Das (vorerst) letzte Tässle Kaffee – Als Elon Musk Twitter übernahm

Seit Langem serviere ich den inzwischen knapp 27.000 Follower:innen auf Twitter jeden Morgen ein “Tässle Kaffee”. In “Rückzug oder Kreuzzug?” hatte ich auf S. 27 den kleinen Brauch auf einer halben Seite erläutert. Jahrelanges, hasserfülltes und auch gegen meine Familie, ja sogar gegen mein Land gerichtetes Trolling hat mich nicht davon abhalten können. Am 24. November habe ich mit Anwalt Chan-jo Jun und HateAid sogar einen Termin vor Gericht – wir fordern von Twitter International endlich die Moderation auf Basis von deutschem und europäischem Recht, vor allem des bisher im Konzern noch gar nicht angewendeten Netzwerkdurchsetzungsgesetz, NetzDG.

Den rechtslibertären Milliardär Elon Musk kritisierte ich erstmals im Februar 2022, nachdem er in einem höhnischen Tweet den kanadischen, liberalen Ministerpräsidenten Justin Trudeau und Adolf Hitler gleichgesetzt hatte. Nachdem Musk dann seine Pläne zur Übernahme von Twitter bekannt gemacht hatte – unter anderem aufgefordert von Springer-Chef Mathias Döpfner – warnte ich im Gespräch mit Michael Thaidigsmann von der Jüdischen Allgemeinen im Mai: Die rechtslibertäre Ideologie Musks werde Verschwörungsmythen und Antisemitismus begünstigen.

“Ohne Regeln gehen vernünftige Stimmen unter oder ziehen sich zurück.”

Zwei Wochen später betonte ich in einem weiteren Gespräch über Medien und Verschwörungssekten wie QAnon und Querdenken mit Matthias Meisner noch einmal:

“Wenn ein Mediensystem kaputt ist, stürzt die Demokratie ab.”

Doch wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen (sog. Midterm-Elections) gelang Elon Musk mithilfe saudi-arabischer und katarischer #Ressourcenfluch-Gelder und einer Übertragung von 13 Milliarden Dollar Schulden auf den Konzern selbst der Erwerb von Twitter.

Und es kam, wie es Sebastian Leber vom Tagesspiegel dann trocken kommentierte, “noch schlimmer als befürchtet.” Binnen weniger Tage zerstörte Musk nicht nur das Vertrauen von Millionen User:innen, sondern auch von Werbetreibenden. Er feuerte das gesamte Verwaltungsdirektorium (mit ihm selbst als nun einzigem “Direktor”), verbreitete furchtbare Verschwörungsmythen gegen den von einem Trump-Anhänger zuhause attackierten und verletzten Ehemann von US-Demokratin Nancy Pelosi, kündigte ein Prioritäts-Gebühren-Modell von zunächst 20 und dann (nach einer Intervention auch von Stephen King) 8 Dollar pro Monat an und entließ mit anonymen Nachrichten Tausende Mitarbeiter:innen gerade auch aus den Bereichen Recht, Ethik und Moderation.

Kein Platz mehr fürs Tässle Kaffee mit Musk bei Twitter? Screenshot eines eigenen Tweets zum Tagesspiegel-Kommentar 11/2022: Michael Blume 

Selbstverständlich jubelten vor allem rechtsgerichtete Trolle und strömten in großer Zahl (zurück) auf die schon zuvor nachlässig moderierte Plattform. Auch gegen meinen Account rollten Wellen von Beschimpfungen, darunter einige ganz offen antisemitische Tweets wie dieser von @Burkeyboarder am 01.11.2022 gegen die Jüdische Allgemeine & mich:

“Hör bitte auf, du jüdischer Hetzer! Du kannst Deinen Hass woanders verbreiten, Elon Musik ist ein mustergültiger und vorbildlicher Mensch.”

 

Einer von vielen dualistischen und antisemitischen Tweets gegen meinen Account nach der Übernahme von Twitter durch Elon Musk. Screenshot: Michael Blume

Bisher zu wenig beachtet wurde, dass Musk sich den Forderungen von Mike Davis nach “name and shame the advertisers” – Benennen und Beschämen von Werbetreibenden -, ja nach einem “counter-boycott” – Gegen-Boykott – anschloss. In seinem zustimmenden Antwort-Tweet drohte Musk sogar einen “thermonuclear name & shame” an.

Mike Davis ist “Präsident” des rechtsextremen “Internet Accountability Project” und forderte im Zusammenhang mit der Twitter-Übernahme bei Newsmax:

  1. Donald Trump sofort (& also zu den Wahlen) wieder auf Twitter zuzulassen (!),
  2. Unternehmen zu Werbegeldern für rechtsgerichtete Medien zu zwingen (!!) und
  3. widerständige Internetfirmen wie Google / Alphabet, Facebook / Meta und Apple zu zerschlagen (!!!)

    Unglaublich? Hier, hören Sie gerne selbst – das Video hatte bis zu meinem Tweet dazu gerade einmal 11 Abrufe…

Um es deutlich zu sagen: Sollten die US-Republikaner die US-Midterm-Wahlen am kommenden Dienstag deutlich gewinnen, dann wird ein rechtsextremes Bündnis aus Politik und digitalen Medien die Medien- und damit Verfassungsordnung der USA selbst angreifen. Ihr Ziel ist dabei keineswegs eine “freie” Gesellschaft, sondern eine digitale Tyrannei mit Kontrolle auch über Medien und Wirtschaft wie in China. Der US-Supreme Court – das Verfassungsgericht der USA – ist bereits in mehrheitlich rechtsgerichteter Hand und hat bereits Millionen Frauen das bisherige Bundes-Recht auf Abtreibung wieder entzogen. Ob sich ausreichend Menschen an den Wahlurnen gegen die Einschränkung ihrer Grund- und Menschenrechte wehren, werden wir Dienstag bis Mittwoch erleben.

Für mich ist damit klar, dass ich auf Twitter nicht mehr einfach jeden Morgen ein “Tässle Kaffee” spendieren kann, als wäre nichts geschehen. Ich lege meinen privaten Twitter-Account stattdessen ab morgen früh still, bis Twitter endlich seine Verantwortung wahrnimmt und rechtskonform für ein sicheres Umfeld, gegen Hass und Antisemitismus moderiert. Wenn auch genügend weitere User:innen sowie Werbetreibende klare Konsequenzen ziehen, halte ich es auch für möglich, dass Musk wie die Rechtslibertäre Liz Truss vor ihm scheitert – und Twitter wieder verkaufen muss. Es ist spät, aber noch nicht zu spät, um das mediale, liberale und demokratische System nicht nur der USA zu bewahren.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“, um Digitalisierung zu erforschen, Religionswissenschaft leichter zugänglich und niedrigschwelliger diskutierbar zu machen.

63 Kommentare

  1. Sie sind einer der Multiplikatoren, die eine Schleppe vernünftiger Erwachsener (nicht altersdefiniert) auf eine der Alternativen rüberziehen könnten. Hier eine Übersicht (von Mastodon habe ich das meiste Gute gehört, habe aber selbst keine Erfahrung mit irgendeinem der Angebote):

    https://www.lifewire.com/best-twitter-alternatives-5114545

    Außerdem könnten Sie Substack in Erwägung ziehen, eventuelle Einnahmen finden bestimmt ihren Guten Zweck:

    https://substack.com

    Auch ein streng moderierter Subreddit wäre keine schlechte Idee:

    https://www.reddit.com

    Ein Beispiel für einen Quality-Subreddit ist Ask Historians:

    https://www.reddit.com/r/AskHistorians/

    • Danke, @Nochh’n Wort – da ist Interessantes dabei! Nach einer Digitalpause für mich und meine Familie schaue ich mir gerne ein paar Optionen an. Erst einmal steht aber das Gerichtsverfahren gegen Twitter am 24.11. an – mal schauen, ob und wie wir in unserem Ringen um rechtsstaatliche Moderation weiterkommen.

    • Danke, @Daniel.

      Erst einmal gönne ich mir und meiner Familie eine digitale Pause – am 24.11. steht ja auch die Gerichtsverhandlung gegen Twitter International an. Ob ich einen Account auf Mastodon anlege, überlege ich dann. Lust hätte ich durchaus, aber ich möchte gerne mehr Zeit im RL verbringen.

  2. Nur schon dass Musk Twitter kaufen musste, zeigt, dass sich Twitter schon vor der Übernahme nicht gut entwickelte. Musk bildet sich ein, dass Blatt wenden zu können und er setzt ja auf die Finanzierung über die Werbung. Dass aber bedeutet, dass letztlich die Werbekunden (mit-)entscheiden, wie Twitter zukünftig rüberkommt. Deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, dass Twitter sich zu einem Art Breitbart entwickelt. Es könnte aber tatsächlich so kommen, dass Musk Twitter wieder loswerden will.

    • Danke, @Martin Holzherr.

      Mike Davis hat ja in oben verlinktem Interview bereits vom Scheitern von Parler gesprochen – die Unternehmen wollten in der nach rechts abgedrifteten Blase immer weniger Werbung schalten. Das gleiche Schicksal ereilt ja auch das sog. TruthSocial von Donald Trump, in dem übrigens Trump-kritische Stimmen massiv unterdrückt und gelöscht werden – von wegen Meinungsfreiheit.

      https://www.volksverpetzer.de/social-media/trump-truth-social/

      Für die nahe Zukunft halte ich ein Scheitern von Twitter für denkbar – was Musk dazu bringen könnte, die Reste wieder abzustoßen. Meinen privaten Account lege ich bewusst “nur” still und behalte auch den beruflichen Account bei, weil ich mich einem rechtsstaatlichen Neustart der Plattform ohne Musk nicht von vornherein verschließen möchte. Ob sich zudem neue Mikroblogging-Varianten breiter etablieren, ob z.B. Mastodon in den deutschsprachigen Ländern eine tragfähige Alternative wird – das wird sich weisen.

      Sehr gespannt – und durchaus nicht ohne Hoffnung aufgrund steigender Wahlbeteiligung – bin ich mit Bezug auf die US-Midterm-Elections. Ihnen Dank fürs konstruktive Mitdiskutieren – ich erinnere mich immer wieder gerne an Ihren starken Kommentar zum Ressourcenfluch bzw. der Rentierstaatstheorie:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-kommentar-jahres2015-martin-holzherr/

      Mit herzlichen Grüßen!

  3. @Hauptartikel

    Moderiert ist ja schon mal das wichtigste, dass man vor Beleidigungen, Verleumdungen und Bedrohungen sicher ist. Aber wenn so ein Laden einem Rechtslibertärem gehört, dann wird der immer Wege finden, Unwesen zu treiben.

    Warum nicht gleich öffentlich-rechtliche Plattformen? Radio und Fernsehen kann man gerne reduzieren, und das eingesparte Geld in Internetangebote investieren. Dann ist man auch davor sicher, ausspioniert zu werden, und man hat nicht mehr so viele sinnlose Blinkwerbung, zwischen dem man die Inhalte manchmal suchen muss.

    So wie hier auf Scilogs, das ist suboptimal mit der Werbung. So teuer kann doch eine derartige Plattform gar nicht sein. Zumal der meiste Traffic und damit die meisten Kosten auf die Werbung entfallen, die eigentlichen Inhalte sind größtenteil Text, und verbrauchen damit wenig Datenrate. Der Datentansfer verbraucht nebenbei noch mal eine spürbare Menge Strom.

    Mein Browser braucht manchmal über 2 GB Arbeitsspeicher, wenn ich Scilogsseiten mit über 100 Kommentaren aufrufe. Die Seiten vom WDR sind da sparsamer. Aber vor allem nervt die viele Werbung. Wikipedia schafft es doch auch, ohne dem auszukommen.

    Twitter, Facebook, Emailpostfach oder auch solche Blogs wie diesen hier könnte man doch mal programmieren und kostenlos, spionagefrei und werbefrei zur Verfügung stellen. Finanziert von den Rundfunkbeiträgen. Soviel sollte uns die Demokratie wert sein. Wenn es dann ein paar Fernsehshows und Tatorts weniger gibt, was solls, die sind eher verzichtbar, finde ich.

    • Danke, @Tobias Jeckenburger. Tatsächlich möchte ich gerne dafür eintreten, in der von Tom Buhrow und vor allem Jan Böhmermann eingeforderten Reformdebatte über den ÖRR auch die Demokratie-relevante Situation von lokalen Medien, Wissenschaftsblogs und von sog. „sozialen Medien“ aufzurufen. Wir brauchen wie nach der Einführung der elektronischen Medien ein neues, stressfestes Mediensystem.

      Habe u.a. beim Lokaljournalistenpreis der KAS darüber gesprochen:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/festrede-zum-kas-lokaljournalistenpreis-2021-die-bedeutung-von-mediensystemen/

      Ertragreich war auch eine intensive Podiumsdiskussion mit Journalistinnen und unserer Landtagspräsidentin Muhterem Aras beim Landesverband des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). So glaube ich, dass eine mediale Stärkung nur der Exekutiven (Oberbürgermeister, Landrätinnen, Regierungschefs) die mediale Polarisierung eher verstärken würde. Stattdessen müssten m.E. vor allem die Legislativen (Gemeinde- & Kreisräte, Abgeordnete) medial gestärkt werden, um wieder Orte politisch-konstruktiver Diskussionen zu schaffen.

      • Twitter geht vermutlich den Weg, den Scott Alexander vor sieben Jahren beschrie(b)en hat:

        https://slatestarcodex.com/2015/07/22/freedom-on-the-centralized-web/

        https://slatestarcodex.com/2017/05/01/neutral-vs-conservative-the-eternal-struggle/

        Aber mittlerweile haben *zusätzlich* alle (außer politisch motivierten) Werbekunden eine Scheissangst, wegen der Inhalte ihrer Posts/Tweets/etc., oder der Nähe zu umstrittenen Posts/Tweets/etc. (da reicht *ein* nicht tief genug auf mögliche bösartige Interpretationen vor-bedachter Like!), in einen Shitstorm zu geraten und Kunden zu verlieren.

        Nämlich die Kunden der (vermeintlichen/unterstellten) Gegenseite im Culture War, dann die Kunden, die vom allgemeinen Ton rund um den Auftritt dieses Werbenden abgestoßen sind, und noch die Kunden die ab jetzt ein unangenehmes Gefühl mit ihm verbinden — die sind jetzt weg. Für sehr lange Zeit.

        Also hat die Werbende Wirtschaft schnell reagiert und ihre Twitter-Etats eingefroren. Twitter machte am 04.11. bereits 4 Mio USD Verlust, *pro Tag*.

        https://nitter.1d4.us/elonmusk/status/1588671155766194176

        Und das wird nicht wieder besser ohne eine MASSIVE Änderung der Politik. Eine solche Änderung ist aber nicht abzusehen. Multiplen Gerüchten zu Folge hatte Twitter aufgrund von Vorwürfen mangelnder Diversität viel Personal nach Diversitätskriterien eingestellt (und nicht wegen Kompetenz oder Erfahrung), und diese dann auf Projekte gesetzt, in denen sie wenig Schaden anrichten konnten.

        Genau diese Leute soll Musk jetzt vornehmlich gefeuert haben, sowie die dafür Verantwortlichen. Das lässt einen erbitterten Kulturkampf gegen Twitter erwarten, selbst wenn sich Musk plötzlich um 180° drehte und alle wieder einstellte. Die Werbekunden werden dauerhaft wegbleiben.

        => Twitters Zukunft ist eine schwelende Müllkippe. Geht zu Mastodon. Und, vor allem, nehmt Eure Freunde mit!

        @Jeckenburger

        Sinnlose Blinkwerbung ist hier schon lange eliminiert. Sie müssen nur Ihren “hosts” file austauschen und hin und wieder updaten:

        https://github.com/StevenBlack/hosts

        Je nach Browser sieht man dann statt Werbung eine weiße Fläche, oder die für das Element vorgesehene Fläche ist freigegeben und der gewünschte Inhalt fließt nahtlos weiter.

        @Blume
        Saubere Information ist für das Funktionieren einer Demokratie genauso wichtig wie sauberes Trinkwasser für die nationale Gesundheit. M.E. muss ihre Verfügbarkeit als Infrastruktur behandelt werden. Eigentlich sogar als Kritische Infrastruktur (KRITIS).

        https://wikiless.org/wiki/?=undefined&search=kritis&lang=de

        Das ist aber auch nicht unproblematisch, s.o. die Links von Scott Alexander dazu.

        Und bei einer Nation, die zulässt, dass ein paar Idioten die Wasserversorgung für eine Handvoll Glasperlen an amerikanische Konzerne verhökert hat (Cross-Border-Leasing), bin ich nicht optimistisch.

        • Danke, @Noch n Wort

          Wenn ich auch in einigen Aspekten noch optimistischer bin, bin ich doch sehr froh, dass die enorme Tragweite von Medienpolitik langsam verstanden wird. Das starke Sprachbild von der Informations- und Wasserqualität nehme ich gerne mit! Vielen Dank auch dafür! 🙏🙌

      • > So glaube ich, dass eine mediale Stärkung nur der Exekutiven (Oberbürgermeister, Landrätinnen, Regierungschefs) die mediale Polarisierung eher verstärken würde. Stattdessen müssten m.E. vor allem die Legislativen (Gemeinde- & Kreisräte, Abgeordnete) medial gestärkt werden, um wieder Orte politisch-konstruktiver Diskussionen zu schaffen.

        Die Selbstermächtigung der von ihrer Mission unkritisch besoffenen Exekutivorgane und ihr ‘mission creep’ sind ein ziemlich gravierendes fundamentales Problem, das bisher keine Verfassung in den Griff bekommen hat. Hier sind mal ein paar Zahlen für die Präsidentialapparate der USA von 1934 bis 1980 (https://www.sfu.ca/~moens/WhiteHouse.htm).

        ==============================
        Legend for Chart:

        A – 1 Year
        B – 2 White House Detailees
        C – 3 White House Full Time
        D – 4 Special Projects Detailees
        E – 5 Special Projects Full Time
        F – 6 Total Special Projects
        G – 7 Total White House

        A B C D E F G

        1934[a] 120 45 — — — 165

        1935 127 45 — — — 172

        1936 115 45 — — — 160

        1937 112 45 — — — 157

        1938 119 45 — — — 164

        1939 112 45 — — — 157

        1940 114 63 — — — 177

        1941 117 62 — — — 179

        1942 137 47 — — — 184

        1943 148 46 — — — 194

        1944 145 47 — — — 192

        1945 167 48 — — — 215

        1946 162 51 — — — 213

        1947 27 190 — — — 217

        1948 23 245 — — — 268

        1949 26 220 — — — 246

        1950 25 223 — — — 248

        1951 40 257 — — — 297

        1952 31 252 — — — 283

        1953 28 262 — — — 290

        1954 23 250 — — — 273

        1955 28 272 — — — 300

        1956 41 273 — 78 78 392

        1957 59 271 — 93 93 423

        1958 48 272 3 80 83 403

        1959 29 275 2 79 81 385

        1960 29 275 4 80 84 388

        1961 112 270 22 72 94 476

        1962 91 253 32 56 88 432

        1963 88 249 23 69 92 429

        1964 104 236 21 70 91 431

        1965 131 235 23 59 82 448

        1966 167 219 52 37 89 475

        1967 179 209 67 42 109 497

        1968 171 203 35 47 82 456

        1969 232 217 — — 97 546

        1970 287 250 — — 95 632

        1971 17 547 — — 8 572

        1972 34 522 — — 28 584

        1973 24 483 — — 13 520

        1974 47 506 — — — 553

        1975 27 533 — — — 560

        1976 27 500 — — — 527

        1977 17 446 — — — 463

        1978 11 351 — — — 362

        4/79 16 351 — — — 367

        1/80 70 351 — — — 421
        ===========================================

        Mittlerweile ist der Total Staff bei um die 4000, IIRC.

        Wenn man genau hinsieht, ist bislang jeder Volksan(bzw. -ver-)führer auf genau dieser emotionsbindenden Kraft des “Handelnden” an die Macht gesurft (Gandhi mal ausgenommen).

        Anscheinend haben wir hier eine auf für die jeweilige Gesellschaft ungenügende Bildung (im weitestens Sinne: Charakter- oder “Herzens”bildung, Weite des moralischen Horizonts, Weite und Tiefe des Weltverständnisses, etc. pp.) und oft bedrängender Not beruhende anthropologische Universalie.

  4. @Blume
    Im Dritten Reich haben viele Privatpersonen und Organisationen ´Die Partei´ unterstützt, weil sie sich Vorteile davon versprachen.

    Ich erwarte eigentlich, dass sich Behörden, Landesregierungen und Bundesregierung an moralische, ethische und soziale Werte halten und dafür auch eintreten.
    Diese Haltung muss deutlich kommuniziert und erkennbar gezeigt werden – indem man sich von Personen/Organisationen/Firmen distanziert, die sich nicht daran halten.

    Sie sollten deshalb bei Ihrem Arbeitgeber eine Diskussion dazu anstoßen – wie man mit ´sozialen Medien´ umgehen will.

    • Ja, @KRichard – auch das tue ich. Laut bundesdeutscher Verfassung ist ja Medienpolitik Ländersache. Als Experte soll ich nächste Woche im Kabinettsausschuss „Entschlossen gegen Hass und Hetze“ berichten. Mal schauen, ob & wie ich wiederum darüber berichten kann.

      • Wenn man hier nicht von vornherein die soziale Dynamik mit einbezieht, und entsprechend handelt, wird daraus nur wirkungslose Placebopolitik. Leider sind gerade die Engagierten kaum fähig, sich und die Auswirkungen ihrer Entscheidungen distanziert genug zu betrachten. Fragen Sie mal rum im Aussschuss, wer sich (z.B. mit den oben geposteten Links, oder vergleichbarem Material) beschäftigt hat und seine Aktionen danach geplant hat.

        Wieviele Experten hat der Ausschuss geladen: zur Dynamik politisch-sozialer Selektionsprozesse, gruppeninterner Statusdynamik,* individualpsychologisch-biographischen Faktoren der Radikalisierung und deren Bedingtheit durch die Politik?

        Entschlossen mit den falschen Massnahmen triffte immer noch die falschen Massnahmen. Aber schön, dass der Ausschuss einen plakativen Signalstarken Namen hat.

        *Kennt überhaupt jemand im Ausschuss den Begriff “virtue signalling” und kann (nach rausrechnen der moralischen Abwertung) dessen Rolle im eigenen Verhalten klar sehen, oder im Verhalten der eigenen Gruppe?

      • Ich erhoffe mir konkrete Resultate.

        Zur Zeit entsteht der Eindruck, dass die staatlichen Organe von den ´sozialen´ Medien lächerlich gemacht werden; indem man sich nicht an Werte-Regeln hält – und mit keinen ernsthaften Konsequenzen rechnen braucht.
        Kurz gesagt – wer genug Geld/Macht hat – kann machen was er/sie will.

        Dies fördert die Einstellung: Wenn ´die´ sich nicht an Regeln halten brauchen, dann brauche ich dies auch nicht zu tun. Das ist eine Grundlage für Querdenker und Reichsbürger

  5. Hoffentlich bleibt die Tagesschau als Bollwerk der Demokratie auf Twitter damit wir auch weiterhin solche Tweets lesen können:

    “Musk hat angekündigt, dass Twitter zum “Markplatz der Debatte” werden solle.
    Aber auf seinem “Markplatz” sollen offenbar auch rassistische oder verschwörerische Ratten aus ihren Löchern kriechen dürfen.
    Twitter kann nur relevant bleiben, wenn genau diese Ratten – um im Marktplatzblid zu bleiben – in ihre Löcher zurück geprügelt werden.”

    • Lieber Herr Müller,

      gehört zur Wahrheit denn nicht auch, dass gerade diese Aussage aus dem ÖRR gerade intensiv kritisiert wird? Und zwar nicht selten auch von Akteuren, Blogs & Medien, die selbst gerne „austeilen“?

      Meinen Sie, alle von Ihnen konsultierten Medien würden sich darauf einlassen, dass wir Menschen niemals als Tiere (Zecken, Bullen etc.) bezeichnen sollten? Oder wäre dies dann doch wieder beklagenswerte „political correctness“?

      Was meinen Sie? Würden Sie diese Einschränkung mittragen? (Und, ja, das ist eine ernsthafte Frage.)

  6. “gehört zur Wahrheit denn nicht auch, dass gerade diese Aussage aus dem ÖRR gerade intensiv kritisiert wird?”

    Kritik reicht in diesem Fall nicht, da ja auch bereits kräftig relativiert wird (“private Meinung des Autors”). Hier wäre mindestes eine Distanzierung der ARD vom Autor nötig oder besser noch eine Aufhebung des Arbeitsverhältnisses. Das wäre längst passiert, wenn der Mitarbeiter so etwas z.B. über Migranten gesagt hätte. Außerdem war das ja nicht der erste Fall, ich erinnere nur an den “Blinddarm der Gesellschaft”, als der Gegner der Coronamaßnahmen bezeichnet wurden.

    “Oder wäre dies dann doch wieder beklagenswerte „political correctness“?”

    Nein, solche entmenschlichenden Beleidigung sind nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

    • Danke, @Peter Müller. Tatsächlich denke ich dank Ihrer Kommentare jetzt darüber nach, das Thema ÖRR mal in einem Extra-Blogpost aufzurufen…

      Wie bewerten Sie die in Teilen harsche ÖRR-Medien-Kritik von Jan Böhmermann? 🤔💁‍♂️

      https://youtu.be/GapZpufG5Ps

      Ihnen Dank für die diesmal sehr konstruktiven Kommentare!

      • Ich halte von Herrn Böhmermann überhaupt nichts. Das Video habe ich nur 4 Minuten bis zum ersten “Nazi” ausgehalten.

          • Es sind eben gerade solche Kampfbegriffe, die die Diskussionen vergiften, die Fronten verhärten und nur zu noch mehr Spaltung führen. Ich mag die AfD immer noch nicht aber jedes Mitglied pauschal als “Nazi” zu bezeichnen ist genauso unsinnig wie jeden Linken-Politiker und Wähler als “Kommunist” oder “Mauerschützen” zu betiteln.

          • Wissen Sie, @Peter Müller – diese gegenseitigen Schuldzuweisungen linker und rechter Dualisten halte ich für ebenso gefährlich wie intellektuell langweilig.

            Auch Sie hatten sich doch gerade noch – und für mich durchaus nachvollziehbar – über einen ÖRR-Text empört, der Rechte als „Ratten“ bezeichnete. Nun hat Donald Trump die Demokratin Nancy Pelosi, deren Mann bei einem Angriff eines Trump-Anhängers schwer verletzt wurde, als „Tier“ bezeichnet.

            https://www.merkur.de/politik/donald-trump-nancy-pelosi-tier-schimpfwort-neu-verrueckt-crazy-midterms-usa-kandidatur-us-praesident-91902325.html

            Und – wo ist die Empörung von rechts?

            Wo sich Linke und Rechte nur noch als Opfer empören und jeden echten Dialog verweigern, bricht der demokratische Diskurs notwendig zusammen. Das Internet und Mehrheitswahlrecht-Systeme haben diese Polarisierung nicht hervorgebracht, aber verstärkt. Ob die Zerstörung des demokratischen Diskurses auf Dauer wirklich so viel Spaß und Sinn macht, wie viele linke, libertäre und rechte Dualisten glauben, wage ich zu bezweifeln…

          • Die gegenseitigen Vorwürfe könnte man wohl ewig fortsetzen. Ich habe gerade einen der letzten Tweets von Igor Levit auf Twitter gelesen, in dem er AfD-Politikern das Menschsein abspricht.
            Ich finde aber es macht einen Unteschied ob einzelne Personen so etwas äußern oder die Hauptnachrichtensendung des ÖRR, die auch die “Ratten” mit ihrem eigenen Geld finanzieren müssen.

  7. Social Media wie Facebook, Twitter und auch jüngere Weberzeugnisse (TikTok etc.) zeigen in meinen Augen ähnliche Probleme wie zur Zeit als Flugblätter, Bücher und andere Presseerzeugnisse erstmals grosse Verbreitung fanden. Schon damals waren Hetze , Sensationsjournalismus, Propaganda und bewusste Falschmeldungen das, was sich am schnellsten verbreitete und es ist nicht abwegig zu sagen, dass selbst Hexenverfolgungen durch Bücher (Hexenhammer), Flugblätter und Predigten (z.B. von Martin Luther) begünstigt wurden. Zurückgedrängt wurde diese medialen Entgleisungen unter anderem durch Zeitungsredaktionen, die sich selber gewisse Standards gaben und die zu Gatekeepern wurden, also eine Art Filterfunktion übernahmen.

    Heute gibt es bis jetzt kein überzeugendes Äquivalent zu den früheren Zeitungsredaktionen in den sozialen Medien, was vor allem an der Menge der Veröffentlichungen liegt. Eine zeitgemässe Lösung wäre/ist heute der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Allerdings versteht KI die Inhalte und Kommunikationsabsichten nur oberflächlich und kommt bis heute mit Dingen wie Ironie nicht zurecht. Oft bleibt die KI-Kontrolle heute auf der Ebene des Vokabulars stehen.

    Als Mindeststandards sehe ich selbst
    – Faktentreue. Was als gesichert gilt sollte nicht in Frage gestellt werden.
    – Nachweispflicht: Es sollte Quellen zu Behauptungen angegeben werden können
    – Verzicht auf Unterstellungen und Verleumdungen
    – die Pflicht unter gewissen Umständen Gegendarstellungen zuzulassen

    • Danke, @Martin Holzherr – da bin ich ganz bei Ihnen! Medienrevolutionen haben immer wieder zunächst emotionalisiert, verroht und auch radikalisiert, bis dann langsam neue Standards erwuchsen. Heute geht dies eben in einer nie gekannten, globalen Geschwindigkeit – Facebook entstand erst ab 2004, Twitter ab 2006, das Smartphone (!) ab 2007 usw. Genau deswegen halte ich es für so unverantwortlich, dass der Milliardär Musk diese Prozesse nicht etwa mitgestaltet, sondern über Nacht Tausende auch spezialisierte Mitarbeiter:innen feuert und stattdessen Bezahlschranken einziehen möchte. Ich glaube, wir müssen neue Regeln bis in unsere je eigene Lebensführung hinein er-finden, ja ertasten – statt mit der Axt um uns zu schlagen, um Profite und Macht einzufordern. Das hat nicht funktioniert und wird nicht funktionieren…

  8. Ich mag weder Twitter (habe nicht mal einen Account) noch Elon Musk (ich empfinde ihn ehrlich gesagt als substanzlosen Blender), aber die Beschwerden bezüglich der Übernahme kann ich nur bedingt nachvollziehen.

    Das grundsätzliche Problem einer Moderation besteht darin, wer die Moderatoren sind, insbesondere in einer so polarisierten und gespalteten Gesellschaft wie den USA…

    Aktuell befinden sich bestimmte Teile der amerikanischen Medien relativ fest in der Hand eher linksgerichteter politischen Vereinigungen, was sich unter anderem in der Verbreitung von “overly political correctness”-Inhalten zeigt, gemeinhin auch als woke bezeichnet. Kritik an diesen Positionen wird sehr schnell mundtot gemacht. Insofern hat sich Twitter sicherlich nicht als neutral positioniert.

    Wenn man es mal realistisch betrachtet war der Ausschluss von Trump auf Twitter (auch Trump mag ich überhaupt nicht, bzw. finde ihn sogar zum Ko….) an Hypocrisy kaum zu überbieten. Es sind um Welten schlimmere Aussagen und Positionen nach wie vor auf Twitter zu finden. Daher ist der Vorwurf, dass Twitter parteiisch agiert hat, nicht von der Hand zu weisen. Jetzt hat eben ein anderer das Ruder übernommen. Dass Musk dabei Neutralität wahr, wage ich zu bezweifeln, aber die Frage darf man durchaus stellen, ob sich die mehrheitlich linksliberale Szene tatsächlich darüber aufregt, oder ob es eher darum geht, dass ein Instrument der Medienkontrolle fehlt…

    Auch in Deutschland ist ja ein allgemeiner Linksruck der Medien durchaus sichtbar, weil Journalismusstudierende tendenziell eher dem linken Spektrum zugehörig sind. Die Fragestellung wie repräsentativ die “vierte Gewalt” ist, wird daher in Zeiten von sozialen Netzwerken nochmals deutlich an Wichtigkeit gewinnen.

    • Dank & ein Einwand: Das Problem scheint mir in der Verwechslung von Meinung und Fakten und also von (Partei-)Politik und Wahrheit zu liegen, @MrMarcellusWallace. Das Problem am von Ihnen genannten Trump war und ist doch nicht, ob er rechtslibertär oder linksliberal wäre – sondern dass er offenkundige Lügen über seine eigene Abwahl verbreitete und damit die Demokratie selbst angriff. Das durfte und darf Twitter m.E. nicht dulden.

      Ebenso interessiert mich gar nicht, ob sich z.B. Dauertalker Karl David Precht „links“ oder „rechts“ von mir verorten würde – mich interessiert, ob er die notwendige Fach-Expertise hat, um etwa der Ukraine eine Kapitulation nahe zu legen. Wenn er nur Meinung zu bieten hat, wäre mir eine immerhin vom Volk gewählte Abgeordnete lieber. Und ob jemand im Namen der Bibel oder des (einst im Stalinismus propagierten) Lyssenkoismus die Evolutionstheorie leugnet – er oder sie leugnet eine wissenschaftlich ausreichend bewährte Theorie usw.

      Anders gesagt: Über die Realität dürfen und werden wir immer wieder verschiedener Meinung sein, das darf gerne repräsentiert werden – nach Parteien, Altersstufen, Geschlechtern, Regionen usw.

      Seriöse Medien haben jedoch gerade deswegen nicht zu dulden, wenn die Menschenwürde von Diskursteilnehmenden angegriffen und die faktische, gemeinsame Realität selbst mit Lügen und Verschwörungsmythen negiert wird. Ganz egal, aus welchem weltanschaulichen oder religiösen Milieu und auf welchen Kanälen diese Bestreitungen kommen.

      • @Michael Blume (Zitat): „Das Problem am von Ihnen genannten Trump war und ist doch nicht, ob er rechtslibertär oder linksliberal wäre – sondern dass er offenkundige Lügen über seine eigene Abwahl verbreitete und damit die Demokratie selbst angriff. Das durfte und darf Twitter m.E. nicht dulden.„

        In dieser scheinbar kaum anfechtbaren Aussage von Michael Blume verbirgt sich ein fast unlösbares Problem, denn nicht nur Trump, sondern sehr viele republikanische Politiker, Politiker, die sich jetzt zur Wahl stellen, verbreiten die Lüge vom Wahlbetrug, die Lüge, Trump sei um die Wiederwahl betrogen worden. Wenn das eine Lüge ist, die nicht verbreitet werden darf, dann sollte das aber nicht nur auf Twitter verboten sein, sondern in allen Publikationsorganen. Inklusive republikanische Zeitungen. Letztlich sogar auf Wahlveranstaltungen.

        Tatsächlich glauben ja viele Demokraten inklusive Joe Biden, dass die ungestrafte Verbreitung dieser Lüge ein Angriff auf die Demokratie sei. Vor drei Tagen erschien sogar ein Gastbeitrag in der NZZ, die der gesamten GOP (Grand old Party) vorwarf, antidemokratisch, ja kriminell zu sein. Das ist ein schwerer Vorwurf.

        Entscheidend aber scheint mir, dass die US-Justiz diese Aussagen nicht als justitiabel einschätzt, dass die Polizei nicht eingreift. Unter diesen Umständen sollte auch Twitter sich gut überlegen ob es das als Ausschlusskriterium einstuft.

        • Hier sehe ich tatsächlich eine unterschiedliche Funktion unterschiedlicher Medien, @Martin Holzherr. Einerseits gibt es das Strafrecht, aber gerade auch in den USA benötigen Verfahren gegen reiche Leute – wie Trump – oft Jahre. Twitter veröffentlicht als Mikroblogging-Dienst direkte Kommunikation und muss also m.E. gegen die Verbreitung von Lügen und Verschwörungsmythen schneller & direkt vorgehen. Eine Zeitung, ein Radiosender usw. kann und sollte entsprechende Aussagen wiederum überprüfen und einordnen.

          Kurz: Ich glaube nicht, dass eine Stelle alleine das Ringen um Wahrheit entscheiden kann. Es geht nur, wenn jede/r ein Stück Verantwortung auf sich nimmt. Denn wir sind weniger denn je nur passive Konsumenten, sondern (z.B. über Online-Kommentare) mitwirkende Prosumenten.

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/seminar-fuer-medien-und-berufsethik-am-kit-karlsruher-institut-fuer-technologie/

          Danke für Ihr Interesse und Ihre konstruktiven Beiträge!

          • Die offizielle Begründung von Twitter für die dauerhafte Suspendierung von Donald Trump lautet gemäss Verlautbarung von Twitter (übersetzt von Apple):

            Wir haben das Konto aufgrund der Gefahr einer weiteren Anstiftung zur Gewalt dauerhaft gesperrt.

            Im Zusammenhang mit schrecklichen Ereignissen in dieser Woche haben wir am Mittwoch deutlich gemacht, dass zusätzliche Verstöße gegen die Twitter-Regeln möglicherweise zu genau dieser Vorgehensweise führen würden. Unser Rahmenwerk für öffentliches Interesse existiert, um es der Öffentlichkeit zu ermöglichen, direkt von gewählten Beamten und Staats- und Regierungschefs der Welt zu hören. Es basiert auf dem Prinzip, dass die Menschen das Recht haben, die Macht offen zur Rechenschaft zu ziehen.

            Wir haben jedoch jahrelang deutlich gemacht, dass diese Konten nicht ganz über unseren Regeln liegen und Twitter unter anderem nicht zur Anstiftung zu Gewalt nutzen können.

            Im weiteren werden zwei Tweets von Donald Trump angeführt , die das belegen:

            On January 8, 2021, President Donald J. Trump Tweeted:
            “The 75,000,000 great American Patriots who voted for me, AMERICA FIRST, and MAKE AMERICA GREAT AGAIN, will have a GIANT VOICE long into the future. They will not be disrespected or treated unfairly in any way, shape or form!!!”

            Kurz darauf twitterte der Präsident:
            “To all of those who have asked, I will not be going to the Inauguration on January 20th.”

            Aufgrund der anhaltenden Spannungen in den Vereinigten Staaten und eines Anstiegs der globalen Konversation in Bezug auf die Menschen, die das Kapitol am 6. Januar 2021 gewaltsam gestürmt haben, müssen diese beiden Tweets im Zusammenhang mit breiteren Ereignissen im Land und der Art und Weise gelesen werden, wie die Erklärungen des Präsidenten von verschiedenen Zielgruppen mobilisiert werden können, einschließlich der Anstiftung zu Gewalt, sowie im Kontext des Verhaltensmusters dieses Kontos in den letzten Wochen. Nachdem wir die Sprache in diesen Tweets anhand unserer Richtlinie zur Verherrlichung von Gewalt bewertet haben, haben wir festgestellt, dass diese Tweets gegen die Richtlinie zur Verherrlichung von Gewalt verstoßen und der Benutzer @realDonaldTrump sofort dauerhaft vom Dienst ausgeschlossen werden sollte.

            Fazit: Zwei Tweets von Donald Trump, die er nach dem Sturm des Kapitols und vor der Inauguration Joe Bidens absetzte, wurden von Twitter als Aufforderung zur Gewalt eingestuft. Diese Tweets enthalten aber keine direkte Aufforderung zur Gewalt, sondern sie können als Weigerung Trumps Bidens Wahl zu anerkennen, interpretiert werden.

            Mir scheint, Twitters Suspendierung Trumps ist nur mit dem Sturm auf das Kapitol zu erklären und mit der Einschätzung Twitters, dass Trump auch Twitter dazu benutzt dies zu rechtfertigen.

            Beurteilung: Dass Twitter Politikern erlaubt sich über Twitter zu politischen Themen zu äussern, ist in meinen Augen an und für sich problematisch. Und ich behaupte Twitter selbst sieht das genau so. Sie erlauben/begünstigen das wohl aus Image-Gründen und letztlich aus kommerziellen Gründen.

      • Vielen Dank für die Antwort.

        Sicherlich haben Sie recht was das Leugnen von Fakten und die Verbreitung von Fake News angeht. Aber auch hier wieder das Problem: Wer entscheidet was Fake News sind und was nicht. Selbst in der Naturwissenschaft gibt es nur einen Konsens aber keine absolute Wahrheit über brandaktuelle Themen. In den Gesellschaftswissenschaften ist das ganze noch schwieriger. Hier dominieren ja eher Einschätzungen aktueller Ereignisse auf Indizien, aber eine allumfassende Wahrheit ist hier doch eher selten anzutreffen.

        Zum Thema factcheking: Es wurde ja schon aufgedeckt, dass z.B. Facebook Faktencheck eben nicht nach Fakten betrieben hat, sondern einfach unliebsame politische Meinungen gelöscht hat. Insofern verschiebt man hier das Problem nur (Stichwort “Who watches the watchers”).

        Das viel größere Problem auf sozialen Netzwerken besteht darin, dass eine Moderation de facto gar nicht mehr möglich ist. Sie sind zu groß und zu schnell. Wenn Sie ein wenig suchen, werden sie z.B. ziemlich extreme Aufrufe aus dem Lager von BLM auf Twitter finden. Nicht gelöscht, nicht geblockt. Das selbe gilt natürlich auch für die Alt-Right. Insofern muss man schon fragen, wie man angesichts dieser Nichtmoderation eine Sperrung Trumps rechtfertigen kann. “Er hat gelogen” dürfte wohl kaum ausreichend sein, sonst könnte man vermutlich so ziemlich jeden Politikeraccount löschen 😀

        Ganz konkret zu den Vorwürfen des Wahlbetrugs vom Trump:
        Ich glaube auch absolut nicht daran, dass Wahlbetrug stattgefunden hat, aber die Meinung, dass es so war, darf Trump imho vertreten. Er kann halt nicht behaupten er habe irgendwelche Beweise dafür. Die hat er ja offensichtlich nicht, aber die Meinung darf er haben und äußern.
        Übrigens sollte man auch in Betracht ziehen, dass die freie Meinungsäußerung in den USA nochmal einen deutlich größeren Stellenwert hat als in Deutschland.

        • @MrMarcellusWallace

          Sie vertreten hier die weltanschauliche Position des Relativismus: Weil wissenschaftliche Erkenntnisse immer nur vorläufig seien, dürften sie nicht zur Bewertung von Äußerungen herangezogen werden. Und auch wenn zahlreiche (auch republikanische) US-Stellen sowie Gerichte den Vorwurf des Wahlbetruges zurückgewiesen hätten, dürfe Trump diesen Vorwurf als „Meinung“ weiterhin vertreten.

          Ich lehne dagegen den Relativismus als überaus gefährlich ab: Falsche Tatsachenbehauptungen (Lügen) sind keine Meinungen. Wer den wissenschaftlichen Konsens zugunsten von radikalen Gegenstimmen und die Rechtsprechung zugunsten von Verschwörungsmythen verwirft, zerstört damit den Diskurs, auf dem Demokratie erst gelingen kann.

          Ausführlich dazu gerne hier:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/monismus-relativismus-dualismus-skript-zum-worthaus-tuebingen/

          Auch Medienunternehmen haben ihre Freiheiten verantwortungsvoll gegenüber anderen Menschenrechten auszuüben. Zu Recht wurde z.B. Alex Jones von Infowars auch in den USA dafür verurteilt, dass er die Realität von Schulmassakern geleugnet und trauernde Angehörige als Teil einer angeblichen Verschwörung verunglimpft hatte.

          https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/fake-news-papst-alex-jones-macht-sich-ueber-strafe-lustig-18388159.amp.html

          In einem Satz: Relativismus begünstigt feind-seligen Dualismus und zerstört Wissenschaften, Recht und Zusammenleben.

    • Die Wahlempfehlungen der US-Medien waren 2016 und 2020, bei den Präsidentschaftswahlen eindeutig politisch links :

      -> https://en.wikipedia.org/wiki/Newspaper_endorsements_in_the_2016_United_States_presidential_election

      -> https://en.wikipedia.org/wiki/News_media_endorsements_in_the_2020_United_States_presidential_election


      Die Wahlempfehlungen der “Vierten Gewalt” haben Gründe, die auch den Schreiber dieser Zeilen, Dr. Webbaer ist sein Name, interessieren.
      Sie spiegelten nicht den politischen Willen des Wahlvolks wieder, in der BRD mag die Situation ähnlich sein, in anderen Ländern mit liberalen Demokratien ist die Linkdrehung der sogenannten Vierten Gewalt dankenswerterweise nicht so-o stark ausgeprägt.

      Randbemerkung :
      Der Name ‘Marcellus Wallace’, der frei gewählte Benutzername könnte sich auf einen Film mit dem Namen ‘Pulp Fiction’ beziehen.
      Denkbarerweise.

      Mit freundlichen Grüßen und eine schöne Mittwoche noch
      Dr. Webbaer

      • Ja, @Webbaer – dass Journalist:innen aufgrund ihres aufklärerischen Selbstverständnisses und oft unsicheren Arbeitsverhältnissen öfter ins progressive Lager tendieren, verbeamtete Juristen dagegen öfter ins Konservative, halte ich nicht für überraschend. Bei Medien haben wir ja immerhin eine Auswahl, bei Gerichten kaum. So what?

        • Dr. Webbaer meint halt, wie auch andere dies vor ihm taten, vom Staat bezahlte Kräfte (mittlerweile) sozusagen sich anhäufen tun könnten und sozusagen ein Eigenleben entfalten, wollen tun könnten.
          Dr. W geht davon aus, dass dies der Fall ist.

          Die selbst sind, lieber Herr Dr. Michael Blume, sind von dieser Beobachtung selbstverständlich ausgeschlossen.
          (Wie auch alle anderen hier Mitlesenden.)

          Die sog. Midterms werden womögllich morgen resulativ bekannt werden, hoffentlich nicht allzu politisch rechts, sozusagen.

          MFG
          WB

          • *
            [S]ie selbst sind, lieber Herr Dr. Michael Blume, sind von dieser Beobachtung selbstverständlich ausgeschlossen.

          • Was das Wahlergebnis angeht, so hoffe ich auch für das Beste, @Webbaer.

            Der Zuwachs staatlicher, aber auch wissenschaftlicher, medizinischer, genossenschaftlicher (usw.) Organisationsformen scheint mir die logische Folge von Bildungs- und Effizienzgewinnen zu sein: Wie wir zuvor immer weniger Menschen für die Produktion von Nahrungsmitteln benötigt haben, so nun auch immer weniger für die Güterproduktion. Das libertäre Marktverständnis, das stets von Knappheit ausging, sollte in ein kluges Modell sozialer und ökologischer Marktwirtschaft wachsen. Die Freiheitsrechte sowohl Einzelner wie auch von Gemeinschaften sind dabei durch Gewaltenteilung zu sichern.

            Falls wir als Menschheit die Klima- und zunehmend auch Wasserkrise überleben sollten, habe ich für die Zukunft durchaus Hoffnung.

          • Jaja. die US-Demokraten, die Dems, haben ja ganz ordentlich abgeschnitten, hoffentlich dauert es nicht wieder so lange mit der Auszählung. [1]

            Sicherlich ist der Schreiber dieser Zeilen eher bei Ihnen, lieber Herr Dr. Michael Blume, als bei strengen Libertären oder strengen Liberalen, Dr. Webbaer kann Ihnen nur zustimmen.
            Wobei ihm auffällt, dass sich die internationalen Krisen häufen, leider betreffen sie dann alle Länder, weil so-o viel mittlerweile wirtschaftlich verwoben ist, so fällt die (künstlich? geschaffene) Migrationskrise, die (anscheinend ein wenig hochgekochte) “Corona”-Krise und jetzt, ganz bedauerlich auch noch die Ukraine-Krise ins Auge. [2]
            Derartige Krisen sind kein gutes Zeichen, sie bestärken politisch radikale Kräfte und könnten gefährlicher politischer Neuerung dienen.
            Am besten bleibt alles politisch schön langweilig. oder?!

            Vielen Dank für Ihre Einschätzungen und den “kleinen Plausch”
            Dr. Webbaer

            [1]
            Angeblich standen in früheren Zeiten die Wahlergebnisse der US-(Einzel-)Staaten immer sehr zeitnah zur Verfügung.
            Die Briefwahl wurde weniger genutzt, sie gilt als manipulationsanfälliger als die Wahl im Wahllokal.

            [2]
            Die Klimaproblematik wird aus diesseitiger Sicht auch für spezielle wirtschaftliche Interessen genutzt, dies ist womöglich sein Hauptgrund für Sorge.
            Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht daran, dass partielle De-Industrialisierung in liberalen Demokratien hier hilfreich ist, denn produziert wird dann eben in Staaten, die sich wenig um die Klimaproblematik kümmern, wenige “klimaschonende” Vorschriften erlassen, so dass so sogar der Ausstoß klimarelevanter Gase ansteigen könnte.

  9. Aus diesseitiger Sicht hatte “Twitter” zuletzt eine politisch linke Schlagseite (auch, was die Moderation betraf) und es muss nicht schlecht sein, wenn der neue Besitzer, der womöglich liberal oder wie es in den Staaten oft heißt ‘independent’ oder ‘libertarian’ [1] ist, hier ausgleichend wirkt mit neuen Moderationseinstellungen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]
    In den Staaten ist es ja lustigerweise so, dass die politische Linke den Begriff ‘liberal’ gemopst haben, mopsen konnten, aus Gründen, die dem Schreiber dieser Zeilen unklar sind.
    Ein Liberaler in den Staaten hat sich insofern ‘klassisch liberal’ oder ‘libertär’ zu nennen – um mit seiner politischen Einstellung von der Menge verstanden zu werden.

    • @Paul Stefan
      Die Gründe für diese Verstärkung hat man bei Trump und hier in Deutschland bei der AfD gut erkennen können:
      Wenn Jemand Unsinn/Lügen verbreitet, dann gibt es 1) Leute denen dies gefällt – und es gibt 2) Leute, welche sich darüber aufregen.
      D.h. Damit werden mit Lügen/Unsinn gleich zwei(!) Gruppen sehr effektiv erreicht – welche sich dann damit beschäftigen und so auch für die Weiterverbreitung sorgen. Somit sind solche Beiträge ökonomisch wesentlich effektiver für Twitter/Facebook (als seriöse Beiträge) – da damit viel mehr Lesezeit entsteht, welche wiederum für Werbezwecke von finanziellem Nutzen ist.

      Und dieser Mechanismus ist es, was solche Beiträge so gefährlich für das gesellschaftliche Zusammenleben macht – denn damit wird systematisch Hass und Zwietracht zwischen den Menschen verbreitet. Man kann dies in den USA sehr extrem erkennen, wo die Lügen-Botschaften von Trump bereits viele Familien bzw. Freundschaften zerstört haben und der Sturm auf das Capitol beinahe erfolgreich gewesen wäre.

      Bei uns in Deutschland war der Aufstieg der AfD auch deutlich erkennbar auf die Verbreitung unseriöser Aussagen zurückzuführen: Sobald irgendein Unsinn der AfD in den Medien veröffentlicht wurde – hatten sie ihr Ziel erreicht. Damit war 1) die AfD werbeeffektiv(kostenlos) in den Medien vertreten und 2) die dafür aufgewendete Sendezeit stand für seriöse Berichterstattung nicht mehr zur Verfügung.
      Mit dieser Strategie erreichte die AfD soviel Aufmerksamkeit, dass sich dies deutlich in Wahlergebnissen niederschlug. Dieser Erfolg wurde durch fremdenfeindliche Äußerungen von Politikern (z.B. Seehofer) noch deutlich verstärkt: Er hat über Monate die Aufnahme von Asylanten kritisiert.

  10. Herr Blume,
    Irrational Gläubige und Realisten gehen getrennte Wege, doch am Anfang steht grundsätzlich die Information…

    Der amerikanische Politiker und seit dem 20. Januar 2021 amerikanische Präsident Joe Biden ist geistig stark eingeschränkt. Dies war er auch schon im Wahlkampf zur Präsidentschaft. Ob es sich aus medizinischer Sicht um eine fortschreitende Demenz handelt, oder wie man auch immer seinen Zustand beschreiben möchte, ist nur ein medizinisches Detail. Massenmedien und die meisten der vermeintlich alternativen Medien, haben sich an der Vertuschung aktiv beteiligt, indem sie so taten, als wenn es einen Joe Biden als amtsfähigen Präsidenten geben würde. Die stattfindende bis dato unvorstellbare Verschwörung hat das Potential, für jeden leicht erkennbar zu sein. Jeder und Jede muss sich nun letztendlich die Frage stellen, wenn das möglich war, was ist dann noch alles als Lüge möglich respektive wo und in welchem Umfang wurden und werden wir belogen? Was wird uns vorenthalten, was wurde auch zu allen möglichen anderen Themen ergebnisorientiert gefälscht?

    Joe Biden ist seit Jahren kognitiv stark eingeschränkt.
    Es existiert ein deutsch- sowie englisch-sprachiger Film mit dem Namen »Das Joe Biden Experiment« von Kurt Brauler, der unmissverständlich diesen Sachverhalt enthüllt. “kurtbrauler” als Suchbegriff führt zum Film…Mit diesem sehr gut dokumentierten internationalen Massenmedienbetrug wurden leicht nachvollziehbare Realitäten geschaffen, die allgemeinverständlich sind. Jeder erkennt die Lüge, es bedarf keiner „Expertenmeinungen“ oder wissenschaftlicher Studien, …

    Bezüglich der Motivation und der Vorgeschichte sei zu bemerken, dass Donald Trump als Außenseiter im Politbetrieb durch sein bloßes Außenseitertum automatisch und über sämtliche ideologischen Grenzen hinweg alle überrundeten Wasserträger und braven Parteisoldaten gegen sich aufbrachte, bis alles sonstige Gezänk zurückgestellt wurde. Es gab letztendlich nur ein Ziel: Der Spaßverderber muss erst mal weg, koste es, was es wolle, selbst wenn es dann ein geistig kranker Mensch mittels Wahlbetrug wurde,..

    • @Dirk Freyling

      Nun habe ich wirklich genug Einblicke und Erfahrungen in den Politikbetrieben verschiedener Länder gemacht, um Ihnen sagen zu können, dass “kein” Spitzenpolitiker und auch keine Spitzenpolitikerin mehr ohne großes Team arbeiten kann. Das ständige Hereinströmen von Informationen, die Dauerpräsenz in den (auch digitalen) Medien, in denen sich nichts mehr versendet, die brutale Konkurrenz… Auch ein Olaf Scholz wird da für einen kurzen Aussetzer zu Elektro- und Gasöfen sofort empört angegangen. Das ist keine “Enthüllung”, die man(n) nur gegen einzelne Politiker wenden könnte, sondern eine besonders heftige Ausformung von Multimedialisierung. Bedenken Sie nur, dass Roosevelt sogar noch seinen Rollstuhl weitgehend verbergen konnte!

      https://community.paraplegie.ch/de/blog/portraets-geschichten/franklin-d-roosevelt-der-starke-mann-im-rollstuhl

      Entsprechend war und ist der von Ihnen als “Außenseiter im Politbetrieb” gepriesene Trump auch genau das nicht gewesen, sondern war schon als Immobilienmogul tief in kommunale Deals verstrickt. Und auch jetzt als ehemaliger Präsident bestreitet er nicht nur seine offensichtliche Niederlage, sondern droht auch seinem innerparteilichen Konkurrenten DeSantis mit “Enthüllungen”, sollte dieser für das Präsidentenamt kandidieren.

      https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-warnt-ron-desantis-vor-praesidentschaftskandidatur-a-e96fe226-2a09-47bf-b29a-67294af4d945

      Donald Trump ist m.E. nicht als Außenseiter in den Politbetrieb aufgestiegen, sondern hat diesen vielmehr in den Sumpf aus Lügen, Korruption und Vertuschung (Steuerunterlagen!) hinabgezogen. Dass muss niemanden beeindrucken, der oder die sich selbst für “rational” und “realistisch” hält.

  11. Ich fand den Musk mal cool. Fünf Minuten lang, ich mag Macher, die was gebacken kriegen. Leider scheint ihn sein Verstand nicht vor seinem Charakter zu schützen. Wer’s nicht nötig hat, entwickelt ihn ja nicht weiter, da bleibt man halt auf dem primitiven, kindischen Narzissten-Niveau eines Trump hängen, und gleich und gleich beeinflusst sich gern. Vielleicht ist er aber auch zu ungeduldig, sein Geist ist schon mal zum Mars abgehoben und weilt nicht mehr auf unserem Planeten.

    Wir halten aber fest – Hass und Hetze funktionieren. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Sie es auf Twitter hätten aushalten sollen. Aber wenn Menschen wie Sie vergrault werden können, entsteht ein Milieu, in dem sich die ewig gleichen Wahnvorstellungen unkritisch verbreiten, überbieten und hochschaukeln. Eine typische Zombie-Enthirnungs-Petrischale, eine isolierte Sekte, die sich für umso klüger hält, je dümmer sie wird. Kleine Teams sind ja stets praktisch, wenn es um schnellen Fortschritt geht, da kann man sich besser aufs Wesentliche konzentrieren.

    Die Lösung ist die gleiche, wie bei Putin – eine klare Grenze, wir dürfen nicht bei ihnen rein, sie nicht bei uns. Da haben wir schon zwei Petrischalen, die auseinander rasen, in verschiedene Formen des Wahnsinns hinein. Die Fähigkeit zur Kommunikation haben wir bereits weitgehend verloren, bleibt nur der eskalierende Konflikt. Knuddellaune ist nicht, da werden beide Seiten kräftig daran werkeln, ihre Aggressionen zu rationalisieren und in Ideologie zu gießen. Der Zeitgeist erzwingt Faschismus, er steht nicht mit Blümchen und Pralinen vor Ihrer Tür und bittet höflich drum. Sich einem Zwang zu entziehen, den die ganze Welt auf einen ausübt, wird verflucht schwer.

    Aber das Schöne ist – je mehr der gemeinsame Wahnsinn genormt ist, je mehr die blinden Flecken die kognitive Dissonanz überdecken, desto mehr normale, geistig gesunde Menschen findet man um sich. Jeder strebt nach der schönen, heilen Welt. Die Frage ist, wer die Gummiwände aufstellen soll, damit die Welten auch schön heil bleiben.

  12. @ Dr. Webbaer und zu:

    “..In den Staaten ist es ja lustigerweise so, dass die politische Linke den Begriff ‘liberal’ gemopst haben, mopsen konnten, aus Gründen, die dem Schreiber dieser Zeilen unklar sind…..” (Zitatende)

    Das ist in “den Staaten” deswegen so, weil dort (aus propagandistischen Gründen) “Sozial….. ” mit “sozialistisch” (künstlich) konnotiert wurde und beides keinesfalls zusammen mit “demokratisch” ins Bewusstsein der (US-) Menschen gelangen durfte. Denn selbst gemäßigte “Kapitalismuskritik” musste immer mit einem (totalitären) Kommunismus in Verbindung gebracht werden.

    Und deswegen wollten /mussten (?) selbst die reformerischen bzw. “sozialdemokratischen” Kräfte sich eben “liberal” und nicht , wie in vielen europäischen Ländern “sozialistisch” nennen. Denn der “Sozialismus” war/ist in USA des Teufels und der Teufel war dort immer schon “Kommunist”.

    Für viele (Finanz-) US- Eliten wäre es der größte GAU, wenn in einer Mehrheit der Bevölkerung sich der (teuflische) Gedanke breit machte, dass es kein Hexenwerk sein könnte , die unglaublichen ökonomischen und sozialen Unterschiede auf demokratischem Wege über eine Art von “Demokratischen Sozialismus” einzuebnen.
    Und deswegen soll /darf es in USA (von einer kleinen Minderheit abgesehen) eben keine “Linken” geben, sondern nur “Liberale”

    Für sehr viele fundamentalistisch -orthodoxe Religiöse dort sind selbst brave Liberale im europäischen Sinn (weil sie einen teuflischen Hang zu “wissenschaftlicher” Religionskritik haben) schon auf dem halben Weg zum Kommunismus wenn nicht gar zum “ewigen Höllenfeuer”. Das gilt übrigens ähnlich auch für Israel, wie man erst jüngst wieder deutlich erkennen konnte.

    • Wer hätte es gedacht, dass @little louis und ich mal bei einem Thema übereinstimmen würden…

      Aber, ja, die gezielte Überblendung von sozialdemokratisch – sozialistisch – kommunistisch war und ist Teil der rechtslibertären Strategie. Und übrigens auch ein Grund für die tiefe Abneigung gegen die skandinavischen und süddeutschen Demokratien mit vergleichsweise starken Sozialstaaten und wachsendem Mitweltbewußtsein.

      Dagegen ließ Elon Musk Tausende Leute brutal feuern – und rief dann mit seinem eben erst erworbenen Medium Twitter zur Wahl der Republikaner auf.

      https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/elon-musk-gibt-wahlempfehlung-fuer-republikaner-8112022-100.html

      Bleibe bei der o.g. Aussage – mit dem Mediensystem entscheidet sich auch die Zukunft von Demokratien.

  13. Zum Folgenden (Zitat aus einem Kommentar von weiter oben):

    “……Mit diesem sehr gut dokumentierten internationalen Massenmedienbetrug wurden leicht nachvollziehbare Realitäten geschaffen, die allgemeinverständlich sind. Jeder erkennt die Lüge, es bedarf keiner „Expertenmeinungen“ oder wissenschaftlicher Studien, …
    Bezüglich der Motivation und der Vorgeschichte sei zu bemerken, dass Donald Trump als Außenseiter im Politbetrieb durch sein bloßes Außenseitertum automatisch und über sämtliche ideologischen Grenzen hinweg alle überrundeten Wasserträger und braven Parteisoldaten gegen sich aufbrachte, bis alles sonstige Gezänk zurückgestellt wurde. Es gab letztendlich nur ein Ziel: Der Spaßverderber muss erst mal weg, koste es, was es wolle, selbst wenn es dann ein geistig kranker Mensch mittels Wahlbetrug wurde,….”

    (Zitatende)

    Auch auf die Gefahr, deswegen (wie schon öfter) argumentationsfrei
    “gebashed” zu werden schreibe ich:

    Das (nochmal oben Zitierte) sollte man, selbst wenn man eingefleischter (hierzulande meist ampelfarbener) Parteigänger sein sollte, zumindest als “Vorläufige Forschungshypothese” (Wir sind hier schließlich ja populärwissenschaftlich unterwegs) in Betracht ziehen bzw. als Denkanstoß gelten lassen.
    Und nicht gleich ängstlich als bösen Verschwörungmythos in die Tonne treten.

    Die Diskussion ist eröffnet ! Schließlich leben wir ja in einer der “besten Demokratien ever” , in der ein ergebnisoffener und fairer Diskurs doch eine reine Selbstverständlichkeit sein sollte.

    • Nun, @little louis – ich hatte doch auf die „These“ schon geantwortet und sie auch nicht als Verschwörungsmythos bezeichnet.

      Gönnen Sie sich doch mal ein bisschen weniger Angst. Auch am 9. November: Niemand hier will Ihnen Böses. 🤔💁‍♂️🖖

  14. Dass der eine oder die andere Angst hat, mit authentischen Inhalten konfrontiert zu werden, die nicht ins Weltbild passen und sich nicht relativieren lassen, ist so alt wie die Menschheit selber. Wer sich die ca. 50 Minuten [Link gelöscht, M.B.] komplett anschaut und nicht nur mal “hier oder da reinschaut”, hat die Möglichkeit eine eigene Bewertung der dokumentierten Geschehnisse in Bild und Ton vorzunehmen. Obwohl die “Bildsprache” des allgemeinen Teils des Filmes für politisch interessierte “Standardgucker” ungewöhnlich ist, ändert diese inhaltlich nichts an den – auf öffentlich zugänglichen Material – basierenden Filmaussagen.

    Zur Fragestellung und Motivation des Filmes
    Was wäre eine gut zu identifizierende Lüge, die das Potential hat Paradigmenwechsel einzuleiten? Sozusagen die optimale Lüge als Reflektionskeim im Sinne und im Bestreben einer basisnahen rational gestalteten Zukunft. Was sind deren Charakteristika?

    i) Die Lüge muss extreme Dimensionen besitzen. Bedeutet: Jeder (erwachsene) Mensch kann sich nicht vorstellen, so extrem belogen worden zu sein. Es müssen, bezogen auf die Gesamtbevölkerung, signifikant viele Menschen betroffen sein. Man kann sich nicht vorstellen, dass „alle“ mitgemacht haben.

    ii) Die Lüge muss über einen großen Zeitraum aktiv existieren. Das bedeutet, sie muss täglich immer wieder ausgesprochen und weitreichend verbreitet werden.

    iii) Die Lüge muss von vielen vermeintlich unabhängigen Menschen und Institutionen getragen werden.

    iv) Die Lüge muss letztendlich nahezu barrierefrei von jedem als solche erkennbar sein.

    Eine These im allgemeinen Film-Teil “besagt”:

    …“Auf dem Gipfel der Macht und der Anerkennung werden Menschen plötzlich gesprächig, kokettieren mit ihren Tricks und kleinen Mogeleien, spötteln über Ethik und Moral und brüsten sich ihrer Fähigkeit, ein ganz spezielles persönliches Interesse mit Hilfe von Manipulation und geschickter Propaganda durchgesetzt zu haben.
    Manche Vermutung über das wahre Wesen eines erfolgreichen Menschen findet durch derart eitle Selbstenthüllung ihre Bestätigung, vermag aber keineswegs die Machtposition des Menschen zu erschüttern. Etabliert ist etabliert
    .“
    Zitat von Klaus Gebler

    Tatsache ist:
    Jean-Claude Juncker sagte als Präsident der europäischen Union “Wenn es ernst wird, muss man lügen!
    Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

    Nach diesem These-Beispiel-Beweis-Muster wird im weiteren Filmverlauf mittels zahlreicher Bild-Ton-Veröffentlichungen aufgezeigt, dass Joe Biden schwere kognitive Probleme hatte und zunehmend hat. Biden versucht beispielsweise wiederholt Unsichtbaren die Hände zu schütteln, ließt vom Teleprompter nicht nur den Text, sondern auch die “Textsteuerbefehle”, wie »repeat the line« oder »end of quote« vor und ist bei diversen Auftritten unfähig kohärent Sätze vorzutragen. Biden erinnert sich im Vortrag nicht an Namen und Orte,… wer welche Ämter inne hat usw. Dieses und vieles mehr ist hör- und sehbar.

    • Es tut mir Leid, @Dirk Freyling – ich werde hier keine Links einstellen, auf denen demokratisch gewählte Politiker:innen und Offizielle diffamiert werden. Sie haben sich ja umgekehrt weder zu den nachgewiesenen Lügen Trumps noch zu der Republikaner-Wahlempfehlung des neuen Twitter-Eigners Elon Musk geäußert. Ich muss also davon ausgehen, dass es Ihnen in dieser Diskussion gar nicht um eine sachliche Abwägung geht, sondern nur um ein Herabsetzen von Demokraten.

      • Ich finde es gut das auf Twitter wieder Meinungsfreiheit herrscht.

        Es wurde viel gelöscht was den Mächtigen nicht gefallen hat. Unter anderem Tweets zum Mord an Mary Phagan durch den Juden Leo Frank. Da wirde von jüdischer Seite extrem viel gelogen und ich wollte einiges richtigstellen.

        Gelöscht…

        @ Herrn Blume

        Meinen sie die Demokraten die sich durch Eppstein und Maxwell haben erpressen lassen 😉

        Wir müssen wissen welche Entscheidungen hier aufgrund dessen getroffen wurden und diese wieder rückgängig machen. Insbesondere was Israel angeht.

        Die Juden müssen mit der Opfernummer aufhören und hier Aufklärung leisten.

        Sonst brauchen sie sich nicht über Antisemitismus wundern.

        Epstein war nur die Spitze des Eisberges.

        • Es ist „sehr nett“ von Ihnen, @Shabbes Goy, dass Sie uns hier demonstrieren, dass Sie unter „Meinungsfreiheit“ vor allem die Verbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen verstehen. Dass Sie die millionenfachen Verbrechen etwa im Namen des christlichen Invasoren Putin nicht einmal erwähnen, sondern nur Juden negativ thematisieren, spricht ebenso Bände wie Ihr selbstgewähltes Pseudonym.

          Meinungsfreiheit kann bedeuten, dass antisemitische, rassistische und sexistische Inhalte verbreitet werden dürfen. Echte Meinungsfreiheit bedeutet aber immer auch, Antisemitismus, Rassismus und Sexismus zu benennen.

          Ihnen gute Besserung – hier auf dem Blog finden Sie viele Inhalte, die Ihnen bei der Überwindung feind-seligen Dualismus helfen könnten. Sie müssten dies allerdings selbst wollen.

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