Blume & Ince 56: Dialog über Trump als Corpus Christi, Religionsdemografie und die Malthus-Macht

Dies, liebe Leserinnen und Leser, ist nun also der 1499te Blogpost auf „Natur des Glaubens“! Wir stehen damit einen Schritt vor der Schwelle von 1500 – und auch die gemeinsamen Drukos (Drunter-Kommentare) gehen direkt auf die 60.000 zu!

Ich habe gerne und viele Bücher geschrieben, mit „Islam in der Krise“ (Patmos 2017) sogar einen SPIEGEL-Bestseller gelandet. Doch noch wichtiger als das Reden und Schreiben sind mir Eure Reaktionen, ist der Dialog. Wenn mir Menschen zurückmelden, ich wüsste „so viel“, so antworte ich stets aus Überzeugung, weil Erfahrung: „Ich lerne jeden Tag durch Menschen, die nachfragen, ergänzen, auch weiterdenken. Ich lerne durch Dialog.“ 

Da ich nun auf die 50 zugehe, darf ich freimütig sagen: Wer keine Gelegenheit hat, mit wirklich Interessierten über die eigenen Texte zu sprechen, vergisst diese wieder. Ich habe wirklich Hoffnung für jede Demokratie, in der nicht nur wenige senden und viele empfangen (die sog. „Massenmedien“) – sondern in der immer mehr Bürgerinnen und Bürger selbstbewusst prosumieren (Medien bewusst produzieren & konsumieren). Deswegen versuche ich auch nicht auf Reichweite (Empörungszirkus, Thymos) zu optimieren, sondern auf Inhalte und Dialog. Lieber 30 ernsthaft interessierte Menschen als 3.000 NPCs & Bots.

Und entsprechend riesig freute ich mich, als der liebe Freund und BWL-Prof Inan Ince mir eine Nachricht zum Blogpost über Religionsdemografie schickte und fragte, ob wir dazu nicht spontan eine Dialog-Sendung machen könnten?

Die Datengrafik zeigt die "Geburtenraten (Kinder pro Frau) von 1965 bis 2025. Demnach sank die TFR-Geburtenrate von Türkiye von 6,1 in 1965 auf nur noch 1,4 in 2025. In den USA ging die gleiche Rate von 2,7 um 1965 auf nur noch 1,6 in 2025 zurück. Noch massiver fiel Thailand von 5,7 auf nur noch 1,0. Vergleichsweise stabil blieb dagegen Israel mit 3,2 in 1965 und 2,9 in 2025.

Dass wir inzwischen auch Unterschiede zwischen der TFR-Geburtenrate von Staaten je nach Religionszugehörigkeiten erkennen können, bewegte auch Inan. Datengrafik zur Demografie von 1965 bis 2025 von den USA (christlich geprät) und Turkiye (islamisch), Israel (jüdisch) und Thailand (buddhistisch): Michael Blume 

Weil ich an Fronleichnam (engl. Corpus Christi) ohnehin eine Einladung zu einem Zeltcamp der NABU-Jugend „Naju“ angenommen hatte, konnte ich es einrichten. Und so sprachen wir über Religion & Zivilreligion gerade auch in den Trump-USA, über die o.g. Datengrafik und ein Thema, das mir besonders wichtig ist: Die sprachliche Menschenverachtung durch den bis heute nicht nur bei Rechten, sondern auch bei Linken und Mittigen nachwirkenden Malthusianismus.

Dabei gilt eigentlich nicht der auch in seinem „Bevölkerungsgesetz“ (1798) mathematisch grob argumentierende Thomas Robert Malthus (1766 – 1834), sondern dessen sorgfältig arbeitender Vorgänger Johann Peter Süßmilch (1707 – 1767). Und dessen Hauptwerk von 1741 hieß: „Die Göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben erwiesen“!

In seiner sich am Besten dialogisch zu erschließenden KI-Enyklika hatte auch Papst Leo XIV. zur Entwaffnung der Worte aufgerufen – und ich möchte alle bitten, über demografisch-negative und also in ihrer Wirkung menschenverachtende und spaltende Begriffe wie „Überalterung, Überfremdung, Überbevölkerung, Bevölkerungsexplosion“ nachzudenken. Treffen nicht längst Unterjüngung, Zuwanderung, Kindermangel und Bevölkerungsimplosion die demografische, post-malthusianische und auch wirtschaftliche Realität sehr viel besser? Es mangelt uns Menschen nicht mehr an Gütern, sondern an Nachfrage und Gerechtigkeit.

Mehr noch: Wer verlernt hat, sich über steigende Lebenserwartungen oder die Geburt von Kindern zu freuen, ist selbst auf dem Weg in die dunkle Welt von Rechtsmimesis & Knappheitslüge.

Hier also Folge 56 von „Blume & Ince“ als Podcast auf podigee und als YouTube-Video. Ich freue mich auf weitere Dialoge dazu, gerade auch hier auf dem Blog!

Und zur nächsten Folge wollen Inan und ich wieder mit dem Solarpunk-Elektroauto unterwegs sein und eine Friedensforscherin besuchen.

 

Dieses T-Shirt aus der Türkei sprach mich direkt an. „Zaman en iyi ögretmendir“ heißt auf Deutsch: „Zeit ist die beste Lehrmeisterin.“ Foto: Michael Blume

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

58 Kommentare

  1. Als protestantische Christin, in Norddeutschland lebend, hatte Fronleichnam für mich keine inhaltliche Bedeutung. Hier war Fronleichnam nie ein Feiertag.
    Dank des VideoCast bin ich nun etwas aufgeklärter, dennoch bleibt mir der Feiertag irgendwie fremd.

    Besonders berührt hat mich das engagierte Statement zur Würde des Menschen.

    • Ganz herzlichen Dank, @Elisabeth K.

      Die Folge hat auf Mastodon eine Fülle von ergänzenden und auch fragenden Posts zu Fronleichnam / Corpus Christi ausgelöst, so dass ich ernsthaft erwäge, zukünftig politik- und religionswissenschaftlich mehr und öfter zu Feiertagen zu tun. Denn mit der Zerblasung der Medienwelt scheinen auch die Zeitläufe geheimnisvoll zu werden. Dialog kann hier Interesse und Verbindungen schaffen!

      Danke auch für das Erkennen, wie mich der Kampf um die wirtschaftlich, politisch und medial angegriffene Menschenwürde umtreibt: Es ist dies der rote Faden auch in meiner beruflichen Biografie geworden. Daher ja auch die wiederholten Angriffe der Trolle und Hater, die die Solidarität etwa mit jesidischen, jüdischen, muslimischen oder zugewanderten Menschen ärgert.Solche Angreifer wollen zerspalten, um zu zerstören. Ich habe mich entschieden, ihnen niemals zu weichen.

      Bewegt war und bin ich schließlich (auch als Protestant) über die weisen Worte von Papst Leo XIV. zur Macht der Sprache, die er nicht zufällig mit einem Zitat von Gandalf aus dem fantastischen „Herrn der Ringe“ einleitet:

      213. Ein katholischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, John Ronald Reuel Tolkien, hat unsere Verantwortung mittels der Worte einer seiner Figuren wie folgt beschrieben:

      »Doch unsere Sache ist es nicht, die Welt durch alle Zeiten zu steuern, sondern in den Jahren, auf die wir beschränkt sind, zu tun, was wir können, um das Übel auf den uns bekannten Feldern auszujäten, damit jene, die nach uns kommen, einen guten Boden vorfinden.« [187]

      Die Zivilisation der Liebe entsteht nicht aus einer einzigen, spektakulären Geste, sondern aus der Summe kleiner und beharrlicher Akte der Treue, die als Bollwerk gegen die Entmenschlichung dienen.

      Deshalb lohnt es sich, innezuhalten und einige Aspekte zu betrachten, wie wir, ein jeder in seinem eigenen Bereich, an ihrem Aufbau mitwirken können. Ohne den Anspruch zu erheben, das Thema erschöpfend zu behandeln, schlage ich fünf Ansätze für die Verantwortung im Alltag und im öffentlichen Leben vor:

      Worte entwaffnen, Frieden in Gerechtigkeit aufbauen, die Perspektive der Opfer einnehmen, einen gesunden Realismus pflegen, den Dialog und den Multilateralismus wiederbeleben.

      Die Worte entwaffnen

      214. Der erste Beitrag, den wir zu einer humaneren Zivilisation leisten können, besteht darin, auf unsere Worte zu achten: »Entwaffnen wir die Worte, und wir werden dazu beitragen, die Erde zu entwaffnen.« [188]

      Die Macht der Worte ist gewaltig, und wir erleben dies im täglichen Umgang miteinander, wenn jemand etwas sagt, das unsere Stimmung verändert, zum Guten oder zum Schlechten.

      »Der Friede beginnt bei jedem von uns: damit, wie wir auf unsere Mitmenschen blicken, ihnen zuhören, über sie sprechen; und in diesem Sinne ist die Art und Weise wie wir kommunizieren von grundlegender Bedeutung: Wir müssen „Nein“ sagen zum Krieg der Worte und Bilder, wir müssen das Paradigma des Krieges zurückweisen.« [189]

      Wir müssen daher alle eine Gewissenserforschung hinsichtlich der Worte, die wir verwenden, der Vorurteile, von denen sie durchdrungen sind, und der offenen oder versteckten Aggressivität, die in ihnen steckt, vornehmen. Wir haben eine echte Gelegenheit, zum Guten beizutragen, jedes Mal wenn wir die Wahrheit sagen, einen weisen Ratschlag geben, jemanden unterstützen, der Trost braucht, eine Ungerechtigkeit anprangern und jemandem eine Stimme geben, der keine hat.

      In diesem Sinne möchte ich gerne dialogisch weiterwirken und danke Inan Ince wie auch Dir für das große Interesse am Dialog! 🙏🙌✅

  2. Herzlichen Dank für diese Podcast-Folge, Herr Professor und Herr Doktor.

    Zum gestrigen Feiertag Fronleichnam kann ich noch folgendes beitragen. Alle zwei Jahre findet hier in dem Dorf, in dem ich wohne, die Fronleichnams-Prozession statt. Ich bin Protestantin, kann mich aber der Faszination nicht ganz entziehen. Am Tag vor Fronleichnam werden einige Garagen freigemacht, und fleißige Hände treffen die notwendigen Vorbereitungen für die farbenfrohen Blumenteppiche. Diese werden frühmorgens am Feiertag gelegt. Im Laufe des Vormittags ist die Prozession durch den Ort, musikalisch begleitet durch den örtlichen Musikverein.

    Die Informationen über den Malthusianismus und den „Namensgeber“ waren mir bisher unbekannt.

    Religionsdemografie wurde mir wieder etwas verständlicher. Dazu ein paar Details aus meiner Familiengeschichte. Die Vorfahren meines Vaters sind seit Jahrhunderten im ländlichen Württemberg ansässig und waren hauptsächlich Landwirte und Handwerker. In jeder Generation kamen viele Kinder zur Welt, von denen jedoch nur wenige das Erwachsenenalter erreichten. Die Familien waren sehr religiös und hingen dem Pietismus an. Arbeit und Glaube waren ihnen genug. Stuttgart war die einzige Stadt in der Nähe.

    Die Vorfahren meiner Mutter kamen ca. im 18. Jahrhundert nach Böhmen. Damit waren sie zuhause im Reich der Habsburger. Meine Urgroßmutter, geb. 1891, konnte bis ins Alter die Hymne „Gott erhalte“. Die Familie war altkatholisch. Soweit ich weiß, war die Verwandtschaft mütterlicherseits bei weitem nicht so zahlreich wie bei den Vorfahren meines Vaters. Meine Großmutter hat mir erzählt, dass ihre Familie hauptsächlich als Handwerker tätig war, Zimmermann, Gärtner usw. Prag und Dresden waren eine Tagesreise entfernt. Meine Urgroßmutter las sehr gerne Reiseberichte (z.B. Sven Hedin) und war immer wissensdurstig.

    Jetzt stellen sich mir folgende Fragen:

    Bleiben streng religiöse Familien eher örtlich zusammen?

    Dominiert dort heute noch das Patriarchat?

    Zwang bietet auch Sicherheit?

    Das würde für die Zukunft, was die Geburtenrate betrifft, bedeuten, dass Menschen, deren Leben aus mehr besteht als Arbeit und Gebet, weiterhin weniger Kinder haben werden. Ich muss darüber noch einmal nachdenken.

    • Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – gerne gehe ich auf Ihren dialogischen Kommentar ein.

      Zum gestrigen Feiertag Fronleichnam kann ich noch folgendes beitragen. Alle zwei Jahre findet hier in dem Dorf, in dem ich wohne, die Fronleichnams-Prozession statt. Ich bin Protestantin, kann mich aber der Faszination nicht ganz entziehen.

      Ja, auch ich habe hier als Jugendlicher staunend Fronleichnams-Prozessionen gesehen. Und emotional (noch nicht wissenschaftlich) verstanden, dass damit die einstigen Flüchtlinge aus dem im Krieg verlorenen Osten sowie viele Zugezogene auch aus anderen Ländern damit im evangelischen Filderstadt auch ihre eigene Identität und „neuen“ Kirchengemeinden bekräftigten. Wohl deshalb war es mir so wichtig, sowohl die alten Spannungen wie auch neueren Ent-Spannungen zwischen den beiden Konfessionen zu schildern.

      Die Informationen über den Malthusianismus und den „Namensgeber“ waren mir bisher unbekannt.

      Danke für den Hinweis – denn ich halte den Malthusianismus für einen mächtigen Grundstrom des Fossilismus, der leider noch alle politischen Milieus in unserem Land vorbewusst prägt. Auch in „Religion & Demografie“ war ich daher mit Süßmilch und Malthus eingestiegen, als pdf hier:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/Religion-und-Demografie-Michael-Blume-scieBook.pdf

      Religionsdemografie wurde mir wieder etwas verständlicher. Dazu ein paar Details aus meiner Familiengeschichte.

      Danke, das finde ich großartig! Wenn Menschen mit meinen kleinen Beiträgen zur Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation auch ihr eigenes Leben aufhellen, besser verstehen können, dann macht mich das wirklich glücklich. Das ist dann Sinn für mich.

      Die Vorfahren meiner Mutter kamen ca. im 18. Jahrhundert nach Böhmen. Damit waren sie zuhause im Reich der Habsburger. Meine Urgroßmutter, geb. 1891, konnte bis ins Alter die Hymne „Gott erhalte“. Die Familie war altkatholisch. Soweit ich weiß, war die Verwandtschaft mütterlicherseits bei weitem nicht so zahlreich wie bei den Vorfahren meines Vaters.

      Ja, die alt-, christ- und reformkatholischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts erinnern aus meiner Sicht daran, wie unglaublich leidenschaftlich noch um religiöse Fragen gerungen wurde. Heute treten täglich Tausende wegen kleiner Differenzen oder auch wegen Ersparnissen aus, ohne sich nach einer neuen Kirche umzuschauen. Schade.

      Jetzt stellen sich mir folgende Fragen:

      Bleiben streng religiöse Familien eher örtlich zusammen?

      Ja, das tun sie. Kinderreiche Religionsgemeinschaften bilden meist Varianten von Dorf- und Lebensgemeinschaften. Wo es das staatliche Recht erlaubt, bilden sie auch eigene Schulen oder gar Netzwerke von Home-Schooling-Eltern. Sie bilden gewissermaßen Parallelgesellschaften gegenüber dem jeweiligen Mainstream. Entsprechend können sie sich auch fast nur dort entfalten, wo sie ausreichend Religionsfreiheit vorfinden. Also derzeit kaum etwa in der islamischen Welt.

      Dominiert dort heute noch das Patriarchat?

      Leider ja – und das macht mir mit am meisten Sorgen. Ich erlebe eine medial und digital zunehmende Polarisierung zwischen zunehmend hyperindividualistischen und also demografisch vereinsamenden Säkularisten einerseits und kollektivistischen, aber eben kinderreichen Strengreligiösen andererseits. Die vernünftige Mitte – aufgeklärte Religiosität, mittlere Kinderzahlen, Demokratie, Dialog und Wissenschaft – wird derzeit fast überall zerrieben.

      So eskaliert derzeit auch in Israel die Situation zunehmend:

      Dutzende Ultraorthodoxe haben am Mittwochabend das Grundstück von Noam Solberg gestürmt. Er ist stellvertretender Präsident des Obersten Gerichts in Israel und lebt in der Siedlung Alon Schvut im Westjordanland.

      Die Männer verwüsteten übereinstimmenden Medienberichten zufolge den Eingangsbereich des Hauses, zerschmetterten Fenster und beschädigten das Auto des Topjuristen.

      Der Grund für die Ausschreitung: Die Ultraorthodoxen wollten gegen die Festnahme anderer Gottesfürchtiger protestieren, die wegen Wehrdienstverweigerung von den Behörden mitgenommen worden waren. Die Folge: Zahlreiche Randalierer wurden am Mittwochabend selbst festgenommen.

      Noam Solberg und seine Frau waren während der Ausschreitungen in ihrem Haus gefangen; sie fragte danach fassungslos: »Was ist das, die Kristallnacht?«

      Israels Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilte den Angriff – es war nicht der erste in dieser Woche. Bereits vor zwei Tagen hatten Hunderte Demonstranten versucht, in das Privathaus eines hochrangigen Polizisten in Jerusalem einzudringen, und in der Kleinstadt Beit Schemesch stürmten Ultraorthodoxe gar eine Polizeistation. Beide Protestaktionen waren von einer Hardlinergruppe um den einflussreichen Rabbiner Azriel Auerbach organisiert worden, berichtet die Tageszeitung »Haaretz«.

      https://www.spiegel.de/ausland/israel-ultraorthodoxer-angriff-auf-topjuristen-was-ist-das-die-kristallnacht-a-957679dc-1ce2-4d68-af39-f28cc7c5a088

      Sehr bedrückend war auch die glaubwürdige Schilderung des mir persönlich bekannten und geschätzten Abt Nikodemus aus Jerusalem über die zunehmende, auch antichristliche Gewalt durch israelische Rechtsdualisten:

      https://youtu.be/YG14sxyx9Ng

      Leider wurde ja auch bereits der israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Yitzhak Rabin (1922 – 1995) aus diesem Milieu heraus ermordet. Ich frage mich wirklich, ob und wie demokratische Gesellschaften solche weltanschaulichen, medialen „und“ dann auch noch demografischen Spannungen überstehen sollen! Entsprechend gespannt, aber auch nicht ohne Hoffnung erwarte ich die kommenden Knesset-Wahlen im September.

      Zwang bietet auch Sicherheit?

      Genau so ist es. Zu meinen ersten, sehr schmerzhaften Entdeckungen bei der Auswertung der Schweizer Volkszählung 2000 gehörte es, dass gerade auch Frauen nicht jene Kirchen und Religionsgemeinschaften bevorzugten, die ihnen maximale Freiheiten und Gleichberechtigung zugestanden. Sondern jene, in denen Ehen und Gemeinschaften verbindlich waren und auch mehrere Kinder gemeinsam aufgezogen wurden. Das hat damals mein (damals liberal-rationales) Menschenbild in erhebliche, kognitive Dissonanzen gestürzt.

      Das würde für die Zukunft, was die Geburtenrate betrifft, bedeuten, dass Menschen, deren Leben aus mehr besteht als Arbeit und Gebet, weiterhin weniger Kinder haben werden. Ich muss darüber noch einmal nachdenken.

      Ja, bitte. Ich denke nicht, dass die menschliche Geschichte linear verläuft – und also auch nicht, dass die derzeitige Säkularisierung und der säkulare Geburteneinbruch das Ende der menschlichen Geschichte darstellen. Aber mir wäre es deutlich wohler, wenn die demokratische und auch religiös-aufgeklärte Mitte Antworten auf die doppelte Klammer der säkularen Hyperindividualisierung einerseits und des religiös-kinderreichen Patriarchats andererseits finden würde. Derzeit freuen sich viele Progressive – unter dem unbewussten Einfluss des Malthusianismus – noch über die schnell sinkenden Geburtenraten – während viele Strengreligiöse ihren demografischen Niedergang schon als Vorboten eines kommenden Sieges feiern.

      Auch deswegen kläre ich religionsdemografisch auf und freue mich über jene mit konstruktivem, ja gar dialogischem Interesse.

      • Ich bedanke mich sehr herzlich.

        Meine Urgroßeltern und Großeltern mütterlicherseits waren schon sehr früh Sozialdemokraten und in deren Organisationen wie dem „Arbeiterturnen“ (so bezeichnet von meiner Großmutter).

        Beim Stichwort Sozialdarwinismus zucke ich jedes Mal zusammen. Noch sind wir mE nicht so weit.

        Dennoch stelle ich fest, dass politische Entscheidungen, die die Menschen unmittelbar betreffen oft nur noch unter dem finanziellen Aspekt getroffen werden.

        Die Pläne der Bundesregierung für die Bereiche der Kranken- und Pflegeversicherung zeigen, dass Kranke und Pflegebedürftige, deren Angehörige und Familien nur als Last angesehen werden.

        Es ist derzeit auch häufig von „Prävention“ die Rede. Dies und die Früherkennung sind wichtig. Aber es gibt auch chronische Erkrankungen, deren Ursachen die Wissenschaft noch nicht herausgefunden hat.

        Gerade bei den Plänen zur Pflege sehe ich großen Druck auf die betroffenen Familien zukommen. Angehörige sollen einen höheren Anteil der Kosten übernehmen. Zusätzlich sollen Arbeitnehmer mehr Geld in ihre Altersvorsorge investieren. Studierende Kinder brauchen ja normalerweise die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern. Bafög wird nicht erhöht, und in Zeiten knapper Kassen werden die Richtlinien, wer Anspruch auf Bafög hat, vielleicht schon bald verschärft.

        Damit wäre es nur noch jungen Menschen aus reichem Hause möglich zu studieren.

        Ich halte es auch für möglich, dass die Zahl der Suizide als Folge von Ausweglosigkeit und schwindender Hoffnung in die Zukunft ansteigt.

        Ethische und/oder religiöse Gründe lassen die meisten Leute in Deutschland kritisch über sog. begleitete Suizide denken. Anlässlich des Todes von Alice und Ellen Kessler Anfang 2026 kam ua von der Caritas Kritik an der Entscheidung der Zwillinge.

        Zu den Plänen der Regierung und deren tiefgreifende Wirkung auf Alte, Kranke und Pflegebedürftige hätte ich gerne Kritik von der Caritas unter anderem. Ich warte…

        • Vielen herzlichen Dank für Ihre dialogischen und auch historisch tiefen Einblicke, @Marie H. 🙏

          Es ist halt aus meiner Perspektive mehr als schade, dass die stärker nachfrageorientierte Perspektive der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) nicht mehr prominent im Kabinett vertreten ist. Zu Recht war diese Perspektive von Bundeskanzler Adenauer bis Bundeskanzlerin Merkel bisher in jedem unionsgeführten Bundeskabinett vertreten und balancierte den Wirtschaftsflügel sowie den Konzernlobbyismus zusammen mit starken Stimmen im Bundestag aus. Nun haben wir leider eine einseitig angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die also etwa nur große Betriebe von der Stromsteuer befreite, sich einem fairen Steuerrecht auch beim Erben verweigert und ernsthaft glaubt, mit Einsparungen im Sozialbereich sowie der Abweisung von Zuwanderung den auch wirtschaftlichen Niedergang einer demografisch schrumpfenden Bevölkerung aufhalten zu können!

          Ein Mastodon-Account hat diesen Widersinn nach meiner Einschätzung präzise in einen Satz gefasst:

          Was aber noch fehlt, sind Maschinen die auch den Konsum übernehmen, sonst bricht irgendwann der Markt zusammen.

          https://troet.cafe/@knoepfla/116701917962979065

          Und genau so sehe ich das Problem auch! Der vorbewusste Malthusianismus ging von einem ewigen Bevölkerungswachstum (exponentiell) und Wirtschaftswachstum (linear) aus. Doch in der volkswirtschaftlichen Realität gelingt auch High-Tech-Nationen wie Japan mangels Nachwuchs seit Jahrzehnten kein nachhaltiges Wachstum mehr!

          Autos kaufen keine Autos, KI-Roboter beziehen keine Wohnungen und Maschinen holen sich ihre Nahrung nicht beim Einzelhandel – von Kindergärten, Schulen, Apotheken, Gaststätten und Tourismus etc. ganz zu schweigen. Ich fordere ja gar kein Bevölkerungswachstum und auch keine unbeschränkte Zuwanderung ein. Wer aber ernsthaft glaubt, bei einer Geburtenrate von nur noch 1,4 und dazu negativer Wanderungsbilanz noch Wirtschaftswachstum durch Einsparungen generieren zu können, betreibt nach meiner Einschätzung nicht mehr Wirtschaftspolitik, sondern rechtslibertär-malthusianische Esoterik.

          Habe daher zu dem o.g. Post von @knoepfla geschrieben:

          Das 👇 halte ich für einen sehr schlauen Drupo (Drunter-Post 😉), denn er stimmt auch im Hinblick auf #Volkswirtschaft & #Demografie : Wo es an jungen Menschen mangelt, brechen #Nachfrage & Investitionen zusammen. Da wächst dann auch nix mehr.

          In #China stehen schon jetzt ganze Wohn- und Bürotürme, ja halbe Städte leer & das Land subventioniert seine Exporte, weil es die Binnen-Nachfrage nicht in Gang bringt.

          Eine schlimme Nebenfolge des #Malthusianismus ist die einseitig angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die #Knappheitslüge – Malthusianer (rechts, mittig, links) glauben ernsthaft, die Güterproduktion müsse und könne immer weiter wachsen, selbst bei schrumpfender Bevölkerung!

          https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116702191498014254

          Und bin – ebenso wie inzwischen übrigens überparteilich alle (!) Energieministerinnen und -minister aller deutschen Bundesländer! – von der wirtschafts- und sozialpolitischen Irrfahrt des Bundes verwirrt und entsetzt.

          Also, ich kann derzeit niemandem erklären, warum mit dem #Tankrabatt der Verbrauch fossiler Brennstoffe auch noch subventioniert wird (zulasten ärmerer Länder & zur Freude der abzockenden Fossilkonzerne), aber trotz Bundes-Koalitionsvertrag kein Geld für #Bafög oder erneuerbare #Friedensenergien mehr da sein soll. 🤔

          Der #Fossilismus erscheint auch nicht mehr als wirtschaftskompetent. 💸

          Gerade auch in den jüngeren Generationen erlebe ich nur noch Kopfschütteln nicht über Kommunen & Länder, aber über die Bundesregierung… 🤷‍♂️

          https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116698625662562097

          Wir wollen hier ja nicht schwerpunktmäßig über deutsche Parteipolitik dialogisieren, aber so viel: Ich kann nachvollziehen, warum die tapferen Christdemokratinnen und Christdemokraten in Sachsen-Anhalt kurz vor der Landtagswahl 2026 nicht gemeinsam mit der CDU-Bundesspitze auftreten, sondern landespolitische Themen nach vorne rücken wollen…

          Und dennoch liegt es m.E. auch an uns allen, das malthusianische Gedankengut, das sich bis in eine demografisch irrsinnige Wirtschaftspolitik hinein ausprägt, auch bei uns selbst zu reflektieren und möglichst zu überwinden. Wir haben m.E. keine Veranlassung, dabei noch auf diese oder eine kommende Bundesregierung zu warten…

  3. Hallo,

    falls jemand ein grundtrauriges, dennoch unterhaltsam aufbereitetes Video zur einfachen Indoktronation ostdeutscher AFD-Wähler (aber wir fnktionieren wohl alle so) ansehen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=NexKv01kdt8, z. B. ab Minute 34:00.
    Da wird ein Feindbild eines Fremden aufgebaut, und sofort bombardiert.
    Marcant erhält bereits Todesdrohungen, ich hoffe, dieser Hinweis hier steigert das nicht noch. Aber für mich waren die gezeigten Dynamiken sowie auch der gezeigte Hang zum Autoritarismus augenöffnend, insbes. betreffend den OB-Kandidaten.
    Möglicherweise steckt viel Frust und Verzweiflung hinter dem Zuauf dieser politischen Formation.

    Schöne Grüße

  4. Wenn Deutschland alles über ist, geht es wohl unter.

    Wenn Sie die ganzen Über-Menschen auf die Couch legen und hineinhorchen wie Sigmund Freud, bedeutet die Wortwahl ja nur, dass sie mit allem überfordert sind. Sie klammern sich an irgendeinen Sollzustand, der vom Istzustand gewaltig abweicht, weil sie alt, müde sind, und sich nicht mehr anpassen können. Ist ja ihr gutes Recht, und selbst wenn es das nicht wäre – ändern kann ich das nicht.

    Ob ich jetzt von Überübermenschung oder Unterunter(forderten)menschung spreche, wird erst dann wichtig, wenn ich Menschenverachtung überhaupt auf dem Radar habe. Solange im Hintergrund der Gedanke „… dann muss ich den Überschuss vergasen“ mitschwingt, ist die Wortwahl wichtig. Wenn die Hintergrundmusik nur „… dann muss ich die Bezugsgröße an die Menschen anpassen, die ich habe“, ist das egal. Das merken Sie oft, dass Menschen missverstanden werden, weil sie meinen, mit halbwegs intelligenter Zuhörerschaft zu reden, die genauso wie sie nie auf die Idee käme, die schwachsinnigste Interpretation ihrer Worte in Betracht zu ziehen. Geschieht genauso oft wie das Gegenteil – dass Menschen mit Absicht schwachsinnige, rassistische, menschenverachtende Aussagen tätigen und sich dann dahinter verstecken, man hätte sie missverstanden.

    (Bevor ich im Zweifel für den Angeklagten entscheide, schaue ich mir also erst mal den Angeklagten an, denn bei manchen kriegt man schon ernsthafte Zweifel an den Zweifeln. Ist eine Frage des Kontextes, des Gesamtbildes, der Reputation. Es sprechen nicht nur die Worte, es spricht der ganze Mensch. Weswegen ich mich lieber hinter meinen Worten verstecke, denn an meinem Ende der Datenleitung hängt echt nix, dem ich irgendwas abkaufen würde. Aber das liegt daran, dass ich mein Leben lang an den Worten gefeilt habe und der Rest verkümmert ist wie ein Blinddarm.)

    [Wegen Überlänge und unangemessener Wortwahl gekürzt, M.B.]

  5. @Podcast nr 56

    Wenn es irgendwo zu voll wird, mag man an Malthusianismus denken. Voll wird es in Deutschland in vielen Städten, da ist es teuer und schwierig, eine Wohnung zu ergattern.

    Entsprechend praktisch wäre es, wenn diese Kommunen selber entscheiden könnten, wie viele neue Zuwanderer sie wirklich haben wollen.

    Ist das schon Rechtsmimesis? Schwer zu sagen, aber irgendeine Meinung zum Thema Zuwanderung müssen wir ja haben.

    Auch geht es der 2. Generation der Zuwanderer nicht so gut. Die Bildungsabschlüsse sind recht schlecht, und viele haben keine guten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Die könnten mehr Förderung schon in den Schulen gebrauchen. Dazu kommt noch, dass z.B. hier im Dortmunder Norden die Einwandererkinder in den Schulen ziemlich unter sich sind. Das fördert die Integration gar nicht.

    Die Pläne der AfD sind da noch mal was ganz anderes.

    Angesichts der Unterjüngung macht es aber in der Tat Sinn, gerade junge Einwanderer in einem vernünftigem Ausmaß einzuladen. Praktischerweise aus Ländern mit reichlich Geburtenüberschuss, also dann aus Afrika.

    Aber wie gesagt, die Wohnsituation in den konkreten Kommunen sollte dazu passen. Hier mag es einen gewissen Zielkonflikt zwischen Mietern und Vermietern geben, den man dann praktischerweise vor Ort diskutieren kann. Zumal auch die Kommunen es selber in der Hand haben, wie viel neues Bauland sie ausweisen wollen. Was eine entscheidende Rolle spielt, wenn es um die Möglichkeiten geht, neuen Wohnraum durch Neubauten zu schaffen.

    Und wenn überall alles schrumpft, dann darf es auch in Deutschland mal etwas schrumpfen. Meine ich, das müsste doch zu verarbeiten sein.

    Aber das eigentliche Ziel wäre dann doch mehr eigener Nachwuchs? Das ist doch das wirkliche Problem.

    • Vielen Dank, lieber @Tobias – auch dafür, dass Du Dich immer wieder sehr tief auch ins Demografische hineindenkst! 🙏🙌

      Deswegen werde ich gerne versuchen, Deinen Druko vertieft zu beantworten:

      Wenn es irgendwo zu voll wird, mag man an Malthusianismus denken. Voll wird es in Deutschland in vielen Städten, da ist es teuer und schwierig, eine Wohnung zu ergattern.

      Achtung, lieber @Tobias – genau hier ist der Bruch: Deutschland besteht nicht nur aus seinen „vielen Städten“, sondern auch aus imme mehr (!) Gebieten, die schon jetzt (!!) demografisch schrumpfen. Darunter ganze Bundesländer wie zum Beispiel Sachsen-Anhalt!

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/bedrohen-demografie-rechtsmimesis-inzwischen-die-republik-auch-ueber-sachsen-anhalt-aus/

      Entsprechend praktisch wäre es, wenn diese Kommunen selber entscheiden könnten, wie viele neue Zuwanderer sie wirklich haben wollen.

      Ja, absolut! In vielen westdeutschen Kommunen gibt es ja sogar das Problem der sog. „Schrottimmobilien“, in die Kriminelle hilfebedürftige Menschen aus den EU-Mitgliedsländern ein- und unterbringen. Aus meiner Sicht wäre hier der Gesetzgeber dringend (!) um ein schnelleres und klares Einschreiten gefordert. Eigentum verpflichtet, gerade auch Wohneigentum. Es zu völlig überteuerten Preisen an Abhängige abzugeben und diese dann abzuzocken halte ich für völlig inakzeptzabel.

      Ist das schon Rechtsmimesis? Schwer zu sagen, aber irgendeine Meinung zum Thema Zuwanderung müssen wir ja haben.

      Ja – und selbstverständlich beginnt Rechtsmimesis nicht beim Wunsch nach einer Steuerung von Migration. Das ist eine völlig legitime, demokratische Position. Rechtsmimesis begänne, wo wir Zuwandernden die Menschenwürde absprechen oder sogar von der „Remigration“ von Menschen mit Bleiberecht sprechen.

      Auch geht es der 2. Generation der Zuwanderer nicht so gut. Die Bildungsabschlüsse sind recht schlecht, und viele haben keine guten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Die könnten mehr Förderung schon in den Schulen gebrauchen. Dazu kommt noch, dass z.B. hier im Dortmunder Norden die Einwandererkinder in den Schulen ziemlich unter sich sind. Das fördert die Integration gar nicht.

      Genau so: Wo es zu wenige einheimische Kinder gibt, wird es auch mit der Integration immer schwieriger. Wohin sollen sich denn die zugewanderten Kinder dann noch integrieren?

      Also steht die Förderung von kinderreichen Familien einerseits und von Integration und Bildung andererseits gerade nicht im Widerspruch zueinander, sondern bedingen einander: Eine Gesellschaft mit mehr einheimischen Kindern wird sich auch bei der Integration und Bildung von Zugewanderten sehr viel leichter tun!

      Die Pläne der AfD sind da noch mal was ganz anderes.

      Ganz genau. In diesen Topf gehörst Du nicht.

      Angesichts der Unterjüngung macht es aber in der Tat Sinn, gerade junge Einwanderer in einem vernünftigem Ausmaß einzuladen. Praktischerweise aus Ländern mit reichlich Geburtenüberschuss, also dann aus Afrika.

      Aber wie gesagt, die Wohnsituation in den konkreten Kommunen sollte dazu passen.

      Ja – es sollte beim Wohnen und auch bei der Integration passen. Wenn sich aus ganzen Stadtvierteln die einheimische Bevölkerung mangels Kindern zurückzieht, dann haben alle ein Problem. Und dass Deutsche seit Jahrzehnten trotz allem Wohlstand viel zu wenig Kinder haben, ist nun mal nicht den Einwandernden anzulasten. Im Gegenteil: Alle Daten zeigen, dass sich Zugewanderte schon nach kurzer Zeit ans allzu niedrige Geburtenverhalten der Gesamtgesellschaft angleichen. Kinder- und damit lebensfeindliche Zustände betreffen uns alle.

      Hier mag es einen gewissen Zielkonflikt zwischen Mietern und Vermietern geben, den man dann praktischerweise vor Ort diskutieren kann. Zumal auch die Kommunen es selber in der Hand haben, wie viel neues Bauland sie ausweisen wollen. Was eine entscheidende Rolle spielt, wenn es um die Möglichkeiten geht, neuen Wohnraum durch Neubauten zu schaffen.

      Ja, der Erfolg von Zusammenleben und Integration entscheidet sich in den Kommunen und der regionalen Wirtschaft, nirgends sonst. Und leider werden genau diese im bisherigen System kaum angehört, sondern stattdessen auch Ausbildungs- und Arbeitswillige abgeschoben, nur um rechtsmimetische Zahlen zu erreichen. Gleichzeitig sind die meisten Kommunen dermaßen unterfinanziert, dass sie sparen und die demokratischen Leistungen unkenntlich machen müssen.

      Eine föderale Demokratie funktioniert von den Kommunen her – oder sie funktioniert eben nicht…

      Und wenn überall alles schrumpft, dann darf es auch in Deutschland mal etwas schrumpfen. Meine ich, das müsste doch zu verarbeiten sein.

      Klar, ich habe ja oft betont, dass es auch noch bei einer Geburtenrate um die 1,8 noch immer eine riesige Schrumpfung von neun bis vierzehn Millionen Menschen pro Generation gäbe – praktisch ein ganzes Bundesland. Doch ich glaube, dies wäre auch durch verbesserte Integration verkraftbar.

      Was aber gar nicht geht sind sehr viel niedrigere Geburtenraten und die Abweisung von Zuwanderung. Denn dann landen wir wieder am Anfang an: Abwanderung aus verfallenden und entsprechend thymotisierten Regionen, fehlende Nachfrage und Investitionen in der Volkswirtschaft, völlig überzogene Wohnungspreise in den großen Städten, in die noch zugewandert wird.

      Aber das eigentliche Ziel wäre dann doch mehr eigener Nachwuchs? Das ist doch das wirkliche Problem.

      Ganz genau.

      Wenn Deutschland jemals wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen möchte, so muss es auch aus dem demografischen Tief finden. Und der erste, entscheidende Schritt dahin liegt in der Überwindung des Malthusianismus, beginnend bei uns allen selbst. Als zweites wäre dann eine wirklich zukunftsorientierte Familien- und Steuerpolitik dran, als drittes ein besseres Miteinander von Einheimischen und Zugewanderten.

      All das wäre noch immer möglich, wenn es auch schon arg spät ist, die demografische Nachfrage- und Investitionskrise längst um sich greift…

  6. @ Michael Blume 06.06.2026, 17:05 Uhr

    Sehe als neugieriger Beobachter die Demografie Frage genau wie Sie. Ist praktisch ein wesentliches „Arbeitsgebiet“ der Religionswissenschaftler
    /Theologen. Die sind letztlich dafür verantwortlich dass die „Schäfchen nicht aussterben“…..

    Allerdings überpsychologische Aspekte, wie die Emanzipation der Frauen, salopp, sozusagen von der auf ihren Mann „hörenden Gebärmaschine“, zur selbst Geld verdienenden „Bürotussi“, die sich prinzipiell „nichts sagen lässt“. Darüber habe ich in Ihren Foren nichts gelesen…..

    Die Emanzipationsbewegungen sind von Betrieben ausgegangen, in denen hauptsächlich Frauen beschäftigt waren (z.B. um 1900 in der Telefonvermittlung) und Gelegenheit hatten sich zu solidarisieren….

    Klar auch, dass Medien aus geschäftlichen Gründen, diese Trends medial verstärkt haben.

    Es ist genau so gekommen, wie Theologen damals schon befürchtet haben….

    • Nun, @Realo – passenderweise haben meine Frau und ich heute unseren 29. Hochzeitstag als gleichberechtigtes Ehepaar mit drei Kindern. Ja, das geht.

      Wie Sie wissen könnten, trete ich ohne Wenn und Aber für die Menschenwürde aller und also auch gegen die Diskriminierung von Frauen ein. Ihre abfällige Sprache über die Emanzipationsbewegungen und Frauen als „Gebärmaschinen“ und „Bürotussi“ wirkt auf mich nicht souverän, sondern unangemessen und so, als wären Sie verbittert.

      In einer zukünftigen Gesellschaft werden wieder mehr Kinder geboren werden, weil sich die gleichberechtigten Eltern aus freiem, gemeinsamen Entschluss und also unter Wahrung der Menschenwürde dafür entschieden haben – und die demokratische, post-malthusianische Demokratie sie anerkennt und unterstützt. Dafür trete ich ein – ausdrücklich nicht für ein Patriarchat, sondern für eine Gesellschaft und auch biokulturelle Evolution mit Liebe und Freiheit.

      • Hallo Michael,

        Für das von Dir dargestellte lohnt es sich einzustehen.
        „… für eine Gesellschaft und auch biokulturelle Evolution mit Liebe und Freiheit.“ So möge sie sich entwickeln.
        Letzte Woche sprach ich mit einem Bekannten.
        Im Dialog haben wir unsere Wahrnehmungen diskutiert.
        So kamen wir auch auf die Demografie zu sprechen.
        Hier leisteten Texte von Dir Unterstützung.
        Es ist Unterjüngung auf Grund mehrerer Ursachen, die ländliche Räume in eine Entwicklung drückt, die nichts Gutes erwarten läßt.
        Wir brauchen die Erkenntnis, das unser gesellschaftliches Wohlergehen nur mit Kindern gewährt wird. Und Jedes Kind soll seinen Baum haben. Sowohl Kind, als auch Baum sollen miteinander alt werden, der Baum älter, um die Kinder und Kindeskinder zu beschirmen.
        Gut das eine und das andere hier lesen zu dürfen.

        Einen schönen Abend

        Euch.

        Ralf H.

        • Einen ganz herzlichen Dank für diese wundervolle und ermutigende Rückmeldung, lieber @Ralf H. 🙏

          Sie erreichte mich just in jenem Moment, als ich zum 1500ten Blogpost auf „Natur des Glaubens“ schrieb. Und so habe ich mich erlaubt, Dich hierin zu zitieren:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/18-jahre-wissenschaftsbloggen-1500-blogposts-auf-natur-des-glaubens-ein-ehrenamt-fuer-den-dialogischen-monismus/

          Danke für Dein Interesse und die vielen guten Dialoge!

          • Das ist o.k.
            gerne und freut mich, wenn ich etwas Gutes beitragen kann, Michael.

            Übrigens haben wir im o.g. Gespräch auch die Wortwahl
            Verschwörungsmythen statt der ~theorie beim Wickel gehabt, neben Themen wie Straßenbäume, NABU, Parteienlandschaft und Anderem. „Tenor“ vom Gesprächspartner: „Mit Dir kann ich Themen besprechen, das kann ich mit Keinem sonst.“

            Viel Grüße

            und HAPPY1500

            Ralf H.

          • Lieben Dank, @Ralf H. – und ja, Du trägst Gutes bei!

            Durch Deine dialogische Art. Und durch Dein Engagement für Bäume, die für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Nachkommen immer wichtiger werden…

            Und heute schreibt Jens Schmitz auf Seite 5 der Stuttgarter Zeitung 📰 (zu Recht):

            „Wann sitzt das Land auf dem Trockenen? Wasser wird das Thema der Zukunft. Neben Trockenperioden ist auch mit extremen Niederschlägen zu rechnen“

            Jene, die „Natur des Glaubens“ ein Stück des Weges begleitet haben, sind nicht überrascht…

            https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116724651727347819

            Ein Extra-Dank auch für Deine Mithilfe, den sachlich falschen Begriff der „Verschwörungstheorie“ durch den präziseren und also besseren „Verschwörungsmythos“ zu ersetzen. Denn selbstverständlich sind Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, ja generell Malthusianismus und Sozialdarwinismus nicht wirklich überprüfbare, wissenschaftliche Theorien. Wir sollten sie also auch nicht als solche sprachlich adeln, sondern deutlich machen, dass Verschwörungsmythen nur der Komplexitätsreduktion und Etablierung eines feindseligen Dualismus dienen. Und auch das tust Du. Danke! 🙏🙌

  7. @Michael 06.06. 17:05

    „genau hier ist der Bruch: Deutschland besteht nicht nur aus seinen „vielen Städten“, sondern auch aus immer mehr (!) Gebieten, die schon jetzt (!!) demografisch schrumpfen. Darunter ganze Bundesländer wie zum Beispiel Sachsen-Anhalt!“

    Praktischerweise müssten sich ja diese Landkreise bzw. ganze Bundesländer um mehr Zuwanderer bemühen. Wenn die Zuwanderer denn da überhaupt bereit wären, da hin zu ziehen, immerhin sind da vermutlich öfter die Arbeitsplätze knapp. Und die AfD weit stärker als in den überlaufenen Städten.

    Und die Leute sind eher weniger von Zuwanderern begeistert. Vielleicht bessert sich die Lage aber, wenn die Landkreise wirklich selber bestimmen können, wie viele und welche Einwanderer sie haben wollen. Und wenn denen die Zuwanderer nicht von Berlin aufgedrückt werden.

    So hätten wir eine kommunale Diskussion zum Thema konkreter Zuwanderung, und wo man schon mal dabei ist, kann man auch gleich die Integration des Bestandes angehen.

    „Wo es zu wenige einheimische Kinder gibt, wird es auch mit der Integration immer schwieriger.“

    Dazu kommt dann auch noch, dass in Brennpunktstadtteilen wie hier in der Dortmunder Nordstadt Einheimische mit Schulpflichtigen Kindern längst den Stadtteil fluchtartig verlassen haben, damit ihre Kinder nicht hier zur Schule gehen müssen. Die letzten Verbliebenen kommen komplett aus der Unterschicht, und sind exotische „Kartoffeln“, vor allem in den Grundschulen.

    „Und der erste, entscheidende Schritt dahin liegt in der Überwindung des Malthusianismus, beginnend bei uns allen selbst.“

    Ein paar Variablen sind aber noch recht unbekannt, insbesondere was die zuverlässige Versorgung mit Lebensmitteln betrifft.

    Einmal wie schnell die Treibhausgasemissonen gestoppt werden und wie diverse Klimakipppukte sich konkret verhalten werden. Also z.B. der Golfstrom vor Europa, der Permafrost im Norden und der Regenwald am Amazonas.

    Das hätte dann mehr oder weniger erheblichen Einfluss auf die landwirtschaftlichen Möglichkeiten weltweit.

    Dann käme es darauf an, wie gut man mit intelligenteren biologischeren Anbaumethoden die Erträge vor allem in Afrika steigern kann. Und im Rest der Welt mit den selben fortschrittlichen Methoden die Bodenfruchtbarkeit erhalten werden kann, dass da die Erträge relativ stabil bleiben.

    Was dann noch eine unbekannte Variable wäre, ob denn die Menschen in den heute armen Ländern mit unserem Fleischkonsum gleichziehen, wenn sie das Geld dafür hätten.

    Und überhaupt, wie viel Fleisch die Menschheit denn langfristig gerne verzehren mag. Es gibt da eine gewisse Untergrenze für den Verzehr von Milchprodukten und Eiern samt einer gewissen Tierhaltung, die sich daraus ergibt, dass man nicht überall Ackerbau betreiben kann, man aber erhebliche Flächen immerhin noch als Viehweiden gut nutzen kann. Und dass eine Menge von Resten und Nebenprodukten nur verfüttert werden können.

    Soviel Tierisches werden wir auf jeden Fall konsumieren. Eventuell aber auch deutlich mehr, und auch Produkte in relevanten Mengen verfüttern, die man eigentlich auch gleich essen könnte.

    Auf der anderen Seite steht das Soleinprojekt, wo dann Bakterienkulturen nur mit Wasserstoff als Energiequelle Proteinreiche Nahrung herstellen können. Der Wirkungsgrad von Photosynthese ist mindestens 20 mal schlechter als der von Photovoltaik, und das ganze Verfahren verdunstet praktisch kein Wasser.

    Wenn das mal gut funktioniert, und bezahlbare und schmackhafte Proteine und Fette völlig unabhängig von landwirtschaftlichen Nutzflächen liefert, hätten wir eine andere Welt.

    Unter Strich, ob wir zukünftig auch 10 Milliarden Menschen versorgen können, die sich eine Ernährung leisten können, wie es ihnen wirklich schmeckt, ist derzeit nicht geklärt. Schätze ich zumindest mal.

    Würde ich sagen. Ich weiß es nicht. Eventuell wäre es dann doch auch vorteilhaft, wenn wir mittelfristig noch auf 9, 8 oder 7 Milliarden Menschen schrumpfen, bevor es der ganzen Welt so gut geht, dass wir alle essen können, was uns wirklich schmeckt.

    Es kann aber auch locker für die 10 Milliarden ausreichen, je nach dem, wie sich hier die entscheidenden Variablen entwickeln.

    • Danke, lieber @Tobias

      Ich weiß, noch immer gelten die UN-offiziellen Prognosen, nach denen die Menschheit vor dem Übergang in die Schrumpfung auf über 10 Milliarden Köpfe ansteigen wird.

      Aus meiner Sicht wird es dazu angesichts des sehr viel schnelleren Geburtenrückgangs und mutmaßlich schon jetzt geschönter Statistiken nicht kommen. Ich rechne damit, dass die Bevölkerungszahlen viel früher und weit unterhalb der zehn Milliarden einbrechen werden. Die UN-Bevölkerungsprognosen erscheinen mir massiv überhöht.

  8. @ Michael Blume 06.06.2026, 23:15 Uhr

    Gratuliere Ihnen und Ihrer lieben Frau gerne zum 29. Hochzeitstag.
    Die Ehe klappt, wenn möglichst auf beiden Seiten die „Familieninstinkte“ bestens ausgeprägt sind.

    Ich hatte wunderbare ältere Eltern. Meine Mutter kam, man muss das sagen, aus einem typischen „Emanzenberuf“. Sie haben sich so halbwegs an einen „inoffiziellen Rat“ des Pfarrers beim Mittagessen gehalten, die Frau sollte „das Maul und der Mann die Treue halten“….

    Ich bin eher sarkastisch geworden und beim Leben ehemals, während der Ausbildung und im Einstiegsjob in meiner 68er WG, auch mit Psychologiestudenten, haben wir eine sehr drastisch anschauliche, raue und direkte Sprache entwickelt…..

    Als in Sachen Psychologie eher naiver Techniker, habe ich sehr viel von den „Psychologen“ gelernt, auch das macht mich sehr glücklich….

    Verbittert bin ich nicht, sondern eher überglücklich, weil ich jetzt gegen Ende meines Lebens festhalten kann, dass es mir bestens gelungen ist, alle „Klippen des Lebens“ bestens zu „umschiffen“.

    Es tut mir immer sehr leid, wenn ich beobachten muss, wie andere vor einem „Trümmerhaufen“ stehen und ich habe so viel Glück gehabt…..

    Zitat: „In einer zukünftigen Gesellschaft werden wieder mehr Kinder geboren werden, weil sich die gleichberechtigten Eltern aus freiem, gemeinsamen Entschluss und also unter Wahrung der Menschenwürde dafür entschieden haben – und die demokratische, post-malthusianische Demokratie sie anerkennt und unterstützt. Dafür trete ich ein – ausdrücklich nicht für ein Patriarchat, sondern für eine Gesellschaft und auch biokulturelle Evolution mit Liebe und Freiheit.“

    Genau so würde ich es auch gerne sehen. Dass die Gesellschaft „die Paare die es wagen“ und die Grundausstattung (Instinkte) für eine Ehe haben, bestens, allenfalls sogar mit „Psychologie KI“ unterstützt werden…. Selbstverständlich auch mit passenden Wohnungen, Jobs, Infrastruktur,….

    Diejenigen die trotzdem Scheitern, sollten besser „aufgefangen“ werden…..

    • Ja, @Realo – wenn ich auch nicht so „grob“ formulieren möchte, so teile ich doch die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft mit Ihnen.

      Habe heute Morgen dazu posten können:

      Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

      Heute gerne wieder eine gute #Solarpunk – Nachricht:

      Elektroautos legen weiter zu, auch als fahrende Batteriespeicher für erneuerbare Friedensenergien. Der Verkauf fossiler Verbrennermotoren geht weiter zurück, zugunsten von Menschen & Mitwelt. Jeden Tag entkommen mehr Leute der fossilen Falle!

      „Wachstum im Mai gab es erneut bei E-Autos: 59.969 Einheiten kamen im Mai neu auf die Straße, ein Plus von 39 Prozent. Ihr Marktanteil erreichte 25 Prozent. Die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden legten um 11 Prozent auf 27.921 Fahrzeuge zu. Insgesamt lag der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Gesamtmarkt damit bei 37 Prozent.

      VDA erhöht Prognose

      Der Branchenverband VDA hat angesichts der dynamischen Entwicklung bei den Elektro-Neuzulassungen seine diesjährige Prognose für den deutschen Pkw-Markt auf 1,07 Millionen E-Autos erhöht.“

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116707360834236373

      Um die 2.000 reine Batterie-Elektrofahrzeuge pro Tag (!) alleine in Deutschland! Da dürfen wir doch feststellen: Da geht noch mehr, aber die Richtung stimmt! ☺️✅💡

  9. @Michael 06.06. 23:15 / 07.06. 03:29

    „Dafür trete ich ein – ausdrücklich nicht für ein Patriarchat, sondern für eine Gesellschaft und auch biokulturelle Evolution mit Liebe und Freiheit.“

    Ich auch. Es möge zutreffen, dass der Abbau des Patriarchats maßgeblich am zu beobachtenden Nachwuchsmangel beteiligt war. Dennoch will auch ich das nicht zurück. Zumal das einfach die Frauen nicht mitmachen würden, und eben erst recht sich verweigern. Was ja derzeit beim Weltmeister Südkorea versucht wurde.

    Die Gleichberechtigung der Geschlechter zu ende zu bringen, erscheint mir da sogar vielversprechend. Wenn sich eben auch die Väter verlässlich an der Carearbeit in den Familien beteiligen. Die Zukunft liegt vor uns. Wir können jetzt praktischerweise versuchen, einfach Familien mehr zu unterstützen, und gucken, ob das funktioniert.

    Derweil läuft die Evolution einfach weiter, und die, die dennoch ihre Kinder bekommen, die werden dann ganz biologisch die Zukunft der Menschheit werden. Und irgendwann zu Mehrheiten werden, dass die Menschheit so wieder wachsen kann.

    Das allgemeine Nachfragetief, dass da auf dem Weg durchschritten werden muss, müssen wir dann irgendwie überstehen, praktischerweise aber auch durchaus erträglich und lebenswert gestalten. Zumal auch zugleich KI und Roboter eine Herausforderung werden, die auch in Richtung gar nicht mehr viel Arbeit für uns Menschen gehen kann.

    Uns unsere Menschlichkeit dabei zu erhalten, dürfte darüber entscheiden, in welcher Welt wir dann noch landen werden.

    „Ich rechne damit, dass die Bevölkerungszahlen viel früher und weit unterhalb der zehn Milliarden einbrechen werden.“

    Wenn die Prognosen nur extrapolieren, dann fallen die eigentlichen Treiber der Entwicklung durchs Raster. Mit mathematischer Zuverlässigkeit.

  10. @Michael 07.06. 03:29 / 15:03 / felo.ai

    Ich hab felo.ai gefragt:

    „Eine andere Live-Schätzung vom Februar 2026 gibt die Zahl mit etwa 8.075.791.209 an“

    Bis die Weltbevölkerung wirklich schrumpft dauert es noch. Wobei die Unterjüngung sehr viel schneller wirkt als die Entwicklung der Gesamtbevölkerung. In vielen Ländern haben wir noch sehr viele Menschen mittleren Alters, und deutlich weniger Ältere, von denen dann auch entsprechend weniger versterben.

    Die Unterjüngung wirkt sich dagegen schon in den Grundschulen innerhalb von 6 bis 10 Jahren sehr schnell aus. Und entsprechend schnell würde auch mehr Nachwuchs dort wirksam werden.

    Und die Wirkung der jungen Generationen auf die Kultur kommt so etwa in weiteren 10 bis 15 Jahren hinterher. Und je weniger das werden, desto weniger machen die sich dann auch in der Kultur bemerkbar?

    Die Unterjüngung ist nicht nur zahlenmäßig ein Faktor, der eine Nachfragekrise verursacht, sondern auch für die Kulturentwicklung selbst vielfältig wirksam.

    „Weibchen wählten ihre Partner seltener nach reiner physischer Dominanz, sondern verstärkt nach deren Bereitschaft zur Kooperation und Fürsorge, was zu einem evolutionären Vorteil für weniger aggressive, partnerschaftlich agierende Männchen führte.“

    Mit dem Ackerbau kam dann allerdings der Faktor Besitz noch mit ins Spiel. Und damit das Patriarchat der jüngeren Menschheitsgeschichte.

    Wobei gerade dieser Faktor in Zeiten von Wohlstand und damit einhergehend auch viel verzichtbarer Verschwendung wieder nachlässt. So ist heutzutage die Mithilfe der Väter in der Carearbeit der Familien eher wichtiger, als viel Geld zu verdienen?

    Das wollen moderne Frauen gerne auch selber. Wohl auch, weil es gar nicht unbedingt um möglichst viel Geld dabei geht, sondern ein Berufsleben eben auch einfach interessant sein kann. Und im Kontext der Leistungsgesellschaft auch Status und persönlichen Erfolg bedeutet.

    So kann man den allgemeinen Kindermangel auch als indirekte Folge einer immer weiter eskalierenden Leistungsorientierung einordnen. Frauen und Männer konkurrieren selbst in der eigenen Partnerschaft unbewusst um mehr Leistungsfähigkeit und Status. Und die damit verschwendete Energie fehlt dann als Investition in den eigenen Nachwuchs.

    Wenn das dann noch vom Steuer- und Rentensystem belohnt wird, haben wir dann den Salat.

    • Ganz herzlichen Dank, lieber @Tobias – nun haben wir in der Tat eine dialogische Tiefe erreicht, wie ich sie bislang selten erleben durfte. Ich freue mich sehr!

      1. Zu Ackerbau & Leistungsorientierung, „Arbeit“: Ja, so ähnlich sehe ich das auch und finde es bezeichnend, dass der biblische Paradiesmythos genau diesen Umbruch aufzeigt!

      Habe bereits 2010 mal dazu gebloggt, danach mehrfach dazu geschrieben:

      Freilich, auch in der christlichen Tradition hielten sich Zweifel an der Sache mit dem Apfel, die unter anderem der Pfarrersohn, Theologe und Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing 1771 in seinem humorvollen Gedicht „Paradies“ thematisierte:

      Sein Glück für einen Apfel geben,
      O Adam, welche Lüsternheit!
      Statt deiner hätt ich sollen leben,
      So wär das Paradies noch heut.–

      Wie aber, wenn alsdann die Traube
      Die Probefrucht gewesen wär?
      Wie da, mein Freund?–Ei nun, ich glaube–
      Das Paradies wär auch nicht mehr.

      Und – womöglich hatte Lessing in der Frage sogar mehr Recht, als er ahnen konnte…

      Denn immer mehr heutige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass sich hinter der Paradiesgeschichte die Erinnerung an einen grundlegenden Umsturz verbirgt – den Übergang zum Ackerbau, die Neolithische Revolution. Dafür spricht nicht nur die geografische Lage im „Fruchtbaren Halbmond“, in dem sich dieser Übergang vollzog und mitten in dem die Bibel den Paradiesgarten verortet. Dafür spricht auch das Narrativ: Die Frau (bis dahin: Sammlerin) reicht dem Mann die (bislang verbotene) Frucht, wodurch sich statt des stärker egalitären Wildbeuterdaseins mühsame Arbeit, Patriarchat und die Notwendigkeit vieler Kinder (vor allem Söhne) durchzusetzen beginnen.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-apfel-direkt-vom-paradies-an-den-weihnachtsbaum/

      Ganz hervorragend dazu fand ich dann 2017 Carel van Schaik & Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät

      https://www.rowohlt.de/buch/carel-van-schaik-kai-michel-das-tagebuch-der-menschheit-9783499631337

      Aber so ein richtig intensiver, interdisziplinärer Dialog ist daraus bislang – nach meiner interessierten Wahrnehmung – leider noch nicht geworden…

      Und zu den demografischen UN- und Weltbank-Daten der Hinweis: Sowohl Bevölkerungswachstum wie Bevölkerungsschrumpfung verstärken sich binnen weniger Jahrzehnte rapide!: Wo viele Kinder geboren wurden, werden nach etwa zwei bis drei Jahrzehnten auch mehr Enkel hinzukommen. Und umgekehrt: Wo eine Unterjüngung stattfindet, stehen dann wiederum auch weniger Eltern / Mütter bereit, so dass die Geburtenzahlen nach zwei bis drei Jahrzehnten noch schneller einbrechen.

      Wenn also die Zahl der Kinder weltweit immer schneller sinkt und seit ca. 2012 auch der Peak Child / Kindergipfel überschritten wurde, dann wird ab etwa 2030 wiederum die Zahl potentieller Eltern / Mütter noch schneller absinken und sich der Abwärtstrend beschleunigen, wie sich im späten 18., 19. und auslaufend 20. Jahrhundert der Aufwärtstrend beschleunigt hat.

      Die bisherigen, auch internationalen Datensätze und Diskussionen haben diesen Effekt nach meiner Wahrnehmung noch kaum auf dem Schirm – und werden dabei schon jetzt alle paar Monate „Revisionen“ unterzogen, weil sie immer wieder zu hoch gegriffen waren. Ich bin gespannt, wann endlich die Stunde der Wahrheit, der Kipppunkt in der Wahrnehmung von Demografie kommt…

  11. @Michael 07.06. 16:45

    „Ja, so ähnlich sehe ich das auch und finde es bezeichnend, dass der biblische Paradiesmythos genau diesen Umbruch aufzeigt!“

    Letztlich ging es in der Tat den Ackerbauern selber gar nicht gut, obwohl sie sich so mit deutlich höherer Bevölkerungsdichte dennoch hinreichend ernähren konnten.

    Ich bin jedenfalls sehr froh, das nicht erlebt haben zu müssen. Ein Leben als Jäger uns Sammler erscheint mir dagegen tatsächlich wie ein Paradies.

    Der aktuelle Kindermangel liegt dann aber in der weiteren Entwicklung, weit jenseits der Industrialisierung, und erst mit der Gleichberechtigung der Frauen. Im Prinzip ist hier der Haupttreiber, dass seit dem Frauen wie Männer versuchen, Karriere zu machen und möglichst viel Geld damit erzielen wollen.

    Mehr noch, die Leistungsgesellschaft verleiht damit auch Status und Anerkennung. Und das Rentensystem belohnt den Gelderwerb noch, dass man umso besser im Alter dasteht, je weniger Zeit man mit Kindergroßziehen „verschwendet“ hat.

    Das ist m.E. die Hauptursache des grassierenden Kindermangels.

    Erst wenn die Menschen das verstehen, und entsprechend auch die Väter sich in diesem Sinne gefordert sehen und sich tatkräftig an der Carearbeit beteiligen, kann sich das bessern. Zumal genau das auch einer Vollendung der Gleichberechtigung der Geschlechter gleich käme.

    Weniger Steuern und Abgaben für junge Familien, und mehr Rente als Belohnung für die ganze Erziehungsarbeit, braucht es schätze ich mal aber auch.

    Praktischerweise könnte man diesen Rentenbonus nur an den Elternteil auszahlen, der auch wirklich die Carearbeit gemacht hat. Väter, die weiter voll gearbeitet haben, eben dann nicht. Und den Rentenbonus gibt es dann nur für beide Elternteile, wenn die sich die Erziehungsarbeit tatsächlich geteilt haben.

    • Vielen Dank & volle Zustimmung, @Tobias – genau so sehe ich das auch! 🙌

      Und das erklärt auch meine bisherige Skepsis gegenüber einem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), das nach meiner Einschätzung Kinder noch mehr zu einem „kostspieligen Privatvergnügen“ machen würde. Nach meiner Einschätzung wäre zuvor ein ordentliches Erziehungsgehalt fällig, mit dem Eltern (und oft eben besonders Mütter) für ihren Dienst an der Gesamtgesellschaft entlohnt und auch sozialversichert würden.

      Doch das ist bereits post-malthusianisch gedacht und derzeit weit von allen Mehrheiten entfernt: Die meisten Deutschen glauben ja noch immer, es gebe „zu viele“ Menschenskinder!

      Und es wird nach meiner Einschätzung noch Jahre, vielleicht Jahrzehnte brauchen, bis der kinderfeindliche & fossilistische Malthusianismus überwunden und wieder eine echte Wertschätzung für Nachwuchs gewachsen sind. Da mache ich mir keine Illusionen…

  12. @Michael 07.06. 23:32

    „Und das erklärt auch meine bisherige Skepsis gegenüber einem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), das nach meiner Einschätzung Kinder noch mehr zu einem „kostspieligen Privatvergnügen“ machen würde.“

    Ein entweder oder sehe ich hier nicht unbedingt. Wenn auch die Familienförderung in Form eines Kindergrundeinkommens erfolgt, haben wir ja beides.

    Wobei das Grundeinkommen eher eine Idee für eine Welt voller KI und Roboter wäre, dass es wirklich nicht mehr viel Arbeit zu erledigen gibt. Bisher ist jede weitere Automatisierung mit neuem Absatz von neuen Produkten wieder ausgeglichen worden. Das kann aber auch irgendwann doch ein Ende nehmen.

    Wenn es denn passiert, dann muss man nicht nur über ein Grundeinkommen nachdenken, sondern auch gucken, wo man die Steuern dann her nimmt. Praktischerweise müssen dann eben KI und Roboter die Steuern zahlen. Und diese Geräte sind finanztechnisch gesehen Kapital, das Ertrag abwirft. Wir bräuchten dann umfangreiche Kapitalertrags-, Vermögens- und Erbschaftssteuern.

    Womit man dann das Grundeinkommen aller, auch der Kinder, finanzieren kann.

    Und wer dann die Carearbeit wirklich gemacht hat, der darf gerne noch einen Rentenbonus obendrauf bekommen. Da kann man neben der Kindererziehung auch die Pflege der Eltern oder des Partners auch honorieren.

    Das Grundeinkommen wäre darüber hinaus auch eine Idee, den allgemeinen Sozialausgleich zu vereinfachen. Jeder bekommt den Festbetrag gutgeschrieben, auch Kinder und Rentner, aber alles Einkommen darüber hinaus wird ab dem 1. Euro mit dem Spitzensteuersatz belastet. Neben Arbeit auch Renten und vor allem Kapitalertrag aller Art.

    Ob man das mal so machen möchte, weis ich jetzt nicht. Aber rein rechnerisch erscheint mir das machbar. Und klar, das passt besser in einer Welt, wo es wirklich nur noch wenig Arbeit gibt. Bei dem aktuellen Investitionsstau passt das eher nicht.

    „Die meisten Deutschen glauben ja noch immer, es gebe „zu viele“ Menschenskinder!“

    Auch die fehlenden Kinder kann man dem allgemeinen Investitionsstau zurechnen.

  13. @Michael 08.06. 23:32

    „Leben Deine Vorfahren in einer jener Regionen, die bereits vom demografischen Verebben betroffen sind, dann verliert auch ihr Immobilienvermögen an Wert.“

    Es scheint mir hier irgendwie Kipppunkte zu geben. Wo es mehr Arbeit gibt, ziehen die Leute hin, was dort die Immobilienwerte fördert und dann auch mehr Neubauten motiviert. Was dann noch mehr Arbeitsplätze schafft. Das kann gut florieren, wenn es auch für Mieter teuer ist, und auch wer Wohneigentum erwerben will, muss ordentlich zahlen. Und dann ziehen diese Regionen auch noch Zuwanderer an.

    Da wo die Leute dann mangels Arbeitsplätzen weggezogen sind, macht sich dann Verfall breit, und selbst Zuwanderer meiden diese Regionen eher. Obwohl es sich da billiger wohnt. Und die verfallenden Immobilienwerte kosten zusätzliche Kaufkraft. Neubauten fallen dann weg, und das kostet noch mehr Arbeitsplätze.

    Vielleicht muss man die Arbeitsplatzsituationen einfach so gestalten, dass in den florierenden Regionen möglichst viele Arbeitsplätze wegfallen, und sich in die derzeitigen Verfallsregionen verlagern?

    Und das nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern in der ganzen EU. Immerhin erhalten sich so jede Menge Immobilienwerte, da darf dann die gezielte Förderung von Arbeitsplätzen auch was kosten.

    Ein Sammeltaxisystem könnte aber auch seinen Teil beitragen. Dann sind weitere Arbeitswege möglich, und es sind auch Kinder und Alte voll mobil.

    Mehr Kinder, klar, das wäre nachhaltige Nachfrage. Aber auch diese Nachfrage kann man zugleich besser über die Regionen verteilen.

    Es macht ja auch keinen Sinn, neue Häuser zu bauen und gleichzeitig woanders Leerstände zu produzieren. Das macht uns alle ärmer. Und kostet jede Menge Beton und andere Baumaterialien. Dann lieber mehr in die Sanierung der Altbestände und überhaupt mehr in die Energiewende investieren.

    „Die räumliche Aufteilung von Bevölkerungsgruppen innerhalb einer Stadt (Segregation) beeinflusst das politische Klima in den Wohnvierteln.“

    Dass sich das hier sortiert ändert aber wenig am Gesamtergebnis. Wenigstens haben die Kommunen einen gemeinsamen Arbeitsmarkt. Wobei die Situation schon in den Schulen zwischen den Stadtteilen recht unterschiedlich sind. Da leiden wohl vor allem Zuwandererkinder, mit ziemlich mäßigem Bildungserfolg.

    Zuviele Menschen jedenfalls gibt es hier nicht. Die sind nur nicht optimal verteilt. Und stellenweise, und vor allem zunehmend, fehlen Kinder. Und demnächst fehlen in der Tat noch mehr die Enkel, wenn die Geburtenraten noch eine weitere Generation so niedrig bleiben.

    Wer in dieser Generation zuwenig Kinder hatte, kann das nicht mehr nachholen. Das ist dann gelaufen, die biologische Uhr läuft zügig ab. Und selbst wenn die heutige schon geschrumpfte Generation ins produktive Alter kommt und dann wieder 2,1 Kinder pro Frau bekommt, werden das nicht mehr Kinder sein, als wir jetzt haben.

    • Ja, @Tobias – ich würde sogar sagen, dass die weltweite Verstädterung und Urbanisierung „der“ Kipppunkt demografischer und wirtschaftlicher Veränderungen ist.

      So lebt seit etwa 2007 erstmals (!) die Mehrheit aller Menschen in Städten und nur wenige Jahre später, etwa 2012, begann die weltweite Kinderzahl zu sinken („Peak Child“).

      Immer mehr Menschen leben in Städten – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen Ländern der Erde: Im Jahr 1950 waren noch mehr als zwei Drittel aller Menschen weltweit in ländlichen und weniger als ein Drittel in städtischen Gebieten beheimatet.

      Heute sieht die Situation ganz anders aus: Im Jahr 2015 war mehr als die Hälfte (rund 54 Prozent) aller Menschen in einer Stadt Zuhause. Diese Entwicklung bezeichnen Wissenschaftler als Verstädterung. Sie wird mit einer Messgröße beschrieben, die Verstädterungsgrad genannt wird. Der Verstädterungsgrad in Deutschland im Jahr 2015 betrug 75,3 Prozent.

      https://de.statista.com/themen/7020/urbanisierung/#topicOverview

      Gemeinsam mit den erst elektronischen und nun auch digitalen Medienrevolutionen erklären sich so auch Säkularisierung und Hyper-Individualisierung. Beobachte ich.

  14. Aufgrund des (endlich!) zunehmenden Interesses an demografischen Themen habe ich nun auf Mastodon eine Umfrage auf drei Tage Dauer gepostet:

    Im 20. Jahrhundert gaben sich im Fossilismus angebots- und nachfrageorientierte Wirtschaftskonzepte noch gegenseitig Kontra. Doch im fossilen Kapitalismus, Malthusianismus, Neoliberalismus und jetzt Rechtslibertarismus dominiert die marktradikale Angebotsorientierung gegen den Sozialstaat.

    So wurde z.B. unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland keine starke Stimme der CDA (christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft, Sozialflügel, nachfrageorientiert) in ein unionsgeführtes Kabinett berufen. Das hatte es von Adenauer bis Merkel nie gegeben.

    Aus meiner Sicht machen einseitige „Einsparungen“ bei einer demografisch rapide schrumpfenden Bevölkerung jedoch weder volkswirtschaftlich noch politisch Sinn.

    Volkswirtschaftlich verschärfen sie den Nachfrage- und Investitionsrückgang insbesondere in demografisch verebbenden Regionen. Und politisch verstärken sie Zukunftsängste und Rechtsmimesis, damit den auch demografischen Niedergang.

    Wie siehst Du das?

    https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116718605651736448

    Ich danke Inan wirklich sehr, dass er das Thema in dieser „Blume & Ince“-Folge aufgerufen hat! 🙏🙌

  15. @Michael 09.06. 09:02

    „Volkswirtschaftlich verschärfen sie den Nachfrage- und Investitionsrückgang insbesondere in demografisch verebbenden Regionen.“

    Womit man sich offenbar abfinden muss. Landwirtschaft erfordert nur noch wenige Arbeitskräfte, und zukünftig sogar noch weniger. Wenn dann hinreichend Leute weggezogen sind, kann sich aber mehr oder weniger Tourismus etablieren.

    Oder eben auch mehr Homeoffice und das Sammeltaxisystem. Zumindest können dann mehr Leute in der Nähe von Städten wohnen bleiben, und dennoch die Arbeitsangebote der Städte nutzen.

    Und was ist, wenn sowieso die Beschäftigungsquote wegen KI und Robotern zurückgeht, auch noch?

    Dann wäre eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik umso dringender. Und eine Förderung von Nachwuchs wäre ein unverzichtbarer Teil davon.

  16. @Demografie

    In etwa seit Anfang der 70er haben wir in Deutschland einen TFR von um die 1,4 Kinder pro Frau. Das sind knapp 2 Generationen.

    Aber ein TFR von 1,4 Kinder pro Frau 2 mal hintereinander ergibt nur noch knapp 1,0 Enkel pro Oma. Und, wenn es dabei bleibt, ergeben sich entsprechend nur noch 0,7 Urenkel pro Uroma.

    Entsprechend geschrumpft wäre die aktuelle Kinderpopulation, wenn die vielen Einwandererkinder fehlen würden. Das kann man sich kaum vorstellen.

    Ich freue mich vielleicht über einen entspannteren Wohnungsmarkt hier in meiner Heimatstadt Dortmund, aber derartigen Verfall wünsche ich mir auf keinen Fall.

    Dass hier Malthusianismus völlig deplaziert ist, sollte damit wohl eigentlich klar sein. Und eine entsprechende Nachfrageorientierung in der Wirtschaftsförderung wäre ebenfalls ziemlich eindeutig sinnvoll. Wobei eine Förderung der Geburtenraten ganz vorne auf der Liste stehen dürfte.

  17. @Demografie TFR-Wert

    Der aktuelle TFR-Wert ist gar nicht so leicht zu ermitteln. Viele Frauen haben schon Kinder, und könnten noch weitere bekommen. Erst mit den Wechseljahren weiß man den TFR-Wert einer Generation.

    Dazu kommt, dass bei gleichem TFR-Wert, aber späterem Zeitpunkt der Geburten, unterschiedliche Kinder- und Gesamtbevölkerungszahlen herauskommen. Spätere Kinder kommen verzögert dazu. Das merkt man zuerst an den Schülerzahlen, aber auch insgesamt sinkt so die Bevölkerungsgröße proportional mit.

    Nur die aktuellen Geburtenzahlen lassen sich zuverlässig ermitteln. Was die zukünftigen Geburten betrifft, muss man sehen. Weiß man kaum.

  18. @Michael 10.06. 23:15 / Felo.ai

    „Wenn Frauen die Geburt ihrer Kinder im Lebenslauf nach hinten verschieben (z. B. aufgrund längerer Ausbildungszeiten oder Karriereplanung), sinkt die TFR in diesen Jahren künstlich ab. Dies geschieht selbst dann, wenn die Frauen ihre Kinder später nachholen und am Ende ihres Lebens die gleiche Anzahl an Kindern haben.“

    Das ist nicht nur künstlich. Das hat direkte Auswirkungen auf die absoluten Bevölkerungszahlen wie auch auf die Anzahl der Kinder, die z.B. in der Schule ankommen. Die Kinder werden zwar nachgeholt, aber fehlen absolut auch faktisch.

    Wenn die Frauen statt im Schnitt von 25 Jahren erst im Schnitt mit 35 Jahren ihre Kinder bekommen, hat das erhebliche Auswirkungen auf aktuelle Kinderzahlen und die Gesamtbevölkerungen. Da wären dann praktisch 10 Jahre dazwischen geschoben, in denen es keine Kinder gibt, wenn dass alle Frauen auf einmal so machen würden. Aber der Effekt bleibt erhalten, wenn sich diese Verschiebung auf 40 Jahre verteilt.

    So hätten wir selbst bei einem TFR von 2,1 eine deutliche Schrumpfung der faktischen Gesamtbevölkerung, wenn sich das Durchschnittsalter der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder nur deutlich nach hinten verschiebt.

    Und zu den insgesamt niedrigen TFR-Werten kommt dieser Effekt dann noch dazu.

    Ich hab Felo.ai gefragt:

    „1970er Jahre: In Westdeutschland lag das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt bei etwa 25 Jahren, in der DDR sogar bei 22 Jahren“

    „2009: Das Durchschnittsalter der Erstgebärenden betrug 28,8 Jahre“

    „2024: Das Durchschnittsalter lag bei 30,3 Jahre“

    Dieser Effekt dürfte deutlich mitspielen.

    • Herzlichen Dank, @Tobias – und inhaltlich bin ich da ganz bei Dir!

      Wie wir jedoch neulich auch rund ums Thema „Geschlechstdimorphismus“ diskutiert haben, liegt die Entscheidung über das Ob und Wann von Kindern nicht alleine an den Einstellungen von Frauen. Mal ganz abgesehen von gesundheitlichen Einschränkungen oder auch einfach langen Phasen, in denen eine Schwangerschaft „nicht klappt“, streben die meisten kindeswilligen Frauen erst einmal nach einer gewissen, finanziellen Unabhängigkeit und einer möglichst verlässlichen Partnerschaft.

      Gerade auch in Ländern wie Südkorea, Japan, Türkei usw. sehen wir die Gefahren der demografischen Traditionalismusfalle und des folgenden Auseinanderdriftens der Geschlechter. Auch nach den Wahlen in Hamburg postete der Beobachter Michael Seemann angesichts des Rechtsrucks junger Männer und Linksrucks junger Frauen: das wird ne generation von singles.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/analyse-zur-hamburg-wahl-der-fediversum-linksruck-kontert-den-fossilen-rechtsruck/

      Sicher hattest Du das nicht vor, aber mir ist es auch als Vater und Ehemann wichtig, dass wir das Thema Kinder nicht auf Frauen individualisieren. Wenn es auch in unserem Land wieder mehr Kinder geben soll, dann müssen sich die finanziellen und partnerschaftlichen Verhältnisse von Müttern, Kindern, Familien deutlich verbessern. Das wird noch ein langer Weg, wenn er denn mal begangen wird…

  19. @Michael 11.06. 22:54

    „Sicher hattest Du das nicht vor, aber mir ist es auch als Vater und Ehemann wichtig, dass wir das Thema Kinder nicht auf Frauen individualisieren.“

    Ich denk mal, dass Väter vor allem mehr Carearbeit anbieten könnten. Ein möglichst verlässlicher Partner zu sein, ist allerdings nicht so einfach. Man sagt ja auch, die Liebe geht ihre eigenen Wege.

    „Wenn es auch in unserem Land wieder mehr Kinder geben soll, dann müssen sich die finanziellen und partnerschaftlichen Verhältnisse von Müttern, Kindern, Familien deutlich verbessern.“

    Insbesondere ist die Lage von Müttern ziemlich schwierig, wenn die Beziehung scheitert. Wenn genau da deutlich mehr Unterstützung praktiziert würde, wäre das alles viel einfacher.

    „…streben die meisten kindeswilligen Frauen erst einmal nach einer gewissen, finanziellen Unabhängigkeit und einer möglichst verlässlichen Partnerschaft.“

    Was dann am Ende öfter im Sande verläuft, und einfach nicht vernünftig funktioniert. Das ist ja das Problem. Wenn es dagegen weniger prekär wäre, und auch ein Ende der Beziehung mit genug staatlicher Unterstützung aufgefangen werden kann, wären wir wohl einen Schritt weiter. Wenn hier der Staat zuallererst mal die Mütter absichert. Auch was hinterher die Rente betrifft.

    Das könnte zuweilen auch den Vätern entgegenkommen, auf dass die dann einen Kinderwunsch der Partnerin eher mittragen. Wenn da ein Stück weniger Verantwortung möglich wäre. Welcher junge Mann weiß das schon, ob er die Beziehung dauerhaft durchhält und mit der Vaterrolle klarkommt.

    • Lieben Dank für die guten Demografie – Dialoge, @Tobias 🙏🙌

      Mittel- oder vielleicht auch längerfristig scheint mir eine post-malthusianische Wertschätzung von Leben, Kindern, Familien wieder denkbar zu werden.

      Derzeit aber dominieren noch die malthusianischen Erzählungen vermeintlicher „Überbevölkerung“ und „Überfremdung“. So wird diesen Sonntag in der Schweiz über eine Initiative abgestimmt, die Bevölkerungszahl dauerhaft zu deckeln. Denn während auch Schweizerinnen und Schweizer mangels Kindern rapide unterjüngen, wird parallel die Angst vor Zuwanderung medial und rechtsmimetisch geschürt.

      Noch immer dominiert der malthusianische Blick des vermeintlichen „Zu viel“ – und damit der Ablehnung, Abwertung und Zerspaltung von Menschen. So wird heute der verschwörungsgläubige X-er und Rechtsdualist Elon Musk über einen Verkauf eines kleinen Teils von SpaceXAI an der Börse Milliarden einsammeln. Habe dazu u.a. gepostet:

      Aus meiner Sicht haben wir es vor allem mit post-malthusianischer Demografie zu tun: In unterjüngenden Milieus haben sich gigantische Kapitalmengen angesammelt, die nun zunehmend verzweifelt nach Rendite „suchen“. Sogar Milliardenblasen wie BitCoin wurden sinnfrei & verschwenderisch aufgepumpt & auch bei ihrem Scheitern fehlt es Anlegenden an seriösen Alternativen.

      Hinzu kommt, dass viele Regierungen mit der sog. Bankenrettung signalisiert haben, dass Private durch Spekulationen reich werden dürfen, Verluste aber von den Steuerzahlenden abgefangen werden.

      Auch Musk wettert gegen die demokratischen Staaten, von denen er aber zugleich Geld einfordert (z.B. Starlink & NASA).

      Was für eine intensive Zeit…

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116735713362536747

      Dir Dank, dass Du diesen Malthusianismus hinter Dir gelassen hast! 🙏🙌🌱

  20. @Michael 11.06. 22:54

    „Aus meiner Sicht haben wir es vor allem mit post-malthusianischer Demografie zu tun: In unterjüngenden Milieus haben sich gigantische Kapitalmengen angesammelt, die nun zunehmend verzweifelt nach Rendite „suchen““

    Kapital kann doch schrumpfen. Etwa in Form von sinkenden Immobilienwerten in verebbenden Regionen. Aber auch durch niedrige Leitzinsen bei zugleich hoher Inflation.

    Ich würde es dennoch auch noch mehr besteuern. Dann kann man die Lohnsteuern senken und Familien mehr fördern. Was dann sogar dem Kapital selbst entgegenkommt, wenn Arbeitskosten niedriger werden und mehr Kinder mehr Nachfrage erzeugen.

    Und so floriert das Leben.

    • Der @ArneBab@rollenspiel.social hat vorhin via Mastodon diese Deutschlandfunk-Folge übersandt, die ich gerade neben dem Antworten auf Dich anhöre:

      Niedrige Geburtenrate
      Was bringt mehr Menschen zum Kinderkriegen?

      Die Zahl der Geburten sinkt nicht nur in Deutschland – mit Folgen für die gesamte Gesellschaft. Politik könnte hier einiges ändern. Und vielleicht braucht es auch weniger hohe Erwartungen an Eltern.

      Kühn, Kathrin; Westerhaus, Christine | 11. Juni 2026, 20:10 Uhr

      https://www.deutschlandfunk.de/niedrige-geburtenrate-was-bringt-mehr-menschen-zum-kinder-kriegen-100.html

      Bisher höre ich noch keinerlei Reflektion der Religionsdemografie, aber ansonsten scheint es stark.

      Nun zu Deinem Druko. Du schriebst:

      „Kapital kann doch schrumpfen. Etwa in Form von sinkenden Immobilienwerten in verebbenden Regionen. Aber auch durch niedrige Leitzinsen bei zugleich hoher Inflation.“

      Ich denke, Du meinst hier nicht Kapital per se, sondern den Wert von Kapitalanlagen. So haben zuletzt zahlreiche Immobilien, aber auch Gold und BitCoin deutlich an Wert verloren, weil sie weniger nachgefragt wurden. Umgekehrt wurde heute Elon Musk zum ersten Billionär (!) der Weltgeschichte, weil es ihm gelang, SpaceX-Aktion erfolgreich an der New Yorker Börse zu platzieren. Dass er immer wieder antisemitische Verschwörungsmythen teilte und auch in den letzten Tagen die rassistischen Ausschreitungen in Großbritannien via X anfeuerte, störte die (allerdings schrumpfende Zahl der) X-Nutzenden und nun der Milliarden-Anlegenden offensichtlich nicht…

      Das hoch spekulative Geschäftsmodell von SpaceX wird dabei u.a. von Sascha Pallenberg kritisiert:

      1,75 Billionen Dollar fuer eine Raketenfirma

      Lasst uns direkt in die Glaswolle der Fantasiebewertungen springen und mit einer Zahl anfangen. 1,75 Billionen Dollar. Das ist die Bewertung, die Elon Musk fuer SpaceX in den Raum gestellt hat… Mehr als Walmart! Mehr als die meisten Volkswirtschaften dieses Planeten. Mehr als ich, der mit einem Jeanssparbuch angefangen hat die Finanzwelt zu erkunden, auch nur ansatzweise begreifen kann!

      Ist SpaceX ein echtes Unternehmen? Absolut! Sie schiessen Satelliten in den Himmel. Sie betreiben Starlink mit ueber 10 Millionen Abonnenten in 164 Laendern. Sie sind technisch beeindruckend und…. schliesslichen haben sie ja letztes Jahr rund 19 Milliarden Dollar Umsatz gemacht – das meiste davon mit Starlink und Regierungsauftraegen. Bei einem GAAP-Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar.

      https://www.metacheles.de/spacex-boersengang-der-groesste-bankraub-geschichte/

      „Ich würde es dennoch auch noch mehr besteuern. Dann kann man die Lohnsteuern senken und Familien mehr fördern. Was dann sogar dem Kapital selbst entgegenkommt, wenn Arbeitskosten niedriger werden und mehr Kinder mehr Nachfrage erzeugen.“

      Das Problem ist doch, dass Reiche, meist Erben und Konzerne massiv und auch unter Einsatz von Medien massiv gegen die Finanz- und Energiewende kämpfen. Nicht nur die US-amerikanische, sondern zunehmend auch die deutsche Politik wird von fossilen Lobbyisten massiv beeinflusst. Musste dazu heute posten:

      Aus meiner Sicht als seit Jahrzehnten treuer & ehrenamtlich aktiver Christdemokrat handelt es sich bei „R21“ um einen fossilistischen und rechtsmimetischen Lobbyverein, der die Bundes – #CDU bis in die Regierung hinein gezielt unterwandert, manipuliert und inhaltlich schwächt.

      Ich lehne dieses undemokratische und auch wissenschaftsfeindliche Agieren gegen „meine“ eigentlich christlich-demokratische, pro-europäische, föderale und antifaschistische Volkspartei entschieden ab . Und ich hoffe sehr, dass noch genügend Demokratinnen & Demokraten gegen diesen fossilen Lobbyistenclub einstehen.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116738091211789882

      „Und so floriert das Leben.“

      Entfesseltes Kapital beutet Mitwelt und Menschen aus. Der Fossilismus zerstört Leben sogar.

      Wir leben in einer Zeit, in der gewählte Politikerinnen und Politiker immer weniger, überreiche Erben und Konzernchefs immer mehr zu sagen haben. Ohne auch nur eine demokratische Wahl gewonnen zu haben, ist der Rechtsdualist Elon Musk heute zum reichsten und einem der mächtigsten Menschen der Welt aufgestiegen.

      Dass angesichts der entfesselten Konzern- und Medienmacht immer mehr junge, säkulare Menschen auf Kinder verzichten, kann ich sogar nachvollziehen. In Schulen unseres Landes erlebe ich eine massive Sehnsucht nach Solarpunk-Hoffnung und habe dazu gerade einen Gastbeitrag für den Verband Bildung und Erziehung (VBE) geschrieben:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/VBE0626MichaelBlumeVomCyberpunkzumSolarpunkBildungHoffnung.pdf

      Und nun höre ich zum Schluss der DLF-Sendung, dass das menschliche Leben Zukunftshoffnung, Sinn und Vielfalt braucht.

      Dir Dank für Dein dialogisches Interesse und herzliche Grüße!

  21. @ Michael Blume 12.06.2026, 08:34 Uhr

    Zitat: „Denn während auch Schweizerinnen und Schweizer mangels Kindern rapide unterjüngen, wird parallel die Angst vor Zuwanderung medial und rechtsmimetisch geschürt.“

    Die Zuwanderung kann zu Problemen führen, wenn Menschen mit „nicht kompatibler Mentalität“ zum Zusammenleben auf begrenztem Raum gezwungen werden.

    Ich bewundere z.B. die Saudi Arabischen Moslems sehr, weil sie mit der großen Hitze bestens zurecht kommen. Sie brauchen auch eine besondere „Wasserökonomie“ um nicht verdursten zu müssen, um überleben zu können.

    Sie müssen die Regeln striktest beachten, die ihnen von ihrer Religion vorgeschrieben werden. Ein Verzicht auf Alkohol hat sich entwickelt und in der Gesellschaft der Muslime durchgesetzt….

    In Europa war es umgekehrt. Nicht besonders sauberes Wasser gab es genug.

    Alkohol galt bei uns lange als Desinfektionsmittel, Schmerzmittel, Trägerstoff für Kräutermedizin und als Stimmungsaufheller. Ärzte verschrieben sogar Wein und Bier gegen Krankheiten.

    Das alles stärkte bei uns seine gesellschaftliche Akzeptanz. Besonders auch wegen der desinfizierenden Wirkung.

    So ist es klar, dass bei uns Menschen gesellig, auch in öffentlichen Straßengaststädten zusammen sitzen, um einen Sieg bei der Fußball WM fröhlich zu feiern.

    Das ist genau das Gegenteil was ein streng gläubiger Moslem tun und nicht einmal akzeptieren darf.

    So wundert es mich nicht, dass ein derart „indoktrinierter“ Mensch grausam reagiert….

    So wie es mich natürlich genauso wenig wundert, wenn sich nach derartigen „grausamen Aktionen“ von Moslems, Anhänger unserer Kultur zusammenrotten und kämpfen….. das ist und war schon immer so.

    Verhindern kann man diese „absurden Massaker“ nur durch sachliche „Vorbeugung“. Dass im Alltagsleben derart unterschiedliche Gruppen nicht zusammentreffen können. Letztlich eine Räumliche Trennung erforderlich ist…..

    Frau Merkel hat ehemals, als besonders viele Moslems auf der Flucht waren, Herrn Erdogan dabei aus humanitären Gründen unterstützt, viele seiner „Glaubensbrüder“ in die Türkei aufzunehmen.

    Erdogan imponiert mir, weil er die Flüchtlinge aufgenommen und so den „Kulturschock erspart“ hat. Alles sachlich und im Hinblick auf die drohenden Probleme (Chaos, Bürgerkriege) bestens gelöst.

    Klar dass wir Ukraine Flüchtlinge aufnehmen mussten. Die sind unserer Mentalität sehr nahe, konnten von uns gut aufgenommen werden, weil sie sich vergleichsweise problemlos eingliedern konnten. Es wäre den Moslems nicht zumutbar, Ukrainer aufnehmen zu müssen….

    Nur sorgfältige Vorbeugung, Probleme vorher und rechtzeitig zu lösen kann Konflikte vermeiden….

    Ich bin dagegen, „hirnlos ins Unglück zu laufen“, sich noch lange Zeit nicht realistischen Träumen vom friedlichen Zusammenleben aller Menschen hinzugeben, noch dazu wenn die schrecklichen Folgen vergeblicher Versuche täglich in der Realität „aufgedeckt“ werden…..

    Es wäre schon ein riesiger Erfolg, könnten die Iraner davon abgebracht werden, die Juden vernichten zu wollen und selber ein friedliches Land werden, dass seinen Geschäften nachgeht und künftig ein höchst „ehrenwertes Mitglied der Weltgemeinschaft“ wird….

    • Ach, @Realo – wird Ihnen Ihr rassistisches und islamfeindliches Geraune denn nicht langsam selbst langweilig?

      Die Generation vor Ihnen erklärte Juden, Sinti & Roma für nicht integrierbar und Sie versuchen es jetzt wieder mit Muslimen. Das ist nicht wirklich beeindruckend…

      Dabei sagt unser Grundgesetz in Artikel 3.3 alles Notwendige dazu:

      Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

      Millionen Musliminnen und Muslime gehören längst erfolgreich zu Deutschland, zunehmend auch als deutsche Staatsbürger. Meine Ehefrau Zehra ist türkischer Herkunft und Sunnitin, Deutsche, beruflich erfolgreich, demokratisch bei den Grünen (ich in der CDU) engagiert. Wir haben drei wunderbare Kinder und hatten gerade unseren 29. Hochzeitstag.

      https://chrismon.de/artikel/2019/42709/christlich-muslimische-familie

      Rassismus und später digitale Gewalt haben uns nur noch mehr verbunden. Wir erleben: Liebe ist stärker als Hass und Hetze.

  22. @Michael 12.06. 21:04 / Deutschlandfunk

    „Die Zahl der Geburten sinkt nicht nur in Deutschland – mit Folgen für die gesamte Gesellschaft. Politik könnte hier einiges ändern. Und vielleicht braucht es auch weniger hohe Erwartungen an Eltern.“

    Die Nachfrageeffekte von mehr Kindern habe ich da vermisst. Natürlich müssen die Kinder die Renten realisieren, und es fehlt entsprechend an jungen Menschen. Aber wenn wir jetzt mehr Kinder hätten, würde das doch erstmal nur Mehrarbeit machen, und soweit jetzt schon Arbeitskräftemangel herrscht, wird der sich noch verschärfen.

    Das dauert öfter mehr als 20 Jahre, bis die Kinder von heute produktiv werden.

    Wir haben aber auch einen faktischen Außenhandelsüberschuss von an die 200 Mrd Euro. Der kann doch gerne kleiner werden. Insbesondere wenn wir mehr Binnennachfrage auch durch mehr Kinder hätten, würde es gut passen, einfach mal diesen Überschuss abzubauen.

    Wenn also mehr Kinder vor allem den Wohnungsneubau fördern, geht es uns da besser mit. Wenn dann noch die Kommunen mehr Bauland ausweisen und die Bauvorschriften abbauen, dann könnte das ganz schön florieren.

    Wenn wir dann einen klaren Mangel an Bauarbeitern hätten, könnte man auch noch eine gewisse Menge Zuwanderer einladen, soweit das denn nötig ist. Die Arbeiten sofort, nicht wie die Kinder erst nach 20 Jahren.

    Rein wirtschaftlich kommt da am Ende auch mehr allgemeiner Umsatz dabei raus. Was ich gar nicht so wichtig fände, dafür umso mehr die tatsächlichen Möglichkeiten menschlichen Lebens.

    „Das Problem ist doch, dass Reiche, meist Erben und Konzerne massiv und auch unter Einsatz von Medien massiv gegen die Finanz- und Energiewende kämpfen.“

    Da müssen wir dann eben beharrlich dagegen arbeiten. Es ist unser Leben und unserer Planet. Immerhin sind die meisten Menschen in Deutschland durchaus dabei?

  23. @ Michael Blume 13.06.2026, 12:17 Uhr

    Zitat: „Dabei sagt unser Grundgesetz in Artikel 3.3 alles Notwendige dazu:“

    Bei uns gilt das Grundgesetz. Es steht an 1. Stelle.

    Es gilt nicht, z.B. in Saudi Arabien, dort gilt der Koran. Keiner würde auf die verrückte Idee kommen, die Saudis müssten in Saudi Arabien unser GG berücksichtigen.

    Allerdings wird unser Grundgesetz, besonders von moslemischen Zuwanderern, relativ häufig abgelehnt. Daraus ergeben sich zunehmend schwerste, mitunter tödliche Widersprüche….

    Wenn z.B. Frauen „Freiwild“ werden, weil sie nicht gemäß dem Koran gekleidet sind, oder ganz normale Bürger „herausgepickt“ und im Zug abgestochen werden, weil man sich bei uns normalerweise nicht an den Koran hält…..

    Das sind keine absolut singulären Ereignisse mehr, es scheint fast alltäglich zu werden…..

    Es geht manchen Moslems einfach darum, bei uns Druck zu machen und darauf hinzusteuern, was vielen aggressiven Moslems ein besonders Anliegen ist, sie auch immer wieder in die Welt hinaus posaunen, den Islam zur Weltherrschaft zu verhelfen….

    Es steht nicht im Grundgesetz, dass wir uns das gefallen lassen müssen.

    Ich bestreite doch nicht, dass viele Muslime sich bei uns bestens eingegliedert haben und wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft geworden sind.

    Aber die „neueren Entwicklungen“ sollten uns auffallen. Den Kopf in den Sand zu stecken ist keine gute Lösung.

    • Nix „neuere Entwicklungen“, @Realo: Ich schrieb schon 2017 „Islam in der Krise“, ein SPIEGEL-Bestseller. Und zeigte dort die Folgen des Buchdruck-Verbotes und der fossilen Gewaltenergien auf, gerade auch am Beispiel Saudi-Arabien.

      Haben Sie das denn gelesen oder gehört?

  24. @ Michael Blume 13.06.2026, 14:43 Uhr

    Habe mich mittels KI (Copilot) informiert.

    Sie haben zweifellos reale Entwicklungen und Zusammenhänge frühzeitig erkannt. Dafür bewundere ich Sie auch.

    Mir ist auch völlig klar, dass möglichst lokale erneuerbare Energien angestrebt werden sollten. Sie sind „sauber“, kosten nichts und jede „TWh“ an Sonnenenergie bzw. Hitze die „geerntet“ werden kann, ist eine vorzügliche Reaktion auf die Klimaerwärmung.

    Allerdings war für mich die „Ökonomie“ mein ganzes Berufsleben das Allerwichtigste was unbedingt berücksichtigt werden musste, weil keine Ressourcen verschwendet werden durften. Derartiges kann eine Gesellschaft ruinieren.

    Jeder Unternehmer, jedes Land versucht, vorhandene Ressourcen zu nutzen und möglichst weltweit anzubieten.

    Natürlich haben wir aus Erfahrungen gelernt, das bedeutet, der Wettbewerb kann zu handfesten Konflikten entarten….

    Aber auch jede Veränderung hat Auswirkungen auf die Marktbeziehungen. Wir konnten Kohle, Eisen und danach Autos erfolgreich vermarkten. Diese Zeiten scheinen vorbei….

    Die Regierung ist gefragt, wie sie die nötigen Transformationsprozesse optimal steuert. Sie sollten möglichst wenig schmerzhaft für das „Volk“ ausfallen. Moderne KI und Robotertechnik könnte die Prozesse, schonend für die Menschen, unterstützen…..

    Die Bewohner Saudi Arabien hatte es stets extrem schwer. Früher war es nomadisch orientiert und erst das Öl führte zu einem extremen Bevölkerungszuwachs…. von 1,7 Mio 1950 bis 35 Mio 2026.

    Fragt sich, ob es ihnen gelingen könnte, die „Hitze der Sahara als Rohstoff“ künftig genau so zu verwerten wie das ÖL? Es dürfte eine Frage der Ökonomie sein.

    Ob danach Sonnenenergie eine „Friedensenergie“ bleibt, ist eine ganz andere Frage????

    • Lieben Dank, @Realo – und, ja, auch Deutschland und die Europäische Union hätten früher ihre eigenen Ressourcen zum Aufbau erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien nutzen sollen. Stattdessen haben wir Milliarden verschwendet, autoritäre Fossilregime etwa des Iran, der Sowjetunion, arabischer Länder (und, ja, auch von Saudi-Aramco (Arabien & USA), von Venezuela usw. finanziert und auch noch Treibhausgase emittiert.

      Dabei war seit den späten 80ern sowohl die Rentierstaatstheorie wie auch der Treibhauseffekt bekannt. Doch der Widerstand des Fossilismus gegen Wissenschaften und post-fossile Wohlstandsenergien prägt auch heute noch die Bundespolitik – moralisch korrumpierte Akteure in Konzernen, Lobbyverbänden, Medien und Politik streben noch immer nach Profiten aus der Karbonblase.

      Doch gerade auch heute Morgen konnte ich Erfreuliches posten:

      Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?

      Heute wieder richtig gute Solarpunk – News: Wie vom BWL-Prof @Teh_Doc_Inan & mir in B&I 55 als Putin – Trump – Iran – „Selbstzerstörung des Fossilismus“ erhofft, sinkt die globale Nachfrage nach Erdöl & Erdgas dauerhaft! 🙌✅

      „Vor allem in Asien sei „die Nachfrage stärker zurückgegangen, als wir bisher angenommen hatten“, schreibt die US-Behörde EIA. Schon jetzt machen Elektroautos den Großteil der Neuzulassungen in chinesischen Großstädten aus, und in Europa wird dieser Trend gerade massiv angekurbelt. Im März 2026 wurden fast 40 Prozent mehr Batteriefahrzeuge in Europa neu angemeldet als noch ein Jahr zuvor. Und auch der Absatz von Wärmepumpen, also von mit Strom betriebenen Heizungen, legt rapide zu.

      Aus Sicht der im Öl-Land Norwegen sitzenden Energieberatung Rystad ist angesichts dieser Gemengelage sogar fraglich, ob das alte Niveau der Nachfrage jemals wieder zurückkommen wird…“

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116741104572294198

      Niemand kann alles, aber alle können etwas verbessern.

  25. @Realo 13.06. 14:31

    „Es steht nicht im Grundgesetz, dass wir uns das gefallen lassen müssen.“

    Das wird ja auch konsequent strafrechtlich verfolgt, insbesondere kommt nach der Haftstrafe meistens die Abschiebung hinterher.

    Wir können aber auch uns selber aussuchen, wieviele und wen wir wann aufnehmen wollen. Wenn wir das nur an der Religion ausrichten würden, könnte das eventuell Probleme mit dem eigenen Grundgesetz geben.

    Zumal ja auch nur eine Minderheit der Muslime problematisch wären. Wenn man eine Einladung mit dem Hinweis auf eine konkrete Ablehnung von Demokratie, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit ablehnt, könnte das aber schon gerichtsfest sein. Meine ich zumindest.

    „Ich bestreite doch nicht, dass viele Muslime sich bei uns bestens eingegliedert haben und wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft geworden sind.“

    Eben deshalb wäre es schade, so manch einen muslimischen Zeitgenossen auszusperren, der sich hier wirklich gut einleben könnte.

    Sofern man denn überhaupt eine entsprechende Anzahl von neuen Einwanderern haben will. Wie schon gesagt, diese Entscheidung würde ich am liebsten den Kommunen überlassen, die müssen letztlich dafür sorgen, wie sie die Integration irgendwie hinbekommen können. Und die wissen auch, wieviel Platz sie noch haben, an bestehenden Wohnungen wie auch an der Möglichkeit, neue Wohnungen zu bauen.

    Die Situation ist ja nun im ganzen Land ziemlich lokal sehr unterschiedlich.

  26. @Michael 13.06. 17:53

    „Vor allem in Asien sei „die Nachfrage stärker zurückgegangen, als wir bisher angenommen hatten“, schreibt die US-Behörde EIA. Schon jetzt machen Elektroautos den Großteil der Neuzulassungen in chinesischen Großstädten aus,…“

    Kein Wunder, diese Länder liegen weit südlich und haben sehr hohe und über das Jahr gleichmäßgere PV-Erträge. Und wenig Geld für ausgeuferte Ölpreise.

    Auch bei uns dürften die aktuellen Öl- und Gaspreise die Energiewende fördern. Mir als Privatverbraucher, ohne die Möglichkeit eigene Grüne Technik anzuschaffen, tut das aber so schon auch weh. Mir wären weniger bürokratische Hürden für jede Menge PV und Speicher im ganzen Stadtgebiet viel lieber, als immer schmerzhaftere Preise beim leider noch nötigen fossilem Backup.

    Strom und vor allem Gas wird derweil teurer und teurer. Und selbst wenn ich ein Auto bräuchte, könnte ich mir mit meinem Budget keinesfalls einen Neuwagen leisten. Und müsste auch da lange Jahre warten, bis dass für mich bezahlbare E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt ankommen.

    Das sind keine guten Zeiten für kleine Leute.

    Mir ist aber schon klar, dass hier eigentlich erst Putin, und später auch noch Trump für diese Preise die Hauptverantwortung tragen. Allerdings, wie gesagt, die Deutsche Bürokratie bremst dennoch die Energiewende ganz schön aus. Wir könnten schon sehr viel weiter sein.

    • Ja, @Tobias – Du siehst hier die post-fossile Dreiteilung der Menschheit:

      1. In immer mehr bürokratisch schwachen Ländern setzen sich Photovoltaik, Batteriespeicher und Elektromobilität wirtschaftlich als Solarboom durch.

      2. In von fossilen Konzernen geprägten Ländern wie Deutschland entscheiden sich täglich mehr Menschen bewusst gegen alle v.a. bürokratischen Widerstände gegen einen Ausstieg aus den fossilen Technologien, für ein post-fossiles Leben im Solarpunk.

      3. Dazwischen stecken jedoch noch immer Milliarden Menschen etwa als Mietende in der fossilen Falle, wo sie durch längst überhöhte Preise für fossile Brennstoffe und Produkte abgezockt werden.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/

      Die Richtung stimmt also, wenn auch noch nicht die Geschwindigkeit. Die Transformation wurde zugunsten der Karbonblase-Profiteure viel zu lange verzögert. Und einige Fossilregime wehren sich gar mit Gewalt gegen ihren Niedergang…

  27. @ Tobias Jeckenburger 13.06.2026, 23:52 Uhr

    Zitat: „Wir können aber auch uns selber aussuchen, wieviele und wen wir wann aufnehmen wollen. Wenn wir das nur an der Religion ausrichten würden, könnte das eventuell Probleme mit dem eigenen Grundgesetz geben.“

    Genau so sehe ich es auch. Verwandte von mir waren im WK2 Dachdecker und bestens ausgelastet. Aber um 1950 war es aus mit den Aufträgen und sie konnten nicht mehr vernünftig leben.

    So haben sie sich an die Botschaften der „Einbürgerungsländer“ USA, Canada, Australien gewandt und bekamen von Australien eine positive Antwort.

    Dort würden Dachdecker nachgefragt und sie bekämen eine Chance. In Fachzeitschriften würde ein Inserat geschaltet, in dem der Dachdecker seine besonderen Fähigkeiten beschreibt, daraufhin würden sich Unternehmer melden, mit denen er in Kontakt treten könne.

    Es wurde ihm dringend empfohlen, die Zeit zu nutzen und ordentliche Sprachkenntnisse zu erwerben. Es hat alles geklappt und der Verwandte wurde „glücklicher Australier“….

    Ich habe große Achtung, besonders vor den Menschen die unter extremen Bedingungen in Saudi Arabien leben müssen. Für die ist eine genau „passende Religion“, die ihnen Regeln vermittelt, um dort zurecht zu kommen, extrem wichtig.

    Bei uns sind andere Regeln zweckmäßig. Wie sich Einwanderer nach Saudi Arabien anpassen müssten, ist es auch umgekehrt. Nur kommt das für viele Moslems nicht in Frage, sie hätten die „einzig wahre Religion“.

    Was „wirklich los ist“, sehen wir in den TV Nachrichten…. Moslems dürfen lügen und alles noch so böse tun, wenn es ihrer Religion nutzt…..

    Dieser Tage meinte ein extremistischer Iraner im TV, Israel müsse „vernichtet werden“, danach wäre alles ok…..

    Zitat: „Sofern man denn überhaupt eine entsprechende Anzahl von neuen Einwanderern haben will. Wie schon gesagt, diese Entscheidung würde ich am liebsten den Kommunen überlassen, die müssen letztlich dafür sorgen, wie sie die Integration irgendwie hinbekommen können.“

    Genau so machten es die Australier im Beispiel. Wer einen Mitarbeiter dringend braucht, bekommt die Möglichkeit einen zu finden. Alles völlig rational und fair für beide Seiten. Könnte man heutzutage auch übers Internet machen, dann würde es schneller gehen….

    Bei uns ist das Bürgergeld verlockend, arbeiten zu müssen erspart man sich lieber. Man lässt sich vom Schlepper ins Land bringen, ist „einfach da und hält die Hand auf“, schließlich hat man Rechte und „Dumme“ die zahlen müssen…..

  28. @Realo 14.06. 09:17

    „Bei uns ist das Bürgergeld verlockend, arbeiten zu müssen erspart man sich lieber. Man lässt sich vom Schlepper ins Land bringen, ist „einfach da und hält die Hand auf“, schließlich hat man Rechte und „Dumme“ die zahlen müssen…..“

    Die allermeisten Einwanderer kommen hier her, um zu arbeiten. Müssen dann aber auch gegen die eigene Konkurrenz antreten, insbesondere wenn sie kaum Deutschkenntnisse haben.

    Verrückterweise dürfen Asylbewerber erstmal ein halbes Jahr gar nicht arbeiten. Was das soll, habe ich noch nie verstanden. Und arbeitslose Asylbewerber bekommen weniger Geld als den normalen Harz4-Satz.

    In der Tat sind hier aber auch EU-Bürger insbesondere aus Rumänien mithilfe von Schleppern in die Sozialsysteme zugezogen. Hier im Ruhrgebiet konkret in Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen sind einige Tausend davon in leerstehende Schrottimmobilien eingezogen. Das meiste Geld machen dabei aber die Besitzer dieser Schrottimmobilien.

    Man versucht die jetzt aber auch konsequent wieder loszuwerden.

    Ein flächendeckendes Problem ist das allerdings wohl wirklich nicht.

  29. @ Tobias Jeckenburger 14.06.2026, 16:18 Uhr

    Zitat: „Verrückterweise dürfen Asylbewerber erstmal ein halbes Jahr gar nicht arbeiten. Was das soll, habe ich noch nie verstanden. Und arbeitslose Asylbewerber bekommen weniger Geld als den normalen Harz4-Satz.“

    Ich meine, dass von außerhalb der EU nur Menschen mit einem „Asylgrund“ ins Land dürfen. Das muss zunächst geprüft werden. Gibt es keinen derartigen Grund, so sind wir sie theoretisch wieder los….

    Ohne eine derartige Regelung würden wir überrannt, nicht nur von den Rumänen, wie Sie es im Zusammenhang mit den vielen abzockenden Besitzern von Schrottimmobilien aufgezeigt haben, sondern von der ganzen Welt.

    Die Leute aus dem ehemaligen Ostblock arbeiten vermutlich nur bis und solange sie Arbeitslosengeld und Kindergeld beziehen (bzw. abzocken) können und dann sind sie wieder weg….. bis zum nächsten „Einsatz“…..

    Mit dem Geld dass sie im „Hochlohnland Deutschland“ verdienen, können sie zuhause im „Billiglohnland“ bestens leben…..

    Vermutlich ist dieses „Geschäftsmodell“ derzeit besonders auf die Hilfsarbeiter Jobs im Baugewerbe beschränkt. Diese Arbeiten an Ausländer zu „verlieren“ tut den Einheimischen nicht wirklich „weh“, weil kein Deutscher „scharf“ darauf ist.

    Wären aber (früher oder später), wenn „die halbe Welt“ bei uns einfach ohne „Asylvorwand“ einwandert, alle Jobs betroffen, so bricht das Chaos bei uns aus…..

    Fehlende Sprachkenntnisse wirken allerdings „bremsend“, am Bau sind Sprachkenntnisse nicht so wichtig….

    • @Realo & @Tobias

      Auch als Vater von Kindern bin ich erleichtert und glücklich, dass die Schweizer Bevölkerung dem ausländerfeindlichen (auch antideutschen) Geraune der SVP-Rechtspopulisten widerstanden hat.

      Volksabstimmung in der Schweiz
      Ein unerwartet deutliches Nein zu Einwohner-Obergrenze

      Stand: 14.06.2026 • 19:10 Uhr
      Von Kathrin Hondl, ARD Genf

      Hohe Mieten waren ein Argument, mit dem die Schweizer SVP eine Begrenzung der Einwohnerzahl begründet hatte. Doch gerade in Städten war das Nein bei der Volksabstimmung deutlich. Die SVP ist enttäuscht, sonst überwiegt Erleichterung.

      Ein knappes Ergebnis war erwartet worden – doch dann war schon nach den ersten Hochrechnungen klar: Bei der Volksabstimmung haben rund 55 Prozent und die Mehrheit der Kantone Nein gesagt zur Initiative der rechten Schweizerischen Volkspartei SVP und deren Forderung „Keine 10-Millionen-Schweiz“.Für die Einhaltung dieser Obergrenze wollte die SVP Einschränkungen bei Asyl und Familiennachzug. Gegebenenfalls hätte die Schweiz auch das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union kündigen müssen – was weitreichende Folgen gehabt hätte für die engen Beziehungen des Nicht-EU-Mitglieds Schweiz zu ihrem wichtigsten Handelspartner.Wirtschaft: „Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten.“

      Erleichterung bei Monika Rühl, der Direktorin des Wirtschaftsdachverbands economiesuisse

      „Ich danke der Schweizer Bevölkerung für dieses klare Resultat, weil in diesen unsicheren Zeiten brauchen wir Sicherheit und Ruhe und nicht neue zusätzliche Herausforderungen. Die Schweizer Stimmbevölkerung hat Nein gesagt zu diesem komischen Deckel.“

      Die Unternehmen hatten vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen gewarnt, vor Stellen, die nicht besetzt werden könnten ohne die Fachkräfte aus der EU. Außerdem wären bei einer Kündigung der Personenfreizügigkeit auch alle anderen Verträge zwischen der Schweiz und der EU auf dem Spiel gestanden.

      https://www.tagesschau.de/ausland/europa/schweiz-volksabtimmung-migration-102.html

      Angesichts der weltweit weiter scharf fallenden Geburtenraten werden Gesellschaften, die sich zu stark gegenüber Zuwanderung abschotten, umso schneller unterjüngen und auch wirtschaftlich absteigen. Schon jetzt verliert Immobilienvermögen auch in immer mehr Regionen in Deutschland mangels Nachfrage zunehmend an Wert. Und wo es kaum noch junge Menschen gibt, versiegen auch Investitionen und Unternehmen.

  30. @Realo 14.06. 22:46

    „Ich meine, dass von außerhalb der EU nur Menschen mit einem „Asylgrund“ ins Land dürfen. Das muss zunächst geprüft werden. Gibt es keinen derartigen Grund, so sind wir sie theoretisch wieder los….“

    Ist doch egal. Wenn sie schon mal hier sind, können sie sich auch nützlich machen und auch gleich eigenes Geld verdienen. Wenn die dann doch abgelehnt werden, müssen sie eben die Rückreise antreten.

    „Ohne eine derartige Regelung würden wir überrannt,..“

    Ich denk mal, dass man ohne eine wirksame Kontrolle der EU-Außengrenzen die Zuwanderung nicht vernünftig begrenzen kann. Hier sollte nicht entscheiden, ob man sich die Schlepper leisten kann. Sondern wie viele wir wirklich haben wollen, und das je nachdem, wer wirklich verfolgt wird, und wie viele das dann konkret sind.

    „Mit dem Geld dass sie im „Hochlohnland Deutschland“ verdienen, können sie zuhause im „Billiglohnland“ bestens leben…..“

    Ist doch ok? Solange wir die gut brauchen können, mögen sie doch später wieder in ihre Heimat zurückkehren, und sich da ein Häuschen bauen.

    @Michael 14.06. 23:23

    „Angesichts der weltweit weiter scharf fallenden Geburtenraten werden Gesellschaften, die sich zu stark gegenüber Zuwanderung abschotten, umso schneller unterjüngen und auch wirtschaftlich absteigen.“

    Das Maß ist hier wohl entscheidend?

    „Schon jetzt verliert Immobilienvermögen auch in immer mehr Regionen in Deutschland mangels Nachfrage zunehmend an Wert. Und wo es kaum noch junge Menschen gibt, versiegen auch Investitionen und Unternehmen.“

    Diesen Verfallsregionen helfen auch Zuwanderer wenig, wenn die eben in die Städte strömen, weil sie nur da Arbeit finden? Da sehe ich keine Lösung für. Was soll man da machen? Da ist was gekippt, und das kippt nicht wieder zurück.

    Und mir erscheint in manchen Städten auch die Lage durchaus überhitzt, das ist auch nicht gut. Man muss ja nun auch eine Wohnung finden und bezahlen können.

    Florierende Verhältnisse mögen mir genügen. Konkret hier in Dortmund läuft es recht mittelmäßig, ein wenig weniger würde ich aber durchaus begrüßen. Wer Wohneigentum hat, den betrifft das gar nicht. Und wer was zu vermieten hat, der freut sich freilich über so viel eben geht. So sind dann die persönlichen Interessen eben auch verschieden.

    Und mehr Kinder wären ja nun sowieso ganz gut, auch wenn wir zusätzlich weitere Zuwanderung immer noch gebrauchen können. Die Kinder machen ja nun auch erstmal Mehrarbeit, die muss ja auch irgendwo herkommen.

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