Demografie und das Ende der Kapitalverzinsung

BLOG: Natur des Glaubens

Evolutionsgeschichte der Religion(en)
Natur des Glaubens

Nun ist es also geschehen: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die Europäische Zentralbank einen negativen Einlagenzins gesetzt, um dagegen anzukämpfen, dass die Banken ihre “überzähligen” Milliarden bei ihr “parken”, statt Kredite zu vergeben oder zu investieren. Dem alternden Europa droht ein andauernder Kapitalüberschuss mit Niedrigzinsen und Deflation, wie sie auch das (mangels Zuwanderung noch schneller) alternde Japan im Griff halten. Schon in 2009 war hier ein Artikel dazu erschienen. Aufgrund des andauernden Kindermangels betreten wir wirtschaftswissenschaftliches Neuland – mit noch unabsehbaren Folgen.

Was die Zielsetzungen demografischer Diskurse angeht, muss es gar nicht immer um die „ganz große“ Politik gehen: In Deutschland wirkten Banken und andere Finanzdienstleister seit Jahrzehnten engagiert darauf hin, dass das demografische Problem der Rentenkassen öffentlich thematisiert wird. Auch in meiner Ausbildung als Finanzassistent spielte das Thema eine zentrale Rolle. Die Botschaft, die wir nachvollziehen und dann auch vermitteln sollten: Die Menschen sollten gegen die absehbare „Rentenlücke“ besser frühzeitig „privat vorsorgen“, also verschiedenste Finanzprodukte kaufen. Was dabei jedoch unter gehobenen Ökonomen durchaus schon, aber öffentlich kaum diskutiert wurde: Wenn wirklich weltweit die Geburtenraten zurück gehen, geraten Kapitalanlagen in eher noch größere Schwierigkeiten als die Rentenkassen – denn dann gibt es für die wachsenden Sparvermögen von immer mehr Älteren immer weniger Kreditnachfrage durch junge, wirtschaftende Leute. Die Folge wäre der 1989 erstmals beschriebene „Asset Meltdown“ – eine Mischung aus dauerhaft niedrigen, teilweise unter der Inflationsrate liegenden Zinsen und verzweifelten Spekulationsblasen. Tatsächlich gelingt es auch einst teuer verkauften Lebensversicherungen heute kaum noch, wenigstens den Garantiezins zu halten; dabei hat der Aufstieg kinderarmer, ansparender Mittelschichten in vielen Weltregionen erst begonnen…

AssetMeltdownBlume2008

Ironisch zugespitzte Folie zu einem religionsdemografischen Vortrag zum „Asset Meltdown“ beim Lehrstuhl für Finanzwissenschaft der Universität Hohenheim, Blume 2008

Es wäre also nach heutigem Kenntnisstand durchaus möglich, dass gerne geschmähte, umlage- und steuerfinanzierte Altersvorsorgesysteme wie in Deutschland im 21. Jahrhundert demografisch stabiler und gerechter funktionieren könnten als noch immer angepriesene, private Kapitalanlagen; zumindest wo wirtschaftsstarke alternde Gesellschaften fehlende eigene Kinder, Renten- und Steuerzahler durch Zuwanderung teilweise ersetzen können.

Dieser Blogpost enthält einen Kapitelauszug aus dem sciebook “Religion und Demografie. Warum es ohne Glauben an Kindern mangelt”, verfügbar als eBook und Taschenbuch.

  ReligionundDemografie2014

 

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

73 Kommentare

  1. Es sind folgende Entwicklungen zu beachten:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Leitzins#mediaviewer/Datei:LeitzinsenDE.svg (Leitzins, jetzt dank Draghi-Experiment Euro-Raum im Negativen)
    -> http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&init=1&plugin=1&language=de&pcode=tps00001 (Bevölkerungsentwicklung 2002 bis 2013 im Euro-Raum)
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge#mediaviewer/Datei:Eurozone_M3_money_supply.png (“M3”, womöglich die zentrale Größe)
    – > http://de.wikipedia.org/wiki/DAX#J.C3.A4hrliche_Entwicklung (der “Dachs”)

    Ohne hier tiefergehend interpretieren zu wollen, geht es wohl doch um die Rupfung bestimmter (Sozial-)Kassen, im Sinne eines europäischen “Zusammenwachsens”, die demographische Entwicklung muss hier nicht hineinspielen.

    MFG
    Dr. W

    • @Webbär

      Ohne junge Leute brechen, zumal bei steigender Lebenserwartung, auch – aber nicht nur – unsere Sozialkassen ein, ebenso die Anlagemöglichkeiten, also Zinsen. Ganz abgesehen auch davon, dass wir längst Pflegekräfte, Mediziner aus dem (vor allem europäischen) Ausland gewinnen, weil es an entsprechendem eigenem Nachwuchs mangelt. Den ebenfalls bereits schrumpfenden Gesellschaften Süd- und Osteuropas werben wir (überwiegend akademische) Kräfte ab. Es ist eine neue Zeit…

      • Mag so sein, also das mit der “Neuen Zeit”, allerdings deutet die oben webverwiesene Datenlage darauf hin, dass im Sinne eines, wie auch immer gearteten Zusammenwachsens der Euro-Zone, vor allem (Sozial-)Kassen geschröpft werden, die sich nicht wehren können, während die Geldmenge deutlich ansteigt, wenn auch nicht gleichverteilt und zudem womöglich Böses anlegend.
        Insofern gibt es hier -aus Sicht Ihres Kommentatorenfreundes- erst einmal nichts zu religionisieren,
        kann aber noch kommen,
        der Gebetsteppich steht bereit,
        MFG
        Dr. W

        • @Webbär

          Ich kann nicht erkennen, dass “der Gebetsteppich” alleine die Antwort wäre: Wie schon mehrfach auch hier auf dem Blog und ausführlich im Buch erklärt brechen auch die Geburtenraten unter Muslimen ein, massiv z.B. in der Türkei und im Iran. Traditionalismus ist mit Sicherheit keine Lösung – Antworten werden in der Zukunft zu finden sein.

  2. “Dem alternden Europa droht ein andauernder Kapitalüberschuss mit Niedrigzinsen und Deflation,..
    Ganz so einfach ist es nicht. Eine Mannheimer Mehrländerstudie kommt zu folgendem Schluss: Mit zunehmender Alterung wird mehr gespart. Der Kapitalstock steigt. Sobald jedoch gegen 2020 die Baby-boom-Generation ins Rentenalter tritt und Gelder aus dem gesamtgesellschaftlichen Spartopf bezieht, wird der Kapitalstock kleiner. Einen Kapitalüberschuss wird es in Mitteleuropa nur bis 2020 geben.
    Den wohl grössten Probleme durch die zunehmende Alterung wird das deutsche Industriemodell bekommen mit seinem hohen Bedarf an Fachkräften und Ingenieuren. Abhilfe schafft hier wohl nur die Zuwanderung. Durch die Eurokrise hat diese aber bereits eingesetzt. In Zukunft werden wohl sogar französische Ingenieuere nach Deutschland kommen, weil es in Frankreich keine Arbeit gibt. Im Moment dominiert aber die Zuwanderung von Fachkräften aus dem EU-Ostgebieten (Polen, Rumänien, Tschechei, Slowakei, etc).

  3. Die Staaten haben in den letzten Jahrzehnten eine völlig verfehlte Kapitalpolitik betrieben – und darin ist eine Hauptursache für die aktuellen Schwierigkeiten am Finanzmarkt zu sehen
    Statt für eine sozial gerechte Umverteilung von angehäuften Vermögen zu sorgen, wurde die Steuerprogression für hohe Vermögen gesenkt bzw. für bestimmte Aktiengeschäft wurden nicht einmal nennenswerte Steuern erhoben. Dies führt dazu dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Extrem ist dies in US-Amerika zu sehen, wo die Regierung von den Reichen und ihren politischen Vertreten sogar bis zum Rande des Staatsbankrotts erpresst wurde.
    Wenn keine ausreichende Kapitalnachfrage mehr vorhanden ist, so ist ein wichtiger Grund in asozialen Arbeitsbedingungen zu sehen: befristete Verträge, Zeitarbeit, schlecht bezahlte Sozialberufe, Niedrigstlohn, Lohndumping durch Subunternehmer mit Ausländern (die dann oft betrogen werden). Wie soll jemand von diesen Leuten die Möglichkeit haben, langfristig in eine eigene Familie und Wohnraum zu investieren, wenn er/sie nicht weiß, wie er/sie im übernächsten Monat über die Runde kommen soll.

    • Was sie schreiben hat aber wenig mit Alterung der Gesellschaft und Demographie zu tun.
      Sie sehen die fehlende Kapitalnachfrage und die fehlenden Investitionen im fehlenden Bedarf an Immobilien etc. weil die Bevölkerung zuwenig verdient und sich somit keine Wohungen etc. leisten kann – also muss man auch keine Wohnungen bauen. Allerdings leidet Deutschland momentan nicht an zuwenig Investitionen in Immobilien. Eher sind es zuwenig Investitionen in Infrastruktur (Strassen, Brücken, Gebäudeunterhalt) (sogenannte öffentliche Investitionen). Laut Bundesfinanzministerium wird in Deutschland mehr investiert als im Durchschnitt der EU. Zitat:

      Unter Berücksichtigung der für das Wirtschaftswachstum besonders relevanten Investitionen in Ausrüstungen sowie Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) befindet sich Deutschland konstant über dem Niveau der anderen Euroländer.

      Die Analyse zeigt deshalb, dass sich für Deutschland keine allgemeine Investitionsschwäche nachweisen lässt und dass ein Anstieg der öffentlichen wie privaten Investitionen erwartet werden kann.

      • @Martin Holzherr

        Mir scheint auch, dass Deutschland derzeit noch sehr stark dasteht – nicht zuletzt, weil es seit Jahrzehnten – und auch derzeit – junge Zuwanderer gewinnt. Sogar innerhalb der Bundesrepublik wird bereits vom Süden her geworben.

        Für die Sparer ist das aber wenig Trost, denn die Kapitalmärkte funktionieren ja global.

  4. Richtig ist, dass das Neuland ist und keiner weiß wie das ausgeht. Da es aber mehr Szenarien gibt, die nicht funktionieren als solche die funktionieren, ist die Chance gut, dass das im Debakel endet.

    • @adenosine

      Wir Menschen haben noch immer einen Weg gefunden – zugegeben oft, nachdem wir alle schlechten Optionen ausprobiert haben…

      Aber, hey, Neuland ist doch spannend, bitte anschnallen! 🙂

      • @Michael

        “Aber, hey, Neuland ist doch spannend, bitte anschnallen!”

        ……und? …hast du dich angeschnallt?

        Nebenbei passend zu dem Unvorhersehbaren:

        NRW ist zur Zeit nach dem Unwetter von Pfingstmontagabend quasi ein Katastrophengebiet:
        nichts geht mehr richtig, weder mit Auto noch mit Fahrrad noch mit Bahn kam man gestern vom Vorort in die Stadt.

        Hier am Rechner meinen Kommentar schreibend, hörte ich spät im Dunkeln einen reißenden Krach und hatte den Strum noch gar nicht richtig bemerkt. Beim Blick nach draußen war vor lauter Wind und Wasser nichts klares zu erkennen. aber meine Sorge ging Richtung Tannenspitze. Ich musste abwarten. Später mit der Taschenlampe bot sich mir dann die Wildnis. Meine altehrwürdige hohe Dame, die riesige Tanne in meinem Garten hat ca. ein Drittel ihrer Höhe eingebüßt und elegant über den Rest meines Gartens gelegt. Gleichzeitig hat ein riesiger Ahornbaum vom Nachbargrundstück mein Grundstück freundlicherweise querüber abgemessen.

        Aber jetzt kommt das Eigentliche zum Anschnallen und ich erzähle das, weil es – bei entsprechender gemeinsamer, globaler oder nationaler etc. innerer Ausrichtung (…das Entscheidende ist nicht zuerst das konkrete Machen, sondern die Verfassung des Geistes, der es macht ) – im Großen Demografischen/ Politischen/ Wirtschaftlichen/ Klimatologischen ähnlich verlaufen kann, wie bei mir im Kleinen:

        Mal abgesehen davon, das die eng angrenzenden Nachbargärten bis auf Kleinigkeiten verschont blieben und ich eine Halbierung der Tanne nicht zuvor hätte per Auftrag finanzieren können, mir das zum Glück nun also grundsätzlich erspart bleibt:

        Die Tannenspitze und der Ahorn sind beide so exakt schonend gefallen, dass man sich fragt, ob da jemand Hand angelegt hat. Alles auch für mich Wichtige blieb verschont. Und das hinzubekommen, war keine Kleinigkeit. Ich habe hinter meiner Bildhauerwerkstatt noch Kunststoffpavillons angefügt, um für allerlei wichtiges Gerümpel, Holzlagerung etc. Platz zu haben. Das alles reicht bis unter die Tanne. Nichts wurde berührt. Und der Ahorn ist – ich weiß nicht wie – über den kleinen festen Anbau gestürzt, ohne ihn nennenswert zu beschädigen. Er blieb so über der Mauer/Dachkante hängen, dass der Druck sich wohl so verteilen konnte, dass der kleine Anbau nicht zusammenkrachte und um fünf Zentimeter mehr nach rechts hätte er das große Werkstattdach zertrümmert.
        Ich müsste zum näheren Verständnis jetzt noch andere Geschichten erzählen, ( kommt in meinem Buch etc.), jedenfalls bin ich sicher, dass das in meinem Fall kein Zufall war, sondern ganz konkrete Hilfestellung vom ‘anderen Ufer’, von solchen, die dazu in der Lage sind und mir helfen wollten, was schon mehrfach zuvor ähnlich geschehen war.

        Allem voran könnte ich nicht vernünftig an dem Buch weiter arbeiten, wenn ich mich jetzt um all solche Dinge kümmern müsste und zum andern hätte ich nicht das nötige Kleingeld, um es wenigstens zügig abzuwickeln. Denn wie sich ja auch bei den Versicherungen zeigt, fangen die gemäß der hier im Blog besprochenen Probleme an, recht knauserig zu werden.

        Bin gespannt, was sie zahlen werden. Jedenfalls kann ich an dem Buch weiterarbeiten, auch wenn sie nicht oder zu wenig zahlen, weil wenig beschädigt wurde. Dann lass ich es halt liegen. Das Holz zum Brennholz sägen kann ich zur Not selber.

        Die Versicherungen werden ja jetzt in NRW ordentlich in die Kasse greifen müssen.

        “….so möge er die verzweifelte Situation der deutschen Lebensversicherungen in den Blick nehmen, denen es nicht mehr gelingt, den Garantiezins zu halten. Keine vermeintlich allwissenden Verschwörer in Nadelstreifen, sondern die Fernwirkungen von Millionen Entscheidungen gegen Kinder entfalten derzeit ihre Macht…”

        ja stimmt, aber auch diese “Entscheidungen gegen” waren und sind nur das Symptom einer gravierenderen, tiefer liegenden Entscheidung, die allerlei diverse Symptome hervorbringt….. über die man trefflich lange diskutieren kann, bis es dafür keine Zeit mehr gibt. Es gibt da etwas, was wir laut Jesu Rat jedenfalls zuerst suchen sollen……. und er sagt sogar: alles andere würde uns dann dazu gegeben werden.

        …so long, ich muss jetzt versuchen mit der einen wieder fahrenden Straßenbahn in die Stadt zu kommen….. ist ja eigentlich noch harmlos, könnte viel schlimmer kommen. Wie verwundbar wir doch sind, wenn nur schon der Strom ausfällt.

        • Sie verfügen über eine wunderbare Gelassenheit. Aber so, wie Sie die Situation in Ihrem Garten beschreiben, würde ich es genauso sehen, also dass da andere ihre Finger im Spiel hatten, die dann während des Sturms dafür gesorgt haben, dass die Bäume genau so fielen, wie sie gefallen sind. Namentlich wären es Engel und Naturgeister, die da am Werke waren.
          Und was die Tanne angeht, bzw. den Teil, der abgebrochen ist: Vielleicht lässt sich daraus ja auch noch eine Skulpur schnitzen – Bildhauerei muss ja nicht nur bedeuten, dass man Figuren aus Steinen “heraus schält”; – Motto: Die Form steckt da schon drin, man muss sie nur heraus lösen.

          Wie verwundbar wir doch sind, wenn nur schon der Strom ausfällt.

          Das lässt sich dann oftmals so etwa 9 Monate später beobachten…
          scnr

        • @ Hans

          die Details zum Sturm etc. sind hier im Weiteren ja off Topic. Möchte nur mögliche Missverständnisse vermeiden. Die konkrete Hilfestellung, die ich erwähnte, war jedenfalls so unspezifisch nicht gemeint. Der Begriff “Naturgeister” ist hier irreführend.
          Für mich gibt es die im Grunde nicht. Engel ist eine andere Kategorie, aber auch die meinte ich nicht, zumindest nicht so, wie bisher üblicherweise verstanden. Das ganze Thema geht im Moment nicht, aber hier auf meinem Blog versuche ich schon mal eine kurze Antwort, um in etwa die Richtung anzudeuten.

          • Nun ja, wenn ich von Naturgeistern schreibe, dann meine ich jene, die in den Büchern von Alexa Kriele beschrieben sind. Zum Beispiel in “Wie im Himmel so auf Erden”, Band 1, Seite 118ff der Taschenbuch Gesamtausgabe, wo alle 4 Bände in einem Schuber zusammen sind. (ISBN: 978-3-548-74387-5)
            Insofern meine ich also auch schon eine ganz bestimmte Form der himmlischen Fügung, aber die deckt sich wahrscheinlich nicht mit dem, was Sie meinen.

          • Die Bücher von Alexa Kriele haben Sie schon mal erwähnt. Da ich sie nicht kenne, (und mir zur Zeit auch nicht beschaffen kann) bin ich nicht darauf eingegangen. Nach dem, was ich jetzt aber bei Amazon darüber lese, kann ich vergleichend zu meinem neuen Gesamtbild, ( wie im Kommentar zum Artikel nebenan angedeutet), nicht viel sagen, unabhängig davon wohl, dass es vermutlich eine, in dieser metaphorischen Sprache, gute Alltagshilfe ist. Mit diesen Bildern muss man aber vertraut sein, wenn sie helfen können sollen.
            Ob sich daran, also auch für den Alltag, demnächst durch mein neues Gesamtbild etwas ändern würde, kann ich noch nicht sagen. Ich nehme es aber an.

          • @Eli,

            Die Bücher von Alexa Kriele haben Sie schon mal erwähnt.

            Ich weis. Das wird in Diskussionen wie dieser wohl auch noch häufiger vorkommen, schätze ich.
            Diese Bücher haben mein Bild von der “geistigen Welt”, die uns umgibt, sehr stark geprägt. Und obwohl sie im Handel und sogar im Verlag unter “Esotherik” einsortiert sind, so scheinen sie mir doch näher an der Wahrheit zu sein, als viele Zeitgenossen das wahr haben wollen. – Natürlich nur, wenn man den berühmten Shakespeare-Spruch als Wahr akzeptiert, wonach es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als die Wissenschaft sich träumen lässt.
            Was die verwendeten Bilder bzw. Metaphern angeht, so haben Sie natürlich recht, dass man sie kennen sollte. Aber ich denke, wenn da Unklarheiten bestehen, dann lassen die sich recht schnell klären.

        • @ Hans

          “Und was die Tanne angeht, bzw. den Teil, der abgebrochen ist: Vielleicht lässt sich daraus ja auch noch eine Skulpur schnitzen – Bildhauerei muss ja nicht nur bedeuten, dass man Figuren aus Steinen “heraus schält”; – Motto: Die Form steckt da schon drin, man muss sie nur heraus lösen.”

          Die Bildhauerei musste seit geraumer Zeit angesichts des Buchprojekts liegen bleiben und das wird so schnell nicht anders werden. Aber ja, ich bedaure, dass das wird wohl nichts mehr wird. Solche Holzstücke regen immer an, habe schon so ein interessanrtes Teil von einem Ahornbaum im Garten liegen.

          “Das lässt sich dann oftmals so etwa 9 Monate später beobachten…”

          Und auch das kann mir nicht mehr passieren. 🙂

    • @adenosine

      Es gibt kein Neuland im UNWAHRHEITLICH-faschistischen Kreislauf des Wettbewerbs um “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei”, alles nur zeitgeistlich-reformistischer Kommunikationsmüll im geistigen Stillstand seit der “Vertreibung aus dem Paradies” – “bitte anschnallen”, das ist der richtige Rat, denn wohin die Reise geht ist ziemlich sicher ein Weg in die nächste Eskalation, denn offenbar sind immernoch nicht alle schlechten Optionen ausprobiert worden 😉

    • Die Idee mit dem negativen Leitzins, der bekanntlich irgendwie an die Kunden weitergegeben wird, ist wohl Geld in die Aktienmärkte zu treiben, die Indizes reagieren entsprechend, bestimmte (Sozial-)Kassen, die sich schlecht wehren können, anzugreifen, und den hoch verschuldeten Euro-Ländern zu erlauben i.p. Verschuldung weiterzumachen.
      Es sieht nicht so aus, als ob hier eine politisch unabhängige EZB handelt, lol, so etwas kann sehr gut im ‘Debakel’ enden.

      MFG
      Dr. W

      • Die EZB unter Mario Draghi (dem Drachentöter) will den Euro retten (Zitat: «Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.» .
        So einfach ist das. Der Euro ist nämlich nicht besonders robust, er scheint ein Kind mit Neigung zu schweren Infektionen und einem Haufen anderer Kinderkrankheiten zu sein.

        • Und um zu ‘retten’, werden eben Zwischen- oder Hilfsziele angestrebt, wie sie weiter oben beschrieben worden sind.

      • Wenig überraschend liegt für den @Webbären die Vermutung nahe, eine finstere Verschwörung von Demokraten, Finanzhaien mit Hakennasen und Ausländern sei an niedrigen Zinsen Schuld – und etwas anderes will er nicht lesen bzw. wahrhaben.

        Falls sich der @Webbär noch einen Funken Hinterfragbarkeit gegen die eigenen Verschwörungstheorien bewahrt hat, so möge er die verzweifelte Situation der deutschen Lebensversicherungen in den Blick nehmen, denen es nicht mehr gelingt, den Garantiezins zu halten. Keine vermeintlich allwissenden Verschwörer in Nadelstreifen, sondern die Fernwirkungen von Millionen Entscheidungen gegen Kinder entfalten derzeit ihre Macht…

        • Wenig überraschend liegt für den @Webbären die Vermutung nahe, eine finstere Verschwörung von Demokraten, Finanzhaien mit Hakennasen und Ausländern sei an niedrigen Zinsen Schuld – und etwas anderes will er nicht lesen bzw. wahrhaben.

          Das ist aber jetzt eine Nachricht, die stark unter Ihrem bisher gezeigten Niveau liegt. – Was war weiter oben schwer zu verstehen, was genau hat Sie missstimmig gemacht?

          MFG
          Dr. W (der übrigens nicht der BRD und diesbezüflicher Befindlichkeit zuzuordenen ist)

          • * diesbezüglicher
            ** zuzuordnen

            MFG
            Dr. W (der nichts Besonderes gegen eine Vorschau hätte)

          • @Webbär

            Ganz egal, was oder wo gebloggt wird – Sie wiederholen einfach nur immer wieder Ihre Verschwörungsvorwürfe gegen die immergleichen Feindbilder: Linke Demokraten & Marxismus, EU, Muslime (hier z.B., völlig zusammenhanglos: “Gebetsteppiche”). Das ist nicht unbedingt ärgerlich, aber ermüdend und sachlich wenig weiterführend.

            Nun ist mir klar, dass sich Weltanschauungen in höheren Jahren oft so verfestigt haben, dass sie seltener offen für Neues sind. Aber wird Ihnen denn nicht selber manchmal beim Wiederholen der früheren Fronten langweilig? Sind denn Blogs nicht auch eine Chance, sich überraschen zu lassen? Also, ich fände es toll, von Ihnen öfter etwas zu lesen, mit dem ich keineswegs gerechnet hätte! 😉

          • @ Michael Blume

            Kann es ein, dass du das, was dich und deinen zupackenden Optimismus von Webbaer unterscheidet, falsch einschätzt und/oder deinerseits den Unterschied untertreibst, (sofern ich den Deinen richtig einschätze)? Ich meine jedenfalls, dass das weniger mit dem Alter (…wohl auch) und auch nicht mit “öfter mal was Neues, Unerwartetes” und auch nicht unbedingt mit der je charakterlichen Veranlagung zu tun hat. Möglich schon.

            Ein immer wiederkehrendes Problem, immer wieder falsch einschätzen kann schon auch Grund einer Ermüdung sein.

            Du bist ja noch relativ jung. Wer im Alter noch genauso konstruktiv optimistisch sein will wie in jungen Jahren, also wie Du jetzt, der sollte am besten früh anfangen, ein tragfähiges Fundament dafür zu legen. Das geht schon auch noch im Alter, aber da ist es als Neustart wesentlich schwerer.

            Dieses Fundament scheint mir bei dir und bei @Webbaer sehr anders zu sein. Jedenfalls lese ich das aus vielen seiner Antworten. “Öfter mal was Neues” oder auch jugendlicheres Alter könnte diesen Unterschied eben nicht wettmachen.

            @Webbaers Konstruktivismus kennt m.E. nicht den systemextern begründeten “Optimismus”,um das Gemeinte al s Versuch mal so ‘konstruktivistisch’ zu formulieren 😉

            Ich habe den Eindruck, dass der Deine ein fundierter ‘Optimismus’ ist, bin mir aber nicht so ganz sicher. Warten, bis du alt bist kann ich allerdings auch nicht .. 😉 Wenn er nicht so ist, dann wäre es tatsächlich nur der Altersunterschied und/oder die Veranlagung. Beides würde für einen @Webbaeren nicht mehr einzuholen sein 😉 aber der systemextern begründete “Optimismus” ist in jedem Alter und mit jeder Veranlagung einzuholen, bis zur letzen Minute,… schließlich ist er unser Lebensimpuls. 🙂

            War das jetzt verständlich oder eine ‘Fremdsprache’…. 😉 ???

            PS: wo ist denn der Kommentar mit dem “Gebetsteppich”? Gelöscht? Ich wollte darauf eventuell reagieren….

          • @Eli Schalom

            Der “Gebetsteppich”-Kommentar findet sich oben, Datum 9.6.2014.

            Den @Webbären schätze ich, wenngleich er bei einigen anderen Bloggern als Troll gilt. Diese Einschätzung teile ich nicht (mehr), ich freue mich, dass es ihn hier gibt. Gleichzeitig nehme ich aber natürlich auch wahr, dass der Anteil älterer Kommentierender steigt, die bisweilen nicht mehr voll im Berufsleben stehen und viel Zeit mitbringen. Wird dies eine neue, Generationen verbindende Blogkultur begründen oder in lästigen Zeitvampirismus ausarten?

            Wir sind hier, um das heraus zu finden. Die Umgangsformen werden dabei erst entwickelt, die Rollen erst verteilt, die Kultur entsteht erst – und also bin ich gespannt. 🙂 #Neuland

          • Hm..Ihr Witzbolde, …hab ich doch gemacht, Strg+f, ohne sowas kommt man hier doch gar nicht mehr klar….. und auch auf Tippfehler geachtet…..

            na ja vielleicht hat mein alter PC manchmal ‘keine Lust’ mehr beim Suchen und rückt seine Weisheit einfach nicht raus.. ……… 😉

          • @ jade :
            Der Webbaer, der sich nicht für den werten Inhaltegeber besonders interessiert, sondern für Ideen und Ideenträger allgemein, die bestimmte Sichten auf für ihn ungewohnte Art und Weise behandeln, ist natürlich kein “Anti-Kapitalist”, sondern ein Vertreter des wohl verstandenen Sozial-Liberalismus. [1]
            Abär, es scheint schon so, dass sich Merkwürdigkeiten häufen, die Euro-“Rettungen” sind bspw. kein natürlich angestrebter Zustand, der negative Leitzins ebenso nicht. Der spontane und anscheinend Moden (“Ökologismus”) folgende bundesdeutsche Atomausstieg und die “Genderisierung” runden hier eher ab.

            MFG
            Dr. W

            [1] nicht zu verwechseln mit dem, was von der bundesdeutschen FDP in den Siebzigern vorgetragen worden ist, sondern eher in Richtung Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft (Ludwig Erhard, Walter Eucken) gehend

          • @ webbär
            ich meinte das jetzt auch zustimmend. Ansonsten sehe ich auch viel kritisch, andere Dinge nicht. Mit Öko-Moden zB. kann ich persönlich nicht viel anfangen – ich sehe da das Gros politisch motiviert, was mich extrem stört. Andererseits kann ich partiell zB. dem Atomausstieg nicht so viel schlechtes abgewinnen. Bei Genderismus wiederum gruselt es mich regelmäßig.

            VG

        • “Keine vermeintlich allwissenden Verschwörer in Nadelstreifen, sondern die Fernwirkungen von Millionen Entscheidungen gegen Kinder entfalten derzeit ihre Macht…”

          Hätten meine Eltern gewusst, dass der Kapitalismus mit all seinen Schattenseiten so zu bezwingen ist, dann wäre mir womöglich das Leben erspart geblieben.

          Mal im Ernst, meinst Du wirklich wir sollten unser Leben so gestalten, wie es für funktionierende Kapitalmärkte erforderlich ist?

          • @Joker

            Nein, ganz und gar nicht. Wie @Ingo auch sehe ich große Vorteile im Geburtenrückgang wie z.B. nachlassende Gewalt, weniger Umweltzerstörung und geringeren Ressourcenverbrauch.

            Gleichwohl fände ich es besser, wenn wir Menschen nicht so stark zwischen den auch demografischen Extremen pendeln, sondern eine vielfältige und nachhaltige, zukunfts- und also auch wissens- und werteorientierte Kultur errichten würden. Ohne ausreichend Kinder geht es nicht weiter. #Evolutionär

          • Könnte ein Zinsverbot ncht hilfreich sein, um die von dir genannten Ziele zu erreichen?

          • @Joker

            Zinsverbote haben m.W. nie funktioniert bzw. wurden und werden kreativ umgangen. Auch liefe es ja auf eine sofortige Enteignung aller Sparer, Stiftungen etc. hinaus, was m.E. völlig illusorisch ist und auch ungerecht wäre.

          • Eine sofortige Enteignung wäre das wohl kaum. Der Wertverlust käme nur schleichend über die Inflation. Das wäre doch erstmal gerecht im Vergleich zu Immobilienbesitzern, an deren Eigentum nagt ja auch der Zahn der Zeit.

          • @Joker

            In gewisser Hinsicht wirken ja Niedrigst- und Negativzinsen schon fast wie Zinsverbote… Was daraus wohl mittel- und längerfristig folgen wird?? #Neuland

          • Kurzfristig folgt daraus, dass es ein Argument für das Kinderkriegen weniger gibt.

            Und die dennoch geborenen Kinder wären dann keine Zinsbeschaffer mehr.

          • @Joker

            Bei Ihnen – und wohl auch bei @Webbär – dürften die historischen Hintergründe des Begriffes “Gebärstreik” auf Interesse stoßen! 🙂
            http://de.m.wikipedia.org/wiki/Gebärstreik
            Verblüffenderweise sind wir hier auch wieder bei der Diskussion der #Anthropodizee gelandet, für die es ja auf dem Blog bereits eine eigene Kategorie gibt…

          • Wie war das noch, Michael, hab mal irgendwo gehört, dass der Islam eine andere Zinspolitik betreibt. Hat das mit dem Zinseszins zu tun? Von solchen finanzwirtschaftlichen Zusammenhängen wünschte ich mir etwas mehr Ahnung.

            Ich meine, nichts gegen einfache Zinsen, aber so wie @Jade halte ich den Zinseszins und überhaupt diese zunehmend zu starke Abkoppelung von der Realwirtschaft auch für die Übeltäter. 

            Und was wisst Ihr von parallelen regionalen Währungen, wie z.B. Rheingold? Wie das gehen soll, kann ich mir jedenfalls nicht so recht vorstellen. Aber das scheint praktiziert zu werden.

            @ Joker

            es ist hilfreich, beizeiten zu lernen immer beides sein zu können: Pessimist und Optimist. 🙂 als Ergebnis des Handelns ist man dann unter dem Strich viel eher handfester Realist. Der Optimist in uns zeigt dann dem Pessimist die Realität und der Pessimist dem Optimist. 🙂

          • @Eli Schalom

            Ja, sowohl der traditionelle Islam wie auch das frühe Christen- und Judentum kennen das Verbot von Zins und Zineszins. Entsprechende Finanzprodukte müssen Investitions- und Risikoaspekte enthalten, einige Branchen sind auch tabu. In der wirtschaftlichen Realität wurden und werden die Verbote jedoch meist umgangen bzw. bleiben auf Nischenmärkte beschränkt. Und solange es nicht einmal gelingt, eine internationale Finanztransaktionssteuer zu etablieren sehe ich auch keinerlei Anhaltspunkte für echte Reformbereitschaft. Eine Welt ohne Zins bleibt denkbar, aber utopisch.

          • @ Michael Blume

            “Verblüffenderweise sind wir hier auch wieder bei der Diskussion der #Anthropodizee gelandet”

            Ich versuche alleine beim Blog-Thema “Demografie und Kapitalzins” zu bleiben.

            “Erst wenn das letzte Kind geboren wurde, werdet ihr merken, dass sich das Geld nicht selbst verzinst” (Häuptling Kapi-Tal)

            Das kann man als Aufruf des Häuptlings verstehen, mehr Kinder zu zeugen. Aus meiner Sicht ist die Aussage zwar richtig, sollte aber dazu führen, nach Alternativen zu suchen, die nicht auf Kapitalverzinsung beruhen. Sonst machen wir uns zu reinen Sklaven des zufällig zur Zeit bestehenden Systems, in das wir hineingeboren, hineingeraten sind. Wir sollten uns – und wir können das auch – andere Götter wählen als das Mammon, und einen anderen Häuptling als den kleinen Kapi-Tal.

          • @ Michael Blume

            “[D}as frühe Christen- und Judentum kennen das Verbot von Zins und Zineszins”

            Das frühe Christentum???

            “Noch 1745 wandte sich Papst Benedikt XIV. in der an die hohe Geistlichkeit Italiens adressierten Enzyklika Vix pervenit entschieden gegen den Zins.”

            “Innerhalb der katholischen Kirche wurde das Zinsverbot von Papst Pius VIII. in einem Schreiben vom 18. August 1830 an den Bischof von Rennes aufgehoben.”

            Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot

          • @Joker

            Im 18. Jahrhundert galt das Zinsverbot bereits nur noch für die Geistlichkeit, die keine Zinsen (mehr) nehmen sollten. Im 19. Jahrhundert wurde auch das dann päpstlicherseits aufgehoben. Aber man merkt die bleibenden, religiösen Vorbehalte! 🙂

          • zu Kommentar 11. Juni 2014 14.07

            Das, mit Betonung des zweiten Satzes und etliche andere Antworten von Ihnen sind der Bezug:

            “Hätten meine Eltern gewusst, dass der Kapitalismus mit all seinen Schattenseiten so zu bezwingen ist, dann wäre mir womöglich das Leben erspart geblieben.”

            aber vielleicht ist es anders gemeint, als es rüber kommt. 🙂

          • @ Eli Schalom

            Einigen wäre das Leben erspart worden. Einige leben vom Ersparten.

            Was hat das zu tun mit Optimist, Pessimist und Realist – den Begriffen aus den Zeilen 14 -19. Wem etwas erspart bleibt, oder wer spart, ist der Optimist oder Pessimist?

            Und, selbst wenn es einen Bezug gäbe, was hätte das dann noch mit dem hiesigen Thema zu tun?

            Seien Sie sparsam, bitte.

          • Hallo @Joker

            was meinen Sie, ist es nicht Pessimismus hoch drei, wenn jemand sagt

            ” …dann wäre mir womöglich das Leben erspart geblieben.”?

            oder war das nicht so ernst gemeint? Mag ja sein, dass das bei Ihnen immer nur eine nicht ernst zu nehmende negative Ader ist, die sich da kundtut, aber wenn ernst, dann….

            ….lässt mich so etwas nicht kalt. Das bringt mich ans Nachdenken. Vielleicht denken Sie jetzt eher, das weckt mein Helfersyndrom 😉 gut, das gibt es, aber meine Zeit reicht dafür nicht, echtes Helfen wollen ist kein Syndrom und auch nicht einfach nur Empathie/Biologie. Es gehört lebensnotwendig zu unserem bewussten menschlichen Miteinander (auch in einem Blog 🙂 ) und hat sehr wohl auch Auswirkungen auf das Kapital. Weshalb auch der Punkt Lebenspessimismus zum Thema gehört.

  5. “…denn dann gibt es für die wachsenden Sparvermögen von immer mehr Älteren immer weniger Kreditnachfrage durch junge, wirtschaftende Leute.”

    ist das tatsächlich so? Ich hätte es im Grunde anders erwartet. Wenn man sich den Graphen vom “Josefspfennig” ansieht, so kommt man doch zu dem Schluss, dass einem ziemlich großer Teil des existierenden Geldes kein materieller Gegenwert entspricht. Und weiter noch, dass diesem ziemlich großen Teil des Geldes Schulden gegenüberstehen. Schulden, die im Endeffekt für die Zahlung der Zinsen aufgnommen werden müssen. Der “kleine Mann”, der für seine private Altersvorsorge Geld zurücklegt, hat sein Geld allerdings real erwirtschaftet – dieses Geld gehört also fiktiv nicht zu dem Anteil, welcher notwenigerweise mit Schulden finanziert werden muss.Nunja, es sei denn er möchte ebenfalls Zinseszinsen dafür haben, insofern stimmt es wohl doch.

    Nun steht aber trotzdem diesem Teil des Geldes der viel größere Anteil des Geldes gegenüber, der durch die Schuldaufnahme entstanden ist und kontinuierlich wächst. Es steht fest, dass dieses System zu einer Zeit kollabieren muss, ich würde behaupten, das liegt jedoch nicht allein und nur zu einem geringen Teil an der Demopraphie. Viel eher wird dies ein Effekt des Zinseszinses und des exponentiellen Wachstums sein. Man benötigt theoretisch zur Aufrechterhaltung dieses Systems immer größeres Wirtschaftswachstum und eine immer höhere Staatsverschuldung (die ja im Grunde die Verschuldung der Bevölkerung ist, nur um sich das immer wieder vor Augen zu führen). Da jedoch der Markt neben der demographischen Entwicklung auch immer mehr gesättigt ist, gibt es real natürlich genau den gegenläufigen Trend (was, abgesehen von der Demographie aus rein menschlichen Gründen, nicht bedauerlich ist).

    sehr interessantes Thema. und es gibt viele interessante Seiten dazu zu lesen. Hier sogar eine ehrliche Seite einer Sparkasse (!) https://www.spk-ro-aib.de/privatkunden/zins_und_boerse/thema_des_monats/zinseszinseffekt/index.php

    • Zinseszins vermehrt heute das Kapital nur nominal, nicht aber real. Heute haben wir negative Realzinsen. . Allein dadurch sinken übrigens die Guthaben/Pensionen, welche heutige Einzahler ins Rentensystem erhalten werden.

      Die Verschuldung vieler europäischen Länder wird wohl auch auf dem Buckel der Alten abgebaut werden. Und das obwohl sie nominal höhere Renten erhalten. Real aber werden die Renten weniger wert sein.

      • Nunja, Geld an sich ist nicht real?! Nur ein nomineller Wert. Und seit längerem auch nciht mehr an einen reellen Wert gekoppelt. Sie sprechen von Guthabenszinsen für den Normalanleger. Schuldzinsen sind trotzdem nicht negativ. Insofern steigt die Geldmenge kontinuierlich an. Man muss sich nur die Entwicklung der Geldmenge ansehen, der Graphen horizontal gespiegelt, zeigt gleichzeitig die Entwicklung der Schuldmenge an. Ich glaube nicht, dass man die Schulden jemals wird abbauen können. Die Kredite sind irgendwo (Unternehmen, Staat) und jeder Normalbürger bezahlt sie, jeden Tag, ob er perönlich einen Kredit aufgeommen hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Oder liege ich hier falsch?

        • Schulden können nicht immer weiter steigen, ausser der Schuldzins liege nahe bei Null. Japan mit einer Staatsverschuldung von 244% des BIP wendet trotz niederen Zinsen 15% seiner Ausgaben für die Bedienung der Schuldzinsen auf.
          Wenn die Schulden nicht mehr bedient werden können kommt es zum Default (Staatsbankrott) oder zur Währungsreform. Bei solchen Vorgängen ist das Risiko gross, dass Sparer ihr Geld verlieren. Das könnte wiederum die Alten, die Pensionierten treffen, die die versprochenen Renten dann nicht oder nur zum Teil erhalten.

          Sie schreiben: ” Die Kredite sind irgendwo (Unternehmen, Staat) und jeder Normalbürger bezahlt sie, jeden Tag, ob er perönlich einen Kredit aufgeommen hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle.”

          Ich würde eher sagen, jeder Normalbürger zahlt die Schulden des Staates, zum Teil aber auch die Schulden der Privaten mit. Wie das geht zeigt die US-Nachkriegswirtschaft. Die hohen Staatsschulden in Folge des Krieges wurden über Wachstum aber auch über zeitweilig hohe Inflation und negative Realzinsen abbezahlt. Das betraf auch den normalen Sparer, der mit der Spareinlage im Endeffekt Geld verlor. Das gleiche kommt auch auf viele europäische Länder zu.

          • Da gabs irgendwo ein schönes Video, wo das gut erklärt war. Stellen Sie sich meinetwegen eine einsame Insel vor. auf dieser Insel wird nun das Geld erfunden. Zunächst ist Geld ein Äquiavlent zu materiellen Dingen. Der eine Mensch hat meinetwegen mehr Geld als der andere, warum ist ja egal, und leiht also dem anderen einen bestimmten Betrag. Der andere zahlt dafür eine Gebühr – er zahlt also nicht nur den geldbetrag zurück, sondern er muss gucken, dass er zusätzlich einen Geldbetrag “erwirtschaftet”. Dieses zusätzliche Geld gibt es aber gar nicht, es gibt nur die ursprüngliche Menge an Geld und außerdem steht diesem Zusatzbetrag kein wirtschaftlicher Wert gegenüber. Woher bekommt der Kreditnehmer nun das Geld? Er muss einen Gewinn machen, das bedeutet faktisch jemand anderem dieses Geld “aus der Tasche ziehen”. Aber auch der andere hat das Geld ja nicht, da es diese Geldmenge nicht gibt. Wo kommt das Geld also im Endeffekt her? Es wird an anderer Stelle ein neuer Kredit aufgenommen, nur um den Zins zu bezahlen. So vermehren sich Schulden.

          • @jade

            Und was wird passieren, wenn auf dieser Insel immer mehr v.a. ältere Leute Geld verleihen wollen, aber immer weniger v.a. junge Kreditnehmer aufzufinden sind, die noch Zins “erwirtschaften” könnten?

            Genau…

          • Ist ja auch richtig, aber ich denke es liegt vor allem am Zinseszins, nicht an der Demographie.

    • @jade

      Der Punkt ist ja gerade, dass die wachsenden Mengen an Sparkapital kaum noch Zins und Zinseszins erbringen. Früher gab es auf jeden “Kapitalisten” ausreichend Kreditnehmer, die aus ihrem Arbeitsertrag heraus Zinsen zu zahlen bereit waren. Jetzt kippt dieses Verhältnis; und das weltweit…

      Einige Ökonomen sahen und sehen das Problem, Lösungen sind jedoch m.W. noch nicht bekannt. Wir schlittern da rein, wahrscheinlich mit positiven und negativen Auswirkungen…

      • ich sehe das halt von der anderen Seite: die Verchuldung steigt in gleichem Maße exponentiell an wie die Geldmenge. Exponentiell hierbei nur wegen dem Zinseszins. Es ist Systemimmanent, dass immer mehr Schulden aufgenommen werden müssen. Sie haben Recht, wenn das Bevölkerungswachstum abnimmt, stehen weniger Kreditnehmer zur Verfügung und das ist ein Grund, warum das System zusammenbricht. Aber zudem gibt es dieses exponentielle Zwangswachstum, was nicht funktionieren kann. Das System bricht auch von allein ein – und das schneller als die Bevölkerung abnimmt. So meine ich.

        • @jade

          Ja, als zwei sich gegenseitig verstärkende Prozesse kann man das sehen, da stimme ich zu.

          Freilich drücken die schon jetzt sichtbaren Prozesse den Zins und also auch Zinseszins. Ein großes Problem ist dies beispielsweise auch für immer mehr Stiftungen, die aus ihrem Kaputalvermögen kaum noch etwas ausschütten können…

    • Sie schreiben: “Hier sogar eine ehrliche Seite einer Sparkasse (!) “ Frage: Sind sie da nicht auf einen üblen Werbetrick hereingefallen. Die Sparkasse schreibt über den Zinseszinseffekt scheinbar kritisch und zeigt wie die angelegten Beträge in den Himmel wachsen. Damit will die Sparkasse aber neue Kunden gewinnen (sie zum Beispiel). Kunden die genau folgenden in der Site aufgeführten Gedankengang plausibel finden:

      Anfangs wächst das verzinste Geld um sehr geringe Beträge, dann aber kontinuierlich schneller und schließlich verläuft die Wachstumskurve fast senkrecht. Geld verdoppelt sich in regelmäßigen Abständen durch Zins und Zinseszins.

  6. @Michael

    Wir schlittern da rein, wahrscheinlich mit positiven und negativen Auswirkungen

    Interessante Querverbindung und Verknüpfung von derzeit beobachtbaren wellenartigen finanziellen Krisenbewegungen mit der Demografie der Länder. (Stichwort: Asset-Meltdown!) Danke Michael.

    Japan läuft wohl anderen Ländern ca. 20-30 Jahre in der Entwicklung voraus (demografisch gesehen). Insofern lässt sich an Japan also (zuerst) “beobachten” was auch allen anderen Länder mit enstprechender Demografie “blüht”.

    Zu den “sowohl als auch” Folgen des “Endes der Kapitalverzinsung” gehört dann wohl z.B. auch eine “deflationäre Vollbeschäftigung”.

    Eine andere “positive Auswirkung” wird wohl sein, dass die mehrheitlich “ältere Bevölkerung” weniger Lust auf “kriegerische Auseinandersetzungen” zur Behebung von “Ungerechtigkeit” hat, wie in Ländern mit mehrheitlich “jüngeren Bevölkerungen”.

    Zur (religiösen) Bedeutung des Tauschmittels “Geld” sei angemerkt, dass im Wort “Kredit” eben auch das Wort “Vertrauen” drin steckt. Vertrauen (in jeder Hinsicht) aber kann weder wachsen noch weitergegeben (vererbt) werden, wenn dazu die Kinder fehlen. Und die Kinder werden nicht geboren, weil eben auch dazu “Vertrauen” fehlt. Wenn eigene Kinder fehlen, ist es jedoch auch möglich Kinder zu “adoptieren”, sich um Kinder von Flüchtlingen und Migranten zu kümmern, bzw. Patenschaften zu übernehmen um auf diese Weise den “Zuwachs”, Integration und den Mangel an Arbeitskräften zu kompensieren.

    Preisfrage:
    Religionen (als genetische und memetische Sinn- und Hoffnungsstiftungen), fördern Bildung und den Dialog von Menschen unterschiedlicher Traditionen und Herkünfte. Wenn es nun künftig offensichtlich weniger das Tauschmittel “Geld” ist, dem man wachsendes(!) “Vertrauen” schenkt, was wird es wohl stattdessen sein?

    • @Ingo

      Vielen Dank für die weiterführenden Gedanken, denen ich – auch was die Hoffnungen angeht – sehr weit folgen kann.

      Allerdings nehme ich noch kaum Problembewusstsein wahr. Das Wissen um Demografie und Wirtschaft verbreitet sich nur zählebig, zumal es langjährige Weltanschauungen in Frage stellt (vgl. @Webbär). Die obige Folie stammt aus 2008 – seitdem hat sich die Debatte kaum weiterentwickelt. Ich fürchte, es wird noch sehr viel heftiger werden müssen, bevor die Zusammenhänge anerkannt werden.

  7. Schade 🙁 Zitatfunktion, Text-Verlinkung und Fettdruck funktionierte bei mir bisher nicht…

    Doch, aber bitte mit den Krokodilmündern bei der Shift-Taste, nicht mit den eckigen Klammern bei 8 und 9. Danke für die hochwertigen Kommentare, habe ausnahmsweise entsprechend eingegriffen. M.B.

    • Hallo @Ingo D
      Ich schrieb:
      “anstelle der eckigen Klammer müssen sie im Folgenden dann original die spitze Klammer nehmen:”
      Hab’ s fast befürchtet, dass Sie diesen voran gesetzten, wichtigen Satz übersehen 😉 hätte ihn fett markieren sollen. Hätte ich die spitzen Klammern im Kommentar original verwendet, würde WordPress sie ja lesen/übersetzen und Sie könnten den “tag”, der dahinter steckt, der also die andere Optik bewirkt, ja nicht sehen.
      🙂

      • Danke für den Hinweis! @Eli S. Hab’s doch tatsächlich überlesen. Schlussendlich ist der “Groschen” doch noch gefallen. 😉

  8. @ Michael 11. Juni 2014 13:36

    ” Und solange es nicht einmal gelingt, eine internationale Finanztransaktionssteuer zu etablieren sehe ich auch keinerlei Anhaltspunkte für echte Reformbereitschaft. Eine Welt ohne Zins bleibt denkbar, aber utopisch.”

    …..deshalb mein Sturmschadenbericht weiter oben!

    Die Fähigkeit der Weltgemeinschaft in den konkreten Dingen zu einem tragenden Konsens zu kommen, ist das A und O. Es wird leider vergessen oder noch gar nicht zur Kenntnis genommen, dass das auch das Kernanliegen der Botschaft Jesu ist. Und nicht nur Anliegen, er ermöglicht es auch. Wer die Nase allzu hoch trägt, glaubt natürlich nicht, darauf angewiesen zu sein…. und verzögert solch globales Eines Sinnes.

    Der Augenschein kann diesbezüglich allerdings auch gewaltig täuschen, Michael, so wie meine Wildnis nach dem Sturm. Auch wenn es äußerlich gesehen keine “Anhaltspunkte für echte Reformbereitschaft” gibt, so kann sie im Geiste doch schon stark im Kommen sein. 🙂
    Man muss dann die Ereignisse vielleicht nur ein bisschen anders ‘lesen’.

  9. “Michael Blume 10. Juni 2014 22:11 | Permalink ”

    Wenn ich nicht wüßte, daß Mensch sich immernoch im geistigen Stillstand und Kreislauf des Faschismus befindet, dann würde mich solch abscheulich-verachtenswerte Aussage wundern! 🙁

  10. Ohne Kinder wird eine Alterversorgung schon aus zwei Gründen schwer:
    1. Um die Bedürfnisse alter Menschen zu stillen bedarf es zwangsläufig der Arbeitskraft junger Menschen. Geld kann nicht selbst arbeiten und etwas tätig schaffen. Auch Automatisierung hat ihre Grenzen und schafft wieder neue Arbeitsplätze für Personen.
    Wenn es mehr alte als junge Menschen gibt, dann müssen die jungen mit ihrer Arbeitskraft theoretisch immer mehr alte versorgen.
    2. Alte Personen konsumieren nicht mehr so viel völlig neues.
    Das bedeutet, dass es in einer “überalterten” Gesellschaft möglicherweise keine ausreichende Nachfrage nach einigen Gebrauchsgütern – wie beispielsweise Elektrogeräte, Bücher usw. – gibt. Dies führt dazu, dass sie wirtschaftlich gar nicht erst hergestellt werden.
    Zudem werden innovationen es deutlich schwerer haben.

    • Ja, ich fürchte, dass Sie da Recht haben, @Skeptiker. Kinder sind ja noch “reine Nachfrager”, die von Wohnung bis Schule und Nahrung Produkte und Dienstleistungen benötigen. Eine Gesellschaft mit zu wenig Kindern wird Vermögen anhäufen, aber zu wenig investive Nachfrage entfalten.

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