Demografie und die Knappheitslüge – Wie Wissenschaft für Rechtsmimesis missbraucht wird

Noch vor wenigen Wochen eskalierte in den USA eine aufgeregte Debatte über die fallenden Geburtenzahlen. Inzwischen hat Deutschland nachgezogen, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor dem Deutschen Geserkschaftsbund (DGB) „Demografie und Mathematik“ als Begründung für Einsparungen beschwor und ein umstrittenes Zugesagt-Video Junge gegen Ältere dualistisch ausspielte.
Viele Menschen sind noch mit der Erzählung aufgewachsen, dass die sog. „Überbevölkerung“ eine Bedrohung sei – und bekommen nun erzählt, dass auch eine Bevölkerungsschrumpfung furchtbar sei und zur „Überalterung“ führe. (Ich lehne diesen populären Begriff daher auch ab, weil er verächtlich nahelegt, es gebe „zu viele“ ältere Menschen. Dabei ist ja eigentlich gemeint, dass es zu wenig Kinder und jüngere Menschen gebe – also eine Unterjüngung.)
Auch eines meiner Kinder suchte zu Fragen der Bevölkerungsentwicklung und Zukunft das Gespräch mit mir, zumal ich zum Thema „Religion und Demografie“ jahrelang gearbeitet und geschrieben hatte.

Inzwischen steht das längst vergriffene „Religion und Demografie“ als pdf-eBooklet kostenfrei zur Verfügung. Buch & Cover: Michael Blume
Positiv möchte ich anerkennen, dass die enorme Bedeutung von Demografie auch für Wirtschaft und Politik endlich anerkannt und diskutiert wird.
Negativ möchte ich jedoch problematisieren, dass das Thema Demografie und säkulare Geburtenimplosion mit Lügen einer angeblich naturgesetzlichen Knappheit verbunden und zur Verbreitung von feindseligem Dualismus missbraucht wird.
So darf als gesichert gelten, dass ein massiver und dauerhafter Geburtenrückgang zu einem Rückgang von wirtschaftlicher Nachfrage und Investitionstätigkeit führt. Das bekannteste Beispiel dafür ist China, das mangels Binnennachfrage massiv Exporte subventioniert und damit die Märkte in den USA und der Europäischen Union flutet.
Ebenfalls richtig ist, dass sich bei schnell sinkender Bevölkerungszahl rechtsmimetische Propaganda gegen Frauen, zugewanderte und manchmal auch Verschwörungsmythen gegen jüdische Menschen besonders leicht verbreiten lassen. Aktuelle Beispiele dafür sind Japan und das deutsche Bundesland Sachsen-Anhalt.
Irreführend und sachlich falsch ist jedoch die Behauptung einer notwendigen Güter-Knappheit und Verarmung der Bevölkerung aufgrund einer sinkenden Bevölkerungszahl.
Denn sowohl durch neue Technologien wie aktuell KI wie auch durch erneuerbare Heimat-, Friedens- und Wohlstandsenergien sind enorme Produktivitätsgewinne möglich, so dass bei kluger Gestaltung der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft weiterer Wohlstand, ja Überfluss auch für ärmere und ältere Menschen entstehen kann.
Entsprechend plädierte der deutsch Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sogar bereits für ein zukünftiges „bedingungsloses Grundeinkommen“.
Auch, wenn ich mir diesen Vorschlag nicht zu eigen mache, sondern erst einmal für eine Stabilisierung des Sozial- und Rechtsstaates sowie eine gezielte Förderung von Bildung und Familien mit Kindern plädiere, teile ich die Absage an die Knappheitslüge.

Zur chinesischen Neujahrsgala präsentierte die demografisch implodierende KP-Diktatur Roboter und Kinder. Screenshot: Michael Blume
Es ist sachlich falsch und unanständig, im Namen der Demografie Ängste, feindseligen Dualismus und Rechtsmimesis zu schüren. Stattdessen bräuchte es einen respektvollen und interdisziplinären Dialog über die Verteilung von Produktivitätsgewinnen, Wohlstand und Steuern.
Dazu möchte ich auch auf diesem Wissenschaftsblog gerne weiterhin einladen.
Das BIP pro Einwohner*in in der BRD steigt kontinuierlich. Leider profitieren davon immer weniger Menschen. Die Vermögen der Reichen gehen durch die Decke, die Boomer verteidigen ihren Besitzstand. Also werden gerade die jüngeren Generationen benachteiligt. Investitionen bleiben aus. Fatal zeigt sich das im Bildungssystem. Private Schulen sind top finanziert, die Öffentlichen vergammeln. Das ist ein Zweiklassensystem. Ich wäre dafür, private Schulen abzuschaffen. Dann würden unsere Schulen ganz schnell alle benötigten Mittel bekommen. Wenn wir die Kluft zwischen Arm und Reich nicht verringern, wird es unweigerlich zum Kollaps kommen. Zurzeit deutet alles auf eine rechtsextreme Revolution hin. Die digitale Totalüberwachung droht. Durch die Erderhitzung beißen erst die Armen ins Gras. Aber alle anderen werden unweigerlich folgen. Niemand wird der Erde entkommen. Und falls doch, gönne ich denen ein Treffen mit Bronterocs.
Vielen herzlichen Dank, @Hui Haunebuh 🙏
So sehr ich viele Sorgen mit Dir teile, so sehr unterscheiden wir uns doch in manchen Schlussfolgerungen.
So besuchte ich gerade heute die jüdische Gemeinde in Konstanz und sprach dort u.a. mit einer Schülerin, die eine jüdische Privat- und Mädchenschule in Zürich besucht. Sie fühlt sich dort wohl und sicher – wie auch meine Frau als Muslimin eine glückliche Schulzeit an einem katholischen Privat- und Mädchengymnasium in Stuttgart erlebte.
Aus meiner Sicht sind Privatschulen nicht notwendig ein Ausdruck eines Zweiklassen-Systems, sondern ein notwendiger Ausdruck von Freiheit und Vielfalt, also Würde. Und das sage ich als Absolvent ausnahmslos staatlicher Schulen (mit denen ich bis heute sehr zufrieden bin).
Wir sollten m.E. gemeinsam darum kämpfen, dass alle Schulen fair und auskömmlich finanziert werden – und uns nicht mit Verbotsforderungen gegeneinander ausspielen lassen. Manche Rechtslibertäre fordern eine Privatisierung aller Schulen auf Basis von „Bildungsgutscheinen“ (amerikanisch: Voucher). Manche Linke fordern dagegen ein Verbot privater und freier Schulen. Ich denke, dass jedes Kind anders ist und begrüße Vielfalt und Freiheit im Schulsystem, allerdings auf Basis gemeinsamer und vergleichbarer Prüfungen.
Dir ganz herzlichen Dank für den super-anregenden Druko. 🙏🙌
Da könnten wir in die Tiefe gehen. Private Schulen fördern soziale Selektion. Kind braucht viel finanzielle Unterstützung oder muss besonders talentiert sein. Gut situierte Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr in staatliche Einrichtungen. Und diese Menschen haben Einfluss. Nicht nur bekommen ihre Kinder keinen Kontakt zu normalen Menschen, sie sind auch der Grund dafür, dass private Schulen perfekt ausgestattet sind und die staatlichen Schulen eben nicht. Die Existenz von Privatschulen ist grundsätzlich schädlich für eine Gesellschaft. Sind meine Argumente falsch?
In Deine Sinne könnte es auch genausogut staatliche Schulen für Kinder mit besonderem Bedarf geben.
Danke für den freshen Dialog, @Hui Haunebuh 🙏🙌
Ich denke, Du hast als Privatschulen vor allem Schulen von Reichen für Reiche im Blick. Aber viele konfessionelle Schulen sind genau das nicht, die erste Waldorfschule war als Schule für die Fabrik-Arbeiterkinder angelegt, in Freiburg besuchte ich die grandiose Freie Demokratische Schule Capriole in Freiburg usw.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/
Ich bin klar Deiner Meinung, dass alle Schulen aus Steuermitteln so gut ausgestattet sein sollten, dass sie starke Lehre garantieren können. Und zugleich finde ich Wettbewerb, Vielfalt und Freiheit wichtig – unterschiedliche Kinder werden in unterschiedlichen Schulen glücklich.
Deswegen wende ich mich auch hier gegen die Verbotslust, plädiere für Vielfalt und Dialog bei fairer Finanzierung und gemeinsamen Prüfungen. Nach meiner Einschätzung entspricht dies auch dem föderalen Ansatz des Solarpunk, der Vielfalt und Selbstwirksamkeit fördert.
Hallo Herr Blume
Ich gehe mit Ihnen konform das Privatschulen ein Zweiklassensystem unterfüttern. Ob wir Klassen im Sinne von Eliten brauchen, oder ob es vorzugsweise der als Schmiede für ein zukünftiges elitäres Beziehungsgeflecht dient, das sei mal dahingestellt. Ich kann mir dazu einen Blick nach Frankreich nicht unterdrücken.
Staatliche Schulen ist nun mal zwangsläufig das A und O für das große Groß unserer Gesellschaft und es gibt kaum jemanden der damit keine Erfahrung gemacht hat. Positive und negative sicherlich.
Sie schreiben „Manche Rechtslibertäre fordern eine Privatisierung aller Schulen auf Basis von „Bildungsgutscheinen“ .
Ich verstehe nicht weshalb Sie diese Forderung den Rechtslibertären anhängen.
Ich war über Jahre beim SffO in Bad Boll dabei und auch dort wurde über den oder einen Bildungsgutschein diskutiert. Eine der Kernüberlegung war das damit Schulen in einen Wettbewerb gezwungen werden.
Ich bin der Ansicht das ein solches System (auf einen gewissen Radius eingegrenzt) dem System Schule gut täte anstatt denen eine statische Gleichgültigkeit zu verordnen.
Rolf Kuntz Senden
Lieben Dank für Ihre Nachfrage, @Rolf Kuntz
Ich finde unser bestehendes System aus staatlichen und privaten Schulen bei starker Basisfinanzierung recht gut zwischen Chancengleichheit und Wettbewerb.
Das Modell der Bildungsgutscheine wurde mir dagegen so vorgestellt, dass eine Zuzahlung der Eltern möglich sein sollte. Damit wäre m.E. der Weg in ein Mehrklassen-Schulsystem vorgezeichnet, in dem arme Schulen aus Nur-Gutscheinern und immer reicheren Zuzahlenden entstünde.
Ihnen Dank und alles Gute!
Guten Morgen, @Michael,
danke dass Du dieses wichtige Thema so gut verständlich aufbereitet hast!
Ich finde es problematisch, wenn Jung und Alt gegeneinander ausgespielt werden. Mitunter geschieht das auch aus – so sehe ich es in einem Fall – durchaus gut gemeinter Absicht. Der Vorschlag von Marcel Fratzscher (den ich sehr schätze!) aus dem letzten Jahr zu einem verpflichtenden sozialen Jahr für Rentner hat auch mich, der sonst recht gelassen reagiert, etwas befremdet. Volkswirtschaftlich mag er eine gewisse Sinnhaftigkeit haben (das kann ich nicht abschließend beurteilen), aber ein solcher Vorschlag begünstigt genau dieses „Wir gegen die“.
Ich habe mich damals gefragt: Ich habe in den 1980er Jahren bereits als Zivildienstleistender einen sehr anspruchsvollen Dienst in der Pflege absolviert, nahezu zwei Jahre lang. Freunde hatten fast genauso lange bei der Bundeswehr gedient. Mit allen Nachteilen, die ein späterer Berufseintritt mit sich bringt, haben wir das gerne gemacht und als Bereicherung für unser Leben angesehen. Das gilt sowohl weitgehend für die „Zivis“ als auch für die im Freundeskreis, die „beim Bund“ waren. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen – auch wenn wir Zivildienstleistenden damals teilweise nicht wie vorgesehen als Zusatzkräfte, sonder als reguläre Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Warum sollte ich dann als Rentner noch einmal eine solche Verpflichtung eingehen müssen?
Auch der Begriff „Boomer“ stört mich mittlerweile etwas: Ich kann nichts dafür, dass ich zu dieser Generation gehöre – mein Geburtsdatum entzieht sich meiner Kontrolle. Aber solche Dynamiken, eine gesellschaftliche Gruppe gegen die andere aufzuwiegeln, lenken von den wirklichen Stellschrauben ab, an denen man drehen könnte (etwa soziale Ungleichheit bekämpfen).
Mir ist sehr bewusst, welche Welt wir – also u.a. die: „Boomer“ – den Jüngeren hinterlassen und mit welchen (ökologischen, finanziellen, gesellschaftlichen) Schulden sie sich einmal herumschlagen müssen. Daher gehöre ich zu den Ersten, die die Jüngeren in Schutz nehmen. Aber Vorschläge wie das verpflichtende soziale Jahr für Rentner bringen selbst jemanden wie mich in eine innere Verteidigungshaltung – und das ist dem sozialen Zusammenhalt eher abträglich.
Vielen herzlichen Dank für den starken und tiefen Kommentar, @Peter 🙏🙌
Denn auch ich erlebe es wie Du: Demografie, Ökonomie, Ökologie sind unglaublich wichtige Themen. Aber genau deswegen sollten sie nicht mit Rechtsmimesis, der medialen Abwertung und Polarisierung von Menschengruppen, kommuniziert werden.
Wer einseitige, dualistische Zerrbilder von vermeintlich „gierigen Alten“ oder „faulen Jungen“ verbreitet, trägt überhaupt nichts dazu bei, Probleme zu lösen. Stattdessen werden digitale Thymotisierung, Verrohung und Entsolidarisierung geschürt.
Leider steckt das Ganze schon sehr tief in unseren Begriffen, also in Sprechen und Denken. Habe deswegen heute zu diesem Blogtext auch gepostet:
Ich finde den rechtsmimetischen & ältere Menschen verächtlich machenden Begriff der „Überalterung“ furchtbar und gefährlich. Denn er legt doch nahe, dass Menschen früher sterben sollten!
Aber das ist doch überhaupt nicht unser Problem: Wir haben nicht „zu viele“ Ältere, sondern zu wenig Kinder und jüngere Menschen! Deswegen spreche und schreibe ich bewusst von Unterjüngung – und halte Reaktanz & Widerspruch dagegen aus…
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116611393663289241
Ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben, dass in Deutschland noch ein respektvoller und vielfältiger Dialog über Demografie gelingt und beispielsweise am Beispiel Spanien erkannt wird, dass Migration auch Wirtschaftswachstum befördert, wogegen Rechtsmimesis, Rassismus und Traditionalismusfalle allen schaden.
Ich denke, wir sollten es wenigstens versucht haben. ✅🇩🇪🇪🇺
@Hauptartikel
„Denn sowohl durch neue Technologien wie aktuell KI wie auch durch erneuerbare Heimat-, Friedens- und Wohlstandsenergien sind enorme Produktivitätsgewinne möglich,…“
In der Tat sind Investitionen in Grüne Technik im eigenen Land ein nachhaltiger Wohlstandsfaktor. Wenn man den noch gut verteilt, haben alle was davon. Ebenso eine globale Initiative in offene Software für so ziemlich alles. Weit über Europa hinaus.
„Entsprechend plädierte der deutsch Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sogar bereits für ein zukünftiges „bedingungsloses Grundeinkommen“.“
Das soll es auch nicht unbedingt sein, dass z.B. ein drittel der Arbeitsfähigen gut versorgt ohne Arbeit klarkommen müssen. Aber ein Grundeinkommen könnte die soziale Komponente im Steuer- und Abgabensystem und der sozialen Sicherung vereinfachen. Das fände ich schon attraktiv.
Ganz ohne mehr Menschen, die wirklich untätig wären. Aber auch kein übermäßiger Stress, der überhaupt nicht nötig ist.
Wenn jeder einen relativ festen Betrag gutgeschrieben bekommt und dann aber auf jegliche anderen Einkünfte einen einheitlichen Abgabensatz zahlen muss, wäre das sehr einfach und überschaubar. Dann wird auch jeglicher Zugewinn gleich besteuert, insbesondere auch Kapitalerträge, Erbschaften und auch auf höhere Arbeitseinkommen werden dann die gleichen Abgaben an Kranken- und Rentenkassen fällig.
Das würde dann auch Familien ganz automatisch fördern, wenn für jedes Kind der gleiche Grundbetrag gutgeschrieben wird. Und eine entsprechende Grundrente ist dann sowieso gesichert.
Naja, das wäre allerdings schon ein hochkompliziertes Projekt, sowas dann umzusetzen und die Menschen dafür zu begeistern.
Im Prinzip geht es mir auch gegen Verschwendung aller Art, die man nicht noch fördern sollte, nur damit genug Steuern eingenommen werden können. Das wäre so ein Traum von mir. Da finde ich jede Idee gut, die dahin führen könnte.
Vielen lieben Dank für die weiterführenden Gedanken, lieber @Tobias 🙏👍
Auch ich glaube, dass es eine gute Idee von Karsten Wildberger war, neben den berechtigten Sorgen auch die Produktivitätsgewinne durch KI-Anwendungen zu thematisieren. Auch hier auf „Natur des Glaubens“ haben ja Kommentierende bereits über Techno-Krisen und Techno-Optimismus diskutiert.
Am Konzept des „bedingungslosen Grundeinkommens“ stört mich gar nicht die Idee, sondern die Reihenfolge: Wieder wird individualistisch über Geldzahlungen vom Staat diskutiert, statt über die dringend notwendigen Investitionen in Verkehr, Bildung, Energiewende, Wirtschaft. Ich denke dagegen, dass wir die Demokratie erst einmal wieder ertüchtigen (statt kaputtsparen) sollten, bevor es ums Geldverteilen geht. Über die Verteilung eines Kuchens debattiere ich gerne dann, wenn er bereits gebacken wurde. Und das sehe ich einfach noch nicht.
Danke für diesen sehr eindringlich geschriebenen Blogpost.
Wissenschaft soll uns klüger machen und uns voranbringen. Das gilt zB für die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, aber ebenso auch für geisteswissenschaftliche Gebiete wie Philosophie, Geschichte oder Literatur.
Zu den menschlichen Eigenschaften zählt die Neigung, nur die Erkenntnisse zu akzeptieren, die uns in den Kram passen oder die unseren jeweiligen Zielen dienen.
Parteien und Parlamente müssen Menschen in ihren Reihen haben, die einen breiten Querschnitt der Gesellschaft darstellen.
Von Abgeordneten in Bund und Ländern kann die Bevölkerung erwarten, dass die gewählten Persönlichkeiten sowohl die historische Verantwortung als auch die Zukunftsgestaltung gleichermaßen berücksichtigen.
Doch während wir auf Ihrem Blog über diese wichtigen Themen diskutieren, scheinen viele Politiker sich einer ehrlichen und kritischen Beratung zu verweigern. Macht, Ethik und Wissenschaft – warum sind sie in bestimmten Zeiten anscheinend nicht kompatibel?
Möglicherweise sind wir mit der Debatte über Macht in der Demokratie, die Gefahr des Missbrauchs in Verbindung mit Eitelkeit und diktatorischen Tendenzen zu spät dran.
Jeden Tag erfahren wir von Ereignissen, Vorgängen, die schleichend zum Ende der Demokratie in Deutschland beitragen können.
Ein aktuelles Beispiel aus dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages. Im „Spiegel“-Artikel von heute wird berichtet:
„Ärger im Bundestag. Stimmten Unionsabgeordnete für AfD Kandidaten?
Im Wirtschaftsausschuss sorgt die Abstimmung über einen Vize-Vorsitzenden für Unruhe. Obwohl die AfD nur 10 Sitze hat, erhielt ihr Kandidat Malte Kaufmann 16 Stimmen…“.
Grüne und Linke vermuten, dass die Stimmen aus der Union kamen. Leider weckt so etwas mein Misstrauen. Gegenüber ALLEN Parteien.
Es geht nicht mehr um ein lebens- und liebenswertes Land für alle. Macht zu erlangen, sie um fast jeden Preis zu behalten und nur noch am Wohlbefinden einer kleinen Gruppe von Menschen interessiert zu sein, ist das Credo derer, die uns regieren.
Unterstützt von einer bedeutenden Mehrheit der Medien. Es ist nicht nur der Axel-Springer-Verlag!
Menschlichkeit, Wissenschaft, Kunst stehen mehr und mehr auf verlorenem Posten. Viele in diesem Land finden das gut.
Es ist eine Frage des Wollens.
Vielen Dank & ja, @Marie H.
Mich hat es ja auch sehr getroffen, dass grüne Abgeordnete des Europaparlamentes gemeinsam mit Abgeordneten der AfD das wichtige Mercosur-Abkommen blockierten. Dennoch weigere ich mich, Grünen grundsätzlich zu misstrauen und bin auch nicht bereit, immer wieder gegen diese zu sticheln. Am Ende bedeutet Demokratie, dass alle Menschen Verantwortung übernehmen und sich auch nicht emotional in parteipolitischem Dualismus verlieren. So habe ich gestern an der Uni Konstanz bewusst auch das große, antifaschistische Engagement einer anwesenden Sozialdemokratin gewürdigt.
Ich gebe Ihnen Recht, dass es dringend mehr Orte des Dialoges und Vertrauensaufbaus zwischen Demokratinnen und Demokraten bräuchte. Wenn sich auch noch Jüngere und Ältere gegeneinander aufhetzen ließen, dann wäre der demokratische Gedanke akut vom Zusammenbruch bedroht.
Vielen Dank.
Ich fürchte, dass ich missverstanden wurde.
Ausdrücklich habe ich ALLEN in Großbuchstaben geschrieben. Denn gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter. Das Misstrauen bezieht sich auf die Regierungs- und die Oppositionsparteien.
Danke, @Marie H. – und inhaltlich sind wir uns da völlig einig: Wenn das Misstrauen zwischen den demokratischen Parteien erodiert oder gar gezielt angegriffen wird, gewinnen die Falschen.
So hat auch hier auf dem Blog immer wieder der Account @Realo sowohl gegen die Ukraine wie auch gegen die Partei der Grünen Desinformationen verbreitet. Nach mehreren Ermahnungen und zeitlich befristeten Sperren habe ich das nun unterbunden.
Das grundlegende Problem der digital befeuerten Rechtsmimesis – der Verächtlich-Machung ganzer Menschengruppen wie Religionen, Frauen, Zugewanderten, Menschen mit Behinderungen oder eben auch die Mitglieder demokratischer Parteien – sehen wir ja leider auch weltweit. Es wird durch Unterjüngung (und NICHT durch den m.E. falschen und gefährlichen Begriff der Überalterung) leider noch zusätzlich befeuert: Ganze Gesellschaften verlieren ihren Zukunftsglauben.
Ich bin auch deswegen dankbar, dass Sie sich hier so aktiv einbringen! 🙏🙌
Gerne würde ich auf die Drukos von @Peter Gutsche und @Hui Haunebuh eingehen.
„Die Boomer“ sind ebenso wenig wie andere Personengruppen homogen. Daher finde ich es kritisch, allen sog. Boomern Besitzstandswahrung zu unterstellen. Als ich vor über 40 Jahren ins Berufsleben gestartet bin, war es nicht so einfach, einen Arbeitsplatz zu finden. Viele Unternehmen hatten Anfang der 80er Jahre Einstellstops. Das bezieht sich explizit auf die BRD, und ich gehe davon aus, dass meine Altersgenossen in der DDR mit anderen Herausforderungen zu kämpfen hatten.
@Peter Gutsche erwähnt die Idee von Herrn Fratzscher bezüglich eines verpflichtenden sozialen Jahres für Rentnerinnen und Rentner. Nachdem ja „konkret die Rentner“ zu wenig und daher länger arbeiten sollen, wird sich das vermutlich nur schwer realisieren lassen.
Ebenso wenig halte ich ein verpflichtendes soziales Jahr für junge Menschen für erstrebenswert. Denn angesichts der Unterjüngung fehlen der Wirtschaft Arbeitskräfte; ganz abgesehen von der Dauer eines Studiums. Meine Kinder haben beide ein FSJ als Schulbegleiter zwischen Abitur und Studium abgeleistet.
Mir ist es wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Pauschalurteile über bestimmte Gruppen der Diskussion und der Lösung der Probleme nicht zuträglich sind.
Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – und da kann ich nur jeden Satz unterstreichen!
Genau so verstehe ich die Gefahren der Rechtsmimesis – als das Verächtlich-Machen von Menschengruppen! Ob Juden oder Feministinnen, Migrantinnen oder Bayern, Boomer oder Grüne, Kinderlosen, Kreuzberg oder Menschen mit Behinderungen, Ältere oder Jüngere, Unternehmende oder Arbeitnehmende, Beamte oder Journalistinnen, Deutsche, Ukrainer oder Israelinnen, Wessis, Muslime oder Sächsinnen, „die Eliten“ oder „die Religioten“ – wo immer eine Menschengruppe aus Politik und Medien (!) heraus abgewertet und gegen andere ausgespielt wird, verschlechtert sich das demokratische Klima für alle. Und wer dann – etwa als ältere oder erkrankte Person – Entsolidarisierung erlebt, Angst vor Kürzungen haben muss, wird sich wiederum schwerer damit tun, sich mit anderen – etwa geflüchteten Familien – zu solidarisieren.
Ich habe erlebt, dass manche „Konservative“ wirklich glauben wollten, sie würden durch scharfe Rechtsmimesis gegen Zugewanderte, Ärmere und gegen „linke“ Parteien „die AfD halbieren“. Wer aber heute noch immer leugnet, dass damit genau das Gegenteil bewirkt wird, hat ein Problem mit Psychologie und Politikwissenschaft.
Wir brauchen wieder eine wertschätzende Menschenwürde-Mimesis, die die Gesellschaft dialogisch verbindet, statt sie zu zerspalten. Meine ich.
Ihnen Dank und frohe Pfingsttage, @Marie H.! 🙏🙌
Ber Begriff Knappheitslüge ist unglaublich wichtig und müsste deutlich mehr im öffentlichen Bewusstsein verankert werden.
Danke, dass du ihn hier einführst!
Vielen Dank für die ermutigende Rückmeldung, @Mina 🙏🙌
Ich weiß ja, dass ungewohnte Begriffe erst einmal auf Widerstand, ja Reaktanz treffen. Aber trotz längerem Nachdenken fiel mir wirklich kein besseres Wort als „Knappheitslüge“ ein, um das gegenseitige, mediale Aufhetzen durch Rechtsmimesis zu beschreiben.
Ich glaube übrigens, dass manche Rechtslibertäre wirklich glauben – oder sich einreden -, sie müssten den Staat nur „wieder durch Einsparungen fit machen“, damit „das Wirtschaftswachstum wieder anspringt.“
Nur verschlimmern die Einsparungen nach meiner Auffassung den Nachfrage- und Investitionsrückgang aufgrund der säkularen Geburtenimplosion. Warum sollten sich etwa junge Menschen für mehr Kinder entscheiden, wenn ihnen ständig Angst, Krisen und sogar Hetze präsentiert werden? Das ist ein Grund, warum ich auch im Gespräch mit Jüngeren für den Solarpunk eintrete, vgl.:
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Ich hoffe, kleine Beiträge dazu leisten zu können, dass mehr Menschen merken, wie wir gegeneinander ausgespielt werden. Denn Zukunft haben wir doch eigentlich nur gemeinsam.
@Michael 21.05. 16:49 / 17:22
„Wieder wird individualistisch über Geldzahlungen vom Staat diskutiert, statt über die dringend notwendigen Investitionen in Verkehr, Bildung, Energiewende, Wirtschaft.“
Die dringend benötigte Aufrüstung auch noch.
Aber es fehlen hier doch öffentliche Anstrengungen und öffentliche Gelder. Mehr Steuern auf Kapital aller Art könnten das ändern. Dann fehlen aber teilweise auch noch Arbeitskräfte. Wir haben zwar jede Menge Arbeitslose, aber denen fehlen einfach meistens die gefragten Qualifikationen.
Wenn man woanders einsparen kann, klappt es aber eventuell besser. Weniger staatliche Bürokratie und deren Automatisierung durch KI kann Staatsangestellte und öffentliche Gelder frei machen, und weniger Konsum bzw. weniger Konsumwachstum im Zusammenhang mit Produktivitätswachstum macht dann auch Arbeitskräfte frei.
Die dann eben die Investitionen in Verkehr, Bildung, Energiewende, Wirtschaft umsetzen können. Da sollten wir in der Tat gucken, was da jetzt wirklich machbar wäre.
„Ich denke dagegen, dass wir die Demokratie erst einmal wieder ertüchtigen (statt kaputtsparen) sollten, bevor es ums Geldverteilen geht.“
Na irgendwie muss es ja auch verteilt werden. Es gibt schon Leute, die zu wenig Geld haben. Bei weitem aber nicht alle. Verbreitet gehört es aber wohl zum Menschen, dass da immer Wünsche offen sind. Wobei es aber schon manche weniger gut Verdienende gibt, für die es in den letzten Jahren wirklich deutlich schwieriger geworden ist.
„Nur verschlimmern die Einsparungen nach meiner Auffassung den Nachfrage- und Investitionsrückgang aufgrund der säkularen Geburtenimplosion.“
Wo wir eine Nachfragekrise haben, sollten wir in der Tat diese in den Blick nehmen, und eben investieren, praktischerweise noch in wirklich Sinnvolles. Und das gibt es ja wirklich.
Und eben mehr Kinder, das sind eben auch sinnvolle Investitionen, rein finanziell gesehen. Nebenbei tragen die das Leben weiter. Und sind die Zukunft.
Hat nur noch keiner ausprobiert, wie das denn gehen soll. Nicht mal eine Trendwende ist irgendwo zu verzeichnen. Die Haredim und Amish schon, aber wer kann und wer will so leben?
Oder generell Religion fördern? Ich habe damals aus Glaubensgründen mich vom Religionsunterricht befreien lassen. Mein bester Kumpel war Moslem, und der konnte das entsprechend verweigern. Da dachte ich, das kann ich doch auch. Meine Eltern haben das unterschrieben, und schon war ich das los.
Naja, und ich bin dann auch kinderlos geblieben. Das muss aber nicht da dran gelegen haben. Bis in die 90er rechnete ich damit, dass der Kalte Krieg doch noch heiß wird, und erst in den letzten Jahren dämmerte es mir, dass wir auch mit 10 Milliarden Menschen ganz gut mit den Grenzen des Planeten klar kommen können. Wenn wir es nur vernünftig machen. Ein paar weniger können es noch werden, aber offenbar ist die derzeitige Unterjüngung in diesem Ausmaß gar nicht gut.
Sollte das die wesentliche Ursache für die weltweit grassierende Rechtsmimesis sein, wäre das auch für den Planeten ein Problem. Der vernünftige Umgang mit den Grenzen das Planeten wird damit sehr viel schwieriger. Dazu passen dann wiederum weniger Menschen.
Lieben Dank für Deine tiefen Gedanken, @Tobias
Ich beobachte im Übrigen ausdrücklich nicht eine monokausale Wirkung Religionen -> mehr Kinder. Vielmehr gibt es darin eine kulturelle Evolution:
Jene Religionsgemeinschaften, die Kinderreichtum über Generationen hinweg erfolgreich befördern, wachsen auch durch neu Interessierte.
Denn hier greift eine komplexe Wechselwirkung: Wer mehr Kinder hat, kommt auch häufiger mit Religion(en) in Berührung. Und wer keine hat, driftet häufiger aus den Gemeinden.
Und obwohl ich bereits dazu gebloggt habe, bleibt Israel bisher für die meisten ein Demografie-Tabu. Denn derzeit ist die Republik die einzige Demokratie, die durch Kinderreichtum dynamisch wächst – mitten im Krieg und Klimakrise!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/daten-aus-israel-zu-religion-demografie-anthropodizee-und-saekularisierung/
Und im World Happimess Report schneidet der bedrängte Staat stabil unter den ersten zehn Plätzen und damit weit vor Deutschland ab. Die israelische Psychoanalytikerin Efrat Havron erklärte dies im Interview so:
„Ich glaube, was Menschen glücklich macht, sind Sinn und Verbundenheit. Das Gefühl, für etwas zu leben – und Teil von etwas zu sein. Beides ist tief in der israelischen Gesellschaft verankert. Auch in diesen Zeiten sind wir eine sehr traditionelle Gesellschaft mit Familien, die eng zusammenstehen. Israel ist ein kleines Land, die Menschen leben geografisch nah beieinander. Man trifft sich am Schabbat, bald feiern wir Pessach – mit Familie, mit Freunden. Diese Nähe stiftet Zugehörigkeit.
Selbstbestimmt hat dies mit Religionen wie hier v.a. dem Judentum zu tun, aber eben nicht nur.“
https://www.juedische-allgemeine.de/israel/warum-gehoeren-die-israelis-trotz-allem-zu-den-gluecklichsten-menschen-frau-gavron/
Stattdessen hatte ich heute zu Stuttgart gepostet:
Heute berichtete die #StZ über die absackende Demografie auch in Stuttgart durch die säkulare Geburtenimplosion und Abwanderung.
Demnach sank die Zahl der Kinder unter drei Jahren in der Stadt von 18.400 in 2019 auf nur noch 16.300 in 2024.
Die Geburtenrate (Kinder pro Frau, TFR) sank von 1,34 in 1972 auf nur noch 1,12 in 2025. 2016 gab es ein kurzes Zwischenhoch auf 1,4 & ebenso 2021.
Schrumpfende Gesellschaften „überaltern“ nicht, sie unterjüngen.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116614456319172336
Ich halte Demografie für eine interdisziplinäre Schlüsseldisziplin – leider auch zur Mit-Erklärung der Rechtsmimesis.
Danke für unsere Dialoge dazu! 🙏✅💡
#BlumeEvolution
Salut aus dem Fediverse!
Finde das Wort *KNAPPHEITSLÜGE* stark. Rechte & Libertarians missbrauchen JEDES Thema zur ANGSTMACHE, also auch DEMOGRAFIE.
Wünsche mir eine Folge von #BLUME&INCE zur K-Lüge & Demografie! Liest der Professor hier mit??
Lieben Dank, @Dude 🙏
Kann ich mir gut vorstellen, zumal die Fossilisten gerade widersinnig versuchen, auch einen Ökostrom-Überschuss schlecht zu reden! 😄🤔💸
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nicht-zu-viel-solarstrom-zu-wenig-batteriespeicher-fossile-desinformation-auch-zu-pfingsten-2026/
Die fossilen Lügen passen immer schlechter zusammen – und das spricht sich herum. Dass der Solarboom und Batteriespeicher als erneuerbare Wohlstandsenergien durch fossile Bürokratie ausgebremst werden, ist ein interessanter Treppenwitz der Energiegeschichte.
Aufbauend auf die geäußerten Gedanken vom Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) zur Idee für ein zukünftiges „bedingungsloses Grundeinkommen“, sollten z.B. auch in diesem Forum „brainstormige Ideen“ zur Diskussion kommen. Als eine Art von „kreativer Anregungen“ für alle Menschen die letztlich wollen, dass die Welt etwas besser wird….. .
Wegen der modernen Technik, besonders KI, ist es kein „hoffnungsloses Unterfangen“ mehr, wie früher. Letztlich hat sich schon Karl Marx damit beschäftigt…..
Einerseits „Knappheit“ und andererseits die „Verteilung“ von Gütern, Dienstleistungen und „Gewinnen“ sind absolut grundlegende Sachverhalte. Über völlig neue Lösungsansätze (Computer, Roboter, KI), sollte völlig nüchtern und sachlich diskutiert werden. Dabei neue Gedanken und Lösungsmechanismen „auftauchen“ und verwertet werden. Diese Probleme sind an sich normaler Weise sehr Ideologie behaftet.
Heutzutage scheint eher nicht mehr „Knappheit“ das Problem, Es gibt sogar partiell Überproduktion, sondern die „vernünftige Verteilung“.
Das sollte der „Markt“ regeln. Er tut es auch, aber ein offensichtliches Problem ist, schlicht gesagt, dass hohe Produktivität („großer Fleiß“) die Preise „vernichten“ und womöglich den Konkurs, Knast und Arbeitslosigkeit bedeuten kann….
Auch Konjunkturzyklen verursachen große Probleme…..
Die Produktionskapazität wird „absichtlich gebremst“ um Überschussproduktion zu vermeiden. Diese „Bremsen“ sollten entfernt und in Erwägung gezogen werden „Planungsmechanismen“ in das Geschehen einzubinden.
Ich habe zufällig und relativ plausibel erfahren, warum künstliche Planungsmechanismen, man wollte den Markt durch künstliche „Preisfestsetzungen“ ersetzen, absurd gescheitert sind.
Die Verhandler sollen mit derart verrückten Argumenten, wie sie noch niemals vorher von Menschen ausgeheckt wurden, argumentiert haben….. Die Menschen sind nicht besonders vernünftig, wenn es um Geld geht….
Karl Marx hat angeregt, die „Verteilungs Probleme“ mittels Methoden der „Planwirtschaft“ zu beheben. Besonders deswegen, weil als zusätzlicher „Helfer“ (um die Produktivität zu steigern), Elektrizität (Maschinen) bereitsteht. Karl Marx hat die Vernunft überschätzt….
Die Planwirtschaft, praktisch der Kommunismus, ist in Europa gescheitert.
Die Zuordnung und Verteilung der persönlichen und technischen Produktionskapazitäten, angepasst an die Konsumenten und die Verwertung der Gewinne, sind ein anspruchsvolles Problem. Das hat bislang der Markt so halbwegs „erledigt“.
Heutzutage stünde sogar gut „skalierbare KI“ bereit, die salopp gesagt, Millionen von Arbeitsvermittler, Berufsberater und Psychologen ersetzen könnte. (Die derzeitigen Mitarbeiter „trainieren“ die KI…..)
Skalierbarkeit ist wichtig, weil dadurch die riesige Zahl der „Fälle“ und die „Komplexität“ besser zu bewältigen wäre. Außerdem kann KI heutzutage sogar „psychologisches Einfühlungsvermögen“ bestens simulieren. „Eliza“ ist nahe!!!!
Andererseits ist die Stabilität des Marktes und seine Funktion als „oberster Schiedsrichter“ extrem wichtig und „künstliche Systeme“ sollten sorgfältig begrenzten Einfluss nehmen. Andererseits aber die Motivation und alle psychischen Aspekte bestens fördern.
Ich persönlich nutze „geistiges Argumentationstraining“, weil ich mich auf der „Flucht vor Alzheimer“ befinde…..
@Realo
Eigentlich habe ich gar keinen Kommentar von Ihnen mehr freischalten wollen, da ich Ihrer Menschenverachtung, dualistische Verehrung von fossilen Tyrannen und anti-ukrainische Täter-Opfer-Umkehr auf meinem Blog keinen Auslauf bieten möchte. Zugleich verstehe ich, dass Sie sich von der aktuellen Welt bedrängt erleben und das Medium eines Wissenschaftsblogs als resonant erleben.
Ich werde also Kommentar für Kommentar schauen, ob Sie sich wertschätzend und fair verhalten (können). Wo Ihre Drukos wieder gezielt Rechtsmimese verbreiten (wollen), werde ich konsequent abregeln.
@Michael 21.05. 23:59
„Denn hier greift eine komplexe Wechselwirkung: Wer mehr Kinder hat, kommt auch häufiger mit Religion(en) in Berührung. Und wer keine hat, driftet häufiger aus den Gemeinden.“
Was ein Argument wäre, dass die Förderung der Religionen auch nicht so viel nützt.
„Ich halte Demografie für eine interdisziplinäre Schlüsseldisziplin – leider auch zur Mit-Erklärung der Rechtsmimesis.“
Wer Kinder hat mag progressiver sein, und zieht dahin wo es progressiver zugeht. Entsprechend hat man in den Städten weniger AfD, auf dem Land, wo junge Familien wegziehen umso mehr. Einfach aufgrund der Migrationsbewegungen entmischt sich das dann spürbar.
Werden die Leute denn progressiver, wenn sie mehr Kinder haben? Oder haben eben nur die Progressiveren dennoch mehr Kinder? Dann würden mehr Kinder ja auch nicht zu mehr progressive Eltern führen.
Entsprechend werden wir die Rechtsmimesis mit mehr Kindern gar nicht los?
Die Leute könnten aber zufriedener und zukunftsorientierter werden, wenn junge Familien erfolgreich gefördert würden, und wir vielleicht tatsächlich auf um die 1,8 Kinder pro Frau kämen. Und die Nachfrage für Investitionen, die hätten wir defintiv.
Gucken, wie wir dahin kommen, wäre also eine gute Idee.
Die höher Qualifizierteren bräuchten nicht unbedingt mehr Geld, dafür umso mehr wirklich verlässliche Betreuungsangebote und teilweise auch mehr Möglichkeiten, in Teilzeit qualifizierte Arbeit leisten zu können. Die weniger Qualifizierten bräuchten wohl vor allem einfach mehr Geld.
Man muss hierbei bedenken, dass schon mal 15 % der Paare aus biologischen Gründen keine Kinder haben können. Dazu kommen noch mal vielleicht 15 %, die aus psychologischen Gründen mit der Elternrolle überfordert wären. Es müssen also die verbleibenden 70 % die Kinder alleine bekommen. Was bedeuten würde, dass man letztlich 3 oder 4 Kinder anstreben muss, damit das am Ende endlich passt.
Das kommt dann schon in die Nähe eines Vollzeitjobs, für 10 bis 20 Jahre, für den ein Elternteil zuhause bleiben muss, bzw. beide Elternteile nur noch eine halbe Stelle arbeiten können. Dass die dann Unterstützung gut brauchen können, dürfte klar sein.
Danke & gerne gehe ich auf Deinen Druko ein, @Tobias 🙏👍
Was ein Argument wäre, dass die Förderung der Religionen auch nicht so viel nützt.
So würde ich das nicht sagen, sondern: Religion ist eine hochpersönliche Angelegenheit, die der demokratische Staat niemandem aufzwingen sollte. Möglich und sinnvoll ist jedoch eine Zusammenarbeit aufgeklärter Kirchen und Religionsgemeinschaften zur Förderung von Familienhilfen, Bildung, Integration, Kinder- und Jugendarbeit sowie Gesubdheit, Pflege, Dialog und Wissenschaft.
Übrigens sollte all dies m.E. auch nichtreligiösen, demokratischen Weltanschauungsgemeinschaften zugänglich sein, wie z.B. den Humanisten Baden-Württemberg, die ebenfalls gefördert werden. Vielfalt und friedlicher, dialogischer Wettbewerb bringen uns als Menschen miteinander weiter.
Wer Kinder hat mag progressiver sein, und zieht dahin wo es progressiver zugeht. Entsprechend hat man in den Städten weniger AfD, auf dem Land, wo junge Familien wegziehen umso mehr. Einfach aufgrund der Migrationsbewegungen entmischt sich das dann spürbar.
Ja – ein kirchlich Ebgagierter beschrieb mir einmal, dass sie sehr viel in die kirchliche Jugendarbeit im Dorf investierten; aber dann damit leben müssen, dass „die Hellsten“ dann in die Städte zögen. Dass dies zu einer gewissen Verbitterung und auch Wut unter jenen erzeugt, die blieben, sollte nachvollziehbar sein. Kommt dann noch das Gefühl dazu, von städtischen Eliten abgewertet und bevormundet zu werden, dann wird das Kippen in rechte Medienblasen nicht richtig, aber verständlich.
Werden die Leute denn progressiver, wenn sie mehr Kinder haben? Oder haben eben nur die Progressiveren dennoch mehr Kinder? Dann würden mehr Kinder ja auch nicht zu mehr progressive Eltern führen.
Hier liegen wieder Wechselwirkungen vor: Kinder bringen die Themen, Fragen und Technologien der neuen Zeit auch zu den Eltern. Jede glückliche Familie ist ja auch dialogisch.
Und eine Gesellschaft mit vielen jungen Leuten wird naturgemäß öfter und stärker über Zukunftsvisionen diskutieren als eine, in der angeblich „früher alles besser war“ (also: Reaktanz überwiegt). Paradoxerweise droht damit die demografische Traditionalismusfalle: In kinderarmen Gesellschaften überwiegen Beharrung und Abstiegsängste, was wiederum zu weniger Kindern führt…
Hinzu kommt, dass unterjüngende Gesellschaften ja auch wirklich Leerstände, Nachfrage- und Investitionsrückgänge, eine lahmende Wirtschaft und Jugendarbeitslosigkeit aufweisen, denken wir etwa an Japan oder Südkorea.
Entsprechend werden wir die Rechtsmimesis mit mehr Kindern gar nicht los?
Unterschiedliche Meinungen (!) wird es immer geben, aber mit mehr Kindern eben auch mehr wirtschaftliche, gesellschaftliche und schließlich progressive Dynamik.
Die Leute könnten aber zufriedener und zukunftsorientierter werden, wenn junge Familien erfolgreich gefördert würden, und wir vielleicht tatsächlich auf um die 1,8 Kinder pro Frau kämen. Und die Nachfrage für Investitionen, die hätten wir defintiv.
Genau so ist es. Kinder und Enkel reißen ja auch die älteren Generationen mit nach vorne. Zugleich wird das Erbe auf mehr Köpfe verteilt, was zu einer besseren, auch dynamischeren Vermögensverteilung führt.
Gucken, wie wir dahin kommen, wäre also eine gute Idee.
So ist es, ja. Wenn wir etwa via Solarpunk keine lebensbejahenden Zukunftsbilder anbieten, brauchen wir uns doch nicht zu wundern, wenn sich Menschen in ängstliche Reaktanz und verklärte Vergangenheiten flüchten. „Früher war alles besser!“ ist ja nicht nur sachlich falsch, sondern auch ein Ausdruck psychischer Not.
Die höher Qualifizierteren bräuchten nicht unbedingt mehr Geld, dafür umso mehr wirklich verlässliche Betreuungsangebote und teilweise auch mehr Möglichkeiten, in Teilzeit qualifizierte Arbeit leisten zu können. Die weniger Qualifizierten bräuchten wohl vor allem einfach mehr Geld.
Und Zeit für lebenslanges, dialogisches Lernen! Ich halte gar nichts von einem Kastensystem und freue mich, wie aktiv Du & andere diesen Wissenschaftsblog nutzen! 🙌
Man muss hierbei bedenken, dass schon mal 15 % der Paare aus biologischen Gründen keine Kinder haben können. Dazu kommen noch mal vielleicht 15 %, die aus psychologischen Gründen mit der Elternrolle überfordert wären. Es müssen also die verbleibenden 70 % die Kinder alleine bekommen. Was bedeuten würde, dass man letztlich 3 oder 4 Kinder anstreben muss, damit das am Ende endlich passt.
Ja, das wäre ehrliche „Demografie und Mathematik“. Doch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirklichkeit erleben wir Blumes mit drei Kindern meist anders. (Und klagen doch nicht, sondern freuen uns an und mit jedem.)
Das kommt dann schon in die Nähe eines Vollzeitjobs, für 10 bis 20 Jahre, für den ein Elternteil zuhause bleiben muss, bzw. beide Elternteile nur noch eine halbe Stelle arbeiten können. Dass die dann Unterstützung gut brauchen können, dürfte klar sein.
Und damit dürfte dann auch klar sein, warum mir das Konzept eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ als zu individualistisch erscheint. Gerade auch Familien brauchen nicht einfach nur Geld auf dem Konto, sondern gute Schulen, Jugendarbeit, Gesundheitsfürsorge, eine stabile Wirtschaft.
Es geht ja um nicht weniger als das Leben und die Evolution in ihren drei Schritten: Variation (Vielfalt), Selektion (Wettbewerb, auch Partnerwahl) und Reproduktion (Nachwuchs). Wer den dritten Schritt gesellschaftlich verbaselt, scheidet aus der Gestaltung der Zukunft aus.
Danke für unsere guten Dialoge, @Tobias! 🙏🙌
@Michael 22.05. 21:07
„Hier liegen wieder Wechselwirkungen vor: Kinder bringen die Themen, Fragen und Technologien der neuen Zeit auch zu den Eltern. Jede glückliche Familie ist ja auch dialogisch.“
OK, da kann ich mich dran erinnern, aus meiner eigenen Jugend. Ich selber hatte ja keine Kinder, und auch mein durchaus reichhaltiges Umfeld auch kaum. Dass dürfte ein relevanter Effekt sein.
„Paradoxerweise droht damit die demografische Traditionalismusfalle: In kinderarmen Gesellschaften überwiegen Beharrung und Abstiegsängste, was wiederum zu weniger Kindern führt…“
So geht es dann ganz schön den Bach runter.
„Zugleich wird das Erbe auf mehr Köpfe verteilt, was zu einer besseren, auch dynamischeren Vermögensverteilung führt.“
Insofern ist das Erben ziemlich unwirksam, weil es allermeistens erst kommt, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Dann geht es nun mit Erbe einfach sehr viel besser, nur die Enkel haben da nichts mehr von. Und können auch wieder selber nur Erben, wenn auch ihre Kinder wieder aus dem Haus sind.
Entsprechend wären wirksame Erbschaftssteuern ziemlich sinnvoll, wenn man diese Einnahmen denen zuführt, die gerade voll im Stress mit ihrer Familie sind.
„Wenn wir etwa via Solarpunk keine lebensbejahenden Zukunftsbilder anbieten,“
Genau, das müsste helfen.
„Gerade auch Familien brauchen nicht einfach nur Geld auf dem Konto, sondern gute Schulen, Jugendarbeit, Gesundheitsfürsorge, eine stabile Wirtschaft.“
Insbesondere auch Familien, wo das Geld gar nicht das Problem ist.
„Es geht ja um nicht weniger als das Leben und die Evolution in ihren drei Schritten: Variation (Vielfalt), Selektion (Wettbewerb, auch Partnerwahl) und Reproduktion (Nachwuchs). Wer den dritten Schritt gesellschaftlich verbaselt, scheidet aus der Gestaltung der Zukunft aus.“
Teil der Evolution sind aber auch ganze Populationen. Da kann es mal länger ordentlich schrumpfen, und später dann wieder wachsen. Solange die Population groß genug ist und nicht genetisch dabei verarmt. Was bei bald 10 Milliarden Menschen kein Thema ist.
Wir können aber gucken, wie wir dennoch nur langsam schrumpfen, weil eben mit der Schrumpfung auch ganze Sozialsysteme leiden. Das ist ein speziell menschliches Problem. Wir brauchen die Kinder auch, um als Gesellschaft jung, frisch und aufgeschlossen zu bleiben.
Ansonsten, wenn ich kinderlos bleibe, was solls. Meine Gene gibts in mindestens hundertfachen, wenn nicht sogar zehntausendfachen Kopien bei anderen Mitgliedern der Population. So schnell scheiden meine Gene mit meinem Tod nicht aus.
Überhaupt hat die Evolution sowieso ständige Arbeit damit, schädliche Mutationen wieder auszusortieren. Das funktioniert ganz gut, wenn einzelne Individuen, die gleich eine ganze Reihe solcher Mutationen abgekriegt haben, ohne Nachwuchs bleiben und so den ganzen Genpool dann verbessern. Das ist keine Schande, sondern einfach nur Biologie, wie sie eben funktioniert.
Überhaupt macht man als Mensch doch vor allem Kulturarbeit, wie man eben kann. Meine ich. Und jetzt in diesen Zeiten ganz besonders?
Genau das, @Tobias 👍
Überhaupt macht man als Mensch doch vor allem Kulturarbeit, wie man eben kann. Meine ich. Und jetzt in diesen Zeiten ganz besonders?
Wie Du weißt, schrieb und schreibe ich gerne Bücher. Doch dieser dialogische Blog „Natur des Glaubens“ erscheint mir als sehr viel wirksamere „Kulturarbeit“, fließen doch unsere digitalen Posts & Drukos direkt zu Menschen und KI-Anwendungen.
Papier mag haltbarer erscheinen als digitale Dateien – doch bleibt die darin enthaltene, kulturelle Information hinter seltenen und teuren Buchrücken verborgen, wogegen das Internet erstmals die medialen Dimensionen von Raum und Zeit vereint!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/diesseits-von-zeit-raum-aus-fediversum-und-ki-emergiert-das-erste-perfekte-medium-nach-harold-innis/
Dennoch sehe ich zwischen Kultur und Natur keinen Gegensatz, da ohne ausreichend Kinder auch keine kulturelle Tradition (etwa Sprache, Demokratie, Religion usw.) mehr evolvieren kann.
@Michael 23.05. 10:17
„Dennoch sehe ich zwischen Kultur und Natur keinen Gegensatz, da ohne ausreichend Kinder auch keine kulturelle Tradition (etwa Sprache, Demokratie, Religion usw.) mehr evolvieren kann.“
Auch die Lebensspanne des Individuums wie der Wechsel der Generationen sind doch ein wesentlicher Rahmen von Kultur. Würden wir ewig leben und keine Kinder brauchen, wäre die zu beobachtende Kulturentwicklung eine völlig andere.
Es würde gar nicht funktionieren, man würde über die Jahrhunderte „verstopfen“ und kaum noch was Neues hervorbringen können.
Der Preis dafür ist, dass unsere Kinder immer wieder alles neu lernen müssen. Aber die Kinder können bei der Gelegenheit Veraltetes gleich weg lassen, bis es ganz vergessen wird.
Es könnte spannend werden, wenn wir Roboter mit Bewusstsein und Kultur haben, die unsterblich sein könnten. Auch die könnten irgendwann ausgemustert werden, um von Systemen ersetzt zu werden, die alles von Grund auf neu einträiniert bekommen.
„fließen doch unsere digitalen Posts & Drukos direkt zu Menschen und KI-Anwendungen.“
Es geht so der Austausch einfach viel schneller. Und braucht kein Papier. Dafür aber Strom, Datenrate und Hardware.
Deine Vermutungen sind korrekt, @Tobias – auch der Tod von Individuen hat evolutionär adaptive Funktion!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ist-sterben-adaptiv-die-evolution-des-todes/
Dies unterstreicht nach meiner Einschätzung, wie sinnwidrig das bis heute zu hörende Geschwätz über Evolution als „Überleben“ eigentlich ist. Jedes Überleben ohne Reproduktion führt in die biologische Sackgasse.
Und, ja, auch lebendige Kulturen sind auf Generationenwechsel sowie Dialog angewiesen.
Aus diesem Grund warne ich auch vor dem falschen und gefährlichen Begriff der Überalterung, der die Existenz und Langlebigkeit heutiger Menschen rechtsmimetisch abwertet. Stattdessen bevorzuge ich den besseren Begriff der Unterjüngung, der das Problem heutiger Demografie besser benennt: das Fehlen von Kindern und jungen Menschen.
Und ohne diese verebbt nicht nur die biologische, sondern auch die kulturelle und insgesamt die biokulturelle Evolution.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/biokulturelle-evolution/
Wenn Du magst, bist Du übrigens auch herzlich eingeladen, unter älteren Blogposts zu kommentieren. @Marie H. und manchmal auch weitere tun dies auch & es belebt die dialogische Begriffsarbeit zumal in Zeiten der KI 🤖 sehr! 😌🙏👍
Wenn wir das Ziel ausgegeben haben 30% der Meere und des Landes unter ökologische Prämissen zu versehen, dann hat das Auswirkungen auf die Landwirtschaft und Demographie.
Was halten Sie von Solarpank bei 3 mrd Erdenbewohnern?
Danke für die Nachfrage, @Mussi
Aus meiner Sicht könnten Solar- und Windstrom auch sehr viel mehr als drei Milliarden Menschen und zusätzlich mit grünem Wasserstoff versorgen. So wird ganz konkret auch an diesem Pfingst-Wochenende in Deutschland wieder mehr Ökostrom produziert, als Batteriespeicher und Elektrolyseure fassen können!
Hier Vorschläge eines post-fossilen Branchenverbandes dazu:
https://www.solarserver.de/2026/05/22/negative-strompreise-bne-fordert-7-sofortmassnahmen/
Habe zur aktuellen Verschwendung von erneuerbaren Friedens-, Heimat- und Wohlstandsenergien vorhin auch gepostet:
Mehrere Konzernmedien berichten wieder über „zuviel Solarstrom“.
Das ist glatt gelogen – wir haben nicht zuviel Ökostrom, sondern zu wenig Batteriespeicher & Elektrolyseure!
„Über das Pfingstwochenende drohen erneut stark negative Börsenpreise für Strom – bedingt durch hohe Wind- und Solareinspeisung bei gleichzeitig niedriger industrieller Nachfrage. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) sieht die Ursache nicht im Überangebot selbst, sondern in ausgebremsten Flexibilitätslösungen. […]
Speicherausbau scheitert am Netzanschluss
Der bne beziffert den Rückstau bei Großspeicherprojekten auf über 100 GW installierter Leistung mit mehr als 200 GWh Speicherkapazität – nach Verbandsangaben allesamt wartend auf Netzanschluss. Der Verband fordert, das geplante Netzanschlusspaket der Bundesregierung explizit auf Genehmigungsbeschleunigung für Speicher auszurichten.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116625096743780270
Gerade auch für die Landwirtschaft ergeben sich zusätzliche Potentiale durch Agrarphotovoltaik. Und eine neue Fraunhofer-Studie hat gerade gezeigt, dass auch Solarmodule auf Fahrzeugen einen starken Effekt auf die Reichweite und Speicherkapazitäten haben können. Der Solarboom lässt sich nur noch verzögern, nicht mehr aufhalten.
@Blume
Es geht ja nicht nur um Ökommstrom und Demographie, sondern auch um biodiversitätät und landschaftliche Ästhetik.
Ich halte solarpank für 3mrd genug.
Danke, @Mussi
Gerade auch für die Biodiversität und landschaftliche Ästhetik sollten wir mit dem Solarpunk und Solarboom keinen einzigen Tag mehr warten. Und die säkulare Bevölkerungsimplosion findet ja bereits statt, die Zahl der jungen Menschen sinkt bereits weltweit. Warum sich also mit malthusianischen Fantasiezahlen aufhalten? Wenn sich die Geburtenraten nicht in naher Zulunft erholen, könnten es global auch deutlich weniger Menschen werden. Wobei wir beide das nicht mehr erleben werden, zumindest nicht im Diesseits.
@ Blume
da stimme ich Ihnen zu!
Auch wenn ich dem ständigen maltuhetinaneschimen Reflex kritisch gegenüber stehe.
Danke, @Mussi
Im oben verlinkten eBooklet „Religion & Demographie“ erkläre ich meine Kritik am Malthusianismus. Dessen fatale Nachwirkungen leider noch bis in unsere Zeit reichen…
@ Blume
Absolut haben Sie recht. Prinzipiell nicht.
@Mussi
Aha. Na dann. 🤷♂️🤭🌱
@ Blume
Ja, wo stehen wir jetzt?
Wie viele?
Das ist das Übel zwischen den Zahlen…
Nein, @Mussi – „wir“ sind keine Zahlen, sondern Menschen. Ich bedauere sehr, dass manche wie Sie dies durch Malthusianismus & Rechtsmimesis aus dem Blick verloren haben.
Und werde nicht aufhören, gegen jedes menschenfeindliche Geraune auch weiterhin mit Wissenschaft & Menschenwürde aufzuklären. 😌🇩🇪🇪🇺🌱
@Michael 23.05. 18:03
„Dies unterstreicht nach meiner Einschätzung, wie sinnwidrig das bis heute zu hörende Geschwätz über Evolution als „Überleben“ eigentlich ist. Jedes Überleben ohne Reproduktion führt in die biologische Sackgasse.“
Kommt auf die Lage an. Bevor man seine Ressourcen völlig übernutzt, wäre eine Populationsschrumpfung sinnvoll. Insbesondere wenn man solchen Einfluss auf die Ökosysteme hat, wie wir Menschen das haben.
Auch macht es Sinn, wenn Individuen, die viele schädliche Mutationen tragen, keine Kinder haben.
Nebenbei ist die Sterblichkeit ja auch so sinnvoll, damit sich dann genetische Innovationen schneller ausbreiten können. Die Sterblichkeit macht einfach mehr Platz frei für die Evolution.
Und andersherum muss sich die Biologie auch immer wieder mit kulturellen Innovationen auseinandersetzen. Dabei hilft es ungemein, wenn das schneller gehen kann, weil der Generationszyklus möglichst kurz ist.
Natürlich müssen wir auch lange genug leben, um unser ganzes kulturelles Leben auch ausfüllen zu können.
So haben sich dann wohl auch die üblichen 70 bis 80 Jahre als Kompromiss für den Menschen biologisch eingependelt.
Nebenbei geht es beim Menschen auch immer um Gemeinschaften, die sich reproduzieren müssen. Wenn Einzelne nur mithelfen, und andere bei ihrer Elternschaft unterstützen, verfehlen die keineswegs ihre auch evolutionäre Aufgabe. Und ihre Gene leben ja auch in denen der ganzen Gruppe weiter, letztlich in der ganzen Menschheit.
Und es hilft freilich wenig, wenn man zahlreiche Kinder großzieht, die dann am Ende doch im Atomfeuer gebraten werden.
Risiken muss man aber nun eingehen. Das gilt auf vielen Gebieten. Damit ist die Evolution auch von Grund auf vertraut, sie macht letztlich nichts anderes, als ständig alles mögliche auszutesten. Repariert wird dann in der Realität der Phänotypen.
Was machen derweil die wirklichen Geisteswelten? Auch noch mitspielen? Solange, bis wir wirklich im Bilde Gottes werden?
Und was wird noch aus unseren Maschinen? Das finde ich ganz schön spannend.
@Tobias 23.05. 23:25 Uhr
„Kommt auf die Lage an. Bevor man seine Ressourcen völlig übernutzt, wäre eine Populationsschrumpfung sinnvoll. Insbesondere wenn man solchen Einfluss auf die Ökosysteme hat, wie wir Menschen das haben.“
Dir erst einmal ein gesegnetes Pfingstswochenende – auch im Hinblick auf Deine „Geisteswelten“! 😌🙏💡
Zur formulierten Sorge: Eine post-fossile Kreislaufwirtschaft gerät in Reichweite, ebenso die bemenschte Raumfahrt zu anderen Planeten. Und die säkulare Geburtenimplosion findet bereits statt.
Die fossile Knappheitslüge verschärft Ängste und Rechtsmimesis. Wie widersinnig sie ist, erkennen wir auch daran, dass fossile Konzernmedien pünktlich zu Pfingsten 2026 plötzlich „zu viel Solarstrom“ beklagen, statt den schnelleren Ausbau von Batteriespeichern und Elektrolyseuren zu befördern!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/nicht-zu-viel-solarstrom-zu-wenig-batteriespeicher-fossile-desinformation-auch-zu-pfingsten-2026/
Nicht Naturgesetze, sondern die Gier einiger Menschen halten uns zurück…
Ich halte mich eher für links- mimetisch und Malthues hatte mit der Landwirtschaft recht, da wir da gerade an Grenzen bzw. Kippunkte kommen.
@Mussi
Es ist ja „nett“, dass Sie nachträglich allerhand in Malthus hineindeuten. Aber von Ökologie, Kipppunkten und auch Demografie hatte er keine Ahnung. Stattdessen bestand sein verhängnisvolles „Bevölkerungsgesetz“ im Wesentlichen aus der Behauptung, dass landwirtschaftliche Erträge nur linear wuchsen, die Zahl der Menschen aber exponentiell.
Nichts daran stimmt: Die landwirtschaftlichen Erträge sind so schnell gewachsen, dass wir heute riesige Mengen an Nahrungsmitteln in die industrielle Massentierhaltung pumpen und mit dem entsprechenden Methan den Treibhauseffekt noch zusätzlich anheizen.
Und ein exponentielles Bevölkerungswachstum gibt es längst auch nicht mehr, stattdessen eine säkulare Geburtenimplosion und bereits das Verebben der jungen Generationen weltweit.
Wer trotz aller Falsifikationen weiterhin malthusianisch denkt und argumentiert, zieht die Knappheitslüge und apokalyptischen Grusel vor die Wissenschaft.
Nicht hier, nicht bei mir. ☺️📚🌱
Erst jahrzehntelang die Erzählung von Energieknappheit pflegen – und sobald Erneuerbare liefern, plötzlich vor ‘zu viel Solarstrom’ warnen. Das Problem ist nicht die Sonne, sondern ein Energiesystem, das beim mcdvoice Ausbau von Speichern, Netzen und Elektrolyseuren künstlich auf der Bremse steht.
Vielleicht unterschätzen wir völlig, wie sehr positive Zukunftsbilder gesellschaftliche Dynamik erzeugen können. Wenn junge Familien echte Perspektiven hätten – bezahlbares Wohnen, sichere Betreuung, gute Bildung, optimistische Zukunftserwartungen – könnten auch Geburtenraten wieder steigen. Nicht aus Zwang, sondern aus Zuversicht.
Kinder und Enkel ziehen zudem ganze Generationen mit nach vorne. Hoffnung, Investitionen und gesellschaftliche Offenheit wachsen eher dort, wo Menschen an Zukunft glauben. Gleichzeitig verteilt sich Vermögen breiter und dynamischer, statt sich immer stärker zu konzentrieren.
Gerade deshalb ist die kulturelle Frage so wichtig: Welche Zukunft erzählen wir uns eigentlich? Wenn wir keine lebensbejahenden Bilder anbieten – etwa im Sinne eines modernen Solarpunk mit Technologie, Gemeinsinn und Lebensqualität – dann dürfen wir uns über Angstpolitik und nostalgische Verklärung nicht wundern.
Ja, @mcdvoice – deswegen wurde ja auch meine berufliche Beauftragung durch die jüdischen Gemeinden, Landtag und Landesregierung Baden-Württemberg von „gegen Antisemitismus“ zu „und für jüdisches Leben“ erweitert: Wer schlechte und falsche Bilder überwinden will, muss bessere und faktenbasierte Zukunftsbilder anbieten.
Die Vergangenheit lesen, die Gegenwart hören, doch die Zukunft sehen wir.
Die gleichen Erfahrungen mache ich immer wieder in Veranstaltungen und auch Interviews mit jungen Leuten, die den Fossilismus durch Solarpunk überwinden wollen.
Und da gebe ich Ihnen auch im Hinblick auf “Demografie braucht Zuversicht“ völlig Recht: Wer weder jenseitige (religiöse) noch diesseitige (säkulare) Hoffnungsbilder in sich trägt, wird auch seltener das Leben weitergeben wollen.
Insofern ist die fossile Knappheitslüge nicht nur sachlich falsch, sondern auch eine psychologische Sackgasse: Wofür genau sollen denn Menschen gerne arbeiten und sparen, wenn nicht für eine absehbare (!), bessere Zukunft?
Hier bietet der Fossilismus – auch in der Bundespolitik – überhaupt keine überzeugenden Antworten mehr.
Ich schließe mit dem Hinweis, dass wir durch Kinder auch in die Zukunft schauen. So nutzt die junge Generation an Schulen und Hochschulen bereits jetzt KI-Anwendungen selbstverständlich. Und eines der Kinder hat mich angeleitet, mit Claude.ai eine Grafik zu meinem Konzept der erneuerbaren Friedensenergien anfertigen zu lassen:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/IMG_2953.jpeg
Ihnen Dank für Ihr dialogisches Interesse! 🙏🙌