Bürde oder Würde – Warum kämpf(t)en Menschen um ihr Wahlrecht?

Heute, am 8. März 2026, lebt die föderale Demokratie im EUSALP-Alpenraum: In Baden-Württemberg finden Landtagswahlen und in Bayern Kommunalwahlen statt. Und in der Schweiz gibt es heute Volksabstimmungen zu gleich vier Vorlagen : Zur Bargeld-Initiative, zur Finanzierung der Schweizer Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), zur Klimafonds-Initiative und zur Individualbesteuerung gegen die gemeinsame Veranlagung von Ehepaaren.
Zudem ist der ursprünglich sozialistische 8. März seit einem UN-Beschluss von 1975 der Internationale Frauentag, an dem an den langen Kampf für das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung erinnert wird.
Interessierte an meinen Büchern und an diesem Blog werden sicher die große Antoinette Brown Blackwell (1825 – 1921) kennen. Sie sorgte als junge Theologin schon beim ersten Frauenrechtswahlkongress von 1850 in Worcester, Massachussets, für Aufsehen – und konnte dann als letzte noch lebende Teilnehmerin dieses Kongresses 1920 an den US-Präsidentschaftswahlen teilnehmen!
Antoinette Brown Blackwell war u.a. die erste ordinierte Pfarrerin der USA & Neuzeit, eine führende Rednerin der Frauenrechtsbewegung, Kämpferin gegen Sklaverei und Alkoholmissbrauch, eine lange verdrängte Evolutionsforscherin (u.a. „The Sexes Throughout Nature“, 1875), Ehefrau und Mutter von sieben Kindern. Medienkachel: Michael Blume mit Notebook LM.
Warum wollen Menschen überhaupt an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen?
Der US-amerikanische Politik-Ökonom Anthony Downs (1930 – 2021) betrachtete in seinem grundlegenden Werk „An Economic Theory of Democracy“ (1957) Wählende als Kundschaft und Parteien als Anbieter. Allerdings konnte er damit das Paradox der Wahlbeteiligung nur aufwerfen, aber nicht lösen: Warum nehmen so viele Menschen die Anstrengungen einer Wahl oder Abstimmung auf sich, obwohl ihre individuellen Stimmen für das Gesamtergebnis kaum Gewicht haben?
Zivilreligiöse Mimesis: Eine Frage der Menschenwürde
Ich vertrete dazu die politik- und religionswissenschaftliche These, dass die Wahlbeteiligung ein Ausdruck zivilreligiöser, positiver Mimesis zur Menschenwürde ist: In den meist gemeinsam beschrittenen und individuell vollzogenen Ritualen der Präsenz- oder Briefwahlen sowie Abstimmungen inszenieren und erleben sich Menschen als frei und mitbestimmend (Selbstwirksamkeit), also als Inhaberinnen und Inhaber von Menschenwürde.
Deswegen ist eine hohe Wahlbeteiligung auch nicht angeboren, sondern muss immer wieder durch zivilreligiöse Appelle – heute u.a. durch Rieke C. Harmsen im evangelischen Sonntagsblatt – hergestellt werden.
Die enorme Bedeutung der Mimesis für die menschliche Psychologie erläutere ich nicht nur mit Büchern, sondern auch mit der Nachbildung eines Faustkeils aus der vor- und frühmenschlichen Acheuléen-Kultur. Foto: Michael Blume
Diese enge Bindung von Wahlbeteiligung und Menschenwürde ist übrigens auch der Grund, warum ich auch als Politikwissenschaftler die bundesdeutschen Parteien-Koalitionsverträge seit 1961 ablehne: Wir wählen Abgeordnete in Bundestag und Landtage, die danach aber faktisch durch im Grundgesetz und Landesverfassungen gar nicht vorgesehene Parteigremien wie Koalitionsausschüsse und Reformkommissionen bevormundet werden. Dadurch wächst die Unzufriedenheit sowohl auf Seiten der Wählenden wie auch Gewählten.
Aus meiner Sicht wäre eine parlamentarische Konsensdemokratie würdiger und damit besser, in der Regierungskoalitionen auf Basis schlanker Grundsatzvereinbarungen gebildet werden, die vom Volk gewählten Abgeordneten wieder ihre Haushalts- und Gesetzgebungsrechte selbstbestimmt ausüben und Grundsatzfragen in Volksabstimmungen entschieden werden.
Ebenso halte ich die KP-Diktatur in China gegenüber der Demokratie in Indien für nicht nur demografisch unterlegen: Wer Menschen die zivilreligiöse Ideologie vermittelt, sie dürften aus Gründen vermeintlich optimaler Entscheidungen nicht ihre eigenen Regierungen und Gesetze mitbestimmen, verletzt ihre Menschenwürde, beschleunigt gesellschaftlichen Rückzug und Geburtenimplosion.
Auch die meisten Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie die Perry Rhodan-Science Fiction – der bisher längste Serienroman der Menschheit – ringen immer wieder mit dieser Frage.
Auf Mastodon habe ich zum heutigen Tag auch eine Fediverse-Umfrage zu Wahlen als Würde oder Bürde erstellt – und zwar auf meinem neuen Account bei Digitalcourage e.V., wohin ich zum Schutz vor willkürlichen Löschungen von Posts gewechselt bin.
Michael Blume mit Solarpunk-Tasse und dem Motto „Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern“ sowie einem blauen T-Shirt mit der weißen Aufschrift: „Fediverse – Social Media Done Well“. Foto: Privat
Ebenso freue ich mich über rege Dialoge hier auf „Natur des Glaubens“!
Und, ja, auch ich rufe zivilreligiös zur Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen auf. Denn es geht dabei um nicht weniger als um unsere Freiheit – und Würde.




Beim Bewegen mancher Gedanken des Blogs und auch der Posts im Hintergrund haben mich Vorstellungen zur Modellbildung für die Gestaltung des Gemeinwesen, also zur Politik, stärker angesprochen.
Sie weisen hier auf einen Versuch hin, diesen Prozess über ökonomische Modellvorstellungen zu beschreiben.
Dazu gibt es ja auch auf der Seite der bpb.de einige Überlegungen, z.B. https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/staatsreform-2026/575915/liefern-als-politisches-konzept/
Mir fällt auf, das die Möglichkeit, etwas geben zu können, beizutragen zu einem gelingenden Ganzen, die ja meist eher in einer Sphäre gelebt wird, wo das Geld etc. nicht die primäre Rolle spielt, dann oft nicht mehr auftaucht.
Vielleicht zeigt sich in so einem Paradox, was Sie hier ansprechen, dass bestimmte Modellbildungen und die damit verbundenen Haltungen in eine Sackgasse führen. Es kann nicht darum gehen, für sich etwas herauszuholen, ohne auf das Ganze zu achten. Dann werden Seiten des Systems verdrängt, die sich unvermutet vermutlich später melden werden.
In einigen politischen Begriffen ist ja noch etwas anderes unterschwellig präsent. Z.B. bedeutet ja Minister ursprünglich Diener – was im christlichen Kulturraum an Worte Jesu denken lässt, wer unter euch groß sein will, der …
Herzlichen Dank, @HG Unckell 🙏 – Sie haben wieder schnell und genau erfasst, worum es mir geht! 🙏
Das ökonomistische und nach meiner Einschätzung grundfalsche Verständnis von Wählerinnen und Wählern als Kundschaft, dem Kandidierende und Parteien als Anbieter von Politik gegenüberstehen, wird im Englischen als Deliverism, deutsch: Lieferantismus bezeichnet.
Es ist empirisch aus meiner Sicht überhaupt nicht haltbar, weil es
1. die hohen Wahlbeteiligungen trotz individuell geringem Stimmgewicht nicht erklären kann.
2. nicht erklären kann, warum sich so viele Menschen in demokratischen Parteien, Verbänden und Bewegungen engagieren, dafür teils erhebliche Beiträge leisten.
3. dazu führen müsste, dass nicht politisches Storytelling, sondern ökonomischer Stimmenkauf die Wahlgänge dominiert.
Dagegen hat beispielsweise der US-texanische Christ & Demokrat James Talarico mit einer christlich-monistisch-zivilreligiösen Sprache gerade die demokratischen Primaries gewonnen, indem er Abertausende Kleinspenden, Freiwillige („Volunteers“) und schließlich eine deutliche Mehrheit erzielte.
Politik ist kein ökonomisches, sondern ein zivilreligiöses Geschehen. Sie zielt auf Mythos und Thymos, auf Sinn und Gemeinschaft – die häufige Gier wird buchstäblich als Verderbnis, als Korruption verstanden.
Und, ja, die Ministerin und der Minister sind nicht zufällig direkt der Mikistrantin und dem Ministranten verwandt, die ihre unverzichtbaren Beiträge zum christlichen Gottesdienst leisten (sollen).
Entsprechend halte ich die weitgehende Entmachtung der bundesdeutschen, vom Volk gewählten Abgeordneten seit 1961 durch eine kleine Gruppe von Parteifunktionären für eine Notmaßnahme, die nach der Fernsehdemokratie auch nicht mehr ankommt.
Warum wählen wir Hunderte Mitglieder des Bundestages (MdB), nur damit danach über Rentenreformen oder Heizungsgesetze in geschlossenen Parteizirkeln entschieden wird? Das ist nicht mehr vermittelbar und zeigt ein verdrehtes Verständnis von „Liefern“. Beobachte und meine ich.
Semantik. Es gibt verschiedene Wörter für Ego, da es je nach Situation unterschiedlich wirkt, und damit unterschiedlich bewertet werden muss – Menschenwürde, Größenwahn, Freiheitsdrang, Herrschsucht, Wut, göttliches Feuer, Glaube, Gier, Selbstvertrauen, Sturheit, moralisches Rückgrat, Mordlust – wichtig ist dabei das Machtverhältnis zwischen Individuum und Umwelt, Druck und Gegendruck, denn am Ende ist es nur Feuer, Energie, die aus ihrem Gefängnis aus Materie ausbrechen will. Und so wird Trumps ungehemmte Würde zum Freiheitsdrang, dann zu Sadismus, dann zur Berserker-Raserei. Der Trick ist, den Regler auf der Skala dort festzuhalten, wo es Spaß und Sinn macht und das Feuer zu kanalisieren, sodass der Berserker nicht von Opfer zu Opfer, sondern von Beförderung zur Beförderung rast – macht genauso glücklich, schlägt aber auch genauso aufs Hirn wie ein Blutrausch.
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
Den schon antiken Begriff, den Sie, @Paul S., suchen, ist der Thymos!
Francis Fukuyama unterteile ihn in die „linke“ Isothymia – die Sehnsucht nach einer Verschmelzung mit Gleichen – und die „rechte“ Megalothymia, die Sehnsucht nach Dominanz. Alle (!) politischen Bewegungen lassen sich in der komplexen Interaktion dieser Thymotiken analysieren.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/weihnachten-als-auch-saekulares-fest-der-liebe-und-isothymia/
Wir können das bisweilen ekstatische Leben verstehen, ohne uns selbst in Ekstase zu schreiben.
@ Michael Blume 08.03.2026, 09:15 Uhr
Ich möchte sachlich, offen auf Ihre Argumente eingehen.
Zitat: „1. die hohen Wahlbeteiligungen trotz individuell geringem Stimmgewicht nicht erklären kann.“
Die Wahlbeteiligung ist aus mehreren, auch psychologischen Gründen relativ hoch.
Die Wähler wollen sich solidarisieren, Netzwerke bilden um ihre „Sichtweisen“ zu fördern.
Manchen ist ein Kandidat einfach „sympathisch“, manche finden Eigenschaften oder Fähigkeiten besonders gut, manche wählen ihn, weil sie verhindern wollen dass ein anderer Politiker, den sie nicht schätzen, ans Ruder kommt. Viele, auch noch unbekannte Aspekte, wirken zusammen, dass es so ist, wie es nun einmal ist……
(Die, sagen wir einmal 20% Nichtwähler, wollen sich, teilweise aus „Protest“, aber auch aus Bequemlichkeit, oder weil sie meinen dass ihre Stimme „untergeht“….. nicht beteiligen).
Zitat: „2. nicht erklären kann, warum sich so viele Menschen in demokratischen Parteien, Verbänden und Bewegungen engagieren, dafür teils erhebliche Beiträge leisten.“
Manche meinen eben, dass sie etwas „leisten müssen“ um ihre Anliegen zu fördern. Das muss nicht gleich Bestechung sein. Man will aus einem „passenden Netzwerk“ Informationen heraus bekommen. Wie man z.B. einen besseren Job bekommt, oder an bestimmte Aufträge „herankommt“. Die Vergabeprozesse selbst, dürften weitestgehend völlig korrekt ablaufen. Manche wollen im Netzwerk für sich aus den verschiedensten Gründen „werben“.
Zitat: „3. dazu führen müsste, dass nicht politisches Storytelling, sondern ökonomischer Stimmenkauf die Wahlgänge dominiert.“
Viele Menschen, besonders Frauen, wollen „Geschichterl“ hören, lesen. Man beachte nur, wie viele Zeitschriften der Yellow Press an den Verkaufsständen herumliegen und offensichtlich auch verkauft werden, obwohl lauter Blödsinn drinsteht.
Amerika scheint „religiöser“ als Europa. Politiker bauen immer kleine religiöse „Szenen“ in ihr politisches Geschäft ein.
Manche sehen auch, etwas sarkastisch, Politiker als „Tempeldiener des Demokratie-Kults“.
Ich meine, wenn es darum geht, die vielen „angelieferten Ideen“ auszuwählen, geeignet und widerspruchsfrei gegenüber dem Parteiprogramm zusammenzuführen, ist eine „breite Öffentlichkeit“ nicht gerade förderlich.
Die Politiker würden sich in der Öffentlichkeit lächerlich machen. Passiert ohnehin immer wieder, wenn gelegentlich was aus Verhandlungen „in die Öffentlichkeit“ gelangt.
Die Politik würde noch unglaubwürdiger. Realistisch geht es nicht anders, als unter der „Bettdecke“ zu verhandeln….
Das alte Heizungsgesetz hat bei alten Leuten zu purer Verzweiflung geführt, wenn sie erfahren haben, was ein Heizungsumbau mit Wärmedämmung kosten würde.
Als ich auf irgend einem Blog mit einer eher „Grünen“ darüber diskutiert habe, meinte die, warum ich mich so aufrege, wenn ich doch nur die 20 000 Euro für den Ölkessel, für eine Wärmepumpe aufwenden müsse. Es könnte mir doch völlig egal sein, was im Keller herumsteht…..
Das war zwar auch mein erster Gedanke, aber mir war als Techniker schnell klar, dass die „Vorlauftemperatur“ bei Wärmepumpen viel zu niedrig ist und die Investitionen erforderlich sind. Vielleicht kommen irgendwann auch noch „Hochleistungswärmepumpen“ auf den Markt?
Jetzt ist aber das Problem, dass die alte Bude mit altem Grundriss, vermutlich ohnehin bald abgerissen wird und die Investitionen auch noch „verbrannt“ wären….
Dieses Problem gibt es, besonders in der exDDR bei Millionen Wählern, die natürlich an der Wahlurne „abrechnen“ würden.
Vielen lieben Dank, @Realo 🙏 – Heute ist es Ihnen gelungen, „sachlich, offen“ auf meine Argumente einzugehen! 👍🙌
Und, ja, auch Wählerinnen und Wähler bauen zu anderen Menschen wie Politikern, Schauspielerinnen, medialen, religiösen und historischen Persönlichkeiten sog. „parasoziale Beziehungen“ auf. Während mir etwa die vor über hundert Jahren verstorbene Antoinette Brown Blackwell auch in ihrem Engagement für eine gleichberechtigte Demokratie, für Wissenschaft und Dialog ein bleibendes Vorbild (!) ist, bleibt sie für antireligiöse & wissenschaftsfeindliche Sexisten ein Feindbild (!).
Und dass umgekehrt auch Diktatoren und Massenmörder immer wieder Verehrerinnen & Verehrer finden, wissen Sie ja bereits aus unseren tiefen Dialogen über Tyrannophilie.
Ganz bei Ihnen bin ich auch bei der vergleichenden Betrachtung der USA 🇺🇸 – mit Bezug zur US-Innenpolitik prägte Robert N. Bellah den religions- und politikwissenschaftlichen Begriff der „Zivilreligion“!
Die Ängste vor dem anfangs noch sehr ungelenken Referentenentwurf des sog. Heizungsgesetzes wurden von fossilen Lobbyisten und Konzernmedien gezielt und bald auch polemisch befeuert.
In seiner geltenden Form hat das derzeitige Heizungsgesetz dazu geführt, dass sich im letzten Jahr erstmals in der deutschen Geschichte mehr Menschen für eine Wärmepumpe als für eine fossile Gasheizung entschieden.
Zwischen Januar und Juni 2025 wurden in Deutschland 139.500 Wärmepumpen installiert – ein Anstieg von 55 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit übertrifft die Technologie erstmals die Zahl der neu verkauften Gasheizungen, die mit 132.500 Geräten einen Rückgang verzeichnen.
https://www.baulinks.de/webplugin/2025/1323.php4
Und diese Entscheidung war sowohl technologisch, strategisch wie auch wirtschaftlich goldrichtig, wie ja auch der aktuelle Irankrieg mitsamt der explodierenden Preise für Erdöl und Erdgas zeigt. Dabei begrenzen jene Millionen von uns Deutschen, die bereits mit Photovoltaik, Wärmepumpen und/oder Elektroautos post-fossil unterwegs sind, ja auch schon die fossile Nachfrage und damit die Preissteigerungen auch für die noch fossil Abhängigen.
Besonders große Sorgen mache ich mich über die Mieterinnen & Mieter in Deutschland, die oft an die eingebauten, fossilen Technologien gebunden sind – und die extrem hohen Kosten dafür auch noch tragen sollen!
Eine Wahl zu haben, bedeutet, etwas mitgestalten zu können. Auch wenn die einzelnen Stimmen für sich ja noch keinen Einfluss bedeuten. Menschen, die in früheren Jahrhunderten lebten, hatten diese Möglichkeit nicht.
Heute leisten wir uns den sträflichen Luxus nicht wählen zu gehen, weil wir entweder keine(n) der Kandidaten oder Kandidatinnen genügend sympathisch finden, um ihn/sie zu wählen.
Während des Landtagswahlkampfs in Baden-Württemberg las ich auf Social Media zu oft, dass man Kandidat XYZ nicht wählen könne, weil er nicht ausreichend lila-blassblau-kariert sei.
Zwar kann ich diese Einstellung nachvollziehen. Aber überzogene Forderungen an einzelne Parteien oder Bewerber schaden der Demokratie. Vor allem, wenn die Wähler extremistischer Parteien in immer größerer Zahl diese Vorbehalte nicht haben.
Sollten wir nicht darüber mehr reden? Ohne Vorwurf, aber mit einem Appell an das Verantwortungsbewusstsein.
Herzlichen Dank, @Marie H. – und da sprechen Sie mir aus der Seele! 🙏🙌
Schon im Kontext der Bundestagswahl 2017 warnte ich hier auf „Natur des Glaubens“ eindringlich vor der Blasenbildung in algorithmischen und also oft antisozialen Konzernmedien. Denn wenn irgendwann keine Kandidatin, kein Kandidat und erst Recht kein Kompromiss und keine Koalition mehr „gut genug“ seien, um vor den digitalen Blasen-Tribunalen zu bestehen, dann zerlegt sich die Demokratie durch parteipolitischen Dualismus selber!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/parteien-die-keine-regierungen-mehr-bilden-hat-das-demokratieversagen-durch-neue-medien-nun-auch-deutschland-erreicht/
Wir beide scheinen uns einig in der Erwartung, dass demokratisch Gewählte ab dem Tag ihrer Wahl Verantwortung zu übernehmen und Gräben überwinden sollten.
Demokratinnen und Demokraten dürfen zueinander im Wettbewerb, aber niemals in Feindschaft stehen. Meine ich.
Leider erlebe ich solche Anfeindungen von rechts immer wieder via X, aber seltener auch von links via Mastodon. Gerade erst gestern erhielten wir Blumes üble Vorwürfe, weil wir mit dem gemeinsamen Feiern unserer Feste wie Ramadan und Ostern „das Patriarchat weitergeben“ würden.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116194013562510330
Mein erstes Shitstörmle erlebte ich auf Mastodon dafür, dass ich als Vegetarier „nicht vegan genug“ wäre. Es ist also genau, wie Sie sagen: Irgendwas stört irgendwen immer…
Danke für Ihre Antwort.
Mich hat der gestrige Tag sehr gestresst.
Ich bin nicht Mitglied bei den Grünen, habe aber darauf gehofft, dass sie gewinnen.
Wenn nun sowohl die CDU als auch die Grünen die Wogen glätten, ist das ein gutes Zeichen.
Gleichwohl muss das, was da teilweise abgelaufen ist noch analysiert werden. Es war ein Wahlkampf der Medien. Ich stimme Herrn Stoch, SPD, zu, dass es nicht mehr um Inhalte sondern nur noch um Hagel gegen Özdemir oder umgekehrt ging. Das ist mE falsch und für die Demokratie gefährlich.
Wenn man nun den Grünen seitens der CDU Angriffe unterhalb der Gürtellinie vorwirft, ist das legitim. Es ist jedoch schade, wenn der Eindruck entsteht, dass nur eine Seite einen bösartigen Wahlkampf geführt habe. So fand und finde ich es nicht in Ordnung, die Hochzeit von Cem Özdemir während des Wahlkampfs gegen ihn zu verwenden.
Das Ergebnis der SPD ist aus demokratischer Sicht eine Katastrophe! Mag sein, dass die Politik der Bundesregierung einen erheblichen Anteil daran hat. Es wäre mE dringend erforderlich, dass diese einst große Volkspartei über ihre Beliebigkeit nachdenkt.
Abschließend noch ein kurzer Ausflug in die württembergische Landesgeschichte. Zwischen 1733 und 1797 hatte das evangelische Württemberg vier katholische regierende Herzöge: Carl Alexander, Carl Eugen, Ludwig Eugen und Friedrich Eugen. Des Letzteren Sohn Friedrich, Württembergs erster König, war wieder evangelisch. Mit der Erhebung zum Königreich 1806 umfasste selbiges auch katholische Gegenden. In der Verfassung von 1819 wurden die christlichen Konfessionen einander gleichgestellt.
Der letzte König von Württemberg, Wilhelm II., hatte keinen eigenen männlichen Nachfolger. Deshalb wurde der katholische Herzog Albrecht Kronprinz und nach dem Tod des 1918 abgedankten Königs im Jahr 1921 zum Oberhaupt des herzoglichen Hauses.
Als 2022 sein Enkel Carl Herzog von Württemberg starb und in Altshausen zu Grabe getragen wurde, zelebrierte der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst das kath. Pastoralrequiem, in dessen Verlauf auch der Landesbischof der evangelischen Kirche in Württemberg, Frank Otfried July, zu Wort kam.
Warum schreibe ich dies so ausführlich? Ich habe gelesen, dass Herr Hagel bei einem offiziellen Besuch der Ukraine von einem katholischen geistlichen Beistand begleitet wurde, der beim Besuch in Butscha offiziell mit der Delegation betete. Daran ist nichts zu kritisieren. Leider konnte ich nicht feststellen, ob auch ein evangelischer Geistlicher oder ein Vertreter der jüdischen Gemeinden der Delegation angehörten. Mein Eindruck ist, dass dies nicht der Fall war. Herrn Hagel ist die Tatsache, dass er Katholik ist, sehr wichtig. Bei offiziellen Besuchen darf er gerne auch einen Geistlichen seiner Konfession mitnehmen. Im Sinne der Gleichbehandlung sollte er imho zumindest an Vertreter der Protestanten denken.
Vielen Dank, @Marie H. – und ich finde, dieser Satz von Ihnen bringt es gut auf den Punkt:
Mich hat der gestrige Tag sehr gestresst.
Denn das bringt ja die digitale Zerblasung, oft noch befeuert durch algorithmisches Neurohacking, mit sich. Auch noch so honorige Andersdenkende werden zu Feindbildern, ja gar zu Bedrohungen und im extremen Dualismus zu vermeintlichen Verschwörern verzerrt. Und da hilft es auch nicht, wenn die Abwertungen und Nadelstiche immer weiter fortgesetzt werden. Ich möchte dafür eintreten, dass dies langsam überwunden wird.
Vor Kurzem erschien ja ein Interview von drei Studierenden mit mir. Eine Frage der engagierten Frauen beschäftigt mich bis heute. Sie fragten:
Wie halten Sie das bloß aus?
Ich antwortete spontan:
Michael Blume: Ich frage mich umgekehrt: Wie halten die das aus? Es gibt keine glücklichen Hater. Leute, die täglich Hassmails schreiben, sind tief unglücklich. Häufig greifen Hassende an, was sie vermissen. Ich mag deswegen auch nicht zurückhassen.
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Mit meiner Antwort bin ich schon zufrieden, doch dieser Dialog scheint mir zu unterstreichen: Es gehört angesichts der digitalen Zerblasung und Polarisierung bis hin zu digitaler Gewalt wieder Mut dazu, sich demokratisch zu engagieren. Und das sollte nicht so sein. Daran mag ich mich nicht gewöhnen.
Daher auch Dank Ihren demokratisch engagierten Angehörigen auch in Bayern! 🙏🇩🇪🇪🇺🙌
Vielen Dank und kurzes Update. Das Familienmitglied wurde am Sonntag bei der Kommunalwahl in Bayern in den Stadtrat gewählt. Das demokratische Engagement geht weiter.
Ich teile im übrigen die Ansicht, dass Hater keine glücklichen Menschen sind. Allerdings ist der Hass ein „Lebenselixier“; wobei ich glaube, dass der Hass letztlich auch deren Kraft und Gesundheit auffressen wird.
Angesichts der Wahlerfolge der AfD auch bei der Kommunalwahl in Bayern gehört tatsächlich Mut dazu, sich demokratisch einzubringen. Nicht nur durch die digitale Verrohung, sondern ganz konkret vor Ort. Ich habe schon mehrfach erfahren, dass Abgeordnete oder Stadträte lieber auf den nächsten Aufzug warten, wenn sich ein Vertreter der AfD im vorherigen befindet. Vor allem Frauen vermeiden solche Fahrten.
Politik kann uns manchmal auf die Palme bringen. Dass aber immer mehr offenbar wütende Menschen die AfD wählen, ist für mich erschreckend. Würden diese Menschen tatsächlich Leute mit Behinderung oder unheilbar Kranke umbringen (ich denke da explizit an die Aussage von Herrn Sänze über Markus Söder)?
Im Nachbarort haben sich unfassbare 41 Prozent der Wähler für die AfD entschieden. Wie viele davon wären tatsächlich zu Mord und Totschlag bereit? Es ist gut, die Antwort nicht zu kennen.
Herzlichen Dank und viele Glückwünsche zur guten Nachricht aus Bayern, @Marie H.! 🙏🙌 Wie Sie ja wissen, freue ich mich aufrichtig über Erfolge demokratischer Kandidantinnen & Kandidaten gerade auch im Hinblick auf das globale Anwachsen des fossilen Faschismus.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/b-wie-berlin-babylon-preussen-und-der-fossile-faschismus/
Von der Bund-Länder-Konferenz (BLK) der Beauftragten gegen Antisemitismus in Mainz befinde auch ich mich gerade auf dem Weg nach München. Dort werde ich auf Einladung und Bitte des befreundeten Gemeinde- und Militärrabbiners Abraham Radbil an der katholischen Akademie vor Angehörigen der Kirchen und der Bundeswehr sprechen.
Dieser Aufgabe sehe ich mit Freude entgegen!
Auch freue ich mich sehr über die Rekord-Verbreitung eines „Tässle Kaffee ☕️“ zu erneuerbaren Friedensenergien im Fediverse, auch dank des Zitierens durch eine grüne Abgeordnete des deutschen Bundestages:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Gute Nachrichten: Erneuerbare Energien sind nicht „nur“ Friedensenergien, sondern längst auch Wohlstandsenergien. Denn sie schaffen günstige & Mitwelt – freundliche Energie, Wertschöpfung & Arbeitsplätze im Inland statt Rentierstaats-Einkommen für fossile Gewaltregime.
Niedersachsen: „Im Schnitt spült jedes Windrad pro Jahr rund 30.000 Euro in die Gemeindekasse, schätzt das Umweltministerium. Hintergrund ist das neue Beteiligungsgesetz, wonach die Anlagen-Betreiber pro Kilowattstunde erzeugtem Strom grundsätzlich 0,2 Cent an die Kommunen ausschütten müssen. Das Gesetz ist seit einem Jahr in Kraft, alle neuen Anlagen fallen darunter.“ #Erneuerbare #Friedensenergien #Wohlstandsenergien #Niedersachsen #Deutschland #EU
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116202761519538827
Noch zerspaltet und zerbläst das Internet die demokratische Kultur, aber schon wachsen auch die dialogischen Netzwerke! 🙌🤓📚 #Solarpunk
Sehr erfreulich: So wie es aussieht, wird Cem Özdemir der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Was für eine grandiose Aufholjagd. Gratulation!
Was erfreulich ist: Die Wahlbeteiligung ist gestiegen. Von 63,8 % in 2021 auf 71,5 % in 2026
Und bevor jemand fragt: Ich habe gleich heute Morgen vor dem Brötchenkauf gewählt. 😉
Ja, @RPGNo1 – gerade auch die hohe Wahlbeteiligung spricht für sich! Spannend finde ich auch die Altersverteilungen und freue mich auf vertiefte Wahlanalysen.
Habe zum Wahlergebnis gepostet:
Klar, auf #Mastodon gibt es kaum Christdemokraten mit Klarnamen & die letzten Wochen vor der #LandtagswahlBW gab es hier immer wieder auch manchmal fiese Rempeleien. Finde die Wahlbeteiligung & Stärke der demokratischen Mitte gut, aber #AfD ist mir zu stark, die demokratischen Oppositionsparteien zu schwach.
Finde die konstruktive Haltung von Manuel #Hagel gegenüber den Grünen gut:
Der #CDU sei es immer wichtig gewesen, „dass wir unseren Wahlkampf mit Anstand führen, mit Stil führen und vor allen Dingen entlang von den Inhalten, wo wir überzeugt sind, dass sie für unser Land wichtig sind“. Leider hätten aber in den letzten Tagen dieses Wahlkampfs eher andere Themen eine Rolle gespielt – „zum Teil mit Angriffen weit unter der Gürtellinie“. Das sei aber nicht sein Thema. „Das müssen andere für sich verantworten, und nach dem 8. März kommt der 9. März. Da müssen alle wieder runter vom Baum.“
Jetzt hoffe ich auf eine verantwortungsvolle Regierungsbildung.
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116195246660828607
Freue mich noch auf viele gute Kommentar-Dialoge mit Ihnen! 🙏🙌
@Michael Blume
Danke, ich werde mich melden, wenn mir etwas auf dem Herzen liegt.
Übrigens: Die Berliner Morgenpost hat einen sehr guten Artikel über Cem Özdemir veröffentlicht.
https://www.morgenpost.de/politik/article411403189/cem-oezdemirs-aufstiegsgeschichte-so-tickt-der-anatolische-schwabe.html
@Michael 08.03. 20:57
„dass wir unseren Wahlkampf mit Anstand führen, mit Stil führen und vor allen Dingen entlang von den Inhalten, wo wir überzeugt sind, dass sie für unser Land wichtig sind“
Wem an der Demokratie was liegt, sollte auch gerne mit demokratischen politischen Gegnern eine vernünftige Koexistenz praktizieren. Das gilt erstmal für die Politiker selbst, dann für die Journalisten und letztlich auch für den Bürger. Sowohl recht privat, aber gerade auch, wenn man online Inhalte mitproduziert.
Vieles, was den eigenen Interessen weniger entgegen kommt ist meistens aus der Sicht von Anderen dann dennoch akzeptabel. Das darf man gerne offen diskutieren, aber entscheiden sollen dann eben Mehrheiten, gerne auf der Basis von ausführlichen Erörterungen in den Parlamenten selbst.
Die hohe Wahlbeteiligung in BW und das jetzt ab 16 gewählt werden durfte macht mir Hoffnung. Und das Ergebnis auch. Glückwünsche von mir an die CDU, aber mich freut es mehr, dass die Grünen wieder den Ministerpräsident stellen können. Wenn denn die Hochrechnungen richtig liegen.
Ich hätte aber auch gerne die Linken im BW-Landtag gesehen. Eventuell wären 3% statt 5% sinnvoller?
Vielen Dank, lieber @Tobias, für Deine demokratische Einschätzung! 🙏
Und, ja – auch ich finde, dass bei aller Blasenbildung und Polarisierung nicht aus dem Blick geraten darf, dass es in der Politik um reale Menschen und die Mitwelt geht. Die teilweise allzu heftigen Anwürfe gegen die Familie Hagel hatte ich ja schon angesprochen, aber konkret bedauere ich z.B. auch das Ausscheiden des jungen FDP-MdL Dennis Birnstock. Dieser junge Abgeordnete hat weit über die Parteiblase hinaus gewirkt und hätte sich in der kommenden Legislaturperiode sicher bewährt.
Zudem fürchte ich, dass der Irankrieg-Preisschock auf Öl und Gas die Weltwirtschaft crashen, viele in Armut stürzen und Putin neue Milliarden bescheren könnte. Dass wir hier seit Jahren dialogisch & gemeinsam für erneuerbare Friedens- und Wohlstandsenergien eintreten, schmeckt da besonders bitter…
Hallo, @Michael,
als Mitglied der Grünen freue ich mich dass Cem Özdemir der nächste MP von Baden Württemberg wird.
Gleichwohl habe ich, wie Du ja auch, Bauchschmerzen, was das Timing betrifft, mit der das Jahre alte Video von Manuel Hagel wieder thematisiert wurde. (Dein Mastodon-Post dazu wurde aus nicht kommunizierten Gründen ja einfach gelöscht.)
Auch wenn ich ganz und gar nicht ok finde, wie Herr Hagel vor einigen Jahren über seine Gesprächspartnerin gesprochen hat, so finde ich es nicht gut, dass diese Sache genau kurz vor der Wahl thematisiert wurde.
Das Timing ist im günstigsten Fall schlechter Stil und, schlimmer noch, zerstört Vertrauen, was gerade in diesen Zeiten zwischen Demokraten wichtiger ist denn je. Wie Du ja auch angeregt hattest, wäre der bessere Umgang damit gewesen, man hätte Herrn Hagel zunächst auf anderem Weg mit dem Video konfrontiert und ihm die Möglichkeit gegeben, selbst dazu Stellung zu nehmen, bevor die öffentliche Empörung ihren Lauf nimmt.
Um es mit einer guten Praxis aus einem ganz anderen Bereich zu vergleichen: wohlwollende Hacker machen den Anbieter der fehlerhaften Software zunächst auf den Bug aufmerksam, damit dieser die Möglichkeit hat, die Lücke zu schließen und Schaden von sich und seinen Kunden abzuwenden. Eher nicht wohlwollende Hacker, die stattdessen den Bug sofort veröffentlichen, ohne den Softwareanbieter vorab zu informieren, richten mitunter noch viel größeren Schaden an. So sollten Leute, die in der Vergangenheit einer öffentlichen Person einen „Bug“ entdecken (ich weiss, der Vergleich hinkt etwas, aber damit meine ich in irgendeiner Weise kritikwürdiges Verhalten o.ä.), sich an der Praxis der wohlmeinenden Hacker orientieren. Denn andernfalls (so sehr es auch im Prinzip gerechtfertigt ist, auf den Fehler hinzuweisen) entsteht mitunter ein größerer Schaden, der dann auch vor allen das Umfeld der „gehackten“ Person, vor allem die Familie, betrifft.
Man möge mir den Vergleich verzeihen, denn Menschen und Software kann man nicht vergleichen. Den Prozess des Umgangs mit Fehlern aber schon, finde ich.
Ich hoffe, dass dadurch die Arbeitsatmosphäre der kommenden Landesregierung nicht belastet wird.
Ich halte Cem Özdemir für authentisch und habe großes Vertrauen in ihn. Auch er hat vor längerer Zeit einen Fehler gemacht – er war 2002 mit in die Bonusmeilenaffaire verwickelt. Er trug aber die Konsequenzen, nahm sein Bundestagsmandat daraufhin nicht an und zog sich für eine Weile aus der Bundespolitik zurück. Das rechne ich ihm hoch an. Er stand zu seinem Fehlverhalten, zog seine Konsequenz daraus und bekam eine zweite Chance.
Dasselbe sollten wir Manuel Hagel zugestehen.
Vielen Dank, lieber @Peter 🙏
Ja, die letzten Wochen des Wahlkampfes in Baden-Württemberg waren heftig – auch auf Mastodon. Aufgrund der Karenzpflicht war mir Zurückhaltung auferlegt, teilweise wurde ich aber dennoch wegen meiner CDU-Mitgliedschaft hart angegangen. Dass mir schließlich willkürlich Mastodon-Posts gelöscht wurden, in denen ich einfach auf die Folgen der Anwürfe für Manuel Hagel und seine Familie hingewiesen hatte, hast Du ja gesehen und – Danke 🙏 – auch problematisiert.
Ich habe bei überzogenen Angriffen gegen Grüne das Wort ergriffen, lehne nun ganz aktuell jede Häme gegen Mitglieder von FDP und auch SPD ab und bestehe eben auch darauf, christdemokratische Kandidierende als Menschen mit Familien zu achten. Was ich an Schmähungen und Verleumdungen gegen die Hagels lesen musste, hatte einfach jedes Maß verloren. Darüber habe ich mich – als selbst Betroffener von digitaler Gewalt – auch mit ihm ausgetauscht. Wir wurden ja teilweise sogar von den gleichen, demokratiefeindlichen Hatern attackiert!
https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
Meine Sorgen vor der v.a. digitalen Blasenbildung und Polarisierung haben sich leider bestätigt und verstärkt. Gleichwohl gehe ich aus Kenntnis der Personen fest davon aus, dass weder Winfried Kretschmann noch gar Cem Özdemir an der Veröffentlichung dieses Videos kurz vor dem Wahltag beteiligt waren. Soweit es an mir liegt, werde ich dazu beitragen, dass Vertrauen wieder wächst und die Bürgerinnen und Bürger nun auch die stabile und konstruktive Regierung bekommen, die sie gewählt haben.
Und ich werde weiterhin gegen jede digitale Gewalt eintreten und aufklären. Demokratie basiert auf Dialog und Dialog basiert auf Vertrauen. Dies sollte gerade auch in Zuständen der „Enge der Zeit“ nie aus dem Blick geraten. Hier denke ich oft auch an die Kolleginnen von HateAid, die Betroffenen beistehen und auch selbst attackiert werden:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gemeinsam-gegen-hass-hetze-im-podcast-dialog-mit-josephine-ballon-von-hateaid/
Dir danke ich sehr für Deine konstruktiven Beiträge auch hier auf „Natur des Glaubens“. Ich denke, mehr als durch Appelle können wir ja weiterhin durch konkretes Tun zeigen, dass auch in digitalen Zeiten und im Fediverse ein dialogisches, ja freundschaftliches Miteinander möglich ist! 🙏😌🙌
@Peter Gutsche
Auch ich freue mich, dass Cem Özdemir gewonnen hat.
Dass man über den Umgang mit dem Video noch einmal nachdenken sollte, dem kann ich zustimmen.
Es ist leider in Wahlkämpfen so, dass versucht wird, mit Schmutz auf den politischen Gegner zu werfen. Mir persönlich ist das – EGAL von welcher Seite – zutiefst zuwider.
Cem Özdemir wurde aus der Union wegen seiner Hochzeit während des Wahlkampfs angegriffen. Den Termin der Hochzeit hatte er mW nicht selbst öffentlich gemacht, da er in aller Stille heiraten wollte.
Wir versuchen uns hier respektvoll und dialogisch aus verschiedenen politischen Parteien kommend auszutauschen.
Nur allzu oft sind es die Verantwortlichen in den Parteien, die daran überhaupt kein Interesse zu haben scheinen. Ich habe heute schon die Herren Spahn und Bilger gehört.
Nicht ganz unschuldig sind auch die Medien, deren Geschäftsmodell die Eskalation zu sein scheint.
Mittlerweile bringt die Stuttgarter Zeitung das Rotationsprinzip ins Gespräch. In der Mitte der Wahlperiode soll dann Herr Hagel doch noch Ministerpräsident werden.
Das könnte bedeuten, dass nur für 2,5 Jahre ein Koalitionsvertrag ausgehandelt wird und danach ein CDU Ministerpräsident die Richtlinien der Politik in Baden-Württemberg bestimmen würde. Und ja, das macht mir Angst.
Hallo @Marie H,
da teile ich Ihre Sorgen. Ich hoffe nur, dass die Parteispitzen in Baden Württemberg einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht von den Polarisierern hineinreden lassen.
@Realo 09.03. 12:24
„aber mir war als Techniker schnell klar, dass die „Vorlauftemperatur“ bei Wärmepumpen viel zu niedrig ist und die Investitionen erforderlich sind. Vielleicht kommen irgendwann auch noch “Hochleistungswärmepumpen” auf den Markt?“
Bei mir im Innenstadtbereich kommt in 5 Jahren Fernheizung, hoffentlich auch mit Beteiligung einer Großwärmepumpe. Die kann man hier in Dortmund vielleicht sogar mit bis zu 30° warmem Grubenwasser laufen lassen. Das würde dann auch recht heiße Vorlauftemperaturen erlauben.
Reicht das doch nicht aus, insbesondere wenn es sehr kalt ist oder wenn wir auch noch mitten in der Dunkelflaute sind, dann wäre ein Universalgasmotor, der mit Erdgas, Biogas und Wasserstoff laufen kann, als lokales Backup sinnvoll. Dessen Abwärme kann dann hier zur Wärmeversorgung beitragen, und der produzierte Strom kann auch von Wärmepumpen in eher ländlichen Gegenden verarbeitet werden, die an keine Fernheizung angeschlossen werden können.
Für frei stehende Häuser ohne Fernheizungsmöglichkeit kommt es derzeit wohl sehr drauf an, wie gut die isoliert sind. Ist das alles schon vom Feinsten, dann reicht die Wärmepumpe wohl schon alleine. Sieht das weniger gut aus, kann man die Wärmepumpe auch mit z.B. einer Gasheizung kombinieren.
Wobei es auch eigentlich noch darauf ankommt, wo die Immobilie steht. In Küstennähe beispielsweise gibt es längst über lange Phasen im Winter erhebliche Stromüberschüsse, die dann auch von Wärmepumpen verwertet werden könnten. In Bayern sieht das noch ganz anders aus. Da gibt es vor allem jede Menge Solarstrom, der hilft beim Heizen nicht so sehr.
Um den Strom von der Küste nach Bayern zu transportieren reichen die Leitung nicht wirklich.
Wir haben aber auch ein sehr ungutes Preissystem im Strommarkt. In ganz Deutschland gilt immer überall der selben Marktpreis, der nur den zeitlichen Bedürfnissen gerecht wird. Man bräuchte hier unbedingt auch eine räumliche Auflösung. Dann wären z.B. Wärmepumpen in Küstennähe wohl längst ein Selbstläufer, einfach wegen dem vielem billigen Windstrom, der da über den Großteil der Heizperiode anfällt.
Und neue Fernstromleitungen braucht man dann so viele gar nicht mehr. Zumal man ja auch den Strom kurz zwischenspeichern kann, bis Leitungskapazitäten frei werden, etwa um Windstrom nach Bayern zu transportieren.
Meine schlimme Vermutung bezüglich politischen Gemeinschaften ist diese: Wir Menschen sind biologisch/evolutionär auf das Leben in Kleingemeinschaften ausgerichtet. Solche Gemeinschaften von ein paar dutzend Menschen waren viele Tausende von Jahren die herrschende Gesellschaftsform. Stammesgesellschaften wurden meist informell gebildet und geformt, was bedeutet, dass keiner von vornherein eine gesonderte Stellung einnahm, sondern dass die Stellung als Häuptling und Stammesvorsteher erkämpft und errungen werden musste. Es war also eine Meritokratie in der die Mehrheit dem „Besten“, den Bewährtesten am meisten vertraute. Gemäss google-KI gilt:
Und ich behaupte nun, dass das bis heute nachwirkt und dass das der Grund ist, dass auch heute noch Personen, die führen wollen, vertraut wird, wenn sie irgendwie beweisen, dass sie zur Führung begabt sind. Nur zählt heute als Leistungsausweis nicht mehr die Leistung in der realen Welt, sondern nur noch oder vor allem die Präsentation und hier vor allem, die sprachlich formulierten Visionen der zu Wählenden. Und das bedeutet letztlich, dass die Psychologie der Wählerbeeinflussung eine entscheidende Rolle spielt. Wer gewählt werden will, muss das versprechen, was bei den Wählern am meisten einleuchtet, was ihnen erfolgversprechend erscheint. Je besser die Wähler einschätzen können, was und wer erfolgsversprechend ist, je besser sind die Leute, die sie wählen werden – immer unter der Voraussetzung, dass die Gewählten später auch tun, was sie versprochen haben.
Leider ist es heute selbst in Deutschland überhaupt nicht mehr sicher, dass die Gewählten auch das tun für was sie gewählt wurden.
Warum nun kämpfen aber Wähler um ihr Wahlrecht? Weil ihnen damit bewiesen wird, dass sie vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sind.
Vielen Dank, @Martin Holzherr 🙏 – und meinerseits volle Zustimmung!
Schon meine Gehirn & Geist – Titelgeschichte „Homo religiosus“, meine Bücher und auch der spätere Artikel „Wir Wildbeuter im Web 2.0“ basierten ja genau auf der Evolutionspsychologie der späteren Steinzeit.
https://www.spektrum.de/magazin/homo-religiosus/982255
In letzter Zeit habe ich zudem immer wieder die Bedeutung der psychologischen Mimesis betont, die ja auch ins Wort vom Internet-„Meme“ eingegangen ist.
Auch das algorithmische Neurohacking durch Konzernmedien manipuliert ja gezielt die Einfallstore unserer fragilen Säugetiergehirne, um unsere Aufmerksamkeit mit Empörungssucht und Gemeinschaftsgefühlen zu fesseln.
Das wohlig-warme Gefühl in digitalen Schwärmen, die sich für unsere Gehirne fast wie reale Gemeinschaften anfühlen, trägt damit erheblich zur digitalen Blasenbildung und politischen Polarisierung bei.
Auch der AfD-Zuwachs trotz Vetternwirtschaft-Enthüllungen lässt sich über diesen digital befeuerten, mimetischen Blaseneffekt und die Psychologie des Freund-Feind-Dualismus am Besten erklären.
Ich möchte weiterhin das Meine dafür tun, dass unsere bundesdeutsche Republik (von „res publica“ = öffentliche, gemeinsame Sache) der Digitalisierung und brutalen Abwehrschlacht des Fossilismus standhält. Aber Sorgen mache ich mir schon…
Guten Morgen allerseits,
sehr unglücklich bin auch ich über das Ergebnis der AFD. Das heißt, wenn ich jetzt durch die Stadt gehe – und zwar nicht in Thüringen, sondern in Baden Württemberg – , ist, statistisch gesehen, jeder Fünfte, der mir begegnet, jemand, der bereit ist, eine zutiefst menschenverachtende und korrupte Partei zu wählen, die unsere offene Gesellschaft bedroht.
Der wunderbare Ulrich Matthes hat vor Jahren mal in einem Interview gesagt, auf die Frage, warum Menschen AFD wählen: ihm falle kein einziger intelligenter Grund ein, diese Partei zu wählen.
Mehr will ich dazu jetzt nicht sagen.
Leider wohne ich in einer Gegend, wo der Stimmenanteil für die AfD noch weit höher liegt.
In meinem Dorf waren es fast 30 Prozent, im Nachbarort über 40 Prozent. Bei Erst- und Zweitstimmen.
So viele, die unser Land brennen sehen wollen. Unerträglich.
@Martin Holzherr schreibt: „Wer gewählt werden will, muss das versprechen, was bei den Wählern am meisten einleuchtet, was ihnen erfolgversprechend erscheint.“
Eine Sache (unter anderen), die mir große Sorgen macht, ist, dass die Klimaproblematik bei Wählern, Medien, Politikern, schlicht bei der Öffentlichkeit offenbar vollkommen in Vergessenheit gerät. Laut tagesschau.de sind 58%(!) der baden-württembergischen Wähler offenbar der Meinung, die Grünen hätten in der Ampelkoalition zu VIEL für den Klimaschutz getan! Auch wenn die Grünen jetzt in Baden-Württemberg knapp gewonnen haben, verlieren die ökologisch orientierten Parteien überall an Stimmen… WAS GEHT IN DEN LEUTEN VOR??
Danke, @jetztreichtsaber 🙏
Habe vorhin auf Mastodon genau zu dieser Frage gepostet:
Der Kernirrtum des Fossilismus ist, dass fossile Rohstoffe dauerhaft „billig“ gewesen wären.
Dabei wurden die Kosten von Erdöl & Erdgas nur auf die Zukunft, die Mitwelt (Treibhausgase) und Mitmenschen (fossil finanzierte Gewaltregime) externalisiert.
Wer verstehen will, warum sich auch jetzt noch Menschen angesichts der Irankrieg – Preisschocks hinter Reaktanz & fossiler Desinformation verschanzen, sollte einmal die Psychologie der Externalisierung durchdrungen haben!
Der BWL-Prof @Teh_Doc_Inan & ich haben dazu mal eine eigene, kostenfrei zugängliche Folge von #BlumeundInce als Pod- & Videocast gemacht: #Psychologie #Fossilismus #Reaktanz #Externalisierung #Irankrieg #Konzernmedien #Desinformation vs. #Solarpunk
Hier auch der Link direkt zur Folge:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-23-externalisierung-in-oekonomie-und-psychologie/
Ihnen Dank für die wichtige Nachfrage! 🙏🙌
@ Tobias Jeckenburger 09.03.2026, 00:56 Uhr
Der „Rehaugen Sager“ bedeutet, dass Herr Hagel ein Mann mit normalen Emotionen ist. Das ist doch heutzutage schon was. Vorwürfe der grünen „Sprachpolizei“ sollte man sich in einer wirklichen Demokratie nicht gefallen lassen.
Es ist die Frage wem die Vorwürfe wirklich genutzt haben. Die grüne Hardliner, die derartiges verbreiten, die wählen ohnehin grün. Höchstens CDU Wähler, denen bei derartigen Anschuldigungen der „Hut hochgeht“, werden in Richtung AfD vertrieben und die nehmen das Wählerpotential natürlich gerne auf….
Grüne verhalten sich wie früher die Pfaffen. Frauen mussten „rot werden“ wenn sie zufällig einen Mann angeschaut haben…. Diese Zeiten brauchen wir nicht mehr….
Fernheizungen sollten, wegen der Wärmeverluste in den Leitungen (wegen der Kälte) nur dann genutzt werden, wenn Abwärme (aus wichtigen Prozessen) z.B. Rechenzentren, ohnehin zur Verfügung steht. Diese Abwärme würde normalerweise verloren gehen, kann aber, zumindest im Winter, als nützliche Wärmequelle genutzt werden. Das erspart sogar Energie.
Besser wäre es, die Wärme direkt beim Verbraucher zu erzeugen, dann fallen die „Leitungsverluste“ weg.
Wärmepumpen sind besonders Effektiv, wenn nicht Umgebungsluft, sondern Erdwärme, womöglich sogar warmes Grubenwasser genutzt werden kann.
Ein Nachbar hat auch unter seinem Neubau vorher Schläuche verlegt, um auch die Abwärme seines Hauses zu nutzen. Dabei dürfte sogar die Abwärme des Wasch- und Badewassers (einer fünfköpfigen Familie) gut genutzt werden….
Ein anderer aus meiner Siedlung, hat schon vor rund 15 Jahren, als er ein altes Haus erworben hat, alles vorhergesehen und auf moderne „Wärmepumpe“ umgestellt. Er arbeitete als Bauhandwerker und hat mit seiner Familie und seinen Kumpels kostengünstig (praktisch nur Materialkosten) die Wärmedämmung und Fußbodenheizung selbst gebaut.
Normalerweise leben alle Menschen in einer besonderen Lebenssituation und handeln rational, gemäß ihren individuellen Möglichkeiten.
Auch eine vorhandene alte Ölheizung könnte, wegen des vorhandenen, langlebigen Öltanks, der ein vorzüglicher billiger Speicher ist, ein vorzügliches Backup abgeben.
Eine Füllung reicht bei mir derzeit für 3 Jahre. Ich fülle natürlich nur dann nach, wen der Heizölpreis niedrig ist…. Das ist auch ein Vorteil gegenüber Gas, das nicht gespeichert werden kann und mitunter extrem teuer ist.
Meine Erben könnten allenfalls mit einer Wärmepumpe kombinieren und kämen auf mindestens 10 Jahre Backup….
Wenn ich das neue Heizgesetz richtig verstanden habe, kommt es auf Flexibilität, auf minimalen CO2 Ausstoß an, aber nicht darauf, die Nutzer „ideologisch“ zu quälen. So dass nur noch „Heulen und Zähneknirschen“ unter den Menschen herrscht.
Damit meine ich, dass die (Schwarz – Roten) Politiker ihre Sache diesmal recht gut gemacht haben…..
Ergänzend:
Bürde und Würde muss es heißen. Wer sich einer Aufgabe annimmt, der genießt Ansehen. Und damit das Ganze dem Gemeinwohl zugute kommt, ist die Wahl der Person rechtlich geregelt.
Eine Ausnahme machen hierbei die Stiftungen. Aus Google:
Die Stiftung ist im deutschen Recht das einzige Rechtsinstitut, mit dem eine natürliche Person es erreichen kann, ihren Willen auch noch Jahrhunderte nach ihrem Ableben für nachfolgende Generationen verbindlich zu machen. Die Einflussmöglichkeit einer verstorbenen Person endet normalerweise 30 Jahre nach dem Tode, denn das zweite bedeutsame Rechtsinstitut, um den eigenen Willen über den Tod hinaus durchzusetzen-
Lieben Dank, @NI – für Ihren anregenden Kommentar.
Sie schrieben, gut dialogisch-monistisch:
„Bürde und Würde muss es heißen. Wer sich einer Aufgabe annimmt, der genießt Ansehen.“
Und leider setzt hier aber der digital befeuerte, feindselige Dualismus an: Demokratische Ehrenämter werden als „Pfründe“ von „Systemparteien“ geschmäht, politische Bildung und Journalismus verschwörungsmythologisch als „Umerziehung“ gedeutet und die finanziell orientierte Erwerbsarbeit als eigentlich einzige Art „echter“ Arbeit propagiert. Gerade auch in den USA werden Kandidierende und Wahlhelfende zunehmend und beleglos der Wahlfälschung bezichtigt.
Die kulturelle Selbstverständlichkeit, die Sie m.E. zu Recht einfordern, erodiert leider – vor allem digital…
Michael Blume,
„Die kulturelle Selbstverständlichkeit, die Sie m.E. zu Recht einfordern, erodiert leider“
Noch ist sie nicht erodiert, der Eindruck , den das Web hinterlässt darf nicht mit der Realität verwechselt werden. Im Ländle zählt die Persönlichkeit noch mehr als
Zeitungsüberschriften. Herr Özdemir hat Hoffnung gemacht, er ist mit klaren Aussagen vorangeschritten, so wie früher die Ritter vor dem Heere und hat den „Pfründen“ Paroli geboten. Auch wenn in Berlin die Unken aus dem Parteiensumpf auftauchen, die Grünen mit Herrn Özdemir an der Spitze wird ihnen ein unliebsames Vorbild werden.
Aber…..man muss realistisch bleiben, noch ist Herr Ö. nicht gewählt und wenn die AfD dazwischenfunkt und Herrn Hagel wählt, was dann ?
Ja, @NI – im demokratischen Spektrum haben wir eine Überpersonalisierung, durch die sich Landtagswahlen zunehmend wie Oberbürgermeisterwahlen anfügen.
Doch gleichzeitig würde nicht einmal die AfD selbst behaupten, ihre Zugewinne bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg gingen auf die Popularität ihres „Ministerpräsidentenkandidaten“ zurück, der nicht einmal für den Landtag kandidierte, sich in Vetternwirtschaft-Vorwürfe verstrickt sah und während des Wahlkampf-Finales in die fossile MAGA – USA verreiste.
Auch bei den Kommunalwahlen in Bayern vervielfachte die AfD ihre Stimmen, ohne bisher auch nur eine Wahl zum Landrat oder zur Oberbürgermeisterin zu gewinnen.
Wir sehen hier also gerade nicht nur eine Personalisierung, sondern eine Zerblasung der politischen Kultur in mediale, vor allem digitale Parteiblasen, vor der ich bereits 2017 auch hier auf dem Blog warnte:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/parteien-die-keine-regierungen-mehr-bilden-hat-das-demokratieversagen-durch-neue-medien-nun-auch-deutschland-erreicht/
Ich führe als zusätzliches Argument dafür vergleichbare Entwicklungen der Reichweitenlüge in der Musik an: Während sich bereits etablierte Musikerinnen und Musiker in Rekordabrufen und riesigen Konzerten sonnen können, gelingt kleineren Bands trotz aller Nutzung von algorithmischen Konzernmedien kaum noch ein Aufstieg.
Wo sich die medialen Spielregeln rapide verändern, verliert leider auch Erfahrungswissen an Relevanz. Ich betone: Leider.
Michael Blume
„mediale Spielregeln“ sehr gut !
Die gibt es in der Musikindustrie. Wessen Lied oft gespielt wird, dessen Einkommen profitiert durch die Gema.
In der Politik ist der Bekanntheitsgrad ebenso wichtig. Für die ersten 4 Millionen Stimmen erhält die Partei etwa 1 € pro Stimme.
Die Parteienfinanzierung durch den Staat gebiert sozusagen die Überpersonalisierung.
Und……man begünstigt die Partei, die sich medial in den Vordergrund rücken kann.
Ein Blick nach Frankreich stärkt das Demokratieverständnis. In Frankreich sind Firmenspenden an die Parteien verboten, während sie in Deutschland nur offengelegt werden müssen.
Darüber sollte man einmal diskutieren.
Oh ja, @NI 👍🙏
Der beachtenswerte US-demokratische Abgeordnete und Senatskandidat James Talarico aus Texas (!) hat eine betont christlich-biblische Sprache und die Ablehnung von Konzernspenden („Corporate Money“) zu Schwerpunkten seiner Kampagne gemacht. Damit bricht er derzeit massive Freiwilligen- und Wahlrekorde – mitten im bislang republikanisch dominierten Texas!
Sollte sich Talaricos bemerkenswerte Erfolgsserie auch in den Midterm-Wahlen im November fortsetzen, dann hätten die US-MAGAs einen neuen Angstgegner auch um das Amt des US-Präsidenten (POTUS). 🇺🇸🤔🙏
Zur Ergänzung: ich finde jede Häme über Manuel Hagels (missglückten) Versuch, den „Treibhauseffekt“ zu erklären, ebenso unangebracht. Ich denke, die wenigsten können das. Das Thema ist komplex, und allein schon der Begriff „Treibhauseffekt“ ist irreführend. Einen der m.E. besten allgemeinverständlichen Texte dazu hat Blog-Nachbar Lars Fischer geschrieben. Obwohl für Laien geschrieben, bildet der Text dennoch die Komplexität des Themas in angemessener Weise ab.
Noch eine Bemerkung zur Ergänzung: wenn ich heute lese, dass nun zunehmend von einer „Schmutzkampagne“ seitens der Grünen gesprochen wird – und dies gerade von denen, die in der Vergangenheit am lautesten kontinuierlich und hemmungslos Grünen-Bashing betrieben haben (Markus Söder), dann ärgert mich das zutiefst.
Man kann nur hoffen, dass nun die gemäßigten Stimmen die Oberhand gewinnen. Schwere Zeiten für die demokratische Mitte.
@Realo 09.03. 10:41
„Besser wäre es, die Wärme direkt beim Verbraucher zu erzeugen, dann fallen die „Leitungsverluste“ weg.“
Einerseits fallen diese Verluste an. Anderseits hat aber auch die Großwärmepumpe deutlich bessere Wirkungsgrade als eine kleine Wärmepumpe, die nur ein Haus versorgt. Dazu kommt bei der Fernheizung, dass man als Backup Kraft-Wärme-Kopplung einsetzen kann.
„Wärmepumpen sind besonders Effektiv, wenn nicht Umgebungsluft, sondern Erdwärme, womöglich sogar warmes Grubenwasser genutzt werden kann.“
Hier im Innenstadtbereich kann man weder genug Lüfter für jedem seine eigene Wärmepumpe installieren, auch andere Möglichkeiten wie Bodensonden sind aus Platzmangel meistens ziemlich schwierig.
Ein Bekannter hat letztes Jahr von eigener Gastherme auf Fernheizung umgestellt, und überraschenderweise ist das deutlich billiger geworden.
„Auch eine vorhandene alte Ölheizung könnte, wegen des vorhandenen, langlebigen Öltanks, der ein vorzüglicher billiger Speicher ist, ein vorzügliches Backup abgeben.“
Wenn ich eine freistehende mittelmäßige isolierte Immobilie mit Öltank hätte, würde ich auch derzeit eine Kombination von Wärmepumpe und Ölheizung einbauen, wenn ein Austausch der Heizung nötig wäre. Das muss ja auch alles noch bezahlbar sein.
Aber wie gesagt, hier in der Innenstadt ist einfach die Fernheizung mit Abstand das Günstigste. Das dürfte mindestens der Hälfte der Immobilien in Deutschland genau so gehen.
@ Tobias Jeckenburger 09.03.2026, 14:07 Uhr
Über Fernwärme kann ich nicht viel aussagen. Habe nur Widersprüchliches gehört. Manche loben sie als günstig, andere als teuer und dass man den Gegebenheiten nicht ausweichen kann.
Ich kann mich nur wiederholen, normalerweise leben die Menschen in einer besonderen, individuellen Lebenssituation, handeln rational, gemäß ihren jeweiligen Möglichkeiten.
Ich habe rund die Hälfte meines Lebens am Land, die andere Hälfte in einigen größeren Städten gelebt. In der Stadt hat mich nur die Lage im Bezug auf meine Job interessiert und die Höhe der Miete. Am Land musste ich mich, anfangs gemeinsam mit meinem Vater, um die „Haustechnik“ kümmern.
Ich habe durchaus großes Mitgefühl mit den Politikern. Das Heizungsproblem im Zusammenhang mit dem Klima und womöglich auch noch der Finanzierung von Kriegen, ist extrem komplex. Leider spielt auch Ideologie eine Rolle und besondere persönliche Vorlieben.
Ökonomische Auswirkungen können für manche Menschen die Existenz gefährdend sein und in der Gesellschaft entsteht Hass. Breite Zustimmung im Volk zu finden, ist fast nicht möglich.
@Realo 09.03. 18:33
„Ökonomische Auswirkungen können für manche Menschen die Existenz gefährdend sein und in der Gesellschaft entsteht Hass. Breite Zustimmung im Volk zu finden, ist fast nicht möglich.“
Wenn man sich auch unter Demokraten gegenseitig mit Desinformation kommt, dann sicher nicht. Allerdings zeigt die aktuelle Wahl in BW, dass immerhin 60% der Wähler die alte Regierung wiedergewählt haben.
Anscheinend geht es ja doch.
Klar kann man es unmöglich allen Recht machen. Der Eine verdient was, der Andere muss es bezahlen. Wichtiger ist offenbar, dass doch erträgliche Lösungen in der Nähe der Mitte ausdiskutiert und umgesetzt werden.
Eine gewisse Konvergenz der Vernunft findet nicht nur die KI von selber in ihren Trainingsdaten. Auch wirklich offene Diskurse können über viele Jahre hinweg durchaus zur Vernunft konvergieren.
Das dauert alles aber seine Zeit. Manchmal dauert zu lange, manchmal wird es auch verfrüht und erst mal gar nicht ausgereift versucht, aber das Meiste ist korrigierbar, wenn sich denn allgemeine Einsicht irgendwann doch noch einstellt.
Entsprechend lohnt es sich, auch selber am allgemeinen Diskurs einfach mit zu arbeiten. Neben der Vorbeugung vor der eigenen Altersdemenz.
Gerade gelesen, dass Timo Hildebrand, ehem. Torwart des VfB Stuttgart, „Boykottdrohungen“ für sein Restaurant in Stuttgart bekommt, weil er Cem Özdemir unterstützt.
Im ersten Moment bin ich geneigt, solche Ankündigungen ein Unternehmen, Restaurant etc boykottieren zu wollen, für kindisch zu halten. Andererseits habe ich selbst ähnliche Gedanken, was ein Textilunternehmen auf der Alb betrifft. Tunnelbohrmaschinen brauche ich glücklicherweise keine…
Irgendwie tragen auch solche „Drohungen“ zur weiteren Polarisierung bei. Ein zwiespältiges Gefühl.
Freundlichen Dank & Zustimmung, @Marie H. 🙏
Auch ich fürchte, dass der politische und insbesondere parteipolitische Dualismus durch die digitale Zerblasung weiterginge und demokratische Regierungsbildungen bis zur Unmöglichkeit zerspalten könnte. Deswegen hätte ich, wie hier ja auch bereits mit dem Grünen-Mitglied @Peter Gutsche diskutiert, einen anderen, differenzierteren Umgang mit dem Video gegen Manuel Hagel (CDU) vorgeschlagen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sich die demokratischen Parteien in Deutschland auf eine gemeinsame Medienethik einigen. Würde ich angefragt, so würde ich dazu auch einen Vorschlag machen bzw. anbieten, in einer entsprechenden Kommission mitzuwirken. Auch sollten Hater, Trolle und Cyberstalker, die ja auch etwa Cem Özdemir seit Jahren nachstellen, strenger bestraft werden. Die Menschenwürde samt dem Schutz vor auch digitaler Gewalt gilt für alle und besonders für jene, die sich für unsere Demokratie engagieren, in demokratischen Parteien wirken und für Ämter kandidieren, sowie für deren Familien. Sonst werden sich dafür immer weniger Menschen bereitfinden.
Dies habe ich heute in der katholischen Akademie zu München vor über 150 Soldatinnen & Soldaten aller Ränge sowie vor christlicher und jüdischer Militärgeistlichkeit betont. Und habe mich auch für mehr gemeinsamen Mut in der Wirtschafts- und Energiepolitik ausgesprochen:
Wichtig war mir auch in meinem Vortrag vor Angehörigen der #Bundeswehr in der kath. Akademie zu #München, was ich bereits letzten Sommer gefordert hatte: 👇
Wir Deutschen & Bürger:innen der #EU sollten die fossile Finanzierung der Regime in Russland & im Iran endlich einstellen, uns auch von anderen (etwa arabischen & amerikanischen) Lieferanten unabhängiger machen. Wir sollten erneuerbare Friedensenergien fördern, die als Wohlstandsenergien auch unsere regionale Heimat wirtschaftlich stärken.
Gegen jeden #Antisemitismus & #Fossilismus in #Russland & #Iran , für #Solarpunk & erneuerbare #Friedensenergien auch als #Wohlstandsenergien
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116206379549374313
Ihnen Dank für unsere konstruktiv-kritischen, demokratischen Dialoge! 🙌
Spannend finde ich, dass Sie vor Soldatinnen und Soldaten gesprochen haben. Falls diese in einem militärischen Konflikt eingesetzt würden, dann stehen sie vor der Frage: Wer ist Freund und wo steht der Feind? Aber selbst im Kampf gibt es Regeln, u.a die Genfer Konvention. Menschen, ob Freund oder Feind mit Respekt zu behandeln und deren Würde zu achten, gehört zu den Grundlagen, die in unserer Bundeswehr gelehrt werden.
Auf der anderen Seite ist der Zivilist oftmals einem politischen Feindbild verhaftet, das manchmal zu Hass, Hetze und Gewalt führt. Wir verletzen uns nicht mit Schusswaffen, aber wir töten Empathie und Toleranz mit Worten. Der politische Konkurrent wird zum Feind, der um fast jeden Preis daran gehindert werden muss, Macht zu erlangen.
Unseren Kindern bieten wir dadurch immer wieder ein erbärmliches Schauspiel, das unserer unwürdig ist.
Ob im Bundestag oder in Kreis-, Stadt- oder Gemeinderäten wird vielfach die Konfrontation gesucht. In diesem Lichte betrachtet wird das Ergebnis der SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zu einem Beleg dafür, wenn man immer allem zustimmt, um an der Macht zu bleiben und andererseits aber die Basics der eigenen Partei über Bord wirft, die Wähler nicht mehr von sich überzeugen kann.
Enttäuschte Wähler wandern aber nicht etwa zur demokratischen politischen Konkurrenz ab, sondern zu Parteien wie der AfD. Damit ist keinem gedient, und die Demokratie gerät gefährlich ins Rutschen.
Die Parteien werden daher auch weiterhin den politischen Gegner schlecht behandeln, um den eigenen Gefolgsleuten zu gefallen. Alles, was in den Wochen vor der Wahl in BW passiert ist, lässt sich auf dieses Drehbuch zurückführen.
Respekt und Achtung für den Einzelnen kann man lernen – in der Politik sind sie eher hinderlich. Mastodon und andere Plattformen sind ein Spiegel. Was wir darin sehen, mag uns nicht gefallen. Aber sobald wir uns von der anderen Seite angegriffen fühlen, fallen wir in die unsäglichen Muster zurück.
Herzlichen Dank, @Marie H. 🙏 – Wie klasse wäre es, wenn mehr Ihrem Beispiel folgen würden!
Stattdessen hatte ich gerade wieder eine Konfrontation rund um „unsägliche Muster“, in denen sich pseudonyme Accounts höhnisch über Präsidentinnen & Ministerinnen auslassen. Habe dazu gepostet:
Das Tässle Kaffee ☕️ von heute Morgen führte zu gleich mehreren solcher👇 Posts.
Erlebe als bestätigt:
Rechte Reaktanz dominiert auf #X, linke Arroganz auf #Mastodon. (Und klar gibt es auch reaktante Linke & arrogante Rechte.)
Ich setze das auch nicht gleich, denn Macker sind noch keine Hater. Doch sie erleichtern den Rechtsdualisten das Geschäft. Denn die meisten Menschen spüren die Herablassung sehr genau & wenden sich von solchen vermeintlich Progressiven ab.
Wer Christdemokratinnen mit Namenserniedrigungen wie „Atom- & FlintenUschi“, „GasKathi“ angreift, übt keine sachliche „Kritik“ und findet auch nicht in einen Dialog, sondern hat den eigenen #Sexismus nie wirklich überwunden.
Und wer hier dazu schweigt, weil es ja „nur“ gegen Andersdenkende geht, wirkt unglaubwürdig. Und so ziehen sich auch Moderate wie ich immer wieder raus, zerbläst leider auch das #Fediverse zunehmend… 🤷♂️😢🔥
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116212620775272586
Ich versuche, nicht von diesen wenigen auf mehr zu schließen. Aber manchmal mag auch ich einfach nicht mehr…
Guten Abend, @Marie H. und @Michael,
Eure Diskussion beschäftigt mich gerade sehr und das umso mehr im Nachgang der Wahl in BaWü.
@Marie H.:
„Wir verletzen uns nicht mit Schusswaffen, aber wir töten Empathie und Toleranz mit Worten. Der politische Konkurrent wird zum Feind, der um fast jeden Preis daran gehindert werden muss, Macht zu erlangen.“
Besser kann man das Problem der zunehmenden Polarisierung nicht auf den Punkt bringen.
Ja, ich muss sagen, so sehr mich die unsäglichen Kampagnen und Angriffe gegen die Grünen, gerade zur Ampelzeit, empört haben, in ähnlicher Weise nehme ich mit Widerwillen zur Kenntnis, gerade in den letzten Tagen, dass sich im Fediverse mitunter auch eine gefährliche diskursive Unwucht entwickelt, besonders wenn aufgeschlossene Konservative sich dort einbringen. Dann entwickelt sich der Diskurs leicht in eine Richtung, dass ihnen ihre Parteizugehörigkeit um die Ohren gehauen und von ihnen verlangt wird, sich von allem möglichen zu distanzieren, was ein Herr Merz oder ein Herr Dobrindt gesagt haben – anstatt dass sich auf das Argument eingelassen wird.
Ich habe es ja selbst mitbekommen, dass, trauriger Höhepunkt, einige Deiner Beiträge, @Michael, dort ohne Erklärungen gelöscht wurden. Da ich auf eine freundliche Nachfrage diesbezüglich vom Instanzadministrator keine Antwort bekam, habe ich nun auch die Konsequenz für mich gezogen und bin von dieser Instanz (ich war auf derselben Instanz wie Du) zu einer anderen gewechselt.
Und ich musste leider auch bei dem guten Ruprecht Polenz beobachten, dass sich dort eine Diskussion neulich in eine ähnliche Richtung entwickelte und ein Kommentator sogar dessen Alter thematisiert hat. Ich hoffe, dass er dem Fediversum dennoch gewogen bleibt, weil ich seine Beiträge auch sehr schätze.
Das heißt, selbst im digitalen Hoffnungsraum des Fediversum müssen wir aufpassen, dass wir als digitale Community nicht falsch in Richtung zunehmender Polarisierung abbiegen.
Was die derzeitige Regierungsbildung in BaWü betrifft, hoffe ich nur, dass die gemäßigten, dialogbereiten Akteurinnen und Akteure ihren Einfluss geltend machen und den angerichteten Vertrauensverlust eindämmen können.
Daher, @Michael, würde ich Deinen Vorschlag unbedingt begrüßen, den ich hervorragend finde:
„Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sich die demokratischen Parteien in Deutschland auf eine gemeinsame Medienethik einigen. Würde ich angefragt, so würde ich dazu auch einen Vorschlag machen bzw. anbieten, in einer entsprechenden Kommission mitzuwirken.“
Vielen Dank, lieber @Peter 🙏
Gerade erst wurde mir auf Mastodon erneut erklärt, bei den Verhöhnungen der EU – Kommissionspräsidentin & Karlsüpreis-Trägerin Ursula von der Leyen (CDU / EVP) als „FlintenUschi , AtomUschi“ handele es sich nicht um Sexismus, sondern um „Kosenamen“! 😣
Ein Teil von mir möchte resignieren und sich in wohligere Blasen zurückziehen. Und der andere Teil merkt, dass es nur eine kleine Minderheit und doch auch nicht verwunderlich ist, dass es in jeder größeren Menschengruppe auch autoritäre und feindselig-dualistische Charaktere gibt.
Zumal Ruprecht Polenz & ich eben mit Klarnamen präsent sind, die meisten Angreifenden mit Pseudonymen. Wir ziehen also solche Dualistinnen und Dualisten alleine durch unsere Präsenz an.
Bitte erlaube mir noch den Hinweis, dass ich mich als Christdemokrat und Moderater verstehe, nicht als „gemäßigt konservativ“. Ich versuche, sowohl konservative Reaktanz wie auch progressive Arroganz zu meiden. Meine auch politische Identität wird nicht durch ein Dagegen bestimmt, sondern durch ein Dafür: für Menschenwürde, Dialog, Wissenschaft. Insofern stimme ich der Kritik von Volker Kauder an der Unbestimmtheit auch des Konservativen zu.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.volker-kauder-die-cdu-war-nie-eine-konservative-partei.4169a402-a6ce-4d95-b2ab-5140ee2a6ffa.html
Die Dialoge und Reflexionen habe ich heute morgen so zusammengefasst:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Ein Teil von mir hofft, dass die Abzocken des Fossilismus einen wirksamen Fukushima – Moment zu den erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien auslösen.
Doch ich sehe, dass auch das technologisch weit entwickelte, aber demographisch rapide alternde Japan doch wieder in die Arme der Atomkonzerne zurückkehrte, statt die post-fossile Transformation durchzuziehen. Wo viel Geld & Lebensjahre investiert wurden, erstarken immer wieder die Beharrungskräfte.
Und wenn ich mir anschaue, wie viele auch hier auf Mastodon gegenüber Andersdenkenden in dualistischen Hass & Sexismus , also in Thymos statt Logos, zurückfallen – dann dämmert mir die Macht der negativen Emotionen & Medien-Mimesis.
Ob „wir“ die Wende zu Dialog & Wissenschaft, dennoch irgendwann schaffen? Ich glaube schon, aber es bleibt schwer… #Fossilismus vs. #Friedensenergien #Wohlstandsenergien #Demografie #Fukushima #Deutschland #Thymos #Logos #Mastodon #Dialog #Wissenschaft #Sexismus #Mimesis
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116214496742054886
Dir Dank für Deine dialogischen Beiträge, lieber @Peter, die mir sehr weiterhelfen! 🙏🙌
@KI würde mittelinks wählen
Ein interessanter Artikel:
https://www.spektrum.de/news/politische-willensbildung-kis-wuerden-mitte-links-waehlen/2314134
Was jetzt meiner Vermutung, dass LLMs zu einer Konvergenz von Vernunft tendieren, entgegen kommt.
Einfach weil die Trainingsdaten auch an dem vollem Umfang der wissenschaftlichen Arbeiten trainiert sein dürften. Und vermutlich werden gerade neue Gedanken eher produktiv verarbeitet, als längst Bekanntes, das zig mal und wiederholt vorgefunden wird.
So ist dann auch Mittelinks unter Menschen teils an Wissenschaft, und teils an neuen Gedanken orientiert.
Da machen dann die aktuellen LLMs einfach mit.
Bleibt zu hoffen, dass das so bleibt, und KI noch viel intelligenter wird, wenn sie weiterhin bevorzugt an intelligentem Trainingsmaterial wachsen darf.
Herzlichen Dank, lieber @Tobias 🙏
Ja, die Qualität sowohl der Text- wie auch Bildausgaben von sog. KI hängt noch immer vor allem an der Qualität des digitalen Trainings- und Fundmaterials. Darüber hatten wir hier auf „Natur des Glaubens“ auch schon einmal im Februar 2025 diskutiert:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ki-klischees-und-vertrauen-grafiken-rechts-texte-links/
Darin besteht für mich übrigens durchaus auch eine wichtige Motivation für das Bloggen und diskutieren: Wir selbst können mit jedem Blogpost und jedem Druko (Drunter-Kommentar) dafür sorgen, dass sich die Qualität von KI-Daten verbessert. Überlassen wir den Schwurblern, Hatern und generell Verschwörungsgläubigen niemals das Netz, schon gar nicht das Fediversum! 📚✊🖖
@Michael 12.03. 06:48
„Wo viel Geld & Lebensjahre investiert wurden, erstarken immer wieder die Beharrungskräfte.“
Das Interessanteste an Atomkraft, sowohl Kernspaltung wie auch Kernfusion, ist wohl, dass die Wertschöpfung fast komplett innerhalb der EU bleibt. Und vielleicht auch noch exportiert werden könnte.
Leider ist das aber voraussichtlich einfach viel zu teuer. Es wäre allerdings sehr viel Wert, wenn es gelänge, Reaktoren so zu bauen, dass die mehr Plutonium spalten als sie produzieren. So könnte man ganz nachhaltig das Endlagerproblem wirklich lösen.
Ohne Plutonium mit einer Halbwertszeit von bis zu 25.000 Jahren wäre ein Endlager sehr viel eher praktikabel. Dann darf das dann auch gerne etwas teuer sein, wenn man Reaktoren hat, die das Plutonium einfach verbrauchen und dabei noch Energie erzeugen.
„Ob „wir“ die Wende zu Dialog & Wissenschaft, dennoch irgendwann schaffen? Ich glaube schon, aber es bleibt schwer…“
Neben den Polarisierungstendenzen gibt es ja auch eine allgemeine Entwicklung zu einer Konvergenz von Vernunft. Das wirkt zusammen als Wirklichkeit, und da sehe ich dennoch Perspektiven. Das dauert nur alles länger als man es sich wünscht.
Herzlichen Dank, lieber @Tobias 🙏
Ja, ich habe gerade wieder am Hilda-Gymnasium in Pforzheim „eine Konvergenz der Vernunft“ erlebt: Hunderte hoch interessierter Schülerinnen und Schüler aller Herkunft und Weltanschauung und ein supper-engagiertes Kollegium zu einem „Tag für Vielfalt und Toleranz“ mitten im Ramadan. Und anschließend noch ein Workshop mit den Lehrerinnen und Lehrern. Es war intensiv, großartig und wir waren uns einig – Baden-Württemberg und Pforzheim werden immer wieder auch von Hatern und Spaltern angegriffen, „weil“ das Zusammenleben überwiegend gut funktioniert. Hier hatte ich ja auch erst vor wenigen Wochen eine interreligiöse Feier erlebt, wie es sie in der deutschen Religionsgeschichte noch nie gegeben hat!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zeitenwende-mit-solarpunk-allen-einen-guten-rosch-ins-jahr-2026/
Und in der Stuttgarter Zeitung war ich ja nach dem Irankrieg gefragt worden und hatte meine Einschätzung abgegeben.
Auch der Antisemitismusbeauftrage des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, rät zur Wachsamkeit. „Im Hinblick auf digitale und terroristische Gewalt in Baden-Württemberg befinden wir, die jüdischen Gemeinden, der Staatsschutz und die Polizeirabbiner uns im ständigen Austausch“, sagte er auf Nachfrage. „Meine Sorge gilt dabei weniger organisierten Zellen als digital Radikalisierten, manchmal leider auch sehr jungen Menschen.“
Blume begrüßt zwar, dass die Mullahs in Bedrängnis sind. „Das iranische Regime hat erst im Januar Abertausende Protestierende ermordet und sollte gestürzt werden.“ Er warnt aber auch vor der Planlosigkeit der Angreifer Israel und USA: „Gleichwohl kennt die Politikwissenschaft keinen Fall, in dem ein antisemitisch beherrschter Fossilstaat ohne Bodentruppen zur Demokratie gebombt werden konnte.“
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sicherheit-in-baden-wuerttemberg-strobl-zum-krieg-im-iran-unsere-sicherheitsbehoerden-sind-besonders-wachsam.d0ded472-6f45-4383-bf77-25686821b89b.html
Leider hatte die Zeitung erneut meinen Aufruf für erneuerbare Friedensenergien übergangen, aber darüber kann ich ja bloggen.
Heute auf Mastodon:
Es klingt verrückt, aber Ihr könnt es checken: Der Iran 🇮🇷 exportiert weiterhin Erdöl zu Rekordpreisen über die Insel #Kharg v.a. nach China 🇨🇳 und Indien 🇮🇳.
Und #Putin freut sich über Rekorderlöse, mit denen er den Krieg gegen die Ukraine 🇺🇦 weiter finanzieren kann.
Israel 🇮🇱 und vor allem die USA 🇺🇸 trauen sich auch nicht, diese Kharg-Ölroute zu bombardieren – weil #Trump das Öl wie in Venezuela 🇻🇪 haben wollte & nun die Wut der US-Wählerinnen und Wähler wegen der Preissteigerungen und #Inflation fürchtet.
Der #Fossilismus tötet – auch den Verstand.
Hatte letzten Sommer in dieser 👇 #Pressemitteilung fast flehentlich vor der fossilen Finanzierung von #Russland & #Iran gewarnt. 🙏🔥
Die #Medien – Resonanz war & ist nahe Null… #Irankrieg #Desaster #China #Indien #USA #Israel #Ukraine #EU #Deutschland #BadenWuerttemberg #Ölpreis Fossile #Gewaltenergien Erneuerbare #Friedensenergien #Wohlstandsenergien #Solarpunk
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116215196731831317
Und als Interessierter an Religionswissenschaft und Kalendern könnte für Dich – wie auch für @Peter Gutsche und weitere – der Artikel Chinesisches Neujahr des Feuerpferdes – Tikkun und Tianxia von Valentin Lutset interessant sein. Dort heißt es u.a.:
Es ist kein gewöhnliches Jahr – denn es steht unter dem Zeichen des Feuerpferdes. Diese Jahre gelten als Zeiten intensiver gesellschaftlicher Bewegung, großer Innovationen, aber auch erhöhter Instabilität – als herausfordernde Übergangsphasen. Das letzte Mal ereignete sich diese Konstellation vor genau 60 Jahren, als Mao Zedong die chinesische Kulturrevolution ausrief.
Aus chinesischer Sicht verursacht die Verbindung von Yang-Feuer und dem Pferd eine der kraftvollsten Kombinationen im gesamten Zyklus. Es ist ein Jahr, das Veränderung nicht lediglich ermöglicht, sondern vielmehr erzwingt und dabei erheblichen Druck erzeugt.
Groß angelegte Transformationen sind in diesem Kontext stets mit Risiken verbunden. Aus jüdischer Perspektive könnte man sagen: Gerade in diesem Jahr wächst unsere Verantwortung – als Juden und als Menschen. Es gilt, diese überschüssige Kraft bewusst auf positive Gedanken und gute Absichten auszurichten, damit sie nicht zerstörerisch wirkt, sondern aufbauend.
https://www.juedische-allgemeine.de/religion/tikkun-und-tianxia/
Also: Ja, ich sehe enorme Krisen und Gefahren, aber auch Anzeichen für Hoffnung und Solarpunk. Und es ist insbesondere die junge und längst vielfältige Generation, die mir Mut macht. Es wird hart, aber der Fossilismus bricht bereits überall zusammen.
@Peter Gutsche 12.03., 00.21
Vielen Dank für die lobenden Worte.
Mit jeder Sekunde wird die Situation verfahrener und scheinbar unlösbarer. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir sehenden Auges auf einen unkalkulierbaren Zusammenstoß zurasen.
@Michael Blume
Beide Seiten – sowohl die Grünen als auch die CDU – haben Grund, sich verletzt zu fühlen.
Wir haben es aber mit Leuten zu tun, die sich nicht hinter erlittenen Kränkungen zurückziehen können. Es ist auch wenig dienlich, wenn der SWR schreibt, dass das Verhältnis von Cem Özdemir zu Manuel Hagel „zerrüttet“ sei.
Wenn dem so ist, dann kann es doch keine Zusammenarbeit geben.
Mittlerweile würde ich tatsächlich Neuwahlen bevorzugen. Jeden Tag, der ins Land geht, versinken wir tiefer in Hass zwischen den Parteien.
Bei Neuwahlen könnten dann aber weder Herr Hagel noch Herr Özdemir wieder antreten.
Ich bin diese ganze Situation so leid. Das Chaos, das CDU und Grüne anrichten, wird uns noch Jahre belasten. Zu viele Emotionen in der Politik schaden immer. Und zwei demokratische Parteien treiben uns näher und näher an den Abgrund AfD!
Und wir alle müssen machtlos zuschauen.
Herzlichen Dank, @Marie H. – ich verstehe Ihre Sorgen vor einem digitalen und dualistischen Parteien-Infarkt. Allerdings gehe ich noch nicht davon aus, dass die in Baden-Württemberg gewählten Abgeordneten um Cem Özdemir und Manuel Hagel so dumm sein sollten, die Fehler der Bundespolitik von 2017 zu wiederholen.
Damals hatte ich bereits gebloggt:
Vier von den sechs Parteien, die die Wählerinnen und Wähler am 24. September 2017 in den deutschen Bundestag gewählt haben, verweigern sich inzwischen der mühsamen Suche nach Kompromissen für eine Regierungskoalition. Und sie alle werden in ihren jeweiligen Onlineblasen von den eigenen Anhängerinnen und Anhängern dafür auch noch überwiegend gefeiert und angefeuert. In meinem – bewusst bunten – Facebook-Freundeskreis bestätigen sich Funktionäre und Anhänger von FDP, Linken, SPD und AfD gegenseitig darin, dass es „endlich“ einmal Zeit sei, „keine Kompromisse mehr“ einzugehen, sondern einander „Kante zu zeigen“, „nicht mehr alles mitzumachen“ und diese oder jene Koalition „zu verhindern“. Schon wenige Minuten nach Wahlausgang hatte die bis dahin mitregierende SPD erklärt, für keine Bundesregierung mehr zur Verfügung zu stehen (aber parallel etwa in Niedersachsen durchaus neue Große Koalitionen geschmiedet). Und dann stieg eben auch die FDP aus den #Jamaika-Gesprächen aus – die zuvor in Schleswig-Holstein noch erfolgreich verlaufen waren. Die Verweigerung von Verantwortung, die anderen stets gerne vorgeworfen wurde, wurde – und wird – nun in den Funktionärs- und Anhängerblasen auch demokratischer Parteien gefeiert und zelebriert.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/parteien-die-keine-regierungen-mehr-bilden-hat-das-demokratieversagen-durch-neue-medien-nun-auch-deutschland-erreicht/
Dieses damalige Desaster – das den bis heute wirkenden Niedergang von FDP und SPD beschleunigte – trug dann im Übrigen auch dazu bei, dass ich 2019 mein Facebook-Konto kündigte. Was damals sogar in den „heute“-Nachrichten berichtet wurde.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/von-idioten-zu-thymoten-der-vormarsch-der-digitalen-oligarchie/
Manuel Hagel hat Erwin Teufel (beide CDU) bereits korrekt zitiert: „Erst das Land, dann die Partei, dann die Person.“ Und auch er schloss – was für ihn spricht – die Wahl zum Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD aus.
Würden sich die Gewählten im Landtag von Baden-Württemberg in ihren Parteiblasen verschanzen und ihre Verantwortung für das Land verweigern, so wäre eine große Wut der Menschen die Folge. Schon jetzt wird das Unverständnis jeden Tag größer.
Ich kann Ihnen nur versprechen, dass ich das Meine für eine erfolgreiche Regierungsbildung und Regierung sowie für ein starkes Parlament tun werde. Die Bürgerinnen und Bürger haben mit hoher Wahlbeteiligung gewählt. Sie verdienen Abgeordnete aller demokratischen Parteien, die nun auch Verantwortung über ihre Parteiblasen hinaus übernehmen.
Die LTW in Baden-Württemberg liegt jetzt mehr als eine Woche hinter uns.
Viel wurde geredet und geschrieben. Nachdem in den letzten Tagen in einer großen Tageszeitung ein schwerreicher Unternehmer aus der Lebensmittelbranche die CDU in B.-W. aufgefordert hat, über eine Koalition mit oder eine Duldung durch die sog. „Alternative“ nachzudenken, führt uns das eindrücklich vor Augen, in welchem Zustand unsere Demokratie ist.
Dabei spielt es keine Rolle, wie die CDU Spitzen darüber denken. Es ist der Versuch, die CDU zu spalten. Das Medium nimmt einen Unternehmer, um die Botschaft zu transportieren. Wohl wissend, welchen Stellenwert die Wirtschaft für die Parteiführung der CDU hat.
Momentan gehe ich nicht davon aus, dass die CDU in Bund und Land mehrheitlich an eine Zusammenarbeit mit der AfD denkt. Ganz gleich in welcher Form.
Dass sich dieses Verlagshaus in Berlin so in die Verhandlungen in Stuttgart einmischt, kommt nicht überraschend.
Noch etwas zur Wahlkampf-Nachlese: Mich hat Cem Özdemir vor allem mit dem Argument überzeugt, dass es bei der Umsetzung neuer Ideen keine Rolle spielen dürfe, ob der Ideengeber bei der „richtigen“, „falschen“ Partei oder parteilos sei. Seine Menschlichkeit bei seinen Auftritten hat gut getan. Leider fehlte mir das bei anderen. Ich habe auch mehrere Auftritte des CDU Kandidaten verfolgt. Mir ist klar, dass er an Ratschlägen von unwichtigen Menschen wie mir kein Interesse hat. Aber ich hoffe zum Besten von Baden-Württemberg, dass er noch ein eigenes Profil entwickeln kann und darf. Denn es dürfte mehr in ihm stecken als eine Kopie von Lothar Späth, Erwin Teufel oder Friedrich Merz zu sein. Imho.
Ich hoffe, CDU und Grüne finden einen Weg zueinander – und zwar nicht in Talkshows! Frau Brantner und Herr Strobl hätten gut daran getan, auf ihren Auftritt bei Lanz zu verzichten!
Herzlichen Dank für Ihre Gedanken, @Marie H. 🙏
Dazu fällt mir doch direkt eine Ansage des christlichen Demokraten James Talarico aus Texas ein:
„Die einzige Minderheit, die Amerika zerstört, sind die Milliardäre.“
Das trifft selbstverständlich nicht für alle und eben auch nicht nur für Amerika zu.
Ein Werkzeug, ja eine Waffe, mit der solche Leute Macht ausüben und Demokratien attackieren, liegt in der Förderung destruktiver Medien…
Wobei sich bei dem Milliardär, der hier ganz offen die „Alternative“ empfiehlt, die Frage stellt, warum er eine Partei unterstützt, die ihm durch diverse Maßnahmen seinen Kundenstamm verkleinern würde.
Im Gegensatz zu Stahlmagnaten oder Maschinenbau-Unternehmern sind dessen Kunden potentiell alle, die hier leben und einkaufen.
Aber vielleicht macht zu viel Reichtum taub und blind?!?
Ja, @Marie H. – ich beobachte tatsächlich, dass Überreichtum bei vielen Menschen #Sozialdarwinismus & Menschenverachtung befeuert. Die eigenen Privilegien & Empathie für Arme werden durch psychologische #Externalisierung in Ideologien der Ungleichwertigkeit verwandelt: Der eigene Reichtum, aber auch das Leid der Anderen seien je „verdient“.
Hier auf „Natur des Glaubens“ haben wir dies ja bereits an den dualistischen Weltanschauungen von Elon Musk (Langzeitismus) & Peter Thiel (Katechon) erkundet.
@Michael 12.03. 18:47
„Sie verdienen Abgeordnete aller demokratischen Parteien, die nun auch Verantwortung über ihre Parteiblasen hinaus übernehmen.“
Die Diskurse in den Blasen sollte man entsprechend bewusst als solche auch realisieren. Wenn Parteien koalieren müssen, dann müssen die sich eben auf Kompromisse einlassen. Der Wähler hat eben mehrere Menüs bestellt, dann muss man dann eben produktiv zusammenstellen, was man auf dieser Basis in der Legislaturperiode liefern kann.
Nebenbei eine Verantwortung für das Land und den ganzen Kontinent übernehmen darf aber auch noch gerne sein.
Dazu mag vor allem gehören, dass man sich zuhört, was denn hier wirklich vernünftige Lösungen sein dürften. Die demokratischen Parteien haben doch alle auch durchaus partielle Einsichten zu bieten. Die dann gut kombinieren kann sogar besser sein, als wenn hier einer alleine regieren kann.
Man muss dann aber eben auch produktiv sein. Und nicht die Zeit verschwenden, sondern sinnvoll gestalten.
So manches wäre sogar mit wechselnden Mehrheiten ganz gut zu machen. Die Parteien sollten sich mal mehr bewusst sein, dass sie nicht nur ihr eigens Klientel zu bedienen haben. Und Politik für das ganze Land machen müssen, wenn sie in der Regierungsverantwortung sind.
Es dürfte leider klar sein, das so manch ein Politiker Spezialinteressen bedient, die wenig mit den eigenen Wählern zu tun haben. Da sollte man sich mal zusammenraufen, und im Zweifelsfall was wirklich Vernünftiges gemeinsam dennoch auf die Beine stellen. Es müsste doch genug vernünftige Parlamentarier geben, die es eigentlich mit ihrer Aufgabe ernst meinen.
Lieben Dank, @Tobias 🙏 – und, ja, auch Felo.ai vermag die Problematik bereits zu erkennen:
## Die Fragmentierung der politischen Öffentlichkeit durch digitale Zerblasung
Die Zersplitterung der politischen Diskussion in digitale Echokammern und Filterblasen stellt eine erhebliche Herausforderung für die Bildung demokratischer Regierungskoalitionen dar. Dieser Effekt verstärkt sich durch die Funktionsweise sozialer Medien und digitaler Plattformen, die zur Polarisierung der Gesellschaft beitragen.
**Algorithmische Verstärkung und Meinungsbildung**
Digitale Plattformen wie Facebook und Google steuern durch ihre Algorithmen nicht nur Präferenzen und Emotionen, sondern auch die politische Willensbildung[6]. Diese Algorithmen wirken als mächtige Verstärker, die bestehende Überzeugungen verstärken, anstatt unterschiedliche Perspektiven zu fördern. Nutzer werden bevorzugt mit Inhalten konfrontiert, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen, was zur Verfestigung von Meinungen und zur Abschottung gegenüber anderen Positionen führt.
**Polarisierung und Kompromissfähigkeit**
Die digitalen Medien bieten zwar Chancen für politische Beteiligung und den Zugang zu Informationen, tragen jedoch gleichzeitig zur Polarisierung bei[9]. Diese Polarisierung erschwert den für Koalitionsbildungen essentiellen Kompromiss erheblich. Wenn politische Akteure und ihre Wählerschaft sich in unterschiedlichen digitalen Blasen bewegen, fehlt die gemeinsame Informationsbasis und das gegenseitige Verständnis, die für konstruktive Verhandlungen notwendig sind.
**Mangelnde Medienkompetenz und Desinformation**
Ein Mangel an Medienkompetenz hat erheblichen Einfluss auf den politischen Diskurs[3]. Die Verbreitung von Desinformation in digitalen Räumen erschwert eine sachliche Auseinandersetzung mit politischen Positionen. Dies führt dazu, dass Wähler und Parteien zunehmend auf Basis verzerrter oder falscher Informationen agieren, was rationale Kompromissfindungen zusätzlich behindert.
**Strukturelle Herausforderungen für die Demokratie**
Die repräsentative Demokratie zielt darauf ab, das Individuum mit dem Gemeinwohl zu versöhnen – ein komplexes und langwieriges Unterfangen[6]. Dieses Ziel darf nicht dem „Furor der sozialen Netze“ überlassen werden, der auf Unmittelbarkeit und emotionale Reaktionen setzt. Die digitale Fragmentierung untergräbt die Fähigkeit politischer Parteien, breite gesellschaftliche Konsense zu finden und tragfähige Koalitionen zu bilden, da sie zunehmend auf die Bedürfnisse ihrer jeweiligen digitalen Teilöffentlichkeiten reagieren müssen.
**Fazit**
Die Zerblasung der gemeinsamen Öffentlichkeit in digitale Parteiblasen erschwert die Koalitionsbildung, weil sie die gemeinsame Informationsbasis erodiert, Polarisierung verstärkt und die für demokratische Kompromisse notwendige Kompromissbereitschaft untergräbt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, bedarf es einer Stärkung der Medienkompetenz und struktureller Maßnahmen zum Schutz der demokratischen Willensbildung[3][9].
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Das-schwierige-digitalpolitische-Erbe-der-gescheiterten-Regierungskoalition-10178204.html
[2] https://www.lpb-bw.de/demokratie-digital
[3] https://www.bpb.de/mediathek/video/338620/meinungsbildung-des-information-und-politik-im-netz/
[4] https://table.media/bildung/professional-briefing/investitionsruine-digitalpakt-angst-vor-chatgpt-schwindet-kralle-des-bundes
[5] https://zfmedienwissenschaft.de/online/open-media-studies-blog/ansaetze-zu-medien-digitalisierung-und-bildung-sind-der-politik-vorhanden-aber-es-fehlt
[6] https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/
[7] https://unionstiftung.podigee.io/feed/mp3
[8] https://resilienz-aachen.de/lucas-palm-die-digitalisierung-und-ihre-folgen-fuer-die-demokratie/
[9] https://nachrichten.idw-online.de/2025/04/10/die-beweise-haeufen-sich-digitale-medien-bedrohen-demokratie
[10] https://www.wzb.eu/de/forschung/internationale-politik-und-recht/global-governance/publikationen
[11] https://digitalservice.bund.de/presse/pressespiegel
[12] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/konkurrenz-konkordanz-oder-konsensdemokratie-meine-heutige-duale-rede-bei-der-stiftung-weltethos-uni-tuebingen/
[13] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/buerde-oder-wuerde-warum-kaempften-menschen-um-ihr-wahlrecht/
[14] https://rrredaktion.eu/die-wichtigsten-meldungen-der-vergangenen-tage-im-ueberblick-teil16-der-corona-krieg-und-der-vernichtungsfeldzug-gegen-die-buerger-und-gegen-die-wirtschaft-geht-weiter/
[15] https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/schwerpunkte/DE/desinformation-bei-bt-wahl/desinfo-bei-bt-wahl-artikel.html