Der Fossilismus aus dem ehemaligen Preußen. Warum deutscher Energieglauben auch regional geprägt ist

Deutsche Energiegeschichte in einem Satz: Wasser fließt aus den Bergen des Südens nach Norden, Kohle, Erdöl und Erdgas aus Schächten, Häfen und Pipelines von Norden nach Süden.

Das ist selbstverständlich verkürzt – die Donau fließt beispielsweise nach Osten und wir bauen in Baden-Württemberg derzeit schon eine eigene Wasserstoff-Pipeline. Aber es ist ein guter Grundsatz, um den Nord-Süd-Gegensatz auch in der bundesdeutschen Energiepolitik besser zu verstehen: Im damaligen Preußen des späten 19. Jahrhunderts – das über das Ruhrgebiet bis nach Rheinland-Pfalz reichte – entwickelten sich fossile Energiestrukturen, die Süddeutschland vor allem als Absatzmarkt sahen. Bezogen wurden Erdöl und Erdgas unter anderem aus Russland, Iran und Katar, wovor ich auch schon lange vor dem russischen Angriff auf die Ukraine und vor dem Hamas-Terrorangriff des 7. Oktober 2023 auf Israel warnte. Und während ich notfalls noch bereit bin, fossile Gewaltenergien als “Dreck” zu bezeichnen, so weigere ich mich, solche Begriffe im Hinblick auf Menschen zu verwenden. Alle Menschen, auch unsere Feinde, haben Menschenwürde. Und wer wirklich Frieden erreichen will, hinterfragt auch das eigene Verhalten und Sprechen.

Mastodon-Post zum Artikel "Ölfluch & Antisemitismus" von Dr. Michael Blume bei den Salonkolumnisten vom 27. Juli 2019. Zu sehen sind Wladimir Putin & Ali Chamenei.

Wir brauchen endlich einen Stopp fossiler Gewaltenergien, Frieden statt Krieg, mehr Energiedemokratie und Föderalismus. Screenshot: Michael Blume

Die Zeiten fossiler Gewaltenergien gehen zwar noch zu langsam, aber sie gehen vorbei: Süddeutschland kann und wird seinen Strom und grünen Wasserstoff zunehmend aus erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien selbst produzieren. Dies geschieht ja bereits in ganzen Landkreisen wie Wunsiedel.

Entsprechend deute ich auch die Anwürfe der “Preußischen Allgemeinen” als Auszeichnung. Dieses Medium warf mir im Kontext meiner Arbeit gegen jeden Antisemitismus vor, ich hätte einen “fossilen Faschismus” erfunden und führte einen “Kampf gegen Rechts”. Beides ist falsch: Die Konzentrationslager und Morde des NS-Reichsbohrprogramm und “Unternehmen Wüste”, in denen Abertausende jüdische und nichtjüdische Zwangsarbeitende für Erd- und Mineralöl ermordet wurden, sind keine Erfindung. Und ich halte als dialogischer Christ & Demokrat eine demokratische Rechte für ebenso legitim wie eine demokratische Linke. Wogegen ich immer aufklären werde, sind rechtsdualistische Regime wie das fossilistische Russland, religiös-dualistische Regime wie die sog. Revolutionsgarden des Iran und auch linksextremistische Regime wie die fossile Diktatur in Venezuela. Euer (aller) Ärger motiviert mich sehr! 🙂 

In einem Beitrag der "Preußischen Allgemeine" vom 08.07.2025 wird Dr. Michael Blume vorgeworfen, er betreibe eine "Erfindung des fossilen Faschismus" und nutze "die Energiewende" zum "Kampf gegen Rechts".

Die “Preußische Allgemeine” unterstellte mir am 08.07.2025 “Die Erfindung des fossilen Faschismus”. Screenshot von Mastodon: Michael Blume 

Nun bin ich mediale Anwürfe durch norddeutsche Blogs, Medien etc. ja seit Langem gewohnt. Dennoch möchte ich betonen, dass ich selbstverständlich nicht alle Menschen und Medien im ehemaligen Preußen des Fossilismus bezichtige. Vielmehr gibt es auch norddeutsche Solarpunks und auch süddeutsche Fossilisten. 

Wissen in Geschichte, Geografie, Politik- und Medienwissenschaft wie die Gebirgsregionen-Flussebenen-Medienthese kann uns helfen, auch vorbewusste, energiepolitische und regionalpolitische Prägungen bei uns selbst und bei anderen besser zu verstehen. Städte wie Aachen oder Hamburg werde ich immer ehren! Und auch hier wird der innerdeutsche Dialog gelebt: Prof. Dr. Inan Ince stammt aus Berlin und ich bin Schwabe – und wir sind mitsamt unserer Familien dennoch befreundet! 🙂 

Links Dr. Michael Blume und rechts Prof. Dr. Inan Ince im schwarz-roten Aufnahmestudio des Videocast "Blume & Ince".

Der BWL-Professor Inan Ince rechts & ich links im neuen Aufnahmestudio des Videoblogs “Blume & Ince”. Screenshot: Michael Blume

Die Bundesrepublik Deutschland wird dann in der Europäischen Union bestehen, wenn sich die wissenschaftlich Interessierten aus Preußen, Bayern und alle anderen Landesteilen dialogisch zusammenraufen! 🙂

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

38 Kommentare

  1. Haben Sie jemals den Ausdruck “fossiler Faschismus” gebraucht? Meiner Erinnerung nach nicht.
    Als aechter Preuße (aus Berlin) kann ich mich nur von der Preussischen Allgemeinen distanzieren.

    • Danke, @wereatheist 🙏

      Mir ist völlig bewusst, dass die „Preußische Allgemeine“ ebensowenig für alle Norddeutschen steht wie z.B. Querdenken für alle Süddeutschen. Und letztlich würden wir den Fossilisten den größten Gefallen tun, wenn wir uns auch innerdeutsch zerspalten ließen.

      Deswegen möchte ich auch hier noch einmal betonen, dass ich die Energie-Zusammenarbeit zwischen Nord- und Süddeutschland etwa in den Bereichen von Windenergie, Solarenergie, organischen Redox-Flow-Batterien und grünem Wasserstoff voll unterstütze.

      Ich will jedoch den Import fossiler Gewaltenergien Erdöl und Erdgas samt der Finanzierung kriegerischer, terroristischer und oft antisemitischer Regime so schnell wie möglich beenden. Fossile Gewaltenergie erhitzt das Klima und befördert die Gewalt, ist auch volkswirtschaftlich und militärisch widersinnig.

      Erneuerbare Friedensenergien und Energiespeicher sind auch Wohlstandsenergien, dienen dem Mitweltschutz und weisen in eine bessere Zukunft!

    • Ja, @Bernd – auch Norwegen 🇳🇴 ist klug genug, noch schnell die fossilen Rohstoffe zu verkaufen und dabei schon massiv in Erneuerbare Friedensenergien und Elektromobilität zu investieren.

      Über die erfolgreiche Strom-Energiewende zu erneuerbaren Wohlstandsenergien in Uruguay 🇺🇾 in Südamerika hatte ich ja auch bereits gebloggt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-solarpunk-prompt-uruguay-fuer-erneuerbare-wohlstandsenergien/

      Auch Äthiopien 🇪🇹 hat bereits klugerweise die Einfuhr von Verbrennerautos verboten, weil es lieber den eigenen Strom verwendet, statt weiterhin etwa arabische Nachbarn und islamistische Gruppen zu finanzieren.

      Ich nehme niemandem aus den Gebieten des einstigen Preußen den Versuch übel, uns Süddeutschen weiterhin fossilen Dreck zu verkaufen. Aber ich würde es mir selbst und meinem Land übelnehmen, wenn wir diesen Karbonblasen-Trick nicht bemerken würden. Auch für Bayern und die Schweiz 🇨🇭 sowie weitere Nachbarn fände ich es schade. Insofern freue ich mich über alle, die nachzudenken beginnen.

      Fossilismus isch over! 😌🇩🇪🇪🇺✊

  2. Hallo,

    nun konnte ich DOCH nicht widerstehen, mal auf besagte Zeitungs-Webseite zu schauen. Die verwendete Suchmaschine beschrieb sie zuvor als “Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur.”
    Insgesamt das Vokabular recht reißerisch-kriegerisch-angstmachend (also perfekt für eher hm … kurze Aufmerksamkeitsspannen und Hormonkicks (?) beim Durchscrollen)
    “Die SPD. Wenn Justiz zum politischen Hebel wird. Wie Gerichte zunehmend das Gleichgewicht der Gewaltenteilung und damit die Republik selbst gefährden”,
    “Große Ernüchterung. Tod des Wasserstoffautos. Allein 2025 wurden bisher nur acht Fahrzeuge mit H₂-Antrieb zugelassen”,
    “1525 und wir. Vor 500 Jahren wurde der Deutschordensstaat in das Herzogtum Preußen umgewandelt. Über die Gründung einer späteren Großmacht aus einer Niederlage heraus – und die Frage, welche Relevanz dieser Umstand für die Gegenwart hat”
    Vermutlich wäre es 1 Wunder, von dort NICHT krass schablonenhaft geframed und v. a. als Bedrohung gesehen zu werden 🙂
    Grüße

  3. @Nord-Süd-Gegensätze in Deutschland

    Ich bin vielleicht nicht auf dem neuesten Stand, aber in Süddeutschland hapert es doch sehr an Baugenehmigungen für Windräder. In Küstennähe sieht das viel besser aus, dass man dort jetzt schon seine Wärmepumpe sehr gut mit grünem Strom versorgen kann.

    Klar liegt das auch an den Windverhältnissen, weiterer Zubau in Küstennähe bräuchte inzwischen aber auch Kurzfristspeicher direkt am Windrad und auch Wasserstoffproduktion wird dort langsam interessant. Aber gerade in Süddeutschland braucht es vor allem erstmal überhaupt nennenswert Windleistung. Die Nordsüdstromleitung, die derzeit für sehr teures Geld gebaut wird, ist auch die Folge ungleich verteilter Windkraftanlagen ohne eigenen Speicher.

    Bei PV wiederum ist Süddeutschalnd interessanter. Hier ist nicht nur der Gesamtertrag günstiger, auch sieht es dort insbesondere im Winter besser aus.

    Wenn nur schon mal reichlich in Kurzfristspeicher investiert wird, dann können die verbleibenden regionalen Angebotsunterschiede schon ganz gut von den bestehenden Stromleitungen ausgeglichen werden. Aber auch eine gute Verteilung der Produktion auf die einzelnen Regionen wird dabei helfen.

    • Ja, @Tobias – genau so ist es: Schon jetzt muss etwa Bayern immer mehr Ökostrom abregeln, weil es noch an organischen Redox-Flow-Batterien und Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff mangelt. Dabei zeigt doch bereits der bayerische Landkreis Wunsiedel, wie es geht:

      https://www.3sat.de/wissen/nano/dunkelflaute-nicht-in-wunsiedel-100.html

      Selbstverständlich befürworte ich auch den Ausbau von Windenergie und Ökostrom-Stromtrassen. So habe ich in obigem Kurzvideo ausdrücklich den Ausbau von Windenergie in den Ebenen und an den Küsten Norddeutschlands gewürdigt:

      https://youtube.com/shorts/ENT-vfsqUZc

      Doch längst besteht der eigentliche Bedarf an Batteriespeichern, da ab immer mehr Hellbrise-Tagen schon zuviel (!) Ökostrom vorhanden ist.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hellbrise-dunkelflaute-und-wohlstand-durch-energiespeicher/

      Solarstrom ist längst die günstigste Form von Strom, zumal die Externalisierung von Kosten auf die Mitwelt und Mitmenschen weitgehend unterbleibt.

      Sehr bewusst habe ich für diesen Blogpost den Begriff Energieglauben geprägt, um aufzuzeigen, dass Fossilisten immer mehr Wissenschaft und Wirtschaft ignorieren müssen. Insofern verstehe ich die Anwürfe der „Preußischen Allgemeinen“ sogar.

  4. “Die Zeiten fossiler Gewaltenergien gehen zwar noch zu langsam, aber sie gehen vorbei:”

    Wenn das mal nicht Hopium ist.

    Merz relativiert die Klimakrise und redet den deutschen Beitrag klein, will offenbar fast gar nichts tun, sondern wie Wagenknecht auf Technologie setzen.

    Trump führt geradezu einen Krieg gegen die Klimawissenschaft und die Erneuerbaren Energien.

    Das fossil-faschistische Russland tut sowieso nichts und das brasilianische Parlament verabschiedet eine “devastation bill”

    “Lawmakers approved a bill that weakens Brazil’s environmental licensing framework, which creates self-approving licensing and hands decisions to local politicians.
    The new law eases critical impact studies for large-scale enterprises such as mining dams and threatens hundreds of Indigenous and Quilombola communities.
    The bill’s approval occurred amid an ongoing political crisis between President Lula and the right-wing-led Congress”

    news.mongabay.com/2025/07/brazils-congress-passes-devastation-bill-in-major-environmental-setback/

    • Was die Nationalstaaten angeht, so habe ich mir da keine übergroßen Hoffnungen gemacht, @Paul Stefan. Im ersten Energiewende-Interview sagte ich schon Ende letzten Jahres:

      Ich erlebe das so, dass Nationalstaaten unter dem Einfluss von fossilen Lobbyisten ganz wenig hinbekommen. Es ist also auch relativ egal, wer regiert. Die fossilen Lobbyisten sind auf Ebene der Nationalstaaten viel zu stark, bekämpfen und zertrümmern praktisch jeden Ansatz.

      https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview

      Und dennoch werden in Deutschland nicht nur täglich weitere Solaranlagen installiert, sondern auch weit über eintausend Elektroautos zugelassen, fast 250.000 im letzten Halbjahr! Und jedes Einzelne davon senkt die Nachfrage nach Erdöl, stärkt die Nachfrage nach Ökostrom. Elektroautos sind Friedensautos.

      https://youtube.com/shorts/z-5anRpFZrk

      Dass sogar noch aus dem Klima- und Transformationsfonds der Verkauf und die Verbrennung fossiler Gewaltenergien subventioniert werden könnten, halte ich für schwer erträglich. Aber auch das zeigt, dass der fossile Dreck sich immer schwerer verkauft. Und wer ist aktuell Finanzminister?

    • Sehr geehrter @Paul Stefan,

      Es ist, glaub ich, immer ein Fehler nur auf die Politik zu schauen. Was da gesagt und getan wird hat weit weniger Einfluss als man glaubt. Die meisten dinge passieren von unten, heimlich und im kleinen. Um nicht zu mystisch zu klingen, habe ich mal kurz nachgeschaut wann die Erdölnachfrage kippen würde.

      Hier ein kurzer Beitrag von 2022 wie sehr die Elektrowende schon den Erdölverbrauch im Straßenverkehr verkleinert hat. Interessanterweise sind dabei Elektro Roller große Vorreiter, die glaub ich niemand so auf den Schirm hat.

      https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/bloomberg-studie-erdoel-nachfrage-verbrauch-elektroautos-reduzierung/

      Hier noch ein kleiner Artikel, geht eher um die Frage wie wohl in den nächsten Jahren der Verbrauch steigt oder sinkt.

      https://www.srf.ch/news/wirtschaft/fossile-brennstoffe-boomen-rohstoff-experte-erdoel-verbrauch-wird-demnaechst-zurueckgehen

      Auch wenn Politiker gerne Wählergruppen die es gerne hören davon erzählen, sie werden weiter auf Kohle, Erdgas oder Erdöl setzen, sie alle müssen sich der Ökologischen Wahrheit auseinandersetzen. Es gibt eine billigere, effizientere und weitaus größere Energiequelle. Wenn man das für den kurzfristigen Erfolg verschlaft steht man innerhalb weniger Jahre in einem Dilemma. Gerade dann wenn der Demografische Wandel weltweit das ewige Wirtschaftswachstum als Farce darstellen wird. Was soll man mit all diesen Produkten tun die aus purer Überproduktion gefertigt worden sind und nie einen Abnehmer finden werden?

      • Sehr geehrter Herr Forster,

        der Ausbau der erneuerbaren Energien ist im exponentiellen Wachstum, leider wächst der Energieverbrauch auch rasant durch die KI und Trump möchte die EE in den USA ausbremsen.

        Die Politik setzt wichtige, grundlegende Rahmenbedingungen und Politiker agieren auch als praktische Vorbild, das treffendste (negative) Beispiel ist gerade Trump. Aber auch den Relativierungen von Merz wird in Deutschland applaudiert.

        Alle Ebenen der Gesellschaft müssen sich beteiligen, aber nur von unten wird es nicht gehen. Dann machen nur ca. 10% der Gresellschaft mit, vielleicht auch weniger. Es gibt dazu, meine ich, Statistiken, habe aberf vergessen, wo.

        Viele Politiker behaupten ja gerne, man müsse die Menschen mitnehmen, man könne keine Politik gegen die Bürger machen.

        Welche Politiker sagen den Bürger aber mal die Wahrheit? Man erzählt lieber Märchen und Lügen, um Stimmen zu fangen.

        Es wäre schön, wenn die demokratischen Parteien mal eine gemeinsames und ehrliches Statement zur Klimakrise abgeben würde. Stattdessen streicht man das Klimageld.

        Selbstverständlich ist es auch ein Versagen der Medien. Da könnte man auch ewig drüber schreiben. Welche Medien haben eigentlich der Tipping Point Conference in Exeter vor gut zwei Wochen berichtet? Dort wurde eine eindringliche Warnung herausgegeben.

        global-tipping-points.org/conference-2025/conference-statement/

        Und hier ein Risk dashbord mit Trajektorien:

        global-tipping-points.org/risk-dashboard/

        • Guten Abend @Paul Stefan,

          Ich kann gut verstehen das die Zukunft eher nicht rosig erscheint, wenn Menschen wie Trump scheinbar alles dafür tun, um das schlimmst mögliche Szenario für unser Klima zu erreichen.

          Mein Punkt ist dabei: Es ist egal was die Politiker sagen oder wollen. Bis zu einem gewissen Grad natürlich. Sie müssen sich aber alle mit der Realität auseinandersetzen. In den USA werden gerade Speicher ausgebaut und Photovoltaik Parks aufgestellt und das in einem atemberaubenden Tempo. Die Wirtschaftlichkeit schlägt langfristig jede Ideologie.

          Auch der Demografische Wandel dürfte sich im Energieverbrauch bemerkbar machen, genauso die Verstädterung der Menschheit. Auch wenn es schwierig erscheint, aber die große Weltpolitik dürfte weniger Auswirkung auf die Zukunft haben als das handeln der vielen Milliarden einzelakteure dieser Welt.

          • Wir sind in einem Wettlauf mit der Zeit oder präziser, mit unseren Treibhausgasemissionen und viele machen sich nicht klar, dass wir die Klimaziele nicht etwas später erreichen können, wir erreichen sie dann nämlich gar nicht mehr.

            Jedes Überschießen über die 1,5 Grad ist gefährlich, eigentlich sind 1,5 Grad schon zu gefährlich (das war bei Abschluss des Pariser Klimaabkommens noch nicht klar).
            Die Emissionen müssen sinken, und zwar sehr schnell. Nötig wäre eine Halbierung bis 2030.

            “Critical to preventing climate tipping points is minimizing both the magnitude and duration of temperature overshoot above 1.5°C. Every year and every fraction of a degree above 1.5°C matters. To minimize overshoot, global greenhouse gas emissions must be halved by 2030 compared to 2010 levels, requiring an unprecedented acceleration in decarbonisation. Only that way can the world reach net zero emissions in time to peak global temperatures well below 2°C and start returning back to, and then below, 1.5°C. This will also require scaling of sustainable carbon removal from the atmosphere.”

            global-tipping-points.org/conference-2025/conference-statement/

            Das geht nicht so nebenbei, ohne dass es die Bürger merken und nur mit Ausbau der EE.

          • @Paul Stefan und @Berthold Forster

            Zwar halte ich persönlich den Ausbau von Solarenergie und Energiespeichern für letztlich entscheidend, aber möchte doch darauf hinweisen, dass auch hier nicht einfach eine unwillige Politik gegen eine aufgeklärte Bürgerschaft steht. So gab es auf Basis der starken Mitbestimmungsrechte in Baden-Württemberg im Juli auch einige Bürgerentscheide zu Windkraftanlagen.

            In Herrenberg stimmten 59 Prozent gegen die Ablehnung, also für den Bau der Anlagen:

            https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/herrenberg-windkraft-windraeder-spitalwald-jettingen-buergerentscheid-buergerinitiative-100.html

            In Oberkirch lehnten dagegen 54,65 Prozent die Errichtung der Anlage ab, argumentiert wurde vor allem mit der Sicherheit des Wassers.

            https://www.badische-zeitung.de/oberkirch-hat-entschieden-kein-windrad-auf-der-schwend

            In Remchingen lehnten zwei Drittel der Abstimmenden weitere Planungen für eine Windkraftanlage ab.

            https://www.pz-news.de/region_artikel,-Buergerentscheid-Remchingen-stimmt-klar-gegen-weitere-Windkraftplanungen-im-Ranntal-_arid,2244333.html

            Als jemand, der sehr aktiv und laut für den Ausbau erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien sowie für Energiespeicher eintritt, kann ich allen Progressiven nur empfehlen, auf jeden etwa regionalen oder parteipolitischen Dualismus zu verzichten und die Komplexität aus Ängsten, Reaktanz und auch Demografie ernst zu nehmen. Gerade hier im Südwesten werden Menschen ungerne von oben herab belehrt. Wer die Demokratie als Regierungsform befürwortet, muss dann auch die Kultur und Psychologie der Menschen achten. Meine ich.

            Danke für Euer Interesse am Thema!

  5. Historisch betrachtet, stammt die für Preußen prägende Dynastie aus dem deutschen Südwesten.

    Der Stammsitz ist die bei Hechingen liegende Burg Hohenzollern, deren Wiederaufbau im 19. Jahrhundert von König Friedrich Wilhelm IV von Preußen betrieben wurde.

    Kronprinz Wilhelm (1882-1951) lebte nach dem 2. Weltkrieg für einige Zeit auf der Burg, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.

    Eine wichtige Rolle in der preußischen Geschichte spielte der Deutsche Orden. Von 1527-1809 hatten dessen Hochmeister ihre Residenz in Bad Mergentheim. Da es sich um einen katholischen Orden handelt, übernahmen Angehörige des Hauses Habsburg das Amt des Hochmeisters.

    Es gibt also vielfältige Verbindungen zwischen Preußen und dem Südwesten. Für die Monarchien in Europa sollte die vom Preußenkönig Friedrich dem Großen maßgeblich mitbetriebene Eheschließung zwischen dem Sohn von Katharina der Großen, Paul, und der württembergischen Prinzessin Sophie Dorothee von Bedeutung sein. Deren Mutter war eine Nichte von Friedrich II. Auch die Tochter von Friedrichs Schwester Wilhelmine heiratete nach Württemberg (Carl Eugen).

    Übrigens gehörten Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen im 19. Jahrhundert zu Preußen.

    Angesichts Ihres Hinweises auf Ihre Freundschaft mit dem aus Berlin stammenden Prof. Ince ist es vielleicht auch kein Zufall, dass sich eine ganze Zahl von gebürtigen Berlinern derzeit beim VfB Stuttgart wohlfühlt. 😉

    Soviel von dem Geschichts-Nerd in mir.

    • Vielen Dank, liebe @Marie H. – ich hatte schon darauf gehofft, dass Sie auch zum Thema Preußen-Hohenzollern einige historische Ausführungen einstellen würden! 😊

      Mich hat es schon länger fasziniert, dass sowohl die Hohenzollern (im heutigen BW) wie auch die Habsburger (in der heutigen Schweiz) ihre Stammburgen im EUSALP-Alpenraum hatten. Auch die Vokale des jafetitischen Alphabetes spielten bei ihrem Auf- und Abstieg eine noch wenig verstandene Rolle:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-japhetitische-aeiou-von-friedrich-iii-von-habsburg/

      Über weitere historische Ausführungen würde ich mich also sehr freuen, @Marie H.! Ich gehe fest davon aus, dass es hier über die Verbindung von Fossilismus und Preußentum ab dem 19. Jahrhundert noch sehr viele historische Zusammenhänge zu entdecken und zu beschreiben gibt.

      • Danke für den Link. Ich habe dort einen Kommentar hinterlassen.

        Zum Thema Fossilismus und Preußen passt mE die Geschichte der Unternehmer-Familie Krupp (später Krupp-von Bohlen und Halbach) und deren Beziehungen vor allem zu Kaiser Wilhelm II.

        • Herzlichen Dank für die hilfreichen, historischen Beiträge, @Marie H.! 🙏🙌

          Und die Verknüpfung von Politikwissenschaft und Geschichte entfaltet offensichtlich eine enorme Wirkung bis tief nach Berlin. Heute auf Mastodon:

          Norddeutsche Fossilisten offensichtlich in #Panik.

          Nach Anwürfen der „Preußischen Allgemeinen“ attackiert mich & meine Aufklärung zum #Fossilismus nun auch #Nius aus #Berlin, nennt mich u.a. „Axel Stoll der Linken“.

          Habe mich an Hate gewöhnt, zumal er immer mehr Menschen dazu bringt, sich mit der #Rentierstaatstheorie der #Politikwissenschaft & dem #Ressourcenfluch der #VWL zu befassen. Ob #Russland, #Iran, #Venezuela oder das einstige #Preußen, #Wissenschaft erklärt!

          https://sueden.social/@BlumeEvolution/114884374186656141

          Selbstverständlich lasse ich mich auch davon nicht unterkriegen, sondern bemerke die Verzweiflung gerade auch von post-„preußischen“ Fossilisten angesichts von Wissenschaft und Aufklärung. 😌🇩🇪🇪🇺📚🌈

          Gerade heute – am 20. Juli – habe ich dazu einen Vlogpost gedreht:

          https://youtube.com/shorts/XEMhc1N4EQ4

          Danke für Ihr Interesse und Ihre auch historisch starken Kommentare, @Marie H.! 🙌

  6. Guten Tag @Michael,

    habe gerade etwas sehr interessantes Entdeckt!

    https://orf.at/#/stories/3400121/

    Die Studie scheint die Annahme zu stützen das Mütter aufgrund alter und Genetik das Geschlecht des Kindes bestimmen. Ein knüller wäre es wenn soziale und andere Mitwelt Faktoren dabei auch eine Rolle spielen würden, wie die Frage warum nach kriegen so viele Burschen zur Welt kommen. Aber das ist jetzt Spekulation meinerseits.

    Aber wenn das soweit ginge, könnte es dann sein das soziale Normen wo wie in Indien, China, Vietnam, Armenien Männliche Kinder positiver wahrgenommen werden das Geschlecht ebenfalls beeinflussen, ganz ohne selektive Abtreibungen?

    • Herzlichen Dank für Deine Begeisterung, @Berthold !

      Über Religion, Demografie und auch die Anthropodizee diskutieren wir derzeit wieder intensiv auf Mastodon. Dazu kommentierte u.a. Hans Zauner:

      Auch interessant: Die Medien schreiben viel über die Gründe, die heute GEGEN das Kinderkriegen sprechen.

      Was aber m.E. der entscheidende Faktor ist – in @BlumeEvolution ‘s Blog wurde es öfter thematisiert:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-oder-weniger-kinder-in-die-welt-setzen-anthropodizee-systemtheorie-religionsdemografie/

      Es fehlen vielen säkularen Menschen gute, überzeugende Begründungen FÜR das Kinderkriegen. Wir hatten dazu bei “Natur des Glaubens” vor einiger Zeit eine spannende Diskussion:

      https://ecoevo.social/@HansZauner/114879263190993880

      Parallel dazu gibt es bizarre Angriffe von X-ern auf das Fediverse, die offenbar ihren eigenen, massiven MechaHitler-Antisemitismus rund um Elon Musk auf das freie Internet zu externalisieren versuchen. Habe dazu mit Link gepostet:

      X-er empören sich darüber, dass es auf #Mastodon antisemitische Posts gebe.

      Finde ich schlimm & lehne ich ab.

      Doch wer nach dem massiven #Rechtsdualismus & #Grok – Verschwörungsmythen selbst weiterhin auf X postet, hat für mich jede Glaubwürdigkeit in Sachen #Antisemitismus verloren!

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/114874443300802449

      Und dann gibt es eben noch die aktuelle Preußen-Fossilismus-Diskussion. Hier fällt u.a. auf, dass das YouTube-Video zum bayerischen Energiepreis für den Landkreis Wunsiedel inzwischen zwar häufiger, aber immer noch viel zu selten geschaut wird:

      https://www.youtube.com/watch?v=Pio8IDlzNsk

      Ich engagiere mich wirklich gerne auch im Online- und insbesondere Blog-Dialog. Aber ich möchte doch darum bitten, das jeweils – wie es bereits @Marie H. und @Solomon getan haben – auch unter älteren Blogposts zu kommentieren. Sonst verliere ich einfach den Überblick! 🙂

      Vielen Dank für Dein Interesse und Dein Verständnis, lieber @Berthold ! 🙌

    • Super guter Wissenschaftsjournalismus!
      Die Originalarbeit wird nicht verlinkt, die Arbeitsgruppe nicht benannt.
      Das liegt offensichtlich an der dpa, die den Clickbait-Artikel (Die Mütter sind doch schuld) zur Verfügung gestellt hat.

      Das sie Spermien über mehrere qualitätssichernde Hürden müssen, bis eines in die Eizelle darf ist altbekannt.
      Da die Väter in der Studie nicht betrachtet werden, kann natürlich nicht herausgefunden werden, ob ihre X- oder Y-Chromosomen einen Makel haben und deshalb immer ausfallen.

      • Guten Abend @Omnivor,

        Besagte Studie sollte dies hier sein: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adu7402
        Ich hoffe das entspricht den Anforderungen.
        Bei den von mir geteilten Link kann man bei dem Bericht auf Studien klicken und wird dort hingeleitet.
        Tatsächlich ist es sogar sehr neutral geschrieben mit “Warum manche Mütter nur Buben bekommen”. Über die Epidemologin Siwen Wang kommt man sogar zu einer Zusammenfassung ihrer Arbeit. Vielleicht liegt es darin weil ich nicht im Wissenschaftsbereich arbeite, aber meines Erachtens werden die Quellen transparent wiedergegeben.

        Es ist ja auch nur eine Studie, die man zigweise wiederholen muss um wirklich klare Beweise liefern zu können. Mit allen Ungereimtheiten die das leben so bietet (beeinflussen Männer das Geschlecht, die Gene allein, die Soziale und kulturelle Prägung). Da sind noch Haufenweise Fragen.

        Wäre natürlich spannend ob manche Männer nur weibliche oder Männliche Nachkommen zeugen können.

  7. @Michael 19.07. 05:12

    „Solarstrom ist längst die günstigste Form von Strom, zumal die Externalisierung von Kosten auf die Mitwelt und Mitmenschen weitgehend unterbleibt.“

    So günstig, dass sich auch ein zusätzlicher Kurzfristspeicher direkt am Produktionsstandort lohnt. Die derzeit installierte PV-Leistung reicht schon fast, um im Sommerhalbjahr tagsüber deutschlandweit die komplette Stromversorgung zu übernehmen. Abends und Nachts fehlt aber noch. Entsprechend machen bei neuen zusätzlichen PV-Anlagen Kurzfristspeicher, die ca. eine Tagesproduktion aufnehmen können, sehr viel Sinn. So spart man auch die Durchleitungsgebühren für diese integrierten Speicher und entlastet zugleich die Stromnetze.

    Bei Ladezyklen von bis 200 im Jahr sind hier Lithiumbatterien optimal, und haben auch den besten Wirkungsgrad dabei. Dennoch machen auch zusätzliche Redox-Flow-Batterien und Wasserstoff jetzt schon Sinn, es wird nicht mehr lange dauern, bis auch längerfristige und auch saisonale Überschüsse anfallen, die die Kurzfristspeicher alleine nicht mehr verarbeiten können.

    Bidirektional angeschlossene E-Autos werden nicht nur beim Speichern helfen, die verwerten auch selber jede Menge zusätzlichen Strom, und sparen noch viel mehr Benzin und Diesel dabei ein. Verbrennermotoren haben im Vergleich zu Elektromotoren einen miserablen Wirkungsgrad, insbesondere im Stadtverkehr.

    Der Umstieg auf Elektroantrieb könnte aber leider noch ein paar Jahre länger dauern, und wer weiß, vielleicht kommt ja auch ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Batteriefahrzeugen, das wäre noch mal eine ganz andere Mobilitätswende.

    • @Tobias 19.07. 14:10 Uhr

      “Die derzeit installierte PV-Leistung reicht schon fast, um im Sommerhalbjahr tagsüber deutschlandweit die komplette Stromversorgung zu übernehmen. Abends und Nachts fehlt aber noch. Entsprechend machen bei neuen zusätzlichen PV-Anlagen Kurzfristspeicher, die ca. eine Tagesproduktion aufnehmen können, sehr viel Sinn. So spart man auch die Durchleitungsgebühren für diese integrierten Speicher und entlastet zugleich die Stromnetze.”

      Genau so ist es: Die Erzeugung von Solarstrom wächst so schnell und die Kosten sinken weiter, dass mit ausreichend Energiespeichern bald kein Import mehr der fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas mehr notwendig wäre. Alle notwendigen Technologien sind bereits verfügbar – es fehlt “nur noch” am psychologischen, kulturellen, politischen Willen. Und die Verzögerungen durch die fossilen Lobbyisten erhitzen eben nicht nur das Klima weiter, sondern verlängern auch Kriege, Terrorgruppen, Propaganda.

      Habe heute einen Vlogpost auf YouTube zum 18. (!) Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland aufgenommen:

      https://www.youtube.com/shorts/m_m9hkT2hBo

      Die Zusammenfassung ist: Das EU-Sanktionspaket ist schon okay, wird aber die fossil finanzierten Kriegszüge Putins ebenso wenig stoppen wie die 17 davor. Wer wirklich Frieden will, soll aufhören, den Krieg fossil zu finanzieren. Jede Einsparung von Erdöl und Erdgas, jede Wärmepumpe statt Öl- oder Gasheizung, jedes Elektroauto, jede Solaranlage und jeder Energiespeicher stärken erneuerbare Friedens- und Wohlstandsenergien. Es gibt einfach keine sachlichen Entschuldigungen mehr dafür, immer noch und immer wieder “Abwarten” zu wollen.

  8. This article offers a unique and profound perspective, linking German energy policy to Prussian history. Indeed, energy transition isn’t just technical; it’s a challenge of deep culture and historical legacy. Thought-provoking!

  9. @Michael 19.07. 19:55

    „Jede Einsparung von Erdöl und Erdgas, jede Wärmepumpe statt Öl- oder Gasheizung, jedes Elektroauto, jede Solaranlage und jeder Energiespeicher stärken erneuerbare Friedens- und Wohlstandsenergien. Es gibt einfach keine sachlichen Entschuldigungen mehr dafür, immer noch und immer wieder “Abwarten” zu wollen.“

    Die komplette Energiewende ist aber nun ein Projekt für 20 Jahre, die zu tätigen Investitionen gehen einfach kaum schneller. Ja, wir sollten alles in Angriff nehmen, was aktuell möglich ist. Die billigen Sachen zuerst, gerne auch mit importierter grüner Technik, dann gehts auch gleich viel schneller vorwärts.

    Ich kann hier bei Strom und Heizung aber nur abwarten. Wir bekommen erst in 6 Jahren Fernheizung, dann aber hoffentlich mit Grubenwasserwärmepumpe, Hitzespeicher und Erdgas/Biogas/Wasserstoff-Turbine in Kraft-Wärme-Kopplung.

    Unsere Wohnungsgenossenschaft will in 10 Jahren auf allen geeigneten Dächern PV installiert haben, vermutlich praktischerweise mit integrierten Kurzfristspeichern. Immerhin, das würde uns wirklich weiterhelfen und vermutlich sogar unsere privaten Stromkosten senken.

    Und wenn ich ein Auto bräuchte, würde ich mir echt überlegen, ob ich mir jetzt schon ein E-Auto anschaffe, oder erstmal nochmal einen gebrauchten Verbrenner. Wir haben die einzige erreichbare Ladestation 200 Meter um die Ecke. Wenn die mal frei ist, müsste ich das Auto da abstellen und anschließen, zu mir nach hause gehen, und 3 oder 4 Stunden später wieder abholen und umparken, damit die Ladesäule wieder frei wird. Das ist echt umständlich. Und der Strom da kostet auch noch satte 80 ct die Kwh. Eine Nachbarin macht das, und hat sich ein E-Auto angeschafft, hofft aber inständig auf Besserung mit den Lademöglichkeiten.

    Spätestens wenn hier PV aufs Dach kommt, wird dann aber die Genossenschaft wohl auch günstige Ladestationen anbieten, praktischerweise hoffentlich dann bidirektionale. So können uns dann unsere eigenen E-Autos ganz erheblich beim Stromspeichern helfen. Das wäre dann wirklich was Vernünftiges.

    So sehr ich das begrüßen würde, dass Putin einfach das Geld zum Kriegführen ausgeht, es geht einfach nur langsam. Wenn dann nur schon mal die Weltmarktpreise für Öl und Gas sinken würden, wäre dass aber gleich schon hilfreich. Die militärische Auseinandersetzung verschwindet so aber nicht ganz, eine zumindest mittelfristige Aufrüstung Europas bleibt m.E. sinnvoll.

    • Danke, @Tobias – und meine grundsätzliche Zustimmung: Niemand kann alles, aber alle können etwas tun.

      Ob es der Verzicht auf Fleisch aus Massentierhaltung ist, eine PV-Anlage, ein Energiespeicher, ein Elektroauto oder auch einfach nur ein Mitwelt-bewusster Lebensstil: Jede Einsparung fossiler Gewaltenergien wirkt auf den Weltmarktpreis und hilft. Du musst Dich also in keiner Weise vor mir rechtfertigen – ich stehe für Dialog, nicht für Belehrung. Und ich sehe mit Dankbarkeit und Respekt, wie viel Du auch zu diesem Wissenschaftsblog beiträgst.

      Habe gerade im Fediversum gepostet:

      Um die Angriffe durch #Nius nicht nur in der (sympathischen) #Mastodon – Blase zurückzuweisen, um über #Fossilismus & #Solarpunk aufzuklären, habe ich bewusst zum 20. Juli auf YT gevloggt. In dem Short – #Vlogpost (unter 3 Minuten) erkläre ich auch, warum ich weiter Mitglied der #CDU bleibe & gegen die Zerspaltung unserer #Demokratie kämpfe. Dass dies viele Rechte & auch manche Linke ärgert, damit muss & kann ich leben. 😌🙏🇩🇪🇪🇺📚☕️🌈

      https://sueden.social/@BlumeEvolution/114885438667513902

      Das YouTube-Short dazu findet sich direkt auch hier:

      https://m.youtube.com/shorts/XEMhc1N4EQ4

      Dir & allen Interessierten von Herzen Dank & alles Gute! 🙌

  10. @Michael 20.07. 14:30

    „Du musst Dich also in keiner Weise vor mir rechtfertigen – ich stehe für Dialog, nicht für Belehrung.“

    Ich sehe mich auch nicht von Dir belehrt. Ich sehe nur eben Grenzen in meinen persönlichen Möglichkeiten als Mieter in innenstadtnaher verdichteter Bebauung. Wer ein eigenes Haus hat, der hat mehr persönliche Möglichkeiten. Wobei unterm Strich die innenstadtnahe Wohnlage durchaus wesentlich sparsamer ist, als ein eigenes Haus im „Speckgürtel“.

    Insbesondere wenn man in der Innenstadtlage gar kein eigenes Auto braucht. Das ist noch sehr viel sparsamer als das beste Elektrofahrzeug. Die Kurzfristspeicher der E-Autos kann man zwar gut bidirektional nutzen, aber eben auch gleich fest installieren, ohne Fahrzeug drumherum.

    Ich denke schon länger über ein eigenes Balkonkraftwerk nach. Das würde aber nur mit integriertem Speicher für mich Sinn machen, weil ich erst mittags aufstehe und den meisten Strom verbrauche, wenn die Sonne auf meinem Balkon schon um die Ecke ist. Ein Südwestbalkon wäre für mich viel besser, aber ich habe eben nur meinen Südbalkon.

    Wenn die Wohnungsgenossenschaft ernst macht, und in spätestens 10 Jahren PV aufs Dach kommt, dann wäre das aber auch eine Lösung. Platz ist auf unseren Dächern im Wohnblock jedenfalls mehr als genug für den eigenen Verbrauch und für jede Menge E-Autos gleich mit. Die Süddächer sind begrenzt, aber die Ost- und Westdächer sind reichlich. Die haben zwar weniger Gesamtertrag als die Süddächer, dann aber zu anderen Zeiten. Unterm Strich machen die auf jeden Fall auch Sinn.

    Wichtig ist, dass der Strom direkt von uns selbst verbraucht werden kann, und die Speicher dafür sorgen, dass wir im Sommerhalbjahr durchgängig rund um die Uhr eigenen Strom haben. Und im Winterhalbjahr können die dann kaum genutzten Speicher auch immer wieder eine gewisse Menge Windstromüberschüsse aufnehmen, den wir dann in windarmen Zeiten selbst verbrauchen können. So sparen wir für die eigenen Speicher zusätzliche Durchleitungsgebühren, und entlasten das lokale Stromnetz dabei.

  11. In Qualitätsmedien wird immer stärker über teilweise unklare Russland-Kontakte auch führender Bundespolitiker berichtet:

    https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-krieg-platzeck-verteidigt-kontakte-nach-russland-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250720-930-818923

    Auf Mastodon habe ich dazu heute gepostet:

    Manche auch hier auf #Mastodon raten mir, den fossilen #Lobbyismus quer durch #Union & #SPD in #Deutschland nicht mehr laut zu thematisieren. Ich halte jedoch eine #Politik für fossile #Gewaltenergien aus #Russland, #Iran, #Aserbaidschan, #Katar usw. nicht nur für falsch, sondern auch für gefährlich. Und derzeit werden auch immer mehr Flüge & Gespräche bekannt. Sollten wir dazu wirklich schweigen? Die Zukunft unserer #Demokratie liegt jenseits des #Fossilismus. Hoffe ich.

    https://sueden.social/@BlumeEvolution/114886613700602967

    Allen, die sich ehrlich und auch regional und selbstkritisch interessieren, mein herzlicher Dank!

  12. In einer Antwort auf Mastodon haben Sie auf die Wichtigkeit von Dialog statt Dualismus hingewiesen.

    Zu den erwähnten Bayern und Preußen möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass sich viele Franken nicht als Bayern bezeichnen lassen wollen. Fränkische Orte wie Ansbach und Bayreuth haben mehr preußische als bayerische Geschichte. Oder denken wir an die hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg.

    Neben Preußen und Bayern würde ich auch Sachsen als wichtiges Königreich bezeichnen. Dynastische Verbindungen gab es beispielsweise zwischen Wittelsbachern und Wettinern.

    Die Mutter des bayerischen Königs Ludwig II. war eine preußische Prinzessin.

    Städte wie Hamburg oder Lübeck wurden nicht vom Adel regiert, sondern von bürgerlichen Patriziern. Die Buddenbrooks lassen grüßen.

    Ganz anders geprägt sind die Orte ehemaliger geistlicher Fürstentümer(Würzburg).

    Architektur, Kunst, Kultur, Lebensart – die Schönheit unseres Landes liegt in der Vielfalt.

  13. @Michael Blume& Marie H.
    Vielleicht verstehe ich Sie falsch, aber ich habe den Eindruck, dass Sie sich bei der Diskussion um >>Preussen<< auf das hochindustrialisierte Rheinpreussen konzentrieren und das agrarische Preussen völlig außer Acht lassen. Otto v. Bismarck z.B. war immer daran gelegen, dem agrarischen (auch meist protestantischen) Preussen zu helfen und dessen Interessen durchzusetzen. (v.a. die sogenannten Ostelbier)
    Viele Grüße vom Urenkel eines hannoverschen Zwangspreussen.

    • Danke fürs konstruktive Nachfragen, @Joachim Fischer 🙏

      Und als ebenso klare wie freundliche Antwort: Nein, ich sehe tatsächlich keine einzelne Region, sondern die preußische Verbindung der elbischen Junker-Flussebenen und des kohlereichen Rheinpreußen – also von Zentralismus, Militarismus und Fossilismus – als verhängnisvoll an. Dass Franz Haniel (1779 – 1868) um 1837 das erste Abteufen beim Kohleschacht Kronprinz von Preußen gelang, halte ich für sehr bezeichnend.

      Unter den Nationalsozialisten kam dann noch der alpine Faschismus (Mailand) und Austrofaschismus (Linz, Wien) hinzu, der dann in Bayern (München, Nürnberg) zum Nationalsozialismus eskalierte. Dennoch erreichte die NSDAP bei den Reichstagswahlen 1928 nur 2,6 Prozent der Stimmen. Als Türöffner für die Machtergreifung des gebürtigen Österreichers (und erst 1932 im “Freistaat Braunschweig” nach Deutschland eingebürgerten) Adolf Hitler (1889 – 1945) in Berlin fungierte der aus Hannover (Preußen) stammende Konzernboss und DNVP-Vorsitzende Alfred Hugenberg (1865 – 1951).

      Ich meine also wirklich, dass jede geografische Formation und damit wechselwirkende Kultur Stärken und Schwächen hat. Ausführlich habe ich mich daher auch mit der Geschichte des Faschismus und der Verschwörungsmythen im Alpenraum befasst:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/antisemitismus-im-foederalismus-warum-der-faschismus-im-alpenraum-eskalierte/

      Im Dialog kombinieren wir idealerweise die Stärken. Denn die Geschichte gerade auch Deutschlands lehrt uns, was geschieht, wenn die Schattenseiten verschmelzen…

      Ihnen Dank für Ihr Interesse und Ihre Nachfragen! 🙌

    • Da haben Sie mich missverstanden. Meine Herangehensweise an die Geschichte Preußens hat weniger mit der geografischen Lage zu tun.

      Wie ich ausgeführt habe, interessiert mich mehr die Herkunft der Dynastie aus dem Südwesten Deutschlands.

      Im 19. Jahrhundert wurde der Stammsitz der hohenzollerischen-preußischen Dynastie im Südwesten von den preußischen Königen “wiederentdeckt” und rekonstruiert. Es ist ja kein Zufall, dass der Sarg von Friedrich dem Großen jahrzehntelang im baden-württembergischen Hechingen auf der Burg Hohenzollern stand.

      Mich fasziniert die württembergische Landesgeschichte, mit der ich mich seit vielen Jahren als Hobby beschäftige. Besonders die Ehe von Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (1732-1797) mit Friederike Dorothea von Brandenburg-Schwedt (1736-1798), die eine Nichte von Friedrich dem Großen war, finde ich durch deren Nachkommen für viele andere europäische Dynastien hochspannend.

      Sowohl in der Ahnentafel von Ernst August von Hannover (1887-1953) als auch unter den Vorfahren von Viktoria Luise von Preußen (1892-1980), die 1913 geheiratet haben, findet sich das o.g. Herzogspaar von Württemberg.

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