Blume & Ince 57: Trialog mit der Friedensforscherin Prof. Cora Bieß

Wer Diktaturen, Kriege, Terrorgruppen, antisemitische Verschwörungsmythen überwinden will, sollte aufhören, sie mittels der fossilen Gewaltenergien Erdöl und Erdgas zu finanzieren. So wurden die erneuerbaren Friedensenergien und der Solarpunk zu zentralen Themen meines Lebens.

Entsprechend interessiert und neugierig war ich, dass Professor Dr. Inan Ince für Folge 57 unseres Pod- und Videocasts einen Besuch bei seiner Kollegin aus der Friedensforschung und Kindheitspädagogik Professorin Dr. Cora Bieß in Tübingen vorschlug.

Und so sprangen wir ins Elektroauto und besuchten Cora für einen spontanen Trialog über Frieden und Friedensbildung.

Links Professorin Cora Gieß, in der Mitte Doktor Michael Blume, rechts Professor Inan Ince gemeinsam zu Blume & Ince 57 vor dem Franzwerk Tübingen.

Links Prof. Dr. Cora Gieß, in der Mitte Dr. Michael Blume und rechts Prof. Dr. Inan Ince vor dem Franzwerk Tübingen. Foto: Inan Ince

Wie immer gibt es auch Folge 57 von Blume & Ince auf Podigee und bei allen gängigen Podcast-Anbietenden sowie hier als Videocast! Mit der herzlichen Einladung zum Mitdenken und dialogischen Kommentieren!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

24 Kommentare

  1. Wenn Sie sich Irland anschauen, wo die Iren gerade machen, was sie in Amerika mit den Schwarzen gemacht haben und alle anderen mit den Iren, sollten Sie auch Jane Goodall zu Rate ziehen. Sie haben’s mit zwei Gangs von Primaten zu tun, die keine klare Reviergrenze haben, das heißt, zwischen ihnen ist immer umkämpftes Niemandsland. Eine solche Gang betrachtet die eigenen Weibchen als wertvollen Besitz, den sie gemeinsam verteidigt, fremde Weibchen aber als Beute. Da ein jeder Vergewaltiger mit dem Schutz der eigenen Gang rechnen kann, wird diese vom Gegenüber als Ganzes für seine Taten verantwortlich gemacht, seine Tat als Angriff auf die eigene Gang gewertet, sodass ein einzelnes Franz-Ferdinand-Event den latenten Krieg eskalieren lassen kann.

    Dringend wäre es also, die Grenzen der Gangs neu zu ziehen, eine Jagdgemeinschaft der Eingeborenen und Migranten zu organisieren, die gemeinsam gegen Vergewaltiger vorgeht, klare Kante zeigt und auch Erfolge vorzuweisen hat, denn kein Jäger wird respektiert wegen Jägerlatein allein. Außerdem wäre es wichtig, die Frage der Reviergrenze in der Form eines Zauns zu regeln, bei dem jeder nach Eigenregie entscheiden kann, ob er ihn als Burgmauer interpretiert oder etwas mit Tür drin.

    [Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]

    • Nun ja, @Paul S. – Ihr erneut sehr biologistischer Text lässt doch zweifeln, ob Sie unseren Trialog mit Cora Bieß überhaupt angehört oder angeschaut haben.

      Sonst wüssten Sie ja, dass schon Ihre bloße Formulierung „Wenn Sie sich Irland anschauen…“ auf eine komplexe Konfliktgeschichte einer geografisch wunderschönen, aber bis heute politisch zerteilten Insel mit vielfachen Identitäten verweist. Wer da bloß biologisch schaut, sieht das Eigentliche nicht.

      Falls Ihnen zum Thema der nordirisch-irischen Ausschreitungen eher der Austausch im Medium des Textes liegt, so darf ich Sie herzlich zu einem munteren Mastodon-Austausch einladen!

      Hier die These dazu:

      Der erste Billionär und X – er Elon Musk konfrontiert uns alle knallhart mit der Psychologie der Mimesis: Millionen auch formal gebildeter Menschen ahmen ihn nach und werfen ihm ihr Geld & ihre Zeit vor die Füße.

      Dass Musk gleichzeitig per X rechtsmimetisch zur rassistischen Gewalt gegen Migranten anstachelt, seit Jahren auch antisemitische Verschwörungsmythen und Sozialdarwinismus verbreitet, stört dabei kaum noch.

      Die fossilistischen und algorithmischen Konzernmedien haben den dünnen Logos von Milliarden Menschen inmitten der demografischen und also auch wirtschaftlichen Schrumpfung durchbrochen und sie per Dauer-Empörung (Thymos) auf rechtsmimetische „Vorbilder“ wie Musk, Putin & Trump eingeschworen.

      Durch die Konzern-Digitalisierung entgleisen nicht alle, aber viel zu viele Menschen. Deswegen erleben auch viele das Fediversum als wohltuende Befreiung von medialer Thymotisierung und mimetischer Manipulation.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116746923302782443

      Das Schöne an der menschlichen Psychologie ist doch, dass sie unbestritten in unserer Neurobiologie wurzelt, ohne auf diese reduziert werden zu können. Und das wusste gerade auch Jane Goodall, die den von ihr beobachteten Schimpansen Namen statt der bis dahin üblichen Nummern gab.

  2. @Podcast nr 57

    Ich hatte jetzt eher mehr von richtigen Kriegen erwartet. In der Tat ist allerdings der digitale Krieg auf recht kultureller Ebene ein Ding für sich.

    Natürlich brauchen wir vernünftige digitale Plattformen, und Menschen, die deren Vorzüge begreifen und sich entsprechend nur da bewegen, wo es möglich ist, sich wirklich friedlich auszutauschen.

    Und da ist dann auch jeder gefordert, sich in der allgemeinen Streitkultur förderlich zu verhalten. Was dann wiederum auch Erfahrungen von Selbstwirksamkeit möglich macht.

    @NI 14.06. 12:31

    „Er vergisst aber, dass über 50 % der Deutschen eine Mietwohnung haben und es aus Platzmangel und oder Geldmangel nicht möglich ist, diese Energiewende durchzuführen.“

    Wie hier bei mir im Innenstadtbereich ist die Situation eine andere. PV inclusive integriertem Speicher müsste von Investoren auf für kleines Geld gemieteten Dachflächen überall installiert werden, und dann mit verminderten Durchleitungsgebühren direkt in der Nachbarschaft verkauft werden. Dann wird hier der Strom endlich auch mal wieder billiger.

    Und einzelne Wärmepumpen wären auch schwierig, es fehlt an Platz für Lüfter wie auch an Platz für Bodensonden. Dafür eignet sich allerdings die verdichtete Bebauung sehr gut für Fernheizungsnetze, die dann wiederum auch einen Teil ihrer Wärme mittels Großwärmepumpe bereitstellen können.

    Das geht alles auch, muss dann aber eben erlaubt sein bzw. angestoßen und eventuell gefördert werden. Das ist das eigentliche Versäumnis, wieso das hier nicht vorwärts geht.

    Das liegt nicht an Herrn Habeck. Wir haben hier keine Einzelhäuser, wo jeder Eigentümer alleine tätig werden kann. Das muss jetzt dringend endlich organisiert werden. Und da bremst eben die Bürokratie fast alles aus, was eigentlich problemlos möglich wäre.

    • Herzlichen Dank für das konstruktive Interesse am Themenkreis Frieden, lieber @Tobias 🙏🌈

      Und, ja, Cora Bieß hat in einer – für mich beeindruckenden Weise – nicht erst die großen, kriegerischen Konflikte im Blick, sondern auch lange zuvor den Umgang mit Konflikten etwa zwischen Kindern oder in Familien. Es geht ihr um Friedensbildung und damit auch eine Form der Haltung. Das beeindruckt und bewegt mich auch im Einsatz für erneuerbare Friedensenergien sehr.

      Konnte dazu heute posten:

      Gerade weil auch ich seit vielen Jahren von Fossilisten, Fossilmedien wie NIUS & Preußische Allgemeine, Trollen & sogar Anwälten angegangen werde, setze ich gezielt auf hoffnungsfrohe, freiheitliche und Selbstwirksamkeit stärkende Narrative wie die erneuerbaren Friedensenergien & Solarpunk.

      Umso besser wir Befürwortenden der post-fossilen Transformation unsere Gegner und deren Methoden verstehen, umso besser können wir ihre Attacken abwehren und immer mehr Menschen gewinnen.

      Darum geht es mir.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116749391146050410

      Denn es ist schon so, wie Du es auch als „das eigentliche Versäumnis“ benennst, das dazu führt, dass „das hier nicht vorwärts geht.“

      Aus immer mehr anderen Ländern wird dagegen der Solarboom – das Anwachsen von erneuerbaren Wohlstandsenergien samt Energiespeichern – vermeldet.

      Und das gehört zu den auch volkswirtschaftlichen Folgen der fossilen Konzernmedien & Lobbyarbeit:

      „Lange Zeit ist Europa der Vorreiter der Energiewende. Inzwischen läuft China Ländern wie Deutschland den Rang ab. Im Umfeld der Volksrepublik erwächst neue Konkurrenz. In Staaten wie Thailand oder Vietnam boomen Elektromobilität und erneuerbare Energien. Aus Eigennutz: Sie möchten kein Geld mehr für fossile Importe ausgeben, sondern welches verdienen. Sie bauen deshalb um Zukunftsbranchen vollständige Wertschöpfungsketten auf.“

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116748441507183454

      Dabei verlinke ich auf dieses Interview…

      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutschland-zoegert-Vietnam-und-Thailand-ziehen-vorbei-id30949293.html

      …in dem es unter anderem heißt:

      Europa hat 2025 wieder zugelegt, aber einzelne Märkte in Südostasien haben Europa bereits überholt. In Vietnam waren vergangenes Jahr fast 40 Prozent der neu verkauften Autos elektrisch. Mit Vinfast hat Vietnam auch einen eigenen E-Auto-Hersteller. Thailand steht bei 25 Prozent und damit nahe am europäischen Niveau. E-Mobilität wächst in vielen asiatischen Ländern rasant.

      Der Solarboom ist nicht mehr aufzuhalten – und wer ihn verzögert, beschädigt damit nicht nur die Mitwelt und Menschen, sondern auch die je eigene Volkswirtschaft. Fossilismus zerstört Leben und Werte.

  3. Michael Blume,
    Schuldvorwurf ?
    Betrachten sie es als Schwachstelle unserer Demokratie. Ein Ministerposten ist auch nur eine Funktionsstelle die Sachverstand verlangt.

    Ich persönlich schätze Herrn Habeck wegen seiner Ablehnung der Verlängerung bei der Laufzeit der Kernkraftwerke. Damit hat er Rückrat gezeigt, wobei seine Argumentation auch die meine ist.

    Aber wir sind ja beim Thema Krieg und Frieden und „hier geht es um die Wurst“.
    Dass es Friedensforschung gibt, das ist lobenswert . Und dabei geht ein Lob an Frau Cora Bieß.
    Weiteres später.

    • Lieben Dank, @NI

      Mir fällt auf, dass nicht nur ich, sondern ebenso Cora Bieß und Inan Ince immer wieder über psychologische und also allgemein-menschliche Strukturen und Handlungsmöglichkeiten sprechen, Ihnen aber (positive wie negative) Urteile über andere Menschen zentral zu sein scheinen.

      Dürfte ich da also einfach interessehalber nachfragen, was Sie zum Beispiel von Thomas Robert Malthus (1766 – 1834) und dessen „Bevölkerungsgesetz“ halten?

      • Michael Blume,
        Betreff : Urteile über andere Menschen

        Jedes Ereignis das von bestimmten Menschen verursacht worden ist, sollten auch im Zusammenhang mit diesem Menschen genannt werden. In der Mathematik ist es üblich, mathematische Beweise nach ihrem Mathematiker zu benennen. Kriege werden oft mit dem „Verursacher“ benannt, z.B. die napoleonischen Kriege. Ohne Stellungnahme zu nehmen. In Frankreich ist Napoleion ein Held, in Rußland weniger.

        Was jetzt Robert Malthus betrifft, der war ein „Kind seiner Zeit“, einer Zeit, in der die Mathematik geradezu „exponentielle“ Fortschritte machte.
        Und so war Herr Malthus wahrscheinlich beeindruckt von den Exponentialfunktionen, das sind Funktionen die schneller anwachsen als die bekannten quadratischen Funktionen.
        Und das hat ihn verleitet, die Zunahme der Menscheit als exponentiell zu bezeichen.
        Mathematisch ist das nicht ganz korrekt, die Zunahme hängt vom Anfangswert und vom Wachstumsfaktorab, und wenn der niedrig ist , dann verläuft die Zunahme gar nicht so schnell, wie man vorher gedacht hat.

        Die Schwachstelle bei seiner Behauptung, dass die Zunahme der Weltbevölkerung schneller verläuft als die Zunahme bei der Nahrungsmittelproduktion, die ist, dass
        der Wachstumsfaktor bei der Nahrungsmittelproduktion sich nicht verändern kann. Durch die Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrenswurde das widerlegt, Stickstoffdünger ernährt heute eine Weltbevölkerung von acht Milliarden Menschen.

        Robert Malthus ist widerlegt, für seine Zeit war die Behauptung nur eine Vorhersage, naheliegend, aber nicht ganz korrekt, weil er eben davon ausgegangen dass der Wachstumsfaktorbei der Nahrungsmittelproduktion konstant ist und bleibt.

        Man sollte Herrn Malthus in den Geschichtsbüchern belassen, er ist ein sehr gutes Beispiel, wie Wissenschaft fortschreitet zum Wohle der Menschheit.

        Anmerkung: Dieser Beitrag war kein Urteil über einen Menschen, er diente nur dazu den Stand der Wissenschaft im 18. und 19. Jahrhundert zu beleuchten.
        Genauso trifft das auf Herrn Habeck zu, der ist auch eine Kind seiner Zeit, in einer Zeit der Energiewende, wo er mit der Kernkraft richtig lag und liegt, bei der Umstellung von den Gasheizungen auf die Klimaanlagen die notwendigen Voraussetzungen nicht bedacht hat.
        Zweite Anmerkung: Herr Habeck wäre der bessere Kanzler gewesen und Herr Scholz der Wirtschaftsminister., man denke nur an die cum ex Geschäfte wo Herr Scholz seine Phantasien bewiesen hat.

  4. @Michael 14.06. 20:55

    „In Staaten wie Thailand oder Vietnam boomen Elektromobilität und erneuerbare Energien. Aus Eigennutz: Sie möchten kein Geld mehr für fossile Importe ausgeben, sondern welches verdienen. Sie bauen deshalb um Zukunftsbranchen vollständige Wertschöpfungsketten auf.“

    Beide Länder liegen fast am Äquator. Die PV-Erträge sind dort eben doppelt so hoch wie in Mitteleuropa, und dann auch noch gleichmäßig über das Jahr verteilt. Dass dann auch die Kurzfristspeicher besser ausgelastet sind, so an die 300 Ladezyklen im Jahr, bei uns kommt man maximal auf 200 Ladezyklen. Und winterliches Backup kann man sich da komplett sparen.

    Das fördert nicht nur die Elektroautos, überhaupt ist billiger Strom ein guter Standortfaktor für alle möglichen Produktionsstätten.

    Bei uns lohnt sich PV vor allem, wenn man die eigene PV-Anlage hat und den meisten Strom selber verbrauchen kann. Dann verdient hier kein Netzbetreiber und auch der Fiskus nicht mit. Leider klappt das noch nicht im Innenstadtbereich, also bei mehr als der Hälfte der Privatverbraucher. Wenigstens Industriebetriebe und andere Gewerbeobjekte können sich aber auch gut mit PV selbst versorgen.

    Wir wie bei mir müssen wohl noch warten. Man kann aber auch gerne reichlich Freiflächenanlagen gleich mit integrierten Speichern im Umfeld der Städte installieren. Da hat man dann zwar Anschlusskosten, Durchleitungsgebühren und vermutlich auch allerhand anderer Abgaben zu leisten. Aber wenigstes ist die PV-Anlage wie auch der Speicher in diesen Dimensionen deutlich günstiger beim Aufbau wie bei einer üblichen Dachanlage.

    Das wird uns hier spätestens dann auch helfen. Aber das dauert, nicht nur wegen der erheblichen Investitionen, sondern auch, weil für die Freiflächenanlagen die Netze ausgebaut werden müssen.

    Das wäre ja gerade das Charmante an jeder Menge PV auf allen möglichen Kleinflächen ganz nah am Verbraucher. Da reichen die vorhandenen Stromanschlüsse meistens aus, insbesondere wenn man die PV gleich mit einem Kurzfristspeicher kombiniert. Das einzigste Hindernis hierfür ist die Bürokratie.

    Nun gut, das lässt sich auch noch nachholen. Hauptsache es wird hier weltweit ordentlich grüne Technik immer weiter zugebaut. Das entlastet überall das Klima und lässt den Fossilismus unweigerlich auslaufen. Und das eröffnet dem ganzen Globalen Süden ganz neue Perspektiven.

    Ob das dann noch den Frieden fördert, wäre vielleicht möglich. Jedenfalls lohnt es sich dann nicht mehr, um Öl- und Gasquellen zu kämpfen. Und jeder, der Energie braucht, kauft sich einfach die nötige grüne Technik ein, und hat dann da mindestens 20 Jahre was davon. Den Platz dafür gibt es überall genug, darum zu streiten macht jedenfalls überhaupt keinen Sinn.

    • Herzlichen Dank, lieber @Tobias 🙏

      Heute Morgen postete ich – auch im Rückblick auf den Trialog mit Cora Bieß – auf Mastodon:

      Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

      Die vergangenen Monate haben erneut unterstrichen:

      Wer das fossile & also menschenverachtende sowie israelfeindliche Revolutionsgarde-Regime des Iran überwinden will, sollte endlich aufhören, es durch Ölimporte zu finanzieren. Das gilt auch für Russland, Katar, Venezuela u.v.m.

      Erneuerbare Energien sind also #Friedensenergien und schützen Menschen und Mitwelt.

      Erneuerbare Energien sind #Heimatenergien, weil sie dezentral produziert werden, Energiedemokratie & Föderalismus stärken.

      Erneuerbare Energien sind #Wohlstandsenergien, weil die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland verbleiben.

      Während sich der Solarpunk auch in Deutschland gegen fossile Abzocker in Wirtschaft, Politik & Medien durchsetzen muss, stürmen weniger bürokratisierte Länder wie Thailand, Vietnam und Kenia per #Solarboom voran.

      Fossiler Lobbyismus auch in der Bundespolitik beschädigt das Leben & die Volkswirtschaft. Das erkennen längst auch alle 16 Bundesländer…

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116752257099284727

      Leider richten fossile Lobby-Organisationen, Konzernmedien und korrumpierte Parteifunktionäre auch in der Berliner Hauptstadtblase noch immer großen, auch volkswirtschaftlichen Schaden gegenüber Menschen und Mitwelt an.

    • Tobias Jeckenburger
      Bei so viel Optimismus was die PV-Anlagen betrifft……..
      Die Kupfervorräte reichen bei dem derzeitigen Bedarf noch 40 Jahre.
      Länder, die keine eigenen Kupfervorräte haben, die müssen sie exportieren.
      Und schon ist wieder Schluss mit dem Frieden, wenn ein Land Kupfer benötigt, aber nicht in ausreichenden Mengen bekommt.

      Das nur mal gesagt , um den Bogen zur Friedensforschung zu finden.
      Die derzeitige „Energiewende“ wird den Nahen Osten befrieden und sie wird die Grundlage bleiben die hohen CO2 Einträge in die Atmosphäre zu begrenzen.

      Sie wird uns aber nicht vor weiteren Konflikten schützen, die größten Kupferproduzenten sind nämlich Chile und Peru und Kongo. Eine total elektrifizierte Welt wird total viel Kupfer für die Leitungen benötigen !

  5. Guten Morgen, @Cora Bieß, @Michael und @Inan,

    Vielen Dank, dass Ihr uns an dem anregenden Gespräch habt teilhaben lassen!

    Am Anfang fiel ja auch der Begriff „Trauma“. Ich frage mich schon lange, ob Kriege nicht generell generationenübergreifende Traumata schaffen und was das für die Bevölkerung von Ländern heißt, die über Jahrzehnte unter Kriegen leiden.

    Nach meiner Wahrnehmung hat der zweite Weltkrieg auch dazu geführt, dass eine Generation von Kindern aufgewachsen ist, bei denen die Väter weitgehend abwesend waren – ich meine das hier mehr psychologisch. Denn Kriege traumatisieren die Beteiligten. Über die schreckliche Kriegserlebnisse wird geschwiegen, aber es fehlt die psychische Energie, sich auf eine Familie, auf die Fragen der Kinder einzulassen. Und letztere wachsen dann nicht gerade unter psychologisch gesunden Bedingungen auf und brauchen dann ggf selbst irgendwann in ihrem Leben eine Therapie, um das alles zu verarbeiten und zu einem freieren und gesünderen Leben zu finden .

    Um solche generationenübergreifende Traumata zu verhindern braucht es, wie es gesagt wurde, „Frieden als lebenslanger Lernprozess“. Ich denke, eine gute Schule hierfür ist, einmal ein Projekt mit einem in jeder Hinsicht vielfältigen Team zu leiten. Wenn man sich auf die Sache konzentrieren muss, um am Ende ein Ergebnis zu bekommen, dann ist es dringend nötig, eigene persönliche Befindlichkeiten zurückzustellen und jeden und jede im Team mit einzubeziehen. Andernfalls scheitert das Projekt. Ich denke, das ist auch das Fatale an Autokraten, die sich nur noch mit Ja-Sagern umgeben, die ihrem Ego schmeicheln. Weil die Welt vielfältig ist (auch Autokraten können das nicht verhindern), werden letztlich die „Projekte“ der Autokraten scheitern – bzw im Desaster (leider für viele Unschuldige) enden.

    Und es sind vermutlich genau diese Fähigkeiten – das Zurückstellen eigener Befindlichkeiten, das Einbeziehen aller –, die eine Gesellschaft braucht, um auch die Wunden vergangener Kriege zu heilen und das Schweigen zu brechen.
    Bislang ist es in Deutschland ja einigermaßen gut gelungen, sich der traumatischen Vergangenheit zu stellen. Hoffen wir, dass wir durch den Zuwachs an Polarisierung und Hass diese Fähigkeit nicht verlieren.

  6. Die meisten Menschen wollen mE in Frieden und Freiheit leben. Doch leider gibt es auch diejenigen, die andere beherrschen oder sich immer durchsetzen wollen. Es fehlt bisher ein erfolgreicher Weg zu dauerhaftem Frieden für alle. Soweit meine Theorie.

    Aber dennoch brauchen wir Friedens- und Konfliktforschung. Danke für das interessante Gespräch. Die Arbeit für den Frieden beginnt zunächst bei jedem von uns. Das ist eine der Erkenntnisse, die ich beim Zuhören mitgenommen habe.

    Über Krieg und Frieden entscheiden aus unterschiedlichen Beweggründen die Mächtigen dieser Welt. Deshalb ist die Vorbereitung in Friedenszeiten auf mögliche kriegerische Konflikte so wichtig.

    Ich bin Anfang der 1960er Jahre geboren. Es war die die Zeit des Kalten Krieges. Und die Angst vor einem Krieg zwischen den Supermächten USA und UdSSR war immer vorhanden. Wir hatten vielleicht nur Glück, dass es nicht zum 3. Weltkrieg kam. Stattdessen gab es jedoch zahlreiche Stellvertreterkriege. Eine wichtige Weichenstellung hierfür war mE die „Truman-Doktrin“ von 1948.

    Die „Kuba-Krise“ 1962 habe ich selbst nicht erlebt. Ich weiß aber aus vielen Gesprächen, dass diejenigen, die da durch mussten und völlig machtlos waren, sehr große Angst hatten. Vor allem vor den Sowjets. Deutsche hätten auf Deutsche schießen müssen. Eine unerträgliche Vorstellung.

    Ein Thema in Ihrem Gespräch waren die Herausforderungen für Lehrkräfte und Erzieherinnen. Denn neben die Vermittlung von Wissen in den einzelnen Fächern tritt als beinahe ebenso wichtig das richtige Miteinander zu finden. Ausgleich zwischen Einzelinteressen und den Zielen der Gruppe. Dass auch die Nutzung von KI und Social Media noch irgendwie und irgendwo untergebracht werden muss, erklärt sich von selbst. Doch dafür brauchen Lehrer etc Zeit und profundes Wissen, was speziell auf Social Media oder im Bereich der KI los ist. Ich habe erhebliche Zweifel, dass dafür vor allem die zeitlichen Kapazitäten vorhanden sind.

    Abschließend noch ein Wort zur Friedensarbeit. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden in Europa die Städte- und Gemeindepartnerschaften. Die Idee dahinter war, dass Fremde, die zu Freunden werden, weniger anfällig dafür sind, Kriege gegeneinander zu führen. Dank der zunehmenden persönlichen Mobilität ab den 1950er Jahren, wurde es möglich, auch größere Entfernungen in einer akzeptablen zeitlichen Dimension zu überbrücken.

    Herzlichen Dank an Sie alle für diese Podcast-Folge!

    • @ Marie H

      Das ist, glaube ich nicht nur, einer der Momente, in denen wir sensibel sein sollten: es gibt Menschen, die herrschen wollen. Die bestimmen wollen, wo es in einer Gesellschaft lang geht.
      Es ist die soziale Aufgabe, diese Menschen zu identifizieren und ihnen keine Macht zu geben.
      Das ist nach dem Gesetz der Masse aber schwierig.
      Ich kämpfe immer noch damit, dass die Masse Schafe sind…

    • Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – und ich stimme Ihnen zu: In Gesellschaften, die die Erinnerung an die letzten Kriege verlieren, droht auch das Bewusstsein für Gefahren und die Abgründe von Gewalt zu schwinden. Deswegen wird Friedensbildung – und aus meiner Sicht insbesondere Medienbildung – immer wichtiger.

      Und leider stimmt auch, dass die großen, fossil finanzierten Gewaltregime derzeit noch triumphieren…

      Während sich POTUS Trump 🇺🇸 für seinen „Deal“ mit dem Revolutionsgarde – Fossilregime des Iran 🇮🇷 wieder selbst lobt, überwiegt in Israel 🇮🇱 Entsetzen: Kein Kriegsziel wurde erreicht. Sowohl das israelische wie auch das iranische Volk werden leiden, auch die arabischen Staaten wurden geschwächt.

      Auch Sarah Maria Sander spricht hier deutlich von einem „Deal der Schande“.

      Und ich hoffe, dass jetzt langsam auch mehr Konservative, Rechte und Religiöse begreifen, wie dumm & gefährlich die Finanzierung von Diktaturen, Terrorgruppen & Antisemitismus durch fossile Gewaltenergien war und ist.

      Der Fossilismus zerstört Menschen & Mitwelt, es fließt Blut für Öl.

      Sagte es am 9.11.23 im Landtag BW & sage es jetzt: Erneuerbare Energien sind Friedensenergien!

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116755799490050585

      Zwar sehe ich mit Zuversicht, dass auch das Irankrieg-Desaster die post-fossile Transformation weiter beschleunigt hat. Doch noch klammern sich die alten Fossilmächte mit Gewalt an ihre zerbröckelnde Macht…

  7. @NI 15.06. 10:43

    „Die Kupfervorräte reichen bei dem derzeitigen Bedarf noch 40 Jahre.“

    Was ja jetzt gar nicht so wenig erscheint. Man kennt vermutlich auch noch gar nicht alle potentiellen Lagerstätten? Wobei es auf den Marktpreis ankommt, ob eine Lagerstätte abbauwürdig ist.

    „Sie wird uns aber nicht vor weiteren Konflikten schützen, die größten Kupferproduzenten sind nämlich Chile und Peru und Kongo.“

    In der Tat sind das schon begehrenswerte Schätze. Das können wir nicht ändern. Immerhin wird Kupfer aber auch sehr gut recycelt, und muss nicht wie die Fossilen Brennstoffe ständig nachgekauft werden.

    „Eine total elektrifizierte Welt wird total viel Kupfer für die Leitungen benötigen!“

    Aluminium leitet auch hinreichend gut Strom. Ist vermutlich nur nicht so leicht zu verarbeiten.

    Ich hab Felo-ai gefragt:

    „Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Kupfer etwa 1,5- bis 1,6-mal besser Strom leitet als Aluminium. Anders ausgedrückt: Ein Aluminiumdraht muss einen etwa 1,6-mal größeren Querschnitt haben als ein Kupferdraht, um den gleichen Strom bei gleicher Verlustleistung zu übertragen. Trotz dieser geringeren Leitfähigkeit wird Aluminium aufgrund seines geringeren Gewichts und seiner Kosteneffizienz häufig in Anwendungen wie Freileitungen eingesetzt.“

    Also irgendwann wird Kupfer so teuer, dass Aluminium in immer mehr Anwendungen stattdessen benutzt wird.

    • Tobias Jeckenburger,
      Deine Analysen sind alle richtig, mir ging es nur darum zu zeigen, dass die Energiewende andere noch gar nicht bedachte Probleme bringen wird.

      Und dann…..dann können wir darüber bloggen, wenn es uns nicht zu heiß geworden ist auf unserer Erde.

      • @NI

        „Deine Analysen sind alle richtig, mir ging es nur darum zu zeigen, dass die Energiewende andere noch gar nicht bedachte Probleme bringen wird.“

        Weil wir Entwicklungen nicht präzise voraussehen können, kennen wir weder Lösungen noch Probleme der Zukunft.

        Das Medium eines Wissenschaftsblogs ist zum Beispiel erst seit wenigen Jahrzehnten verfügbar, „Natur des Glaubens“ mit dem Gründungsjahr 2008 etwas jünger als das erste Smartphone (2007).

        Wir kennen die Auswirkungen fossiler Brennstoffe (Treibhausgase. globale Erhitzung, gewalttätige Fossilregime, Terrorgruppen, Verschwörungsmythen). Und wir dürfen zuversichtlich sein, im Verlauf der post-fossilen Transformation auch viele neue Lösungen wie Recycling ♻️ und neue Werkstoffe zu entdecken.

        Die Menschheit ist weit gekommen – und unsere Geschichte ist noch lange nicht zuende. Hoffe ich.

        • Michael Blume,
          Zustimmung, durch die Wissenschaftsblogs können die Fachkundigen sich in die Öffentlichkeit wagen und die Unkundigen erfahren zum ersten Male die Komplexität unserer Welt.
          Auf der anderen Seite erfahren wir die Gefahren von „Social Media“ für unsere Jugend, in England soll ja der Zugang von bestimmten Foren für unter 16jährige verboten werden.
          Anmerkung: ob die Ähnlichkeit zwischen erfahren und Gefahren zufällig ist ?
          Und damit kommen wir in den Innenbereich, dem „Inneren Frieden.“

          • Ja, @NI deswegen habe ich mich konsequent aus den algorithmischen Konzernmedien Facebook, Instagram, X etc. zurück gezogen, blogge und poste nur noch im Fediversum. Es ist wirklich verrückt, wie viele Menschen – vor allem Männer – sich in den sog. „sozialen Medien“ rechtsmimetisch verroht und radikalisiert haben.

            Habe heute auch gepostet:

            Ich teile die Kritik von US-Demokrat Adam Schiff am fossilistischen „Deal“ zwischen Trump & der iranischen Revolutionsgarde. Zugleich wünsche ich mir, dass Demokratinnen & Demokraten weltweit nicht länger X des Rechtsmimetikers Elon Musk füttern.

            „Der Deal stieß in den USA auf große Kritik. Der demokratische Senator Adam Schiff sprach von einer „Kapitulation“ der Trump-Regierung. „Der Iran erhält eine Lockerung der Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Gelder, die Erlaubnis zum Öl-Export sowie einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar.

            Die USA erhalten lediglich die erneute Bekräftigung des vagen Versprechens, dass der Iran keine Atomwaffe entwickeln werde. Eine umfassendere Kapitulation ist kaum vorstellbar“, schrieb er bei X.“

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116764615058123164

            Danke für das konstruktive Interesse!

  8. In the latest edition of Blume & Co., Professor Cora Biss joins the discussion to explore some of the most pressing challenges facing society today. As a researcher focused on global issues, she offers thoughtful perspectives on the interconnected nature of social, economic, and environmental developments.

    This trialogue examines how complex problems can be better understood through interdisciplinary thinking and open dialogue. Throughout the conversation, Professor Biss highlights the importance of critical analysis, collaboration, and long-term planning when addressing issues that affect communities around the world.

    The episode provides readers with an engaging overview of contemporary challenges while encouraging reflection on possible paths forward. Through insightful commentary and accessible discussion, Blume & Co. 57 invites audiences to consider how research and informed debate can contribute to meaningful change.

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