Blume & Ince 55: Die Selbstzerstörung des Fossilismus & die Abzocke in der fossilen Miet- und Armutsfalle

Am heutigen 1. Mai 2026 zeigt sich auch in Deutschland der fossile Wahnsinn wieder einmal in voller Pracht: Einerseits werden Millionen Menschen mit Verbrennungsmotoren samt eines fehlschlagenden Tankrabattes durch fossile Konzerne abgezockt. Und andererseits setzen bereits negative Strompreise ein – werden also Elektroauto-Besitzende mit dynamischen Stromtarifen sogar in Cash BEZAHLT, wenn sie dem Netz überschüssigen Ökostrom abnehmen!
Und während Rechte die Realität der eskalierenden Klima-, Wasser- und Hitzekrise weiter leugnen, verlieren sich auch Linke bisweilen in dualistischen Parteiblasen, wie Inan Ince leider erleben musste. Und am Anfang der Folge erzählt.
In den vergangenen Wochen machte ich zudem die Beobachtung einer Dreiteilung der Energiewende mit einer „fossilen (Miet-)Falle“ in der Mitte, die ich dem BWL-Prof erstmals vorstellte. Und er erkannte darin einen Spezialfall der sog. „Armutsfalle“, die der Wirtschaftswissenschaft gut bekannt ist und weltweit immer wieder jenen Menschen höhere Kosten aufdrückt, denen es an Investitionsmitteln fehlt. Inans lebenspraktisches Beispiel: Viele Studierende beziehen Kaffee aus überteuerten Kaffee-Pads, weil sie sich die einmalige Anschaffung einer teure Kaffeemaschine mit Kaffeebohnen einfach (noch) nicht leisten können. Sie zahlen also pro Tässle Kaffee mehr, weil ihnen das Geld für die Investition fehlt.
Hier das von Inan aus meiner Handzeichnung geschöpfte Schaubild dazu mit einer kurzen Erklärung:
Die Darstellung der fossilen (Mite-)falle zwischen dem Solarboom in Ländern mit eher schwacher Staatlichkeit und dem oft staatlich subventionierten Solarpunk bei Eigenheimbesitzenden. Grafik: Prof. Dr. Inan Ince nach einer Skizze von Dr. Michael Blume
So sehen wir unten den Solarboom – inklusive Batteriespeicher – in Ländern mit eher schwacher Staatlichkeit wie Pakistan, Kenia oder auch Kalifornien, weil sie dort der Aufbau von Photovoltaik und Batteriespeichern als Wohlstandsenergien längst wirtschaftlich lohnt – und nicht, wie etwa in Deutschland, durch die preußisch-zentralistische und fossilistische Bundesbürokratie ausgebremst werden kann.
Ein bedenkenswerter Fun Fact: Gäbe es in Deutschland tatsächlich von Bürokratie und Vorschriften entlastete Sonderwirtschaftszonen, wie sie u.a. Carsten Linnemann (CDU) ins Spiel gebracht hat – dann würden dort umgehend erneuerbare Wohlstandsenergien und Batteriespeicher-Unternehmen boomen! Doch deren auch volkswirtschaftliches Aufblühen wird derzeit aus Berlin aktiv heruntergeregelt, wie auch das (Achtung, Ironie!) ökosozialistische Kampfblatt „Manager Magazin“ 05/2026 inzwischen bemängelt.
Oben sehen wir dagegen den post-fossilen Solarpunk, der oft noch staatlich subventioniert wird und insbesondere den Besitzerinnen und Besitzern von Eigenheimen mit bereits eigenen Solarpaneelen, Batteriespeichern und Ladestationen für Elektroautos zugute kommt. Wer also bereits Besitz aufbauen konnte, profitiert von der post-fossilen Energiewende noch zusätzlich durch Einsparungen, Gewinne und Subventionen. Wer sich Solarpunk im Eigenheim leisten kann, kann sich danach tatsächlich mehr leisten!
In der Mitte aber finden wir die fossile Kostenfalle, die vor allem auch eine fossile Mietfalle ist: Genau die Menschen, die zur Miete und in Gebieten ohne ausreichend Ladesäulen leben, werden am stärksten fossil abgezockt und dann auch noch medial manipuliert!
So sehr und dringend ich also den Ausbau erneuerbarer Friedensenergien zum Schutz von Mitwelt und Mitmenschen fordere, so sehr sehe ich doch die Gefahr, dass post-fossile Subventionen über Steuern und Abgaben vor allem denen zugute kommen, die bereits wohlhabend sind! Eine Aufgabe der Solarpunk-Bewegung muss jedoch darin bestehen, die sozialen, kommunalen, kulturellen und letztlich demokratischen Auswirkungen der post-fossilen Transformation mitzudenken!
So zeigt ein Bundesländer-Vergleich, dass derzeit (und aktuell auch: heute!) insbesondere Eigenheimbesitzende in wohlhabenden, süddeutschen Bundesländern bereits riesige Mengen als Solarstrom als überschüssigem Ökostrom produzieren, wogegen der stärker norddeutsche Windstrom meist eher Unternehmen als der Einwohnerschaft zugute kommt.
Installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland nach Bundesländern, Deutschland 2024. Screenshot mfG: Michael Blume 2025
Deswegen habe ich mich so gefreut, dass im grün-schwarzen Sondierungspapier der kommenden, baden-württembergischen Landesregierung von einer kommunalen Gewinnbeteiligung an erneuerbaren Heimatenergien die Rede ist. Aus meiner Sicht wäre es für Menschen und Mitwelt gleichermaßen katastrophal, wenn sich eine post-fossile Solarpunk-Oberschicht von den Millionen absetzen, die sich noch in der fossilen Falle befinden. Die soziale und ökologische Marktwirtschaft macht nur dann Sinn, wenn sie ökologisch UND sozial sinnvolle Rahmenbedingungen schafft.
Folge 55 von Blume & Ince finden Sie wie immer kostenfrei auf Podigee und bei allen gängigen Streaming-Anbietern sowie als Videocast auf YouTube:


Bei dieser Folge bin ich etwas kritischer.
Es ist mir neu, die Zentrumspartei in der Weimarer Republik als Vorgängerpartei der CDU zu sehen. Die CDU wollte damals für Katholiken und Protestanten gleichermaßen offen sein.
Zur Geschichte der Zentrumspartei in Württemberg gehört auch der von den Nazis ermordete Eugen Bolz. 1932 wäre im Volksstaat Württemberg eine Koalition zwischen Zentrum und SPD möglich gewesen. Bolz ging diese Zusammenarbeit nicht ein, weil ihm die eigene Parteibasis nicht gefolgt wäre.
Überrascht haben mich die im Podcast verwendeten Begriffe „Grüne Ideologen“ und „linksgrüner Aktivismus“.
Die Klimakleberinnen kommen mit Sicherheit nicht alle aus den Vorstädten der Großstadt, deren Anliegen von der Landbevölkerung nicht verstanden werden. Diese Studentinnen etc., die sich „gegenseitig in ihrem Gutsein bestätigen“. Heftig!
Sie haben zu Beginn der Folge darauf hingewiesen, dass demokratische Parteien zusammenarbeiten können sollten.
Lassen Sie mich mit einem Zitat aus den Nürnberger Nachrichten vom 28.04.2026 schließen. Es stammt aus dem Interview mit Markus Söder:
Frage: „In Nürnberg hat sich die CSU mit der SPD auf ein Bündnis geeinigt – ohne Grüne. Ganz nach Ihrem Geschmack?“
Antwort: „Solche Verhandlungen sind immer eine kommunale Angelegenheit – ich war als beratende Stimme eingebunden. Es geht um Stabilität und Handlungsfähigkeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Grünen in Nürnberg waren durch ihre Spaltung nicht handlungsfähig und sind noch weiter nach links gerückt. Mit diesen Grünen gäbe es nicht einmal eine Mehrheit.“
Die Spaltung stimmt, dass sie weiter nach links gerückt sind mag sein. Mit „grün“ und „links“ konnte er seine Lieblingsfeindbilder unterbringen. Wenn es um die Bewahrung der Demokratie geht, hätte ich persönlich mehr Vertrauen in „links“ als in den bayerischen MP.
Vielen herzlichen Dank auch für Ihre kritischen Nachfragen, @Marie H. 🙏🙌
Aus meiner Sicht steht die CDU ganz klar in der Tradition des Weimarer Zentrums, nicht zuletzt in Gestalt ihres langjährigen Parteivorsitzenden und ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer (1876 – 1967). Dieser war 1917 als Zentrum-Politiker u.a. zum Oberbürgermeister von Köln gewählt und noch vom preußischen König ernannt (!) worden. In katholisch-sozialer Tradition etablierte Adenauer später die von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften gemeinsam getragene, soziale Marktwirtschaft als Ausprägung des sog. Bonner „rheinischen Kapitalismus“.
Dieser war und ist mir nähert als der preußisch-fossile Zentralismus derzeit aus Berlin.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-aus-dem-ehemaligen-preussen-warum-deutscher-energieglauben-auch-regional-gepraegt-ist/
In der CDA (pertaiintern liebevoll als „Herz-Jesu-Marxisten“ bezeichnet) wird diese Tradition sogar sehr bewusst gepflegt. Andererseits bildeten Evangelische bewusst einen Evangelischen Arbeitskreis („EAK“) in CDU und CSU, um der langen Dominanz katholischer Christdemokratinnen und Christdemokraten ökumenisch entgegen zu wirken.
Den von den Nazis später hingerichteten Eugen Bolz (1881 – 1945) ehre ich sehr, doch bewusst habe ich auch in dieser Folge auf den Zentrums-Reichskanzler Joseph Wirth (1879 – 1956) aus Freiburg hingewiesen.
https://www.youtube.com/shorts/jyg2rf2a-1Q
Wie „links“ die Grünen in Nürnberg sind, kann und will ich von hier aus nicht beurteilen. Dass die grüne Bundespartei in Karlsruhe gegründet wurden und nicht zufällig mehrere Landtagswahlen in Baden-Württemberg gewonnen haben, halte ich für politikwissenschaftlich relevant.
Aus meiner Sicht sind alle demokratischen Parteien ebenso wie Bundeskanzler gut beraten, sich nicht nur über negative Zuschreibungen zu beklagen, sondern zu reflektieren, warum diese medienpsychologische Wirkungen erzielen. Dies gilt sowohl für christdemokratische Parteien, die zu Unrecht als „konservativ“ bezeichnet werden wie auch für ökologische Parteien, die in Großstädten und akademischen Milieus erfolgreich sind – und selbstverständlich auch für sozialdemokratische Parteien, die die Arbeiterschaft nicht mehr erreichen.
Wie Sie ja wissen, halte ich den kritisch-konstruktiven Dialog für unverzichtbar, um demokratische Parteien über ihre emotional-medialen Blasen hinaus zu entwickeln.
Herzlichen Dank für Ihren engagierten und diskursiv anregenden Druko! 🙌🌈
Vielen Dank.
Joseph Wirth ist ein positives Beispiel, und es ist gut, dass Sie an ihn erinnern. Denn ich glaube, dass außer den Historikerinnen und Historikern kaum jemand seinen Namen und seinen Platz in der Geschichte kennt.
Ich habe Eugen Bolz ganz bewusst genannt. Wie beschrieben, betrachte ich es als Versagen, dass er aus Angst vor den Mitgliedern seiner Zentrumspartei in Württemberg keine Koalition mit der SPD bildete.
Wir sind Teil unserer Zeit, in der trotz allem Koalitionen möglich sind, die zunächst von beiden Partnern nicht angestrebt wurden. Baden-Württemberg und die künftige Regierung aus Grünen und CDU sind für mich ein Zeichen der Hoffnung.
Gerade angesichts dessen, was vor allem vom MP des Freistaats Bayern an Intrigen etc gegen „Links-Grün“ in die Wege geleitet wurde, bin ich sehr erleichtert, dass Manuel Hagel und die CDU BW sich nicht vor den bayerischen Wagen haben spannen lassen. Dafür meinen Respekt und meinen Dank.
Letzte Woche habe ich mir die Aufzeichnung des Festaktes zur Verabschiedung von Ministerpräsident Kretschmann angeschaut. Besonders berührt war ich von Innenminister Strobl, der die Zusammenarbeit mit dem „lieben Winfried“ mit Zuneigung und Achtung beschrieb.
Mit gegenseitigem Respekt, einer tragfähigen Vertrauensbasis, beiderseitigen guten Willens und der Akzeptanz der politischen Unterschiede, sollte die nächste Landesregierung in Baden-Württemberg gut zum Wohl des Landes und seiner Bürgerinnen und Bürger arbeiten können.
Winfried Kretschmann sprach ua über die Geschichte und reiche Kultur in Baden-Württemberg. Dass mit Herzog Wilhelm von Württemberg ein Nachfahre der Familie, die Württemberg – ein Teil unseres Landes – mehr als 900 Jahre geprägt hat, an der Veranstaltung teilnahm, freut mich sehr.
Manuel Hagel wird Minister und stv. Ministerpräsident. Dies ist auch ein gutes Zeichen für das gewachsene Vertrauen. Ihm und der CDU herzlichen Dank auch dafür.
Störenfriede und Intriganten aus anderen Teilen der Republik mögen sich bitte raushalten!
Und ja, es bereitet mir ein Gefühl der Genugtuung, dass beim DFB Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München am 23. Mai in Berlin, der bayerische MP auf einen GRÜNEN MP aus Baden-Württemberg trifft. 😂
Vielen lieben Dank, @Marie H.
Ja, ich war Gast des Festaktes zur Verabschiedung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und habe die Rede des Vize-MP und Innenministers Thomas Strobl (CDU) ebenfalls als würdig und berührend erlebt. Auch Cem Özdemir und Manuel Hagel waren anwesend und wurden ja auch vom einstigen Bundespräsidenten Joachim Gauck – dessen Rede ich ebenfalls bemerkenswert fand – gemeinsam begrüßt.
Mit Herzog Wilhelm von Württemberg hatte ich einen kurzen Austausch und habe mich auch sehr über die Anwesenheit von Wolfgang Grupp gefreut, den ich erwähne, um seine heute bekannt gewordenen Entscheidungen zu würdigen:
Nach seinem Suizidversuch hat der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp weitere Konsequenzen gezogen. „Mein Revolver, den ich aus Sicherheitsgründen hatte, ist nicht mehr da“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Mein Sohn hat ihn unter Verschluss.“ Auch seinen Jagdschein habe er nicht mehr.
Wolfgang Grupp würde Suizidversuch gerne ungeschehen machen
Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres einen Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, hieß es in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Er bedauere sehr, was geschehen sei und würde es gerne ungeschehen machen, hatte der Unternehmer geschrieben.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/wolfgang-grupp-gibt-waffe-ab-nach-suizidversuch-100.html
Ich denke, dass ein Dialog über die Gefahren von („Feuer“-)Waffenbesitz und die mentale Gesundheit auch von Männern einen Beitrag zur Überwindung des Petromaskulinismus leisten kann.
Sie erwähnen den Unternehmer Wolfgang Grupp.
Es geschieht nur selten, dass ein Mann sich zu seinen Depressionen bekennt, da diese von vielen in unserer Gesellschaft als Schwäche betrachtet wird. Es ist aber eine ernstzunehmende Erkrankung.
Reichtum, Vermögen, Eigentum schützen nicht davor, an Depressionen zu leiden.
Suizid ist ein gesellschaftliches Tabu-Thema. Es gehört Mut dazu, darüber so offen zu sprechen, wie Herr Grupp dies getan hat.
Mich beschäftigt das Thema. Die Kälte in unserer Gesellschaft, der Zuspruch, den die AfD zunehmend findet, die Ausgrenzung und Stigmatisierung von kranken Menschen als faule Schmarotzer lässt mir persönlich wenig Hoffnung. Manchmal frage ich mich, wie nahe mir mein Ende. Ich hoffe auf ein Einsehen meines Schöpfers.
Vielen herzlichen Dank, @Marie H. 🙏
Gerade sprach ich in Mannheim auf einer Veranstaltung zur Inklusion von Menschen mit Einschränkungen. Und ich fühle da wie Sie: Fossilismus, Demografie und algorithmische Konzernmedien mögen unsere Gesellschaften „zerblasen“ und unsere Mitmenschlichkeit untergraben. Und doch dürfen und sollen wir Liebe, Glaube und Hoffnung nicht aufgeben.
So habe ich heute in öffentlicher Funktion meine Stimme gegen das abgründige Musikvideo „Killuminati“ von Felix Blume aka Kollegah erhoben:
https://youtube.com/shorts/ZlsGyncsmUY
Ich danke Ihnen für unsere Dialoge, die auch mal streitig sein dürfen & doch auf einen gemeinsamen Grund und gemeinsame Hoffnung weisen.
Danke für den Hinweis darauf, dass die alten veralteten Heizungen gerade auch den Mietern, den NichtHausbesitzern schaden, die ja selbst keine Möglichkeit haben, alternative Energiformen auszuwählen.
Außer (!) durch die seit einiger zeit boomenden Balkonkraftwerke!
(gut, zumindest für die Mieter mit Balkon :-)).
Statt also 1000 Euro Sonderzahlung (die es oft gar nicht geben wird) sollte der Staat besser jedem Mieter ein balkonkraftwerk sponsern: gibt es schon für 400 Euro – und wenn s geht noch plus einen kleinen Speicher…
Herzlichen Dank und volle Zustimmung, @Cornelia Gliem 🙏🙌
Bewusst hatte ich am 11. September (!) 2025 bei Balkonsolar e.V. in Günterstal bei Freiburg im Breisgau über Balkonkraftwerke als Quelle erneuerbarer Friedensenergien gesprochen, zumal es ja auch um die Erfahrungen von Selbstwirksamkeit geht!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/meine-rede-gegen-den-fossil-finanzierten-terror-antisemitismus-am-11-september-2025-in-freiburg-im-breisgau/
Auch mit dem Aufbau von dezentralen Batteriespeichern könnten sehr viel mehr Deutsche an den post-fossilen Wohlstands- und Heimatenergien teilhaben.
Aus meiner Sicht wäre auch dringend über eine Wiedereinführung von Baukindergeld zu sprechen, da gerade auch junge Familien sogar mit zwei Gehältern kaum noch Eigentumswohnungen erwerben können und sich somit die fossile Mietfalle und demografische Krise gegenseitig verschärfen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Baukindergeld
Von großer Bedeutung wäre auch ein verläßlicher Ausbau des ÖPNV, weil sich dann mehr Menschen Autofahrten generell sparen und damit auch finanziell besserstellen könnten. Der hier Kommentierende @Tobias Jeckenburger setzt ja auch große Hoffnungen in ein post-fossiles und KI-gesteuertes Sammeltaxi-System.
Dass bisher die arbeitenden Mittelschichten und kinderreichen Familien die Steuern und Abgaben bezahlen, aus denen dann auch noch vor allem post-fossile Technologien für Begüterte subventioniert werden, halte ich für sozial ungerecht, ökologisch schädlich und für politisch-demografisch kurzsichtig. Erfolgreiche Demokratien sollten dringend die Eigenheimquote und Investitionsmöglichkeiten insbesondere für Familien stärken, wenn sie die post-fossile Transformation erfolgreich meistern wollen. Meine ich.
Ich freue mich sehr, dass der Gedanke dialogisch ankommt – vielen Dank! 🙏🙌
Jup. Europa reformiert sich immer durch Krieg, denn nur hinterher ist die Staatlichkeit so schwach, dass man neu anfangen kann. Hier gab’s immer Loser, die den Anschluss verpennt hatten und da passierte blitzschnell, was sich heute über Jahrzehnte anbahnt – der Loser wurde geschlachtet und gefressen, um den Fortschritt mit seinem Fleisch zu speisen.
Homo homini lupus est – unser Fluch und unsere Hoffnung. Wenn Sie keine Wölfe wollen, machen Sie selbst, was die Wölfe für Sie leisten. Sie entsorgen die Schwachen und sind der Hecht im Karpfenteich, im Wettstreit mit ihnen evolvieren Sie. Also bauen Sie Krankenhäuser und halten sich selbst fit und suchen Sie sich selbst Herausforderungen, an denen Sie wachsen können, Ihrer inneren Staatlichkeit, alias innerem Schweinehund, zum Trotz.
Ein Bauer weiß – wann immer sich etwas ändert, heißt das für ihn Steuererhöhung oder Krieg oder Steuererhöhung und Krieg. Deswegen ignoriert er alle Argumente und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen jegliche Veränderung, denn der Schwächste im System zahlt stets die Rechnungen für alle. Bei den Rechtspopulisten versagt der Verstand, nicht der Instinkt: Renitenz ist gegen eine ungerechte Kostenverteilung angebracht, gegen jeglichen Versuch, sie mit hohen Kosten abzuzocken und mit niedriger Qualität abzuspeisen, nicht gegen den Wandel an sich.
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
@Paul S.
Ich halte Ihre klischeehaften Ausführungen über vermeintlich gegen jede Veränderung renitente Bauern für auch sachlich falsch. Gerade auch die Lebensmittelproduktion wurde und wird immer wieder technologisch umgewälzt. Und die enormen Verschwendungen kostbarer Ressourcen durch industrielle Massentierhaltung gehen ja letztlich auf die überzogene Nachfrage nach auch noch billigem Fleisch zurück.
In der ZEIT 19/2026 vom 29. April 2026 findet sich auf Seite 3 der faszinierende Artikel von Merlind Thiele mit Erläuterungen zur bereits möglichen Produktion von Stickstoff-Dünger durch grünen Wasserstoff statt Erdgas unter dem Titel:
Das Problem-Brot
Die Deutschen wollen fluffige Backwaren. Dafür brauchen Bauern sehr viel Dünger. Muss das sein?
[…] In einem Modellprojekt, an dem auch Harry Brot beteiligt war, nutzten Bauern Dünger aus ‚grünem‘ Wasserstoff, hergestellt aus erneuerbaren Energien. Der CO2-Fußabdruck einer Packung Sammy’s Super Sandwich sei dadurch um sieben Prozent gesenkt worden, sagt Kleiner. Ohne Ertragseinbußen.
‚Man muß aber ganz klar sagen: Das sind gigantische Investitionen.‘ Die Umstellung der Düngerbranche auf grünen Wasserstoff würde ja ‚Milliarden‘ kosten. Und das System? Bliebe im Prinzip das gleiche. Nur mit anderem Dünger. […]
Der Soziologe Niklas Luhmann beschrieb in seiner Systemtheorie, wie sich gesellschaftliche Systeme nach ihrer eigenen Logik reproduzieren.
Beim Brot ist es so: Die Kunden wollen fluffigen Toast. Die Industriebäckereien brauchen dafür hochfunktionales Mehl. Das liefern ihnen Mühlen, die es vom Landhandel kaufen, der es von Bauern kriegt, die dafür viel Dünger einsetzen müssen.
Aber dessen schädliche Folgen spürt entlang der Kette keiner so direkt. Im Gegenteil: Alle profitieren. Aber nur weil die ökologischen Kosten ausgeklammert bleiben. Dadurch wirkt es am günstigsten, das bestehende System aufrecht zu erhalten. Und alle machen so weiter.“
Zumal wir auch heute wieder in Deutschland überschüssigen Solarstrom haben werden, würde sich der schnellere Ausbau von Batteriespeichern und grünem Wasserstoff auch volkswirtschaftlich lohnen!
Habe nun einmal ChatGPT Pro zum Preisunterschied zwischen fossilem und grünem Stickstoff-Dünger gepromptet.
Der Preisunterschied zwischen Stickstoffdünger aus fossilem Erdgas und solchen auf Basis von „grünem“ Wasserstoff ist aktuell noch deutlich – aber er schrumpft langsam.
🌱 Klassischer Stickstoffdünger (Erdgas-basiert)
Die konventionelle Herstellung (über das Haber-Bosch-Verfahren mit Erdgas als Wasserstoffquelle) ist etabliert und relativ günstig:
* Kosten: etwa 250–500 € pro Tonne Ammoniak (stark schwankend je nach Gaspreis)
* Erdgas macht bis zu 70–80 % der Produktionskosten aus
* Sehr energieeffizient durch jahrzehntelange Optimierung
⚡ Grüner Wasserstoff → „grüner“ Dünger
Hier wird Wasserstoff durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom erzeugt und dann zu Ammoniak weiterverarbeitet:
* Kosten: derzeit etwa 600–1.200 € pro Tonne Ammoniak
* Hauptkostentreiber: Strompreis + Elektrolyseure
* Noch geringe Skalierung → hohe Investitionskosten
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💰 Der aktuelle Preisunterschied
* Faktor: etwa 2× bis 4× teurer für grünen Dünger
* Differenz: grob +300 bis +800 € pro Tonne Ammoniak
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📉 Warum sich das ändern dürfte
Der Abstand ist nicht stabil – mehrere Entwicklungen drücken ihn:
* Sinkende Kosten für erneuerbaren Strom (v. a. Solar/Wind)
* Skaleneffekte bei Elektrolyseuren
* CO₂-Preise (z. B. im EU-Emissionshandel) verteuern fossile Produktion
* Politische Förderung (z. B. Carbon Contracts for Difference)
In Regionen mit sehr billigem Ökostrom (z. B. Chile, Australien, Naher Osten) nähert sich grüner Ammoniak bereits der Wettbewerbsfähigkeit.
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🧠 Ein realistischer Blick
Kurz gesagt:
Grüner Stickstoffdünger ist heute noch deutlich teurer, aber nicht mehr utopisch teuer. Der eigentliche Kipppunkt hängt weniger von der Chemie ab als von Energiepolitik und Infrastruktur.
Wenn du willst, kann ich dir konkret ausrechnen, ab welchem Strompreis grüner Dünger konkurrenzfähig wird – das ist eine spannende Stellschraube.
Guter Beitrag
Das Haber Bosch Verfahren wird weltweit angewandt zur Herstellung von Ammoniak, und aus diesem werden wiederum Stickstoffdünger hergestellt.
„Brot aus Luft“ , das war das Schlagwort vor einhundert Jahren.
Was nicht vergessen werden darf, bei aller Begeisterung, chemische Stickstoffdünger zerstören langfristig die Bodenstruktur.
Gut auch, der Hinweis, dass der Einsatz von Kohlenwasserstoffen die Herstellungskosten verringern.
Es geht also letztlich um die Konkurrenzfähigkeit bei den Herstellungskosten. Hier ist Optimismus angesagt, die Suche nach Katalysatoren ist aktuell, man hat sogar Versuche mit Uran gemacht.
Dazu muss man wissen, dass ein Katalysator selbst nicht „mitverarbeitet „wird, genauso sie das Platin im Katalysator beim KFZ.
und wenn so ein Katalysator gefunden werden sollte, dann ist grüner Wasserstoff nicht mehr notwendig.
Das nur zur Ergänzung.
Herzlichen Dank, @nl 🙏
Ja, die Produktion von grünem Stickstoff-Dünger aus dem ohnehin überschüssigen Solarstrom in Deutschland via grünem Wasserstoff würde dazu beitragen, eine weitere, wichtige Wirtschaftsbranche aus der fossilen Falle und Abhängigkeit zu befreien. Und zusätzlich die Wirtschaft (Wohlstandsenergien) und Lebensmittelversorgung (Heimatenergien) innerhalb der Europäischen Union zu sichern (Friedensenergien). Zudem würden auch Treibhausgase reduziert. Wie großartig wäre es, wenn die Bauernverbände und ihre Funktionäre auch in der Berliner Blase mal endlich an die Zukunft denken würden!
Auch andere Wirtschaftszweige wie die Medizin sollten dringend ent-fossiliert werden, wie hier eine starke Diskutantin auf Mastodon betonte:
Ich möchte noch darauf aufmerksam machen, dass Erdöl unter anderem für Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol gebraucht wird. Seit ein paar Jahren läuft die Forschung (Universität in Bath, GB) nach Alternativen zum Erdöl.
https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2023/07/oelausstieg-in-der-pharmaindustrie-paracetamol-und-ibuprofen-auf-pflanzenbasis/
Im „Focus“ wurde im März 2026 berichtet, dass vom Paracetamol im Jahr 2025 in Deutschland über 24 Mio. Packungen verkauft wurden.
https://mastodon.social/@Sabine1963/116504469373708160
Immerhin haben Putin und Trump durch die von ihnen entfesselten, fossil finanzierten Kriege den Niedergang des Fossilismus weltweit beschleunigt. Jeden Tag begreifen mehr Menschen, dass sie über Jahrzehnte hinweg in fossile Fallen gelockt und dort abgezockt wurden…
@Podcast nr 55
Genehmigungen für Speicher dürften doch einfacher sein, wenn sie einerseits direkt an der PV-Anlage wie am Windrad installiert werden. Mit Kapazitäten von in etwa einer halben Tagesleistung. Und Vermieter können andererseits ihren Mietern einen Stromzähler, der variable Strompreise verarbeiten kann, spendieren, mit integriertem Speicher von auch noch mal etwa einer halben Tagesleistung Kapazität.
Die Kosten kann der Vermieter doch einfach auf die Grundmiete aufschlagen. Das kommt mindestens jedem 2. Mieter zugute, dem das Geld für eigene Investitionen fehlt.
Und so fallen auch überhaupt keine zusätzlichen Durchleitungsgebühren an. Beim Produzenten wird der Strom nur vorübergehend zurückgehalten, beim Verbraucher wird billiger Überschussstrom aufgenommen und nicht ins Netz zurück gegeben, sondern nur später selber verbraucht.
Eine eigene Steckdose für E-Autos der Mieter kann man dann später auch noch spendieren.
So müsste sich doch wirklich was auf dem Strommarkt bewegen. Das kann dann auch mehr PV-Freiflächenanlagen und Windräder motivieren. Gleich mit integrierten Speichern.
Was dann noch fehlt sind PV auf allen geeigneten Dächern und sonstigen Flächen im Innenstadtbereich. Hier bräuchte es Investoren, die die Dächer für kleines Geld mieten, dort PV-Anlagen installieren und den Strom dann mit reduzierten Durchleitungsgebühren direkt in der Nachbarschaft verkaufen dürfen. Auch hier empfehlen sich integrierte Speicher mit etwa einer halben Tagesleistung.
Was das Thema Heizung betrifft, so dürften im Innenstadtbereich Fernheizungen überwiegend angesagt sein. Praktischerweise mit Großwärmepumpe und Universalgasmotor in Kraft-Wärme-Kopplung, der mit einem beliebigem Mix aus Wasserstoff, Biogas und vorerst noch Erdgas laufen kann.
Die Anschlusskosten der Fernheizung dürften überschaubar sein. Vermieter hätten wenig Anlass, da nicht mitzumachen, wenn der Netzausbau in ihrer Straße ankommt.
Wärmepumpen im Innenstadtbereich scheinen mir weniger praktikabel zu sein. Der Platz für Bodensonden ist zu knapp, und wenn jeder hier seinen Lüfter hätte, wäre das laut und womöglich auch kalt in den Hinterhöfen. Wenn Einzelne dennoch eine Lösung finden, dann können die das ja schon mal machen.
Bei den E-Autos ist klar, dass man da im Moment fast nur Neuwagen erwerben kann. Wer knapp bei Kasse ist, kann da echt nicht mithalten. Und muss noch viele lange Jahre warten, bis er einen alten entsprechend kostengünstigen elektrischen Gebrauchtwagen bekommen kann. Und bis dahin weiter einen gebrauchten Verbrenner fahren. Immerhin werden die dann aber billiger, das hilft schon auch.
Dafür sieht es langfristig gut aus für Ärmere. Batteriefahrzeuge dürften deutlich länger halten als Verbrenner. Und ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Fahrzeugen wäre ein ganz neues Zeitalter der Mobilität.
Vielen herzlichen Dank für das Interesse und Deinen ermutigenden Kommentar, @Tobias 🙏
Im Grundsatz stimme ich Dir zu: Es gibt keine ernsthaften, technologischen Hürden mehr zum Erfolg der Solarpunk-Energiewende. Zwar dürfte der Ausbau von Solarenergie, Batteriespeichern, grünen Wasserstoff-Elektrolyseuren, Elektroautos, Wärmepumpen, grünem Stickstoff-Dünger, grünen Medikamenten usw. noch gerne schneller gehen. Andererseits aber schrumpft die deutsche Bevölkerung aber auch mangels Kindern rapide, was sich eben auch negativ auf die Nachfrage, Bau- und Investitionsbereitschaft auswirkt.
Ich sehe hier in meiner Straße an gleich zwei Tankstellen täglich wütende Verbrennermotor-Autofahrer, denen angesichts der Benzin- und Diesel-Wucherpreise dämmert, wer sie über Jahre und Jahrzehnte hinweg belogen und abgezockt hat. Wer da weiterhin Fossilisten feiert oder gar wählt, ist dann eben intellektuell und charakterlich gescheitert.
Und in Baden-Württemberg bekommen wir ja wieder eine stabile, demokratische Regierung der demokratischen Mitte um Cem Özdemir (Grüne) & Manuel Hagel (CDU).
Darüber freue ich mich und darauf bin ich als langjährig für die soziale und ökologische Marktwirtschaft engagierter Christdemokrat auch ein wenig stolz. (Wenn ich mir auch, wie im Podcast erwähnt, ein deutlich besseres Ergebnis für die verlässlich antifaschistische SPD gewünscht hätte.)
Etwas skeptisch bin ich gegenüber Deinen Erwartungen, wonach Vermietende den Mieterinnen & Mietern den Zugang zu post-fossilen Technologien „spendieren“ sollten. Das mag in vielen Fällen so (und auch ökologisch, sozial & wirtschaftlich klug) sein. Aber leider erlebe ich doch insbesondere bei Mietkonzernen die Übermacht von kurzfristiger Gier über längerfristige Klugheit.
Solarenergie:
Bau von Solaranlagen geht im ersten Quartal um sechs Prozent zurück
Während auf Gebäuden weniger Solaranlagen gebaut wurden, entstanden mehr Anlagen auf freien Flächen. Der Rückgang beträgt insgesamt sechs Prozent im ersten Quartal.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-05/solaranlage-zubau-rueckgang-reiche-gxe
Mir bleibt daher wichtig, auch für die post-fossile Transformation die Eigenheimquote insbesondere für Familien mit Kindern zu erhöhen, damit Aufstieg, Resilienz und post-fossile Selbstwirksamkeit auch tatsächlich öfter erlebt werden.
Die Abschaffung des Baukindergeldes erweist sich als dreifacher Fehler vor der post-fossilen Energiewende, dem Mietwohnungsmarkt und der Demografie.
Und leider richten die Fossilisten Putin und Trump mit ihren gescheiterten Kriegszügen weiterhin erhebliche Zerstörungen, Morde und weltwirtschaftliche Schäden an, die immerhin die Selbstzerstörung des Fossilismus beschleunigen.
Meine Prognose zum 21. Jahrhundert kennst Du ja: Ich gehe davon aus, dass vor allem größere Nationalstaaten und Konzerne unter Druck geraten, viele Regionen der Erde durch Erhitzung, Kindermangel und Abwanderung veröden, es aber auch blühende Solarpunk-Arche-Regionen geben wird.
@Michael 02.05. 15:46
„Mir bleibt daher wichtig, die Eigenheimquote insbesondere für Familien mit Kindern zu erhöhen, damit Aufstieg, Resilienz und post-fossile Selbstwirksamkeit auch öfter erlebt werden.“
Das sind jetzt aber andere Größenordnungen. Das Eigenheim mag 200.000 Euro kosten, der neue Stromzähler samt 5 Kwh Speicher kaum mehr als 1000 Euro, die nötige Solarleistung von 2 Kw auch inzwischen unter 2000 Euro. Das dürfte im Sommerhalbjahr für den Verbrauch einer Familie von 10 Kwh am Tag reichen. Und die integrierten Speicher speichern im Winter auch Windstrom mit.
Das ganze hält dann 20 Jahre oder sogar länger. Und die Preise sinken weiter.
Und wenn es heiß ist, hat man durchweg Maximalerträge von PV, dass dann der Betrieb einer Klimaanlage mit minimalen Stromkosten zusammenfällt. Je nachdem, wo und in welcher Etage man wohnt, kann das bei weiter steigender sommerlichen Hitze durchaus interessant werden.
Auch deswegen ist PV auch auf den Dächern im Innenstadtbereich so interessant.
„Wer da weiterhin Fossilisten feiert oder gar wählt, ist dann eben intellektuell und charakterlich gescheitert.“
Ich fürchte auch, dass nach den Spritpreisen erst die Gaspreise und danach die Strompreise noch weiter wuchern werden. Es ist einfach grauenhaft.
Vielen Dank, lieber @Tobias
Das Baukindergeld erhöhte die Eigenkapitalquote beim Erwerb eines Eigenheims und hatte deswegen eine wirtschaftliche Hebelwirkung, die direkt Familien zugute kam und finanziell in Wohnungs- und Modernisierungsinvestitionen floss. Heute dagegen beklagen auch junge Doppelverdiener mit Recht, dass sie – wenn sie nicht reich erben – kaum noch eine realistische Chance haben, Kinder und Wohneigentum zu realisieren. Das macht es wiederum noch wahrscheinlicher, dass sich junge Menschen gegen (weitere) Kinder entscheiden und verschärft damit die Nachfrage- und Investitionskrise weiter.
Gerade habe ich auf Mastodon eine Umfrage zum Rat eines Freundes gestartet, um die Fragen der Demografie nicht nur im Bereich der Wähler- und Kundenschaft, sondern auch in der Bundespolitik selbst weiter zu erkunden. Schon jetzt gingen über einhundert Stimmen und fast minütlich spannende Rückmeldungen dazu ein!
Mir wurde in dieser Woche von einem befreundeten Wissenschaftler geraten, mich nicht am Fossilismus & Gas-Lobbyismus der Berliner Blase abzuarbeiten – denn „diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen.“ Auch in der Wissenschaft bräuchten verbesserte Theorien oft ein bis zwei Generationen, bis der Widerstand weggestorben sei.
Habe inzwischen viel darüber nachgedacht. Aber bevor ich mich selbst dazu äußere, möchte ich wissen: Was denkst Du über diesen Rat?
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116505605729673757
Von der eigenen Erfahrung auch in „Blume & Ince“ her würde ich schon sagen, dass wir beide auch deswegen stärker Zukunftsthemen diskutieren, weil unsere beiden befreundeten Familien insgesamt fünf Kinder haben. Dem häufig im Hinblick auf Rente und Klima zu hörenden Spruch „Für mich langt’s ja noch.“ können wir beide nicht viel abgewinnen… 🤔📗🌈
„So sehen wir unten den Solarboom – inklusive Batteriespeicher – in Ländern mit eher schwacher Staatlichkeit wie Pakistan, Kenia oder auch Kalifornien, weil sie dort der Aufbau von Photovoltaik und Batteriespeichern als Wohlstandsenergien längst wirtschaftlich lohnt“
Naja, mit Wirtschaftlichkeit hat das nichts zu tun:
– in Ländern wie Pakistan und Kenia, die eigene Hütte mit Photovoltaik und Batteriespeicher zu beleuchten ist sicher ein guter Einstieg, weil es zum einen keine leistungsfähigen Stromnetze gibt und zum anderen auch keine Industrie, die auf konstante und leistungstarke Stromversorgung angewiesen ist.
– und in Kalifornien gibt es mehr Sonnenstunden als in Deutschland und ebenfalls eine Abnahmevergütung für überschüssigen Strom, also zugunsten der Eigenheimbesitzer und zu Lasten der Stromkunden.
Klar hat das mit „Wirtschaftlichkeit“ zu tun, @J. Jaenecke – Photovoltaik und Batteriespeicher werden rapide aufgebaut, weil sie sich ökonomisch längst lohnen!
Darüber sprach in New York, USA übrigens auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU / EVP):
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/rede-der-eu-kommissionspraesidentin-ursula-von-der-leyen-cdu-evp-fuer-den-globalen-ausbau-erneuerbarer-friedensenergien/
Und auch gestern, heute und morgen werden wir in Deutschland wieder einen massiven Solarstrom-Überschuss haben, weil der Aufbau von Batteriespeichern und Wasserstoff-Elektrolyseuren bürokratisch gebremst wurde und wird. Und gleichzeitig importieren wir weiterhin Erdöl und Erdgas zu völlig überteuerten Preisen! Was für eine volkswirtschaftliche Verschwendung!
Dass der Fossilist & US-Präsident Donald Trump in den Vereinigten Staaten zunehmend verzweifelt und mit hohem Steuergeld-Einsatz gegen Windkraft kämpft, zeigt nach meiner Einschätzung eben auch, dass er keine realistische Chance mehr sieht, den Solarboom und Solarpunk noch aufzuhalten. Letztlich lassen sich die Kämpfe und Kriege zwischen den Fossilstaaten wie auch der Austritt von Katar aus der OPEC als Verzweiflungstaten im Angesicht der Carbon Bubble / Karbonblase verstehen: Fossilisten versuchen im Streit miteinander, ihre fossilen Gewaltenergien noch vor dem solaren Schluss zu verscherbeln.
Ihnen Dank für den anregenden Druko, @J. Jaenecke 🙏🙌
Sehr geehrter Herr Blume,
ich höre mir gerade den Podcast an. Ein Aspekt fehlt mir als Vermieter. Es gibt nicht nur die Mieterfalle sondern auch die Vermieterfalle. Denn für einen Vermieter muss sich auch die Modernisierung einer Heizung rentieren. Ich habe ein großes altes Haus, welches trotz seiner Größe sehr ungünstig aufgeteilt ist und ich sehr günstig an eine alleinstehende Frau mit ihren Kindern vermietet habe. Bevor ich es vermietete, hatte ich vor Jahren noch eine Wärmedämmung und neue Gasheizung eingebaut, mit der kleinen Familie habe ich einen sehr günstigen Mietpreis aufgrund der Heizkosten vereinbart. Wenn ich eine Wärmepumpe und Solaranlage installieren wollte, müsste sich die Investition irgendwie auch wieder für mich rentieren. Zu einem angemessenen Mietpreis könnte ich aber das Haus nicht vermieten. Das Haus könnte alternativ an die Fernwärme angeschlossen werden, die Frau möchte das aber nicht, weil sie den Anbieter von Erdgas selbst wählen kann. Wenn ich als Vermieter an den Heizungskosten beteiligt würde, wäre ich als Vermieter in der Falle, denn auf den Gasverbrauch meiner Mieter habe ich keinen Einfluss. In diesem Fall würde ich über den Verkauf nachdenken. Die Folge wäre sicher der Abriss dieser Immobilie, die derzeit ein günstiger Wohnraum für die kleine Familie ist. Neubauten werden traditonell meist recht teuer vermietet und selten für Familien gebaut. Auch ökologisch ist ein Abriss und Neubau nicht unbedingt ein Gewinn.
Sicher ist meine Situation für viele Vermieter ähnlich und der Grund, dass sie in ihrer Mietimmobilie keine Wärmepumpe installieren wollen.
Vielen herzlichen Dank für den guten Hinweis, @MRGR 👍
Es ist richtig, dass sich auch Vermietende in der fossilen Falle befinden können – sei es aufgrund von fehlenden Investitionsmitteln, Alter oder auch der Ablehnung post-fossiler Investitionen durch Mietende.
Wichtig ist mir zudem, dass weder @Inan Ince noch ich ein dualistisches Bild zeichnen: Wir beide haben mit unseren Familien auch zur Miete gelebt und durchaus gute Erfahrungen gemacht. Wir wünschen uns ja mehr post-fossilen Wohnungsbau & Investitionen, nicht noch weniger…
Ein sehr hörenswertes Gespräch, @Inan und @Michael!
Ich fand ganz wunderbar, dass Du, @Inan, so offen über Dein Partei-Engagement berichtet hast. Das nötigt mir viel Respekt ab und ich wünsche Dir weiterhin einen guten Weg dabei.
Hoffen wir, dass die Einschätzung zutrifft, dass der Fossilismus sich zur Zeit selbst erledigt.
Vielleicht können nächste Generationen dann in Museen bestaunen, was für seltsame Dinge die Menschen früherer Generationen getan haben – auf Kosten der Nachfolgenden.
Ich habe auf Mastodon vor einiger Zeit schon einmal von einem wunderbaren Kunstprojekt der Gruppe „Industrietempel“ berichtet, das ich im letzten Jahr erleben durfte. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden zu einer Busreise zum Hockenheimring mitgenommen, wobei man sich vorstellen sollte, man sei Teil einer Touristengruppe im Jahre 2228. In jener Zeit – der Meeresspiegel ist bereits stark angestiegen – lebt die Menschheit auf riesigen Kreuzfahrtschiffen, während „Noa Tours“ mit Bussen zu den letzten Küsten- und Inselgemeinden fährt, die noch ein traditionelles Leben an Land führen. Eine dieser Exkursionen bringt das Publikum zum „Ring“, einer ehemaligen Tempelanlage des fossilen Zeitalters, wo die heutigen Insulaner in einem rituellen „Final Coal Sparkling“ die alte Kultpraxis des Verbrennens von Benzin, Kerosin und Diesel feiern.
Eine erste fossile Phase – das Kohlezeitalter – haben wir vermutlich weitgehend hinter uns gelassen-. Und in diesem Zusammenhang möchte ich gerne ein Foto teilen, das ich auf einer der „Ruinen“ des Kohlezeitalters gemacht habe.
Das Foto zeigt den Blick von einem „terril“ in Nordfrankreich, ein um die 100 Meter hoher Abraumhügel des Kohletagebaus. Es ist schon sehr speziell, dort hochzukraxeln, weil aus dem Gesteins- und Bodengemenge immer wieder verrostete Stahlteile herausragen.
Die Vorfahren meiner Lebensgefährtin haben hier gearbeitet. Heute stehen diese „Denkmäler“ – es gibt einen ganzen Gürtel dieser terrils in Nordfrankreich und Belgien – unter UNESCO-Schutz.
@Michael, Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gerne an Deinen Artikel „B wie Berlin“, in dem Du auf das Kohlezeitalter eingegangen bist – und welchen ich hier gerne noch einmal als Leseempfehlung erwähne.
Lieber Peter,
Danke für die netten Worte! Es ist mir gerade in meiner politischen ‚Karriere‘ wichtig, offen und transparent zu sein. Ich will schließlich keine leeren Ideologien verbreiten, sondern Dinge umsetzen (lassen), an die ich glaube – vorzugsweise evidenzbasiert.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass alle Mitglieder aller Parteien 100% mit den Programmen übereinstimmen. Da muss man innerparteilich kritisch sein und, solange keine rote Linie übertreten ist, auch mal innerparteiliche Opposition spielen (wie mir der Herr Doktor sicher bestätigen kann :))
Alles hat(te) mal seine Daseinsberechtigung. Auch Verbrennungsmotoren. So eine Museumsanalogie habe ich auch immer im Kopf. Alte, sepia-tönige, zerkratzte Bilder von einer Kutsche mit Pferden.. In Zukunft sind es dann hoffentlich 4K-Bilder von US-amerikanischen Straßenschlachtschiffen an der Tankstelle.
Einen ganz herzlichen Dank auch von mir, lieber @Peter 🙏
Aus meiner Sicht entfalten wir Menschen unsere (begrenzte) Freiheit & Verantwortung immer in einer dynamischen Mitwelt. (Tatsächlich bezog sich dieser Begriff ursprünglich vor allem auf die Zeit: Vorwelt, Mitwelt, Nachwelt.)
Die Dialoge auf „Blume & Ince“ bedeuten mir daher auch deswegen so viel, weil sie den Blick auf genau solche Mitwelt-Strukturen richten: Wirtschaft und Reöigion, Medien und Wissenschaft, Demografie und Klimakrise.
Und weil alle heutigen Mitwelten historisch gewachsen sind, können wir aus der Geschichte von Preußen, Japan usw. so unglaublich viel lernen. Erlebe ich.
So durfte ich auch gestern die Festrede zum 14. Gründungstag der Farben-tragenden, akademischen Damenverbindung (ADV) Olympea in Tübingen halten…
https://www.adv-olympea.de/
…und sprach dort erstmals über Unsicherheit als psychologisches Einfallstor für feindseligen Dualismus inklusive Antisemitismus und Sexismus. Gemeinsam mit dialogischen Freundinnen und Freunden tiefer zu gehen, neue Zusammenhänge zu erkunden und damit konkret auch Freiheiten zu erweitern – das macht mir Freude und Sinn! 🙌
Dir von Herzen Dank für Dein dialogisches Ermutigen und Mitwirken, lieber @Peter 🙏🖖
@Michael 02.05. 18:05
„..kaum noch eine realistische Chance haben, Kinder und Wohneigentum zu realisieren. Das macht es wiederum noch wahrscheinlicher, dass sich junge Menschen gegen (weitere) Kinder entscheiden und verschärft damit die Nachfrage- und Investitionskrise weiter.“
Eine gewisse Förderung fände ich auch nicht schlecht. Aber muss man denn wirklich Wohneigentum erwerben?
„denn „diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen.“
So schwer verständlich scheint mir das aber nicht zu sein. Einfach mal konkrete Projekte finden und ermöglichen reicht doch längst. Die Investoren und die Handwerker, die die Grüne Technik installieren, müssen wissen, was sie tun. Das kann man lernen.
Etwas ein E-Auto muss man kurz erklärt bekommen, und schon kann man losfahren.
@J. Jaenecke 02.05. 18:01
„und in Kalifornien gibt es mehr Sonnenstunden als in Deutschland und ebenfalls eine Abnahmevergütung für überschüssigen Strom, also zugunsten der Eigenheimbesitzer und zu Lasten der Stromkunden.“
In der Tat braucht man bei PV-Anlagen mit integriertem Speicher kaum Förderung mehr. Aber eine Baugenehmigung. Und im Innenstadtbereich die Möglichkeit, Solarstrom direkt in der Nachbarschaft zu verminderten Durchleitungsgebühren zu verkaufen.
@MRGR 02.05. 18:55
„Wenn ich eine Wärmepumpe und Solaranlage installieren wollte, müsste sich die Investition irgendwie auch wieder für mich rentieren.“
Einfach dann die Grundmiete erhöhen, auf Basis einer genauen Kalkulation. Insbesondere mit der Solaranlage – am besten mit passendem Speicher – spart der Mieter doch sofort jede Menge Stromkosten ein. Vermutlich deutlich mehr, als was die Mieterhöhung kostet.
„Wenn ich als Vermieter an den Heizungskosten beteiligt würde, wäre ich als Vermieter in der Falle, denn auf den Gasverbrauch meiner Mieter habe ich keinen Einfluss.“
Immerhin zahlt der Mieter noch seine Hälfte, wird also dennoch auf den Verbrauch achten. Im Prinzip wäre das auch wiederum ein berechtigter Anlass, neben der Heizungsanschaffungen auch die Verbrauchszuzahlungen auf die Dauer auf die Grundmiete umzulegen. Wenn es der lokale Wohnungsmarkt eben hergibt. Aber auf jeden Fall eine unterm Strich günstigere Heizung einbauen.
Letztlich sind die Gesamtkosten aus Grundmiete, Nebenkosten, Gasverbrauch und Stromkosten die Summe, die auf dem Wohnungsmarkt konkurrieren muss. Wenn das energetische gut gelöst ist, dann hilft das Vermieter und Mieter gleichermaßen.
Lieben Dank für die Nachfrage, @Tobias
Selbstverständlich „muss“ niemand Wohneigentum erwerben. Allerdings wünschen sich das schon viele und gerade auch familienorientierte Menschen: Ein gemeinsames, modernes Eigenheim für die Generationen, das den Erbauenden wiederum auch als Altersvorsorge dient.
Und wir sehen auch im internationalen Vergleich, dass dieser Ansatz Neubauten, Investitionen und Resilienz gegenüber Krisen und Inflation fördert, zudem auch den Mietmarkt entlastet und post-fossile Technologien voranbringt.
Dass viele junge Menschen heute das – leider zutreffende Gefühl – haben, auch mit noch so viel Arbeit dieses Ziel kaum mehr erreichen zu können, halte ich für ein Alarmsignal. Die Streichung des Baukindergeldes war eben auch ein Signal, dass angesichts der Demografie die Besitzstandswahrung der Älteren über die Investitionsabsichten Jüngerer gestellt wird.
Und auch Du selbst hast ja mehrfach betont, dass Du weiterer Zuwanderung in Deine Stadt im Hinblick auf den Wohnungsmangel skeptisch gegenüberstehst.
Große Teile der deutschen Gesellschart haben es sich im demografischen und damit eben auch wirtschaftlichen Verebben eingerichtet.
Entsprechend fragte gerade auch der SPIEGEL im Interview mit Friedrich Merz (CDU) (Ausg. 19, 30.4.2026, S. 13):
“Wie wollen Sie so kurz vor den Landtagswahlen die Wähler für Einschnitte erwärmen, gerade wenn es um den Sozialstaat geht? Sachsen-Anhalt beispielsweise hat unter den Bundesländern die älteste Bevölkerung.“
Auf S. 77 der gleichen Zeitschrift heißt es:
Fördergeld gegen Abstiegsangst
[…] ‚Es muss bei den Menschen der Eindruck entstehen, dass vor Ort etwas Neues entsteht, wenn etwas anderes wegbricht.‘, sagt der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum, einer der Autoren. Regionale Wirtschaftsförderung müsse nicht nur strumturschwache Regionen in den Fokus nehmen, sondern auch solche, denen es noch gut geht, wo aber Abstiegsängste herrschen. Wirtschaftsförderung sei ‚das wirksamste Mittel gegen die AfD‘.
Und so verbinden sich Kindermangel, Nachfrage- und Investitionskrise und Parteien, die vor allem ältere Wählende erreichen müssen mit algorithmischen Konzernmedien zur Rechtsmimesis und demografischen Traditionalismusfalle. Ich kann die wachsende Empörung vieler jüngerer und mittelalter Menschen in Deutschland, die derzeit in der fossilen Falle stecken, daher durchaus verstehen.
Great insights on how the “fossile Mietfalle” disproportionately impacts renters while wealthier households benefit more from the solar transition. The need to make renewable energy both socially inclusive and economically accessible is clearly critical for a fair energy future.
Thanks from a provider of solar related service in Kerala.
Thanks a lot for your encouraging comment and observations regarding the global struggle between fossil structures and the dire need of a solar transition to renewable peace energies!
Thanks for your work & best wishes to Kerala, India / Bharat! 🙏🙌
Tobias Jeckenburger
03.05.2026, 00:45 Uhr
Die meisten Menschen haben auch keine Vorstellung davon wie ihr Verbrenner funktioniert 🙂.
Auf dieser Ebene war die Frage nach Verständnis eher nicht angesiedelt denke ich.
@Michael 03.05. 09:50
„Und wir sehen auch im internationalen Vergleich, dass dieser Ansatz Neubauten, Investitionen und Resilienz gegenüber Krisen und Inflation fördert, zudem auch den Mietmarkt entlastet und post-fossile Technologien voranbringt.“
Soweit hier tatsächlicher Bedarf besteht, habe ich nichts dagegen. Neben Baukindergeld wäre auch das Ausweisen von Neubaugebieten sehr attraktiv, schließlich kostet das den Staat fast nichts, und das hilft ganz gewaltig.
Und in den meisten Städten ist ja auch aktuell ein Bedarf an mehr neuem Wohnraum.
Wenn das aber mal nachlässt, können junge Familien auch Altbauten erwerben und u.a. energetisch sanieren. Neubauten sind schon Treiber für Treibhausgasemissionen. Wenn man hier viel mit Holz macht, geht es aber auch noch damit.
Aber ja, mir als wenig solventer Mieter kommen Neubauten wirklich gerade recht. Der Effekt reicht sich ja durch, und kommt am Ende auch bei den billigen Altbauten an.
„Große Teile der deutschen Gesellschaft haben es sich im demografischen und damit eben auch wirtschaftlichen Verebben eingerichtet.“
Das ist ja auch einfach faktisch. Ich glaube, wir sind gerade erst dabei, zu realisieren, dass wir von der globalen Überbevölkerung weg sind. Und ein genügsamer und technisch ausgefeilter Lebensstil auch mit 10 Milliarden Menschen weiter gut und lebenswert möglich sein wird. Und wir mit den planetaren Grenzen dabei rundherum auskommen können.
Der nächste Schritt wäre dann, erst mal zu überlegen, wie wir denn auf die 1,8 Kinder pro Frau kommen können. Und das dann umsetzen, und gucken, ob es denn funktioniert.
Dennoch hätten bei mir direkte Investitionen in eine schnelle und am Ende komplette Energiewende Vorrang auch vor Neubauten. Zumal auch die Nebenkosten für Gas und Strom inzwischen bald die Höhe der Grundmiete erreichen.
Aber so wie das aussieht, geht ja Beides. Mehr Energiewende und mehr Kinder und nachfolgend auch mehr Neubauten.
Ja, @Tobias – das ja leider seit 2021 nicht mehr zu beantragende Baukindergeld zielte bewusst auf die Förderung von Neubauten, nicht von Altbau-Sanierungen. Und es wurde angesichts ihrer alternden Wählerschaften 2018 von der damals noch so genannten „Großen Koalition“ aus Union und SPD im Bund abgeschafft. Nach aktuellem Umfragen hätte diese Konstellation derzeit keine Wahlmehrheit mehr, weil sich insbesondere jüngere und arbeitende Menschen zu Millionen abgewandt haben – und täglich weiter abwenden…
@Neubaumangel
Bleibt zu hoffen, dass es in ein paar Jahren ein Einsehen gibt und damit auch wieder mehr Kinder und Neubauten.
Und bis dahin die Kombination von öffentlichen Investitionen vor allem in Aufrüstung und privaten Investitionen in eine wirklich konsequente Energiewende die fehlenden Investitionen in Neubauten ausgleichen kann.
Wenn es denn wirklich damit dann wenigstens was wird. Was mir jetzt denn doch auch wichtig wäre. Auf einer militärischen wie energiepolitischen Basis, mit der wir gut und relativ sicher leben können, könnte dann auch die Lust auf Kinder größer werden?
Jedenfalls mit der Zeit, auch wenn das länger dauert. Das könnte auch ein durchaus parteiübergreifendes Projekt werden? Und ein europäisches Projekt. Den Kindermangel haben wir überall. Und den Bedarf an Aufrüstung und Energiewende auch.
Lieben Dank & genau so, @Tobias – letztlich sollten Kinder wieder zu einem gesellschaftlich und auch wirtschaftlich anerkannten Quell der Freude & Zukunft werden dürfen, statt wie derzeit als teures Privatvergnügen abgewertet zu werden. Auf diesen Pfad hat leider auch die Bundesrepublik noch nicht gefunden. Aber die volle Wucht der Demografie spricht sich immerhin bereits herum.
Dir Dank für unsere guten Dialoge und zum heutigen Star Wars-Tag ein herzliches
May the Force / Fourth be with You!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/moege-die-macht-mit-uns-sein-putin-palpatine-und-die-fossile-sturmtruppen-strategie/
Möge die Macht mit Dir sein! 🙏😄
@Tobias Jeckenburger
Sie schreiben:
„Auf einer militärischen wie energiepolitischen Basis, mit der wir gut und relativ sicher leben können, könnte dann auch die Lust auf Kinder größer werden?“
Gut und relativ sicher wird mE nicht ausreichen. Denn beides kann, muss aber nicht von Dauer sein. Kinder zu bekommen, wird immer eine persönliche Entscheidung bleiben. Auch ist die Definition von „gut leben“ sehr individuell. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell Schicksalsschläge das Leben total verändern können.
Kinder kosten Geld. Wenn sie studieren ca. 25 Jahre. Kinder haben das Recht auf Zuwendung von ihren Eltern. Dafür brauchen Eltern genügend Zeit. Kinder sind keine Roboter, und das „Standard-Kind“ gibt es nicht. Jeder Mensch hat irgendwann Probleme, auch ein Kind in der Kita. Es lernt mit anderen Menschen auszukommen. Da brauchen Eltern Kraft und Geduld. Das gilt auch, wenn Kinder krank sind. Usw.
Wenn beide Elternteile arbeiten müssen, brauchen sie flexible und sichere Betreuung für ihre Kinder. Das fällt in die Verantwortung der öffentlichen Hand und ist teuer.
„Das könnte durchaus auch ein parteiübergreifendes Projekt werden.“
Bitte nicht. Aus o.g. Gründen.
@Michael 04.05. 06:25
„Aber die volle Wucht der Demografie spricht sich immerhin bereits herum.“
In der Tat eine eher neue Diskussion?
Mit Neubauten sind aber auch noch nicht die Altbauten energetisch fit gemacht. Obwohl das hier im Innenstadtbereich eigentlich vom Aufwand her geht. Hier lohnt sich Fernheizung ganz besonders, und das Verhältnis von Wohnfläche zu Außenwänden ist aufgrund sehr dichter Bebauung günstig. Und hier ist es auch im Winter einige Grad milder als im Umland.
Bei mir hier ist eben dies der Fall, man hat nur Kellerdecke und Dachboden isoliert und richtig gute Fenster eingebaut. Nur die Fernwärme braucht noch 4 der 5 Jahre, bis sie hier angekommen ist.
Derweil muss ich hier richtig für meine eigene 25 Jahre alte Gastherme an Gas zahlen. Da geht noch nicht mal Brennwerttechnik. Wenigstens spare ich auch wirklich, wenn ich weniger heize. Die Energiekosten nähern sich inzwischen der Grundmiete. Wenn das jetzt mit der Straße von Hormus länger dauert, schaffen wir das auch noch.
Und klar, hier sind noch die ganzen Dächer für Solaranlagen frei.
Und Frau Reiche will neue Gaskraftwerke. Ich fass es nicht.
Immerhin könnten aber Neubauten zu sinkenden Grundmieten bei energetisch teuren Altbauten führen. Das wäre auch für uns hier willkommen. Auch wenn die Neubauten selbst für uns unbezahlbar wären.
Genau das, @Tobias Jeckenburger – von Menschen Veränderungen zu erwarten, zu fordern, sogar gesetzlich einzufordern setzt nach meiner Einschätzung voraus, dass die reale Situation der vielen in der fossilen (Miet-)Falle verstanden wird.
Wir diskutieren vor dem Hintergrund dieses Blogpost dazu auch auf Mastodon und ein Account postete dazu heute u.a.:
Ich erlebe die Angst der Menschen hier in der Kommunalpolitik tagtäglich. Wer in einer Großstadt wohnt, kann sich die unterschiedlichen Lebensrealitäten oftmals überhaupt nicht vorstellen. Ich arbeite in Hamburg und lebe in Mecklenburg. Die Menschen hier sehen leider zu oft, dass eine Politik von Großstädtern für Großstädter gemacht wird und sehen sich in ihrer Realität davon abgehängt. In der Großstadt profitieren Millionen Menschen direkt vom Deutschlandticket, während hier die letzten Buslinien, die nicht für den Schülerverkehr benötigt werden, eingestellt werden. Davon profitieren dann Parteien, die vermeintlich einfache Lösungen präsentieren.
@SheDrivesMobility arbeitet auch zu dem Thema und hat dazu auch schon etliche Diskussionen geführt.
https://digitalcourage.social/@dkleeblatt/116516981795834146
Auch bei der absehbar weiter sinkenden Bevölkerungszahl in Deutschland wird es weiteren Bedarf an Sanierungen und Neubauten in Solarpunk-Arche-Regionen geben, wogegen sich andere Gebiete bereits europaweit zunehmend entleeren.
Ohne auf alles einzugehen fällt mir nur ein Punkt besonders auf: Es soll mehr Neubauten geben? Wie soll das zusammengehen mit dem Ziel den Flächenfraß in Deutschland zu reduzieren? Laut Bundesumweltministerium verschwanden zw. 2020 und 2023 im Mittel TÄGLICH 51 Hektar Fläche unter Siedlungen und Verkehrsflächen. Das sind täglich 71 Fußballfelder. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren gab es statt einer erwünschten Abnahme sogar eine Zunahme von 2 Hektar pro Tag. Wenn man sich alleine den Mittleren Nekarraum anschaut führte das bekanntermaßen zu einer Zersiedelung gigantischen Ausmasses. Ich sehe als einzige Lösung aus diesem Dilemma dass man konsequent nur noch bereits zubetonierte Brachflächen für Wohnungsbau in Anspruch nehmen darf. Aber können damir die Bedürfnisse einer im langjährigen Mittel immer noch steigenden Bevölkerungszahl in Deutschland befriedigt werden?
Lieben Dank, @Andreas – wobei sich diese Nachfrage m.E. klar beantworten lässt: Die Bevölkerungszahl in Deutschland ist nicht stabilisiert und wächst schon gar nicht mehr, sondern geht aufgrund der steigenden Sterbe- und sinkenden Geburtenzahlen um mehrere Hundert Menschen pro Tag zurück, mit steigender Tendenz. Seit 1946 hatte Deutschland nicht mehr so wenige Geburten und es wandern weniger Menschen zu und mehr ab.
Faktisch bedeutet dies jetzt schon, dass immer mehr vor allem ländliche Gebiete verebben und auch Flächen aufgegeben werden. Gleichzeitig fehlt es in vor allem städtischen Gebieten (die ich Arche-Regionen nenne) an bezahlbarem Wohnraum insbesondere für Familien. Hinzu kommt der Bedarf an Neubauten dort, wo Sanierungen auch energetisch keinen Sinn mehr machen.
Wahr ist freilich auch, dass immer mehr Menschen in Deutschland (aus den unterschiedlichsten Gründen wie z.B. Alter) alleine leben und die Wohnfläche pro Kopf also durchaus noch weiter wachsen kann.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse am Podcast & Thema, das freut mich & uns wirklich sehr! 🙏🙌
Das ist ein entscheidender Punkt: Wohnraum haben wir theoretisch sicher genug. Er ist nur extrem ungleich verteilt (wie so vieles mittlerweile in diesem Land). Die Wohnfläche pro Kopf ist heute so groß wie nie zuvor. Ich bin in den 1980ern noch in einem Doppelhaus mit 8 Personen aus 4 Generationen aufgewachsen. Heute leben dort noch 4 Personen. Meine Nachbarin bewohnt (nachdem ihr Mann gestorben ist und ihre Kinder „selbstverständlich“ woanders wohnen) eine Wohnfläche von schätzungsweise 100qm. Und natürlich kann man von jemandem der das nicht möchte auch schwerlich verlangen dass er/sie in eine Zwei-Zimmerwohnung zieht und das Haus/die große Wohnung vermietet. All das ist halt die Folge von Mobilität, Wohlstand, sich verändernden Lebensgewohnheiten. Dadurch ist wieder ein Problem entstanden das es so früher nicht gab.
Zur Einwohnerentwicklung: Die Bevölkerungszahl ist letztes Jahr zwar um 80000 Einwohner gesunken. Dafür ist sie zuvor 3 Jahre lang um insgesamt 460000 gestiegen. Im Jahr davor wiederum um 120000 gesunken. Dieses Auf und Ab mit insgesamt leicht steigender Einwohnerzahl sehen wir schon seit vielen Jahren. Fakt ist daher dass wir vorletztes Jahr die höchste Einwohnerzahl aller Zeiten hatten und letztes Jahr die zweithöchste. Was dieses Jahr passiert werden wir sehen. Die bisher einzige Phase in der die Einwohnerzahl wirklich über längere Zeit gesunken ist war zw. 2002 und 2011 als sie von 82.5 Millionen auf 80.5 Millionen zurückgegangen ist. Ich wäre daher sehr zurückhaltend mit Prognosen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung. Klar, ohne Migration würde sie auf jeden Fall sinken. Aber wenn ich an die (auf Deutschland bezogenen!) Fehlprognosen der Demografen von vor 20, 30 Jahren denke….
Aber interessant dass du gerade städtische Gebiete als sog. Arche-Regionen siehst. Ich meine eine Stadt ist ja ohne ihr ländliches Umland kein (über)lebensfähiges Gebilde. Man stelle sich nur vor der konstante Strom an Lebensmitteln und Ressourcen aus dem Umland nach meinetwegen Stuttgart würde für ein paar Tage zum Erliegen kommen. Langfristig (auf sagen wir hundert Jahre bezogen) sehe ich eher die ländlichen Gebiete als Arche-Regionen während städtische Regionen verelenden und schrumpfen werden. Ums genau zu nehmen natürlich ländliche Regionen der mittleren und nördlichen Breitengrade mit ausreichend Wasser. All das jedoch unter der Prämisse dass trotz des allmählichen Endes des fossilen Zeitalters und dem Siegeszug der erneuerbaren Friedensenergien die „Great Acceleration“ einfach weitergeht und es zur „Great Simplification“ kommt. Sollten wir doch wider Erwarten noch die Kurve kriegen kann auch alles ganz anders kommen.
@Andreas 04.05. 21:54
„Ich sehe als einzige Lösung aus diesem Dilemma dass man konsequent nur noch bereits zubetonierte Brachflächen für Wohnungsbau in Anspruch nehmen darf.“
Zum Teil sind das aber in der Tat auch nur Verschiebungen. Auf dem Land, insbesondere an den Rändern Europas, ziehen die Leute ja weg. Da kann man Einiges abreißen und entsiegeln.
Dazu käme noch ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Batteriefahrzeugen. Wenn das wirklich kommt, spart das locker 80 % der Parkplätze ein. Diese Flächen kann man dann vor allem für wasserspeicherndes kühlendes Grün in den Städten nutzen. Und das Sammeltaxisytem kann auch insbesondere den ländlichen Raum aufwerten. Dass hier auch Personen ohne Führerschein voll mobil sind, dass Mobilität sehr viel billiger wird, und wegen kaum noch Staus auch schneller geht. So kann man dann problemlos längere Wege zur Arbeit fahren.
Wer Bauen will, der soll das m.E. gerne machen. Am besten wenn die Städte noch reichlich neues Bauland ausweisen, dann wird das gleich viel bezahlbarer. Hier in Dortmund jedenfalls ist da noch ganz viel Platz, auch immer noch auf ehemaligen Industrieflächen.
Einige dieser Flächen sind ganz schön giftig, aber da muss man ja nicht bauen, das können Grünflächen werden. Praktischerweise mit PV-Freiflächenanlagen.
Die Stadt soll doch schön bewohnbar sein. Irgendwo müssen wir uns doch niederlassen. Und hier sind die Wege kürzer und die Bebauung viel dichter, das macht es auch alles energetisch und ökologisch effizienter als auf dem Land. Und potenziell das Leben sogar billiger.
@Andreas & @Tobias
Danke Euch für die engagierten Beiträge!
Es gibt da einen Effekt, über den ich mich gerne mit Euch (& weiteren Interessierten) austauschen würde: Der Wachstum des Dienstleistungssektors verschärft die fossile Miet- und Wohnungsfalle!
So müssen Dienstleistende wie Pflegekräfte, Polizistinnen, Fahrer, Gastronomen, Reinigunskräfte, Verkäuferinnen usw. zunehmend in städtischen Gebieten mit zahlungskräftiger Kundschaft arbeiten. Dadurch aber sind sie auf teure Mietwohnungen angewiesen, die wiederum den Aufbau von Investitionskapital und damit den Aufstieg aus der fossilen Miet- und Armutsfalle blockieren können.
Wenn wir diesen Effekt nicht sehen und stoppen, dann könnten neben den verebbenden Gebiete auch die Arche-Regionen von einer zunehmend brutalen Zweiteilung zwischen reichen Wohnungsbesitzenden und verarmenden Mietenden geprägt sein. Schon jetzt framen Rechtsdualisten „die Eliten“ als städtisch, akademisch, arrogant und ausbeuterisch.
Stichwort Gentrifizierung.
Durch Sanierung und Renovierung von innerstädtischen Altbauten entstehen Wohnungen, die sich nur noch Menschen mit gutem bis sehr gutem Einkommen leisten können. Dadurch verändert sich der Charakter eines Viertels im Laufe der Zeit massiv.
Hier sehe ich vor allem die Stadtverwaltung und den Stadtrat in der Verantwortung hinsichtlich der Gestaltung von Bebauungsplänen.
Ebenso wichtig ist aber auch das Engagement der Stadtteilbewohner, die ihre Vorstellungen in Diskussionen und Planungen einbringen können sollten. Stadtteil-Vereine, Arbeitsgemeinschaften etc sind nach meiner Ansicht dafür bestens geeignet.
Straßenfeste, Grünanlagen, Spielplätze schaffen Begegnungen und Gespräche, die verbinden.
Viel hängt natürlich auch von der Eigentümerstruktur ab. Es macht einen Unterschied, ob viele einzelne Eigentümer oder große Immobilienunternehmen vorhanden sind. Letztere sitzen am längeren Hebel.
Ja, @Marie H. – diese Prozesse sind vielerorts zu beobachten. Und hinzu kommt, dass die wenigen, jüngeren Menschen oft zum Studium, Beruf oder auch zur Familiengründung wegziehen – starke Kohorten junger Leute also selten Einfluss auf die Stadtteil-Entwicklung nehmen können. Wo eine Gentrifizierung und Unterjüngung also einmal in Fahrt gekommen ist, lässt sich dieser Prozess kaum noch aufhalten.
@Michael 05.05. 07:32
„Dadurch aber sind sie auf teure Mietwohnungen angewiesen, die wiederum den Aufbau von Investitionskapital und damit den Aufstieg aus der fossilen Miet- und Armutsfalle blockieren können.“
Jeder kann soviel Geld zurücklegen wie er mag oder kann. Ungefähr die Hälfte kann das gar nicht, die haben jedes Monatsende eher Schulden als noch was übrig. Das hat sogar wenig mit dem tatsächlichem Einkommen zu tun. Das ist eher eine Charaktereigenschaft, das haben wir immer.
Solange aber die Halter von Kapital genug Steuern zahlen, sehe ich eigentlich keine Probleme. Sogar echte Perspektiven. Auch KI und Roboter sind Kapital, das Ertrag abwirft. Das kann man schön einträglich besteuern, wenn denn der politische Wille dafür da wäre.
So lebt es sich dann auch ohne Wohneigentum ganz gut.
@Andreas 05.05. 10:27
„Und natürlich kann man von jemandem der das nicht möchte auch schwerlich verlangen dass er/sie in eine Zwei-Zimmerwohnung zieht und das Haus/die große Wohnung vermietet.“
Insbesondere wer im eigenen Wohneigentum wohnt, hat den selbstgenutzten Kapitalertrag komplett steuerfrei. Wer die übergroße Wohnung vermietet, muss dann auf diese Einnahmen reichlich Steuern zahlen, und kann die eigene Miete der kleineren Wohnung da nicht von absetzen.
Kein Wunder also, dass man dann nicht umzieht. Auch wenn die Kinder lange aus dem Haus sind und der Ehepartner inzwischen verstorben ist.
Wer Kinder hat, kann denen die große Wohnung aber schon überschreiben, wenn die denn da gerne wohnen wollen. Oder die große Wohnung schon mal verkaufen, und sich dafür eine kleine Eigentumswohnung kaufen. Was dann übrig bleibt, kann man vererben oder einfach selber ausgeben. Das letzte Hemd hat nun mal keine Taschen.
„Man stelle sich nur vor der konstante Strom an Lebensmitteln und Ressourcen aus dem Umland nach meinetwegen Stuttgart würde für ein paar Tage zum Erliegen kommen.“
Der Personenstrom der Leute, die im Umland wohnen und in der Stadt arbeiten, übertrifft dann aber die Lebensmittelströme wohl um ein Vielfaches. Und Energie kann auch ziemlich reichlich mit PV innerhalb der Städte produziert werden.
Die Wasserversorgung sind noch mal ziemliche Mengen, das lässt sich aber per Rohrleitung sehr gut transportieren.
In den Städten selbst wird aber auch wieder allerhand produziert, und auch auf dem Land dann verkauft.
@Michael 05.05. 07:32
„Wenn wir diesen Effekt nicht sehen und stoppen, dann könnten neben den verebbenden Gebiete auch die Arche-Regionen von einer zunehmend brutalen Zweiteilung zwischen reichen Wohnungsbesitzenden und verarmenden Mietenden geprägt sein.“
Zudem ja auch noch immer mehr ertragreiches Kapital in Form von KI und Robotern dazu kommt. Umso wichtiger wäre eine stärkere Besteuerung von möglichst aller Art von Vermögen. Selbst die Energiewende ist mit ziemlichen Investitionen verbunden.
„Schon jetzt framen Rechtsdualisten „die Eliten“ als städtisch, akademisch, arrogant und ausbeuterisch.“
Derweil ich allerdings den Rechtsdualisten als Letztes Steuern auf Vermögen oder gar selbstgenutztes Wohnungskapital zutrauen würde.
Genau das, @Tobias
Ich habe es auch heute Abend bei einer Veranstaltung zur Inklusion in Mannheim gesagt: Die Rechtsmimesis der medialen Abwertung von Menschengruppen ist eine Falle, in der sich immer mehr Menschen verfangen – und am Ende selbst schaden.
So haben wir doch in den USA gesehen, wie viele Millionen US-Wählerinnen und Wähler sich durch die Wiederwahl eines fossilistischen Rechtsdualisten auch selbst beschädigt haben. Und doch halte ich an dem Gesanken fest, dass zur Menschenwürde die Verantwortung – und also auch das Recht zu scheitern gehört.
@Michael: Das Problem dass beträchtliche Teile des monatlichen Einkommens für Miete aufgwendet werden muss (teilweise schon 50%) wird schon gesehen und auch kritisiert. Nur die Politiker und Parteien welche von der Wählerschaft in Regierungsverantwortung gewählt werden haben kein großes Interesse daran etwas zu ändern. Und da im Dienstleistungssektor duchschnittlich weniger verdient wird als im produzierenden Gewerbe oder Finanzwirtschaft sind diese Menschen besonders stark davon betroffen. Von der Ampelregierung war anfangs ja das Klimageld angedacht welches aber nie umgesetzt wurde. Von der jetzigen Regierung können wir diesbezüglich natürlich gar nichts mehr erwarten.
@Tobias: Du denkst wirklich dass die ärmere Hälfte der Bevölkerung deswegen am Monatsende nur so gerade über die Runden kommt oder sogar Schulden macht weil sie nicht mit Geld umgehen können? Hast du dafür irgendwelche belastbaren Daten/Studien? Weil ich persönlich kann mir das nicht vorstellen.
@Tobias: „Der Personenstrom der Leute, die im Umland wohnen und in der Stadt arbeiten, übertrifft dann aber die Lebensmittelströme wohl um ein Vielfaches…..“
Das war nicht der Punkt den ich verdeutlichen wollte. Wenn die Lebensmittelströme aus irgendeinem Grund versiegen dann wird es trivialerweise sehr schnell sehr ungemütlich in einer Stadt oder städtischen Region. Wenn aus welchen Gründen auch immer die Wasserversorgung nicht mehr im notwendigen Umfang gewährleistet werden kann ebenso. Ohne Rohstoffe aus dem näheren oder ferneren Umland wird in einer Stadt auch nichts mehr produziert werden.
Mein Punkt ist dass eine Stadt vollständig von ihrem Umland abhängig ist. Ohne ein (ländliches) Umland welches flächenmässig um ein Vielfaches größer sein muss als die Fläche der zu versorgenden Stadt gibt es keine Stadt. Wenn die große Beschleunigung welche Ende des 2. Weltkriegs begann noch ein paar Jahre und Jahrzehnte weitergeht laufen wir in zahllose Knappheiten an Ressourcen welche wir für unsere hochtechnisierte Lebensweise und mittlerweile über 8 Mrd. Erdenbürger benötigen. Spontan fallen mir Helium, Kupfer und Phosphor ein welche jetzt schon knapper und damit teurer werden. Gleichzeitig sorgt die moderne Landwirtschaft dafür dass Obst und Gemüse immer weniger Nährstoffe und Spurenelemente enthält und statdessen mehr Kohlenhydrate. Einfach deswegen weil wir im Ackerboden zwar Stickstoff ersetzen können nicht aber die Spurenelemente und Mikroorganismen welche wir durch die Intensivlandwirtschaft entziehen bzw. abtöten.
Letzten Endes besteht daher die sehr reale Gefahr das unser Leben (und vor allem das unserer Nachkommen) wieder sehr viel einfacher werden wird. Die globalen Warenströme werden drastisch abnehmen und das Leben wieder sehr viel lokaler. Ich hoffe so sehr dass wir wenigstens irgendwie einen gewissen medizinischen Standard werden aufrechterhalten können obwohl ich auch nicht weiß wie das gelingen soll in solch einer Welt. Jedenfalls wird die Versorgung mit ausreichend Lebensmitteln wieder zur Haupttätigkeit menschlichen Daseins und dann ist man auf dem Land (in von der Klimakatastrophe weniger negativ beeinflussten Regionen hoher Breiten) denke ich besser für die Zukunft gerüstet als in der Stadt. Rom hatte auf dem Höhepunkt des Imperiums wohl rund eine Million Einwohner. Die Versorgung einer so großen antiken Stadt war nur dank ausgedehnter stabiler Handelswege möglich. Als das Reich zerfiel schrumpfte die Einwohnerzahl Roms auf wenn ich mich recht erinnere geschätzt 10000.
@Andreas 05.05. 16:25
„Du denkst wirklich dass die ärmere Hälfte der Bevölkerung deswegen am Monatsende nur so gerade über die Runden kommt oder sogar Schulden macht weil sie nicht mit Geld umgehen können?“
Ich beobachte das, und will das gar nicht werten. Aber klar, wer Schulden hat zahlt Zinsen, wer Vermögen hat, erzielt damit Ertrag. Es ist auch nicht unbedingt die an monatlichem Lebensaufwand ärmere Hälfte, die alles Einkommen sogleich ausgibt und noch Schulden macht.
Aber wer langfristig was geerbt und noch weiter was gespart hat, der hat eben auch sehr viel mehr Geld zum Ausgeben. Und kommt dann so schnell nicht auf die Idee, einfach alles doch noch auszugeben.
Ich kenne da Beispiele für beides. Grundsicherungsempfänger, die noch was ansparen, wie Erben mit mittleren Einkommen, die das Geld ziemlich schnell ausgegeben haben.
„Mein Punkt ist dass eine Stadt vollständig von ihrem Umland abhängig ist.“
Auch die Bauern können ohne sehr teure Maschinen, Diesel, Dünger und Saatgut nicht mehr produzieren. Und die modernsten Maschinen kommen auch ohne Internet und Satelliten nicht mehr klar. Entsprechend ist die Wertschöpfung der Landwirtschaft ohne die eher städtische Produktion der Hilfsmittel nicht mehr möglich. Und das meiste Geld, das mit Landwirtschaft verdient wird, landet nicht bei den Bauern. Die reine Arbeitskraft des Bauern dürfte so um die 10 % vom Erlös der Ernte ausmachen.
Stadt und Land können nur noch zusammen existieren.
Dass man im Krisenfall auf dem Land näher dran ist, stimmt schon. Aber erlebt habe ich so eine Krise noch nicht.
Vielen Dank für Euren spannenden Dialog! 🙏🙌
Wichtig ist mir noch der Hinweis, dass die Stadt neben höheren Wohn- und vor allem Mietkosten aber auch eine Reihe finanzieller Vorteile hat.
Dazu gehören ein oft besserer ÖPNV plus Carsharing-Angebote, bald sicher auch KI-Taxis. Immer mehr Menschen in der Stadt sparen sich daher eigene Fahrzeuge und damit erhebliche Kosten, die in ländlichen Regionen oft noch anfallen.
Und zumal sich die säkulare Geburtenimplosion ja leider auch in Deutschland nahezu ungebremst fortsetzt, bitte ich auch die Situation von Kindern und Familien stärker mitzudenken, denen es in Städten öfter an Geld und im Ländlichen öfter an Angeboten fehlt. Schon aufgrund der Wahlkohorten und auch der Zeit für (Kommunal-)Politik stehen die Belange junger Familien selten im Vordergrund. Was wiederum die Unterjüngung beschleunigt…
@Tobias: Was das gegenwärtige Verhältnis Stadt/Land anbelangt bin ich ja völlig d’accord mit dir. Ich argumentiere aber in Bezug auf die mittelfristige Zukunft und darauf was in dieser (wahrscheinlich nicht mehr im materiellen und energetischen Überfluß daherkommenden Zukunft) eher eine Arche-Region sein kann: Ländlich oder städtisch. Denn ich habe ja auf Michael’s Vermutung (dass städtische Gebiete zukünftige Arche-Regionen sein werden bzw. könnten) meine Vermutung gegenübergestellt.
Der grundlegende Unterschied zw. uns ist wohl dass ich kein Techno-Optimist mehr bin. Und obwohl mir die Klimakatastrophe seit den 1980er-Jahren ein ständiger Begleiter und Quell großer Besorgnis ist war ich als Naturwissenschaftler und science-fiction-Fan den größten Teil meines Lebens ein Techno-Optimist. Seit 6 oder 7 Jahren bin ich das nicht mehr. Die Grenzen die unser begrenzter Planet unserem Erfindungsreichtum, unserer Kreativität und unserer Technologie setzt werden jetzt schon sehr sichtbar und in Zukunft einfach unüberwindbar. Ja, ich habe natürlich auch noch keine Krise erlebt welche unsere Zivilsation wirklich ins Wanken oder gar Einstürzen gebracht hätte. Sonst würden wir uns hier sicher nicht austauschen können. Auch meine Eltern, meine Großeltern, meine Urgroßeltern haben das nicht erlebt. Und dennoch ist diese Zeit von 200 Jahren beständigen Fortschritts nur ein Wimpernschlag in der Geschichte des Homo Sapiens und nicht der Normalfall sondern die außergewöhnlichste Zeit die man sich vorstellen kann. Alles einzig und allein ermöglicht durch die Nutzbarmachung begrenzter Mengen an fossilen Energieträgern und der wissenschaftlichen Methode. D.h. nur weil wir bestimmte Krisen nicht erlebt haben sollte uns das nicht in trügerische Sicherheit wiegen. Denn auch wenn wir uns alle wohl über mehr oder weniger Dinge immer Sorgen machen sind wir im Grunde unseres Herzens immer Optimisten. Das ändert aber nicht die Realitäten. Wann und wie genau diese Krisen uns hart treffen werden weiß niemand (vielleicht sind der Aufstieg des Rechtsextremismus oder der Psychopath im Weißen Haus auch schon der Beginn). Das kann innerhalb der nächsten paar Jahre sein. Oder „erst“ in 20 oder 30 Jahren. Ich empfehle mal ein paar Interviews mit Rohstoffexperten wie Simon Michaux oder Art Berman anzuhören. Das sind auch keine allwissenden Überflieger (ansonsten könnten wir wohl unseren Umstieg auf EE sofort beenden) aber sie zeigen doch in Richtung der fundamentalen Probleme und Barrieren die auf uns warten.
Wir müssen einfach damit planen (und leider wird das in der Realität kein Staat jemals freiwillig tun) dass es in einigen Jahrzehnten keine oder fast keine teuren Maschinen, keinen Diesel und auch keinen Dünger in heutiger Form mehr geben wird. Ob es noch Internet und Satelliten gibt bleibt ebenfalls abzuwarten. D.h. unser tägliches Überleben wird wieder sehr viel mehr von menschlicher und tierischer Muskelkraft abhängig sein ergänzt vermutlich und hoffentlich durch PV-betriebene Maschinen. In einer solchen Welt werden Städte für die allermeisten Menschen keine nenneswerte Rolle mehr spielen. So wie das für 99.9% der Menschheitsgeschichte der Fall war. Aber wie immer gilt: Prognosen sind schwierig, insbesondere was die Zukunft betrifft.
@Michael 06.05. 22:51
„Dazu gehören ein oft besserer ÖPNV plus Carsharing-Angebote, bald sicher auch KI-Taxis…..“
Nicht zu vergessen, dass man in der Stadt auch mit dem Fahrrad gut unterwegs sein kann, das ist sogar noch billiger als der ÖPNV, und öfter auch noch schneller. Auf dem Land mit dem Fahrrad geht auch, aber das ist dann wirklich sportlich, und braucht dabei auch noch viel Zeit, die man oft nicht hat.
Insbesondere ist das mit der Mobilität von Kindern und Älteren ohne Führerschein besonders schwierig auf dem Land. Wie schon öfter gesagt, ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden E-Autos könnte gerade auf dem Land vieles einfacher und billiger machen. Dann bräuchte man auch da kein eigenes Auto mehr.
„Schon aufgrund der Wahlkohorten und auch der Zeit für (Kommunal-)Politik stehen die Belange junger Familien selten im Vordergrund. Was wiederum die Unterjüngung beschleunigt…“
Dass Kinder nicht wählen dürfen macht Sinn. Aber die Eltern könnte doch je eine halbe Stimme mehr haben pro Kind, das sie an der Wahlurne vertreten könnten. Bis die Kinder dann mit 16 selber wählen dürfen.
@Marie H. 06.05. 12:20
„Durch Sanierung und Renovierung von innerstädtischen Altbauten entstehen Wohnungen, die sich nur noch Menschen mit gutem bis sehr gutem Einkommen leisten können.“
Kommt drauf an wie genau modernisiert wird. Einen Anschluss an die Fernwärme und PV auf den Dächern reduziert ja auch sofort die Energiekosten der Mieter. Das darf was kosten, und das wird dann unterm Strich bei den Gesamtkosten aus Grundmiete, Nebenkosten, Heizkosten und Strom für die Mieter günstiger.
Bei mir hier hat man in den letzten 10 Jahren zunächst die Dächer neu gedeckt, Dachboden und Kellerdecken isoliert und einmal schön neu Angestrichen. Ohne das das groß teurer geworden ist. Die Fernwärme kommt dann in 4 oder 5 Jahren, die PV leider erst in 10 Jahren.
Ich muss da glaube ich mal nachhaken, wieso das mit PV nicht schneller gehen kann. Wir haben hier eine alteingesessene Wohnungsbaugenossenschaft, der es nicht um den maximalen Profit geht, sondern dass die Menschen gut wohnen können. Mit Zinsen haben die trotzdem zu tun, irgendwo müssen die ihr Kapital ja hernehmen. Man kann da direkt Geld anlegen, und bekommt dafür 4 % Jahreszins, der in den letzten 15 Jahren ziemlich konstant geblieben ist.
Hallo Andreas.
Von der Seite der Technologien her, ist es jederzeit möglich
die ganze Erde in ein Paradies für alle Menschen umzubauen.
Dazu sind auch keine exotischen und seltenen Rohstoffe erforderlich,
denn man kann diese immer auch durch andere Materialien ersetzen.
Ein gewisses Problem sind Habgier, Egoismus, Missgunst, Machtgier,
Phantasielosigkeit und Pessimismus von einem Teil der Menschen.
Bevor der Technik-Optimismus am Menschheits-Pessimismus
scheitert, sollten die Techniker etwas mehr Initiative zeigen.
Physiker, Chemiker und Techniker haben Jahrzehnte lang an
Werkstoffen und Verfahren gearbeitet, um die erneuerbaren
Energiequellen praxistauglich zu machen.
Biologen und Biochemiker haben die Einzeller-Proteine aus solarem
Wasserstoff praxistauglich gemacht, was den Verbrauch von
Energie, Wasser, Dünger, Schädlingsbekämpfungsmitteln und
Bodenflächen ganz deutlich verringert hat.
Materialforscher und Elektroniker haben den Verbrauch von Material,
Raum und Energie für die Verarbeitung, Übertragung und Speicherung
einer bestimmten Informationsmenge ganz deutlich verringert.
Unsere Kreativität ist aber deshalb noch keineswegs erloschen.
Weil Menschen nicht gerne am Fließband arbeiten, entwickeln wir Roboter.
Natürlich werden diese Roboter ebenfalls an Fließbändern gebaut,
am besten von Robotern.
Unserer Phantasie sind nur durch die Naturgesetze Grenzen gesetzt.
Die Erde hat genug Solarenergie, Platz und mineralische Rohstoffe
für ein technologisches Utopia.
Wenn die Menschen diese Möglichkeit nicht ergreifen, dann sind
sie selbst schuld.
Hallo Karl,
ich hangel mich mit einer Antwort mal entlang deiner Sätze durch denn es gibt zu fast jedem Satz etwas zu sagen.
Der wichtigste Satz deines Beitrags vorweg:
„Unserer Phantasie sind nur durch die Naturgesetze Grenzen gesetzt.“
Genau diese Grenzen haben wir in bestimmten Fällen fast und in anderen längst erreicht.
Das hat auch gar nichts mit Habgier, Missgunst, Egoismus zu tun. Es ist die Art und Weise die es uns momentan noch ermöglicht 8 Mrd. Menschen zu versorgen und die bereits mit der neolitischen Revolution begann. Da wir aber seit vielen Jahrzehnten (völlig unabhängig von Habgier, Egoismus, Missgunst, Machtgier,Phantasielosigkeit und Pessimismus!) von der Substanz leben, d.h. mehr Ressourcen verbrauchen als regeneriert werden können und mehr Abfälle in die Biosphäre eintragen als recycelt werden können wird diese Lebensweise unweigerlich an ihr Ende kommen. Daran ändert keine menschliche Kreativität und kein Roboter irgendetwas. Die Naturgesetze sind nicht verhandelbar.
„Von der Seite der Technologien her, ist es jederzeit möglich
die ganze Erde in ein Paradies für alle Menschen umzubauen.“
Mich wundern solche Absolutheitsaussagen sehr (obschon ich zugegebenermaßen später auch eine solche tätige). Woher nimmst du solche Gewissheiten? Hast du so einen gigantischen Überblick über Wissenschaft und Technik? Kann ein „Paradies“ wirklich durch Technik erschaffen werden? Ich habe größte Zweifel. Eiskalt den Rücken runter läuft es mir aber bei Satzkonstrukten wie „…die ganze Erde….umzubauen“. Denkst du nicht dass wir unsere Erde schon viel zu viel umgebaut haben? Und dass dieser Umbau verherende Auswirkungen hat? Denkst du wirklich wir Trockennasenaffen welche sich egoschmeichelnd Homo Sapiens Sapiens nennen wären jemals in der Lage die Erde technologisch in ein Paradies umzubauen?
„Dazu sind auch keine exotischen und seltenen Rohstoffe erforderlich,
denn man kann diese immer auch durch andere Materialien ersetzen.“
Wieder so eine Absolutheitsaussage deren Fundament (wie ich annehme) einzig und allein aus bedingungsloser Technikgläubigkeit besteht.
Den Satz verstehe ich nicht:“Bevor der Technik-Optimismus am Menschheits-Pessimismus
scheitert, sollten die Techniker etwas mehr Initiative zeigen.“
Meinst du das wirklich ernst? Die Techniker sollen mehr Initiative zeigen? Wie kommst du darauf dass die Techniker nicht mit Herzblut an ihren Projekten arbeiten? Noch einmal: Die Naturgesetze sind nicht verhandelbar! Du kannst auch von keinem Techniker verlangen er solle den Wirkungsgrad von Verbrennungsmaschinen von 30% auf 80% steigern. Die Thermodynamik erlaubt das einfach nicht.
„Physiker, Chemiker und Techniker haben Jahrzehnte lang an
Werkstoffen und Verfahren gearbeitet, um die erneuerbaren
Energiequellen praxistauglich zu machen.“
Korrekt. Und? Dir ist hoffentlich klar, dass die (auch von mir favorisierten) erneuerbaren Energiequellen ebenfalls mit großen Schäden für unser Lebenserhaltungssystem daherkommen. Nur eben weniger als die fossilen Energieträger.
„Biologen und Biochemiker haben die Einzeller-Proteine aus solarem
Wasserstoff praxistauglich gemacht, was den Verbrauch von
Energie, Wasser, Dünger, Schädlingsbekämpfungsmitteln und
Bodenflächen ganz deutlich verringert hat.“
Ich gebe zu ich habe keine Ahnung wovon du sprichst. Mit google finde ich auch nichts dazu.
Fakt ist halt nach wie vor dass die Landwirtschaft neben der Industrieproduktion der Hauptauslöser des sechsten großen Massensterbens der Erdgeschichte ist. Die Landwirtschaft ist entscheidend dafür verantwortlich dass mehrere planetare Grenzen (land system change und biogeochemicalflows) überschritten sind und ein wichtiger Contributor für andere überschrittene planetare Grenzen (biosphere integrity, freshwater change und climate change)
„Materialforscher und Elektroniker haben den Verbrauch von Material,
Raum und Energie für die Verarbeitung, Übertragung und Speicherung
einer bestimmten Informationsmenge ganz deutlich verringert.“
Das ist eines der Paradebeispiele dafür dass Effizienzsteigerung nie dazu führt dass dadurch die Belastung unseres Lebenserhaltungssystems verringert wird. Denn jede Effizienzsteigerung wird dadurch aufgefressen dass das entsprechende System dann einfach in größerem Umfang genutzt wird (Jevons Paradoxon). Verbrauch von Material und Energie pro Informationsmenege sinkt, dafür werden mehr Informationsmengen prozessiert als vorher.
„Die Erde hat genug Solarenergie, Platz und mineralische Rohstoffe
für ein technologisches Utopia.“
Wenn man technologisches Utopia nicht mit Paradies gleichsetzt kann das durchaus sein. Es kommt halt auf den Grad der Utopie und die Zahl der Menschen an. Niemals jedoch wird ein technologisches Utopia (welcher Art auch immer) für 8 Mrd. Menschen möglich sein. Allein schon der gegenwärtige deutsche Lebensstandard ist völlig unvereinbar mit den Grenzen unseres Planeten. Hätten 8 Milliarden Menschen unseren Lebensstandard bräuchten wir 3 Erden damit unser Ressourcenverbrauch bereitgestellt und unsere Abfälle verarbeitet werden könnten ohne Schäden am System. Mit der kompletten Elektrifizierung der deutschen Energieversorgung könnten wir das sicher etwas reduzieren. Unter 2 Erden wird es aber dadurch meiner laienhaften Schätzung nach sicher nicht fallen. Denn Energieerzeugung ist ja nur ein Teil unseres Fußabdrucks. Und wenn man Rohstoffexperten glauben darf wird die Elektrifizierung der weltweiten Energieversorgung allein schon daran scheitern dass wir bei weitem nicht genug wirtschaftlich zugängliche Kupfervorkommen haben. Und nein, wir werden auch in den nächsten Jahrzehnten keinen praxisrelevanten Ersatz für Kupfer aus dem wissenschaftlich-technologischen Hut zaubern können.
Unseren Mut, unsere Kreativität und viel Glück werden wir dafür brauchen um den unvermeidlichen Schrumpfungsprozess infolge von Ressourcenknappheit, Klimakatastrophe, Biodiversitätsverlust, Bodendegradation ect. so zu handhaben dass wir nicht in ein weltweites Mad-Max-Szenario schlittern. Das ist meine Utopie.
@Andreas 08.05. 17:44
„Allein schon der gegenwärtige deutsche Lebensstandard ist völlig unvereinbar mit den Grenzen unseres Planeten.“
Drei Faktoren scheinen uns allerdings noch helfen können. Einmal kann die ganze Grüne Technik noch billiger und ressourcenschonender werden. Dann könnten wir ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden E-Fahrzeugen entwickeln, dass den kompletten Individualverkehr ablöst.
Und der ganze Globale Süden, deutlich mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, hat um die doppelt soviel Solarertrag als Deutschland und braucht weder Winterliche Heizung noch ein Dunkelflautenbackup. Und damit auch keine teure Wasserstofftechnik.
Auch hat man in heißeren Ländern möglicherweise weniger Arbeitslust und zugleich auch weniger Konsumlust. Auch das kann einiges einsparen, was bei uns hier üblich ist.
Weniger Verschwendung finde ich allerdings auch ein hervorragendes Mittel, den technischen Umbau unserer Systeme deutlich zu beschleunigen, und auch die Ausbauziele reduzieren zu können. Da sage ich nichts gegen, und das praktiziere ich persönlich schon seit Jahrzehnten. Und spare mir dabei noch eigenes Geld.
Von Fahrradfahren über Secondhandkleidung und Secondhandmöbel bis Campingurlaub.
Hallo Andreas.
Ich gebe gerne auf alle Fragen Antworten,
und ich versuche mich dabei kurz zu fassen.
Um nicht zu viele Links zu verwenden, verweise ich
nur mit Stichworten auf die deutsche Wikipedia.
—–
Zum Thema der Landwirtschaft.
Silizium-Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von rund 20 Prozent.
Die alkalische Elektrolyse hat einen Wirkungsgrad von rund 70 Prozent.
Beides zusammen hat also einen Wirkungsgrad von rund 14 Prozent.
Mehrzellige Landpflanzen haben einen Wirkungsgrad von rund 2 Prozent.
Eine bereits bewährte Methode zur Herstellung von Einzellerprotein
ist die Verwendung von Wasserstoff oxidierenden Bakterien,
die Kohlenstoffdioxid und Stickstoff verarbeiten können.
Wikipedia Stichworte, Power-to-Protein und Einzellerprotein.
—–
Solein.
https://solarfoods.com/
—–
Zum Thema des Kupfers.
Kupfer hat eine 1,54 fach höhere Leitfähigkeit
als Aluminium, aber eine 3,32 fach höhere Dichte.
Gleich starke Leitfähigkeit bekommt man beim
Aluminium deshalb mit weniger als dem halben Gewicht.
Auf Grund der Gewichtsreduktion werden in Flugzeugen
Aluminiumkabel verwendet, und auch bei Freileitungen.
Informationen überträgt man mit Glasfasern.
—–
Zusammensetzung der Erdkruste in Gewichts-%.
Silicium 28 %,
Aluminium 8 %,
Eisen 6 %,
Magnesium 4 %,
Kupfer 0,006 %.
—–
Zum Thema der exotischen Rohstoffe.
Exotische Werkstoffe bedeuten
unmenschliche Arbeitsbedingungen,
große Umweltzerstörungen,
hohen Energieverbrauch,
lange Transportwege,
und bei Energiequellen
lange energetische Amortisationszeiten.
—–
Für die 1000 fache Leistung werden
10 Verdopplungszeiten benötigt.
Es macht einen Unterschied ob das
20 Monate oder 20 Jahre dauert.
Wikipedia Stichworte, Erntefaktor und Wirkungsgrad.
—–
Einige kurze Beispiele.
Windenergie statt Solarenergie,
Holzturm statt Stahlbetonturm,
Holzflügel statt faserverstärktem Kunststoff,
Elektromagnet statt Seltenerdmagnet,
Aluminiumdraht statt Kupferdraht,
Aluminium-Elko statt Tantal-Elektrolytkondensator,
Graphen statt Indiumzinnoxid,
Natriumionen-Akku statt Lithiumionen-Akku.
—–
Holztürme.
https://modvion.com/
—–
Visitenkarte.
Wikipedia Stichwort, Benutzer:Karl Bednarik
Hallo Karl,
O.K., jetzt ist klarer was du mit „Einzeller-Protein“ meinst. Nun, ich bin offen für sowas. Zum jetzigen Zeitpunkt jedoch denke ich ist es viel zu früh eine Nutzen-Risiko-Bewertung abzugeben. Und damit viel zu früh dieses Verfahren zur neuen Wunderwaffe gegen Mitweltzerstörung zu machen. Themen wie Akzeptanz in der breiten Bevölkerung, Patente auf in dem Fall Grundnahrungsmittel, Preise, Energieversorgung mit grünem Wasserstoff, langfristige physiologische Auswirkungen. Langfristige Nebeneffekte. All das muss nicht aber kann solche Projekte sehr schnell problematisch machen. Deren Spruch „Food out of thin air“ ist ja an den Werbespruch fürs Haber-Bosch-Verfahren angelehnt „Brot aus Luft“. Und was für den Einzelnen sich als segensreich erwiesen hat führte durch die Bevölkerungsexplosion des 20. Jahrhunderts zu verheerenden Schäden an unserem Lebenserhaltungssystem. Der Stickstoffeintrag aus der weltweiten Landwirtschaft führte zum Entgleisen des natürlichen Stickstoffkreislaufs (eine der neun planetaren Grenzen) wovon eine Folge beispielsweise große anaerobe Zonen in den Weltmeeren sind.
Zum Thema Kupfer und Aluminium: Ja natürlich gibt es viele metallische Leiter die in der Elektrotechnik unterschiedliche Anwendungen finden. Aber die haben halt alle ihre Vor- und Nachteile. Und deshalb ist Kupfer praktisch unverzichtbar.
Passend dazu sieht die harte Realität nämlich folgendermassen aus: Erst letzten Monat hat der US-Senat den Schutzstatus der Boundary Waters in Minnesota aufgehoben damit eine Minengesellschaft den Abbau von Kupfer, Nickel, Kobalt, Palladium und Platin durchführen kann. Es werden große Schäden für das Ökosystem erwartet.
Zu exotischen Rohstoffen: Natürlich findet man immer wieder leichter zugängliche Materialien als Ersatz für exotische. Nur: Deswegen verschwinden keine exotischen Materialien von unserem „Speiseplan“. Denn es kommen wieder andere neue Systeme auf den Markt die wieder irgendwelche exotischen Rohstoffe benötigen. Und dann dauert es wieder Jahre oder Jahrzehnte bis man MÖGLICHERWEISE einen weniger schädlichen Rohstoff als Ersatz entdeckt. Und bis dahin schreitet die Rohstoffextraktion mit all ihren Folgen weiter voran.
Die 250-jährige Geschichte unserer Industriegesellschaft ist doch völlig eindeutig: Die Belastung der Biosphäre nimmt kontinuierlich zu, egal was wir tun. Wir lösen ein Problem, dafür kommen zwei neue hinzu. Und ich sehe keinerlei Hinweise darauf dass sich daran irgendetwas in absehbarer Zeit ändern könnte.
Nur eines von vielen Beispielen: 1962 wurde Silent Spring von Rahel Carson publiziert. Es dauerte viele Jahre bis DDT als eine der Ursachen verboten wurde. Heute haben wir Pestizide im Einsatz die 100-10000mal stärker wirken als DDT. Unser Frühling ist heute stummer als er 1962 je war.
@Andreas 08.05. 22:28
„Ich gebe zu ich habe keine Ahnung wovon du sprichst. Mit google finde ich auch nichts dazu.“
Ich denke mal @Bednarik meint hier Solein. Das gibt es hier:
https://www.solein.com/
Ich beobachte das seit Jahren, aber das kann man immer noch nicht kaufen.
„The designing of Factory 02 is already on the way, and it will expand our production capacity from Factory 01’s 160 tons to 6,400 tons annually“
Das könnte dann was werden. Fragt sich wie teuer, wie gesund und wie schmackhaft das ist. Jedenfalls produziert man dann direkt tierisches Eiweiß. Ohne Acker, Tiere und Futtermittel. Nur mit grünem Wasserstoff als Energiequelle und dem, was auch in Pflanzendünger drin ist, plus CO2. PV hat 25% Wirkungsgrad, die Photosynthese so 1 oder 2 %. Das macht einen riesigen Unterschied. Und diese Bakterienkulturen brauchen vergleichsweise praktisch kein Wasser.
„Die Landwirtschaft ist entscheidend dafür verantwortlich dass mehrere planetare Grenzen (land system change und biogeochemicalflows) überschritten sind..“
Vor allem wenn die jetzt noch armen Menschen sich selber Fleisch leisten können, werden wir mehr globalen Ertrag brauchen. In den Tropen und speziell in Afrika sind aber noch erhebliche Potentiale für zusätzliche Erträge.
@Tobias:
„Vor allem wenn die jetzt noch armen Menschen sich selber Fleisch leisten können, werden wir mehr globalen Ertrag brauchen. In den Tropen und speziell in Afrika sind aber noch erhebliche Potentiale für zusätzliche Erträge.“
Du meinst also es sind dort noch erhebliche Potentiale für noch größere Störungen des natürlichen Stickstoff- und Phosphorkreislaufs, für noch mehr Einsatz von Pestiziden und noch mehr Umwandlungen natürlicher Biotope in Agrarflächen? Da kann ich nicht widersprechen.
Hallo Andreas.
Ich habe in meinen beiden Beiträgen hier oben
und hier unten einige umweltfreundliche Verfahren
aufgezählt, von denen es noch viel mehr gibt.
Jeder Mensch kann zwischen umweltfreundlichen
und umweltfeindlichen Verfahren wählen.
Ich empfehle die umweltfreundlichen Verfahren,
aber ich prophezeie sie nicht.
Fehlentscheidungen können sich aber rächen.
@Andreas 07.05. 11:42
„Wir müssen einfach damit planen (und leider wird das in der Realität kein Staat jemals freiwillig tun) dass es in einigen Jahrzehnten keine oder fast keine teuren Maschinen, keinen Diesel und auch keinen Dünger in heutiger Form mehr geben wird. Ob es noch Internet und Satelliten gibt bleibt ebenfalls abzuwarten.“
Genauso kann auch eine Pandemie 90% der Menschen in ein paar Monaten töten. Klar kann das passieren. Sterben tun wir alle, sowieso. Es gibt gegen Vieles kein Mittel. Entsprechend hilft nur beten und hoffen.
Ich hätte als junger Mensch nie erwartet, dass es bis zum Jahr 2026 keinen weltweiten Atomkrieg gibt. Und ich meine, dass meine Einschätzung dennoch richtig war. Wir hatten einfach nur riesengroßes Glück. Und entsprechend leben wir immer noch.
Kann alles passieren, was sie oben beschreiben. Aber erstmal will das keiner, und jeder, der bei Verstand ist, wird versuchen, dass es dazu doch nicht kommt.
Auf dem Land wird man dann aber auch nicht mehr in Frieden leben können. Entsprechend: Wir können nicht gegen alles was machen. Da gehe ich jetzt für meine letzten Jahre einfach davon aus, dass es wohnlich und lebenswert bleibt. Und wenn nicht, dann strebe ich einfach. Muss ich ja demnächst sowieso.
Ob dann 9 Milliarden oder 5 Milliarden Menschen verhungern. Setzen wir doch einfach darauf, dass wir das schon irgendwie hinkriegen. Mit der Energiewende, mit dem Solein, mit genug Fortschritten auch der Biolandwirtschaft. Und notfalls mit nur noch wenig Fleischkonsum.
Immerhin kann man mindestens die Hälfte der Anbauflächen einsparen, wenn man konsequent ziemlich vegetarisch lebt. Derzeit lass ich mir regelmäßig durchaus Fleisch schmecken. Weil die Erträge eben da sind. Ich weiß aber auch, dass es ohne dem auch geht. Schließlich habe ich rein vegetarische Kost selber in jungen Jahren für 2 Jahre ausprobiert. Problemlos, nur deutlich weniger lecker.
Auch etwa ein Supervulkanausbruch könnte die weltweiten Erträge für bis zu zwei Jahre halbieren. Dann würde man als erstes alle Nutztiere innerhalb von Monaten schlachten und schon mal verzehren. Die brauchen dann erst mal keine Futtermittel mehr, und wir haben alle landwirtschaftlichen Erträge für uns selbst zur Verfügung. Das kann uns reichen, und keiner muss verhungern.
Nicht lecker eben. Aber noch lange nicht tot.
Erster Nachtrag, zweiter Beitrag.
Die meisten Worte sind auch
Stichworte in der deutschen Wikipedia.
—–
Holzflügel.
https://voodin-blades.com/
—–
Alumotor, the magnet-free engine design.
https://www.ricardo.com/en/projects/alumotor-the-magnet-free-engine-design
—–
Acetyliertes Holz statt Metall oder Beton, Accoya.
—–
Grüner Stahl mit Wasserstoff statt Kohlenstoff erzeugt.
—–
Organische Leuchtdioden statt anorganische.
—–
Wasser aus der Wüstenluft mit MOF-303,
Al(OH)(PZDC), PZDC, 1-H-pyrazol-3,5-dicarboxylat,
Metallorganische Gerüstverbindung mit Aluminium.
—–
Aus Kohlendioxid und Wasserstoff kann man eine
Menge an Substanzen herstellen, zum Beispiel:
Methan, (Sabatier-Prozess)
Methanol,
Formaldehyd,
Ameisensäure,
Kohlenmonoxid,
Kohlenstoff. (Bosch-Reaktion)
—–
Aus Formaldehyd kann man eine
Menge an Substanzen herstellen, zum Beispiel:
Polyoxymethylene, (Kunststoff, Delrin)
Polyoxymethylendimethylether, (Treibstoff)
Formose. (Zuckergemisch und Rohstoffbasis)
@Andreas 09.05. 20:28
„Du meinst also es sind dort noch erhebliche Potentiale für noch größere Störungen des natürlichen Stickstoff- und Phosphorkreislaufs, für noch mehr Einsatz von Pestiziden und noch mehr Umwandlungen natürlicher Biotope in Agrarflächen?“
Das meine ich nicht. Ich meine da eher biologische Anbaumethoden ohne anthroposophische Ideologie. So hat man in den Regenwaldgebieten zuviele Niederschläge, dass normaler Acker sehr schnell an Nährstoffen verliert. Die Lösung hatten schon die Indigenen im Amozonasregenwald, indem sie Holzkohle in den Boden eingearbeitet haben und eine Argroforststruktur praktiziert haben. Da braucht es nur wenig Mineraldünger.
Und auch in den Savannengebieten insbesondere Afrikas kann man sehr viel mehr ernten, ohne gleich so verschwenderisch mit Mineraldünger umzugehen wie wir das derzeit in Europa noch machen.
Da geht sehr viel mehr, und zwar auch durchaus vernünftige Kompromisse von Biolandbau und noch üblichem konventionellem Anbau.
Insbesondere müssen wir mit Phosphor haushalten. Dass der am Ende nicht im Meer landet, sondern von den Kläranlagen wieder auf den Acker gebracht wird, und auch möglichst nicht im Grundwasser landet.
Stickstoff jedenfalls gibt es genug. 80% der Luft besteht daraus. Aber auch der gehört nicht ins Grundwasser. Das Problem lässt sich recht leicht lösen, indem man eben nur sehr knapp damit düngt.
Und das Problem mit dem Übermaß an Gülle in manchen Regionen liegt daran, das man zu viele Tiere hält, und die mit importierten Futtermitteln füttert. Man müsste dann die Gülle dahin zurück bringen, wo die Futtermittel herkommen. Oder einfach lokal nur so viele Tiere halten, wie es auch lokale Futtermittel gibt.
Auch die Gülle zunächst in der Biogasanlage zu nutzen, und sie danach erst auf den Acker zurückzubringen, soll wohl sinnvoll sein. Auch tragen Agroforstvarianten zusammen mit intelligent eingesetzten Untersaaten zur Bodenverbesserung bei, und binden dabei noch Kohlenstoff.
Was schon die Mayas praktiziert haben, war eine Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis. Das kommt auch mit sehr wenig Dünger aus, und hält den Boden langfristig fruchtbar.
Wenn man all die Möglichkeiten nutzt, dann könnte auf den derzeit genutzten Flächen u.a. in Afrika sehr viel mehr produziert werden.
Auf derzeit ungenutzte Biotope muss man vermutlich gar nicht zugreifen. Aber auch das könnte man den Leuten da zugestehen, wenn sie sich einfach nur vernünftig ernähren wollen. Das machen wir in Europa seit etlichen Jahrhunderten.
Wie man es dann genau macht, macht aber den Unterschied. So kann man durchaus tropischen Regenwald als Holzlieferant so nutzen, dass er dabei erhalten bleibt. Man kann da einzelne Bäume entnehmen, und den Wald dann 30 Jahre in Ruhe lassen, das der nachwachsen kann, bis man wieder einzelne Bäume entnimmt.
@Andreas 09.05. 20:22
„Die Belastung der Biosphäre nimmt kontinuierlich zu, egal was wir tun. Wir lösen ein Problem, dafür kommen zwei neue hinzu.“
Und doch sehe ich nicht nur Ansätze für grundsätzlichen Bewusstseinswandel, sondern gerade in der Energiewende echte Perspektiven.
Hier wird ein richtig, richtig dickes Problem gelöst. Das gerne 100 Miniprobleme aufwerfen darf, und uns dennoch ganz entscheidend weiter bringt.
Womit wir uns darüber hinaus noch selbst in Schwierigkeiten bringen, ist aber in der Tat immer noch relevant. Etwa das Plastikproblem, die PFAS-Chemikalien oder die Pestizide in der Landwirtschaft. Und auch Mineraldüngereinsatz, insbesondere ein Übermaß an Stickstoffeintrag und die Grenzen der Phosphatvorkommen.
Vielleicht lehrt uns aber eine erfolgreiche Energiewende auch, die übrigen Probleme ebenso pragmatisch und dabei dennoch konsequent anzugehen?
Zweiter Nachtrag, dritter Beitrag.
—–
Polyester, wie zum Beispiel das häufig verwendete
Polyethylenterephthalat (PET), kann man in verschiedenen
Geschwindigkeiten biologisch abbaufähig machen, indem man
verschiedene Mengen an Phosphorsäure-Estergruppen einbaut.
—–
Auch eine österreichische Firma erzeugt Einzellerprotein.
https://econutri.com/products/
Falls man unbedingt Tiere essen will, dann kann man sie ja mit
dem Single-Cell-Protein füttern (ineffizient und inhuman).
—–
Was für Seltene-Erden-freie und Kupfer-freie Motoren gilt,
das gilt natürlich auch für (Wind-) Generatoren aller Art.
Außerdem sind sie dann auch viel leichter.
https://www.emobility-engineering.com/ricardo-rare-earth-copper-free-electric-propulsion-motor/
Wenn jemand Kupfer für unverzichtbar hält, dann irrt er sich.
—–
Ich schrieb es bereits.
Von der Seite der Technologien her, ist es jederzeit möglich
die ganze Erde in ein Paradies für alle Menschen umzubauen.
Dazu sind auch keine exotischen und seltenen Rohstoffe erforderlich,
denn man kann diese immer auch durch andere Materialien ersetzen.
Die Erde hat genug Solarenergie, Platz und mineralische Rohstoffe
für ein technologisches Utopia.
Wenn die Menschen diese Möglichkeit nicht ergreifen,
dann sind sie selbst schuld.
Pessimismus und Phantasielosigkeit waren schon immer
ein großes Hindernis.
@Karl Bednarik 11.05. 06:29
„Die Erde hat genug Solarenergie, Platz und mineralische Rohstoffe für ein technologisches Utopia. Wenn die Menschen diese Möglichkeit nicht ergreifen, dann sind sie selbst schuld.“
So schätze ich das eigentlich auch ein. Das Soleinprojekt hätte alleine schon wahrhaft weltbewegende Potentiale. Im besten Fall braucht man dann gar nicht mehr viel Tierhaltung, und entsprechende Flächen werden frei.
So kann man ganz Europa in einen durchgehenden Naturraum umgestalten, indem Ackerflächen und Siedlungsflächen nur noch Inseln bilden. Und sich die Wildtiere in diesem Naturraum frei bewegen können.
Und uns Menschen macht das sicherlich auch Spaß, sich z.B. per Fahrrad und Zelt dort frei bewegen zu können. Wenn man dann noch ganz viel Zeit hat, weil die Roboter die meiste Arbeit machen, wird das doch echt noch interessant?
@Andreas
09.05.2026, 20:22 Uhr
Wer hat denn von Wunderwaffe geredet? Und davon, dass ein Problem nur mit einer Maßnahme behoben werden muss?
„Wer hat denn von Wunderwaffe geredet? Und davon, dass ein Problem nur mit einer Maßnahme behoben werden muss?“
Tobias zum Beispiel. Der Kommentar direkt über deinem!
Ich zitiere:
„So schätze ich das eigentlich auch ein. Das Soleinprojekt hätte alleine schon wahrhaft weltbewegende Potentiale. Im besten Fall braucht man dann gar nicht mehr viel Tierhaltung, und entsprechende Flächen werden frei.
So kann man ganz Europa in einen durchgehenden Naturraum umgestalten, indem Ackerflächen und Siedlungsflächen nur noch Inseln bilden. Und sich die Wildtiere in diesem Naturraum frei bewegen können.“
Das Riesenschlamassel mit unserer modernen Landwirtschaft wird durch Einzellerprotein (Solein) gelöst und Europa wird wieder zu einem durchgehenden Naturraum mit Acker- und Siedlungsinseln dazwischen.
Was soll man dazu noch sagen? Das ist unverfälschte Technikgläubigkeit. Wirklich nichts in der bisherigen Menschheits- und Wirtschaftgeschichte deutet auch nur im entferntesten darauf hin dass eine (oder auch mehrere) technische Lösungen die große Beschleunigung umkehren könnten oder würden. Das könnte nur drastischer (Konsum)verzicht. Und das wird freiwillig niemals ein nennenswerter Teil der Bevölkerung tun. Selbst unter Jugendlichen wird z.B. dem Thema Klimakatastrophe immer weniger Bedeutung zugewiesen wie die jährlich durchgeführte Sinusstudie aktuell leider wieder eindrucksvoll bestätigt. Und vom Problem des großen Artensterbens das ja überhaupt keine Rolle im öffentlichen Diskurs spielt brauchen wir gar nicht erst anfangen.
Natürlich kann man immer darauf hoffen dass es JETZT aber ganz bestimmt gelingt mit Technik die Mitweltzerstörung aufzuhalten. Das ist aber wie gesagt aufgrund der Vergangenheit und Gegenwart wie ich denke naiv und extrem unwahrscheinlich. Hopium halt. Von daher fürchte ich werden die Naturgesetze für den großen Umbruch sorgen und keine Roboter, Einzellerproteine oder sonstigen Wunderwaffen der Technik werden diesen für die Mehrheit der Bevölkerung unerfreulichen Umbruch aufhalten.
P.S.: Maschinen wie Roboter sind am Ende des Tages übrigens auch immer Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Sie sind fraglos Wunderwerke der Technik und können unseren Alltag verbessern (man denke an medizinische Anwendungen). Aber ihre Produktion ist mit enormem Ressourcen- und Energieaufwand verbunden. Und die Effizienzgewinne welche wir mit ihnen erzielen führt zu (bzw. ermöglicht uns) noch mehr Ressourcen- und Energieverbrauch in anderen Bereichen. Und die Beschleunigungsspirale dreht sich immer schneller….
Hallo Andreas.
Die Beschleunigungsspirale wird von der freiwilligen
Bevölkerungs-Schrumpfung gebremst.
Die Vorteile von geringeren Geburtenraten sind
geringerer Energie- und Rohstoffverbrauch,
und geringere Umweltbelastung.
Nach drei Halbierungs-Generationen haben wir ein
Wohlstandsparadies mit einer Milliarde Einwohnern,
und mit dem achtfachen Reichtum an allem.
@Andreas 14.05. 18:19
„..dass eine (oder auch mehrere) technische Lösungen die große Beschleunigung umkehren könnten oder würden. Das könnte nur drastischer (Konsum)verzicht.“
Man kann es ja nur versuchen, ob nicht doch noch ein hinreichender Bewusstseinswandel eintritt. Je weiter die Verschwendung eskaliert, desto eher merkt man das doch auch, und je größer können freiwillige private Einsparungen sein, wenn man auf Verschwendung fortan verzichtet.
Und aktuell kann man ja sogar das durch nur noch vernünftigen Konsum frei gewordene Geld gleich in Grüne Technik investieren.
Was Anderes fällt mir dazu nicht ein. Oder der weltweite Nachwuchsmangel eskaliert weiter und beschleunigt sich noch, statt irgendwann wieder nachzulassen. Da ist mir Verzicht auf Verschwendung lieber. Aber letztlich müssen das potenzielle Familien entscheiden.
@Tobias:
„Man kann es ja nur versuchen, ob nicht doch noch ein hinreichender Bewusstseinswandel eintritt.“
Ja, das muss man auf jeden Fall versuchen. Aber die echten und gefühlte Bedrohungen (Arbeitsplatz, Inflation, Wohnungsmarkt, Migration, Putin, Trump) nehmen gerade überhand und dann rücken langfristige (und seien sie noch so groß) Bedrohungen in den Hintergrund. Hinzu kommt die fossile Propaganda mit ihrem süßen Gift dass alles nicht so schlimm ist und alles bleiben kann wie es ist. Jetzt haben wir mit der fossilen Energiekrise eigentlich ein prima Argument für den masiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Dafür haben wir jetzt eine Lobbyistin der Fossilindustrie in entscheidender Position welche alles daran setzt um die EE auszubremsen. Dass sie das tun kann ist wiederum eine Folge der Wählerschaft für die Klimaschutz/Energiewende kein wahlentscheidendes Thema mehr ist. Wobei das jetzt ein spezifisch deutsches Problem ist und zu hoffen bleibt das die EE in anderen Weltregionen durch den Iran-Krieg einen Schub bekommen.
Und da ich fürchte dass viele der obigen Probleme die nächsten Jahre nicht verschwinden werden (Putin und Trump vielleicht noch am ehesten) sehe ich einfach keine Hinweise dass sich ein Bewusststeinswandel vollziehen könnte.
„Je weiter die Verschwendung eskaliert, desto eher merkt man das doch auch“
Ich denke nicht dass man das zum jetzigen Zeitpunkt merkt wenn man nicht gezielt danach schaut. Das zunehmende Mikro- und Nanoplastik in unseren Gehirnen merken wir auch nicht. Genauso wenig wie die Plastikvermüllung in weit von uns entfernten Regionen. Solange es noch Fisch im Supermarrkt gibt merkt niemand was von leergefischten Meeren. Die riesigen Übertageabbauregionen für unsere Rohstoffe sieht niemand hier in Deutschland. Ich meine selbst Tagebauten innerhalb Deutschlands wie Garzweiler waren und sind für mich in Süddeutschland quasi unsichtbar.
„Und aktuell kann man ja sogar das durch nur noch vernünftigen Konsum frei gewordene Geld…“
Ich sehe einfach nicht dass wir einen breiten Konsens in der Gesellschaft darüber herstellen können was vernünftiger Konsum ist. Für viele ist der (mindestens einmal) jährliche Flug in den Urlaub selbstverständlich und natürlich eine dramatische Freiheitseinschränkung und lebensqualitäsmindernd wenn dies nur noch alle 5 oder 6 Jahre erlaubt sein sollte. Ich wohne hier in einer ländlich-touristischen Region und du kannst dir nicht vorstellen welche Massen an rasenden, dröhnenden und stinkenden Motorradfahrern hier jedes schöne Wochenende und in der Ferienzeit durch die Landschaft brettern. Es werden von Jahr zu Jahr mehr und nicht weniger. Und so könnrte man endlos weiter aufzählen.
Und damit unser Kapitalismus nicht zusammenbricht brauchen wir ohnehin immer mehr Konsum. Was passiert wenn dieser nicht wächst sieht man ja aktuell. Und beim Schrumpfen sind war da noch gar nicht.
Sorry wenn ich hier immer den Pessimisten spielen muss. Ich freue mich ja auch über jeden kleinen Hoffnungsschimmer. Aber beim großen Ganzen kann ich halt keinen Hoffnungsschimmer mehr erkennen. Das war bei mir persönlich vor grob gesagt 15 Jahren zu Zeiten von Hans Rosling oder Steven Pinkers „Better angels of our nature“ noch etwas anders (abgesehen von der schon immer präsenten Klimakatastrophe).
https://www.heute.at/s/rechtspopulisten-landen-auf-muellhaufen-der-geschichte-120184886
Vielen herzlichen Dank und volle Zustimmung, @RPGNo1 🙏
Gerade erst hatte ich kluge Ansagen von Marcus Keupp im BR-Interview vom 12.05.2026 per Mastodon zitiert und empfohlen. Er analysierte vor allem den beeindruckenden Verteidigungserfolg der Ukraine gegenüber dem fossilen Regime von Putin & Russland, aber auch etwa das Scheitern der USA im Krieg gegen den Iran. Habe einen Transkript-Auszug (ab Minute 20:12) davon gepostet:
„Ich denke, der Krieg der Zukunft wird sehr viel undurchsichtiger, sehr viel diffuser sein, als wir heute uns Krieg vorstellen.
Also quasi A kämpft gegen B, laute, mechanisierte Geräte rollen mit fossilen Treibstoffen über eine Landesgrenze.
Ich denke so in dieser Ausschließlichkeit wird das nicht mehr stattfinden.
Ich glaube, wir werden mehr Konflikte sehen, die sehr viel stärker geprägt sind von Wirtschaftskriegführung, von asymmetrischer Taktik, wo Cyberkriegführung und kritische Infrastrukturen gezielte Mittel sind.
BR: Also eher ein stiller Krieg?
Kneupp: Ja, ein stiller Krieg und damit auch ein völkerrechtswidriger Krieg.
Das heißt also, dass ich bewusst kritische Infrastrukturen angreife, bewusst die zivile Versorgung angreife.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116572705630475957
Auch postete ich eine Einschätzung des Kriegsberichterstatters Konstantin Flemig aus dessen neuem Video ebenfalls vom 12.05.2026:
„Ukraine GEWINNT gerade den Drohnenkrieg! Das ist ihr Geheimnis…
[…]
Die Ukraine scheint gerade den Drohnenkrieg gegen das sehr viel größere Russland zu gewinnen.
[…]
Nur mal kurz zum Vergleich: Im Jahr 2022, also im ersten Jahr des vollausgebrochenen Krieges, da waren Drohnen für etwa 10% aller Kampfverluste verantwortlich.
Im Jahr 2025 stiegt dieser Anteil auf etwa 80% der Gesamtzahl der Verluste auf beiden Seiten.
80% der Verluste gehen auf Drohnen, auf unbemannte Luftsysteme.
Außerdem gehen wohl schätzungsweise auch noch 60 bis 70% der zerstörten russischen Fahrzeuge, also des russischen Equipments auf Drohnen.
Wir sehen also: Diese Domäne ist entscheidend für einen Krieg, wie er im 21. Jahrhundert zwischen Staaten ausgetragen wird.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116573531120791882
Ich danke für Ihr lebendiges Interesse und die hilfreichen Beiträge zum Blog als Ort des interdisziplinären Dialoges! 🙌
@Michael Blume
Das BR-Interview habe ich auch bereits gesehen. 🙂
Marcus Keupp ist ein exzellenter Analytiker. Seine regelmäßigen Auftritte im ZDF (insbesondere zur Lage in der Ukraine) sind sehr spannend. Viele seiner Prognosen zur Entwicklung des Krieges sind eingetroffen, während die sogenannten militärischen „Experten“ (wie z.B. die Ex-Generäle Erich Vad oder Harald Kujat) kläglich versagt haben, weil sie meinen, die Verhältnisse der Sowjetunion 1:1 auf Russland übertragen zu können.
Ich empfehle daher auch allen Mitlesern dieses Blogs, Keupps Buch Spurwechsel: Die neue Weltordnung nach Russlands Krieg zu lesen.
Vielen Dank für die Rückmeldung & den Lesetipp, @RPGNo1 🙏
Ich nehme das mal als weitere Ermutigung dazu, dass ich auf „Natur des Glaubens“ nicht der Einzige bin, den Militärfragen interdisziplinär interessieren! ☺️🙌
@Andreas 15.05. 12:56
„Wobei das jetzt ein spezifisch deutsches Problem ist und zu hoffen bleibt das die EE in anderen Weltregionen durch den Iran-Krieg einen Schub bekommen.“
Schätze ich mal. Eine Frau Reiche ist ein vorübergehendes deutsches Problem. Und gerade im Globalen Süden ist doch PV mehr als drei mal so interessant als in Mitteleuropa. Man hat mehr als doppelt soviel Ertrag ohne saisonale Einbrüche. Kurzfristspeicher reichen da aus.
Entscheidend könnten sowieso die Chinesischen Produktionskapazitäten für Grüne Technik aller Art sein.
„Ich sehe einfach nicht dass wir einen breiten Konsens in der Gesellschaft darüber herstellen können was vernünftiger Konsum ist.“
Das darf gerne jeder selber wissen. Man kann seinen Konsum ja auch verlagern, insbesondere auch in eigene Grüne Technik. Etwa die Anschaffung eines Elektroautos. Oder weniger arbeiten und mehr Campingurlaub mit Fahrrad im eigenen Bundesland machen.
„Und damit unser Kapitalismus nicht zusammenbricht brauchen wir ohnehin immer mehr Konsum.“
Da muss der nicht von zusammenbrechen. Kann das stets wachsende Kapital nicht mehr mit immer neuen Investitionen absorbiert werden, muss man diese Überschüsse eben mit Vermögens- Erbschafts- und Kapitalertragsteuern abschöpfen.
Das droht uns auch angesichts des immer nachhaltigerem Nachwuchsmangels zu passieren. Da käme eine freiwillige Konsumanpassung sowieso nur oben drauf. Und auch KI und Roboter machen noch Druck, neue Märkte zu finden, was teilweise scheitern könnte.
Auch eine konsequente globale Initiative für Offene Software für so ziemlich alles wird die aktuellen Geschäfte der US-IT-Konzerne bzw. ihre Chinesische Konkurrenz verebben lassen. Auch das macht das Leben aller billiger.
Und wenn wir ein Sammeltaxisystem auf Basis von Selbstfahrenden Batteriefahrzeugen bekommen, wird es ganz billig, und der Autoabsatz schrumpft auf vielleicht 20%. Auch da werden wir mit klarkommen. Einfach weniger arbeiten und mehr Kapitalsteuern eintreiben, und schon passt das doch wieder.