Den digitalen Rechtsruck verstehen durch die Psychologie von Externalisierung und Reaktanz

In der vergangenen Woche hatte ich wegen meines Geburtstages zwei Tage Urlaub mit der Familie und mit Freunden genommen – und mich außerordentlich auch über einen wunderschönen Geburtstagsgruß der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) gefreut!

Mazal Tow bis 120! Der liebe Geburtstagsgruß der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) an Dr. Michael Blume

Der digitale Geburtstagsgruß der IRGW-Vorstände Prof. Barbara Traub, Michael Kashi und Mihail Rubinstein hat mich auch persönlich sehr bewegt. Danke! Michael Blume

Aber neben vielen solcher lieber Geburtstagsgrüße gingen selbstverständlich auch weitere, rechtsdualistische Hassnachrichten bei mir ein, zumal das OLG Frankfurt den digitalen Rechtsschutz in der Deutschland zuletzt deutlich geschwächt hatte. Die Star Wars-Serie “The Acolyte” entpuppte sich auch für die Kinder und mich als herbe Enttäuschung. Aber erfreulich: Hier auf dem Blog explodierten mehrere Hundert (!) überwiegend konstruktive Drukos (= Drunter-Kommentare)! Schon alleine der Blogpost über die Klimakatastrophe mit Hitze und Starkregen brachte über 200 Drukos – und wächst weiter!

Ein Kind steht zwischen den Folgen der Klimakatastrophe: Hitze, Brände und Dürre links, Unwetter, Starkregen und Überschwemmungen rechts.

Schon über 200 Drukos unter “Ein Kind beobachtet die fossil verursachten Extremwetter des 21. Jahrhunderts”. Michael Blume mit Leonardo.AI, Juni 2024

Neben den vielen konstruktiven und wissenschaftlich informierten Drukos (schaut nur mal zum Demokratiephilosophie-Blogpost!) widme ich dabei bewusst auch Klimakrise-Leugnenden und Rechtsdualisten viel Zeit, um die Medienpsychologie von Externalisierung und Reaktanz für die Allgemeinheit sichtbar und nachlesbar zu machen.

Eine geschlechtlich nicht eindeutig bestimmbare, menschliche Form in der Mitte, die sich mit einem Leuchtring gegen jede Verantwortung und Selbstreflektion abschottet und farbige Elemente wirbelnd abweist. Darunter die Schrift: "The Psychology of Externalization"

“Was hat das mit mir zu tun? Die menschliche Psychologie der Externalisierung” Michael Blume mit Leonardo.AI, Juni 2024

Externalisierung beschreibt die psychologische Tendenz von Menschen, eigene Verantwortung und Kosten auf Mitmenschen und Mitwelt abzuspalten.

In der deutschsprachigen Kommunalpolitik und praxisorientierten Politikwissenschaft werden gemäßigte Formen der Externalisierung als “St. Florians-Prinzip” mit dem Spottgebet ausgewiesen: Heiliger Florian, verschon mein Haus, zünd’ andere an. In der englischsprachigen Literatur überwiegt die Bezeichnung NIMBY (Not in my Backyard, Nicht in meinem Hinterhof). Alltagsbeispiele für gemäßigte Externalisierung ist die Forderung nach mehr Staatsleistungen ohne Steuererhöhungen, nach “mehr Tier- und Klimaschutz” ohne eigene Beiträge dazu, nach billiger Energie ohne sichtbare Windräder, ohne Stromtrassen oder gar Atom-Endlager, nach billigem Wohnraum und gleichzeitig unbebauter Landschaft. Post-spirituelle Wohlhabende können sich politische Externalisierung besonders gut leisten (Superyacht-Träume) und tendieren daher oft zum Rechtslibertarismus und Sozialdarwinismus sowie zum medialen Bündnis mit fossilen Lobbyisten.

Zivilgesellschaftlich und in demokratischen Parteien Aktive nehmen dagegen die Internalisierung von Verantwortung an, haben Mut zur auch wissenschaftlichen Wahrheit und übernehmen freiwillig Zeit- und Geldkosten für im Deutschen sogenannte Ehrenämter. Sie pflegen einen auch auf sich selbst bezogenen, weisen Humor und viele sind längst Solarpunks. Deswegen werden sie auch von feindseligen Dualisten völkischer, libertärer und verschwörungsgläubiger Ausrichtung mit Hass und Hetze, Cybermobbing und digitaler Gewalt überzogen.

Bewusst habe ich daher den Begriff der Externalisierung ins Gedicht “Die Feuer des Hasses” eingebaut, auch um eine Ästhetisierung von politischer Gewalt und der fossilen Finanzierung des Antisemitismus zu vermeiden.

Eine strahlende Wählerin links und eine wütende Menge vor einem Parlamentsgebäude rechts.

“Wie können Demokratien und Aktiengesellschaften soziale und ökologische Kosten internalisieren?” Michael Blume mit Leonardo.AI, Juni 2024

Während Progressive häufiger zu Externalisierung durch pseudo-ökonomische Arroganz neigen, tendieren Konservative stärker zur Externalisierung durch pseudo-rationalisierende Reaktanz. Dabei wird jede spürbare Veränderung und vor allem jede Infragestellung von Privilegien etwa durch die Gleichberechtigung von Frauen und Eingebürgerten, durch die Klimakrise, durch erneuerbare Friedensenergien, durch Elektroautos oder durch die sog. Künstliche Intelligenz als Bedrohung, mitunter gar als Verschwörung gedeutet. Eigentlich rational zu führende, gerne auch kritische Diskurse kippen dann um in Wut, rechtsdualistische Dauer-Empörung und auch antisemitische Verschwörungsmythen wie Kulturmarxismus und Ökosozialismus, “Great Reset” und “Great Replacement”.

Hinter Ketten zerspringen vor allem männliche Gesichter in Kälte und Wut, darunter der Schriftzug Reactance.“Die Moderne kettet unsere Privilegien! Wutschrei der Reaktanz“, Michael Blume mit Leonardo.AI, Juni 2024

Während Externalisierung also primär dazu dient, innere Konflikte nach außen zu verlagern, ist Reaktanz eine Reaktion auf wahrgenommene äußere Einschränkungen der persönlichen Freiheit. Schaukeln sich diese psychologischen Mechanismen hoch, dann ist der Weg kurz zum feindseligen Dualismus bis hin zum Antisemitismus.

Die Folgen von Externalisierung und Reaktanz erleben jedoch nicht nur ethnische, religiöse und sexuelle Minderheiten, sondern am Ende wir alle: Der digital befeuerte Rechtsruck spült politische Bewegungen in die Parlamente, die Wissenschaft gezielt ignorieren und zugewanderte, jüdische sowie junge Menschen gezielt diskriminieren. Für kurzfristige Externalisierungen wird so die Zukunft von Gesellschaften verschleudert – längst auch mitten in Europa. In gewollter, feiger Unwissenheit liegt kein Segen.

Ein forschender Wissenschaftler links, eine verzweifelt auswandernde Familie im fossilen Dreck rechts.

In fossiler, feiger Unwissenheit liegt kein Segen.”, Michael Blume mit Leonardo.AI

Freue mich auf Eure Drukos, zumal auch angedacht ist, in der nächsten Folge des Pod- und Videocasts “Blume & Ince” über Externalisierung aus ökonomischer und psychologischer Sicht zu sprechen.

 

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“ für Wissenschaft und Demokratie, gegen Verschwörungsmythen und Wasserkrise.

45 Kommentare

  1. @Blume: “Zivilgesellschaftlich und in demokratischen Parteien Aktive nehmen dagegen die Internalisierung von Verantwortung an, haben Mut zur auch wissenschaftlichen Wahrheit und übernehmen freiwillig Zeit- und Geldkosten für im Deutschen sogenannte Ehrenämter. Sie pflegen einen auch auf sich selbst bezogenen, weisen Humor und …”

    Ich kenne solche Leute auch und wenn man (also genau diese “Anderen”) diese “auf den Zahn fühlt”, dann wird deren “Gutmütigkeit” sehr schnell bösartig, mit der Ausrede auf die angeblich unabänderliche “Natur des Menschen”, womit wir, als Kenner der Psychologie, dann wieder bei der allgegenwärtig-leichtfertigen und gewohnt-externalisierenden Kapitulation vor dem System der wettbewerbsbedingten Symptomatik sind.
    👋😇

    • Ja, @hto – wirklich weise sind erst jene, die erkennen, dass wir alle (auch Sie, auch ich) mit Gut und Böse in uns zu ringen haben. Die Psychologie der Externalisierung und die besondere Anfälligkeit von “Gutsituierten” dafür ist ja nun wirklich kein Geheimnis, schon gar nicht in den gewachsenen Religionen und Philosophien.

      Judentum: Thora, 3. Mose 19, 15 – 18

      “15 Ihr sollt beim Rechtsentscheid kein Unrecht begehen. Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Mitbürger richten.

      16 Du sollst deinen Mitbürger nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Blut deines Nächsten fordern. Ich bin der HERR.

      17 Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Mitbürger zurecht, so wirst du seinetwegen keine Sünde auf dich laden.

      18 An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.”

      https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose19%2C18

      Christentum: Markus-Evangelium 10, 17 – 23

      “17 Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?

      18 Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott. 

      19 Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!

      20 Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.

      21 Da sah ihn Jesus an, gewann ihn lieb und sagte: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!

      22 Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

      23 Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!”

      https://www.bibleserver.com/EU/Markus10%2C17-27

      Buddhismus:

      “Siddharta Gautama wuchs vor rund 2500 Jahren im Schloss seiner Eltern am Fuß des Himalaja auf. Als junger Erwachsener unternahm er vier Ausflüge. Dort soll er schlimme Dinge gesehen haben, die er bis dahin nicht kannte oder die ihm nun erst richtig bewusst wurden. Es ging um Alter, Krankheit und Tod – und um eine wichtige Erkenntnis.”

      https://www.religionen-entdecken.de/fragen/1740/was-erlebte-siddharta-gautama-bei-seinen-ausfluegen

      Antike Philosophie des Sokrates:

      “Denn über den Besitz von Geld und Gut entstehen alle Kriege, und diese müssen wir haben des Leibes wegen, weil wir seiner Pflege dienstbar sind, und daher fehlt es uns an Muße, der Weisheit nachzutrachten um aller dieser Dinge willen und wegen alles dessen.”

      Aus: “Phaidon” in “Platon. Gesammelte Werke. Aus dem Griechischen von Otto Apelt und Friedrich Schleiermacher”, Anaconda 2022, S. 50

      Moderne Philosophie nach Blumenberg:

      “Jede Art von Organisation mindert die Möglichkeit letzter persönlicher Entscheidungen, die Erfüllung absoluter Maßstäbe, denen immer nur der einzelne genügen kann.”

      Hans Blumenberg in “Rigorismus der Wahrheit”, Suhrkamp 2015 (posthum), S. 15

      • … wirklich weise sind erst jene, die erkennen, dass wir alle (auch Sie, auch ich) mit Gut und Böse in uns zu ringen haben.

        Hallo Herr Blume!

        Ist das nicht eine ziemlich offensichtliche Erkenntnis (wenn man sich diese beiden Kategorien zu eigen macht)? Für mich schon, und womöglich trage ich Anzeichen gemäßigter Externalisierung, wenn ich mir manchmal wünsche, diese Wahl würde mir von “der Politik” unmöglich gemacht. Z.B. indem sie dieses herrliche Rinderfilet dort im Regal so schweineteuer macht, dass ich gar nicht erst in Versuchung gerate, wider besseres Wissen um das ganze Elend das da dranhängt dem Canivoren in mir freien Lauf zu lassen … Sie wissen was ich meine 🙂

        In diesem Sinne: gute Fahrt und guten Appetit!

        Ihr
        Mechaniker

        • Ja, @Mechaniker – das hoffe ich auch. Aus dem neurophilosophischen Konstruktivismus habe ich den Begriff der “Viabilität” entnommen, der besagt, dass ein Befund stärker wird, wenn er von verschiedenen Wissensdisziplinen her bestätigt wird. Das bedeutet dann zwar auch, dass es seltener spektakuläre Erkenntnisse gibt, aber wird dafür mit höherer Sicherheit sagen können, dass etwa Erkenntnisse der Pädagogik interdisziplinär viabel und damit valide sind.

          Dass die Unterscheidung von dualistischer Externalisierung von Kosten einerseits und monistischer Internalisierung von Verantwortung andererseits von der Philosophie und Psychologie über die Ökonomie bis hin zur Religionsgeschichte als “ziemlich offensichtliche Erkenntnis” erweist, freut mich daher als empirisch orientierten Wissenschaftler wie auch als dialogischen Monisten sehr.

          Und die Erlaubnis, aber Verteuerung mancher externalisierender Produkte kann ich als Befürworter der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft nur begrüßen, denken wir auch etwa an Alkohol oder Tabak. Zum einen erzielt dieses einen gewissen Nudging-Steuerungseffekt, zum zweiten werden externalisierende Schäden verringert und zum dritten werden notwendige Ausgaben des Staates finanziert. Entsprechend begrüße ich auch die Debatten um eine gestaffelte Zuckersteuer nach britischem Vorbild.

          Da Sie viel echtes Interesse gezeigt haben, hier noch eine kleine KI-Beschreibung von Viabilität
          und Ihnen Dank und alles Gute! 🙂

          Der Begriff “Viabilität” wurde von Ernst von Glasersfeld, einem Vertreter des radikalen Konstruktivismus, in die erkenntnistheoretische Diskussion eingeführt[1][2]. Viabilität lässt sich wie folgt definieren:

          Viabilität bezeichnet die “Gangbarkeit”, “Brauchbarkeit”, “Tauglichkeit” oder “Funktionalität” von Handlungen, Begriffen und begrifflichen Operationen[1][3]. Im Kontext des radikalen Konstruktivismus ersetzt dieser Begriff den traditionellen Wahrheitsbegriff[1].

          Kernaspekte des Viabilitätskonzepts sind:

          1. Passung statt Wahrheit: Viabilität bezieht sich darauf, ob etwas zu den Zwecken oder Beschreibungen passt, für die es verwendet wird, nicht ob es eine “korrekte” Abbildung der Realität darstellt[1][2].

          2. Problemlösungsorientierung: Viabel sind Lösungen, die sich in der Praxis bewähren und nützlich sind, unabhängig von Vorstellungen von “richtig” oder “falsch”[1][3].

          3. Kontextabhängigkeit: Was als viabel gilt, kann je nach Situation und Zielsetzung variieren[2].

          4. Evolutionärer Aspekt: Der Begriff wurde ursprünglich in der Evolutionstheorie für die Überlebensfähigkeit von Arten verwendet und von Glasersfeld auf die Evolution des subjektiven Wissens übertragen[3].

          5. Kulturelle Dimension: In sozialen Kontexten spricht man auch von “kultureller Viabilität”, da die Passung in sozialen Prozessen oft von kulturellen Normen abhängt[4].

          Im wissenschaftlichen und praktischen Kontext ersetzt Viabilität den absoluten Wahrheitsanspruch durch ein pragmatischeres Kriterium der Funktionalität und Nützlichkeit. Dies hat weitreichende Implikationen für Erkenntnistheorie, Wissenschaftsphilosophie und praktische Anwendungen in verschiedenen Bereichen wie Pädagogik, Psychologie und Unternehmensführung[3][4][5].

          Citations:
          [1] https://wiki.kinaesthetics.de/wiki/Viabilit%C3%A4t
          [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Viabilit%C3%A4t
          [3] https://www.carl-auer.de/magazin/systemisches-lexikon/viabilitaet
          [4] https://lexikon.stangl.eu/8307/viabilitaet
          [5] https://www.alleaktien.com/lexikon/viabilitaet
          [6] http://konstruktivismus.uni-koeln.de/woerterbuch/viabilitaet.html
          [7] https://de.wiktionary.org/wiki/viabel
          [8] https://www.systemstellen.org/wiki/allgemeine-psychologie/viabilitaet/
          [9] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/viabilitaet-50775
          [10] https://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus
          [11] https://www.omnilab.de/zellviabilitaet-so-wird-sie-richtig-gemessen/
          [12] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/viabilitaet-50775/version-201928
          [13] https://de.wiktionary.org/wiki/Viabilit%C3%A4t
          [14] https://differenzen.univie.ac.at/glossar.php?sp=57

    • Lieber hto, Sie verallgemeinern hier in unzulässiger Weise. Ich bekenne mich dazu, zu dieser Gruppe der politisch Aktiven zu gehören – aus der Erkenntnis heraus, dass nur mit eigenem Beitrag zu notwendigen Änderungen diese herbeigeführt werden können.
      Ich selbst und meine Mitstreiter sind sehr darum bemüht, im Dialog auch mit Menschen zu bleiben, die diese Notwendigkeiten leugnen oder auf andere verlagern.
      Das heißt nicht, dass ich uns für unfehlbar und immer auf dem richtigen Weg halte.
      Und leider gibt es auch unter den Engagierten aller politischen Richtungen solche, die im Freund-Feind-Denken stecken geblieben sind.

    • Man weiß bei dem Thema gar nicht wo man anfangen soll. Bei Exxon, die bereis in den 1980er Jahren wussten, welche verheerenden Folgen fossile Energie für das Klima hat. Gut nachzulesen in den Exxon Files. Übrigens erstaunlich genau, für den damaligen Stand der Wissenschaft. Oder das Klimaleugner-Netzwerk, das Exxon als Reaktion dazu aufgebaut hat. Mit dem bösartigen Heartland-Institute im Zentrum. Das Heartland-Institute, dass vor einigen Jahrzehnten “wissenschaftliche” Studien finanziert hat, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Rauchen bestätigt haben. Das Heartland-Institute, an dem EIKE, die AfD, Teile der FDP und viele andere Klimaleugner hängen. Heartland finanziert auch zahlreiche Influencer:innen wie Naomi Seibt.
      Dazu kommt das Konzept von Steve Bannon “float the zone with shit” und dass quasi kaum eine Partei (außer den Grünen) das Klimathema ernst nimmt. Die zahlreichen Zitate von Merz und seiner CDU zur Verharmlosung sind ja beekannt. Beim Wähler kommt neben den im Artikel beschriebenen Mechanismen, noch schlichte kognitive Dissonanz dazu. Die Vorstellung was bei 2,5 Grad mehr passsiert, wo wir wohl landen, ist auch ziemlich gruselig. Um ehrlich zu sein, i h halte die Schlacht für verloren. Exxon, Mercer, Koch, …. investieren zu viel Geld in Desinformation. In den USA droht der Klimaleugner Trump und bei uns der Klimaverharmloser Merz.

      • Vielen lieben Dank, @Mandy P.

        Ihre Wut und Verzweiflung nicht nur über die breite Arroganz gegen die Klimakatastrophe, sondern auch über den zynischen, fossilen Lobbyismus bis nach Deutschland hinein kann ich einfach nachfühlen. Auch im Hinblick auf die kommenden Wahlen in Frankreich fürchte ich mich vor einer weiteren Polarisierung und Lähmung der europäischen Nationalstaaten und rufe daher dringend dazu auf, sich lokal und regional für Arche-Regionen stark zu machen:

        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualistische-superyacht-vs-monistische-arche-wie-ueberleben-menschen-die-mitweltkrise/

        Zum von Ihnen angesprochenen Heartland Institute hatte ich ja bereits auch schon mal bei Hoaxilla gesprochen und füge eine Auskunft von Perplexity.ai an:

        Das Heartland Institute ist eine konservativ-libertäre Denkfabrik, die sich darauf spezialisiert hat, politische und öffentliche Meinungen im Sinne ihrer wirtschaftsnahen Spender zu beeinflussen. Es wurde 1984 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Arlington Heights, Illinois, USA[1].

        ### Hauptaktivitäten und Ziele

        1. **Leugnung des menschengemachten Klimawandels**:
        – Das Heartland Institute ist weltweit bekannt dafür, den menschengemachten Klimawandel zu leugnen und Zweifel an wissenschaftlichen Konsensen zu säen[1][2].
        – Es organisiert jährlich die International Conferences on Climate Change und beteiligt sich am Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC), um die Berichte des Weltklimarats (IPCC) zu untergraben[1][5].

        2. **Beeinflussung der Politik und Öffentlichkeit**:
        – Das Institut arbeitet daran, ein Meinungsklima zu schaffen, das wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen fördert. Dies geschieht durch direkte Kontakte zu Parlamentariern, Vertretern von Regierungsinstitutionen und durch die Beeinflussung der Presse und der breiten Öffentlichkeit[1].
        – Es hat eine Geschichte der Zusammenarbeit mit der Industrie, einschließlich der Tabakindustrie, um strenge Gesetze zum Schutz der Gesundheit hinauszuzögern[2].

        3. **Finanzierung und Spenden**:
        – Das Heartland Institute wird von verschiedenen Industrie- und Energiekonzernen finanziert, darunter Exxon Mobil und die Stiftungen der Charles Koch Brothers. Ein erheblicher Teil der Spenden kommt auch von anonymen Quellen über Fonds wie den Donors Trust[2].

        4. **Medien- und Öffentlichkeitsarbeit**:
        – Das Institut betreibt über ein Dutzend Websites, eine Suchmaschine namens „Policy Bot“, und ist in den sozialen Medien aktiv. Es produziert eine Vielzahl von Politik-Studien, Videos, und wöchentliche E-Newsletter[1].
        – Es verbreitet gezielt Gegenmeinungen zu wissenschaftlichen Berichten, um Zweifel an etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu säen[2].

        ### Zusammenarbeit und Netzwerke

        – Das Heartland Institute arbeitet eng mit anderen klimaskeptischen Organisationen zusammen, sowohl in den USA als auch international. In Deutschland kooperiert es beispielsweise mit dem Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE)[3][4].

        Insgesamt ist das Heartland Institute eine zentrale Figur in der organisierten Klimawandelleugnerszene, die durch strategische Kommunikation und Lobbyarbeit versucht, politische Entscheidungen und die öffentliche Meinung im Sinne ihrer wirtschaftlichen Interessen zu beeinflussen.

        Citations:
        [1] https://lobbypedia.de/wiki/Heartland_Institute
        [2] https://correctiv.org/aktuelles/2020/02/04/das-heartland-institute-wie-us-klimaleugner-politik-in-europa-machen/
        [3] https://correctiv.org/top-stories/2020/02/04/die-heartland-lobby-2/
        [4] https://katapult-magazin.de/en/article/das-zitierkartell-der-klimaleugner
        [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Nongovernmental_International_Panel_on_Climate_Change

    • hto
      25.06.2024, 22:47 Uhr

      Ich kenne solche Leute auch und wenn man (also genau diese “Anderen”) diese “auf den Zahn fühlt”, dann wird deren “Gutmütigkeit” sehr schnell bösartig, mit der Ausrede auf die angeblich unabänderliche “Natur des Menschen”,

      Ach, und wie schaut’s mit deiner Natur aus? Bist du Masochist?

      womit wir, als Kenner der Psycholdem System der wettbewerbsbedingten Symptomatik sind.

      Willst du weiterhin ein Sklave deiner Natur bleiben und nur unverständliches Zeug bringen?
      Und somit deine Umgebung zu unfreundlichen Gegenreaktionen zu reizen?

  2. Guten Abend, @Michael Blume,
    ich meine zu beobachten, dass genau diese Eigenschaften, Externalisierung und Reaktanz, immer ungehemmter gelebt und vertreten und positiv besetzt werden. Gerne wird z.B. rein egoistische Reaktanz als “Freiheits”-kampf positiv umgedeutet (man sieht sich nicht in die Verantwortung genommen, sondern in der eigenen Entscheidungsfreiheit bedroht oder eingeschränkt).

    Nur bekommen wir so die großen Probleme unserer Zeit nicht gelöst, und weil Solidarität, demokratisches Gemeinwesen und Mitmenschlichkeit vor die Hunde gehen, wird so “die Zukunft von Gesellschaften verschleudert”, wie Sie es so gut auf den Punkt bringen. Die kommenden Wahlen in Frankreich können nur Angst machen.

    • Danke sehr, @Peter Gutsche!

      Ja, so ist es. Ich möchte in der nächsten Folge mit Prof. Ince sogar die (auf Blumenberg aufbauende) These diskutieren:

      Die bewusste Externalisierung auf Mitmenschen und Mitwelt ist der Vollzug des Bösen.

      Diese Definition entspricht zum Beispiel auch den “sieben Todsünden” der römisch-katholischen Lehre:

      1. Superbia – Hochmut (Stolz, Eitelkeit, Übermut)
      2. Avaritia – Geiz (Habgier, Habsucht)
      3. Luxuria – Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren, Unkeuschheit)
      4. Ira – Zorn (Jähzorn, Wut, Rachsucht)
      5. Gula – Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Unmäßigkeit, Selbstsucht)
      6. Invidia – Neid (Eifersucht, Missgunst)
      7. Acedia – Faulheit (Feigheit vor der Wahrheit, Ignoranz, Überdruss, Gefühlskälte)

      Wer etwa faschistische, also rechtsdualistische Parteien wählt, entscheidet sich wissentlich für eine Politik der Externalisierung auf Kosten von Mitmenschen und Mitwelt, bis hin zur Gewalt.

  3. “kritische Diskurse kippen dann um in Wut”

    Ob dieser Wut wirklich eine Verleugnung von Wissenschaft etc. zugrundeliegt? Wut kann m.E. eine Folge von Angst sein. Die Menschen, die zur Reaktanz neigen (ich nehme mich da nicht aus), wissen häufig gut Bescheid über den Klimawandel oder KI. Sie scheuen aber auch aus Angst vor Kontrollverlust zurück.

    Die sog. “Cancel Culture” wird ja von vielen, die sich da betroffen fühlen, als Maulkorb oder Zensur empfunden, entsprechend dem Motto: “Man darf ja heute nicht mehr sagen, was man möchte.” Natürlich kann jede(r) sagen, was er/sie möchte. Dass andere Menschen diese Meinung ablehnen und dies auch kundtun, ertragen viele nicht und fühlen sich dann gecancelt. Andererseits haben diese auch ein Problem mit anderen Meinungen. Es ist dies eine Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen, die auch für den gesellschaftlichen Diskurs schon heute gravierende Folgen hat.

    Was nun Ihre Einschätzung von in der Kommunalpolitik Aktiven angeht, erlaube ich mir zu widersprechen. Sicher ist die überwiegende Mehrheit in den Gemeinderäten, Kreistagen, Regionalverbänden an einer funktionierenden Zusammenarbeit in diesen Gremien interessiert. Aber auch hier findet im Umgang unter demokratischen Parteien eine Tendenz zur Diffamierung etc. statt. Es mag ein Einzelfall sein, aber was sich drei Kandidaten für den Stadtrat in Heidelberg mit ihrem “Zeit für den Grünschnitt”-Plakat erlaubt haben, zeigt in welche Richtung es gehen könnte. Dass es eben nicht mehr darum geht, die besten Lösungen für das örtliche Gemeinwesen zu finden, sondern nur noch um parteipolitisches Hickhack. Zwei dieser drei Kandidaten waren bei der Wahl offenbar erfolgreich. Wie muss man sich fühlen, wenn man mit denen in den Sitzungen von Ausschüssen oder des Stadtrats sitzt?

    Deshalb finde ich eine “Romantisierung” der Kommunalpolitik – auch unter dem Aspekt, dass insbesondere die AfD hier sehr gut abgeschnitten hat – gewagt. Diese Entwicklung müssen wir als Demokraten und Demokratinnen im Auge behalten. Der Rechtsruck ist nicht nur digital.

    Warum wird Solidarität mit Andersdenkenden oder Hilfesuchenden immer weniger? Warum halten wir andere Meinungen nicht mehr aus?

    Eine Antwort darauf könnte sein, dass wir als Individuen jeder unser persönliches “Päckchen” mit uns herumtragen. Vieles aus unserer Vergangenheit nicht aufgearbeitet wurde oder immer wieder durchbricht. Dass wir in Situationen, in denen sich der Mensch dann argumentativ in eine Ecke der Aussichtlosigkeit und des Kontrollverlusts gedrängt fühlt, entsprechend reagieren. Wissen wir immer, mit wem wir uns – vor allem digital – austauschen? Welche persönlichen Erfahrungen, die Wunden hinterlassen haben, dieser Mensch mit sich herumträgt? Wenn wir schon die psychologische Seite beleuchten, dann darf dieser Aspekt nicht fehlen. Ich meine auch, dass Parteien, die “Stärke” suggerieren, für manche, die sich in der Gemeinschaft “schwach” fühlen, wählbar erscheinen. Was aber natürlich verkennt, dass sie dadurch vielleicht eine Gesellschaft erhalten, die sich auf Anpassung, Passivität etc. gründet. Es gibt zuviele, die nicht aus rationalen Beweggründen diese vermeintlich starken Parteien wählen, sondern aus reiner Emotionalität.

    Es wird schwierig sein, einen Mittelweg zu finden, diese Menschen entweder komplett für den demokratischen Diskurs verloren zu geben oder dem “Wir-nehmen-alle-mit”. Keine Ahnung, wie das gelingen soll.

    • Vielen Dank für den kritisch-konstruktiven Druko, @Marie H.!

      Gerne gehe ich auf Ihre Anfragen ein:

      “Ob dieser Wut wirklich eine Verleugnung von Wissenschaft etc. zugrundeliegt? Wut kann m.E. eine Folge von Angst sein. Die Menschen, die zur Reaktanz neigen (ich nehme mich da nicht aus), wissen häufig gut Bescheid über den Klimawandel oder KI. Sie scheuen aber auch aus Angst vor Kontrollverlust zurück.”

      Ganz genau so ist es. Wir dürfen zwischen der basalen, oft spontanen und völlig natürlichen Emotion der Angst und der darauf möglichen Antworten je des Mutes oder der Feigheit unterscheiden. Auch mir jagen technologische Fortschritte – etwa durch ABC-Waffen oder aktuell etwa der KI – immer mal wieder Angstschauer über die Haut. Die Frage ist dann, ob wir uns diesen Themen mutig stellen oder ob wir uns beispielsweise feige Putin unterwerfen, neue Medien und wissenschaftliche Erkenntnisse pauschal verteufeln. “Unwissenheit ist ein Segen.” beschloss Cypher im Kinofilm “Matrix” seinen Übergang von der existentiellen Angst und externalisierenden Wut und Gier (gezeigt an einem virtuellen Steak, eigentlich einer KI-Droge) zur völlig bewussten Feigheit:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/cypher-aus-matrix-wie-feigheit-vor-der-wahrheit-zum-feindseligen-dualismus-fuehrt/

      Weiter geht es:

      “Die sog. “Cancel Culture” wird ja von vielen, die sich da betroffen fühlen, als Maulkorb oder Zensur empfunden, entsprechend dem Motto: “Man darf ja heute nicht mehr sagen, was man möchte.” Natürlich kann jede(r) sagen, was er/sie möchte. Dass andere Menschen diese Meinung ablehnen und dies auch kundtun, ertragen viele nicht und fühlen sich dann gecancelt. Andererseits haben diese auch ein Problem mit anderen Meinungen. Es ist dies eine Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen, die auch für den gesellschaftlichen Diskurs schon heute gravierende Folgen hat.”

      Dazu einfach volle Zustimmung, das sehe ich auch so: Zur ehrlichen Meinungsfreiheit gehört auch der Widerspruch. Wir sagen ja auch sprichwörtlich: “Dieser Mensch teilt gerne aus, kann aber nicht einstecken.” Das ist m.E. eine fast perfekte Formulierung für die Psychologie der Externalisierung.

      Auch hier ergibt sich im Übrigen eine Verbindung zur Wissenschaft, die ja tatsächlich immer wieder Fragen klärt und damit Meinungen darüber auch wirklich einschränkt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wissenschaft-schmerzt-und-kostet-meinungsfreiheit-zur-debatte-um-die-frage-von-julia-ruhs-br/

      Das Paradox auch hier: Wer wahre Erkenntnisse befürwortet, kann sie danach schwerlich leugnen.

      “Was nun Ihre Einschätzung von in der Kommunalpolitik Aktiven angeht, erlaube ich mir zu widersprechen. Sicher ist die überwiegende Mehrheit in den Gemeinderäten, Kreistagen, Regionalverbänden an einer funktionierenden Zusammenarbeit in diesen Gremien interessiert. Aber auch hier findet im Umgang unter demokratischen Parteien eine Tendenz zur Diffamierung etc. statt. Es mag ein Einzelfall sein, aber was sich drei Kandidaten für den Stadtrat in Heidelberg mit ihrem “Zeit für den Grünschnitt”-Plakat erlaubt haben, zeigt in welche Richtung es gehen könnte. Dass es eben nicht mehr darum geht, die besten Lösungen für das örtliche Gemeinwesen zu finden, sondern nur noch um parteipolitisches Hickhack. Zwei dieser drei Kandidaten waren bei der Wahl offenbar erfolgreich. Wie muss man sich fühlen, wenn man mit denen in den Sitzungen von Ausschüssen oder des Stadtrats sitzt?

      Deshalb finde ich eine “Romantisierung” der Kommunalpolitik – auch unter dem Aspekt, dass insbesondere die AfD hier sehr gut abgeschnitten hat – gewagt. Diese Entwicklung müssen wir als Demokraten und Demokratinnen im Auge behalten. Der Rechtsruck ist nicht nur digital.”

      Nun ja – gerade auch das von Ihnen vorgestellte “Grünschnitt”-Plakat wurde ja digital erstellt und verteilt! Und es ist doch gerade das Argument dieses Blogposts, dass die digital befeuerte Externalisierung – als Verrohung und Polarisierung – unweigerlich in die analoge Realität zurückschwappt. Mein Argument war und ist gerade nicht, dass Kommunalpolitik oder auch zivilgesellschaftliches Engagement stets edel und demokratisch seien – sondern dass sich diese digitale Polarisierung auf nationalen Ebenen besonders schnell entfaltet. Auch das belegen Sie mit Ihrer Anfrage: ein lokales Digitalplakat wurde national als polarisierend wahrgenommen.

      Eine dazu passende, aktuelle Meldung:

      “Potsdam – Drei AfD-Politiker wollen mit der rechtsextremen Partei Die Heimat in zwei Brandenburger Kommunalparlamenten gemeinsame Fraktionen bilden.”

      https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kommunalpolitik-in-brandenburg-afd-politiker-und-heimat-planen-fraktion-in-kreistag.cc817d3a-85dc-42ba-b67f-4d40af7d0533.html

      “Warum wird Solidarität mit Andersdenkenden oder Hilfesuchenden immer weniger? Warum halten wir andere Meinungen nicht mehr aus?

      Eine Antwort darauf könnte sein, dass wir als Individuen jeder unser persönliches “Päckchen” mit uns herumtragen. Vieles aus unserer Vergangenheit nicht aufgearbeitet wurde oder immer wieder durchbricht. Dass wir in Situationen, in denen sich der Mensch dann argumentativ in eine Ecke der Aussichtlosigkeit und des Kontrollverlusts gedrängt fühlt, entsprechend reagieren. Wissen wir immer, mit wem wir uns – vor allem digital – austauschen? Welche persönlichen Erfahrungen, die Wunden hinterlassen haben, dieser Mensch mit sich herumträgt? Wenn wir schon die psychologische Seite beleuchten, dann darf dieser Aspekt nicht fehlen. Ich meine auch, dass Parteien, die “Stärke” suggerieren, für manche, die sich in der Gemeinschaft “schwach” fühlen, wählbar erscheinen. Was aber natürlich verkennt, dass sie dadurch vielleicht eine Gesellschaft erhalten, die sich auf Anpassung, Passivität etc. gründet. Es gibt zuviele, die nicht aus rationalen Beweggründen diese vermeintlich starken Parteien wählen, sondern aus reiner Emotionalität.”

      Auch hierbei volle Zustimmung! Das “Päckchen”, das wir als Belastung empfinden und allzu gerne über vermeintlich “starke” politische Personen und Parteien an andere “abgeben” würden, halte ich für ein hervorragendes Sprachbild für Externalisierung. Der Rassist, die Antisemitin haben aus ihren Ressentiments und Ängsten einen Vorwurf beispielsweise an die Kinder von Zugewanderten sowie an Jüdinnen und Juden externalisiert: “Die” sollen das emotionale “Päckchen” abbekommen, etwa durch Diskriminierung, Vertreibung oder gar Vernichtung. Die Digitalisierung vor allem in antisozialen Medien befördert sowohl die emotionale Erschöpfung wie auch folgende Externalisierung (Fachbegriffe: Verrohung, Polarisierung, Radikalisierung).

      “Es wird schwierig sein, einen Mittelweg zu finden, diese Menschen entweder komplett für den demokratischen Diskurs verloren zu geben oder dem “Wir-nehmen-alle-mit”. Keine Ahnung, wie das gelingen soll.”

      Nach meiner Einschätzung kann dies gelingen durch je persönliche Internalisierung (wir übernehmen Verantwortung füreinander und für unsere Mitwelt) und entsprechend klüger entwickelte Institutionen, beispielsweise durch den geplanten Straftatbestand des Cybermobbing.

      Ich bin gar nicht ohne Hoffnung: In der Türkei und in Polen, in Indien und in Ungarn, laut Umfragen auch in Großbritannien hat der digital befeuerte Rechtsruck seinen Zenit womöglich bereits überschritten. Auch der Ausbau erneuerbarer Friedensenergien kommt voran und gerade auch Deutsche reduzieren den Konsum an tierischen Produkten aus industrieller Massentierhaltung zunehmend.

      Und ganz aktuell, auch hier auf “Natur des Glaubens”:

      Künstliche Intelligenz (KI) bereichert wissenschaftliche Blogdiskurse bereits auf vielfältige Weise:

      1. Verbesserung der Produktivität und Effizienz: KI-Anwendungen ermöglichen es Forschern und Wissenschaftsbloggern, schneller und effizienter Inhalte zu produzieren. Durch den Einsatz von KI-Tools wie Textgeneratoren können Autoren in kürzerer Zeit mehr qualitativ hochwertige Beiträge erstellen[6]. Dies führt zu einer Beschleunigung des wissenschaftlichen Diskurses und einer breiteren Verfügbarkeit von Informationen.

      2. Erweiterung der Forschungsmöglichkeiten: KI-Technologien eröffnen neue Wege der Datenanalyse und -interpretation. Wissenschaftler können große Datenmengen schneller verarbeiten und komplexe Muster erkennen, was zu neuen Erkenntnissen und Diskussionsansätzen in Blogs führen kann[3].

      3. Interdisziplinäre Vernetzung: KI-Anwendungen fördern den Austausch zwischen verschiedenen Forschungsgebieten. Plattformen wie der KI-Campus bieten kostenlose Online-Kurse und Ressourcen, die es Wissenschaftlern ermöglichen, KI-Kompetenzen zu erwerben und in ihre eigenen Disziplinen zu integrieren[4].

      4. Verbesserung der Zugänglichkeit: KI-gestützte Übersetzungstools und Sprachassistenten machen wissenschaftliche Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich. Dies fördert den internationalen Austausch und die Verbreitung von Wissen über Sprachgrenzen hinweg.

      5. Neue Forschungsfelder: Die Entwicklung und Anwendung von KI selbst ist zu einem wichtigen Forschungsgebiet geworden. Wissenschaftliche Blogs diskutieren nicht nur die Anwendungen von KI, sondern auch ethische Fragen und gesellschaftliche Auswirkungen[2].

      6. Verbesserung der Interaktivität: KI-gestützte Chatbots und interaktive Elemente in Blogs können die Einbindung der Leser verbessern und zu lebhafteren Diskussionen führen[5].

      7. Unterstützung bei der Literaturrecherche: KI-Systeme können Wissenschaftler bei der Suche nach relevanten Quellen und der Zusammenfassung von Forschungsergebnissen unterstützen, was die Qualität und Aktualität von Blogbeiträgen verbessert.

      Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Einsatz von KI in wissenschaftlichen Blogdiskursen auch Herausforderungen mit sich bringt. Dazu gehören Fragen der Authentizität, der Überprüfbarkeit von KI-generierten Inhalten und der möglichen Verstärkung von Vorurteilen. Ein verantwortungsvoller und reflektierter Umgang mit KI-Technologien ist daher unerlässlich, um die Integrität und Qualität wissenschaftlicher Diskurse zu gewährleisten[1].

      Insgesamt zeigt sich, dass KI-Anwendungen das Potenzial haben, wissenschaftliche Blogdiskurse zu bereichern, indem sie neue Perspektiven eröffnen, die Effizienz steigern und den Zugang zu Wissen erleichtern. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und Integration von KI in die wissenschaftliche Kommunikation wird voraussichtlich zu weiteren Innovationen und Verbesserungen in diesem Bereich führen.

      Citations:
      [1] https://www.wissenschaftsjahr.de/2018/neues-aus-den-arbeitswelten/alle-aktuellen-meldungen/dezember-2018/landkarte-zeigt-ki-anwendungsbeispiele/index.html
      [2] https://www.mensch-und-technik.kit.edu/english/DIskurseKI.php
      [3] https://www.plattform-lernende-systeme.de/ki-praxis.html
      [4] https://ki-campus.org/blog?locale=de
      [5] https://www.iqesonline.net/bildung-digital/ki-unterricht-lernen/blogs-zu-ki/
      [6] https://startup-creator.com/blog/ki-im-seo/
      [7] https://www.iese.fraunhofer.de/blog/kuenstliche-intelligenz-unsicherheiten-quantifizieren-und-managen/
      [8] https://expleo.com/global/de/einblicke/blog/wie-ki-die-automobilindustrie-veraendert/
      [9] https://theblue.ai/blog-de/generative-ki-use-cases/
      [10] https://www.iqesonline.net/blogs/praxiserprobte-ki-tools-fuer-schule-und-unterricht/
      [11] https://www.vkkiwa.de/blog/
      [12] https://www.mensch-und-technik.kit.edu/DIskurseKI.php
      [13] https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/aktuelles/der-einfluss-von-kuenstlicher-intelligenz-ki-auf-die-wissenschaft
      [14] https://www.forschung-und-lehre.de/zeitfragen/welche-auswirkungen-kis-auf-die-textproduktion-in-der-wissenschaft-haben-5740

      Ein wirklich schönes Interview zur Entwicklung einer internationalen HITS-Forschergruppe in Heidelberg auch mithilfe Computertools las ich neulich hier:

      https://scilogs.spektrum.de/via-data/what-weve-learned-along-the-way-the-computational-carbon-chemistry-group-says-good-bye/

      Ihnen herzlichen Dank für den starken Druko und die guten Debatten, @Marie H.!

      • Ich danke Ihnen für die ausführliche Antwort und die Erklärungen. Angesichts der häufig zahlreichen Drukos unter Ihren Blogposts wird mir bewusst, dass wir über eine gute Diskussionskultur verfügen. Manches Neue nehme ich aus den Drukos der anderen Kommentierenden mit. Das will ich an dieser Stelle dankbar erwähnen.

        Ich weiß aber auch, dass es jene Personen gibt, die hier negativ kommentieren bzw sich jeder Überzeugungsbemühung verweigern.

        Für den Erhalt der Lebensgrundlagen braucht diese Erde – die einzige, die wir haben – einsichtsvolles Handeln auch der jungen Generation, von denen viele viel weiter sind bei der Erkenntnis der Klimakrise. Den jungen Leuten, die mit Smartphone, dem Internet und Social Media aufwachsen, sollten wir aber auch vermitteln, wie wichtig ein sachlicher Diskurs ist. Der oft raue Ton, die Polarisierung etc auf Social Media darf nicht als “normaler Umgangston”
        empfunden werden. Wichtig sind daher z.B. die Ehrenamtlichen, die unsere Vereine am Laufen halten. Solange sich junge Leute in Vereinen und Organisationen begegnen können, ist die Gefahr von Isolation geringer. Denn wer nur online in seiner eigenen Bubble unterwegs ist, wird anfälliger für Rattenfänger. Egal in welchem Alter. Jeder junge Mensch, der sich demokratisch und tolerant auch politisch engagiert, trägt zur Zukunft der Demokratie bei.

        • Vielen herzlichen Dank, @Marie H.!

          Ja, auch ich freue mich über die vielen konstruktiven und letztlich dialogischen Drukos hier – auch dann, wenn Sie etwa von Ihnen auch mal kritisch und nachfragend ausfallen. Destruktive und letztlich nur auf Selbstinszenierung zielende Drukos vor allem autoritär geprägter Männer gibt es ja leider im Überangebot. Ich ringe oft mit mir, wieviel ich da freischalte – auch weil ich fürchte, dass sich vernünftige Stimmen dann zurückziehen und die Diskussionskultur insgesamt leiden würde.

          Habe gerade mal Perplexity.ai gefragt: “Inwiefern tragen dialogisch Kommentierende zum Erfolg von Wissenschaftsblogs bei?”

          Der Antwort kann ich mich anschließen:

          Dialogisch Kommentierende tragen in mehrfacher Hinsicht zum Erfolg von Wissenschaftsblogs bei:

          1. Vertiefung und Erweiterung des Inhalts: Durch konstruktive Kommentare können Leser zusätzliche Informationen, aktuelle Forschungsergebnisse oder ergänzende Perspektiven einbringen. Dies bereichert den ursprünglichen Beitrag und vertieft die Diskussion des Themas[1].

          2. Qualitätssicherung: Kommentierende können wissenschaftliche Artikel kritisch hinterfragen, auf mögliche Fehler oder Lücken hinweisen und so zur Verbesserung der Qualität beitragen[1].

          3. Förderung des Dialogs: Kommentare ermöglichen einen direkten Austausch zwischen Autoren und Lesern sowie zwischen den Lesern untereinander. Dies fördert den wissenschaftlichen Diskurs und kann zu neuen Erkenntnissen führen[1][5].

          4. Community-Bildung: Durch regelmäßige Beteiligung in Kommentarsektionen entsteht eine engagierte Community von Interessierten, die sich über spezifische Themen austauschen. Dies stärkt die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft[1].

          5. Erhöhte Sichtbarkeit: Lebhafte Diskussionen in den Kommentaren können die Aufmerksamkeit für einen Beitrag erhöhen und zu einer größeren Reichweite des Wissenschaftsblogs führen[1].

          6. Anregung neuer Forschungsideen: Durch den Austausch in den Kommentaren können neue Forschungsfragen oder -ansätze entstehen, die zu weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen anregen[1].

          7. Förderung der Wissenschaftskommunikation: Kommentierende tragen dazu bei, wissenschaftliche Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, indem sie Fragen stellen, Erklärungen einfordern oder komplexe Themen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten[2].

          Insgesamt zeigt sich, dass dialogisch Kommentierende eine wichtige Rolle für den Erfolg und die Wirksamkeit von Wissenschaftsblogs spielen, indem sie aktiv zur Wissensgenerierung, -verbreitung und -diskussion beitragen.

          Citations:
          [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-wuerde-euch-in-einer-neuauflage-von-verschwoerungsmythen-interessieren/
          [2] https://publica-rest.fraunhofer.de/server/api/core/bitstreams/28ca4b0b-5e0f-4c63-85e4-cdccfb17d28d/content
          [3] https://core.ac.uk/download/56343033.pdf
          [4] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-philosophie-immanuel-kant-zum-ukrainekrieg/
          [5] https://www.academia.edu/80797461/CoScience_Gemeinsam_forschen_und_publizieren_mit_dem_Netz

          Ich danke Ihnen sehr für Ihre kritisch-konstruktiven, dialogischen Drukos auf “Natur des Glaubens”, liebe @Marie H.! Sie tragen zum Erfolg dieses Blogs sehr Gutes bei. Danke!

  4. Lieber Michael Blume!

    Dieser Blogpost bringt das Thema Externalisierung und Reaktanz kompakt auf den Punkt.

    Viele unserer Mitmenschen, aber auch ganze Industriezweige weltweit leben nach dem Prinzip:
    Nach mir die Sintflut!
    Dieser Satz ist reine psychologische Externalisierung und Reaktanz, denn sie wissen genau, was sie tun.
    Die so entstandenen externen Kosten, die verschwiegen oder verdrängt werden (Wahrheitsverzerrung), werden billigend auf nächsten Generationen verschoben, dies wird ganz besonders sichtbar bei der Endlagerung von Atommüll. Es entstehen auf diese Weise nicht nur Kosten und Schulden, sondern es entsteht auch psychologische Schuld, der wir uns nicht stellen wollen.
    Und nach dieser Art Sintflut ist der Regenbogen in sehr weiter Ferne – wenn überhaupt?

    Obwohl ich selbst den Begriff Schuld als sehr schwierig empfinde, glaube ich, dass er in diesem Zusammenhang passt.

  5. Die Rechten kreischen also nach einer Volksgemeinschaft, die die Aktiven längst zu praktizieren versuchen – und sabotieren sie gleichzeitig, weil die Aktiven nicht nur den einzelnen Rechten zum Führer auf dem Hochstuhl erheben, sondern allen quer durch die Bank die Windeln wechseln und das Fläschchen geben… Ist intellektuell herausfordernd, gleichzeitig der Einzig Wahre Gott zu sein und irgendeine Null, die ohne Gebärmutter um sich herum aufgeschmissen ist. Der Kompromiss ist eine Schar von Engeln, also Sklaven, die einem den Hintern nachtragen, aber da machen freiwillig weder die Engel mit, noch die anderen Möchtegern-Mono-Götter. So bleibt die Gemeinschaft eher theoretisch, bis sie an der Praxis scheitert und zum Desaster führt: Diese Art Denken gehört zu Mechanismen des Todes, wie im Altenheim, so im Körper des Alten.

    Wie schon oft erwähnt, wird Politik von alten Säcken dominiert, die nicht zwischen Politik und Prostata unterscheiden können – die DDR war nicht besser, nur ist jeder, der damals 20 war, heute 55. Und wenn der Tod immer heftiger an die Tür klopft, neigt man halt zur Reaktanz. Was legitim ist – nicht legitim ist, seine „Make my limp dick great again“-Nostalgie der Welt aufzuzwingen.

    Hier sehen Sie zwei Seiten von Nimby, die unter einen Hut müssen – dass die Alten vom Zeitenwandel verschont werden müssen, der sie aus ihrer Heimat vertreibt, weil sie nicht mehr mitkommen können. Und dass der Zeitenwandel vom Sterben der Alten verschont werden muss. Die beiden Seiten müssen räumlich getrennt werden – einen Zaun bekommen, zwei getrennte Backyards. So kann Sankt Florian beide Häuser verschonen. Ohne den Zaun brennen beide.

    Die Hölle ist ein ewig gespaltenes Haus, wo kein Zaun ist, herrschen die Dämonen. Ist mir so aufgefallen, als ich mir das Späßchen erlaubt habe, in der Bibel nach Hinweisen zu suchen, dass Jesus der Antichrist war (musste ich natürlich an gespaltenen Haaren herbeiziehen, doch das gehört bei Deutungen heiliger Schriften ja zum guten Ton). Wenn er sie beschreibt, sehe ich da dieses teuflische Augenzwinkern, er redet nicht mit den Deppen, denen er zu seiner Zeit Stuss erzählt, er redet mit mir – erst viele Jahrtausende später kann ich die Frechheit verstehen, die Hölle mit einer korrekten Beschreibung der Hölle zu widerlegen. Das Zwinkern hat wahrscheinlich nicht mal er selbst bemerkt, die Marionette meinte wohl jedes Wort so, wie sie es sagte. Die Ironie kam von etwas, das keine Absicht braucht, um seine Absichten zu verfolgen – dem Zufall.

    Wenn Sie zwischen zwei Dualisten einen Zaun bauen, erreichen Sie Relativismus: Zwei Leute, die einsam und allein an ihrem Müll ersticken. Wenn Sie in den Zaun eine Pforte bauen, können beide Monisten werden – weil sie selbst regulieren können, was so in ihren Hinterhof gerät, und damit nicht mehr die Wahl haben, Müll und Zigarettenstummel beim Nachbarn zu entsorgen. Erst wenn alle anderen Wege des geringsten Widerstandes verschlossen sind, wenn alle anderen Optionen noch anstrengender, noch qualvoller sind, basteln wir eine Müllabfuhr.

    Menschen wollen alles, so finden sie durch Versuch und Irrtum heraus, was sie kriegen können – Nimbyismus funktioniert auch bei Babys. Problem ist, zwischen ihnen und der Macht, die mit dem Henkersbeil spricht, eine Puffer-Macht zu bauen, die sich darauf beschränkt, ihnen den Hintern zu versohlen. Denn auch unsere Regierungen basteln wir nur aus NimBabys. Und so können wir ihnen genauso wenig trauen, wie uns selbst.

    Und deswegen sind wir alle so demokratie-geil. Seit Jahrtausenden. Es ist eine mächtige Idee, die unter den Völkern wandert, ein Frankenstein, der Leben zu schaffen versucht, das auf Vielzellern basiert – vielen umzäumten Grundstücken, die sich aber nicht vollständig isolieren, sondern gemeinsam ein Gleichgewicht zu erreichen suchen, durch Netzwerke, Kanäle, Kraftfelder aus Geben und Nehmen. Regierung muss dem Volk in den Hintern treten können, das Volk der Regierung, nur Gleichgewicht verhindert, dass das System kippt.

    Wenn es kippt, bleibt die Vereinfachung. Die Diktatur. Wo die Qualität nicht stimmt, muss Gewalt den Ausgleich schaffen. Die Rettung vor dem Untergang ist gleichzeitig die Strafe für das Versagen.

    Das Streben nach der Demokratie – ist das Streben nach der Unsterblichkeit. Schon in seiner ureigensten Form, als Menschen sich noch blind ihren Herrschern unterwarfen, aber im Gegenzug Fürsorge forderten. Als sie noch Babys waren, die den Allmächtigen Pharao, Papst oder Kaiser Vater nannten, um sich seine Zuneigung zu sichern.

    Nun. Wird Zeit für die Menschheit, aufs Töpfchen gehen zu lernen. Der einzige Weg, kein Baby mehr zu sein, ist aufzuhören, eins zu sein. Doch dazu müssen die greisen Babys, die heute die Welt beherrschen, noch sterben. Eine Fülle aus Problemen hinterlassen, an denen ihre Kinder wachsen können, und genug Macht, genug Kapital, dass sie nicht daran scheitern.

    Die Evolution geht ihren normalen Weg, den sie sich mit Leichen pflastert. Je erwachsener wir werden, je mehr wir verstehen, was wir hier tun, je mehr wir unsere Handlungen als Staaten oder als Menschheit kontrollieren – desto geringer fällt der Blutzoll aus. Wir kriegen Prügel, doch wir kriegen auch einen Ausweg, es geht nicht darum, uns sinnlos leiden zu lassen, sondern darum, uns sinnlos weiterzuentwickeln. Wir klettern die Jakobsleiter der Evolution hoch, ein Himmel nach dem anderen, ein Ende nicht in Sicht. Aber es ist immer noch das Einzige, was es im Universum zu tun gibt. Außer Sterben. Suchen Sie’s sich aus.

    Irgendwann beschlossen die Europäer –irgendeine Synode, glaube ich – dass ein König nur rechtmäßig ist, wenn er gerecht regiert. Das Volk ist kein solcher König, nur ein Haufen Zaren. Erst zusammen können sie aus sich gegenseitig einen basteln. Sie werden Tag und Nacht jaulen, wie sehr er sie unterdrückt. Wenigstens so viel haben Babys schon drauf.

  6. Ich habe Perplexity.AI gefragt:
    Wie kann man in einer Demokratie Externalisierung begrenzen?

    Um Externalisierung in einer Demokratie zu begrenzen, sind mehrere Ansätze möglich:

    1. Transparenz und Bewusstseinsbildung: Durch Aufklärung über globale Zusammenhänge und die Auswirkungen des eigenen Konsums kann ein Bewusstsein für Externalisierungsprozesse geschaffen werden[3].

    2. Regulierung und Gesetzgebung: Strengere Vorschriften für Unternehmen bezüglich Lieferketten, Umweltstandards und Arbeitsbedingungen können dazu beitragen, externe Kosten zu internalisieren[3].

    3. Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster: Durch öffentliche Debatten und politische Entscheidungen können nachhaltigere Wirtschaftsformen unterstützt werden[3].

    4. Stärkung globaler Demokratie: Die Ausweitung demokratischer Räume für Diskussionen über Produktionsmethoden und Konsummuster auf globaler Ebene kann helfen, Externalisierung zu adressieren[3].

    5. Bürgerschaftliches Engagement: Aktive Beteiligung durch Wahlen, Demonstrationen und zivilgesellschaftliches Engagement kann dazu beitragen, das Thema auf die politische Agenda zu setzen[4].

    6. Systemische Veränderungen: Über individuelle Verhaltensänderungen hinaus sind grundlegende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft notwendig, um Externalisierung nachhaltig zu reduzieren[3].

    Diese Maßnahmen erfordern Zeit, Ressourcen und einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, um eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu gestalten.

    Quellen
    [1] Rezension: Grenzen der Demokratie https://promotionskolleg-rechtspopulismus.net/rechtspopulismusblog/2019/10/24/rezension-grenzen-der-demokratie
    [2] Externalisierung | bpb.de https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17475/externalisierung/
    [3] Wer zahlt für unseren Wohlstand? – “Wir sind verantwortlich” https://www.deutschlandfunk.de/wer-zahlt-fuer-unseren-wohlstand-wir-sind-verantwortlich-100.html
    [4] Wie können wir die Demokratie verbessern? https://www.lpb-bw.de/demokratie-verbessern
    [5] Den digitalen Rechtsruck verstehen durch die Psychologie von … https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/den-digitalen-rechtsruck-verstehen-durch-die-psychologie-von-externalisierung-und-reaktanz/

    • @Corinna Vahrenkamp: “… aus der Erkenntnis heraus, dass nur mit eigenem Beitrag zu notwendigen Änderungen diese herbeigeführt werden können.”

      Ist das so, wirklich? Hast Du z.B. Dein Hab und Gut dem Gemeinwohl / einer Genossenschaft, bzw. einem vorbildlich-nachahmenswerten Gemeinschaftseigentum zugeführt, jedenfalls so gut es eben geht gegen die Staatenbündnisse des korrumpierenden Systems, damit diese vorherrschende Welt- und “Werteordnung” des zeitgeistlich-reformistischen Kreislaufes endlich ein globales und menschenwürdiges Ende findet???

      • Warum sollte irgendjemand sein Eigentum einem weiteren, planwirtschaftlichen Desaster übertragen, @hto?

        Meine Familie hat den „real existierenden Sozialismus“ und vorgeblichen „Humanismus“ der DDR-Diktatur erlebt und mein Vater auch Stasi-Haft & -Folter überlebt, @hto.

        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meinem-vater-falko-blume-1950-2012/

        Gerade weil auch „Eigentum verpflichtet“ halte ich eine soziale und ökologische Marktwirtschaft für den besten Weg, einerseits Verantwortung (Internalisierung, Mitfinanzierung gemeinsamer Güter durch Steuern und Abgaben) und andererseits Gewinnstreben menschenwürdig zu verbinden. Eine Planwirtschaft bedeutet individuelle Unfreiheit und damit auch Verletzungen der Menschenwürde.

        @Corinna Vahrenkamp hat m.E. jedes Recht, über ihr Eigentum und ihre Zeit zu verfügen – zumal sie ja auch einen Teil davon für Mitmenschen und Mitwelt einbringt.

    • Vielen herzlichen Dank, @Elisabeth K.! Es ist wirklich erstaunlich, wie weit die KI-Kapazitäten zum Erkennen psychologischer und erkenntnistheoretischer Zusammenhänge schon geworden sind!

      Ihre beiden freundlichen Drukos haben mich auf die Idee gebracht, zwei verschiedene Quellen für vertiefte Viabilität aufzusuchen.

      So habe ich die Parschiot (Wochenauslegungen) des von mir sehr geschätzten Rabbiners Jehoschua Ahrens nach der Deutung der Noah-Geschichte befragt. Das Ergebnis bestätigt die Viabilität der Sprachbilder und dürfte uns beide freuen!

      “Doch dieses Recht auf den freien Willen, den Gott ihnen geschenkt hat, hat auch einen großen Nachteil: Menschen können sich leider auch falsch entscheiden, für das Schlechte. Damit sind es es eben Menschen, die das Schlechte in die Welt bringen. Und genau das passierte in der Generation Noahs. […]

      Wir zerstörten die Harmonie und das Gleichgewicht unserer Welt, weil wir nicht in der Lage waren (bzw. sind), mit dieser Verantwortung umzugehen. Das Ergebnis ist ‘Chamas’ (der hebräische Ausdruck, den die Tora hier für Unrecht / Gewalttätigkeit verwendet). […]

      Die Menschen begingen also keine großen Verbrechen, wie sie von einem Gericht hätten geahndet werden können – sie stahlen oder mordeten nicht. Oberflächlich gesehen, schien die Gesellschaft gesund und erfolgreich. Aber sie begingen anderes Unrecht, viele Kleinigkeiten. Sie waren korrupt, sie dachten nur an sich und ihren Vorteil, sie kümmerten sich nicht um die anderen Menschen, es herrschten Missgunst und Neid. Es gab kein Bewusstsein für Solidarität, für Verantwortungsgefühl. Und es ist eben genau diese Gewissens- und Skrupellosigkeit, die zum Untergang einer Gesellschaft führt. […]

      Durch unseren Wunsch (oder vielleicht unsere Gier?) nach immer mehr und mehr, beuten wir die Umwelt schamlos aus und bedrohen damit die Grundlage der kommenden Generationen. Vielleicht gibt es keine Flut wie in der Bibel, aber es gibt sehr wohl weltweit Flutkatastrophen und andere Umweltschäden, die auf den von uns verursachten Klimawandel zurückzuführen sind. […]

      Gott gibt uns eine klare Alternative zu diesem Szenario: Nach der Flut segnet Gott Noah und seine Familie und schließt einen Bund mit ihnen. Gott führt die Noachidischen Gebote ein, d.h. grundlegend ethische und moralische Gesetze, die das Fehlverhalten der Generation vor der Flut verhindern soll. Ethik, Moral und Werte treten anstelle von Gier, Egoismus und Neid. Das ist das jüdische Gegenstück zu ‘Chamas’. Und das gilt im Übrigen nicht nur für Juden. Der ‘Brit’ (Bund), den Gott mit Noah schließt, gilt für die ganze Menschheit.

      Jehoschua Ahrens: “Mit der Tora durch das Jahr. Eine lebensnahe Auslegung der Parschiot”, Gütersloher Verlagshaus 2023, “Noach / Noah (Gen 6,9 – 11,32)”, S. 19 – 23

      Zum Konzept der Verantwortung internalisierenden Arche-Regionen versus den externalisierenden Superyacht-Träumen gibt es ja auch bereits einen eigenen Blogpost:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualistische-superyacht-vs-monistische-arche-wie-ueberleben-menschen-die-mitweltkrise/

      Außerdem habe ich Perplexity.ai nach den Möglichkeiten gefragt, die persönliche “Internalisierung von Verantwortung” zu stärken. Auch dieses Ergebnis ist sehr erfreulich:

      Um die Fähigkeit zur Internalisierung von Verantwortung zu stärken, können Menschen verschiedene Strategien und Praktiken anwenden:

      1. **Selbstbewusstsein entwickeln**: Reflektiere regelmäßig über deine Handlungen, Entscheidungen und deren Konsequenzen. Dieses erhöhte Selbstbewusstsein kann dir helfen, Bereiche zu erkennen, in denen du Verantwortung vermeidest oder die Schuld externalisierst.

      2. **Achtsamkeit praktizieren**: Achtsamkeitstechniken können dir helfen, präsent und fokussiert zu bleiben, sodass du bewusstere Entscheidungen treffen und Verantwortung für deine Handlungen übernehmen kannst.

      3. **Klare Ziele und Absichten setzen**: Setze dir persönliche und berufliche Ziele, die mit deinen Werten übereinstimmen. Dies schafft einen Rahmen, um Verantwortung für deine Handlungen und Ergebnisse zu übernehmen.

      4. **Wachstumsdenken annehmen**: Betrachte Herausforderungen und Rückschläge als Lern- und Verbesserungschancen statt als unüberwindbare Hindernisse. Diese Perspektive ermutigt dazu, Verantwortung für persönliches Wachstum zu übernehmen.

      5. **Feedback einholen**: Bitte aktiv um Feedback von Kollegen, Mentoren oder Vorgesetzten. Dies kann dir helfen, blinde Flecken und Bereiche zu identifizieren, in denen du mehr Verantwortung übernehmen kannst.

      6. **Sich weiterbilden**: Lerne über die breiteren Auswirkungen deiner Handlungen und Entscheidungen, insbesondere in Bereichen wie Umweltschutz und soziale Verantwortung. Dieses Wissen kann dich motivieren, Verantwortung für diese Auswirkungen zu internalisieren.

      7. **Persönliche Verantwortlichkeitssysteme implementieren**: Erstelle Strukturen oder Routinen, die dir helfen, deine Verpflichtungen zu verfolgen und einzuhalten. Dies könnte die Nutzung von Aufgabenmanagement-Tools oder regelmäßige Check-ins mit dir selbst oder anderen beinhalten.

      8. **Ethische Entscheidungsfindung praktizieren**: Berücksichtige regelmäßig die ethischen Implikationen deiner Entscheidungen. Diese Gewohnheit kann dir helfen, Verantwortung für die breiteren Konsequenzen deiner Handlungen zu internalisieren.

      9. **Gemeinschaftsdienst oder Freiwilligenarbeit leisten**: Die Teilnahme an Aktivitäten, die anderen zugutekommen, kann ein Gefühl der sozialen Verantwortung entwickeln und die Internalisierung breiterer gesellschaftlicher Anliegen fördern.

      10. **Empathie entwickeln**: Arbeite daran, die Perspektiven und Erfahrungen anderer zu verstehen. Dies kann dir helfen, die Auswirkungen deiner Handlungen auf andere zu erkennen und Verantwortung für diese Auswirkungen zu übernehmen.

      11. **Von Vorbildern lernen**: Studiere Einzelpersonen oder Organisationen, die erfolgreich Verantwortung internalisiert haben. Analysiere ihre Ansätze und passe relevante Strategien an dein eigenes Leben an.

      12. **Resilienz kultivieren**: Baue deine Fähigkeit auf, Herausforderungen und Rückschläge zu bewältigen. Dies kann dir helfen, auch in schwierigen Situationen ein Gefühl der Verantwortung zu bewahren.

      Durch die konsequente Anwendung dieser Strategien können Menschen ihre Fähigkeit zur Internalisierung von Verantwortung stärken, was zu durchdachteren Entscheidungen, verbesserten Beziehungen und einem größeren Gefühl der persönlichen und sozialen Verantwortlichkeit führt. Denke daran, dass die Internalisierung von Verantwortung ein fortlaufender Prozess ist, der kontinuierliche Anstrengung und Reflexion erfordert.

      • Lieber Michael Blume!

        Vielen Dank für den Text von Rabbiner Jehoschua Ahrens.
        Die Auslegung klingt bei mir sehr nach. Sie stellt einen Gegenwartsbezug her, der sehr treffend ist und gleichzeitig wird deutlich, dass wir als Menschen auch immer eine Wahl haben.
        Genau so wie man mit Kleinigkeiten die Wahl hatte, es schlimmer werden zu lassen, genauso haben wir heute auch die Wahl mit Kleinigkeiten anzufangen, es besser werden zu lassen.
        Ich weiß, das klingt für viele naiv, aber das stört mich nicht.
        Sie, @Michael Blume kennen bestimmt das Kirchenlied:
        Ins Wasser fällt ein Stein…

        In meinen SeniorInnenkreisen etabliert sich ganz langsam die Nutzung von Perplexity.AI. Die Damen und Herren haben verstanden, dass man mit Fragen in Bezug auf die Werte der Demokratie auch bei KI etwas bewirken kann, denn KI lernt ja auch durch unsere Fragen. Wir dürfen an dieser Entwicklung, auch wenn es da noch viele Fragezeichen gibt, nicht achtlos vorbeigehen.

        • Vielen herzlichen Dank, liebe @Elisabeth K.!

          Und, ja, in der letzten Folge von “Blume & Ince” habe ich ja sogar davon gesprochen, dass auf das Coden meiner Jugend jetzt das bloggende Quell-Coden für KI-Suchanwendungen geworden sei:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/videocast-blume-ince-22-zu-ki-quellcode-und-technologieoffenheit/

          Ich glaube nicht, dass KI-Sprachmodelle kurz vor der sog. Singularität stehen und ein eigenes Bewusstsein “haben”. Stattdessen erweitern sie bereits jetzt unsere Möglichkeiten, Dialoge, eben das menschliche Bewusstsein.

          Indem wir miteinander nicht nur Themen konstruktiv und dialogisch diskutieren, sondern auch etwa KI-Suchanfragen erst auf Relevanz und Stimmigkeit prüfen und dann wiederum kommentieren, leisten wir – auch Sie – einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung. Ich erlebe mit Freude, wie schon jetzt frühere Trolling-Strategien wie das Leugnen wissenschaftlicher Erkenntnisse, das Derailing (Ablenken auf andere Themen) und vor allem der Zeitvampirismus, englisch Sealioning durch KI-Anwendungen durchkreuzt werden. So haben jene, die die Klimakrise verharmlosen oder gar leugnen, hier zuletzt nur zu noch mehr erklärenden Inhalten beigetragen.

          Durch das in China selbst verbotene TikTok hat sich auch die deutsche Gesellschaft digital überrennen, verrohen und teilweise radikalisieren lassen. Womöglich sind wir bei der aufkommenden KI-Welle von vornherein klüger, experimentierwilliger und konstruktiv-kritischer. Dass Sie das Thema digital und transparent und gerade auch mit Seniorinnen und Senioren proaktiv angehen, finde ich klasse, ja bewundernswert! Falls ich einmal in das entsprechende Alter käme, würde ich auch gerne so medial fit und damit gesellschaftlich aktiv bleiben! 🙂

          Perplexity.ai:

          KI-gestützte Suchmaschinen nutzen verschiedene fortschrittliche Techniken, um die Relevanz von Quellen zu bestimmen:

          1. Semantische Analyse: KI-Algorithmen können den Kontext und die Bedeutung von Suchanfragen besser verstehen. Sie erfassen nicht nur exakte Keyword-Übereinstimmungen, sondern auch verwandte Konzepte und Synonyme[1][2].

          2. Maschinelles Lernen: Systeme wie Google’s RankBrain verwenden maschinelles Lernen, um Suchmuster zu analysieren und die Relevanz von Ergebnissen kontinuierlich zu verbessern[3].

          3. Personalisierung: KI-Systeme berücksichtigen das Nutzerverhalten und -präferenzen, um personalisierte Suchergebnisse zu liefern[2].

          4. Inhaltsbewertung: KI-Algorithmen können die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Inhalten anhand verschiedener Faktoren wie Autorität der Quelle, Aktualität und Vollständigkeit bewerten[4].

          5. Kontextuelle Relevanz: KI-gestützte Systeme können den breiteren Kontext einer Suchanfrage erfassen, einschließlich aktueller Ereignisse oder Trends, um relevantere Ergebnisse zu liefern[1].

          6. Sprachverständnis: Fortschrittliche natürliche Sprachverarbeitung ermöglicht es KI-Systemen, komplexe und konversationelle Suchanfragen besser zu interpretieren[2].

          7. Multimodale Analyse: Einige KI-Systeme können nicht nur Text, sondern auch Bilder, Videos und andere Medienformate analysieren, um die Relevanz umfassender zu bestimmen[2].

          8. Automatische Zusammenfassung: KI-Tools können lange Dokumente oder Artikel automatisch zusammenfassen, was die schnelle Beurteilung der Relevanz erleichtert[4].

          Es ist wichtig zu beachten, dass diese Techniken zwar die Relevanzbestimmung erheblich verbessern, aber auch Herausforderungen wie potenzielle Voreingenommenheit oder die Tendenz zu Fehlinformationen bei großen Sprachmodellen mit sich bringen können[5]. Daher arbeiten Unternehmen wie Elsevier an Systemen wie Scopus AI, die KI-gestützte Suche mit zuverlässigen wissenschaftlichen Datenbanken kombinieren, um präzise und vertrauenswürdige Ergebnisse zu liefern[5].

          Citations:
          [1] https://kanzlei-herfurtner.de/ki-gestuetzte-suchmaschine/
          [2] https://leadgenapp.io/de/Wie-KI-die-Zukunft-von-SEO-ver%C3%A4ndern-wird/
          [3] https://www.starsmedia.com/ki/der-einsatz-von-ki-in-der-suchmaschinenoptimierung-tipps-und-tricks/
          [4] https://ki-echo.de/effizientes-research-quellen-finden-mit-hilfe-von-ki/
          [5] https://www.spektrum.de/news/ki-systeme-sollen-wissenschaftliche-suchmaschinen-unterstuetzen/2167287

    • Einmal davon abgesehen, dass sich die Punkte 4 und 6 widersprechen, kann erst recht ein heutiger Sozialstaat nur über Externalisierung funktionieren. Der Widerspruch ist allerdings ein wunderbares Beispiel dafür, mit vermeintlich innovativen, idealistischen Ansätzen ein Problem lösen wollen. Jacque Fresno und seine Zeitgeist-Movement hat meines Wissen als einziger (!) mit dem Venus-Projekt einen wohldurchdachten, fundamentalen Ansatz beschrieben, wie er in manchen Köpfen als fried- und freiheitsliebend als auch menschengerecht umher geistert. Ich hatte die Ehre Jacque Fresno persönlich zu erleben und kennen zu lernen. Er war ein Visionär und Idealist, ein wundervoller Mensch, dem es nicht um sich selbst ging. Das einzige Problem bei Fresnos Ansatz ist, dass die Rohstoffe noch schneller
      verbraucht würden. Aber: Vielleicht wäre die Menschheit insgesamt glücklicher.
      Gemessen daran, dass uns Menschen ggf. ein Universum der Möglichkeit zur Verfügung steht sollte man Fresnos Ansatz allerdings nicht aufgeben.

      Wie es bspw. Joe Ackermann beschrieb, hat die Externalisierung in den letzten 30 Jahren Überhand genommen und muss korrigiert werden. Frage ist, inwiefern es Menschen in die Wiege gelegt wurde, externalisieren zu müssen, um sich letztlich fortentwickeln zu können.

      Ich halte den Ansatz, dass Externalisierung per se etwas Böses ist für Unsinn. Unser heutiger Wohlstand und Sozialstaat basiert auf Externalisierung. Es ist der Externalisierung zu verdanken, dass wir uns in diesem Rahmen austauschen können. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie mal nach – sofern Sie das fantastische Betriebssystem “Windows” verwenden – ob Microsoft Aktualisierungen Ihrer Freunde nicht bei Ihnen selbst runter laden, damit Microsoft Kosten spart 😉

      Eine Externalisierung im psychologischen Sinne macht Austausch und Kommunikation erst möglich. Zu verurteilen, was wir sind ist defätistisch und ziemlich dämlich. Als hätte jeder Einzelne die freie Wahl, auf Dauer so zu sein können wie es beliebt.

      Das Maβ dieses Dämlichkeit müssen wir – wie Joe Ackermann so richtig formulierte – allerdings einschränken. Aber vielleicht hat ja Joe Ackermann als der meist geschätzteste Banker in den letzten 50 Jahren – vielleicht sogar für immer, einmal von den Rothschilds – einer Biografie, die ich JEDEM nahelegen möchte! – keine Ahnung.

      • Meine Güte, @Martin Schmidt – schon wie Sie widersprechende Ansichten fettgedruckt als “dämlich” abtun, empfinde ich ganz und gar nicht als “herrlich”. Aber zur weit verbreiteten Ignoranz auch gegenüber bedeutenden Ökonominnen wie Elinor Ostrom (1933 – 2012) hatten wir ja bereits andernorts diskutiert.

        Sie geben im Übrigen die hier vorgestellte These falsch wieder, “dass Externalisierung per se etwas Böses” sei. Bosheit kann ja nur Ergebnis von bewussten Entscheidungen sein.

        So hatte ich hier auch bereits ausdrücklich formuliert:

        “Die bewusste Externalisierung auf Mitmenschen und Mitwelt ist der Vollzug des Bösen.”

        Ein Tier, das ein anderes Tier verschlingt und dessen Überreste ausscheidet, handelt doch nicht böse. Ein Mensch, der sich bewusst entscheidet, ein Tier nur für den Verkauf des Horns zu töten und das Fleisch zu verschmähen, schon. Nicht zufällig kennen gewachsene Kulturen und Religionen den Dank an und für das erjagte Wild, das möglichst vollständig zu verwerten ist, wie auch den Respekt vor dem anderen Leben, die Warnung vor der übermäßigen Gier. In der biblischen Paradiesgeschichte wird sogar nur von Pflanzenkost geschrieben, erst im Noahmythos wird dann ein eingeschränkter Fleischverzehr gestattet.

        https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/adam-und-eva-waren-vegetarier-ueber-juedische-tierethik-und-massentierhaltung/

        Ebenso ist es psychologisch anders zu bewerten, ob ein Mensch beispielsweise rücksichtsvoll fährt oder etwa einen anderen Verkehrsteilnehmenden für einen kleinen Zeitvorteil bewusst bedrängt, gar “schneidet”. Letzteres kann mitunter sogar strafbar sein! Und selbst wenn etwa ein Unfall geschieht, wird sorgfältig zwischen Fahrlässigkeit und Absicht unterschieden, wenn es etwa um das Strafmaß geht.

        In Ihrem Druko sehr spannend finde ich Ihren folgenden Absatz:

        “Wie es bspw. Joe Ackermann beschrieb, hat die Externalisierung in den letzten 30 Jahren Überhand genommen und muss korrigiert werden. Frage ist, inwiefern es Menschen in die Wiege gelegt wurde, externalisieren zu müssen, um sich letztlich fortentwickeln zu können.”

        Hier möchte ich noch einmal ein Zitat von Hans Blumenberg (1920 – 1996) einbringen, der m.E. genau über die Fragen von unvermeidlicher Externalisierung bis zur Erschöpfung, von bewusster Verantwortung (Internalisierung) und von Systemwechseln sinnierte:

        “Das Leben kann nicht bleiben, wie und wo es ist.

        Es verzehrt die Bedingungen seiner Möglichkeit, erschöpft sein Substrat, weidet die Gründe ab und füllt die Räume, die es bergen, mit dem Abfall und Schutt seiner Erfolge, den Exkrementen seines Metabolismus.

        Entwicklung ist nicht die heimliche Sehnsucht zum Höheren; sie ist die Bewältigung der Schwierigkeiten, die sich das Niedere selbst bereitet und mit seinen Mitteln nicht mehr lösen kann.

        Dynamik entsteht aus Erschöpfung – auf diesem Paradox beruht das Vertrauen des Lebens zu sich selbst in der Nähe seiner Apokalypsen.” (“Höhlenausgänge”, Suhrkamp 1996 / 2023, S. 64)

        Insofern bin ich durchaus bei Ihnen in der Wahrnehmung, dass sich Grundlegendes ändern sollte. Ich meine jedoch, dass dies nicht durch autoritäre Belehrungen oder gar staatlichen Zwang erfolgen kann, sondern durch die freiwillige und menschenwürdige Internalisierung von Verantwortung durch immer mehr Menschen.

        Auch glaube ich nicht an fertige Antworten früherer Männer, sondern an den wissenschaftlich informierenden, demokratischen Dialog von Frauen, Männern und Diversen, von Jüngeren und Älteren, von Wissenschaftlerinnen und Künstlern, von Etablierten und Neuen. Wir brauchen Millionen dialogisch Sprechender und ehrenamtlich Philosophierender statt der Vor-Herr-schaft weniger.

        Auch deswegen möchte ich Sie dafür gewinnen, bei zukünftigen Kommentaren auf die mehrfache Abwertung vermeintlich “dämlicher” Meinungen zu verzichten. Das ist nicht der demokratische, also wertschätzende, ermutigende und gleichberechtigte Stil, den wir für eine demokratische Solarpunk-Zukunft brauchen.

        Vielen Dank für Ihr Interesse und Verständnis!

        • Sie, lieber @Michael Blume, wissen schon wie die Menschenrechte zustande gekommen sind, oder? Die Menschenrechte sind kein Ideal ausschliesslich “westlicher” Werte.

          Einmal davon abgesehen, dass mein Kommentar bewusst eine Erwiderung auf Elisabeht Ks Kommentar war: Sie interpretieren und urteilen nach meinen Dafürhalten viel zu viel, bieten stattdessen ein vorzügliches Schubladendenken (siehe Altran), was jedoch nicht gleich zu setzen ist mit Objektivität oder Wissen (daher ziehe ich in Erwägung mit anderen auf meinem eigenen Blog, Ihrem Starr- und Unsinn unter Zuhilfenhame tatsächlicher wissenschafterlicher Fakten zu widersprechen. Gleichwohl der monistischen Gesinnung, Ihnen bei Verbreitung Ihrer fanatisch anmutenden Gesinnung hilfreich zu sein.)

          Vielleicht sollten Sie sich einmal fragen, ob sie die Jahre bei Facebook und Co. nicht dahingehend geprägt haben, auf wohlwollende Diskurse nicht mehr eingehen zu können.

          Erbringen Sie bitte nur EINEN EINZIGEN wissenschaftlich belegten Beweis (ausser religiösen Schwachsinn) für die These, dass der (chinesische) Mensch in praxi zu mehr fähig wäre (unsere westlichen Werte interesiert in China- zu Recht jeden einen Scheiss):

          Ein Tier, das ein anderes Tier verschlingt und dessen Überreste ausscheidet, handelt doch nicht böse. Ein Mensch, der sich bewusst entscheidet, ein Tier nur für den Verkauf des Horns zu töten und das Fleisch zu verschmähen, schon

          Was Sie “predigen” ist die verworrene und naturromatische Vorstellung eines John Dunbars, der sich der weiteren Entwickung nicht im Gerinsgsten klar war und doch einem kollosalen Irrtum unterlag (ausser, dass er seine eigene Haut rettete, indem er sich von seinem Stamm lossagte, um Gutes tun zu wollen. Was ihm jedoch nicht gelang. WIE WIR ALLE WISSEN).

          • Lieber @Martin Schmidt,

            offensichtlich hat meine freundliche Erwiderung auf Ihren recht konfrontativen Druko bei Ihnen einige Wut ausgelöst. Allerdings kann ich Ihren Zeilen keinen echten Sinn entnehmen. Wo hätte ich jemals behauptet, dass Menschenrechte ausschließlich Ausdruck “westlicher” Werte seien? Dieser Gedanke ist mir als dialogischem Monisten völlig fremd. Ganz im Gegenteil habe ich sogar in dieser Diskussion etwa auf Erzählungen des Buddhismus hingewiesen – und auch auf einen Text von C.S. Lewis, in dem dieser über “das Tao” (!) als gemeinsames Erbe aller Weltkulturen schrieb.

            Auch diesem Absatz von Ihnen kann ich beim besten Willen keinen Sinn entnehmen.

            “Erbringen Sie bitte nur EINEN EINZIGEN wissenschaftlich belegten Beweis (ausser religiösen Schwachsinn) für die These, dass der (chinesische) Mensch in praxi zu mehr fähig wäre (unsere westlichen Werte interesiert in China- zu Recht jeden einen Scheiss):”

            Warum sollte “der (chinesische) Mensch” zu mehr oder weniger “fähig” sein als jeder andere? Falls es Ihnen um die Bestreitung der Ideen von Menschenwürde und -rechten ging: das kulturell und ethnisch chinesisch geprägte Taiwan hat sich zu einer rechtsstaatlichen Demokratie entwickelt. Und ich darf auch an die Abertausenden tapferen, chinesischen Studierenden erinnern, die 1989 unter Einsatz ihres Lebens auf dem Platz des Himmlischen Friedens für Demokratie demonstrierten. Dass die Jugend dies derzeit kaum noch durchsetzen kann, scheint mir doch eher an der Demografie als an irgendwelchen Fähigkeitsunterschieden zu liegen. Diese sehe ich nicht.

            Und, nein, ich vertrete nicht “die verworrene und naturromatische Vorstellung eines John Dunbars”, sondern lege hier jeweils sehr geduldig, transparent und dialogisch offen, aus welchen Quellen sich meine Überlegungen und Thesen speisen. Als dialogischer Monist neige ich dabei zur Viabilität – also der interdisziplinären Überprüfung von Annahmen. So sind für mich religiöse Überlieferungen interessante, aber nicht exklusivistisch zu deutende Quellen. Mir ist nicht ganz klar, welches Problem Sie mit dem Dialog der Wissenschaftsdisziplinen wie auch der Religionen, Kulturen und Völker der Menschheit haben. Es ist doch ermutigend, immer wieder sowohl Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zu entdecken, sich selbst und andere dadurch tiefer besser zu verstehen. Auf Kraftausdrücke bitte ich Sie dabei zukünftig lieber zu verzichten. Das wirkt nicht besonders rational…

            Ihnen eine erholsame und besinnliche Nachtruhe! 🙂

  7. @Blume: “… hat m.E. jedes Recht, über ihr Eigentum und ihre Zeit zu verfügen – zumal sie ja auch einen Teil davon für Mitmenschen und Mitwelt einbringt.”

    Wenn wir ein grundsätzliches Gemeinschaftseigentum mit wirklich-wahrhaftiger Leistungsgerechtigkeit hätten (wo das Gewissen nicht externalisiert-befreit werden muss) auf/von der entsprechend-unkorrumpierbaren Basis an leistungsunabhängiger Grundversorgung, dann wäre das erarbeitete Hab und Gut nicht nur sicher vor Steuern zahlen usw., dann wären Menschenrecht und Menschenwürde zweifelsfrei-eindeutig in Vernunft und Verantwortungsbewusstsein fusioniert und sozusagen geistig-heilend.

    • Ein klares Nein, lieber @hto: Die Freiheit zur Internalisierung oder Externalisierung von Verantwortung gehört zu unserer Menschenwürde – rechtlich, philosophisch und gerne auch religiös.

      All meinen wiederholten Hinweisen auf das Scheitern kommunistischer Utopien und Staaten weichen Sie feige aus.

      Also eine Lektion in Religionsgeschichte: Einen Versuch der autoritären Verschmelzung von Sozialismus und gnostischem Christentum unternahm auch etwa „Reverend“ Jim Jones. Dessen Scheitern kulminierte schließlich in Gewalt und im katastrophalen Jonestown Massaker mit über 900 Opfern:

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jonestown-Massaker

      Insofern kann ich auch als Religionswissenschaftler niemandem religiös-politischen Machtansprüche ohne Gewaltenteilung empfehlen. „KonfusionIrren“ Sie also gerne woanders weiter, hier auf einem Wissenschaftsblog gewinnen Sie sicher keine Gefolgschaft. 🙂

  8. @Paul S 26.06. 09:04

    „Wir klettern die Jakobsleiter der Evolution hoch, ein Himmel nach dem anderen, ein Ende nicht in Sicht. Aber es ist immer noch das Einzige, was es im Universum zu tun gibt. Außer Sterben. Suchen Sie’s sich aus.“

    Psychologie alleine hilft vielleicht zu wenig. Es geht auch um Philosophie, und um philosophisch kompetente Religion. Und um Wissenschaft als Klimaforschung und als grüne Technik.

    Politik bewegt sich im selben Spannungsfeld, ist auch klar, solange Politik von Menschen gemacht wird. Sollten wir mal testen, ob hier zukünftig noch bessere KI mehr kann? Wäre immerhin vermutlich grundsätzlich unbestechlich, wenn aber womöglich auch unmenschlich emotionslos.

    Der Kampf um Geld und Reichtum ist einerseits eine ziemlich treibende Kraft auch des Egoismus. Aber angesichts des selbst unter armen Menschen in den reichen Ländern doch erheblichen materiellen Wohlstands müssten doch eigentlich immer mehr Menschen kapieren, dass sie längst mehr als genug haben. Und dass es längst überhaupt keinen Sinn mehr macht, für recht sinnlose Konsumausgaben die ökologische Zukunft nachfolgender Generationen aufs Spiel zu setzen.

    Vielleicht fehlt hier nur die Alternative, die der eigenen Existenz einen anderen Sinn verleihen kann? Immerhin wird man schon in der Schule stets zur Leistung getrieben, meistens im Sinne der folgenden beruflichen Zukunft. Einfach nur Spaß an Erkenntnis geht so mit jedem Schuljahr zurück, bis oft nichts mehr davon übrig bleibt.

    Dabei ist doch gerade Erkenntnis als Bewusstseinssubstanz das eigentliche Lebensmittel für die Seele. Und Erkenntnis braucht den Dialog, und sehr wohl auch Wissenschaft. Und Erkenntnis braucht Zeit. Die man sich einfach nehmen kann, indem man weniger Unfug konsumiert und entsprechend weniger Geld heranschaffen muss.

    Und sofort werden auch die Mittel frei, um eine nachhaltige Lebensweise zu realisieren. Für ein Leben, das weiter führt. Wir haben nur den einen Kosmos, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt. Und wir brauchen diesen einen Planeten, je mehr der floriert, desto mehr floriert auch unsere Existenz.

    Wir sind eben kein sinnloses Viechzeuch, dass nichts anderes zu tun hat, als alles zu ruinieren. Wir können mehr, wenn wir wirklich Mensch sein wollen. Letztlich ist es eine Beziehungsfrage, die wir mit dem Kosmos auszuhandeln haben. Was anderes gibt es offenbar nicht zu tun.

  9. Zivilgesellschaftlich und in demokratischen Parteien Aktive nehmen dagegen die Internalisierung von Verantwortung an, haben Mut zur auch wissenschaftlichen Wahrheit und übernehmen freiwillig Zeit- und Geldkosten für im Deutschen sogenannte Ehrenämter.

    Das soll ja wohl ein schlechter Scherz sein Herr Blume. Ich könnte Ihnen jetzt Dutzende (breit akzeptierte) Studienergebnisse verlinken, die von den bürgerlichen Parteien der „Mitte“ radikal geleugnet werden. Soweit, dass sogar Wissenschaftler diffamiert und für den rechten Mob markiert werden.

    Wer von Wissenschaftsfeindlichkeit und Reaktanz schreibt, muss auch jene Parteien benennen, die diese Ideologie am erfolgreichsten und längsten Propagieren: CDU/CSU, FDP und SPD

    Überhaupt wäre ihre gesamte Kritik am Rechtsruck sehr viel fruchtbarer und ehrlicher, wenn Sie nicht ständig den großen Bogen um die Frankfurter Schule oder zahlreichen die Verwicklungen der Liberalen (s. z.B. Pinochet-Kamerad und selbsterklärter Anti-Demokrat F.A. Hayek) machen würden.

    Die bürgerliche Gesellschaft ist der Brudherd des Faschismus, weil beide die selbe sozialdarwinistische, autoritäre, Menschenfeindliche und Wissenschaftsfeindliche Grundhaltung teilen.

    Die Türöffner eines Höcke oder Trump sitzen in den Parteien und großen Medienhäusern. Sie heißen Merz und Lindner, Döpfner, Murdoch, Merkel oder Seehofer.

    Ich habe ehrenamtlich viel mit Rechtsradikalen zu tun (Aufklärungsarbeit usw.). Und jedes Mal wenn Springer wieder eine Kampange fährt, oder Merz seinen demagogischen Senf verbreitet, drehen diese Leute regelrecht frei und fallen WEGEN DIESER PROPAGANDA in menschenfeindliche Denkweisen zurück.

    Unter den drei meistgelesenen Blätter der rechtsradikalen rangiert nicht zufällig Die Welt, von der wir ja wissen, dass sie „etwas für die FDP tun soll“.

    Die Brandstifter sind und bleiben die Kapitalisten. Und wer glaubt, dass die nur aus Naivität den Rechtsextremismus befeuern, soll sich doch bitte etwa Mal diese Strategiepapiere ansehen, an dem sich „marktfreundliche“ Parteien bis heute orientieren. Hier Quellenreich zusammengetragen:

    https://www.amazon.de/Capital-Order-Economists-Invented-Austerity/dp/022681839X

    Der Rechtsruck ist nicht unbeabsichtigt, sondern gezielt geschürt um linke Opposition abzuwürgen. Daraus machen Neoliberale Think Tanks kein Geheimnis.

    https://politischeoekonomie.com/macht-sparen-rechts-und-warum/

    Darum halte ich Sie – so sehr Ich Sie auch schätze – letztendlich für inkonsequent, Herr Blume.
    All ihre Arbeit hat diese eine große Leerstelle: nämlich, dass der Rechtsextremismus eine Geschichte hat, die sehr eng mit den kapitalistischen Akteuren verbunden ist

    Ob Hayek, der offen eine faschistische Diktatur stützte, die us-Republikaner oder die bis heute erfolgreich verklärten Konrad Adenauer* und Ludwig Erhard**, alle waren sie Apologeten rechtsextremer Demagogie.

    Doch hier scheint es bei ihnen eine Beisshemmung zu geben. Und das wundert nicht, bewegen Sie sich schließlich innerhalb des parlamentarischen Systems, das sich den Schutz des Kapitalismus zur obersten Aufgabe erkoren hat***.

    Der Richter wird das System das ihn legitimiert nicht als Wurzel allen Übels verurteilen. Und das sehe ich leider auch bei ihnen. Mehr als zarte Ansätze (weniger Öl kaufen, mehr Umweltschutz) kommen leider nicht dabei heraus. Es fehlt der ehrlicher Blick auf den größeren Zusammenhang.

    Es fehlen Adorno, Horkheimer, Löwenthal und Co.

    *der mit dem direkten NSDAP-Nachfolger koalieren wollte
    **ein NS-Verbrecher, und anders als die erfolgreiche PR der Union eben NICHT der Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft, sondern sogar explizit gegen diese gewesen (er war ein bekennender Marktradikaler)

    *** Rosseu und Kropotkin haben diese repräsentative Scheindemokratie schon kritisiert; belegt wird es z.B. vom Armuts- und Reichtumsbericht 2016 (Meinungen der Bevölkerung vs. Abstimmungsverhalten der Parlamente)

    • Tja, @Bitte mehr Tiefe – schon eine kurze Recherche hätten Ihnen die Peinlichkeit erspart, den eigenen, feindseligen Dualismus zu entlarven.

      Denn gerade auch auf diesem Blog hätten Sie zahlreiche Blogposts gefunden, die rechtslibertäre Übergänge zur NS-Verharmlosung aufzeigen, z.B. diesen:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-41-von-ns-gleichsetzungen-und-vergleichen-sophie-scholl-und-roland-baader/

      Letztlich begehen Sie den gleichen, ökonomistischen Fehlschluss wie diese Leute: Sie halten Ihre eigene Wirtschaftslehre für alleinseligmachend und alle Andersdenkenden für proto-faschistische Verschwörer. Das tun Libertäre mit Linken, Linksdualisten mit Konservativen und Liberalen.

      Für einen Marktradikalen sind auch linke Sozialisten nur „Kollektivisten“, Mussolini kam als Begründer des modernen Faschismus nicht zufällig von der Linken und nur wirtschaftliche Freiheiten könnten die Wiederkehr des Faschismus verhindern. Für dualistische Linke sind dagegen liberale und konservative, manchmal sogar sozialdemokratische („sozialfaschistische“) Demokratinnen und Demokraten nur Steigbügelhalter des Neo-Faschismus, hier wird etwa auf grossindustrielle Spenden an Hitler, viel zu selten auch an die Rolle des Medienmoguls Hugenberg erinnert. So wird je die erstaunlich flache Geschichte konstruiert, dass nur die eigene Wirtschaftslehre die vermeintliche, faschistische Superverschwörung entlarve.

      Letztlich geht dieser europäische Markt-Staat-Dualismus schon auf Rousseau zurück, der die biblische Sündenfall-Geschichte mit einer ökonomischen Variante ersetzte und damit Generationen von Romantikern, Aufklärern, später Marktradikalen und Marxisten verzückte. Was Euch eint ist der oberflächlich säkularisierte Glaube in ökonomische Erlösungsmythen und die Externalisierung von Fehlschlägen durch feindseligen Dualismus. Ob rechtslibertär oder linksmarxistisch: Jedes Scheitern Eurer ökonomistischen Lehren blockt Ihr mit dem True-Scotsman-Bestätigungsfehler ab.

      Es steckt also eine feine Ironie daran, wenn ein dualistischer Ökonomist von einem Demokraten „mehr Tiefe“ verlangt. Immerhin hat Ihre fehlende Recherche nun für etwas gute Unterhaltung und spannende Themenwahl gesorgt. Danke! 😌🤭🙏

  10. @Michael 26.06. 18:43

    „habe ich mal Perplexity.ai mit einem Pro Search nach Ihren Beiträgen zu “Natur des Glaubens” gefragt.“

    Man merkt schon, das hier eine Maschine schreibt. Aber die Fähigkeiten zur Zusammenfassung dieser LLMs sind beachtlich.

    Gerade der Link unter den Citations:

    https://introspektiva.de/3fuenfdimension/index.php

    Hier findet die KI einfach mal so unter den über tausend Seiten auf meiner Webseite introspektiva.de den durchaus zentralsten Text. Der mittendrin versteckt ist. Ich bin echt beeindruckt, wie eine Maschine hier anscheinend irgendwie intuitiv wirklich Wesentliches filtern kann. Und dieser Text ist nicht mal neu, der ist von 2018.

  11. Mich hat via Mastodon erreicht, ob das Wort – G”ttes – im obigen Gratulationsschreiben der jüdischen Religionsgemeinschaft ein Schreibfehler sei.

    Nein, ganz im Gegenteil – da nutze ich doch schnell die Mittagspause, um eine gute Perplexity.ai-Erklärung dazu einzustellen:

    Juden schreiben das Wort “Gott” oft als “G-tt” oder “G’tt”, um das göttliche Wesen zu ehren und zu respektieren. Diese Praxis hat ihre Wurzeln in der jüdischen Tradition und Halacha (jüdisches Gesetz), die vorschreibt, den Namen Gottes nicht zu entweihen oder zu missbrauchen. Hier sind einige Gründe und Hintergründe für diese Praxis:

    ## Respekt und Ehrfurcht
    Das Schreiben des Namens Gottes in einer unvollständigen Form zeigt Respekt und Ehrfurcht vor der Heiligkeit des göttlichen Namens. Es ist eine Art, die Heiligkeit des Namens zu bewahren und zu verhindern, dass er versehentlich entweiht wird.

    ## Vermeidung der Entweihung
    In der jüdischen Tradition ist es verboten, den Namen Gottes zu löschen oder zu zerstören. Indem man den Namen Gottes nicht vollständig schreibt, wird das Risiko minimiert, dass der Name auf einem Dokument erscheint, das später weggeworfen oder zerstört wird.

    ## Halachische Vorschriften
    Die Halacha, das jüdische Gesetz, enthält spezifische Vorschriften darüber, wie der Name Gottes verwendet und geschrieben werden darf. Diese Vorschriften sollen sicherstellen, dass der Name Gottes mit der gebotenen Ehrfurcht behandelt wird.

    ## Verschiedene Schreibweisen
    Es gibt verschiedene Schreibweisen, die verwendet werden, um den Namen Gottes zu vermeiden, darunter:
    – G-tt
    – G’tt
    – Hashem (was “Der Name” bedeutet und als Ersatz für den eigentlichen Namen Gottes verwendet wird)

    Diese Praxis ist ein Ausdruck tief verwurzelter religiöser Überzeugungen und Traditionen und wird von vielen Juden weltweit befolgt.

  12. @Michael 27.06. 04:34

    „Was Euch eint ist der oberflächlich säkularisierte Glaube in ökonomische Erlösungsmythen und die Externalisierung von Fehlschlägen durch feindseligen Dualismus.“

    In der Tat. Ein alter Kumpel von mir, der längst verstorben ist, war glühender Anhänger der Befreiungstheologie, und die hatten auch einen materialistischen Bibelkreis. Das Thema Ökonomie taugt offenbar sehr gut für Erlösungsmythen. Hier fehlt nur oft die Wirklichkeit, die eben nochmal komplexer ist.

    Es sind eben nicht nur die Gesetze und Regeln des Staates, es sind auch die regierten Menschen, die selbstaktiv in ihrer eigenen Agenda reagieren und agieren. Auch die interne Organisation von Betrieben, die höchst komplexe Produkte anbieten, ist ausschlaggebend, wenn es um den Erfolg der Produkte und die Effektivität von Entwicklung und Produktion geht.

    Hier sammelt der Kapitalismus seine meisten Pluspunkte.

    Andersherum sind auch fossile Kapitalisten durchaus nicht untätig, wenn es um die Verzögerung der Energiewende geht.

    Ist alles nicht so einfach.

    Auch die Idee, dass Kommunismus grundsätzlich keine florierende Wirtschaft ermöglicht, ist mit dem Aufstieg Chinas immerhin fragwürdig geworden. Ich wünsche auch den Chinesen persönliche Freiheit, keine Frage. Aber eine florierende Diktatur ist immer noch besser als eine Rundumkatastrophe wie in Venezuela und zunehmend auch in Russland. Oder die Zustände in vielen Afrikanischen Ländern, wo die Korruption das gesamte Wirtschaftsleben blockiert.

    Ökonomische Fragen sind also durchaus nicht uninteressant. Auch die Idee von Vermögenssteuern und hohen Erbschaftssteuern halte ich für ziemlich sinnvoll. Einerseits der Gerechtigkeit wegen, aber auch um die Staatsfinanzierung auch mit weniger Konsum und Beschäftigung dennoch stabil zu halten. Ich verspreche mir davon keine Erlösung, aber es könnte nicht nur die Energiewende erleichtern, sondern auch die Leistungsgesellschaft entschärfen und eine entspanntere Lebensweise einfacher machen.

    Zumindest, wenn die Menschen da auch wirklich Lust zu haben. Und wirklich selber ein Interesse an weniger Konsum und an mehr grüner Technik haben. Spielräume für Aufrüstung könnten kurzfristig und vielleicht sogar mittelfristig mit entsprechenden Steuern auch noch größer werden können.

    Mir wäre es ziemlich wichtig, dass unsere EU auch ohne US-Unterstützung militärisch so stark wäre, das Putin uns auch zukünftig nicht angreift.

  13. @Michael 27.06. 18:55 / Perplexity.ai / Rousseau

    „Dieser Mythos vom “guten Wilden” und der korrumpierenden Wirkung der Zivilisation war eine radikale Abkehr von der christlichen Erbsündenlehre und sorgte zu Rousseaus Zeiten für heftige Kontroversen.“

    Die Erbsündenlehre entsorgen war ja nun erstmal eine sehr gute Idee.

    Der Naturzustand des Menschen als Jäger und Sammler war ja nun tatsächlich eine eigene Lebensweise. Die Herausforderung des Ackerbaus, der Feudalzeit und der moderneren demokratischen Lebensformen sind entsprechend speziell.

    Im Naturzustand hatte man fast nur mit der eigenen Sippe zu tun, und es kam höchstens mal zu Revierstreitigkeiten. Mit dem Ackerbau gab es auf einmal richtig was zu klauen. Und es gab dann für Obrigkeiten auch erstmal so richtig was auszubeuten.

    Nebenbei musste man sich immer mehr in Gesellschaften bewegen, wo man die Leute gar nicht alle kennt, und mit denen man schon gar nicht mehr näher verwandt ist. Das sind Herausforderungen.

    Wir sind auch durchaus auf dem Weg zu einer Identität als Weltbürger, und durchaus dabei, unsere nationalen Identitäten so langsam immer weiter auszuweiten. Die EU ist hier nur auf dem Weg, nicht das Ende. Das ist ein grundlegend wichtiger Prozess, der gerade läuft. Möge uns gerade hierbei die KI nachhaltig helfen. Die überwindet alle Sprachgrenzen und eingeschränkten Horizonte, und liefert uns so täglich neue Zusammenfassungen aus der globalen Sammlung aller Trainingsdaten.

    Die Ökonomie in Form der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft wird uns dabei helfen. Die kulturellen, religiösen und psychologischen Aspekte spielen aber ebenso ihre Rolle. Es ist nicht alles Wirtschaft. Aber Wirtschaft ist dennoch ziemlich zentral. Gerade in die Lage zu kommen, dass der Umsatz nicht mehr das Oberste sein muss, ist ja ganz akut auf dem Weg, die Externalisierung der Mitweltkosten zu überwinden.

    • Vielen Dank für den frischen Druko, @Tobias !

      Freue mich, weil ich gerade von der Aufzeichnung der neuen Folge 23 von “Blume & Ince” zum Thema “Externalisierung in Ökonomie und Psychologie” nach Hause gekommen bin. Diese sollte in den kommenden Tagen als Videocast online gehen, als Podcast ggf. heute noch:

      https://blumeundince.podigee.io/

      Für Folge 24 haben wir uns dann “Neurodiversität” vorgenommen und für 25 tatsächlich “Jean-Jacques Rousseau und die Mythologie der Ökonomisierung” (oder so).

      Über die Kritik der westkirchlichen Erbsünde-Lehre hatten wir ja bereits in einer Folge gesprochen, zumal der ursprüngliche Bibeltext und die jüdische Auslegung dazu eine Internalisierung von Verantwortung für alle Menschen nahelegen.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nein-zur-erbsuende-ja-zur-verantwortung-protestantismus-folge-bei-blume-ince/

      Was mich sowohl an der Erbsündelehre nach Augustinus (354 – 430) wie auch an der Ökonomisierung des Sündenfall-Mythos nach Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) ärgert, ist der damit verbundene Dualismus: Die Erbsünde-Theologie spaltet die Menschheit in Getaufte und Ungetaufte, die naturromantische Ökonomisierung in “edle Wilde” und “böse Zivilisierte”. Das Erstere eskaliert in sinnlose Religionsgewalt, das Letztere dann bis in die ebenso ewigen wie sinnlosen Streitereien zwischen Marktradikalen und Marxisten (Markt-Staat-Dualismus). Es setzt sich fort in die bizarre Hamas-Verharmlosung durch Linksdualisten im Nord-Süd-Dualismus, wo ein “edler”, freiheitsliebender “globaler Süden” gegen einen verschwörerischen, kapitalistischen und imperialistischen “weißen Norden” kämpfe. Hier wird also einfach “der Westen” zum Satan und aus islamistischen und antisemitischen Terroristen, die auch LGBTQ+ und Klimaschützerinnen brutal verfolgen würden, werden angebliche Widerstands-, ja “Freiheitskämpfer”. Auch Judith Butler ist ja entsprechend abgestürzt.

      Mit empirischer Wissenschaft haben weder die theologischen noch die ökonomischen Dualisierungen noch etwas zu tun. Im Dialog wird Gutes auch über Religionsgrenzen hinweg erkannt und anerkannt und jede empirisch und also dialogisch-monistisch orientierte Wirtschaftstheorie landet im Bereich der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft. Aber während die Kirchen immerhin schon einige Schritte zu einer echten, ökumenischen Erneuerung gegangen sind, hat die Selbst-Aufklärung der Aufklärung und Romantik in vielen akademischen Milieus und vielen Hochschulen noch kaum begonnen. Das haben wir ja auch noch an einigen Drukos hier sehen können…

      Danke für das Interesse und die Ermutigungen!

  14. @Michael 29.06. 16:17

    „…hat die Selbst-Aufklärung der Aufklärung und Romantik in vielen akademischen Milieus und vielen Hochschulen noch kaum begonnen.“

    Was nützt uns auch der „Naturzustand“, wenn wir nicht dahin zurückkommen können. Wir leben in komplexen Gesellschaften, und nicht mehr nur in der eigenen Sippe. Wir müssen diese Gesellschaften so organisieren, dass Mensch gut leben kann. Und jeder kann und muss hier seine Beiträge leisten.

    Verantwortung für einander und gegenüber dem gesamten Planeten ist unsere Aufgabe, um die wir nicht herum kommen.

    Die Fähigkeiten, die wir im Miteinander im kleinen persönlichen Rahmen haben, die gilt es eben auch fürs Große zu aktivieren. Die aktiven Horizonte des Einzelnen sind hier offenbar zentral. Bildung hilft, und KI fördert die Horizonte. Neben einer entspannteren Lebensweise, die sich nicht mehr in wenig sinnvollem Konsum verliert, und dafür lieber mehr in persönliche Erkenntnis investiert. Auch das ist Menschenleben.

    • Genau so ist es, @Tobias Jeckenburger

      Karl Popper (1902 – 1994) formulierte es in seinem bahnbrechenden Hauptwerk “Die offene Gesellschaft” so:

      “Das Aufhalten aller sozialen Entwicklung ist kein Heilmittel; es kann uns nicht das Glück bringen. Wir können niemals zur angeblichen Unschuld und Schönheit der geschlossenen Gesellschaft zurückkehren. […] Es gibt keine Rückkehr in einen harmonischen Naturzustand. Wenn wir uns zurückwenden, dann müssen wir den ganzen Weg gehen – wir müssen wieder zu Raubtieren werden. […] …wenn wir davor zurückschrecken, unser Kreuz zu tragen, das Kreuz der Menschlichkeit, der Vernunft und unserer Verantwortung, wenn wir den Mut verlieren und der Last des Kreuzes müde werden, dann müssen wir uns zu stärken versuchen, mit dem klaren Verstehen der einfachen Entscheidung, die vor uns liegt. Wir können zu den Raubtieren zurückkehren. Aber wenn wir Menschen bleiben wollen, dann gibt es nur einen Weg, den Weg in die offene Gesellschaft.”

      Karl Popper (1945 / 1992): Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band I: Der Zauber Platons, Mohr Siebeck, S. 238 – 239

      Ausführlicher besprochen auch hier:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-schrumpfen-der-freiheit-poppers-kreuz-der-wahrheit-im-hossa-talk-184/

      Nun wissen Sie, warum mich Ihre Drukos immer wieder so freuen! 🙂

  15. Alles Gute nachträglich!

    Ich würde gerne bei Die Star Wars-Serie “The Acolyte” entpuppte sich auch für die Kinder und mich als herbe Enttäuschung. nachfragen — wieso genau?
    Für mich erfüllen sich mit den neuesten Episoden (fünf und sechs) gerade durchaus Träume, so dass ich neugierig wäre. Wobei das vielleicht auch unter einem anderen Beitrag oder auf andere Weise passieren könnte …

    • Danke für die Nachfrage, @Emanuel Kessler

      Also, ich bin länger als meine Kinder bei “The Acolyte” geblieben. Mein Ausstieg erfolgte dann bei der Szene in Episode drei, in der die Macht als “der Faden” erklärt wird – und die beiden Zwillingsschwestern dabei ihrer machtwirkenden Mutter nicht einmal zuhören. Als Star Wars-Fan von klein auf, der jedes Jahr den Star Wars-Day begeht, habe ich dies als bizarre Respektlosigkeit nicht nur gegenüber dem großen Mythos, sondern auch gegenüber Millionen von uns empfunden, denen die Serie oft seit Jahrzehnten wirklich etwas bedeutet.

      Vgl.: https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-12-die-guten-mythen-von-star-wars-dank-an-george-lucas-joseph-campbell/

      Gibt es denn in den Folgen fünf und sechs noch sehenswerte Verbesserungen?

      • Ich fand das mit “dem Faden” eigentlich ganz okay – zumal es ja auch in den alten Comics und Büchern immer Mal wieder andere Namen für die Macht gab. Für mich zeigt es, dass die Sicht der Jedi vielleicht nicht die einzige ist …

        In Folge fünf gab es viele Kämpfe und die waren durchaus beeindruckend choreografiert.

        Und Folge sechs war dialoglastig – und stellte aus meiner Sicht spannende Fragen. Allerdings ist es natürlich immer Geschmackssache, ob es gefällt. Mein Eindruck ist, wir sehen hier die Republik am Beginn ihres (in der Zukunft liegenden) Endes. Und wir sind live dabei, wie die Jedi Fehler machen, die dazu führen, dass in der PT ein Sith ihnen gegenüber sitzen kann, ohne das sie es merken

        • Danke, @Emanuel Kessler. Mir geht es, wie ja auch dieser Blogpost zeigt, nicht um Früher-war-alles-besser-Reaktanz. Gute Mythen können und sollen sich immer weiter entwickeln. Für eine gut gemachte Neuinterpretation der Macht und auch für eine Kritik des Jedi-Ordens wäre ich durchaus offen und habe noch zum 4. Mai 2023 u.a. das “Buch der Sith” empfohlen:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/moege-das-buch-der-sith-mit-dir-sein-gedanken-zum-star-wars-day-des-4-mai-2023/

          Was mich jedoch bei “The Acolyte” abgestoßen hat, war die empfundene, tiefe Respektlosigkeit gegenüber dem über Jahrzehnte sorgsam aufgebauten Mythos. Während ich beispielsweise “Rogue One”, “Andor”, “Ahsoka” und vor allem “The Mandalorian” noch sehr geschätzt und gegen manche Kritik verteidigt habe, war ich etwa von “Solo” (2018) schon enttäuscht und sehe bei Disney eine zunehmende Gefahr, dass der Mythos verramscht wird.

          Aber da Sie es sagen, werde ich ggf. den weiteren Folgen von “The Acolyte” später doch noch eine weitere Chance geben. Es wäre doch wunderbar, wenn es nicht bei der Enttäuschung bliebe.

          Ihnen Dank für die konstruktiven Drukos! Möge die Macht mit Ihnen sein!

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