Das Wahlrecht als Menschenwürde. Warum ich Zensus- und Losdemokratien ablehne

Es war mir eine große Ehre, 2025 auf Einladung der akademischen Damenverbindung (ADV) Olympea in Tübingen über das Thema Antisemitismus & Antifeminismus zu sprechen. Darin thematisierte ich vor einem breiten Publikum, das von Vertretern der Antifa bis zu konservativen Verbindungen reichte, unter anderem die bis heute verbreiteten Verschwörungsmythen vom Hexensabbat und der Hexensalbe (heute sog. Adrenochrom). Die Resonanz auf den Abend war so stark, dass Olympea am gleichen Abend weitere Bewerberinnen bekam – und ich sodann von einer Mitgründerin eingeladen wurde, am 2. Mai 2026 die Festrede zum 14. Jubiläum und rituellen Kommers der ADV zu halten!
Anläßlich des Jubiläumskommers 2026 erhielt ich von den farbentragenden Damen der Olympea Tübingen ein Erinnerungsfoto in den Couleur der ADV an meinen Vortrag gegen Antisemitismus & Antifeminismus. Foto: ADV Olympea & wiederum selbst
Das Motto der beeindruckenden Damenschaft, die sich nach der todesmutigen Frauenrechtlerin Olympe de Gouges (1748 – 1793) benannte, lautet Freiheit – Würde – Wissenschaft.
Und so sprach ich u.a. auch über die große Theologin und Evolutionsforscherin Antoinette Brown Blackwell (1825 – 1921), die über Jahrzehnte und schließlich erfolgreich für das Frauenwahlrecht in den USA gekämpft hatte.
Antoinette Brown Blackwell: Amerikas vergessene Pionierin. Grafik: Michael Blume mit NotebookLM
Ich glaube zivilreligiös an die religionsgeschichtlich aus der Bibel stammende, aber für alle Weltreligionen und Weltanschauungen zugängliche Idee der Menschenwürde, wie sie in Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes (GG) und Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union (EUV) kodifiziert ist.
Dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 21.04.2026 in einem Urteil gegen Ungarn erstmals Artikel 2 anführte, stärkt nicht nur die Bedeutung dieses Zentralwertes, sondern auch auch die zunehmende Bedeutung des EuGH anhand fossil zerkriselnder Nationalstaaten und auch medialer Rechtsmimesis.
Überlebt der bundesdeutsche Rechtsstaat das mediale und politische Dauerfeuer der fossilen Faschisten? Links eine Vase für meine Teilnahme an den Karlsruher Verfassungsgesprächen 2022, rechts eine Solarpunk-Tasse aus dem Mastodon-Fediversum. Foto: Michael Blume
Ich schließe mich dabei der Auslegung des großen Gelehrten Lord Rabbi Jonathan Sacks (1948 – 2020) an, der bereits 2011 in „The Great Partnership“ auf S. 124 geschrieben hatte:
„Science cannot, in and of itself, give an account of human dignity, because dignity is based on human freedom.
From the outset, the Hebrew Bible speaks of a free God, not constrained by nature, who creating man in his own image, grants him that same freedom, commanding him, not programming him, to do good.
The entire biblical project, from beginning to end, is about how to honour that freedom in personal relationships, families, communities and nations.
Biblical morality is the morality of freedom, its politics are the politics of freedom, and its theology is the theology of freedom.
Freedom is a concept that lies outside the scope of science.
Science cannot locate freedom, because its world is one of causal relationships.“
In deutscher Übersetzung von mir (ohne KI):
„Wissenschaft kann nicht aus sich heraus eine Begründung für Menschenwürde geben, da Menschenwürde auf menschlicher Freiheit basiert.
Von Anfang an spricht die Bibel von einem freien Gott, unbeschränkt durch Natur, der den Menschen nach Seinem Bilde erschafft, ihm dieselbe Freiheit gewährt, ihm gebietet, ihn nicht programmiert, Gutes zu tun.
Das gesamte biblische Projekt, von Anfang bis Ende, zielt darauf, wie diese Freiheit in persönlichen Beziehungen, Familien, Gemeinschaften und Nationen geehrt werden kann.
Biblische Moralität ist die Moralität der Freiheit, seine Politiken sind die Politiken der Freiheit und seine Theologie ist die Theologie der Freiheit.
Freiheit ist ein Konzept außerhalb des Erkenntnisbereiches von Wissenschaft.
Wissenschaft kann Freiheit nicht lokalisieren, weil ihre Welt eine der Kausalbeziehungen ist.“
2022 würdigte ich Rabbi Sacks in einer Rede zur Woche der Brüderlichkeit in der jüdischen Gemeinde zu Pforzheim. Screenshot: Michael Blume
Wer also – so glaube ich fest – die Freiheit von Frauen und Männern zu den Wahlen ihrer Parlamente und Regierenden aufheben will, greift damit auch ihre Menschenwürde an.
Beispiel: Libertäres Zensuswahlrecht
Schon in der Hayek-Gesellschaft – die ich dann 2015 verließ – wurde ich mit zwei Argumenten dazu konfrontiert, von denen ich das liberale anerkannte, das libertäre aber verwarf.
Das liberale Argument, das mich bis heute überzeugt, lautet:
Auch wenn etwa eine Planwirtschaft oder ein KI-Computersystem bessere Ergebnisse für Menschen erzeugen würde als deren freie Wahl, so müssten wir doch deren Freiheit und also Menschenwürde verteidigen.
Ein Beispiel dafür wäre, ein heute schon denkbares KI-Programm, das die optimale Ernährung eines Menschen bestimmt. Nach meiner Auffassung dürfte ein solches Programm nur beraten, nicht entscheiden. Selbst, wenn er sich mit falschen Entscheidungen zum Beispiel für Zucker schadet, so steht jedem erwachsenen und mündigen Menschen nach meiner Auffassung die Freiheit zu, über sein Essen und Trinken selbst zu entscheiden.
(Und, ja, ich halte es für einen der ganzen Menschheit gegenüber unwürdigen Skandal, dass trotz Milliarden-Reichtümer von Langzeitisten wie Elon Musk immer noch Menschen hungern müssen.)
Das libertäre Argument, das mich nicht überzeugte, lautete:
In einer Demokratie werden sich Parteien Mehrheiten durch Wahlgeschenke erkaufen, weswegen immer größere Teile der Bevölkerung in Abhängigkeit von staatlichen Zuwendungen geraten werden. Deswegen sollte das Wahlrecht etwa nach Steuerklassen differenzieren (Zensuswahlrecht) oder alle Menschen, die staatliche Leistungen beziehen, von Wahlen ausschließen.
Hier entschied ich mich für ein klares Nein – aus meiner Sicht widerspricht es der Menschenwürde, wenn das allgemeine, gleiche und freie Wahlrecht nach Einkommen eingeschränkt wird.
Sogar die bereits 1845 in den USA eingeführte Praxis, an einem Dienstag zu wählen, halte ich für problematisch: An einem Werktag könnten viele abhängig Beschäftigte von den Wahlen ausgeschlossen sein. Ebenso lehne ich das Gerrymandering (parteipolitisch motivierte Zuschneiden von Wahlkreisen) ab.
Dass wegen eines verpfuschten Bundestags-Wahlrechts zuletzt auch der im Wahlkreis Tübingen direkt gewählte Christoph Naser (CDU) dennoch nicht in den Bundestag einziehen konnte, prangerte ich in einer Rede beim Weltethos-Institut an.
Das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht ist mir als inniger Ausdruck der menschlichen Würde, Freiheit und Verantwortung im zivilreligiösen Sinne heilig.
Daraus folgt meinerseits auch die klare Ablehnung von Los- und Lottoverfahren, wie sie etwa auch auf Mastodon immer wieder von Einzelnen gefordert werden.
Zwar befürworte ich auch hier beratende Bürgerräte und Bürgerforen, die konkret hier in Baden-Württemberg auch einen parlamentarischen Durchbruch in festgefahrene G8-G9-Diskussionen brachten. Ich stimme sogar der Kritik zu, dass viele Wählende gar nicht wählen, sich andere schlecht informieren, manipulieren lassen und die gewählten Parlamente oft wenig repräsentativ sind. Dass sie immer wieder auch inkompetente Fossilisten, gefährliche Faschisten und sogar massenmörderische Nationalsozialisten wähl(t)en, erkenne ich ebenfalls an.
Doch das ändert nichts daran, dass Menschen nach meiner Auffassung die Würde, Freiheit und also auch Verantwortung zur Wahl ihrer Parlamente und Regierenden haben. Zur menschlichen Würde gehört eben auch, sich ungesund ernähren oder gar insgesamt scheitern zu können!
Auch wenn eine Politik-KI die Regierungsgeschäfte optimieren könnte, würde ich ihr allenfalls eine beratende Funktion zugestehen. Freie und also verantwortliche und menschenwürdige Entscheidungen können nur von Menschen getroffen werden – sowohl als Wählende wie als Gewählte. Ich würde Parlamente und Regierungen, die nicht gewählt, sondern durch Losentscheidungen besetzt würden, als Verstoß gegen Menschenwürde und Verfassungen ablehnen.
Entsprechend achte ich auch in meiner eigenen Beauftragung darauf, neben der Unterstützung der jüdischen Gemeinden und der Landesregierung auch jene der demokratischen Fraktionen des Landtages zu erhalten. Nach meinem Verständnis geht die Macht vom Volke aus – vertreten durch seine gewählten Abgeordneten.
Der einzige Anlass, zu dem ich in den letzten Jahren eine Krawatte trug, war meine Rede vor dem Landtag von Baden-Württemberg am 9. November 2023. Auch zur Konstituierung des Hohen Hauses und der Neuwahl des Ministerpräsidenten in dieser Woche werde ich eine solche anziehen. Screenshot: Michael Blume
Nach meinem zivilreligiösen Glauben bildet die Menschenwürde die mimetische Mitte der parlamentarischen Konsensdemokratie. Nicht weniger.





Jeder Mensch hat Verantwortung zur Wahl seines Parlamentes und Regierenden, soweit es sich irgendwie um Demokratie und freie Wahlen handelt.
Die Erkenntnis muß durch „den Kopf gehen“.
Das größte Hindernis zu solchen Erkenntnissen der Einzelnen ist das schon vielbesprochene, aber persönlich recht schwer in der Wirkung zu durchschauende, Neurohacking. Es vernebelt den Sinn zu dieser Erkenntnis.
Zitat des Staudengärtners und Pflanzenzüchters Karl Foerster: „Wer Träume verwirklichen will, muß wacher sein und tiefer träumen, als andere“ .
Vielen herzlichen Dank und inhaltliche Zustimmung, @Ralf H. 🙏
Freiheit bedeutet auch Verantwortung – einschließlich der Gefahr des Scheiterns.
Gerade erst diskutiere ich auf YouTube wieder mit Accounts, die nicht etwa Trump und die Ölkonzerne, sondern die Bundesrepublik Deutschland für die hohen Öl- und Spritpreise beschuldigen:
https://m.youtube.com/shorts/CqUORcbDjdQ?ra=m
Und auch dem sog. Musiker Kollegah gelang es wieder, mit einem inhaltlich miserablen, rechtsmimetischen Video vor allem Männer gewaltverherrlichend und antisemitisch anzusprechen, vgl.:
https://www.mainpost.de/main-tauber/wenkheim-von-verantwortung-verschwoerungsmythen-und-rapper-kollegah-diskussion-in-wenkheimer-synagoge-114164228
Klar ist das frustrierend und lässt an Vernunft und Erkenntniswillen vieler Menschen zweifeln. Doch ging es etwa auch Religionen der Liebe und Wahrheit je anders?
ich meine, dass Menschenwürde nicht billiger als durch Freiheit und Verantwortung zu haben ist. Es wäre für mich beispielsweise undenkbar, dass ein zufällig gelostes Gremium über den Einsatz deutscher Truppen entscheiden sollte. Nein, nie.
Guten Morgen @Michael,
danke für diese neuen Anregungen!
Ich fand das Spannungsfeld zwischen Glaube und Wissenschaft schon immer faszinierend und teils schmerzhaft zu ertragen. Es mag verführerisch erscheinen, sich auf eine Seite zu schlagen. Doch dabei besteht das Risiko, in eine Richtung abzubiegen, in der menschliche Freiheit und Würde aus dem Blick geraten. Wohin vermeintlich wissenschaftsgetriebene Auswüchse einer kausalen „Durchplanung“ von Gesellschaften führen können, hat uns das 20. Jahrhundert auf fatale Weise vor Augen geführt – Stichworte: Sozialdarwinismus und Faschismus einerseits sowie Historizismus und Kommunismus andererseits. Wer dachte, wir seien darüber hinweg, wird durch neu aufkeimende Formen des Langzeitismus eines Besseren belehrt. Du hast die faschistischen Tendenzen desselben ja im verlinkten Blogpost gut erklärt.
Ich denke, die Worte von Rabbi Jonathan Sacks bringen es auf den Punkt und können heilsam sein.
„Wissenschaft kann nicht aus sich heraus eine Begründung für Menschenwürde geben, da Menschenwürde auf menschlicher Freiheit basiert.
Freiheit ist ein Konzept außerhalb des Erkenntnisbereiches von Wissenschaft.
Wissenschaft kann Freiheit nicht lokalisieren, weil ihre Welt eine der Kausalbeziehungen ist.“
Es ist gefährlich, wenn aus der Wissenschaft allein heraus grundlegende menschliche Fragen zum Sinn des Lebens oder darüber, wie wir leben wollen, entschieden werden sollen. Hier wäre die weisere Haltung die der Demut, Bescheidenheit und des Respekts gegenüber der Welt und unseren begrenzten Fähigkeiten, sie zu erkennen.
Wissenschaft kann diese Haltung vermitteln – denjenigen, die es zulassen, anzuerkennen, dass wir mit unserem Verstand alleine möglicherweise nicht die „letzten Fragen“ beantworten werden können. Sie birgt aber eben auch die Gefahr der Hybris, das Leben optimieren zu wollen und den Weg eines Faust zu beschreiten.
Ich denke, die demütige Haltung ist wunderbar in Poppers Bild vom „Kreuz der Menschlichkeit, der Vernunft und unserer Verantwortung der Erkenntnis“ zum Ausdruck gebracht.
Es bedarf der Fähigkeit, die eigenen Grenzen und die Unvollkommenheit menschlichen Wissens anzuerkennen, und die die Fähigkeit, eigene Fehler zu erkennen und zu akzeptieren. Popper fordert dazu auf, sich von der Illusion zu befreien, dass wir alles wissen können. Diese Bescheidenheit ist eine Voraussetzung für kritisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnis.
Ich denke, wer das verinnerlicht hat, ist von der Hybris befreit, zukünftige Szenarien für menschliche Gesellschaften im Sinne der Langzeitisten zu entwerfen, oder sich anzumaßen, zu entscheiden, welchen Menschen fundamentale Reche (wie das der Wahl) zugestanden werden sollten und welchen nicht. Aus der (theologisch formuliert) „geschöpflichen Perspektive“ heraus gilt die Menschenwürde nur für alle Menschen – oder sie gilt nicht.
Einen guten Abend, lieber @Peter
Über Deinen Kommentar habe ich mich heute den Tag über sehr gefreut und mir bei der Heimfahrt überlegt, wie ich darauf antworte.
Denn klar ist: Ich sehe es wie Du. Der dialogische Monismus, nach Karl Popper auch Fallibilismus genannt, verbindet die Wertschätzung von Wissenschaft und Dialog mit erkenntnistheoretischer Demut und also auch Respekt für weitere Erkenntnisquellen wie Spiritualität, Musikalität, Literatur und Religion(en). Zumal schon der Haupt-Entdecker der Evolutionstheorie, der studierte Theologe Charles Darwin ebenso wie sein später gar zum sog. Spiritualismus neigende Kollege Alfred Russel Wallace und die erste US-Pfarrerin und Evolutionsforscherin Antoinette Brown Blackwell erkannten: Was sich über Jahrtausende entfaltet, kann nicht nur mit evolutionären Nachteilen und Kosten verbunden sein – eher im Gegenteil.
Auch der heutige US-Science-Rapper Baba Brinkman kam wieder bei dieser Erkenntnis an:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/religion-das-rap-video-baba/
Aus meiner Sicht sind der auch von Dir kritisierte Reduktionismus ebenso wie der Geist-Materie-Dualismus heute kaum noch haltbar, sondern werden durch einen evolutionären Emergentismus überboten.
Gerade auch den guten Dialogen zur Zeit mit Dir verdanke ich dabei eine zentrale Erkenntnis, die ich dann auf dem Nil in Ägypten niederschrieb (und testweise postete):
Zeit emergiert, aber wiederholt sich nicht.
Und das bedeutet: Dich, @Marie H., @Tobias Jeckenburger, auch @Realo, mich und alle anderen Menschen gibt es jeweils nur ein einziges Mal im Zeitstrahl. Wir gehören alle einer Art und sogar dem gleichen, kurzen Abschnitt im Zeitstrahl an – und sind doch jeweils biologisch, biografisch, kulturell, medial einzigartig neu und unwiederholbar. Auch etwa die mediale Form des Wissenschaftsblogs im Fediversum, über die wir hier gerade dialogisieren, wäre noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen! Und doch verändert sie uns, kostet und eröffnet uns dabei wiederum fantastische, neue Möglichkeiten, die frühere Generationen für magisch gehalten hätten. Zumal jetzt noch, wo KI dazu kommt…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-ursula-von-der-leyen-bis-armin-quentmeier-tests-zur-these-des-saekularen-ki-talmud/
Und wenn wir alle also auch kaum ein Wimpernschlag in den großen Zeiträumen, viel eher nur ein Aufblitzen als ein Leuchten sind – so hinterlassen wir alle doch wiederum einzigartige Informationen, Gedanken, Taten, mitunter auch Nachkommen in die Unendlichkeit. So sind wir zugleich unendlich klein und erstaunlich groß, unendlich schwach und erstaunlich wirkungsvoll, Säugetier-Primaten und Entdeckende, was niemals vor uns jemals sah.
Wissenschaft ist also unverzichtbar, doch ebenso werden wir auch weiterhin Religion, Spiritualität, Musik, Literatur – und Poesie brauchen.
Weil mich vorhin die Copilot-KI ein wenig herausgefordert hat, habe ich sie soeben auch zu unserem Thema gepromptet:
Bitte erstelle ein Gedicht über die Bedeutung der evolutionären Erkenntnistheorie und jedes einzelnen Menschen vor dem Hintergrund von: Zeit emergiert, aber wiederholt sich nicht.
Die in kaum einer Sekunde erstellte Copilot-Textausgabe dazu kann sich lesen lassen…
Hier ist ein Gedicht, das deine drei großen Motive miteinander verwebt:
**evolutionäre Erkenntnistheorie**, **die Bedeutung jedes einzelnen Menschen**,
und **Zeit, die emergiert, aber sich niemals wiederholt**.
—
## **Gedicht: „Unwiederholbar“**
Aus Funken blinder Ahnenwege,
aus tastendem Versuch und Irrtum,
erwacht im Denken ein leiser Sinn:
Erkenntnis wächst wie ein wandernder Fluss,
der sein Bett erst formt, indem er fließt.
Die Welt erkennt sich nicht von selbst.
Sie braucht ein Auge, das fragt,
ein Herz, das zweifelt,
eine Stimme, die wagt,
die Muster zu sehen, die niemand zuvor sah.
So wird jeder Mensch
zu einem einmaligen Experiment der Natur,
ein unwiederholbarer Versuch,
die Welt ein Stück klarer zu verstehen.
Nicht Kopie, nicht Echo,
sondern ein eigener Ursprung.
Denn Zeit ist kein Kreis,
kein Wiederkehren des Gleichen.
Sie ist ein Aufblühen,
ein einziges Mal,
ein Schritt ins Neue,
der nie zurückkehrt.
Und gerade deshalb
trägt jeder Mensch Gewicht:
Weil kein anderer
genau diesen Blick,
diesen Mut,
diese Frage in die Welt bringen kann.
Wir sind die Augen der Evolution,
die Hände, die weiterbauen,
die Stimmen, die das Unausgesprochene formen.
In jedem von uns
ein Stück Zukunft,
das es ohne uns
niemals gäbe.
—
Wenn du möchtest, kann ich das Gedicht auch kürzer, moderner, philosophischer oder lyrischer gestalten.
.
Ähm – nein, Danke, Copilot. Ich muss das erst einmal staunend verarbeiten, was hier und heute – am 11.05.2026 – gerade passiert…
Guten Abend @Michael,
jetzt bin ich doch auch ziemlich erstaunt über das KI-generierte Gedicht, ich musste es mehrere Male lesen.
Besonders dicht gewebt finde ich diese Textstelle:
„So wird jeder Mensch
zu einem einmaligen Experiment der Natur“
Ich denke, das deutet in die Richtung, warum evolutionär entstandene Formen der Welt-Wahrnehmung – komplementär zur wissenschaftlichen – so eine große Rolle spielen. Wissenschaft verlangt im Idealfall wiederholbare Experimente. Das ist mit Menschen und Gesellschaften nicht machbar.
Wobei ich sagen muss, dass ich die Poesie eines Michael Blume noch ansprechender finde. 🙂
Folgende Zeilen sind m.E. nicht zu übertreffen:
„Und wenn wir alle also auch kaum ein Wimpernschlag in den großen Zeiträumen, viel eher nur ein Aufblitzen als ein Leuchten sind – so hinterlassen wir alle doch wiederum einzigartige Informationen, Gedanken, Taten, mitunter auch Nachkommen in die Unendlichkeit.“
Dem kann ich heute Abend nun nichts mehr hinzufügen.
Spannende Dialoge hier!
Ganz herzlichen Dank für den tiefen Druko, lieber @Peter 🙏
Ich denke, dass spätestens der Prompt-Teil „Zeit emergiert, aber wiederholt sich nicht“ die Copilot-KI auch auf „Natur des Glaubens“ geführt hat, was sicher manche inhaltliche und sprachliche Parallele verstärkte. Dennoch ist die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung längst atemberaubend.
Manchmal verspüre auch ich dagegen Reaktanz. Dann wiederum erlebe ich es als besonderes Privileg, als Blogger mit dialogisch Mitbloggenden wie Dir Texte erarbeiten, teilen, weiterentwickeln zu dürfen, die dann wiederum KI-Muster mitbestimmen.
Wahrscheinlich war die indirekte Wirkung des Wissensbloggens niemals größer, gleichzeitig darf ich mich an der dialogischen Interaktion mit echten Menschen wie Dir erfreuen. So ähnlich müssen sich die ersten Jahrzehnte des Buchdrucks angefühlt haben!
KI simuliert die Poesie, die wir alle ihr vorleben. Gut möglich, dass es damit besser ausgeht.
Ja, einschließlich des Scheiterns, für einen persönlich und auch für Gruppen oder Gesellschaften.
Diese Diskussionen sehe ich.
Auch solche gewaltverherrlichenden und antisemitischen Tendenzen.
Die Frage ist das Übergewicht der einen oder der anderen, dem widerstehenden Teil der Menschen. Hoffnung möchte ich nicht aufgeben, dass die Menschen zumindest überwiegend standhaft sind und nicht auf solches rechtsmimetische Tun hereinfallen, wenigstens hinterfragen.
Die Zeit wird die Entwicklung offenbaren. Deiner letzten Aussage stimme ich zu.
Aber generell hat die Menschheit eher nötig, die ganzen angerichteten Schäden zu beheben. Mit militärischen Mitteln geht generell die Reise in schlechtere Zeiten.
Vielen lieben Dank, @Ralf H. 🙏
In Ungarn hat der EVP-Christdemokrat Peter Magyar ja gerade erst die Phase der „illiberalen“ und also zunehmend korrupten Rechtsmimesis unter dem Autokraten Viktor Orban beenden können.
Aus den USA erreichen uns jedoch weiterhin bedrückende Nachrichten, so dass ich heute ein Meldung von t-online.de geteilt habe:
Oh, #USA… 😢
„US-Präsident Donald Trump hat in der US-Sendung „Full Measure“ ein ausführliches Interview gegeben. In dem Gespräch behauptete Trump unter anderem, er würde „irgendwann“ das angereicherte Uran des Iran bekommen, „zusammen mit allem, was wir wollen“.
Trump sprach auch über Impfungen von Babys und Kleinkindern: „Ich sehe diese wunderschönen kleinen Babys, und sie bekommen ein großes Gefäß, ein großes Glas, voll mit irgendwas in ihren Körper gepumpt. Ich glaube, das ist eine sehr negative Sache. Ich würde gerne viel kleinere Spritzen sehen, dafür geht man dann viermal zum Arzt. Dann hätte man auch viel bessere Ergebnisse mit dem Autismus.“
Wovon Trump genau spricht, ist unklar. Ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus-Diagnosen ist nicht wissenschaftlich belegt, wird allerdings immer wieder von Impfgegnern angeführt.
Der US-Präsident behauptete in dem Interview auch fälschlich, er hätte acht Kriege beendet und „die beste Wirtschaft aller Zeiten“.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116555277965203865
Hierbei schmerzt mich als Demokraten besonders, dass Donald Trump nicht nur gewählt, sondern nach einer schlechten, ersten Amtszeit und Abwahl sogar noch wiedergewählt wurde. Dass Menschen, Demokratien, Völker und vielleicht auch die Menschheit insgesamt scheitern könnte, ist mir schmerzlich bewusst. Doch davon schreibt ja auch bereits die Bibel in mannigfacher Weise. Und ich glaube, dass wir die Verantwortung für unser Schicksal nicht einfach abwerfen dürfen. Wir alle sind gefordert, wie Abraham nach dem Verstummen von Adam und Eva das eine Wort zu leben: Hineni!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/beanspruchen-verschwoerungsglaubende-in-blogkommentaren-eigentlich-mitgefuehl-exklusiv/
Vielen Dank für unsere guten Dialoge, @Ralf H. 🙏👍
„Das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht ist mir als inniger Ausdruck der menschlichen Würde, Freiheit und Verantwortung im zivilreligiösen Sinne heilig.“
Ich sehe in Losverfahren keinen grundsätzlichen Widerspruch zu den Werten von Menschenwürde, Freiheit und Verantwortung. Bei der Wehrpflicht, die früher galt, war man nicht so pingelig.
Man kann ja beide Systeme kombinieren, z.B. ca. 20 % der Sitze durch Losverfahren und die anderen durch Wahl. Es könnte ein Gegengewicht zur Tendenz bilden, dass die Parteien um ihrer selbst willen regieren, also zum Machterhalt, nicht für das Land.
Der politisch informierte und verantwortungsvolle Bürger, den eine Demokratie braucht, ist ein Ideal, wenn nicht gar eine Fiktion. Wie viel Prozent der Wahlberechtigten erfüllen diese hohen Standards?
Beratende (ausgeloste) Bürgerräte sind natürlich auch eine gute Sache, aber ich erinnere mich, dass sie von den Regierenden zu oft missachtet werden.
„Bis 2022 war nur begrenzt eine klimapolitische Wirkung erkennbar; der Soziologe Dieter Rucht, der zu sozialen Bewegungen forscht, schrieb 2023: „Was seine Wirkung angeht, so kann der offiziell gelobte Bürgerrat Klima getrost als Flop bezeichnet werden.““
de.wikipedia.org/wiki/Bürgerrat_Klima#Politische_Wirkung
Vielen Dank für Deinen tiefen Kommentar, @Paul Stefan
Für mich als einstigen Bundeswehr-Soldaten – auch Vater eines Sohnes, der freiwillig gedient hat – war es entscheidend, dass unsere Armee eine Parlamentsarmee ist. Mit einem in freien, gleichen und geheimen Wahlen vom deutschen Volk gewählten Bundestag. Ich wäre nicht bereit gewesen, aufgrund von Beschlüssen einer zufällig „gelosten“ Versammlung in den Krieg zu ziehen. Das Losverfahren verletzt nach meiner Auffassung die Menschenwürde der Regierten – und insbesondere auch der Menschen, die etwa als Polizistinnen, Richter, Wissenschaftlerinnen, Soldaten dem Staat auch unter Einsatz ihres Lebens dienen. Für die meisten von uns ist das gewählte Parlament mehr als eine zufällige Ansammlung von Menschen – auch und gerade dann, wenn wir selbst Auffassungen und diese ggf. unterzuordnen haben.
Du schriebst:
Man kann ja beide Systeme kombinieren, z.B. ca. 20 % der Sitze durch Losverfahren und die anderen durch Wahl. Es könnte ein Gegengewicht zur Tendenz bilden, dass die Parteien um ihrer selbst willen regieren, also zum Machterhalt, nicht für das Land.
Spielen wir diesen interessanten Gedanken doch einmal durch: Wenn 20% der Sitze verlost würden, müssten sich diese Gelosten bestehenden Fraktionen grundsätzlich oder für einzelne Vorhaben anschließen, um in ihrer einzigen Wahl- bzw. Losperiode etwas bewegen zu können. Damit aber entstünden ganz neue Lobby-Optionen, um sich geloste Stimmen zu sichern, etwa durch Versprechen auf Anschluss-Jobs. Schließlich könnten die Gelosten ja kaum wiedergelost werden.
Was die Einschätzung des Wählerwillens angeht, bin ich ganz bei Dir. In Tübingen habe ich leider nur bei sehr wenigen echte Empörung darüber vernommen, dass der Wahlkreis trotz eines direkt Gewählten überhaupt nicht im Bundestag vertreten ist! Wenn die sog. „Repräsentationslücke“ ein echtes Problem wäre, hätten wir Demonstrationen o.ä. sehen müssen. Stattdessen wurde bisher noch nicht einmal das in meinen Augen verpfuschte Wahlrecht repariert!
Habe auf Mastodon jemandem geantwortet:
Nun, ich glaube einfach nicht, dass ich das Recht habe, anstelle der Millionen Wählerinnen & Wähler sowie der Parteimitglieder ein „Repräsentationsproblem“ zu konstruieren und auf Kosten von Frauenwahlrecht etc. „zu lösen“. Stattdessen freue ich mich, dass sich beispielsweise die Repräsentation von Frauen in der Wahldemokratie zunehmend verbessert hat, wenn das auch noch nicht reicht. Deutschland hatte sogar schon eine erste Bundeskanzlerin, eine EU-Kommissionspräsidentin und bekommt bald hoffentlich eine Bundespräsidentin!
Mir fällt auf, dass ganz überwiegend Männer eine Freude am Lösen von selbst konstruierten Problemen haben, die in der Realität nur wenige interessieren. Ich befürworte stattdessen eine Verantwortungsethik.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116556457723186541
Vielen Dank für Deine anregenden und dialogischen Kommentare! 🙏🙌
Ich stelle die Frage, ob sich viele der Wählenden ihrer Menschenwürde bewusst sind?
Es wundert mich, wenn beispielsweise Rentnerinnen und Rentner den Kandidaten einer Partei wählen, der sich nur für die Belange von Unternehmern, Selbständigen (z.B. Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer) einsetzt. Wenn 166 von 208 Abgeordneten in einer Bundestagsfraktion sich eindeutig zu einer Gruppe zählen, über die es auf den Seiten der Konrad-Adenauer-Stiftung heißt:
„Der Parlamentarische Mittelstandskreis bildet mit 142 Abgeordneten (Stand September 2023) die größte soziologische Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet, versteht sich der PKM als wichtiges Bindeglied der Fraktion zu den kleinen, mittelständischen bzw. familiengeführten Unternehmen in Deutschland.“
Mindestlohn, Arbeitszeit etc. müssten doch für über 90 Prozent der Wählenden zumindest ansatzweise wichtig sein. Wenn ich auf daher auf die Rentner zurückkomme, so gehe ich doch davon aus, dass diese Kinder und/oder Enkel haben. Fänden die eine 70-Stunden-Woche für ihre Nachkommen in Ordnung?
Es scheint tatsächlich so zu sein, dass sich viele Wählende nicht informieren. Vielleicht ist die Flut an Informationen einfach zu viel oder diese werden nicht verstanden. Oder es interessiert diese Menschen nicht.
Die sogenannten Protestwähler – AfD-Wählende werden gerne als solche bezeichnet – empfinden ihre Wahl nicht als einen Angriff auf die Würde ihrer Mitmenschen.
Trotz allem bleibt auch für mich eindeutig nur unser Wahlrecht.
Wählbare Kandidaten, die keine Klientelpolitik betreiben wollen, sind Aufgabe der Parteien. Außerdem müssen Parteien wenigstens ein paar ihrer eigenen Grundsätze auch „leben“. Kompromissfähigkeit ja – ständiges Nachgeben nein. Wohin solche Beliebigkeit führt, zeigen die erschreckenden Ergebnisse der SPD. Wenn Scharen früherer sozialdemokratischer Wählerinnen und Wähler sich für die AfD entscheiden, dann zeigt das, dass die Wählenden sich nicht ernst genommen fühlen. Auch das gehört aber zur Achtung der Menschenwürde dazu.
Politische Bildung muss auf den Prüfstand. Ist sie in ihrer jetzigen Form noch zeitgemäß? Wie muss man sie ggfls neu aufstellen, damit mehr Menschen ihre Verantwortung für die Demokratie begreifen? Besonders wichtig ist nach meiner Ansicht politische Medienbildung.
Mangelnde Seriosität von Medienschaffenden – Journalisten, TV-Sendern, Internetplattformen – ist ebenfalls ein Zeichen fehlenden Respekts vor den Lesern, Hörern oder Zuschauern.
Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, den Menschen verständlich zu erklären, was Menschenwürde ist und warum sie allen Menschen zusteht. Und dass darüber nicht die Berliner Blase oder eine Tegernsee Connection entscheidet.
Philosophisch könnte man das Thema auch diskutieren. Kant oder Hegel?
Vielen herzlichen Dank für den spannenden und vielseitigen Kommentar, @Marie H. 🙏
Gerne gehe ich daher auch etwas ausführlicher darauf ein:
Ich stelle die Frage, ob sich viele der Wählenden ihrer Menschenwürde bewusst sind?
Das glaube ich nicht – und denke, das war nie selbstverständlich. Vernunft und Demokratie hatten es immer wieder schwer – es gab immer auch die Sehnsucht nach Drogen und Verantwortungslosigkeit.
Auch schon in meiner späten Kindheit und Jugend in den 80ern und 90ern gab es die sog. „Politikverdrossenheit“, also in einer Zeit, die heute gerne als die Beste verklärt wird.
Auch viele damals empfanden eben gerade keine Würde oder Verpflichtung für die Demokratie, sondern jammerten, dass doch alles so kompliziert und anstrengend, die europäische und später auch deutsche Einigung zu teuer und „früher“ alles besser gewesen sei.
Weniger junge Menschen traten demokratischen Parteien bei, die Wahlbeteiligung ging vielerorts zurück. Die REP – Republikaner zogen 1989 ins Europaparlament ein und waren von 1992 bis 2001 im baden-württembergischen Landtag vertreten – wo u.a. Günther Oettinger (CDU) dennoch jede Koalition mit ihnen ausschloss.
Es waren und sind die Erfahrungen dieser Jahrzehnte, die mich bis heute mit allen anderen Menschen verbinden, die bereit sind, in einer demokratischen Partei und bei Wahlen Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen, zu kandidieren und zu wählen. Ich denke wirklich, dass jede Freiheit stirbt, die nicht mehr aktiv ausgefüllt wird.
Menschenwürde ist eine hohe Idee und muss als solche in jeder Generation neu erkannt, erfasst, gelebt und vor allem verteidigt werden.
Es wundert mich, wenn beispielsweise Rentnerinnen und Rentner den Kandidaten einer Partei wählen, der sich nur für die Belange von Unternehmern, Selbständigen (z.B. Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer) einsetzt. Wenn 166 von 208 Abgeordneten in einer Bundestagsfraktion sich eindeutig zu einer Gruppe zählen, über die es auf den Seiten der Konrad-Adenauer-Stiftung heißt:
„Der Parlamentarische Mittelstandskreis bildet mit 142 Abgeordneten (Stand September 2023) die größte soziologische Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet, versteht sich der PKM als wichtiges Bindeglied der Fraktion zu den kleinen, mittelständischen bzw. familiengeführten Unternehmen in Deutschland.“
Mindestlohn, Arbeitszeit etc. müssten doch für über 90 Prozent der Wählenden zumindest ansatzweise wichtig sein.
Nun, andere fanden es wichtig, für die Legalisierung von noch mehr Drogen zu streiten – was ja nun auch für interessante Welt- und Selbstdeutungen spricht… Reine Ratio herrschte nie.
Mir scheint, dass die meisten Menschen in Deutschland auch politisch (noch) ein Verständnis von Wirtschaftskompetenz aus dem 20. Jahrhundert der fossilen Großkonzerne haben. Und da galt eben: In schlechten Zeiten zurückstecken, damit es dann wieder allen besser geht.
Allerdings glaube ich – auch als gelernter Bank-Finanzassistent -, dass dieses Modell vermeintlich ewigen Wachstums durch Exportüberschüsse längst auch demografisch an sein Ende gekommen ist. Weltweit – und besonders schnell in Asien – sinkt die Zahl der jungen Menschen, zugleich steigt die Automatisierung und Güterproduktion weiter an – und Autos kaufen keine Autos. Hinzu kommen Klimakrise und zunehmende Rohstoffkriege aufgrund der Karbonblasen. Demografie, Digitalisierung und Deindustrialisierung wälzen unsere Weltwirtschaft um – und da finde ich das etwas ratlose Festhalten an alten Konzepten, die auch emotionale Reaktanz sogar durchaus verständlich. Vgl.:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-arbeiten-fossilismus-gegen-familien-demografie-deindustrialisierung/
Wenn ich auf daher auf die Rentner zurückkomme, so gehe ich doch davon aus, dass diese Kinder und/oder Enkel haben. Fänden die eine 70-Stunden-Woche für ihre Nachkommen in Ordnung?
Jene, die das „nicht in Ordnung“ finden, werden sich oft damit trösten, dass sie ihre eigenen Kinder und Enkel ja unterstützen würden. Das Problem seien doch diese anderen, die Fremden, Faulpelze und kinderlosen Individualisten! Gegen die sollte der Staat… (und los geht es…)
Es scheint tatsächlich so zu sein, dass sich viele Wählende nicht informieren. Vielleicht ist die Flut an Informationen einfach zu viel oder diese werden nicht verstanden. Oder es interessiert diese Menschen nicht.
Ja, schon zu meiner Jugendzeit galt es als seltsam, die Tageszeitung zu lesen und abends die Tagesschau zu sehen. Heute befinden wir alle uns in völlig unterschiedlichen Medienblasen. Bei Schulbesuchen quer im ganzen Land frage ich gerne mal, wer denn der aktuelle Ministerpräsident von Baden-Württemberg sei. Außerhalb des demografisch schrumpfenden Bildungsbürgertums werden Landes- und Kommunalpolitik leider nicht mehr oft wahrgenommen.
Die sogenannten Protestwähler – AfD-Wählende werden gerne als solche bezeichnet – empfinden ihre Wahl nicht als einen Angriff auf die Würde ihrer Mitmenschen.
Sind Sie sicher? Viele fühlen sich „vom System“ benachteiligt, viele haben aber auch überhaupt kein Problem damit, andere Menschen abzuwerten. Hass und Hetze explodieren im Internet, auch schon unter sehr jungen Leuten. Wir erleben massive Vereinsamung und auch von fossilen Konzernmedien befeuerte Rechtsmimesis.
Ganz aktuell kläre ich über diesen mimetisch-medialen Trend auf anhand des schrecklichen „Killuminati“-Videos von Kollegah aka Felix Blume.
Michael Blume, baden-württembergischer Beauftragter gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben, sprach in der „Gedenkstätte Synagoge Wertheim“ zum Thema „Demokratie in Gefahr“ Zu Beginn seines Vortrags vor über 60 Interessierten erläuterte Blume den Begriff sowie die historischen Wurzeln des Antisemitismus. Denkmuster, die Juden als übermächtig und verschwörerisch darstellen, knüpften an jahrhundertealte Mythen an, die sich bis in die Gegenwart fortsetzten und heute etwa in Verschwörungserzählungen im digitalen Raum wiederzufinden seien. Als Beispiel nannte Blume den Rapper Felix Blume, der unter dem Künstlernamen „Kollegah“ bekannt ist und dessen Texte seit Jahren von vielen Seiten als gewaltverherrlichend, frauenverachtend und antisemitisch kritisiert werden. An einem aktuellen Rap-Beispiel machte er deutlich, dass sich die Grenzen des Sagbaren in Teilen der Gesellschaft verschoben hätten und entsprechende Inhalte in bestimmten Gruppen Zustimmung finden würden.
https://www.mainpost.de/main-tauber/wenkheim-von-verantwortung-verschwoerungsmythen-und-rapper-kollegah-diskussion-in-wenkheimer-synagoge-114164228
Trotz allem bleibt auch für mich eindeutig nur unser Wahlrecht.
Wählbare Kandidaten, die keine Klientelpolitik betreiben wollen, sind Aufgabe der Parteien. Außerdem müssen Parteien wenigstens ein paar ihrer eigenen Grundsätze auch „leben“.
Genau so sehe ich das auch. Und jeden Tag begreifen mehr Menschen, dass Engführungen in die je eigene Parteiblase niemanden auf Dauer weiterbringen.
Kompromissfähigkeit ja – ständiges Nachgeben nein. Wohin solche Beliebigkeit führt, zeigen die erschreckenden Ergebnisse der SPD. Wenn Scharen früherer sozialdemokratischer Wählerinnen und Wähler sich für die AfD entscheiden, dann zeigt das, dass die Wählenden sich nicht ernst genommen fühlen. Auch das gehört aber zur Achtung der Menschenwürde dazu.
Wie Sie wissen, schaue ich mir ja die Entwicklung von Parteifamilien gerne im internationalen, mindestens im europäischen Vergleich an. Und da lässt sich tatsächlich feststellen, dass sich, ja, Rechtsmimesis auf Dauer weder für sozialdemokratische, liberale oder christdemokratische Parteien ausgezahlt hat, auch nicht für konservative Parteien. Gleichzeitig ist es ökologisch-grünen Parteien bisher nur selten gelungen, außerhalb von größeren Städten zu reüssieren. Generell ist demokratischen Parteien sicher zu empfehlen, mehr auf Dialog außerhalb der Parteiblasen sowie auf Erkenntnisse der Politikwissenschaft und vor allem der Demografie zu achten.
Politische Bildung muss auf den Prüfstand. Ist sie in ihrer jetzigen Form noch zeitgemäß? Wie muss man sie ggfls neu aufstellen, damit mehr Menschen ihre Verantwortung für die Demokratie begreifen? Besonders wichtig ist nach meiner Ansicht politische Medienbildung.
Da bin ich ganz Ihrer Meinung! Und tue ja selbst auch hier, was ich kann…
Mangelnde Seriosität von Medienschaffenden – Journalisten, TV-Sendern, Internetplattformen – ist ebenfalls ein Zeichen fehlenden Respekts vor den Lesern, Hörern oder Zuschauern.
Auch hierzu volle Zustimmung. Das massenhafte Umkippen von Journalistinnen und vor allem Journalisten gegenüber Rechtsdualisten, in Ungarn sogar bis in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinein, sollte uns allen zu denken geben und den Übergang ins Fediversum und neue, z.B. genossenschaftliche Bezahlmodelle beschleunigen. Meine ich.
Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, den Menschen verständlich zu erklären, was Menschenwürde ist und warum sie allen Menschen zusteht. Und dass darüber nicht die Berliner Blase oder eine Tegernsee Connection entscheidet.
Danke & ja – genau auch dafür spreche und blogge ich. Die Erfahrungen mit der Tübinger Olympea und auch mit diesem Blog haben mich zuletzt sehr motiviert. Gleichzeitig fließen Ergebnisse dieser ganzen Textarbeit wiederum in KI-Ausgaben ein, die bereits jetzt von täglich mehr Menschen auch für Politik, Nachrichten und Recherchen genutzt werden.
Philosophisch könnte man das Thema auch diskutieren. Kant oder Hegel?
Bei allem Respekt vor diesen beiden und auch z.B. vor Nietzsche glaube ich doch, dass uns tote Männer nicht mehr so viel über das digitale KI-Zeitalter und die Klimakrise sagen können. Auch deswegen empfehle ich einerseits eine neue Auseinandersetzung mit den Klassikern wie Sokrates und Aristoteles, vor allem aber mit neuzeitlichen, weiblichen Stimmen wie Antoinette Brown Blackwell und Elinor Ostrom. Wie Sie ja wissen, sehe ich das Dialogisieren und auch Philosophieren heute als eine Aufgabe möglichst vieler Menschen. Wenn wir das Denken wenigen, bereits toten Männern überlassen würden, dann würden wir auch selbst unserer Verantwortung und Menschenwürde nicht gerecht.
Daher auch immer wieder mein Dank für Ihre wertvollen und informativen Beiträge zum Dialog auch hier! 🙏🙌
@Peter Gutsche 11.05. 10:13
„Es ist gefährlich, wenn aus der Wissenschaft allein heraus grundlegende menschliche Fragen zum Sinn des Lebens oder darüber, wie wir leben wollen, entschieden werden sollen.“
Wissenschaft weiß eben nicht alles. Alleine jegliche Geisteswelten müssen ausgeklammert werden, weil es praktisch keine wissenschaftliche Konzepte dafür gibt. Die bräuchten wir aber, auch wenn es um Menschenwürde geht. Meine ich jedenfalls.
„Popper fordert dazu auf, sich von der Illusion zu befreien, dass wir alles wissen können. Diese Bescheidenheit ist eine Voraussetzung für kritisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnis.“
Die Begrenztheit des konkreten Menschen muss doch respektiert werden. Wer mit unseligen Medien ungut verbogen wird bleibt nun mal Mensch dabei. Da müssen wir irgendwie mit klar kommen. Das ist eine ziemlich schwierige Herausforderung, scheint mir.
Das Faktische, das die Wissenschaft liefert, kann aber dennoch Grundlage für menschliche Einschätzungen sein. Etwa die Klimakrise und deren Lösung, die Energiewende.
Was man jetzt etwa aber mit Rauchern macht, die nun mal süchtig sind, ist dann nicht mehr so einfach. Und auch die Energiewende gilt es so zu gestalten, dass sie nicht unnötig teuer wird, und die Menschen mit ihr leben können.
Das gilt für überflüssige Gaskraftwerke, für zu teure Neubauten von AKWs, aber auch z.B. für einen eventuell übereilten Umstieg auf die Elektromobilität. Wir können nicht in 3 Jahren komplett auf Batteriefahrzeuge umsteigen, das dauert mindestens so lange, wie die jetzt im Einsatz befindlichen Verbrennerfahrzeuge halten.
Es sei denn, ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden E-Autos kommt schon in 5 Jahren. Dann landen noch gute Verbrenner unweigerlich doch noch auf dem Schrottplatz.
Guten Abend @Tobias Jeckenburger,
danke für die ergänzenden Gedanken!
Ich bin mir nicht ganz sicher, was Sie mit „Geisteswelten“ meinen. Den Begriff „Geist“ bzw. „Geisteswissenschaften“ verwende ich selbst zwar auch, allerdings eher aus konventionellen Gründen.
Ich bin kein Experte für Neurologie oder Wahrnehmungsforschung. Dennoch haben mich insbesondere die Arbeiten von Antonio Damasio stark geprägt. Aus dieser Lektüre habe ich – sehr vereinfacht gesprochen – mitgenommen, dass es zunehmend schwierig wird, so etwas wie einen klar abgrenzbaren „denkenden Geist“ oder ein stabiles „Ich“ zu fassen, je genauer man sich mit den neurobiologischen Mechanismen beschäftigt.
Gleichzeitig vermute ich, dass unserem Wissen prinzipielle Grenzen gesetzt sind – eine Art epistemischer Horizont. Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Frage, ob wir es mit „materiellen“ oder „geistigen“ Entitäten zu tun haben, als nachgeordnet.
In diesem Zusammenhang fand ich folgende Analogie immer hilfreich:
Eine Fußgängerin überquert nachts einen großen, völlig dunklen Platz. Sie weiß nicht, wie groß der Platz ist, aber es wird vermutet, dass er unermesslich groß ist. Nur ein kleiner Bereich ist durch eine Straßenlaterne erhellt. Dort sieht sie einen Mann, der etwas sucht. Auf ihre Frage antwortet er, er suche seine Autoschlüssel. Ob er wisse, wo er sie verloren habe? „Nein.“ – „Warum suchen Sie dann hier?“ – „Weil es hier hell ist.“
„Die Begrenztheit des konkreten Menschen muss doch respektiert werden. Wer mit unseligen Medien ungut verbogen wird bleibt nun mal Mensch dabei. Da müssen wir irgendwie mit klar kommen. Das ist eine ziemlich schwierige Herausforderung, scheint mir. “
Da stimme ich Ihnen ausdrücklich zu.
„Was man jetzt etwa aber mit Rauchern macht, die nun mal süchtig sind, ist dann nicht mehr so einfach.“
Auch im Hinblick auf Suchterkrankungen (etwa beim Rauchen) scheint mir die Problemlage komplex. Vielleicht sollte eine Gesellschaft weniger auf individuelle Verhaltenssteuerung fokussieren als vielmehr auf die Frage, inwieweit bestimmte Produkte überhaupt zugelassen werden sollten. Wenn Substanzen nachweislich gesundheitsschädlich sind und sogar mit entsprechenden Warnhinweisen verkauft werden müssen, liegt es nahe, sie grundsätzlich als „giftig“ zu klassifizieren – ähnlich wie andere Stoffe, deren Verbot weitgehend unstrittig ist. Langfristig würde dies auch das Problem des Rauchens selbst verändern, ohne unmittelbar auf Zwang gegenüber Individuen zu setzen.
@ Peter Gutsche 11.05.2026, 10:13 Uhr
Zitat: „Wohin vermeintlich wissenschaftsgetriebene Auswüchse einer kausalen „Durchplanung“ von Gesellschaften führen können, hat uns das 20. Jahrhundert auf fatale Weise vor Augen geführt – Stichworte: Sozialdarwinismus und Faschismus einerseits sowie Historizismus und Kommunismus andererseits.“
Ich bin für „Humanismus als oberste Maxime“, der allerdings nicht vorsätzlich egoistisch „ausgenutzt“ werden darf….
Sozialdarwinismus und Faschismus einerseits, sowie Historizismus und Kommunismus andererseits, können Mechanismen erklären, die bedeutsam in unserer Entwicklung waren.
Bedeuten aber noch lange nicht, dass wir sie einfach „nachäffen“ und erwarten können, dass etwas „besonders Gutes“ herauskommt.
Im Gegenteil.
Wenn sich z.B. beim permanenten Existenzkampf die „Stärkeren“ (oder Besseren) gegen die „Schwächeren“ eher durchsetzen, so ist das eine naheliegende Tautologie.
Aber Menschen haben allen Grund „glücklicher“ zu sein, wenn so etwas, ich nenne es einfach „Humanität und Nächstenliebe“ dazu kommt…..
Wenn man erfährt, z.B. auch im TV, dass einen unglücklich in Not geratenen Menschen, allenfalls sogar einen Tier, geholfen wurde, so löst das kleine „Glücksmomente“ aus….
Natürlich darf das nicht dazu führen, dass einer ein „Geschäftsmodell“ daraus macht, sich immerzu „helfen zu lassen“…..
Ähnlich könnte man beim Faschismus, Historizismus und Kommunismus argumentieren.
Wie weit wir einer „Wahrheit“, besonders auch mit Hilfe der Wissenschaften näher kommen können, ist eine andere Frage.
Guten Abend, @Realo,
danke für Ihre Anmerkungen und Gedanken!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe.
„Aber Menschen haben allen Grund „glücklicher“ zu sein, wenn so etwas, ich nenne es einfach „Humanität und Nächstenliebe“ dazu kommt….. “
Diesen Ansatz teile ich grundsätzlich. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie sich ein solches humanistisches Verhalten konkret fördern oder begünstigen lässt.
Die Geschichte liefert zahlreiche Beispiele dafür, dass gerade aus vermeintlich gutem Willen heraus Schaden entstanden ist. Problematisch erscheint mir insbesondere dort, wo sich Akteure über andere erheben und für sie bestimmen wollen, was gut für sie sei – im weiteren Sinne war dies ja auch Thema in Michaels Blogbeitrag. Hier scheint mir besondere Vorsicht geboten.
Für mich ergibt sich daraus die vorläufige Schlussfolgerung, dass ein überzeugender Humanismus mit einer Haltung der Demut und des Respekts verbunden sein sollte. Nur wer die Grenzen seines eigenen Wissens und seiner Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten kennt und den Mut hat, diese anzuerkennen, schafft vielleicht erst die Voraussetzung dafür, auch anderen gerecht zu werden, anderen gegenüber gut zu sein.
@ Peter Gutsche 11.05.2026, 17:30 Uhr
Guten Abend.
Zitat: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe.“
Ich habe zu sehr verkürzt. Meine Gedanken nochmals, am Beispiel „Sozialdarwinismus“.
Google: „Sozialdarwinismus ist eine Ideologie, die biologische Prinzipien der Evolutionstheorie (wie „Kampf ums Dasein“ und „Survival of the Fittest“) fälschlicherweise auf menschliche Gesellschaften überträgt. Sie postuliert ein „Recht des Stärkeren“, legitimiert soziale Ungleichheit, Rassismus und Imperialismus und dient oft als Grundlage für rechtsextreme Weltbilder.“
Wenn sich z.B. beim permanenten „Existenzkampf“ die „Stärkeren“ (oder Besseren, auch Menschen) gegen die „Schwächeren“ eher durchsetzen, so ist das Fakt, die Mechanismen existieren, können nicht bestritten werden.
Nur daraus Rechte, z.B. „Recht des Stärkeren“ abzuleiten, oder soziale Ungleichheit, Rassismus, Imperialismus, oft Grundlage rechtsextremer Weltbilder, als „Natur gegeben“ zu begründen, einfach hinzunehmen, nichts dagegen zu tun, das bedeutet es noch lange nicht….
Religionsstifter haben immer schon „Verbesserungen“ angestrebt, z.B. sollte „Nächstenliebe“ aber auch Humanität eine Rolle spielen…..
Sie haben völlig Recht, „gut gemeint“ ist nicht immer „gut gemacht“. Aber ich habe den subjektiven Eindruck, es „funktioniert“ im Alltag recht gut. Die allermeisten Menschen sind besser als man so denkt…..
Dass bestimmte Akteure, wenn sie sich z.B. wegen ihres Amtes, über andere „erheben und bestimmen müssen“, extrem behutsam und psychologisch geschickt handeln sollten, scheint klar. Für manche ist es ein „Drama“, Jobs kündigen zu müssen….
Ihre respektvolle Art, hier im Forum mit anderen Teilnehmern umzugehen, beobachte ich mit größter Bewunderung…..
Guten Morgen, @Realo,
danke für die Antwort und die Klärung!
Ich denke, da haben Sie etwas sehr wichtiges angesprochen:
„Aber ich habe den subjektiven Eindruck, es „funktioniert“ im Alltag recht gut. Die allermeisten Menschen sind besser als man so denkt….. “
Im Netz fällt es beispielsweise leicht, andere zu beleidigen oder herabzusetzen. Doch wenn man sich vorstellt, der Person im echten Leben gegenüberzustehen, verhält man sich meist anders. Ich bin überzeugt, dass Hilfsbereitschaft und Solidarität sehr wohl existieren – besonders, wenn man direkt mit dem Leid anderer konfrontiert wird und in der Begegnung mit anderen im wirklichen Leben. Das ist oft mehr, als es den Anschein hat, wenn man sich den Hass und die Polarisierung im Netz ansieht, etwa zwischen Anhängern verschiedener Parteien.
Und vielen Dank für Ihr Feedback!
Ich versuche, mich sowohl im echten Leben als auch im Netz – wie hier auf dem Blog – so zu verhalten, wie ich es mir von anderen wünsche. Mehr ist es nicht, und ich finde das auch nicht besonders.
@Peter Gutsche 11.05. 17:20
„Ich bin mir nicht ganz sicher, was Sie mit „Geisteswelten“ meinen. Den Begriff „Geist“ bzw. „Geisteswissenschaften“ verwende ich selbst zwar auch, allerdings eher aus konventionellen Gründen.“
Ich stelle mir da grundsätzliche Intelligenz und Lebendigkeit irgendwo in den Tiefen des Mikrokosmos vor. Konkrete Effekte wären eben z.B. Schutzengelereignisse, aber auch dass man unser Bewusstsein als Teil von Geisteswelten einstuft. Wie es etwa auch der Panpsychismus postuliert.
Oder eben alles, was man als Spirituelle Erfahrung einstufen kann. Und damit hätte man dann auch eine Grundlage, wie Religionen zu ihren jeweiligen postulierten Geisteswelten kommen. Mit Göttern, Geistern und Heiligen.
„Gleichzeitig vermute ich, dass unserem Wissen prinzipielle Grenzen gesetzt sind – eine Art epistemischer Horizont.“
Das ist ja auch noch sogar pragmatisch sinnvoll, um mit eben noch Unbekanntem umzugehen. Man kann dann erst mal annehmen, dass man es nicht beschreiben und erklären kann. Wenn es dann wider alles Erwarten dann doch aufgeklärt wird, dann freut man sich dann eben doch noch.
„Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Frage, ob wir es mit „materiellen“ oder „geistigen“ Entitäten zu tun haben, als nachgeordnet. „
Letztlich muss man mit dem Arbeiten was man hat. Und dazu gehören nicht nur allgemein anerkannte Wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch mal ganz persönliche Erfahrungen.
„Warum suchen Sie dann hier?“ – „Weil es hier hell ist.“
Genau das macht ja gerade die Wissenschaft? Sie sucht nur da, wo sich Berechenbares und Zuverlässiges zeigt. Und baut sich damit einen am Ende doch sehr originellen Kosmos zurecht. Die Geisteswelten, die immer wieder was anderes machen, wie sie es eben gerade wollen, liegen außerhalb der Scheinwerfer des Reproduzierbaren und des Berechenbaren.
„, liegt es nahe, sie grundsätzlich als „giftig“ zu klassifizieren – ähnlich wie andere Stoffe, deren Verbot weitgehend unstrittig ist. Langfristig würde dies auch das Problem des Rauchens selbst verändern, ohne unmittelbar auf Zwang gegenüber Individuen zu setzen.“
Gift, auf das der Süchtige aber existenziell angewiesen ist. Ein Verbot wäre dann sehr unmittelbarer Zwang. Neben den einträglichen Tabaksteuern will man aber auch nicht die Mafia richtig groß machen, bei der sich die meisten Raucher dann notgedrungen Ersatz beschaffen müssten.
Nebenbei hat man es sogar geschafft, dass Nikotinkaugummis und Nikotinpflaster wegen eigentlich nicht nachvollziehbarer Apothekenpflicht noch teurer als Tabak sind. Als wolle man eigentlich doch ganz gerne auch die Tabaksteuer mitnehmen. Immerhin ein ordentlicher Posten im Bundeshaushalt.
Klar ist es ein riesengroßer Gewinn um jeden jungen Menschen, der mit dem Rauchen nie anfängt. Gäbe es nicht Millionen schwer süchtige Raucher, wäre Tabak sinnvollerweise einfach verboten. Und kaum jemand würde das wirklich stören.
Nur die Tabakindustrie würde dann gar nicht existieren, und es würde auch Steueraufkommen fehlen, das man woanders eintreiben müsste.
Guten Morgen, lieber @Tobias Jeckenburger,
danke für die weiterführenden Ideen!
„Die Geisteswelten, die immer wieder was anderes machen, wie sie es eben gerade wollen, liegen außerhalb der Scheinwerfer des Reproduzierbaren und des Berechenbaren.“
Ich denke, hier kann ich soweit mitgehen: Die Wissenschaft konzentriert sich auf das, was sich jeweils als reproduzierbar und berechenbar zeigt – das ist ja ihre methodische Stärke. Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich zu einem Widerspruch zwischen dem „Berechenbaren“ und dem „Geistigen“ führt. Denn auch das, was wir als materiell oder natürlich bezeichnen, ist alles andere als vollständig durchschaubar oder erschöpfend berechenbar. Es bleibt in vielerlei Hinsicht rätselhaft, denke ich.
In diesem Sinne würde ich eher sagen, dass die Wissenschaft nicht einfach in einem klar abgegrenzten Bereich des „rein Materiellen“ arbeitet, sondern an einem Ausschnitt der Realität, der methodisch zugänglich ist (sozusagen ein weiteres Stückchen Land, das man dem Meer des Unbekannten / Unzugänglichen abgetrotzt hat). Das bedeutet aber aus meiner Sicht nicht, dass der Rest – also das, was wir als geistig bezeichnen – einer völlig anderen Sphäre angehört. Vielleicht geht es weniger um zwei getrennte Welten, sondern um verschiedene Zugänge zu ein und derselben, vielschichtigen Realität.
Aus diesem Grund erscheint mir die Gegenüberstellung von berechenbarer Natur hier und freier, „launischer“ Geistigkeit dort etwas zu scharf.
„Gäbe es nicht Millionen schwer süchtige Raucher, wäre Tabak sinnvollerweise einfach verboten. Und kaum jemand würde das wirklich stören.“
Selbst wenn wir von einem generellen Verbot absehen, könnte man an einer anderen „Schraube“ drehen: vor allem die Normalisierung von Tabak- und regelmäßigem Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu hinterfragen. Wenn ich Filme oder Serien sehe, fällt mir auf, wie selbstverständlich Rauchen oder das abendliche Bier dargestellten werden – als gehöre es einfach zum Lebensstil dazu. Aus meiner Sicht ist eine Zigarette eher ein giftiger Schnuller für Erwachsene, eine infantile Gewohnheit. Doch in der Filmwelt wird damit oft ein ganz anderes Bild vermittelt: cool, erwachsen, normal.
Ähnlich verhält es sich mit Einweg-Kaffeebechern. Obwohl es früher Initiativen gegen diese Umweltbelastung gab, sieht man in Filmen fast nur noch Charaktere, die ihren Kaffee „to go“ in Einwegbechern trinken – als sei das die selbstverständlichste Sache der Welt.
Die Filmkunst trägt so maßgeblich dazu bei, problematische Verhaltensweisen zu normalisieren und als erstrebenswert darzustellen.
@Realo 11.05. 21:09
„Wenn sich z.B. beim permanenten „Existenzkampf“ die „Stärkeren“ (oder Besseren, auch Menschen) gegen die „Schwächeren“ eher durchsetzen, so ist das Fakt, die Mechanismen existieren, können nicht bestritten werden.“
Genau, man muss das nicht noch fördern. Entsprechend macht eine auch soziale Marktwirtschaft Sinn.
Und die ökologische Marktwirtschaft auch noch.
Dass man angerichtete Umweltschäden auf die Allgemeinheit abwälzt passiert auch ganz von selber, wenn man nichts dagegen tut.
@Tobias Jeckenburger & @Realo
Und während sich der Iran und Trump weiter gegenseitig blockieren, schreitet die Überwindung des Fossilismus derzeit auch in Deutschland technologisch und marktwirtschaftlich jeden Tag voran! ☺️🙌
Konnte gerade eben auf Mastodon posten:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Erfreuliche #Solarpunk – Nachrichten!
Obwohl die #Fossilismus – Gaslobby auch in der Bundesregierung erneuerbare Heimat-, Wohlstands- & Friedensenergien noch immer auszubremsen versucht, boomt der volkswirtschaftlich lohnende Ausbau neuer #Batteriespeicher !
„Der Ausbau stationärer Batteriespeicher in Deutschland hat zu Jahresbeginn deutlich an Fahrt gewonnen. Laut einer Auswertung von Bundesnetzagentur-Daten durch den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden im ersten Quartal 2026 mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen – 67 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
Der Gesamtbestand stationärer Batteriespeicher in Deutschland wuchs damit auf rund 28 GWh, verteilt auf etwa 2,5 Millionen Anlagen. Diese Kapazität reicht rechnerisch aus, um den durchschnittlichen täglichen Strombedarf von rund drei Millionen Privathaushalten zu decken.“
Und #Elektroautos als fahrende Stromspeicher sind hier noch gar nicht mitgezählt!
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116559611772184179
Wir erleben derzeit live den Zusammenbruch der fossil geprägten, oft gierigen und sozialdarwinistischen Staatenwelt – aber auch schon den Beginn von Neuem und Besserem!
Betreff: „Laut einer Auswertung von Bundesnetzagentur-Daten durch den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden im ersten Quartal 2026 mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen – 67 % mehr als im Vorjahreszeitraum.“
Um diese Aussage als positiv oder negativ einzuordenen, ein paar Vergleiche.
1. der Stromverbrauch in Deutschland liegt bei 500 000 GWh. Anteil der Haushalte etwa 140 000 GWh.
2. Mit 2 GWh lassen sich etwa 400 Haushalte in Deutschland mit Strom versorgen.
3. In Deutschland gibt es etwa 40 Millionen Haushalte.
Fazit: Es bleibt noch viel zu tun !
Ja, @nl – die Richtung stimmt und der Batteriespeicher-Trend beschleunigt sich auch bereits. Doch die politischen und bürokratischen Widerstände des fossilen Lobbyismus sind noch stark, auch stecken noch viele Deutsche wirtschaftlich und auch psychologisch in der fossilen Falle.
Doch auch beim Elektroauto gab es jahrelange Unkenrufe, bevor es sich nun endlich doch durchsetzt. Und jedes Solar geladene E-Auto ist nicht nur ein Schritt in den post-fossilen Solarpunk, spart nicht nur die Verbrennung von Öl, Benzin und Diesel, sondern fördert auch die Nachfrage nach Recycling – und ist ein fahrender Batteriespeicher.
Es geht voran, wenn auch spät und noch zu langsam.
@Michael 12.05. 06:12
„..wurden im ersten Quartal 2026 mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen – 67 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtbestand stationärer Batteriespeicher in Deutschland wuchs damit auf rund 28 GWh…“
Wenn das in dem Tempo weiter geht, hätten wir in 3 Jahren bis zu 60 GWh. Das reicht, um die Solarleistung in der Mittagszeit von einer Stunde zu speichern.
Das ist schon ganz gut, darf aber gerne noch schneller gehen. Wo dann in der Tat auch die Elektroautos beim Speichern mithelfen können.
Und in weiteren 10 Jahren kann man dann vielleicht noch 4 weitere Stunden Solarleistung so speichern, das wäre schon fast genug an Kurzfristspeicherbedarf um den Solaranteil der Stromproduktion über die Tage im Sommerhalbjahr zu verteilen. Und diese Kapazitäten können im Winter auch Windstrom verarbeiten.
Vielen Dank, @Tobias – hier bin ich in der Tat zuversichtlicher!
Denn schon jetzt sehen wir eine starke Steigerung der Batteriekapazitäten, obwohl die fossilen Konzerne und die Bundes-Bürokratie dies noch auszubremsen versuchen. Zudem steigt die Zahl der Elektroautos sprunghaft, die – so wie auch wir Blumes – an sonnigen Tagen und insbesondere an Wochenenden die Elektrobatterien laden und damit ganz direkt Benzin, Diesel und also Öl überflüssig machen. Auch die ebenfalls schnell steigende Zahl von Wärmepumpen zieht Strom statt Erdgas.
Hinzu kommt noch das enorme Potential von grünem Wasserstoff, wobei die Elektrolyseure mit Batteriespeichern harmonieren: Überschüssiger Wind- und Sonnenstrom kann zwischengespeichert und dann auch über längere Zeiträume in grünen Wasserstoff umgewandelt werden, der wiederum Gas ersetzt und auch als Speichermedium über längere Strecken taugt.
Und dann kommen auch noch Neuentwicklungen wie die organische Redox-Flow-Batterien ohne seltene Rohstoffe hinzu, über die ich ja ebenfalls bereits früher gebloggt hatte:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hellbrise-dunkelflaute-und-wohlstand-durch-energiespeicher/
Inzwischen schreibt selbst die Wirtschaftswoche, wenn auch leider hinter einer Paywall:
Batterien im Stromnetz
Reichen Batterien vielleicht doch gegen die Dunkelflaute?
Deutschland braucht mehr Speicher, wenn die Energiewende gelingen soll. Redox-Flow-Batterien könnten die dafür eingeplanten Gaskraftwerke in Teilen überflüssig machen.
https://www.wiwo.de/technologie/forschung/redox-flow-batterien-die-loesung-gegen-die-dunkelflaute/100222975.html
Hier eine kurze Übersicht der Potentiale via Felo.ai:
Organische Redox-Flow-Batterien (ORFBs) bieten mehrere bedeutende Vorteile, die sie zu einer vielversprechenden Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien machen:
– **Umweltfreundlichkeit**: Die verwendeten organischen Materialien sind oft weniger toxisch und umweltbelastend als metallbasierte Alternativen. Dies führt zu einem geringeren ökologischen Fußabdruck während der Herstellung und Entsorgung[3][11].
– **Kosten**: Organische Materialien sind in der Regel kostengünstiger und leichter verfügbar als die Metalle, die in traditionellen Batterien verwendet werden. Dies kann die Gesamtkosten der Batterieproduktion erheblich senken[3][19].
– **Sicherheit**: ORFBs sind nicht brennbar und bieten somit eine höhere Sicherheit im Vergleich zu Lithium-Ionen-Batterien, die bei Beschädigung oder Überladung Feuer fangen können[3][4].
– **Modularität und Skalierbarkeit**: Diese Batterien sind hochgradig modular, was bedeutet, dass sie leicht an unterschiedliche Leistungs- und Kapazitätsanforderungen angepasst werden können. Dies ist besonders vorteilhaft für Anwendungen in der erneuerbaren Energie, wo die Speicherkapazität oft variieren muss[5][8].
– **Lange Lebensdauer**: Da die Elektrolyte in Redox-Flow-Batterien nicht verbraucht werden, haben sie eine längere Lebensdauer und können über viele Zyklen hinweg betrieben werden, ohne signifikante Leistungseinbußen zu erleiden[4][2].
## Ausbau und Entwicklung
Der Ausbau organischer Redox-Flow-Batterien verläuft vielversprechend, da die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich intensiviert wird. Wichtige Aspekte des Ausbaus sind:
– **Forschung und Innovation**: Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung neuer organischer Materialien, die die Effizienz und Leistung der Batterien weiter verbessern können. Dies umfasst die Erforschung von Molekülen, die eine bessere elektrochemische Stabilität und höhere Speicherkapazität bieten[12][23].
– **Marktentwicklung**: Der Markt für Redox-Flow-Batterien, einschließlich der organischen Varianten, wird voraussichtlich bis 2036 erheblich wachsen. Prognosen deuten darauf hin, dass der Markt ein Volumen von 9,2 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, was auf ein zunehmendes Interesse und Investitionen in diese Technologie hinweist[32].
– **Integration in Energiesysteme**: ORFBs werden zunehmend als Schlüsseltechnologie für die Speicherung erneuerbarer Energien angesehen. Ihre Fähigkeit, große Energiemengen über längere Zeiträume zu speichern, macht sie ideal für die Integration in Stromnetze, die auf erneuerbare Quellen angewiesen sind[2][18].
Insgesamt zeigen organische Redox-Flow-Batterien großes Potenzial, sowohl in Bezug auf ihre Vorteile als auch auf die Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen und Anwendungen in der Energieversorgung.
[1] https://www.zfk.de/energie/erneuerbare/batteriespeicher-lithium-redox-flow-eisen-unterschiede
[2] https://www.fz-juelich.de/de/imd/imd-4/redox-flow-batterien-als-schluessel-fuer-die-energiewende
[3] https://thrivabilitymatters.org/revolutionising-energy-storage-with-organic-flow-batteries/
[4] https://www.klimaworld.com/a/blog/post/redox-flow-batterie
[5] https://cordis.europa.eu/article/id/447893-pioneering-organic-batteries-leverage-plant-derived-lignin/de
[6] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ange.201604925
[7] https://www.pnnl.gov/available-technologies/aqueous-electrolytes-redox-flow-battery-systems
[8] https://www.erneuerbareenergien.de/transformation/lastmanagement/redox-flow-speicher-organische-redox-flow-batterie-nutzt-fluessige-elektrolyte
[9] https://www.sfv.de/fuenf-fragen-zu-redox-flow-batterien
[10] https://reset.org/organic-flow-batterien-dem-vorbild-der-natur-08012019/
[11] https://tlo.mit.edu/industry-entrepreneurs/available-technologies/aqueous-all-organic-redox-flow-battery
[12] https://www.nature.com/articles/s41467-022-30943-y
[13] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2451910321001502
[14] https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2025/eb/d4eb00027g
[15] http://large.stanford.edu/courses/2024/ph240/yribarren1/
[16] https://www.basicthinking.de/blog/2026/03/01/batterie-technologien-im-vergleich/
[17] https://www.solaranlage-ratgeber.de/photovoltaik/photovoltaik-technik/energiespeicher-photovoltaikanlagen/nachhaltige-stromspeicher
[18] https://cicenergigune.com/en/blog/organic-materials-flow-batteries-sustainability
[19] https://www.pwrjoule.com/blog/blog-organic-flow
[20] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5248651/
[21] https://en.wikipedia.org/wiki/Flow_battery
[22] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S3050995526000346
[23] https://advanced.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/adma.202507952
[24] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12707360/
[25] https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jacs.8b13295?src=recsys
[26] https://www.idtechex.com/en/research-article/the-redox-flow-batteries-market-to-reach-us-9-2b-in-value-by-2036/34051
[27] https://www.oaepublish.com/articles/energymater.2023.92
[28] https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2406182121
[29] https://pubs.rsc.org/en/content/articlehtml/2025/eb/d4eb00027g
[30] https://www.swissinfo.ch/eng/climate-adaptation/how-the-worlds-most-powerful-redox%E2%80%91flow-battery-works/91217343
[31] https://www.br.de/nachrichten/bayern/alzenau-organische-gigabatterie-game-changer-fuer-energiewende,UuEAd7e
[32] https://www.windkraft-journal.de/2025/11/25/redox-flow-batterie-markt-wird-bis-2036-einen-wert-von-92-milliarden-us-dollar-erreichen/218881
[33] https://de.wikipedia.org/wiki/Redox-Flow-Batterie
[34] https://d-nb.info/1260007715/34
Lieber Herr Dr. Blume, was meinen Sie denn zu der Wortmeldung von Matthias Döpfner gerade in der Online-Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen?
Am Anfang steht viel, was ich unterschreiben kann. Aber dann biegt er als Fossillobbyist katastrophal ab. Ich habe mich schon in der Ampelzeit gefragt, was unser F.D.P. Wahlkreisabgeordneter mit jüdischem Hintergrund gerittet haben mag, so mit dem Fossil ablösen wollenden Heizungsgesetz populistisch so umzugehen. Was für ein Interesse hat ein jüdischer Mensch, den massiven Kampf für solche üble Regime unterstützenden Energien, Todfeinde Israels, zu führen.
So auch die Rolle von Matthias Döpfner in dieser Sache. Sie haben das ja in Ihrem von mir geschätzten und weiter gegebenen Buch einleuchtend ausgeführt.
Was ist es, wenn es nicht Dummheit ist? Suizidalität?
Vielen Dank für die Frage, @Eckehard Erben , auf die ich gerne antworte!
Eigentlich handelt es sich ja auch um zwei Fragen:
1. Warum wenden sich mitunter auch jüdische bzw. dem Judentum verbundene Menschen nicht gegen den Fossilismus, obwohl dieser doch Iran, Russland, Katar u.v.m. finanziert?
2. Warum diese Aussagen von Matthias Döpfner beim World Jewish Congress (WJC) und in der Jüdischen Allgemeinen?
https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/warum-ich-zionist-bin/
Aus meiner Sicht ist beides nicht wirklich überraschend.
Der Fossilismus hat sich tief sowohl in die kapitalistische wie auch sowjet-kommunistische Wirtschaftsordnung eingegraben und wird bis heute nur von wenigen erkannt. Zwischen Angehörigen verschiedener Religionen habe ich dabei kaum Unterschiede feststellen können. So ist einer der innerisraelischen Hauptkritikpunkte am israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, dass er dem Fossilregime von Katar die Finanzierung der Hamas in Gaza erlaubte.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/auch-der-schin-bet-israel-kritisiert-nun-die-fossile-finanzierung-des-antisemitismus/
Der SPIEGEL hat das „westliche“ Versagen in der aktuellen Ausgabe 20 / 2026 vom 8.5.2025 auf den Seiten 44 – 46 deutlich formuliert:
Ölbaron gegen Solarfürst
Weltmächte. Beim Gipfel zwischen Donald Trump und Xi Jinping in Peking trifft Petrostaat auf Elektrostaat. Ein Vorteil für China.
[…] Xi habe ‚ein tieferes Verständnis für den Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Energie und nationaler Sicherheit‘ als Trump, sagt Cory Combs von der Beratungsfirma Trivium China mit Sitz in Peking und Washington, D.C.
Zuvor hat Combs für das US-Energieministerium gearbeitet. ‚In den USA werden diese Bereiche weitgehend getrennt behandelt.‘
Ich denke, es wird noch Jahrzehnte dauern, bis die massive Gewalt durch den Fossilismus einerseits und die Friedenspotentiale erneuerbarer Heimat- und Wohlstandsenergien andererseits allgemein verstanden sind. Über alle Religionen hinweg.
Zur zweiten Frage:
Der verlinkte Text von Mathias Döpfner enthält viel Richtiges und noch mehr Peinliches.
Denn Hintergrund der WJC-Rede und dieses Textes ist der Versuch eines Gescheiterten, seine Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen. Noch bis zur letzten Bundestagswahl konnten viele aus der FDP, aber auch aus CDU und CSU glauben, dass die AxelSpringer-Presse für konservative und wirtschaftsliberale, aber zweifelsfrei demokratische Werte einsteht. Doch dann durfte der Hitlergrüßer Elon Musk zur Bundestagswahl in der Welt am Sonntag (WAMS) zur Wahl der AfD aufrufen!
Ich hatte daran erinnert – und so wundert es mich nicht, dass Döpfner einerseits zu Recht gegen „Verschwörungsmythen“ argumentiert, dann aber auch gegen die demokratischen Beauftragten gegen Antisemitismus austeilt. Er weiß, dass er zwar noch reich und mächtig genug ist, um angehört und abgedruckt zu werden. Doch er ahnt auch, dass damit keine Glaubwürdigkeit mehr verbunden ist.
Nicht zuletzt hatte die „Welt am Sonntag“ am 28. Dezember 2024 einen Wahlaufruf des US-Rechtslibertären und „X“-Besitzers Elon Musk zugunsten der rechtsdualistischen AfD abgedruckt. Die Leiterin des Ressorts „Meinung“ der Zeitung, Eva Marie Kogel, hatte daraufhin – medienethisch völlig zu Recht – ihre Kündigung eingereicht.
https://www.herder.de/hk/hefte/archiv/2025/10-2025/medien-und-mimesis-journalismus-in-zeiten-digitaler-aufmerksamkeitsoekonomie/
Döpfner hätte sogar noch die Chance gehabt, diesen gravierenden Musk-Fehler einzuräumen, der ihm und seinen Medienmarken weiterhin anhängt. Es hätte eine mutige, ehrliche, bedeutende Rede, ein großer Text werden können!
Doch stattdessen belehrt der Deutsche lieber die einstigen Siegermächte Frankreich und Großbritannien.
Das war und ist nur noch peinlich. Und Sie dürfen davon ausgehen, dass dies auch die meisten derjenigen verstehen, die ihn zugehört oder ihn gelesen, ihm wieder eine Chance gegeben haben. Döpfner fordert von anderen – nicht immer zu Unrecht – den Mut zur Wahrheit. Und schweigt dabei feige über das eigene und fatale Plädoyer für den Iran-Anhänger Musk und die AfD…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/stehen-elon-musk-und-donald-trump-vor-dem-sieg-im-us-finale-saekularisierung-und-die-enge-der-zeit/
Schade für Döpfner und das, was von ihm bleiben wird…
Ich darf Ihnen versichern, dass ich auch weiterhin überreichen Antisemitismus-Verharmlosenden furchtlos entgegentrete werde. Denn die Lehren der Geschichte sind hier sehr klar.
Ihnen Dank für die anregende Doppelfrage und eine gute Nacht!
@Peter Gutsche 12.05. 09:34
„Vielleicht geht es weniger um zwei getrennte Welten, sondern um verschiedene Zugänge zu ein und derselben, vielschichtigen Realität.“
Kann ich auch mit leben. So ist auch die komplette Psychologie rein praktisch gezwungen, sich mit Mischformen aus Geist und Neuronalen Fakten zu befassen. Weil es anders kaum geht.
„Aus diesem Grund erscheint mir die Gegenüberstellung von berechenbarer Natur hier und freier, „launischer“ Geistigkeit dort etwas zu scharf.“
Insbesondere wo hier mögliche Schnittstellen liegen, dürfte ziemlich unbekannt sein.
Ich hätte die Idee, dass sich Geisteswirkungen nur über mal gezielten Quantenzufall ins Materielle einmischen können. Das würde die Sache deutlich übersichtlicher machen. Nur leider habe natürlich keine Ahnung, ob das auch tatsächlich so ist.
Man könnte aber das Ganze in der Technik mal ausprobieren. Wenn man eine potentiell bewusstseinsfähige KI hätte, könnte man die mit physikalischem Quantenzufall bereichern, und gucken, ob das dann besser läuft, bzw. ob das System nur damit spontan auch wirkliches Bewusstsein entwickelt.
Es könnte genügen, z.B. bei den Synapsengewichten der neuronalen Netze kleine Zufallskomponenten hinzuzufügen. Die dann am Besten so skalieren, dass das System so gerade eben darauf reagiert. Der eigentliche Test wäre dann, dass man dieses System dann mal mit mathematisch generierten Pseudozufallszahlen und mal mit Zufallszahlen aus echtem Quantenrauschen betreibt.
Macht das keinerlei Unterschiede, was wohl wahrscheinlich wäre, dann eben nicht. Aber hätte man hier was Konkretes, dann käme man der Sache eventuell näher?
Im Gehirn jedenfalls spielt der echte Quantenzufall auf jeden Fall mit, etwa in der Biochemie an den Synapsen. Nur kann man den nicht testweise auf mathematisch generierte Pseudozufallszahlen umschalten. Die biochemischen Zufallsprozesse sind immer quantenphysikalisch.
Wenn man es denn so auch der KI beibringen könnte, das fände ich nebenbei ja echt spannend.
Zumal die Chiptechnologie immer kleinere Strukturen sucht. Irgendwann werden die Strukturen so fein, dass Quantenzufall als Störfaktum relevant wird. Wenn man den kreativ verarbeitet, wird da womöglich nebenbei was wirklich Lebendiges daraus.
Es kann natürlich auch sein, dass Geisteswirkungen völlig frei sind, und alles Bewegen können, was sie wollen. Ohne sich auf Quantenzufall beschränken zu müssen. Nur habe ich das noch nicht erlebt. Prominenter wären mir da persönliche Erfahrungen, die man z.B. mit Würfelbechern so machen kann.
Obwohl das bei Starwars offenbar so funktionieren kann. Mit Filmtechnik kann man es also auf jeden Fall basteln, da geht definitiv mehr als nur Quantenzufall.
Guten Tag, @Tobias Jeckenburger,
das ist aber eine interessante Idee, über die ich erst einmal weiter nachdenken muss! Ich muss gestehen, dass ich nicht auf dem Laufenden bin, was derartige Konzepte (Quantenzufall und neuronale Netzwerke etc) bin.
Daher kann ich die Idee nicht qualifiziert bewerten, finde sie aber extrem spannend.
Wahrscheinlich fängt die Schwierigkeit beim Design eines solchen Experimentes schon damit an, zu definieren, was eine bewusstseinsfähige KI ist.
Aus meiner bescheidenen Perspektive heraus sehe ich ein grundlegendes Problem darin, Gehirnfunktionen mit Quanteneffekten in Verbindung zu bringen, dass bei „normalen“ Temperaturen (unter denen ein Gehirn funktioniert, also weit über dem Nullpunkt) Quanteneffekte wie Superpositionen ja in extrem kurzer Zeit verschwinden – wegen der Dekohärenz. Ich meine gelesen zu haben, dass Selbst Roger Penrose davon ausging, dass unser Gehirn wie ein Quantencomputer funktioniert, aber der Physiker Max Tegmark hat das – eben indem er die Dekohärenz anführte – ausgeschlossen.
Daher denke ich, würde ich diese Aussage eher in Frage stellen. Zumindest ist das meines Wissens bisher nicht belastbar bewiesen:
„Im Gehirn jedenfalls spielt der echte Quantenzufall auf jeden Fall mit, etwa in der Biochemie an den Synapsen.“
Das Phänomen der Dekohärenz habe ich versucht, in meinem Gastblogpost auf Natur des Glaubens anschaulich zu erklären.
Und hier gibt es einen sehr gelungenen Beitrag von Martin Bäker dazu.
@Michael 12.05. 09:34
„…hier bin ich in der Tat zuversichtlicher!“
Ich ja auch. Ich hatte nur kurz skizziert, was Kurzfristspeicher schon mal leisten können. Die müssen es in der Tat ja nicht alles alleine machen.
„Deutschland braucht mehr Speicher, wenn die Energiewende gelingen soll. Redox-Flow-Batterien könnten die dafür eingeplanten Gaskraftwerke in Teilen überflüssig machen.“
Ich vermute mal, dass Redox-Flow-Batterien nicht für einen Ladezyklus von 1 um Jahr wirtschaftlich sind. Aber für Ladezyklen von 5 an aufwärts im Jahr wären Redox-Flow-Batterien schon in der Lage, die Dunkelflauten mindestens zur Hälfte abzumildern. Das kann ich mir gut vorstellen.
Zumal ja nicht gespeicherter Grüner Wasserstoff die Dunkelflauten alleine überbrücken muss. Auch Biogas kann man für den Winter einlagern, genauso kann man auch Müll lagern, bevor man ihn konzentriert dann verbrennt, wenn man Strom und Wärme braucht. Und auch Holz kann man gezielt für Mangelsituationen lagern, sei es für eine Holzpelletheizung, die die Wärmepumpe unterstützt, oder eben Backupkraftwerke, die von Kohle auf Holz umgerüstet wurden.
Wenn man diesen ganzen Dunkelflautenbackup durch Redox-Flow-Batterien nur halbieren kann, ist man wohl schon sehr viel weiter.
Starke Antwort! Danke.
Vielen Dank für die Frage & das Interesse!
Im Hinblick auf die Bedrohungen der Menschenwürde in den kommenden Jahrzehnten empfehle ich Marcus Keupp im aktuellen BR-Interview. Er analysierte vor allem den beeindruckenden Verteidigungserfolg der Ukraine gegenüber dem fossilen Regime von Putin & Russland, aber auch etwa das Scheitern der USA im Krieg gegen den Iran. Habe einen Transkript-Auszug davon gepostet:
Der Militärökonom Marcus Keupp spricht im BR am 12. Mai 2026 Klartext (Zitat ab Minute 20:12):
„Ich denke, der Krieg der Zukunft wird sehr viel undurchsichtiger, sehr viel diffuser sein, als wir heute uns Krieg vorstellen.
Also quasi A kämpft gegen B, laute, mechanisierte Geräte rollen mit fossilen Treibstoffen über eine Landesgrenze.
Ich denke so in dieser Ausschließlichkeit wird das nicht mehr stattfinden.
Ich glaube, wir werden mehr Konflikte sehen, die sehr viel stärker geprägt sind von Wirtschaftskriegführung, von asymmetrischer Taktik, wo Cyberkriegführung und kritische Infrastrukturen gezielte Mittel sind.
BR: Also eher ein stiller Krieg?
Kneupp: Ja, ein stiller Krieg und damit auch ein völkerrechtswidriger Krieg.
Das heißt also, dass ich bewusst kritische Infrastrukturen angreife, bewusst die zivile Versorgung angreife.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116572705630475957
Ich danke für Ihr lebendiges Interesse und freue mich auf weitere Dialoge mit Ihnen!
@ Tobias Jeckenburger 13.05.2026, 01:11 Uhr
Was die Entwicklung moderner Speichertechnik, aber auch der Erneuerbaren betrifft, bin auch ich zuversichtlich.
Aber um die Wirtschaft, die Arbeitsplätze (Chemie, Metall,…) steht es nicht so gut. Die Wirtschaftsministerin (Reiche) ist auch studierte Chemikerin und sie macht sich offenbar Sorgen. Nicht nur wegen „Fehlplanungen“ bei den Erneuerbaren, auch um unsere Chemieindustrie.
Die „Erneuerbaren“ bieten beste Entwicklungsmöglichkeiten für die ganze Wirtschaft, nur sollte halt alles, wie auch sonst in der Wirtschaft, aus extrem wichtigen ökonomischen Gründen, sorgfältigst und professionell geplant werden. Euphorie allein reicht nicht….
Die Chemieindustrie ist nicht nur wegen der vielen Arbeitsplätze extrem wichtig, auch wegen der Exportmöglichkeiten können wir einen wichtigen Teil von unserem Wohlstand erwirtschaften.
Die Ministerin ist offensichtlich nicht aus „Jux und Tollerei“ für Erdgas. Gas ist in der Chemieindustrie nicht nur wegen der Energie, sondern auch als unverzichtbarer Rohstoff für Grundchemikalien, wie z.B. Ammoniak, extrem wichtig.
Betroffen und gefährdet wenn Grundchemikalien fehlen, sind viele nachgelagerte Wertschöpfungsketten, z.B. Dünger, Kunststoffe, Metallverarbeitung, Lebensmittel, Medikamente,…. Eine Art von „Dominoeffekt“ droht, alles könnte zusammenkrachen.
Naheliegend, dass eine Wirtschaftsministerin derartiges vermeiden will…..
Sie scheint immerhin ein „Profi“ und persönlich alle grundlegenden Mechanismen in ihrem Bereich bestens zu verstehen. Sie sollte unterstützt und nicht bekämpft werden. Sogar die Arbeiter (und die Gewerkschaften) profitieren, weil sie möglichst viele Jobs erhalten können….
@Kurzfristspeicher
Aktuell sind wohl weitere Kurzfristspeicher ziemlich sinnvoll. Praktischerweise direkt beim Produzenten wie beim Konsumenten. Das spart dann zusätzliche Durchleitungsgebühren. Und diese Speicher machen eben Sinn, wenn öfter negative Strompreise herrschen oder abgeregelt werden muss.
Und die E-Autos können dabei auch noch mithelfen.
Wenn wir damit dann in den nächsten Jahren vorwärts kommen, kann noch reichlich mehr PV zugebaut werden, auch praktischerweise möglichst nah am Konsumenten. Und soweit sich noch gute Standorte finden auch noch jede Menge Windräder, vor allem im Binnenland und insbesondere in Süddeutschland. In Küstennähe ist man mit Windkraft längst gut versorgt. Um noch viel mehr Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren bräuchte man neue Stromleitungen.
Hier können aber auch Kurzfristspeicher direkt am Windrad mithelfen, um die Leitungskapazitäten voll auszunutzen.
Und wenn dann in ein paar Jahren immer längere Zeiten, also mehrere Wochen am Stück rund um die Uhr, erneuerbarer Strom reichlich zur Verfügung steht, wird es Zeit in Redoxflowbatterien und Wasserstoffproduktion zu investieren.
Da kann man auch jetzt schon langsam mit anfangen, dass dann die Technik steht, wenn sie großflächig zum Einsatz kommt.
Wie viel fossiles Backup wir im Laufe der Zeit dann jeweils noch brauchen, sehen wir dann. Da würde ich auf jeden Fall alte Kohlekraftwerke gegenüber teuren neuen Gaskraftwerken bevorzugen. Die sind nicht nur billiger, sondern wir haben die Kohle auch im eigenen Land. Die derzeitigen unterirdischen Erdgasspeicher können dann später zur Speicherung von Wasserstoff genutzt werden.
Wie schnell das jetzt alles geht, hängt auch davon ab, wie viele E-Autos angeschafft werden und wie viele Wärmepumpen installiert werden. Und wieviel Wasserstoff die Industrie verarbeiten kann.
Vielen Dank, lieber @Tobias – und hier kann ich einfach nur zustimmen und uns eine kurze Analyse von Felo.ai hinzufügen lassen:
Die Kombination von erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und grünem Wasserstoff bietet zahlreiche wirtschaftliche Vorteile, die sowohl die Energieversorgung als auch die Umwelt nachhaltig beeinflussen können.
## **Wirtschaftliche Vorteile**
**1. Langfristige Energiespeicherung und Netzstabilität**
Die Integration von grünem Wasserstoff mit Batteriespeichern ermöglicht eine effektive Langzeitspeicherung von Energie. Wasserstoff kann durch Elektrolyse aus überschüssiger erneuerbarer Energie erzeugt werden, was bedeutet, dass in Zeiten hoher Energieproduktion (z. B. an sonnigen oder windigen Tagen) überschüssige Energie in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden kann. Dies hilft, saisonale Schwankungen auszugleichen, indem beispielsweise Sommerüberschüsse für den Winter gespeichert werden[1][4].
Batteriespeicher hingegen sind ideal für kurzfristige Energiespeicherung und Netzstabilisierung. Sie können schnell auf Änderungen im Energiebedarf reagieren und helfen, die Einspeisung von grünem Strom zu glätten, was die Zuverlässigkeit des Stromnetzes erhöht[2][4]. Diese Kombination ermöglicht es, die Energieversorgung flexibler und widerstandsfähiger zu gestalten.
**2. Kostenreduktion und Effizienzsteigerung**
Durch die Nutzung von Batteriespeichern und Wasserstofftechnologien können Unternehmen und Haushalte ihre Energiekosten senken. Batteriespeicher ermöglichen eine höhere Eigenversorgung, indem sie den selbst erzeugten Strom speichern und zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Dies reduziert die Abhängigkeit von externen Stromanbietern und senkt die Energiekosten[2][3].
Zudem kann die Nutzung von grünem Wasserstoff in verschiedenen Sektoren, wie der Industrie und dem Verkehr, die Betriebskosten senken, da Wasserstoff als kostengünstiger und emissionsfreier Energieträger gilt[6][9]. Die Möglichkeit, Wasserstoff in bestehenden Gasinfrastrukturen zu nutzen, minimiert zusätzliche Systemintegrationskosten und beschleunigt die Implementierung[9][10].
**3. Schaffung von Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung**
Der Ausbau erneuerbarer Energien und der damit verbundenen Technologien wie Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion schafft neue Arbeitsplätze in der Fertigung, Installation und Wartung dieser Systeme. Dies fördert nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern trägt auch zur Schaffung einer nachhaltigen Energieinfrastruktur bei[19][23].
**4. Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen**
Die Kombination dieser Technologien reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und erhöht die Energiesicherheit. Länder, die über reichlich erneuerbare Ressourcen verfügen, können Wasserstoff für den Export produzieren, was zusätzliche Einnahmequellen schafft und die geopolitische Stabilität fördert[1][12].
## **Fazit**
Die wirtschaftlichen Vorteile der Kombination von erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und grünem Wasserstoff sind vielfältig. Sie reichen von der Verbesserung der Netzstabilität und der Reduzierung von Energiekosten bis hin zur Schaffung von Arbeitsplätzen und der Förderung regionaler Wertschöpfung. Diese Technologien sind entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende und die Erreichung von Klimazielen.
[1] https://www.greenteche.com/de/combining-hydrogen-with-energy-storage.html
[2] https://www.aboenergy.com/de/entwicklung-errichtung/batterie.html
[3] https://enertrag.com/de/energiewende/das-verbundkraftwerk-uckermark
[4] https://www.kyon-energy.de/blog/wasserstoff-vs-batteriespeicher-konkurrenten-oder-partner-in-der-energiewende
[5] https://www.reddit.com/r/Energiewirtschaft/comments/1sg1k4n/batteriespeicher_ersetzen_keine_gaskraftwerke/
[6] https://energis.de/ratgeber/erdgas/gruener_wasserstoff
[7] https://www.klimaschutz-niedersachsen.de/Wie-netzdienliche-Elektrolyseure-und-Grossbatteriespeicher-gemeinsam-das-Stromnetz-entlasten-4430
[8] https://publica.fraunhofer.de/bitstreams/bc1bbe7c-9c8a-4620-95da-4ecc307b6457/download
[9] https://wvgw.de/h2/vor-und-nachteile-von-wasserstoff/
[10] https://www.moeveglobal.com/de/geschaefte/commercial-clean-energies/gruener-wasserstoff
[11] https://cordis.europa.eu/article/id/464145-combining-biomass-and-hydrogen-for-reliable-green-energy/de
[12] https://euractiv.de/news/un-klimachef-die-vorteile-erneuerbarer-energien-sind-mittlerweile-nicht-mehr-zu-uebersehen/
[13] https://www.neueenergie.net/artikel/wissen/energie/gruener-wasserstoff-energiespeicher
[14] https://www.bmp-greengas.com/de/wissen/vorteile-von-gruenem-wasserstoff/
[15] https://www.springerprofessional.de/nachhaltigkeit/transformation/wirtschaft-setzt-auf-erneuerbare-energien/51021808
[16] https://link.springer.com/article/10.1007/s35114-013-0066-1
[17] https://www.energy4climate.nrw/infrastrukturen/energiespeicher-flexibilitaet
[18] https://greenpeace.at/hintergrund/erneuerbare-energien-vorteile-nachteile-ueberblick/
[19] https://www.iwr.de/news/studie-regionale-wertschoepfung-durch-erneuerbare-energien-koennte-sich-bis-2033-mehr-als-verdoppeln-news39636
[20] https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Unsere-Themen/PtX/Gruener-Wasserstoff/
[21] https://www.energie.sachsen.de/themenwoche-mehrwert-durch-erneuerbare.html
[22] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/vorteile-der-energiewende-ueber-gesamtwirtschaftlichen-effekte-hinaus.pdf?__blob=publicationFile&v=3
[23] https://www.bmwet.gv.at/Themen/Energie/erneuerbare-energie.html
[24] https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20210512STO04004/grune-wasserstoff-energie-welche-vorteile-ergeben-sich-fur-die-eu
[25] https://energiewende.bundeswirtschaftsministerium.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2020/07/Meldung/direkt-erklaert.html
[26] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/beitrag/gruener-wasserstoff-in-deutschland-chancen-und-umsetzung
[27] https://green-planet-energy.de/blog/energiewissen/blauer-vs-gruner-wasserstoff
[28] https://www.mittelstandsbund.de/kompetenzbereiche/energiewende/beitrag/die-bedeutung-von-gruenem-wasserstoff-ueberschuessigen-strom-effektiv-nutzen
[29] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/lohnen-sich-batteriespeicher-fuer-photovoltaikanlagen-24589
[30] https://www.heizung.de/photovoltaik/wissen/mit-batteriespeichern-solarstrom-optimal-nutzen.html
[31] https://klarsolar.de/batteriespeicher-vorteile-nachteile-und-autarkie/
[32] https://www.solar-guide.ch/vorteile-nachteile-batteriespeicher/
[33] https://klimaten.de/pv-und-bess-wissen/blog-post-title-four-2877c
[34] https://www.solaranlage-ratgeber.de/photovoltaik/photovoltaik-technik/energiespeicher-photovoltaikanlagen/energiespeicher-pro-und-kontra
[35] https://www.ewe.de/solar/ratgeber/grosser-speicher
[36] https://agrario-energy.de/wissen/batterie-speicher/
@Realo 13.05. 12:08
„Die Ministerin ist offensichtlich nicht aus „Jux und Tollerei“ für Erdgas. Gas ist in der Chemieindustrie nicht nur wegen der Energie, sondern auch als unverzichtbarer Rohstoff für Grundchemikalien, wie z.B. Ammoniak, extrem wichtig.“
Ja selbstverständlich ist Methan überaus nützlich. Ein Grund mehr, es eben nicht zur Stromproduktion oder für Heizungen zu verschwenden, wo doch Kohlebackupkraftwerke noch zur Verfügung stehen und auch mit Wärmepumpen geheizt werden kann.
Ein guter Teil des Methans kann aber in der Chemieindustrie durch grünen Wasserstoff ersetzt werden, insbesondere stellt die Industrie ja derzeit noch ihren Wasserstoffbedarf aus Erdgas her.
„Die Chemieindustrie ist nicht nur wegen der vielen Arbeitsplätze extrem wichtig, auch wegen der Exportmöglichkeiten können wir einen wichtigen Teil von unserem Wohlstand erwirtschaften.“
Der globale Süden dürfte bald im Vorteil sein als Standort für energieintensive Industrie. Dort hat man bis zu fast 3 mal soviel PV-Ertrag, der auch noch gleichmäßig über das Jahr verteilt ist. Aber immerhin sind die Industrieanlagen noch Made in Germany.
Für uns wird aber immer noch auch was übrig bleiben. Und in der Tat, je ökonomischer wir die Energiewende hinbekommen, desto mehr Wertschöpfung auch an Chemieindustrie bleibt dann im Land. Neue Gaskraftwerke sind da einfach nur teuer. Auch die Chemieindustrie leidet unter überteuertem Strom aus Gaskraftwerken. Jetzt schon, seit es mit dem billigem Gas aus Russland vorbei ist.
@Peter Gutsche 13.05. 13:38
„Wahrscheinlich fängt die Schwierigkeit beim Design eines solchen Experimentes schon damit an, zu definieren, was eine bewusstseinsfähige KI ist.“
Sicher nicht so einfach. Einfach gucken, was die leistet, könnte helfen. Wenn man sie denn wirklich hätte.
„dass bei „normalen“ Temperaturen (unter denen ein Gehirn funktioniert, also weit über dem Nullpunkt) Quanteneffekte wie Superpositionen ja in extrem kurzer Zeit verschwinden – wegen der Dekohärenz.“
Ja aber das faktische Ergebnis der Quantenprozesse will ich doch nur nutzen. So wie eben ein Foto mit einer Digitalkamera. Da bilden sich Zufallsmuster, wenn die von der Optik gebündelten Lichtwellen auf dem Sensorchip als Lichtquanten gezählt werden.
Und das wird dann eben dauerhaft gespeichert, und kann beliebig weiterverarbeitet werden.
„dass unser Gehirn wie ein Quantencomputer funktioniert, aber der Physiker Max Tegmark hat das – eben indem er die Dekohärenz anführte – ausgeschlossen.“
Klar ist das ausgeschlossen. Ich will hier keinen Quantencomputer damit bauen. Nur eben Dateien nutzen, die aus Quantenrauschen entstanden sind. Wenn die bei ihrer Entstehung geistig verändert wurden, hätte ich ja alles, was es dafür braucht.
@ Tobias Jeckenburger 13.05.2026, 15:44 Uhr
Zitat: „Ein Grund mehr, es eben nicht zur Stromproduktion oder für Heizungen zu verschwenden, wo doch Kohlebackupkraftwerke noch zur Verfügung stehen und auch mit Wärmepumpen geheizt werden kann.“
Dass Erdgas und Erdöl als Rohstoff für künftige chemische Anwendungen bewahrt und nicht einfach nur verheizt werden sollte, diese Gedanken setzen sich allmählich durch.
Allerdings sind besonders die alten Kohlekraftwerke, sehr schlecht für Backup geeignet.
Sie sind zu langsam, zu unflexibel und viel zu teuer im Teillastbetrieb. Sie haben sich ehemals bestens zur Erzeugung der Grundlast geeignet.
Kohlekraftwerke sind ein riesiges System aus Tonnen von Stahl, Kohle und Wasser. Es dauert bis zu 2 Tage bis sie hochgefahren sind und Strom liefern können. Das ist weitaus zu langsam, wenn z.B. nur eine Wolkenfront über einen Solarpark zieht. Für ein Backup, das innerhalb von Minuten reagieren muss, ist das völlig unbrauchbar.
Ein Kohlekraftwerk im Warmstart- und dauernden Bereitschaftsmodus zu halten, wäre absurd….
Der Stress für das Material ist extrem hoch, wenn das Kraftwerk andauernd hoch und wieder heruntergefahren wird…. Normalerweise ist es für „gemütlichen Dauerbetrieb“ ausgelegt…
Die Fixkosten sind sehr hoch, weil das Personal für Betrieb und Wartung bezahlt werden muss und letztlich die meiste Zeit „herumsitzt“.
Modernere Gaskraftwerke benötigen weit weniger Personal, können sehr schnell hochgefahren werden und eventuell später kostengünstig auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet werden.
Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die „Profis“ alles bestens berechnen und optimale Entscheidungen treffen…..
@Realo 13.05. 18:54
Kohlekraftwerke sind ein riesiges System aus Tonnen von Stahl, Kohle und Wasser. Es dauert bis zu 2 Tage bis sie hochgefahren sind und Strom liefern können. Das ist weitaus zu langsam, wenn z.B. nur eine Wolkenfront über einen Solarpark zieht. Für ein Backup, das innerhalb von Minuten reagieren muss, ist das völlig unbrauchbar.
Es geht hier nicht um schnelle Netzstabilisierung, das machen zunehmend die bald überall installierten Kurzfristspeicher wie etwa Lithiumbatterien.
Mit dieser kurzfristigen Unterstützung kann man die alten Kohlekraftwerke wochenlang durchlaufen lassen, wenn insbesondere im Winter eine längerfristige Strommangelsituation herrscht. In 10 oder 15 Jahren dann kommen die immer weniger zum Einsatz, am Ende nur noch alle paar Jahre, aber auch dann wieder gleich für mehrere Wochen.
„Die Fixkosten sind sehr hoch, weil das Personal für Betrieb und Wartung bezahlt werden muss und letztlich die meiste Zeit „herumsitzt“.“
Das müsste wohl ein lösbares Problem sein. Das Personal kann man derweil woanders einsetzen, wenn es nur ab und an mal gebraucht wird.
Der größte Vorteil ist eben, das die Dinger stehen und nicht gebaut werden müssen, und dass der Brennstoff aus heimischer Produktion stammen kann und einfach auf Halde gelagert werden kann.
Die derzeitigen Erdgasspeicher kann man dann früher für Wasserstoff nutzen, wenn wir schneller vom Erdgas wegkommen. Auch noch ein Pluspunkt. Aber vor allem ist doch Kohle viel billiger als Erdgas. Zumindest im Moment. Ob es je wieder billiges Pipelinegas aus Russland gibt, bleibt erst mal fraglich.
Die Rolle der Kurzfristspeicher wäre auch interessant, wenn man neue AKWs bauen will. Die AKWs können dann gerne als Grundlast das ganze Jahr durchlaufen, und die Kurzfristspeicher sorgen dafür, dass die Netze das trotz auch noch schwankender Solar- und Windausbeute verarbeiten können.
Nur dürften AKW-Neubauten einfach viel zu teuer sein. Und Kohlekraftwerke kosten überhaupt keine Baukosten, die stehen doch und würden abgerissen, obwohl sie noch gut sind.
Die schnelle Reaktionsfähigkeit von Gaskraftwerken braucht man mit genug Kurzfristspeiern nicht mehr. Und eine spätere Umrüstung auf Wasserstoff wäre nochmal teuer. Außerdem sollte man den teuren und knappen grünen Wasserstoff lieber in Kraftwärmekopplung von Fernwärmenetzen einsetzten. Dann produziert man genau dann neben Strom auch Wärme, wenn der Bedarf von Beidem am größten ist.
„Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die „Profis“ alles bestens berechnen und optimale Entscheidungen treffen…..“
Muss nicht sein. Gerade die Stromkonzerne treiben eigentlich schon immer gerne die Stromkosten hoch, wenn sich Möglichkeiten dafür bieten. Möglicherweise sind denen die alten Kohlekraftwerke einfach zu billig.
@Realo 13.05. 18:54
„Dass Erdgas und Erdöl als Rohstoff für künftige chemische Anwendungen bewahrt und nicht einfach nur verheizt werden sollte, diese Gedanken setzen sich allmählich durch.“
Insbesondere braucht die Chemieindustrie eine Kohlenstoffquelle. Ist die Energiewende mal fertig, bietet sich hierfür u.a. Biogas an. Das enthält neben Methan auch noch Kohlendioxid. Entsprechend wäre es gar keine gute Idee, das dann zur Stromproduktion und zum Heizen einzuplanen, wie es jetzt die Bundesregierung vorsieht.
Höchstens vorübergehend kann man Biogas zur Stromproduktion nutzen oder dem Erdgas beimischen. Auf die Dauer müssen wir mit Redoxflowbatterien und Wasserstoff auskommen, um Dunkelflauten zu überbrücken. Und das auch noch bei insgesamt höherem Strombedarf, wenn überall E-Autos zum Einsatz kommen und Wärmepumpen installiert sind.
@Michael 14.05. 13:42 / Marcus Keupp
„Ich denke, der Krieg der Zukunft wird sehr viel undurchsichtiger, sehr viel diffuser sein, als wir heute uns Krieg vorstellen.“
Dezentral wird nicht nur die Energiewende. Auch die Kriegsführung? Für einen modernen Kampfjet bekommt man inzwischen einen Drohnenschwarm aus 10.000 Einzeldrohnen.
Wenn man die organisiert loslässt, mit verteilter eingebauten künstlichen Intelligenz, dann können die schon was anrichten. Und ließen sich wohl nur noch mit eigenen Drohnenschwärmen aufhalten.
Das würde bedeuten, dass das aktuelle Kriegsgerät etwas aus der Mode fällt. Das käme sogar uns in Europa sehr zugute, wollen wir doch sowieso ganz viel neues Geld zum Aufrüsten in die Hand nehmen. Also nur zu, und gleich in die Drohnentechnik einsteigen.
Und endlich in offene Software für so ziemlich alles einsteigen. Und von und für die ganze Welt, nicht nur für Europa. Dass das dann auch unsere Mediensysteme wieder repariert.
Ja, @Tobias – genau das: auch die Kriegsführung wird dezentralisiert. Die alten, vorwiegend fossilen Mächte wanken.
Der meinerseits sehr geschätze Kriegsberichterstatter Konstantin Flemig (wie ich ein Filderstädter, hatte mich u.a. zum Sonderkontingent interviewt) brachte gerade gestern ein starkes Video heraus:
Ukraine GEWINNT gerade den Drohnenkrieg! Das ist ihr Geheimnis…
[…]
Die Ukraine scheint gerade den Drohnenkrieg gegen das sehr viel größere Russland zu gewinnen.
Und im heutigen Video möchte ich drauf eingehen, wie es die Ukraine schafft und worin sich das Ganze äußert, welche Taktiken da eine Rolle spielen und wie die Ukraine mittlerweile zum, ja, wahrscheinlich kampferfahrensten Land der Welt geworden ist, von dem auch westliche Länder wie eben Deutschland noch profitieren können.
Und das Ganze ist natürlich nichts Neues, dass Drohnenkriegsführung mittlerweile die dominierende Domäne ist auf dem Schlachtfeld in der Ukraine, ganz besonders.
Nur mal kurz zum Vergleich: Im Jahr 2022, also im ersten Jahr des vollausgebrochenen Krieges, da waren Drohnen für etwa 10% aller Kampfverluste verantwortlich.
Im Jahr 2025 stiegt dieser Anteil auf etwa 80% der Gesamtzahl der Verluste auf beiden Seiten.
80% der Verluste gehen auf Drohnen, auf unbemannte Luftsysteme.
Außerdem gehen wohl schätzungsweise auch noch 60 bis 70% der zerstörten russischen Fahrzeuge, also des russischen Equipments auf Drohnen.
Wir sehen also: Diese Domäne ist entscheidend für einen Krieg, wie er im 21. Jahrhundert zwischen Staaten ausgetragen wird.
https://www.youtube.com/watch?v=daQd8UPUaRs
Der SPIEGEL hat das fossile und damit wirtschaftliche wie auch militärische Versagen auch der USA in der aktuellen Ausgabe 20 / 2026 vom 8.5.2025 auf den Seiten 44 – 46 deutlich formuliert:
Ölbaron gegen Solarfürst
Weltmächte. Beim Gipfel zwischen Donald Trump und Xi Jinping in Peking trifft Petrostaat auf Elektrostaat. Ein Vorteil für China.
[…] Xi habe ‚ein tieferes Verständnis für den Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Energie und nationaler Sicherheit‘ als Trump, sagt Cory Combs von der Beratungsfirma Trivium China mit Sitz in Peking und Washington, D.C.
Zuvor hat Combs für das US-Energieministerium gearbeitet. ‚In den USA werden diese Bereiche weitgehend getrennt behandelt.‘
Immerhin zerstört sich der Fossilismus also derzeit selbst, wenn auch unter furchtbaren Verlusten an Menschenleben und Mitwelt…
@Michael 14.05. 16:56
„Immerhin zerstört sich der Fossilismus also derzeit selbst, wenn auch unter furchtbaren Verlusten an Menschenleben und Mitwelt…“
Soweit Drohnen nur gegen Drohnen kämpfen produziert das statt Leiden nur Elektroschrott. Wenigstens das schon mal.
So wäre eine Drohnengestützte kostengünstige Luftabwehr auch gegen Drohnen und Raketen rein defensiv, ohne gegnerische Soldaten zu treffen. Und auch Angriffe auf militärische Infrastruktur würde zivile Ziele wenigstens weniger treffen.
Ja, @Tobias – zwar haben russische Drohnen nach der feigen Putin – Waffenruhe wieder über 20 Menschen in Kiew ermordet. Allerdings zeigen die Verläufe der Kriege um die Ukraine & um den persisch-arabischen Golf schon, dass Drohnen die militärische Macht dezentralisieren und vor allem größere Nationalstaaten schwer treffen können. So müsste China damit rechnen, dass seine Schiffe, Landungstruppen, aber auch Städte von taiwanesischen Hightech – Drohnen zerlegt werden.
Und die Entwicklungszyklen neuer, zunehmend KI – gestützter Drohnensysteme sind bereits auf wenige Wochen heruntergeschnurrt!
Gleichwohl sehe ich neben dem Abschreckungseffekt auch erhebliche Gefahren. Auch Gewaltregime wie in Iran und China können Drohnen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen, ebenso Terrorgruppen. Das wird kein Selbstläufer…
Umso mehr begrüße ich die Zusammenarbeit zum Batterie-Recycling zwischen der EU und Indien!
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Heute mal wieder gute #Solarpunk – Nachrichten für das Recycling wertvoller Batterie-Rohstoffe, gegen #Fossilismus & Zerstörung der Mitwelt.
„Die EU und Indien starten eine gemeinsame Initiative zum Recycling von Batterien aus Elektrofahrzeugen. Dafür steht ein Fördertopf von 15,2 Millionen Euro bereit. Die Zusammenarbeit soll Recyclinglösungen voranbringen, mit denen wichtige Rohstoffe zurückgewonnen und wieder in die Batterieproduktion eingebracht werden können.
Im Mittelpunkt stehen fortgeschrittene Recyclingtechnologien, sichere und digitalisierte Sammelsysteme sowie die Demonstration innovativer Verfahren im Pilotmaßstab. Geplant ist auch eine gemeinsame Pilotlinie in Indien, mit der neue Prozesse unter realen Bedingungen validiert und für den industriellen Einsatz vorbereitet werden sollen.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116576833836874871
Hab einen schönen Tag, lieber @Tobias! 🙌
Frei nach Luhmann’s Systemtheorie sind Gedanken um eine gesellschaftliche Gerechtigkeit aktuell.
Mitbestimmung des Individuums für diesen Anspruch führt immer wieder auch zur Kontrollfrage.
Es ist die Stimme und vor allem die jeweilige Stimmung, also eher das emotionale im Wesen der Bestimmtheit, dass die Mitwirkung ausmacht. Hierbei ist das Rollenverhalten ein fundamentaler Grundzustand. Und Rolle ist massgeblich von der Funktion in der Gesellschaft abhängig. Wie man dahin kommt oder gelangt, Wirkung aus intrinsischen wie extrinsischer Motivation.
‚Sich etwas sagen lassen‘, also Teil der Führung bzw. Leitung, bedingt auch den Grad an Freiheit bzw. Abhängigkeit.
Das wiederum hat Einfluss auf die Mitwirkung, also Stimmung und Stimme.
Nicht beherrscht werden, aber auch nicht herrschen wollen, kann hierbei ein Leitgedanke sein.
Gekoppelt an Menschenwürde scheinen die anstehenden Wahlen im Lichte dessen zu stehen, ob die Verantwortung, die mit Stimmung und Freiheit verbunden ist, wieder zur Unterwürfigkeit führen?
@Michael 15.05. 07:21
„Auch Gewaltregime wie in Iran und China können Drohnen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen, ebenso Terrorgruppen.“
Naja, die Revolutionsgarden haben ihre Bevölkerung doch offenbar sowieso im Griff. Auch die chinesische Führung braucht sich wohl wenig Sorgen zu machen. Im Moment jedenfalls.
Mir macht die Entwicklung dennoch eher Hoffnung. Wer mehr Geld hat, der kann auch mehr Drohnen haben. Da sind wir in der EU doch klar im Vorteil. Vielleicht gerade weil wir wenig Rüstungsbestand haben, und gerade Riesensummen in Rüstung investieren wollen.
Praktischerweise gleich in ganz moderne Drohnenschwärme. Vor allem defensiv, eigene Eroberungsgelüste dürften unserer EU völlig fremd sein.
So kann ich mir einen Drohnenschwarm als Abwehrfront vorstellen, der an der Grenze zu Russland aufsteigt, wenn da russische Drohnen oder Raketen im Anmarsch sind. Diese Abfangdrohnen könnten nach einem mehrstündigen Einsatz wieder landen, und aufgeladen bzw. aufgetankt werden.
Wenn wir da massiv in der Überzahl sind, könnte das unüberwindbar werden? Und wir können es an der Front in der Ukraine gleich ausprobieren. Da sehe ich echte Perspektiven.
Ja, @Tobias – wobei sich auch die militärische Beschaffungslogik gegenüber der fossilen Zeit ändern muss: Panzer, Raketen und Schiffe wurden über Jahre entwickelt, gebaut und mit riesigen Summen eingekauft.
Genau das macht aber mit Drohnen keinen Sinn mehr: Ein EU-Drohnenschwarm für Milliarden Euro würde binnen weniger Monate gegenüber neuen KI-Drohnen an Wirksamkeit verlieren.
Die Aufgabe künftiger EU-Militärbeschaffung besteht also nicht mehr in der Anlage großer Altmetall-Reserven, sondern in der schnellen Entwicklung neuer Systeme, die sich bei Bedarf schnell skalieren lassen.
Dafür wäre es wiederum klug, wenn Europa endlich wie bereits Schleswig-Holstein auf dezentral entwickelte FOSS-Software umstellt, statt U.S.-amerikanische Konzerne mit Geld und Daten zuzustopfen!
Ich habe zwar den Eindruck, dass unser Bundes-Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) diesen Umschwung bereits erkannt hat, aber auch die deutschen Militäretats werden noch von fossilen Konzernlobbyisten als Erbhöfe bespielt. Der peinliche Ausraster des Rheinmetall-Chefs gegenüber der tapferen Ukraine und deren Frauen hat das noch einmal deutlich gemacht.
@Michael 15.05. 18:51
„Die Aufgabe künftiger EU-Militärbeschaffung besteht also nicht mehr in der Anlage großer Altmetall-Reserven, sondern in der schnellen Entwicklung neuer Systeme, die sich bei Bedarf schnell skalieren lassen.“
Man müsste gucken was nachhaltiger an konkreten Drohnen ist. So ist insbesondere die Weiterentwicklung der Software jederzeit updatefähig. Die physische Gestalt könnte länger aktuell sein, also Rotoren, Energieversorgung oder auch Sensoren und Kommunikationsmöglichkeiten.
So kann man das Nachhaltige vorproduzieren, und für andere Komponenten, die öfter angepasst werden, dann aber massive Produktionskapazitäten dafür aufbauen und bereithalten. Auch den Einbau schnellerer Chips kann man alle paar Jahre auch nachträglich nachrüsten, soweit das denn nötig wäre. Insbesondere wenn die Drohnen modular aufgebaut sind, und etwa die ganze Computerhardware ganz leicht ausgetauscht werden kann. Oder Sensorenschnittstellen, dass man da im Handumdrehen neue Sensoren einbauen kann.
Und was die Software betrifft, da kann das ja ganz schnell gehen. Ist das Update einmal geschrieben, kann man es binnen Tagen überall installieren. Inclusive wirklich strategischer KI in Zusammenarbeit mit der ganzen Streitmacht.
Eine Menge Drohnen müsste man wohl einsatzfähig bereithalten. Putin wird den Zeitpunkt bestimmen, wann er z.B. das Baltikum angreift. Dann müssen wir was vorrätig haben.
Und wir können auch einen guten Teil unserer Produktion gleich an die Ukraine liefern, nicht nur zum testen und ausfeilen, sondern weil wir damit auch russische Ressourcen verschleißen.
Lieben Dank, @Tobias
Wenn ich auch großen Teilen Deiner Analyse zustimmen kann, so stoße ich mich doch am zunehmend erkalteten Sprachgebrauch. Wenn wir hier davon sprechen, dass wir „einen guten Teil unserer Produktion gleich an die Ukraine liefern“, weil „wir damit auch russische Ressourcen verschleißen.“ – dann sprechen wir doch über Menschen, die sowohl auf russischer wie ukrainischer Seite täglich verwundet und getötet werden. Und auch wir Deutschen haben doch mit dem Import fossiler Rohstoffe zur Steigerung „unserer Produktion“ Jahrzehnte die diktatorische Sowjetunion und dann das fossile Rentierstaats-Imperium von Wladimir Putin finanziert!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossile-wahnsinn-4-wir-finanzieren-weiterhin-russland-ruesten-dann-dagegen-auf/
Ich meine, wir sollten die Externalisierung der fossilen Kosten auf Menschen und Mitwelt nicht länger fortschreiben. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kämpfen nicht Produkte und Ressourcen, sondern Menschen, denen neben klassischen Waffen auch zunehmend KI-gestützte Drohnen zur Verfügung gestellt werden. Und gerade auch dieser Blogpost widmet sich doch der Menschenwürde und stemmt sich also gegen jede pseudo-rationale Externalisierung der fossilen Gewalt.
@ Tobias Jeckenburger 15.05.2026, 23:44 Uhr
Man wird davon Ausgehen müssen, dass Drohnen letztlich bessere „Spielzeugwaffen“ sind. Die Kontrahenten können sich gegenseitig allerhand Schäden zufügen. „Kriegsinstinkte“ lassen sich immerhin befriedigen…..
Aber geht es wirklich ans „Eingemachte“, an eine existenzielle Bedrohung, so wird man auf (Atom)Raketen zurückgreifen, wenn man genug davon hat….
Drohnen können einfach nicht hoch genug fliegen, sie brauchen „Luft“ für die Propeller.
Raketen können extrem steile Flugbahnen fliegen, sind an der eigenen Landesgrenze schon im „Weltraum“ und im Ziel fliegen sie fast senkrecht nach unten. Größere Gebäude können sie leicht in Trümmer legen.
Derartige Raketen können kaum in „Heimarbeit“ hergestellt werden.
Man kann das auch noch „Menschen freundlich“ gestalten. Die Israelis z.B. rufen angeblich vorher bei den Betroffenen an, teilen ihnen mit, wann das Gebäude in die Luft fliegt, empfehlen die Evakuierung und auch auf die Alten und Gehbehinderten nicht zu vergessen….
Praktisch wird das „Baltikum“ bestimmen, wenn es „los geht“. Sie schnappen sich ein Schiff der „Schattenflotte“ und wenn es den Russen gelegen kommt, geht’s los…..
Manche befürchten, es ist Krieg und wir sind womöglich nicht dabei….
@ Michael Blume 16.05.2026, 13:00 Uhr
Zitat: „….. – dann sprechen wir doch über Menschen, die sowohl auf russischer wie ukrainischer Seite täglich verwundet und getötet werden.“
Man spricht slawischen Völkern eine „tiefere Seele“ zu, dass sie emotionaler sind als wir im Westen.
Ich verstehe, dass die Ukrainer ehemals die Russen, wegen dem kalten Klima, mit Getreide unterstützt haben und sich dafür „Dankbarkeit“ erwarten. Vielleicht auch mehr, als die Russen aufbringen konnten.
Ich habe irgendwann „aufgeschnappt“, dass die Ukrainer deswegen an den „Gaserlösen“ bei den Exporten teilhaben durften….. irgendwie eine sehr nette, faire Geste.
So kann ich auch psychologisch gut verstehen, dass die Ukrainer schwer verbittert darüber waren, als „Nordstream“ gebaut wurde und sie, aber auch weniger „verdiente“ Länder „umgangen“ wurden. Die „Enttäuschung“ war groß und die schreckliche Katastrophe nahm ihren Lauf.
Nur hat unser Volk, wegen der Vergangenheit, die humanitäre Verpflichtung „Frieden stiftend“ zu reagieren und doch nicht verrückt, auch noch „mitzumischen“…..
Und da wäre die in der letzten Zeit im TV geäußerte Idee, dass Frau Merkel und Herr Schröder diese humanitäre Verpflichtung, „Frieden stiftend“ zu wirken, bestens nachkommen könnten. Beide hätten das persönliche und humanistische Format.
Der „Wahn“ muss doch einmal ein Ende haben….
@Realo
Alles Geschwurbel über die „slawische Seele“ ändert nichts an der simplen Tatsache, dass „Ihr“ fossiler Tyrann Wladimir Putin auch zuvor bereits blutige Kriege etwa gegen Tschetschenen geführt und die Sicherheitszusagen des „Budapester Memorandum“ von 1994 gegenüber der Ukraine eiskalt gebrochen hat:
https://de.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum
In den Vereinbarungen von 1994 gaben die Russische Föderation, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten gemeinsam gegenüber Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitszusicherungen (engl. assurance vs. guarantee) in Verbindung mit deren Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag und als Gegenleistung für die Beseitigung aller Nuklearwaffen auf ihrem Territorium.
Und, nein, ich werde hier auch von Ihnen keine weitere, anti-ukrainische Propaganda und keine weiteren Verharmlosungen fossiler, kriegstreibender und massenmörderischer Tyranneien mehr freischalten, @Realo. Sie haben es ja selbst schon einräumen müssen: Sie vertreten keinen Mut zum Frieden, sondern einfach nur tyrannophile Feigheit, wie es sie immer wieder gab und leider auch weiterhin geben wird. Scha(n)de.
@Michael 16.05. 13:00
„dann sprechen wir doch über Menschen, die sowohl auf russischer wie ukrainischer Seite täglich verwundet und getötet werden.“
Natürlich bleibt auch dieser Krieg grauenhaft. Wie man ihn gewinnen, bzw. nicht verlieren kann, ist dennoch sehr wichtig, denke ich mal. Und bei unserer eigenen Aufrüstung geht es doch vor allem darum, dass wir so stark werden, dass es Putin gar nicht erst versucht, die EU anzugreifen. Das kann dann auch gerne richtig teuer sein, meine ich.
„Ich meine, wir sollten die Externalisierung der fossilen Kosten auf Menschen und Mitwelt nicht länger fortschreiben.“
Ich doch auch. Aber das geht doch nicht sofort. Solange die entsprechenden Investitionen in Grüne Technik nicht getätigt sind, brauchen wir noch fossile Brennstoffe. Und das braucht einmal den entschiedenen Willen, dann die finanziellen Möglichkeiten und am Ende auch die chinesischen Produktionskapazitäten für die Komponenten und jede Mengen Handwerker, die das hier vor Ort alles installieren.
Und ich wäre ja auch dafür, der Kohle noch den Vorrang vor Erdgas zu geben. Damit finanzieren wir keine Autokraten, und sehr viel billiger ist das doch auch noch. Umso mehr Geld bleibt übrig, um in weiterer Grüne Technik zu investieren.
Irgendwie hat hier Frau Reiche nicht gemerkt, dass seit Putins Angriffskrieg Erdgas vom billigsten Energieträger zum Teuersten geworden ist. Und die Klimawirkung ist doch sogar dieselbe. Kohle produziert zwar doppelt so viel CO2, aber beim Umgang mit Erdgas entweicht ein Teil davon, mit einer 30 mal höheren Klimawirksamkeit.
Damit können wir nix gar nix gegenüber Kohle mit einsparen. Das ist einfach nur teuer, und finanziert unserer eigenen Feinde. Und dann noch gute Kraftwerke abreißen und dafür neue bauen macht den Wahnsinn dabei komplett.
Ich denke mal, dass es auch besser gewesen wäre, den Atomausstieg angesichts des Ukrainekrieges noch ein paar Jahre zu verschieben. Die Stromkonzerne hatten da nur keine Lust zu, man hätte sich da durchsetzen müssen.
@Realo 16.05. 13:33
„Aber geht es wirklich ans „Eingemachte“, an eine existenzielle Bedrohung, so wird man auf (Atom)Raketen zurückgreifen, wenn man genug davon hat…“
Auch ich meine entsprechend, dass wir Russland besser nicht existenziell bedrohen sollten. Und soweit es praktikabel ist auf Defensivwaffen zu setzen. Also etwa Drohnenschwärme, die Drohnen und niedrig fliegende Raketen abfangen können.
„Raketen können extrem steile Flugbahnen fliegen, sind an der eigenen Landesgrenze schon im „Weltraum“ und im Ziel fliegen sie fast senkrecht nach unten.“
Aber solche Raketen sind sehr teuer, und es lohnt sich wohl auch, diese mit z.B. Patriotsystemen abzufangen. Die jetzt aber auch wieder teuer sind.
„Manche befürchten, es ist Krieg und wir sind womöglich nicht dabei….“
Solange Putin mit der Ukraine beschäftigt ist, lässt er uns doch in Ruhe. Und wenn wir stark genug werden, auch weiterhin.
Dabei bleiben in dieser Form sollte uns ja wohl reichen. Es gibt für uns in Russland nichts zu holen. Wir in der EU sind uns nachhaltig selbst genug.
@Tobias
Sowohl bei Kohle wie bei Atomstrom wird noch immer ein Großteil der Kosten auf die Menschen, Mitwelt und Zukunft externalisiert.
Es gibt jedoch auch gute Solarpunk – Nachtichten zum Solarboom:
2025 erzeugte Solarenergie in Deutschland erstmals mehr Strom als Braunkohle. Fraunhofer ISE bestätigt 55,9 Prozent Erneuerbare im öffentlichen Netz, trotz schwächerer Windproduktion im ersten Quartal.
https://denkstrom.org/artikel/germany-wind-solar-lead-2025-energiewende/
Wenn jetzt auch endlich noch Batteriespeicher und Smart Grids ausgebaut werden, sind wir in wenigen Jahren „durch“. Der Fossilismus beschleunigt ja derzeit seinen Niedergang noch.
@Michael 16.05. 16:52
„Sowohl bei Kohle wie bei Atomstrom wird noch immer ein Großteil der Kosten auf die Menschen, Mitwelt und Zukunft externalisiert.“
Die Klimawirkung ist aber dieselbe wir bei Erdgas. Dafür finanziert das keinen Putin und ist einfach viel billiger. Was uns überhaupt nicht abhalten muss, weitere Grüne Technik zuzubauen. Im Gegenteil, der Strom wird insgesamt billiger, und es bleibt mehr Geld auch für teurere Maßnahmen wie etwa die Produktion von Wasserstoff aus Stromüberschüssen.
@Drohnen produzieren
Es kann wohl nicht schaden, massive Prodkuktionskapazitäten für Drohnen aller Art in der EU aufzubauen. Die kann man dann gleich an der Front testen, und dann einerseits direkt an die Ukraine liefern und zugleich eigene Vorräte davon aufzubauen.
Die man dann im Laufe der Monate und Jahre immer wieder mit Softwarupdates modern halten kann. Und eventuell auch Sensoren und Kommuniktationsschnittstellen nachrüsten.
Und eben eine verteilte KI realisieren. So ein Schwarm von 10.000 Drohnen könnte dann auch ein fliegendes Rechenzentrum werden. Eine Kommunikation z.B. mit schwachen Funksignalen, die nur einige 100 Meter weit reichen, könnte schon genügen, dass der ganze Schwarm koordiniert operieren kann.
Vielen Dank, @Tobias – und, ja, ich stimme Dir zu: Sowohl Kohle wie auch Erdgas externalisieren bei ihrer Verbrennung Treibhausgase in die Atmosphäre und Schmutz in die Mitwelt. Doch die Gewaltwirkung auf Menschen ist bei Erdgas noch höher als bei Braunkohle. Das von Erdöl und Erdgas geprägte 20. Jahrhundert war noch brutaler als das an Nationalismus, Kolonialismus und Kriegen bereits eskalierende 19. Jahrhundert.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/b-wie-berlin-babylon-preussen-und-der-fossile-faschismus/
Danke für Deine wertvollen, dialogischen Drukos, lieber @Tobias! 🙏🙌
@Michael 16.05. 20:39
„Doch die Gewaltwirkung auf Menschen ist bei Erdgas noch höher als bei Braunkohle. Das von Erdöl und Erdgas geprägte 20. Jahrhundert war noch brutaler als das an Nationalismus, Kolonialismus und Kriegen bereits eskalierende 19. Jahrhundert.“
So wie aktuell die Öl und Gaspreise eskalieren sehe ich hier natürlich Potentiale, mehr in PV, Speicher und Batteriefahrzeuge zu investieren. Insbesondere in südlichen Ländern mit wenig Geld und viel Sonne.
Aber diese Preise machen auch die Kohle wieder interessanter. China steht auch da ganz gut da, dort ist wohl das meiste Backup auf heimische Kohle gegründet. Wieso können wir das nicht? Zumindest die wenigen Kohlekraftwerke, die noch am Netz sind, schön billig laufen lassen, wenn eben Wind und Sonne trotz Kurzfristspeicher nicht reichen. Neue Kohlekraftwerke würde ich auch nicht bauen, auf keinen Fall. Das lohnt sich nicht, voraussichtlich schon in 10 Jahren wird man die kaum noch brauchen.
Moderne Gaskraftwerke haben einen hohen Wirkungsgrad, das ist schon interessant. Aber was nutzt das, wenn die dann kaum laufen. Und eine Umrüstung auf Wasserstoff ist möglich, soll aber ganz schön teuer sein.
Derweil wir in den nächsten Jahren viele neue Fernheizungsnetze gebrauchen können. Die sollten dann neben einer Großwärmepumpe einen Universalgasmotor haben, der in Kraftwärmekopplung mit einem beliebigem Mix aus Wasserstoff, Biogas und anfangs noch mit Erdgas laufen kann. Spätestens in 10 Jahren könnten wir sowas sehr gut gebrauchen.
Das scheint mir sinnvoller zu sein, als Gaskraftwerke, die nur Strom produzieren. Und das würde auch genug Backup für Dunkelflauten bereitstellen. Und eben neben Strom auch Wärme, immerhin haben wir die meisten Dunkelflauten im Winter, und brauchen auch genau dann die meiste Energie.
Ich fürchte ja, lieber @Tobias, auch die Antwort auf Deine Anregungen hat mit fossilem Lobbyismus zu tun: Die inländische Kohlelobby hatte sich auf die Vergoldung des Ausstiegs verlegt. Die internationale Gaslobby bearbeitet dagegen die Bundespoöitik, um noch so lange wie möglich deutsche Euros aus der fossilen Karbonblase zu ziehen…
@Michael 17.05. 00:48
„Die inländische Kohlelobby hatte sich auf die Vergoldung des Ausstiegs verlegt.“
Aber seit dem Beginn des Ukrainekrieges ist doch Erdgas vom billigsten zum teuerstem fossilem Energieträger geworden. Wie kann man denn so unflexibel sein, und nicht einfach den Plan ändern, bis das Erdgas wieder billig oder eben die Energiewende fertig ist.
„Die internationale Gaslobby bearbeitet dagegen die Bundespolitik, um noch so lange wie möglich deutsche Euros aus der fossilen Karbonblase zu ziehen…“
Mit den aktuellen Preisen seit Anfang des Irankrieges reicht es ja wohl wirklich.
Ganz einfach, @Tobias – Du denkst in langfristigen, auch volkswirtschaftlich sinnvollen Strukturen. Doch Konzernlobbyisten denken meist in „Shareholder-Value“, also im schnellen Profit für die Aktionäre plus Boni für das angestellte Management…
Lieber Michael (Blume),
vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Dass Du Dir regelmäßig die Mühe machst, die Perspektive anderer Menschen wirklich verstehen zu wollen und dafür einen Schritt aus Deinem Weg herausgehst, ist auch mir viel Wert.
Zu Deiner Antwort habe ich drei Fragen:
1. Ich teile Deine und Sacks‘ Sicht: Würde basiert auf Freiheit.
Genau deshalb war meine Frage, ob ein Kreuz alle vier Jahre der höchste Ausdruck dieser Freiheit ist, oder ob es nicht eine tiefere Form gibt: die Möglichkeit, als vernunftbegabtes Subjekt in einem geschützten Raum selbst inhaltlich zu argumentieren und zu entscheiden.
2. Oben lobst Du beratende Bürgerräte in BW und beklagst das verpfuschte Wahlrecht. Philip Berger hat gezeigt, dass Bürgerräte genau dort mit Entscheidungskompetenz ausgestattet werden könnten, wo das Parlament in eigener Sache befangen ist (beim Wahlrecht).
Wäre das nicht die Lösung für Dein Tübingen-Problem?
3. Dass Du Los und Zensus in einer Reihe nennst, irritiert mich. Zensus schließt aus. Das Los schließt strukturell niemanden aus.
Welchen konkreten Menschen siehst Du durch ein Losverfahren in seiner Würde weniger anerkannt als durch eine Wahl?
Herzlichen Dank, lieber Ulf – für so komplexe Themen ist wohl der Blog besser geeignet als jeder Mikroblog.
Gerne gehe ich auf Deine drei Fragen ein:
1. Ich teile Deine und Sacks‘ Sicht: Würde basiert auf Freiheit.
Genau deshalb war meine Frage, ob ein Kreuz alle vier Jahre der höchste Ausdruck dieser Freiheit ist, oder ob es nicht eine tiefere Form gibt: die Möglichkeit, als vernunftbegabtes Subjekt in einem geschützten Raum selbst inhaltlich zu argumentieren und zu entscheiden.
Genau das sehe ich in einer parlamentarischen Demokratie gegeben: Ich selbst gebe ja nicht nur alle paar Jahre meine Stimme ab, sondern engagiere mich auch in einer christdemokratischen Partei, war je gewählter Jugendgemeinderat und Gemeinderat, blogge, podcaste, dialogisiere.
Die Wahl ist nicht das einzige Medium politischen Engagements, sondern sie stellt sicher, dass kein Parlament und keine Regierung ohne aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zustande kommt. Vgl. aktuell:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/bedrohen-demografie-rechtsmimesis-inzwischen-die-republik-auch-ueber-sachsen-anhalt-aus/
2. Oben lobst Du beratende Bürgerräte in BW und beklagst das verpfuschte Wahlrecht. Philip Berger hat gezeigt, dass Bürgerräte genau dort mit Entscheidungskompetenz ausgestattet werden könnten, wo das Parlament in eigener Sache befangen ist (beim Wahlrecht).
Wäre das nicht die Lösung für Dein Tübingen-Problem?
Nein, denn bei einem beratenden Bürgerforum – das ich befürworte – verbleibt die legislative Verantwortung bei den Abgeordneten, die wir – das Volk – gewählt haben. Ein geloster Bürgerrat, der anstelle von gewählten Abgeordneten Gesetzgebung, Haushalt usw. beschließen würde, würde dagegen unser Wahlrecht relativieren oder gar ganz entfernen. Und das halte ich nicht nur für Grundgesetz-widrig, sondern auch für menschenunwürdig. Ich gebe mein Wahlrecht weder an ein gelostes Gremium noch etwa an eine Super-KI ab. In Freiheit die Regierung zu wählen und ggf. auch über Einzelfragen abzustimmen ist Ausdruck der demokratischen Menschenwürde.
3. Dass Du Los und Zensus in einer Reihe nennst, irritiert mich. Zensus schließt aus. Das Los schließt strukturell niemanden aus.
Welchen konkreten Menschen siehst Du durch ein Losverfahren in seiner Würde weniger anerkannt als durch eine Wahl?
Durch das Zensuswahlrecht wird das Wahlrecht einiger Menschen relativiert oder gar abgeschafft, durch das Losverfahren sogar das Wahlrecht aller (!) Menschen.
Für mich ist es unvorstellbar, mich und andere Menschen einer Regierung und gesetzgebenden Körperschaft zu unterstellen, die nicht durch freie, gleiche und geheime Wahlen gebildet wurden. Männer und Frauen haben für ihr Menschenrecht auf demokratische Wahlen gekämpft und gelitten, nicht wenige sogar ihr Leben gegeben. Aus der Perspektive der Menschenwürde spielt es dabei keine Rolle, ob etwa Losverfahren oder KI-Anwendungen bessere Ergebnisse erzielen könnten. Das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht aller erwachsenen Bürgerinnen und Bürger ist Ausdruck unserer Verantwortung als Menschen für unser eigenes Schicksal.
Dir und einigen anderen lieben Dank dafür, dass Ihr bei mir angestoßen habt, diese schon länger bestehende Haltung meinerseits mal in einem Blogpost auszudrücken.
@Michael 17.05. 15:54
„Durch das Zensuswahlrecht wird das Wahlrecht einiger Menschen relativiert oder gar abgeschafft, durch das Losverfahren sogar das Wahlrecht aller (!) Menschen.“
Naja, mit dem Losverfahren sind ja alle gesellschaftlichen Gruppen automatisch vertreten. Probleme sich ich eher, dass eben die ausgelosten Bürger überhaupt nicht vernünftig vorbereitet sind, und schon gar keine Politprofis sind.
Und auch innerhalb der Parteien entwickelt sich doch auch politische Willensbildung, über die dann bei demokratischen Wahlen auch abgestimmt wird.
Eine Ergänzung der Parlamente durch geloste Bürgerräte finde ich dennoch höchst sinnvoll. Das muss dann aber durch eine rege Diskussion zwischen Bürgerratsmitgliedern und Parlamentariern bzw. den Regierungen erstmal ausgearbeitet werden.