Das Sonderkontingent Nordirak als Radioprojekt beim Campusradio Horads 88,6

Vor bald zwei Jahren gab ich am KIT Karlsruhe ein Seminar in Medienethik, in dem wir die neue Rolle der “Prosumenten” erkundeten – der immer mehr Menschen, die Medien nicht nur konsumieren, sondern auch selbst produzieren.

Umso lieber nahm ich mir dann auch Zeit für eine Gruppe Studierender – Svitlana Magazova, Sahin Kablan und Julia Schuster -, die für das Stuttgarter Campusradio Horads 88,6 eine eigene Sendung zum Thema “Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder” – vor allem Jesidinnen – produzieren wollten und auch schon eine junge Aufgenommene sowie eine Übersetzerin aus dem SoKo-Team interviewt hatten. Nun wurde ihr Beitrag ausgestrahlt, hört selbst:

Das Radioprojekt wurde eingestellt auf Soundcloud, Screenshot Michael Blume

Die Hintergrundmusik zu diesem Radioprojekt stammte von der jungen Band “Rahi”, die vor wenigen Wochen einen ersten Preis bei “Bunt statt Braun” in Waiblingen abräumte.

Für mich persönlich ist es durchaus wichtig, bei allen Debatten und Forschungen über negative und gefährliche Aspekte der Digitalisierung – wie Fake-News, Medienblasen und Radikalisierungen -, auch die vielen guten Projekte nicht zu übersehen, die gerade auch von jungen Menschen auf den Weg gebracht wurden und werden.

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Zu ihrem Beitrag vom 17.11 “Der verzögerte Buchdruck im Islam auch in Dan Diners Versiegelte Zeit” möchte ich anmerken das auch Karl H. Metz, ein deutscher Historiker, in seinem Werk “Ursprünge der Zukunft. Die Geschichte der Technik in der westlichen Zivilisation, 2006”, einem Standardwerk der Technikgeschichte, die Ablehnung des Buchdruckes als Hemmnis für die Entwicklung der arabischen Staaten benennt, vor allem auf den Seiten 563 und 564. Aufgrund der Konzentration des Buches auf die Geschichte der Technik ist der Abschnitt über die arabischen Staaten kurz. Ein Auszug von Seite 564: “Die religiöse Interpretation westlicher Technik, die diese mit einem in doppelter Weise feindlichen Kulturansatz identifiziert: dem Christentum wie einem säkularisierenden Positivismus, ist in dieser Form einzigartig. Zu einer schöpferischen Rezeption westlicher Technologie wie in Japan, aber auch in China und Indien, ist es in der islamischen Welt bis heute nicht gekommen.”
    Generell würde ich empfehlen “Ursprünge der Zukunft” zu lesen, das Buch bietet einen sehr guten Überblick über die Entwicklung der Technik, inklusive den Gründen warum sie wo entwickelt wurde. Außerdem schreibt Metz in philosophischer Qualität, die Formulierungen sind oft einprägend. Das Buch ist online und legal verfügbar: https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00044458_00561.html?zoom=1.00

  2. Bitte, Ursprünge der Zukunft ist eines der besten Bücher die ich je gelesen habe.
    Islam in der Krise finde ich auch sehr lesenswert.

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