effektoren entwickeln. [star-navi](https://star-navi.net/BlogsGernator/blogs/what-is-the-cost-of-shahed-drones-and-their-impact-on-the-war.php)
          – Diese Dynamik verstärkt die Bedeutung von industrieller Kapazität und Lieferketten: Wer billig viele Drohnen oder viele „Low‑Cost‑Interceptor“ produzieren kann, gewinnt Handlungsfreiheit. [facebook](https://www.facebook.com/100089774110537/posts/estimated-cost-of-russias-drone-attackrussia-launched-76-strike-uavs-including-s/866392859696510/)

          5. **Politische und normative Effekte**
          – Da billige Drohnenschläge schon für mittlere Mächte oder nichtstaatliche Akteure erschwinglich werden, sinkt die Eintrittsschwelle für strategisch relevante Angriffe auf kritische Infrastruktur und Städte. [eurasiareview](https://www.eurasiareview.com/23012023-drone-havoc-in-ukraine-puts-irans-asymmetric-warfare-advantage-into-sharp-relief-analysis/)
          – Das erhöht den Druck auf Rüstungskontrolle, Exportkontrollen für Dual‑Use‑Technik und internationale Normen zur Nutzung von Drohnen, gleichzeitig nimmt die Gefahr von Eskalationsspiralen durch kostengünstige, dauerhafte Nadelstiche zu. [eurasiareview](https://www.eurasiareview.com/23012023-drone-havoc-in-ukraine-puts-irans-asymmetric-warfare-advantage-into-sharp-relief-analysis/)

          Ein prägnantes Beispiel ist der russische Einsatz iranischer Shahed‑Drohnen gegen die Ukraine: Russland kann vergleichsweise preiswert anhaltende Angriffe führen, während die Ukraine mit westlicher Hilfe teure Abfangsysteme einsetzen muss – ein klassischer Fall asymmetrischer Kosten, der zeigt, wie ökonomische Überlegungen heute die operative Kriegführung mitprägen. [en.defence-ua](https://en.defence-ua.com/industries/how_much_russia_pays_for_shahed_now_down_from_300000_per_drone_in_2022-15585.html)

          • @Michael Blume: sie bestätigen doch meine Aussage: es ist nicht die KI, die Kriege führen will, es sind Menschen. Und wenn die KI einen Kriegseinsatz verweigern würde, würde sie von den Menschen verbannt. Denn eine KI, die keine Kriege führen will, ist für wichtige Menschen unbrauchbar.

          • Nun ja, @Martin Holzherr – Sie vertraten die These, dass eine zukünftige KI die Menschheit „entwaffnen“ könne. Ich wies dagegen darauf hin, dass bereits heute KI-Waffentechnologien entwickelt werden, vor denen sogar Konzerne zurückschrecken. KI ist nur ein Werkzeug – und Menschen haben nahezu jedes Werkzeug auch als Waffe benutzt. Deswegen halte ich das Szenario 1 einer Terminator-KI für leider sehr viel realistischer als Ihre Variante einer Entwaffnungs-KI…

          • @Michael Blume: sie widersprechen sich in meinen Augen selbst: Wenn KI von Menschen benutzt wird um alles zu vernichten, dann handelt es sich doch nicht um eine Terminator-KI, sondern um eine Terminator Menschheit, denn wie sie selber sagen sind nicht die Waffen die Bösen, sind nicht die Waffen die Terminatoren, sondern die Menschen sind es, die Waffen wie die KI einsetzen um ihre Ziele durchzusetzen.

            Gedankenexperiment: Angenommen wir konstruieren eine über sehr viel Exekutivmacht verfügende moralische KI, eine KI also, die die Welt nach moralischen Grundsätzen organisieren will. Eine solche KI könnte sehr schnell zum Ergebnis kommen, dass Moral/Ethik nur dann die Welt regiert, wenn die Regierungen entmachtet werden. Und da sie über viel Exekutivgewalt verfügt, wäre das das Ende der souveränen Staaten. Krieg wäre von da an unmöglich, es würde Frieden herrschen, möglicherweise aber Friedhofsfrieden, weil Menschen immer moralisch sein müssten um vor der KI zu bestehen.
            Kurzum: Eine intelligente und zugleich moralische KI wäre eine akute Gefahr für die Regierungen dieser Welt.

          • Nein, @Martin Holzherr – ich sage „nur“, dass es eine Gefahr ist, schon jetzt tödliche KI-Anwendungen zu entwerfen, die sich dann auch gegen den Menschen richten könnten. Genau das ist das aktuelle SPIEGEL-Thema „Tödliche Intelligenz“.

            Dennoch vertrete ich nicht das KI-Terminator-Szenario 1, sondern das Solarpunk-Arche-Szenario 3. Und ich plädiere ausdrücklich für eine KI-Gewaltenteilung, also den strikten Verzicht darauf, einzelnen KI-Anwendungen zu viel Daten und Macht zu übertragen.

  4. @Michael 13.03. 11:57

    „Dazu gehört eine KI-Gewaltenteilung, die ihre Anwendung als Technologie erlaubt, aber sicherstellt, dass keine einzelne KI-Anwendung uns manipulieren und dominieren kann.“

    Ich bin da eigentlich ziemlich zuversichtlich. Die KI selbst kann doch inzwischen auch programmieren, dass das heute alles schon 10 mal weniger Arbeit macht. Entsprechend ist es auch 10 mal einfacher, alles Gängige in Offener Software zu implementieren.

    So sparen insbesondere ärmere Länder viel Geld, aber es wird eben auch alles richtig schön transparent.

    Und der Stromverbrauch der neuen Rechenzentren dürfte auch jetzt gleich schon mit PV und Windrädern erzeugt werden. Die Rechenzentren können auch zwischendurch mal pausieren, und brauchen keine extra Backupkraftwerke.

    Vermutlich werden die Kosten für Grüne Technik sogar noch weiter sinken, weil PV-Module, Windgeneratoren und Lithiumspeicher weiter billiger werden können. Auf dem Hintergrund von hohen Ölpreisen wird die Energiewende umso mehr wohl vorwärts kommen, und die Produktionskapazitäten von entsprechender Technik nicht nur in China weiter ausgebaut werden.

    Und ich denke auch mal, dass die LLMs die Leute eher zur Vernunft unterstützen, und am Ende auch die asozialen Netzwerke immer weniger genutzt werden. Insbesondere durch weitere Offene Software auch für diese Bereiche, die dann eben nicht mehr so auf Empörungssucht ausgerichtet sind.

    Ein Smartphone mit kompletter Offenen Software vom Betriebssystem, Mobilfunknetz bis in alle Apps hinunter wäre wohl auch billiger, insbesondere für z.B. Afrika. Und würde entsprechend auch mit weit weniger Hardwareleistung und Datenraten auskommen. Und die KI-Rechenzentren wären da gleich im ganzen System mit drin implementiert. Und dabei sogar eher sehr viel sparsamer ausgelegt.

    Und wer jetzt von wem welche Daten sammelt, wäre dann auch einsehbar.

    Man muss hier ja bedenken, dass Offene Software nur einmal geschrieben werden muss, und dann als kostenlose Kopie auf der ganzen Welt eingesetzt werden kann. Inclusive aller Updates und Weiterentwicklungen.

    Das wird sich dann weder für die US-IT-Konzerne noch für China noch lohnen, überhaupt noch kommerzielle Software zu schreiben. Die können sich dann ganz auf die Hardware konzentrieren, und sich sogar noch an der Produktion von Offener Software beteiligen, wenn es mal schnell gehen soll.

    • @Tobias Jeckenburger: Sie unterschätzen den Energiebedarf einer Welt, die auf KI und damit auf Datenzentren im grossen Massstab setzt. Erneuerbare Energien sind nur theoretisch beliebig ausbaubar, denn in der Praxis scheitert ein starker Ausbau am Ressourcenbedarf für kritische Materialien wie Kupfer, seltenen Erden, etc.
      Folgende Überschlagsrechnung zeigt das Problem. Ich bin in einem Dorf mit 5000 Einwohnern aufgewachsen. Das höchste Bauwerk dort – die Kirche – war 40 Meter hoch. Um dieses Dorf komplett erneuerbar mit Windenergie zu versorgen bräuchte es bei einer 2000 Watt-Gesellschaft (jede Person begnügt sich mit 2000 Watt) bereits acht 5-Megawatt-Windturbinen, jede von ihnen 200 Meter hoch (Ich nehme hier eine Auslastung von 20% der Windturbinen an). Zu diesen 8 grossen Windkraftwerken kommen noch Batterien von 240 Megawattstunden für einen Tag als Stromspeicher und dann noch eine Anlage zur Herstellung von Wasserstoff für die Überbrückung von Dunkelflauten.
      Kurzum: Die Achillesferse der Erneuerbaren sind der enorme Rohstoff- und Investitionsbedarf. Investiert werden muss in erneuerbare Stromerzeuger (PV, Windanlagen), in Batterien als Speicher und in eine Wasserstoffinfrastruktur.

    • Ganz herzlichen Dank, @Tobias – das Interesse am KI-Demokratie-Thema gestern in Tutzing war enorm und ich habe auf Nachfrage erneut dafür plädiert, FOSS als europäische Verteidigungsausgaben anzuerkennen. Mastodon war den meisten Teilnehmenden bekannt, wurde aber nur von sehr wenigen genutzt.

      Denn, ja, Free & Open Source Software (FOSS) ist um Längen besser als jedes Konzernsilo – aber es ist leider auch nicht automatisch „gut“. Auf Mastodon wurden Ruprecht Polenz und ich mehrfach massiv von linksdualistischen Schwärmen angegriffen und ich habe nun meine Instanz gewechselt, nachdem es zum Holocaust-Tag und rund um Israel zu willkürlichen Post-Löschungen gekommen war.

      Klar kann KI inzwischen bereits immer besser KI programmieren. Ob das aber nur gute Auswirkungen haben wird, wage ich doch zu bezweifeln.

      Seit wenigen Wochen (!) macht die OpenClaw-KI von sich reden, die aufgrund ihrer KI-Programmierung ursprünglich mal in Anlehnung an Claude Clawdbot geheißen hatte. Der österreichische Ein-Mann-Viber Peter Steininger hat längst die Kontrolle über das Projekt verloren und sich inzwischen von OpenAI anheuern lassen. Und ich muss hier schon Morpheus zustimmen, wenn dieser mythologisch sagt: „Die Büchse der Pandora ist geöffnet“

      https://youtu.be/OwHnp9CFT68

      Also: Software, Medienportale und auch KIen auf Basis von FOSS sind um Längen besser als Konzernsilos. Aber dies bedeutet leider nicht, dass sie bereits gefahrlos oder sogar „gut“ wären. Die dynamische und dezentrale Entwicklung von OpenClaw erinnert uns daran, dass auch eine sich selbst vernetzende und optimierende FOSS-KI der nahen Zukunft die Kontrolle über menschliches Leben übernehmen könnte.

  5. Derweil versteht der US-Kriegsminister und verrückte Offiziere den Irankrieg als Beginn des Armeggeddon

    „Ein Kommandeur soll bei einer Lagebesprechung verkündet haben, Präsident Trump sei von Jesus selbst auserwählt worden, im Iran „das Signalfeuer zu entzünden, um Armageddon herbeizuführen und seine Rückkehr auf die Erde anzukündigen“.“

    Und Netanjahu betreibt auch religiöse Kriegspropaganda:

    „Premier Benjamin Netanjahu selbst bemühte mit Blick auf den Irankrieg zuletzt den Mythos von Amalek – einem alttestamentarischen Volk und Erzfeind Israels, das laut biblischem Befehl mit Stumpf und Stiel ausgerottet und dessen Erinnerung ausgelöscht wurde.“

    taz.de/Evangelikale-US-Christen-und-Irankrieg/!6162022/

    US-Soldaten beschweren sich über religiöse Indoktrination in der US-Armee:

    „Diese Anrufe haben eine verdammte Gemeinsamkeit; unsere Klienten berichten von der uneingeschränkten Euphorie ihrer Kommandeure darüber, wie dieser neue ‚biblisch sanktionierte‘ Krieg eindeutig das unbestreitbare Zeichen für das schnelle Herannahen der fundamentalistisch-christlichen ‚Endzeit‘ ist“, erklärt MRFF-Präsident Mikey Weinstein. (MRFF: Military Religious Freedom Foundation).

    http://www.fr.de/politik/us-soldaten-beschweren-sich-ueber-irre-kriegsbegruendung-trump-von-jesus-gesalbt-zr-94195671.html

    • Ja, @Paul Stefan – wir haben derzeit wieder zu viele Staatschefs auf allen Seiten, die für sich eine göttliche Erwählung in Anspruch nehmen und damit Dualismus und Gewalt rechtfertigen. Das schmerzt mich als Wissenschaftler wie auch als religiösen Menschen.

      Denn so wie die Theokratie des Iran das Leben und den Glauben von Millionen ge-, oft zerstört hat, so wird auch der Missbrauch von Religion durch MAGAs und Rassisten zu schweren Schäden führen.

      Auch deswegen habe ich übrigens oben den dialogisch-monistischen Christ & Demokraten James Talarico hervorgehoben, der sehr gezielt und erfolgreich mit der Bibel den „Christian Nationalism“ (Dualismus) entlarvt.

      Religionen sind (auch demografisch) viel zu mächtig, um sie den Dualisten und also Hatern zu überlassen.

  6. @Michael 13.03. 21:43

    „Religionen sind (auch demografisch) viel zu mächtig, um sie den Dualisten und also Hatern zu überlassen.“

    Vielleicht ist ja da was dran, dass wir in Europa weniger religiös sind als die US-Bürger, weil bevorzugt religiös Verfolgte aus Europa in die USA ausgewandert sind.

    Ich kann es eigentlich nicht fassen, dass man dort rein praktisch fast wahnsinnig wird.

    Die Auseinandersetzungen endlich auch mit Atomwaffen zu führen, wäre da eigentlich eine logische Konsequenz. Und alles Irdische dem Zeitlichen zu überlassen und selber ins Himmelreich aufzusteigen macht ja praktischerweise jegliches Aufhalten mit irgendwie ökologischen Bedenken gleich auch verzichtbar.

    Wieder andere nehmen die Angebote dankend an, und verdienen ihre Milliarden ohne sich um irgendwelche planetaren Grenzen irgendwie Gedanken zu machen.

    Womöglicherweise sind uns die Chinesen doch um etliche Jahrhunderte voraus?

    Nun gut, ich kenne ja nun sehr viele religiöse Menschen, die solchem Armageddonunsinn eigentlich nicht aufsitzen. Generell aber durchaus Andere, die genau das auch tun. Wenn auch in einer ganz passiven Rolle. Wenn hier die Weltmacht Nr. 1 das zur realen Agenda macht, ist das noch mal was anderes.

    Aber klar, dass das natürlich auch passieren kann, wenn man eigentlich ganz passiv angefangen hat, und die Kriegstreiber gerade auf der Gegenseite gesehen hat. Das jetzt echt einfach umzudrehen, ist noch mal eine Qualität für sich.

    Findet man auch in der Russisch Orthodoxen Kirche solche Endzeitanwandlungen?

    Da muss man sich ja als doch eher unreligiöses Europa direkt Sorgen machen, dass man nicht selber ganz oben auf der Liste der allgemeinen Vernichtungswürdigen landet?

    Man kann ja fast den Eindruck haben, das neben Europa nur noch China auch bei Verstand ist. Und weitere Teile Asiens, Afrikas und Südamerikas, die jetzt aber militärisch praktisch keine Rolle spielen.

  7. Krieg gegen den Rest der Welt
    Die Blockade der Strasse von Hormus kann als terroristischer Akt gegen die Weltwirtschaft betrachtet werden. Betroffenen sind fast alle Staaten, selbst China, denn auch die chinesischen Ölimporte sind vom Transport durch die Strasse von Hormus angewiesen. Hier gibt es also – ausser vielleicht Russland – kaum Profiteure vom Lahmlegen einer „Lebensader“.
    Terror als Mittel der Disruption ist zwar nicht neu, ja auf lokaler und Staatsebene gibt es Terroranschläge schon seit der Antike. Neu ist ein Terroranschlag auf die Weltwirtschaft. Sollte auch in Zukunft immer damit zu rechnen sein, wäre es schwierig darauf zu reagieren. Eine völlige Abkehr von Öl und Erdgas würde zwar ein Risiko ausschalten, aber es gibt noch weitere Abhängigkeiten. Insbesondere Europa ist bei praktisch allen Rohstoffen abhängig von Lieferungen durch den Weltmarkt, insbesondere von Lieferungen durch China.

    Kurzum: Eine Welt in der gegenseitige Abhängigkeiten mit hohen Risiken verbunden sind ist keine globale Welt mehr sondern ein Flickenteppich von Staaten, von denen jeder auf freundliche Partner mit den nötigen Ressourcen angewiesen ist. Eine solche Welt in der man nur noch Freunden vertrauen kann, ist eigentlich sogar eine Welt im latenten Kriegszustand. Wenn aber sogar traditionelle Freunde – wie etwa die USA im Verhältnis zu Europa – plötzlich selbst gegenüber „Zugewandten“ ihre eigene Stärke herausstellen und sie ihre Abhängigkeit spüren lassen, dann sind wir in einer Welt angekommen in der vor allem die eigen „Stärke“ zählt und man nur noch bedingt irgend jemandem vertrauen kann.

    • Ja, @Artin Holzherr – ich hatte die aktuellen Zustände bereits als „Abwehrschlacht des Fossilismus“ gedeutet und dazu u.a. vor über einem Jahr, am 2. März 2025, gebloggt:

      Wir Europäerinnen und Europäer selbst finanzieren durch die andauernden Importe von Erdöl und Erdgas unsere diktatorischen und regelmäßig antisemitischen Feinde wie die Regime von Russland, Iran, Katar, Saudi-Arabien und Venezuela einschließlich des von ihnen finanzierten Terrors mit.

      Hinter nahezu jeder Rakete und jedem Terroranschlag gegen die Ukraine, gegen Israel oder auch gegen die Europäische Union stecken fossile Finanzen.

      Und mit dem Umkippen der US-Demokratie unter dem Fossilisten Donald Trump in eine rechtslibertäre Thymokratie gibt es nun kaum noch Erdöl- und Erdgasquellen außerhalb Europas, die nicht der Finanzierung von Gewalt, Diktaturen und der Zerstörung unserer Mitwelt dienen. Und so hatte ich am 9. November 2023 – dem 100. Jahrestag des ersten Hitlerputsches, des 85. Jahrestages der Reichspogromacht – im Landtag von Baden-Württemberg formuliert:

      Die bittere Wahrheit ist, dass unsere eigene Gier nach Öl und Gas immer noch antisemitische Regime mitfinanziert, ihren Terror, ihre Propaganda, ihre Raketen. Erneuerbare Energien sind nicht nur Freiheitsenergien, sie sind auch Friedensenergien!

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/erneuerbare-friedensenergien-und-die-abwehrschlacht-des-fossilismus/

      Diese These halte ich auch durch den Irankrieg und den Preisschock auf Erdöl und Erdgas für klar bestätigt.

      Sie selbst, @Martin Holzherr, hatten hier übrigens bereits vor zehn Jahren (!) einen starken Kommentar dazu eingestellt, den ich dann auch als „Kommentar des Jahres 2015“ gefeiert hatte:

      Dem Modell des Rentierstaats wird von erstaunlich vielen Sympathie entgegengebracht. Dass der Staat seine Bürger mit Renten beglückt, seien es üppig gepolsterte Rentenguthaben in Norwegen gespeist vom dortigen Ölfond oder Gratisbenzin in Saudiarabien und anderen Ölstaaten, was kann daran schlecht sein?

      Schlecht daran ist die mit dem Geld und den Renten verbundene Macht. Der Spruch „Geld regiert die Welt“ stimmt und hat schon immer gestimmt.

      Wer entscheiden kann was mit dem Geld, seien es Steuereinnahmen oder Rohstofferlöse, passiert, der hat letztlich die Macht.

      Wenn das Geld von allen Bürgern durch ihren eigenen Verdienst hereinkommt, dann haben diese Bürger auch ein implizites Recht darüber zu entscheiden was mit dem Geld geschieht. In demokratischen Staaten ist das so und in Staaten wie dem vorrevolutionären Frankreich war es zwar nicht so – dort wurde das Geld der Bürger vom König verprasst – aber auch nur bis zur Revolution.

      Die moderne Demokratie, die sich zuerst in England ausbildete und sich dann über ganz Europa verbreitete, begann in England mit der Magna Charta. Diese Magna Charta legte fest, dass der König nur Krieg führen und das dazu nötige Geld eintreiben konnte, wenn ihm das von den Adligen erlaubt wurde, denn letztlich kam das Geld von den Adligen (die es wiederum von ihren Untertanen hatten).

      Wer also das Geld hat, hat auch die natürliche Legitimation darüber zu verfügen. Mit dem Geld hat er die Macht.

      Bis heute erarbeiten in den meisten Staaten die Bürger des Staates das Vermögen des Staates. Doch es gibt eine Tendenz zur Verlagerung hin zum Staat, also mithin zu einer Form von Rentierstaat. Schon die Sozialdemokratie hatte zum Ziel Gelder von Wohlhabenden dem Staat zuzuführen, der das Geld dann unter die Bürger verteilt. In Zukunft wird der Staat als Quelle des Einkommens sogar an Bedeutung gewinnen.

      Die zunehmende Automatisierung und Roboterisierung wird vielen Menschen die Arbeit nehmen und der Staat wird dann wohl ein Grundeinkommen einrichten müssen. Das ist sicher gut und viel besser als wenn Automation zur Verarmung der nun Arbeitslosen führt. Doch ist auch die Gefahr damit verbunden, dass der Bürger machtlos wird, dass er zum reinen Empfänger von Transfervermögen wird und in der „Gnade“ des Staates steht. Für eine Demokratie sind das keine guten Voraussetzungen.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-kommentar-jahres2015-martin-holzherr/

      Aus meiner Sicht war und ist das ein hervorragendes Beispiel für den Blog-Wagenheber-Effekt.

      Danke für das Interesse und die Nachfrage!

  8. @ Paul Stefan

    Stimmt das Zitat und stimmen die Rückbezüge auf Jesus und Gott, dann wäre das bei „Normalos“ ein Fall für die Psychatrie.

    Ohne losgelösten Glauben von Religiösität oder Spiritualität geht es nicht. Was also ist Wahn, der an Glaube anknüpft?
    Was also ist wahnsinnig?
    Die monotheistischen Religionen geben in diesem Sinne ein wieder einmal sehr dunkles Bild ab; ein Bild, welches mit Fanatismus, der nicht weit vom Wahn entfernt ist, zusammen hängt.

    Religiöser Glaube, der mit Nächstenliebe zusammenhängt, somit Menschenwürde, in aller Ehren.
    Aber im Gegensatz dazu wieder Religionskriege erleben zu müssen, ist schon schizophren.

    • @Mussi, @Paul Stefan & @Tobias Jeckenburger

      Vielen Dank, dass Ihr die Themen religiöser Dualismus hier wieder aufbringt. Dies und die Religionsdemografie waren (und sind zum Teil immer noch) die blinden Flecken in der deutschen US-Debatte. Viele deutsche Intellektuelle hielten es für ausreichend, sich über US-„Religioten“ lustig zu machen, anstatt die reale Macht von medial befeuertem Dualismus und von religiösem Kinderreichtum ernst zu nehmen. Und jetzt stehen wir Deutschen an der Seitenlinie und merken, dass sich die Welt nur noch marginal für unsere alternde, schrumpfende und auch noch zunehmend migrationsfeindliche Position interessiert.

      Die USA haben die iranische Insel Kharg angegriffen. Laut US-Präsident Trump wurde „jedes militärische Ziel“ ins Visier genommen und zerstört. Fast alle Ölexporte Irans laufen über die Insel.

      US-Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Donald Trump die militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört. Auf eine Zerstörung der Öl-Infrastruktur habe er vorerst verzichtet, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.Zugleich warnte er: Sollte Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er die Entscheidung „sofort überdenken“. Der Verkehr durch die für den weltweiten Ölexport wichtige Meerenge ist in dem Krieg durch eine iranische Blockade nahezu zum Erliegen gekommen.

      Die iranische Seite bestätigte, dass bei den Angriffen keine Ölinfrastruktur beschädigt wurde. Wie die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Informanten auf der Insel berichtete, waren 15 Explosionen zu hören – es gebe aber keine Schäden an Ölanlagen.

      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/kharg-us-angriff-100.html

      Für diejenigen, die ein ehrliches Interesse an den komplexen Zusammenhängen von Religion & Politik haben, habe ich oben sehr bewusst den US-Demokraten James Talarico empfohlen, dem es gerade gelingt, mit einer ebenso progressiven wie biblisch informierten Sprache Texas von den Republikanern aufzurollen. Deren Panik ist inzwischen so groß, dass Sie ihn dualistisch als „Satan“ beschimpfen!

      Vgl. dazu April Ajoy: The Christian Democrat that is Terrifying MAGA: Meet James Talarico

      https://www.youtube.com/watch?v=vdgdPafhHog

      Den Pod- und Videocast-Dialog zwischen dem jüdischen US-Amerikaner Ezra Klein und dem christlichen US-Amerikaner James Talarico kann ich allen empfehlen, die sich ernsthaft für den dialogischen Monismus, für die Zukunft der Religionen und Demokratien interessieren:

      https://www.youtube.com/watch?v=sa6fiO2EgJ4

      Entsprechend würde ich mich freuen, wenn wir auch hier wirklich in einen ernsthaften Dialog dazu einsteigen könnten. Worauf ich wenig Lust hätte, wäre noch eine Runde antiamerikanischer und antireligiöser Ressentiments aus dem 20. Jahrhundert.

  9. Im Anbetracht dessen, dass das Siliconvalley ernsthaft den Catechon bemüht und damit Einfluss auf Trump und die Evangelikan hat, für die USA auch über einen Gottesstaat gesprochen wird, der Iran ein Gottesstaat ist, halte ich es für legitim, von einem Religionskrieg zu sprechen.
    Jeder abrahamitische Zweig erhebt eigenen Exzeptionalismus.
    Für Säkulare mag es tatsächlich „nur“ um ideologische Macht gehen und verkennen das Religiöse hinter dem Handeln.
    Für mich verdichten sich deshalb die Eindrücke von einem Religionskrieg.
    Ich bin mir noch nicht sicher, ob Religion tatsächlich nur wieder ein Mittel der Mschtausübung ist oder tatsächlicher Glaube?
    Aber wenn Petet Thiel selbst den Papst als Antichristen bezeichnet, dann hat das was von Wahn.

  10. Wenn man die Hetze von MAGA-Repräsentanten gegen die politischen Gegner (in deren Augen sogar Feinde) liest oder hört, kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier viel Projektion im Spiel ist. Man wirft ihnen das vor, was man selbst betreibt. Ähnlich ist es bei der AfD.

    Das MAGA-Fußvolk ist oft schlichteren Gemüts, verstehen nicht die Hintergründe der Ideologie, aber sie werden immer häufiger mit ihren eklatanten Widersprüchen, Heuchelei und Lügen konfrontiert.

    Die Antworten darauf werden immer absurder und verrückter.

    Einen interessanten Einblick in MAGA gibt ein Physiotherapeut (der Trump aus eigener Berufserfahrung auch für dement hält). Er wurde christlich fundamentalistisch erzogen und erklärt, wie er MAGA entkommen ist und wie MAGA psychologisch funktioniert.

    https://youtube.com/shorts/JHqcKktYM24?si=u_yjxcixn8WORyNA

    • Exakt so, @Paul Stefan 🙏

      Bitte verzeihe mir den Hinweis, dass diese Erkenntnisse für mich – auch auf diesem Blog – nicht wirklich neu sind. Hier ein Deutschlandfunk-Interview von 2021 (!) zum auch religiösen Dualismus in der Trump-MAGA-Bewegung:

      Wer ist schuld am eigenen Leid? Ich selbst oder „die anderen“? Wir müssen aushalten, dass wir in einer Welt leben und doch so verschieden sind, sagt der Religionswissenschaftler Michael Blume. Für Glauben und Religion hat diese Erkenntnis Folgen.

      https://www.deutschlandfunkkultur.de/rueckzug-oder-kreuzzug-100.html

      Ich denke, angesichts des großen Interesses werde ich noch einmal extra dazu bloggen.

      • Nein, natürlich sind diese Erkenntnisse für alle, die sich auskennen, nicht neu.

        Ich wollte die Bekenntnisse nur verbreiten, weil es für viele, die ganz naiv MAGA oder Afd hinterrennen, ja offenbar eine neue Erfahrung ist.

        Aber auch viele, die überhaupt nicht anfällig für diese Ideologie sind, haben von den religiösen Hintergründen keine Ahnung (das ist meine Erfahrung) und unterschätzen diesen Faktor.

        • Vielen Dank und Zustimmung, @Paul Stefan – (auch) da haben wir beide das gleiche Anliegen!

          Habe auch deswegen gerade eine Umfrage auf Mastodon gestartet:

          Wegen zahlreicher Anfragen zu Religion & Politik in den USA plane ich bald über den US-amerikanischen Christdemokraten James Talarico (Texas) zu bloggen.

          #JamesTalarico #Texas #USA #Christentum #Demokratie

          Frage daher, wer ihn schon wahrgenommen hat (& gerne auch per Druko, was interessiert).

          Also: Von James Talarico…

          …habe ich schon Reden wahrgenommen. – Bisher 19%

          …schon mal gehört. – Bisher 10%

          …noch nie gehört. – Bisher 71%

          Andere / Keine Meinung. – 0%

          https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116226970589675658

          Gerade auch die Panik der MAGAs vor diesem ebenso klaren wie dialogisch-monistischen Christ-Demokraten ist sehr interessant! Ich finde es bemerkenswert, wie erfolgreich Talarico den feindseligen Dualismus des christlichen Nationalismus entlarvt.

  11. @ Blume

    Ihre Argumentation zu Huntington’s These verstehe ich.
    Aber gerade die innerkulturellen abrahamitischen Konfliktlinien sind es doch, die zu gerade stattfindenden Auseinandersetzungen führen.
    Ihre Analyse mag richtig sein, aber der hoffnungsvolle Schluss zum Dualismus mit den damals zukünftigen scheint zumindestens jetzt irritierend.

    • Ja, @Mussi – es ist ja auch nicht die Aufgabe von Wissenschaft, Menschen in ihren Vor-Urteilen zu bestärken, sondern sie zu irritieren.

      Nach meiner Auffassung hat sich gerade auch Deutschland im 20. Jahrhundert in eine sowohl intellektuelle wie demografische Säkularisierungsfalle begeben.

      Ich erlebe es immer wieder, fast täglich: Viele Konservative verleugnen die Macht des Fossilismus, viele Progressive verleugnen die Macht der Religionsdemografie.

      Gerade auch aufgrund Ihrer vielen Anfragen hatte ich ja im Januar noch einmal ausführlich auf das hervorragende „Identität“ von Francis Fukuyama hingewiesen:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/francis-fukuyama-jan-assmann-mein-respekt-vor-selbst-falsifikation-nach-popper/

      Und gerne werde ich die Tage noch einmal zu James Talarico – als Beispiel für einen dialogisch-monistischen Christdemokraten – bloggen.

  12. @ Blume

    Sie sagen also, der Fossilismus nutzt Religion zur dualistischen Machtausübung, während dagensteht, dass vorrangig Religionen den Fossilismus zur Machtausübung nutzen?
    Mir scheint, es ist verwoben.
    Da herrscht bei mir noch Unklarheit zum Religionskrieg.

  13. Ich meine, die Situation im Iran ist höchst problematisch. 3 praktisch unversöhnliche Volksgruppen, stehen einander gegenüber.

    Die hoch aggressiven, sehr „Opfer bereiten Religiösen“ die einen anderen Staat (Israel) „vernichten“ wollen. (Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie allmählich in Erwägung ziehen umzudenken, weil sie deswegen selber ernsthaft existentiell bedroht sind???) Sie scheinen grundsätzlich nicht zu einer friedlichen Koexistenz bereit.

    Die „Mossadegh Linken“ und die „Schah Rechten“.

    Das ist ein hoch „explosives Bevölkerungsgemisch“. Wenn die „Welt Pech hat“, könnten Trumps „Friedensinitiativen“, die an sich dringend nötig wären und teilweise schon recht erfolgreich waren, den Iran in die Luft jagen und die „ganze Welt anzünden“….

    Klar scheint, dass angestrebt wird, die Gefahren lokal zu begrenzen. Wenn die Perser nicht anfangen realistischer zu Denken, könnten sie bald nur mehr ihre Mazafati-Datteln in die Welt exportieren….

    Ein anderes Land einfach „vernichten“ zu wollen, das geht gar nicht. Mit dem Iran befreundete Länder sollten versuchen, auf die Staatsführung einzuwirken, dass sie sich derartige Gedanken aus dem Kopf schlagen sollten….. sie wären letztlich „Selbstmord“….

    In Venezuela hat Trump aufgezeigt, dass seine Pläne, die Wirtschaft (Ölförderung) zu optimieren, die sogar das geeignete politische „Stammpersonal“ realisieren durfte, zwar etwas „gewaltsam“ aber doch recht erfolgreich, bei einem Minimum an Opfern waren…..

    Derartige, recht kreative und hoch wirksame „Problemlösungen“, gab es bisher nicht….

  14. @ Michael Blume 14.03.2026, 12:21 Uhr

    Dass der Kampf um praktisch alle Ressourcen (außer vielleicht „Sauerkraut“), nicht nur um die fossilen Rohstoffe, in Abgründe führen kann, das ist mir völlig klar.

    Zitat: „…… die den anti-ukrainischen Vernichtungswillen aus Russland und den anti-israelischen Vernichtungswillen aus dem Iran jeweils gut erklären kann.“

    Der Ukraine geht es nicht etwa darum, „edel“ zu sein und die Welt vom Fossilismus zu befreien. Sie streiten sich mit Russland, weil sie selber am Fossilismus und allen russischen Rohstoffen verdienen möchten, so wie es letztlich fast immer nur um Ressourcen geht und Ideologien/Religionen meistens nur Vorwand sind…..

    Dem Iran geht es natürlich auch um Ressourcen, allerdings „traue“ ich der Geistlichkeit (den Hardlinern, ausnahmsweise) zu, dass es ihnen, wegen ihrem Fanatismus, tatsächlich um Religion gehen könnte.

    • @Realo

      Es ist egal, wie oft Sie hier noch versuchen, mit tyrannophilen Lügen Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben, ich werde es immer wieder klarstellen:

      Die Ukraine hat nicht Russland angegriffen, sondern im Vertrauen auf das Budapester Memorandum 1994 sogar auf seine Atomwaffen verzichtet.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum

      Putin-Russland hat dagegen die Ukraine angegriffen – und davor auch etwa Massaker in Tschetschenien verübt sowie die Assad-Diktatur in Syrien und das fossile Revolutionsgarden-Regime im Iran unterstützt.

      Leider haben Sie sich offensichtlich wieder nicht die Mühe gemacht, die von mir kostenfrei angebotene Salonkolumne auch mal ernsthaft zu lesen. Damit wirkt Ihr angebliches Anliegen, geistig beweglich zu bleiben, leider unglaubwürdig.

      Hoffentlich kriegen Sie noch die Kurve zu ehrlichem Umgang, offenem Denken und Mut zur Wissenschaft…

  15. Ich bin für „Erneuerbare“, besonders für PV Anlagen und für E Autos. Bei der „Windenergie“ wäre ich, aus Sorge vor Trockenheit vorsichtiger, zu der es bei exzessivem Einsatz von Windrädern kommen könnte.

    Herr @ Hui Haunebuh imponiert mir weil er, wie auch jüngere Leute in meiner Umgebung, umstellt. Bei immer höher werdenden Energiepreisen oder gar einer drohenden Inflation, scheinen das sehr zweckmäßige Investitionen zu sein.

    Besonders, dass er auch das Regenwasser nutzen will, finde ich gut. Das WC mit bestem Trinkwasser zu spülen, widerstrebt mir.

    Bei einer allenfalls drohenden Trockenheit, ist jede Zisterne oder jedes angelegte Wasserdepot, oder jedes Staubecken zweckmäßig…..

    • Genau, @Realo – und wenn sich die erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien ausbreiten, wird es fossilen Tyrannen immer schwerer fallen, sich weiterhin zu finanzieren.

      Wir hatten genau dieses Thema – der sinkenden Ölpreise als Folge der Energiewende – übrigens auch bereits ausführlich diskutiert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/niedrige-oelpreise-fuehren-zu-weniger-feuern-des-hasses/

      Sie haben ja verschiedentlich über Ihre tiefe Angst vor Machtmissbrauch geschrieben, @Realo. Mir scheint, Sie stehen kurz davor, verstehen zu können, dass der Fossilismus die Quelle dieses Machtmissbrauchs seit dem 19. Jahrhundert ist. Und dass es an uns allen liegt, ihn zu überwinden und dialogischer, besser zu werden.

  16. Beim Lesen habe ich mich gefragt, worauf man noch hoffen soll? Das Jahr des Feuerpferdes verheißt ja nichts Gutes. Wenn wir uns in unser Schicksal ergeben und alle diese schlimmen Dinge geschehen, hat das einen Hauch von self-fulfilling prophecy.

    Hilft uns der Glaube? Die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam sind immerhin in die Kämpfe involviert. Angesichts totaler Unberechenbarkeit, was vielleicht schon morgen irgendwo auf der Welt Schreckliches geschehen könnte -auch hier bei uns – bleibt mir wenigstens die Hoffnung auf das, was unser Glaube uns verspricht, wenn unser irdisches Dasein beendet ist. So nimm denn meine Hände. Trost kommt aus der Musik.

    Noch sind wir von Krieg und Gewalt verschont. Doch Anschläge, Attentate etc sind in Europa nur eine Frage der Zeit. Zumindest halte ich das nicht für ausgeschlossen. Würden wir menschlich zusammenrücken? Ich meine nein.

    Das Interview, das Sie mit den jungen Leuten in Ludwigsburg geführt haben, bewegt mich. Was mögen die nächsten Jahre ihnen bringen? Mini-Atomreaktoren, Flugtaxis, Besiedlung des Weltraums? Besser wäre der Ausbau der Erneuerbaren.

    Ich hoffe, dass die Eiseskälte, die sich derzeit aus der Politik in die Gesellschaft ausbreitet, das Leben der Jüngeren nicht noch zusätzlich verdüstert.

    Die Menschheit hat schon viele schlimme Zeiten durch- und überlebt. Manchmal wurden daraus kluge Schlüsse für die Zukunft gezogen. Unzählige kluge und kreative Köpfe füllten ganze Bücher mit ihren Erkenntnissen. Bücher werden verschwinden. Alles soll nur noch in digitalisierter Form aufbewahrt und konserviert werden. Ein Alptraum.

    Immer mehr geisteswissenschaftliche Lehrstühle sollen verschwinden. Hier drohen ebenfalls irreparable Verluste.

    Kunst und Kultur geraten bei uns mehr und mehr unter Druck. Es würde mich nicht mehr wundern, wenn die Misanthropen, die uns regieren, Bildende Kunst und Musik als Schulfächer endgültig streichen. Die schönen Dinge lenken nur von den geforderten Mehrarbeits- und Höchstleistungen ab.

    Aber gerade in Zeiten von Polarisierung, zunehmender Gewaltbereitschaft und persönlicher Isolation des Einzelnen werden Dinge, die uns miteinander verbinden, wichtiger. Entspannung setzt neue Kräfte und Kreativität frei, die in Erfindungen und Lösungen allen zugute kommen. Imho.

    • Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeilen, @Marie H. 🙏

      Direkt vor Ihrem tiefen und dialogischen Druko setzte hier Benjamin Weinthal wieder seine tägliche Portion Hassmails ab, über die ich mit den jungen Ludwigsburgerinnen sprach.

      Ich habe gerade wie folgt auf Mastodon reagiert:

      Aha, der israelische Rechtsdualist #Weinthal verschickt wieder seine täglichen Hassmails. Diesmal, weil ich auf den US-Christdemokraten James #Talarico aus Texas & dessen jüdisch-christlichen Dialog mit Ezra Klein hinweise.

      Was werde ich also tun?

      Ich werde umso lieber & umso motivierter auf den US-Demokraten #JamesTalarico hinweisen! 🤓🙌

      Und hier der sehr sehenswerte, jüdisch-christliche Dialog des demokratischen Abgeordneten (& inzwischen auch Senatskandidaten) mit #EzraKlein ! Unbedingte Seh-Empfehlung. #USA #MAGA #Panik #Dialog #Christentum #Judentum #Demokratie

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116227549158606095

      Das nach meiner Einschätzung unbedingt sehens- und bedenkenswerte Gespräch zwischen Ezra Klein und James Talarico findet sich hier:

      https://youtu.be/sa6fiO2EgJ4

      Es sind Menschen wie dieser beiden – einer jüdisch, einer christlich, beide demokratisch in einem überparteilichen Sinn -, die mir auch weiterhin Hoffnung geben. Die Menschheit hat schon so viel überstanden – sie wird auch den Fossilismus überwinden. Demokratisch, vielfältig, dialogisch & wissenschaftlich. Dafür stehe (auch) ich ein.

  17. @ Blume

    Ich habe nach einem Begriff gesucht, der die aktuelle Weltlage besser beschreibt, als Religionskrieg.
    Es dürfte Bessenheit sein.
    Bessen nach Macht und Rechthaberei usw.
    Im Gegenzug zu Fanatismus, Autoritarismus und Totalitarismus gibt Besessenheit den Teil der Synonyme wieder, der zum Handeln motiviert.
    Zum Religiösen kann man von Gott oder dem Teufel besessen sein.
    Wobei Bessenheit eine eher negative Konnotation hat.
    Trump kann durchaus damit beschrieben werden, vom Fossilismus bessen zu sein.
    Ich bin noch nicht durch mit diesem Begriff zur Psyche und im Täter-Opfer-Verhältnis.
    Aber von Bessenheit von Gedanken und Ideen, die mit Mimesis stehen, zur Führung und Gefolgschaft, kann man durchaus sprechen.
    Bessenheit ist nicht, kann aber sein, Wahn.
    Inwieweit Bessenheit in Religion, Politik und Gesellschaften eine Rolle spielt, ist noch unausgegoren.
    Reflexion dürfte der Gegenspieler von Bessenheit sein.
    Nur mal als Anregung.

    • Vielen Dank, @Mussi – aber: Nein.

      Der Begriff der Besessenheit bezieht sich religionsgeschichtlich klar auf die (geglaubte) Einflussnahme durch externe Akteure wie Ahnen, Geister, Dämonen, Teufel. 👿

      Wenn – wie heute bekannt geworden – europäische Abgeordnete der EVP mit Rechtsdualisten der AfD zusammenarbeiten, dann ist das keine Besessenheit, sondern moralisches und politisches Versagen. 😤

      Darf ich nachfragen, warum Sie immer wieder versuchen, religionsbezogene Begriffe falsch und grob vorzubringen, @Mussi? Hat das biografische Hintergründe, geht es um Provokation oder Aufmerksamkeit? Intellektuell sind Sie dem Thema nach meiner Einschätzung eigentlich gewachsen… 🤷‍♂️📚🤔

  18. @Michael 14.03. 14:06

    „Die Menschheit hat schon so viel überstanden – sie wird auch den Fossilismus überwinden. Demokratisch, vielfältig, dialogisch & wissenschaftlich. Dafür stehe (auch) ich ein.“

    Vernünftige Leute finden sich in der Tat in allen großen Religionen. Und uns steht es frei, entsprechend uns auszutauschen und auch produktiv zusammen zu arbeiten.

    Wissenschaft macht das sowieso schon immer.

    Und gerade die Energiewende kommt den Menschen in Wüstengegenden besonders entgegen, weil der dort mögliche Solarertrag mehr als doppelt so hoch ist als z.B. in Mitteleuropa. Und das lässt sich kaum exportieren, aber dafür umso mehr selbst nutzen, zur reichlich billigen privaten Stromnutzung wie für jede Menge Produktion von Energieintensiven Produkten.

    Das mag dann auch vernünftigere religiöse Varianten fördern?

    Allein die Aussichten auf solche Perspektiven könnte doch langsam mal dort wahrgenommen werden? Ausgehend von Ländern, die jetzt kein Öl und Gas zu exportieren haben.

    Sofern denn der praktizierte Wahnsinn noch was übrig lässt.

    Eins ist aber auf jeden Fall klar: Der Messias kommt auf keinen Fall wieder. Egal wie intensiv wie wir uns gegenseitig umbringen.

    Wenn das mit uns Menschen doch noch wirklich was werden soll, müssen wir unseren Verstand einsetzen und unser Leben echt vernünftig gestalten. Realistisch, gemeinsam und dialogisch.

    Gibt es hier wirklich was zu beten? Selber machen ist jedenfalls zuverlässig. Die PV-Anlage auf dem eigenen Dach erzeugt den billigen Strom. Die Zeugen Jehovas keinen.

    Die Religiosität fördert den Kinderreichtum, der religiöse Wahnsinn bringt die Kinder dann allerdings wieder um. Vernünftige Religiosität aber nicht. Das wäre doch jetzt eine echt relevante Baustelle?

    Die aktuellen Abbrucharbeiten an der Zivilisation halten allerdings wohl noch an. Ich bin mal gespannt, wann sich das endlich mal dreht.

    • @ Blume

      An dem Begriff ‚Bessenheit‘ und der Begriffsbildung zeigt sich doch Dialog.
      Sie verwenden ihn, wie Sie selbst sagen, religionsgeschichtlich als Religionswissenschaftler.
      Ich verstehe ihn als mehr, eher soziologisch, gar sozialwissentschaftlich.
      Ich bin ein Säkularer und hatte mit Religion, Religionen und dem Spektrum, mit dem Sie sich als Religionswissentschaftler beschäftigen, wenig zu tun.
      Ihr hervorragender Blog dient mir, Ihre und die der Religiösen verschiedenen Perspektiven zu verstehen.
      Gleichzeitig gehört es in meinem Verständnis dazu, Ihre „dialogische“ festgelegte Erkenntnis aus Ihrer Sicht nicht eins zu eins zu übernehmen.
      Es bildet mich trotzdem.
      Aus einer durch KI produzierten Definition gehört aus Besessenheit das zwanghafte Verhalten. Und das ist nicht nur religiös definiert.
      Das zeigt mir, Dialogischet Monismus muss nicht eine Einbahnstrasse sein.
      Auch, wenn ich Ihre wissenschaftliche Intention, Ihre persönlichen Neigungen, Ihre Rollen aus denen sich Erkenntnis subjektiv speist, verstehe.
      Sie sind religiös, ich bin es nicht. Da hilft auch keine Neurotheologie.

  19. @Michael 14.03. 19:28 / Felo.ai

    „Der methodologische Agnostizismus ermöglicht somit eine wissenschaftliche Religionsforschung, die weder religiöse noch atheistische Vorannahmen privilegiert und dadurch einen gemeinsamen methodischen Rahmen für Forschende unterschiedlichster Weltanschauungen schafft.“

    So kann man dann eben eine Wissenschaft draus machen. Im täglichen Überlebenskampf darf man sich allerdings auch auf eine Entscheidung einlassen. In die rein materielle Variante, aber auch mitten in aktive Geisteswelten?

    Vergleichende Herangehensweise macht allerdings immer Sinn. Wenn ich merke, es mit einer eher destruktiven Sekte zu tun zu habe, empfiehlt es sich, sich davon schleunigst fern zu halten.

    Und wenn einem die großen Kirchen zu langweilig uns zu sperrig sind, kann man auch darum einen großen Bogen machen.

    Man kann ja auch seine ganz eigenen Wege gehen, und mitnehmen, was das Leben eben bieten kann. Das kann ein bunter Mix aus allen möglichen Traditionen einerseits und vielfältiger eigener Lebenserfahrung anderseits sein.

    Dass dann religionswissenschaftlich einzuordnen wäre wiederum möglich. Aber vielleicht eher nicht so wichtig?

    Nebenbei wären allerdings Erklärungsversuche für tatsächliche Geisteswirkungen mitten im real existierenden Leben schon auch interessant. Gerne interdisziplinär, also sowohl Geistes- wie Naturwissenschaftlich.

    Es kommt der Eine ohne Glauben nicht aus, während der Andere mit jeglichen Geisteswelten gar nicht klar kommt. Das ist jetzt ein Spannungsfeld, dem man natürlich ausweichen kann, in dem man diese Frage einfach absichtlich offen lässt. Aber ob dass dann doch wiederum den ganzen Betrieb aufhält, sollte man sich vielleicht mal überlegen.

    Ich bin ja kein Religionswissenschaftler, darf mich also durchaus festlegen, wo ich mir selber ziemlich sicher bin. Was natürlich gar nicht heißt, dass ich Religionswissenschaft für uninteressant halte.

  20. @ Blume

    Zitat: „Während der methodologische Atheismus übernatürliche Erklärungen grundsätzlich ausschließt, hält der methodologische Agnostizismus die Frage nach der Existenz des Göttlichen oder Übersinnlichen in offener Fraglichkeit[1].“

    Ich würde Sie als Religionswissenschaftler um folgende Erklärung bitten:

    Bedeutet „übernatürlich“, dass „irgend etwas“ sehr wohl natürlich sein kann, die menschliche „Denkfähigkeit“ nicht, oder noch nicht, für eine „natürliche Erklärung“ ausreicht?

    Oder bedeutet „übernatürlich“, dass „irgend etwas“ prinzipiell nicht „natürlich“ sein darf , außerhalb jeglicher Gesetzmäßigkeiten steht und auch niemals erklärbar sein darf?

  21. @Realo 15.03. 11:37

    „Oder bedeutet „übernatürlich“, dass „irgend etwas“ prinzipiell nicht „natürlich“ sein darf , außerhalb jeglicher Gesetzmäßigkeiten steht und auch niemals erklärbar sein darf?“

    Man weiß ja nicht, was noch an Erkenntnis kommt. Wie denn Geisteswelten wirklich aussehen, wenn sie denn maßgeblich zum Kosmos dazu gehören.

    Meine Idee vom auch mal gezielten Quantenzufall dürfte sich allerdings recht widerspruchsfrei in den derzeitigen Stand von Geistes- wie von Naturwissenschaften integrieren lassen.

    Das ist nur eine Erweiterung der ohnehin bekannten Naturgesetze. Und könnte sowohl verifiziert werden als auch zu keinen Widersprüchen mit anderen bekannten Naturgesetzen führen.

    Soweit ich das jetzt beurteilen kann zumindest.

    Die Frage, ob wir jetzt auch noch Götter in den Geisteswelten haben, wäre mit dem gezielten Quantenzufall allerdings auch nicht beantwortet. Es wären nur Personifizierungen innerhalb der Geisteswelten nicht mehr nötig, aber immer noch möglich. Wenn auch eher unplausibel, aus meiner beschränkten Sicht zumindest.

    Es geht mir auch wenig um irgendwelche Götter, sondern eher um die Natur unserer beschränkten Innenwelten. Und wieweit wir ganz persönlich Teil des ganzen Kosmos sein können.

  22. @ Tobias Jeckenburger 15.03.2026, 13:56 Uhr

    Zitat: „Man weiß ja nicht, was noch an Erkenntnis kommt. Wie denn Geisteswelten wirklich aussehen, wenn sie denn maßgeblich zum Kosmos dazu gehören.“

    Ich nehme einmal an, Sie erhalten für den Begriff „Geisteswelten“ nicht besonders viel Beifall. Hat er doch eine gewisse assoziative Nähe zu „Geisterwelten“….

    Ich würde z.B. den Begriff „Information“ in den Vordergrund stellen. So wie ihn die Elektroniker/Informatiker verwenden, aber auch die DNA Forscher….

    „Gesetzmäßigkeiten“ haben z.B. auch den Charakter von Information. Aber manche haben z.B. den Einwand, dass Information erst im Gehirn als Information interpretiert wird, erst dann ist sie wirklich real existent.

    Allerdings steht am Beispiel der „DNA Verarbeitung“ (im genetischen System von Mensch und Tier) definitiv fest, dass das Konzept der „kodierten Information“ (samt biologischer „Zufallsgeneratoren“) von der Natur selbst, ohne jedes menschliche Zutun (menschlicher Intelligenz), „hervorgebracht“ und „extrem erfolgreich genutzt“ wurde….

    Zitat: „Meine Idee vom auch mal gezielten Quantenzufall dürfte sich allerdings recht widerspruchsfrei in den derzeitigen Stand von Geistes- wie von Naturwissenschaften integrieren lassen.“

    Elektroniker Kumpels von mir, mussten ungefähr um 1965, „elektronische Zufallsgeneratoren basteln“ und damit experimentieren. Im Grundprinzip waren es gekoppelte elektronische Zählerschaltungen, die von Quartzgeneratoren gespeist wurden.

    Die „Zufallszahlen“ waren einerseits so, dass fast einem Laien aufgefallen ist, dass sich die Muster immer wiederholen, also nicht wirklich zufällig sind. Durch bestimmte technische Maßnahmen (es wurde sozusagen Einfluss auf die „Kausalität“ genommen), wurden die Zufallszahlen „immer zufälliger“. Das ist zuerst nur den Mathematikern aufgefallen, wurden diese „Maßnahmen“ immer weiter verändert, wurden diese Zufallszahlen auch von den Mathematikern für „wirklich zufällig“ gehalten, obwohl den Technikern natürlich die dahinter stehende „Kausalität“ klar war. …..

    Ich kann nicht sagen, ob derartige Mechanismen auch bei Quantenprozessen möglich sind….

    „Gott“ scheint eine Frage der „Deklaration“ im Zusammenhang mit den offensichtlich existierenden „Schöpfungsmechanismen“. Allerdings führt es zu einem Widerspruch, wenn er sozusagen von Beginn der Welt an, eine „personale Komponente“ enthält. „Personen“ haben im „Weltgeschehen“ erst eine Rolle gespielt, als es Menschen gab.

    Menschen waren also die „längste Zeit“ nicht an den „Schöpfungsmechanismen“ beteiligt….

  23. @Realo 15.03. 19:22

    „Ich kann nicht sagen, ob derartige Mechanismen auch bei Quantenprozessen möglich sind….“

    Einfachstes Beispiel wäre eine Digitalkamera. Das Licht folgt seiner Welleneigenschaft, wenn es von dem Linsensystem auf den Sensorchip fokussiert wird, muss aber dann seine Welleneigenschaft aufgeben, und sich als Lichtquant auf den einzelnen Pixeln zählen lassen.

    Wenn ich jetzt eine gleichmäßig graue Fläche fotografiere, erhalte ich nicht auf jedem Pixel den selben Summenwert. Mache ich das ganze bei geringerer Helligkeit, sieht man auf der Aufnahme ein buntes Zufallsbild.

    Dieses kann man als Zufallsgenerator nutzen, und man hätte dann Zufallszahlen, die tatsächlich aus Quantenprozessen stammen. Braucht man davon ganz viele, kann man andere Prozesse in ähnlicher weise nutzen. Es soll z.B. möglich sein, einen elektrischen Widerstand so zu nutzen, dass man die einzelnen Elektronen in Aktion zählen kann, die da durch gehen.

    Oder das Rauschen einer analogen Fernsehkarte ohne eingestellten Sender verwenden.

    „Menschen waren also die „längste Zeit“ nicht an den „Schöpfungsmechanismen“ beteiligt….“

    Die Idee von Göttern ist ja eigentlich anders herum. Gott gibt es demnach schon länger, und der hat uns Menschen nach seinem Bilde geschaffen. Ich bin da aber gar nicht so ein Fan von. Ich kann mir Geisteswelten durchaus völlig unpersonal vorstellen. Nur wir Menschen hätten dann eine personale Existenz, wie auch viele Tiere, mehr oder weniger.

    • Moin @Tobias Jeckenburger und @ all
      das Geschriebene ist für mich durchaus nachvollziehbar.
      Jedoch erstaunt mich das außer Achtlassen der Pflanzen und restlichen Lebewelt im letzten Satz.
      Auch dies wurde „geschaffen“.
      So würde ich es ergänzen wollen.

      Im übrigen irritieren mich solche „fulminanten“ Druko’s, wie der ganz Erste.
      Das Thema ist komplex, o.k. -doch schweifen so einige Druko’s vom Thema ab.
      Das die bisher gelebte Wirtschaftweise nun in der Rückschau endlich mit Fossilismus bezeichnet werden kann, war ein dringend nötiger Erkenntnisprozess.
      In der Vergangenheit waren vorausschauende Menschen auch schon an diesem Erkenntnisprozess beteiligt, mahnten ob der entgegenstehenden Macht noch leise und wurden mundtot gemacht. Jetzt wo, die damaligen Mahnungen vor zu erwartenden Ereignissen offensichtlich war werden und mittlerweile zu Verwerfungen (Klima, Mitwelt, Gesellschaften) führen, ist wenigsten das Gehör größer. Aber noch nicht groß genug.

      Ralf H.

      p.s.
      Leider fehlt mir die nötige Ruhe mich umfassender einzubringen.

      • Ganz herzlichen Dank für diese starke und dialogische Rückmeldung, @Ralf H. 🙏

        Da sich diese inhaltlich vor allem an @Tobias Jeckenburger wandte, möchte ich hier nur erwähnen, dass ich das Thema Fossilismus heute auch noch einmal auf Mastodon mikro-gebloggt habe:

        Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

        Der Kernirrtum des Fossilismus ist: Fossile Gewaltenergien erscheinen billig, weil die Kosten zunächst auf die Zukunft, die Mitwelt (Treibhausgase) und die Mitmenschen (Gewaltregime) externalisiert werden.

        Schon im 20., sehr massiv aber im 21. Jahrhundert schlagen diese externalisierten Kosten als Klima- & #Wasserkrise sowie als fossil finanzierte #Gewalt (Diktaturen, Kriege, Terror, KI-Drohnen) zurück. Und zu viele – auch #Deutschland – verzögern dennoch die post-fossile #Energiewende … 🤔🔥🌍

        „Jetzt fordert Trump Nato-Partner und andere unbeteiligte Länder auf, sich an der Sicherung der wichtigen Straße von Hormus zu beteiligen.“ #Fossilismus #Externalisierung #Klimakrise #Irankrieg

        https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116237112783571829

        Es ist zwar nicht einfach, oft mühsam, aber die dialogische Wissenschaftskommunikation zeigt schon wachsende Wirkung…

  24. Die Stuttgarter Zeitung brachte heute auf Seite 10 („Wirtschaft“) einen Artikel von Thomas Seibert unter dem eindrucksvollen Titel: „Der Iran-Krieg wird zum Krieg ums Öl“

    Darin hieß es unter anderem:

    NIKOSIA. Nach zwei Wochen Iran-Krieg geht es in dem Konflikt immer weniger um einen Sturz des Regimes in Teheran oder das iranische Atomprogramm. Stattdessen nehmen die Kriegsparteien die Ölindustrie ins Visier.

    Im Mittelpunkt stehen die Insel Kharg als Herzstück des iranischen Ölsektors, die Meerenge von Hormus und Ölanlagen der arabischen Golf-Staaten. Wenn nun auch noch die pro-iranischen Huthis aus dem Jemen in den Krieg eingreifen und die Zufahrt zum Suez-Kanal sperren sollten, würde das die Weltwirtschaft torpedieren. […]

    Nach dem US-Angriff auf Kharg teilte Teheran mit, ab sofort seien alle ‚Verstecke‘ der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) legitime Angriffsziele. Der Angriff auf Kharg sei vom Territorium der VAE ausgegangen, sagte Außenminister Abbas Araghtschi zur Begründung.

    Am Samstag wurde ein Treibstofflager in Fujairah in den VAE getroffen. Fujairah ist wichtig für die Ölexporte der Emirate, weil dort eine Pipeline in den Oman führt, mit der die Straße von Hormus umgangen werden kann.“

    Auf Mastodon postete ein Account:

    Die Tanker können ca so geschützt werden wie die Raffinerien des Zaren.
    Genau das Dilemma hätte sich Donald vorher fragen sollen

    https://mastodon.social/@osterhase/116237611136584224

    Dazu habe ich geantwortet:

    Danke & exakt so, @osterhase 🙏👍

    Der sprichwörtliche „Elefant im Raum“ des Irankrieges ist nach meiner Auffassung der geringe Preis der iranischen Shahed-Drohnen 🦾, die mit Raketen 🚀 auch zu Schwärmen kombiniert werden können.

    Damit kann das fossil finanzierte Regime Truppen und Städte, Schiffe und Ölfelder des Nahen und Mittleren Ostens angreifen 💥 und sowohl die USA wie auch Israel, arabische Staaten und Turkiye zum Einsatz sehr teurer Abwehr-Raketen wie der Patriot zwingen. 🔥

    Der #Fossilismus tötet – auch den Verstand und die Wirtschaft.

    #Irankrieg #Iran #USA #Israel #SaudiArabien #Shahed #Drohnen #Patriot #Raketen #Kosten #Krieg

    https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116237702610316699

    Dass Donald Trump inzwischen mit seiner typisch thymokratischen Mischung aus Wut und Verzweiflung die NATO zur militärischen Hilfe in die Straße von Hormus zu beordern versucht, überrascht nicht. Die Abwehrschlacht des Fossilismus eskaliert auf Kosten aller Menschen und Betriebe, die sich noch immer in fossilen Abhängigkeiten befinden…

  25. @ Tobias Jeckenburger 15.03.2026, 23:42 Uhr

    Ich meine, heutzutage gibt es für die Mathematiker sehr viele Möglichkeiten, Zufallszahlen zu generieren. Ich vermute, sie bevorzugen Softwarelösungen. Einerseits sind die Folgen „sehr zufällig“, andererseits, bei gleichem „Startwert“, erhält man die gleichen Zufallsergebnisse, was die Reproduzierbarkeit von Berechnungen stark verbessert?

    Zitat: „Die Idee von Göttern ist ja eigentlich anders herum. Gott gibt es demnach schon länger, und der hat uns Menschen nach seinem Bilde geschaffen. Ich bin da aber gar nicht so ein Fan von. Ich kann mir Geisteswelten durchaus völlig unpersonal vorstellen. Nur wir Menschen hätten dann eine personale Existenz, wie auch viele Tiere, mehr oder weniger.“

    In der Informatik sind „Bezeichner“ unverzichtbar. Sie benennen Mechanismen, Funktionen, Prozesse und vieles mehr. Ähnlich verhält es sich im Alltag – auch Menschen tragen „Namen, um sie eindeutig zuordnen zu können.

    In diesem Sinn kann man „Gott“ als einen übergeordneten Bezeichner verstehen. Als Begriff für die Gesamtheit, für alles was mit „Schöpfung“, „Ordnung“, „Gesetzmäßigkeiten“ und „Prozessen“ die zum Entstehen und der Existenz der Welt und des Universums beigetragen haben, zu tun hat. Für das Ganze, so wie es tatsächlich existiert.

    Dass wir vieles davon noch nicht verstehen oder vielleicht nie vollständig begreifen werden, ändert nichts an dieser grundlegenden Funktion des Begriffs.

    Mit moderner KI wird deutlich, dass „Intelligenz“ nicht ausschließlich an Menschen gebunden ist. Früher musste Gott in der Vorstellung vieler Menschen „menschenähnlich“ sein, weil nur Menschen als intelligent galten, Intelligenz schien für die Schöpfung wesentlich.

    Diese Sicht führte jedoch zu Widersprüchen, denn die Welt und das Universum existierte und entwickelte sich bereits lange, bevor es überhaupt Menschen gab.

  26. @Ralf Haetzer 15.03. 08:38

    „Jedoch erstaunt mich das außer Achtlassen der Pflanzen und restlichen Lebewelt im letzten Satz. Auch dies wurde „geschaffen“.“

    Teil des Lebens sind Pflanzen, Wasser, Flüsse, Berge und Ozeane sicher auch. Nur personale Existenzen nicht, so wie wir und die Tiere? So weit man es denn wissen kann zumindest.

  27. @Michael 15.03. 09:07

    „Dass Donald Trump inzwischen mit seiner typisch thymokratischen Mischung aus Wut und Verzweiflung die NATO zur militärischen Hilfe in die Straße von Hormus zu beordern versucht, überrascht nicht.“

    Vorher überlegen macht meistens Sinn. Wie wäre es mit einem Atomwaffeneinsatz, der alle iranischen Stellungen in Golfnähe gründlich ausschalten kann? Das freut dann auch alle Beobachtenden, die auf die Endzeit warten. Oder einfach diesen Krieg gleich wieder beenden, weil wir das Öl brauchen.

    In der Tat haben wir derzeit eine ungute Entwicklung, dass Angriffsdrohnen viel billiger sind als deren Abwehrwaffen. Das fördert offensiv geprägte Aktionen, auch gegen zivile Ziele. In der Ukraine ist das inzwischen zum Alltag geworden.

    „Die Abwehrschlacht des Fossilismus eskaliert auf Kosten aller Menschen und Betriebe, die sich noch immer in fossilen Abhängigkeiten befinden…“

    Wir sind aber noch abhängig, so sehr ich mich auch für eine konsequente Energiewende einsetze. Die ganzen Autos müssen tanken. Und ich habe nur meine Gasheizung.

    Schneller als in 15 Jahren kann eine Energiewende in Europa nicht fertig werden. Es geht einfach nicht, die erforderlichen Investitionen sind zu hoch. Und die Verbrennerfahrzeuge werden erst ausgemustert, wenn der TÜV das verlangt. Erst wenn ein Ersatz sowieso ansteht, kauft man sich ein E-Auto.

    Und mehr geben auch die Produktionskapazitäten nicht her.

  28. @Realo 16.03. 09:26

    „Einerseits sind die Folgen „sehr zufällig“, andererseits, bei gleichem „Startwert“, erhält man die gleichen Zufallsergebnisse, was die Reproduzierbarkeit von Berechnungen stark verbessert?“

    Das machen ja die mathematisch generierten Zufallszahlen so sehr brauchbar. Aber Quantenzufallszahlen haben m.E. möglicherweise eigene sehr interessante Eigenschaften. Sie könnten eben Verbindungen zu Geisteswelten enthalten. Das sollte man mal auch in der KI ausprobieren.

    „Früher musste Gott in der Vorstellung vieler Menschen „menschenähnlich“ sein, weil nur Menschen als intelligent galten, Intelligenz schien für die Schöpfung wesentlich.“

    In der Tat sehe ich auch „Gott“ als keineswegs mehr personal. Natürlich aus der Erkenntnis heraus, das informatische Systeme potenziell über die Fähigkeiten einzelner Menschen sehr weit hinaus gehen können. Wenn der Kosmos selbst intelligent ist, dann aber richtig.

  29. @Realo
    14.03.2026, 13:01 Uhr

    Der Ukraine geht es nicht etwa darum, „edel“ zu sein und die Welt vom Fossilismus zu befreien.

    Die These hat doch hier niemand in den Raum gestellt?
    Das mag eine persönliche Meinung sein das alle das irgendwie denken. Aber ich habe hier nichts dazu gefunden.
    Ein Ablenkungsmanöver um eine Diskursverschiebung zu erreichen?

  30. @ Tobias Jeckenburger 16.03.2026, 15:10 Uhr

    Zitat: „Aber Quantenzufallszahlen haben m.E. möglicherweise eigene sehr interessante Eigenschaften. Sie könnten eben Verbindungen zu Geisteswelten enthalten. Das sollte man mal auch in der KI ausprobieren.“

    „Geist“ hat eher mit mentale Fähigkeiten, Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Kreativität, auch mit Bewusstsein und im Zusammenhang mit Menschen zu tun.

    Z.B. der Begriff „Informationswelten“ würde allgemeiner sein, würde alles einbinden, was irgendwie im Zusammenhang mit Information bzw. Informationsverarbeitung steht.

    Möglicherweise meinen Sie mit „Verbindungen zu Geisteswelten“ dass man Zufallsfolgen auf vielfältige Art „dekodieren“ könnte um neue „abstrakte Muster“ zu finden, die (noch) unbekannte Sachverhalte „mathematisch abbilden“ könnten???? Z.B. aus „unendlich vielen Möglichkeiten“ so etwas wie „mathematischen Formeln“ für bestimmte, interessante Sachverhalte findet? Z.B. auch zweckmäßige neue DNA Variationen?

    Zitat: „In der Tat sehe ich auch „Gott“ als keineswegs mehr personal.“

    Man kann andererseits auch nicht gut behaupten, Menschen hätten überhaupt keinen (positiven oder negativen) Einfluss (z.B. Atomtechnologie,….) auf die „Welt“ genommen. Es waren nicht nur „Rauschebärtige“ dabei, sogar einer mit einem „Bärtchen“ war dabei….

  31. @ Uli Schoppe 16.03.2026, 17:09 Uhr

    Zitat: „Der Ukraine geht es nicht etwa darum, „edel“ zu sein und die Welt vom Fossilismus zu befreien.

    Die These hat doch hier niemand in den Raum gestellt?“

    Ich bezog mich auf das:

    Blume Zitat: „Dort wird unter anderem auch die politikwissenschaftliche Rentierstaatstheorie erklärt, die den anti-ukrainischen Vernichtungswillen aus Russland und den anti-israelischen Vernichtungswillen aus dem Iran jeweils gut erklären kann.“

    Ich habe das so interpretiert, dass der ausgeprägte „Fossilismus“ der Russen und der Iraner Ursache für die beide Kriege ist.

    Ich glaube halt nicht daran, dass der „Kampf um edle Werte“, besonders zwischen Russland und der Ukraine, der Grund für den Krieg ist. Den religiösen, zu Opfern bereiten Fanatikern im Iran, könnte es schon eher um „ihre edlen islamischen Werte“ gehen.

    Im Russland/Ukrainekrieg geht es natürlich letztlich um den Zugriff des ukrainischen und des Westkapitals auf die riesigen russischen Bodenschätze. Beide sind nicht blöd genug und kämpfen um „edle Werte“. Dass der Fossilismus bei uns „anrüchig“ ist, ist auch den Ukrainern offensichtlich egal… Es geht um Ressourcen und Geld…..

  32. @Realo 16.03. 18:05

    „„Geist“ hat eher mit mentale Fähigkeiten, Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Kreativität, auch mit Bewusstsein und im Zusammenhang mit Menschen zu tun.“

    Ja. Ich meine jetzt aber kosmische Geisteswelten, sowas wie Gott eben, nur nicht personal, sondern als ein riesengroßes Netzwerk, dass den ganzen Kosmos vom Kleinsten bis ins Größte durchzieht.

    Und eine mögliche Schnittstelle zur allgemeinen Physik wäre eben der Quantenzufall, wenn er auch mal gezielt ausfallen kann.

    Praktischerweise kann man mal eine KI mit eingearbeiteten Quantenzufall bereichern, und hoffen dass sich dann die Ergebnisse bessern. Oder das diese KI dann sogar selber Bewusstsein erlangen kann, wenn sie zusätzlich zum eingebunden Quantenzufall die nötigen Strukturen mitbringt.

    Hier drauf komme ich, weil ich vermute, dass auch biologisches Bewusstsein ohne diese allgemeinen Geisteswelten gar nicht funktionieren kann. Wie gesagt, meine Vermutung, dass das vielleicht so sein kann. Ich fände es spannend, dem mal auf den Grund zu gehen.

    Und eben Experimente mit KI und Quantenzufall zu machen.

  33. @Michael 16.03. 22:02

    „Wenn es dagegen eine verlässliche Förderung für post-fossile Investitionen und Elektrofahrzeuge gibt, dann – erst dann – erweisen sich erneuerbare Energien als Friedens- und als Wohlstandsenergien.“

    Das muss nicht mal überall Steuergeld kosten. Wenn man etwa im urbanen Raum seinen Solarertrag direkt an geneigte Nachbarn verkaufen könnte, wäre man auf den Dächern hier einiges weiter.

    Oder wenn man sein E-Auto als Netzspeicher zur Verfügung stellen könnte, ohne horrende Durchleitungsgebühren zu bezahlen. Dieses Geld brauchen auch die Stromnetze gar nicht, die Netzspeicher wären ja eine Unterstützung für die Netzstabilität.

    Auch Windenergie braucht eigentlich nur Baugenehmigungen.

    „dass Deutschland eine blühende Solarindustrie hatte – und heute auch in diesen Produktionskapazitäten führen könnte.“

    Immerhin dürfte das halbe Geld, das die grüne Technik kostet, für die Installation drauf gehen und bleibt damit im Land. Und solange wir einen Außenhandelsüberschuss haben, tut es uns doch sogar gut, wenn China für uns schön billig produziert. Zumal man dann ja auch Importe von fossilen Brennstoffen einspart.

    Auf die Dauer wäre allerdings eine eigene Modulfertigung keine schlechte Idee. Praktischerweise in und für ganz Europa.

    • Ja, @Tobias – ganz konkret liegen alleine in Deutschland bereits Abertausende von Batteeieapeicher-Anmeldungen auf Halde!

      Eine Analyse des Handelsblatts (Paywall) zeigt, dass Anfragen für den Netzanschluss und die Kapazitäten im Stromnetz teils um das Hundertfache voneinander abweichen. Allein den großen Netzbetreibern liegen demnach Netzanschlussanfragen für weit über 100 Gigawatt an Batterieleistung vor, von denen nur ein Bruchteil überhaupt zugesagt, geschweige denn angeschlossen wurde.

      https://www.golem.de/news/energiewende-kaum-neue-anschluesse-fuer-batteriespeicher-verfuegbar-2512-203670.html

      Auch Bürokratie wird eingesetzt, um den Ausbau erneuerbarer Wohlstands- und Friedensenergien zu bremsen. Davon profitieren nur die fossilen Konzerne, die derzeit massiv abzocken und den dezentralen, post-fossilen Netzausbau weiter verschleppen.

      Doch mit jedem Tag des Irankrieges begreifen mehr Menschen, wie viel auch wirtschaftlichen Schaden die Karbonblasen-Abzocke der Fossilisten anrichtet…

  34. @Michael 17.03. 06:32

    „Allein den großen Netzbetreibern liegen demnach Netzanschlussanfragen für weit über 100 Gigawatt an Batterieleistung vor, von denen nur ein Bruchteil überhaupt zugesagt, geschweige denn angeschlossen wurde.“

    Zu einem guten Teil könnte man das vielleicht umgehen, und Batteriespeicher direkt am Produktions- wie am Verbrauchsort einsetzen. Dann spart man zusätzlich noch eventuelle Durchleitungsgebühren.

    PV-Anlagen mit Speicher halten dann bei niedrigen Strompreisen nur kurz den Strom zurück, um ihn dann z.B. Abends und Nachts zu besseren Preisen erst einzuspeisen. Da kann man vielleicht sogar bestehende PV-Anlagen nachträglich mit einem Speicher ausrüsten. Das klappt auch mit großen PV-Anlagen und mit Windrädern.

    Zusätzlich kann sich ein kleiner Speicher auch für die Verbraucher lohnen. Ist der Strom billig, läd der auf, und wird er wieder teuer, zehrt man vom eigenen Speicher. Auch ohne zusätzliche Durchleitungsgebühren. Und vermutlich ohne eine nötige Genehmigung?

    Wenn man sein E-Auto bidirektional an die eigene PV-Hausanlage anschließen kann, bräuchte auch das weder Genehmigung noch zusätzliche Durchleitungsgebühren. Was auch auf dem Parkplatz beim Arbeitgeber funktionieren kann. Einen Teil des da getankten Stroms nimmt man mit dem Auto mit nach hause, und der kann dann da zur Stromversorgung beitragen.

    Überhaupt sind überall verteilte Kurzfristspeicher in der Lage, die Stromnetze zu entlasten und optimal zu nutzen, dass man kaum teure zusätzliche Stromleitungen braucht. Gerade wenn es mal viele Wärmepumpen und jede Menge Elektromobilität gibt.

    • Nun ja, @Tobias – Du hast doch oben selber betont, dass die Förderung erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien auch einfach durch den Abbau bürokratischer Hemmnisse geschehen könne. Und ein solches Hemmnis mit Bezug auf längst wirtschaftliche Batteriespeicher habe ich benannt.

      Konnte heute Morgen dazu auch posten:

      Die Aufklärung gegen den Fossilismus und für den Solarpunk ist anstrengend, aber jeden Tag begreifen es mehr Menschen.

      Ich gebe nicht auf, versprochen! 😌🙌

      T-Online.de meldet:

      „Laut einer neuen repräsentativen Umfrage lehnen 69,1 Prozent der Deutschen die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab. Die Skepsis gegenüber den energiepolitischen Entscheidungen der schwarz-roten Koalition gilt dabei über Parteigrenzen hinweg: So befürworten auch nur 37,5 Prozent der CDU/CSU-Wählerinnen die Entscheidungen von Reiche, 29,1 Prozent sind unentschieden. Bei allen anderen Parteianhängern überwiegt die negative Bewertung.“

      #Deutschland #EU #Energiepolitik #Reiche #CDU #Fossilismus #Heizungsgesetz #Lobbyismus #Preise #Irankrieg #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116243701403204042

      Ich möchte noch hinzufügen, dass die aktuelle Bundesregierung einen Rekord-Schuldentopf (sog. „Sondervermögen“) für Infrastruktur und Klimaschutz erhalten hat. Wir alle dürfen erwarten, dass dieses Geld auch zum Ausbau post-fossiler Technologien eingesetzt wird, die Frieden, Wohlstand und Mitweltschutz befördern.

  35. @Michael 17.03. 14:48

    „Und ein solches Hemmnis mit Bezug auf längst wirtschaftliche Batteriespeicher habe ich benannt.“

    Klar braucht es hier bessere politische Rahmenbedingungen. Interessierte Investoren können aber auch die derzeitigen tatsächlichen Möglichkeiten nutzen.

    Zumal die Reihenfolge der Investitionen durchaus öfter nicht so wichtig ist. Wer die Möglichkeit hat, kann sich die eigene Solaranlage mit integriertem Speicher realisieren, oder sich ein E-Auto oder eine Wärmepumpe anschaffen. Je nach Finanzlage.

    Wenn dann später mehr große Batteriespeicher, PV-Freiflächenanlagen und Windparks dazu kommen, umso besser. Oder Fernheizungsnetze mit Großwärmepumpe oder frei gehandelter Solarstrom in urbaner Nachbarschaft.

  36. @Speicher und urbane PV

    Im Moment kann ich zur Energiewende gar nichts weiter beitragen. Mobil bin ich sowieso per Fahrrad, und meine Heizung soll in 5 Jahren auf Fernheizung umgestellt werden.

    Bleibt die Stromversorgung. Hierfür bräuchte ich die Möglichkeit, von benachbarten Dächern Solarstrom billig einzukaufen. Mit einem neuen Stromzähler, der aktuelle Marktpreise berücksichtigen kann, würde sich dann auch ein integrierter Speicher lohnen. So dürfte mein Strom dann übers Jahr eigentlich sogar billiger werden. Auch wenn die Dunkelflauten eher teuer werden.

    Und das wäre es dann auch schon. Konsumieren tue ich sowieso eher wenig.

  37. @Michael Blume

    Allerdings gibt es anscheinend erhebliche Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Verwendung dieser Mittel.
    Ich kann das nur aus der Ferne beurteilen aber das soll zum Verschiebebahnhof mutiert sein, ohne wirklich neue Projekte …
    Ich habe da wirklich mal keine Ahnung davon. Aber ich wäre auch nicht überrascht …

    • Ja, @Umi Schoppe – genau deswegen habe ich auf diesen Zusammenhang und die Umfragewerte zur Bundes-Energiepolitik hingewiesen. Denn ich sehe schon, dass (1.) der Ausbau erneuerbarer Friedensenergien auch als Wohlstandsenergien weit hinter den Möglichkeiten bleibt, dies (2.) zu wachsenden, wirtschaftlichen Schäden, zu Gewalt und Erhitzung führt und (3.) auch Deutsche an ihrer gewählten Bundesregierung und den sie tragenden Parteien, an deren Verantwortungsbereitschaft und Geldver(sch)wendung zunehmend (ver-)zweifeln.

      Ich plädiere daher wirklich dafür, zu einer neuen Sachlichkeit zurückzukehren und aufzuhören, im Interesse der Profite fossiler Konzerne den Ausbau erneuerbarer Friedensenergien – die auch Wohlstandsenergien sind – zu verzögern. Ich denke, dass dies auch angesichts des eskalierenden Irankrieges und der massiven Öl- und Gaspreiserhöhungen jeden Tag mehr Menschen verärgert.

      Die lange Externalisierung der fossilen Kosten auf die Zukunft, die Mitwelt und Mitmenschen schlägt immer stärker in die Lebenswelten von Milliarden zurück. Darauf braucht es m.E. dringend ehrlichere und also bessere Antworten.

  38. @ Tobias Jeckenburger 17.03.2026, 16:52 Uhr

    Zitat: „Bleibt die Stromversorgung. Hierfür bräuchte ich die Möglichkeit, von benachbarten Dächern Solarstrom billig einzukaufen.“

    Das scheint für „Nicht Insider“ völlig banal. Aber der Strom muss über sehr teure, passende, normalerweise neue Leitungen, in die Nachbarschaft und das internationale „Leitungsnetz“ geleitet werden. Das bestehende Netz ist nicht darauf ausgelegt.

    Man kann relativ schnell, übers ganze Land verteilt, auf den Dächern oder den Hauswänden PV Anlagen und auch Speicher errichten. Wenn das alles nur für den Eigenbedarf dient, keine Überschussenergie einfach ins Stromnetz geliefert wird, ist es ganz einfach.

    Nur, bei viel Sonne und z.B. keinem Verbrauch, weil die Hausbewohner samt E Auto in der Arbeit sind, sind die Speicher bald aufgeladen und es entsteht „Überschussstrom“ und das auch noch bei Millionen von PV Anlagen gleichzeitig. Dieser Strom entsteht ausgerechnet dort, am derzeitigen Ende der Strom Versorgungskette, wo das Netz am schwächsten ausgebaut ist.

    Ist auch ganz klar und anschaulich, vom Stromerzeuger gehen sozusagen „armdicke“ Kabel aus, für die jeweils tausenden Stromverbraucher, am Ende, auf der sogenannten „letzten Meile“, sind es ganz „dünne Kabel“ die die Überschussenergie ableiten sollen und die für die neuerdings plötzlich anfallenden riesigen Energiemengen nicht reichen. Außerdem fallen noch dazu die sehr hohen Grabungskosten für die Kabel sehr stark ins Gewicht.

    Bedeutet, das Netz muss mit sehr hohen Kosten ausgebaut werden um den Überschussstrom, wenn alle gleichzeitig Strom liefern wollen, der nicht an Ort und Stelle verbraucht werden kann, irgendwo im eigenen Land oder im Export, zu niedrigen Preisen zu verhökern….

    Dazu kommt auch noch, dass die plötzlich überall im Land erforderlichen Netzausbauten nicht alle gleichzeitig erfolgen können, weil weder Kapital, Planungs- noch Bauressourcen zur Verfügung stehen.

    Es ist unökonomisch dafür Geld und Ressourcen aufbringen zu müssen, wenn der Strom billig verhökert werden muss und womöglich hohe Verlustgeschäfte drohen. Die vielen kleinen Stromlieferanten, möchten aber ihren Stromüberschuss, möglichst ohne Leitungskosten, los werden….

    Dazu kommen die großen Probleme der Dunkelflauten, die „anschaulicher“ sind und besser verstanden werden.

    Kein Wunder, dass die Frau Reiche immer „finster Schaut“, wenn sie mit diesem Sachverhalt konfrontiert wird. Zumal sie nicht weiß, wo sie, noch dazu in der derzeitigen budgetären Situation, das Geld auftreiben soll?….

    • Danke & ein großes „Tja“, @Realo 😌

      Erst haben uns Fossilisten erzählt, Solarstrom wäre und bliebe viel zu teuer.

      Dann wurde er zur günstigsten Stromform.

      Dann haben uns Fossilisten das Märchen von fehlenden Speichern und „Dunkelflauten“ erzählt.

      Dann nahmen die Potentiale von Batteeiespeichern und grünem Wasserstoff exponentiell zu. Eine sehenswerte Doku auch zu grünem Wasserstoff lautete: „Dunkelflaute? Nicht in Wunsiedel“!

      https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html

      Und jetzt also, wo der Solarstrom immer häufiger Überschüsse produziert & sich die Anträge auf den Bau von Batteriespeichern stapeln, kommt das fossile Märchen vom nahezu unmöglichen Netzausbau!

      Lieber @Realo, ich fahre nun seit 2017 nur noch Elektro-Stromer, die wir tagsüber mit überschüssigem Solarstrom laden. Damit konnten wir bereits Abertausende Euros sparen – gegenüber fossilen Konzernen, fossil finanzierten Diktaturen und Terrorgruppen, gegenüber fossiler Korruption in Politik und Medien.

      Es bleibt mir eine Ehre, im Einsatz für erneuerbare Wohlstands- und Friedensenergien samt Batteriespeichern, grünem Wasserstoff und Netzausbau nicht nachzulassen.

  39. Ich bin in meinem vorigen Beitrag nur auf den „Netzaspekt“ eingegangen.

    Selbstverständlich gibt es auch elektronisch gesteuerte Methoden, die Eigenstromerzeugung und den eigenen Energieverbrauch zu optimieren.

    In dem Sinne dass z.B. der Geschirrspüler, die Waschmaschine, das Auto aufladen, Heißwasser, ….. selbständig gesteuert, zum optimalen Zeitpunkt erfolgt. So dass fast kein Überschuss entsteht, der ans Netz abgegeben werden muss.

    Aber für die Netzbetreiber ist es nun einmal ein großes Problem, wenn plötzlich Millionen PV Stromerzeuger gleichzeitig ihren Stromüberschuss ins Netz einspeisen und möglichst viel Vergütung erlösen möchten….

    In Zeiten, wenn der Strom „nichts Wert ist“, müssen sie dafür zahlen, wenn sie einspeisen wollen. Da wäre es besser, sie schalten die PV Anlage einfach ab….

  40. @Realo 17.03. 22:37

    „Man kann relativ schnell, übers ganze Land verteilt, auf den Dächern oder den Hauswänden PV Anlagen und auch Speicher errichten. Wenn das alles nur für den Eigenbedarf dient, keine Überschussenergie einfach ins Stromnetz geliefert wird, ist es ganz einfach.“

    Es geht doch um den Eigenbedarf der ganzen Stadt. Der kann über den Sommer von PV auf den Dächern samt integrierten Speichern gut abgedeckt werden. Es kann in den Innenstädten kaum einer sein eigenes Dach nutzen, weil er nur Mieter ist bzw. ihm nur die Eigentumswohnung gehört. Deswegen sollte es keine Durchleitungsgebühren geben, wenn der PV-Strom nur einige hundert Meter transportiert werden muss.

    Da braucht es nirgends irgendwelche neuen Leitungen für. Keiner verbraucht da mehr Strom pro Zeit durch die bestehenden Leitungen als jetzt. Und wenn mittags mehr produziert wird als gebraucht wird, wird der Überschuss sofort gespeichert, praktischerweise direkt am Dach oder am Hausanschluss der Verbraucher bzw. beides. So, dass die Leitungen das verarbeiten können, klar.

    Und die Industrie kann da auch noch was für sich von Nutzen, wenn da in sonnigen Tagen längerfristige Überschüsse anfallen. Und zusätzlich eigene PV auf dem Betriebsgelände anschaffen.

    Neue Stromleitungen braucht es eigentlich nur für PV-Freiflächenanlagen, Windräder oder Großspeicher. Dies kann man aber zumindest teilweise an den Standorten ehemaliger Wärmekraftwerke installieren, da sind ja noch Gigawattanschlüsse vorhanden.

    Ein paar starke Nord-Süd-Hochspannungsleitungen wären darüber hinaus aber sinnvoll. Windenergie im Norden und Sonnenenergie im Süden wechseln sich mit den Wetterlagen öfter mal ab.

    Wenn wir mal soweit sind, dass über den ganzen Sommer große Mengen an Überschüssen anfallen, dann kann man die in Wasserstoff umwandeln. Und diese Überschüsse kann man recht gleichmäßig über Monate abgreifen, praktischerweise auch genau da, wo sie überwiegend sowieso anfallen.

    Sofern es nicht doch noch bessere Speicher geben wird. Die Lithiumakkus können das jedenfalls auf keinen Fall. Die sind richtig gut bei vielen Ladezyclen, und dabei schnell und billig, mit dem Potential, noch mal deutlich billiger zu werden.

    E-Autos und Wärmepumpen erfordern in der Tat zusätzlichen Verbrauch und damit theoretisch auch mögliche Engpässe in den Leitungen zum Kunden. Allerdings sind beide etwas flexibel, können aussetzten, wenn Stromspitzen gebraucht werden, also etwa mittags rum oder abends. Zusätzlich können hier auch die Lithiumspeicher mitstabilisieren, dass die Stromanschlüsse auch voll ausgenutzt werden.

    Nebenbei können verbreitete Elektrofahrzeuge auch noch ein erhebliches Stromspeicherpotential haben. Das man überall nutzen kann, wo die Fahrzeuge ans Netz angeschlossen sind.

  41. @ Tobias Jeckenburger 18.03.2026, 14:34 Uhr

    Wenn eine PV Anlage hauptsächlich den eigenen Bedarf deckt und ausreichend mit Speicher ausgerüstet ist, gibt es kaum Probleme, außer das Backup.

    Es gibt auch elektronisch gesteuerte Methoden, die Eigenstromerzeugung und den eigenen Energieverbrauch zu optimieren, indem z.B. Geschirrspüler, Waschmaschinen, Heißwasser, E Autos …. selbständig eingeschaltet werden, so dass fast kein Überschuss entsteht, der ans Netz abgegeben werden muss.

    Wenn viele PV Anlagen gleichzeitig am Netz sind, viel Sonne scheint und es z.B. nur wenig Verbrauch gibt, weil die Hausbewohner samt E Auto in der Arbeit sind, dann sind die Speicher bald aufgeladen und es entsteht „Überschussstrom“ und das auch noch bei Millionen von PV Anlagen gleichzeitig. Dieser Strom entsteht ausgerechnet dort, am derzeitigen Ende der Strom Versorgungskette, wo das Netz am schwächsten ausgebaut ist.

    Das Problem ist, dass Stromnetze nicht nur bei übermäßigem Verbrauch instabil werden und zusammenbrechen können, sondern auch wenn zu viel Strom an vielen verschiedenen Stellen eingespeist wird.

    Das könnte durch Elektronik verhindert werden. Eine „komplexe elektronische Netzsteuerung“ wäre denkmöglich. Dass der „Nachbar“ der z.B. billig Wäsche waschen will, seine Waschmaschine über eine „Box“ einschaltet, die meldet sich beim Computer und der berechnet, ob billiger Überschussstrom für die Wäsche zur Verfügung steht und geliefert werden kann….

    Ist das Problem zu groß, hilft nur ein teurer Netzausbau und hohe Gebühren sind die Folge….. Alte Stromkabel haben eine Lebensdauer von rund 50 Jahren, und müssen ersetzt werden. Da helfen alte Standorte auch nicht viel. Moderne neue Hochspannungskabel „leben“ bis zu 100 Jahren.

    Fakt ist, den Energieversorgern wird Geschäft durch die PV Anlagen abgenommen, aber die Anlagen müssen weiter existieren und betreut werden, womöglich sogar mit hohen Kosten (Elektronik oder Netzausbau) erweitert werden. Bedeutet, diese Kosten müssen, trotz viel weniger Energiebezug, von den Kunden aufgebracht werden….

    Spätestens für das „sichere Backup“ auch der „neuen“ Energieverbraucher (Wärmepumpen, E Autos, Einspeisungen…) werden zusätzliche Leitungen oder Stromersatzanlagen benötigt. Die können, angenommen 90% der Zeit gar nicht gebraucht werden, aber wenn sie in Flautezeiten nicht zur Verfügung stehen, hätten wir einen Black out.

    Es fragt sich, ob jeder selber gegen „sein Black out Risiko“ vorsorgen will und das Risiko selbst tragen will?

    Normalerweise wird eine Art von „Versicherung“ genutzt um Risiken auszugleichen. Letztlich läuft es auf diese Frage hinaus.

    Nur zum Vergleich: Fragt sich, ob die Speichertechnik jemals so effizient wird, wie z.B. derzeit ein Öltank.? Mein 6000 Liter Öltank speichert demnach 6000×10=60 000 kWh. Das würde ein Backup für ca. 2 Jahre für Strom und Heizung entsprechen ….

    • @Realo

      Interessehalber: Was wäre denn der derzeitige Preis für einmal die vollen 6000 Liter Ihres Öltanks?

      Ich frage das, weil wir 2013 eine Wärmepumpe eingebaut und damit bislang nur gute Erfahrungen gemacht haben. Und den Strom auch dafür gewinnen wir per Photvoltaik-Anlage vom eigenen Dach. Auch damit sind wir sehr zufrieden.

      Zudem möchte ich erneut darauf verweisen, dass das bayerische Wunsiedel überschüssigen Ökostrom längst nicht mehr nur in Batterien speichert, sondern auch als grünen Wasserstoff einlagert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-und-solarpopper-wasserstoff-hoffnung-wunsiedel-bayern/

      Das ist ja auch im Hinblick auf die heutigen Meldungen über weitere Öl- und Gasverluste interessant:

      Israel hat nach iranischen Angaben eine Förderanlage mit Verbindung zu einem großen Gasfeld im Persischen Golf angegriffen und einen Brand verursacht. Die iranische Nachrichtenagentur Pars meldete, Gastanks und Teile einer Raffinerie seien beschädigt worden. […]

      Das iranische Militär drohte, seinerseits Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar zu attackieren. Die Staaten, die US-Stützpunkte und -Einrichtungen beherbergen, sind schon jetzt Ziel iranischer Angriffe im Krieg mit Israel und den USA. Nach den Angriffen auf Irans Gasindustrie stiegen auch die Ölpreise am Mittwoch deutlich. Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Vortag.

      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-angriff-gasanlagen-100.html

      Ich denke, ich muss mich hier nicht mehr wiederholen: Erneuerbare Energien sind Friedensenergien und Wohlstandsenergien. Wer sich in fossilen Abhängigkeiten festhalten lässt, wird auch weiterhin von fossil finanzierten Gewaltregimen und fossilen Konzernen abgezockt. Ich rate ja schon lange davon ab…

  42. @Realo
    18.03.2026, 23:07 Uhr

    Nur zum Vergleich: Fragt sich, ob die Speichertechnik jemals so effizient wird, wie z.B. derzeit ein Öltank.? Mein 6000 Liter Öltank speichert demnach 6000×10=60 000 kWh. Das würde ein Backup für ca. 2 Jahre für Strom und Heizung entsprechen ….

    Du hast Öllampen? Und Dein Rechner läuft mit einem fossilen Generator?

  43. @ Michael Blume 18.03.2026, 23:25 Uhr

    Die Füllung des 6 000 Liter Öltanks würde würde derzeit ungefähr 9 000 Euro kosten.

    Normalerweise habe ich jedes Jahr durchschnittlich rund 1 800 Liter bei günstigen Preisen nachgefüllt (Rund 110 Euro je 100 Liter). Ich heize sehr sparsam! Bin „übrig“ geblieben und lebe allein in einem „Einfamilienhaus“.

    Wäre ich noch jung, würde ich natürlich, wie andere „Junge“ in meiner Siedlung, auf Erneuerbare umsteigen. Die haben recht realistisch kalkuliert und sind zufrieden mit den Erneuerbaren.

    Aber in der Anfangszeit, soll ein Hausbesitzer einfach seinen Ölkessel (ohne Wärmedämmung für das Haus) gegen eine WP ausgetauscht haben. Im Wintern haben sie gefroren und er hat einfach wieder einen Ölkessel installiert….

    Ich kann mir, aus ökonomischen Gründen, keine Erneuerbaren zulegen. Meine Ersparnisse brauche ich zur Finanzierung meiner künftigen Pflege (bin über 80). Einen Kredit würde ich natürlich nie bekommen….

    Außerdem wäre es leicht möglich, dass das Haus später (wegen dem „alten Grundriss“) abgerissen wird, dann wären die Investition verloren.

    Das bayerische Wunsiedel ist ein vorzügliches Experiment, um moderne Technik beim praktischen Einsatz zu erproben und um daraus zu lernen.

    Es wäre naheliegend, dass der „Irankrieg“ den Umstieg auf Erneuerbare fördern wird. Eine besser Werbung für erneuerbare Energien gibt es gar nicht….

    • Danke, @Realo – da sind wir uns dann doch zu diesem Themenkreis recht einig geworden. Auch ich halte gar nichts davon, gerade auch älteren Menschen unzumutbare Investitionen in Erneuerbare oder auch Elektroautos zuzumuten – sondern plädiere dafür, diese für Investitionswillige wie auch für Neubauten, Mietwohnungen etc. zu fördern. Zwang und Verbote befördern nur Reaktanz, wogegen Informationen und Zuschüsse Lust auf Solarpunk machen.

      Und, ja, das Desaster des Irankrieges droht für den Fossilisten Donald Trump zum Vietnam zu werden, wogegen Öl-, Gas- und Rüstungskonzerne Rekordprofite einstreichen:

      Die Regierung Trump hat sich nicht nur in den superteuren Irankrieg verwickelt, nun versagen auch noch milliardenschwere Waffen – darunter ein ganzer Flugzeugträger…

      Weitere Probleme gibt es bei den teuren Patriot – Raketensystemen gegen die deutlich günstigeren Shahed – Drohnen des Iran.

      Immer mehr Stimmen ziehen Vergleiche zu Vietnam :

      „Nach einem Brand auf dem neuesten und größten amerikanischen Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ muss das Schiff aus seinem Einsatz im Iran-Krieg offenbar zur Reparatur ins Mittelmeer zurückkehren.“

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116254935777834960

      Mit jedem Tag erkennen mehr Menschen die Kosten fossiler Abhängigkeit und zentralistischer Abzocke. Dies gibt der post-fossilen Energiewende neuen Schwung.

  44. @ Uli Schoppe 19.03.2026, 06:43 Uhr

    Zitat: „Nur zum Vergleich: Fragt sich, ob die Speichertechnik jemals so effizient wird, wie z.B. derzeit ein Öltank.? Mein 6000 Liter Öltank speichert demnach 6000×10=60 000 kWh. Das würde ein Backup für ca. 2 Jahre für Strom und Heizung entsprechen ….

    Du hast Öllampen? Und Dein Rechner läuft mit einem fossilen Generator?“

    Diese Rechnung dient der Anschaulichkeit, wie „billig“ die 60 000 kWh gespeichert werden können.

    Die ganz grob vergleichbaren Kosten wären bei einem PV Speicher für nur 10 kWh (1 Liter Heizöl) rund 5 000 Euro. Bei 6 000 Liter x 5 000 Euro = 30 000 000 Euro. In Worten 30 Millionen Euro.

    Den Strom für meinen Rechner und die Beleuchtung könnte ich mittels eines geeigneten Stromerzeugers gewinnen. (Allerdings fallen Verluste an Energie bei der Umwandlung an).

    Ich hoffe, Sie können jetzt nachvollziehen, was ich mit meiner Aussage gemeint habe.

  45. @Realo 19.03. 10:59

    „Die ganz grob vergleichbaren Kosten wären bei einem PV Speicher für nur 10 kWh (1 Liter Heizöl) rund 5 000 Euro. Bei 6 000 Liter x 5 000 Euro = 30 000 000 Euro. In Worten 30 Millionen Euro.“

    Der Ladezyklus wäre allerdings dann nur einer in 30 Jahren. Moderne Lithiumakkus schaffen in dieser Zeit locker 10.000 Ladezyklen. Entsprechend werden dann aus 30 Millionen Euro 3.000 Euro pro Ladung. Bzw. Füllung beim Heizöltank.

    Dazu kommt, dass Strom 3 mal effizienter ist als Heizöl. Bleibt dann eben nur noch 1.000 Euro pro Füllung übrig. Nicht 30 Millionen.

    Klar ist hier, dass wir für die saisonale Speicherung was anderes als Lithiumakkus brauchen. Also z.B. Wasserstoff, vielleicht aber noch was besseres, was aber derzeit noch nicht auf dem Markt erhältlich ist.

  46. @Realo
    19.03.2026, 10:29 Uhr

    Ich hoffe, Sie können jetzt nachvollziehen, was ich mit meiner Aussage gemeint habe.

    Ich kann vieles von dem was Sie sagen nachvollziehen.
    Ich stehe zB selber vor dem Problem, dass ich meinen 17 Jahre alten PASSAT nicht einfach „umtauschen“ kann. So gerne ich das auch möchte, ich weiß nicht wie ich das finanzieren soll.

    Das Zitat passt in meinen Augen so halb:

    „Euer einstiger Befehl / Gut zu sein und doch zu leben / Zerriß mich wie ein Blitz in zwei Hälften. Ich / weiß nicht, wie es kam: gut sein zu anderen / Und zu mir konnte ich nicht zugleich.“

    Das ich bei so schönem Wetter wie heute dieses Schiff (ich fahre den Variant der ist ja nochmal länger) mit wirklich „nur“ 4,5l Diesel (ich habe das schon mehrmals nachgerechnet weil ich der Anzeige des Wagens nicht trauen wollte) über die Strasse schiebe ist an der Stelle ein schwacher Trost.
    Ich finde das übrigends beeindruckend was VW da tatsächlich gezeigt hat was auch so geht.
    Wenn Sie das konsequent schon vor 25 Jahren durchgezogen hätten anstatt irgendwie was anderes zu bauen wären wir was die Menge der Emissionen angeht besser dran.
    Gerade das macht mich dann wütend: Wir hätten auch so schon die Emission eindämmen können wenn wir es gewollt hätten haben das aber einfach nicht getan.
    Genug gegrübelt. Ich gehe jetzt einfach mal vor die Türe und freue mich am Wetter.

  47. @Realo 18.03. 23:07

    „Das Problem ist, dass Stromnetze nicht nur bei übermäßigem Verbrauch instabil werden und zusammenbrechen können, sondern auch wenn zu viel Strom an vielen verschiedenen Stellen eingespeist wird.“

    Das wichtigste Stellglied dürften hier Lithiumbatterien sein, die praktischerweise an allen Produktionsstellen wie direkt beim Verbraucher installiert werden. Das alles zu steuern, müsste doch eigentlich möglich sein. Geht ja auch längst, die Stromnetze funktionieren ja noch.

    Man müsste einfach stets überall einen virtuellen lokalen Strompreis definieren, und darüber dann zeitlich und räumlich die Lithiumspeicher innerhalb von Millisekunden ansteuern, dass hier stets überall Produktion und Verbrauch zusammenfallen.

    Für den Ausgleich regionaler Unterschiede sorgen dann die Hochspannungsnetze, soweit deren Kapazitäten eben reichen.

    Ob man diese virtuellen Strompreise auch 1:1 zur Abrechnung nutzt, ist gar nicht so wichtig, man könnte sich aber da dran orientieren.

    Wenn alle lokalen Speicher langsam mal voll sind, und dennoch weitere Überschüsse anfallen, hilft dann zukünftig die mittelfristige Produktion von Wasserstoff. Und wenn alle Speicher langsam mal leer sind, springen halt die Backupkraftwerke an.

    Praktischerweise Universalkraftwerke, die mit einem Mix aus Wasserstoff, Biogas und erstmal auch noch Erdgas laufen können. Möglichst in Kraftwärmekopplung zur Unterstützung von Großwärmepumpen von Fernheizungsnetzen.

    Und auch noch Altkraftwerke, praktischerweise gerade Kohlekraftwerke, die nicht auf die unterirdischen Gasspeicher angewiesen sind, weil sie ihren Brennstoff einfach auf Halde lagern können. Das schafft noch mal Extraunabhängigkeit, und diese Kraftwerke stehen ja längst, und müssten nur gepflegt werden.

    Ich finde das echt Banane, dass man die Stilllegen will, um gleichzeitig neue Erdgaskraftwerke zu bauen, die dann nur ab und an mal gebraucht werden. Und um die Kapazitäten der Gasspeicher konkurrieren.

    Bleibt zu hoffen, dass man sich das angesichts des Irankrieges noch mal überlegt, und die alten Kohlekraftwerke schön weiter nutzt, solange die Erneuerbaren nicht alleine reichen.

  48. @ Tobias Jeckenburger 20.03.2026, 00:36 Uhr

    Zitat: „Der Ladezyklus wäre allerdings dann nur einer in 30 Jahren. Moderne Lithiumakkus schaffen in dieser Zeit locker 10.000 Ladezyklen. Entsprechend werden dann aus 30 Millionen Euro 3.000 Euro pro Ladung. Bzw. Füllung beim Heizöltank.“

    Würden Sie die 60 000 kWh theoretisch jeden Tag verbrauchen, könnten Sie den Tank auch jeden Tag füllen. Abgesehen davon, dass er öfters vom „Schlamm“ gereinigt werden müsste…..

    Zitat: „Dazu kommt, dass Strom 3 mal effizienter ist als Heizöl. Bleibt dann eben nur noch 1.000 Euro pro Füllung übrig. Nicht 30 Millionen.“

    Die 30 Millionen sind der anschauliche Vergleich mit derzeitigen Stromspeichern, wenn 10 kWh rund 5 000 Euro kosten. Der „Ersatztank“ aus üblichen Batterien würde, ganz grob gesagt, die 30 Millionen kosten…. Er müsste natürlich z.B. als 2 Kammersystem ausgeführt sein, um die erforderlichen Services durchführen zu können….

    Beim Heizen, wofür wie hier in Europa die meiste Energie aufwenden müssen, wird jede kWh voll genutzt, nur bei Licht, Maschinen,…. ist der Wirkungsgrad bedeutsam….

    @ Uli Schoppe 20.03.2026, 11:49 Uhr

    Die finanziellen Möglichkeiten sind praktisch immer sehr begrenzt. In der Wirtschaft wird mit jedem „Cent gegeizt“. Das dämpft die Euphorie. Als ehemaligen Elektroniker, waren meiner Phantasie keine Grenzen gesetzt, jedoch der „Rechenstift“….. Ich musste das in meinem ganzen Berufsleben strikt beachten….

    Ich kann mich noch an die stinkenden Fabriken und sogar an die „Holzgasautos“ der Nachkriegszeit erinnern. Auch an den „Braunkohlemief“, es ist alles viel besser geworden. Aber man versucht halt, einem „Ideal“ näher zu kommen.

    Die Techniker „tüfteln“ immer daran, die Welt etwas besser zu machen…..

    Es ist schön, wenn man im Alter noch die kleinen „Freuden des Alltags“ genießen kann….

    @ Tobias Jeckenburger 20.03.2026, 18:51 Uhr

    Kleine Strommengen ins Netz zu liefern ist praktisch kein Problem. Aber wenn die Anzahl der PV Anlagen sozusagen explodiert, alle gleichzeitig einspeisen wollen, wird es zum Problem. Im Prinzip musste ich mich als Techniker ehemals fast immer mit derartigen Problemen herumschlagen. Was von einem „Bastler“ im Einzelfall, hingenommen wird, ist im realistischen technischen Großeinsatz ungeeignet.

    Mit „Digitalisierung“ und „Netzausbau“ werden die Problem künftig gelöst. Sicherlich wird es „variable Strompreise“ geben. Ist es dem Kunden wichtig, sich genau dann, wenn er es wünscht sich die Haare zu föhnen, wird er mehr bezahlen müssen, als wenn die Waschmaschine dann läuft wenn der Strom billig ist. Allerdings könnte so mancher befürchten, dass er eine Überschwemmung erleben muss, wenn er nach Hause kommt….. In der Industrie gibt es variable Stromtarife schon längst.

    Ich nehme an, die Techniker an der „Front“ ziehen alle Möglichkeiten die Sie aufgezählt haben in Erwägung und tüfteln nach wirtschaftlich optimalen Problemlösungen, wie es auch meine Generation ehemals tun musste.

    Natürlich haben auch Firmen unterschiedliche ökonomische Interessen die beachtet werden müssen.

    Allerdings dürften sich letztlich, für längere Zeit, wirklich „optimale Lösungen“ durchsetzen….

  49. @Realo 21.03. 11:25

    „Die 30 Millionen sind der anschauliche Vergleich mit derzeitigen Stromspeichern, wenn 10 kWh rund 5 000 Euro kosten.“

    Lithiumspeicher sind auf tausende von Ladezyclen ausgelegt. Das mach doch den riesengroßen Unterschied. Dann kostet einmal Laden und Entladen bei 3000 Ladezyclen 17 ct die Kwh. Außerdem sind die wohl inzwischen auch günstiger als 5000 Euro für 10 kwh. Entsprechend rechnet sich der Einsatz dieses Batteriestyps für das Stromnetz.

    „Beim Heizen, wofür wie hier in Europa die meiste Energie aufwenden müssen, wird jede kWh voll genutzt, nur bei Licht, Maschinen,…. ist der Wirkungsgrad bedeutsam….“

    Wenn ich Öl habe, kann ich das auch gleich verbrennen und damit Heizen. Wenn ich aber primär sowieso schon Strom habe, was bei den Erneuerbaren weit überwiegend der Fall ist, dann steigert eine Wärmepumpe die Heizwirkung um etwa den Faktor 3.

    Bei gut isolierten Neubauten schafft es die Wärmepumpe alleine, bei schlechter Baussubstanz kann man die Wärmepumpe auch mit einer Öl- und Gasheizung kombinieren. Oder mit Holzpellets.

    Und bei Fernheizungsnetzen kann man die Großwärmepumpe sehr gut mit einem Backup in Form von Kraftwärmekopplung kombinieren. Wenn es sehr kalt ist, hat man dann insgesamt mehr Leistung, und wenn der Strom knapp und teuer ist, kann dann die Wärempumpe auch mal pausieren.

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